Page 1

Das Pluszeichen – ein Multitalent. Ein visuelles Zeichen in der Gesellschaft. #1 2009

strichwerk

multitalente hautnah

strichwerk multitalente hautnah

Das Pluszeichen – ein Multitalent

Ein visuelles Zeichen in der Gesellschaft.


„Zeichen, Symbole, Signete und Signale sind in ihrer Vielfalt der alle durchdringende und prägende Ausdruck unserer Zeit, in dem sie Vergangenes enthalten und bewahren, sind sie Hinweis auf alles Künftige.“ ADRIAN FRUTIGER1


EDITORIAL. Linien, Punkte, Bögen, Geraden, Formen – jeder kennt sie, sieht sie, interpretiert sie und benutzt sie als Zeichen, als Symbol. Jedoch wissen nur wenige, was hinter ihnen steckt, oder wo die Ursprünge dieser Zeichen, Symbole und deren Bedeutungen liegen. Ohne Zeichen und ihre Symbolkraft wäre Kommunikation nicht möglich, genauso wenig wie die damit verbundene gesellschaftliche Interaktion. Zeichen sind mächtige Instrumente in der Kommunikation unserer Gesellschaft. STRICHWERK beschäftigt sich mit den Hintergründen dieser Zeichen und Symbole mit ihren vielschichtigen Bedeutungen und Herkünften. Ein Strichwerk kann einfache Linie, Bleistiftstrich, komplexes oder kunstvolles Zeichen, Konstruktion jeglicher Art sein. Es kann der Ort sein, an dem diese Elemente entstehen. STRICHWERK widmet sich den augenscheinlich einfachsten grafischen Zeichen, die sich als wahre ‚Multitalente‘ in unserer Gesellschaft entpuppen. Thema in der Erstausgabe von STRICHWERK ist das Pluszeichen. Dabei ist die zentrale Frage: Ist das Pluszeichen ein Multitalent? Dazu wird das Plus als visuelles Zeichen in der Gesellschaft beleuchtet. Dass gerade das Pluszeichen Thema dieser Erstausgabe ist, kommt auch daher, weil sich Pluszeichen in der visuellen Kommunikation einer immer größeren Beliebtheit erfreuen. Das kleine Zeichen Plus steht für vieles und kann Bände sprechen. Dennoch ist jeder in der Lage, die jeweilige Bedeutung problemlos zu erkennen. Der ein oder andere Leser von STRICHWERK mag sich fragen, warum für die erste Ausgabe des Magazins ausgerechnet das Pluszeichens ausgewählt wurde, aus den Hunderten von komplexeren oder einfacheren Zeichen. Es sind große Sinnbedeutung einerseits und die Einfachheit der Plusform anderseits, die es zu einem Zeichen machen, das genug Potenzial aufweist, ein gesamtes Magazin zu füllen. Wichtiger jedoch ist, dass die Idee zum Magazin STRICHWERK durch die Beobachtung des Pluszeichens in der Umwelt entstanden ist. Das Pluszeichen und viele andere Zeichen sind für jeden Einzelnen auf unterschiedlichste Weise immer präsent im Alltag. Trotz der allgegenwärtigen Präsenz der Zeichen und Symbole setzen sich vor allem Menschen aus den Bereichen der Kommunikation bewusst mit grafischen Zeichen auseinander. Für sie ist es sehr wichtig, sich mit dem Thema Zeichen und ihrer Symbolik zu beschäftigen, denn ihr Alltag besteht schließlich aus Kommunikation mit Zeichen. Je mehr Wissen über das Thema vorhanden ist, um so größer ist die Chance auf kommunikative und gestalterische Verbesserung in der Gesellschaft. Meine erste bewusste Begegnung mit dem Pluszeichen ist immer noch frisch in meiner Erinnerung: Meine Schwester und ich hatten als Kinder einen Kaufladen geschenkt bekommen. Unser Vater hatte ihn selbst gebaut und alle Verwandten und Bekannten hatten die notwendigen Utensilien dazu geschenkt. Aber die bleibendste Erinnerung, ist die kleine Kasse, auf der die größte Taste mit einem riesigen Pluszeichen versehen war. Könnt ihr euch noch an Eure erste Begegnung mit dem Pluszeichen erinnern?


Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. PLUS IST MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. PLUS IST MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. PLUS IST MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Editorial Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. PLUS IST MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. PlusContent ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. PLUS IST MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Plus istSTRICHRAUM mehr, das Mehr ist Plus.Plusraum PLUS IST_ Das Plus auf Reisen _ Das Fundament _ Gastspiel im Plusraum MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das im Mehr STRICHWERK ist Plus. PLUS LUS IST MEHR, Plusschmiede _ Formverwandt _ Sinngleich DAS MEHR IST PLUS. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr STRICHWERK fragt Andreas Stötzner _ Andrea Schmidt _ Julia Rausch _ Frank Barth ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. PLUS Johannes Gehrke Johannes Küster IST MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. PLUS IST MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus STRICHWERK Basiswissen Gesellschaft _ Visuelle Kommunikation _ Zeichen _ Pluszeichen ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Konkurrenz im STRICHWERK Problematik Pluszeichen vs. Kreuz Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Multitalent STRICHWERK Das Pluszeichen – ein Multitalent Plus. PLUS IST MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. STRICHWERK in Gesellschaft Pluszeichen im gesellschaftlichen Gebrauch Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. PLUS IST MEHR, DAS MEHR IST PLUS. Konzeption _ Dokumentation _ Produktion Making Of Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist Plus. Plus ist mehr, das Mehr ist

CONTENT.

03 04 06

28

34

49 52 54 66 64 94

Literaturverweise _ Abbildungen

96

Impressum


STRICHRAUM 06 /07

Raum – was ist das?

alles darauf aufbaut. Aber auch beinahe verborgen

Und was ist, bitteschön, ein Plusraum?

im Inneren, denn keiner soll vor dem Plusraum zurückschrecken. So mancher würde sonst ausschließ-

Ein Gedankengang.

lich die mathematische Seite des Pluszeichens mit

Die Gesellschaft, eintauchend in Zeichenräume.

seinen negativen Erfahrungen wie schlechte Noten

Große. Kleine. Aus Stein. In Köpfen. Beschränkend.

und Mathematikunterricht verbinden.

Befreiend. Sie können überall sein. Auf Papier. Oder

Wenn man den Plusraum nur mit diesem einen

in der Fantasie. In der Kunst. Mathematik. Architek-

– eventuellen negativen – Aspekt verbinden würde,

tur, Semantik, Semiotik, Esoterik, Philosophie.

erlebt man nicht den unendlich größeren Facetten-

Es gibt den Großraum, Kleinraum, Reinraum –

reichtum des Pluszeichens.

jeglicher Raum ist denkbar. Raum gibt Struktur.

Die positive Aura, mit dem der Plusraum die Men-

Und kann Freiraum bedeuten.

schen in sein Inneres einlädt, basiert vor allem auf

Es gibt Zeichenräume. Räume, die jedem Zei-

Assoziation mit dem „Mehr“. Wir Menschen be-

chen ein einen Platz bieten. Egal, ob es ein großes

sitzen von Natur aus ein Verlangen nach „Mehr“,

Zeichen ist – oder ein Kleines, wie ein Punkt oder

deshalb suchen wir im Inneren des Raumes die

ein Komma, zum Beispiel. Auch ein Punkt oder ein

Nähe zu dem Pluszeichen, das „Mehr“ bedeutet. Um

Komma kann sich im Zeichenraum den nötigen Platz

die Menschenmasse dem „Mehr“ zu entlocken, hat

schaffen.

der Plusraum eine Treppe der vorteilhaften Pluszei-

Ein Zeichenraum ist der Plusraum. Ein Raum, der

chen. Diese Treppe führt die Besucher auf einen

durch die Bedeutung des Pluszeichens definiert wird.

Balkon, von dem sie nach neuen Verbindungen und

Ein Raum, der neuen Bedeutungs-Facetten Freiraum

Facetten Ausschau halten können und so die Mög-

bietet. Im Plusraum gibt es Platz für die soziale Inter-

lichkeit haben, neue Bedeutungen für das Plus im

aktion der Gesellschaft, die freien und unbschränk-

Plusraum zu entdecken.

ten Zugang zu diesem Raum hat.

Die Vollständigkeit des Plusraums wird von der

Im Plusraum müssen weder Sprachbarrieren noch

Gesellschaft bestimmt, die in ihm agiert. Sie hat

Decodierungsprobleme überwunden werden. Daher

die Möglichkeit auf Bestehendes zurückzugreifen

stellt er ein Verbindungsstück in der Gesellschaft

und Neues hinzuzufügen. Zusätzlich besticht der

dar. Das Pluszeichen hat sich diesen Plusraum kreiert,

Plusraum durch seine Klarheit. Die Klarheit ist be-

der auf einem seit Jahrhunderten gleichbleibenden

kanntlich ein Bedürfnis des Menschen. Sie erleich-

Fundament steht und das Interesse zum Betreten

tert das Leben und macht es transparenter. Ein

durch die Bedeutungseigenschaften aufbaut. Dieser

Zusatz und Vorteil im Plusraum ist, dass Facetten

Raum ist daher reichlich ausgestattet und bietet so

entliehen und in der Umwelt und in anderen

Anreiz alles entdecken und ausprobieren zu wollen.

Räumen genutzt werden können. Das Pluszeichen

Der Plusraum steht offen für jeden und bietet Ver-

ist schon lange nicht mehr ausschließlich in der

bindungen zu anderen Räumen. Das Pluszeichen

Mathematik verankert, was mit ein Grund für die

ein Instrument in der Kommunikation.

Entstehung seiner Bedeutungsvielfalt ist. Das Faszinierende am Plusraum:

Schauen wir uns diesen Raum mit seiner positiven

Er kann als Abkürzung fungieren, um zwei oder

Aura näher an und begeben uns auf einen Rundgang.

auch mehrere Elemente in der Umwelt zu erreichen

Tief im Inneren befindet sich das Plus für mathe-

und stellt so eine Verbindung her zwischen anderen

matische Rechenvorgänge. Dieses Pluszeichen ist mit

Zeichenräumen und ihrer Umwelt.

Absicht tief im Kern des Raumes angeordnet, weil


STRICHRAUM 08 /09

DAS PLUS AUF REISEN.


STRICHRAUM 10 /11


STRICHRAUM 12 /13


STRICHRAUM 14 /15


STRICHRAUM 16 /17


STRICHRAUM 18 /19


STRICHRAUM 20 /21


STRICHRAUM 22 /23

Fundament.

In einem Vortrag des Mathematik Professors Ulrich

Der Zeitpunkt, zu dem es sich dann endgültig als

Reich an der Fachhochschule Karlsruhe „Vom

gleichschenkliges Kreuzchen in der westlichen

braucht ein Fundament, das aus unterschiedlichen

Pluszeichen bis zum Gleichheitszeichen: Neuere

Welt etablieren konnte, ist nicht klar definiert.

oder auch gleichen Elementen besteht. Jedes Funda-

Erkenntnisse über die Entstehung unserer Ge-

ment hat seinen Ursprung so auch das des Plusraums.

bräuchlichsten Zeichen“, ist nachzulesen wo das

Der Ursprung des Pluszeichens ist dementsprechend

Dieser Fundamentursprung erklärt die Entstehung

Pluszeichen zum ersten Mal niedergeschrieben

nicht direkt in der mathematischen Wissenschaft ver-

des Pluszeichens. Die ist in der Geschichte der

wurde. Reichs Vortrag vereint einige der wichtigsten

ankert, sondern in der kaufmännischen Rechenkunst.

mathematischen Notationen verankert.

Erkenntnisse aus fundierten Büchern zur Entwick-

Alle heute existierenden Bedeutungen für das Plus-

Dr. J.Tropfke stellt in seinem Buch „Geschichte der

lung mathematischer Zeichen.

zeichen sind auf diesen Ursprung zurückzuführen.

Jeder Raum

Elementar-Mathematik in systematischer Darstel-

Die Gesellschaft hat sich die Bedeutungen dieses

lung“ von 1902 klar, dass der Ursprung des Plus-

„Wir haben uns an die Darstellung „387 + 276 = 663“

Zeichens zunutze gemacht und in zahlreiche an-

zeichens im Dunkeln liegt. So wurden über die

gewöhnt, mit der wir die Addition wesentlich leichter

dere Bereiche verlagert, wodurch neue Bedeutun-

Jahre Vermutungen angestellt. Eine Vermutung, die

überprüfen können. Symbole und Zeichen tragen

gen oder Anpassungen entstehen konnten. Das

häufig vertreten wird, wurde zur These. Die Gesell-

in diesem Falle zur Verständlichkeit, Einfachheit

lateinische Wort ‚plus� zum Beispiel bedeutet ‚mehr�.

schaft selbst hat dafür gesorgt, dass uns das kleine

und Abkürzung bei.“ 

Meiner Ver-mutung nach hat diese erste Bedeutung

Pluszeichen zur Verfügung steht. Der These nach ist

Im Jahr 1480 fand die Entwicklung der Symbolik

den Anstoß gegeben, dem als Operator für Addition

das Pluszeichen zu erst einmal eine deutsche Erfin-

ihren Höhepunkt an der Universität in Leipzig.

eingesetzten Kreuzchen den Namen ‚Plus� zugeben.

dung. Sie besagt, dass das Pluszeichen aus dem la-

Die Einführung der Kreuzform für das Pluszeichen

teinischen Wort „et“, also „und“, abgeleitet wurde.

steht stark in Verbindung mit dem Mathematik

Ein Blick in die Zeichenlehre zeigt, das Pluszeichen

Die Form des Pluszeichens ist somit vermutlich ein

Professor Johannes Widmann. Zeitlich ist diese

ist eine mathematische Notation, die ein Kurz-

Überbleibsel aus dem Buchstaben ‚t�. Aber erwiese-

schon um 1465 einzuordnen. Widmann benutzte

zeichen darstellt. Ein Kurzzeichen in der Semiotik

ne Quellen für die Formwandlung der Ligatur „et“

die Zeichen nicht nur häufig in seinen Vorlesungen.

ist ein Begriffszeichen. Dieses besteht aus einer ab-

zum Pluszeichen ‚+� gibt es bis heute keine.

Sein Buch „Behende vnd hubsche Rechenung auff

gekürzten Benennung oder einer Kombination von

allen kauffmanschafft“[sic] von 1500 erklärt: „ ‚was

einem oder mehreren Schriftzeichen mit Ziffern oder

Fest steht, das Ausschreiben von Operatoren, das

‚-� ist das ist minus� und ‚das ‚+� ist mer.� “[sic] 

Sinnzeichen. 4 Somit kann das Pluszeichen außerhalb

heißt Zeichen, die für Rechenvorgänge notwendig

In diesem Buch werden Plus- und Minuszeichen

der Mathematik in die Kategorie Begriffszeichen ein-

sind, war auf Dauer zu umständlich. Die Operatoren

vor allem als Vorzeichen für Gewichtsangaben

geordnet werden. Dieser Aspekt des Pluszeichens

als Zeichen und Symbole darzustellen, ermöglichte

benutzt. Es ist das erste Dokument, in dem die Ver-

wird in einem der nächsten Kapitel aufgegriffen.

schnelleres Niederschreiben von Rechenvorgängen

wendung des Pluszeichens schriftlich festgehalten ist.

2

3

und die Internationalisierung einer Wissenschaft, die der ganzen Welt zur Verfügung steht. Mathematische

Im Allgemeinen setzen sich Zeichen selten schlag-

Notationen waren mit die ersten Schritte in Rich-

artig durch. Das Pluszeichen hatte eine ganz andere

tung eines gemeinsamen Zeichensystems.

Hürde zu bewältigen, um sich zu etablieren. Viele

Wo jede Kultur oder auch jedes Land zuvor unter-

Wissenschaftler hatten Vorbehalte wegen der kreuz-

schiedliche Abkürzungen, Worte und Buchstaben

ähnlichen Form des Pluszeichens, welches sie mit dem

wie zum Beispiel „ p, m, et “ für ein und denselben

Tod Christi in Verbindung brachten und in der An-

Vorgang benutzte, kann heutzutage dank der Ein-

wendung für unangebracht hielten. Zwischenzeitlich

führung von Zeichen wie „+“, „x“, „-“ und vielen

wurden daher einige Variationen für das Pluszei-

anderen Zeichen, auf einer gemeinsamen Basis

chen eingesetzt.

kommuniziert werden.


STRICHRAUM 24 /25

GASTSPIEL IM PLUSRAUM

Designer Designer Ingenieure Ingenieure Philosophen Philosophen Wissenschaftler Wissenschaftler Mathematiker Mathematiker Lehrer Lehrer Wirtschaftler Wirtschaftler Eink채ufer Eink채ufer Bankangestellte Bankangestellte In Interaktion mit dem Pluszeichen

In Interaktion mit dem Pluszeichen


marker

marker

copic//

copic//

copic//

marker

marker

marker copic//

copic//

copic//

marker

copic//

marker

copic//

copic//

marker

marker

STRICHRAUM 26 /27


im STRICHWERK 28 /29

Man muss das Verlangen der Linie suchen, den Punkt an dem sie beginnen und enden will.

Die Plusschmiede.

optischen Merkmale des Pluszeichens und seiner

In der Plusschmiede besteht nun die Möglichkeit,

grafischen Gestalt zu erreichen, wird es nach Graph,

auf der Basis von Linien und beim Einhalten der

Eine Schmiede ist der Ort, an dem Objekte mit

Duktus und Modus, den wichtigsten Eigenschaften

Grundform das Pluszeichen, je nach Bedarf, auf

unterschiedlichen Werkzeugen hergestellt werden. In

von Zeichen, definiert. 

unterschiedlichste Art mit verschiedenen Materialien

der „Plusschmiede“ wird das Pluszeichen definiert

Das Element, welches alle Vorkommen von Zeichen

herzustellen. Dies ermöglicht eine differenzierte

und hergestellt. Es wird auf unterschiedlichste Weise

auf unterster Stufe gemeinsam haben ist der Graph.

Anwendung in den unterschiedlichsten Bereichen.

und aus verschiedenen Medien und Materialien her-

Der Graph des Pluszeichens ist ein gleichschenkliges

gestellt. Digital. Mit dem Bleistift. Mit Farben

Kreuz. Auch griechisches Kreuz genannt. Seine

Neben der Zeichengestalt, die in der Schmiede

unterschiedlicher Art. Ob grafisch oder plastisch,

graphetische Seele wird von zwei gleichlange Linien

entstanden ist, kommt die phonetische Definition

als Karikatur oder Komposition. Es wird immer aus

gebildet, die sich im gegenseitigen Mittelpunkt

hinzu. Jedes Zeichen wird einem Sprachbegriff

zwei wesentlichen Elementen erstellt. Zwei gleich

treffen. Diese Komposition aus zwei Linien ist

zugeordnet auch das Pluszeichen. So wird eine

langen geraden Linien oder auch Strichen genannt.

bildet eine Symmetrie.

Zuordnung von Bedeutung auch ohne das visuelle

8

Wahrnehmen möglich. Schauen wir uns das Wort „Der moderne Mensch hat wahrscheinlich zur

Der Duktus des Pluszeichens beschreibt die Einzel-

für ‚+‘ einmal näher an ‚Pluszeichen‘ es besteht aus

geraden Linie eine spontanere Beziehung als zur

heiten der konkreten Ausformung. Dem nach

‚Zeichen‘ und ‚Plus‘. In der Gesellschaft nennen es

Kurve.“  Ist es das, was das Pluszeichen in der

besteht das Pluszeichen aus einer ausgewogenen

alle einfach ‚Plus‘. Die Variationsmöglichkeit ist

Gesellschaft zu einem attraktiven Zeichen macht?

Gewichtung durch seine Symmetrie, einer gleich-

auch im ausgesprochenen Wort enthalten. Die Be-

Die Linie ist nicht nur die Basis für das Pluszeichen,

mäßigen Kontrastierung und einer Spannung, die

deutung des Pluszeichens in ausgesprochener Form

ihr wurde eine ganze Ausstellung „Die Gegenwart der

streng und undurchbrechbar wirkt. Das Plus be-

‚Plus‘ hat seinen Ursprung im Lateinischen. Dort

Linie“ in der Pinakothek in München eingerichtet,

inhaltet vier Endungen, somit hat es eine abge-

bedeutet es mehr. Beschäftigt man sich dem Wort

die im Juni 2009 auslief. Die Linie – so einfach, so

schlossene und definierte Form.

‚Plus‘ an sich und versucht die Buchstaben zu vari-

5

mächtig, so allgegenwärtig. Alle Zeichen unserer Gesellschaft bauen auf ihr auf.

ieren, entdeckt man das Wort ‚Puls‘. Puls steht für Der Modus beschreibt die Art und Weise der

aktiv, lebendig. Aus phonetischer Sicht hat sich das

Zeichendarstellung des Pluszeichens. Unabhängig

lateinische Wort plus etabliert und ist in fast allen

Auch Adrian Frutiger sieht die Elemente eines

von Graph und Duktus ist der Modus bei den

westlichen Ländern mit kleineren Lautänderungen

Zeichens hauptsächlich in Punkt und Linie.

meisten Zeichen variierbar. Beim Pluszeichen ist

identisch anzuwenden.

In der Plusschmiede wird das einfache, grafische

dies kaum der Fall. Die Konturlinie definiert sich

Pluszeichen aufgebaut nach den Regeln der Signo-

über die Erstellungsart. In Schriftsätzen ist das Plus-

Mit Form- und Lautgebung vollendet, wird das

graphie. Die Signographie ist, die Lehre des graf-

zeichen meist gleichmäßig. Seine Darstellungsweisen

Pluszeichen von der Plusschmiede in die Welt ge-

ischen Zeichens. Hier wird die Schrift als Graph

erfahren Variationen ausschließlich in Farbe, Material

setzt, wo es dankbar von der Gesellschaft aufge-

der Sprache betitelt – sie behandelt jedoch die

sowie in der Platzierung des Zeichens in seiner Um-

nommen und verwendet wird.

Sprache der Graphen. Eine Analogie die zeigt, dass

gebung. Gravierende Unterscheidungen in der Ana-

aus der Sprachhaftigkeit der Zeichen nicht nur das

tomie des Pluszeichens sind schwer einzuführen, da

Vermögen hervorgeht Inhalt auszudrücken und Be-

die Jahrhunderte lang unveränderte Form in den

deutung zu tragen, „sondern auch ein Vorhanden-

Köpfen der Gesellschaft fest verankert ist. Seine Form

sein von Bildungs-, Beugungs- und Kombinations-

strahlt Zeitlosigkeit aus. Zu derartigen Formvaria-

regeln folgt“.   Die Gestalt ist neben dem Gebrauch

tionen wurde das Pluszeichen nie gedrängt. Im Ge-

ein Komplex, nach dem Zeichen in der Signographie

genteil bei Formveränderung würde es kein eindeut-

definiert werden. Diese Gestalt bestimmt in der

iges Plus mehr darstellen und damit würden die

Plusschmiede die Definition des Pluszeichens. Um

Bedeutungen entfallen.

 6

7

eine möglichst differenzierte Beschreibung der rein


im STRICHWERK 30 /31

FORMVERWANDT.


im STRICHWERK 32 /33

Es gibt grafischen Zeichen, die die gleichen Bedeut-

Als eines der vollkommensten ET-Zeichen be-

Die Bedeutungen Verbindung und Hinzufügen

ungen und Assoziationen beinhalten wie das Plus-

zeichnet Jan Tschichold das „&“ des Schrift-

werden gerne durch die Form zweier sich über-

zeichen. In diesem Artikel werden sie als sinngleiche

schneiders Claude Garamond aus dem 16. Jahr-

schneidender Kreise dargestellt oder eben immer

Zeichen bezeichnet. Es werden die sinngleichen

hundert. Tatsächlich wurde Garamonds Model

häufiger mit dem Pluszeichen. Bekanntestes Beispiel,

Zeichen dargestellt, die am offensichtlichsten

des „&“ ein Modell für Generationen, das noch

hierfür sind die in einen Baum gekratzten, die durch

Bedeutungen besitzen, welche auch mit dem Plus

heute gern genutzt und gesehen wird. Bis auf

das Pluszeichen in Verbindung stehen.

zu assoziieren sind.

kleinere Variationen je nach Schriftsatz änderte sich bis heute nicht viel an dieser Grundform.

Zunächst einmal hat sich das Pluszeichen durch seine häufige Verwendung als „und“-Ersatz eingebürgert. Es steht heute fast gleichbedeutend mit dem „&“, auch wenn man gestehen muss, das „&“ macht auf dieser Bedeutungsebene in den meisten fällen eine bessere Figur. Auch wenn das Plus einfacher zu nutzen ist, als das & - Zeichen. Bis

Sinngleich wer kann das schon

von sich behaupten

heute entfacht die Verwendung des Pluszeichens als „UND“ eine Diskussion. Deren Ursprung lässt sich vermutlich in der Formwandlung des

Ingo Preuß, der ein Mitglied des signographischen

ET –Zeichens „&“ (und „et“- lateinisch heißt ja

Arbeitskreis ist, schrieb in einem Internetforum

„und“) finden, wo wir eventuell die Begründung

eine kurze Revue über dieses von Jan Tschichold

oder eine Idee für die Verwendung des Pluszeichens

verfasste Büchlein. „Die vielen Erscheinungsformen

als UND erhalten. Das ET- Zeichen vollzog vom

dieses Zeichens sind Ligaturen ganz eigener Art.

geschriebenen Wort ET eine Formwandlung, die

Das ET-Zeichen ist stets eine besonders innige

formal absolut keine Ähnlichkeit zum Pluszeichen

Buchstabenverschmelzung, in der ein Teil des Buch-

aufweist. Die Wandlung des Wortes ET ist in der

stabens entweder in einen Teil des andern übergeht

Pluszeichenthematik deshalb interessant, da das „&“

oder diesen gar zugleich bildet.“ 9

anstatt des Wortes UND berechtigterweise stehen

Geht man also davon aus, dass das Pluszeichen ein

darf. Aber beide – das „&“ und das „+“ stammen

Überbleibsel aus dem Wort ET ist, würde eine

aus einer Formverbildung des Wortes ET.

Nutzung des Pluszeichens als „und“-Ersatz seinen Ursprung finden.

Ein paar Informationen zur Formwandlung des ET sind daher angebracht. Zu dem Thema ist Jan Tschi-

Weitere sinngleiche Zeichen, deren Ursprünge

chold zu beachten. Dieser schenkte dem ET-Zeichen

jedoch keinen Gemeinsamen Ursprung mit dem

im Jahr 1953 seine Aufmerksamkeit in einem Büch-

,+‘ haben sind: Der aufstrebend Pfeil – er verrät

lein mit dem Titel „Die Formwandlung der ET-

Mehr, zeigt die Richtung an und etwas steht für

Zeichen“. Dabei sieht er das früheste verbildete

etwas Positives. Beides Eingeschaften die das Plus

Zeichen des Wortes ET im Jahr 79 nach Christus

auch ausdrückt. Beide Bedeutung des Pluszeichens,

datiert. Der Urahn der ET-Sippe, ein „Graffiti“, eine

werden gerne in Wirtschaftsbereichen genutzt.

schnell hingekratzte Inschrift einer Ligatur ET.


STRICHWERK fragt

Frank Barth

34 /35

Andrea Schmidt Andreas Stötzner

Johannes Küster

Johannes Gehrke

Julia Rausch

 STRICHWERK fragt nach


Andreas Stötzner STRICHWERK fragt 36 /37

Signograph/ Typograph/ Gestalter

Herr Stötzner, Sie haben den Startschuss zur

Lehrgegenstand. Mit dem Konzept der Signo-

Bedeutungen verwendet wird. Für die kommuni-

Zeichen dient, sollte man die unterschiedlichen

was es heute ist. In duktischer Hinsicht ist es,

Signographie gegeben. Was fasziniert Sie per-

graphie soll die Lücke gefülllt werden, die es hier

kative Stärke des Pluszeichens spricht, daß es im

Ausprägungen sorgfältig voneinander trennen und

wie alle mathematischen Operationszeichen, ein

sönlich an Zeichen, speziell grafischen Zeichen?

bislang gab. Aus dem Pluszeichen holen aber wohl

Laufe der Zeit zusätzliche Bedeutungen und An-

Entwicklungsstränge und Entlehnungsvorgänge

einfaches strichhaftes Zeichen geblieben, hat also

Zunächst einmal – als Graphiker ist man ja

die Banken das meiste heraus, zumindest bis vor

wendungen erfahren hat, die aber notwendigerweise

genau bedenken.

keine stilistische Entwicklung erlebt wie etwa die

Augenmensch – ihre besondere optische Prägnanz

kurzem …

mit seiner ursprünglichen Bedeutung in Beziehung

und Suggestivität. Daraus folgt ihre potentielle

Im Ernst: das Pluszeichen ist eines der im höchsten

stehen.

Wirkungsmacht und ihre unendliche Vielseitigkeit

Sinne allgemeinen und allgegenwärtigen Zeichen.

der Verwendung. Was das Graphische betrifft

Deswegen wandert es auch in andere, nicht-mathe-

faszinieren mich die Formstrenge und die große Mannigfaltigkeit der Formvariationen.

Buchstaben oder die Ziffern. Es sind im Laufe der Eine angedachte Vermutung aus der Recherche

Zeit z.T. andere Nutzungen des Zeichens in

heraus ist, dass das Pluszeichen das ideale Kreuz

Gebrauch gekommen (s. o.), doch an Grundform

Warum ist gerade das Pluszeichen so beliebt

ist, aber das Kreuz kein Pluszeichen sein kann?

und -bedeutung hat das nichts geändert.

matische Bereiche ab, wo es dann in veränderter

in der ganzen Gesellschaft und speziell auch

Gibt es einen solchen Zusammenhang?

Ein signographisch normaler Vorgang.

Bedeutung, etwa als „und“ oder auch als Symbol

im Gestaltungsbereich? Wohl, weil es eine sehr

Nein. Die Fragestellung vermengt Aspekte der

für „Zugewinn“ oder „Mehrwert“ auftreten kann.

stringente, leicht schreibbare graphische Form hat

Form und der Bedeutung bzw. des Gebrauchs.

Welche Vorzüge hat das Plus als eines der

Inwiefern sind Sie in ihrer Forschung mit dem

Und Gestalter spielen ja bekanntlich besonders gerne

und weil man damit „positive“ Assoziationen ver-

Außerdem müßten Sie vorher festlegen, was mit

einfachsten Zeichen?

Pluszeichen in Berührung gekommen und in

mit solchen Möglichkeiten.

bindet, im wörtlich-bezeichnenden Sinne.

»dem perfekten Kreuz« eigentlich gemeint ist.

Dass es eines der einfachsten Zeichen ist ;-) …

welchen Bereichen außerhalb ihrer Forschung

einfach zu merken und zu schreiben.

begegnet Ihnendas Pluszeichen?

Was bedeuten Zeichen, visuelle und grafische

Wo würden Sie das Pluszeichen einreihen, unter

Es gibt viele Wissenschaftler, die den Ursprung

Die Geschichte der mathematischen Notation ist

im Allgemeinen für die Kommunikation in der

Symbol / Index / Icon /…? Weder noch.

des ‚+‘ aus dem ‚et‘ vermuten, unterstützten Sie

Zum Abschluss noch ein Statement zur Thematik

eine der Interessantesten überhaupt. Das heute

Gesellschaft? Graphische Zeichen sind für die

Das Pluszeichen ist, s. o., ein Begriffszeichen,

diese Theorie oder haben Sie eine andere?

des Magazines und der Bachelorarbeit.

gebräuchliche Pluszeichen ist erstmals um 1480

menschliche Kommunikation so elementar wie die

d. h., es ist sprachunabhängig verständlich und es

Es gibt paläographische Befunde, wo ›et‹ in Form

Wir wissen eigentlich noch viel zu wenig über

in einem in Dresden aufbewahrten Manuskript

gesprochene Sprache.

hat keinen bildlichen Aspekt. Aufgrund seiner

eines einfachen Kreuzes geschrieben wird, allerdings

die Zeichen, die wir sehen und benutzen. Des-

Erstbedeutung (Addition) kann es, in einer zweiten

ist das nicht allzu häufig. Zwischen diesen und den

wegen ist jede Bemühung zu ihrer Erforschung

Bedeutungsstufe, zu einem symbolischen oder auch

relevanten mathematischen Nachweisen gibt es

wertvoll. Grafikdesigner sollten, als ›leitende

emblematischen Zeichen werden. Die verschiedenen

aber keine mir bekannte direkte Verbindung,

Zeichenbenutzer‹, ein besonderes Interesse daran

Bedeutungsmöglichkeiten sind gewissermaßen

also ist eine »Entstehungstheorie« wie o.g. nur

haben, denn nur richtig verstandene Zeichen

ineinander verschachtelt.

hypothetisch. Es sind nämlich keine Belege dafür

können richtig eingesetzt werden.

nachweisbar. Das älteste bekannte typographische Vorkommen datiert von 1489. Ausgehend von

„Designer sind so etwas wie Regisseure der visuellen Kommunikation“

seiner Bekanntheit und seiner ständigen Verfüg-

Was darf man unter dem Begriff

barkeit auf allen Tastaturen hat dieses Zeichen auch

„Pluszeichen“ verstehen?

Was denken Sie über die angebliche

Sinne (!) aus dem lateinischen ›et‹ entwickelt hat

Ich bedanke mich und wünsche noch sehr viel

in den allgemeinen Textsatz, in Firmennamen oder

Das Pluszeichen ist ein Begriffszeichen (Ideogramm),

Wahrnehmungskonkurrenz von Pluszeichen und

(so wie man das für et –> & nachweisen kann), das

Erfolg mit der Signographie, die Hefte sind ein

-signets Eingang gefunden.

das hauptsächlich in den zwei mathematischen

Kreuz? (Stichwort Pharmakreuz)

Kreuzchen ist eben einfach von manchem Schreiber

Muß für jeden Designer.

Bedeutungen »Addition« und »positiv« auftritt.

Ich würde hier nicht von Wahrnehmungskon-

mal so verwendet worden. Da das Pluszeichen zu-

kurrenz sprechen, kein Mensch denkt bei einem

erst in Manuskripten auftauchte, ist allerdings die

Sind das Design und die Typografie die Bereiche,

bekannt, daß sich das Pluskreuz im skriptiven

die das Maximale aus visuellen und grafischen

Beschreiben Sie kurz die Anatomie des Pluszeichens.

italienischen Apothekenzeichen an »Addition«

Annahme einer *Entlehnung* des Kurzzeichens +

Zeichen herausholen? Wie wird speziell das Plus-

Ein gleichschenkliges Rechtkreuz.

oder beim Blick ins Mathebuch an »Arznei«.

für ›et‹ nicht unbegründet. Doch Entwicklung und

Aber es ist natürlich faszinierend, in wie vielen

Entlehnung sind – besonders in der Signographie – nicht dasselbe.

zeichen in diesen Bereichen genutzt? Designer sind so etwas wie Regisseure der visuellen

Benutzten Sie persönlich das Pluszeichen?

unterschiedlichen Zusammenhängen und Bedeut-

Kommunikation. Sie sollten daher in der Lage sein,

So wie andere auch. Ich habe derzeit keinen

ungen die Kreuzform vorkommt.

Zeichen – welcher Art auch immer – so kundig

›Spezialeinsatz‹ für dieses Zeichen.

Der Kompliziertheitsgrad einer graphischen Form

Das Pluszeichen hat keinen Formwandlung

steht in umgekehrt proportionalem Verhältnis zu

durchlaufen, wie kann der Bedeutungszuwachs

und effektiv wie möglich einzusetzen. Leider werden die dafür notwendigen umfassenden Kenntnisse

Kann man behaupten, dass das Pluszeichen ein

ihrer Vorkommenshäufigkeit – die einfachsten

und der Eintritt in andere Bereiche außerhalb der

praktisch nirgends vermittelt, vom traditionellen

Multitalent ist? Ich würde es nicht so formulieren.

Formen trifft man am häufigsten an, siehe

Mathematik erklärt werden?

Bereich der Schrift und Typographie einmal ab-

Es ist nicht ungewöhnlich, daß ein bestimmtes

Strich oder Kreis. Doch gerade weil das Kreuz

Das Pluszeichen hat sich seit den 1480er Jahren

gesehen. »Graphische Zeichen« sind nirgendwo

Zeichen (eine graphische Form) für verschiedene

als graphisches Gerüst so vieler verschiedener

überhaupt nicht entwickelt. Es war damals bereits,


STRICHWERK fragt 38 /39

Frau Schmidt, Sie sind Grafikdesignerin, Typo-

ionieren. Im Zuge der Globalisierung nähern sich

Im Laufe der Recherche entstand eine Theorie: das

grafin und auch Künstlerin. Sie kommen täglich

die Zeichensysteme aber an, es gibt Austausch,

Pluszeichen stellt ein ideales Kreuz dar, wobei das

mit Zeichen in Berührung. Wie wichtig sind

kulturelle Grenzen werden überwunden. Das

Kreuz nie ein Pluszeichen sein kann?

Zeichen in den von Ihnen ausgeübten Bereichen?

Pluszeichen ist ein verbindendes Element. Es kann

Das wird sicher so sein, es gibt ja unterschiedliche

Zeichen sind generell wichtig, nicht nur in den

Zeichen eines Systems, aber auch unterschiedlicher

Arten von Kreuzen.

drei genannten Bereichen. Zeichen sind ein Kode,

Systeme miteinander verbinden und dadurch neue

das Abbild von Sprache. Sie dienen der Kommuni-

Aussagen bedeuten. Das Pluszeichen ist ein positives

Was ist für sie als Designerin am Pluszeichen

kation. Es gibt in unterschiedlichen Kulturen ganz

Zeichen.

vorteilhaft? Das Pluszeichen ist für mich gleich-

unterschiedliche Zeichensysteme, wir leben in

typographin designerin

ANDREA SCHMIDT http://www.3hochx.de/system-cgi/blog/

wertig zu allen anderen Zeichen. Eine besondere

unterschiedlichen Netzwerken von Zeichensystemen

Auf welche Art und Weise sind sie mit dem

Vorliebe habe ich für dieses Zeichen nicht. Es ist

und sind fähig, Zeichen zu gestalten und zu über-

Pluszeichen in Berührung gekommen?

wichtig im Gesamtkontext.

mitteln. Umberto Eco sagte: „Das Zeichen ist

Das Pluszeichen wird in vielen Praxisfeldern

nicht nur ein Element, das in einen Kommuni-

angewendet, oftmals sogar unbewusst. Aussagen

Nutzen Sie das Pluszeichen als ‚und-Ersatz‘ ?

kationsprozess eintritt [...], sondern auch etwas, das

wie z. B. „ein Plus auf dem Konto ...“ oder

Manchmal.

zum Element eines Designationsprozesses wird.“

„plus 20 Grad Celsius“ etc., unterstreichen die

(Eco, Umberto: Zeichen. Einführung in einen

positive Verwendung in der alltäglichen Sprache.

Und zum Abschluss noch ein ganz kurzes

Begriff und seine Geschichte. Frankfurt/M. 1977.

Naheliegend ist auch die Arbeit mit Zahlen in

Statement zur Thematik des Magazins.

S. 25)

der Buchführung oder Mathematik. Auch hier

„Das Pluszeichen - ein Multitalent. Ein visuelles

Meine Leidenschaft sind vor allem Schriftzeichen,

spielt das Pluszeichen eine große Rolle. Außerdem

Zeichen in der Gesellschaft.“; Ich finde neue

auch im interkulturellen Kontext. Diese Leiden-

wird es bei der Angabe von Telefonnummern oder

Konzepte für typografische Magazine generell gut.

schaft lasse ich in meine unterschiedlichen Praxis-

bei Informationsübermittlung im Telegrammstil

Ich bin gespannt, wie „Strichwerk“ formal und

felder einfließen.

verwendet.

inhaltlich typografische Themen aufbereitet. Anscheinend sind monothematische Ausgaben geplant,

Was bedeuten Zeichen für die visuelle Kommuni-

Welche persönliche Assoziation haben Sie zum

die erste beschäftigt sich mit dem Pluszeichen. Ich

kation? Inwiefern kann das Pluszeichen ein

Pluszeichen? Das Pluszeichen ist ein positives

bin wirklich neugierig, ob es gelingt, inhaltlich zu

Instrument der visuellen Kommunikation sein?

Zeichen. Es ist ein verbindendes Element.

diesem kleinen Zeichen ein ganzes Heft zu füllen.

Auch die Visuelle Kommunikation bringt Zeichen zum Ausdruck, sie kommuniziert mit Abbildern

Existiert eine Wahrnehmungskonkurrenz

einer Aussage. Zeichen können meinungsbildend

zwischen dem Pluszeichen und dem Kreuz

und beeinflussend wirken. Form und Inhalt des

(insbesondere dem Kreuz der Pharmaindustrie)?

Zeichens sind vor allem in der Visuellen Kommuni-

Ich denke nicht, dass es eine Konkurrenz gibt.

kation eng miteinander verknüpft. In seinem Buch

Das Pharmakreuz ist in der Strichstärke viel

»Zeichen« führt Eco weiter aus, dass es die seman-

stärker und wird meist größer dargestellt. Eine

tische, die syntaktische und die pragmatische

Konkurrenz zum christlichen Symbol besteht auch

Betrachtungsweisen von Zeichen gibt, die sich auch

nicht, da die Proportionen bei dem Satzzeichen im

in der Wissenschaft durchgesetzt haben.

Vergleich zum gebräuchlichen christlichen Symbol

(vgl. Eco 1977. S. 32)

ausgewogen sind.

Eco geht sogar soweit, zu sagen, dass die Kultur als ein System von Zeichensystemen erscheint. Im interkulturellen Kontext hat jede Kultur ihr eigenes Zeichensystem, die unabhängig voneinander funkt-


STRICHWERK fragt 40 /41

Ihr seid ein Team von Kreativen. Ob Grafiker,

In Ausgabe #7 des Slanted Magazins

als Grafiker genau darüber nach, welche Art von

Texter, Künstler oder Typograph tagtäglich

„Geometrics. Porn.“ habt ihr das Plus als ge-

Anführungszeichen man wählt und bezieht dies in

begegnen euch Zeichen und ihr arbeitet mit

stalterisches Element für den Umschlag genutzt,

die Gestaltung mit ein. Das Mal-Zeichen hingegen,

ihnen. Wie nehmt ihr visuelle Zeichen wahr,

welche Intention habt ihr damit verfolgt, bezieh-

im Endeffekt ja fast ein gedrehtes Plus, wird sehr

intensiver als alle anderen oder sind sie zur

ungsweise was hat euch dazu veranlasst mit dem

selten typografisch korrekt gesetzt und stattdessen

Selbstverständlichkeit geworden?

Pluszeichen zu arbeiten?

mit einem »x« ersetzt.

Ich kann natürlich nur für mich persönlich und

Wie der Titel der Ausgabe verrät, beschäftigt sich

Vorteil von Zeichen wie Punkt oder Komma sind

nicht für das ganze Slanted-Team (Boris Kahl,

Slanted #7 mit Schriften und Designs, die basis-

sicher, dass sie zum einen ohne Kürzel direkt auf der

Flo Gaertner, Lars Harmsen, Tanja Rastätter, Uli

geometrische Formen wie Quadrat, Kreis und

Tastatur angewählt werden können, zum anderen,

Weiss) sprechen.

Dreieck als Grundlage haben. Mit dieser Ausgabe

dass sie jeder kennt.

Früher, als ich mich noch nicht so stark mit

starteten wir eine Reihe von Plakaten, die Ende des

Gestaltung auseinandergesetzt habe, sah ich zwar

Jahres einen 4-Wort-Satz bilden wird. Die Plakate

Denkst Du, dass das Pluszeichen ein Multitalent

Zeichen, konnte diesen aber nicht die Beachtung

bilden eine Art Schutzumschlag für das Cover und

ist? Sicher. Man kann es sehr klein und sehr groß

schenken, wie ich es heute tue. Ein Zeichen hat mir

müssen somit auf diese Größe zusammengefaltet

einsetzen, für jedermann als Plus erkenntlich oder

nicht mehr Information gegeben, als das, was es ist.

werden. Das erste Wort der Posterserie ist „Porn“.

versteckt. Man kann es drehen und es ändert seine

Punkt – Satzende. Mittlerweile

Wir haben nach einem visuell starken Font für

Aussage. Jeder kennt es, jeder weiß, was man damit

hat sich diese Sichtweise völlig geändert: Bei jedem

das Wort gesucht und sind dabei auf die Schrift

ausdrücken möchte.

Komma, bei jedem Anführungszeichen muss ich

„Digital Shit“ von Anton Sokolowski gestoßen.

(unweigerlich) über dessen korrekten Einsatz, typo-

Die Punze des »O« besteht aus einem Pluszeichen.

Hast du eine Idee wo das Pluszeichen seinen

grafische Richtigkeit und Platzierung nachdenken.

So kam es dann, dass der grafisch, geometrische

Ursprung hat?

Titel ein Plus zeigt. Auf welchem Weg ist dir das Pluszeichen schon

Julia Rausch

Ich bin mir nicht ganz sicher, denke aber, dass es als mathematisches Zei-

begegnet? Wann, wo, auf welche Art und über

Welche konkrete

welches Medium? Meine erste Begegnung, an

Assoziationen hast du beim

die ich mich erinnern kann, hatte ich wohl als

Anblick eines Pluszeichens?

der Algebra hat. Es könnte natürlich auch mit der

Kleinkind. Auf der schwarzen Hupe meines

Das Pluszeichen erinnert mich ganz spontan

Kirche und dem Kreuz zusammenhängen.

gelben Dreirads befand sich ein weißes Plus.

an Gänsehaut und schlechte Noten in Mathe.

Später dann natürlich in der Schule. Auch die ein

Karierte Blöcke, auf denen Zahlen miteinander

Zum Abschluss ein kurzes Statement zur

oder andere Klamottenmarke hatte das Plus in

addiert werden. Wenn ich ein bisschen darüber

Thematik der ersten Ausgabe von „Strichwerk“.

ihre Gestaltung miteinbezogen (Chiemsee z.B.).

nachdenke, kommen mir andere Assoziationen

Dieses Thema in ein Magazin zu packen stelle

Außerdem sehe ich das Plus fast täglich auf dem

in den Sinn: Ein geschnitztes Herz im Baum mit

ich mir sehr interessant vor. Ich hoffe, dass du

Taschenrechner, der Tastatur, an Apotheken, auf

zwei Namen, die durch ein Plus verbunden werden.

abwechslungsreiche Rubriken findest, die das

Batterien, Krankentransporten, der Verpackung von

Überhaupt spielt das Pluszeichen eine große Rolle,

Plus in all seinen Facetten zeigt.

Schweizer Käse ...

wenn es um Verbundenheit, Zusammengehörigkeit

Du solltest bei einem Magazin, das sich mit

geht. Außerdem ist das Pluszeichen postitiv, das

einem typografischen Zeichen auseinandersetzt,

Gegenteil von Minus und negativ.

ganz besonders auf die kleinen Details in Satz,

Nutzt Du persönlich das Pluszeichen als visuelles

slanted.de

chen seinen Ursprung in

Zeichenwahl und Layout achten. Viel Glück!

Zeichen im Designbereich und eventuell auch in anderen Lebensbereichen? Sobald ich mir

Welche Vorteile hat die Gestaltung mit einfachen

Gedanken darüber mache, wie ich das Plus als

Zeichen und welche Nachteile?

visuelles Zeichen einsetzen kann, bin ich wieder

Ich denke, dass man sich um »einfache« Zeichen

in der Gestaltung.

oft nicht genüg kümmert. Zum Beispiel denkt man


Johannes Gehrk

STRICHWERK fragt 42 /43

stäufer.de blog.johnobo.de

Johannes Du als Jungdesigner, lernst immer neue

einer Funktion zu verbinden. Im Webdesign ist

Design ändert ständig seine Richtung. Wo siehst

Aspekte im Umgang mit Zeichen ob grafisch,

wichtig dem User möglichst schnell, einfach und

Du den derzeitigen und künftigen Trend Zeichen

visuell, typografisch oder illustrativ kennen. Wie

unmissverständlich eine Information zu vermitteln,

betreffend? (von schlicht linear, geometrisch bis

benutzt du grafische Zeichen in deiner Gestaltung?

die ihn aber auch animiert selbst aktiv zu werden,

zum ornamentales überladenes Design). Alles war

Zeichen, im Sinne von keine Buchstaben, sind für

sprich den Knopf zu drücken. In einer Konzeptserie

schon da und kehrt wieder und wieder.

mich eine Möglichkeit Headlines oder Sätze in Tex-

für einen neuen Onlineauftritt des Magazins W&V,

Derzeitig steht das Plus vor einem Boom. Modernes

ten interessanter zu gestalten. Sie fallen immer ein

habe ich das Plus an allen Stellen verwendet, an

Design ist gerade sehr puristisch und wird versucht

wenig herraus, und können Inhalte oft auch visuell

dem der User später die Möglichkeit haben sollte,

möglichst klar und einfach eine Message zu ver-

besser unterstreichen, da sie zwar eine Bedeutung

mehr Inhalt sehen zu können. Meiner Meinung

mitteln. Da setzt das Plus mit seiner Vielzahl an

haben die auch textlich gelöst werden kann, aber

nach könnte das Pluszeichen viel mehr Funktionen

Bedeutungen an und ist dabei immer noch nur

genau das nicht tun. Wenn ich das &-Zeichen in

im Web übernehmen, aber leider wird es, wenn

ein einzelnes Zeichen. Wo hin es sich in Zukunft

einer Headline lese, sagen wir beispielsweise „Mein

überhaupt, nur dafür benutzt, Bilder in eine Gallery

entwickelt, kann ich nicht sagen, aber als eines der

Leben & die Typografie“, hat das eine ganz eigene

zu speichern oder Ähnliches.

Grundzeichen unserer Gesellschaft wird es auch in

zusammenhängende Wirkung, als wenn ich schrei-

Zukunft in der Gestaltung ein fester Bestandteil sein.

ben würde: „Mein Leben und die Typografie“.

Linie, Punkt, Kreis sind die einfachsten aller

Weil nun diese einzelnen Zeichen bereits eine

Gestaltungselemente und aus Ihnen entstehen

Bedeutung haben, sind sie für mich auch ideal,

Zeichen. Was für ein Potenzial sieht Du in Ihnen?

um sie in interaktiven Gestaltungen zu verwenden.

Wir sind an einem Punkt in der Gesellschaft

Ohne weitere Erklärungen kann ich so oft Buttons

angekommen, an dem es nicht mehr so leicht ist

mit Funktionen verknüpfen, die für die User leicht zu

ein neues Zeichen erfolgreich, aus diesen Basis-

assoziieren sind.

elementen zu Gestalten, das weltweit verstanden wird. Sicherlich gibt es eine unendliche Vielzahl

Welche Assoziationen hast du wenn du ein Plus-

an Kombinationen um Linie, Punkt & Kreis zu

zeichen siehst?

verbinden. Dabei entstehende Zeichen sind sehr

Meine Assoziationen mit dem Plus sind stark

abstrakt und ihre Bedeutung muss erst erlernt

kontextsensitiv. Steht es alleine, wirkt es für mich

werden. Als Beispiel: aus unserem Wissen und der

rein wissenschaftlich und fühlt sich vervielfachend

Gesellschaft heraus, erkennen wir das Minus „-“

an. In einer Gestaltung angewendet wirkt es auf

und haben unsere eigenen Vorstellungen von dessen

mich sogar ein wenig natürlich helfend. Auch wenn

Bedeutung. Jedoch betrachtet man es ganz objektiv

es nicht immer gleich erkennbar ist, erwarte ich

stellt es Nichts dar, nur anhand des horizontalen

immer etwas, das hinter der Gestaltung steht. Eine

Striches lässt sich ‚weniger‘ nicht darstellen. Wir

größere Idee oder eine weiterführende Information,

haben also die Möglichkeit unendlich viele Kombi-

irgendetwas Gutes.

nationen der Grundelemente zu neuen Zeichen zu formen, müssen die Bedeutung für diese Zeichen

Wo begegnet Dir das Pluszeichen, wie und wo

dann aber erst schaffen. Wir haben einen Speicher

nutzt du es? Das Pluszeichen begegnet mir überall.

für Bedeutungen der gefüllt werden kann.

An und in Geschäften, in der Fernsehwerbung in Magazinen und auf Webseiten. Ich weiß nicht, ob es ein Zeichen gibt, das weitläufiger benutzt wird und so präsent in der Gesellschaft ist. Ich persönlich bin fasziniert, wie einfach es ist das Pluszeichen mit


FRANK

BARTH

44 /45

Schön dass Sie sich Zeit nehmen konnten, Herr

Gehen sie kurz auf die Begriffe ‚visuell‘ und

Ist das Pluszeichen in Ihren Augen nun ein Multi-

Als Schriftsetzer haben Sie sicherlich mehr

Barth. Für Strichwerk sind Sie einer der ersten

‚grafisch‘ ein.

talent?

Ahnung von Zeichenformen als die Meisten.

Interviewpartner. Was halten Sie von der The-

Beides geht Hand in Hand miteinander. Das Visu-

Es ist insofern ein Multitalent, als dass es ganz viele

Wie kommt es, dass das Pluszeichen keine Form-

matik der ersten Strichwerkausgabe?

elle ist vom Menschen und das Grafische

Bedeutungsebenen hat, die erst auf den zweiten oder

veränderung erfährt? Jeder Fontsatz, bis auf wenige

Das Ganze ist ein hochspannendes Thema und da

ist vom Handwerk ausgehend.

dritten Blick feststellbar sind und immer im gege-

Ausnahmen, bildet es auf fast identische Art ab.

benen Kontext. Dieses Kreuz taucht überall als

Das ist manchmal erschreckend. Entweder hört ein

es mit dem Termin, den ich in München hatte wun-

derbar zusammenpasste habe ich mich gerne auf

Auf welche Art begegnet Ihnen nun das Plus-

Konstruktionselement auf. Sobald man näher hin-

Fontsatz bei der Gestaltung genau bei diesem Zeichen

das Thema eingelassen, weil mich diese elementaren

zeichen und in welchen Lebensbereichen?

sieht, ist man von Pluszeichen umgeben. Grund-

auf, da auch die Proportionen des Schriftsatzes da

Dinge sehr interessieren. Das Plus ist einfach, zwei

Auf versteckte Art und Weise ist es überall. Heute

sätzlich ist das Pluszeichen positiv ausgezeichnet.

gar nicht mehr stimmen, oder es hat eben keine Be-

Linien, gleich lang, gleich stark, die sich irgendwo

zum Beispiel, haben mich am Ulmer Hauptbahn-

Es ergänzt und addiert und man kann es nicht ins

deutung im Schriftsatz. Wie gesagt zum Setzen von

treffen. Und es ist in der Tat über all.

hof drei Pluszeichen angestrahlt und zwar aus den

Negative drehen.

Texten braucht man es auch nicht. Schöne Texte

drei t's im Namen InterCityHotel. Beim Blick nach

verwenden keine Abkürzungen.

Als Diplom - Designer und Schriftsetzer sind

draußen, die Linien, die sich kreuzen. Dann im

Was sind für Sie die wesentlichen Merkmale von

Sie täglich im Kontakt mit visuellen Elementen.

Mathematikunterricht wo der normale Bürger,

Kommunikation, Wahrnehmung und Gesellschaft?

Dann ist das Pluszeichen quasi ein Kind

Welche sind für Sie die wohl am Essenziellsten, die

der Nichtgestalter die Verbindung zum Plus zieht.

Kommunikation muss immer interaktiv sein.

der Moderne?

uns zur Kommunikation zur Verfügung stehen?

Wenn man darüber nachdenkt, gibt es Verbindun-

Sie ist aktiv auch für den, der ‚nur‘ kommuniziert.

Ja, zumindest sollte man es auf dieser Ebene

Das ist einmal der Punkt als kleinste Einheit, der

gen zum Kreuz in der Schweizerflagge und im

dann zu einem Kreis werden kann und zum an-

Roten Kreuz das rote Plus auf weißer Fläche. In

Gesellschaft ist alles. Es ist für Gestalter gut, dass

deren das Quadrat. Setzt man beide in einen Raum

meiner Arbeit als Schriftsetzer jedoch brauche ich

sie sich träge entwickelt und dass Benutzer faul sind.

Kommen wir nun zur Thematik der Wahrneh-

wird eine Kugel und ein Würfel aus den beiden ein-

das Pluszeichen nicht. Es überflüssig, da es keine

Nur so kann gute Gestaltung und Kommunikation

mungskonkurrenz von Plus und dem Kreuz.

fachen Elementen. Dies sind für mich die Grund-

Abkürzungen gibt. Hier kommt das ausgeschriebene

entwickelt werden. Nicht die beste Eigenschaft, aber

Existiert sie in ihren Augen?

strukturen.

P L U S zur Anwendung. Dabei fällt mir auf, dass

eine signifikante und nützliche.

Das Plus hat stärkere Linien und ist symmetrisch,

betrachten.

im Plus mit einem kleinen Buchstabendreher das

all das hat das Kreuz nicht. An sich liegt der eigent-

Gibt es ihrer Meinung nach momentan einen

Wort Puls versteckt ist. Es ist gleichzeitig das Zei-

Bei der Wahrnehmung ist wichtig, dass sie halbwegs

lich Konflikt darin, dass man sich schnell für eine

Designtrend aus formtechnischer Sicht?

chenhafte, das so bestechend ist, an diesem Zeichen

verstanden wird und durchschaubar ist auf gewissen

Bedeutung und Bezeichnung entscheiden muss. Ist

Dass man im Moment gern wieder reduziert, auch

oder eben Wort. Also verwende ich das Pluszeichen

Ebenen, die man in der Gestaltung braucht. Sie ist

es nun Kreuz oder Pluszeichen.

auf Szeneebene und dies auch gemocht wird, ist

nicht bewusst, sondern unbewusst, wenn ich ein

essenziell für Kommunikation.

Meiner Meinung nach will die Pharmaindustrie

sicher derzeit eine Welle im Design. Die allerdings

Raster oder eine Struktur anlege.

spannendere Strömung ist, dass vieles heute von der

nur Assoziation von Gesundheit und Hilfe durch Dann ist ein einfaches Zeichen wie das Pluszeichen

das eingesetzte Pluszeichen oder Kreuz wecken. An

Was denken Sie, welche Wirkung kann so ein

also ein ideales Werkzeug um visuell zu kommuni-

und für sich sehe ich allerdings keine Konkurrenz

kleines Plus auf Menschen haben?

zieren?

gegeben. Das Kreuz ist kein Plus für mich.

Modernes Design entsteht gar nicht mehr bei

Wie gesagt das Plus hat mehrere Bedeutungen.

Ob es direkt etwas aussagt, sei dahingestellt. Aber

Designern, sondern bei Technikern, Programmieren

Wenn es die richtigen Proportionen in der Er-

durch die klare Form funktioniert es schnell und ist

Abschließen noch einige Worte zu meiner Theorie,

und Entwicklern. Das ist einerseits spannend, aber

scheinungsform hat, hat man ein klar dotiertes

einprägsam. Nach den Gestaltungsgesetzen ist das

die besagt, dass das Pluszeichen das perfekte

andererseits muss man als Designer dranbleiben,

Zeichen und eines das schnell funktioniert und

Pluszeichen eine geschlossene Form und ist symme-

Kreuz ist, das Kreuz jedoch nie ein Pluszeichen

sonst wird man leicht als Kosmetiker abgetan.

schnell wahrgenommen wird.

trisch und dringt daher schnell ins Bewusstsein ein.

sein kann. Was halten Sie von ihr?

Daher ist es auch so allgegenwärtig, ohne dass man

Hierbei spielt der Kontext eine große Rolle. Diese

Formal bzw. formtechnisch argumentiert, ist das

Was mir zur Plusthematik erstaunlich aufgefallen

die volle Aufmerksamkeit darauf verwenden muss.

eher immer unbewusst wahrgenommen Zeichen

richtig. Das Pluszeichen ist das ideale Kreuz. Das

ist: Seit ich von dem Thema weiß, sehe ich überall

Die Wirkung auf den Menschen, ist bewusst so gut

werden mit der konkreten Anwendung zum bewusst

authentische, im Christentum verankerte Kreuz

Kreuze und Pluszeichen, man wird sofort dafür

wie nicht gegeben. Unbewusst hat es eine struktur-

wahrgenommenen Zeichen.

kann jedoch nie ein Pluszeichen darstellen, da die

geimpft.

gebende Wirkung.

Technologie ausgeht.

Schriftsetzer

STRICHWERK fragt

gesamte Geometrie anders ist.


STRICHWERK fragt 46 /47

Herr Küster, Sie sind Typograph und Mathema-

Warum gibt es kaum Variation des Pluszeichens?

Was sind die Vorzüge eines so einfachen Zeichens,

tiker, wie sind Sie zu dieser eher ungewöhnlichen

Kaum einer traut sich in einem neu gestalteten

wie dem Plus, im Alltag oder auch in den Fach-

Kombination gekommen?

Font das Pluszeichen eher unkonventionell darzu-

bereichen (wie dem Design, Typographie, Wissen-

Ich hatte schon immer eine gestalterische Ader,

stellen?

schaften, Kunst…)?

lange habe ich überlegt, Architektur zu studieren.

Weil es dann als Pluszeichen nicht mehr verwend-

In der Mathematik sollten die Zeichen immer so

Die Mathematik hat mich ebenfalls schon als Kind

bar wäre. Die Form ist sehr genau festgelegt, als

einfach wie möglich sein, schon damit sie leicht

fasziniert und hat dann bei der Studiumsentschei-

Schriftgestalter ist man hier sehr eingeschränkt.

und schnell von Hand geschrieben werden können.

dung gewonnen. Über die Gestaltung von Mathe-

Variationen sind eher als Schmuckzeichen zu

Mathematik, ob geschrieben oder gesetzt, sollte gut

matikbüchern und -schriften kann ich nun beide

gebrauchen – aber dann sollten sie auch als solche,

und deutlich lesbar sein, ein einfaches Zeichen ist

Interessen verbinden.

und nicht als Pluszeichen, gestaltet und codiert

schneller zu erfassen. Für Design und Kunst kann

werden.

ich hier nichts sagen.

meisten?

Wie würden Sie die Anatomie des Pluszeichens aus

Wie ich ja schon aus ihrer letzten Mail entnehmen

Ganz allgemein bei beiden: die Schönheit der

typographischer Sicht skizzieren und beschreiben?

konnte unterstützen sie die Theorie, dass das Plus-

Struktur. In der Mathematik ist das allerdings

Ein aufrechtes griechisches oder gemeines Kreuz

zeichen aus dem lateinischen ‚et‘ hervorgegangen

meist geistig und abstrakt, in der Typographie

(d.h. mit vier optisch gleichlangen Kreuzarmen), der

ist. Wie kommt es dass sich die phonetische Ent-

ist es handwerklich und handgreiflich.

waagrechte Balken liegt auf der „mathematischen

wicklung zum ‚plus‘ entwickelt hat, ist hier evtl. in

Achse“ (der Höhe, an der Formeln ausgerichtet und

der lateinischen Bedeutung von plus („und dazu“)

Als Typograph und Mathematiker kommt man

gesetzt werden, diese verläuft ungefähr in der Mitte

zu suchen? Oder steckt etwas anderes dahinter?

täglich in Berührung mit Zeichen, was bedeuten

von Klammern). Das Pluszeichen sollte ungefähr

Das Zeichen und das Wort haben sich unabhängig

Zeichen, vor allem graphische Zeichen für Sie?

70–80% der Kegelgröße der Grundschrift haben,

voneinander entwickelt. Der Begriff des Plus, der

Handwerkszeug und Werkzeugkasten. Ständige

bei einer 10-Punkt-Schrift mißt es also 7 bis 8

Begriff der Addition ist ja viel älter als das heutige

Quelle von Freude und Inspiration, manchmal auch

Punkt. In der Strichstärke muß es zur Grundschrift

Zeichen. Das wissenschaftliche Fachwort hierfür

Quelle von Ärgernis.

und den anderen Zeichen passen.

wurde dann „plus“ (jedenfalls in Europa, spätestens

Was fasziniert sie an den beiden Fachgebieten am

Johannes Küs er

im frühen Mittelalter). Lange wurde das als Wort Nun ist das Pluszeichen in der Mathematik keine

Wie erklären Sie den ‚Sinnzuwachs‘ beim

ausgeschrieben oder auf verschiedene Art abgekürzt

Seltenheit. Wie geht man in der Typographie da-

Pluszeichen?

(sehr üblich als ein „p“ mit einer Tilde oder einem

mit um? Wo liegen die wesentlichen Unterschiede

Für den Mathematiker ist dieser „Sinnzuwachs“

Balken darüber).

zwischen dem mathematischen Operator ‚+‘ und

uninteressant – oder sogar störend.

Das heutige Zeichen dagegen hat sich dagegen, nach

dem typographischen Zeichen ‚+‘?

Typographen oder eher Werbedesigner und Logo-

allem, was bekannt ist, aus dem lateinischen „et“

Wesentliche Unterschiede kann ich nicht sehen,

und Signetgestalter scheinen das Pluszeichen aber

und handschriftlichen Kürzeln dafür entwickelt,

bei der Verwendung außerhalb der Mathematik

gerne als eine Art „besseres Und“ einzusetzen, wohl

hat also den gleichen Ursprung wie das „&“-Zei-

wird das Zeichen typographisch im wesentlichen

weil das „&“-Zeichen deutlich komplizierter ist und

chen. Jedenfalls hat die Paläographie viele „et“-Vari-

auch nicht anders behandelt oder anders gesetzt.

sich in viele Schriftzüge schlecht einfügt. Das Zei-

anten gefunden, die dem heutigen Plus schon recht

In der Mathematik tritt es als Relator auf wie in

chen ist positiv (auch im Wortsinn) besetzt, aus der

ähnlich sehen.

a+b, dann wird es beidseits mit Weißraum gesetzt,

Informatik gibt es ja die Verwendung wie in „C++“,

außerdem als Vorzeichen wie in +23, dann steht es

wo das Plus für eine verbesserte Version steht, und

ohne Weißraum vor den folgenden Zeichen, und

in dieser Verwendung hat es auch seinen Weg in die

etwas seltener auch als Index oder Exponent.

Werbung gefunden.

+


STRICHWERK Basiswissen

„… zu den Zeichen zähle ich die Wörter, die Buchstaben, die chemischen, die astronomischen, die chinesischen und hieroglyphischen Figuren, die Noten der Musik, die geheimschriftlichen, arithmetischen, algebraischen und alle anderen Zeichen, die wir zum Denken für die Dinge verwenden …“

48 /49

Eine weitere Quelle oder eine Form, an die das Plus-

Und zum Abschluss bitte ich um eine Statement

zeichen angeglichen wurde, könnte die Tironische

zur Magazinthematik. Meinung und Anregungen

Note für „et“ (die wie ein auf den Kopf gestelltes

sind sehr willkommen.

„L“ aussieht) gewesen sein. Das erste Pluszeichen

Es ist interessant zu sehen, wie sehr das ursprüng-

in heutiger Gestalt taucht jedenfalls nach 1480 in

lich rein fachspezifische Zeichen inzwischen allge-

einer Handschrift auf und dann 1489 im Druck in

mein verständlich geworden ist und in wie viele

einem Buch von Johannes Widmann in Leipzig.

Bereiche das Pluszeichen vorgedrungen ist – und wofür es inzwischen auch verwendet und manch-

Kann man sagen, dass es zwischen dem Plus und

mal mißbraucht wird.

dem Kreuz eine Wahrnehmungskonkurrenz gibt, wenn ja wie wirkt sich diese auf die Kommunikation in der Gesellschaft aus? Das sehe ich nicht. Das christliche Kreuz ist meist ein lateinisches Kreuz, das Pluszeichen ein griechisches. Und aus dem Zusammenhang ist eigentlich immer klar, worum es geht. Oder sehen Sie ein Plus auf der Schweizer Flagge, oder beim Roten Kreuz? In der Mathematik gilt, dass jedes Quadrat ein Rechteck ist, aber ein Rechteck im allgemeinen kein Quadrat. Könnte man für das Pluszeichen entsprechend sagen, dass das Pluszeichen ein besseres Kreuz ist, das Kreuz aber im allgemeinen kein Plus sein kann? Nein. Als Zeichen ist das Plus ein spezielles Kreuz, mit ziemlich festgelegter Gestaltung. Die meisten Kreuzformen würden heutzutage nicht mehr als Plus erkannt oder verstanden, in frühen Drucken kann man aber sehen, daß die Drucker als Pluszeichen alles mögliche verwendet haben, was irgendwie ähnlich und gerade verfügbar war – z.B. lateinische Kreuze, aufrecht oder quergelegt, oder Malteserkreuze usw. Für die Bedeutung, für die Mathematik ist es völlig unerheblich, daß das Plus eine Kreuzform hat. Ein Autor könnte für die Addition auch ein anderes Zeichen wählen, das wäre zwar unsinnig-verschroben, die dargestellte Mathematik wäre aber genauso gültig.

Dipl.-Mathematiker Typograph www.typoma.de

Leibniz 

19


STRICHWERK Basiswissen 50 /51

Die in der Ausgangsthematik, „Das Pluszeichen -

Situationen zur Thematik passend definiert werden.

existieren und immer wieder Neue erstellt werden,

und Übermittlung von Informationen dienen.“ 17

ein Multitalent. Ein visuelles Zeichen in der Ge-

Die Gesellschaft kann die Bedeutung gegebener

obwohl schon Geeignete zur Verfügung stehen.

„Graphen und Zeichen sind für alle Formen visueller

sellschaft.“ enthalten Begriffe sind miteinander eng

visueller Kompositionen mühelos und unbewusst

verbunden. Sie könnten ohne einander nicht exist-

erfassen. Unsere Haltungen, unserer Reaktionen

Um das Pluszeichen zu definieren, ist eine Grund-

der Naturwissenschaft sind.“ 18

ieren. Für dieses Heft ist ein Basiswissen und eine

sind Ergebnis jahrelanger Lernprozesse.

kenntnis über Zeichen allgemein nötig. Charles S.

Das Pluszeichen kann nicht direkt der Pierceschen

Peirce, einer der Urväter der Semiotik, unterteilte

Triade zugeordnet werden. Durch seinen Ursprung

kurze Beschreibung der einzelnen Begriffe nütz-

Kommunikation das, was Zahlen für alle Gebiete

lich. Es weist dem Leser den Weg, das Thema aus

Der Begriff Gesellschaft beinhaltet den Begriff

Zeichen in drei Unterkategorien. Die Triade, Ikon,

in den mathematischen Notationen ist es der Unter-

dem richtigen Blickwinkel zu betrachten.

Kommunikation und diese läuft über Zeichen ab.

Index und Symbol. Nach ihr unterscheiden wir

kategorie Begriffszeichen zu zuordnen. Ein Begriffs-

Grafiken. Buchstaben. Bilder. Gestik. Mimik.

heute noch Zeichen und definieren neue Zeichen.

zeichen ist an keine Sprache gebunden und kann

Gesellschaft. Visuelle Kommunikation. Zeichen

Kommunikation ist ein System aus Unterscheiden. 11

Er setzte Zeichen als Erster in den Zusammenhang

international verstanden werden. Das Begriffszeichen

und Pluszeichen. Alle Vier sind Begriffe, mit denen

Kommunikation im Alltag ist, Mitteilung, Verbind-

mit dem Interpretationsvorgang, dem essenziellen

ist ein Schreibzeichen. Das wiederum ist ein konven-

jeder auf seine Art etwas anzufangen weiß. Jeder

ung, Verkehr, Austausch. Kommunikation – aus

Teil der Kommunikation. Die Semiotik vernach-

tionelles Zeichen. Es kann einem oder mehreren Be-

kann sie mit unterschiedlichen Ansätzen erklären.

dem lateinischen Wort ‚communicare‘ abgeleitet –

lässigt grafische Zeichen, wobei man sie in erster

griffen dauernd zugeordnet werden. Dies ist beim

Schaffen wir also für das Magazin eine gemeinsame

heißt „gemeinsam machen, mitteilen, Anteil

Linie mit dem Wort Zeichen in Verbindung bringt.

Pluszeichen der Fall. Das Plus als Begriffszeichen ist

Basis für die Oberbegriffe im Magazin:

haben, bedeuten.“

Aus diesem Grund entwickelt Andreas Stötzner die

insofern mehrdeutig, da es ohne eine Formvariation

Signographie, die Lehre der grafischen Zeichen. Sie

verschiedenen Begriffen zugeordnet ist.

12

Der Begriff Gesellschaft beinhaltet das Wort Kom-

Kommunikation – ein Begriff, der größer fast nicht

basiert auf der Semiotik. Grafische Zeichen werden

Das Plus kann von jedem notiert werden und ist

munikation. Ohne Kommunikation könnte eine

sein könnte und zahlreiche Bücher und Schriften

nach zwei Komplexen definiert, nämlich Gestalt

niemandem vorbehalten.

Gesellschaft nicht existieren. Es würde keine Kultur

umfasst. STRICHWERK geht auf grafische Zeichen

und Gebrauch.

geben und die macht eine Gesellschaft maßgeblich

im Zusammenhang mit visueller Kommunikation

aus.

ein. „Kommunikation ist soziale Interaktion, die

Zur Entschlüsselung von Zeichen benötigen wir

Gesellschaft in STRICHWERK will heißen:

bestimmte Gemeinsamkeiten oder zumindest part-

Codes. Die können nur durch Konventionen ent-

Die Gesamtheit der westlichen Weltbevölkerung.

ielle Übereinstimmungen zwischen den Beteiligten

stehen, diese wiederum entstehen durch die Verein-

Warum die Westliche?

voraussetzt.“ Visuelle Kommunikation braucht ein

barung unter Zeichenbenutzern oder innerhalb einer

Hier existieren eine identische Decodierung von

bestimmtes Zeichenrepertoire. Kommunikation

Kultur. Jedes Zeichen unterliegt Konventionen.

Zeichen und ein gemeinsames Verständnis der

basiert auf Codes, die Gemeinsamkeiten bilden. Diese

Eine allgemeine Definition für Zeichen findet sich

Bedeutungen und der Form des Pluszeichens. Im

Gemeinsamkeiten ermöglichen die Koordinierung

in Winfried Nöths Handbuch der Semiotik:

Allgemeinen wird die Gesellschaft als eine größere

von Handlung und schaffen soziale Beziehungen.

„Jedes Objekt, jedes Ereignis, jedes Verhalten ist

Gruppe von zusammenlebenden Menschen be-

Für visuelle Kommunikation spielen visuelle Cod-

[…] potenzielles Zeichen. Sogar Schweigen, das ja

schrieben. Die Globalisierung verdeutlicht, dass die

ierungen eine große Rolle. „Informationen [werden]

die Abwesenheit von Materialität und Zeichen zu

Teilnehmer der Gesellschaft, die Menschen, über

mittels einer visuellen Sprache,“ bestehend aus

beinhalten scheint, kann als Zeichen fungieren […].“

Zeichensysteme kommunizieren. Diese haben sich

Zeichen und Symbolen encodiert. „Die verschlüsselte

„ … allgemein versteht man in der Semiotik unter

mit der Zeit, durch einen vom Menschen definierten

Botschaft wird in ein Medium über einen Kanal

Zeichen Stellvertreter oder Repräsentanten für

gemeinsamen Code, zu einem einheitlichen Zeichen-

dem Empfänger verfügbar gemacht.“ 14 Dieser kann

etwas anderes.“ 16

system angenähert und nähern sich immer noch

die Botschaft verstehen, insofern er den Code kennt.

weiter an. In der Theorie ist eine Gesellschaft nach

Der Einsatz von visuellen Zeichen initiiert Kommu-

Das Pluszeichen gehört zu den visuellen Zeichen,

Marx und Luhmann: erstens, „... eine Gesamtheit

nikation. „ Man kann nicht nicht kommunizieren“.15

genauer gesagt, zu den einfachen grafischen Zeichen.

der Verhältnisse zwischen den Menschen“ und

Visuelle Kommunikation ist die Herstellung von

„Graphische Zeichen sind visuell wahrnehmbare

zweitens „alle füreinander kommunikativ zugäng-

Gemeinsamkeiten. Sich mit Zeichen zu beschäftigen

Markierungen, die aus tendenziell einfachen

lichen Ereignisse“. Da keine Einigkeit über den

ist wichtig für die Optimierung von Kommunika-

graphischen Gebilden bestehen und die in

Begriff herrscht, muss er in den unterschiedlichsten

tionsprozessen, da noch zu viel Zeichensysteme

irgendeinem Zusammenhang der Speicherung

10

13

14


Konkurrenz im STRICHWERK 52 /53

Das Pluszeichen steht vor allem in großer Konkur-

mehr eindeutig zugeordnet werden können. Diese

drückt diese Kreuzform Hilfe und Heil aus.

renz mit dem Zeichen Kreuz. Daher ist es wert, diese

offensichtliche Formannäherung der Kreuzform

Profitiert wird gleichzeitig von der möglichen

Problematik näher zu beleuchten. Was heißt über-

lässt eine Theorie zu: Das Pluszeichen stellt das

Deutung als Pluszeichen. Dies zeigt sich deutlich

haupt Wahrnehmung und Konkurrenz im Bezug

perfekte Kreuz dar, ein Kreuz kann jedoch nie an

in der Pharmaindustrie. Die hat vermutlich immer

auf Zeichen?

die Stelle eines Pluszeichen treten.

mehr Interesse an der Formverwechselung, im Be-

Durch Konventionen und Erfahrungen sowie durch

Diese Theorie wird teilweise bestätigt durch Frank

zug auf Marketingmaßnahmen. Die Deutung als

Erlerntes sind wir in der Lage, einzelnen Zeichen ihre

Olaf Radtke. Dieser schreibt in einem kirchlichen

Kreuz drückt Erste Hilfe und Heilung aus. Die

Bedeutung zuzuordnen. Eine Formähnlichkeit zwi-

Artikel: „Das ikonische Bild zielt auf Ähnlichkeit

Deutung als Pluszeichen stellt positive Gefühle zum

schen Zeichen kann in nicht klar definierten Situa-

und Wiedererkennbarkeit. Eine purifizierte Ideal-

Produkt her und zeigt dem Kunden den Mehrwert,

tionen zu Zuordnungsproblemen führen.

figur, die auf ein Minimum reduzierte Form des

die Zusätze und stellt die Verbindung von Wirk-

Kreuzes, wäre gebildet aus rechten Winkeln und

ungen dar. Wenn ein Bereich der Gesellschaft Profit

Die Wahrnehmung ist eine Eigenschaft von uns

gleich langen Strecken, wie sie etwa ein Plus-Zeichen

aus dieser Konkurrenz schlägt, dann muss es sie

Menschen, die wir brauchen, um kommunizieren

+ in der Mathematik bilden.“ 

auch geben, die Konkurrenz zwischen Pluszeichen

zu können. Wahrnehmung erfolgt über die Sinnes-

Da es viele Formen des Kreuzes gibt, können wir

und Kreuz. Auch wenn man die Spezialisierung

organe. Ohne sie könnten wir Zeichen nicht be-

die benannte Konkurrenz derzeit nur auf das griech-

in einige Bereichen der Gesellschaft dabei unter-

wusst sehen und somit nicht kommunizieren.

ische Kreuz anwenden, denn das ist das Kreuz, das

streichen muss.

20

die Form eines Pluszeichens hat. Im Gegensatz zum Konkurrenz ist ursprünglich ein Zusammenlaufen.

Pluszeichen ist das Kreuz der Zeichenkategorie Ikon

Sie spielt sich in erster Linie in einem Wettbewerb

zu zuordnen. Das Kreuz ist das am häufigsten ver-

ab. Zeichen können in sofern in Konkurrenz zuein-

wendete Zeichen. Die Kreuzzeichen blieben über

anderstehen, wenn sie um die richtige Interpretation

die Zeit erhalten, auch wenn die Bedeutungser-

ihrer Form in bestimmten Situationen kämpfen.

klärung zu verschieden Kreuzarten verloren gegangen ist. 21 Die Verbindung mit dem Christentum ist

Wahrnehmungskonkurrenz Pluszeichen vs. Kreuzzeichen

Pluszeichen und Kreuz stehen besonders durch die

die, welche die Gesellschaft beim Anblick jeglicher

auf den ersten Blick gleiche Form miteinander in

Kreuzart zuerst zieht. Das christliche Kreuz jedoch

Konkurrenz. Befragt man Experten, existiert eine

steht in der Tat in keiner Beziehung und keiner

solche Konkurrenz aus formalen Gründen der

Konkurrenz mit dem Pluszeichen. Seine geome-

Zeichengestalt nicht. Sie gehen vom Modus eines

trische Grundform besteht aus zwei unterschiedlich

Zeichens aus, den können jedoch nur sie auf den

langen Strecken oder unbegrenzt längeren Linien,

ersten und auch zweiten Blick erkennen. Dieser

die sich in unterschiedlichen Winkeln in der Fläche

lässt weder ein Entscheidungsproblem noch eine

Treffen oder im Raum kreuzen. Das Pluszeichen

Wahrnehmungskonkurrenz zu, da sich im Modus

dagegen hat zwei gleich lange/gleich starke Linien,

der beiden Zeichen, die Formen grundlegend von-

die sich in der Mitte der jeweiligen Linie treffen.

einander unterscheiden und auch ihre Bedeutungen

Daher müsste eine Konkurrenz ausgeschlossen sein.

an ganz andere Konventionen gebunden sind.

Wie kann es dann zu einer solchen Wahrnehmung,

Ein Laie kommt trotz aller Konventionen bei der

einer Konkurrenz kommen? Ein Blick auf das Erste-

immer stärker werdenden Annäherung von Kreuz-

Hilfe-Kreuz bringt eine Erklärung. Das Kreuz, das

darstellungen hin zur Plusform, öfter in einen Ent-

die Pharmaindustrie, die Krankenhäuser und das

scheidungskonflikt. Besonders wenn die Zeichen in

Rote Kreuz sowie die Schweiz als Nationalsymbol

neuen, für das Zeichen nicht definierten Situationen

benutzten, rückt die Problematik der Wahrnehm-

platziert sind und festgelegte Konventionen nicht

ungskonkurrenz ins Rampenlicht. In erster Instanz


Multitalent STRICHWERK 54 /55

DAS PLUSZEICHEN – EIN MULTITALENT 

Die Rubrik Multitalent STRICHWERK bildet ein

seine Bedeutungen steht, in unterschiedliche Be-

Fazit und bestimmt, ob es sich bei dem behandelten

reiche einziehen konnte.

Zeichen um ein Multitalent handelt oder nicht.

Das Dasein als Multitalent beruht auf persönlicher Empfindung und Kenntnis. Aus diesem Grund

Zunächst einmal sollte geklärt werden, was ein

zeigt das Fazit meine Sicht zum Thema. Nach allen

Multitalent ist. Dieser Begriff ist ein Begriff der

Recherchen zum Thema Zeichen, vertrete ich

Moderne. Er wird Objekten und auch Menschen

durchaus die Meinung, dass das Pluszeichen die

zugeordnet, die mehr als ein Talent besitzen.

normale Zeichenentwicklung durchlaufen hat. Ich

Am Pluszeichen scheiden sich die Geister. Laien

behaupte aber auch, dass ein Zeichen, welches jedes

und sogar die der Mehrzahl der Gestalter würden

kleine Kind auf den ersten Blick versteht, sich ein-

das Pluszeichen in der Kategorie Multitalent ein-

prägen und benutzen kann, noch bevor es einge-

ordnen. Zeichentheoretiker hingegen sind bei diesem

schult wird, etwas Besonderes sein muss. Und

Ausdruck für das Pluszeichen sehr skeptisch. Sie

Bekanntlicherweise sind Multitalente auf ihre

ordnen die zahlreichen Bedeutungen und den

eigne Art immer etwas Besonderes.

Einsatz des Pluszeichens in Bereichen außerhalb des Ursprungsbereichs – der Rechenkunst – einer

Nicht jedes Zeichen, das mehrere Bedeutungen hat,

normalen Zeichenentwicklung zu. Sie halten daher

kann in jedem beliebigen Bereich der Gesellschaft

einen Ausdruck ‚Multitalent‘ für das Pluszeichen für

eingesetzt werden. Das Pluszeichen jedoch wohl,

unangebracht.

denn wie gesagt in Form einer Abkürzung oder als „und“-Ersatz benutzt es wirklich jeder öfters.

„Zeichen sind Gedanken, die immerfort fließend

Jede Stelle – und wenn es nur auf einem kleinen

und ihr Abbild hinterlassen. Zeichen wandern von

Schmierzettel ist, hatte mindestens einmal eine Be-

Hand zu Hand, von Zeitalter zu Zeitalter, von Land

gegnung mit dem Pluszeichen. Gerade diese Präsenz

zu Land, von einem Geltungsbereich in einen an-

in so unscheinbaren Medien macht das Pluszeichen

deren.“  Ein solches Zeichen ist das Pluszeichen. Es

für mich zu einem Multitalent. Nicht nur seine

wandert und hat schon eine große Reise hinter sich.

ständige Präsenz, sondern die Möglichkeit, bewusst

Es ist ein kommunikatives Gemeingut der Gesell-

auf dieses Zeichen zurückgreifen und es unbewusst

schaft. Es hat sich in den unterschiedlichsten

im Hintergrund verschwinden lassen zu können,

Bereichen verankert. Das Pluszeichen ist für alle

machen es zu einem Zeichen mit hoher Flexibilität.

verständlich. Es ist einfach zu merken, einfach zu

Die Form des Pluszeichens ist in jedem erdenklichen

produzieren. Diese Eigenschaften erlauben dem

Material darstellbar und erkenntlich. Egal aus

Plus, sich als ein allgemeines Verständigungsmittel

welchem Material, die Bedeutung bleibt über diesem

auszubreiten.

erhaben und jederzeit zuteilbar. Die Möglichkeiten,

„Bedeutungen von Zeichen sind durch natürliche

die es für neue Sinnbedeutungen offen lässt und die

Evolution dem sozialen Wandel unterworfen.“ 23

sofortige Assoziation mit Positivem sind faszinierend.

22

Dieser Verlauf ist dem Pluszeichen nie wissenschaftlich nachgewiesen worden. Semiotik und Signographie würden das jedoch bestätigen. Die Einfachheit des Pluszeichens und die Trägheit der Menschheit führten dazu, dass das Plus vor allem in seiner Funktion als Abkürzung +‘, das für all

Zusammengefasst: Ein Zeichen, das in allen Gesellschaftsbereichen gern gesehen ist, eingesetzt werden kann und durch seine Anwendung und das kreative Potenzial der Gesellschaft neue Facetten erhalten kann, ist meiner Meinung nach ein Multitalent.


Das Pluszeichen in der Kunst die Interpretation zum Kreuz wie zum Pluszeichen liegen erneut nahe beieinander. Ob etablierte K체nstler wie Beuys oder Jungillustratoren, viele verwenden die Form als Kunstelement und lassen sie immer wiederkehren in ihren Werken. Auch wenn sich Beuys vielmehr mit dem Kreuzzeichen/dem Erste-Hilfe Kreuz auseinandergesetzt hat, l채sst seine Kunst vielmehr die Form eines Pluszeichens erkennen.

Multitalent STRICHWERK 56 /57


TEXTE + + SCHRIFTZÜGE + + FIRMENSIGNETS ++ VERPACKUNGSDESIGN + + PRODUKTDESIGN + + WEBANWENDUNGEN ++ ARCHITEKTUR

DAS PLUSZEICHEN IN DER GESTALTUNG.

Multitalent STRICHWERK 58 /59


Multitalent STRICHWERK 60 /61


Multitalent STRICHWERK 62 /63


Multitalent STRICHWERK 64 /65


STRICHWERK in der Gesellschaft 66 /67

Wir leben in einer Welt der Kommunikations-

Der USUS eines Pluszeichens ist die großräumige

Diese Präferenz wird geleitet von eindeutiger und

systeme. Zeichen und Codes bestimmen unseren

Einordnung in informatische und emblematische

prägnanter Verwendung von Zeichen, die schnell

Alltag. Wir müssen umfangreiche Regeln beherr-

Zeichen, das Pluszeichen als mathematische Nota-

und eindeutig wirken und eine Information

schen, Zeichen decodieren, lernen von vielfältigen

tion fällt in die Kategorie der informatischen

vermitteln.

Formen bestimmte Funktionen abzuleiten, um in

Zeichen. Wird es als Firmensignet verwendet, ist es

unserer Welt interagieren zu können. Die Wahr-

den emblematischen Zeichen zuzuordnen. Viele

Alle Facetten des Pluszeichens basieren auf-

nehmung des Pluszeichens ist trotz aller Einfachheit

Zeichen begegnen sich in gleicher oder abgewand-

einander. Sie sind auf unterschiedliche Situationen

in der Gestalt individuell und schließt einen kreativen

elter Form in der Signographie wieder. Das ist vor

adaptiert worden, wie zum Beispiel die Bedeutung

Prozess bei der Wahrnehmung ein. Wenn Menschen

allem bei einfachen grafischen Zeichen wie dem

Zusatz‘. Sie ist zurückzuführen auf das Addieren/

das Pluszeichen betrachten, gibt es eine allgemeine

Pluszeichen der Fall. Kreuz und Pluszeichen stellen

Hinzufügen von Zahlen in der Mathematik. Auch

und gemeinsame Assoziation: Positiv. Der Grund

ein repräsentatives Beispiel dar. Multiple Vorkommen

hier wird die Assoziation mehr‘ zu bekommen aus-

für diese positive Grundbelegung kommt vermut-

von Zeichen können in Beziehung stehen, können

gelöst. Die Beliebtheit des Pluszeichens in der Ge-

lich durch die Eigenschaft der Menschheit, das

aber auch beziehungslos sein. Letzteres trifft auf das

sellschaft ist daher vermutlich größtenteils auf diese

Streben nach Mehr.

Plus und das Kreuz zu.

positive Belegung und die Bedeutungsebene ‚mehr‘ zurückzuführen.

Charles Peirce ging als Erster von einem kreativen

Zeichen können über die Zeit durch Bereiche

Prozess zwischen Zeichen und Zeichenleser aus.

wandern‘ und eine Reihe von aufeinanderfolgenden

Den TYPUS betreffend wird das Pluszeichen, wie

Seiner Meinung nach „... haben wir kein Vermögen

Bedeutungen aufweisen... .  Diesen Prozess durch-

schon in STRICHRAUM erwähnt, den Begriffs-

ohne Zeichen zu denken.“ 

lief, aus fachlicher Sicht, das Pluszeichen. Nehmen

zeichen (Ideogramme) zugeteilt. Es ist sprachun-

„Das vom Mensch benutzte, verfeinerte und wahr-

wir beispielsweise das Pluszeichen, das sich auf das

abhängig zu verstehen und selbst sein Lautzeichen

genommene, überaus komplexe System von Zeichen

,UND‘ in Firmennamen bezieht, oder in der

»plus« scheint in den westlichen Ländern der Erde

bildet in seiner kaum zu überblickenden Gesamtheit

Kosmetik- und Pharmaindustrie eine Mischung

für jeden verständlich. Zu den

den lesbaren Spiegel menschlichen Bewusstseins und

aus griechischem Kreuz (Johanniterkreuz) und

Begriffszeichen zählen viele internationale gebräuch-

Ausdrucks. Die Bedeutung und Verwendung von

Pluszeichen ist und einen Mehrwert darstellt.

liche Graphen, das Pluszeichen eingeschlossen. Die

Zeichen wird im Zuge der Internationalisierung der

Hier stellt das Pluszeichen Logoelement oder eine

Grenzen zwischen den Typen von Zeichen können

Wirtschaft und Kultur und damit der Kommunika-

Zusatzinformationen dar. Darüberhinaus wird

in unterschiedlichen Situationen oft fließend sein.

tion rapide zu nehmen.“ 

das Pluszeichen im World Wide Web, wo es zur

Dies ist auch beim Plus der Fall, wodurch es nicht

Benutzerführung genutzt oder ist einen Teil einer

immer eindeutig als Begriffszeichen eingeordnet

Dem Gebrauch des Pluszeichens auf den Grund zu

Programmiersprachen bildet. Das Pluszeichen

werden kann.

gehen, bedeutet einen Rückgriff auf den zweiten

mit den Bedeutungsebenen Mehr, Zusatz, Extra,

Komplex aus der Signographie. Den Gebrauch,

oder Vorteil findet in der Gestaltung die häufigste

Der SIGNUS des Pluszeichens, beschreibt die Sinn-

hier werden Zeichen als Funktionsträger im jeweili-

Anwendung. Allgemeine Verwendung findet das

bedeutung und differenziert mögliche Lesearten des

gen kommunikativen Zusammenhang betrachtet.

einfache Zeichen in Abkürzungen im Alltag.

Zeichens. Beim Pluszeichen sehen wir zwei Linien,

Voraussetzung dieser Betrachtung ist das konkrete

Alle Bedeutungsebenen können auf die positive

die sich im gegenseitigen Mittelpunkt kreuzen. Die

Vorkommen eines Zeichens. „Wo und wie ist es an-

Vorzeichen- und Additions-Ursprungsfunktion

Leseart Hinzufügen (Zeichen) setzt das Erkennen

gebracht? Was drückt es aus? An wen ist es gerichtet,

zurückgeführt werden.

des Pluszeichens (Motiv) voraus, die Elemente für

24

DAS PLUSZEICHEN IM GESELLSCHAFTLICHEN GEBRAUCH EINE SIGNOGRAPHISCHE AUSEINANDERSETZUNG ZUM GEBRAUCH DES PLUSZEICHENS.

25

27

auf welche Weise wird es verstanden?“ 

die Erkenntnis ‚Pluszeichen‘ sind zwei gleichlange

26

Das Pluszeichen konnte in die unterschiedlichen Das Pluszeichen wird nach USUS, TYPUS,

Anwendungsbereiche außerhalb der Wissenschaft

SIGNUS und KASUS unterschieden.

gelangen, durch die Präferenz der Gesellschaft.

Linien.28


STRICHWERK in der Gesellschaft 68 /69

Der KASUS bezeichnet den jeweiligen Fall der kommunikativen Situation, die Art wie es seinen Sinn mitteilt und seine Wirkung ausübt. Unterschieden wird hierbei in textiv, direktiv, appellativ, repräsentativ, autorativ und ornativ. + Eine appellative Wirkung hat das Pluszeichen in der Werbung, im Web und auf Produkten. + Bei Firmenzeichen oder Namenszügen hat das Pluszeichen eine repräsentative Aufgabe, beispielsweise bei Plus und Minus im Firmensignets von Chiemsee. „Zeichen sind Vehikel menschlichen Denkens und Bestandteil visueller Lebenswelt, sie sind aber auch Produkte physischer Tätigkeit.“ 29 Mit schematischem Wissen können kreative Ansätze inspiriert werden. Das Pluszeichen wird in der Gesellschaft oft nur unbewusst wahrgenommen und dabei begegnen wir seiner Form mehrmals täglich. Durch die konkrete Anwendung wird es zum bewusst wahrgenommenen Zeichen. Und wir selbst sorgen dafür, das die Pluszeichen in gewünschter Weise in den Bereichen stehen können. Die Möglichkeiten des Graphierens, Charaktierens, Komponierens und Plastierens von Zeichen, lassen uns getrennt von der festgesetzten Grundform individuelle Pluszeichen erstellen, welche wir für passende Gestaltungseinsätze und Lebenssituationen benutzen können.


wicklung von STRICHWERK ist, bis auf wenige Punkte, identisch mit jener, die jedes Magazin durchläuft, das als Neuerscheinung auf dem Zeitschriftenmarkt angeboten wird. Jedes Magazin

ein passender Rahmen zur Präsentation gefunden werden, sondern auch eine Möglichkeit, mit der ich meine Fähigkeiten zeigen kann. Das Magazin STRICHWERK vereint beide Aspekte.

STRICHWERK wird sie nicht benötigt, da das Magazin im Rahmen der Bachelorarbeit von mir alleine realisiert wurde.

Erstausgabe einen Sonderbeitrag dar, da die ausführliche Kon-zeption und Dokumentation einen Großteil der Bachelorarbeit bilden. Künftige Aus-

wiederkehrendes Magazin zu entwickeln, veranlasst mich bei der Konzeption, dennoch einen Ansatz für den Aufbau einer Redaktion beizufügen, sowie Lösungsansätze wie die Vermarktung, das Anwerben von Anzeigenkunden und Marketingmaßnahmen

wie dem Produktionskonzept, der Papiersorte, dem Druck, der Veredelungsart, der Bindung und der Farbwelt beschäftigen. Zusätzlich beinhaltet es ein kleines Extra, das Gedanken zu Umsetzungsideen unterstützt.

gängen jedoch profitieren.

aufbau, das Magazinkonzept, Lösungsansätze

mationen, Inspirationen, mit der Möglichkeit seinen Horizont zu erweitern und Brücken zu anderen Bereichen zu schlagen.

gewiesen, dass dieser Bachelorarbeit nicht zum Ziel gesetzt wurde, das Pluszeichen in neuer Art und Weise zu erfinden.

Titel geweckt werden, da der Titel im überfüllten Zeitschriftenregal die Aufmerksamkeit des potentiellen Lesers auf dieses Magazin lenken soll. Der Titel „strichwerk – multitalente hautnah“ und das ruhige und dennoch prägnante Äußere, sollen den Leser zum Kauf motivieren und das Interesse für die Thematik wecken.

Neben der wissenschaftlichen Recherche liegt das Hauptaugenmerk auf dem Magazinkonzept und der gestalterischen Ausarbeitung. Schritt für Schritt müssen Organisationsstruktur, das heißt der Redaktionsaufbau, das Magazinkonzept, Lösungsansätze für Vermarkt-ung, Marketing und Markenkonzept sowie ein Produktionskonzept

Das Interesse für STRICHWERK soll über den

Thematik. Er taucht ein in eine Welt voller Infor-

STRICHWERK #1 ‚impft‘ den Leser für die An dieser Stelle wird ausdrücklich darauf hin-

Dokumentation der Arbeit.

„Zeitschriften entführen einen in eine andere Welt.“ 30

Weitere Ausgaben werden von den Gedanken-

die Idee zum Magazin, sondern auch den Heftfür Marketing und Vermarktung, sowie die

sierung nicht Teil der Aufgabe war und ist.

Das „Making Of“ in #1 beinhaltet nicht nur

anzudenken, auch wenn ihre Vertiefung und Reali-

Der Gedanke, STRICHWERK als langlebiges und

beinhalten. Es wird sich vorwiegend mit Themen

gaben werden jeweils ein kürzeres „Making Of“

Organisationsstruktur. Für die Erstausgabe von

Das „Making Of“ von Strichwerke stellt in dieser

benötigt normalerweise eine Redaktion mit einer

erstellt werden. Die Vorgehensweise bei der Ent-

Für die Thematik des Pluszeichens musste nicht nur

KONZEPTION.

angesehen werden.

STRICHWERK - Ausgabe #1 darf als Prototyp

Anzeigenkunden auf das Konzept anspringen.

gibt und ob die Zielgruppe und potentielle

Bedarf für ein Magazin wie STRICHWERK

zur Seite zu stehen. Sie klären von Beginn an, ob es

traggegebenen Marktforschungen richtungsweisend

künftigen STRICHWERK-Ausgaben bei in auf-

erforderlich. Sie werden im folgenden angedacht, um

Positionierung des Magazins auf dem Markt absolut

analyse. Diese Analysen sind für eine erfolgreiche

Analyse des Werbemarktes und die Wettbewerbs-

reiches Konzept: die Zielgruppenanalyse, die

Analyse eingesetzt werden, sorgen für ein erfolg-

Drei wichtige Schritte, die als Werkzeuge der

talente entpuppt haben.

Bedeutungs- oder Formvariation, als wahre Multi-

sich im Hinblick auf ihre Verwendung, ob nun in

Plattform für einfache, facettenreiche Zeichen, die

munikation: die Zeichen. STRICHWERK ist eine

STRICHWERK thematisiert eine Basis der Kom-

die weitere Vorgehensweise und den Rahmen fest.

solchen Projekts. Es gibt den Startschuss und legt

Magazinkonzepts ist nicht nur der erste Schritt eines

Produktion in der Druckerei. Die Erstellung des

nur einige der Arbeiten, die zu erledigen sind bis zur

Seitenfahrplan und die eigentliche Gestaltung sind

zu bewältigen. Texte, Gestaltungskonzept, der

Magazin in der Hand hält, gibt es einige Aufgaben

Bis es allerdings soweit ist, dass der Leser das

Making Of 70 /71


brauchen Designer viel Hintergrundwissen, um Informationen auf kreative Art richtig transportieren zu können.

in Projekten erzielen. STRICHWERK versucht eine solche Grund-lage zu schaffen.

Mann muss hinzufügen, dass dieser Teil der Zielgruppe ein Magazin auch gerne in die Hand nimmt und liest, weil es schön und ästhetisch gestaltet ist. Sie zählen zu den Lesern, die ein Magazin gern in das Regal zu anderen tollen Magazinen und Büchern stellen, um es immer wieder durchblättern oder als Inspirationsquelle nutzen zu können.

unbewusst. Die Sinne der Designer, Typographen & Co. sind schon von Berufswegen für solche einfachen, multitalentierten grafischen Zeichen geschärft. Sie stehen somit stark im Fokus als Leser von STRICHWERK. Zu dieser Zielgruppe gesellen sich einige aus der Werbe- und PR-Branche, wobei für jene ein Ineinandergreifen von Fachbereichen

STRICHWERK zielt auf einen Leser ab 20 Jahren.

weiß, kann es helfen, zurück zur Basis zugehen.

in die Hand nimmt. Wenn man nicht mehr weiter

man bei Gelegenheit ein zweites und drittes Mal

blättert. Viel mehr ist es eine Art Sammelwerk, das

Wegwerfmagazin, das man kurz anliest oder durch-

mation zuholen. Jedoch ist STRICHWERK kein

und Aktionen führt. Gemeint ist hier das Grundlayout des Titels, bei dem sich der Leser noch vor

Schwächen seines Produkts zu kennen und abzuwägen, ob die Stärken überwiegen und wie man die Schwächen reduzieren kann. Hierzu muss die sogenannte SWOT- Analyse durchgeführt werden. (SWOT: Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Gefahren)) Stärke und Schwäche zugleich ist, dass STRICHWERK sich Spezialthemen annimmt und sich somit

zum Beispiel SIGNA, gesehen werden und ordnet sich aufgrund seiner Aufbereitung bei den Kreativmagazinen ein. Die Behandlung von Spezialthemen unter dem weitreichenden Zeichenbegriff macht STRICHWERK lesenswert. Gerade auf einem relativ unerforschten Gebiet hilft es, die Wissenslücken zu füllen, die andere Kreativmagazine anreissen aber nicht auszufüllen.

samen Projekten kann dadurch gesteigert werden, dass das erlangte Wissen angewandt wird. Chancen bietet STRICHWERK denen, die sich durch Hintergrundwissen an Neues wagen, neue Aspekte für sich herausholen und so Neues schaffen.

segment der Kreativmagazine ist eine Spanne zwischen 8,00 Euro und 20,00 Euro üblich. STRICHWERK siedelt sich in der Mitte an. Gebündeltes Fachwissen und eine aufwendige Gestaltung rechtfertigen dieses Preisniveau.

Buchverleger oder Firmen mit anderen zielgruppenrelevanten Produkten kommen für Anzeigenschaltungen im STRICHWERK in Frage. Die meisten der potentiellen Anzeigenkunden schalten ihre Werbung in bestehenden Designmagazinen, sowie auch in Kunst- und Kulturmagazinen. Eine zusätzliche Onlineversion von STRICHWERK würde für potenzielle Kunden neue Anreize schaffen im Magazine oder Onlineblog zu werben. Anzeigekunden wollen ihren Bekanntheitsgrad steigern und auf sich aufmerksam machen. Zu ihren

Anzeigenkunden sind essentiell für ein Magazin, da es durch diese finanziert. Bevor das Magazinkonzept dem angedachten Anzeigenkunden vorgestellt werden kann, müssen einige interne Fragen geklärt werden: Welche Anzeigenkunden könnten Interesse an einer Anzeige in STRICHWERK haben? Wo werben potenzielle Anzeigenkunden derzeit? Was sind ihre Ziele und decken sich ihre Zielgruppen mit denen von STRICHWERK? Druckereien, Font Shops, Verlage, Agenturen, Museen, Computer-Anbieter für den Designbereich,

WERBEMARKTANALSYE.

Fachbereichen kommen. Die Synergie in gemein-

STRICHWERK bei einem Verlag herauszugeben,

lichkeit für die Agentur ihr Können zu präsentieren.

WERK, bezüglich des Guten Rufes und eine Mög-

Magazins annimmt. Das wäre ein Vorteil für SRICH-

mit einer Designagentur, die sich der Gestaltung des

Denkbar für STRICHWERK ist eine Kooperation

WERK.

Werbekunden decken sich mit denen von STRICH-

STRICHWERK. Die Interessen dieser

Kunden gehören vor allem auch die Leser von

WERK unter anderem auch von der Konkurrenz ab.

baren Charakter. Dieses Gimmick hebt STRICH-

gibt dem Magazin selbst auch einen unverwechsel-

setzung mit dem Magazin und dem Thema. Das

zu gestalten, ermöglicht eine erste Auseinander-

vereinen, die aus theoretisch unterschiedlichen Strichwerk erscheint zweimal pro Jahr. Im Preis-

Aufforderung mit einem Aufkleber den Titel selbst

es aber die Möglichkeit bietet, Lesergruppen zu

hintergründig und visuell.

dem Kauf zu einer Reaktion aufgefordert fühlt. Die

der breiten Leserschaft entzieht. Gleichzeitig bietet

Kurz gesagt: STRICHWERK ist modern, aktuell,

ist das Motivationsvermögen, das zu Reaktionen

den Charakter von STRICHWERK unterstreicht,

wissen Ausgabe interessiert; Eine weitere Stärke, die

nicht jeder sich für ein spezielles Thema einer ge-

weil es in der Natur von Spezialthemen liegt, dass

das Magazin zum Überleben auf dem Markt braucht,

fahr besteht darin, nicht den Absatz zu finden, den

vor allem Spezialthemen widmet. Die konkrete Ge-

werden soll, ist es wichtig die Stärken und die

senschaftlichen Magazine zum Thema Zeichen, wie

Ein Risiko besteht darin, dass STICHWERK sich

Wie bei jedem Produkt das auf den Markt gebracht

STRICHWERK kann als eine Ergänzung der wis-

WETTBEWERBSANALYSE.

65 Jahren wird ein Designer noch Magazine aus

Erweiterung bringt und in ihre Kreativität anregt.

intensiver wahr, gerade dort, wo die Allgemeinheit

Blogs und Homepages, um Inspiration und Infor-

eines gemeinsam: Kommunikation ist ihr Beruf,

brauchen Inspiration und Information, die ihnen

sowie ihre Erscheinungsformen viel aktiver und

der digitalen Medien eher das Internet mit Foren,

Nach oben ist keine Grenze gesetzt, denn auch mit

tionen ein Magazin zu lesen wie Designer. Sie

Sie nehmen die Zeichen und ihre Verwendung

Viele aus der Zielgruppe bevorzugen im Zeitalter

Gesellschaft.

zu Zeichen oder allgemein zu Verbesserungen in der

und Ansätze entwickeln, sei es zu Kommunikation,

ität, die in jedem schlummert, eigene Vorstellungen

einer Basis, aufbauend kann jeder mit etwas Kreativ-

diejenigen, die schon Neues geschaffen haben. Auf

Grundpfeiler kann nie Neues entstehen, sondern

auf der die aufbaut. Ohne die Kenntnis über die

Sie wissen aber noch viel zu wenig über die Basis,

wollen in diese Welt der visuellen Kommunikation.

die ideale Zielgruppe für STRICHWERK, denn sie

Studenten aus den genannten Berufsrichtungen sind

Blick in dieses Magazin.

genannten Gruppen bereitstellt, lohnt für sie den

Verbesserung der Kommunikationsbasis den oben

Gebiet annimmt und es mit der Intention zur

magazin sich einr theoretischen Aspekt aus ihrem

im Magazin. Aufgrund der Tatsache, dass ein Kreativ-

mehr als wichtig ist. Alle aus der Zielgruppe haben

Künstler und Typografen haben ähnliche Inten-

Künstler beschäftigen sich tagtäglich mit Zeichen.

graphen, Semiotiker und Studenten, so wie auch

für Designer werden.

wie STRICHWERK. Neben dem visuellen Aspekt

können künftig diese Bereiche bessere Ergebnisse

Zeichen tangiert. Designer, Typographen, Signo-

Sie interessieren sich von Natur aus für ein Magazin

spezifischem Know-how als Fundament schafft,

in diesem Umfeld behaupten und zur „Pflichtlektüre“

suchen Inspiration in allen möglichen Bereichen.

knüpfung der unterschiedlichen Bereiche mit

in unserer Gesellschaft wird von der Thematik der

jeden Alters lassen sich gern auf Neues ein und

wirtschaftlich zu denken. Wenn man eine Ver-

der Kreativmagazine ein. STRICHWERK wird sich

neben Farben, Material und Sprache. Designer

Kunst eine Brücke zu schlagen und gleichzeitig

Kaufmotive und das Leseverhalten ein. Jeder Mensch

für Gestalter eines ihrer Hauptwerkzeuge dar,

versucht zwischen Wissenschaft, Design und

WAVE, beef, und Slanted reihen sich in die Rubrik

werden soll, ist Kommunikation. Zeichen stellen

so fachübergreifender Arbeiten. STRICHWERK

Zahlreiche Magazine wie PAGE, Novum, FORM,

Zeichen einsetzen. Was in allen Fällen erreicht

und Künstler können noch einiges erfahren und

Geschlecht, Alter, Bildungsstand, Beruf, Interessen,

erreichen wollen, hängt von der Art ab, wie sie

auch Menschen aus der Design- und Werbebranche

Faktoren einmal genauer. Dabei gehen wir auf

provozieren, Interesse wecken oder Zuneigung

diesen Richtungen sind gewünschte Leser, aber

STRICHWERK bietet Wissen attraktiv aufbereitet.

Um Neues zu schaffen, muss man mehr viel wissen

Informationen zu vermitteln. Ob sie nun damit

Semiotik einschließt. Vor allem Studenten aus

Beleuchten wir unsere Zielgruppe anhand einiger

immer nur ein Abklatsch dessen, was es bereits gibt.

Zeichen intensiv und in allen Varianten, um

forschung, was die Signographie und auch die

mehr für den wissenschaftlichen Aspekt der Inhalte

Designer sind visuelle Menschen. Sie nutzen

aus den Bereichen Design, Typografie, Zeichen-

Signographen und Semiotiker interessieren sich

ihre Leidenschaft und oft auch ihre Berufung.

Potentielle Leser von STRICHWERK kommen

ZIELGRUPPENANALYSE.

Akzeptanz und Interesse zu stoßen.

anderer Magazine dieses Verlages auf eine höhere

Start erleichtern und bei den existierenden Lesern

der in diesen Bereichen bereits aktiv ist, würde den

und aus der Jugend kommt die Inspiration.

Generationen. Bekanntlich lernt man aus Erfahrung

schen Fachbereichen dar, sondern auch zwischen

STRICHWERK stellt nicht nur eine Brücke zwi-

jährigen ansprechen.

in erster Linie aber eine Kernzielgruppe von 20 - 40-

Aufgrund des Designs wird STRICHWERK wird

diesem Beruf ist es niemals auf der Stelle zu treten.

dem Bereich lesen wollen. Denn das Wichtigste in

Making Of 72 /73


Kapitel vereint Grafik und Wissensartikel im dezenten Kolumnenstil.

sind. Sachliche Themen bilden die Wissensrubriken. Für jeden aus der Zielgruppe ist etwas entsprechendes

und dem Impressum. bilden das dritte Kapitel. Für dieses musste eine Recherchephase vorausgehen, um geeignete Fragen zu erstellen. Interviewpartner aus Design, Typografie, Schriftsetzerhandwerk und Mathematik setzten sich intensiv mit der Plusthematik auseinander.

nicht nur auf das Pluszeichen, sondern auf jedes weitere Thema anwendbar ist. Dazu sind die Rubriken so angelegt, dass sie sich auf unterschiedliche Themen variieren lassen: [ STRICHRAUM. im STRICHWERK. STRICHWERK fragt nach. Basiswissen STRICHWERK. Konkurrenz im

einzulassen, um so den Blickwinkel der Themenbeleuchtung anhand der Schlüsselbegriffe Gesellschaft, Kommunikation, Zeichen und Pluszeichen nachzuvollziehen zu können.

rubriken und sie geben dem Magazin seinen Rahmen. In jeder Ausgabe von STRICHWERK sind Standardbeiträge wie Inhaltsübersicht, Editorial, Making Of und Impressum als fester Bestandteil in

klar wird, dass er tatsächlich häufig vor der Kreuzoder Pluszeichenentscheidung steht.

angewandt wird. Grund für diese Abwandlung STRICHWERK behandelt pro Ausgabe nur ein

Fall mir, dargestellt wird. Anhand von Fotos und

Strichwerk und der speziellen Heftthematik.

Artikel unterstützen und das Vorkommen des Zeichens verdeutlichen.

Der Content verrät dem Leser, wo ein neues Kapitel beginnt und was ihn dort erwartet.

Bildersammlungen folgen Beispiele, die diesen

ein Fazit aus dem Blickwinkel des Autors, in diesem

Das Editorial. Es erfolgt eine Einführung zu

‚Multitalent STRICHWERK‘ ist die Rubrik, in der

ins Grübeln kommen, wobei ihm sicherlich schnell

Wellenmodell, welches in einer Abwandlung

einziges Thema.

Diskussion und die fünfte Rubrik. Der Leser soll

Die Heftdramaturgie von Strichwerk folgt dem

‚Konkurrenz im STRICHWERK‘ bildet eine

die Leser die Möglichkeit, sich auf eine Lehrstunde

bekommen je nach Thematik, passende Unter-

jeder Ausgabe zu finden.

In Kapitel vier ‚STRICHWERK Basiswissen‘ haben

STICHWERK in der Gesellschaft.] Die Rubriken

STRICHWERK. Multitalent STRICHWERK.

Das Magazin endet mit dem Literaturverzeichnis Die Interviews in der Rubrik ‚STRICHWERK fragt‘

dabei. Das Magazin erhält eine Inhaltsstruktur, die

Making Of ab.

und Produktion des Magazins schließen das

und das Markenkonzept. Organisationsstruktur Gleichgesinnte oder Formverwandte trifft. Dieses

gelegte Gestaltungsrichtlinien zu STRICHWERK

und Interviews zur Sache miteinander verflochten

eigene Welt.

dieAtmosphäre in der Thematik lockern sollen.

Hier werden Konzeption, Idee zum Thema und fest-

Lösungsansätze für die Vermarktung, das Marketing

Fotoreportage und Illustration bilden diese ganz

Grund gibt es Kolumnen, die mit ihrem Sprachstil

Das ‚Making Of‘ bildet den letzten Teil des Inhaltes.

Ort, wo das Zeichen entstanden ist und wo es auf

pflegen. Eine Mischung aus Kolumne Wissen,

theoretische Vorstellung assoziiert ist. Aus diesem

Gebrauchs von Zeichen in der Signographie.

Kapitel 2 ‚im STRICHWERK‘ führt den Leser an den

kennen, die häufigen Umgang mit dem Pluszeichen

schon mit der Thematik des Pluszeichens eine sehr

das Making of, Interviews, wobei Meinungsinterviews

Dort lernt der Leser auch die Personengruppen

Magazin darf sich nicht zu verstaubt anhören, da

durch die Beleuchtung des Pluszeichens anhand des

beschrieben. Zusätzlich gibt es einen Einblick in

den Plusraum, eine andere Welt, die Zeichenwelt.

einen Spagat zwischen sachlich und salopp. Das

schaft‘ unterstreicht die vorangegangene Rubrik,

STRICH-WERK sind Fotoreportage, Features wie

ein Gefühl für das Plus und entführt den Leser in

im Journalismus. In STRICHWERK macht dieser

Die vorletzte Rubrik ‚STRICHWERK in der Gesell-

Weitere journalistische Darstellungsmethoden in

Kapitel 1 ‚STRICHRAUM‘, gibt in der Erstausgabe

Der Schreibstil ist eines der wichtigsten Instrumente

PLANUNG DES JOURNALISTISCHEN & OPTISCHEN ERSCHEINUNGSBILDES VON STRICHWERK.

Making Of 74 /75


10/15,159 pt

Alle Headlines des Magazins sind in fünf Schnitten der 'Futura Std' [Light, Light Oblique, Book, Book Oblique, Heavy] umgesetzt, bis auf illustrative gestaltete Titel die Akzente setzen. Zitate, Literaturverzeichnis und Impressum werden ebenfalls in der Futura gesetzt.

pluszeichen pluszeichen pluszeichen pluszeichen pluszeichen

Fließtext wird in der Adobe Garamond Pro /Regular gesetzt. Ihre Laufweite ist manuell auf -10 einzustellen, was ihr schmeichelt.

pluszeichen

Claim und Thematik werden in der im Heft verwendeten Futura Std Light dargestellt.

Der Magazintitel ist als Markenzeichen in der 'Frutiger LT Std' 55 Roman gesetzt.

multitalente hautnah 11/13,2 pt

strichwerk

einen Gegenpol dar, um Akzente zu setzen.

in eine Art Schriftendschungel ausufert, oder stellen

Garamond abgestimmt, damit das Magazin nicht

verwendeten Schriften sind auf die Futura und die

auch durch Zitate in die Texte ein. Alle anderen

ter gibt. Die „Futura“ fügt sich auf elegante Art

gewogenen Schnitt hat und dem Magazin Charak-

anderem mit der Schrift „Futura Std“, die einen aus-

und wirkt elegant. Highlights erhält das Heft unter

12 Punkt in Relation zum Format sehr gut lesbar

höhe von 10 Punkt und einem Zeilenabstand von

ästhetisch wirkt. Der Fließtext ist mit einer Versal-

eine Kombination, die in sich sehr harmonisch und

(Regular), genutzt. Diese beiden Schriften ergeben

en, eine Serifen-Schrift, die „Adobe Garamond Pro“

Für die Fließtexte wird, um die Lesbarkeit zu erhöh-

„Frutiger LT Std (55Roman)“ für den Covertitel ein.

STRICHWERK setzt eine serifenlose Schrift, die

TYPOGRAFIE.

aus und muss die Thematik stützen.

Leseanreiz. Es macht den Charakter des Magazins

Erscheinungsbild mit den wichtigsten Kauf- und

Neben dem Schreibstil bildet das optische

70/84 pt

GESTALTUNGSKONZEPT.

Making Of 76 /77


sich STRICHWERK von anderen Magazinen ab.

bei STRICHWERK sind Kopfsteg, Außensteg und

verwendet, um so Highlights und Abhebung optisch und haptisch erlebbar zu machen. Haptik spielt eine große Rolle bei Magazinen, denn nur, was sich gut anfühlt, will länger in Händen gehalten werden. Der Titel wird auf einem Umschlag aus mattem, 300 g/m2 schweren Papier gedruckt. Der Innenteil des Magazins wird in zwei Bereiche unterteilt: Das Making Of wird, um die Besonderheit in der ersten Ausgabe hervorzuheben, auf mattem, einge-

Inhalte zu verlieren. Zur Unterstützung der Lesbarkeit und des Magazincharakters ist STRICHWERK in sechs Spalten pro Doppelseite, also je drei pro Seite, à 72 mm mit einem Steg von 5 mm angelegt. Für den Fließtext werden pro Doppelseite maximal vier der sechs Spalten genutzt, einzelne Ausnahmen bestätigen die Regel. Der Fließtext wird als linksbündiger Flattersatz gesetzt. Auch dies dient der Erhöhung der Lesbarkeit.

drängen. Sie ist sehr eigenwillig, würdevoll und extravagant und wird mit Fantasie und Übersinnlichem verbunden.31 Sie ist allerdings auch neue Trendfarbe für den Herbst 09.

für die Ästhetik des Magazins. STRICHWERK #1 ist mit CMYK Farben gestaltet. Dies kommt dem Druck der Erstauflage im Digtialdruckverfahren entgegen.

darf problemlos in den Hintergrund. 20/15/11/40 eingesetzt. Mit den hellen Hinter-

23/17/13/46

Akzente

20/15/11/40

Text

–14mm–

– 35mm –

–14mm–

10 % Schwarz

Die Farbe Lila hat keine Signalwirkung, ist aber sehr

Headlines/ Cover/ Elemente

–15mm –

Violett bilden die Basisfarben für STRICHWERK.

Grau und das frische aufmerksamkeitserregende

einen Bunt-Unbunt-Kontrast. Das zurückhaltende

gewählt, polarisiert und setzt Highlights. Beide bilden

schwer wirken würde. Ein Violett passend zum Grau

sonst im Verhältnis zum restlichen Magazin zu

kein Schwarz für den Fließtext eingesetzt, da der Text

optisches Gleichgewicht zuerzeugen. Es wird bewusst

23/17/13/46 verwendet, um die Lesbarkeit und ein

63/100/0/15

Färbung in 10% Schwarz. nicht unterzugehen.

20/15/11/40

Rest des Magazins zu unterscheiden, bekam es eine in einem ästhetischen Rahmen zu erscheinen und Für den Fließtext wird ein dunkleres Grau mit

Um das Making Of� zusätzlich zur Haptik vom Umgebung und lassen dem Inhalt die Möglichkeit,

gründen bilden die Headlines eine angenehme

noch Ausstrahlung. Es ist frisch und rückt bei BeFür Titel und Headlines wird ein kühles Grau

Das helle und kühle Grau wirkt leicht und hat den-

präsent und lässt sich nicht in den Hintergrund

Farben erzeugen Stimmung und sind maßgebend

FARBGESTALTUNG.

auf glänzendem Magazinpapier abgebildet.

färbtem Papier gedruckt. Der restliche Inhalt wird

Es werden drei unterschiedliche Papierqualitäten

mit 15 mm konzipiert, um durch Bindung keine

Fußsteg 14mm von Rand angelegt, der Bundsteg ist

Das Format: Mit den Maßen von 250 x 350 mm hebt

In der Seitengestaltung wird der Satzspiegel festgelegt,

–14mm–

SEITENFAHRPLAN / SATZSPIEGEL.

Making Of 78 /79


die Perspektive, in der es fotografiert wurde und die von den vorherigen Fotos abweicht, Spannung in die Fotostrecke. So wird auch in der Fotostrecke die Variationseigenschaft des Pluszeichens aufgegriffen.

Der Blick fällt immer zuerst auf die hellste Stelle im Bild, also auf das Plus. Für die Fotostrecke wird das Pluszeichen auf seiner Reise durch den Alltag portraitiert. Alle Fotos sind in München entstanden.

Magazins anzusprechen. Die Fotostrecke und die Anwendungsbeispiele in „Die Reise des Plus“ und „Multitalent STRICHWERK“ bilden, fotografisch gesehen, den Hauptanteil der Visualisierung in

on und damit auch keine Kultur. Das Plus ist eines dieser Zeichen, das Kultur ermöglicht, und gliedert sich daher in diesem Foto bei einem der Fundamente des Gebäudes ein. Das Pluszeichen beschließt weitere Funktionen auszuüben, die es in der Gesellschaft einnimmt, dazu mischt es sich unter das Volk. Auf dem Marienplatz den täglich tausende von Menschen überqueren, übt es die Funktion als Kunstskulptur,

zum Wort Reise. Jede Reise beinhaltet Fortbewegung auf unterschiedliche Arten und Haltestellen. Um Bewegung darzustellen, wird das Plus in seiner Ursprungsposition leicht geneigt, dies vermitellt einen Eindruck von Gehen‘. Haltestellen des Pluszeichens, die in statischen Bilder dargestellt werden, sind Plätze, an denen seine Facetten unterstrichen werden, oder das Plus als unterstützendes Element dient.

chen und klaren Pluszeichen unterstreicht. Das für den Leser zuerst sichtbare Motiv ist der Aufkleber auf der Banderole, die über eine Vektorgrafik die Anleitung zum Aufkleben und Gestalten des STRICHWERK – Covers gibt. Der Aufkleber hat die Form eines Kreises, der die Umgebung für das mittig platzierte Plus bildet. Das Größenver-

geber aus. In erster Linie konfrontiert und aktiviert es mit seinem Dasein, welches Erstaunen und Begeisterung sowie Verwunderung bei den Menschen auslöst. Nach der langen Reise begibt sich das Plus in einen Raum, wo es die Eindrücke verarbeiten möchte. Dort angekommen, stehen schon einige Personen bereit, um sich die möglichen neuen Facetten, die das Plus mitgebracht haben könnte, zu greifen und diese für ihre Zwecke zu nutzen. Zum Abschluss begibt sich das Plus zum einen an seinem geschichtlichen Urpsung zurück. Die Autos, die durch das Plus miteinander in Verbindung stehen, werden gleichzeitig miteinander addiert.

Die Fotostrecke startet mit einem ganzseitigen Aufhängerfoto, dem Plus in seiner verbindenden Funktion zwischen zwei Güterwaggons, das zu mehr und vor allem in die Pluswelt einlädt. Die Reise des Pluszeichen beginnt an der Bushaltestelle, wo es die Vorteile der Fortbewegung mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nutzen will. Schon hier wird deutlich, dass sich das große Plus in die Gesellschaft einfügen kann, ohne dass es auf den ersten Blick die volle Aufmerksamkeit erhält. Erst auf den zweiten Blick bekommt es Reaktionen wie Erstaunen, Verwundern und Innehalten. Mit provokanter Größe, die eine direkte Konfrontation bewirkt, ist das Plus bewusst für alle wahnehmbar. Das Pluszeichen entscheidet sich dann doch für das schnellere Fortbewegungsmittel, die U-Bahn, von wo aus es dann in eine Bank zieht. Hier unterstreicht es seinen Einsatz als positives Vorzeichen in der Wirtschaft und auf dem Finanzmarkt. Geld ist Mehrwert,

und wirkt schlicht und präsent. So fügt sich der Aufkleber, der im gleichen Grauwert wie der Markenschriftzug produziert wurde, sich in die Magazinästhetik ein und unterstreicht die Thematik von Ausgabe eins.

Fotostrecke Die erste große Visualisierung findet durch die Fotostrecke ‚Die Reise des Plus‘ in der ersten Rubrik ihre Anordnung. Hier wird der Leser ein Stück tiefer aus der alltäglichen Welt in die Pluswelt entführt. Die Fotostrecke ist eine Besonderheit und bildet einen wichtigen Teil der Arbeit. Die Fotos sind in ihrer Farbigkeit in Adobe Photoshop etwas nachgesättigt, um sie noch intensiver wirken zu lassen. Der Hauptakteur in der Fotostrecke ist das Pluszeichen, das eigens hierfür aus Styropor angefertigt wurde. Es ist klar und in seiner Farbigkeit im origi-

Touristenattraktion, Ruheplatz und Orientierungs-

Kulture, ohne Zeichen gäbe es keine Kommunitati-

Statischen darstellen, schlägt gedanklich eine Brücke allem in der Erstausgabe die Thematik vom einfa-

hältnis zwischen Kreis und Plus ist ausgewochen

theater. Unsere Gesellschaft definiert sich über ihre

Das Einspielen von Bildern die Bewegung und das seine Schlichtheit in der Magazinästhetik, die vor

Die nächste Station des Pluszeichens ist das Staats-

reisen können.Das Foto vor der Bank bringt durch

Bild in den Vordergrund und nicht zuübersehen.

Damit sind in erster Line die Bildanteile des

STRICHWERK. Das Magazin ist geprägt durch

ohne Geld würde man im Speziellen auch nicht

nalen Styroporweiß belassen, damit ist es auf jedem

Ein visuelles Zeichen in der Gesellschaft.

Das Pluszeichen – ein Multitalent

multitalente hautnah

strichwerk

Visualisierungen in STRICHWERK.

VISUALISIERUNGEN.

derung zum selbstgestalten.

auf der sich der Aufkleber befindet, mit der Auffor-

bringen. Dazu erhält das Magazin eine Banderole,

den potentiellen Leser zu einer ersten Reaktion

Covers mithilfe des Gimmicks sollte idealerweise

einbeziehen. Eine Aufforderung zur Gestaltung des

Der Aufkleber soll den Leser direkt in das Magazin

kleber, der das jeweils behandelte Zeichen trägt.

Das Gimmick von STRICHWERK ist der Auf-

Inhalt.

aufbau soll den Leser neugierig machen auf den

lungen auf den Inhalt. Diese Art von Spannungs-

lebt von seiner Schlichtheit und gibt vage Vorstel-

lässt das Magazin aus der Menge herausstechen. Es

Das Coverdesign ist prägnant, ansprechend und

dend. Sie bilden die Marke STRICHWERK.

ohne eine Themenaufschrift aussagekräftig und einla-

einem komplett weißen mattem Umschlag sind auch

‚multitalente hautnah‘ in der Futura Std Light auf

violettfarbenen unterstreichenden Claim

serifenlose Frutiger LT Std für ‚strichwerk‘ mit dem

Prägnanz und Wiedererkennungswerte. Die graue

#1 2009

Das Pluszeichen - ein Multitalent!? Ein visuelles Zeichen in der Gesellschaft.

Bei der Titelgestaltung setzt STRICHWERK auf

strichwerk

multitalente hautnah

TITELGESTALTUNG / GIMMICK.

Making Of 80 /81

+


STRICHWERK fragt‘ wurden mit passenden Fotos, die auf der Reise mit dem Plus entstanden sind, unterstützt und sie führen über die dargestellten Motive zum Artikelthema hin.

STRICHRAUM, der als Vektorgrafik die Personen auf sehr stilisierte Weise abbildet, die sich am häufigsten im Plusraum aufhalten, mit dem Pluszeichen agieren, ihm neue Facetten zuordnen und es in

will, erfährt mehr über Intentionen und Beweggründe zum Pluszeichen und zu Strichwerk.

STRICHWERK werden durch Fotos, Grafiken und typografische Spielereien unterstützt und ver-

Anteil überwiegt über dem Bildanteil im Magazin.

daher wurde vor allem mit Typografie gearbeitet, ihr

ästhetik. Zeichen sind ein typografisches Thema,

Visualisierung zugunsten der schlichten Magazin-

Grafiken visualisiert. Eine Entscheidung über die

deutlicht, einige Rubriken werden sogar nur über

die Inhalte zu erreichen. Wer sich darauf einlassen

sie ein großes Pluszeichen. Die meisten Artikel in

Magazin um 90 Grad zu drehen. Das Magazin

Aus diesem Grund wird der Leser aufgefordert, das

werden, um die gewünschte Bedeutung auszusagen.

agiert. Es muss im richtigen Kontext positioniert

deshalb, da der Mensch immer mit dem Pluszeichen

Das ‚Making Of‘, greift die Aktion auf. Aktion

muss in die richtige Position gebracht werden, um

dern vermeidet eine Konkurrenz mit der Fotostrecke.

nicht nur der Grundfarbigkeit des Magazins an, son-

zuvor definierten violett versehen. Das passt die Fotos

Fotos unterstützt. Diese werden mit einem violettem

ten und gescannten oder im Internet ergatterten

Anwendungsbeispiele werden mit eigens fotografier-

male, die für sie typisch sind und zusammen bilden

allerei Bereiche verlagern. Die Figuren erhalten Merk-

Konkurrenz im STRICHWERK‘ und

Das Gastspiel im Plusraum‘ ist ein Teil der Rubrik

Making Of 82 /83


kaufsfördernd wirken, müssen aber später den Gewohnheiten der Zielgruppe angepasst werden. Darüber hinaus bringen Plakatkampagnen in Form von Citylights die nötige breitenwirksame Aufmerksamkeit. Die geplante Onlineversion in Blogform von Strichwerk soll nach und nach eine größere Anhängerschaft mit sich ziehen.

sollte unbedingt angedacht werden, da so gleichzeitig eine Mund-zu-Mund Propaganda stattfinden kann. Dieses Marketinginstrument sollte im Zusammenhang mit dem Abonnementverkauf eingesetzt werden. Für die PR sind Pressemappen mit Pressemitteilungen und Leseproben aus Ausgabe #1 ein wirksames Marketinginstrument.

Bewusst gegen den Trend der Pocketformate wird STRICHWERK ein großformatiges Magazin. Es dominierte nicht das Kriterium der Mobilität, sondern das des Sammelcharakters. Die Wahl der hochwertigeren Klebebindung unterstützt unter anderem dieses Kaufkriterium. Verkaufsfördernde Maßnahmen für Händler

es kann preiswert Aufmerksamkeit schaffen. In diesem Rahmen setzt Strichwerk die Motive zu den

steller, Thekensteller, Visitenkarten, Plakate, Türkleber etc.

enen Plätzen gekonnt in Szene mittels der Coveraufkleber oder abwaschbarer Graffiti. Jeder soll sich fragen, wozu oder zu wem die Motive gehören und wer die Aktion initiiert hat. Skulpturenartig und als Teaser können Motive aus Styropor in die Kulturlandschaft von Städten eingepasst werden. So erhält man oft, wenn auch erst auf den zweiten Blick, einen Aha-Effekt, dieser ist gewiss, genau wie die Mund-zu-Mund Propa-ganda, die dadurch

und Beilagen in anderen Magazinen oder im Onlineblog und -foren statt, aber auch über online Plattformen wie facebook und xing. Desweiteren sind Direkt-Mailings geplant, um die Zielgruppe anzusprechen. Die Suche nach einem Verlag mit Werbebudget der einen Start von STRICHWERK ermöglichen könnte, wird zur Hauptaufgabe werden. Mit einer solchen Kooperation wäre der Launch des Magazins realisierbar.

form für grafische Zeichen außerhalb der Wissenschaft. STRICHWERK will Grundlagenwissen über Zeichen vermitteln und somit eine Basis für Fachbereiche aus der Kommunikationsbranche schaffen. Das Bewusstsein über die Vorteile des Ineinandergreifens der Bereiche mit Hilfe von Zeichen soll auf einer gemeinsamen Basis entdeckt

Anfang gemacht, er lockt nicht nur die definierte Zielgruppe an, sondern schafft Interesse für viele aus der Gesellschaft, was eine Steigerung des Bekanntheitsgrades mit sich bringt, auch wenn das Magazin nur angefasst wird. Das Bild von STRICHWERK verankert sich so in den Köpfen der Menschen.

setzen, von diesem elementarsten Teil der Kommunikation oft so gut wie keine Ahnung. Diese Wissen wird oft weder im Studium noch anderweitig genügend vermittelt. Es muss meistens selbst mit Hilfe von Theoriebüchern angeeignet werden.

an das Magazin binden kann. Er braucht ein Vertrauen in das Magazin, beziehungsweise in die Marke „strichwerk“. Von Ausgabe zu Ausgabe muss er überzeugt sein, nützliche Informationen zu erhalten.  Daher muss mit der Zielgruppe

STRICHWERK ist unter anderem eine visuelle Ergänzung zu den theoretischen Abhandlungen der Zeichenthematik und macht Hintergrundwissen allen ganz simpel zugänglich, und ist nicht mehr nur für den Wissenschaftlern verständlich. STRICHWERK reißt nicht Hunderte von Themen an und setzt dem Leser dann nur eine bruchteilhafte

Der Leser verpasst was, wenn er die Ausgabe nicht kauft. Dieses Gefühl vermitteln nicht nur die Interviews mit in der Szene bekannten Designern, sondern auch die Ideen, die hinter den aufwendigen Fotoreportagen stecken. STRICHWERK geht auf die Bedürfnisse der Leser ein und bietet so für jeden etwas Besonderes.

konkret beleuchtet werden. Es gibt Anregungen zum Weiter- und Mitdenken.

werden. STRICHWERK soll sich in den Köpfen der Leser verankern. Dafür braucht die Marke

inspirierend. Das ist STRICHWERK.

Leser entführt wird und ‚multitalente hautnah‘ bietet den Anreiz, sich auf diese Welt einzulassen.

Attraktiv, seriös, interessant, nützlich und

STRICHWERK bildet eine eigene Welt, in die der

schon mit dem Namen und dem Untertitel gestrickt.

strichwerk‘ eine Geschichte. Diese Geschichte ist

Thema kann es aus dem definierten Blickwinkel

Das Lebensgefühl STRICHWERK muss vermittelt

Information vor. Durch seine Spezialisierung auf ein

Worin liegen unsere Begründungen?

kommen, ein Teil von STRICHWERK zu sein.

kommuniziert werden. Sie muss das Gefühl be-

32

der Branche, die sich mit Zeichen auseinanderDer Leser braucht Nutzwerte, damit man ihn

werden. Schauen wir genauer hin, haben viele aus

Warum sind wir da? Strichwerk bietet eine Platt-

Markenkompetenz

dem Untertitel ‚multitalente hautnah‘ ist ein guter

STRICHWERK als Marke zu inszinsieren. Mit

Aufgabe vom Markenmanagement ist es,

MARKENKONZEPT.

angestoßen wird.

lichster Darstellungsweise in den Städten an verschied-

Publikumswerbung findet über Anzeigenwerbung

jeweilig behandelten Themen dezent in unterschied-

Guerilla Marketing ist eine gute Möglichkeit, denn

werden. Die Händler erhalten Taschen, Pappauf-

müssen neben der Publikumswerbung geplant

Promotionaktionen am Point of Sale können ver-

Die Möglichkeit der „Leser werben Leser“ Methode

Das Format ist eine Marketing-Entscheidung.

Marketingmaßnahmen

Sommer, am 24. Juli 2009, erscheinen.

ausnahmsweise im Rahmen der Bachelorarbeit im

orientieren oder umorientieren. Ausgabe #1 wird

im Frühjahr und im Herbst, wenn viele sich neu

kaufen. Strichwerk wird zweimal pro Jahr erscheinen

und über Magazinstores, die Spezial-Magazine ver-

Einzelverkauf, Fachhändler, Abonnementverkauf

STRICHWERK-Vertriebswege laufen über den

VERMARKTUNGSANSÄTZE.

Making Of 84 /85


Art Director + Grafikteam

Texter = Redakteure

Chef vom Dienst für alles und jeden zuständig

Verleger/ Chefredakteur

So viel Mühe und Anstrengung sollen nicht im Verborgenen bleiben. Ideenfindung. Wochen in der Staatsbiliothek. Motiverstellung und Texten. Selbsterkenntnis und Verwerfung.

DOKUMENTATION

mierer, die für eine funktionierende Website sorgen.

den Onlineblog. Hinzukommen noch Program-

Das Team kümmert sich auch um die Inhalte für

Versandorganisation zuständig.

um die Realisierung auf dem Papier und für die

Termine eingehalten werden. Er ist für alles rund

munikation mit der Druckerei, damit garantiert alle

+ Ein Produktioner sorgt für eine reibungslose Kom-

die richtige Note geben werden.

Team von kreativen Gestaltern, die STRICHWERK

+ Um den Art Director bildeet sich ein kleines

Posten zusammengefasst.

+ Die Texter und die Redakteure sind zu einem

untergehen.

seine Organisation würde ein Neuling wie wir

definitiv besetzt werden, denn ohne ihn und

+ Die Position des Chef vom Dienst muss

Chefredakteurs übernimmt.

+ dem Verleger, der gleichzeitig die Aufgaben eines

zusammen aus

Die STRICHWERK-Redaktion setzt sich

bei Zeitschriften wie Gala oder Bunte.

Die Redaktion ist daher weniger umfangreich als

ein Neuling im Marktsegement der Kreativmagazine.

Redaktionsstruktur benötigt. STRICHWERK ist

Für spätere Ausgaben von STRICHWERK wird eine

REDAKTION.

Making Of 86 /87


die ich durcharbeiten musste, führten zur Umsetzung meiner Erkenntnisse in der vorliegenden Magazinform. Provokant wählte ich auch den Untertitel zu STRICHWERK, ‚multitalente hautnah‘. Provokant deshalb, weil erstens vielen Zeichentheoretikern dieser Schritt zu weit geht und zweitens die Neugierde der Leser erweckt.

eignen Umwelt. Ein Thema, das viele Menschen betrifft und interessiert, dass noch nicht mehr als ausgiebig behandelt und umgesetzt wurde, ist schwer zu finden. Je genauer man sich seine Umgebung und die der Gesellschaft anschaut, umso mehr wird man sich klar, dass sich dieser bewusste Blick lohnt. Mein Fokus fiel dabei auf das scheinbar

Pluszeichen zu nähern. Also zerlegte ich das Wort Pluszeichen‘ erstmal in seine Bestandteile und er-

Schritt. Die letzte große Herausforderung vor dem Startschuss in das Berufsleben als Designerin.

Crow „Zeichen“ geht auf visuelle Zeichen in der

Zum ‚Plus‘ war so gut wie nichts zu finden. Der lateinische Wortursprung führte mich zur ersten Bedeutung des Pluszeichens, Mehr.

Die Recherche über schon behandelte Themen. Die darauffolgende Ernüchterung, dass so gut wie jede Thematik aus dem Leben schon einmal auf eine ge-

chen. Diese entstand auf die Initiative von Andreas Stötzner hin. Hefte zu dieser Lehre werden seit 2000 unter dem Namen SIGNA veröffentlicht. Diese brachten mich in meiner eigenen Thematik einen großen Schritt nach vorne. Die signographische Forschung soll durch vergleichende Analyse die Basis für Behandlung morphologischer, praktischer, psychologischer, historischer, soziologischer und künstlerischer Fragestellung schaffen. Begriffe und Methoden aus mehreren Fächern werden in einen Zusammenhang gestellt. So kann eine erweiterte

Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht klar, dass diese Arbeit recherche- und gestaltungstechnisch meine bisher größte Herausforderung werden würde. Erste Vorahnungen kamen mit dem Recherchestart auf. Außer ein paar kleineren Bedeutungsdefinitionen und ein, zwei Seiten in den Büchern zur Geschichte der mathematischen Notationen, waren weder in der bayerischen Staatsbibliothek noch im World Wide Web Erkenntnisse oder wissenschaftlich fundiertes Material über das Pluszeichen zu finden.

Thematik in die Gesellschaft.

Teil der ersten Aufgabenstellung auf und trägt die

Der Titel des Magazins STRICHWERK fängt einen

ter des Projekts.

vereint den wissenschaftlichen und kreativen Charak-

die Inhalte meiner Recherche am Ende präsentiert,

Die Umsetzungsidee, ein Magazin zu gestalten, das

und einen Gedankengang, beides galt es zu klären.

Diese Zielformulierung, beinhaltete nun eine These

Zeichen in der Gesellschaft.“ ist, in vielen weitere Bereiche problemlos einfügt.

ein ‚Strichwerk‘ in der Gesellschaft“

mir die Signographie, die Lehre vom grafischen Zei-

des Pluszeichens liegt.

komplexer Bedeutung. Dem Pluszeichen hat noch

„Die Entwicklung des Pluszeichen –

Gegensatz zum Minus, das weitaus facettenloser

geschriebenen Wort, sondern auf der visuellen Form

gewöhnliches Thema, zu einer einfachen Form mit

gelegen. So änderte ich

„Das Pluszeichen - ein Multitalent. Ein visuelles

Da das Hauptaugenmerk der Arbeit nicht auf dem

rum in die allgemeine Gesellschaft. Ein außer-

Dieses Aufgreifen kam meiner Magazinidee sehr

Version der Projektformulierung aufzugreifen.

Auf meiner Suche nach grafischen Zeichen begegnete

Pluszeichens aber eine Notwendigkeit darstellt.

Dieser Bereich trägt den Facettenreichtum wiede-

Aufmerksamkeit geschenkt. Wobei es sich im

grafische Zeichen ein, was für die Thematik des

gerade im Designbereich so viel Anklang findet.

Endprojekt und in der angepassten, verbesserten

in

leider nicht ausreichend auf visuelle und speziell

ursprünglich aus der Mathematik stammt und

mente der ersten Version, der Aufgabenstellung im

ung der Aufgabenstellung. Es gelang mir alle Ele-

sondern auch die Notwendigkeit einer Modifizier-

tallisierte sich nicht nur die Umsetzungsidee heraus,

und nach auf das Pluszeichen anwenden. Während

das, was das Thema unterstützt, konnte ich nach

Zeichen und visuelle Kommunikation – also all

Basiswissen über Zeichen – speziell über grafische

niemand außerhalb der Mathematik ausreichend

als Urväter der Semiotik. Die Semiotik geht

Grundwissen über Zeichen an. Dieses Grundwissen

reichtum des Pluszeichens ein. Ein Zeichen, das

Entscheidung eignete ich mir erst einmal ein

dem ich keine konkrete Umsetzungsidee hatte.

und Charles Sander Peirce zurück, beide gelten

stützend sein würden. Zur Erleichterung dieser

tion. Letztlich entschied ich mich für das Thema, zu

zination Zeichen vor allem durch den Facetten-

Bücher für mein Thema sinnvoll sind und unter-

ob nun eine Kampagne, ein Buch oder eine Anima-

auf die Zeichenlehren von Ferdinand Saussure

stand ich nun vor der Entscheidung, welche der

beinahe jedem Thema existierte eine Umsetzungsidee,

nahm ich mir aus der Semiotik. Hier griff ich

wissenschaftlichen Magazinen durchforschte, kris-

schaftlich fundierten Büchern und Artikeln. Hier

ich somit eine längere Liste mit Themenideen. Zu

meiner Bachelorarbeit. Ich ließ mich auf die Fas-

der Zeit, in der ich in zahlreichen Büchern und

Zum Thema Zeichen gibt es Massen an wissen-

Themenfindung. Schon vor Semesterbeginn hatte

Die Thematik des Pluszeichens wurde Gegenstand

vermittelt. Die Informationen über die Bedeutungen

Mit dem Wort ‚Zeichen‘ hatte ich mehr Erfolg.

meiner Umwelt prägte die Zeit bis zur definitiven

des Pluszeichens, dessen Ursprungstheorie, dem

Einsatz von Zeichen einige wesentliche Grundlagen

wisse Art behandelt wurde. Das intensive Beobachten

Wahrnehmung Kommunikation und den dortigen

visuellen Kommunikation ein und hat mir für

thematik unterstützend bei. Das Buch von David

Diesem Anliegen wirkt die Aufarbeitung der Plus-

die bestehenden Fachgrenzen hinaus entstehen.

Nutzbarkeit von partikularen Erkenntnissen über

Monate langes Grübeln über ein geeignetes Thema.

hielt ‚Plus‘ und ‚Zeichen‘.

Es musste aber eine Möglichkeit geben, sich dem

Die Bachelorarbeit, der vorerst letzte akademische

Zeichenlehre, kann zu kreativeren Ansätzen führen.

Kommunikation, verbunden mit Wissen aus der

auf allerlei Geräten. Der Blickwinkel der visuellen

signets, zwischen den Pflastersteinen oder auch

genommen, ob nun im ‚t‘ in Schriftzügen, in Firmen-

Pluszeichen. Das Pluszeichen wird intensiver wahr-

‚impft‘ die Gesellschaft umgangssprachlich für das

Den Blick auf die Thematik durch ein Magazin

langen Entschlüsselungsprozess unterliegen.

dessen Bedeutungen jedem klar sind und die keinem

zieren und Gestalten. Das Pluszeichen – ein Zeichen,

bewusste, kreative Art und Weise zum Kommuni-

nutzen das Pluszeichen und seine Facetten auf

en begegnet. Einige Mitglieder unserer Gesellschaft

unterschiedlichste Weise in verschiedenen Bereich-

frontation erkennen wir, dass es uns täglich auf

und nimmt es dort bewusst war. Bei direkter Kon-

der Gesellschaft sieht es in der Mathematik verankert

und auf die ein oder andere Art nutzt. Die Mehrheit

einfache Pluszeichen. Ein Zeichen, das jeder kennt

Meine Zuneigung zum Print und die Theorieberge,

Die Idee ergab sich aus intensiver Beobachtung der

IDEENFINDUNG.

Making Of 88 /89

+


schickt werden mussten. Bewusst wählte ich Personen aus Design, Typografie, Theorie und Mathematik aus um differenzierte Sichtweisen zuerhalten. Erfreulicherweise habe ich jedes der angefragten Interviews entweder persönlich durchführen können oder per E-mail zurückerhalten. So wird die Erstausgabe von STRICHWERK durch sechs Interviews geziert. Die Gespräche und der Kontakt über E-mail regten mich nicht nur zu neuen Ge-danken, das Pluszeichen betreffend, sondern verschaffte mir häufig wieder freien Blick für weitere Herangehensweisen.

in der Konzeption festgesetzt wurden. So gab ich dem Ganzen Struktur und einen Leitfaden. Die Entwicklung des Magazinkonzepts stand somit in der Rangliste ganz oben. Parallel dazu recherchierte ich in unterschiedlichen Büchern und Quellen für die Textinhalte. Neben der Gestaltungsrichtlinie für das Magazin erfolgte eine sinnvolle Unterteilung in Rubriken, die später ausschlaggebend für die jeweiligen Textstile und die Motivumsetzung waren. Ob nun eine Fotoreportage, Kolumne oder fundierter wissenschaftlicher Text das jeweilige Kapitel dominieren sollte, wurde in der

riesigen Pluszeichen vorbei und drehten sich nach einigen Sekunden fragend und erstaunt nach ihm

Einordnung der Rubriken, unter denen sie erschienen, als Kolumne, Interview, Wissensbericht, Reportage oder Dokumentation. Alle Rubriken sind individuell auf das behandelte Thema anwendbar und geben dem Leser eine Orientierung im Magazin. Sie kehren in jeder Ausgabe wieder. Betrachten wir dieses

aufwändige Arbeit. Sie wird in der Regel von einem Team das aus mehrerenköpfigen besteht erledigt. Da ich STRICHWERK als Einzelperson realisierte, war das Ziel des Projekts eindeutig die Gestaltung des Magazins und die Erstellung der Texte.

setzung benötig wurde, war nicht ganz so einfach realisierbar. Aus diesem Grund war ich gezwungen

Die Interviews benötigten die Vorkenntnis zum Thema aus der Recherche. Die Fragen mussten an die

Die Umsetzung der Idee, die ich für die Fotorepor-

großen Pluszeichens aus Styropor, das für die Um-

gannen die Spielereien mit Motiven und Headlines.

bedingungen ausgesetzt wird.

für STRICHWERK zu generieren.

Nach dem Texte und Grundlayout fertig waren, be-

Planung, falls STRICHWERK realen Markt-

zeitintensive, und lehrreich. Die Produktion des

Gastspiel im Malraum, …“.

zin einen Rahmen und einen Einblick in die

hatte, verlief parallel dazu. Die Realisierung war

chen funktionieren, wie zum Beispiel „Malraum,

ziels gewesen wäre. Diese Ansätze geben dem Maga-

Die Interviews waren der erste Schritt, um Material

RAUM. Dieses Schema kann für jedes andere Zei-

mauert, da dies außerhalb des eigentlichen Projekt-

zur Erstellung von Motiven, Texten und Interviews.

FUNDAMENT UND GASTSPIEL IM PLUS-

wurden aber nicht marktforschungstechnisch unter-

tage in der ersten Rubrik des Magazins entwickelt

dem Plus in München entstanden oder eben aus

PLUSRAUM, REISE DES PLUSZEICHENS,

Gedankengänge für die Umsetzung des Magazins

Das erstellte Magazinkonzept gibt den Startschuss

unserer Umwelt sind teilweise auf der Suche nach

Unterkategorien, die das Thema betreffen: in

konzept und Marketingkonzept, unterstützten die

Produktion des Magazins, der Banderolen und

und Fotografieren liefen die Anfragen für die

Neben dem Recherchieren, Schreiben, Gestalten

kopiert worden.

Magazinen, Büchern, Internetseiten gescannt und

Beispiele für die Anwendung des Pluszeichens in

grafisch in Illustrator umgesetzt. Die Motive und

Alle Motive außerhalb der Fotostrecke wurden

schaft platziert werden.

idee mit den Zeichenskulpturen, die in Stadtland-

skulptur. Diese Erfahrung führte zu der Marketing-

und Faszination für die Aktion mit der großen Plus-

Die Rubrik STRICHRAUM wird unterteilt in die

Vermarkungskonzept, Redaktionsstruktur, Marken-

um. Der Grundtenor jedoch war eine Begeisterung

Rubrikenschema kurz an einem Beispiel:

Konzeptionelle Ansätze für Bereiche wie Anzeigen,

Der Großteil Menschen ging zu erst achtlos an dem

wechselung von Plus und Kreuzform thematisiert.

„Konkurrenz im STRICHWERK“, welches die Ver

gab mir zusätzlich eine Bestätigung für die Rubrik

Kreuz in meinem Styropor-Plus. Diese Beobachtung

Umsetzungsart der Motive wurden angepasst an die

intensive und eine gestalterisch sowie konzeptionell

Menschen sahen kein Pluszeichen, sondern ein

verliefen parallel. Der Schreibstil der Texte und die

negativ eingestellten Menschen und vor allem ältere

Plusskulptur ein Pluszeichen erkannt. Die (leider!)

tsichtlich positiv eingestellt sind, haben in meiner

Meine Feststellung dabei: die Menschen, die offen-

bei der Arbeit zusahen.

unterschiedlichsten Reaktionen von Leuten, die uns

ihm stand. Während des Shootings kamen die

die Umgebung nicht zu sehr in Konkurrenz mit

Pluszeichen seine Facetten zeigen konnte und wo

ich nach Scharakterstarken Plätzen, in denen das

des Pluszeichens durch den Alltag. Dabei suchte

dem Styropor-Plus auf einem Rollbrett die Reise

Tage lang durch München. So portaitierten wir mit

K_04, der mich bei der Fotostrecke unterstützte, drei

schwere Plus begleitete mich und Michael Dorn von

professionelle Hilfe hinzuholen. Das 24 Kilogramm

Die Erstellung eines Magazins ist eine sehr zeit-

Die Gestaltung des Grundlayouts und das Texten

zeitig mit ihnen geführt und von ihnen zurückge-

Typografie benötigten Gestaltungsrichtlinien, die

Heftdramaturige definiert.

Interviewpartner weitergeleitet werden, da sie recht-

Offene Fragen bezüglich Farbwelten, Bildstile und

nicht mein letztes Magazin.

STRICHWERK ist mein erstes und ganz bestimmt

und manchmal nicht machbar ist.

malt, bei der Realisierung allerdings schwerer fällt

nis, dass vieles was amn sich im Kopf einfach aus-

ich erweitern. Ich erhielt allerdings auch die Erkennt-

ern, Adobe Potoshop und Adobe Illustrator konnte

und Erstellung zahlreicher Motive mit Spray, Mark-

InDesign, die Zusammenarbeit mit der Produktion

richtlinien, Layout und Reinzeichnung in Adobe

Konzeption und im Festlegen von Gestaltungs-

Fotoshootingorganisation, Motivgestaltung,

Erfahrungen in Mikro- und Makrotypografie,

unterstreicht.

den Aufkleber die Marke des Magazins klar

geachtet, dass der Titel sowohl mit als auch ohne

verständlich wurde bei der Titelgestaltung darauf

stattfinden, wie das Musterbeispiel zeigt. Selbst-

ein wenige nach rechts verschoben unter dem Titel

sich einen Moment Gedanken. Diese wird vermutlich

Aufkleber. Vorausgesetzt die Teilnehmer machen

voraussichtlich häufigste Platzierungsposition der

Wahrnehmung zu und gibt eine Vermutung für die

im oberen linken Bereich lässt Schlüsse auf die

gemacht werden. Die Platzierung des Magazintitels

können so in wenigen Minuten begreiflich

Interaktion der Gesellschaft mit dem Pluszeichen

bezüglich der Bedeutung des Plus-zeichens und die

dem Thema und dem Magazin. Die Variationen

Zuschauer, zu der ersten Auseinander-setzung mit

möchte. Auf diese Art kommen die „Leser“, also

zu überlegen, wo man den Aufkleber platzieren

Aufkleber verteilt. Die Aufgabe besteht darin, sich

Hierfür werden Duplikate des Covers und einzelne

Variationsreichtum des Pluszeichens näher bringt.

Präsentation der Bachelorarbeit den Facetten- und

Experimentidee, die den Zuschauern bei der

welche später das Cover zieren, führten zu einer

der Aufkleber. Die Aufkleber mit dem Plusmotiv,

Making Of 90 /91


20/ 15/ 11/ 40 63/ 100/ 0/ 15 23/ 17/ 13/ 46

Banderole Pressenter Digitaldruck Cover

Aufkleber

Gedruckt von Gedruckt in Gefärbt mit Highlights Fließtext

Gefeatured mit

Bilderdruck glänzend

20/ 15/ 11/ 40 CMYK www.typographus.de

Hotmelt 140 x 140 x 50 cm

Gebunden mit Klebebindung Geschnitten aus

Styropor

PVC matt

Pluszeichen

Digitaldruck

rund

CMYK

Heininger GmbH

90 g/m2

SOPORSET

120 g/m2

Making Of

Bilderdruck glänzend

135 g/m2

Innenteil

Bilderdruck matt

300 g/m2

Umschlag

Gedruckt auf

PRODUKTION.

Making Of 92 /93


Making Of 94 /95

LITERATUR. Zitat Seite 71 /

2

3

ABBILDUNGEN.

Zitat Seite 74, wiederrum zitiert aus Johannes Widmann "Behende vnd hubsche Rechenung auff allen kauffmanschafft" Leipzig 1489, folg. 88r

Abb.1_ T.Schwab_0051_seen.by

Zitate aus Artikelauszug von Ulrich Reich, Karslruhe; "Vom Pluszeichen biz zum Gleichheitszeichen: Neuere Erkenntnisse über die Enstehung unserer

http://www.slanted.de/eintrag/piktogramme-die-einsamkeit-der-zeichen

gebräuchlichsten Zeichen"/ Gesamtwerk: Wolfgang Hein, [Hersg. Peter Ullrich]; "Mathematik im Fluß der Zeit"/ Allgorismus 44 (2004)

Abb.2_ http://www.slanted.de/images/MG_1583.jpg Abb.3_ http://www.slanted.de/images/MG_1519.jpg

sinngemäße Wiedergabe Seite 4.

4

Helmut Felber, Gerhard Budin "Terminologie in der Theorie und Praxis" Gunter Verlag Tübingen/ (1989) / [ISBN 13: 978-3878087830] /gelesen

Die Gegenwart der Linie Ausstellung in der Pinakothek der Moderne/ München/ 2009

über http://books.google.de/books

Abb.4_ Künstler unbekannt.

5

Abb.5_ von Guyton

Zitat Seite 125

Sonja Steiner-Welz "Ornamente und Schrift in der Werbung" Reinhard Welz Vermittler Verlag Mannheim e.K/ (2005) / [ISBN: 3866562454]

Abb.6_ Motiv Jannis Kounellis/ ohne Titel („Z- +V“) 1960

6

Abb.7_ http://www.simpuhl.com/wp-content/uploads/2009/07/055960189b0baa6ccb562072a3b8eefd379ce476_m.jpg

Zitat Seite 91 Artikel von Andrea Thiem 'Adrian Frutiger Der Mensch und seine Zeichen' Buchbesprechung

Slanted # 6 SIGNS, SYMBOLS, ORNAMENTS / Das Gefühl Typografie Herst 2008 Zitiert Adrian Frutiger/ Seite 4 / Seite 27/

1

7

8

18

Seite 4/

19

Seite 23/

22

Seite 35/

25

Seite 7 Zitat TiloRichter/

Abb.8_ http://seen.by/dirk-paessler/kreuzung-in-havanna-kuba 26

Seite 28/

27

Seite 29/

28

Seite 32/

29

Seite 33

Abb.9_ veer.de/ Bild/ CY0701053_P

Andreas Stötzner, SIGNA Heft1, Auflage 2 (2005) "Signographie - Entwurf einer Lehre des graphischen Zeichnens" / Denkmalschmiede Höfgen

Abb.10/Abb.11_ vichy.de/ Werbebilder

GmbH [ISBN: 3-933629-15-2]

Abb.12_ w+j / http//:www.behance.net/Gallery/Walsh-an-Jenkins/174772

9

Zitat Ingo Preuß

Abb.13_ alte Batterienschachtel aus einer Bildersammlung_Herkunft unbekannt.

http://www.typeforum.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=41&mode=&order=0 / www.preusstype.com / (14.Juni.09) 10

Zitat aus Wikipedia

Abb.15_strellson/ logo-screenshot/ strellson.com

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Soziologie) /(26. Juni 09) 11

Zitat Seite 8/

23

Zitat Seite 45

Abb.16_ The Layout Look Book von Max Weber/ Verlag Collins Design Abb.17_ HP+ Scann aus_ Motion Design - Moving Graphics for Television, Music, Video, Cinema and Digtal Interface/ von Matt Woolman/

David Crow "Zeichen: Eine Einführung in die Semiotik für Grafikdesigner "/ Stiebner; Auflage:1 (Juni 2005)/ [ISBN-10: 3830713002] 12

Abb.14_lodownmagazin.de

Seite 13

Verlag ROTO VISION Abb.18_ Infoheft Macromedia MHMK_Masterstudiengang

Klaus Beck/Kommunikationswissenschaft/ http://www.uvk.de/buchdetail/pdf/9783825229641_l.pdf/ Gesamtwerk: Klaus Beck;

Abb.20_ co&co coporate collection 100% magenta 2009 von Mirco Kurth

"Kommunikationswissenschaft" Utb; Auflage:1 (Oktober 2007) ISBN-10: 3825229645

Abb.21_ Ausschnitt aus J.Widmanns "Behende vnd hubsche Rechenung auff allen kauffmanschafft" Leipzig 1489

Blatt 6 _Zitat Vorlesungsskript Frank Barth/

13

14

Blatt 7/

15

Blatt 23

http://www.frankbarth.de/fileadmin/Skripte/VisKomTheo_MH02kurz.pdf/ April 2008 16

Zitat nach Winfried Nöth. / 17 Zitat Abschnitt -

Was ist ein graphische Zeichen?

Andreas Stötzner 2004/ AS – Signographie-Einführung – 1.0/ http://www.signographie.de/cms/front_content.php?idart=145 (09.06.29) 20

Zitat

Zitat/ S.05 /F.Olaf Radtke/ http://www.evgemeindebockenheim.de/resources/Radtke-Stelenkreuz.pdf /2007 21

S.205 sinngemäß

Seven Frotscher, 5000 Zeichen und Symbole der Welt./Haupt; Auflage:1/ (1. September 2006)/ [ISBN-13: 978-3258068022] 24

Zitat aus S.61 Klaus Oehler/ „Charles Sanders Peirce“/ C.H.Beck Verlag/ 1.Auflage/ 1993/ISBN 10: 34 06346359

30

Seite / 31Seite 164/

32

Seite223

Die Zeitschrift von der Idee bis zur Vermarktung/ Edigna Menhard, Tilo Treede/ UVK/ 20004/ (ISBN: 3-89669-413-8)

Abb.22_ Postkarte für slanted #7


Impressum

STRICHWERK multitalente hautnah Magazin für multitalentierte Zeichen # 1 Das Plusziechen - ein Multitalent. Ein visuelles Zeichen in der Gesellschaft www.strichwerk-magazin.de Herausgeber Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation München Im Rahmen der Bachelorarbeit im Studiengang Digitale Medienproduktion Fachrichtung Mediendesign Redaktionsleitung Herr Professor Eckhard Rocholl Gestaltung Agnes Berreth Fotostrecke unter Mithilfe von Michael Dorn K_04 München Illustration und Grafik Agnes Berreth

Eidesstattliche Erklärung

Konzeption

Ich, AGNES BERRETH

Agnes Berreth

geboren am 26.OKTOBER 1986

Kontakt

erkläre hiermit, die vorliegende Bachelorarbeit selbständig und

Agnes Berreth

ohne fremde Hilfe angefertigt zu haben. Dabei habe ich mich keiner

FH-DM-MD-06WS

anderen Hilfsmittel bedient als derjenigen,die im beigefügten

M - 20672

Quellenverzeichnis genannt sind.

Tumblingerstraße 56/ Apt #222

Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus Veröffentlichungen

80337 München

entnommen wurden, sind von mir als solche kenntlich gemacht.

0176/ 21 82 444 5 mail@agnesberreth.de

München, den 24. Juli 2009

agnesberreth.de macromedia-fachhochschule.de

...……………………………………………….. Studienort Unterschrift Studierende/r (= Verfasser/in)

http://agnesberreth.de/strichwerk-magazin/strichwerk  

http://agnesberreth.de/strichwerk-magazin/strichwerk.pdf

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you