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Ratgeber Praxis Externe Server:

Den Computer auslagern Einen Computer fernzusteuern, ist nichts aufregend Neues: EDV-Administratoren in Firmennetzwerken nutzen diese Technik, um sich viele Wege zu den einzelnen Computern der Mitarbeiter zu ersparen. Diese Technologie steht mit dem Internet heute aber jedem zur Verfügung. Mit der im Betriebssytem von Windows XP Professional enthaltenen Software „Remotedesktopverbindung“ können Sie auf einen externen Server zugreifen und die darauf installierten Programme nutzen, als wären diese auf Ihrem lokalen Rechner installiert. Auf Ihrem Bildschirm erscheint dann die Bild-

Übersicht: Vor- und Nachteile externer Server Vorteile

Nachteile

Automatische Updates von Betriebssystem, Anwendungen (z.B. Kuhplaner), wenn Server gepflegt werden.

Keine Massenspeicherung (z.B. Digitalfotos) wegen begrenzter Upload-Geschwindigkeit.

Internetanschluss muss nicht breitbandig sein, 128 kBit/s reichen für Fernbedienung aus (Ausnahme: Datenupload).

Nur mit stabiler Internetverbindung und mit Flatrate (Pauschaltarif) möglich und bezahlbar.

Zugriff von beliebigen Computern möglich.

Zeittarif für Internetanschluss nicht empfehlenswert.

Keine Daten-Synchronisation nötig, Daten werden direkt eingegeben.

Zusatzkosten (ca. 20 bis 50 Euro pro Monat).

Blick in ein Rechenzentrum: Hier stehen viele Server und warten auf die Befehle von draußen.

schirmoberfläche des Servers. Welche Vorteile dieses EDV-Konzept hat, finden Sie in der Übersicht auf dieser Seite. Bei den Nachteilen ist natürlich die Internetverbindung in vielen Betrieben nicht unproblematisch: Wenn zum Beispiel kein DSL vorhanden ist und sich mit WLAN im Stall keine mobile Verbindung aufbauen lässt, geht es nur per Mobilfunk. Aber auch hier sind die Preise für Datenverbindungen ins Rutschen gekommen (siehe DLG Test Ausgabe Mai 2008, S. 6). Generell fokussiert sich die Aufgabe des Computers auf dem Hof nur noch darauf, dass er eine stabile Internetverbindung hat: Am Besten immer

Foto: Acturion

Gehören Sie zu den Computernutzern, die nur die Programme für ihre Arbeit nutzen wollen, die sie wirklich brauchen, und haben Sie kein Interesse, sich ständig um Datensicherungen und Programmaktualisierungen kümmern zu müssen? Es gibt eine Lösung, mit der Sie viele EDV-Probleme im wörtlichen Sinne auslagern können: Mieten Sie einen eigenen Server in einem Rechenzentrum und greifen Sie mit einer „Fernbedienung“ auf diesen zu. Ein Server ist zwar auch nur ein Computer – aber dieser und die Programme darauf können für eine Servicepauschale von Spezialisten gepflegt und die Daten gesichert werden.

Foto: santperesurfer@pixelio

Jede Software will ständig aktualisiert und Daten sollen laufend gesichert sein. Wenn Sie keine Lust auf Backups und Systempflege haben, wird es Zeit für einen eigenen externen Server.

Datendiebstahl nicht möglich. Automatisches Voll-Backup üblich. Ausdruck auch über den Client-Rechner möglich.

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Auch ein Tablet-PC reicht für die Dateneingabe auf einem Server aus.


motedesktop ist in der Agrarbranche übrigens ein Landwirt gekommen, siehe Interview unten.

Fazit Datensicherheit und Softwarepflege sollten für professionelle Landwirte selbstverständlich sein. Externe Server mit installierter Agrarsoftware können helfen, die Risiken von Hardwareschaden und Diebstahl im

Foto: landpixel.eu

und überall, wo er zur Dateneingabe gebraucht wird, also auch im Stall. Es reicht also auch ein Notebook, ein „Thin-Client“ (kostengünstiger Mini-PC), ein Tablet-PC (siehe Foto links unten) oder ein Smartphone mit Windows CE. Für die rauen landwirtschaftlichen Bedingungen gibt es auch Tablet-PCs auch in der stoßgeschützten Bauart „Rugged“. Auf die Idee der Vermarktung des Client-Server-Konzeptes mit dem Re-

Betriebsbüro zu verringern. DLG-Arbeitsgruppe Anwenderberater www.DLG.org/anwenderberater

EIN PRAKTIKER ZUM THEMA

Rolf Holzapfel

Rolf Holzapfel (Alter?)

wird, arbeitet man von einem anderen

Betriebs- und Produktionssoftware zur

ist Landwirt auf dem

Rechner genau an der Stelle weiter, an

Verfügung steht.

Hofgut Voggenreute

der man vorher aufgehört hat.

Wohin geht die Entwicklung bei Agrar-

und Geschäftsführer

Jeder weiß, wie aufwendig und zeit-

software? Brauchen wir bald nur noch

der agroviva GmbH.

raubend es ist, wenn verschiedene Pro-

„dumme Eingabekonsolen“?

Neben Klauenservice

gramme auf verschiedenen Rechnern

Holzapfel: Intelligente, vernetzte IT-

bietet sein Unterneh-

installiert sind und man sich womög-

Systeme sind schon heute ein ganz ent-

men virtuelle Server

lich noch um ein lokales Netzwerk

scheidender Faktor für die wirtschaft-

– Produktname „agro-

oder eine Rechtevergabe kümmern

liche und rationelle Organisation von

server“ – an.

muss. Mit einem externen Server wie

landwirtschaftlichen Betrieben. Sowohl

dem „agroserver“ entfällt diese Pro-

in der Verwaltung als auch in der Pro-

„Software muss einfach und wirtschaftlich sein.“

blematik und man kann sich auf das

duktionstechnik müssen Daten trans-

konzentrieren, was wesentlich ist: die

parent, schnell und übersichtlich als

Viele Vorteile eines externen Servers

Arbeit mit dem eigentlichen Programm.

Entscheidungsgrundlage zur Verfügung

sollen Anwendern das Leben mit einem

Welche Nutzertypen finden sich unter

stehen. Entscheidend dabei ist nicht in

Computer leichter machen. Stattdes-

Ihren Kunden?

erster Linie ein einzelnes Softwarepro-

sen muss der Anwender nur noch einen

Holzapfel: Vom Computerfreak bis zum

dukt, sondern das Zusammenspiel aller

Computer mit einer stabilen Internet-

Anfänger sind eigentlich alle Nutzerty-

auf einem Betrieb benötigten Program-

verbindung vorhalten. Ist das nicht auch

pen vertreten. Der Computerfreak zum

me. Von der Adressverwaltung über

sehr kompliziert für viele Landwirte?

Beispiel mietet den mit dem Betriebs-

das Rechnungsprogramm bis hin zur

Holzapfel: Für den Anwender werden

system vorinstallierten Server bei uns

Ackerschlagkartei oder der Antragsver-

EDV-Programme, die auf einem zen-

im Rechenzentrum. Er installiert und

waltung.

tralen Server laufen, deutlich einfacher

administriert danach alles selbst. Ande-

Software muss einfach und wirtschaft-

und sicherer in der Anwendung und

ren Kunden erstellen wir ein Komplett-

lich sein. Einzelne PCs komplett mit

Handhabung. Von jedem PC mit Inter-

paket mit ihrer individuellen Betriebs-

Software auszustatten ist auf Dauer

netanschluss aus haben unsere Kunden

software, kümmern uns um Installation,

einfach zu teuer, zu unsicher und zu

die Software, die auf ihrem Betrieb ein-

Updates, den Virenschutz etc. Für diese

unflexibel. Gerade beim Einsatz unter

gesetzt wird, mit einem Mausklick zur

Kunden heißt die Devise: den Compu-

extremen äußeren Bedingungen, wie

Verfügung. Auf lokalen Rechnern muss

ter einschalten – arbeiten – und danach

sie oft in der Landwirtschaft anzutreffen

nichts mehr installiert werden: Die Da-

wieder ausschalten.

sind, wird sich der Einsatz von schlich-

tensicherung und der Virenschutz ent-

Im Vordergrund steht aber bei allen

ten Eingabekonsolen ganz sicher durch-

fallen komplett, und wenn ein Compu-

unseren Kunden, dass überall wo es

setzen.

ter mal kaputt geht oder gar gestohlen

notwendig ist eine funktionierende

Weitere Infos unter www.agroserver.de.

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Externe Server: Den Computer auslagern