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Unabhängiges Fachmagazin für den Kartoffel, Obst und Gemüsehandel • Seit 1986

32 Jahrgang • Mai 2018

Spezielle Ausgabe

Gewächshausgemüse

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90 „Wir müssen vom Radar besser erfasst werden“

„Nicht nur mit Volumen lässt sich Geld verdienen“

Gaston Opdekamp

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Michael Brinkmann

100 „Wir folgen den Gepflogenheiten der Branche nicht“

Wir brauchen bei Bio kürzere Ketten” Job van den Berg

Petra Veldman

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108 „Die Nachfrage übersteigt das Angebot“

„Trotz Verschiebung nach Asien großes europäisches Interesse an neuseeländischen Äpfeln“

Coert Lamers

Tony Fissette

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110 „Bio Fairtrade Bananen werden langsam zum Standard“

„Mehr Aufmerksamkeit für Innovationen bei der Reifung notwendig“

Ben Huyghe

Frits Popma

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126 „Junge Menschen auf Managementniveau sind wichtig für die Zukunft“ Hein Deprez

84 „Verhindern, dass Avocado zum Luxusprodukt wird“ Greg Vicherat

„Red Conference bietet gute Perspektiven“ Filip Lowette


32Jahrgang • mai 2018

Inhaltsverzeichnis 4

Geringeres Volumen, aber gute Saison spanischer Frühkartoffeln

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Vermarktungsorganisationen zur Spargelsaison 2018

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Neues Verpackungssystem bietet logistische Effizienz

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Der Belgier möchte lokal angebautes Bio-Gewächshausgemüse auf seinem Teller

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Umfangszunahme im Land des Gewächshausgemüses • Agro Care • CombiVliet • Hoogweg Paprikakwekerijen

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Gewächshaussaison 2018: Blick in die Zukunft bleibt Kaffeesatzleserei

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Die Kleinen sind im Kommen

42

Gartenbauzentrale Main-Donau versucht sich, mit Spezialkulturen abzuheben

44

Unterglasprodukte zusammen mit anderen regionalen Erzeugnissen anbieten

48

Minitomaten: Kleineres Format, doch Geschmack bleibt das Wichtigste

50

Hälfte der gewächshausgemüse-produktion nach deutschland und england

58

Hydro-Anbau verlängert die Haltbarkeit von Salat

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Beleuchteter Anbau gewinnt mehr und mehr an Boden

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Weniger Schweizer Konsumtourismus nach Wechselkursanpassung

78

Leere Kernobstmärkte und Unsicherheit bei der Kältebehandlung von Zitrusfrüchten

82

Roboter übernehmen die Arbeit von Produktionsmitarbeitern

89

Die westliche Küche entdeckt (endlich) Taugé

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Spanische Erdbeeren nicht ohne Hindernisse

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Saat gibt dem Kartoffelanbau einen neuen Impuls

Liebe Leserinnen und Leser, Gewächshausgemüse – die niederländische Branche ist damit groß geworden. Aus den hochwertigen, fortschrittlichen Gewächshäusern finden Paprikas, Tomaten und Gurken ihren Weg in die ganze Welt. Doch auch anderswo auf der Welt bleibt die Entwicklung nicht stehen. Niederländische Gewächshaushersteller und Installateure machen im Ausland Überstunden. Die Großen der Branche in den Niederlanden mit Flächen über 100 Hektar werden immer größer. In dieser Ausgabe der Primeur werden sie vorgestellt. Die zehn größten Produzenten stehen schon für fast zehn Prozent der Fläche. Aber auch in diesem Jahr erwies sich ein rentabler Saisonstart für viele Akteure als schwierig. In dieser Nummer wagen belgische und holländische Exporteure einen Vorausblick auf die Saison. Außerdem erinnert sich Gaston Opdekamp von der Kooperative Hoogstraten an die Fusionsgespräche mit BelOrta und legt dar, wie er die Zukunft sieht. Auch wenn Sie es dieser Nummer nicht ansehen – wir versenden die Ausgabe an den Obst- und Gemuse Handel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine ideale Gelegenheit für Inserenten, um sich auf diesem Absatzmarkt zu profilieren. Viel Spaß beim Lesen! Die folgende deutschsprachige Ausgabe von Primeur wird dann im Februar anlässlich der Fruit Logistica 2019 versandt. Bis dahin können Sie sich natürlich auch tagesaktuell auf unserer Website umschauen: www.Freshplaza.de Pieter Boekhout Herausgeber

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Kartoffeln

Geringeres Volumen, aber gute Saison spanischer Frühkartoffeln Als Reaktion auf die „grottenschlechten“ Preise des vergangenen Jahres wurden in diesem Jahr in Spanien 20 Prozent weniger Kartoffeln gepflanzt, sagt Bart Nemegheer von De Aardappelhoeve. Er reiste in der 16. Kalenderwoche nach Spanien, um die Situation einzuschätzen. Während seiner Reise nahm er sich die Zeit für einen Bericht über das, was er bei den spanischen Kartoffelanbauern sah. Sein Resumee: es scheint eine normale Saison mit einer guten Qualität zu werden. Als Folge der geringeren Anpflanzung wird das Angebot in diesem Jahr kleiner sein. „Das vergangene Jahr war volumenmäßig ein Spitzenjahr, aber die Preise waren grottenschlecht und es gab kaum Absatz,“ erinnert sich Bart. Die Kartoffeln wurden kaum verkauft, und als Reaktion darauf haben die spanischen Anbauer in diesem Jahr weniger gepflanzt. Darüber hinaus hat es in den

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vergangenen Wochen viel geregnet. In ein paar Wochen fielen in Sevilla 400 Millimeter Niederschlag. „Sie haben hier wirklich viel Wasser abbekommen, wodurch es in Sevilla 20 Prozent weniger Ertrag gibt. In der Region Cartagena wird der Ertrag normal sein, wenngleich dort weniger angepflanzt wurde.“

TROCKEN UND WARM – KEIN PROBLEM „Das sollte eine ausgeglichene Marktsituation mit normalen Preisen ergeben,“ erwartet Bart. Sevilla und Cartagena sind für die belgischen Kartoffelhändler die wichtigsten spanischen Anbaugebiete. „Wenn diese Saison gelaufen ist, können wir mit den deutschen und belgischen Frühkartoffeln beginnen, die ab Mitte Juli am Markt sind.“ Ende April / Anfang Mai beginnt die Kartoffelernte und ab Mitte Mai sind die Kartoffeln in großen Volumina verfügbar.

Das Wachstum der Kartoffeln ist weit fortgeschritten. „Ich gehe davon aus, dass sie in etwa zwei Wochen mit dem Ausgraben beginnen werden,“ sagt Bart. „Es darf jetzt trocken und warm werden, denn die Knol-


lenbildung ist schon erfolgt. Jetzt heißt es abwarten, bis sie zum richtigen Maß herangewachsen sind. Wie immer das Wetter wird, es hat keinen Einfluss mehr auf das Kaliber.“ Die Saison verläuft günstig, wodurch die Maße von der Bandbreite her normal ausfallen. „Alles ist schön grün. So wie es jetzt aussieht, werden die Pommes-frites-Sorten grob und die Größensortierung der festkochenden Kartoffeln macht einen guten Eindruck.“ WARTEN AUF SPANISCHE KARTOFFELN Bart würdigt die Qualität der von ihm gesehenen Kartoffeln: „Die Farbe der Schale und die Waschbarkeit ist spitze, alles sieht gut aus. Ich glaube, dass wir eine gute Qualität erwarten dürfen.“ Für die Anbauer sind das gute Aussichten. „Jeder kann eine gute Saison gebrauchen.“

Die spanischen Kartoffeln haben eine gute Position auf dem Markt. „Eigentlich wartet jeder auf diese Kartoffeln, weil sie ein Qualitätsprodukt sind,“ sagt Bart. „Die Kartoffeln sind von fester Haut.“ Er schätzt, dass zwischen achtzig und neunzig Prozent der Frühkartoffeln in den Supermärkten aus Spanien importiert werden. „Italien ist weniger wichtig. Die meisten Importeure blicken nach Spanien, da die Qualität noch besser ist als die der italienischen Kartoffeln.“ FRÜHKARTOFFEL VOR ALTER ERNTE Ein weiterer Vorteil der spanischen Frühkartoffeln liegt beim Transport. Frühkartoffeln aus Zypern, Malta oder aus Israel haben einen logistischen Nachteil. „In den Niederlanden erkennt man durchaus noch eine Nachfrage nach Kartoffeln aus Malta, aber in Belgien ist dieser Markt viel kleiner. Sie wird durchaus verkauft, aber in geringerem Maße,“ erläutert Bart. Die Kartoffeln aus der roten zypriotischen Vulkanerde haben allerdings eine Position auf dem belgischen Markt. „Die sollen mehr

Geschmack haben und mehr Mineralstoffe beinhalten,“ fährt er fort. „Der Großteil kommt allerdings aus Spanien, auch wegen der kürzeren Distanz und weil der Transport einfacher ist.“

Vor der spanischen Saison importiert De Aardappelhoeve auch aus Israel. „Wir beginnen damit, weil das die erste Frühkartoffel ist,“ sagt Bart. „Sobald spanisches Produkt verfügbar ist, gehen wir auf spanischen Import über.“ Obwohl Spanien den größten Teil des Imports bei De Aardappelhoeve in Beschlag nimmt, importiert das Unternehmen auch aus anderen südeuropäischen Ländern wie etwa Italien.

der belgische Kartoffelhändler. Wenn das Wetter gut wird, verlangt der Verbraucher nach einer Frühkartoffel von guter Qualität. Die Qualität der gelagerten Kartoffeln lässt nach. „Es wird etwas übrig bleiben von den Kartoffeln der alten Ernte, das ist klar.“ Die Supermärkte entscheiden selbst, wann sie auf Frühkartoffeln umstellen. „Dann ist es egal, ob noch viel oder nur wenig von der alten Ernte verfügbar ist, dann ist Schluss,“ fährt er fort. Einige Supermärkte sind schon bei der Umstellung, aber jeder Einzelhändler hat diesbezüglich seine eigene Vorstellung. „Es hängt auch ein wenig von der angebotenen Qualität ab.“ (RM)  bart@deaardappelhoeve.be

Die alte Ernte, mit denen die Lager noch ziemlich voll sind, können den Markt für die Frühkartoffeln kaum beeinflussen. „Wie viel Vorrat es auch gibt – wenn die Saison zu Ende ist, muss man umstellen,“ sagt

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Vision

Gaston Opdekamp

„Wir müssen vom Radar besser erfasst werden“ Erdbeeren sind für die Kooperative Hoogstraten nicht nur sommerliche Favoriten, das Obst macht auch den größten Teil des Umsatzes aus. Der Fokus auf die Frühlingserzeugnisse’ ließ die Aufmerksamkeit für anderes Weichobst in der Vergangenheit verblassen, aber jetzt stehen auch Himbeeren und Blaubeeren überzeugend auf dem Programm. Ist die Kooperative damit nicht etwas spät? Gaston Opdekamp, der Geschäftsführer der Kooperative Hoogstraten, gibt auf diese Frage eine Antwort. Er blickt zurück auf die Fusionsgespräche mit BelOrta und wirft einen Blick in die Zukunft. Wie betrachten Sie das vergangene Jahr? „Wir haben ein gutes Jahr hinter uns, mit einem höheren Umsatz als in den vergangenen Jahren. Das Volumen ist praktisch stabil, leicht steigend. Wir hatten einen Umsatz von 236 Millionen Euro, reines Produkt. In den vergangenen Jahren haben wir einen Aufwärtstrend beim Umsatz gesehen, obwohl wir ein schmales Produktpaket haben. Ungefähr 45 Prozent des Umsatzes erzielen wir mit den Erdbeeren, den Rest steuern Gewächshausgemüse, Freilandgemüse und Kleinobst hinzu.“

„Die vergangenen beiden Jahre waren für Erdbeeren gut, wobei wir einen schönen Durchschnittspreis realisieren konnten. 6

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Möglich war dies auch dank einer guten Ertragsstreuung. So haben wir eine Preisspitze im Juli gesehen, worauf ein Tief folgte. Im Jahr 2016 war der Herbst ungewöhnlich, man könnte sagen übermäßig stark. Im vergangenen Jahr war das anders. Der Markt blieb längere Zeit wie gewohnt, so dass es im Allgemeinen eine gute Saison war. Die Volatilität der Preise ist langfristig vielleicht nicht gut. Einige Leute mögen keine Tagespreise, aber wir haben im vergangenen Jahr das Maximum aus dem Markt geholt.“

„Beim Glasgemüse war es ein Jahr mit wechselnden Ergebnissen. Bezogen auf 2016 haben wir einen guten Durchschnittspreis

erzielt, bei gutem Ertragsvolumen. Uns fällt auch auf, dass die Investitionsbereitschaft bei Anbauern wieder zunimmt. Die Top-Unternehmen suchen immer nach Investitionsmöglichkeiten, aber uns fällt eine zunehmende Breite auf.“

„Bei Tomaten haben wir dem Volumen nach ein Wachstum von sechs bis sieben Prozent realisiert. Bedenkt man, dass wir eine Hinwendung zu mehr Spezialitäten sehen, die einen geringeren Kiloertrag haben, dann ist das sehr positiv. Es gibt traditionell in den Sommermonaten einen Zeitraum von einigen Wochen, in denen der Preis sackt, doch diesen Preisrückgang haben wir im vorigen Jahr nicht erlebt. Dadurch liegt der Durch-


schnittspreis höher, obwohl es keine echten Spitzen gab. Der Paprikamarkt war lau, in jeder Hinsicht. Wir haben mäßige Preise erlebt, ohne Spitzen, ab und zu jedoch mit einer Delle. Der Durchschnittspreis war daher schwach. Die beiden vorangegangenen Jahre waren besser. Die Preise der Gurken waren schlecht, bei Zucchini war der Markt ordentlich.“ „Wenn wir uns das Endergebnis anschauen, sind wir zufrieden. So hoffen wir, dass die-

ses Jahr vergleichbar wird, am Besten mit einer Korrektur bei den Paprikas.“

Wie war die Situation beim übrigen Weichobst? „Die Kiwibeeren und Kirschen hatten schwer unter dem Frost zu leiden. Deshalb waren die Erträge gering, mit einem Viertel bis Drittel des Volumens. Der Frost schafft auch Qualitätsprobleme. Bei Blaubeeren, Himbeeren und Kirschen sehen wir jedoch Perspektiven. Wenn wir die Anpflanzungen

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betrachten, erwarten wir tolle Volumina und eine gute Kontinuität.“

Der Blaubeermarkt wächst bereits seit einigen Jahren, sind Sie nicht zu spät in diesen Markt eingestiegen? „Die Erweiterungen beim Blaubeeranbau gibt es schon seit einigen Jahren, es braucht jedoch ein paar Jahre, bevor diese Erweiterungen voll produzieren. In den kommenden Jahren werden wir auf ein Volumen von einigen hundert Tonnen jährlich wachsen.

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Vision

Das Ende des Wachstums auf diesem Markt ist noch nicht erreicht, obwohl manchmal Platz auf dem Markt entsteht, was den Preis sinken lässt. Derzeit sieht man in Belgien Aktionsangebote, bei denen die Supermärkte zwei Schalen à 100 Gramm für 7,99 Euro anbieten. Wenn man bedenkt, was der Anbauer dafür bekommt, ist das scharf kalkuliert. Blaubeeren sind für uns eine wertvolle Ergänzung zu den Erdbeeren.“ „Bei uns treffen die Anbauer die Entscheidung, wir als Organisation beschäftigen uns nicht mit dem Anbau. Wir beobachten den Markt und hören zu. Das geben wir durch an die Anbauer, fangen jedoch selber nichts an. Auch hieran können Sie sehen, dass wir Kempener sind, die lassen sich nicht so leicht direkt auf neue Dinge ein. Auf der anderen Seite haben wir schon 2005 mit den Tomaten-Specials angefangen. Damals waren wir frühzeitig dabei.“

Haben Sie die Breite des Weichobstsegments in den vergangenen Jahren genügend im Blick gehabt? „Man könnte sagen, dass der Erfolg der Erdbeeren auf dem Opfer des Weichobstpaketes in den achtziger Jahren basiert. Wenn ein Anbauer vor zwanzig oder dreißig Jahren mit Erdbeeren anfing, hat er gute Jahre gehabt. In den achtziger Jahren

hatten wir noch alle Sorten an Weichobst im Haus, aber aufgrund des guten Marktes für Erdbeeren ist ein Großteil hiervon verschwunden. Jetzt ist die Diversifizierung wieder da, und Anbauer schauen sich nach Blaubeeren, Himbeeren und Brombeeren um. Durch den Erfolg der Erdbeeren sind diese Produkte im Aufwind.“ Das Himbeer-Volumen bei Hoogstraaten wächst ebenfalls. Ist das ein vielversprechender Markt? „Dies Volumen wächst gut, ist jedoch noch immer ziemlich beschränkt. Es ist eine Sortimentergänzung für unsere Kundschaft, von der wir keine tausend Kilo vermarkten.“

Im vergangenen Jahr wurden auch Fusionsgespräche mit BelOrta geführt, wie bewerten Sie diese? „Wir gaben Ende März bekannt, dass Gespräche mit BelOrta geführt würden. Wir haben es von Anfang an professionell angepackt, auch eine Beraterfirma war involviert. Letztendlich soll nicht der Berater fusionieren, man muss die Psychologie der beiden Gruppen ins Auge fassen, die man zusammenbringen will. Das Tempo der Gespräche war zu langsam, die Fortschritte waren zu gering. Letztlich haben wir im November beschlossen, dass daraus nichts wird und sind einvernehmlich auseinandergegangen. Es war eine gute Übung.“

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„Beide Parteien sahen die Bündelung der Kräfte

als notwendig an, vielleicht passiert es eines Tages doch noch. Mit der damaligen Mechelse Veiling, die jetzt Teil von BelOrta ist, haben wir seit den siebziger Jahren gut zusammengearbeitet. Dementsprechend kennen wir uns in- und auswendig, aber eine Fusion ist ein großer Schritt, bei der auch große Gruppen von Anbauern überzeugt werden müssen. Die Frage war immer, wann und nicht ob Gespräche zwischen BelOrta und Hoogstraten stattfinden sollten. An der Zusammenarbeit hat sich nichts verändert, aber wir kamen überein, dass es nicht der richtige Augenblick war.“

Sie sagen, dass BelOrta und die Kooperative Hoogstraten die Vorteile einer Fusion erkannten. Können Sie dazu noch mehr sagen? „BelOrta und Hoogstraten sind finanziell starke und gesunde Unternehmen mit engagierten Mitarbeitern, daran lag es nicht. Allerdings sehen wir, dass der Umfang und die Menge der auf uns zukommenden Herausforderungen immer größer wird. Wenn man dann mit denselben Mitarbeitern mehr erreichen kann, muss man das untersuchen. Wir sind unseren Anbauern gegenüber verpflichtet, strategische Entscheidungen zu treffen. Die zukünftigen Entwicklungen verlaufen immer schneller, weshalb wir immer öfter vor neue, schnelllebige Herausforderungen gestellt werden. Wir können diese Herausforderungen nur dann richtig anpacken, wenn wir mit den passenden Mitarbeitern den richtigen Weg einschlagen.“ „Außerdem fällt uns eine weitere Konsolidierung auf Abnehmerseite auf, so dass wir auch auf Verkäuferseite mehr Macht brau-


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chen, um mittels Zusammenarbeit die Kräfte zu bündeln.“

Woran scheiterten die Verhandlungen? „Es gab nicht genug Druck, es war nicht der richtige Augenblick. Wenn Sie mich darum bitten, den Finger in die Wunde zu legen, so kann ich das nicht, denn es gab keine Wunde. Es gab keine schwachen Punkte, es war einfach nicht der richtige Augenblick.“ Ist Wachstum für die Kooperative von Bedeutung? „Wachstum ist wichtig. Wenn ein Unternehmen nichts produziert, kann es dichtmachen. Wachstum verleiht finanziellen Spielraum, das ist klar, es ist jedoch auch von Bedeutung für die Positionierung und um die Kontinuität zu garantieren. Wir konzentrieren uns auf Wachstum, unserer Ansicht nach sind wir noch nicht groß genug. Die Anbauer wenden sich an uns, weil wir etwas zu bieten haben. Seit 85 Jahren ist Hoogstraten eine stabile Partei mit systematischem Wachstum. Immer war es organisches Wachstum, das uns stark gemacht hat. Das Unternehmen wächst auf diese Weise weniger ruckartig und man steht nicht vor der Herausforderung, ver-

schiedene Kulturen zusammenzubringen.“

„Organisches Wachstum wird immer schwieriger. Schaut man sich in Flandern um, so fällt auf, dass im Gartenbau kaum neue Unternehmen hinzukommen. Häufig geht es um Vergrößerung und Neubau innerhalb von Unternehmen. Das räumliche Wachstum ist auch begrenzt, unser Land ist langsam vollgebaut. Daher blicken wir uns auch jenseits der Landesgrenzen um. Wir arbeiten schon seit mehr als 20 Jahren mit CLTV Zundert zusammen, für die wir die Erdbeeren auf den Markt bringen.“ Sind niederländische Anbauer bei der Kooperative willkommen? „Eine Reihe von niederländischen Anbauern ist bei uns angeschlossen, und die bleiben auch. Wenn niederländische Anbauer uns verlassen haben, dann weil sie ihr Unternehmen aufgegeben haben, nicht aus Unzufriedenheit. Wir sind offen für niederländische Anbauer, unsere Sprache und (Unternehmens-)kultur sind dieselbe“. „Ich glaube, dass wir bei dem, was wir tun, zu bescheiden sind. Unsere Präsentation ist begrenzt, aber wir haben viel mehr zu bie-

ten, etwa ein professionelles Team. Außerdem haben wir eine enge Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Hoogstraten. Dort wird viel Forschung in unsere Hauptprodukte investiert: Erdbeeren, Tomaten und Paprika. Unsere Stärke besteht darin, diese Forschung in der Nähe zu haben. Unsere Arbeit ist besser als das, was wir über sie sagen. Wahrscheinlich liegt es in unserem Charakter, unter dem Radar zu fliegen. Wir sind zu bescheiden, wir müssen besser vom Radar erfasst werden.“ Gibt es einen Platz für Anbauer aus anderen Ländern wie etwa Spanien bei der Kooperative Hoogstraten? „Man muss eine gute Beziehung mit seinen Anbauern haben. Wir haben eine GMO-Anerkennung, aber für die müssen unsere Anbauer und wir selbst bestimmte Bedingungen erfüllen. Die Erfüllung dieser Bedingungen fällt einfacher bei einem Anbauer, den man praktisch jeden Tag sieht als bei einem 2000 Kilometer entfernt sitzenden Anbauer. Hinzukommt, dass wir mit dem belichteten Anbau keine Engpässe bei belgischen Tomaten und Erdbeeren haben, um die Nachfrage des Einzelhandels zu erfüllen. Wenn wir Produkt benötigen, kön-

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Vision

nen wir immer hinzukaufen, dafür braucht man keine eigenen Anbauer in Spanien. Aber ich will nichts ausschließen.“

Es gibt Beispiele von Kooperativen und Versteigerungen, die in eine eigene Sorte investieren. Ist eine eigene Erdbeerensorte eine Option für die Kooperative Hoogstraten? „Wir wollen keine eigene Sorte. In eine eigene Sorte muss man viel Geld investieren, und das muss man durchhalten. Die Entwicklung einer erfolgreichen Erdbeersorte dauert wenigstens sieben bis acht Jahre, häufig jedoch länger, und es gibt keine Erfolgsgarantie. Dafür braucht man eine konstante Zufuhr an Forschungsgeldern. Außerdem muss man dann auch in den Schutz der Sorte investieren und im Falle einer massenhaften Pflanzung weltweit die Antwort kontrollieren.“ Wir arbeiten eng mit dem Forschungszentrum Hoogstraten zusammen, wo man Sorten aus der ganzen Welt bezieht. Sorten aus Kalifornien, Spanien, Großbritannien, den Niederlanden und anderswo werden

selektiert und getestet. Die meisten Sorten versagen, mit einer Auswahl der Sorten machen wir weiter. Diese legen wir den Anbauern auch zur Beurteilung vor. Außerdem führen wir seitens der Versteigerung praktische Versuche mit den Sorten durch. Dies bedeutet, dass wir mindestens alle zwei Jahre eine Sorte auf den Markt bringen, bei der die Anbauer eine finanzielle Garantie erhalten, die wir an den Preis etwa der Elsanta koppeln. So lassen sich Risiken deckeln. Wenn sich nach zwei Jahren herausstellt, dass eine Sorte überlebensfähig ist, lassen wir die Sorte los und Anbauer können sich für die Sorte entscheiden. Auf diese Weise gehen wir bereits seit Jahren vor. Anbauer wollen sich verändern und auf diese Weise doch verantwortungsvolle Entscheidungen treffen, und wir verhindern, dass ein Potpourri an Sorten entsteht.“ „Der Nischeneffekt einer eigenen Sorte ist bei Weichobst sehr schwierig, auch beim Einzelhandel, da die meisten Sorten nicht ganzjährig verfügbar sind. Beim Verkauf ist das problematisch. Außerdem ist es schwer, große Volumina zu garantieren. Wir haben

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die Elsanta, die noch immer unübertroffen ist. Im Frühjahr haben wir auch Sonata und einige andere Sorten, etwa die Magnum, aber das sind begrenzte Volumina. Insgesamt haben wir grob sieben Sorten, aber mehr als neunzig Prozent der Produktion besteht aus Elsanta oder Sonata.“

Die Verbraucher wissen nicht, welche Erdbeersorte sie kaufen, ganz anders als beispielsweise bei Äpfeln. Spielt das auch eine Rolle? „Bestimmt. Wenn ich in den Laden gehen, entscheide ich mich bei Äpfeln auch nach der Sorte und beurteile die kritisch. Wenn ein Verbraucher eine Conference-Birne möchte, wird er nicht mit einer Doyenne du Comice nach Hause gehen, denn beim Kauf spielen auch der Geschmack und der Biss eine Rolle. Bei Erdbeeren kauft ein Verbraucher das, was da ist, und oftmals ist die Auswahl beschränkt. Unterschiede finden sich bei der Verpackung und dem Gewicht. Die Segmentierung auf dem Markt ist demnach eine andere.“

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Wie ist Ihre Beziehung zu den Einzelhändlern? „Wir sind ein Partner für die Einzelhändler. Ursprünglich sind wir näher dran an den belgischen Supermärkten als der Einzelhandel in anderen Ländern, aber das verschiebt sich gerade. Immer häufiger treten ausländische Einzelhändler direkt an uns heran. Wir wollen einen Mehrwert bieten für jene Spieler, die zwischen uns und den Einzelhändlern stehen, indem wir ihnen mit Wissen zur Seite stehen. Der Verbraucher kommt zum Einzelhändler, und auch dort wollen unsere Fühler haben. Indem wir mit den Endabnehmern reden, schaffen wir Input für unsere Organisation.“ Haben Sie den Export in eigener Hand oder geht das über Kunden? „Wir haben eine begrenzte Anzahl direkter Verbindungen. Ausländische Kunden treten zwar an uns heran, wir wollen jedoch ein gutes Einvernehmen mit den Exporteuren aufrechterhalten, weil wir im selben Teich fischen. Wir haben beispielsweise keinen eigenen logistischen Apparat, ein Exporteur kann demnach einen Mehrwert darstellen. Solche Parteien brauchen wir.“

Liegt der Schwerpunkt auf Europa oder sind Fernziele auch interessant? „Wir konzentrieren uns vor allem auf Europa. Seit dem Boykott durch Russland ist jeder auf der Suche nach neuen Märkten. Kernobst und Freilandgemüse eignen sich für den Transport zu Fernzielen. Bei Tomaten und Gurken ist das problematischer. Bei Paprika ginge das, aber unser Schwerpunkt liegt nicht auf Fernzielen. Allerdings haben wir eine Verbindung nach Japan und in den Nahen Osten, aber das ist noch marginal. Diese Märkte können noch weiter bewirtschaftet werden.“

Ist der Transport dorthin ein bremsender Faktor? „Nicht unbedingt. Unsere Erdbeeren sind manchmal sechs bis sieben Tage auf der Straße unterwegs, um etwa in den Norden Skandinaviens zu kommen. Das klappt. Wir haben keine Probleme mit dieser langen Transportzeit.“ Was ist die größte Herausforderung für die Branche? „Mit horizontalem Blick auf die Produktionsebene, von der wir ein Teil sind, besteht

die größte Herausforderung in der Aufrechterhaltung der Qualität und der Nachhaltigkeit. Damit meine ich nicht nur ein sauberes Image, sondern auch die Rentabilität. Das muss auch in die Gedankenwelt der Anbauer vordringen, das müssen im weitesten Sinne des Wortes nachhaltige Unternehmen werden.“

„Die IT als tragendes Service der Unternehmen ist ebenfalls eine wichtige Herausforderung, vor allem wegen der rapiden Veränderungen. Innerhalb von dreißig Jahren sind wir vom Telex bei mobilen Anwendungen angelangt, aber ich glaube, dass wir in den kommenden zehn Jahren größere Veränderungen sehen werden als in diesen dreißig Jahren. Die IT wirkt wie ein Hebel für Dienstleistungen. Produzenten, Abnehmer und Einzelhandel beschäftigen sich ebenfalls damit. Als Kooperative Hoogstraten setzen wir nachdrücklich auf Entwicklungen wie Blockchain, Internet of Things und mobile Anwendungen. Es ist wichtig, dass wir dabei wieder vorangehen.“

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Vision

Hoogstraten ist bei den Forschungsarbeiten für einen Erdbeerpflückroboter beteiligt. Sehen Sie dafür eine Zukunft? „Der Erdbeerpflückroboter ist eine Initiative von Octinion, wo man viel Forschung zu mobilen Techniken bei Pflanzen betreibt. Die Forschung für den Erdbeerpflückroboter wurde in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Hoogstraten ins Leben gerufen. Trotz viel Skeptik zeigte der Roboter verblüffende Ergebnisse. Es ist eine Entwicklung, die wir weiterverfolgen, aber ich glaube nicht, dass das die Lösung ist. Es ist ein Hilfsmittel. Der Pflückroboter ist eine mobile Anwendung. Roboter können beispielsweise auch zur Dekontamination

von Gewächshäusern angewendet werden. Ich gehe davon aus, dass wir innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Roboter live erleben werden. Beim internen Transport sieht man auch niemanden mehr auf einem Traktor sitzen, das ist automatisiert. Auch beim Pflücken gibt es eine logische Entwicklung, und wir wollen mit dabei sein.“ Der Markt wird auch durch aktuelle Entwicklungen wie den Brexit, die Politik von Präsident Trump und den Klimawandel bestimmt. Wie sehen Sie diese Entwicklungen? „Das sind aktuelle Entwicklungen, die wir hinnehmen müssen. Derzeit hat der Brexit nur geringen Einfluss, aber wir werden mit

den Folgen umgehen müssen. Eines wissen wir sicher: das britische Pfund ist stark abgewertet, wir werden eine Flucht von Arbeitskräften aus Großbritannien erleben. Das wird Probleme mit den dortigen Ernten geben. Auch an der europäischen Spitze und in London weiß man nicht, was sich daraus ergeben wird. Kürzlich las ich einen Artikel mit fünf Szenarien, aber die widersprachen einander. Es wird viel darüber geredet, doch niemand weiß, was passieren wird. So etwas haben wir noch nie erlebt. Ich gehe davon aus, dass das weniger heiß gegessen werden wird als es jetzt aufgetragen wird.“

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„Vor zehn Jahren war man ein Schwarzseher, wenn man über den Klimawandel sprach. Wir sehen ganz deutlich Wetterphänomene. Wenn wir uns nur an den Fakten orientieren, sehen wir weltweit mehr Missernten, weil es zu nass, zu trocken, zu heiß oder zu kalt ist. Ich glaube, dass wir mit dem Klima in Nordwesteuropa noch umgehen können, das wird zukünftig ein Wettbewerbsvorteil sein. Auf globaler Ebene erleben wir mehr Katastrophen, was die Nahrungsversorgung zunehmend gefährden wird. Für Nordwest-Europa kann dies einen relativen Vorteil darstellen, wenngleich globale Tarife anderer Kosten, etwa Versicherungen, steigen werden. Nach 9/11 war es auch schwieriger, Gebäude zu versichern. Das werden Herausforderungen sein.“ Blicken wir einmal ins Jahr 2030, wie wird die Kooperative Hoogstraten dann aussehen? „Ich glaube, dass es dann weniger Anbauer geben wird, dass wir jedoch nicht weniger produzieren werden. Dadurch werden die logistischen Linien verlegt und beispielsweise viel mehr direkt vom Anbauer zum Einzelhändler transportiert werden. Wir

werden auch anders mit Daten umgehen. Es müssen Fortschritte erzielt werden, um die IT auf eine höhere Stufe zu heben. Es muss mehr investiert werden, um die Technologie auf dem neuesten Stand zu halten.“ „Ich halte es für möglich, dass es die Versteigerung als einheitliches Ganzes dann nicht mehr geben wird, so ehrlich müssen wir auch sein. Wir haben allerdings viel Know-how, und wir verfolgen auch die Entstehung einer neuen Generation unter den Anbauern. Die Gartenbauaktivitäten werden nicht aufhören, aber sie werden andere Formen annehmen. Ich gehe davon aus, dass in größeren, breiteren Verbänden gearbeitet werden wird. Das klassische ‘Lieferant-Kunde’-Denken wird sich eventuell verändern. Man wird mehr eingreifende Entscheidungen treffen müssen. Solche Entscheidungen lassen sich einfacher in einem größeren Rahmen treffen. Wir haben ein tolles Absatzunternehmen, müssen aber auch unsere Relevanz Tag für Tag unter Beweis stellen.“

Antwerpen gelöst sein werden. Hoogstraten hat ein schmales Sortiment, wir müssen also Spezialist bleiben und ausreichend Volumen behalten. Auf diese Weise können wir das Wissen über unsere Produkte sehr vertiefen, denn wir haben eine begrenzte Produktion zu überwachen. Ich bin kein Pessimist, versuche mir allerdings klar zu machen, was um uns herum passiert, um darauf eine passende Antwort zu haben oder die entsprechenden Schritte einzuleiten. Wenn das gelingt, sind wir für die Zukunft ausreichend gewappnet.“ (RM)  gaston.opdekamp@hoogstraten.eu

„Unser Firmensitz liegt in geographischer Hinsicht gut, in der Nähe der Niederlande, Deutschlands und Skandinaviens. Ich hoffe, dass dann auch die Verkehrsprobleme bei

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Spargel

Vermarktungsorganisationen zur Spargelsaison 2018 Die Spargelsaison 2018 erlebte einen Kaltstart mit anschließend geringem Volumen während der ersten wichtigen Essgelegenheit um die Ostertage, die in diesem Jahr auch noch früh fielen. Bei der offiziellen Eröffnung der Saison am 5. April waren die Volumina ebenfalls gering. Es wäre besser, wenn die Supermärkte zu diesem Zeitpunkt Spargel reichlich in den Supermärkten hätten, aber die Natur lässt sich nicht steuern und ein Datum muss einfach hingenommen werden. Glücklicherweise gab es einen offiziellen Start der Saison.

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ufgrund der Auflösung des Spargelzentrums Aceere, das die allgemeine Publikumseröffnung sonst ausrichtete, war das Ereignis in Frage gestellt. Zum Glück einigten sich die Vermarktungsorganisationen The Greenery, Teboza und ZON fruit & vegetables und machten in diesem Jahr die Öffentlichkeitkampagne – zó lekker, zó klaar. Mit dieser vom niederländischen Spargelzentrum initiierten Kampagne soll vor allem das jüngere Publikum Spargel

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besser kennen lernen und auf neuartige Weise entdecken.

ALLGEMEINE AKTIONEN, INSPIRATION UND ABWECHSLUNG IM REGAL Geertje Roodbeen arbeitet bei ZON fruit & vegetables als Vermarkterin an diversen Kampagnen, um den Gemüseverbrauch zu stimulieren. Bei einigen Aktionen macht ZON gemeinsame Sache mit den Supermarktorganisationen. Das Pop-up-Spargel-

#15-Minuten-Spargel Bis zum 11. Mai, dem Spargeltag, können Foodblogger en -vlogger noch ein Rezept einbringen, das sich in 15 Minuten zubereiten lässt. Über die Website des niederländischen Spargelzentrums können Follower und Liker für das Gericht stimmen. Die Foodblogger oder -vlogger mit den meisten 'Fans' für ihre 15-Minuten-Gerichte gewinnen die #15minuteskookchallenge. Das leckerste Rezept erhält viel Publicity über die Fangemeinde des niederländischen Spargelzentrums. Der Gewinner bekommt eine Rolle im nationalen Kick Off 2019, ebenso wie gesponserte Publicity über die Website und Social-media-Kanäle.


Auf der linken Seite Rik Kursten von Teboza und rechts Geertje Roodbeen von ZON fruit & vegetables

restaurant im Albert Heijn XL-Supermarkt am Gelderlandplein ist hierfür ein Beispiel. In dem temporären Restaurant konnten die Kunden auf Ladenebene diverse Spargelgerichte probieren. „Anschließend hat es in allen AH XL’s Kochvorführungen gegeben, bei denen Köche Risotto mit Spargel zubereiteten. So wollen wir erreichen, dass mehr Menschen mindestens einmal in der Saison Spargel essen. Derzeit liegt der Prozentsatz bei etwa 30 Prozent aller Haushalte in den Niederlanden (gut 7 Millionen). Der Albert Heijn XL am Gelderlandplein liegt in einem städtischen Gebiet und hat großes Potenzial, um ein jüngeres Publikum mit Spargel bekannt zu machen. Es wurde ein Rezept ausgewählt, das junge Menschen anspricht. Als zweites Ziel der Aktion sollen Men-

schen, die bereits Spargel essen, mit überraschenden Rezepten zum häufigeren Spargelessen inspiriert werden.“

Geertje begrüßt den Kampagneslogan, den das niederländische Spargelcentrum für dieses Jahr ausgab: Spargel – zó lekker, zó klaar. Der steht in Einklang mit der übergeordneten Orientiertheit von ZON fruit & vegetables. Im Rahmen der nationalen Kampagne werden drei Beispielrezepte verbreitet, die sich innerhalb von 15 Minuten zubereiten lassen. Hierzu wurde auch ein 15-minütiger Kochwettstreit ausgeschrieben, der während des Spargeltages am 11. Mai insbesondere die jüngere Generation ansprechen soll.

Neben Rezepten und Vorführungen ist es wichtig, dass Spargel im Regal auf verschiedene Arten präsentiert wird. „Wir wollen soviel Abwechslung wie möglich bieten – nicht nur geschälten und ungeschälten weißen Spargel, sondern auch grünen Spargel und Spargel in Frischpaketen. So erreicht man unterschiedliche Zielgruppen“, sagt Geertje.

ZON fruit & vegetables erreicht den Verbraucher auch über die Plattform VanEigenBodem.nl. „Die Verbraucher wollen wissen, woher ihre Produkte kommen. Auf VanEigenBodem.nl finden die Verbraucher Produktinformationen und Hintergründe über den Anbau und die Anbauer. Außerdem gibt es einen großen Bedarf an Rezep-

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Spargel

Von links nach rechts Rob van der Weele (The Greenery) und Walter Gubbels mit seiner Frau Trudie (Züchter im The Greenery)

ten, die lassen sich dort also auch finden. Wir wollen diese Plattform auch für die deutschen Verbraucher starten.“

KEINE HÖHEREN ERTRÄGE DURCH FLÄCHENERWEITERUNG Dank der Publikumskampagne nimmt der Absatz von Spargel und demzufolge auch die Fläche zu. Fraglich ist, ob das auch so in Balance bleibt. „In diesem Jahr erwarte ich trotz der Flächenerweiterung eigentlich keine höheren Erträge als in den vergangenen Saisons“, schätzt Walter Gubbels, ein Spargelanbauer bei The Greenery. „Im vergangenen Jahr wurde extrem viel gestochen, aber Spargelpflanzen brauchen auch eine Erholungsphase. Dafür hatten sie in den vergangenen Saisons wenig Gelegenheit, was für geringere Mengen sorgen wird. Ich erwarte in diesem Jahr eine eher durchschnittliche Saison. Im vergangenen Jahr war es plötzlich sehr warm, was für eine Steigerung sorgte. Dieses Jahr wird sich eher dehnen.“ Die Knappheit auf dem Markt und die frühen Ostertage sorgten für hohe Preise zum Anfang der Saison. Das war günstig für die Anbauer, die früh Spargel hatten, aber hohe Preise können dem Markt auch entgegenwirken. „Bei hohen Preisen gibt es immer wieder Aktionen und das Produkt ist weniger sichtbar für den Verbraucher. Wenn wir

den Konsum ankurbeln wollen, müssen die Supermärkte zum Laufen gebracht werden“, erklärt Rob van der Weele, Produktmanager bei The Greenery. „Der offizielle Start der Saison lag in diesem Jahr früher als in den vorangegangenen Jahren, unter anderem aufgrund des Wetters war dies hinsichtlich der verfügbaren Volumina frühzeitig um den Spargeltag herum. Um den 11. Mai startet das niederländische Spargelzentrum wieder eine Publikumskampagne, die sich an den Verbraucher wendet. Sie haben dann noch reichlich Zeit, Spargel zu kaufen, und wir müssen dann wirklich gut hochfahren können. Der meiste Spargel wird während der Aktionen von den Verbrauchern gekauft, wobei sie stark auf den Preis achten. Wenn also die Mengen kommen, werden wir in Absprache mit den Supermärkten Aktionen einplanen.“

Positiv ist, dass der Verbrauch von Spargel einen Aufwärtstrend zeigt. Ein Wachstum erkennt The Greenery vor allem beim Absatz von geschältem Spargel. „Jüngere Menschen entscheiden sich oft für die Einfachheit, doch uns fällt auf, dass auch ältere Menschen eine Vorliebe für geschälten Spargel entwickeln. Gutes Schälen ist sehr wichtig. Wenn dennoch hölzerne Teile zurückbleiben, mag man den Spargel nicht essen“, sagt Rob. „Wenn die Verbraucher geschälten Spargel kaufen, kann man sicher

sein, dass sie keine negative Erfahrung machen.“

„Außerdem lässt sich die Qualität von geschältem Spargel viel besser handhaben. Er wird kurz nach der Ernte geschält, auf die richtige Länge geschnitten und mit einer guten Qualitäts-Topseal-Folie verpackt. Ohne Notwendigkeit weiterer chemischer Zusätze hat geschälter Spargel eine Haltbarkeit von 5 bis 6 Tagen. Das MHD-Datum sorgt außerdem dafür, dass geschälter Spargel einfach zu nutzen ist. Die Haltbarkeit von losem Spargel beurteilen AGF-Mitarbeiter nach Augenmaß. Man muss dann allerdings einen sachkundigen Mitarbeiter haben, der für die Attraktivität des Regals sorgt, vor allem wenn das Umsatzniveau gering ist“, ergänzt Walter.

NOCH REICHLICH WACHSTUMSCHANCEN Rik Kursten, Geschäftsführer von Teboza, begrüßt die Frischkampagne der niederländischen Spargelzentrums und die Weise, auf die die Eröffnung der Saison stattfand. „Ein kurzes und knackiges Programm. Der Kampagnenfilm und die Rezepte betonen vor allem die Einfachheit. Auch der Kochwettbewerb ist eine gute Idee. Der Einfluss von Vloggern und Bloggern in Foodland ist enorm, weshalb man darauf eingehen sollte.“ Teboza hat sich als Unternehmen AGF Primeur 4 • 2018

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Spargel

komplett auf den Anbau und den Absatz von Spargelpflanzen und frischem Spargel spezialisiert. Durch Gewächshausanbau kann man dort schon im Januar die Tage bis zum Anstechen zählen. Rik: „Durch Anbau im Gewächshaus und im Treibhaus sowie in Tunneln wollen wir den Markt früh wachkitzeln, damit er anschließend für die Volumina offensteht, die den Verbraucher in großem Ausmaß über das Gaststättengewerbe, die Spezialläden und die Supermärkte erreichen sollen.“ Obwohl Teboza international tätig ist, setzt Teboza seinen Spargel zu einem Großteil auf dem niederländischen Markt ab. „Das ist noch immer ein gesunder Markt mit viel Potential. Wenn man etwa den Verbrauch in den Niederlanden mit dem in Deutschland vergleicht, gibt es noch reichlich Wachstumschancen. In Deutschland essen die Verbraucher traditionell um die 2 Kilogramm jährlich pro Person, in den Niederlanden ist das noch nicht einmal 1 Kilo. Des Weiteren sieht man in den Niederlanden noch viele regionale Unterschiede. Oberhalb der Flüsse ist das Verbrauchsmuster ein ganz anderes als im Süden. Dies erklärt sich dadurch, da Spargel historisch gesehen vor allem in Limburg und Brabant angebaut wird,

im Norden der Flüsse jedoch viel weniger. Dennoch ergreifen die Anbauer auch dort Ihre Chancen, Spargel lokal und als echtes Saisonprodukt auf den Markt zu bringen. Trotz unserer Herkunft aus Nord-Limburg sehen wir es als eine gute Entwicklung an, dass sich der Anbau weiter verbreitet. Das macht den Spargel weniger exklusiv und senkt für den Verbraucher die Schwelle für den Spargelkonsum. Letztlich kommt das allen zugute.“ Teboza setzt nicht nur weißen Spargel, sondern auch grünen Spargel ab. „Durch unser

breites Angebot, unsere starke europäische Position als Anbauer von Spargelpflanzen und die vorhandenen Produktionsstandorte in Spanien haben sich die Verbindungen zum internationalen Handel in den vergangenen Jahren weiter geöffnet. Wir haben den internationalen Markt immer besser kennen und verstehen gelernt. Viele der uns umgebenden Länder wie etwa Deutschland und Belgien sind, ebenso wie die Niederlande, bei Spargel weitgehend selbstversorgend. Export in diese Länder ist für uns kein Ziel für sich, aber wir stellen fest, dass auch in diesen Ländern Platz ist für unser Qualitätsprodukt. Außerdem können wir unsere Märkte gegenseitig gut ergänzen, denn der Spargelanbau ist und bleibt immer sehr wetterempfindlich. Zudem gibt es Länder, die aufgrund klimatischer Bedingungen nicht selbstversorgend sein können. Für uns als Teboza eröffnen sich auch in diesen Ländern Chancen, denn die Niederlande sind bei Spargel maßgeblich, sowohl auf dem Gebiet der Veredelung und der Innovation beim Anbau als auch bei der Qualität.“ (ML)  r.vanderweele@thegreenery.com geertje.roodbeen@royalzon.com r.kursten@teboza.nl

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Verpackung

Neues Verpackungssystem bietet logistische Effizienz De Jong Verpakkingen und International Paper arbeiten jetzt zwecks Vermarktung eines neuen Einzelhandel-Verpackungssystems in Europa zusammen. Mit diesem System lassen sich Obst- und Gemüsekisten auf europäischer Ebene ineinander stapeln. Dies bietet Einzelhändlern viele Vorteile, vor allem auf logistischer Ebene.

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bst- und Gemüsekisten in allen möglichen Abmessungen, unterschiedlich in Farbe und Aufdruck, kommen der Präsentation der Obst-und Gemüseabteilung nicht zugute. Außerdem lassen sich die Kisten aufgrund der verschiedenen Ausführungen auf den Paletten schlecht stapeln. In Deutschland stellte das auch Lidl International fest. Gemeinsam mit der Verpackungsbranche sind sie auf die Suche nach einer passenden Lösung gegangen. „Der Einzelhändler wollte für die Obst- und Gemüseabteilungen der Lidl-Läden europaweit das Verpackungssystem anpassen. Auf diese Weise erhofft man, in den Läden mehr Einheitlichkeit zu schaffen und die logistische Unausgewogenheit zu verbessern“, sagt Ronald de Wildt von De Jong Verpakkingen, wo man an der Entwicklung und am Roll out des neuen Verpackungssystems eng beteiligt ist. Das System wurde mittlerweile von Lidl übernommen und wird in immer mehr Läden verwendet.

nicht einfach war. Daher haben auch die lokalen Wellpappen-Verbände in den verschiedenen europäischen Ländern und die FEFCO, der Dachverband der europäischen Branchenorganisation für Wellpappenverpackungen, darüber nachgedacht. „Nach vielen Diskussionen, Tests und Anpassungen ist ein Kistensortiment entstanden, das sich ineinander stapeln lässt. Hinsichtlich Abmessungen, Farbe und Aufdruck sind noch immer Varianten möglich, aber die einheitliche Bodenabmessung, die Ecken und die Aussparungen sind so angelegt, dass sich alle Kiste miteinander kombinieren lassen, auch die der verschiedenen Ronald erwähnt, dass die Entwicklung eines europäischen Länder. Vor allem logistisch ganz neuen Systems in diesem Umfang betrachtet ergeben sich daraus viele Vorteile, da die Kisten effizienter auf den Specialist in Hollands Spécialiste en France Paletten gestapelt en Europees fruit pommes et poires werden können. Im T&B vergers Schnitt lassen sich fruits bis zu 30 Prozent auf logistischer Ebene einsparen.“ De Brei 9, 4031 JE Ingen.

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EUROPÄISCHES ROLL OUT Das Verpackungssystem wurde ursprünglich von Lidl entwickelt. Da sich aber schnell auch andere Einzelhändler dafür interessierten, wird das System jetzt in ganz Europa präsentiert. „Eigentlich ist das System für die gesamte Obst- und Gemüsebranche von Nutzen. Anbauverbände und Absatzkooperativen zeigen auch Interesse, und GroentenFruit Huis gibt an, sich ebenfalls für ein Verpackungssystem stark zu machen. Dies lässt uns zuversichtlich in die Zukunft schauen.“ De Jong Verpakkingen will seinen Kunden mit den stapelfähigen Kisten ein gutes logistisches System bieten. Hinzu kommt der Nachhaltigkeitsaspekt. Der Verpackungsproduzent bietet der AGF-Branche ein umfassendes Kistensortiment aus Wellpappe und solidem Karton. „Die Kartonkiste ist eine der nachhaltigsten Verpackungen auf dem Markt. Das Material ist aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt, lässt sich recyceln und ist abbaubar. Eine schöne Zugabe ist die Möglichkeit der Bedruckung, wodurch sich die Kisten als

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Marketingtool einsetzen lassen. Außerdem hat sich durch Forschung zeigen lassen, dass Obst, Gemüse und Kartoffeln im Karton bis zu drei Tage länger haltbar sind.“ Für Produktion und Verkauf des neuen Verpackungssystems, ebenso wie für Kartonlösungen für Obst und Gemüse im allgemeinen, hat De Jong Verpakkingen vor kurzem ein Abkommen mit International Paper geschlossen. De Jong Verpakkingen ist vor allem in den Benelux-Ländern und Großbritannien aktiv, während International Paper weltweit Marktführer ist, mit sage und schreibe 26 Produktionsstandorten in Europa, verteilt in Frankreich, Italien, Spanien, der Türkei und Marokko. Die zwei Unternehmen operieren weiterhin unabhängig voneinander, die Zusammenarbeit ermöglicht es Ronald zufolge jedoch, sich besser auf die speziellen Bedürf-

nisse europäischer Einzelhändler einzustellen und Lösungen zur Verbesserung der logistischen Kette zu entwickeln. „Wir wagen die Behauptung, dass mit dem neuen System eine bahnbrechende und grenzüberschreitende Lösung angeboten wird, die von jetzt an in ganz Europa verfügbar ist.“

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De Jong Verpakkingen und International Paper präsentieren in Kürze eine gemeinsame Marke und wollen sich insbesondere für die zunehmende Bekanntheit des neuen Verpackungssystems unter europäischen Einzelhändlern einsetzen. Außerdem erhoffen sich die Verpackungshersteller eine Bündelung ihrer Kräfte in den kommenden Jahren, um die Kunden noch mehr zu motivieren, von Plastik auf Karton umzusteigen. (CH) 

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„Der Belgier möchte lokal angebautes Bio-Gewächshausgemüse auf seinem Teller“ Bio boomt, auch in Belgien. Immer mehr Verbraucher kaufen biologisches Obst und Gemüse. Um diesem Wachstumsmarkt ein ausreichendes Angebot zu bieten, bauen sowohl Ecodal als auch Hamerlinck LV Bio-Gewächshausgemüse für den belgischen Markt an. Bei Ecodal wird auf 4 Hektar „die gesamte Palette“ der Produkte angebaut, während der Schwerpunkt bei Hamerlinck auf regulären Bio-Gewächshausgemüse wie Tomaten und Gurken liegt. Krist Hamerlinck: „In Belgien befindet sich eigentlich das gesamte BioGewächshausgemüse im Aufwind. Bei Hamerlinck und der angebundenen Vertriebsorganisation Eco Veg gibt es Ende Februar noch wenig Handel in Bio-Gewächshausgemüse. Hamerlinck: „Noch ist das Angebot gering, und die Preise sind für die Jahreszeit auch nicht wirklich gut. Es gibt vor allem viel Angebot aus Spanien, was den Preis drückt.“ Hamerlinck liefert ab Ende Februar Bio-Gurken aus dem Gewächshaus, Mitte März kommen auch Auberginen, Paprikas und Tomaten hinzu. TOMATEN Vor allem beim Biotomaten-Segment erkennt Hamerlinck wachsende Nachfrage nach Spezialtomaten wie der Coeur de Boeuf und der Mini-Pflaumentomate. Es sind jedoch nicht nur die kleineren Spezialsorten, deren Nachfrage gestiegen ist. „Auch die Roma-Tomaten legen stark zu.“ Insbesondere auf dem Gebiet kleinerer Tomaten fällt die Konkurrenz zu Spanien 22

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schwer. Allerdings ist laut Hamerlinck die Qualität der frisch geernteten Tomaten in den Niederlanden und Belgien etwas höher als jene der aus Spanien importierten halbreifen Tomaten. LOKAL „In Belgien zieht der Verbraucher lokales belgisches Gewächshausgemüse eindeutig vor“, weiß Hamerlinck zu berichten. Im Gegensatz hierzu isst der Verbraucher in den Niederlanden ebenso gerne ein importiertes spanisches Produkt. Hamerlinck baut auf insgesamt 28 Hektar Gewächshausgemüse an, von denen sich 23 Hektar verteilt auf die Niederlande und Belgien finden und 5 Hektar in Mexiko. „In Mexiko können wir aufgrund des günstigen Klimas ganzjährig anbauen.“ Um der steigenden belgischen Nachfrage nach lokalen Produkten zu begegnen,

ist Hamerlinck zwecks Expansion auf der Suche nach Standorten. „Etwa 80 Prozent unserer belgischen Produktion gelangt auch tatsächlich beim belgischen Verbraucher auf den Teller.“ In den Niederlanden jedoch geht der größte Teil der Produktion nach Ländern wie England und auch nach Skandinavien. Hamerlinck ist daher in diesen Ländern auch auf der Suche nach Standorten, um die Produktion von Bio-Gewächshausgemüse auszuweiten. „Indem wir in diesen Ländern lokal Bio-Gewächshausgemüse anbauen, können wir auch dort die Nachfrage nach lokalen Bioprodukten erfüllen.“ WARME UND KALTE ANBAUTEN Während sich Krist Hamerlinck auf den Anbau von konventionellem, warmem Bio-Gewächshausgemüse konzentriert, baut Francis Kestemont von Ecodal „die gesamte Palette“ an. Das geschieht bei Ecodal auf 4 Hektar in der Nähe von Brüssel. Abgesehen von einer Gärtnerei ist Ecodal vor allem eine Vertriebsorganisation, die neben Produkten aus der gleichnamigen Gärtnerei auch Produkte anderer Anbauer verkauft. Kestemont: „Wir bauen sowohl warm an, etwa Tomaten und Gurken, als auch kalt, etwa diverse Salatsorten wie Kopfsalat und Eichblattsalat. Wir tun das in unterschiedlichen Gewächshäusern, so in Heizrohr-erwärmten Gewächshäusern wie auch in Gewächshäusern, die warm belüftet werden.“


Ecodal baut Biogemüse auch im Freiland an

Kestemont erkennt eine Hinwendung von warmen zu kalten Anbauten. „Die guten Jahre des biologischen Fruchtgemüses sind vorbei. Aufgrund der angestiegenen Produktion in Spanien und Italien gibt es keine Engpässe mehr, wodurch die Preise eine ziemliche Delle erlitten haben. Der Anbau von Bio-Gewächshausgemüse im Süden ist aufgrund der deutlich geringeren Heizkosten einfach billiger.“ Im allgemeinen geht Kestemont von einem Rückgang warmer Anbauten hin zu mehr kalten Anbauten im Bio-Gewächshausgemüse-Segment aus. Aufgrund einiger Enttäuschungen im Jahr 2017 hat Ecodal den Anbauplan angepasst. „Wir bauen nur dann noch Fruchtgemüse an, wenn der Absatz gesichert ist. Wir bauen beispielsweise keine Tomaten mehr für den freien Markt an. Unser Tomatenanbau hat sich daher auch von 2,2 Hektar im Jahr 2017 auf 1,2 Hektar im Jahr 2018 verringert.“ TRENDGEMÜSE Das von Ecodal verkaufte Bio-Gewächshausgemüse ist

In der Verpackungshalle von Eco Veg finden sich alle Sorten Biogemüse.

zunehmend für den lokalen Markt bestimmt. Vor allem Brüssel ist für Ecodal ein guter Absatzmarkt, in einem gewissen Abstand gefolgt von Wallonien und Flandern. In der Stadt der europäischen Beamten kaufen immer mehr Verbraucher biologisches Gemüse. Kestemont: „Unsere besten Kunden sind Bio-Supermärkte, andere Läden und Verarbeiter. Einen sehr kleinen Teil unserer Produkte verkaufen wir auch dem Gewächshausgemüse-Fan ‘an der Haustür’. Während Hamelinck vor allem eine steigende Nachfrage nach Spezialtomaten registriert, bezeichnet Kestemont die Süßkartoffel als echtes Trendgemüse. Bei Ecodal wird die Süßkartoffel 2018 auf 0,5 Hektar angebaut, teilweise unter Glas, aber auch in Tunneln und im Freiland. „Das Produkt bleibt in allen Fällen das gleiche, durch den Anbau unter Glas strecken wir jedoch unsere Erntesaison.“ (TT)  francis@ecodal.eu krist@ecoveg.be

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Gewächshaus Gemüse

Thema

Petra Veldman:

„Wir folgen den Gepflogenheiten der Branche nicht“ In den vergangenen Jahren beeinflusste Stoffels Tomaten den Tomatenmarkt mehrmals mit originellen Konzepten. In diesem Jahr präsentieren die Tomatenanbauer die Toma’Muse, ein neues Konzept mit einer eng begrenzten Anzahl von Produzenten weltweit. Mit dem Automato, einer „spielerischen und hygienischen Selbstbedienung bei Snacktomaten,“ will sich das Unternehmen Stoffels noch mehr dem gesunden Snack widmen. In der zweiten Märzwoche steht der Markt kurz vor dem Wendepunkt vom belichteten Anbau zum unbelichteten Anbau. „In dieser Woche wurden die ersten unbelichteten Tomaten in den Gewächshäusern in Rijkevorsel geerntet,“ sagt Paul Stoffels. „In den kommenden Wochen gehen die Lampen in den Gewächshäusern nach und nach aus, ab dem 1. April ist alles unbelichtet.“ Die Wintermonate waren gut. „Wir sind mit dem Absatz zufrieden. Da wir viele feste Linien haben, sind wir vom Tagesmarkt weniger abhängig.“ Hinzu kommt, dass sich die Kunden immer häufiger für den belichteten Anbau aus den Niederlanden oder Belgien entscheiden, anstatt auf spanischen Import überzugehen. „Mit dem ganzjährigen 24

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Anbau in Belgien können wir den Kunden mehr Sicherheit bieten. Die spanische Produktion ergänzt teilweise auch die Produktion in Nordeuropa.“ Die Fläche des Tomatenproduzenten beläuft sich auf etwas mehr als 30 Hektar. Von diesen ist mehr als die Hälfte mit Belichtung ausgerüstet. „Wir haben uns vorgenommen, noch mehr Fläche zu belichten, auf diese Weise können wir den Anbau ganzjährig besser organisieren.“ Indem ganzjährig geliefert wird, erweisen sich die mit den Kunden aufgebauten Beziehungen in Zeiten hoher Produktion als nützlich. Abgesehen vom eigenen Anbau in den Gewächshäusern bei Rijkevorsel arbeitet

Stoffels Tomaten mit einer Reihe von Produzenten zusammen. Die Ernte wird am Standort in Rijkevorsel verpackt.

EIGENSINNIGE ENTSCHEIDUNGEN „Wir versuchen immer, sehr marktorientiert und innovativ zu denken,“ sagt Petra Veldman. „Dabei folgen wir nicht immer den Gepflogenheiten der Branche. Das ist ein längerer und härterer Weg, aber langfristig hat sich das oft als vorteilhaft herausgestellt – obwohl der Erfolg nie garantiert ist.“ Entlang dieses Gedankens führt das Unternehmen neue Tomatenkonzepte ein. Dabei werden eigensinnige Entscheidungen getroffen, auch im Bereich der Sorteninnovation. Selbst wenn der gesamte Markt zu süßeren Snacktomaten tendiert, bei denen das Augenmerk auf dem Brix-Niveau zu liegen scheint, blicken Paul und Petra weiter. „Für uns ist Geschmack ein umfassenderer Begriff als die Süße alleine. Wir haben ein eigenes System, um Geschmack zu beurteilen,“ sagt Petra. Daher verweilen Paul und Petra in einem Demo-Gewächshaus oftmals etwas länger bei jenen Sorten, die bei Süße und Ertrag weniger im Vordergrund stehen.


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Thema eine Marke ohne das Risiko der Sortenfreigabe auf den Markt setzen,“ erklärt Paul. Er bezeichnet sie als Musterbeispiel für Zusammenarbeit, wie er sie sich vorstellt. Die in der ganzen Welt verteilten Anbauer können gemeinsam auftreten, um die Marke zu promoten, nehmen sich jedoch keinen Absatz weg.

SÜSS, SÜSSER, AM SÜSSESTEN „Die Tomatenbranche passt sich eher an. Wenn ein paar tonangebende Parteien einen bestimmten Weg einschlagen, folgt der Rest,“ sagt Petra. Ein Beispiel hierfür sind die roten Snacktomaten, deren Geschmack immer süßer wird. „Man hat dann zehn Sorten, eine im Fahrwasser der anderen und kaum unterscheidbar. Das läuft auf einen Preiskrieg hinaus.“

Die Markteinführung eines neuen Konzepts erfordert Zeit und Geld. „Man muss zu Investitionen bereit sein. Die Entwicklung der Toma’Muse hat uns die letzten drei Jahre beschäftigt, aber erst in diesem Jahr bringen wir sie auf den Markt,“ sagt Paul. „Für die Tomaten wird der Platz im Regal nicht größer. Vor fünfzehn Jahren war es relativ leicht, eine neue Tomate einzuführen, aber die Erneuerung wird immer schwieriger,“ meint Paul. „Die Toma’Muse ist eine außergewöhnliche Tomate mit einem einzigartigen, kräuterartigen Geschmack, einer dunklen, Bordeaux-arti-

gen Farbe und einer ungewöhnlichen Form. Die Entstehung einer neuen Kategorie ist eher ungewöhnlich.“

EXKLUSIVE TOMATENMARKE Die Marke Toma’Muse baut auf fünf Anbauer weltweit, die die exklusiven Rechte für diese Tomate innehaben. „Aufgrund dieser exklusiven Zusammenarbeit können wir

„Die Toma’Muse wird relativ schnell vom Einzelhandel aufgegriffen,“ sagt Paul Stoffels. Die Unterscheidungskraft der Frucht spielt sicherlich eine Rolle, aber auch der von Stoffels hier erworbene Ruf gibt den Ausschlag. „Auch bei der Toma’Gusto gingen wir gegen den Trend,“ sagt Paul. „Weil der Markt der kleinen Snacktomaten so gut wie gesättigt war, machten wir uns vor einigen Jahren auf die Suche nach einer großen Küchentomate. Die Toma’ Gusto ist mit einem Gewicht von 100 Gramm eher eine große Specialty, hat allerdings einen fantastischen Geschmack.“ Das Team bedient sich einer Reihe von Parametern, um herauszufinden, ob eine Sorte erfolgreich

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werden kann. Bei der Toma’Gusto schien das der Fall zu sein, es dauerte aber länger als geplant. „Der Verbraucher denkt nicht immer so schnell wie wir, das haben wir wieder einmal lernen müssen.“ Es dauert ohnehin zwei Jahre, um ein neues Konzept gut auf dem Markt zu platzieren.

MEHR AUFMERKSAMKEIT FÜR DEN VERBRAUCHER Paul veranschaulicht dies mit einem Beispiel: Es gab einen Einzelhändler, der die Toma’dor-Beutel von Stoffels Tomaten ins Sortiment nahm, nach einiger Zeit jedoch damit stoppte, weil er sie zu teuer fand. Daraufhin beklagten sich so viele Kunden, die diese Tomaten vermissten, dass der Supermarkt zurückruderte und die Tomaten zurück ins Regal nahm. Mittlerweile sind sie zu einer festen Größe im Sortiment geworden. „Es kommt vor, dass sich auch die Einzelhändler an die Verbraucher wenden, aber die Verantwortung liegt oftmals bei uns,“

kommt Obst und Gemüse zugute. Das Anschieben des Verbrauchs dürfte eigentlich nicht so schwierig sein.“

sagt Petra. Wir sind ein unabhängiger Spieler, was eben seine Konsequenzen hat.“ Die Branche hat Rückenwind, aber das wird zu wenig genutzt, erklärt Petra. „Beim Trend hin zu gesunder Ernährung ist weniger Platz für Fleisch und Kohlenhydrate, das

Es ist „unvorstellbar“, dass man dies so wenig nutzt, fährt sie voller Leidenschaft fort. „Viele Verbraucher haben noch ein falsche Vorstellung vom Gemüseanbau in den Niederlanden und in Belgien – zu Unrecht. Wenn Verbraucher unser Unternehmen besuchen, staunen Sie immer.“ Das sollte branchenweit besser in Szene gesetzt werden, ebenso wie die Promotion von Gemüse als gesunder Snack. „Wir werden die Sucht nach Zucker nicht beenden, indem wir immer süßeres Gemüse produzieren. Wir müssen den Verbrauchern deutlich machen, was Geschmack ist,“ sagt Paul. „Obst und Gemüse besitzt eine reiche Geschmackspalette, der Verbraucher weiß das am besten zu schätzen.“ (RM)  paul@stoffels-tomaten.be petra@stoffels-tomaten.be

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www.vanco.be AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

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Gewächshaus Gemüse

Thema

Umfangszunahme im Land des Gewächshausgemüses

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Bron: CBS-Landbouwtelling, bewerking Wageningen Economic Research.

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Bron: CBS-Landbouwtelling, bewerking Wageningen Economic Research.

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In geringerem Grade scheint das auch für Paprikaanbauer zu gelten. Bei der Hektarzahl verlief der Zuwachs dieses Anbau zwischen 2002 und 1016 zwar weniger steil, von 1155 Hektar im Jahr 2000 auf 1317 Hektar Hektar im Jahr 2016, aber auch hier ging die Zahl der Anbauer zurück. Von den 716 Paprikaanbauern in den Niederlanden waren 2016 noch 253 übrig. Der durchschnittliche Paprikaanbauer erlebte also im Laufe der Jahre, dass sein Unternehmen von durchschnittlich 1,61 Hektar im Jahr 2000 auf 5,21 Hektar 2016 wuchs. 

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totaal areaal (ha)

Wenn wir uns die beiden größten Gewächshausgemüsepflanzen, Paprika und Tomate, genauer anschauen, zeigt sich, dass auch dort Anbauer über immer größere Hektarflächen verfügen. Im Jahr 2000 zählten die Niederlande 636 Tomatenanbauer mit insgesamt 1133 Hektar. 2016 blieben davon noch 274 Tomatenanbauer mit einer bepflanzten Hektarfläche von 1705 Hektar übrig. Hatte ein Tomatenanbauer 2000 im Schnitt noch 1,78 Hektar zur Verfügung, so war diese Fläche 2016 auf 6,22 Hektar angestiegen. Auch das hat sich wiederum mehr als verdreifacht. Immer weniger Tomatenanbauer haben also immer größere Unternehmen. Im Laufe der Jahre sind sogar Megaunternehmen entstanden.

Groente 4.000

totaal areaal (ha)

Im Jahr 2000 zählten die Niederlande 3435 Glasgemüseanbauer mit einer gemeinZusammen Anbaufläche von 4200 Hektar. 2016 blieben es noch 1327 Unternehmen mit einer Gesamtfläche von 4916 Hektar übrig. Die durchschnittliche Größe eines Gewächshausgemüseunternehmens hat sich im Laufe der Jahre also mehr als verdreifacht

Aantal bedrijven, areaal en areaal per bedrijf

totaal areaal (ha)

Während die Gewächshausgemüsefläche in den Niederlanden relativ stabil bleibt, geht die Anzahl der Betriebe schon seit Jahren zurück. Was ist der Grund für diese Entwicklung? Die Umfangszunahme als Trend im Land des Gewächshausgemüses. In den Niederlanden gibt es mittlerweile drei Unternehmen, die die Grenze von hundert Hektar Glas überschritten haben, was gut zweihundert Fußballfeldern entspricht. Das sind Millionenunternehmen mit hunderten von Arbeitnehmern, die jährlich Millionen Kilos Gewächshausgemüse produzieren. Doch wer sind diese Unternehmen und wie konnten sie so stark wachsen? Wir stellen sie Ihnen vor.

bedrijven

totaal areaal

gemiddelde oppervlakte

Bron: CBS-Landbouwtelling, bewerking Wageningen Economic Research.


Im Bau befindliche Gewächshäuser in Tunesien Agro Care Middenmeer aus der Luft

Agro Care Fläche:

180 Hectar, hiervon 140 Hektar in den Niederlanden und 40 Hektar in Nordafrika In der Pipeline: 10 Hektar in Nordafrika Niederlassungen: De Lier, Middenmeer, Rilland, Agadir (Marokko) und El Hamma (Tunesien) Anbau: 11 verschiedene Sorten Kirsch-, Snack- und Strauchtomaten Umsatz: 103,6 Millionen Euro (2016)

GESCHICHTE Die Anfänge von Agro Care liegen in Rilland, wo die Studienfreunde Kees van Veen und Philip van Antwerpen 8 Hektar Boden kauften, auf denen bald 3,3 Hektar Gewächshauser entstanden. Nicht einmal ein Jahr später verdoppelte sich dort die Hektarzahl. 1999 kamen eine Gartenanlage und eine Verpackungsstelle in Maasdijk (Westland) hinzu. Diese Gartenanlage wurde 2007 gekündigt und die Verpackungsstelle zog an eine andere Stelle in Maasdijk. Im selben Jahr wurde mit der Ausweitung nach Middenmeer begonnen. 2013 machte man sich dann auch an den Bau von Gewächshäusern

in Nordafrika. 2016 gab es eine Fusion mit dem Anbauerkollegen Kesgro, so dass Agro Care 2018 über 180 Hektar verfügt.

KEES VAN VEEN, MITBEGRÜNDER: „Die größte Herausforderung war die Phase, in der wir zwischen 10 und 20 Hektar groß waren. Unsere Niederlassung in Rilland und die Gärtnerei in Maasdijk waren einerseits zu klein, um alles aus der Hand geben zu können, andererseits aber zu groß, um alles selber zu machen. Die Herausforderung bestand unter anderem darin, die Rabobank von unseren Plänen zu überzeugen.“ DOCH NACH WESTLAND „Der Markt war dort dichter dran, und mit unserem Produkt, der seinerzeit exklusiven Strauchcocktailtomate, war es ebenfalls praktischer, in der Nähe unserer Kunden zu sein. Von Zeeland aus war es mühsam, unsere Kunden mit manchmal einer halben Palette oder sogar nur zehn Kartons zu bedienen.”

„Irgendwann kann man nicht mehr alles zu zweit erledigen. Dann muss man zusätzlich Mitarbeiter einstellen. Der Trick dabei ist der, Personal anzunehmen und dieses

anschließend innerhalb des Unternehmens zu schulen. Man hat dann in bestimmten Phasen eigentlich eine doppelte Besetzung, wodurch es aber möglich ist, mittlerweile geschultes Personal in neuen Niederlassungen einzusetzen”

GROSS, ABER DOCH ZU KLEIN Wir mögen zwar ein großer Spieler sein, aber unsere Kunden sind noch viel größer als Agro Care. Sie wünschen sich eine Telefonnummer für das gesamte Treibhausgemüse. Agro Care ist zu klein, um Greenpack ganz alleine zu befüllen. Die Vorteile der Zusammenarbeit mit Kollegen sehen wir durchaus. Nach unserer Erfahrung sind nur wenige Vertriebszentralen groß genug für Tomaten alleine. Um dennoch mit vollen LKWs zu fahren, ist es praktischer, einer Ladung mit Tomaten auch eine Ladung Paprika zuzufügen.“ „Wir sind noch jung genug, um weiter zu wachsen. In den Niederlanden haben wir uns derzeit entschieden, einen Moment innezuhalten. Es ist hier jetzt sehr busy. (TT)  kees@agrocare.nl

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Gewächshaus Gemüse

Thema

CombiVliet Fläche: In der Pipeline:

108 Hektar 36 Hektar in Middenmeer Niederlassungen: ’s-Gravenzande, Maasdijk, Middenmeer und Rilland Anbau: Diverse Sorten Kirsch-, Cocktail-, Nasch- und Strauchtomaten Umsatz: 67,7 Millionen Euro (2016)

GESCHICHTE CombiVliet wurde in den fünfziger Jahren von Pieter Cornelis van Vliet gegründet. Es ist ein Familienunternehmen. In den siebziger Jahren löste Theo van Vliet seinen Vater ab, und von der kommenden Generation steht Roy van Vliet bereit, um das Unternehmen weiterzuführen. Was seinerzeit als ein kleines Unternehmen in Monster begann, ist Anno 2018 zu einem großen Spieler im Tomatenanbau herangewachsen.

MARTINE VAN DER MEER, KOMMUNIKATION UND HRM: „Arbeit ist auf dem heutigen Markt der kritische Faktor. Maschinen, Pflanzen und Büros lassen sich überall kaufen, Menschen

nicht. Mitarbeiter lassen sich nicht einfach zusammensammeln, man muss sich für sie einsetzen. Auf der Basis unserer Kernwerte suchen wir Mitarbeiter sehr bewusst aus. Sie müssen zu unserem Unternehmen passen. Nur dann können sie das Beste aus sich herausholen, um ‘gemeinsam zu wachsen’.“ UNTERNEHMENSKULTUR BEWAHREN „Viele Kollegen sehen sich nur selten. Um dennoch den Zusammenhalt im Unternehmen zu bewahren, haben wir bei CombiVliet eine monatliche Unternehmenszeitung, gemeinsame Aktivitäten und ein facebookartiges Kommunikationsmedium (Yammer), über das die Kollegen tagtäglich Kontakt miteinander haben. Des weiteren gibt es mit CombiVliet Online eine Plattform, auf der jeder sehen kann, was im Unternehmen passiert.“

UMFANGSZUNAHME ALS NOTWENDIGKEIT „Umfangszunahme ist derzeit einfach eine Notwendigkeit, um als Unternehmen handlungsfähig zu sein. Für kleine, individuelle Anbauer sind die Kosten oft einfach zu hoch. Alleine die Erfüllung aller Regeln, die

derzeit an den Anbau von Gewächshausgemüse gestellt werden, ist sehr aufwändig.”

BAUEN IN PHASEN „Wir haben uns bewusst entschieden, in Nordholland in Phasen zu bauen. Indem wir jeweils 12 Hektar bauen, lässt sich alles unter Kontrolle halten. Erst wenn ein neues Team in einer neuen Niederlassung alles im Griff hat, beginnen wir mit dem Bau einer neuen Phase.“ SCHWERPUNKT ANBAU „Ein Anbauer in einem kleinen Unternehmen muss immer allround sein, denn in einem Unternehmen passiert viel. Er ist gleichzeitig für Arbeit, Biologie, Anbau und Störungen zuständig. Bei uns kann ein Anbauer (wir bezeichnen ihn als einen Anbauspezialisten) sich auf den Anbau konzentrieren. Für alle Facetten der Unternehmensführung haben wir Mitarbeiter im Dienst. Wir kümmern uns auch nicht um den Absatz. Der verläuft über den Anbauverband Harvest House. Man muss das tun, was man gut kann, das macht einen stark!“ (TT)  martine.vandermeer@combivliet.nl

Powerbees bringen die Tomaten automatisch zum Verarbeitungsbereich in der Niederlassung NoordVliet

Vorderansicht der Geschäftsstelle der Niederlassung NoordVliet in Middenmeer

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Paprikas im Gewächshaus von Hoogweg

Hoogweg arbeitet mit Erdwärme

Hoogweg Paprikakwekerijen Fläche: 105 Hektar In der Pipeline: 15 Hektar in Marknesse Niederlassungen: Luttelgeest, Marknesse und Nootdorp Anbau: Drei Farben Paprikas Umsatz: 40 Millionen Euro (2016)

Geschichte Die Geschichte von Hoogweg begann 1987, als Leo Hoogweg in Nootdorp mit dem Anbau von Tomaten anfing. 1998 beschloss Leo den Umstieg auf Paprikas. 2001 wurde der Standort innerhalb von Nootdorp gewechselt. An diesem Standort stehen 6,8 Hektar Gewächshäuser. 2008 kam es zum Umzug in den Noordoostpolder. Aus den 22 Hektar jenes Jahres wurden im Jahr 2018 schließlich 105 Hektar. Seit 2014 baut Hoogweg drei Farben Paprikas an. MARISKA HOOGWEG, HOOGWEG PAPRIKAKWEKERIJEN: „Personal bleibt bei jeder Erweiterung immer wieder problematisch. Wir haben eine große Gruppe mit festen Mitarbeitern. Bei jeder Erweiterung versuchen wir aufs Neue, gute Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Auf dem heutigen Arbeitsmarkt wird dies immer schwieriger.“

KLEINBAHN „Die Abstände, die man innerhalb des Unternehmens zurücklegen muss, sind durch unser Wachstum ziemlich groß geworden. Für das Personal gibt es daher Betriebsfahrräder. Außerdem fahren Kleinbahnen, um während der Pause vom Gewächshaus zur Kantine zu kommen.“ SELBER VERPACKEN „2014 haben wir mit der Verpackung von Paprikas begonnen. Wenn man erst einmal eine bestimmte Menge an Paprikas selber anbaut, kann man sie auch rentabel selber verpacken. Man erreicht gewissermaßen einen Wendepunkt. Seitdem wir drei Farben in verschiedenen Gewächshäusern anbauen, verpacken wir einen Mix aus drei Farben.“ ABSATZ „Bei den von uns geflowpackten Paprika kennen wir auch den Endkunden. Den Absatz lassen wir über Van Nature gehen. Über deren Handelspartner werden unsere Paprikas in ganz Nordwesteuropa vermarktet. Wir könnten die Vermarktung vom Umfang her vielleicht sogar selber regeln, aber das ist eine andere Sportart.

Wir sind gut beim Anbau von Paprika und konzentrieren uns darauf.“

ERDWÄRME „Bei Hoogweg legen wir viel Wert auf Nachhaltigkeit. Bei unserer Unternehmensgröße lässt sich Erdwärme realisieren. Es handelt sich um eine nachhaltige Energiequelle für unsere Gärtnereien. Wir können die gesamte Wärme aus dieser Quelle gut selber verwenden. Wir hoffen, etwa 70% unseres Energiebedarfs mit Erdwärme zu decken.“

KOM IN DE KAS 2018 „Wenn man an unserem Unternehmen vorbeifährt, bemerkt man nicht, wie groß es ist. In diesem Jahr haben wir mit ‘Kom in de Kas’ einen Tag der offenen Tür. Erst wenn man drin ist, sieht man den ganzen Prozess, wie eine Paprika wächst und verarbeitet wird, bevor sie letztlich in den Laden kommt. Die Menschen sind sehr beeindruckt von dem, was sie zu sehen bekommen.“ (TT)  administratie@hoogweg.nl

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Gewächshaus Gemüse

Thema

Coert Lamers:

„Die Nachfrage übersteigt das Angebot“ In den vergangenen Jahren hat der Absatz biologischer Produkte in Europa und in den Niederlanden zugenommen. Immer mehr Supermärkte gehen dazu über, biologisches Gemüse ins Regal aufzunehmen. Mit einer stabilen niederländischen Fläche und einem wachsenden Markt wirkt sich dies positiv auf den Preis aus.

„I

n diesem Jahr ist bei uns die Nachfrage nach biologischen Gurken und Auberginen groß. Ich erwarte daher auch eine gute Saison für diese Produkte,“ sagt Coert Lamers. Das Angebot an biologischem Gewächshausgemüse betrifft traditionell vor allem Gurken, Tomaten, Paprika und Auberginen. Außerdem liefert Nautilus Organic auch biologische Snacktomaten, unterschiedlich gefärbte 'wilde' Tomaten und die süße Spitzpaprika.

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WACHSTUMSMÄRKTE Nautilus Organic bedient ungefähr die Hälfte des Marktes für biologisches Gewächshausgemüse. Dem Anbauverband gehören außerdem Landwirte und Obstanbauer an. Die mehr als dreißig Mitglieder sind über das ganze Land verteilt. Sie liefern gut hundert Produkte an mehr als 250 Abnehmer, unter ihnen Großhandel, Supermärkte und die verarbeitende Industrie. 25% der Produkte bleiben in den Niederlanden. Die

übrigen 75% finden ihren Weg über einen niederländischen Serviceprovider zu Verbrauchern in Deutschland, Skandinavien, Großbritannien, Belgien, Frankreich, Italien, den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Coert: „Zunehmende Nachfrage gibt es aus England. Mit dem Brexit im Hinterkopf würde man vielleicht erwarten, daß man dort etwas vorsichtiger ist, aber das Gegenteil ist der Fall. Bei den Briten steht ein Bedürfnis nach Sicherheit wohl gerade im Vordergrund. Sie wollen feste Saisonpreise, und die können wir Ihnen bieten.“England hat traditionell gesehen vor allem Bedarf an Gurken, Paprika und Strauchtomaten, aber auch an süßer Spitzpaprika und Aubergine.


Osteuropa wird langsam zu einem Schwellenmarkt. „Da zeigt sich der aufkommende Wohlstand. Auch der Umfang der lokalen Produktion spielt eine Rolle. Bei der Paprika ist Amerika ein interessanter Markt, obwohl dort auch mehr lokal angebaut wird. Dort erhalten auf Kokosmatten angebaute Produkte das Bio-Zertifikat. In den Niederlanden ist das anders. Hier wird das biologische Label nur an Produkte verliehen, die im Freiland angebaut werden. Darin lässt sich eine gewisse unlautere Konkurrenz erkennen.

Nachfrage gibt es nicht nur auf den bisherigen Märkten. Ein neuer Markt bietet sich an. „Anfragen nach Paprika erhalten wir jetzt aus Japan. In den Monaten Mai bis einschließlich September hat Japan wenige Produkte aus der eigenen Umgebung. Dann blickt man von dort auf die Niederlande. Wir sind für die gute Qualität unserer Produkte bekannt. Gemeinsam mit einem Partner wollen wir jetzt schauen, wie wir

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sem Jahr werden wir erstmals biologische Kirschtomaten an einen britischen Supermarkt liefern. Wir machen uns ständig Gedanken darüber, wie wir mehr Innovatives ins Regal bekommen können. Entweder kommen wir selber mit Ideen, manchmal werden wir aber auch vom Einzelhandel gefragt, ob wir ein bestimmtes Produkt liefern können.“

den Export nach Japan aufbauen können. Wir müssen mit den richtigen Produkten auftreten, in diesem Fall mit Paprika. Japan ist ein Markt, der nach Produkten von hochwertiger Qualität verlangt.“

INNOVATION IM REGAL Wir sprechen uns permanent mit Parteien aus der Kette ab, um das biologische Angebot in den Regalen zu optimieren. In die-

Auch über Verpackungen gibt es oft Austausch mit den Parteien der Kette. Der Verbraucher wird immer kritischer, was die Verpackung biologiCoert Lamers scher Produkte betrifft, und das zu recht, wie Coert meint. „Der Großhandel Udea, der an Ekoplaza liefert, beschäftigt sich damit beispielsweise intensiv. Mit ihm zusammen suchen wir nach Alternativen, die besser zu den biologischen Produkten passen.“ (JH)  clamers@nautilusorganic.nl

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Gewächshaus Gemüse

Thema

Gewächshaussaison 2018: Blick in die Zukunft bleibt Kaffeesatzleserei „Der Start der Saison enttäuscht deutlich,“ sagt Marco Persoon von Quality Queen, wo man sich auf die Vermarktung von Gewächshausgemüse für den Export unter anderem nach Deutschland, Großbritannien und Skandinavien spezialisiert hat. „Die Nachfrage ist durchaus gut, aber es gibt einfach noch zu viel Angebot aus dem Süden Europas. Die Preisbildung ist hierdurch geradewegs schlecht. Eigentlich scheint nur die Gurke ein wenig davonzukommen, weil bei ihr das Angebot aus Spanien früher als erwartet zuende ging.“

P

hilip van Geest vom AGF-Exportunternehmen Van Geest International spricht sogar von „lächerlich niedrigen Preisen.“ Van Geest befasst sich vor allem mit dem Tageshandel und exportiert den Großteil seiner Produkte nach Großbritannien und Deutschland. Philip: „Derzeit, also Anfang April, liegen die Paprikapreise um die Hälfte unter den Preisen für ein Kilo Paprika im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Anbauer geben derzeit schlicht vierzig Cent pro geerntetem Kilo Paprika von ihrem Herstellungspreis ab.

BODENPREISE Philip meint jedoch, dass das üppige Angebot aus dem Süden nicht unbedingt negativ sein muss. „Oftmals ist ein Tiefpunkt der Preise für Gewächshausgemüse notwendig, um das Angebot aus dem Süden zum Stoppen zu bringen. Es muss sozusagen ein Boden eingezogen werden, von dem aus der Preis langsam wieder steigen kann. In dem Augenblick, wo spanische Produzenten die

Preise in den Niederlanden für so schlecht halten, dass es sich nicht länger lohnt, ihr Produkt auf den niederländischen Markt zu bringen, erledigt sich das südliche Angebot von selbst und das überschüssige Angebot nimmt ab. Die Saison für Gewächshausgemüse in Spanien geht ohnehin langsam ihrem Ende entgegen. Angebot und Nachfrage kommen dann in den Niederlanden wieder mehr ins Gleichgewicht und der Preis für niederländisches Gewächshausgemüse kann wieder anziehen.“ Aber nicht nur das Überangebot aus dem Süden hat einen negativen Effekt auf die Preisbildung von Gewächshausgemüse gehabt. Dominiek Noppe von Vergro, Exporteur des hauptsächlich von belgischem Boden stammenden Gesamt-AGF-Pakets, ist der Meinung, dass auch die winterlichen Temperaturen in den Niederlanden und Belgien zu einer geringeren Nachfrage nach Gewächshausgemüse als etwa 2017 geführt haben. „Wenn es bis weit ins Früh-

jahr hinein kalt bleibt, essen die Menschen weiterhin Wintergemüse und die Nachfrage nach Tomaten und Paprikas ist einfach geringer. Das unterstützt die Preisbildung dann schließlich auch nicht mehr.“

Ein zusätzliches Problem auf der Nachfrageseite ist Dominique zufolge die fehlende Abnahme von Gewächshausgemüse wegen des Boykotts aus Russland. „Früher waren April und Mai die Spitzenmonate bei der Nachfrage aus Russland, aber jetzt besteht diese Nachfrage nicht mehr.“

EINS-ZU-EINS-VERTRÄGE April und Mai sind im allgemeinen auch günstige Monate für die Preisbildung von Gewächshausgemüse, meint Philip. „Die Wochen bis zur 21. Kalenderwoche, also etwa Ende Mai, sind normalerweise ‘schwere Wochen’. Im Anschluss steht der Handel durch zunehmende Wärme oftmals unter Druck, um dann zum Herbst hin im allgemeinen wieder aufzuleben. Dann ist oftmals noch ein ‘schöner’ Herbst möglich.“ Während Van Geest International und Gemex, ebenso wie Vergro ein Exporteur von Gewächshausgemüse mit einem Drittel-Anteil Tomaten, ihre Produkte vor allem über Versteigerungen und Handelshäuser beziehen, bekommen Quality Queen und Vergro Ihre Produkte durchgehend direkt vom Anbauer. „Wir bauen an, was der Kunde verlangt,“ so Marco. AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

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Gewächshaus Gemüse

Thema

Wieder mehr belgische Tomatenspezialitäten „Specialties bleiben eine Erfolgsnummer im belgischen Tomatenangebot,“ so Leen Guffens vom Flämischen Zentrum für Agrar- und Fischereimarketing (VLAM). 2018 nahm die Fläche mit Tomatenspezialiätten, die über die Flandria-Versteigerungen kommerzialisiert wird, erneut um 13 Hektar auf insgesamt 144 zu. Damit machen Tomatenspezialitäten mittlerweile 28% der gesamten belgischen Tomatenfläche aus. Guffens: „Die Produzenten stellen sich ganz klar der steigenden Nachfrage auf dem Markt. In Belgien hat der Anteil der Kirschtomaten im häuslichen Tomatenverbrauch ja innerhalb von zehn Jahren von 7% auf 19% zugenommen. Kirschtomaten machen mittlerweile immerhin 36% der belgischen Tomatenkäufe aus.“ Strauchtomate wächst auf Kosten der losen Tomate Die Gesamtproduktion an losen Tomaten und Strauchtomaten ist gleichwertig. Allerdings ist ein Langzeittrend sichtbar, demzufolge die Strauchtomate langsam auf Kosten der losen Tomate wächst. Die Strauchtomate belegt 2018 51% der Fläche, gegenüber 49% der Fläche mit losen Tomaten. Die Fläche mit Strauchtomaten wächst 2018 um 3,5% gegenüber 2017.

Auch Vergro, wo man 2018 das fünfzigjährige Jubiläum feiert, konzentriert sich immer mehr auf Eins-zu-eins-Verträge mit Anbauern. Vergro bezieht achtzig bis neunzig Prozent seiner Produkte aus Belgien. Tomaten und seit 2018 auch Auberginen werden bereits über Eins-zu-eins-Verträge geliefert, wobei Vergro achtzig bis hundert Prozent der Produkte von individuellen Anbauern vermarktet. Vergro steuert dann die Anbauer auf dem Gebiet von Farben, Maßen und Verpackung auf Basis der Nachfrage aus dem Markt. SPECIALTIES Abgesehen vom Handel mit regulärem Gewächshausgemüse wie der losen Tomate und der roten Paprika zeigte sich in den vergangenen Jahren auch eine zunehmende Nachfrage nach Specialties. Sven Jordens von der hauptsächlich nach Deutschland exportierenden Gemex bemerkt vor allem eine zunehmende Nachfrage nach süßen Spitzpaprika und Specialty-Tomaten. Auch Philip bemerkt diesen Trend, und nicht nur in den Niederlanden. Auch jenseits der Grenze nimmt die Nachfrage nach Specialties zu. „Die Einführung von Specialties braucht allerdings etwas länger. Die Men36

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Bei den losen Tomaten kommt die Flandria Prince-Tomate mit einer Fläche von 83 Hektar auf den ersten Platz. Die losen Specialties folgen mit 75 Hektar auf dem zweiten Platz und die typische belgische Flandria Baron-Fleischtomate beschließt die Top 3 mit 67 Hektar. Bei den Strauchtomaten ergattert die Flandria Princess den ersten Platz mit 91 Hektar, gefolgt von den Specialties mit 69 Hektar und der Flandria Elite mit 58 Hektar. Paprika Das Wachstum bei den Tomaten ist zu einem Großteil durch die Umstellung der Paprikaproduktion auf Tomatenfläche zu erklären. Die belgische Paprikafläche beträgt 2018 noch 161 Hektar, von der 54%

von der roten Variante belegt sind. Grün folgt mit 21% und gelb mit 19%. Orangefarbene Paprikas bleiben stabil bei etwas mehr als 4 Hektar und machen 3% aus. Paprikaspezialitäten folgen nicht dem Trend der Tomatenspezialitäten, ihre Fläche schrumpft auf 7 Hektar und repräsentiert damit 4% der Paprikafläche. Aubergine Bei den anderen belgischen Fruchtgemüsesorten erkennen wir vor allem einen Zuwachs der Auberginen. Die Auberginenfläche nimmt 2018 von 24 auf 29 Hektar zu. leen.guffens@vlam.be

nicht zu schnell zu viel Angebot entsteht.“ Philip: „Indem man große Mengen auf einmal auf den Markt wirft, verfällt der Preis und man ruiniert eine Neuheit geradezu.“

schen müssen sich erst an die höheren Preise gewöhnen, dass braucht etwas Zeit.“ Obwohl Angebot und Nachfrage schon bei regulärem Gewächshausgemüse sehr wichtig sind, ist dies laut Dominiek bei Specialties noch mehr der Fall. „2018 wurden mehr Specialties angepflanzt als 2017, aber Specialties zeigen auch größere Preisschwankungen.“ Wenn das Angebot an Specialties mit einem Mal stark zunimmt, besteht das große Risiko, dass die Nachfrage nach einem noch relativ unbekannten Produkt nicht direkt folgt. „Daraus ergibt sich dann ein Überangebot und es ist schwerer, einen lohnenden Preis für den Anbauer zu erzielen. Specialties haben nun einmal einen höheren Herstellungspreis, weshalb es preistechnisch von Bedeutung ist, dass

KAFFEESATZ Obwohl das Angebot aus dem Süden erwartungsgemäß Ende April stoppt und Dominiek keine Flächenzunahme beim Gewächshausgemüse in Belgien erkennt und das diesbezügliche Angebot gegenüber 2017 gleich bleibt, lässt sich eine Voraussage für die Saison nur schwer abgeben. Vieles hängt vom Wetter ab und von der Produktion im restlichen Europa. „Einzig und allein anhand von Angebot und Nachfrage kann man wirklich etwas über die Preise sagen.“ Dennoch erwarten alle genannten Exporteure ein gutes Jahr, denn ein schlechter Saisonstart besagt nicht viel. „Zunächst einmal bleibt es jedoch Kaffeesatzleserei. Sonst rufen Sie mich gerne Ende 2018 nochmal an. Ein Rückblick ist nämlich viel einfacher,“ sagt Marco abschließend mit einem Augenzwinkern (TT)  pvg@vgibv.nl gemex@gemex.be dominiek.noppe@vergro.com marco@qualityqueen.nl


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Gewächshaus Gemüse

Thema

Im Zucchinianbau ist die Bestäubung immer spannend

Die Kleinen sind im Kommen Der Preis der gelben Zucchini sinkt enorm, Auberginen profitieren noch immer vom Veggie-Hype und bei den Blattpflanzen ist die Konkurrenz zwischen Anbauer und Handel entscheidend. Der Radieschenanbauer schaut besorgt auf den deutschen Absatz und die rote Paprika bleibt ungemindert populär. Eine Übersicht über das kleine Gewächshausgemüse. DIE ROTE PAPRIKA IST DER GRÜNEN PAPRIKA ÜBERLEGEN Die Nachfrage nach grüner Paprika nimmt ab, der Verbrauch der roten Variante nimmt zu. Nach Ansicht von Krijn van der Spijk vom Anbauverband Hotpepper ist die rote Paprika so beliebt, weil sie auffällt. „In asiatischen Speisen wird die rote Paprika schon oft verwendet. In der türkischen Küche bei-

spielsweise wird von jeher grüner Paprika verwendet, aber jetzt macht die rote Paprika häufiger ihre Aufwartung. Die Paprika ist sehr fotogen. Sogar in Werbungen für Telefone erscheint sie. Die Paprika ist auch eine beliebte Zutat für Schokolade.“

Die extrem scharfen Paprikasorten, die im Internet verbreitet sind, mögen vielleicht hübsch anzuschauen sein, aber von Hotpepper werden sie nicht angebaut. „Der Verbraucher benötigt sie nicht als Zutat in seiner Mahlzeit.“

Unterschiedliche Verpackungen

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Der Anbauverband hat diverse Absatzkanäle. „Wir liefern an den Großhandel und über Dritte auch an Supermärkte und den Einzelhandel.“ Die Gesamt-

fläche des Paprikaanbaus ist Krijn zufolge schwer einzuschätzen. „Es gibt viele ‘Gelegenheitsanbauer’, die in den Sommermonaten Teile eines Gewächshauses für den Paprikaanbau anmieten. Ich schätze, dass wir insgesamt bei etwa 28 Hektar liegen.“

Jedes Jahr ist die Radieschensaison anders Bei De Vries Hoek van Holland bv werden auf 16 Hektar Rucola und lose Radieschen angebaut. Die Familie De Vries, deren Schwestern Marian und Jacqueline und die Brüder Cor und Michel, hat seit gut 20 Jahren Erfahrung mit dem Radieschenanbau. Pro Woche ernten Sie 1 bis 1,5 Hektar. Die Radieschen werden nach der Ernte gewaschen, von Blättern befreit, sortiert und in Kilosäcken à ein, zweieinhalb und zehn Kilo sowie in Spitztüten von 125 g verpackt. Fast alle Radieschen werden in europäische Länder exportiert, sagt Cor de Vries. Die Spitztüten finden ihren Weg unter anderem auch zu Verbrauchern im Nahen Osten. Ein großer Teil der Ernte wird durch Schneidereien verarbeitet. Dabei ist wichtig, dass die Pflanze fest und von innen weiß ist. Trotz jahrelanger Erfahrung hält Cor es für schwierig, eine Prognose für die kommende Saison auszusprechen. „Jedes Jahr ist anders. Der Freilandanbau in Deutschland hat viel Einfluss auf den Absatz.“


durch Hummeln und Bienen. Jeden Morgen macht Johan seine Runde im Gewächshaus, um zu sehen, ob die Blüten bestäubt sind. Er kontrolliert das richtige Verhältnis von männlichen und weiblichen Blüten. Das Wachstum der Pflanzen verläuft gut, aber aufgrund des kalten Frühjahrs wachsen die Pflanzen etwas zu generativ. Das Verhältnis der Blüten ist nicht gut. Es gibt zu wenige männliche Blüten, so dass die Bestäubung nicht gut verläuft. Man muss dann von Hand bestäuben oder sich nach Blüten von anderen Anbauern umsehen.“

Johan Zwinkels in seinem Gewächshaus

ÜBERANGEBOT GELBER ZUCCHINI LÄSST DEN PREIS STARK SINKEN In den vergangenen Jahren war die gelbe Zucchini preislich gut gestellt. Die Fläche war beschränkt und der Preis stabil. Das war ein wahres Luxusprodukt, teurer und schwieriger haltbar. Das gelbe Fruchtgemüse ging vor allem an Gemüsespezialgeschäfte. Dann stoppte im vergangenen Jahr ein Anbauer mit dem Anbau von gelben Zucchini. Die Lücke wurde ohne gemeinsame Beratung von etwa fünf, sechs Unternehmen geschlossen, sagt der Zucchinianbauer Johan Zwinkels. Es wurde viel zu viel gelbe Zucchini angepflanzt. Die Folge? Das Angebot nahm zu und der Preis sank schnell.

„Dennoch verkaufen wir die Produkte glücklicherweise schnell. Der niedrige Preis macht das Produkt für die Supermärkte interessant. Vor allem wenn der Preis der gelben unter den der grünen fällt, bemerken wir, dass die Nachfrage aus dieser Richtung zunimmt. Der Verbraucher verwendet durchschnittlich zwei Zucchini in einer Mahlzeit. Es ist dann natürlich schön, farblich zu variieren. Obwohl die gelbe Zucchini schon seit gut 20 Jahren in den Niederlanden angebaut wird, ist dies Produkt beim Verbraucher noch ziemlich unbekannt. Wir hoffen natürlich sehr darauf, dass die Nachfrage in diesem Jahr weiter anzieht, damit der Preis doch etwas vorteilhafter wird.

Bei der grünen Zucchini erwartet der Anbauer aus ’s-Gravenzande in dieser Saison keine spannenden Preise. „Die Supermärkte decken sich in den letzten Jahren mehr über Verträge ein. In der Wintersaison entscheiden sie sich für spanische Produkte, von April bis Oktober wollen sie niederländische Zucchini in den Regalen haben. Dem Anbauer bietet das Sicherheit. Gemüse, das nicht über Verträge verkauft wird, geht in den Tageshandel. Die Preise liegen derzeit auf dem gleichen Niveau wie die Vertragspreise. Das sind keine spannenden Preise, aber dafür können wir es machen. Auch der Tagespreis ist teilweise von der Anfuhr aus Spanien abhängig. Wenn die aufhört, werden die Preise etwas steigen. Wenn die spanischen Anbauer etwas mehr produzieren, sacken die Preise wieder.“

WACHSTUMSMARKT FÜR AUBERGINEN Aufgrund des kalten Jahresbeginns verzögerte sich auch der Anbau der Aubergine etwas. „Mittlerweile haben wir eine Reihe von guten, hellen Tagen hinter uns, durch die wir wieder auf einem angemessenen Niveau sind,“ sagt Michel den Ouden von Purple Pride. Der Anbauverband hat mit 42 Hektar einen Marktanteil von gut 40 %. Im kommenden Jahr wird die Fläche auf 48 Hektar erweitert. „Immer mehr Kleinbetriebe fallen weg und die großen Unternehmen werden größer. Die Flächenausweitung ergibt sich aus der Größenzunahme der bestehenden Unternehmen. Die kleineren Unternehmen gehen oftmals zu einem anderen Anbau über, beispielsweise den von Weichobst.“

Purple Pride liefert unter anderem an Deutschland, die Niederlande, Großbritannien, Skandinavien und Amerika. „Im allgemeinen sieht man, dass England schnell zu den Niederlanden zurückkehrt. Der deutsche Markt ist launenhafter. Im Vergleich zum vorigen Jahr sind die Preise mäßig. Über die vergangenen Jahre betrachtet ist das Preisniveau etwas geringer als im Durchschnitt. Spanien ist schon wochenlang sehr billig.“ Die Belieferung aus Spanien stoppt Ende Mai, Anfang Juni. Die holländischen Auberginen liegen normalerweise zwischen der 12. und 43. Woche in den Regalen. Im Oktober werden erneut die ersten spanischen Auberginen angeboten. In den meisten Ländern nimmt die Nachfrage nach Auberginen ständig zu. Das violette Fruchtgemüse ist beim Verbraucher beliebt. Michel zufolge ist das auch dem Trend zur veganen Ernährung zu verdanken. „Der Trend ist riesig und ich sehe kein schnelles Ende. Jedem ist klar, dass wir weniger tierische Produkte verzehren

Anfang April ist die Bestäubung immer spannend. „Eine Blume blüht nur einmal. Um fünf Uhr morgens öffnet sie sich, und um elf Uhr ist sie geschlossen. Wenn die Blüte dann nicht bestäubt ist, wächst sie nicht zu einer Zucchini heran und man hat nichts Höchste Einkaufspreise! davon.“ Die Bestäuw w w. p a l l e t c e n t r a l e . n l bung geschieht

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Die Aubergine macht sich gut in einem vegetarischen oder veganen Menü

sollten. Das sieht man nicht nur auf dem Teller des Verbrauchers, sondern auch im Gaststättengewerbe. Anscheinend bietet jedes dritte Restaurant, das eröffnet wird, in Teilen ein pflanzliches Menü. Das sind nicht mehr nur Salate, sondern wirklich abwechslungsreiche warme Mahlzeiten. Die Aubergine eignet sich hervorragend für ein so zubereitetes Produkt.“

VERTIKALE BÜNDELUNG IN DER SALATBRANCHE „In den Niederlanden zeigt sich, dass in der AGF-Einzelhandelslandschaft Marken immer wichtiger werden. Ein Name schafft Wertschöpfung in der gesamten Kette. Als Lieferant kann man eine bessere Position auf dem Weg vom Produzenten zum Verbraucher schaffen“, sagt Chris Noordam von TopKrop. In Frankreich beispielsweise werden fast alle Frischprodukte als Marke verkauft. Die Erzeugergemeinschaft Prince de Bretagne hat sich zu einer großen Marke in den französischen Supermärkten entwickelt, und auch die Kooperative Sola-

TopKrop baut diverse Blattgemüse an

renn profiliert sich immer mehr als Marke. Florette, der Lieferant von unter anderem Salatmischungen, ist ein weiterer großer Markenname, der sich in den französischen Supermrkten finden lässt.

Ein weiterer Trend geht dahin, dass AGF-Händler aktiv produzieren. Chris umschreibt das als vertikale Bündelung. Das Handelsunternehmen Staay Food Group machte sich beispielsweise im vergangenen Jahr an den vertikalen Anbau von Salat. Verkehrt findet Chris das nicht. „Das Wissen und die Kompetenz des Anbaus wird jetzt mehr anerkannt. Außerdem sind kurze Wege für die Blattpflanzen wichtig. Daher brauchen wir dringend die Verbindung mit dem Handel.“ Chris Noordam beschreibt TopKrop als eine Handelsgärtnerei. Er selbst ist die zweite Generation in dem seit 1968 bestehenden Unternehmen. Der alleinige Anbau von Blattgemüsepflanzen für den freien Markt ist laut Chris keine Option. „Wer eine bedeutende Rolle spielen will, muss intensiv mit den Endkunden zusammenarbeiten. Wir ernten erst beim Verkauf. Somit haben wir keinen Vorrat, frisch ist wirklich frisch. Eine Herausforderung ist es dennoch. Es erfordert sowohl ein Verständnis für den Verkauf als auch Erfahrung beim Anbau.“ Weil die Kunden mit den unterschiedlichsten Wünschen kommen, wird TopKrop viel Sachkenntnis beim Anbau abverlangt. Nicht umsonst werden viele Versuche mit unterschiedlichen, exklusiven Sorten durchgeführt. „Es dauert meist etwa fünf Jahre, um den Anbauprozess in den Griff zu bekommen. Daher ist es wichtig, gute Verbindungen mit den richtigen Lieferanten zu haben.“

der erfahrene Anbauer nicht. „Das macht es gerade lebendig,“ relativiert er. „Man kann es noch so schön geplant haben, das Wetter ist für den Absatz doch ausschlaggebend. Wir schauen jeden Tag auf das Thermometer. Sobald sich das Quecksilber auf die zwanzig Grad hin bewegt, kommen die Aufträge herein.“

TopKrop hat einen gefächerten Kundenbestand und liefert auch an den Foodservice. Der Salat wird als Belag auf Brötchen und zur Füllung von Wraps verwendet. Außerdem ist asiatisches Blattgemüse noch immer im Aufwind. „In den vergangenen fünf Jahren hat das explosiv zugenommen. Das asiatische Blattgemüse wird in Wokpaketen verarbeitet, das Gaststättengewerbe ist verrückt danach.“ Im allgemeinen erkennt Chris eine Zunahme dieses Verbrauchsmusters. Der jüngere Verbraucher entscheidet sich öfter für Blattgemüse. Spinat beispielsweise wird vermehrt roh gegessen. Bei dem breiten Angebot braucht der Verbraucher über mangelnde Vielfalt nicht zu klagen. Noch immer gibt es eine große Gruppe Verbraucher, die sich für die klassischen Salatsorten wie Buttersalat und Kopfsalat entscheidet. Eisbergsalat steht noch immer auf Platz 1, gefolgt von Kopfsalat auf Platz 2. Außerdem hat der Verbraucher die Wahl aus einem breiten Sortiment, das hinsichtlich Geschmack, Farbe und Biss variiert. (JH)  krijn@kvanderspijk.nl info@devrieshvh.nl johan.zwinkels@wxs.nl m.denouden@doorpartners.nl info@topkrop.nl

VORAUSSCHAU Die Saison bei TopKrop dauert meist von April bis Oktober. Der lange Winter hat dafür gesorgt, dass die Aufträge später als sonst hereinkommen. Sorgen macht sich

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Gewächshaus Gemüse

Thema

„Freiland und Unterglasanbau an zwei Standorten kombinieren‘’

Gartenbauzentrale Main-Donau versucht sich, mit Spezialkulturen abzuheben Mit einigen sehr bedeutenden Vermarktungsgesellschaften ist die Großregion Bayern bereits seit Jahren eines der bedeutendsten Anbaugebiete im deutschen Gemüsebau. Vor allem die Unterglasproduktion hat sich in den letzten Jahren sukzessive ausgedehnt. Durch auffällige Marketingmaßnahmen, ständige Sortenversuchen und die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den beiden Standorten in Albertshofen und Gundelfingen zeigt die Genossenschaft sich genau 20 Jahre nach der Gründung noch immer wettbewerbsfähig.

I

n den Gewächshäusern von Albertshofen werden insbesondere Tomaten und Salatgurken, sowie auch Spezialkulturen wie Rettich, Feldsalat und Bio-Kresse angebaut. Die 15 Unterglas-Erzeuger produzieren ihre Ware auf einer Fläche von insgesamt 21 Hektar. Anfang Februar wurden bereits die ersten Gurken der Saison geerntet und Ende März - rechtzeitig zum Ostergeschäft - kamen die Tomaten hinzu. Außer der sehr beliebten Schlangen- und Herzgurken gibt es zwei Tomatensorten die wir momentan großflächig anbauen: die Lyterno und Mecano. ''Darüber hinaus haben wir auch Bio-Kresse, lila Blumenkohl, farbige Karotten und gelbe Zucchini im Programm. Denn der Trend geht eindeutig zu buntem Gemüse'', behauptet Kai Fuchs, stellvertretender Geschäftsführer der Gartenbauzentrale am Standort Albertshofen.

Der Standort in Albertshofen ist völlig spezialisiert auf die sommerliche Unterglasund Freilandproduktion, die Niederlassung in Gundelfingen fokussiert sich dahingegen vorrangig auf Freilandgemüse während der Wintermonate. Um dem Handel gegenüber eine gewisse Lieferfähigkeit garantieren zu können, zogen die beiden einzelne Unternehmen 1998 zusammen und wurde das Sortiment sukzessive ausgedehnt. Fuchs: ''Weitere Vorteile der zwei Standorte ist z.B. dass wir ein größeres Liefergebiet abdecken und Ware austauschen können, und zudem üblicherweise in Franken eini42

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ge Wochen früher ernten können. Dadurch dass wir sowohl im Freiland als auch in Glashäusern anbauen sind wir in der Lage einige Erzeugnisse ganzjährig anzubieten. Das wollen wir auch mit Rettich: im Glashaus werden die Gewächse schon im Herbst angepflanzt sodass sie im Januar zu ernten sind. Diese Unterglasware bringen wir bis zum Start der Freilandsaison auf den Markt''

LOKALE VERMARKTUNG Um mit der regionalen Konkurrenz mitzuhalten und die eigenen Erzeugnisse entsprechend anbieten zu können sei ein auffälliges Logo besonders wichtig. Vor allem im Bundesland Bayern wo es eine Vielzahl an regionalen Labels und Qualitätssiegeln gibt. ''Vor zwei Jahren haben wir unseres Logo Albert & Gundel eingeführt, mit zwei

schönen Komikfiguren, die unsere zwei Standorte repräsentieren. Das aussagekräftige Logo hat sowohl für Kinder als auch Eltern einen hohen Erkennungswert, weswegen es bisher sehr gut ankommt beim Verbraucher. Man weiß sofort was wir machen und welche Qualität dahinter steckt'', betont Herr Fuchs.

Alle Erzeugnisse der Gartenbauzentrale werden unter dem genannten Logo - entweder im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) oder am Großmarkt München - vermarktet. Fuchs: ''Wir machen allerdings Unterschied zwischen den einzelnen Produktlinien: Albertshofen liegt in Franken und Gundelfingen in Schwaben. Wenn es um ein fränkisches Produkt geht, bekommt der Albert ein fränkisches Wappen um die Herkunft noch etwas mehr hervorzuheben. Darüber hinaus sind wir natürlich eine Erzeugergenossenschaft mit vielen kleinen Familienbetrieben, was wir auch im Marketing betonen: wir machen zum Beispiel viel mit Gesichtern von einzelnen Erzeugern auf Folien und den Etiketten.'' LEISTUNGSFÄHIG IN DIE ZUKUNFT Trotz der stetigen Erweiterung der regionalen Konkurrenten sowie dem Einsatz höchst moderner Technik, glaubt die Geschäftsführung der Gartenbauzentrale an ihre eigene Kraft. Neueste Anbautechnik wie Produktion unter Beleuchtung kommt aktuell nicht in Frage. Das macht erst Sinn wenn man ein nagelneues Gewächshaus mit einem entsprechenden Umfang errichtet, so Fuchs. ''Wir sind ein ziemlich kleines Anbaugebiet und vermarkten keine große Mengen. Wenn man sich nicht auf Nischenprodukte spezialisiert und keine Freilandfläche dazu pachtet wird es für mittelständige Gemüsebaubetriebe schwierig mit den spezialisiert Groß-Industriebetrieben mitzuhalten.'' (HH)  kai.fuchs@gbz-main-donau.de


- Advertorial -

Philip van Antwerpen, Agro Care:

“Weiteres Wachstum bei Naschtomaten” “Wie viel man auch auf den Tisch setzt, es geht einfach weg. Sie können es bis hin zu den Kilo-Verpackungen sehen, auch die werden weggenascht. Man kann nicht aufhören.“ Das Wort hat Philip van Antwerpen von Agro Care. Die Tomatengärtnerei fuhr die Produktion von Naschtomaten in den vergangenen Jahren deutlich hoch und prognostiziert für die kommenden Jahre weiteres Wachstum.

native zu den Pick&Mix-Verpackungen im Supermarkt darstellt. „Die Kunden wollen gerne selber ein Eimerchen oder einen Shaker befüllen. Der Dispenser wurde gemeinsam mit Edeka entwickelt, um Abfall und Verschwendung zu vermeiden.“ Von Bedeutung ist die Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel auch, um Produktionsschwankungen aufzufangen. „Die Supermärkte machen gerne Aktionen mit Naschtomaten. Ob im Shaker, im 500 Gramm- oder sogar im Kilo-Eimer: das Produkt ist auf dem Markt sehr beliebt.“ Beim Tageshandel ist das anders. „Die Spezialgeschäfte tun sich mit den Farben noch etwas schwer, und auch auf dem Markt ist man es noch nicht gewöhnt. Dort entdeckt man sie nur ab und zu. Wir sehen das auch beim Tageshandel: es ist ein relativ neues Produkt und geht nicht weg wie warme Semmeln. Naschtomaten haben viel mehr Wert, wenn sie fest ins Sortiment integriert sind.“

Philip van Antwerpen (links) mit Geert Visker von Vitensa rechts, auch ein Mitglied von Harvest House und Mitinitiator des Tomatenspenders.

Wenn er ehrlich sein soll, hält er die rote Naschtomate selbst für die leckerste, aber die zunehmende Beliebtheit der gelben, orangefarbenen und braunen Naschtomate versteht Philip van Antwerpen von Agro Care nur allzu gut. „Das ist ein reines Naschvergnügen, und in einer Tüte mit Weingummi stecken auch verschiedene Sorten. Die gelben und die braunen sind geschmacklich etwas frischer als die roten. Kinder mögen die orangefarbenen am liebsten“, sagt er. So wie bei den meisten anderen Naschtomaten-Spielern wird auch bei Agro Care die größte Fläche von der Syngenta-Sorte Sweetelle beansprucht. Auch die drei anderen Sorten sind von Syngenta: die Ivorino, die KM5512 und die Bamano. „Die besten, die derzeit im Snacksegment auf dem Markt sind. Bei uns geht es um die Qualität. Das ist eine Kombination von haltbar, knackig und vor allem lecker. Eine Snacktomate muss ein geschmackvolles Produkt sein, auch wenn sie aus Tunesien oder Marokko kommt.“ Marokko und Tunesien sind für Agro Care derzeit die wichtigsten Ursprungsländer der Naschtomaten. Bei ihrer tunesischen

Niederlassung (20 ha) sind damit 13 ha bepflanzt, und die marokkanische Gärtnerei von 18,5 ha ist ganz damit belegt. Aus diesen Produktionseinrichtungen kann Agro Care ganzjährig liefern: wenn die tunesische Saison in der 30. Kalenderwoche stoppt, kommt die marokkanische Produktion gerade wieder in Gang. Aber auch in den niederländischen Gewächshäusern stehen noch Naschtomaten. „In Afrika profitieren wir vom Licht und verfügen über Erdwärme. Außerdem ist es auch in puncto Arbeit ein guter Standort“, sagt Philip. „Dennoch gibt es etwas enttäuschende Wochen in der Produktion. Dann haben wir die Niederlande im Hintergrund. Und die Niederlande sind natürlich unsere Basis: hier hat alles begonnen.“ Der Absatz von Agro Care erfolgt ganz über Harvest House. Für die Naschtomaten sind Deutschland, Großbritannien und die Niederlande sowie ergänzend die skandinavischen Länder am wichtigsten. „Bei den Naschtomaten arbeiten wir viel mit Supermärkten zusammen und entwickeln gemeinsam auch neue Produkte“, sagt Philip. Eines davon ist der Tomaten-Dispenser, der eine Alter-

www.syngenta.nl | www.agrocare.nl

Auch deshalb ist es für die Anbauer von Bedeutung, den Markt kontrolliert wachsen zu lassen, und trotz der massiven Erweiterungspläne in Tunesien – wo noch einmal sechs Gewächshäuser (30 ha) gebaut werden sollen – ist Agro Care dies sehr bewusst. „Höchstwahrscheinlich werden in den neuen Gewächshäusern Naschtomaten stehen, aber nur dann, wenn wir für die Produktion auch die richtigen Kunden haben. Sonst bestücken wir sie lieber mit normalen, losen Tomaten.”


Gewächshaus Gemüse

Thema

Auberginen aus Wiener Anbau werden derzeit unter der neuen Produktlinie Gärtnergemüse vermarktet

Die Wiener LGV-Genossenschaft setzt auf Regionalität, Innovativität und Zusammenarbeit

Unterglasprodukte zusammen mit anderen regionalen Erzeugnissen anbieten Es war ein erfolgreiches Jahr für die LGV Gemüsebau-Genossenschaft in Wien. Nach der Eröffnung des innovativen Geschäfts „Gärtnergschäftl“ sowie der erneuerten Kooperation mit dem befreundeten Produktionsbetrieb Seewinkel Sonnengemüse im Burgenland erfolgte neulich die Lancierung eines komplett neuen Markenauftritts. Von Andreas Melanzani über Martins Mini-Gurken bis hin zu Stefans Mini San Marzano: die Produktlinie Gärtnergemüse unterscheidet sich dadurch, dass die regionale Erzeugnisse die familiäre Wurzeln der einzelnen 100 Produzenten zeigen. Zwischenzeitlich werden auch noch neue Sorten erprobt: zum Beispiel die Unterglas-Erzeugung von Kurkuma und Ingwer. Eine persönliche Darstellung bzw. Präsentation der Produkte hebt die LGV Frischgemüse GmbH von der Massenproduktion ab. Zu diesem Zweck werden nicht nur die einzigartige Produktetikette der Eigenmarke LGV benutzt, sondern auch eine direkte Verlinkung zum jeweiligen Produzenten. Seit kurzem führt die Genossenschaft die Produktlinie Gärtnergemüse, wobei die etwa 25 Gemüsesorten nun ihre familiären Wurzeln zeigen. ''Ungefähr die Hälfte der 44

AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

Produkte, die im lokalen Supermarktregal liegen gehören der Marke Gärtnergemüse. Die übrigen Spezialitäten werden unter dem Label LGV vermarktet'', so Vorstandsvorsitzender Florian Bell. ''Die Regionalität hat in Österreich überhaupt einen sehr hohen Stellenwert. Wir wollen diese Rückverfolgbarkeit oder Transparenz als LGV auch unterstützen. Wer ist der Mensch und die Familie hinter den Produkten.''

Trotz der Beliebtheit der heimischen Erzeugnisse innerhalb der Hauptsaison sei der inländische Wettbewerb ziemlich intensiv, insbesondere im Bereich der Unterglasproduktion. Infolgedessen müsse ein Traditionsunternehmen wie die LGV-Genossenschaft sich mittels auffälligem Marketing, unwiderstehlicher Qualität und vollständiger Rückverfolgbarkeit der Erzeugnisse von der industrielle Produktion abheben. Bell: ''Obwohl wir eine Fläche von 205 Hektar betreiben - von denen 185 Hektar für geschützten Anbau geeignet ist – besteht die LGV nach wie vor aus Familienbetrieben. Unsere rund 100 Mitglieder betreiben höchstens auf einigen Hektar Gemüsebau, aber durch die Vielfalt der Produkte können wir uns unterscheiden SORTENVIELFALT & KOOPERATION Auch die österreichischen Glashausproduktion tendiert in Richtung Snackgemüse und bunte Spezialitäten. Bell: ''Babyspinat und Feldsalat sind jetzt im Frühling die beliebtesten Produkte in Österreich, sowie Snack-Gurken mit einer Länge von etwa 7


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Thema

kasgroenten

Eine Umfrage unter Absatzgenossenschaften und Produzenten hebt das Bild von einem sehr hohen Konkurrenzniveau im deutschen Gartenbau hervor. Es gibt aktuell einige große Akteure, die kontinuierlich expandieren und ihre Unterglasfläche erweitern. Vor allem im Großraum Nürnberg, sowie in der ehemaligen DDR und Niedersachsen wird die Anbaufläche ständig vergrößert. Aktuell liegt die gesamte Anbaufläche bei 1.270 Hektar und wird etwa ein Viertel für Tomaten benutzt. Gurken (220 Hektar) und Feldsalat (205 Hektar) sind an zweiter und dritter Stelle . Ein wichtiger Trend ist der große Bedarf

an Snack- und Minigemüse aus geschütztem Anbau. Das gleiche gilt für den Anbau von Paprika, wie die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen. Die großen Produktions- und Vermarktungsbetriebe Gartenbauzentrale Papenburg und die Wittenberg Gemüse GmbH (eine Schwestergesellschaft der niederländischen Van Gog Kwekerijen) bieten seit dieser Saison zusätzlich zu ihrem bestehenden Angebot auch Paprika an. Die deutsche Gewächshaus-Erdbeere gewinnt ebenfalls an Bedeutung und wird allmählich zu einer guten Al-

ternative für die Erzeuger, da die Konkurrenz hier noch deutlich geringer ist als bei den Gurken und Tomaten. Darüber hinaus findet man heutzutage auch immer mehr Feldsalat, Radieschen und Auberginen in den Gewächshäusern. Das Handelsunternehmen Werder Frucht GmbH hat beispielsweise kürzlich angekündigt, in dieser Saison die ersten Unterglas-Auberginen aus Brandenburg (Ostdeutschland) zu vermarkten. Ein wichtiger Vorteil gegenüber dem niederländischen und belgischen Anbau ist die starke Präferenz nach regionalen Produkten, die den deut-

Vorstandsvorsitzender Florian Bell der LGV-Genossenschaft zeigt eine Gemüsekiste mit regionalen Erzeugnissen aus geschütztem und Freilandanbau

Zentimeter. Mittlerweile kommen sechs von zehn in Österreich produzierten Gurken von den Gärtnerbetrieben der LGV-Frischgemüse. Darüber hinaus beschäftigen wir uns zur Zeit mit dem Anbau von Kurkuma und Ingwer in unseren Glashäusern. Da sind wir aber noch in der Testphase. Auch die Wiener Haidesalate sind aktuell ein spannendes Thema: unter dieser Produktlinie wollen wir einige Salat-Spezialitäten wie zum Beispiel Baby-Leaf auf den Markt bringen.'' Neben der ständigen Weiterentwicklung der Unterglasproduktion hat die LGV-Genossenschaft auch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit für sich erkannt. Nicht umsonst wurde am Anfang des Jahres die 2012 beendete Kooperation mit der See-

winkler Sonnengemüse GmbH wieder aufgegriffen. Bell: ''Unsere Überlegung war, dass wir zusammen alles aus einer Hand an den Handel anbieten können. Jede Genossenschaft hat seine eigenen Spezialitäten aber gemeinsam haben wir das größte und vielfältigste Sortiment von Österreich. Die SSG ist im Burgenland angesiedelt; eine sonnenreiche Gegend an der Ostgrenze die sehr gut geeignet ist für das Freilandgemüse. Die Stärke des LGVs ist dahingegen die Unterglasproduktion und natürlich die Nähe zu Wien, weswegen wir sehr kurze Wege zum Einzelhandel haben. Vor hier aus machen wir auch Export zur Ergänzung, u.a. in den süddeutschen Raum.''

schen Verbraucher bereits seit Jahren prägt. Sobald die ersten deutschen Gewächshausprodukte auf dem Markt eintreffen (Mitte Februar bis März), sind Produkte aus dem Ausland - und insbesondere Südeuropa - deutlich weniger beliebt. Die heimischen Produzenten und Absatzgenossenschaften gehen darauf ein mit eigenen Marken und Produktverpackungen, die eine deutliche und direkte Rückverfolgbarkeit zum Ursprung gewährleisten. Einige Betriebe erwähnen nicht nur die regionale Herkunft, sondern sogar den Namen des einzelnen Produzenten, um völlige Transparenz darzustellen.

des Frischebereichs hinaus. Ein entsprechendes Beispiel ist das im Vorjahr gegründete Gärtnergschäftl das mittels Crowdfunding zustande kam. ''Wir sind sehr stolz, dass wir damals innerhalb von einer Woche 300.000 Euro gesammelt haben und somit das innovative Online-Geschäft lancieren konnten. Mit dieser Plattform gehen wir direkt an den Endverbraucher und bieten wir unsere Gemüsespezialitäten in Kleinstmengen und ohne Umverpackung an. Es ist grundsätzlich ein kleiner Supermarkt, wo man nicht nur Gemüse, sondern auch ergänzende Lebensmitteln wie Molkerei, Getränke und Fleischspezialitäten aus der Region findet. Das machen wir gemeinsam mit ca. 40 regionalen Partnern. Ab diesem Monat bieten wir dieses ausgeprägtes Sortiment auch in unseren Gemüsekisten an und ab Mai auch online.'' Die Genossenschaft sucht aber ständig nach neuen Marketingmaßnahmen und Anbaumethoden, bestätigt Herr Bell. Das Unternehmen ist unter anderem an einem Urban Gardening Projekt beteiligt, eine schöne Möglichkeit, den Endverbraucher für den Gartenbau und die Produktion zu begeistern. Darüber hinaus hat die Genossenschaft sich auch für die neue Lösungen im Anbauverfahren interessiert. Bell: ''Wir beschäftigen uns derzeit mit Vertical Farming: dies befindet sich aber noch in der Aufbauphase.'' (HH)  A.Guenther@lgv.at

Die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern zeigt sich aber auch über die Grenzen

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Gewächshaus Gemüse

Thema

Minitomaten: Kleineres Format, doch Geschmack bleibt das Wichtigste

Das Tomatenangebot im Supermarkt wird immer umfangreicher, doch die Tomaten selber scheinen mittlerweile immer kleiner zu werden. Wie ist die Tendenz hin zu immer kleineren Tomaten zu erklären? Jan van Heijningen von Eminent: „Der Markt macht gerade eine Veränderung durch.“

M

it einem mittleren Durchschnitt von 1 Zentimeter und einem Gewicht, das zwischen 1 und 2 Gramm schwankt, ist die Tomberry von Eminent die kleinste Tomate der Welt. Die Perlentomate ist aufgrund ihres Maßes nach einer Beere benannt – ein Format, das deutlich kleiner ist als das der kleinsten Kirschtomaten, die bei 8 und 12 Gramm liegen.

GEWICHT Van Heijningen: „Der Trend hin zum Anbau immer kleinerer Tomaten besteht eigentlich schon seit gut zehn Jahren. Der Wettstreit um die Ernte von möglichst viel Gewicht pro Quadratmeter hat zur Snacktomate geführt, die von 10 Gramm auf 20 Gramm Gewicht zugelegt hat. Während man früher zwei Snacktomaten zugleich in

den Mund steckte, hat man jetzt den Mund mit einer Snacktomate schon voll.“

Greenco brachte 2005 als erste eine rote Snacktomate unter dem Namen Tommies auf den Markt. Seitdem hat sich am Gewicht dieser Snacktomate nichts verändert. Jos van Mil von Greenco: „Die Tommies-Snacktomate wiegt schon seit Jahren einfach 10 Gramm.“ Für Van Mil stellt sich die Frage der Relevanz dieser deutlich erhöhten Menge an Tomatensorten im Supermarktregal. „Man kann derzeit zwischen wohl gut dreißig unterschiedlichen Tomatensorten wählen, aber für welchen Zweck wurden alle diese Tomaten entwickelt?“

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GESCHMACK Vor einem Monat hat auch Greenco eine kleinere Tomate auf den Markt gebracht. Der Einführung der Tommies Mini Toppers gingen Jahre der Entwicklung und Forschung voran. Van Mil: „Die Tommies Mini Toppers sollten um die Hälfte kleiner werden als die regulären Tommies Snacktomaten, aber ausschlaggebend war der Geschmack. Es sind kleine Tomaten, die süß schmecken. Tommies Mini Toppers eignen sich aufgrund ihres kleinen Maßes und ihres Gewichts von um die 4 Gramm als Beigabe für Speisen, ohne dass die Tomate durchgeschnitten werden muss. Auf diese Weise wird gesundes Essen einfacher.“ Der Anbau kleiner, heller Tomaten ist arbeitsintensiv und daher teuer, erläutert Kris Goen von Syngenta. Die kleinste Tomate im Sortiment von Syngenta ist die ‘Lullaby’, eine Strauchkirschtomate von 9 Gramm. Als lose Snacktomate wird außerdem die Sorte ‘Sweetelle’ viel angebaut, diese wiegt im Schnitt 11 bis 12 Gramm. Goen glaubt weiterhin an die Bedeutung von Snacktomaten von um die

te zu überzeugen. Van Heijningen: „Irgendwann erkannten wir den Trend zur Bequemlichkeit mittels einer zu verteilenden Tomate, die sich direkt über die Speisen schütten lässt. Wenn man dann mal so eine Tomate hat, bringt man sie auf den Markt. Nennen Sie es meinetwegen Fingerspitzengefühl.“

Die Verpackung eines Produkts spielt bei der Markteinführung eines neuen Produktes eine wichtige Rolle. Van Mil: „Das wichtigste ist allerdings, dass das Produkt in der Verpackung die ErwarDe Tomberry®, die kleinste Tomate der Welt tungen erfüllt, die die Verpackung weckt. Die Verpackung 10 Gramm und hält es für schwierig, Vor- soll ein Trigger sein, damit das Produkt aus hersagen über die Zukunft der Minitomate dem Regal genommen wird, aber danach zu machen. „Nicht allen Spezialitäten ist es wird der Geschmack führend. Wenn der vorbestimmt, sehr groß zu werden, aber Geschmack nicht stimmt, wird der Verbrauvorher hatte auch niemand an den Erfolg cher das Produkt kein weiteres Mal kaufen.“ der Snacktomate geglaubt.“ (TT)  VERPACKUNG Das Problem besteht darin, den Verbraucher vom Mehrwert einer kleineren Toma-

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Gewächshaus Gemüse

Thema

Hälfte der gewächshausgemüseproduktion nach deutschland und england Gewächshausgemüse macht fast die Hälfte des Gesamtexports von dem in den Niederlanden angebauten Frischgemüse und Obst aus. Zwiebeln sind mengenmäßig gesehen das wichtigste Produkt, doch dann folgen die großen Gewächshausprodukte Tomaten, Paprikas und Gurken. Glasgemüse: Größe von Unternehmen Bron: CBS

2006

2010

2017

Fläche IN HA Insgesamt

4.548

100%

4.986

100%

4.992

847

19%

512

10%

300

6%

- 1,5 - 3 ha

1.110

24%

787

16%

514

10%

- > 3 ha

2.590

57%

3.687

74%

4.178

84%

Insgesamt

2.400

100%

1.766

100%

1.261

100%

- < 1,5 ha

1.455

61%

907

51%

545

43%

- 1,5 - 3 ha

534

22%

371

21%

243

19%

- > 3 ha

411

17%

488

28%

473

38%

- < 1,5 ha

100%

Anzahl der Unternehmen

Nederland: Afnemers glasgroenten 2017 re-export) Niederlande: Kunden Gewächshaus im in Jahr 2017(excl. (ohne Reexporte). Ierland; 1%

Overige; 9%

Noorwegen; 2% USA; 2% Duitsland; 46%

Denemarken; 2% Spanje; 2% Tsjechie; 2% Frankrijk; 3% Zweden; 4% Polen; 5% Italie; 5% Ver Kon; 17%

50

AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

M

engenmäßig gesehen nahm der Export der großen drei Gewächshausprodukte plus Auberginen bis 2010 auf 1,44 Millionen Tonnen zu. Diese Menge wurde seitdem nicht mehr erreicht, doch viel geringer wurde sie auch nicht. 2017 handelte es sich um 1,39 Millionen Tonnen. Nur bei den Paprikas nahm der Export auch 2017 weiter zu. Export ist die tragende Säule der niederländischen Gewächshausgemüsebranche, denn 80 Prozent der Produktion werden im Ausland abgesetzt.

Der Export von Gewächshausgemüse zielt praktisch ganz auf europäische Länder. Die Vereinigten Staaten sind der wichtigste nichteuropäische Abnehmer. Dieses Land hat insgesamt einen bescheidenen Anteil von zwei Prozent. Japan ist der darauffolgende nicht europäische Abnehmer. Dieses Land stand 2017 mit einem Anteil von noch nicht einmal einem halben Prozent insgesamt auf dem zwanzigsten Platz aller Abnehmer. DEUTSCHLAND: IMMER MEHR EINHEIMISCHES GEWÄCHSHAUSGEMÜSE Der Absatz von niederländischem Gewächshausgemüse ist sehr stark vom deutschen Markt abhängig. In den vergangenen Jahren betrug der Anteil Deutschlands immer 46 Prozent. Umgekehrt sind die Niederlande auch bedeutsam für den deutschen einheimischen Markt von Gewächshausgemüse. Auf dem deutschen Gesamtmarkt (Produktion plus Import) lag der Anteil der niederländischen Tomaten, Gurken und Paprikas 2017 bei respektive 42 Prozent, 34 Prozent und 25 Prozent.

Die eigene deutsche Produktion, insbesondere von Tomaten, nimmt schnell zu. Im vergangenen Jahr wurden immerhin


Niederländisches Gewächshausgemüse: Erzeugungs- und Importzahlen 2006 2007 Unternehmen Insgesamt 2.400 2.211 Fläche Zusammen 3.424 3.445 Tomaten 1.481 1.545 Gurken 638 617 Paprikas 1.214 1.187 Auberginen 90 96 KG pro M2 Zusammen 43 43 Tomaten 46 44 Gurken 69 70 Paprikas 26 27 Auberginen 44 43 Produktion Zusammen 1.478 1.476 Tomaten 680 685 Gurken 440 430 Paprikas 318 320 Auberginen 40 41 Export Niederländisch Produkt Zusammen 1.273 1.276 Tomaten 624 630 Gurken 335 328 Paprikas 282 287 Auberginen 31 32 Export Niederländisch Produkt In % Von Produktion Zusammen 86% 86% Tomaten 92% 92% Gurken 76% 76% Paprikas 89% 90% Auberginen 78% 77%

bereits 100.000 Tonnen Tomaten angebaut. Gegenüber 2016 stellt das ein Wachstum von 13 Prozent dar. 2010 belief sich die Produktion noch auf 75.000 Tonnen. Die deutsche Gurkenproduktion schwankt, war jedoch im vergangenen Jahr mit fast 60.000 Tonnen etwas größer als 2016. Der Paprikaanbau in Deutschland nimmt relativ gesehen auch schnell zu, aber mit 12.000 Tonnen handelt es sich einstweilig um eine bescheidene Menge. Der zweite Abnehmer ist Großbritannien. In den vergangenen Jahren gingen 17 bis 18 Prozent allen niederländischen Gewächshausgemüses in diese beiden Länder. Beide

Crisp Potatoes

Table - Export Potatoes

Export Potatoes

2011

2015

2016

2017

1.766

1.694

1.385

1.327

1261

3.846 1.676 664 1.403 104

3.816 1.702 656 1.357 101

3.572 1.758 545 1.163 106

3.687 1.705 554 1.317 111

3.741 1.739 580 1.319 103

43 49 66 26 44

44 48 66 27 45

48 51 74 31 50

46 53 67 28 49

46 52 67 28 53

1.661 815 435 365 46

1.666 825 430 365 46

1.708 890 405 360 53

1.689 900 370 365 54

1.729 910 390 375 54

1.443 758 328 321 36

1.377 738 285 319 35

1.414 772 295 307 41

1.357 755 254 307 40

87% 93% 76% 88% 78%

83% 89% 66% 87% 77%

83% 87% 73% 85% 77%

80% 84% 69% 84% 75%

zusammen machen daher knapp zwei Drittel des Gewächshausgemüse-Exports aus. Nummer drei auf der Liste ist Italien mit einem Anteil von etwa fünf Prozent. Polen als vierter macht ebenfalls zirka fünf Prozent aus. Danach folgen Schweden mit vier Prozent und Frankreich mit einem bescheidenen Anteil von nur drei Prozent.

UMFANGSZUNAHME WÄCHST Beim Anbau von Gewächshausgemüse in den Niederlanden fällt zunächst einmal die Bedeutungszunahme der großen und größeren Unternehmen auf. Die Anzahl der Unternehmen mit Gewächshausgemüse hat sich in 10 Jahren halbiert auf 1.260

Unternehmen im Jahr 2017. Die Fläche nahm bis 2010 auf gerade eben 5.000 Hektar zu und ist seitdem einigermaßen stabil geblieben. Mehr als 80 Prozent der Fläche gehört Unternehmen, die größer als 3 ha sind. Vor zehn Jahren war das noch gut die Hälfte. Im übrigen liegt der Anteil der Unternehmen, die auf weniger als 1,5 Hektar Gewächshausgemüse anbauen, zahlenmäßig gesehen noch immer bei gut 40 Prozent.

IMPORT GROSSTEILS FÜR RE-EXPORT Neben den in den Niederlanden angebauten Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen wer1.388 den diese Produkte auch impor749 tiert. Zunächst ist der Import in 284 den vergangenen Jahren gesun315 ken, aber im vergangenen Jahr 39 soll dennoch wieder viel mehr eingeführt worden sein. Ins80% gesamt ging es 2017 bei den 82% vier genannten Produkten um 73% 84% 460.000 Tonnen, hälftig hier73% von Tomaten. Ein bedeutender Anteil dieser Produkte ist für den Re-Export bestimmt.

TOMATENEXPORT NACH GIPFEL 2014 JETZT STABIL Tomaten sind das wichtigste niederländische Gewächshausgemüseprodukt. Der Export niederländischer Tomaten erreichte 2014 mit 800.000 Tonnen einen Gipfel. Danach war es jedes Jahr etwas weniger, bis im vergangenen Jahr 750.000 Tonnen erreicht wurden. Der Rückgang kam nicht nur durch den Wegfall des russischen Marktes zustande (38.000 Tonnen), es ging auch weniger an alle anderen Länder. Dieser Trend hing vor allem vom Export nach Deutschland ab, aber auch von dem nach

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French Fries Potatoes

Jacket Potatoes

2010

Crisp Potatoes

Table - Export Potatoes

JacketTable Potatoes - Export Potatoes Own Potato-fields (Weighted per grams) 300 farmers 300 Farmers Flexible Family company  Flexible Family company Logistic hotspot of Europe  Logistic hotspot of Europe Jacket Potatoes Middle in Europe’s best Fries fields Potatoes French Since 1927  (Weighted per grams)

Own Potato-fields

Crisp Potatoes

Crisp Potatoes

French Fries Potatoes

French Fries Potatoes

AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

51


Gewächshaus Gemüse

Thema

Niederländisches Gewächshausgemüse: Zahlen des internationalen Handels

Großbritannien. Mit einem Anteil von respektive 46 und 15 Prozent stellen diese beiden Länder gemeinsam mehr als 60 Prozent des Gesamtexports niederländischer Tomaten. Die anderen bedeutenden Abnehmer sind Italien, Schweden, Polen, Spanien und Frankreich. Von diesen Ländern ist Polen ein Wachstumsmarkt, und vor allem nach Frankreich und Schweden gehen immer weniger Tomaten von niederländischem Boden. Nur sehr wenige niederländische Tomaten finden ihren Weg in Länder außerhalb der EU. Im vergangenen Jahr waren die Vereinigten Arabischen Emirate auf dem 19. Platz das wichtigste nichteuropäische Bestimmungsziel mit einem Export von 3.500 Tonnen, was ein halbes Prozent des Gesamtexports ausmacht.

Abgesehen von den 750.000 Tonnen niederländischen Produkts wurden von niederländischen Exporteuren im vergangenen Jahr noch einmal schätzungsweise 350.000 Tonnen ausländischer Tomaten re-exportiert. Bei den beiden großen Ländern Deutschland und Großbritannien lag der Anteil des Re-Exports bei 21 respektive 38 Prozent. DREIVIERTEL STRAUCHTOMATEN Derzeit machen Strauchtomaten fast drei Viertel des Exports niederländischer Tomaten aus. 52

Quelle: Verschiedenes EXPORT Insgesamt (incl. re-export) Zusammen Tomaten Gurken Paprikas Auberginen

2006

2007

2010

2014

2015

2016

2017

1.630 844 381 363 42

1.627 848 373 365 41

1.793 943 394 411 45

1.919 1.044 436 388 51

1.849 1.032 377 384 56

1.786 1.012 359 361 55

2.004 1.096 422 427 60

EXPORT Niederländisch PRODUKT Zusammen Tomaten Gurken Paprikas Auberginen

1.273 624 335 282 31

1.276 630 328 287 32

1.443 758 328 321 36

1.488 808 342 299 38

1.414 772 295 307 41

1.357 755 254 307 40

1.388 749 284 315 39

RE-EXPORT Zusammen Tomaten Gurken Paprikas Auberginen

357 219 46 81 10

351 219 45 78 10

351 185 65 91 10

430 235 94 88 13

435 260 82 78 15

430 256 105 54 14

617 346 138 112 21

IMPORT Zusammen Tomaten Gurken Paprikas Auberginen

471 266 89 105 11

393 203 68 111 10

357 183 80 82 11

379 179 95 90 15

383 184 94 91 14

357 176 95 74 12

459 235 118 92 15

Tomaten: Niederländischer Export; ausschließlich niederländische Erzeugnisse (Tonnen) Quelle: : KCB/GFH Insgesamt Russland Rest

2012 721.384 19.999 701.385

2013 773.509 31.861 741.648

2014 808.331 38.160 770.171

2015 772.164 772.164

2016 755.431 755.431

2017 749.466 749.466

+/- in % -1%

Deutschland Vereinigtes Königreich Italien Schweden Polen Spanien Frankreich Tschechische Republik Irland Norwegen Dänemark Finnland Österreich Lettland Litauen Belgien Estland Weißrussland VAE Rumänien Schweiz Portugal Slowenien Slowakei Ungarn Griechenland Katar Hongkong Island Japan Saudi-Arabien Andere

314.309 108.822 49.148 43.136 19.011 21.177 26.216 18.850 7.509 10.718 11.750 8.635 6.816 6.072 8.898 13.407 4.412 1.875 1.585 1.967 4.674 32 807 3.697 551 375 159 294 207 111 87 6.080

337.655 107.715 45.913 45.455 27.370 16.961 33.111 21.028 8.492 11.517 12.567 8.827 6.909 5.589 11.101 11.586 4.398 3.997 2.204 3.080 3.366 31 1.061 3.694 427 788 277 286 348 338 123 5.433

357.819 118.600 47.730 44.172 28.729 19.769 25.940 22.530 8.985 11.465 11.346 10.361 6.847 6.831 11.334 11.074 3.697 5.733 3.028 2.039 2.412 251 869 1.683 265 410 330 256 484 330 255 4.598

343.279 114.602 57.289 42.446 29.388 28.436 27.891 22.690 10.442 10.420 10.978 8.735 6.269 9.945 9.128 11.675 4.418 4.060 4.382 2.168 3.990 541 579 1.374 966 191 534 388 511 268 386 3.795

347.191 108.376 53.219 42.546 34.177 27.077 27.081 18.306 9.835 11.681 9.966 8.174 5.696 6.278 7.007 8.529 4.663 4.034 3.639 2.985 2.460 1.397 914 1.759 1.533 640 530 544 531 461 458 3.743

345.509 114.304 56.723 36.879 35.330 25.936 24.974 17.036 10.080 9.888 9.277 7.728 7.267 6.410 6.181 5.694 4.690 4.118 3.427 3.162 2.406 2.031 1.705 1.361 1.350 753 728 603 515 498 446 2.456

0% 5% 7% -13% 3% -4% -8% -7% 2% -15% -7% -5% 28% 2% -12% -33% 1% 2% -6% 6% -2% 45% 87% -23% -12% 18% 37% 11% -3% 8% -3% -34%

AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

-1%


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Deutsches/niederländisches Gewächshausgemüse: gegenseitige Bedeutung Tomaten

Gurken

Paprikas

Auberginen

Produktion Deutschland

Quelle: SBA

96.561

58.630

12.289

1.000

168.480

Import Deutschland - Insgesamt

SBA

718.891

474.593

389.012

48.157

1.630.653

815.452

533.223

401.301

49.157

1.799.133

Niederländische Exporte nach Deutschland

KCB/GFH

345.509

179.909

99.812

17.239

642.470

42%

34%

25%

35%

36%

749.466

284.091

314.939

39.228

1.387.725

46%

63%

32%

44%

46%

Teilen aus den Niederlanden Export Niederlande Insgesamt Teilen nach Deutschland

KCB/GFH

Zusammen

AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

53


Gewächshaus Gemüse

Thema

Tomaten: niederländischer Export 2017 (Tonnen) Quelle: KCB-GFH/ Eurostat Insgesamt

Export Insgesamt 1.102.436

Deutschland VK Italien Schweden Belgien Polen Frankreich Spanien Tschechische Republik Dänemark Irland Norwegen Finnland Litauen Österreich Lettland Estland Russland Rumänien Weißrussland Schweiz VAE Kroatien Slowakei Slowenien Griechenland Ungarn US Kanada Portugal Island Katar Andere

Ned product

% Ned product

Re-export

749.466

68%

352.970

440.089 183.260 64.964 58.051 47.452 42.735 36.770 32.367

345.509 114.304 56.723 36.879 5.694 35.330 24.974 25.936

79% 62% 87% 64% 12% 83% 68% 80%

94.579 68.956 8.241 21.173 41.758 7.405 11.796 6.431

30.672

17.036

56%

13.636

22.789 19.706 18.272 13.553 10.753 10.255 8.770 7.580 7.493 6.313 5.958 4.862 4.435 3.725 3.046 2.529 2.305 1.936 193 85 1.803 1.221 1.221 7.276

9.277 10.080 9.888 7.728 6.181 7.267 6.410 4.690 3.162 4.118 2.406 3.427 135 1.361 1.705 753 1.350 0 2.031 515 728 4.595

41% 51% 54% 57% 57% 71% 73% 62% 0% 50% 69% 49% 77% 4% 45% 67% 33% 70% 0% 0% 113% 42% 60% 63%

13.512 9.626 8.384 5.825 4.572 2.987 2.360 2.891 7.493 3.151 1.839 2.456 1.007 3.590 1.685 824 1.552 586 193 85 -228 705 493 2.680

Gurken: niederländischer Export; ausschließlich niederländische Erzeugnisse (Tonnen) Quelle: KCB/GFH

2013

2014

2015

2016

2017

Insgesamt

304.896

342.227

294.818

254.440

284.091

Deutschland VK Frankreich Polen Schweden Tschechische Republik Dänemark Irland Belgien Finnland Norwegen Schweiz Österreich Litauen Italien Portugal US Lettland Ungarn Spanien Russland Andere

197.455 55.546 12.256 2.893 8.627 3.601 5.080 2.006 4.959 2.556 1.219 1.481 1.888 799 462 119 271 123 1.796 959 800

210.065 70.325 16.421 2.642 9.006 6.624 5.259 2.502 5.266 2.784 1.932 907 1.391 1.200 363 123 270 120 1.082 2.728 1.217

185.282 63.164 11.316 3.138 8.663 4.911 5.182 2.081 3.097 1.424 1.548 1.116 966 375 502 4 42 506 13 446 1.041

157.793 49.393 10.505 5.371 8.388 4.925 4.847 1.901 3.139 1.520 1.500 719 1.369 590 353 6 429 188 35 343 1.125

179.909 47.115 12.362 9.800 8.387 6.311 6.010 2.624 2.599 1.599 1.217 1.149 1.137 572 444 348 283 280 234 179 1.531

Quelle: KCB/GFH

2015

2016

2017

Insgesamt

772.164

755.431

749.466

Strauch Insgesamt

555.100

557.036

548.243

Strauch runde

463.038

450.791

441.261

36%

Quelle: KCB/GFH

2013

2014

2015

2016

2017

+/- in %

268.668

299.496

306.558

306.582

314.939

3%

Deutschland

93.065

102.837

107.219

98.064

99.812

2%

VK

62.492

70.463

69.707

66.039

71.991

9%

US

10.974

10.190

17.408

25.325

20.774

-18% 17%

Insgesamt

9.803

12.365

13.598

14.755

17.248

Schweden

16.531

16.834

14.809

15.461

14.727

-5%

Norwegen

8.102

9.003

8.248

11.663

9.889

-15%

Tschechische Republik

7.250

9.966

9.416

8.572

7.900

-8%

Dänemark

6.744

8.027

7.186

7.169

7.889

10%

Frankreich

5.598

5.737

7.080

6.091

7.440

22%

Italien

3.859

3.842

5.530

5.479

7.329

34%

5.627

6.309

6.072

5.560

6.722

21%

83.467

95.489

94.697

Finnland

Strauch Pflaum

6.522

9.372

10.603

Irland

5.753

5.856

7.606

6.068

6.699

10%

Strauch Pflaum Kers/Cherry

2.072

1.385

1.682

Japan

6.044

6.031

5.856

6.368

5.567

-13%

Belgien

3.657

3.455

4.377

4.805

5.267

10%

Lose runde Insgesamt

185.403

173.672

174.788

Schweiz

4.727

5.709

6.363

5.803

3.731

-36%

Lose runde 57-67 Mm

74.415

60.602

64.183

Estland

353

641

683

1.352

3.272

142%

Lose runde 47-57 Mm

45.166

48.908

43.299

Litauen

1.836

2.527

1.738

1.668

2.054

23%

Lose runde Kers/Cherry

31.423

32.805

38.661

Österreich

2.029

2.023

1.664

1.739

1.974

13%

Lose runde 82-102 Mm

24.902

21.358

20.464

Rumänien

1.109

1.321

1.047

1.600

1.970

23%

Lose runde 67-82 Mm

7.217

7.924

6.692

Lose runde Andere

2.280

2.073

1.490

Lettland

1.397

1.321

3.268

1.251

1.475

18%

VAE

940

1.361

1.805

1.597

1.457

-9%

Weißrussland

733

1.764

937

1.475

1.352

-8%

Griechenland

458

849

584

922

1.177

28%

31

1.855

780

-58%

Zypern

310

361

376

668

722

8%

Slowakei

477

453

395

574

599

4%

Katar

215

270

443

539

556

3%

735

956

547

-43%

Strauch Rond Kers/Cherry

Lose Pflaum Insgesamt

22.414

15.735

16.371

Lose Pflaum 47-57 Mm

18.337

12.842

13.636

Lose Pflaum 57-67 Mm

3.865

2.089

2.620

212

805

114

Lose Pflaum Kers/Cherry

1.577

4.645

4.814

Andere

7.671

4.343

5.251

Ungarn

231

124

110

347

465

34%

Malta

321

178

165

345

428

24%

118.539

134.324

139.853

Kuwait

113

144

206

361

373

3%

Spanien

378

363

397

205

325

59%

Russland

4.890

6.056

-

-

-

Andere

2.652

3.115

1.495

1.904

2.428

Lose Pflaum Andere

SubInsgesamt Cherry

54

14% -5% 18% 82% 0% 28% 24% 38% -17% 5% -19% 60% -17% -3% 26% +++ -34% 49% 573% -48%

Paprika: niederländischer Export; ausschließlich niederländische Erzeugnisse (Tonnen)

Polen

Tomaten: niederländischer Export nach Varietät (Tonnen)

+/- in % 12%

AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

Kanada

Island

28%


Dies betrifft zu einem Großteil (440.000 Tonnen) die normale runde Strauchsorte, aber mit fast 100.000 Tonnen spielen auch die Strauchkirschtomaten eine wichtige Rolle. Der Export von losen, runden Tomaten beträgt gegenwärtig noch 175.000 Tonnen. Im vorigen Jahr wurden 16.000 Tonnen lose Pflaumentomaten exportiert. Nach Deutschland gehen überwiegend (82%) Strauchtomaten, während nach Großbritannien noch immer mehr runde Tomaten anstatt der Strauchsorte gehen.

Deutschland: Produktion von Gewächshausgemüse (Tonnen) Quelle: SBA

2006

2010

2013

2014

2015

2016

2017

Insgesamt

138.672

138.522

138.405

157.161

142.547

150.913

178.184

Tomaten

53.239

73.285

69.258

84.496

80.916

85.287

96.561

Gurken

61.357

48.400

50.468

52.275

42.757

46.598

58.630

Paprika

1.801

2.159

7.515

8.416

7.501

9.375

12.289

Kopfsalat

7.578

5.721

3.511

3.076

2.821

2.462

2.700

Feldsalat

2.442

2.682

2.381

2.406

2.192

1.886

1.705

Rettich

1.263

1.149

1.306

1.191

1.250

/

1.106

Kohlrabi

1.587

1.106

.

.

-

-

-

Rettich

1.560

.

.

.

-

-

-

Andere

7.845

4.020

3.966

5.301

5.110

5.305

5.193

Erdbeeren 1)

3.571

6.411

6.900

9.659

12.125

13.749

19.596

1) Inkl. Kunststofftunnel

Der Export niederländischer Gurken ist langfristig betrachtet leicht rückläufig, aber im vergangenen Jahr betrug er wieder etwas mehr als 2016. Im vergangenen Jahr ging es um 284.000 Tonnen. 2015 konnten noch gut 340.000 Tonnen exportiert werden. Ausschlaggebend für den Trend ist insgesamt der Absatz in Deutschland. Mehr als 60 Prozent des niederländischen Gurkenexports geht nach Deutschland. Großbritannien ist der einzige weitere Abnehmer von Bedeutung. In den vergangenen Jahren ist der Export in

dieses Land deutlich weggesackt. Abgesehen von den 285.000 Tonnen niederländischer Gurken wurden im vergangenen Jahr auch noch einmal 140.000 Tonnen Gurken re-exportiert. IMMER MEHR PAPRIKAS Die Paprika zeigt als einziges großes Gewächshausgemüseprodukt ein Wachstum. 2017 konnten 315.000 Tonnen von in den in den Niederlanden angebauten Paprikas im Ausland abgesetzt werden. In den

beiden Jahren zuvor gingen 300.000 Tonnen über die Grenze.

Deutschland ist zwar der wichtigste Abnehmer, aber der Anteil liegt mit 31 Prozent unter dem der anderen großen Gewächshausgemüsesorten. In den vergangenen Jahren sind weniger Paprikas nach Deutschland gegangen als zuvor.

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AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

55


Gewächshaus Gemüse

Thema

Paprika: niederländischer Export; ausschließlich niederländische Erzeugnisse nach Varietät 2017 (Tonnen) Quelle: KCB/ GFH Insgesamt Deutschland VK US Polen Schweden Norwegen Tschechische Republik Dänemark Frankreich Italien Finnland Irland Japan Belgien Andere

Total

Rot

Mix

Gelb

Grün

Orange

Ov

Rood

Mix

Gelb

Grün

Orange

Ov

314.939

139.527

87.566

45.832

22.135

15.807

4.072

44%

28%

15%

7%

5%

1%

99.812 71.991 20.774 17.248 14.727 9.889

45.121 18.722 10.351 13.452 6.979 7.244

33.641 34.757 932 203 2.360 999

10.425 6.948 4.590 2.721 2.799 671

4.401 8.579 272 633 1.920 756

3.964 2.500 4.219 175 574 216

2.260 485 410 63 94 3

45% 26% 50% 78% 47% 73%

34% 48% 4% 1% 16% 10%

10% 10% 22% 16% 19% 7%

4% 12% 1% 4% 13% 8%

4% 3% 20% 1% 4% 2%

2% 1% 2% 0% 1% 0%

7.900

3.878

1.498

1.762

344

309

108

49%

19%

22%

4%

4%

1%

7.889 7.440 7.329 6.722 6.699 5.567 5.267 25.686

3.993 2.215 3.685 4.252 2.045 3.093 1.911 12.585

2.289 1.502 267 808 3.183 2.488 2.638

660 1.400 3.017 1.000 661 2.124 593 6.461

586 1.277 208 426 663 68 179 1.820

323 885 77 215 8 256 37 2.049

38 161 74 21 139 25 59 132

51% 30% 50% 63% 31% 56% 36% 49%

29% 20% 4% 12% 48% 0% 47% 10%

8% 19% 41% 15% 10% 38% 11% 25%

7% 17% 3% 6% 10% 1% 3% 7%

4% 12% 1% 3% 0% 5% 1% 8%

0% 2% 1% 0% 2% 0% 1% 1%

Niederländischer Import von Gewächshausgemüse (Tonnen) Quelle: Eurostat Insgesamt EU-Länder EU extra Spanien Belgien Israel Deutschland Frankreich Marokko Italien VK Türkei Ägypten Slowenien Senegal Polen Tunesien Andere

2007 203.272 187.854 15.418

TOMATEN 2010 2017 183.078 235.777 166.062 199.779 17.016 35.998

138.202 21.473 7.418 14.238 6.311 2.809 3.759 1.594 1.609 1.570 194 1.927 1.208

105.819 27.010 7.015 6.007 14.382 3.565 7.223 2.976 1.712 2.696 1.470 1.916 503

961

786

90.791 52.802 286 17.126 25.918 24.095 3.074 1.967 2.572 921 392 4.029 2.662 3.982 9.142

2007 67.767 67.575 193

Gurken 2010 80.206 80.007 200

2017 116.749 116.481 268

2007 10.237 9.873 363

65.384 27.903 12 18.381 827 7 602 678 214 4 153

8.483 523

7 23 115 68

64.574 9.128 30 5.084 250 27 46 68 83 39

229

30

443

440

848

2.141

53.072 4.926 3 8.626 259

Auberginen 2010 2017 10.970 15.339 10.514 14.885 456 454

2007 111.364 55.878 55.486

Paprikas 2010 82.341 46.712 35.629

8.744 739 106 797 43 2 152 5 17 0 7

11.167 1.260 4 1.785 142 6 116 82 184 15 38

31.978 12.525 51.818 3.449 4.972 271 7 127 470 2.875 1.624

3

11

118

976

29.251 10.001 32.973 2.380 408 1.777 11 596 315 507 3.803 4 41

311

347

423

272

274

753 26 23 56 58 0

2017 88.607 80.645 7.962

2007 10.292 8.896 1.397

53.396 13.531 2.636 6.988 1.256 2.945 507 962 1.970 132 1.320 1.199 241 1.764

6.336 1.652 134 145 111 21 27 561 61 119

PEPERS 2010 15.039 13.712 1.327 10.209 492 225 937 76 117 8 1.986 12 133 3

50 1.074

840

2017 18.887 17.750 1.137 11.576 2.388 132 1.917 609 153 94 661 74 64 58 82 1.081

Niederländischer Export von Gewächshausgemüse, einschließlich Re-Export (Tonnen) Bron: Eurostat Insgesamt EU-Länder EU extra Deutschland VK Schweden Belgien Frankreich Italien Polen Tschechische Republik Dänemark Irland Norwegen Spanien Russland Finnland US Österreich Litauen Schweiz Lettland Estland Griechenland Weißrussland Rumänien Japan Andere

56

2007 848.141 793.612 54.528 363.429 140.862 55.337 19.479 33.647 33.719 16.669 24.301 17.878 19.581 14.783 19.725 25.694 12.076 5.571 6.837 6.979 1.833 6.602 5.104 3.486 2.972 550 1 11.026

TOMATEN 2010 943.118 908.014 35.104 396.896 166.320 50.753 25.845 37.601 38.189 29.639 29.448 21.113 21.315 16.398 21.183 7.462 13.537 1.136 10.123 7.599 4.688 6.308 5.281 9.490 2.439 2.167 18.188

AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

2017 1.102.436 1.053.546 48.891 440.089 183.260 58.051 47.452 36.770 64.964 42.735 30.672 22.789 19.706 18.272 32.367 7.493 13.553 193 10.255 10.753 4.862 8.770 7.580 2.305 5.958 6.313 593 26.683

2007 372.550 362.142 10.408 224.913 60.784 8.277 13.589 12.561 398 5.282 14.158 6.824 3.456 4.931 1.913 3.190 2.217 170 3.591 846 1.390 555 608 111 317 214   2.254

Gurken 2010 393.637 387.444 6.193 243.009 71.991 7.336 9.529 14.446 383 5.101 9.828 9.738 3.647 2.673 583 857 3.196 459 3.409 1.431 1.710 651 452 1.330 214 27 1.639

2017 426.395 419.990 6.405 220.609 87.438 11.512 42.397 13.455 1.010 11.588 7.971 8.695 4.125 2.700 1.163 2.235 1.126 3.241 1.090 1.383 610 678 329 178 464 0 2.401

2007 41.095 34.637 6.458 13.905 10.146 1.862 1.425 2.947 63 377 251 924 606 597 370 3.995 327 741 643 216 291 206 86 15 173 94   835

Auberginen 2010 45.448 40.393 5.056 16.295 10.480 1.724 1.887 3.172 466 640 638 1.031 718 810 45 2.578 485 243 782 852 662 257 147 262 162 189 924

2017 59.736 55.079 4.658 20.623 12.428 3.411 6.113 2.374 113 2.601 539 1.704 875 895 83 880 2.164 456 923 525 430 566 147 306 406 1.176

2007 365.073 311.526 53.546 130.723 82.178 20.851 5.293 11.577 5.014 5.924 10.380 11.260 9.710 9.654 1.563 15.464 5.158 11.094 4.632 1.136 3.920 1.243 725 1.386 899 499 3.391 11.401

Paprikas 2010 411.166 358.627 52.539

2017 427.201 370.679 56.522

145.314 93.734 15.841 8.239 9.420 7.527 13.642 14.553 11.444 11.320 11.371 1.066 7.057 6.380 16.096 4.939 3.607 5.263 1.438 777 2.879 1.052 2.362 4.655 11.195

127.657 98.851 19.744 29.015 8.643 7.418 18.750 9.874 8.745 10.090 13.878 1.157 257 7.466 17.996 2.798 6.065 6.175 1.942 3.781 1.583 2.795 2.650 5.969 13.903


Auberginen: niederländischer Export ausschließlich niederländische Erzeugnisse (Tonnen) 2013

2014

2015

2016

2017

+/- in %

Insgesamt

36.704

38.398

40.611

40.307

39.228

-3%

Deutschland

-1%

Quelle: KCB/GFH

14.689

14.707

17.259

17.380

17.239

VK

7.749

9.110

9.247

9.336

8.694

-7%

Schweden

2.615

2.376

2.229

2.298

2.056

-11%

Frankreich

1.880

1.576

1.907

1.626

1.861

14%

Dänemark

896

1.399

1.789

1.337

1.069

-20%

1.065

867

692

1.097

925

-16%

Finnland

597

697

700

867

828

-5%

Polen

574

786

675

717

794

11%

Tschechische Republik

768

497

772

1.013

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-39%

Estland

109

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Irland

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Belgien

Norwegen

583

582

577

534

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US

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677

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Schweiz

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Österreich

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Litauen

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Lettland

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Rumänien

Weißrussland Russland Andere

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1.097

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Großbritannien ist auch bei Paprika die Nummer zwei mit einem Anteil von fast einem Viertel. 2017 wurde eine Rekordmenge in dieses Land exportiert. Die Vereinigten Staaten, Polen und Schweden sind weitere bedeutende Abnehmer.

ROTE NACH DEUTSCHLAND UND MIX NACH GROSSBRITANNIEN Rot ist die am häufigsten exportierte Farbe mit einem Anteil von insgesamt 44 Prozent. Mehrfarbig in einer Verpackung kommt insgesamt an zweiter Stelle mit 28 Prozent. Dann folgen gelb (15%), grün (10%) und orangefarben (5%). Die übrigen Farben machen gemeinsam ein Prozent der Gesamtmenge aus. Deutschland fragt vor allem rote Paprikas nach. Die nach Großbritannien gehende Farbenpalette weicht hiervon ziemlich ab. Fast die Hälfte des Exports nach Großbritannien besteht aus einem Mix an Papri-

kas. Auch grün ist beim Export in dieses Land relativ stark vertreten. In die Vereinigten Staaten gehen relativ viele gelbe und orangefarbene Paprikas. Der Export nach Polen besteht zu drei Vierteln aus roten.

STABILES BILD BEI AUBERGINEN Der Export niederländischer Auberginen ist schon eine Reihe von Jahren stabil auf einem Niveau von etwa 40.000 Tonnen. Deutschland ist die Nummer eins mit 44 Prozent der Gesamtmenge, gefolgt von Großbritannien mit einem Anteil von 22 Prozent. Neben den 40.000 Tonnen niederländischen Auberginen wurden auch 20.000 Tonnen ausländische Auberginen re-exportiert.  Jan Kees Boon Fruit and Vegetable Facts www.fruitandvegetablefacts.com fruitvegfacts@gmail.com

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AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

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Gewächshaus Gemüse

Thema

Hydro-Anbau verlängert die Haltbarkeit von Salat Salat ist schon lange keine langweilige grüne Verzierung auf dem Teller mehr. In der Gemüseabteilung des Supermarkts findet sich heute eine knackige Farbenpalette unterschiedlicher Salatsorten. Immer mehr Salatkonzepte stellen sich auf die Bedürfnisse des Verbrauchers ein und Veredeler greifen diese Trends auf. Kommt der Verzehr von SalatWraps in Mode? Schon wird eine Salatssorte mit hierfür geeigneten Blättern auf den Markt gebracht. Wollen wir mehr Farbe auf dem Teller? Veredeler kombinieren dann unterschiedliche Salatsorten in einem Anbau.

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AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

Dennoch ist die Veredelung eine Aktivität, bei der man mit Jahren rechnen muss. „Die Entwicklung oder Weiterentwicklung einer Pflanze nimmt etwa zwei bis drei Jahre in Anspruch. Die kommerzielle Vermarktung kann viel länger dauern,“ sagt Maarten van der Leeden, Account Manager bei Rijk Zwaan. Wie stellen Sie dann sicher, dass die von Ihnen entwickelten Produkte auf dem Markt ankommen? „Indem wir zusammenarbeiten und allen Parteien in der Kette mit Aufmerksamkeit begegnen.“ IN EINEM WURZELBALLEN Ein erfolgreiches Salatkonzept von Rijk Zwaan ist Salatrio, eine Kombination von

Lollo rosso, Lollo bianco und Eichblattsalat – drei Sorten mit unterschiedlicher Blattbeschaffenheit, die in einem Wurzelballen gezogen werden. Das Trio hat sich im vergangenen Jahrzehnt einen Platz im Regal erobert. Maarten sagt: “Schon vor langer Zeit reifte die Idee, mehrere Arten auf einem Wurzelballen zu säen. Es handelt sich gewissermaßen um ein Bouquet Salattypen. Eine Zeitlang wurde mit allerlei Sorten experimentiert. Letztendlich zeigten sich Lollo rosso, Lollo bianco und Eichblattsalat als ideale farbliche und strukturelle Mischung. Im Handumdrehen ergibt sich ein abwechslungsreicher Salat.“


Besonders erfolgreich ist Salatrio in den Beneluxländern, aber auch in Deutschland und Großbritannien, wo man das Produkt in den Regalen diverser Service-Supermärkte und Discounter findet. “Salatrio und Hydro-Anbau – der Anbau auf Wasser – gehen Hand in Hand. Auf diese Weise können die Erzeuger einen sauberen Salat auf Wurzelballen liefern. Das ist nicht nur für den Verbraucher ansehnlich, es macht den Salat auch haltbarer. Salatrio ist mindestens eine Woche haltbar.“

HYDRO-ANBAU IMMER BELIEBTER Bei einigen Salatsorten verschiebt sich der Anbau immer mehr vom Freiland hin zu Rinnen, in denen der Salat auf Wasser produziert wird. Salat aus Hydro-Anbau ist beispielsweise nicht anfällig für Bodenpilze. Man denke etwa an Fusarium. Diese Krankheit lässt sich nur schwer bekämpfen und bereitet in Gewächshäusern große Probleme.“ Viele Salatsorten gedeihen gut in Wasser. Dennoch geht Maarten nicht davon aus, dass der traditionelle Anbau verschwinden wird. „Eisbergsalat und Romanasalat werden noch komplett im Boden produziert.“

Auch Salanova kann in die ‘Trio-Mischungen’ aufgenommen werden. „Die leicht zu schneidenden Blätter der Rijk Zwaan Salanova-Arten machen es dem Verbraucher noch leichter. Die neuen Salanova Crispy-Arten ergeben außerdem innerhalb der Hülle eine gute 3D-Struktur.“

REZEPT FÜR ERFOLGREICHES KONZEPT Maarten: „Ein erfolgreiches Konzept ist für uns, wenn alle Kettenglieder darin ihren Vorteil sehen. Als erstes fragen wir uns, ob das Konzept den Verbraucherbedürfnissen entspricht, und wenn ja, ob es sich gut anbauen und auf dem Markt positionieren lässt. Wir müssen auch in die Zukunft schauen. Was wird gebraucht? Was müssen wir entwickeln, um diesen Bedarf zu decken? Um hierauf eine Antwort zu finden, müssen wir vom Verbraucher ausgehen.“ (JH) 

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Gewächshaus Gemüse

Thema

Beleuchteter Anbau gewinnt mehr und mehr an Boden

Gurken, ebenfalls aus beleuchtetem Anbau (Philips Lighting)

Salat aus beleuchtetem Anbau (Philips Lighting)

Die Fläche mit beleuchtetem Anbau wächst enorm, sowohl in den Niederlanden als auch international. Die Beleuchtung von Pflanzen garantiert den Erzeugern eine kontinuierliche Produktion, eine Lieferung wird auch außerhalb der Saison möglich. Daniela Damoiseaux von Philips Lighting, einem der größten Glühlampenhersteller: „Die Beleuchtung mittels LED macht den Anbau planbar. Vereinbarungen mit den Abnehmern lassen sich besser einhalten und eine gute Qualität sicherstellen. Außerdem sorgt LED für eine höhere Produktion und demnach für mehr Gurken oder Tomaten.“

P

aul van Dijck ist Crop Sales Manager für Gurken bei Enza Zaden. Paul: „In den Niederlanden wird für dieses Jahr eine Zunahme um 25 Hektar beim beleuchteten Gurkenanbau erwartet. Das sind ungefähr fünf Erzeuger. Sie arbeiten hauptsächlich mit SON-T-Beleuchtung. Der größte Anteil an beleuchtetem Anbau findet sich traditionell in Skandinavien. Vor allem in Finnland nimmt die Fläche mit beleuchtetem Anbau sehr stark zu, aber auch in Frankreich und England werden jetzt Versuche unternommen, und zwar mit LED. In Russland und der Ukraine hat die Fläche mit beleuchtetem Anbau ohnehin schon kometenhaft zugenommen. Im vergangenen Jahr sind dort 200 Hektar hinzugekommen, wobei wir hier nur über Gurken reden. Diese Länder wollen gerne selbstversorgend sein. Die Behörden rufen die Erzeuger daher zu Investitionen in moderne und große Unternehmen auf. Das führt zu attraktiven Preisen.“ WELTWEITE ZUNAHME Beleuchteter Anbau wird immer mehr zu einem weltweiten Phänomen. Daniela: „Uns fällt auf, dass in den Niederlanden, in Belgien, Großbritannien und Nordamerika schon viel mit LED angebaut wird. Auch in

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AGF Primeur 4 • Gewächshaus Gemüse • 2018

Deutschland, Frankreich, Russland, Kanada, Australien und Neuseeland nimmt das jetzt zu. Selbst in China und Japan fasst beleuchteter Anbau langsam Fuß.“

AUBERGINEN Bislang wurden in erster Linie Tomaten beleuchtet angebaut. Jetzt kommen immer mehr Pflanzen hinzu. Gurken, Salat und Erdbeeren sind bekannte Beispiele. Im letzten Jahr lieferte das Anbauunternehmen Purple Pride aus Dinteloord erstmals niederländische Auberginen aus Winteranbau. Das Unternehmen erwartet für diese Saison eine Ernte von 100 Tonnen. Die Erzeuger von Zierpflanzen, Basilikum und anderen Gewürzen entscheiden sich auch immer häufiger für Investitionen in Beleuchtung. LED UND SON-T Traditionell werden Pflanzen mit SON-TLampen beleuchtet. Mittlerweile kommt beim beleuchteten Anbau auch der Einsatz von LED-Beleuchtung immer mehr voran. Daniela: „In den vergangenen Jahren boomte der LED-Verkauf. Jahr für Jahr sehen wir eine Zunahme. LED-Beleuchtung spart mehr Energie, produziert im Gegensatz zu SON-T-Lampen keine Wärme und sorgt für eine bessere Steuerung des Klimas. Mit LED

kann man den Pflanzen genau die Farbtemperatur geben, die sie für eine optimale Fotosynthese benötigen.“

SPANIEN Normalerweise wird der niederländische Markt in der Wintersaison fast vollständig von Spanien übernommen, dank beleuchteten Anbaus sind jetzt aber auch einheimische Produkte verfügbar. HarmJan Eikelenboom von The Greenery sieht das positiv. „Wir merken, dass niederländische Produkte bei unseren Kunden sehr beliebt sind. Durch beleuchteten Anbau können Erzeuger diese Nachfrage ganzjährig befriedigen. Um ihnen einen möglichst guten Absatz zuzusichern, bringen wir Erzeuger und Abnehmer möglichst im Vorwege zusammen.“ Paul bekräftigt, wie wichtig es ist, dass sich die Erzeuger schon vor der Wintersaison mit den Abnehmern über Produktion, Qualität und Preis absprechen. „Sonst hat man vielleicht doch Probleme mit der spanischen Konkurrenz. Man muss sehr gut durchrechnen, ob sich die Investition lohnt.“ HIGH TECH HORTICULTURE Der Welttrend zur Beleuchtung im Anbau basiert nach Danielas Ansicht auch auf der wachsenden Weltbevölkerung. „Außerdem fällt auf, dass Nachhaltigkeit sehr wichtig wird, ebenso wie der sparsame Umgang mit Rohstoffen und Wasser. High tech horticulture fügt sich in dieses Bild. Mittels LED-Beleuchtung kann man ganzjährig Tomaten und Gurken auf eigenem Boden anbauen. Es sind dann viel weniger food miles nötig, um das Essen dorthin zu bringen, wo es konsumiert wird.“ (HH) 


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Bananen

Ben Huyghe:

„Bio Fairtrade Bananen werden langsam zum Standard“ Der Markt für fairtrade Bananen ist in den letzten Jahren rapide gewachsen, und deswegen ist auch die Konkurrenz größer geworden. Wegen des strukturell niedrigen Preises für konventionellen Bananen in den Supermärkten ist der Preis für fairtrade Bananen weiter unter Druck. Fairtrasa hat den Bananensektor umorganisiert um auf diesem Markt in Wandel Qualität zu garantieren..

„W

ir wollen professioneller werden,“ sagt Ben Huyghe von Fairtrasa. „Dieses Jahr ist ein Übergangsjahr in dem wir an einer neuen Struktur arbeiten. So

vermarkten wir die Fairtrasa Banane 2.0.“ Wegen des Wachstums des Fairtrade-Sortiments und der vermehrten Konkurrenz wurden Veränderungen notwendig. „So

haben wir mehr Kontrolle über die Herkunft, Volumen und Qualität der Bananen. Einerseits sehen wir die Möglichkeiten unserer eigenen Produktion um unsere Position am Herkunftsort zu stärken, auf der anderen Seite wird Fairtrasa immer weiter mit kleinen Erzeugern arbeiten. Letztendlich ist das die Philosophie unserer Firma: kleinen Betrieben helfen, die Qualität verbessern und durch nachhaltige, langfristige Beziehungen einen Unterschied machen.“

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DAS ENDE DER ÄRA DER GROSSEN GEWINNSPANNEN „In der Vergangenheit gab es nur zu wenige Chancen auf dem Markt. Wir müssen nun persönlicher werden,“ sagt Ben weiter. "Wir arbeiten seit einigen Monaten mit dieser neuen Methode und die Kunden reagieren positiv. Sie sehen die Verbesserung bei der Qualität der Bananen.“ Fairtrasas Methode ist in dieser Hinsicht unverändert geblieben. Das Ziel ist es weiterhin kleinen Betrieben zu helfen die Qualitätsvoraussetzungen des europäischen Marktes zu erreichen und einen regelmäßigen Export einzuleiten. „Es passiert gelegentlich, dass die Betriebe unabhängig von uns exportieren. Wir können sie natürlich nicht zwingen mit uns im Geschäft zu bleiben,“ sagt Ben. „Loyalität muss man sich verdienen und meiner Erfahrung nach, wird uns diese Loyalität auch entgegen gebracht wenn wir unsere Arbeit gut machen.“ Die niedrigen Preise in den Supermärkten für konventionelle Bananen haben auch einen Einfluss auf die fairtrade Produkt. „Es ist schwer 1,50€ für ein Kilo für Bio Fairtrade-Bananen zu verlangen, wenn die

konventionellen nicht mal einen Euro kosten. Niedrige Preise bei den konventionellen Bananen setzt uns unter Druck in den Niederlanden.“ Über die Grenze sieht der Markt schon besser aus, dort ist Wachstum teils wegen der verbesserten Wirtschaft möglich. „In anderen Ländern sehen wir ein starkes Wachstum bei der Kombination aus konventionellen und fairtrade Produkten und es ist weiterhin ein wettbewerbsfähiger Markt. Die Zeit der großen Gewinnspannen ist vorbei.“ Wegen der steigenden Nachfrage nach Bio Fairtrade Bananen sind mehr und mehr Firmen am Markt interessiert und es gibt mehr Konkurrenz. „Langsam werden Bio Fairtrade Bananen zum Standard in der Permanenten Belieferung. Indem wir die Lieferkette verkürzen und effizient arbeiten, können wir den Wert steigern.“

DIE DOMINIKANISCHE REPUBLIK UND PERU SIND DIE GRÖSSTEN BIOPRODUZENTEN Bio-Bananen brauchen ein spezielles Klima. Ecuador ist der unbestrittene Führer bei der konventionellen Produktion aber bei Bio-Bananen sind Peru und die Dominikanische Republik an erster Stelle. Das liegt am Klima in diesen Ländern. „Die Dominikanische Republik hat eine klare Trennung von der Regen- und Trockenzeit. Das hat einen Einfluss auf den organischen Zyklus von Schimmel, Krankheiten und Insekten,“ erklärt Ben. „Außerdem hat das Land eine geringe Luftfeuchtigkeit und so können sich Krankheiten wie Sigatoka nicht so gut entwickeln.“ In den letzten Jahren haben sich diese Jahreszeiten verschoben. Die Trockenzeit ist länger und die Regenzeit intensiver. „Dieses Jahr im Januar, wenn normalerweise die Trockenzeit beginnt, gab es mehr Regen als im letzten Jahr,“ meint Ben. Daher sind die Erzeuger gezwungen mehr Pestizide zu benutzen. Das gilt sowohl für die konventionelle wie auch die biologische Produktion. „Es ist schwer Sigatoka unter Kontrolle zu halten, daher müssen mehr AGF Primeur 4 • 2018

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Bananen

Schritte eingeleitet werden, die die Kosten steigern.“

Peru hat ein Wüstenklima und die Landwirtschaft ist von Regenwasser aus den Anden abhängig, das hinter

dem Poechos-Damm gesammelt wird. „Dort ist es trocken, aber es gibt ein Bewässerungssystem, welches von diesem Becken zu den Feldern im Tal führt. In den letzten Jahren hat dieses Reservoir begonnen zu

verschlammen, und die Puffer-Kapazität geht zurück. Nach der Regenzeit kommt eine lange Trockenzeit die für Probleme sorgt.“ Außerdem ist das Ökosystem im Tal sehr empfindlich. Da es keine Drainage gibt können Plantagen durch den starken Regen überflutet werden. „Eine Bananenpflanze mit nassen Füßen ist nicht gut. Schimmel und Krankheiten in der Luft können durch die hohe Luftfeuchtigkeit aktiviert werden. Wir hatten ernste Probleme damit im letzten Jahr.“

REAKTIVE DENKWEISE Ecuador ist das dritte Land aus dem Fairtrasa Bananen importiert. „Die Erzeuger dort reagieren auf das Wachstum auf dem Fairtrade-Markt,“ sagt Ben weiter. "Konventionelle Erzeuger wechseln zur Bioproduktion aber manchmal denken sie immer noch zu konventionell. Sie nutzen biologische Mittel aber ihre Denkweise ist zu reaktiv.“ Die Biobauern, geleitet von Fairtrasa, sind dazu geschult proaktiv zu arbeiten und die Pflanzen vor Krankheiten wie Sigatoka zu schützen, als erst dann zu reagieren wenn die Pflanze bereits infiziert ist. Auch die andere Bedrohung der Bananenproduktion, TR4, ist weiter aktuell. „Die Leute wissen mehr und mehr und das ist sehr gut. Viel zu lange dachte man im Sektor: 'Es ist noch nicht in Lateinamerika, also ist es kein Problem',“ sagt Ben. Man kann nur eine Lösung finden wenn der ganze Sektor einheitliche Maßnahmen einleitet. Andere Sorten sind oft als Lösung für das Problem im Gespräch aber Ben sieht andere Probleme die deswegen aufkommen. „Die Gewinnspannen sind so klein, dass so gut wie niemand im Sektor in R&D investiert. Eine neue Sorte, die genauso erfolgreich ist wie Cavendish ist schwer, die anderen Sorten haben alle Einschränkungen.“ Er erklärt dies am Beispiel von Baby-Bananen und roten Bananen. „Die rote Banane trägt nur einen Bund Bananen im Zeitraum von 18 Monaten. Außerdem wachsen die Pflanzen höher und der Stamm ist dünner - das bedeutet ein höheres Risiko für Sturmschäden. Cavendish pflanzen tragen ihr erstes Bündel nach nur 10 Monaten und das zweite nach weiteren sechs.“ Falls sich TR4 in Lateinamerika durchsetzt ist nur eines sicher, sieht Ben vorher: „Das wird das Ende von günstigen Bananen sein.“ (RM) 

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Hein Deprez:

„Junge Menschen auf Managementniveau sind wichtig für die Zukunft“ Greenyard war in den vergangenen Monaten häufig in den Nachrichten. Zum Jahreswechsel gab es Berichte von Übernahmegesprächen mit der amerikanischen Dole, aber die Verhandlungen verliefen letztlich im Sande. Im Januar folgte ein Stühlerücken auf der Ebene der Geschäftsführung. Hein Deprez kehrte als CEO des Unternehmens zurück und folgte damit Marleen Vaesen. Auch auf anderen Positionen an der Spitze des Unternehmens wurden vor allem jüngere Gesichter benannt. Höchste Zeit, um mit Hein Deprez über die Veränderungen innerhalb des Unternehmens und seine Vorstellungen von der Zukunft zu sprechen. Sie kommen wieder als CEO von Greenyard zurück. Wie wird sich Ihre Funktion hinsichtlich Ihrer vorherigen Leitungsfunktion verändern? „Ich bin immer direkt an das Unternehmen gebunden gewesen, in den vergangenen zwei Jahren als geschäftsführender Vorsitzender. Bei dieser Funktion hat man etwas Abstand, aber es wird sich nicht viel verändern. Als CEO kann man dem Unternehmen mehr Richtung geben und bekommt mehr

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Input aus der Organisation, um die eigenen Vorstellungen weiter zu formen. Organisatorisch ist die Einstellung von Carl Peeters als neuem COO eine größere Veränderung. Er wird die operative Leitung auf sich nehmen. Carl Peeters war unser CFO, in den kommenden Wochen werden wir einen neuen Finanzvorstand suchen.“ „Außerdem haben die Segmente Fresh, Long Fresh und Horticulture einen eigenen

Manager bekommen. Bei Fresh übernimmt das Duo Tim Van Londersele und Irénke Meekma die Leitung. Bei Long Fresh ist das Charles-Henri Deprez, und Horticulture wird von Stefaan Vandaele geleitet. Über dieses stärkere Managementteam stehen wir in engerem Kontakt mit der Organisation und können das Wissen der Organisation besser bündeln, um so schneller endgültige Entscheidungen treffen zu können.“

Es gibt auch eine deutliche Verjüngung auf Managementebene. „Wir platzieren in der Tat mehr junge Menschen in Schlüsselpositionen und verteilen die Last auf mehrere Schultern. Auf diese Weise wollen wir das Unternehmen nachhaltig ausbauen. Junge Menschen sind viel reifer als vor 20 oder 30 Jahren. Sie verfügen über eine gute Ausbildung und sind bereits frühzeitig betrieblich tätig. Außerdem sind sie mit den neuen Technologien vertraut. Es ist daher sehr wichtig, jungen Talente eine Chance zu geben. Je größer die Organisation ist, desto besser ist es, Jugend-


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lichen strukturelle Möglichkeiten zur Entfaltung zu bieten. Mir fällt auf, dass Jugendliche manchmal zu lange warten müssen, um weiter zu kommen. Jugendliche sind von erfahrenen Mitarbeitern in Leitungsfunktionen umgeben, die diese Jugendlichen unterstützen. Indem wir Chancen für Jugendliche bieten, verstärken wir das Fundament für die Zukunft. Innerhalb von fünf bis zehn Jahren soll die folgende Generation die Führung der Organisation übernehmen können.“

Soll dem Interesse von Jugendlichen auf verantwortlichen Positionen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden? „Es steht mir nicht zu, über andere Unternehmen zu urteilen, aber meiner Meinung nach ist es wichtig, auf Managementebene und im Vorstand nicht nur weise, graue Männer zu haben, sondern auch solche in den Zwanzigern. Junge Menschen sind wichtig, denn der heutige und zukünftige Verbraucher gehört ebenfalls zur jüngeren Generation. Jugendliche wissen, wie Ihre Generation kauft und was sie kaufen. Dieses Wissen wird auch auf Managementebene gebraucht.“ „Die Zukunft liegt bei den jungen Menschen. Ich bin mir sicher, dass ein Unternehmen heute keine Zukunft hat, wenn auf allen wichtigen Positionen nur Menschen über

sechzig sitzen. Mit Menschen in ihren Dreißigern am Ruder ist man für die Zukunft gewappnet, die können noch zwanzig Jahre weitermachen. Meine Generation kann weiter auf die Erfahrung unserer Generation setzen. Wenn man jedoch weiter wachsen will, braucht man Menschen in ihren Zwanzigern und Dreißigern, die an der Zukunft arbeiten können.“

Fällt es ihnen schwer, das Unternehmen sozusagen zunehmend der jüngeren Generation in die Hände zu geben? „Das machen wir schon seit 20 Jahren. Wir haben bei Greenyard in der Organisation eine ganze Reihe von Mitarbeitern auf einem hohen Niveau, die zwischen 26 und 40 sind. Die können das Unternehmen mit beaufsichtigen und haben dieselben Vorstellungen wie die ältere Generation. Ich habe nicht die Absicht, noch zehn Jahre lang CEO zu bleiben, das wäre nicht gut für das Unternehmen.“

Es wurde viel zur Übernahme des Anbaubetriebes Hartman im Norden der Niederlande geschrieben. Wie beurteilen Sie diese Berichte? „Es gibt bestimmte Dinge, die alle Betroffenen auf korrekte Weise lösen müssen, es hat jedoch keinen Sinn, darauf jetzt einzugehen. Das hilft niemandem. Was geschrieben wurde, ist Spekulation.“

Ende letzten Jahres sickerte durch, dass mit Dole über eine Übernahme verhandelt wurde. Anfang dieses Jahres liefen die Verhandlungen fest. Letztendlich kaufte Total Produce das amerikanische Unternehmen.

Wir blicken Sie auf diese Zeit zurück? „Als wir die Beendigung weiterer Gespräche mit Dole öffentlich machten, war dies aus unserer Sicht ein abgeschlossenes Kapitel. Es lag hinter uns. 2017 haben wir da viel Energie hineingesteckt. Sowohl ich als auch andere haben wiederholt alles versucht, um die Sache zu einem Erfolg zu bringen, aber man kann nicht alles zu einem guten Ende führen. Die Verhandlungen waren nicht immer effektiv, und mit größeren Parteien am Tisch stehen die Verhandlungen mehr im Scheinwerferlicht. Dann zeigt sich auch, dass selbst unter der Voraussetzung diskreter Verhandlungen nicht alles diskret bleibt. Man kann sich fragen, ob jemand von den Verhandlungen erfahren hätte, wenn das im Dezember nicht durchgesickert wäre. Es ist eine sensationelle Geschichte. Die Übernahme durch Total Produce ist eine ganz andere, als wir Sie vor Augen hatten. Wir wollten Dole hundertprozentig übernehmen. Total Produce übernimmt eine Minderheitsbeteiligung an Dole und kann eventuell später mit Dole fusionieren. Für die Industrie ist das wohl eine positive Entwicklung. AGF Primeur 4 • 2018

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Vision

Es wird auch viel über die Wachstumsmärkte in Asien gesprochen. Hat Greenyard den Ehrgeiz, auf diese Märkte zu gehen? „Für uns sind jene Märkte am wichtigsten, auf denen wir bereits aktiv sind. Dort wollen wir weiter wachsen. Innerhalb Westeuropas haben beispielsweise Frankreich und Großbritannien viel Potenzial. Dort ist unsere Präsenz noch relativ beschränkt und wir können wachsen. Außerdem wollen wir nachhaltige Beziehungen mit unseren Anbauern aufbauen, darauf müssen wir uns konzentrieren. In den vergangenen zwanzig Jahren haben wir gezeigt, dass wir wachsen können, ohne dass der Verbrauch von Obst und Gemüse zunimmt. Wir müssen uns fragen, wie wir den Verbrauch von Obst und Gemüse steigern können. Das wird zu Wertschöpfung in der Kette führen.“

Die Konsolidierung setzt sich weiter fort. Wir brauchen in der Branche eine weitere Konsolidierung. Dass dies geschieht, ist ein guter Schritt, da kann ich nur zustimmen.“

Warum meinen Sie, dass die Branche eine weitere Konsolidierung braucht? „Konsolidierung ist wichtig für die Kette. Durch vertikale Integration und Verkürzung der Kette bekommen wir eine gesündere Kette, was sowohl für den Produzenten als auch für den Verbraucher besser ist. Daraus ergibt sich ein nachhaltiges Konzept, das sowohl dem Verbraucher ein bezahlbares Produkt gibt als auch den Produzenten ein gesundes Einkommen verschafft.“

Aber Investitionen in den eigenen Anbau bringen auch Risiken mit sich, etwa die Folgen von Extremwetter bei der Ernte. Wie gehen Sie damit um? „Selbst wenn man ein großer Produzent ist, kann man niemals alle Produkte selber anbauen, das ist zu kapitalintensiv. Man braucht eine gesunde Balance zwischen Einkauf und eigenem Anbau.“ Dole ist eine amerikanisches Unternehmen. Ist der amerikanische Markt wichtig für Greenyard?

„Greenyard ist bereits auf dem amerikanischen Markt aktiv. Über die neue Plattform, die wir im vergangenen Jahr in Philadelphia bauten, investieren wir in das weitere Wachstum dieses Marktes.“

„In Indien arbeiten wir in einem Joint Venture zusammen mit Mahindra unter dem Namen Mahindra Greenyard. Wir schauen uns auch an, wie sich der Onlinemarkt dort entwickelt, denn das geschieht dort anders als hier. Dort wird alles mit Smartphones gemacht. In Europa unternimmt der Einzelhandel Online-Schritte, in Indien verläuft

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Liegt die Lösung dann bei Verpackungen, auf denen beispielsweise die Anbauer eines Produkts vorgestellt werden? „Wir haben den Vorteil, dass unsere Produkte gesund und einfach zu verzehren sind, aber wir müssen mehr zur Herkunft der Produkte sagen. Die meisten Kinder in den Vereinigten Staaten wissen nicht mehr, dass Milch von der Kuh stammt – und von den Kindern, die das wissen, glaubt eine Mehrheit, dass Schokomilch von einer braunen Kuh stammt. Wir müssen erklären, woher ein Produkt kommt, um anzudocken. Die Vorstellung eines Anbauers auf der Verpackung ist dafür ein gutes Beispiel.“

die Entwicklung anders. Es wird eine Wende kommen. Wir verfolgen die Entwicklungen dieser entfernten Orte, was aber keine direkte Priorität hat.“ Wie können wir den Verbrauch von Obst und Gemüse steigern? „Als Branche bringen wir viele gute Produkte auf den Markt. Wir erleben eine Entwicklung bei Sorten, Anbautechniken und verarbeiteten Produkten. Dazu zähle ich auch das Verpacken und Verarbeiten von Obst und Gemüse. Das Sortiment im Angebot und die Haltbarkeit der Produkte wird besser.“

Wo läuft dann etwas schief? „Wir vermitteln nicht alle Dinge gut, die wir als Branche machen. Wir können dies dem Verbraucher nicht richtig näher bringen. Die Lebensmittel-Multinationals – und ich brauche da keine Namen zu nennen – machen das viel besser. Sie sind in der Lage, den Verbrauchern eine starke und eingängige Geschichte zu vermitteln und realisieren dann auch gute Preise, vor allem, wenn man sich den Kilopreis anschaut. Wir als Industrie sind nicht immer erfolgreich, eine eindeutige Botschaft abzugeben und lassen den Verbraucher verwirrt zurück. Wenn

der Verbraucher das nicht versteht, hat er kein Vertrauen in das Produkt und kauft es auch nicht. Unsere Branche muss intensiv daran arbeiten, denn wir haben die passenden Produkte. Wir müssen mehr Warengruppenmanagement betreiben, und das in Zusammenarbeit mit den Einzelhändlern.“

Kann eine Marke hierzu einen positiven Beitrag leisten? „Der Aufbau einer Marke in unserer Branche ist schwieriger als in der Lebensmittelindustrie. Eine Marke rührt aus Vertrauen. Vertrauen kann man allerdings nur vermitteln, wenn jedes Produkt nach dem selben System produziert wurde und es sich um ein Standardprodukt handelt. In der Lebensmittelindustrie gelingt das, indem man Zucker, Salz oder Fett hinzufügt, wodurch ein Produkt standardisiert wird. Zucker, Salz und Fett machen aber auch abhängig.“

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Vision

„Von AGF-Produkten weiß jeder, dass sie gesund sind, weil sie viele Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe enthalten. Das ist auch eine vielfältige Palette an Obst und Gemüse. Dies ist ein wichtiger Grund, weshalb es in unserer Branche so wenige Marken gibt. Jedes Land, jeder Anbauer liefert ein anderes Produkt, es gibt keinen Standard. Unsere Kraft – die Vielfalt – ist auch unsere größte Schwäche. Ich habe noch erlebt, dass sich im Regal große Unterschiede in der Qualität von Obst und Gemüse fanden. Die wenigen Marken in der Branche sind auch auf Standardisierung aufgebaut.“

Sorten können wir durchaus standardisieren. Pink Lady wählt nur die Äpfel mit dem süßesten Geschmack, was Erfolg hat. Auch so lässt sich eine Marke aufbauen. Durch die Technologie wird das noch weiter zunehmen, das ist positiv.“

Muss sich die Branche also mehr der Standardisierung widmen? „Standardisierung ist bei unserer Produktpalette nicht einfach. Durch Wissensinnovation können wir weit kommen, aber in der Praxis erweist es sich oftmals als schwer, bei einer Erdbeere zu garantieren, dass sie gut, lecker und verfügbar ist. Allzu „Es erheben sich immer mehr Stimmen häufig sind Verbraucher enttäuscht, weil zugunsten der Vielfalt. Wir hinken noch ein ein paar Erdbeeren in der Schale trotz der bisschen hinterher, aber das kommt. Tech- Anstrengungen des Anbauers nicht taugen. nisch können wir ganzjährig ein stabiles Der Verbraucher merkt sich nicht, dass er Produkt liefern. Auch auf dem Gebiet der außerhalb der Saison Erdbeeren zu einem attraktiven Preis im Angebot kauft, wohl aber, dass zwei schlechte Erdbeeren in der Schale waren. Um das hinzubekommen, müssen wir zusammenarbeiten Höchste Einkaufspreise! w w w. p a l l e t c e n t r a l e . n l und schauen, wie

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wir den Verbraucher zu vermehrtem Konsum motivieren können. Dabei werden wir durch Behörden und die Medien unterstützt, aber auch die Branche muss sich mehr anstrengen.“

Sie gehen also davon aus, dass die Branche mehr zusammenarbeiten muss. Sehen Sie das so? „Wir müssen in der Branche eine veränderte Mentalität schaffen. Das lässt sich nicht von oben anordnen. Die derzeitige Situation ist oftmals die, dass jeder für sich ist, während wir die positive Botschaft über unsere Produkte vermitteln müssen. Das müssen wir mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen untermauern, um klarzumachen, dass wir nicht einfach Geschichten erzählen. Das geschieht noch zu wenig, die Unternehmen beschäftigen sich noch zu viel mit ihrer eigenen Positionierung.“

Was ist hierbei die Rolle des Supermarktes? „Der Supermarkt spielt eine entscheidende Rolle, weil dort täglich der Kontakt mit dem Verbraucher stattfindet. Würde die Branche mehr Informationen für die Einzelhändler zur Verfügung stellen, könnten wir besser


mit dem Verbraucher kommunizieren. Wir haben über die Produkte alle Daten zur Verfügung. Über die Einzelhändler können wir den Verbraucher erreichen.“

Andererseits wird den Einzelhändlern vorgeworfen, dass sie die Kette mit niedrigen Preisen unter Druck setzt. Spielt das eine Rolle? „Man wird niemals von einem vertikal integrierten Unternehmen hören, dass es unter Druck gesetzt wird. Es sind vor allem horizontal integrierte Parteien, die nicht genug Wertschöpfung bieten können und dann mehr Druck erleben. Das ist die Realität in der Branche. Der Verbraucher möchte Transparenz und der Supermarkt kümmert sich darum, seine vertikal integrierten Lieferanten gut zu behandeln. Ansonsten klappt es mit der Belieferung nicht.“ Sie machen sich bereits seit Jahren für eine weniger starke Unterscheidung von verarbeitetem und frischem Obst und Gemüse stark. Erkennen Sie eine Veränderung auf dem Markt? „Ich bin überzeugt, dass frisches Gemüse, Tiefkühlgemüse und Konserven gleich gesund und frisch sind. Alle diese Produkte

können für unterschiedliche Verbraucherprofile von Nutzen sein. Es ist gut möglich, dass sich eine junge Familie, in der beide Eltern arbeiten, für Tiefkühlgemüse oder eine gesunde Mikrowellenmahlzeit entscheidet. Für eine solche Familie ist das eine fantastische Lösung. Hinzu kommt, dass der Preis von Tiefkühlgemüse auch attraktiv ist, weil nur dann produziert wird, wenn ein Produkt voll in der Saison steht – also dann, wenn die Preise am niedrigsten sind. Für einen älteren Menschen, der viel Zeit zum Kochen hat, sind frische Produkte vielleicht eine gute Lösung.“ „Die Wahrnehmung verändert sich. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Menschen tagtäglich Gemüse verzehren und verhindern, dass die Verbraucher verwirrt davonlaufen und eine Tiefkühlpizza mit zwei Scheiben Champignons kaufen. Wenn wir alles Obst und Gemüse – frisch, tiefgefroren und als Konserve – im Supermarkt als eine Kategorie präsentieren, sind die Verbraucher weniger verwirrt. In den neuen Filialen der spanischen Kette Mercadona liegen die drei Kategorien nebeneinander.“

Wie wichtig ist der Preis für Obst und Gemüse? „Er beruht zu einem Großteil auf falscher Wahrnehmung, weil dem Kilopreis zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. In Belgien ist die Angabe des Kilopreises verpflichtend. Dadurch erscheint ein Produkt teurer, wenn Verbraucher beispielsweise frisches Gemüse mit einem anderen Produkt vergleichen. Anschließend wirft der Verbraucher dreißig Prozent vom Obst und Gemüse zuhause weg, also wird es ein relativ teures Produkt. Wir müssen an einer besseren Haltbarkeit arbeiten, damit der Verbraucher Frischprodukte länger aufbewahren kann.“ „Wichtig ist auch, dass wir Verbrauchern einfache Produkte liefern und ihm Ideen für die Zubereitung der Produkte anbieten. Indem wir solche Lösungen anbieten, lässt sich der Verbrauch von Obst und Gemüse steigern. Mahlzeitpakete sind hierfür ein Beispiel. Die liefern wir an Kunden, wodurch sie sich auf dem Markt positionieren können.“ (RM)  www.greenyard.group

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Schweiz

Weniger Schweizer Konsumtourismus nach Wechselkursanpassung Grenzkontrollen gibt es nicht mehr, und auch auf anderen behördlichen Ebenen ist die Schweiz in die EU integriert. Obwohl diese Zusammenarbeit für die Schweizer ein Preisetikett trägt, gibt es keinen Drang zu weiterer Integration. Anfang dieses Jahres sagte der Schweizer Finanzminister, dass eine EU-Mitgliedschaft für die Wirtschaft des Alpenstaates schädlich wäre. Auf unterschiedliche Weise schützt die Regierung die einheimischen Unternehmen. Ein Beispiel hierfür sind die Importbeschränkungen für Obst und Gemüse.

T

rotz aller Versuche der Regierung, die einheimische Branche zu beschützen, machen sich Verbraucher in den Grenzregionen wenig daraus. Schweizer Verbraucher geben ungefähr 11 Milliarden Schweizer Franken (9,5 Mrd. Euro) jährlich auf der anderen Seite der Grenze aus. 2016 wurden gut 8 Milliarden Schweizer Franken (8,3 Mrd. Euro) in realen Läden außerhalb der Schweiz ausgegeben. Davon wurde etwa die Hälfte, 4,2 Milliarden Schweizer Franken (4,4 Mrd. Euro) für Lebensmittel und andere Konsumprodukte ausgegeben. Die meisten Konsumtouristen kaufen Milchprodukte, Fleisch und Produkte wie Kosmetika lieber jenseits der Grenze, wo die Preise attraktiver sind als im Alpenstaat. Während der Fahrten werden auch alltägliche Produkte wie Obst und Gemüse gekauft. Schätzungsweise 3,9 Milliarden Schweizer Franken (3,3 Mrd. Euro) werden jährlich jenseits der Grenze für Lebensmittel und ‘Nearfood’ ausgegeben. Wieviel

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davon auf Obst und Gemüse entfallen, ist nicht bekannt.

KONSUMTOURISMUS WENIGER ATTRAKTIV „Der Frischemarkt in der Schweiz wird von der Regierung geschützt. Daher sind die Preise für AGF, Milch und Fleisch ziemlich hoch. Die Verbraucher fahren wegen dieser Produkte dann auch ins Ausland,“ sagt Andreas Allenspach, Category Manager von Coop. „Besonders attraktiv wird es für Verbraucher, da sie sich die Mehrwertsteuer im Einkaufsland rückerstatten lassen können, aber in der Schweiz keine Mehrwertsteuer zahlen müssen,“ sagt Marc Wermelinger von der Branchenorganisation Swisscofel. Dieser steuerliche Unterschied kann schnell mal 12 und 25 Prozent einbringen. Es wundert daher nicht, dass dieses Problem vor allem in den Grenzregionen besteht. „Als Folge haben die Supermärkte in Grenznähe bis zu 10 Prozent oder mehr Umsatzverlust,“ setzt Marc hinzu.

Vor drei Jahren gab die Schweizer Zentralbank plötzlich den festen Wechselkurs zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro frei. Die Finanzmärkte waren schockiert: der Wert der Währung rauschte kurzzeitig in den Keller, erholte sich dann aber wieder. Das war das Ende eines jahrelangen Programms der Schweizer Zentralbank, mit dem sie den Wechselkurs zum Euro stabil hielt. „Als die Regierung den festen Wechselkurs aufgab, konnte man sehen, dass mehr Schweizer bereit waren, über weite Strecken zu fahren, um im Ausland Einkäufe zu tätigen,“ sagt Andreas.

IMPORT SETZT PREISE UNTER DRUCK Da die Differenz zwischen Schweizer Franken und Euro um 30 Prozent gefallen ist, ist der ‘Konsumtourismus’ weniger attraktiv geworden. „Aber immer noch importieren die Verbraucher viele Produkte.“ Seit der Freigabe des Wechselkurses schwankt dieser zwischen 1,05 Franken und 1,20 Franken für einen Euro. Damit ist der Kurs der Währung stabil hoch und der Konsumtourismus bleibt auf einem vergleichbaren Niveau. Andreas geht davon aus, dass der Euro noch stärker werden müsste, um das zu verändern. Aber nicht nur die Verbraucher in den Grenzregionen profitieren vom günstigen Wechselkurs. Auch für Obst- und Gemüseimporteure sind die Wechselkurse positiv. „Das kann gelegentlich die Preise für


Gemüse - Effektiv bewirtschaftete Phasen 2018 Code 5 6 9 10 11

Produkt Setzzwiebeln Zwiebeln Bund Zwiebeln Metzger R. & W. Zwiebeln Zwiebeln neu-frisch

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Code 12 13 17 18 19 20 22 23 24 26

Produkt Lauch-Foodtainer Lauch grün/gebleicht Blumenkohl Rosenkohl Rotkohl Nostrani-Gurke Wirz leicht/schwer Broccoli Chinakohl Kohlrabi Stück

Jan.

Code 28 29 30 31 32 35

Produkt Eisbergsalat Batavia Kopfsalat Lattich, anderer Eichenlaubsalat Andere Salate

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Code 36 37 38 40

Produkt Treibzichorien Endivien glatt Endivien gekraust Roter Zichoriensalat

Jan.

Code 43 44 47 48

Produkt Zuckerhut Bundkarotten Rübe Herbst Randen

Jan. 31.01

Code 51 52 54 56 57

Produkt Sellerie Knollen Rettich weiss Radieschen, andere Salatgurken Nostrani-Gurke

Jan.

Code 74 78 81 82 83 84 86 87 88 115 2 120 121 123 124 125 126

Produkt Aubergine Spinat/Wurzel Fenchel Rhabarber Petersilie gekraust Petersilie glatt Zucchetti Krautstiele Nüsslisalat Mini Lattich Tomaten-Peretti Tomaten-Cherry Tomaten Lollo Karotten Bohnen Stangensellerie

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Juli

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15.05 01.05 10.05 10.02

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Dec. 08.12 07.12

01.03 18.03 10.03

17.11 20.12 20.12

15.02

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Früchte - Effektiv bewirtschaftete Phasen 2018 Code

Produkt

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Salatgurken Nostrani-Gurke

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Code Produkt Jan. Feb. Schweiz 74 Aubergine 78 Spinat/Wurzel 81 Fenchel 82 Rhabarber 83 Petersilie gekraust unter Druck setzen,“ Schweizer Produkte Petersilie glatt sagt84 Marc. Etwa sechzig Prozent des Obstes 86 Zucchetti in Schweizer Supermärkten wird impor87 Krautstiele tiert.88BeiNüsslisalat Gemüse liegt der Prozentsatz bei 115 Mini Lattich vierzig Prozent. „Die Schweizer Branche 2 Tomaten-Peretti befindet sich in einer Phase struktureller 120 Tomaten-Cherry 121 Tomaten Veränderungen,“ fährt Marc fort. Immer 123 Anbauer Lollo mehr übernehmen den Verkauf 124 Karotten der 125 Produkte in Eigenregie.“ Bohnen Anbauverbände wie in der EU gibt es in 126 Stangensellerie

dem Alpenland nicht. „Unsere Anbau-

Maart

April

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Juli 17.06

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30.06

01.04 wächst schnell, insbesonde„Die Kategorie 01.04 re Avocados und Mangos.“ 10.05 17.03

12.12 konzentriert sich in wenigen Regionen. In 12.12 der Nähe des03.10 Bodensees im Nordosten des Landes und im Wallis in der Nähe der Gren17.11 ze zu Italien werden unter anderem Kir17.11 schen, Aprikosen und Kernobst angebaut. 23.09 Kirschanbauflächen finden sich auch in der 24.09 30.09 wobei dies Kernobst auch Nähe von Basel, 20.12 um den Genfer See herum zu finden ist.

01.07ANBAU 15.07 EINGESCHRÄNKTER SCHWEIZER 16.03 Die einheimische Produktion ist vergli14.06 chen mit der anderer Länder11.06 beschränkt. 01.06 Kartoffeln 2016 wurden 374.300 Tonnen 07.03 Obwohl diese Menge in den Jahgeerntet. 10.05 01.06 ren zuvor unter Druck stand, steht dies 29.06 24.10 Produkt dem Produktionsvolumen nach Der einheimische Anbau wird durch 19.12 diver20.05 noch immer an der Spitze der Rangfolge. se Importvorkehrungen geschützt. Die

Früchte - Effektiv bewirtschaftete Phasen 2018 Code 91 92 94 95 99 101 102 103 105

Produkt Aprikosen Birnen Aprikosen Kirschen Zwetschgen Erdbeeren Himbeeren Brombeeren Johannisbeeren

Jan.

Feb.

er, Kooperativen und Privathändler sind Zusammenarbeit gewohnt.“ VIEL PLATZ FÜR EXOTEN Die Supermarktorganisation Coop möchte so direkt wie möglich bei den Anbauern einkaufen, aber das ist nicht immer möglich. „Dafür muss man auch zwischen den Händlern unterscheiden,“ sagt Andreas. „Ein Apfel- oder Birnenhändler hat beispielsweise einen eigenen Schuppen und Kühlhaus für die Lagerung. Man hat dort die ganze Infrastruktur im Griff.“ Bei anderen Produkten, vor allem bei Gemüse, setzt die Kette auf direkten Einkauf. Hierzu arbeitet Coop mit den einheimischen Anbauverbänden zusammen. Für den Import aus Südeuropa hat der Einzelhändler mit Alifresca eine eigene Einkaufsorganisation in Spanien und Italien.

„Bei den Überseeprodukten arbeiten wir mit festen Importeuren zusammen,“ erklärt Andreas. The Greenery und Valstar sind zwei große niederländische Partner der Coop. Exoten haben einen wichtigen Platz im Sortiment des Schweizer Einzelhändlers. Vor allem in einer internationalen Stadt wie Genf finden sich Babybananen, Pomelos und Passionsfrüchte in den Regalen. „in einer Stadt, die so viele Nationalitäten beherbergt, ist das wichtig,“ fährt Andreas fort. Das Basissortiment an Exoten wird zu Festtagen wie Weihnachten und Ostern um Produkte wie Tamarillo, Kumquat und andere Spezialexoten erweitert. 76

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Juni 14.06

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Juli 15.07 01.07 01.07

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14.09 01.07 15.06

Beim Gemüseanbau folgen nach den Kartoffeln Porree und Rüben (2016: 68.529 Tonnen), Salat und Chicoree (2016: 66.037 Tonnen) sowie Tomaten (2016: 41.965 Tonnen). Äpfel, Birnen, Kirschen, Aprikosen und Weichobst führen der Produktion nach beim Obst die Rangfolge an. Seit 2000 ist das Volumen deutlich gefallen, dennoch sieht man seit 2010 einen Aufwärtstrend bei der Produktion. 2016 erreichte die Produktion 226.487 Tonnen. Der Birnenanbau ist seit 2000 stark zurückgefallen. Wurden im Jahr 2000 noch fast 117.000 Tonnen Birnen geerntet, so waren es 16 Jahre später gerade noch einmal 43.922 Tonnen. Trotz des begrenzten Volumens ist Localfor-local ein wachsender Trend in dem Alpenstaat. Schweizer Obst und Gemüse hat beim Verbraucher einen hohen Stellenwert. „Das kommt auch durch die ganze Nachhaltigkeits-Diskussion,“ verdeutlicht Andreas den Zusammenhang. „Wir haben zwei Labels für diese Produkte, das eine offizielle für Schweizer Produkte, das andere ist ein eigenes Label für lokale Produkte.“ Der Platz für lokale Produkte lässt das Angebot je nach Supermarkt unterschiedlich ausfallen. „Auch die Qualität ist sehr wichtig. Die Schweizer haben hohen Gehälter und sind daher bereit, für qualitativ gutes Obst mehr zu bezahlen. IMPORTBESCHRÄNKUNGEN Gemüse wird überall im Land angebaut, außer in den Gebirgszonen. Der Obstanbau

31.10 15.09

Importbeschränkungen sind flexibel und passen sich der Marktsituation an. Wenn es keine einheimische Produktion gibt oder die Nachfrage größer ist als die Produktion, werden die Einfuhrzölle gesenkt. Wenn die lokale Produktion ausreicht, um den Markt in Balance zu halten, ist ein Import nicht möglich. Einige Produkte werden von den Importbeschränkungen ausgenommen. Das gilt beispielsweise für exotische Produkte, Bananen und Ananas, aber auch Spargel, Knoblauch und Pilze können unbeschränkt eingeführt werden. Die Importbeschränkungen sind gestaffelt wie eine dreistufige Rakete, für jedes Produkt sind sie anders. Es gibt Zeiten, in denen es keine Beschränkungen gibt, Zeiten, in denen der Import beschränkt ist, und schließlich gibt es Zeiten, in denen der Import nicht erlaubt ist. Außerdem wird der Import für einige Produkte detailliert reguliert. Dies gilt unter anderem für Tomaten, wobei zwischen Kirschtomaten, Peretti-Tomaten und runden Tomaten unterschieden wird. Für andere Produkte, so etwa eine Reihe von Kohlsorten, gibt es praktisch das ganze Jahr über Importbeschränkungen. (RM)  marc.wermelinger@swisscofel.ch


Bio

Positive Saison bei biologischem Obst erwartet

Leere Kernobstmärkte und Unsicherheit bei der Kältebehandlung von Zitrusfrüchten Biotrauben sind zuletzt Anfang April angekommen. Die ersten Äpfel und Birnen kamen Mitte März in Europa an. Zitrusfrüchte aus Südafrika erreichen Europa voraussichtlich in der zweiten Maihälfte, Chile folgt dann rasch. In den vergangenen Jahren hat der Markt für biologisches Importobst kräftig angezogen, vor allem in Skandinavien und in Frankreich wächst der Markt exponentiell. Mit Matthé Hendrikse und Cornelis Ernst von OTC Holland blicken wir zurück und voraus auf die Obstsaison aus Übersee. „Wir bekommen noch ein Schiff mit Trauben aus Südafrika, dann ist die südafrikanische

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Saison zu Ende,“ sagt Cornelis in der letzten Märzwoche. Nach der südafrikanischen

Saison gibt es eine Lücke im Angebot, bis im Mai Ägypten an den Markt kommt. „Eine solche Lücke von vier bis sechs Wochen ist durchaus üblich im biologischen Traubenmarkt,“ erklärt er. Während es beim konventionellen Traubenanbau aufgrund des Angebots aus Indien und Peru eine ganzjährige Produktverfügbarkeit gibt, lässt der Mangel an biologisch zertifizierter Fläche dies bei biologischen Trauben leider nicht zu. Der Einzelhandelsmarkt hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass biologische Trauben nicht ganzjährig erhältlich sind.


„Meist ist der Markt auch leer, wenn Südafrika an den Markt kommt,“ fährt Cornelis fort. „Der Großhandel hält etwas länger durch, mit Trauben von etwas schlechterer Qualität.“ OTC arbeitet an der Saisonverlängerung, aber das ist ein komplexer Prozess. Die südafrikanische Saison dauerte in diesem Jahr schon drei Wochen länger als im vorigen Jahr. „Wir haben mittlerweile verschiedene neue Projekte sowohl innerhalb als auch außerhalb von Südafrika gestartet, um die Lücke zu verringern. Ziel ist es, bereits vor Weihnachten Trauben per Schiff zu bekommen und die Monate April und Mai vollständig weiter liefern zu können.“

Trotz der Verzögerungen bei den Schiffen war es eine gute Saison. Die Qualität war passabel bis gut, und da es auf dem konventionellen Markt Engpässe gab, machte sich der biologische Traubenmarkt recht gut. „Es gab eigentlich jede Woche Mangel, der unter anderem durch die vielen Schiffsverspätungen verursacht war.“ Die Dürre, die vor allem die Kapregion in Mitleidenschaft zieht, blieb den biologischen Anbauern erspart. „Wir importieren vor allem aus dem Nordwesten Südafrikas, vom Orange River. Dort gibt es bislang noch ausreichend Wasser.“ Je nach Anbauer können die Ergebnisse dieser Saison sehr abweichen. Einige Anbauer beklagten den Verlust eines Teils der Ernte durch extremes Wetter während der Fruchtbildung und des Wachstums. Bei OTC wurde dieser Verlust durch höhere Produktion bei anderen Anbauern sowie

Frühe Birnen gelangen auf einen leeren europäischen Markt Die ersten Williams- und Giffard-Birnen aus Argentinien gelangten Anfang März auf einen leeren europäischen Markt. „Das ist eine nette Situation, aber die Knappheit der vorangegangenen Wochen lässt sich nicht mehr aufholen,“ sagt Matthé. Üblicherweise gibt es etwa drei Wochen nach dem Beginn der Saison eine leichte Delle. Die frühen Sorten, die bis dahin auf dem Markt waren, bekommen dann häufig erste Qualitätsprobleme, und die Nachfrage wird aufgrund des größeren Angebots gebremst. Wenn diese frühen Sorten den späteren und besser lagerfähigen Sorten wie Anjou, Packham, Abate Fetel und Beurré Bosc Platz machen, kehrt die Ruhe auf dem Markt zurück und die Preise stabilisieren sich wieder.

„Bei den Birnen sind die Angebotsländer auf Argentinien und Mangos verpackt in der Hausmarke Chile beschränkt,“ sagt Matthé. Diese beiden Länder müssen durch den Produktionsbeginn bei einer den Markt abdecken, bis Mitte Juli die ersReihe von neuen Plantagen und Sorten aus- ten französischen Birnen auf den Markt geglichen, wodurch letztendlich doch mehr kommen. In den Sommermonaten geht der Volumen als im vergangenen Jahr impor- Birnenverbrauch schnell zurück, weil dann tiert werden konnte.“ Es fällt auf, dass es die Konkurrenz des Sommerobstes reichbei den Traubenanbauern in Südafrika lich zur Verfügung steht. „Juni und Juli sind Interesse an der biologischen Arbeitsweise daher auch die schwierigsten Monate für gibt, aber die Umstellung ist schwer. Dafür die Übersee-Birnen,“ sagt Matthé. „Abgesebraucht ein Anbauer viel Wissen. Der biolo- hen von der rückläufigen Nachfrage gibt es gische Traubenanbau ist riskant, vor allem ab Mitte Juni auch Probleme mit der starfür unerfahrene Umsteller, was den Prozess ken Konkurrenz südeuropäischer Birnen, nicht vereinfacht. Wir stimulieren ihn den- die dann von vielen Kunden bevorzugt wernoch weiter.“ den. Es wird hart an der längeren Haltbarkeit der Conference-Birne gebastelt, und

倀䄀一 唀一䤀吀䔀䐀 䤀匀 吀䠀䔀 伀一䔀 伀䘀 吀䠀䔀 䴀伀匀吀 刀䔀倀唀吀䔀䐀 匀唀倀倀䰀䤀䔀刀匀 伀䘀 䘀刀䔀匀䠀 倀刀伀䐀唀䌀䔀 䤀一 吀䠀䔀 唀䬀 䄀一䐀 䔀唀刀伀倀䔀⸀ 伀甀爀 瀀爀漀搀甀挀琀猀 愀爀攀 琀栀攀 戀攀猀琀 焀甀愀氀椀琀礀Ⰰ 琀栀攀 洀漀猀琀 挀漀洀瀀攀琀椀琀椀瘀攀Ⰰ 愀渀搀 猀甀椀琀愀戀氀攀 昀漀爀 愀氀氀 挀甀猀琀漀洀攀爀猀⸀ 圀攀 愀爀攀 漀渀攀 漀昀 琀栀攀 氀愀爀最攀猀琀 搀椀猀琀爀椀戀甀琀漀爀猀 漀昀 最愀爀氀椀挀 椀渀 䔀甀爀漀瀀攀Ⰰ 愀渀搀 愀爀攀 猀甀戀猀琀愀渀琀椀愀氀 瀀氀愀礀攀爀猀 椀渀 最椀渀最攀爀 愀渀搀 猀眀攀攀琀 瀀漀琀愀琀漀攀猀 愀猀 眀攀氀氀⸀

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Bio

Fred Kloen (Verkaufsleiter) in einem Kolumbianer Packstation für Limetten

Kürzlich geerntete Mangos in Burkina Faso

Matthé Hendrikse (Einkaufsleiter, rechts) auf einer Avocado-Plantage in Peru

es gibt ein großes Umstellungspotenzial.“ So deutet Matthé ein zukünftiges Problem an. „Das gilt auch für die Äpfel, bei denen immer mehr lagerfähige biologische Sorten auf den Markt kommen.“ Vor allem die zweifarbigen Sorten, wie etwa die Royal Gala, werden länger gelagert. Das hat bei Importäpfeln eine Verringerung des Freiraums auf dem Markt zur Folge.

Argentinien keine Chance. Wenn überhaupt Geld verliehen wird, dann zu Wucherzinsen.“ Die Folge ist, dass Großunternehmen größer werden, indem sie kleine Anbauer übernehmen, und dass immer weniger kleine Produzenten überleben können und notgedrungen ihre Farmen verlassen und fortziehen.

die ersten italienischen Royal Galas den Markt. Von einem Sommer-Tief, wie man es bei den Birnen erlebt, kann auf dem Apfelmarkt keine Rede sein. „Der Apfelmarkt ist viel stabiler. Erfahrungsgemäß wissen wir, dass Äpfel dem Sommerobst nicht so schnell weichen, da ein Apfel sowohl für den Einzelhändler als auch für den Verbraucher zum Basisobst gehört.“

Hinsichtlich der verfügbaren Volumina aus Argentinien gibt es oft unterschiedliche Meinungen. „Man hat es immer mit dem amerikanischen Markt zu tun, der meist einen höheren Preis bezahlt als Europa, aber dieser Markt ist nicht stabil und verlangt nach spezifischen Sortierungen und einer sehr hohen Qualität.“ In diesem Jahr gibt es hierzu unterschiedliche Erwartungen. „Es wird geraunt, dass es weniger Volumen gäbe, aber ich habe im November sowohl Argentinien als auch Chile besucht, und da bietet sich doch ein differenzierteres Bild. Es hat danach kein schlechtes Wetter gegeben, ich erwarte daher auch eine passable bis gute Saison, mit Preisen auf gutem Niveau,“ sagt Matthé.

SEHR FRÜHER BEGINN DER APFELSAISON DANK SÜDAFRIKA Die Apfelsaison hat mit den ersten Royal Gala-Äpfeln aus Argentinien in diesem Jahr früh begonnen. „Da haben sie auch wirklich ihr Bestes gegeben, denn der Apfelmarkt war einfach leer,“ fährt Matthé fort. „Es war daher sehr attraktiv, früh in der Saison ein großes Volumen zur Verfügung zu haben.“ Vor der argentinischen Apfelsaison hat OTC Galas aus Südafrika importiert, um die Saison noch eher beginnen zu können. „Normalerweise importieren wir diese Äpfel nicht, weil der europäische Markt noch nicht offen ist und der lokale Markt in Südafrika hervorragende Preise zahlt.“

Kältebehandlung von südafrikanischen Zitrusfrüchten führt zu Unsicherheit Die ersten Container mit biologischen Zitrusfrüchten aus Südafrika werden in der 19. und 20. Woche erwartet. OTC beginnt mit Zitronen aus Orange River, zwei Wochen später starten die Zitronen vom Ostkap. „Die Saison stimmt zuversichtlich, mit kontrollierten Volumina,“ sagt Cornelis. „Es gibt weniger Verna-Zitronen in Spanien. Daher erwarten wir, dass der Markt für den Import drei bis vier Wochen eher beginnt als in der vorherigen Saison.“ Biologische Zitrusfrüchte werden in drei Gebieten in Südafrika angebaut. „In Orange River haben die Anbauer bei Zitronen eine begrenzte Der Apfelmarkt ist viel größer als der Bir- Fruchtbildung gehabt, so dass die Zitronen nenmarkt, und der Handel läuft gut. Ende grob sein werden, aber die Kilomenge pro Die schwierige wirtschaftliche Situation in März, Anfang April lag der Verkaufspreis Hektar wird gleich bleiben,“ sagt CorneArgentinien schlägt auf den Kernobstan- bei über zwei Euro. „Auch im vergangenen lis. „In Citrusdal haben die Anbauer einen bau durch. „Das Investitionsklima ist sehr Jahr waren die Preise gut, aber die Wahl schweren Wassermangel. Dort wird das kompliziert. Ohne Eigenkapital hat man in des richtigen Einstiegszeitpunkts ist wich- Volumen also wohl geringer sein als im tiger,“ sagt Matthé. vorigen Jahr, da große Teile der Plantagen Die Preise auf dem nur begrenzt bewässert werden können.“ Apfelmarkt (U.L.O.) zeigen Kühlzellen Das dritte Anbaugebiet in der Nähe von einen launenhaften Port Elisabeth (Ostkap) ist eine CitrusVerlauf. „Das ist nicht Black-Spot-Region. „Glücklicherweise Tiefkühlzellen ideal für den Aufbau haben unsere Bioproduzenten dank jahredes Markts, jedoch langer Investitionen und natürlichen MaßVerarbeitungsräume das Kennzeichen nahmen dieses Problem unter Kontrolle. IsolIer Paneele und Isolationspanele und Isolationstüren eines WachstumsDie Produktion am Ostkap macht sich gut, IsolIer tÜren marktes.“ und da es eine längere Kampagne werden Syboned B.V. - +31 73-5991965 - info@syboned.nl - www.syboned.com wird, erwarten wir eine überdurchschnitt(U.L.O.) Kühlzellen Ebenso wie bei den liche Preisbildung,“ sagt Cornelis voraus. Birnen verläuft die Tiefkühlzellen Apfelsaison bis zum Die Grapefruits werden Ende Mai, Anfang Beginn des Sommers. Juni erwartet. Die Apfelsinen folgen etwa Verarbeitungsräume Ende Juli, Anfang zwei Wochen später. Für beide Produkte werden gute Volumina erwartet, wennSyboned B.V. • +31 073-5991965 • info@syboned.nl • www.syboned.nl August übernehmen 80

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gleich abzuwarten bleibt, wie Grapefruits und Apfelsinen auf die neuen Temperaturbeschränkungen reagieren werden, die von 2018 an gelten werden. Südafrika stellte diese Vorschriften für den Export in die EU auf, um so die EU von ihrem guten Willen und gewissenhaften Vorgehen bei der Bekämpfung des Apfelwicklers (FCM) zu überzeugen und in der Hoffnung, auf diese Weise potenzielle Blockaden durch die EU zu verhindern. Die Kältebehandlung soll die Verbreitung der FCM bzw. afrikanischen Fruchtmotte verhindern. Zitronen tragen diese Motten nicht und sind daher auch von der Kältebehandlung ausgenommen. „Bei konventionellen Zitrusfrüchten stellt der angewendete Wachs einen zusätzlichen Schutz für die Schale dar. Da aber das Wachsen von biologischen Zitrusfrüchten nicht gestattet ist, kann die Schale unter dem Kälteregime leiden. Ich erwarte deshalb Probleme mit den Grapefruit- und Apfelsinensorten, die eine dünnere Schale haben,“ sagt Cornelis. „Wir informieren die Kunden, um unser Problem zu verdeutlichen.“ Es wird reichlich getestet, um die Risiken einzugrenzen, aber die Auswirkungen der Behandlung sind noch unklar. In der zweiten Saisonhälfte, im Juli und August,

kommt Chile mit immer größeren Volumina Zitronen an den Markt. „Zuvor sahen wir oftmals Engpässe während dieser Monate, aber mit dem chilenischen Angebot werden die Engpässe gut aufgefangen.“ Vor drei Jahren erreichten die Preise für biologische Zitronen einen derartigen Stand, dass die Einzelhändler beschlossen, keine Zitronen mehr zu führen oder sich für billigere grüne europäische Zitronen entschieden. „Mit der chilenischen Produktion gehören solche außergewöhnlichen Umstände der Vergangenheit an. Wir erwarten eine ausgeglichenere Preisbildung für jeden. Aufgrund von Importbeschränkungen (Zitronenkrebs) ist die Einfuhr biologischer Zitronen aus Argentinien leider nicht gestattet.“ EIGENER ANBAU IN KOLUMBIEN Die ersten Avocados aus Peru gelangten kurz vor April nach Rotterdam. Diese Saison geht durch bis August. „Der Markt ist aufgrund eines kontinuierlichen Angebots aus Kenia, Mexiko und Peru stark gewachsen. In den kommenden Monaten ist Peru der Marktführer,“ erläutert Matthé. Auch der Markt für gereifte Avocados wächst rasant. „Das erfordert eine noch bessere Abstimmung von Qualität und Kundenwünschen.“

Bei den Mangos übernimmt Burkina Faso im April den Markt von Peru. Es beginnt mit Amelie, danach folgen die Kent-Mangos aus dem afrikanischen Land. In Kolumbien hat OTC mittlerweile eine Reihe eigener Anbauprojekte gestartet. „Wir wollen von A bis Z in der Kette stehen und unseren Kunden Mehrwert bieten,“ sagt Matthé. „Kolumbien ist wegen seines fruchtbaren Bodens, seiner vielfältigen (Mikro-)Klimazonen und der schnellen Seeverbindung nach Europa einzigartig. Die ersten Erfolge wurden mittlerweile mit dem ganzjährigen Angebot an biologischen Limetten und dem Import der ersten Container mit Kürbis in diesem Jahr verbucht. Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr noch eine Reihe interessanter Produktgruppen hinzufügen können, aber dazu später mehr. Das ist noch in den Kinderschuhen, aber die Aussichten für die Ausweitung des biologischen Anbaus in Kolumbien sind positiv.“ (RM)  matthe@otcholland.com cornelis@otcholland.com

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Maschinen

Technologie aus anderen Branchen für die lebensmittelverarbeitende Industrie

Roboter übernehmen die Arbeit von Produktionsmitarbeitern In der lebensmittelverarbeitenden Industrie stehen oftmals an Maschinenlinien noch Produktionsmitarbeiter, die Produkte auf das Zuführband schaffen. In anderen Branchen sind diese Tätigkeiten bereits zu einem großen Teil automatisiert. Wenn es nach Patrick Jansen und René de Keijzer geht, werden solche Techniken bald auch in der lebensmittelverarbeitenden Industrie verwendet. Die beiden Geschäftsführer einigten sich. Technologie, Maschinenwissen und kommerzielle Schlagkraft von foodlife passen nahtlos zum Vision- und Robotica-Wissen von FMI Foodhandling. Durch Bündelung der Kräfte können Sie den Weltmarkt viel besser bedienen und gemeinsam neue Maschinen und Produktionslinien entwickeln. Die zwei Unternehmen begegneten sich im vergangenen Jahr beim Durchstart von Irmato, einem Ingenieurbüro aus Stramproy mit Niederlassungen in Drachten, Veghel und Veldhoven. Das Unternehmen war auf technologisch hochqualifizierten Maschinenbau spezialisiert und hatte eine führende Position auf internationalen Märkten wie Lebensmittelverarbeitung, Windenergie und automatisierten Produktlinien. Sowohl Patrick als auch René waren an der Übernahme des Unternehmens interessiert. Während Patrick sich nur für die Unterabteilung Food interessierte, betrachtete René das gesamte Unternehmen. „Der 82

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Food-Anteil war für uns neu, und Patrick kennt den Markt,“ erklärt René. „Wir haben dann geschaut, wie wir alles koordinieren können, damit wir anhand der vorhandenen Synergien einen Mehrwert erzielen können.“ Irmato wurde Teil von FMI, und der Food-Zweig von Irmato machte weiter als FMI Foodhandling. Nach vollendeter Übernahme des Unternehmens wurde die Fusion mit foodlife in Angriff genommen. Seit Januar 2018 ist die Fusion von FMI Foodhandling und foodlife in trockenen Tüchern. Gemeinsam machen sie weiter als foodlife, an FMI company.

HANDWERK AUTOMATISIEREN Patrick wollte sich mit foodlife mehr auf seine Rolle als „Ent-Sorger“ und die Entwicklung eigener Maschinen zur Verarbeitung von Lebensmitteln konzentrieren. Dies können Stand-alone-Maschinen sein, aber auch komplette Produktionslinien. Foodlife ist stolzer Händler von GKS Packaging und FAM N.V. Der eine liefert Verpackungsmaschinen, der andere präzise Schneidemaschinen. Foodlife verlässt sich also nicht nur auf seine eigenen Maschinen, sondern ist aufgrund seiner Partnerships flexibel. Die Entwicklung von foodlife deutete sich bereits vor drei Jahren an, als erste Ingenieure gesucht wurden. „Ich finde es toll, dass ich bei den Mitarbeitern mit einer Idee hereinkommen kann und dann schnell ein 3D-Plan zur Verwirklichung der Idee vorliegt,“ sagt Patrick. „Wir wollen für alles, was im Rahmen einer Produktionslinie jetzt noch handwerklich erledigt wird, eine automatisierte Lösung bieten,“ erklärt Patrick. Mit den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt wird es für immer mehr Unternehmen schwierig, ausreichend Produktionmitarbeiter zu bekommen. Roboter können diese Arbeit übernehmen. In der Autobranche wird das beispielsweise schon


praktiziert. Bei der Produktion eines Autos kommt kaum ein Monteur zum Zuge. „Die schon in anderen Branchen verwendeten, grundlegenden Techniken wollen wir auch im AGF-Bereich und in anderen Frischebranchen anwenden,“ sagt René.

VOM REISSBRETT ZUM ENDPRODUKT „Jenseits der bewährten Techniken und bestehenden Technologien von foodlife, wie etwa Vorbearbeitung, Waschen und Trocknen sind Robotik- und Visionslösungen eine neue Disziplin.“ Robotik- und Visionslösungen können für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden. Ein Roboter kann beispielsweise eingesetzt werden, um Zwiebeln in die gleiche Position auf das Zuführband einer Schälmaschine zu legen. Ein Roboter könnte auch die Dressing-Tüten zu den Mahlzeitsalaten hinzufügen. Außerdem ließe sich mit einer Visionslösung kontrollieren, ob alle Zutaten in einem Schälchen vorhanden sind. Für diese Techniken muss die Roboter- oder Visionslösung mit einer Kamera und Software ausgerüstet sein, mit welcher der Roboter ein Produkt erkennt. „Häufig ist es eine Kombination zwischen Robotertechnik, Vision und Software. Dies integrieren wir bei dem Kunden in den vorhandenen Prozess,“

erklärt René. „Wir arbeiten bei solchen Projekten immer mit dem Kunden zusammen,“ ergänzt Patrick. Die Kunden sind hierdurch bei der Entwicklung vom Reißbrett bis zum Endprodukt einbezogen, Denn die Kunden kennen ihren eigenen Prozess besser als wir und sehen besser, wo die Schwierigkeiten in ihrer Produktion stecken.“ Die in Zusammenarbeit mit dem Kunden entwickelte Softwarelösung kann anschließend teilweise für eine andere Lösung verwendet werden. „Wir programmieren alles in Teilen,“ erklärt René. Die jeweiligen Softwarebereiche bilden gemeinsam eine Lösung. Die programmierten Teile werden in einer Bibliothek gespeichert. In einer anderen Zusammensetzung können die Softwareteile ein anderes Problem lösen. Diese Art zu programmieren wird derzeit breit angewendet. SKANDINAVIEN UND BREXIT „Qualität, Haltbarkeit und Flexibilität,“ so umreisst Patrick die wichtigsten Motive, um Prozesse zu automatisieren. Je weniger menschliche Hände ein Produkt anfassen, um so besser ist es für die Haltbarkeit und Qualität. „Von den Produktionslinien wird viel Flexibilität erwartet,“ bemerkt er. Die Unternehmen wollen die Maschinenlinien

gerne schnell umbauen können, um andere Produkte zu verarbeiten.

Foodlife, eine FMI company, ist in den Niederlanden und in Belgien aktiv, mit einem breiteren Schwerpunkt auf Nordwest-Europa. Außerdem werden einige Projekte weiter weg, in Israel, den USA und Südkorea realisiert. „Unternehmen in Skandinavien sind oft eher bereit, in Vision und Robotik zu investieren,“ legt Patrick dar. „Das hat vor allem mit den hohen Personalkosten zu tun, auch für Produktionsmitarbeiter. Dadurch ist das Return on investment höher.“ Großbritannien ist ein weiterer Markt, auf dem wahrscheinlich viel passieren wird. Ebenso wie in anderen europäischen Ländern sind dort viele Osteuropäer in der Produktion tätig. Nach dem Brexit gibt es allerdings keinen freien Personenverkehr mehr zwischen dem europäischen Festland und den Britischen Inseln. „Da muss einiges passieren, denn die billigen osteuropäischen Arbeitskräfte können dann nicht mehr eingesetzt werden.“ (RM)  r.dekeijzer@fmi.nl p.jansen@foodlife.nl

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Avocado

Greg Vicherat:

„Verhindern, dass Avocado zum Luxusprodukt wird“ Die Avocado-Geschichte ist die eines großen Erfolges. Jedenfalls die der Hass-Avocado, welche die Greenskins immer weiter vom Markt verdrängt. Der Verbrauch wächst weiterhin praktisch überall zweistellig. Auf der Anbauseite legen die Produzenten immer mehr zu, aber die Produktion hinkt hinterher. Die Anbauer können mit dem schnell zunehmenden Verbrauch nicht mithalten. „Es gibt noch viel Platz auf dem Markt, und in den kommenden Jahren erwarten wir noch ein rasantes Wachstum,“ sagt Greg Vicherat von Halls. „Derzeit nimmt der weltweite Verbrauch noch immer schneller zu als die Produktion, es ist also sicher Platz für Wachstum.“ Die Wachstumszahlen sind nicht ohne. So wuchs der europäische Markt im vergangenen Jahr um 17 Prozent. Der durchschnittliche Europäer verbraucht ein Kilo Avocados pro Jahr. Trotz des schnellen Marktwachstums erreicht der Verbrauch nicht den eines Amerikaners, der im Schnitt 3 Kilo verbraucht. Greg verweist auf den Unterschied zwischen Skandinaviern, die durchschnittlich 2 bis 2,5 Kilo pro Kopf verbrauchen, und Deutschen, die mit 600 Gramm pro Kopf weit zurückbleiben. „Deutschland ist ein Markt von gut 80 Millionen Verbrauchern, und dieser Markt wird sicher wachsen,“ 84

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bemerkt er. Auch in Osteuropa werden zweistellige Wachstumszahlen geschrieben.

Auf den anderen Kontinenten ist derselbe Trend sichtbar. In den Vereinigten Staaten wurden im vergangenen Jahr 15 Prozent mehr Avocados verbraucht, und auch der Nahe Osten ist ein vielversprechender Markt. Wirklich beeindruckende Wachstumszahlen sind jedoch in Asien zu finden. In Japan wuchs der Markt um 8 Prozent. Im Vergleich zu anderen Ländern ist das wenig, aber das große verfügbare Einkommen der Japaner macht den Markt interessant. In Südkorea soll sich der Verbrauch verdreifacht haben, und China, wo der Markt noch in den Kinderschuhen steckt, importierte gut 30 Prozent mehr Avocados als 2016. Schließlich ist auch der indische Subkontinent ein Markt mit großem Potenzial. Im vergangenen Jahr exportierte Peru

erstmals nach Indien, in diesem Jahr haben indische Einkäufer auch Südafrika auf dem Schirm. Exporteure in Südafrika können sich auswählen, auf welche Märkte sie die gefragten Avocados verschiffen wollen. Derzeit ist der chinesische Markt für die Südafrikaner noch nicht offen, aber es wird daran gearbeitet. MANGEL AN AVOCADOBÄUMEN Wer dies den Wachstumsambitionen von Halls gegenüberstellt, bekommt ein Bild von der exponentiellen Steigerung des Verbrauchs. Das südafrikanische Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die Fläche in den kommenden drei bis fünf Jahren jährlich um 250 Hektar zu erweitern. Eigentlich wollten sie die Latte bei 500 Hektar legen, aber aufgrund des Mangels an Avocadobäumen auf dem Markt war dies unrealistisch. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, wurde ein Joint Venture mit einer Baumschule gegründet, damit die Produktion in eigener Hand ist und Halls nicht länger von den enormen Wartelisten der Baumschulen abhängig ist.

Für die derzeitige südafrikanische Saison ist die Stimmung optimistisch. Die Auswirkungen der Dürre von vor zwei Jahren sind verschwunden und der Regen im Osten des


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Avocado

Landes, wo die Avocados angebaut werden, hat für positive Zahlen gesorgt. Die südafrikanische Produktion liegt 40 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Die Produktionserwartungen von Halls sind sogar um 60 Prozent höher, wodurch sich der Export auf grob 1,9 Millionen Kisten beläuft. „Das hat mehrere Gründe,“ erklärt Greg. Einerseits ist nicht die gesamte Fläche von Halls bewässert, so dass diese Obstgärten mehr unter der Dürre zu leiden hatten. Da es jetzt in den Anbaugebieten wieder regnet, kommen die Plantagen wieder in volle Produktion. Außerdem kommen neue Anpflanzungen in Produktion, und auf Teilen der Fläche wird der Ertrag durch verbesserte Anbautechniken erhöht. In dieser Saison werden die Avocados in der neuen Packstation verpackt,. Diese ist mit einer optischen Sortiermaschine von Greefa ausgerüstet. „Damit sortieren wir die Avocados direkt,

etwa im Hinblick auf Ihre Exporteignung,“ sagt Greg.

AVOCADOS VOM KAP VERLÄNGERN DIE SAISON Die Dürre beschränkt sich jetzt vor allem auf die Kapregion, bis heute werden Avocados nur im Osten des Landes angebaut. „Das wird sich schnell ändern, denn wir beginnen in diesem Jahr mit der Anpflanzung von Avocados in der Kapregion,“ sagt Greg. Mit diesem Schritt erweitert Halls nicht nur die Fläche, das Unternehmen verlängert so auch die Saison der südafrikanischen Avocados. „Die Kapregion hat ein mediterranes Klima, das sich mit dem Klima in Malaga in Spanien vergleichen lässt. Das ist ein ganz anderer Klimatyp als im Rest des Landes,“ erklärt Greg. Die südafrikanische Saison verläuft durchgehend von März bis September oder Oktober. Mit der neuen

Anpflanzung im Westen des Landes zielt Halls auf eine Verlängerung der Saison bis Dezember. Die Hass-Avocados sind sehr beliebt, aber dadurch werden die Greenskins immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Die Nachfrage nach Fuertes und Pinkertons geht langsam zugunsten der Nachfrage nach Hass zurück. Auch in Deutschland zeigt sich diese Veränderung. Vor fünf Jahren wählte der deutsche Verbraucher noch die Greenskins, während die dunklere Farbe der Hass als nicht mehr gut betrachtet wurde. Dank Promotionkampagnen ist dieses Gefühl zugunsten der Hass gekippt. HASS VS GREENSKIN Die Qualität der Hass und der Greenskins ist vergleichbar. Der Vormarsch der Hass ist vor allem der Promotion dieser Sorte sowie dem großen Angebot zu verdanken, www.coolpaul.be

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da Länder wie Peru und Chile voll auf diese Sorte setzen. „Der Vorteil der Hass besteht darin, dass sich die Farbe während der Reifung verfärbt, was der Verbraucher sehen kann,“ erklärt Greg. Darüber hinaus ist eine gereifte Hass beim Transport widerstandsfähiger. „Die Greenskins haben eine dünne Schale, so dass sie nach der Reifung während des Transports eher überreif werden.“ Obwohl es noch immer gute Märkte für die Greenskins gibt, bewegt sich der Markt eindeutig hin zur Hass. Das ergibt ein zusätzliches Problem für die Anbauer in Südafrika, wo ein großer Teil der Fläche aus Greenskins besteht. „Nicht überall eignet sich der Boden so gut für den Anbau von Hass,“ sagt Greg. Daher kann der Ertrag in bestimmten Regionen geringer ausfallen, so dass dieser Anbau dort unrentabel ist und etwa der Anbau von Fuerte mehr erbringt. „Die Umstellung ist nicht einfach.“ AVOCADOKERNE ANZÜCHTEN Der europäische Einzelhandel wird von den Geschäftsstellen in Großbritannien, den Niederlanden und ab diesem Jahr Spanien beliefert. Dafür ist ein ganzjähriges Angebot erforderlich. Zukünftig ist eine ganz-

jährige Eigenproduktion notwendig, betont Greg. Daher schaut sich das Unternehmen nicht nur nach Möglichkeiten der Saisonverlängerung in Südafrika um, sondern erforscht auch die Möglichkeiten in Ländern wie Chile, Kolumbien, Portugal und Spanien. „Auch Kenia ist wichtig für uns,“ sagt Greg. „Wir haben eine Partnerschaft mit Kakuzi, dem größten kommerziellen Avocado-Anbauunternehmen des Landes.“ In den kommenden acht Jahren will Kakuzi das Areal verdoppeln, von den heutigen 600 Hektar auf 1200 Hektar. „Die Saison überlappt sich teilweise mit Südafrika und Peru, aber sie machen länger weiter.“ Angesichts der Probleme bei der Anpflanzung wundert es nicht, dass Greg die Verfügbarkeit von Avocadobäumen – oder besser gesagt den Mangel an Bäumen – als größtes Problem der Branche bezeichnet. „Wir brauchen mehr Baumschulen, um ausreichend Bäume von guter Qualität zu liefern,“ sagt er. Aufgrund des Mangels werden derzeit Avocadokerne für die Baumaufzucht verwendet, aber das ist mit Risiken behaftet. Greg sagt, dass die Qualität der Avocados von solchen Bäumen langfristig hinter den Erwartungen zurückbleiben

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kann und dass diese Bäume nur unzureichend resistent sind gegenüber bestimmten Krankheiten.

„Wir müssen mehr anpflanzen, um zu verhindern dass die Avocado ein Luxusartikel wird,“ führt er weiter aus. „Die Preise sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Deshalb müssen wir verhindern, dass der Preis zu sehr steigt und der Verbraucher sein Interesse an der Avocado verliert.“ Während eine Kiste mit Avocados 2014 noch 6 Euro kostete, hat sich der Preis im vergangenen Jahr auf 12 Euro verdoppelt. „Wir sind stolz darauf, von diesem Jahr an sowohl für den Anbau in Südafrika als auch in Kenia eine Rainforest Alliance-Zertifizierung zu haben,“ sagt Greg abschließend. Im vergangenen Jahr wurde das Zertifikat für die kenianischen Aktivitäten verliehen, in diesem Jahr folgte Südafrika. Der Prozess zur Zertifizierung des peruanischen Anbaus hat begonnen. (RM)  greg@hlhall.co.uk

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Keimgemüse

Die westliche Küche entdeckt (endlich) Taugé Taugé ist vor allem als Zutat in der asiatischen Küche bekannt, in den vergangenen Jahren scheint das Gemüse aber auch einen festen Platz in der westlichen Küche erobert zu haben. Jelle Kuijper von Evers Specials freut sich über diesen Trend. Evers Specials, in Nijmegen ansässig, ist Europas größter Produzent und Lieferant von Taugé und anderem Keimgemüse. Jahrelang bemühte sich Jelle, Taugé bekannt zu machen.

„T

augé hat in der asiatischen Küche eine lange Tradition, doch jetzt sehen wir das Gemüse auch häufiger in der westlichen Küche,“ sagt Jelle. Der Unternehmer schließt das aus dem starken Verkaufswachstum bei den Kilo-Packungen. In den vergangenen zwei Jahren nahm der Umsatz in dieser Kategorie um 35 bis 50 Prozent zu. „Wir haben Kilo-Packungen in Schalen und Säcken,“ erklärt Jelle. „Diese Menge ist zu viel für den Verbraucher in Europa und zu klein für die asiatischen Restaurants, aber ideal für die westliche Gastronomie. Ich sehe es an meiner Umgebung: das Interesse an Taugé nimmt zu, nicht nur für den Wok. So speiste ich vor kurzem in einem Restaurant, wo die Seezunge auf einem Bett aus Taugé serviert wurde,“ sagt er, wobei er ein westliches Gericht beschreibt, für das der Koch Taugé verwendete.

LOGISTISCHE ZUSAMMENARBEIT in den vergangenen zwei Jahren ist dieser Trend deutlich geworden. In den Niederlanden und in Belgien macht sich das Wachstum ähnlich bemerkbar. „Auch in Deutschland verfolgen wir dieses Wachstum, jedoch noch viel zurückhaltender,“ fährt er fort. Evers Specials beliefert in einem Umkreis von 800 Kilometern rund um Nijmegen, sowohl an die Gastronomie als auch an den Einzel- und Großhandel. Die Logistik ist ein entscheidender Faktor bei Taugé. Was heute geerntet wird, muss morgen früh beim Kunden sein. „Wir haben

die Logistik selber in der Hand, durch die Zusammenarbeit mit anderen Parteien können wir Lieferungen an einen Kunden jedoch bündeln,“ erklärt Jelle. Wir können beispielsweise mit einem Asiengemüse-Produzenten zusammenarbeiten, was zu einem Überlappen des Kundenkreises führt.“

Diese weitreichende Zusammenarbeit, die auch auf anderen Ebenen sichtbar wird, erfordert auch Anpassungen. In dieser logistischen Zusammenarbeit wird die Kundschaft transparent. „Beide Seiten müssen transparent sein, was viel Vertrauen erfordert,“ erläutert Jelle. „Ein solches Vertrauen entsteht nicht von heute auf morgen, ist es jedoch erst einmal da, so ist es von Dauer.“ TAUGÉ UNTER GUTEM STERN Die Entwicklungen beim Einzelhandel sind schwerer zu interpretieren. Frischer Taugé im Supermarkt ist ein relativ kleines Produkt, das Gemüse wird jedoch auch viel in Gemüsemischungen verarbeitet. „Das hängt von der Rezeptur ab,“ erklärt Jelle. Die Rezepte werden auf Verbrauchervorlieben abgestimmt, die Entwicklungen sind daher vor allem indirekt wahrnehmbar. „Ich beobachte viel Wachstum im Einzelhandelssegment. Das ist die Folge desselben Trends. Wenn Köche in der westlichen Küche mehr Taugé verwenden, übernehmen die Verbraucher dies und Taugé wird

auch in nicht-asiatischen Gerichten verwendet.“

Jahrelang bemühte Evers Specials sich, Taugé ins Rampenlicht zu bekommen. Diese Anstrengungen scheinen sich jetzt auszuzahlen. „Wir haben beispielsweise jahrelang auf der Haushaltsmesse ein Taughetti-Recept promotet, das Taugé als Ersatz für Spaghetti verwendet. Die Resonanz war immer positiv, aber vielleicht hat das im Hintergrund auch noch mehr ausgelöst, was jetzt sichtbar wird.“ AUFKEIMEN IN DER VERPACKUNG Taugé geht auch in weiterem Sinne mit dem Trend. „Unverkennbar wichtige Trends sind zum einen der Hang zum Vegetarischen, wobei man mit Gemüse richtig liegt,“ bemerkt Jelle. Außerdem gibt es mehr Nachfrage nach „frischen und leichten Speisen“ oder Speisen, die arm an Kohlehydraten sind – wobei das Gemüse profitiert. „Taugé hat einen neutralen Geschmack und gibt den Speisen Biss,“ fügt er hinzu.

Abseits aller Trends, welche die Produkte auf dem Teller verändern, werden Verbraucher auch umweltbewusster. Daher arbeitet Evers Specials derzeit an einer völlig plastikfreien Verpackung. „Die Verbraucher haben von Plastik doch ziemlich genug, dafür gibt es also eine Zielgruppe,“ erklärt Jelle. „Außerdem ist dieses Taugé länger haltbar.“ Taugé soll in der Verpackung keimen, woraufhin der Wachstumsprozess gestoppt wird. Anschließend wird das Taugé vom Verbraucher geerntet. „Die Verbraucher müssen die Sprossen dann selber abspülen. Der Vorteil dabei ist, dass sich die feinen Wurzeln leichter abschneiden lassen. Die liegen nämlich alle auf derselben Ebene.“ (RM)  j.kuijper@eversspecials.nl

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Firma

Michael Brinkmann:

„Nicht nur mit Volumen lässt sich Geld verdienen” SanLucar begann 2018 mit einem Wachwechsel auf der Ebene der Geschäftsführung. Der Gründer und CEO Stephan Rötzer übergab das Zepter an Michael Brinkmann, den vorherigen CFO und CEO für die internationale Produktion des Unternehmens. Das internationale Unternehmen mit seinen Hauptniederlassungen in Spanien will in den kommenden Jahren weiter wachsen und untersucht dazu die weltweiten Chancen. So stehen etwa die Niederlande klar im Vordergrund. Der neue CEO spricht über seine Ziele und die Herausforderungen der Branche.

M

ichael Brinkmann begann 2013 als CFO bei San Lucar. „Daher kenne ich das Unternehmen durch und durch und weiß, wie der Betrieb funktioniert,“ sagt er. „SanLucar ist ein fantastisches Unternehmen. Stephan und ich stehen für die selben Werte innerhalb des Unternehmens.“ Der Eigentümer Stephan Rötzer wird sich nicht völlig aus dem Unternehmen zurückziehen. Er wird sich mehr auf die strategische Entwicklung und auf neue Ideen konzentrieren. „Meine Aufgabe besteht darin, seine Ideen soweit wie möglich zu implementieren,“ sagt Michael lachend. „Die Branche ist eine Herausforderung. Wir haben gesunde Produkte, die in der Natur wachsen. Das

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finde ich fantastisch. Es gibt viel Nachfrage und wir müssen hart daran arbeiten, die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Das ist nicht einfach. Manchmal kommen Kunden mit unmöglichen Anfragen. So müssen wir etwa jetzt schon die Programme für das kommende Jahr festlegen, um ausreichend zu pflanzen, aber nicht jeder Kunde kann jetzt schon seine Entscheidungen treffen. Ich freue mich auf die Herausforderung der Saison.“ INTERNATIONALE ZIELE Die wichtigste Aufgabe des neuen Geschäftsführers besteht darin, das Unternehmen stabil wachsen zu lassen. „Meine

Aufgabe besteht nicht darin, drastische Veränderungen durchzuführen. SanLucar war in den vergangenen 25 Jahren erfolgreich, es besteht also kein Grund für große Veränderungen. Es geht eher ums Finetuning.“ Auf einem der Aktenordner auf Michaels künftigem Schreibtisch steht: Internationales Wachstum. „Wir wollen auf Märkten wie dem Nahen Osten, China und Russland wachsen,“ sagt er. „Die Märkte sind für uns nicht neu, aber sie funktionieren doch anders. Wir müssen das europäische Modell diesen neuen Märkten anpassen, um erfolgreich zu sein. Darauf werde ich mich konzentrieren.“ Eine weitere Herausforderung besteht in der Optimierung der internen Kommunikation. „Mit Geschäftsstellen in China, dem Nahen Osten und Ecuador ist es wichtig, eine gute Kommunikation zu errichten.“

Angesichts der Größe des chinesischen Marktes erhöht sich der Umfang, mit dem ein neues Konzept eingeführt werden kann. Dennoch macht sich Michael Gedanken um ein zu schnelles Wachstum. „Manchmal wollen Unternehmen sehr schnell wachsen, aber wir entscheiden uns sicherheitshalber lieber für eine funktionierende Zusam-


diesem Jahr die Himbeersorte Adelita, doch eine bessere Sorte ist bereits verfügbar. Es fällt schwer, den Verbrauchern zu erklären, warum sich eine Sorte ändert. Wenn Verbraucher die SanLucar-Produkte kaufen, wissen Sie, dass Sie die besten Produkte kaufen.“

menarbeit. Wir wollen sicherstellen, dass wir das richtige Produkt und den richtigen Partner haben,“ sagt er. Die unterschiedlichen Importbestimmungen und die Unterschiede in der Logistik sind zwei Faktoren, die den Erfolg auf einem Markt bestimmen. Darüber hinaus hat jede Verbrauchergruppe andere Vorlieben bei Geschmack und Maßen. „Die Deutschen haben beim Obst eine Vorliebe für große Maße, aber ich bezweifle, dass das auch für den chinesischen Markt gilt“, illustriert Michael die Unterschiede der jeweiligen Märkte. GEBREMSTE WACHSTUMSSTRATEGIE In der Nachbarschaft hat SanLucar sein Auge auch auf den niederländischen Markt geworfen. „Wir wollen unser Konzept in den Niederlanden auf Ladenebene vorstellen,“ erklärt Michael. Das Konzept sieht vor, dass SanLucar einen Teil der Ladenebene übernimmt, um seine Produkte dort anzubieten. „Wir erhöhen den Umsatz des Ladenbesitzers, aber die gute Ausgestaltung ist zeitaufwendig.“ In den Niederlanden arbeitet das Unternehmen mit Supermärkten und Großhändlern zusammen, um das Konzept vorzustellen. „In Deutschland ist es erfolgreich, warum also nicht in den Niederlanden und in Belgien? Die Rückmeldungen von den Ladenbesitzern sind enthusiastisch.“

Die gebremste Wachstumsstrategie gelingt, weil das Unternehmen in Privathand ist. „Wir sind in den vergangenen gut zwanzig Jahren Schritt für Schritt gewachsen. Da wir nicht börsennotiert sind, gibt es keinen Wachstumsdruck. Wachstum ist nicht das wichtigste,“ sagt Michael. Übernahmen passen daher auch nicht direkt in die Wachstumsstrategie. „Es ist schwer, zwei Unternehmen mit unterschiedlichen Kul-

turen vollkommen zu integrieren und vollkommen ineinander aufgehen zu lassen. Ich glaube nicht, dass uns eine Übernahme weiterbringen würde.“

„Ich persönlich bin auch der Ansicht, dass die Entscheidungsfindung bei einem Privatunternehmen viel schneller geht,“ fährt Michael fort. „Wir können schnell Schlüsse ziehen und Entscheidungen treffen. Dabei können wir auch Entscheidungen treffen, die langfristig Gewinne abwerfen.“ Dieses langfristige Denken war schon immer der Kerngedanke von Stephan Rötzer. „Er will der kommenden Generation etwas hinterlassen. Die meisten Investoren sind nicht weitsichtig und denken nicht langfristig.“

„LABEL BRINGT EINDEUTIGKEIT“ In der Arbeitsweise von SanLucar ist der Unternehmensname zu einer Marke geworden. „Für uns ist eine Marke sehr wichtig, so machen wir Geschäfte. Wir müssen dem Verbraucher klar machen, dass er ein nachhaltiges Produkt von hoher Qualität kauft,“ erklärt der neue CEO. Wie in anderen Branchen auch muss die Marke Klarheit geben. „Das größte Problem ist, wenn der Verbraucher nicht weiß, was er kauft. Die jeweiligen Sorten sind unbekannt und jedes Produkt ist unterschiedlich; mit einer Marke lässt sich das verhindern. So garantieren wir, dass der Verbraucher ein wohlschmeckendes Qualitätsprodukt kauft und sorgen dafür, dass dieselbe Sorte ganzjährig erhältlich ist.“

GUTES PERSONAL IST EIN PROBLEM Beim Ladenbesitzer sind allerdings einige Anpassungen vonnöten. Ein Teil der Regalfläche wird für die Produkte des spanischen Unternehmens reserviert. „Ladenbesitzer vertrauen uns, sie verkaufen mehr und erhalten bessere Margen,“ erklärt Michael. Es wird aber nicht die gesamte Obst- und Gemüseabteilung beansprucht. Für den Ladenbesitzer bleibt Platz, andere Produkte anzubieten und andere Preise zu verlangen. „Zwischen 20 und 50 Prozent der Verbraucher sind bereit, für Obst und Gemüse von guter Qualität mehr zu zahlen. Wir müssen für konstante Qualität sorgen und unter Beweis stellen, dass das funktioniert. Wenn etwas schief läuft, soll der Ladenbesitzer sofort anrufen.“ Um die Qualitätsgarantie zu erfüllen, macht sich das Unternehmen für den Wissenserwerb durch die Mitarbeiter stark. „Wir haben unsere SanLucar Academy-Spezialisten, die alles über ein Produkt wie Trauben oder Erdbeeren wissen. Sie besuchen die Produzenten, verfolgen die Entwicklung neuer Sorten und schauen sich an, wie das Produkt in den Läden liegt. Das sind wahre Spezialisten, die sich total auf ein Produkt einstellen. Wenn Kunden mich fragen, reiche ich sie an die Experten weiter. Zukünftig wird es ein Problem sein, gutes Personal zu finden,“ sagt Michael.

GRÖSSERER EINFLUSS VON EXTREMWETTER AUF WELTHANDEL Jeder in der Branche kennt einige Beispiele von Extremwetter im Jahr 2017, durch die der Markt beeinflusst wurde. So scheint es, als ob das Wetter extremer würde. „Ein

Obwohl Verbraucher meistens noch unterschiedliche Apfelsorten kennen, ist das bei anderen Produkten nicht der Fall. „Außerdem kann sich eine Sorte verändern. Beispielsweise haben wir in

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Wissenschaftler, mit dem ich vor kurzem sprach, machte deutlich, dass extremes Wetter nicht unbedingt häufiger vorkomme, dass wir darüber jedoch mehr in den Medien hören. So komme einem das Wetter extremer vor, längerfristig sah er das aber nicht so,“ sagt Michael. Dies bedeutet nicht, dass er die Folgen von Extremwetter bagatellisieren würde. „Der Handel ist internationaler geworden, so dass wir den Einfluss von Extremwetter stärker wahrnehmen.“ Wenn die Traubenernte in Peru um 30 Prozent schwächer ausfällt, macht sich das in europäischen Supermärkten bemerkbar. Vor zehn Jahren gab es keine peruanischen Trauben im Supermarkt. An den Produktionsstandorten investiert SanLucar in neue Techniken, um die Folgen von Extremwetter zu begrenzen. Ein Beispiel hierfür ist Südafrika. Die Trockenheit in diesem Land hinterlässt tiefe Spuren im Zusammenleben in der Kapregion. „Das hat einen enormen Einfluss auf das Leben und den dortigen Anbau. Es ist besorgniserregend, aber aufgrund von Investitionen in neue Technologien können wir genau jene Pflanzen bewässern, die Wasser brauchen.“

Diese Technik überwacht den Wasserspiegel und lässt präzise erkennen, welche Teile der Fläche gewässert werden müssen und wo noch ausreichend Wasser vorhanden ist. Auf diese Weise wird beim Anbau weniger Wasser verbraucht.

PRODUKTE AUFWERTEN „Es ist sehr wichtig, eine gute Beziehung zu den Produzenten zu haben,“ fährt Michael fort. „Wir haben Produzenten, die schon 25 Jahre mit uns zusammenarbeiten. Solche Produzenten sind dann auch für Experimente mit neuen Sorten bereit, woraufhin wir neue Produkte auf den Markt bringen können.“ Die allgemeine Tendenz auf dem Markt, dass kiloweise bezahlt wird und bei der Supermärkte für schmackhafte Produkte nicht tiefer in den Beutel greifen müssen, behagt ihm nicht. „Wir bemühen uns um geschmackvolle Produkte von unseren eigenen Feldern oder von Feldern unserer Partner. Wir wollen Produkte liefern, die der Verbraucher gerne isst.“ Obwohl SanLucar vertikal integriert ist und eng mit den Supermärkten zusammenarbeitet, sieht Michael für den Handel einen

Platz auf dem Markt. „Der reine Handel geht zwar zurück, wird jedoch weiter existieren. Um Einfluss zu haben, muss man die gesamte Kette selbst bewirtschaften. Wenn dann etwas schief läuft, lässt sich besser überblicken, an welcher Stelle der Kette fehlerhaft gearbeitet wurde.“

Die rechtmäßige Aufwertung von Obst und Gemüse ist Michael zufolge die größte Herausforderung für die Branche in den kommenden Jahren. „Viele Produkte werden wie Grunderzeugnisse mit einem niedrigen Standard behandelt, wir müssen jedoch so viele Produkte wie möglich aufwerten. In unserer Branche lässt sich nicht nur mit Volumen Geld verdienen.“ Die größte Herausforderung für das Unternehmen besteht darin, den eigenen Wurzeln treu zu bleiben. „Wir müssen nach der besten Wachstumsstrategie suchen, wobei wir uns an die besten Verbraucher wenden. Überall in der Kette muss es besser werden. Bessere Sorten, weniger Plastik, eine bessere Verpackung.“ (RM)  www.sanlucar.com

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Spanische Erdbeeren nicht ohne Hindernisse "Früher schmeckten die belgischen und niederländischen Erdbeeren noch besser als die Spanischen. Der Unterschied wird jedoch immer kleiner", sagt Ben Maes, Manager der spanischen Tochtergesellschaft von Special Fruit. Special Fruit verkauft sowohl spanische Erdbeeren aus eigenem Anbau, als auch von anderen Bauern. Beides läuft sehr gut. Dennoch gibt es viele Unternehmen, die keine spanischen Erdbeeren mehr verkaufen. Eines davon ist Fruit World aus Breda in den Niederlanden. Verkaufsleiter Ronald van Vossen: "Unsere spanischen Freunde können inzwischen alles selber. Als niederländisches Unternehmen schaffen wir keinen Mehrwert mehr für sie."

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ahre lang verkaufte Fruit World spanische Erdbeeren, damit haben sie jedoch im letzten Jahr aufgehört. Ronald: "Im Prinzip liefert Spanien seine Produkte selbst. Die Produkte, die sie dann übrig haben, werden zu uns geschickt. Das bedeutet entweder, dass die Qualität schlechter ist oder es zu viel Angebot auf dem Markt gibt. Wir haben in dieser Lieferkette keinen Platz mehr. Wir könnten etwas für den niederländischen Einzelhandel tun, aber dann würden wir in eine bestimmte Preisklasse gezwängt und wir von Fruit World wollen nicht länger Teil davon sein. Ich will Erdbeeren nicht unter dem Produktionspreis verkaufen." Ronald denkt nicht, dass es ein nationaler Trend ist, den Verkauf von spanischen Erdbeeren einzustellen. "Unsere Konkurrenz investiert sehr viel in spanische Produkte. Ich weiß nicht, ob das wirklich erstrebenswert ist. Die Konkurrenz ist viel größer, und es sind so große Mengen, dass ich bezweifle, dass es gut für das Segment ist." CALINDA Eines der Konkurrenzunternehmen, das in seinen Eigenanbau in Spanien investiert hat, ist Special Fruit. Ben: "Wir produzieren die Calinda Club Sorte, die eine Fresh Forward Sorte ist. Sie ähnelt den lokal ange-

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bauten Erdbeeren sowohl im Geschmack als auch bei der Haltbarkeit. In der Hochsaison hat die Calinda einen sehr süßen Geschmack und ist weniger fest als andere südeuropäische Erdbeeren." Ben ist sehr zufrieden mit dem Anbau. "Die Mengen steigen jedes Jahr. Ende November haben wir mit sehr kleinen Mengen angefangen,

aber seit Mitte Januar ist die Ernte sehr gut, sie wächst jede Woche."

Im letzten Jahr war das Wetter in Spanien sehr schlecht, es gab viel Frost und Schnee. "Das hat uns nicht wirklich betroffen und zwar weder die Mengen noch die Qualität. Wir können von Glück sagen, dass wir mit

der Calinda eine sehr robuste Sorte haben, die selbst dann ihre Qualität nicht einbüßt, wenn das Wetter mal nicht so gut ist. Das Jahr hat sehr gut begonnen. Durch das kalte Wetter im Süden reifen die Erdbeeren sehr gut, und bis zur Ernte haben sie eine perfekte Qualität."

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Im Vergleich zu den freien Sorten, sind die Mengen noch immer ziemlich klein. "Trotz der großen Anbaufläche ist das spanische Angebot in den letzten Jahren leicht zurückgegangen. In diesem Jahr sind die Mengen wieder etwas gestiegen, aber nicht viel. Das Angebot sank Anfang Januar, weil das Wetter gegen Ende des Monats zu kalt wurde. In den kommenden Wochen wird das Wetter hoffentlich besser." KONKURRENZ DURCH GEWÄCHSHÄUSER Ben: "Es gibt immer eine gewisse Nachfrage nach lokal angebauten Gewächshaus Erdbeeren. Einige Einzelhändler wollen verschiedene Sorten in ihren Regalen. Außerdem liegt der Fokus auf der guten, südeuropäischen Sorte und qualitativ hochwertigen, lokalen Produkten. Die Geschmäcker müssen sich nicht groß unterscheiden. Sie sehen vor allem anders aus, weil es unterschiedliche Sorten sind, die ganz anders angebaut werden." Special Fruit will bis Woche 23 spanische Produkte haben. "Ende März beginnt dann wieder die niederländische und belgische Gewächshaus Saison. Bis dahin haben wir Erdbeeren aus unserer lokalen, künstlich beleuchteten Produktion."

boten. "Seit dem letzten Jahr haben wir diese aber nur noch mit der Calinda Sorte. In einem so besonderen Moment wollen die Verbraucher nur die bestmögliche Qualität, und wir wollen sie natürlich nicht enttäuschen. Außerdem erzielen wir um den Valentinstag herum immer sehr gute Preise."

ANDERE WINTER ANBIETER Neben Spanien importiert Special Fruits im Winter auch aus Ägypten, Marokko und Portugal. Ben: "Einige Supermärkte bevorzugen ein bestimmtes Herkunftsland. In der Vergangenheit waren Ägypten und Marokko noch nicht so bekannt für Erdbeeren. Für Spanien lief es ganz gut, aber die portugiesischen Erdbeeren waren am beliebtesten. Da uns eine gute Qualität sehr

wichtig ist, und wir unseren Kunden diese daher garantieren, ist unseren Kunden die Präferenz für ein bestimmtes Herkunftsland längst nicht mehr so wichtig."

In den Wintermonaten arbeitet Fruit World mit einem Produktionsunternehmen in Äthiopien. Ronald: "Wir konzentrieren uns auf die Spezialisierung. Aus Äthiopien bekommen wir vor allem Sorten, die anders sind als die auf dem Markt. Wir beziehen von Januar bis März Erdbeeren aus dem Land und Mitte April geht dann die niederländische Saison wieder los." (ET) 

In Spanien werden fast keine Erdbeeren in Gewächshäusern angebaut. "Es gibt verschiedene Parteien, die damit experimentieren, aber wegen des warmen Klimas, bringt es ihnen nicht wirklich etwas." Jahre lang hat Special Fruit spezielle Kisten mit Saint Valentines`s Day Erdbeeren ange-

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Job van den Berg:

„Wir brauchen bei Bio kürzere Ketten”

Bei wirtschaftlichem Aufschwung geht es auch mit der Biobranche wieder voran. Der Markt wächst, erlebte jedoch im vergangenen Jahr auch die Wende von einem Nachfragemarkt hin zu einem Angebotsmarkt. Job van den Berg ist schon seit Jahren in der Biobranche aktiv. Vor drei Jahren stand der Westländer an der Wiege von Bio Montaña, der spanischen Abteilung für Bioprodukte der Best Fresh Group.

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erzeit wird unter seiner Anleitung die Zusammenarbeit zwischen den biologischen Anteilen der Gruppe (Bio World, Bio Montaña und Bio Frucht) gestrafft. Job erlebte die Veränderungen des Marktes. Er berichtet über die neue Vorgehensweise innerhalb der Gruppe und beurteilt aktuelle Themen der Branche. Was hat sich in der Biobranche in den letzten Jahren am meisten verändert? „Als ich vor neun Jahren in der Biobranche begann, war das ein Nachfragemarkt. Wir wissen alle, dass wir mittlerweile einen Angebotsmarkt haben. Das bringt Veränderungen mit sich. Damals konnte eine Palette mit spanischen Gurken über einen Zwischenhändler in Perpignan in die Niederlande gelangen, wo sie noch zweimal weiterverkauft wurde, bevor sie in die Hände eines britischen Verpackers kam und in britischen Supermärkten verkauft wurde. Alle diese Kettenglieder machten dabei noch Gewinn. Das geht jetzt nicht mehr. Die gesamte Kette ist kleiner und transparenter geworden. Nur wenn es einem gelingt, die Kette zu verkürzen und ein Produkt transparent zu machen, hat man noch einen Mehrwert.“

War der Wechsel von einem Nachfragezu einem Angebotsmarkt vorhersehbar? „Ein Markt verändert sich nicht einfach so. Wir sahen die Entwicklung voraus und haben auch Vorkehrungen getroffen. Vor drei Jahren sagten wir bei Bio World schon voraus, dass dieser Augenblick kommen wird, was auch ein wichtiger Grund für die Gründung von Bio Montaña war. Ich glaube, dass wir damit als Biobranche rückblickend besser hätten umgehen können, aber das ist aus heutiger Sicht.” Wie wirken sich die Veränderungen auf den biologischen Zweig der Best Fresh Group aus? „Es gibt zwei wichtige Entwicklungen auf dem Markt. Einerseits will der Kunde zurück zur Quelle, er will wissen, wo die Produkte herkommen. Daher arbeiten wir an der Kundenbindung, um unseren Kunden Einsicht bieten zu können. Innerhalb unserer Gruppe haben wir eine eigene Produktion in den Niederlanden und Spanien und sind dabei, auch in Deutschland Projekte zu starten. Auf diese Weise haben wir strukturell einen eigenen Absatz und können unseren Kunden Einsicht bieten. Andererseits sieht man, dass der Kunde immer

mehr Entlastung wünscht. Die Betriebe sind ständig dabei, alles zu überwachen, weshalb der Kunde mit einem guten Service entlastet werden muss.“

„Vor drei Jahren haben wir in Spanien mit Bio Montaña begonnen. Damals erkannten wir den Trend, dass Betriebe direkt in Spanien einkaufen, was die Rolle von Bio World schmälerte. Damals wurde uns die Notwendigkeit einer spanischen Filiale klar. Aufgrund der kürzlichen Veränderungen auf dem Markt wollen wir die drei biologischen Betriebe innerhalb der Gruppe, also Bio World, Bio Montaña und Bio Frucht, zu einer Organisation zusammenfügen. Auf diese Weise haben der Kunde und der Lieferant einen einzigen Ansprechpartner, die gesamte Kommunikation verläuft über diese Person. Dies führt zu einem Effizienzgewinn, so dass wir dem Kunden einen besseren Service bieten können. Konkret bedeutet dies, dass ein britischer Kunde, der einen direkten Draht zu unserer spanischen Filiale hat, über dieselbe Kontaktperson beispielsweise eine weitere Palette in den Niederlanden bestellen kann. Auch damit gehen wir auf die Bedürfnisse des Marktes ein und können auch das Ange-

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bot besser planen. Wenn unsere spanische Produktion dann ausläuft, können wir die Kunden mit unserer niederländischen Produktion weiter beliefern. Allerdings holen wir beispielsweise auch niederländisches Produkt nach Spanien.“ Bedeutet die engere Zusammenarbeit innerhalb von Bio World, Bio Montaña und Bio Frucht auch, dass Sie die Produktion besser planen können? „Wir können die Produktion besser steuern und unsere Kunden über die Produktion besser informieren und die Kontinuität garantieren. Man muss bei der Planung allerdings die Eignung der Produzenten im Auge behalten: Eine Gurke ist ein anderes Produkt als eine Tomate. Nicht jeder Produzent kennt sich mit jedem Produkt aus. In Spanien spielt auch die Lokalisation eines Produktionsbetriebes eine größere Rolle. Es gibt große Unterschiede zwischen den Regionen bezüglich Lichteinfall, Wasserversorgung und Wasserhärte, so dass sich nicht jeder Ort zur Herstellung eines Produkts eignet. In Granada, das aufgrund des dort produzierten Obstes manchmal auch als Costa Tropical bezeichnet wird, ist es beispielsweise strukturell um zwei bis drei Grad wärmer als in Almeria. Außerdem ist

die Wasserqualität in dieser Region sehr gut für den Anbau von Gurken, Cherrytomaten und Bohnen, weshalb wir diese Produkte dort auch anbauen. Almeria ist jedoch aufgrund der Nähe zum Meer ein reines Tomatengebiet. Das sind die Dinge, die bei der Produktionsplanung berücksichtigt werden müssen. Außerdem können wir beispielsweise einem Kunden schon am Ende der spanischen Strauchtomatensaison raten, zu niederländischen Strauchtomaten zu wechseln, wenn dann die Qualität seinen Erwartungen mehr entspricht.“ Es gibt unterschiedliche Berichte über das Wachstum der Biofläche in Spanien. Wie entwickelt sich die Biobranche in Spanien? „Es kommt viel Fläche hinzu, das ist ganz richtig. Es fällt allerdings auf, dass es hier und da Probleme beispielsweise bei der Wasserversorgung, der Krankheitsanfälligkeit und der Wetterempfindlichkeit gibt. Letzteres sieht man in diesem Jahr. Wir haben in diesem Jahr in Spanien einen Winter mit einer stabilen Temperatur, die ein paar Grade zu niedrig ist. Dadurch wird weniger produziert als bei einer Spitzenproduktion.“

„In den Niederlanden ist die Fläche nicht so stark gestiegen. Die Niederlande haben etwa 120 Hektar biologischen Unterglasanbau. Wenn ein paar Hektar jährlich hinzukommen, ist das viel. In Spanien geht es um Hunderte von Hektar jährlich, wenn umgestellt wird. Allerdings muss man sagen, dass die Produktivität der niederländischen Gewächshäuser viel höher ist als die der spanischen Gewächshäuser. Die Niederlande haben eine bessere Infrastruktur, wodurch ein gleichmäßigeres Produkt geliefert wird. Ich spreche natürlich vor allem von Spanien und den Niederlanden, aber es zeigt sich, dass in Italien und beispielsweise auch Bulgarien und Israel die biologische Produktion zunimmt.“ Stellen diese Faktoren für biologische Produzenten eine größere Bedrohung dar als für konventionelle Produzenten? „Es ist nicht direkt eine Bedrohung, sondern es hängt auch davon ab, wie viel gepflanzt wird. Die strukturelle, ganzjährige Verfügbarkeit von spanischem Produkt stellt für niederländische Produzenten durchaus eine Herausforderung dar. Es kommt auch auf das vom Produzenten favorisierte Produkt an. Bei Bioprodukten ist vieles ganzjährig aus Spanien erhältlich, bei konventi-

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oneller Ware ist das uninteressant. Für einen konventionellen Gurkenproduzenten in Spanien beispielsweise ist der Anbau zwischen April und Juli uninteressant, weil das große Angebot aus Gewächshäusern in Nordeuropa dann den Preis unattraktiv macht. Bio-Produzenten müssen sich an den Fruchtwechsel halten. Wenn also ein Produzent den Tomatenanbau im Mai beendet, kann er sich entscheiden, im Juni und Juli mit Gurken weiterzumachen. Der Grund hierfür ist auch, dass Bio-Produzenten ihre Pflanzen wechseln müssen, um Ihre Zertifizierung zu behalten.“

Bei konventionellen Agrarprodukten bevorzugen niederländische Supermärkte niederländische Ware. Trifft das auf biologische Produkte weniger zu? „Local for local ist sicherlich ein Thema, auch in Deutschland ist das wichtig. Dennoch zeigt sich, dass es Supermarktketten gibt, die sich weniger daran halten – etwa in Skandinavien, wo Qualität im Vordergrund steht, gefolgt vom Preis. Die Supermärkte finden nichts dabei, spanische Ware ganzjährig anzubieten. Auch einige Discounter achten darauf nicht so sehr.“

Was bedeuten die Veränderungen auf dem Markt für die Ketten? „Eine Verkleinerung der Ketten ist der nächstfolgende Schritt, bei der Produzenten und Erzeugerorganisationen besser mit den Handelshäusern zusammenarbeiten müssen, die mehr die Rolle von Markthäusern übernehmen müssen. Damit meine ich, dass die Handelshäuser eine wichtigere Rolle bei der Vermarktung der Produkte bekommen, und nicht mehr wie bisher nur beim Verkauf. Damit beschäftigen wir uns intensiv, um zusammen mit den Pro-

unter dem europäischen Bio-Logo können wir auch in die USA exportieren. Da gibt es allerdings mehr Konkurrenz.“

duzenten eine langfristige Strategie zu entwickeln. In den Niederlanden sind wir beispielsweise eine Zusammenarbeit mit zwei Produzenten eingegangen, bei der sich die Produzenten auf das Gewächshaus und den Anbau konzentrieren und wir auf die Vermarktung der Produkte. Vor zwei Jahren gab es noch einen Angebotsmarkt, wobei der Verkauf einfacher war, aber die Einzelhändler wollen nicht mehr zehn Produzenten anrufen, um Ihr Produkt einzukaufen. An der Stelle können wir Mehrwert bieten. Mittels Zusammenarbeit mit den Produzenten können wir den Einzelhandel von verschiedenen Standorten aus beliefern.“ In Europa und den USA wird gerade über den biologischen Anbau auf Substrat diskutiert. Was ist Ihre Meinung? „Ich bin ein Gegner von Substrat, das hat mit Bio nichts zu tun. In spanischen Gewächshäusern wird ohnehin viel im Boden angebaut. Im vergangenen Jahr haben die USA beschlossen, den Anbau auf Kokossubstrat als biologisch anzuerkennen. Dies bedeutet, dass auf Kokossubstrat angebaute europäische Produkte mit USDA-Zertifikat als Biologisch in die USA exportiert werden können. In den USA und Kanada sind diese Produkte sehr wohl biologisch, gemäß europäischer Regeln nicht – aber

Sind die USA für Sie ein wichtiger Markt? „Die Vereinigten Staaten sind ein großer Markt, es gibt jedoch auch viele Einflüsse von außen. Es gibt eine eigene Produktion, und auch in Kanada und Mexiko wird viel produziert. Daher gibt es Wochen, in denen der Markt viel Ware aufnehmen kann, aber auch Wochen mit Handelsstillstand. Der europäische Markt ist stabiler.“ Beschäftigen sie sich mit dem Export zu Fernzielen? „Wir haben seitens Bio World keine direkten Verbindungen zu Fernzielen, liefern jedoch an die Überseeabteilung von Valstar. Für den Export zu diesen Zielen müssen Konventionell und Biologisch mehr zusammenarbeiten.“

Welches sind die wichtigsten Märkte für Bio? „Für die Gesamtgruppe sind das Skandinavien, Deutschland und die Schweiz. Dies sind auch jene Länder, in denen die meisten biologischen Produkte verbraucht werden. Dänemark steht bereits seit Jahren unangefochten an erster Stelle, aber vom Verhältnis her ist der deutsche Markt größer. In den letzten zwei bis drei Jahren haben wir auch gesehen, dass der britische Markt wieder anzieht.“ „Außerdem bemühen wir uns um die Erstellung eines biologischen Programms bei spanischen Einzelhändlern. Der spanische Markt hinkt bei biologischen Produkten doch den anderen Ländern hinterher. In den Sommermonaten steigt der Absatz von Biogemüse in Regionen wie Barcelona,

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Modified Atmosphere Packaging (MAP) oftmals um einige Tage verlängern. Auf diese Weise erhält der Kunde möglichst frisches Obst und Gemüse. Die Topseal-Verpackungen bringen auch logistische Vorteile mit sich, weil sich diese Verpackungen gut stapeln lassen. Die Verpackungsmethoden unterscheiden sich sehr von Land zu Land. So ist Großbritannien ein Pionier, wenn es um Verpackungen geht. Unsere Zusammenarbeit mit Proseal hat den Vorteil, dass in Großbritannien schon längere Zeit mit dem Topsealen von Obst und Gemüse gearbeitet wird. Mit Hilfe der Erfahrung und des Know-hows von Proseal können wir die innovativsten Schalensiegelmaschinen anbieten. Wir wissen, dass das Produktangebot in der Obstund Gemüsebranche vielseitig ist. Daher bieten wir für jedes Produkt eine Lösung nach Maß.

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Valencia und Malaga aufgrund der englischen und deutschen Touristen, die dort Urlaub machen. Im restlichen Jahr ist die Nachfrage weniger groß, was auch auf den Preis und die Qualität der Produkte zurückzuführen ist. Spanien wählt die beste Qualität für den Export aus, und was in einigen Supermärkten liegt, ist nicht gut. Das gilt natürlich nicht für alle Ketten. Vergleicht man jedoch beispielsweise die Qualität bei einem Aldi oder Lidl in Spanien mit der Qualität derselben Ketten in den Niederlanden, bemerkt man einen großen Unterschied.“ Es gibt in der Biobranche Unternehmen, die nicht mit den etablierten Einzelhändlern zusammenarbeiten wollen. Was ist Ihr Standpunkt in dieser Debatte? “Es gibt im biologischen Bereich drei Arten Verbraucher. Da ist zum einen eine kleine Minderheit, die nur Bio will und nicht auf den Preis schaut. Das sind Verbraucher, die auch biologisches Shampoo und andere Produkte kaufen. Außerdem gibt eine etwas größere Minderheit an, dass sie niemals Bio essen würde. Diese Gruppe macht sich überhaupt nichts daraus. Als drittes

bleiben dann gut 80 Prozent der Verbraucher, die zwar gesünder essen wollen und sich für eine bessere Umwelt einsetzen, die einem Bio-Logo jedoch nicht blind vertrauen. Genau diese Gruppe treibt den Markt, weshalb wir uns an Sie wenden müssen. Mit knallharter Bio-Mentalität geht das nicht.“ Welche Rolle spielt hierbei der Supermarkt? „Kommerziell zeigt sich, dass die Margen kleiner werden, aber die Supermärkte müssen sich doch mitbewegen. Wenn man beispielsweise eine Steige Pflaumenkirschtomaten für 60 Cent eingekauft, kann man sie nicht für 2 Euro ins Regal legen. Wenn Supermärkte die Margen herabsetzen und damit den Preis, so wächst die Nachfrage, was auch dem Markt gut tut.“

Wäre in Ihrem idealen Supermarkt das Gesamtangebot biologisch? „Nein, das ist nicht realistisch und demnach auch nicht wünschenswert. Hinzu kommt, dass die Fläche nie so groß sein wird, um alles liefern zu können. Der biologische Anbau bleibt beispielsweise anfälliger für Krankheitsdruck. Bio muss verfügbar bleiben – wenn es normal wird, entsteht von

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selbst etwas Neues. Das sieht man jetzt schon, wenn etwa Demeter mit ‘Ein Schritt weiter’ als Biologisch auftritt. Dann wird also Demeter sozusagen das neue Bio.“

Was sind die Renner in der Biobranche? „Für uns ist das Gewächshausgemüse: Tomaten, Gurken, Paprika. Das bleiben die Top 3. Auf der anderen Seite sieht man aber auch, dass alles das wächst, dem man Aufmerksamkeit schenkt. Wer mit schwerpunktmäßiger Hingabe an etwas arbeitet, kann viel erreichen.“

Wie lange kann das Bio-Wachstum weitergehen? „Das größte Wachstum in der Bio-Branche sahen wir zwischen 2005 und 2009. Die Krise hat das Wachstum gebremst, da die Verbraucher beim Einkaufen sparsamer wurden. Jetzt zeigt sich, dass die Verbraucher mehr Luft bei ihren Ausgaben haben, was den Markt wachsen lässt. Wenn wir die Kategorie erreichbarer für die Verbraucher machen, gibt es Luft für Wachstum. Das lässt sich durch eine Effizienzsteigerung des Prozesses erreichen, wenngleich alle Regeln und Zertifizierungen das zu verzögern scheinen. Manchmal scheint es, als würden Zertifizierungen verkauft anstelle eines schönen Produkts.“

Können Sie dies an einem Beispiel verdeutlichen? „Global GAP, GRASP und Biologisch sind für unsere Produzenten und Lieferanten verbindliche Zertifikate, aber die Einzelhändler haben einen eigenen Standard. Die Vorschriften werden von den Supermärkten aus einem nationalen Blickwinkel heraus gestellt, wobei nicht immer beachtet wird, wie realistisch die Vorschriften sind.“

ist es für biologische Exoten noch schwieriger. Die Entwicklung des Marktes ist zwar erkennbar, es wäre jedoch fantastisch, wenn wir auch Exoten vermehrt biologisch anbieten könnten.“ (RM)  J.vandenBerg@biomontana.com

Welches Produkt würden Sie dem biologischen Sortiment gerne hinzufügen? „Exoten sind ein relativ kleiner Markt. Das gilt schon für Standardprodukte, demnach

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Obst

Tony Fissette, Geschäftsführer von Enzafruit

„Trotz Verschiebung nach Asien großes europäisches Interesse an neuseeländischen Äpfeln“

In der zweiten Maiwoche geht Enzafruit vom europäischen Jazz-Apfel zum Jazz aus Neuseeland über. Die Erwartungen sind positiv. In Europa gibt es bis August nur wenige Äpfel, und konkurrierendes Obst kommt aufgrund des kalten Frühjahrs später auf den Markt. „Wir kommen mit den neuseeländischen Jazz-Äpfeln auf einen leeren Markt“, sagt Tony Fissette, der Geschäftsführer von Enzafruit. Das Verkaufsunternehmen sitzt in Sint-Truiden in einer der Obstgegenden Belgiens. „Wir rechnen damit, dass in den nächsten zwei bis drei Wochen in den meisten Gegenden Europas ein Großteil der europäischen Äpfel ausverkauft sein wird.

Das führt dazu, dass die neuseeländischen Äpfel auf einen schön leergefegten Markt treffen.“ Die Neuseeland-Saison hat in der vorigen Woche langsam mit den Sorten Royal Gala, Cox und Smitten begonnen. Anfang Mai kommen die Jazz- und die Braeburn-Äpfel. Ende Mai / Anfang Juni werden die ersten Pink Lady-Äpfel aus Neuseeland erwartet.

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SCHÖNER SOMMER In dieser Saison werden 15 Prozent mehr Royal Gala- und Braeburn-Äpfel erwartet. „Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen des vergangenen Winters ist für diese Äpfel Platz auf dem Markt. Die Nachfrage der Einzelhändler ist derzeit hoch. Wir hoffen, dass so schnell wie möglich große Volumina hereinkommen, damit wir diese Nachfrage befriedigen können“, so Tony. Die Qualität der neuseeländischen Äpfel beurteilt der Geschäftsführer von Enzafruit als sehr positiv. „Neuseeland hat einen sehr schönen Sommer gehabt. Das sieht man an der Qualität des Obstes. Die neu eingetrof-

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fenen Äpfel sind qualitativ spitze. Wir sind daher sehr optimistisch, was die kommende Saison betrifft.“ Aufgrund des schönen Sommers in Neuseeland wurde eher geerntet als in den Jahren zuvor. Insgesamt wird die Anfuhr der neuseeländischen Äpfel eine Woche eher als erwartet stattfinden.

VERSCHIEBUNG „In Europa geht die Fläche neuseeländischer Äpfel zurück. In Neuseeland werden immer weniger Braeburn-Äpfel angebaut. Der Braeburn wird durch den Envy-Apfel ersetzt.“ Der Envy-Apfel ist vor allem für den asiatischen und amerikanischen Markt bestimmt. „Es ist ganz deutlich, dass sich der Markt volumenmäßig von Europa nach Asien verschoben hat. Asien ist für Neuseeland näher als Europa, und in Asien werden bessere Preise für die Äpfel bezahlt. In Asien gibt es eine breite Mittelklasse, die bereit ist, für die Envy-Äpfel gutes Geld zu zahlen. Für 18 Kilo Envy-Äpfel wird in Asien ungefähr das Doppelte als in Europa bezahlt“, so Tony.

„Wir gehen davon aus, dass der Envy-Apfel bei einer Preisstabilisierung auch in Nordeuropa durchaus eine Zukunft hat. Dennoch ist der Envy-Apfel ein typisch asiatischer Apfel. Der Envy-Apfel ist eine Kreuzung zwischen Royal Gala und Braeburn. Der Apfel ist süßer und dicker als der Jazz“, sagt Tony. Außer bei den großen asiatischen Abnehmern China, Japan und Thailand ist der Apfel auch in Singapur und Taiwan sehr gefragt, und auch die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen große Volumina. Der Envy-Apfel wird auch in Italien, Frankreich und Spanien angebaut. Enzafruit geht

davon aus, dass der Apfel auch in Südeuropa erfolgreich sein wird.

KONKURRENZ „Eigentlich ist jeder Apfel ein Konkurrent des anderen. Dennoch hat Konkurrenz kaum Einfluss auf die Jazz- und Envy-Äpfel. Die zwei Sorten führen ihr Eigenleben und es gibt einen echten Markt für diese Äpfel“, sagt Fissette. Äpfel haben ganz allgemein in den großen Importländern wie Deutschland und Großbritannien prozentual etwas verloren. Enzafruit bemerkt, dass der Apfelverbrauch einen Abwärtstrend aufweist.

„Äpfel haben gegenüber dem steigenden Verbrauch von Weichobst etwas nachgeben müssen. Dennoch sind wir überzeugt, dass der Jazz und der Envy-Apfel wenig von dieser Konkurrenz verspüren. Der Jazz-Apfel ist in Europa bei Kindern sehr beliebt. Daher spricht der Jazz-Apfel eine große Zielgruppe an“, sagt der Geschäftsführer.

und Envy-Äpfel auch in Europa angebaut“, meint Fissette.

Bis August gibt es in Europa nicht viele Äpfel. Als Folge der kalten Wetterbedingungen in Valencia geht man davon aus, dass das Steinobst aus Spanien später als üblich ist. Die Preise für neuseeländische Äpfel liegen auch um 10 Prozent höher als im Jahr zuvor. Dies rührt unter anderem daher, dass es im vorigen Jahr mehr europäisches Obst auf dem Markt gab. „Es sieht ganz nach einem Spitzenjahr für die neuseeländischen Äpfel aus, obwohl sich das immer schwer sagen lässt. Es ist wichtig, mit den Einzelhändlern weiterhin gut zu planen und die Volumina an die Kunden liefern zu können.“

Der Geschäftsführer von Enzafruit hat schon eine 45-jährige Apfelkarriere hinter sich. Diese Saison wird seine letzte sein und er möchte gerne einen schönen Rücktritt von der Branche haben. „Ich hoffe, dass es eine schöne Saison wird, dass die Saison mit schönen Preisen für die Anbauer und Einzelhändler abgeschlossen wird. Wenn jeder zufrieden ist, bin ich ein glücklicher Mensch“, sagt Tony abschließend. (SR) 

Die wichtigsten Absatzmärkte des Jazz-Apfels sind Deutschland und Großbritannien. Diese Länder nehmen zusammen mehr als 75 Prozent der neuseeländischen Äpfel ab. Die südeuropäischen Länder haben in den Sommermonaten viel eigenes Obst, daher Greta.knapen@enzafruit.be bekommt der Apfel mehr Konkurrenz. „Das Interesse an neuseeländischen Äpfeln wird in Europa immer da sein, aber trotzdem hält man es hier für wichtig, Lokalprodukte zu konsumieren. Aus dem Grunde werden die JazzHöchste Einkaufspreise! w w w. p a l l e t c e n t r a l e . n l

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Bananen

Frits Popma:

„Mehr Aufmerksamkeit für Innovationen bei der Reifung notwendig” "Bei der Reifung Innovationen durchzusetzen ist schwierig. Uns wird oft gesagt, die Idee wäre nicht passend oder nicht möglich. Letzteres ist Quatsch," sagt Frits Popma von Popma Fruitexpertise. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung bei der Reifung von Bananen und der Beratung von Firmen ist ihm aufgefallen, dass der Innovation bei der Reifung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, und dass die Betriebe öfter zusammen arbeiten sollten um Reifetechnik zu entwickeln. Laut dem Experten wäre das nicht nur von Vorteil für die Qualität der Bananen, sondern auch für Avocados und Mangos. "Man kann sich nicht entwickeln wenn man nicht offen für Neues ist."

Nach Jahrzehnten der Reifung von Bananen haben wir es immer noch nicht gemeistert? "Wir haben es definitiv noch nicht gemeistert. Wir wissen noch nicht genug darüber was tatsächlich mit der Banane passiert während des Reifungsprozesses. Die Leute sagen, Bananen seien reif wenn sie gelb sind, aber schmecken sie dann auch am besten? Sich nur auf die Farbe zu konzentrieren ist wichtig, wenn man die Banane malen möchte aber nicht unbedingt beim Reifungsprozess. Eine Banane enthält gut 110

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350 verschiedene Geschmacksrichtungen, aber diese kommen nicht alle zur gleichen Zeit zum Vorschein oder bei der gleichen Temperatur. Wir kennen die ideale Reifungstemperatur für die jeweiligen Geschmacksrichtungen noch nicht." Wird den möglichen Innovationen bei der Reifung genug Aufmerksamkeit zugebracht? "Es gibt kein Training für Bananen-Reifer, was die Sache schwierig macht. Außerdem wurde diese Idee an die Supermärkte getra-

gen und die erste Frage war: Was kostet das? Sie sehen oftmals nicht die Vorteile, da sie von ihrem eigenen Standpunkt aus denken und sie nicht weiter entlang der Lieferkette schauen. Wenn man etwas neues vorstellt, dass in einem Zuwachs resultiert ist die erste Reaktion: Das heißt die Verkaufspreise werden kleiner? Aber das ist natürlich nicht wie man Innovation ermöglicht. Man braucht eine Win-Win-Situation. Auch dem Konsumenten gegenüber. Ein Konsument der eine leckere Frucht kauft wird zurück kommen und mehr kaufen.


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Die Leute denken oft, die gelbe Banane sei gut, aber sie schauen auch nicht auf die Fäule, beispielsweise."

Wie sehen Sie neue Lagertechniken und Innovationen die die Qualität der Bananen verbessern sollen, wie beispielsweise RipeLock oder MaxAroma, die in den letzten Jahren vorgestellt wurden? "Diese Dinge sind gut für den Markt. Beispielsweise bin ich überzeugt davon, dass RipeLock die Qualität, den Geschmack und die Haltbarkeit verbessert, allerdings zu einem hohen Preis. Der Käufer muss davon überzeugt werden. Die Technik funktioniert aber muss auch verkauft werden. Bei MaxAroma wird der Banane mehr Zeit zum Reifen gegeben, dank Anpassungen in der Software. Die Haltbarkeit und der Geschmack haben sich verbessert, das ist klar. De Laar hat viel Energie in die Entwicklung eines optimalen Programms gesteckt. Jedoch bleibt das System nur ein Zwischenstück zwischen dem Reifer und der Technik."

Mit wachsender Beliebtheit von Ready-to-Eat gibt es vermehrt Fragen zur Reifung von anderen exotischen Früchten, was ist in diesem Bereich auffällig? "Wir haben nicht genug Zeit zu experimentieren um herauszufinden wie ein Produkt am besten reift. Es gibt keine Schulungen für Reifer, man muss sich einfach einfinden und man schaut was die Person vor einem getan hat. Man sollte diesen Leuten und den Produkten mit denen sie arbeiten mehr Respekt zollen. Obst braucht Zeit um zu reifen. Es wird oft günstig gekauft und muss für viel Geld verkauft werden, der Reifer geht in der Mitte verloren und muss her-

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ausfinden wie er das schafft. Der Reifer ist das wichtigste Glied der Kette. Ein Produkt wird zum Beispiel schlechter wenn man es neu verpackt und nicht jeder Verkäufer ist sich dessen bewusst."

Haben sie dafür ein Beispiel? "Letzten Sommer habe ich für eine Firma in Russland gearbeitet, bei der Mangos gereift werden sollten. Ich sagte damals: Diese Mangos können nicht ausgeliefert werden bis sie reif sind. Das ist was passiert ist und der Container mit Mangos der von diesem Importeur gekauft wurde war in zwei Stunden verkauft. Die reifen Mangos können nun nicht mehr für diesen Händler gelagert werden, aber das ist weil sie die Disziplin haben die Abfolge der Reifung einzuhalten." "Es gibt gute Reifungsprogramme aber der Reifer kann diese nicht selbst einstellen. Das ist nicht unbedingt ein Problem, man kann eine schöne Anlage aufbauen ohne Hilfe, aber man wird nicht in der Lage sein Bananen zu reifen. Ich war in einer Anlage in Indien, wo die Bananen gekocht aus der Kammer kamen. Ich habe mir die Software angeschaut und festgestellt, dass sie die

Parameter falsch eingestellt hatten. In Ländern wie Russland, China und Indien werden europäische Reifungssysteme kopiert aber sie haben nicht alle Informationen. In Indien habe ich eine Reifekammer gesehen in der eine Leiter stand die nirgendwo hin führte. Als ich danach fragte meinten sie: 'Alle Reifekammern in Europa haben Leitern.' Sie bauen die schönsten Kammern aber sie vergessen die wichtigsten Teile. Wir wissen nicht wie viele Kammern in Indien leer stehen, weil das Wissen als zu teuer angesehen wird. Aber das ist okay, letztendlich habe ich auch durch Erfahrung gelernt. Das ist der einzige Weg. Inzwischen hört man etwas mehr auf die Experten. Die Reifekammern in China werden mit westlicher Technologie gebaut und man akzeptiert Rat dort auch eher als in Indien." Ist es schwieriger exotische Früchte zu reifen als Bananen? "Mangos werden oft geerntet bevor sie reif sind, so erreicht man nie ready-to-eat. Vor kurzem habe ich von einer Firma gelesen, die die Festigkeit der Mango misst um zu entscheiden ob sie reif sind. Aber wenn ich eine Palette Mangos fallen lasse sind sie auch weich - deswegen aber noch lange nicht reich. Innere und äußere Farbe und Brix müssen gemessen werden. Die optischen Sortierer die das können gibt es bereits aber die Faktoren sind noch nicht ausreichend untersucht."

"Bei Mangos, beispielsweise, verlagert sich die Saison von Peru nach Brasilien nach Senegal, aber wir wissen nicht wie diese speziellen Produkte aus diesen Ländern funktionieren. Man weiß nicht, wie man den richtigen Geschmack für die verschie-


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denen Mangos archiviert. In der heutigen Zeit wird solchen Dingen weniger Aufmerksamkeit geschenkt, alles muss schnell gehen. Man sagt zwar, das Produkt ist 'ready-to-eat' aber meine Frage ist: Wann?" "Avocados sind noch komplizierter, weil diese Bäume das Jahr über blühen. Bei Mangos weiß man, die Ernte kann nach 100 Tagen Blüte beginnen und bei Avocados ist es schwieriger ein homogenes Produkt zu bekommen. Hass Avocados können Schwarz sein, aber das ist nicht bei allen Sorten der Fall, und die Frage ist ob die Avocado dann auch reif ist..."

Was muss sich verändern um mit diesen Herausforderungen ordentlich umzugehen? "In den letzten 30 Jahren habe ich gesehen, dass Training mehr Aufmerksamkeit bekommt, aber es ist wichtig den Leuten zuzuhören die mit dem Produkt arbeiten sobald das Projekt in Gange ist. Es wird immer ein natürliches Produkt blieben. Durch die Lieferkette sieht man wie wenig Raum ist um an solchen Dingen zu arbeiten, wegen Zeit- und Preisdruck. Außerdem ist es die Angst vor dem Unbekannten. Etwas Neues vorzustellen ist immer kompliziert. Als ich vor Jahren für Chiquita gearbeitet

habe, waren wir die ersten die Bananen in kontrollierter Atmosphäre transportiert haben, und die Leute reagierten mit: Das passt nicht in unseren Zeitplan. Man muss für neue Dinge offen sein. Wenn man etwas im Reife-Zeitplan verändern möchte ist das oft nicht möglich, warum?"

Die Reifung während des Transportes sollte genauer erforscht werden. Wie lange denken Sie wird das traditionelle Modell der Reifung noch aktuell sein? "Das ist etwas, was ich in den letzten 30 Jahren schon öfters mal gesehen habe, aber es gibt drei wichtige Einwände. Erstens dauert die Reifung von Bananen sechs Tage. In Containern dauert sich acht. In dieser Periode kann sich das Wetter verändern, und das hat Konsequenzen für die Nachfrage. Wenn das Wetter in den Niederlanden heute mild ist, gehen Bananen gut aber in acht Tagen kann das Wetter eiskalt sein. Ältere Kunden, die viele Bananen kaufen, bleiben dann zuhause und die Verkäufe gehen zurück. Allerdings können Bananen nicht wieder grün gemacht werden. Zweitens wissen die Käufer, dass ein Schiff mit reifen Bananen ankommt und wissen, dass diese nur eine kurze Haltbarkeit haben was wiederum zusätzlichen Druck auf die

Preise ausübt. Das letzte Problem ist, dass Lieferungen schwer zu inspizieren sind. Als Reifer muss man sich darauf verlassen was verschiedene Messgeräte einem sagen man kann schlecht auf hoher See die Türen öffnen und nachschauen."

"Die größten Firmen hatten Pläne eine oder zwei große Reifeanlagen in Europa zu nutzen, aber letztendlich wurde diese Idee auch wieder fallen gelassen. Transportzeiten sind zu lang. Das gleiche gilt für China. Wenn Bananen in Shanghai gereift ankommen und der Transport nach Peking noch vier oder fünf Tage länger dauert, wie schafft man es, dass die Bananen nicht verderben? Und bei den Verpackungen? Beispielsweise waren Sie an einem Projekt für einen Bananen-Kasten statt Kartons beteiligt. Wie läuft das? "Das ist aus zwei Gründen eine Sackgasse. Erstens müssen die Kästen an die Plantagen zurück gegeben werden. Zweitens haben die Erzeuger die Befürchtung, dass Krankheiten und Schimmel die Plantagen in den Kästen erreichen könnten. Für ein Projekt in Indien hatte ich den Bananenkasten für den nationalen Markt vorgeschlagen. Das

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schwierigste ist es einen Fundus aufzubauen, aber viele Parteien finden die Idee gut."

"Andere Firmen wollen aufhören Plastik in den Kartons zu benutzen. Vor ein paar Jahren wurde eine abbaubare Alternative entwickelt, aber dieser Entwickler braucht finanzielle Unterstützung um weiter am Produkt zu arbeiten. Die Firmen wollen jedoch nur das fertige Produkt kaufen und so kam es auch dort zum Stillstand." Es wurden positive Dinge über TR4 berichtet in den vergangenen Monaten. Was halten Sie von dieser Entwicklung? "Kochbananen sind auch anfällig für TR4 und das ist besorgniserregend. Allein in Afrika beruhen die täglichen Mahlzeiten von 400 Millionen Menschen auf diesen Bananen. Was sollen sie essen, wenn keine Bananen mehr angebaut werden können? Resistente Cavendish-Sorten wurden entwickelt aber bisher noch nichts kommerziell gepflanzt. Es ist nur logisch für mich, dass die Qualität des Bodens auch eine Rolle spielt aber erstaunlicherweise darf das im Bananensektor nichts kosten. Ich habe einmal eine Bananenplantage in Südafrika besucht und der Ackerboden war hart wie Stein, weil nie investiert wurde. Das Wasser floss einfach vom Land. Solange die Preise so niedrig bleiben wird niemand investieren. Es ist nicht verwunderlich, dass so viel Kokain zwischen den Bananen angebaut wird - die Bauern können ihre Rechnungen nicht bezahlen und so können sie das ändern." Niedrige Preise stehen in Europa schon lange zur Debatte, wie ist die Situation in anderen Ländern? "Ich erinnere mich an eine Doku, die ich vor ein paar Jahren gesehen hatte. Bananen wurden auf dem Markt für 15 Cent pro Kilo verkauft. Viele Kunden kommentierten das. Als sie den Preis auf 2 Euro pro Kilo anhoben kauften die Leute immer noch. In Russland ist es

sogar schlimmer. Supermärkte dort nutzen Bananen als Köder, sie werden dort für 40 bis 50 Cent pro Kilo verkauft. Und das bei einem Markt von gut 3,5 Millionen Kisten pro Woche. Die Supermärkte zahlen den Preis dafür; die Verluste durch Bananen sind enorm. China hat zu wenige Bananen für den Markt. Die lokale Produktion und der Import aus den Philippinen und Ecuador reichen nicht aus, deswegen suchen die Importeure nach anderen Herkunftsländern um mehr zu importieren.

Die Preise sind dort wesentlich höher."

Könnte Europa deswegen den Status als Exportland der ersten Wahl verlieren? "In China ist man bereit für Bananen zu zahlen. Das Gesetz der großen Zahlen spielt hier eine Rolle. Wenn zehn Prozent der Chinesen bereit sind mehr für Bananen zu zahlen, ist das mehr als die Hälfte der Europäer. Wir in Europa müssen aufpassen, dass wir nicht die ganze Welt auslaugen. Der Mit-

telstand in Indien und China wächst rapide und deswegen wird dort mehr Geld für Qualität ausgegeben. Wenn der Markt sich mehr darauf konzentriert könnte Europa ersetzt werden." (RM)  fwpopma@ziggo.nl

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Kundenspezifizierungen machen die Arbeit der Inspektoren komplexer

„2% verdorbene Ware akzeptiert kein Kunde“

In der Vergangenheit arbeiteten Inspektoren mit klaren, vom Gesetzgeber gestellten Vorgaben. 2009 verzichtete man auf einen Großteil dieser gesetzlichen Normen, die Inspekteure arbeiten seitdem mit den weniger straff formulierten allgemeinen Handelsnormen. Hinzu kommen die Kundenspezifizierungen, die beim Urteil ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Als ob das alles nicht schwierig genug wäre, hat praktisch jedes Glied der Kette einen eigenen Inspektor, was zu Diskussionen Anlass geben kann

„I

nspekteur bleibt ein Beruf,“ so Peter van der Veeken von N&S Quality Consultants. „In den vergangenen fünf bis zehn Jahren habe ich gesehen, wie sich der Beruf des Inspekteurs verändert. Die Rolle des Inspekteurs ist viel umfangreicher geworden. Sie müssen flexibler sein, gleichzeitig müssen sie ihr Wissen auf dem neuesten Stand halten.“ Früher wurden die Qualitätsanforderungen von ‘Brüssel’ aufgestellt. Die Kenntnis dieser Rechtsvorschriften war ausreichend. Mittlerweile haben Qualitätskontrolleure es mit Kundenspezifizierungen zu tun und weniger mit gesetzlichen Normen. „Wenn sich ein Inspekteur mit einer Partie beschäftigt, muss er wissen, welche Norm er anzuwenden hat.“ Gute Inspekteure sind schwer zu finden, das sieht Peter auch so. Er wird regelmäßig gefragt, ob er noch einen guten Inspekteur kennt, der zur Verfügung steht. „Die

Kenntnisse haben sich verlagert, so dass die Interpretation nicht immer einfach ist.“ Die Ursache hierfür ist ganz wesentlich die Verwendung der allgemeinen Handelsnormen. Ergänzend hierzu kamen die Einzelhändler mit eigenen Spezifizierungen. In der Ausbildung zum Inspekteur bilden die gesetzlichen und allgemeinen Handelsnormen die Grundlage. Schwieriger ist es, nach Kundenspezifizierungen auszubilden, weil es dort viele unterschiedliche Normen gibt. Im Allgemeinen liegt die Latte bei den Kundenspezifizierungen höher als bei der allgemeinen Handelsnorm. „Die Norm spricht beispielsweise von zwei Prozent Toleranz für verdorbene Ware, aber damit braucht man bei einem Kunden nicht mehr anzukommen.“

MEHR KONTROLLEN, MEHR DISKUSSION? Auch die Anzahl der Kontrollpunkte in der

Kette haben zugenommen. Wenn früher nur eine Kontrolle bei der Anlieferung des Produkts durch den Anbauer bei der Versteigerung stattfand, wird gegenwärtig in praktisch jedem Kettenglied eine Kontrolle ausgeführt. Das ist eigentlich keine besorgniserregende Entwicklung, denn „gutes Kontrollieren ist wichtig.“ Für die Inspekteure wird es dadurch allerdings wichtiger, sich bei den Normen gut auszukennen und zu wissen, aufgrund welcher Argumente man zu einem bestimmten Urteil gekommen ist. „Das ist hin und wieder ein Problem.“ „Jedes Kettenglied blickt mit eigenen Augen auf die Partie, was zu Diskussionen Anlass geben kann.“ Der Spielraum bei der Diskussion entsteht unter anderem durch die Art und Weise, wie Normen formuliert werden. Gewicht und Größensortierung sind harte Kriterien, an denen sich nicht rütteln lässt. Doch es werden auch Begriffe verwendet wie: ‘ein geringes Maß an’ oder ‘ein geringes Maß von.’ „Das kann für jeden Inspekteur etwas anderes bedeuten. Der Inspekteur eines Kunden kann eine andere Interpretation haben als der Händler,“ sagt Peter. INTERPRETATIONEN ABSTIMMEN Um zu große Unterschiede bei der Interpretation zuvorzukommen, hat die KCB Interpretationsdokumente erstellt, die die AGF Primeur 4 • 2018

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Normen besser erläutern. Außerdem wird dies bei der Ausbildung der Inspekteure beachtet. „Wichtig ist auch, dass bei Unternehmen mit mehreren Inspekteuren eine interne Abstimmung stattfindet und die Inspekteure sich regelmäßig untereinander abstimmen,“ fährt Peter fort. Zugleich organisiert N&S das jährliche Inspekteurseminar, auf dem wir versuchen, uns abstimmen.“ „Man muss darüber nachdenken, wann eine zusätzliche Kontrolle nichts mehr bringt. Wenn man zwischen Lieferant und Kunde klare Absprachen mit deutlichen Spezifizierungen hat, lassen sich solche Kontrollpunkte beherrschen,“ so Peter. Kommunikation und Vertrauen sind dabei wichtige Faktoren. „Wenn das Vertrauen nicht optimal ist, wird erneut kontrolliert.“

EIGENSINNIGE INSPEKTEURE Auch intern ist die Kommunikation von Bedeutung, vor allem, wenn der Inspekteur seine Ergebnisse in ein System fassen muss. Die Information ist dann in vielen Fällen direkt für die Handelsabteilungen einsehbar. „Es ist nicht immer ganz einfach, eine eigene Interpretation gut zu vermit-

teln. Hinzu kommt, dass Ein- und Verkäufer die Ergebnisse auf eine eigene Weise interpretieren und lesen können.” Noch mehr Regeln und Spezifizierungen würden hierfür keine Lösung darstellen, erklärt Peter. Er sieht größeren Nutzen in einer guten Ausbildung der Inspekteure. „Man braucht zwei bis drei Jahre, um sich den Beruf anzueignen und zu wissen, was alles mit einem Produkt passieren kann.“ Der vollständige Ausbildungsweg von N&S dauert normalerweise zwei Jahre. Weil es einen großen Bedarf auf dem Markt gab, entwickelte N&S im vergangenen Jahr einen Schnelllehrgang. Auf diese Weise bekommen (neue) Mitarbeiter in einem halben Jahr das benötigte Grundwissen, um den Beruf des Inspekteurs auszuüben.

„Uns fällt schon auf, dass Menschen mit einem Agrarhintergrund das Wissen eher aufnehmen als Branchenfremde, aber Neuzugänge aus anderen Branchen sind möglich. Dann ist Motivation wichtig.“ Auch von den Kunden wird immer häufiger gefragt, ob die Inspekteure die benötigten Papiere haben. „Das Wissen ist entscheidend, nicht nur aus einem Buch, sondern auch das praktische.“

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„Inspekteure sind eigensinnig, und das müssen sie auch sein,“ sagt Peter. Wenn eine bereits verkaufte Partie doch beanstandet wird, muss der Inspekteur sich seiner Sache sicher sein. Auch wenn er sich bei einer Probe irrt und eine Partie sich als schlechter herausstellt als bei der Inspektion, ist der Inspekteur der Leidtragende. „Wenn man es rational sieht, hat niemand Vorteile von einer beanstandeten Partie,“ sagt Peter. Es gibt Diskussionen, es muss eine Lösung kommen, und angesichts der Größe der Anbauunternehmen ist die folgende Partie zur gleichen Zeit bereits unterwegs, wenn die vorige beanstandet wurde. „Das Beanstanden einer Partie hat Konsequenzen, damit müssen sich Inspekteure auseinandersetzen,“ sagt Peter. „Glücklicherweise hat die Branche ein Auge für gute Inspekteure, aber man muss einem Inspekteur den Platz und die Mittel geben, damit er seine Arbeit unabhängig und gut ausführen kann.“ (RM)  www.ns-quality.nl

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JASA setzt auf weiteres Wachstum mit Innovation und internationaler Expansion


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JASA Packaging Solutions ist Spezialist für komplette Wäge- und Verpackungslinien, Sleever und vertikale Wäge- und Verpackungsmaschinen, sowohl für Schalen als auch für Folienverpackungen. Der Hersteller hat in den Niederlanden einen überlegenen Marktanteil und macht sich jetzt an die internationale Expansion. Innovation ist dabei die Grundlage für den Erhalt des Spitzenplatzes auf dem Markt. Das Familienunternehmen JASA Packaging Solutions befasst sich bereits seit 30 Jahren mit dem Entwurf und der Produktion von Verpackungsmaschinen und -linien. Etwa 95 Prozent des Absatzes geht an die AGF-Branche. Das Unternehmen hat in den Niederlanden insbesondere auf dem Gebiet des Wiegens und Verpackens von Kartoffeln, Zwiebeln, Wurzeln und Zitrusfrüchten eine starke Marktposition. „Unsere Kraft liegt in der Entwicklung von komplexen und innovativen Verpackungslösungen“, sagt Piet Pannekeet, der Gründer und Geschäftsführer von JASA. Als Beispiel nennt er die Einführung der ersten vertikalen Verpackungsmaschine von JASA. Mittlerweile haben sich sowohl das Angebot als auch die Anwendungsmöglichkeiten deutlich erweitert. „Die Maschinen ermöglichen es, Produkte auf schnelle, saubere und sichere Art abzufüllen. Die Auswahl an Verpackungsarten und -materialien hat deutlich zugenommen. So kam es auch zur Einführung der JASA 2-in-1 Pack™, für die das Unternehmen im vergangenen Jahr beim Innovation Award der Potato Europe nominiert wurde. Mit dieser patentierten Verpackungslösung werden unterschiedliche Produkte in einem Produktionslauf sauber getrennt in zwei separaten Abteilungen verpackt. 24/7 mitgedacht über die Wünsche und Prozesse beim Kunden Immer häufiger begleitet JASA komplette Verpackungsprojekte. Zusätzlich zur Lieferung der Maschinen betreut das Unternehmen auch das Engineering, die Automatisierung, Installation und den Service der kompletten Linie. Vor kurzem hat das Unternehmen eine komplette, neue Kartoffel-Verpackungslinie bei Leo de Kock geliefert, dem Tochterunternehmen von Agrico. Das Ergebnis lässt sich im erneuerten Kartoffelregal von Albert Heijn betrachten. In Zusammenarbeit mit dem Kartoffellieferanten Nedato und Leo de Kock hat der Einzelhändler ein neues Regal voller neuer Produkte und Verpackungen entwickelt. So haben alle Produkte eine neue, transparente Verpackung aus UV-hemmender Folie. Es gibt auch mehr Auswahl bei Kleinverpackungen und Spezialverpackungen, wie etwa dem Dampfgarbeutel. „Wir wollen nicht nur Maschinen liefern, sondern auch mehr Wertschöpfung“, bemerkt Piet. „Eigentlich nehmen wir den Kunden alles ab. Das erfordert totales Engagement, was der Effizienz zugute kommt. Wir beschäftigen uns zwecks optimaler Lösung manchmal ein Jahr lang mit dem Kunden und den anderen hinzugezogenen Parteien, bevor die Linie tatsächlich gebaut und geliefert wird. Eine Lösung muss die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden nahtlos abdecken.“

Der Geschäftsführer macht deutlich, dass Service ein wichtiger Aspekt innerhalb der Unternehmensführung ist. Heutzutage ist man nicht nur dann für den Kunden da, wenn etwas schief geht. „Das optimale Ergebnis einer Verpackungslinie wird nicht nur mit den richtigen Maschinen und der richtigen Technologie erzielt. Die Qualitäten der Nutzer etwa spielen dabei auch eine wichtige Rolle. Unsere Servicemitarbeiter werden zunehmend bei der Instruktion dieser Menschen einbezogen, damit die Linie optimal funktioniert. Dafür werden sie bei JASA auch ausgebildet.“ Des weiteren rücken ihm zufolge Ergonomie, Sicherheit und Hygiene immer mehr in den Vordergrund. Man denke an höhenverstellbare Arbeitsplätze für die Anwender, was der Produktivität und dem physischen Befinden der Mitarbeiter zugute kommt. Ziele im In- und Ausland erreichen Seit zwei Jahren ist Eduard de Haan Miteigentümer von JASA Packaging Solutions. Aufgrund seiner früheren Erfahrungen bei der Entwicklung von Unternehmen und seiner weiteren Unternehmensplanung hat er eine aktive Rolle beim weiteren Wachstum und bei der internationalen Expansion von JASA. Hierzu hat JASA einen Plan erstellt, der über drei bis fünf Jahre geht. „Der Plan umfasst die drei Hauptthemen Strukturierung, Innovation und Internationalisierung. Diese sind grundlegend als Bindeglied zum Markt. Wir hoffen, dass wir unsere Wachstumsanstrengungen im In- und Ausland so realisieren können“, sagt Eduard. Dem JASA-Plan lag ein vor Jahren erstelltes Forschungsprojekt über Fertiggerichte in europäischen Supermärkten zugrunde. Dies zeigte auf, dass die AGF-Abteilung in niederländischen Supermärkten zu ungefähr 35 Prozent aus verarbeiteten Produkten besteht. In den Nachbarländern liegen die Verhältnisse ganz anders. „In Deutschland beispielsweise sind das noch nicht einmal 5 Prozent. Der Marktanteil der Fertiggerichte nimmt allerdings zu, was für die Zukunft gute Chancen bietet.“ Das Segment der Fertiggerichte wird für JASA daher auch immer wichtiger. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen bei maßgeblichen Obst- und Gemüse-verarbeitenden Produzenten komplette Verpackungslinien geliefert. Piet: „Wir sind vor allem bei den Schalen stark. Denken Sie an Salate, Mahlzeiten und Tapas-artige Produkte in einer Schale mit Deckel oder Topseal, eventuell mit einem Sleeve versehen. Dafür können wir komplette, schlüsselfertige Lösungen anbieten. Kapazität und Handling sind Themen, die immer wieder angesprochen werden. Etwas verstohlen schaut sich mancher vom Handwerk die Verpackung solcher Produkte an. Mit automatisierten Füllstationen, Robo-

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tern und anderen intelligenten Lösungen sowie der richtigen Begleitung lässt sich eine große Effizienzsteigerung realisieren.“ Lösungen für komplexe Verpackungen Eduard betont, dass Innovation die Grundlage des Erfolges ist. „16 Prozent unserer Mitarbeiter beschäftigen sich Tag für Tag damit.“ Unter dem gemeinsamen Nenner ‘Bouw de Wow’ führt JASA neue Produkte ein, mit denen man drei bis vier Jahre vor der Konkurrenz liegt. Ein Beispiel hierfür ist der JASA-Sleever. Die Maschine personalisiert eine Verpackung, indem sie rundherum ein vorgefaltetes, vorgeleimtes Sleeve anbringt. „Dieses Handling haben wir automatisiert, es lässt sich für unterschiedliche Verpackungen und Materialien anpassen. Dieser Sleever stellt unsere Stärke für komplexe Verpackungslösungen unter Beweis.“ Eduard zielt damit auf die Mahlzeitund Frischverpackungen, denen man in immer mehr Supermärkten begegnet. Bei diesen Mahlzeitpäckchen, die aus einer Packung oder Schale mit allen Zutaten für die Zubereitung einer frischen Mahlzeit bestehen, geht es oftmals um abweichende Abmessungen oder Verpackungen, bei denen Produkte herausragen können. Das Anbringen eines Sleeve ist dann recht schwierig, aber JASA hat es geschafft, dieses Handling zu automatisieren. Darauf sind wir sehr stolz.“ Einzigartig am JASA-Sleever ist auch die kurze Umstellzeit. Während das Umstellen einer Maschine in der Industrie standardmäßig 20 bis 40 Minuten dauert, lässt sich der Sleever innerhalb von fünf Minuten umstellen. Dies gilt auch für die Kapazität. Zuvor konnten dreißig Schalen pro Minute verarbeitet werden, aber JASA verarbeitet jetzt sechzig Schalen pro Minute. „Wir fangen eigentlich erst an dem Punkt an, wo es zuvor nicht weiter ging,“ erklärt Eduard. „Die Zukunft sehen wir vor allem in modularen Anwendungen, also Maschinen, die sich mit einer kleinen Änderung für unterschiedliche Verpackungen oder Anwendungen eignen. Dies macht den Wert einer kurzen Umstellungszeit deutlich.“Das Angebot an Fertiggerichten hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, während Verpackungen ständig kleiner geworden sind. Dies gilt beispielsweise auch für Kartoffeln. Vor fünfzehn Jahren waren 2,5 Kilogramm eine Kleinpackung. Jetzt werden die Kartoffeln auch zu je 1 Kilogramm oder sogar 500 Gramm verpackt. „Es gibt ein zunehmen-

des Bedürfnis nach Flexibilität, eine Maschine muss sich für mehrere Verpackungen einsetzen lassen.“ Chancen in den USA und in Deutschland In diesem Jahr wurde JASA Packaging Solutions USA gegründet. In Kürze wird eine Niederlassung an der Ostküste der Vereinigten Staaten eröffnet. Sandra Pannekeet, Miteigentümerin von JASA und Piets Tochter, zieht mit ihrer Familie in die USA, um das Unternehmen aufzubauen. Später wird vielleicht auch im Westen der Vereinigten Staaten eine Niederlassung eröffnet werden und desgleichen in Deutschland. Eduard: „Wir merken, dass diese Märkte dafür offen sind. In amerikanischen Supermärkten liegen hunderte von Verpackungen mit Sleeves in den Regalen. Die Sleeves werden da fast alle von Hand um die Verpackung gestreift. Alleine schon auf dem Gebiet der Produktivität lässt sich hier viel Gewinn erzielen. Wir sehen daher viel Potential in der Automatisierung der Verpackungslinien. Die Niederlande haben auf dem Gebiet von Maschinen und Technologie eine Vorreiterposition im Ausland. Zusammen mit unseren Referenzen hat dies zur durchdachten Entscheidung der internationalen Expansion geführt hat.“ Um tatsächliches Wachstum realisieren zu können, ist eine gut funktionierende Organisation von großer Bedeutung. Unter dem Oberbegriff der Strukturierung hat JASA in der Vergangenheit unter anderem in mehr Projektleiter und Ingenieure sowie in die Ausbildung des Personals zur Verbesserung der Fachkenntnisse investiert. Auch der Hausstil wurde angepasst. „Mit dem Plan, der über mehrere Jahre läuft, setzen wir auf Wachstum entlang zweier Hauptrichtungen. Einerseits weiteres Wachstum unserer Aktivitäten in den Niederlanden mit Innovation und modularen Anwendungen als Ausgangspunkt und andererseits internationale Expansion mit eigenen Niederlassungen in den Vereinigten Staaten und Deutschland sowie der Ausweitung unseres Händlernetzwerkes im Ausland. Dabei steht unser Ziel im Vordergrund, gewohnte Dinge besser machen zu wollen.“

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Saat gibt dem Kartoffelanbau einen neuen Impuls Zwischen 1845 und 1850 wütete Late blight im irischen Kartoffelanbau. Die anschließende Hungersnot kostete einer Million Menschen das Leben, eine weitere Million machte sich auf, ihr Glück auf der anderen Seite des Ozeans zu versuchen. Die mittlerweile als Phytophtora bekannte Krankheit trat auch im vergangenen Jahr auf. Die Folgen waren nicht gewaltig, aber eine Lösung gibt es noch immer nicht. Mit Kartoffelsaat lässt sich eine resistente Sorte veredeln. Solynta arbeitet bereits seit zehn Jahren an der Entwicklung von Kartoffelsaat, denn abgesehen von der Resistenz gegen Krankheiten bietet der Anbau aus Saatgut noch weitere Vorteile.

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er Anbau aus Saatgut hat zwei wichtige Vorteile,“ sagt Hein Kruyt, der CEO von Solynta. „Der erste Vorteil ist logistischer Art. Es macht einen Unterschied, ob man 25 Gramm Saat oder 2500 Kilo Pflanzgut transportiert (die zur Bepflanzung eines Hektars benötigte Menge, d. Red.). Außerdem ist mit Saatgut eine schnellere Ausweitung möglich. Mit Saat lassen sich 25 Millionen Nachkommen jährlich erzeugen, während man mit Pflanzgut nur 10 Nachkommen jährlich erhält.“ Der zweite von Hein genannte Vorteil ist die Verede-

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lung. „Es lässt sich etwa alle zwei Jahre eine neue Sorte entwickeln. Mit Pflanzgut dauert dies schon mal zwölf Jahre, neue Sorten lassen sich so eigentlich nicht entwickeln.“ NEUE KARTOFFELSORTE Um an einem Beispiel zu verdeutlichen, wie schwierig die Schaffung einer neuen Sorte mittels Pflanzgut ist, kommt er auf die Bintje zu sprechen. Die Sorte kam 1905 auf den Markt und sei noch immer eine große Sorte in Europa, obwohl in den vergangenen 100 Jahren nichts an ihr verändert wurde,

erklärte er. 2006 nahm Solynta die Herausforderung an und begann, Kartoffelsalat zu untersuchen. „Viele traditionelle Kartoffelhändler hatten Einwände. Mit beharrlicher Arbeit haben wir jedoch gezeigt, daß es möglich ist,“ sagt Hein.

Derzeit wird an einer neuen Kartoffelsorte gearbeitet, die ab 2021 auf dem Markt sein soll. Dennoch glaubt Hein nicht, dass Pflanzgut in absehbarer Zeit verschwinden wird. Vor allem in den Niederlanden spielt die Pflanzkartoffel weiterhin eine Rolle. Die Einführung von Saat im niederländischen Anbau wird durch Frost gehemmt. „Derzeit ist die Saat noch nicht frostresistent. Ich weiß nicht, wie der Markt in 20 Jahren aussieht, aber für die kommenden zehn Jahre sehe ich noch keine Veränderung.“ Allerdings wird sich die Art und Weise verändern, wie man das Pflanzgut erlangt. Hein zufolge wird dies aus Saat herangezogen werden, wodurch immer eine erste Generation „besonders gesundes Pflanzgut“ verfügbar sein wird.


WUNSCHLISTEN Das Forschungsinstitut hat selber kein Gelände, um die Saat in den Niederlanden zu testen. Deshalb wendet sich das Unternehmen an Erzeuger. „Wenn wir das erste Mal zu Besuch kommen, sind die meisten Erzeuger skeptisch. Wenn Sie am Ende der Saison die Ernte sehen, höre ich oftmals, daß der Ertrag besser ist als jener der kommerziellen Sorte, die sie anbauen.“ Dieser Enthusiasmus wirkt ansteckend.

Hein bekommt daher auch von verschiedenen Seiten Wunschlisten ausgehändigt. Erzeuger möchten gerne eine resistente Sorte haben. Chipsfabrikanten bevorzugen eine möglichst runde Kartoffel, wohingegen sich die Pommes-Frites-Hersteller eine rechteckigere Kartoffel wünschen. Mit dem Saatgut werden nach der Veredlung die Weichen für die Entwicklung von Kartoffeln gestellt, die diese Wünsche erfüllen. Ob das in der Praxis möglich sein wird, bleibt weiterhin eine zu beantwortende Frage, aber die Antwort hierauf kommt immer näher, betont Hein. VERDOPPELTER ERTRAG Für Überseegebiete hingegen ist die Saat eine attraktive Alternative. Auch die Forschung zielt auf diese Gebiete, in denen es eine Nachfrage an nahrhaftem Essen gibt. Die wachsende Welt-

bevölkerung und die Klimaveränderung sind Herausforderungen. Alles in allem muss mehr Nahrung auf weniger Boden und mit weniger Wasser und Pflanzenschutzmitteln produziert werden. Die Kartoffel etwa stellt eine gute Alternative zum Reis dar, erklärt Hein. „Der Anbau von Kartoffeln erfordert weniger Wasser als der Reisoder Kornanbau. Der Ertrag ist höher und die Pflanze ist viel nahrhafter als Reis,“ führt er an.

reicht für den Erzeuger gerade aus, um davon zu leben. Mit der Saat wird jedoch ein Ertrag zwischen 28.000 und 30.000 Kilo realisiert. Das reicht nicht nur, um davon zu leben, sondern auch für die Zahlung von Schulgeld für die Kinder, um Geld zu verdienen und zu investieren.

Vom Ergebnis wurde auch Hein überrascht. „Wir wollen jetzt versuchen, die Saat früher auf den Markt zu bringen.“ Mit solchen Ergebnissen wäre es ihm zufolge ein Skandal, dies nicht zu versuchen. 

Nachtfrost, der in den Niederlanden dem Anbau aus Saat im Wege steht, ist in Afrika eine weithin unbekannte Erscheinung. Außerdem könnte der Kartoffelanbau in vielen Ländern des Kontinents durchaus Unterstützung gebrauchen – demnach ist dies ein idealer Standort für einen Versuch. „Mit Hilfe von Partnern werden wir die Saat jetzt in sechs Ländern testen, nämlich in Tansania, Kenia, Uganda, Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und in Äthiopien,“ so Hein. Kartoffeln machen in diesen Ländern einen wesentlichen Teil der täglichen Diät aus. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Kartoffelproduktion in Ostafrika mehr als verdoppelt. Im Kongo zeigte sich der größte Unterschied gegenüber dem traditionellen Ertrag. Im Schnitt erbringt ein Kartoffelfeld dort 8.000 Kilo pro Hektar. Das

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Birnen

Filip Lowette

„Red Conference bietet gute Perspektiven“ Bauern und Händler sehen die Zukunft von roten Birnensorten positiv. Die rosigen Früchte werden immer beliebter.

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n diesem Augenblick werden viele Tests mit Red Conference durchgeführt, einer Mutation der bekannten Conference-Birne. Staay Food Group kaufte die Rechte für den niederländischen Markt. Belgische Fruitveiling tat dasselbe für Belgien. Filip Lowette, Generaldirektor von Belgische Fruitveiling: “In den letzten Jahren hat es eine enorme Suche nach einer rentablen roten Birne gegeben. Es gibt in diesem Augenblick eine große Nachfrage. Wir denken, dass wir diese Birne in Red Conference gefunden haben.” Filip erklärt, dass die DNA der Red Conference mit der grünen Variante fast identisch ist. Der einzige Unterschied ist die Farbe der Schale. Filip: "Dies macht die Birne für einen großen Markt sehr geeignet. Green Conference ist bekannt für ihre konstant hohe Produktionskapazität, gutes Aroma und lange Halt-

barkeit. Wenn sich herausstellt, dass Red Conference dieselben Merkmale hat, wird es ein wunderbares Produkt sein.”

Es wird einige Zeit dauern, bevor der Erfolg der Red Conference entschieden ist. Filip: "Die ersten Bäume werden wahrscheinlich 2019 oder 2020 angepflanzt. Wir arbeiten jetzt mit experimentellen Bäumen. Aber wir glauben, dass diese Sorte unseren Erwartungen entsprechen kann.” CHINESISCHE VERKAUFSGELEGENHEITEN Die rote Birne ist hauptsächlich für den asiatischen Markt interessant. Filip: "Es gibt eine hohe Nachfrage nach roten Birnen in Asien, besonders in China. Vor acht Jahren begannen wir dort als Pioniere, indem wir Green Conference verkauften. Wir exportieren jetzt große Mengen. Wir

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möchten dasselbe mit Red Conference tun. Die rote Birne wird auch auf den westleuropäischen Märkten viel nachgefragt.”

ANDERE ROTE SORTEN Red Conference ist nicht die einzige rote von Belgische Fruitveiling gehandelte Bir-


nensorte. Filip: "Wir haben auch Sweet Sensation in unserem Angebot. Dies ist eine Mutation von Doyenne du Comice, die für Produktionsschwankungen bekannt ist. Genau wie Green und Red Conference haben die Birnen dieselben Produktionsmerkmale. Sweet Sensation ist deshalb schwieriger anzupflanzen als Red Conference. Die Sorte ist besonders schlecht gegen Frost ausgerüstet.” Filip kann noch nicht sagen, wie leicht die anderen roten Birnensorten im Großformat aufgezogen werden können. "Diese Entwicklungen sind immer noch in den Kinderschuhen. Mit Red Conference erwarten wir jedoch sehr wenige Probleme. Wir freuen uns sehr, die Exklusivität in Belgien innezuhaben.”

Heiko Houweling, Mitinhaber von Kwekerij Houweling aus Boskoop, Niederlande, kann uns mehr über die Produktion von roten Birnen sagen. Die Gärtnerei hat fast 200 verschiedene Sorten von Obstbäumen in ihrem Sortiment einschließlich Bäume von einigen roten Birnensorten. Heiko: "Birnen mit einer roten Farbe zu suchen, ist nichts Neues. Diese sind jetzt für einige Zeit interessant gewesen. Denken Sie an klassische Birnen mit einer tiefen rosigen Farbe wie Verdi und Bonne Louise d'Avranches oder die Bloed-Birne, die zusätzlich zu einer roten Schale rotes Fleisch hat. Diese Birnensorten sind nicht für die kommerzielle Produktion geeignet, Ertrag und Qualität sind dafür zu niedrig.” "Sorten mit einer komplett roten Schale wie Red Williams, zum Beispiel, sind jetzt auch eine Weile verfügbar gewesen und sind bei unserem Ziel-

publikum sehr beliebt. Red Williams wird kommerziell in Nordamerika und Südeuropa angepflanzt, aber in den Niederlanden ist zu kalt. Rote Farbmutationen von Birnen wie Sweet Sensation und Red Conference sind jedoch für die kommerzielle Produktion sehr geeignet.” UNBEKANNT, UNGELIEBT Heiko: "Je unbekannter die Sorte, desto weniger Bäume werden verkauft. Die Bloed-Birne und Verdi, die auch Sweet Blush genannt werden aufgrund ihrer Errötung, schlagen sich weniger gut auf dem Markt als die besser bekannte Gieser Wildeman. Unsere Kunden tendieren auch dazu, selbstbestäubende Bäume zu wählen, und deshalb wählen sie oft dieselben Sorten.”

HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE PRODUKTION Rote Birnen können nicht überall angepflanzt werden. Heiko: "Guter Boden ist wesentlich. Birnenbäume werden am besten in lehmiger Erde oder in einer Kombination von Sand und Lehm angepflanzt. Torf ist zu sauer und hier in Boskoop ist zum Beispiel die Erde zu nass, weil sie früher ein Sumpf war. Die Bäume mögen auch keinen trockenen Sandboden. Es macht ihre Blätter zu schwach.” Außer die richtige Erde zu finden, sind Pestizide auch eine Herausforderung für Birnenbäume. Heiko: "Aufgrund von Bestimmungen bezüglich organischer Pestizide ist es viel schwieriger geworden, die Bäume zu schützen. Birnenbäume sind besonders in Bezug auf Rost empfindlich.” (ET)  filip.lowette@bfv.be heikohouweling@gmail.com

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