kunst:stück Magazin c/o Osnabrück + Münsterland | 96

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Martin Kaltwasser, Autovision / Workshop House Osthang Project, Summer School für experimentelles Bauen, Internationaler Darmstädter Architektursommer 2014 , Foto: Martin Kaltwasser 2014 © Martin Kaltwasser / VG Bild-Kunst Bonn 2014

kunst:stück Magazin für Kunst und Kultur in der Region Osnabrück und dem Münsterland issue 96 | Juli / August 2022


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Kunsthaus Kloster Gravenhorst

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24.06. – 21.08. Hidden Landscapes Schichten des Anthropozän mit Frank Bölter | Anett Frontzek | Kati Gausmann Swaantje Güntzel | Martin Kaltwasser Christoph Wenzel | Käthe Wenzel | Simone Zaugg Die Ausstellung umfasst den Innen- und Außenraum, die historische Architektur, das Klostergrün und den angrenzenden Naturbereich. Führungen und mehr Info zur Ausstellung >>> DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst Klosterstr. 10 | 48477 Hörstel | 02551 694200

www.da-kunsthaus.de

Gefördert von:

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rS o m m et e r e z n ko

Internationales Holzbläser Festival

24.6.–3.9.2022

www.summerwinds.de

Wir danken den summerwinds-Partnern herzlich!

Sparkasse Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost

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Veranstalter in Kooperation mit dem Münsterland:


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Prof. Dr. Matthias Schröder, Foto: © Matthias Schröder

Bagno-Konzertgalerie: Jubiläumsspielzeit Prof. Dr. Matthias Schröder, Bagno-Konzertgalerie Steinfurt Künstlerischer Leiter // www.bagno-konzertgalerie.de Als 1997 die Bagno-Konzertgalerie nach einer umfangreichen Restaurierung wiedereröffnet wurde, hätte niemand einen solchen Erfolg erwartet. Die Bagno-Konzertgalerie, idyllisch im Steinfurter Schlosspark gelegen, ist der älteste freistehende Konzertsaal auf dem europäischen Kontinent. Der kunstsinnige Reichsgraf Karl Paul Ernst von Bentheim-Steinfurt ließ nach dem Vorbild der Versailler Schlossgalerie „Grand Trianon“ den Konzertsaal um 1774 erbauen. Von Anfang an war die Konzertgalerie bei den wöchentlich stattfindenden Promenadenkonzerten auch „gut gekleydeten“ Bürgern zugänglich. So wie Friedrich der Große die bedeutendsten Philosophen an seinen Hof in Sanssouci einlud, holte der in Paris lebende Graf Karl in den Sommermonaten seine Hofkapelle in seine Münsterländer Heimat, lud renommierte Solisten ein und beauftragte

Komponisten damit neue „Musik im Stile der Zeit“ zu schreiben. Seit 25 Jahren gastieren in der „Grande Galerie pour les concerts“ Musiker von Weltruf: Mstislaw Rostropovich und das Tokyo String Quartet spielten zur Eröffnung, es folgten die Academy of St. Martins in the Fields, Cellistin Sol Gabetta, Sängerin Edita Gruberova und Weltklassepianisten wie Menahem Pressler oder Ivo Pogorelich. Auch Geiger Daniel Hope ist regelmäßig zu Gast im Bagno, denn hier ist die Kammermusik wirklich zu Hause, nicht in den überdimensionierten Konzerthäusern. Freuen sie sich auf unvergessliche Konzerte in einem der schönsten Konzertsäle Europas! Prof. Dr. Matthias Schröder Künstlerischer Leiter Bagno Konzertgalerie

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KUNSTMUSEUM PABLO PICASSO münster

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www.kunstmuseum-picasso-muenster.de | Dienstag bis Sonntag: 10 – 18 h kunst:stück

Picassoplatz 1 | 48143 Münster | T.: 0251 /414 47-10 | info@picassomuseum.de

Andy Warhol, Marilyn Monroe (Marilyn), 1967, Siebdruck auf Papier, 91,4 x 91,4 cm, Privatsammlung © 2022 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc., Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York

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Sara Dietrich und Berit Gerd Andersen, © Michael Jezierny

Verborgene Landschaften in Gravenhorst Berit Gerd Andersen und Sara Dietrich // da-kunsthaus.de Natur, Ökologie und Nachhaltigkeit sind die großen Schlagwörter im aktuellen Gesellschaftsdiskurs. Auch im Feld der Kultur werden diese Themen verstärkt bespielt. Neue Ausstellungsformate spüren mit den Mitteln der Kunst der Verkettung von Natur- und Kulturräumen und dem menschlichen Wirken darin kritisch nach, erproben aber auch alternative Handlungsstrategien im Umgang mit Ressourcen und Lebensgrundlagen. So auch im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst. In den vergangenen drei Jahren schenkte die Gravenhorster SAISONALE* – temporäre Kloster.Garten.Kunst den Kreisläufen der Natur Aufmerksamkeit, machte zeitgenössische Gartenkunst im internationalen Kontext erlebbar und wertete die – bereits partiell mit Kunstinterventionen bespielte – große Klosteraußenanlage zum gleichrangigen Ausstellungsraum für die Kunst auf. Der Klosterpark in Gravenhorst – von nun an „Klostergrün“ genannt – ist gerade, weil er keinen Konventsgarten in barocker Gestaltungstradition beinhaltet, ein optima-

ler Ausgangspunkt für Kunstprojekte, die ihr Augenmerk nicht nur auf den klösterlich geprägten Ort und die umgebende Landschaft legen, sondern diese auch in Bezug zu zeitkritischen Themen setzen. Die Ausstellung „Hidden Landscapes – Schichten des Anthropozän“ (ab 24.6.2022) versteht sich so als Fortführung der „Gravenhorster SAISONALE*“ und spürt mit acht verschiedenen künstlerischen Positionen in der historischen Architektur und im Klostergrün den oszillierenden Grenzen von ursprünglichem Naturraum und kultivierten Landschaften nach. Große ortsspezifische Installationen, eine prozessorientierte LowEmission-Architektur, partizipative Kunstlabore, grafische Werkreihen, inszenierte Fotografie, Videos und eine Lyrik-Hörstation laden die Besucher:innen zu neuem sinnlichen Erleben ein und sensibilisiert für die eigene Verortung und die Rolle des Menschen als Gestalter, Zerstörer und Teil des Systems Natur. Berit Gerd Andersen und Sara Dietrich DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

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Kunsthalle Osnabrück . grußwort

Romanticism

Anna Haifisch Gabriella Hirst Hannah Quinlan Rosie Hastings Irène Mélix Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst 25.06.2022 – 16.10.2022

Di/Tue–So/Sun 11:00–18:00

Hasemauer 1 49074 Osnabrück

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www.kunsthalle.osnabrueck.de


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Anna Jehle und Juliane Schickedanz, Direktorinnen der Kunsthalle Osnabrück, Foto: Antje Meyer-Dokus © Tourimusgesellschaft Osnabrücker Land mbH

Suchen Sie romantische Abenteuer?

Anna Jehle und Juliane Schickedanz, Direktorinnen der Kunsthalle Osnabrück kunsthalle-osnabrueck.de Seit dem 25. Juni widmen wir uns in der Kunsthalle unserem neuen Jahresthema „Romantik“. Das Programm mit wechselnden Ausstellungen und vielfältigen Veranstaltungen ist bis zum 5. März 2023 zu sehen. Vor bald 30 Jahren beschäftigte sich die Kunsthalle schon einmal damit. 1994 war die Wanderausstellung „Romantik in der Kunst der Gegenwart. Sammlung Murken“ zu Gast. In den frühen 1990er Jahren der Wendezeit und des beginnenden neuen Medienzeitalters vermuteten die Initiatoren in den gezeigten Kunstwerken eine Sehnsucht nach alten Werten, Rückzug, Naturverbundenheit und Kernfamilie. Ein Jahr vor unserem 30-Jährigen Jubiläum 2023 fragt sich die Kunsthalle erneut: Wie steht es mit der Zuversicht und Sehnsucht nach Liebe, Identität und Zugehörigkeit in Zeiten einer Pandemie und eines Krieges in der Ukraine? Gibt es Motive aus der Literatur- und

Kunstepoche der Romantik, die wir in Kunst und Pop-Kultur wieder antreffen? Im Kontext der mittelalterlichen Architektur der Kunsthalle soll analysiert werden, ob das aktuelle Gefühl einer globalen Zerrissenheit mit einem Comeback der Bild- und Sprachwelten einhergeht. Der Wald? Die Ruine? Der Künstler im Bett? Was erzählt uns das? Und welchen kritischen Blick werfen die Künstler:innen der Ausstellungen zu Gunsten einer freien und diversen Gesellschaft darauf? Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Kommen Sie gern auch zu einer unserer Sonntagsführungen vorbei. Manchmal gibt es auch einen romantischen Sekt aufs Haus! Herzlich – Ihre Anna Jehle und Juliane Schickedanz

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. inhalt

05 Grußwort(e) 10 Inhalt 10 - Inhalt / Impressum 24 Osnabrück 46 - Bramsche 50 - Tecklenburg 52 - Mettingen 56 - Sögel 58 - Lingen 60 - Oldenburg 62 - Minden 64 - Petershagen

68 - Nordhorn 70 - Rheine 74 - Hörstel 78 Münster xx Festivals & Spezielles 12 - Bagno Konzertagentur, Steinfurt 14 - Summerwinds Münsterland 18 - meetMusic Open Air Festival, Mettingen 22 - Poetische Quellen, Int. Literaturfest, Bad Oeynhausen und Löhne

DAS TITELBILD

Hidden Landscapes Schichten des Anthropozän Zukunftsfragen zum Verhältnis Mensch und Natur, mit Frank Bölter, Anett Frontzek, Kati Gausmann, Swaantje Güntzel, Martin Kaltwasser, Christoph Wenzel, Käthe Wenzel, Simone Zaugg – bis 21.8. DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst Klosterstraße 10, 48477 Hörstel da-kunsthaus.de

Martin Kaltwasser, Autovision / Workshop House Osthang Project, Summer School für experimentelles Bauen, Internationaler Darmstädter Architektursommer 2014 | Pavillon aus Recyclingmaterialien zur dauerhaften Nutzung. // Bauworkshop mit Architektur-, Design- und Kunststudierenden im Rahmen der Osthang Project Summer School im Juli 2014. © Foto: Martin Kaltwasser 2014 © Martin Kaltwasser / VG Bild-Kunst Bonn 2014

Im Fokus: Ökologisches Bewusstsein, Klimaanpassung und Biodiversitätsstrategien prägen den Alltag und zeugen von einem Prozess der versuchten Anpassung an neue globale Herausforderungen. Das Ausmaß menschlicher Aktivitäten und der damit einhergehende enorme Einfluss auf unsere Welt, die ökologischen und kulturellen Lebensräume wird unter dem Zeitbegriff des Anthropozän gefasst und diskutiert. → Seite 74

kunst:stück Magazin online | 24h / 7day kunststueck-magazine.de

IMPRESSUM H2 Werbeagentur + Verlag Klaus Hortenbach (V.i.S.d.P.) Siemes Tannen 9 · 49565 Bramsche Tel: 05495 8599900 mail@kunststueck-magazine.de

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Redaktionsschluss Osnabrück und das Münsterland für die Ausgabe Sept / Okt : 15. Aug 2022


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Bagno-Konzertgalerie Exklusive Klassik

Bagno-Kulturkreis-Steinfurt | www.bagno-konzertgalerie.de Auch in der Spielzeit 2022–23 präsentiert der Bagno-Kulturkreis Steinfurt als einer der führenden Klassikveranstalter der Region herausragende Solisten und Ensembles der internationalen Klassikszene. Auf Exklusivität legt Prof. Dr. Matthias Schröder, künstlerischer Leiter der BagnoKonzertgalerie, besonderen Wert, und so werden alle Musiker exklusiv für ihr Konzert verpflichtet. Klassikfans können sich u. a. auf Stars wie Pianist Pierre-Laurent Aimard, die amerikanische Geigerin Tai Murray, das legendäre Gitarrenduo Katona Twins oder Weltklassetenor Christoph Prégardien freuen. Gleich sechs Orchesterkonzerte mit dem renommierten Händelfestspielorchester, dem Bayerischen Kammerorchester unter Sebastian Tewinkel, den Czech Virtuosi unter Stefan Veselka oder dem Residenzorchester „l’arte del

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mondo“ unter Dirigent Werner Ehrhardt garantieren faszinierende Konzerterlebnisse in großem Format. Freunde der Klaviermusik dürfen sich nicht nur auf PierreLaurent Aimard in der Reihe „Legenden im Bagno“ freuen, mit dem aus Chile stammenden Pianisten Alfredo Perl und Stefan Veselka als Solist mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 12 spielen zwei weitere Meister auf dem Steinway Konzertflügel. Beide Meisterserien präsentieren spannende Klassikprogramme aller Epochen: Das New Zealand String Quartet stellt Komponisten aus „Down Under“ sowie Samuel Barbers legendares Streichquartett op. 11 vor. Tenor Christoph Prégardien, Geigerin Franziska Hölscher, Pianist Daniel Heide und Cellist Jens Peter Maintz widmen ihr Konzert ganz der Kammermusik


. bagno konzertgalerie

Abb. von links oben nach rechts unten: Christoph Pregardien, Foto: © Jean-Baptiste Millot // PierreLaurent Aimard, Foto: © Julia Wesely // Konzertsaal Bagno, Foto: © Ralf Emmerich // Reinhold Friedrich, Foto: © Rosa Frank // Tai Murray, Foto: © Gaby Merz // Christian Brückner, Foto: © Matthias Bothor I photoselection // New Zealand String Quartet, Foto:© Bruce Foster

und dem Liedschaffen von Schubert und Beethoven. Sopranistin Sibylla Rubens singt Lieder des wiederentdeckten romantischen Komponisten Anton Urspruch sowie von Franz Liszt und Joachim Raff. Die Kritik urteilte frenetisch: „Ihre Sopranstimme funkelt wie ein Diamant”! Tai Murray, ein „Silberstreif am Geigenhimmel“ (Fono Forum), kombiniert gemeinsam mit Pianist Martin Roscoe zeitgenössische Werke der US-Komponisten Elleen Taffee und John Adams mit Musik von Schubert und Schumann. WDR 3 zeichnet dieses und zwei weitere Bagno-Konzerte auf! Klassische Musik zum Advent spielen Harfenistin Caroline Nobst und das Duo Étere mit Klarinette und Klavier, allesamt Preisträger der Werner Richard-Dr. Carl Doerken Stiftung. Edvard Griegs Peer-

Gynt-Suiten sind romanische „Ohrwürmer“. Im Bagno erklingt diese wundervolle Musik erstmals in einer Fassung für Orchester und norwegische Hardangerfiedel, meisterlich interpretiert von l’arte del mondo und Ragnhild Hemsing. Schauspieler Christian Brückner, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Sprecher und feste Synchronstimme Robert De Niros, taucht gemeinsam mit Pianistin Hydeo Harada in die „Zwischenwelten“ des Dichters Adalbert Stifter ein, begleitet von der magischen Musik Schuberts. Zum Saisonfinale begeistert das Gitarrenduo Katona Twins mit spanischer Gitarrenmusik, Tangos und Gypsy-Jazz von Django Reinhardt. Karten unter Tel. 02551 186900 Infos: www.bagno-konzertgalerie.de

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Summerwinds Münsterland

Internationales Musikfestival, 24. Juni bis 2. September 2022 Münsterland | summerwinds.de Zum 6. Mal präsentiert die GWK-Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit in Kooperation mit über 50 Partnern das internationale Musikfestival „Summerwinds“. In 50 hochkarätig besetzten Konzerten an attraktiven Spielorten in Münster und im Münsterland stehen vom 24. Juni bis 2. September 2022 die Holzblasinstrumente im Fokus. Das ist einzigartig in Europa.

Und für alle ist Musik dabei: Klassik, Crossover und Weltmusik, Programme von der Renaissance bis heute, mit Uraufführungen und Live-Improvisation, mit Musiker:innen von Oslo bis Tel Aviv, von Shanghai bis Madrid. International renommierte Solist:innen und Ensembles, Big Names und Rising Stars, eröffnen die reichen Klangwelten der „woodwinds“.

Programmbücher kostenlos: info@summerwinds.de, Tel: 0251 591 3041 Gesamtprogramm: www.summerwinds.de | Tickets: 20–27 € | Tel.: 01806 700 733 Vorverkauf: www.summerwinds.de | Reservix/ADticket-Verkaufsstellen

SA 09.07. | Dianto Rohrblattquintett Spanische Rising Stars aus Amsterdam Tecklenburg-Leeden, Stiftskirche Leeden SO 17.07. | Blaz Sparovez, Klarinette & c/o chamber orchestra Weltklasse-Klarinettist & cooles Orchester Mettingen, Draiflessen Collection

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. summerwinds münsterland

Abb. oben: Nieuw Amsterdams Klarinet Kwartet © Feiko Koster | 25.8.22, Hörstel, DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst // rechts: Andreea Chira © Andrej Grilc | 19.7.22, Sassenberg-Füchtorf // unten: Passo Avanti © Christian Hartmann | 11.8.22, Rheine, Kloster Bentlage

Reine Holzbläser- und gemischte Kammermusik-Ensembles treten auf, bunt besetzte Bands sowie Orchester. In herkömmlichen und innovativen Besetzungen kommen die klassischen Holzblasinstrumente – Blockflöte und Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon und Fagott – auf die Bühne. Aber auch die chinesische Sheng, irische Flöten, die litauische Birbyne und die Ney sind in originellen Line-ups zu erleben.

AUSGEWÄHLTE TERMINE FR 29.07. | Doppelkonzert: Sarukhayan, Figueroa, Verbeke | Chira & Efremov Populäre Trios von Beethoven, Brahms | Kesselbunt-Virtuoses mit Panflöte & Akkordeon Sassenberg-Füchtorf, Herrenhaus Harkotten von Korff SA 30.07. | Palisander Recorder Quartet Blockflötenquartett der Extraklasse aus London Ladbergen, Ev. Kirche

SO 31.07. | Daniel Schnyder, Saxophon & Thomas Dobler’s New Baroque Händel Reloaded: Weltenwanderer zwischen Barock, World Music, Jazz Steinfurt-Burgsteinfurt , Ev. Große Kirche DO 11.08. | Passo Avanti Mozart-Metamorphosen in innovativer Klangsprache Rheine, Kloster Bentlage

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Palisander Recorder Quartet © Marc Mc Garraghy | 30.7.22, Ladbergen, Ev. Kirche

Klein und fein, immer besonders. Nicht allein die exquisiten Konzerte, auch die Summerwinds-Spielorte sind eine Reise wert: die trutzige Renaissanceburg oder der umgenutzte Gutshof, das klassizistische Herrenhaus oder das „Westfälische Versailles“, barocke und zeitgenössische, atmosphärisch und akustisch besonders schöne Kirchen, Klosteranlagen, die als spirituelles oder kulturelles Zentrum genutzt werden, das moderne Kunst-, Heimat- oder Themenmuseum, das Theater. Wer die Konzerte besucht, lernt die Region, ihre Gegenwart und ihre Geschichte, Land und Leute kennen.

Nicht mehr geschmäht, wird sie heute geliebt und gerockt: die Blockflöte. So eröffnet der beliebte „BlockBuster“ auch 2022 das Summerwinds-Festival. Vom 24. bis 26. Juni steht in Münster die Blockflöte im Zentrum. Tagsüber wird die lichtdurchflutete Bürgerhalle der Bezirksregierung am Domplatz zur „Messehalle“. Hier bieten namhafte Blockflötenbauer und -firmen ihre Instrumente, Musikalienhandlungen alles, was man rund um die Blockflöte braucht, an. Es gibt Workshops und Konzerte mit ausgewählten Laien- und Nachwuchsensembles. Abends gastieren weltweit renommierte Solisten und Ensembles aus den Niederlanden in der westfälischen Domstadt.

AUSGEWÄHLTE TERMINE

Blaz Sparovez & Chamber Orchestra © c/o Chamber Orchestra | 17.7.22, Mettingen, Draiflessen Collection

SA 13.08. | Oslo Kammerakademi Mozart, Beethoven, Kvandal, Hvoslef: Führendes Kammermusikensemble Europas Tecklenburg, Ev. Stadtkirche DO 25.08. | Nieuw Amsterdams Klarinet Kwartet Mahler auf Wunderhörnern: Das famose Klarinettenquartett (er)findet Mahler neu Hörstel-Gravenhorst, DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

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FR 26.08. | Sebastian Manz (Klarinette), Sebastian Studnitzky (Klavier, Live-Elektronik) The Bernstein Story: Leonard Bernstein neu gespielt von zwei Stars aus Klassik und Jazz Lüdinghausen, Burg Vischering FR 2.09. | Sinfonietta Köln & Theo Plath (Fagott) Mozart, J.Ch. Bach, Pärt: Mozarts Fagottkonzert mit Fagott-Star und inspiriertem Kammerorchester Münster-Gievenbeck, Kirche St. Michael


Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück www.museumsquartier-osnabrueck.de museum@osnabrueck.de Telefon: 0541 323-2207 / 323-2237

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meetMUSIC Open Air Festival Internationales Musikfestival, 19.—21. August 2022 Park von Draiflessen, Mettingen | meetmusic.online Das meetMUSIC Open Air ist ein kleines, liebevoll gestaltetes Festival, bei dem aufstrebende, international renommierte, ex-

zellente und zum Teil preisgekrönte junge Musiker:innen auf der Bühne stehen. Vom 19. - 21. August 2022 findet nach einem fulminanten Auftakt im vergangenen Jahr die zweite Auflage im Park von Draiflessen im westfälischen Mettingen statt, in einem ebenso stilvollen wie lockeren Ambiente. Zur großen Freude von Draiflessen Conference haben die Schwestern Anouchka und Katharina Hack nach 2021 wieder die künstlerische Leitung des Festivals übernommen. Das Event-Team hat gemeinsam mit den künstlerischen Leiterinnen ein begeisterndes, abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, das Musikkenner:innen und Interessierte jeden Alters gleichsam verzaubern wird.

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Foto oben: German Gents © Johannes Jost, Samstag 20. August | 16:00 - 18:15 Uhr // unten links: Mairead Hickey © Santiago Cañon Valencia, Freitag 19. August | 19:00 - 21:30 Uhr // unten rechts: Nika-Goric © Mirza Duraković, Sonntag 21. August | 14:00 - 16:15 Uhr

Tickets → meetmusic.online

Besonders ist die Förderung des ganz jungen musikalischen Nachwuchses: In diesem Jahr wird zum zweiten Mal der Förderpreis für Erstplatzierte beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ verliehen. Die Gewinner:innen erhalten neben einem Preisgeld die Möglichkeit, auf unserer Bühne aufzutreten und sich neben arrivierten Musiker:innen dem Publikum zu präsentieren. Durch das Programm führt an allen Tagen der bekannte und erfahrene Moderator Juri Tetzlaff. Seit 2001 konzipiert er klassische Konzerte für die ganze Familie und gehört mit über 100 Konzerten pro Jahr zu einem der gefragtesten Klassikvermittler Deutschlands.

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Abb. oben: Open Air Impression aus 2021 © Artland Studios // unten v.l.n.r.: Agnes Clement © Tysje Severens // Tess Merlot © Wouter Vellekoop // Anouchka & Katharina Hack © Clara Evens

DRAIFLESSEN Conference… … ist ein exklusives Veranstaltungszentrum, das auf private Initiative gegründet wurde. Beheimatet in Mettingen, im schönen Tecklenburger Land/Westfalen, ist es eine außergewöhnliche Location mit einzigartigen Räumlichkeiten und einem wunderschönen Park. In Draiflessen finden neben Konzerten auch Tagungen, Workshops und Veranstaltungen statt.

meetMUSIC… … ist die Konzertreihe, die Draiflessen Conference im Jahr 2014 erfolgreich etabliert hat. Hier ist der Name Programm: Sich für und bei Musik zu treffen. Interessierten aller Altersgruppen werden neue und vertraute Musikstile präsentiert. „meetMUSIC“ verbindet und führt insbesondere junge Menschen zur Musik. Zentrales Anliegen ist die Förderung von internationalen Nachwuchskünstler*innen und die Schaffung einer Wohlfühlatmosphäre, die das Publikum begeistert. Musik ganz nah erleben – so lässt meetMUSIC die Konzerte zu einem persönlichen und intensiven Erlebnis werden.

Kulinarisches Konzert | Freitag Mairéad Hickey, Violine und Agnes Clément, Harfe meetMUSIC Open Air 2022 19. August | 19:00 - 21:30

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German Gents | Samstag meetMUSIC Open Air 2022 20. August | 16:00 - 18:15

Duo Hack & Friends | Sonntag meetMUSIC Open Air 2022 21. August | 11:00 - 13:15

Tess Merlot | Samstag meetMUSIC Open Air 2022 20. August | 19:00 - 22:00

Nika Gorič, Sopran | Sonntag meetMUSIC Open Air 2022 21. August | 14:00 - 16:15


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Die 21. Poetischen Quellen

Das Internationale Literaturfest in OWL fordert Mut zum Unmöglichen 24.—28. August 2022 in Bad Oeynhausen und Löhne (OWL) www.poetischequellen.de | Ticketbestellungen: poetischequellen@t-online.de Ende August ist es wieder soweit: Zum 21. Mal findet das 21. Internationale Literaturfest „Poetische Quellen“ in den ostwestfälischen Nachbarstädten von Bad Oeynhausen und Löhne statt, diesmal vom 24. – 28. August 2022. Das Motto dazu trägt den auffordernden und nach vorne blickenden Titel Mut zum Unmöglichen, unter dem sich das Publikum auf ein erneut spannendes und vielfältiges Literaturprogramm freuen darf. Den musikalisch-literarischen Auftakt macht am Mittwochabend (24.08.) eine der spannendsten Pianistinnen Europas: Die Schwedin Maria Lettberg wird Stücke des Komponisten Alexander Skriabin spielen und die bekannten Schauspieler Rolf Becker und Sylvia Wempner lesen dazu zeitlos satirisch-poetische Dialoge des italienischen Dichters und Aufklärers Giacomo Leopardi (1798-1837) über den Zustand des modernen Menschen. Am Donnerstagabend (25.08.) begegnen sich die Schriftstellerinnen Ilma Rakusa und Marica Bodrožić bei der ersten Autorenbegegnung zur offiziellen Eröffnung des Literaturfestes, stellen ihre neuesten Bücher vor und sprechen über die Möglichkeiten der Literatur.

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Beim Lyrik-Abend am Freitag (26.08.) gibt es die polnische Dichterin Marzanna Kielar, den schweizerischen Autor Yari Bernasconi und den deutschen Dichter Thilo Krause zu entdecken. Bereits am Nachmittag präsentiert der Verleger Christian Ruzicska seinen 2009 gegründeten Secession Verlag und reist dafür mit seinem polnischen Autor Jakub Małecki und dessen Übersetzerin Renate Schmidgall an, um gemeinsam mit ihnen Małeckis im Frühjahr erschienenen Roman Saturnin als beispielhaft für das Verlagsprogramm zu präsentieren. Am Samstagvormittag (27.08.) ist die britische Schriftstellerin Abi Palmer zu Gast, um bei einer deutschlandweiten Buchpremiere ihren Roman Sanatorium zu präsentieren. Am Nachmittag stellen u.a. die ukrainische Schriftstellerin Eugenia Senik und der italienische Autor Stefano Zangrando ihre Bücher vor. Beim ersten Tischgespräch kann das Publikum dann den brasilianischen Schriftsteller Luiz Ruffato erleben, der zusammen mit seinem Übersetzer Michael Kegler umfassende Einblicke in sein Werk gibt, mit dem er schon jetzt Literaturgeschichte geschrieben hat. Am Samstagabend darf sich das Publikum dann auf eine unterhaltsame weitere Autorenbegegnung freuen, bei der die Schrift-


v.l.n.r.: Poetische Quellen -– Publikum auf der Naturbühne // Jan Philipp Reemtsma © Daniel Reinhardt // Rolf Becker © Poetisch Quellen, Antonio Maria Storch // Ilma Rakusa © Giorgio von Arb // Maria Lettberg © Roderich Reimer

steller Federico Italiano, Raoul Schrott sowie der Büchner-Preisträger Jan Wagner auf der Bühne sitzen werden. Am Sonntag (28.08) beginnen die „Poetischen Quellen“ früher als üblich mit einem neuen Veranstaltungsformat: Beim ersten Autorenfrühstück mit Raoul Schrott wird gefrühstückt, während Autor und Moderator in einer lockeren Gesprächsatmosphäre über Gott und die Welt reden. Im Anschluss daran folgt die traditionelle Veranstaltung Das Sonntagsgespräch – Forum für Demokratie, die in diesem Jahr aus vielen aktuellen Anlässen heraus unter dem Titel Das Helle oder das Dunkle: Ist die Aufklärung in Vergessenheit geraten? steht. Auf dem Podium diskutieren dazu der Gründer des Hamburger Instituts für Sozialforschung, der Literatur- und Sozialwissenschaftler, Publizist und Mäzen Jan Philipp Reemstma sowie der Schriftsteller und Essayist Karl-Heinz Ott. Am Sonntagnachmittag gibt es ein Wiedersehen dem Büchner-Preisträger Arnold Stadler, der seinen neuen Roman Am siebten Tag flog ich zurück vorstellt. Die letzten beiden Veranstaltungen sind dem 100. Geburtstag des international bedeutsamen, italienischen Autors, Dichters, Essayisten, Filmemachers und Malers Pier Paolo Pasolini gewidmet, der für die inhaltliche Ausrichtung des Internationalen Literaturfestes von Anbeginn an von entscheidender Bedeutung gewesen ist.

Beim zweiten Tischgespräch geht es um die Bedeutung Pasolinis in der Öffentlichkeit, die er sowohl als engagierter, herausfordernder und prophetischer Dichter als auch als häufiger Interviewpartner in Gesprächen mit Publizisten innehatte. Hierzu treffen sich Theresia Prammer, Herausgeberin und Übersetzerin von Pasolinis Gedichten, sowie der Theaterwissenschaftler Gaetano Biccari und der Philologe und Autor Fabien Vitali auf der Bühne, die beide Interviews, Gespräche und Selbstzeugnisse von Pasolini übersetzt haben. Zur literarisch-musikalischen „Pasolini-Revue“, der Abschlussveranstaltung der „Poetischen Quellen“ wurden extra für das Literaturfest verschiedene Texte von und über Pasolini zusammengestellt, die den Menschen sowie die öffentliche Person Pasolinis sichtbar und fühlbar machen. Dabei liest erneut der Schauspieler Rolf Becker und die sizilianische Sängerin und Komponistin Etta Scollo wird dazu Lieder von Pasolini singen. Die mögliche Teilnahme eines weiteren Schauspielers an der Veranstaltung ist derzeit in Planung. Moderiert werden die „Poetischen Quellen“ von Jürgen Keimer und natürlich steht wieder ein umfangreicher Büchertisch zur Verfügung, der eine große Auswahl mit den Werken der anwesenden Schriftsteller bietet.

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Elfriede Lohse-Wächtler, Lissy, 1931, Aquarell über Bleistift, Privatsammlung Städel Museum Frankfurt Foto: Nachlass Elfriede Lohse-Wächtler, Hamburg

Elfriede Lohse-Wächtler und Felix Nussbaum Im Angesicht

26. Juni bis 16. Oktober 2022 Felix-Nussbaum-Haus | museumsquartier-osnabrueck.de Mit Elfriede Lohse-Wächtler und Felix Nussbaum werden zwei bedeutende künstlerische Positionen der Moderne einander gegenübergestellt. Die wechselhaften gesellschaftlichen und politischen Umstände in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts prägten ihr Leben und ihr Schaffen. Beide wurden in den 1940er

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Jahren Opfer der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie. Die Ausstellung fragt nach Gemeinsamkeiten, zeigt aber auch, wie unterschiedlich Künstler:innen auf extreme Bedingungen reagiert haben. Sowohl Lohse-Wächtler als auch Nussbaum nutzten in Zeiten einge-


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Felix Nussbaum, Selbstbildnis als Grimasse (2), 1936, Gouache und Bleistift auf Papier, Felix-Nussbaum-Haus im Museumsquartier Osnabrück, Leihgabe aus Privatbesitz Foto: Christian Grovermann

schränkten Handelns Kunst als Feld der Handlung und Reflexion. Dabei gehören die von ihnen künstlerisch bearbeiteten Themen keineswegs der Vergangenheit an: Ausgrenzung, Stigmatisierung, Not, Flucht, Verlust des Zuhauses, Exil, Unterdrückung und Gewalt umgeben uns heute nach wie vor, was uns die ausgestellten Porträts, Selbstbildnisse und Figurenbilder eindrücklich ins Bewusstsein rufen. Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

So, 28.8. | Künstlerinnen im Fokus Kurzvortrag und Führung mit der Kuratorin Dr. Maren Koormann ––– Do, 1.9. | Euthanasie in Osnabrück – Stadtrundgang Rundgang entlang der Stolpersteine im Bereich der Innenstadt, die für Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde verlegt wurden, erinnert an die erschreckend große Gruppe Osnabrücker Opfer. ––– Sa, 10.9. | Die Farben der Heimat – Workshop Stadtansichten in Aquarell-Technik. ––– Do, 15.9. | Die Wahrnehmung Elfriede LohseWächtlers als Künstlerin und Opfer Vortrag von PD Dr. Thomas Röske, Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum Heidelberg

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Romantik

Jahresthema 2022 · 25. Juni 2022 bis 5. März 2023 Kunsthalle Osnabrück | kunsthalle.osnabrueck.de Wie steht es mit unserer Sehnsucht nach Liebe, Identität und Zugehörigkeit? Fragt die Kunsthalle Osnabrück ab Juni in ihrem Jahresthema 2022 „Romantik“

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In Ihrem Jahresthema „Romantik“ möchte die Kunsthalle Osnabrück vom 25. Juni 2022 bis zum 5. März 2023 in sechs Einzelausstellungen und einem künstlerischen Forschungsund Vermittlungsprogramm fragen: Wie steht


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Romantik

Jahresthema 2022 25. Juni 2022 bis 5. März 2023 –––– → 25. Juni 2022 bis 5. März 2023

Anna Haifisch, Gabriella Hirst, Irène Mélix –––– → 25. Juni 2022 bis 16. Oktober 2022

Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst, Hannah Quinlan & Rosie Hastings –––– → 5. November 2022 bis 5. März 2023

Andrzej Steinbach, Cemile Sahin Kunsthalle Osnabrück Hasemauer 1, 49074 Osnabrück

← Anna Haifisch, The Artist - Ode an die Feder, 2021, (Reprodukt Berlin), Tusche auf Papier, digital koloriert, Courtesy die Künstlerin // ↙ English Garden,Gabriella Hirst / Warren Harper, Estuary Festival, 2021, Foto: AnnaLukala // ↓ Irène Mélix, lonely hearts, Zeitschrift, 2020, Foto: Irène Mélix

es mit unserer Sehnsucht nach Liebe, Identität und Zugehörigkeit? Präsentiert in zwei Blöcken, nimmt sie dazu die gleichnamige Kunst- und Literatur-Epoche als Zerrspiegel zur gegenwärtigen Verfasstheit der Gesellschaft zur Hand. Im Kontext der mittelalterlichen Architektur der Kunsthalle soll zusammen mit den eingeladenen Künstler:innen, Kooperationspartner:innen und dem Publikum analysiert werden, ob das aktuelle Gefühl einer globalen Zerrissenheit mit einem Comeback der Bild- und Sprachwelten der Romantik einhergeht. Und was für Bestrebungen gibt es für ein neues Verständnis von Romantik als Gegenentwurf dazu? Anna Haifisch – Comiczeichnerin und Illustratorin – wurde bekannt mit ihrem Comic „The Artist“: einem gebeutelten, dünnen Vogel, der als Spiegel zeitgenössischer Kämpfe einer Künstler:in im Neo-

liberalismus gelesen werden kann, aber auch als Abrechnung mit dem Kunstbetrieb und der immer noch präsenten und widersprüchlichen Vorstellung von Kunst als schöpferische und höhere Berufung. Für den Eingangsbereich und den Kreuzgang der Kunsthalle Osnabrück wird Anna Haifisch mehrere Tisch-Skulpturen und eine neue erzählerische Bildstrecke entwickelt, in der sie den Artist die Stadt Osnabrück entdecken lässt. Das seit 2014 kontinuierlich erweiterte Archiv lebender und sterbender Pflanzen von Gabriella Hirst macht eine komplexe Geschichte sichtbar, die sich in den an historischen Ereignissen angelehnten Benennungen widerspiegelt. Die für den Hof der Kunsthalle Osnabrück konzipierte Installation Battlefield zitiert die Gestaltung militärischer Exerzierformationen und historischer Gartendesigns und stellt Pflanzenzüchtungen als historisches Erbe und Erinnerungskultur in den Mittelpunkt.

kunst:stück

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↑ Rosie Hastings / Hannah Quinlan, Puppenhaus (Detail), 2022, Courtesy die Künstlerinnen

Mit ihren Arbeiten setzen sich Rosie Hastings und Hannah Quinlan mit den soziokulturellen und politischen Strukturen auseinander, die Konservatismus und diskriminierende Praktiken innerhalb und im Umfeld der LGBTQ+-Gemeinschaft verstärken. In ihrer Einzelausstellung im Kirchenschiff der Kunsthalle Osnabrück präsentieren die Künstlerinnen eine neue Installation, "The Anti-Social Family", die eine Mehrkanal-Soundarbeit mit fünfzehn gefundenen Puppenhäusern aus Großbritannien kombiniert, die verschiedene häusliche Baustile repräsentieren – vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Aufbauend auf der Auseinandersetzung mit antimodernen Bewegungen und völkischen Denkweisen wird das Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst zwei neue Video-Arbeiten im installativen Setting der Ruine zeigen, die sich mit den politischen und kulturellen Auswirkungen sowie den Wechselwirkungen von Romantik, Antisemitismus und der Ablehnung der Moderne bis in die Jetztzeit beschäftigen. Irène Mélix ist bildende Künstlerin mit einem stark aktivistischen Ansatz. In Osnabrück geht sie historischen als auch gegenwärtigen Spuren queerer Begegnungen nach. Während der Projektlaufzeit macht sie immer wiederkehrende Angebote zur kollektiven Teilhabe und zum Miteinander. Auf der Basis einer intensiven Recherche

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kunst:stück

in Archiven, persönlichen Interviews mit Queers aller Generationen und politisch Aktiven wird die Suche nach queerem Leben gemeinsam mit Osnabrücker:innen in verschiedene Veranstaltungsformate übersetzt. Ab November folgen zwei weitere Ausstellungen zum Jahresthema von Cemile Sahin und Andrzej Steinbach. Im Zentrum der Filminstallation von Cemile Sahin stehen die Verträge von Sèrves (1920) und Lausanne (1923), die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges unterzeichnet wurden und das Territorium des Osmanischen Reiches aufteilten. Der Film, den die kurdischalevitische Künstlerin für die Kunsthalle Osnabrück entwickeln wird, führt eine fiktive, zeitgenössische Figur in die historischen Fakten ein und zeichnet die Auswirkungen der Verträge auf die Region und die Familie der Protagonistin ein Jahrhundert nach deren Unterzeichnung nach. Andrzej Steinbach arbeitet zu Fragen kultureller Symbolik, wie sie Bilder von uns selbst prägt und Einfluss auf unser kollektives Bewusstsein nimmt. Dabei reflektiert er stets die Geschichte und Ideologie des Mediums der Fotografie als Werkzeug und Bedeutungsträger für das Dargestellte. Kunsthalle Osnabrück Hasemauer 1, 49074 Osnabrück


Poetische

Quellen Int. Literaturfest Bad Oeynhausen • Löhne

24 - 28. 08.

Poetische Quellen 2022

»Mut zum Unmöglichen«

www.poetischequellen.de

Kunststiftung NRW

Anfang und Ende und all die Wunder dazwischen

ANNE CARNEIN Objekte

15.05. – 14.08.2022 Museum Kloster Bentlage

 Stiftung der Sparkasse Herford


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Martinihöfe Kulturnacht "What's New, Pussycat?" Samstag 3.09.2022, 18–24 Uhr Osnabrück | martinihoefe.de

Foto: Annette E. Schneider

Paletot Mode im Loft

zeigt "No Exhibition in Motion". Inszenatorische Collage Kollektion Herbst/Winter W22/23 Videos, Live-Acts mit dancer Elsa Lucie & Crew u.a. Jeweils um 18.30, 20.00 und 21.30 Uhr, Dauer 45 Minuten. Dazwischen und danach open house und Bar Schneider-Weine. Bestuhlung, barrierefrei. | 18.00 bis 24.00 Uhr

Atelier Hartmut Girke

"Die Nachbarschaft von Malerei und Dichtung", Bilder und Rezitation. Kunst schafft Räume, in denen die Kraft des ahnenden Schauens ihr Spiel machen kann. "Wer von den Künsten nicht sinnliche Erfahrung hat, der lasse sie lieber." J.W.von Goethe 18.00 bis 22.00 Uhr. Gast in der Werkhalle

Annette Piwowarski

zeigt "News in Colour". Klein- und großformartige Bilder und Objekte. Barrierefrei. | 18.00 bis 24.00 Uhr.

Außerdem in den Martinihöfen

Ausstellungen und Projekte in weiteren Ateliers: 18.00 bis 24.00 Uhr Die aktuellen Sicherheitsrichtlinien sind garantiert. Martinihöfe Martinistraße 82-88, 49078 Osnabrück

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kunst:stück


Preview

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"No Exhibition Preview in Motion"

"No Exhibition in Motion"

"What‘s new, Pussycat?“

"What‘s new, Pussycat?“

02 Martinihöfe Kulturnacht Samstag den 03.09.2022 18 —24 Uhr www.martinihoefe.de

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Sonntag den

28.08.22

um 11:30 Uhr

Sonntag den

28.08.22 02

Inszenatorische Collage Samstag 03.09.2022 um 11:30 Martinihöfe Kollektion Herbst / Uhr Winter 18–24W22 Uhr / 23 Kulturnacht Videos, Live-Acts mit einer Prise „What‘s New, Pussycat?“ Contemporary Dance und Bar. Paletot Mode im Loft

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Atelier Hartmut Girke

Kollektion Herbst / Winter W22/23

Sonntag 28.08.2022

11:30 Uhr Wir freuen uns, Sie und Ihre Freund:innen zeigt No Exhibition in Collage Motion Inszenatorische Inszenatorische Collage mit Woody Allen begrüßen zu dürfen. Inszenatorische Collage Kollektion Herbst / Winter W22 / 23 Die Nachbarschaft von Malerei Platzreservierung erbeten Videos, Live-Acts mit einer Prise und Dichtung Videos, Live-Acts mit einer Prise unter (05 41) 260 988 Bilder und Rezitation Contemporary Dance und Bar.

Gast in der Werkhalle

Contemporary Dance und Bar.

Annette Piwowarski Wir freuen uns, Sie und Ihre Wir freuen uns, Sie und Ihre Freund:innen zeigt NewsMode in Colour im Loft Freund:innen mit Woody Allen mit Woody Allen begrüßen zu dürfen. Martinihöfe, Martinistraße 82 – 88, 49078 Osnabrück www.martinihoefe.de

www.paletot.de |

Platzreservierung erbeten unter (05 41) 260 988

begrüßen zu dürfen.

Platzreservierung erbeten unter (05 41) 260 988

Mode im Loft Martinihöfe, Martinistraße 82 – 88, 49078 Osnabrück www.paletot.de |

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Idiocrisi

Ausstellung und Performance des Kunstduos bankleer 26. August bis 1. Oktober 2022 Kunstraum hase29 | hase29.de

Ausgerechnet in dem Moment, in dem die Welt eingerichtet ist, schwindet alles dahin. Die Macht der Gewöhnung hat uns blind und taub gegenüber dem globalen Ereignisraum gemacht, der sich hinter unserem Rücken aufgetürmt hat. Bis jetzt hat es gut geklappt, uns die Kollateralschäden des eignen Tuns vom Leib zu halten. Was sehen wir aber, wenn wir über Klimakrise, Corona und jetzt auch noch Krieg hinaussehen? Das Vertrauensverhältnis zwischen uns und der Wirklichkeit ist schwer erschüttert. Bruchstücke von Sinn summieren sich nicht mehr zu einem stabilen Wesen, unser funktionierendes Wertegefüge fällt auseinander. Und wir? Wir sind zurückgeworfen auf das eigene Ich, einem

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kunst:stück


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Performance Aufführungen: Eröffnung am Freitag, 26.8.2022 sowie im Rahmen der Osnabrücker Kulturnacht am Samstag, 3.9.2022

oben: „Sleepy Hollows“, 2013, 1. Herbstsalon Biennale des Maxim Gorki Theaters // unten links: Spiegelskulptur, Videostill aus „Diverse in the Universe“, 2017, (3. Herbstsalon Biennale des Maxim Gorki Theaters) // rechts unten: Skizze, bankleer 2022

bröckelnden Wir mit schwindenden sozialen Energien. Ist es die erlernte Unfähigkeit, unsere privaten, besonderen Belange auf das große Ganze der Welt zu beziehen? Die Übereinstimmung mit uns selbst bekommt Risse. In dieser Spannung sehen wir eine Chance, die eigene Ratlosigkeit freizulegen, um andere Ausgänge zu suchen. Das Kunstduo bankleer zeigt im Spätsommer 2022 im Kunstraum hase29 der Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück skulpturale Performances in einer Installationslandschaft. bankleer arbeiten mit übergroßen Kippfiguren, die zwischen Gestalt und Gestaltlosigkeit schwanken. Die Köpfe und Objekte

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Tohubassbuuh, Doku Steirischer Herbst, Graz, 2015

führen Selbstgespräche, sprechen miteinander, oder agieren direkt mit den Besuchern – eine Weltbetrachtung durch den Filter persönlicher Obsessionen. Die übergroßen Figuren – Politikerinnen, Revolutionäre und abstrakte Denkfiguren – stammeln, rufen, tragen vor, singen und poltern sich durch ihre eigenen Widersprüchlichkeiten, auf der Suche nach Handlungsspielräumen. Im besten Falle bringen sie Verwirrung, Überraschung, neue Gedanken und Zweifel in die eingeübten Routinen. Die Stummheit und Unbeweglichkeit der Skulpturen wird durch die leiblich anwesenden Schauspieler:innen aufgegeben. Aus einem Objekt wird ein sprechender Körper, der sich offensiv an die Besucher und an die Architekturen wendet. – Ein Verweis auf die wechselseitige Verschränkung von Menschheit und Nicht-Menschheit. Denn wenn wir uns die Welt ansehen, können wir nicht mehr ignorieren, wie und in welchem Ausmaß wir diese umbauen und sie mit Dingen vollstellen. Überall sind Dinge, die durch uns hindurch und um uns herum fließen, mit denen wir auf konfliktträchtige Weise eng miteinander verbunden sind. – Die Agenten unseres mehrteiligen Projekts sind frag-

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mentierte Teile und monumentalisierte Körper. Überlebensgroße Köpfe, die der Bundeskanzlerin Angela Merkel, des Präsidenten der Europäischen Zentralbank Mario Draghi und Dutty Bouckman, einem Pionier der Haitianischen Revolution von 1791, ebenso die Figuren klein A, WIR Europa und das Idiotische. Die Skulpturen bewegen sich ungerichtet im Raum, prallen aufeinander, stoßen mit der Architektur und dem Publikum zusammen. Ein weiteres Objekt ist das tohubassbuuh, ein mobiles Soundsystem, das mehrere Orte im innerstädtischen Raum erreichen und mittels überdimensionalem Mikrofon historische Büsten und Monumente laut sprechen lassen kann. Die Stadt, ihre Historie mit ihren Bauten und Denkmälern wird temporär Teil der Performance. Gefördert durch Stiftung Kunstfonds, Stadt Osnabrück, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersachsen dreht auf, und Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. Kunstraum hase29 Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück


ParkArt

Kunstmarkt auf Schloss Clemenswerth

Sa 13. und So 14. August | 10 - 18 Uhr Regulärer Museumseintritt (Erw. 7 €, Erm. 3 €, Familien 16 €)

49751 Sögel | www.clemenswerth.de


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Osnabrücker Kulturnacht

3. September 2022, 18– 24 Uhr Osnabrücker Altstadt, Marktplatz und angrenzendes | kulturmarathon-os.de Die Osnabrücker Kulturnacht ist einer der Höhepunkte im Osnabrücker Veranstaltungsjahr. 35.000 Besucherinnen und Besucher lockt das kulturelle Event regelmäßig in die Altstadt und auf den Marktplatz, wo eine Vielzahl künstlerischer, musikalischer, theatraler und literarischer Programmpunkte für Jung und Alt zu erleben sind. Künstlerinnen und Künstler, Museen, Kulturzentren, Kirchen, Theater, Initiativen und Vereine sorgen am Samstag, 3. September, zwischen 18 und 24 Uhr für ein buntes Treiben in den Gassen und auf den Plätzen sowie in vielen Innenräumen. Neu im Programm der Kulturnacht ist der Hasekiez. Geschäfte, Gastronomie, das Atelier Myl sowie Hull Dance & Events Hasestraße öffnen an diesem Abend ihre Tü-

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kunst:stück

ren und beteiligen sich mit kulturellen Beiträgen an der Kulturnacht. Bei Fundament Schallplatten findet eine Indoor-Session mit verschiedenen DJs statt. Wer gern chillen will, hat dazu Gelegenheit wenige Meter weiter auf dem Marktplatz, wo es sich in Sitzecken entspannen und Live-Musik vom Institut für Musik (IfM) lauschen lässt. Ab 18.00 Uhr, wenn die Kulturnacht offiziell startet, gewähren auch die bereits am Tag geöffneten städtischen Museen freien Eintritt. Viele beteiligte Kulturinstitutionen stellen für die Kulturnacht ein eigenes Programm auf die Beine. So lädt die Stadtbibliothek Osnabrück in Kooperation mit der Musik- und Kunstschule Osnabrück von 15.30 bis 22.00 Uhr zur „Magischen Nacht“ in ihre Räume. „Auf den Spuren


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von Trollen, Zauberern und Einhörnern“ heißt es während dieser Zeit, in der vor allem die jungen Besucherinnen und Besucher an Kreativstationen rund um Magie und Fantasie malen, schreiben, spielen und musizieren können. Das bunte WorkshopProgramm richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren. „Comics – Die Welt ist bunt“ heißt es in Kunsthandlung Th. Hülsmeier, wo Arbeiten verschiedener Künstler:innen sich mit dem Thema des Titels befassen. Zu sehen sind u.a. Werke von Micha Baker, Anna Flores, Jürgen Kuhl, Udo Lindenberg, Otto Waalkes und neue Beiträge von Appollo. Das Theater Osnabrück ermöglicht wieder einen Blick hinter seine Kulissen. Auf den regelmäßigen Führungen im Laufe des Abends geht es durch Schneiderei, Fundus, Maske, Requisite und Technik, sowie vorbei am Tanzsaal und dem Orchesterstudio – möglicherweise mit Blick in eine Probe.

Musikalisch geht es in der Lagerhalle zu, wo Lüül, auch bekannt als Bassist der 17 Hippies, so unterschiedliche Genres wie Rock, Polka, Tango und Dub-Rastafari bedient. Im Biergarten der Lagerhalle spielt die sechsköpfige Folkband Glin Amar mit großer Spielfreude verschiedene Stile und Musikformen und reist so munter durch das musikalische Erbe Europas. In der an das Lüül-Konzert anschließende Disco um etwa 21.30 Uhr können die Kulturnachtsgäste bis tief in die Nacht in der Lagerhalle tanzen. Zahlreiche weitere Programmpunkte sind rund um das Heger Tor, in den Gassen der Altstadt, im Dom, in der Marienkirche und rund um den Markt zu erleben, wo in Buchgeschäften, Galerien und Kulturinstitutionen sowie auf den Straßen ein breitgefächertes Kulturangebot zu erleben ist. Der Eintritt zur Kulturnacht und all ihren Angeboten ist frei. www.facebook.com/OS.Kulturnacht www.instagram.com/projektbuerokultur

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Lange Nacht der Ateliers 2016, Ausschnitt, Foto: Anke Bramlage

3. Lange Nacht der Ateliers Die Osnabrücker Kunstszene

kostenloser Shuttleservice , 9. Juli 2022, 18–24 Uhr Osnabrücker Atelierlandschaft | kulturmarathon-os.de 2016 fand die „Lange Nacht der Ateliers“ zum ersten Mal statt. Die positive Resonanz aus den Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher sowie aus einer Umfrage bestätigten das Projektbüro im Fachbereich Kultur der Stadt Osnabrück in seinem Vorhaben, dieses Event alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. 2018 folgte die zweite „Lange Nacht der Ateliers“, zu der erneut zahlreiche Gäste kamen. 2020 musste sie wegen der pandemiebedingten Einschränkungen wie alle anderen Kulturveranstaltungen abgesagt werden.

und Künstlern zu kommen und sich ihre Werke von Malerei über Fotografie bis hin zu Objektkunst und Druck anzusehen. Unter anderem können die Gäste die farbintensive und großformatige Malerei von Sybille Hermanns, Lithografien, Collagen und Handsiebdrucke im Grafik-Studio von Johannes Eidt und Bilder aus Ölfarbe und Tusche von Werner Kavermann entdecken. Die Ateliers sind dabei oftmals an ungewöhnlichen Orten angesiedelt, unter anderem in einer ehemaligen Bäckerei und einer aufgegebenen Werkstatt.

„Wir freuen uns, dass wir den in Osnabrück arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern eine Möglichkeit bieten können, ihre Arbeiten zu präsentieren und sich und ihre Werke sichtbar zu machen“, sagt Anke Bramlage, Leiterin des Projektbüros Kultur. „Die lockere und entspannte Atmosphäre dieses Events bewirkt zudem, dass Besucherinnen und Besucher mit denjenigen, die die Werke erschaffen haben, ins Gespräch kommen können“, ergänzt sie. Darüber hinaus gibt die „Lange Nacht der Ateliers“ Impulse für die Kunstszene in Osnabrück und in der Region und macht die Belange von Künstlerinnen und Künstlern deutlich.

Da die Ateliers verstreut in mehreren Stadtteilen liegen, richtet das Projektbüro Kultur zusammen mit den Stadtwerken Osnabrück einen kostenlosen Shuttleservice ein, der auf verschiedenen Strecken etwa alle 30 Minuten fährt. Informationen zur „Langen Nacht der Ateliers“ gibt es auf der Website www. kulturmarathon-os.de sowie auf den Facebook- und Instagram-Kanälen des Projektbüros Kultur; außerdem erscheint ein Folder mit Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern, ihren Ateliers und den Shutlleservices.

Die Gäste haben bei der Veranstaltung die Möglichkeit, in die sonst selten zugänglichen Arbeitsstätten von Künstlerinnen

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kunst:stück

Lange Nacht der Ateliers Samstag, 9. Juli, 18 – 24 Uhr facebook.com/projektbuerokulturamt instagram.com/projektbuerokultur


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INTERNATIONALE

KERAMIKTAGE OLDENBURG 2022

06/08 07/08

AKTUELLE INFOS

KERAMIKTAGE.COM

kunst:stück

Abrbeit: Maria Pohlkmper, Foto: Robert Wilken

+

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making places relaxing

pro office Büro + Wohnkultur Sutthauser Str. 287, 49080 Osnabrück Tel.: 0541.33 50 63 0, Fax: 0541.33 50 63 3 www.prooffice.de

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usm.com


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© Christoph Peter Seidel

Christoph Peter Seidel Melancolia

25. Juni bis 12. August 2022 skulptur-galerie Osnabrück | skulptur-galerie.de In der Ausstellung – Melancolia – in der skulptur-galerie Osnabrück präsentiert der Maler Christoph Peter Seidel vom 25.6.12.8.2022 Arbeiten aus den vergangen vier Jahren. Geprägt sind diese dreidimensionalen Wandarbeiten, Objekte und Papierarbeiten durch den Gebrauch linearer Strukturen und Raster, deren spezielle Farbigkeit durch die Auseinandersetzung mit der Farbe Grau gekennzeichnet ist. Die häufig in langfristig angelegten Serien entstehenden Arbeiten von Seidel zeichnen sich durch kleinste Verschiebungen, Abwandlungen, Ergänzungen und Variationen der immer gleichen Grundstruktur aus, die unwillkürlich die Frage nach Identität und Differenz hervorrufen. In dieser Präsentation versucht Seidel im Sinne seines prozesshaft und raumgreifenden Denkens den Raum der skulptur-galerie in eine homogene Atmosphäre und Wahrnehmungssensibilität zu verwandeln.

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kunst:stück

Aufgrund der durchgängig grauen Farbigkeit aller gezeigten Arbeiten mag der Eindruck einer Skepsis gegenüber der ausgeprägten Farbigkeit im eigenen Werk entstehen, die in der Konsequenz eine melancholische Grundierung der Ausstellung hervorruft. Wobei sich diese Melancholie nicht auf konkrete, tagesaktuelle Ereignisse bezieht, vielmehr eine grundsätzliche Haltung gegenüber dem eigenen Selbst, sowie dessen weltlichem Umfeld abbildet.

Am Samstag, 23. Juli 2022, 10.00 - 16.00 Uhr steht Christoph Peter Seidel für Gespräche zur Verfügung. skulptur-galerie Osnabrück Bierstraße 2, 49074 Osnabrück Mo, Mi, Do, Fr, 11–18 Uhr Sa, 10–16 Uhr


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22.5. – 6.11.2022 Infos unter: www.kalkriese-varusschlacht.de

kunst:stück

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Alois Thomas, Anfang, Collage mit Acryl, 60 x 80 cm, 2021

Henning Heigl und Manfred Heinze 2

Zeichnung, Gouache, Malerei | 15. Juli (Eröffnung: 19 Uhr) bis 20. August 2022 Kunst-Quartier des BBK | bbk-osnabrueck.de Mit ihrem ungewöhnlichen Konzept bieten die Künstler Henning Heigl und Manfred Heinze den Besuchern die Möglichkeit, selbst als Kurator tätig zu werden und aus

einem Fundus von ca. 60 Bildern eine eigene kleine, persönliche Ausstellung zusammenzustellen. Dazu werden die beiden Künstler im KQ jeweils rund 30 Bilder in einer Art Lager deponieren. Die Besucher sind aufgefordert, aus diesem Bestand nach eigenem Geschmack je ein Bild der Künstler auszuwählen, um dieses Bildpaar dann an exponierter Stelle im KunstQuartier eine Weile in Ruhe zu betrachten. Danach sind die Besucher aufgerufen, eine neue Entscheidung zu treffen. Zur Auswahl stehen Collagen aus meist gegenständlichen Zeichnungen und Gouachen von Henning Heigl sowie abstrakt ornamentale Gemälde von Manfred Heinze. Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag, 14.00 -–18.00 Uhr Samstag, 11.00 – 16.00 Uhr Kunst-Quartier des BBK Bierstraße 33, 49074 Osnabrück

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kunst:stück



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Pompeji

Pracht und Tod unter dem Vulkan

22. Mai bis 6. November 2022 Varusschlacht im Osnabrücker Land - Museum und Park Kalkriese kalkriese-varusschlacht.de 79 n.Chr. bricht der Vulkan Vesuv aus. Die Städte Pompeji, Herculaneum und Oplontis werden unter einer meterhohen Schicht Ascheregen begraben. Erst im 18. Jahrhundert kommen sie durch Ausgrabungen allmählich wieder zum Vorschein – und mit ihnen zahlreiche unversehrte Schätze. Die neue Sonderausstellung „Pompeji – Pracht und Tod unter dem Vulkan“ dokumentiert mit Lavagestein und Augenzeugenberichten den schrecklichen Vulkanausbruch und eröffnet Einblicke in das

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kunst:stück

luxuriöse Leben am Golf von Neapel kurz vor seiner endgültigen Vernichtung. Zu sehen sind herausragende Originalobjekte aus Pompeji und Herculaneum – darunter der bekannte Läufer aus der Villa dei Papyri. Farbenfrohe Mosaike und Wandmalereien zieren die Wände und Kunstgegenstände erzählen von den bis weit nach Indien reichenden kulturellen Einflüssen. In den Alltagsgegenständen, Werkzeugen und Schmuckstücken spiegelt sich der Wohlstand und die Eleganz der damaligen Gesellschaft wider. Lebensechte Pro-


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Alle Abb.: © Varusschlacht im Osnabrücker Land Fotos: Hermann Pentermann

jektionen vermitteln einen Eindruck von der gewaltigen Kraft des Vulkanausbruchs. Ein Ausstellungskatalog ist vor Ort erhältlich. Infos und Tickets für Führungen und Familienprogramme sind abrufbar unter www.kalkriese-varusschlacht.de Die Sonderausstellung läuft bis zum 06.11.2022. Varusschlacht im Osnabrücker Land Museum und Park Kalkriese Venner Straße 69, 49565 Bramsche

POMPEJI

Öffentliche Führung Die Führung erläutert die Ursachen für den Niedergang der florierenden Stadt und präsentiert Einblicke in den Alltag, Leben und Luxus am Golf von Neapel. [Dauer 60 Min.] Sonn- und feiertags 16 Uhr

ZU BESUCH IN POMPEJI

Familienführung – für Erwachsene und Kinder Wie lebten die Bewohner von Pompeji? Wie sahen ihre Häuser aus? Und wie kam es zum plötzlichen Ende der Stadt? Gemeinsam finden wir es heraus und gestalten im Anschluss ein Mosaik für das heimische Atrium. [Dauer 90 Min.] 1. und 3. Sonntag im Monat und feiertags, 14 Uhr /Donnerstag in den Ferien [Nds. | NRW] 12.00 u. 13.30 Uhr

kunst:stück

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. bramsche

Spinnsaal und Eingangsbereich Tuchmacher Museum Bramsche, Fotos: Oliver Pracht

Rot

25 Jahre Tuchmacher Museum Bramsche 15. Mai bis 4. September 2022 Tuchmacher Museum Bramsche | tuchmachermuseum.de 2022 feiert das Tuchmacher Museum Bramsche seinen 25. Geburtstag ganz im Zeichen der Farbe Rot. „Das Bramscher Rot ist nicht nur für unser Museum, sondern auch für die Stadt Bramsche ein wichtiges Markenzeichen“, erläutert Kerstin Schumann, Museumsleiterin, die Themensetzung für das Jubiläumsjahr: „Das leuchtende Rot, in dem wir unsere Wolle färben und zu Wolldecken verarbeiten, ist eng mit der Bramscher Tuchmachergeschichte verwoben.“ Bereits im 18. Jahrhundert färbten sowohl ein Schönfärber als auch die in einer Gilde zusammengeschlossenen Tuchmacher Wolltuche rot. Im 19. Jahrhundert hatte die Produktion roter Uniformstoffe wirtschaftliche Bedeutung. Den Auftakt zum Jubiläumsjahr macht die Ausstellung „Rot“. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Technik und Geschichte des Rotfärbens mit Naturfarbstoffen. Eine raumfüllende Installation zeigt eindrücklich die zahlreichen Nuancen von Rot, die dabei entstehen können. Von historischen Fahnen über die Bekleidung aus Bramscher Produk-

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kunst:stück

tion bis hin zum Spitztütenfeuerlöscher der Tuchmacherinnung nehmen ikonische Objekte die kulturgeschichtliche Bedeutung der Farbe Rot exemplarisch in den Blick. Ein Rückblick mit „roten“ textilen Arbeiten aus den Ausstellungen der vergangenen Jahre werden um aktuelle Positionen ergänzt

Jubiläumsprogramm 15.5.–4.9.2022 Rot Jubiläumsausstellung Sonntag, 11.9.2022, 11–17 Uhr Tuchmarkt 17.9.–30.10.2022 Dem roten Faden, nach Ausstellung mit textilen Arbeiten von Ana Streng Dienstag, 25.10.2022, 20 Uhr KornmühlenKonzert Trio Würzburg Mittwoch, 16.11.2022, 20 Uhr KornmühlenKonzert Akkordeon-Duo Weles 9.12.2022–12.2.2023 RotRotRot Ausstellung mit textilen Arbeiten von Nike Finger-Hamborg + Malerei von Sibylle Hermanns

Tuchmacher Museum Bramsche Mühlenort 6, 49565 Bramsche


. osnabrück

Ein Projekt von klartext-grafik.de

Neuen Gedanken Raum geben.

Seminar- und Tagungsraum Markt 13 49074 Osnabrück 05 41 20 27-200

CC-BY-SA 4.0; Ernst Ludwig Kirchner, Erzählende Milli, 1909, Kreide und Farbkreide auf Papier, Brücke-Museum, Gemeinfreies Werk

www.zeitraum-os.de

06.5. - 16.7.2022

kuratiert von Natasha A. Kelly Kunstraum hase29 Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V. www.hase29.de | mail@hase29.de gefördert durch Stadt Osnabrück, Landschaftsverband Osnabrück e.V., Deutsche Postcode Lotterie, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft kunst:stück und Kultur, Niedersachsen dreht auf, NEUSTART KULTUR, ROSA MAG

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. tecklenburg

Abb. oben: Lena von Goedeke, Aerial III, 2021 © VG-Bildkunst 2022 unten: Thomas Wrede, Presena Gletscher Blutschnee, Diptychon 2020, © VG-Bildkunst 2022

Lena von Goedeke | Thomas Wrede Kryal. Vom Verschwinden des Eises

Malerei, Zeichnungen und Bronzen aus drei Jahrzehnten 30. April bis 25. September 2022 Otto Modersohn Museum Tecklenburg | ommt.de Kryal bezeichnet in der Ökologie den Lebensraum von Schnee und Gletscher. Mit der Bildhauerin Lena von Goedeke und dem Fotografen Thomas Wrede setzen sich zwei Zeugen der Transformation und des Verschwindens dieses einzigartigen und fragilen Systems auseinander. Ihre auf zahlreichen Expeditionen in das Eis der Arktis und der Alpengletscher entstandenen Werke sind komplexe und intensive Zeugnisse der verheerenden Zustände dort, wo sich unsere Welt in einem besonders offenkundigen Wandel befindet. Sie liefern uns dialogisch-zweistimmig aufwühlende Zeitdokumente des Anthropozäns und weisen die so maßgeblich durch den Menschen verursachten globalen klimatischen Auswirkungen auf die lokalen Biosphären nach.

Lena von Goedeke hinterfragt ihre physischen, visuellen und ästhetischen Erfahrungen auf ihren Reisen im Hinblick auf Wahrheit und sozial-mediale Inszenierung der Arktis als Ausdruck des Unwiederbringlichen. Sie interessieren geologische Zusammenhänge, sinnliche Wahrnehmungen und ihre Überführung in eine reflektierte Künstlichkeit, indem sie ihre eigene Identität im Zusammenhang mit diesem herausfordernden Umland befragt. In immersiven Panaromen und sensiblen Details bildet Thomas Wrede die befremdliche ästhetische Qualität der sterbenden Gletscher der Alpen fotografisch ab. Er führt in seinen 2017 begonnenen Fotoserien transformatorische Prozesse und sich potenzierende Naturphänomene dieses Areals vor. Es sind Bilder zwischen Dokumentation und subjektivem Sehen, die das Natürliche und das Künstliche verschmelzen lassen. Seine Zeugnisse zeigen auf, dass die Klimakrise und die damit einhergehenden – nicht nur landschaftlichen – Veränderungen sich bereits sehr nahe, mittlerweile in Europa, abspielen. Otto Modersohn Museum Tecklenburg Markt 9, 49545 Tecklenburg

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kunst:stück


. tecklenburg . bremen

KULTURWOCHEN

12. – 28. August 2022

„Hör zu. Schau an! – Wir erzählen LandArtGeschichten“ kunst:stück 51 www.landart-muehlenkreis.de


. mettingen

Die Kunst der Wiederholung, Ausstellungsansichten

Die Kunst der Wiederholung 8. Mai bis 31. Juli 2022 Draiflessen Collection | www.draiflessen.com Fragen wir nach Wert und Bedeutung eines Kunstwerks, spielen seine wissenschaftliche Erforschung, sein zeitlicher Kontext sowie die öffentliche Anerkennung eine wesentliche Rolle. Wie aber sehen unsere Kriterien und Maßstäbe bei Werken aus, die diejenigen kopieren, die im „Original“ jemand anderes geschaffen hat? Die Ausstellung zeigt Gipsabgüsse, Gemäldekopien, Grafiken und Architekturmodelle aus dem 19. Jahrhundert, die unterschiedliche Perspektiven auf diese Frage zulassen. An Beispielen wie den überlebensgroßen Gipsabgüssen der Venus von Milo, des Torsos vom Belvedere oder auch Louis Castellis

monumentaler Gemäldekopie nach Raffaels Sixtinischer Madonna wird untersucht, inwieweit die Reproduktionen eines Werks dazu anregen, Werte wie Originalität, Herkunft und Autorschaft neu zu überdenken. Lässt sich die Bedeutung eines Werks nicht sogar gerade über vielfältige Ketten von Wiederholungen ausmachen? Spielt es bei einer ersten Begegnung mit einem Werk überhaupt eine Rolle, ob es sich um ein Original oder um eine Kopie handelt? Hauptleihgeber ist das Lindenau-Museum Altenburg. Dessen von Bernhard August von Lindenau angelegte Sammlungen sind ein beeindruckendes Beispiel jener Praxis, in der Originale, Kopien, Abgüsse und Modelle zusammen präsentiert wurden. Draiflessen Collection Georgstraße 18 49497 Mettingen

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kunst:stück


. mettingen

links: C&A Archive Collection, 1.000.000 Jinglers Jeans, 1989 (2.v.l.), “Jinglers” T-Shirts und Jinglers Jeans, 2021 // rechts: "(Jetzt sind es die Jäckchen-die "mini werden)", C&A Werbeanzeige, 1969

The Archive Collection

22. Juni 2022 bis 15. Januar 2023 Draiflessen Collection | www.draiflessen.com Zum 180-jährigen Jubiläum brachte C&A im Jahr 2021 eine Retrokollektion heraus, die sich an den eigenen Modekreationen zurückliegender Jahrzehnte orientierte und die Inhalt der Präsentation THE ARCHIVE COLLECTION in DAS Forum der Draiflessen Collection ist. Zusammen mit ausgewählten Originalen aus dem eigenen Archivbestand der Draiflessen Collection wird diese C&A-Kollektion präsentiert, die Zeitgeist und stilistische Merkmale vergangener Jahre wieder aufleben lässt. Im November 2020 begaben sich die Designer:innen von C&A und die Archivmitarbeiter:innen der Draiflessen Collection zusammen auf eine Reise in die Vergangenheit. Ausgangspunkt für die Retrokollektion waren Werbemappen, Printanzeigen und Modekollektionen des Unternehmens aus den vergangenen Jahrzehnten, die im Archiv der Draiflessen Collection gesammelt und aufbewahrt werden. Sie erlauben Einblicke in die Geschichte von C&A, Kreationen und Werbung von 1841 bis heute. Dass C&A in Kooperation mit der Draiflessen Collection zum Jubiläum des Unternehmens die Archive Collection kreieren konnte, war möglich dank der über 100-jährigen Sammlungsarbeit vieler Beteiligter.

Jedes Jahrzehnt ist geprägt von bestimmten Stilen, die den Zeitgeist verkörpern. Daher sind Kleidung und Accessoires gut geeignet, das Gefühl einer bestimmten Dekade wieder aufleben zu lassen. Unter neuen Vorzeichen, heute als Teil einer Museumssammlung, setzten historische Werbung und Mode von C&A im Rahmen dieses Projekts wichtige Impulse und regten die Fantasie der Designer:innen an. Die beispielsweise in den 1970er-Jahren beliebten Schlaghosen wurden im Zuge der Archive Collection an heutige Trends angepasst, indem sie etwas schmaler gestaltet worden sind, so wirken sie moderner. Generell erlebt die Modebranche gerade eine Renaissance von Modellen aus den 1960er- bis in die 1980er-Jahren auf dem Markt, die sich in der Präsentation THE ARCHIVE COLLECTION widerspiegelt. So regte beispielsweise das historische schwarze Minikleid zu detaillierten Übernahmen an – dem aktuellen Trend entsprechend noch viel kürzer als das Mini der 1960erJahre und in pastelliger Farbpalette. Draiflessen Collection Georgstraße 18, 49497 Mettingen

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Rembrandt Harmensz van Rijn (nach Jan Lievens), Sitzender alter Mann mit Stock, 1631(?) © Draiflessen Collection/Liberna Collection, Foto: Stephan Kube

Auf Spurensuche

Kabinettausstellung | 22. Juni 2022 bis 15. Januar 2013 Draiflessen Collection | draiflessen.com

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Eine Zeichnung einer Künstler:in eindeutig zuzuschreiben, hängt von verschiedenen Gegebenheiten ab. Ist das Kunstwerk signiert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, einen Treffer zu landen. Doch wie funktionieren Zuschreibungen eigentlich bei nicht signierten Zeichnungen? Oder noch einen Schritt weiter: Können Skizzen und Studienblätter überhaupt Künstler:innen oder Künstler:innengruppen, Lehrer:innen oder Schüler:innen zugeordnet werden?

insbesondere in den nicht als verkaufbares Kunstwerk hergestellten Zeichnungen, Skizzen und Studien Parallelen und Ähnlichkeiten. Wer also ist die Urheber:in? Kann man das überhaupt im Nachhinein festlegen?

Gerade beim Studieren ging es oft um kopieren, aneignen, lernen und so finden sich

Draiflessen Collection Georgstraße 18, 49497 Mettingen

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In der Liberna Collection gibt es im Bereich der Zeichnungs- und Studiensammlung einige Beispiele, anhand derer die nahezu detektivische Arbeit der Spurensuche nachgezeichnet werden kann.


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Christoph peter seidel MelanColia

25. Juni – 12. august 2022 Mo, Mi, do, Fr 11–18 uhr sa 10–18 uhr

skulptur galerie · Bierstraße 2 · 49074 Osnabrück · skulptur-galerie.de

Die

8.5. – 31.7.2022

DAS DRAIFLESSEN Archiv & Sammlung

Forum

Kunst der holung

22.06.2022 – 15.01.2023 www.draiflessen.com

Wieder

THE

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ParkArt auf Schloss Clemenswerth

Kunstmarkt am 13./14. August mit über 70 ausstellenden Künstlern Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | clemenswerth.de Am 2. Augustwochenende (13./14.08.) findet am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in Sögel der Kunstmarkt ParkArt statt. Auch in 2022 wird Besuchern mit über 70 ausstellenden Künstlern wieder 2 Tage Kunstgenuss pur geboten. „Schloss Clemenswerth präsentiert sich zur ParkArt wieder als lebendiger Ort der Kultur und öffnet seine Türen für eine atmosphärische Veranstaltung, deren Besuch sich lohnt!“, sagt Museumsdirektor Oliver Fok. Gezeigt werden Malerei und Grafik, Bildhauerei, Keramik und Glas sowie Fotografie, Mixed-Media und Performances. Das geballte Zusammentreffen von regionalen und überregionalen Künstlern, von jungen Kunststudenten und etablierten Künstlern sowie verschiedener Künste vor barocker Kulisse macht seit 2009 das Besondere an ParkArt aus. Besucher können zudem mit den Künstlern, die teilweise vor Ort arbeiten und ihre Kunsttechniken vorführen, ins Gespräch kommen.

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kunst:stück

Zu Gast sind auch die beiden Künstler Wolfgang Pohl und Thomas Otto, die eine besondere Beziehung zu Schloss Clemenswerth haben. Wolfgang Pohl führt durch seine Glasausstellung mit 220 Objekten sowie seiner Idee eines zeitgenössischen Gesamtkunstwerkes, in der die verschiedenen Künste und alle Sinnesempfindungen zu einer Einheit verschmelzen. Das „Lebenswerk in Glas“ übergab Wolfgang Pohl 2010 dem Emslandmuseum als Schenkung. Die Werke sind seit 2013 dauerhaft im Pavillon Coellen zu sehen. Thomas Otto, der Bildhauer der fast sechs Meter hohen und aus Aluminium-Streckmetall bestehenden Skulptur „Platzhirsch“, die seit 2019 dank einer Bürgerinitiative dauerhaft auf der mittleren Schlossteichinsel thront, zeigt dem ParkArt-Publikum seine neusten Werke. „Wie kein anderes Objekt aus unserer Sammlung nimmt die Hirschfigur Bezug auf Cle-


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Abb. oben: Platzhirsch © Thomas Otto // Kunstmarkt ParkArt © Emslandmuseum Schloss Clemenswerth // unten: Mit dabei: Carmen Oberst mit dem PHOTO.KUNST.RAUM. aus Hamburg © Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

menswerth und verweist auf dessen einstige Funktion als Jagdschloss“, so Fok. ParkArt lädt also auch in seiner 13. Auflage dazu ein, hautnah an Kunst und Künstlern zu sein und gehört daher nicht ohne Grund zu den fest etablierten Sommerfesten auf Schloss Clemenswerth. Abgerundet wird der Markt mit Musik von Stanley van Sprang und MUSIC CONNExT sowie Schlossbesichtigungen, einem Basteltisch und kulinarischen Angeboten. Auch das Museum lädt zum Besuch ein. Für ParkArt gilt der reguläre Eintritt: Erwachsene 7 €, Ermäßigt 3 € und Familien 16 €. Alle Informationen zu Künstlern, Programm und Anreise: www.clemenswerth.de Emslandmuseum Schloss Clemenswerth 49751 Sögel

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EAW

Larissa Fassler, Harry Kramer, Ulrike Kuschel, Christian Odzuck und Stefan Odzuck, Alexander Rischer, Bastian Wiels, Alexander Wolff 16. Juli bis 04. September 2022 Kunsthalle Lingen | kunsthallelingen.de Die Kunsthalle Lingen befindet sich in einem Teil der Halle IV des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks der Stadt Lingen (Ems), kurz EAW. Es besteht seit 1870 aus insgesamt drei großen Hallen und charakterisiert eine wechselvolle Geschichte. 1972 verließ die letzte Dampflok die Lingener Hallen und 1977 wurden alle Dampflokomotiven endgültig vom Schienennetz der Deutschen Bundesbahn entfernt; 1980 wurde der elektrische Schienenverkehr auf der Strecke Emden-Rheine aufgenommen. 1983 wurde auch die Güterwageninstandhaltung im Werk eingestellt und große Bereiche der Werkanlagen wurden als Lagerflächen vermietet, eine Sicherung

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kunst:stück

und Wartung fand nicht mehr statt. Weite Teile des Gebäudes verfielen, Hallendächer wurden undicht. Am 30. April 1985 wurde die Zentralstelle für den Werkstättendienst aufgelöst, die beschäftigten Arbeiter verschwanden. Nach 1990 begann eine grundsätzliche Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude. Insgesamt charakterisiert diesen Industriezweig Lingens eine wechselvolle Geschichte, die auch den Aspekt Arbeit berührt sowie soziale und gesellschaftspolitische Momente. Die Gruppenausstellung mit dem Titel „EAW“ findet statt aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums der Kunsthalle Lingen, die 1997 in das Gebäude einzog. Ihr inhaltlicher


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links: Bastian Wiels, Ohne Titel, 2009 / 2010, C-Print, 100 x 100 cm, Courtesy der Künstler rechts: Alexander Wolff, ohne Titel ( Kunsthalle Lingen 2), 2014, Siebdruck auf dropcloth, Acrylspray und Acryl auf Leinwand, Baumwolle, genäht, 150 x 100 cm, Courtesy der Künstler

Fokus liegt weniger auf einer Darstellung der umfangreichen Geschichte durch historische Dokumente und Relikte aus den Hallen. Vielmehr wurden zeitgenössische Künstler*innen darum gebeten, sich über aktuelle künstlerische Medien einzelnen Themen oder Aspekten zu widmen, die aus der Geschichte, der Umgebung oder auch der Wandlung des Gebäudes ableitbar sind und die diese kritisch wie affirmativ beleuchten. Es handelt sich um die national und international bekannten Künstler*innen Larissa Fassler, Harry Kramer, Ulrike Kuschel, Christian Odzuck und Stefan Odzuck, Alexander Rischer, Bastian Wiels und Alexander Wolff. Larissa Fassler setzt sich in ihren Werken mit der architektonischen Gestaltung von Städten und Bahnhöfen auseinander und zeigt eine Arbeit zum Pariser Bahnhof „Gare du Nord“. Von dem 1997 verstorbenen Künstler Harry Kramer werden Drahtplastiken aus den 1960er Jahren präsentiert,

die das Thema Mensch/ Maschine beleuchten. Ulrike Kuschel präsentiert eine neu entstandene Arbeit, bestehend aus einem Film und Texten, die sich auf Fotografien richtet, die im Zusammenhang mit dem Lager Telgenkamp entstanden sind, in dem während der NS Zeit Zwangsarbeiter untergebracht wurden, die im EAW tätig waren. Christian Odzuck und Stefan Odzuck zeigen eine Videoinstallation, die sich auf Erinnerungen ihres Urgroßvaters bezieht, der Lokführer war. Alexander Rischers Fotografien lenken den Blick auf Randerscheinungen des Geländes rund um das EAW, während Bastian Wiels‘ Arbeiten die Sanierung der Halle I / II des Werks in den Blick nehmen. Alexander Wolff realisiert ein Wandbild, auf dem wiederum Bilder hängen, die die beeindruckenden Fassaden des Eisenbahnausbesserungswerks in Szene setzen. Kunsthalle Lingen Kaiserstraße 10a, 49809 Lingen

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Internationale Keramiktage Oldenburg Keramik-Event von europäischem Format Schlossplatz Oldenburg | 05. – 07. August 2022 www.keramiktage.com Ein Fest für alle von Kunst, Design und Handwerk Begeisterte mit Freiluft-Galerie, Ausstellungen und Preisvergaben - mit dieser bewährten Kombination möchten die „Internationalen Keramiktage Oldenburg“ vom 5. bis zum 7. August in diesem Jahr wieder alles bieten, was das „keramophile“ Herz begehrt: aktuelle Keramik höchsten Niveaus, vom individuell gestalteten Geschirr über das erlesene Gefäßunikat bis zur künstlerischen Plastik. Nachdem der angesehene Markt im vergangenen Jahr pandemiebedingt auf dem Gelände der Weser-Ems-Hallen stattfinden musste, kann der 39. Oldenburger Keramikmarkt in diesem Jahr wieder traditionell auf dem Oldenburger Schlossplatz stattfinden. Rund 100 juryverlesene Keramikschaffende aus ganz Deutschland und aus zwölf weiteren europäischen Ländern wie beispielsweise Portugal, Italien oder Litauen werden am 6. / 7. August in jeder Hinsicht keramisch Erlesenes zeigen: Unikat-Gefäße und Plastiken, Schönes und nicht Alltägliches für den Gebrauch, Individuelles für Haus und Garten, kurz - Design, Handwerk und Kunst der Spitzenklasse.

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Die Juryentscheidungen konnte in diesem Jahr wieder in Präsenz in den Räumlichkeiten der Werkschule e.V. in der Rosenstraße in Oldenburg getroffen werden. Das sechsköpfige Komitee bestand aus Dr. Nele van Wieringen (Leiterin des Keramikmuseums Westerwald), Dr. Anna Heinze (stellvertretende Direktorin, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg), Martin McWilliam, (Keramikkünstler und Vorstand Werkschule e.V.), Christa Lingenau (Keramikdesignerin Werkschule e.V.), Christiane Cordes (Leiterin des Amtes für Kultur, Museen und Sport) und Beate Anneken (Vorständin der Werkschule e.V.). Ganz im Zeichen der zeitgenössischen Keramikkunst stehen auch die begleitenden Ausstellungen im barocken Ambiente des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte im Oldenburger Schloss. Preisverleihungen unterstreichen die Bedeutung dieser internationalen Schauen. Die nur über das Wochenende zu besichtigende Ausstellung der Marktteilnehmer:innen unter dem Motto „Brandneu – brandnew“, zeigt aktuellste Arbeiten und erlaubt damit beste Einblicke in die Gegenwartsbewegungen der heutigen


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Abb. oben links: Int. Keramiktage 2019, Themenausstellung © Werkschule e.V. // oben rechts: Ricus Sebes, Preiseträger des Preises der NEUE(n) KERAMIK, © Ricus Sebes // unten: Int. Keramiktage, Auf dem Keramikmarkt, © Werkschule e.V.

Keramik. Gleich drei Auszeichnungen in den Kategorien Innovation, Funktion und Figur/Objekt werden hier mit dem "Detlef-Schmidt-Wilkens Preis für Keramik" für die schöpferisch findigsten Exponate von einer Fachjury vergeben. Auch die Besucher dürfen in dieser Ausstellung votieren und die Träger des Publikumspreises bestimmen. Ebenfalls ab dem 6. August zu sehen im Marmorsaal des Landesmuseums: die 6-wöchige Ausstellung des Trägers des „Preises der NEUE(n) KERAMIK“, Ricus Sebes . Bei den Arbeiten von Sebes steht der Kontrast einer rauen gebrochenen Textur und einer feinen auskristallisierten Glasurschicht im Mittelpunkt. Als Keramiker experimentiert er viel mit der Zusammenstellung der Masse, der Glasur und der Brennweise, und strebt damit eine Result an, bei dem große Gegensätze zu einem Ganzen werden.

13. Mal – ebenfalls von einer Fachjury. Verbunden mit dem heiß begehrten Preis ist eine 6-wöchige Einzelausstellung in 2023 im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Das beliebte „Keramikerportrait“, das renommierte Keramikstars aus aller Welt in Seminaren und Workshops einer breiten Öffentlichkeit bekannt macht, muss in diesem Jahr zum großen Bedauern leider ausfallen. Aktuelle Infos zur Veranstaltung unter www.keramiktage.com.

Und auch ihn wird es in diesem Jahr wieder geben, den „Preis der NEUE(n) KERAMIK" für zeitgenössische Keramik, ausgelobt für herausragende Leistungen in der Kategorie Unikate/Einzelstücke. Vergeben wird die angesehene Auszeichnung zum

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LandArt Kulturwochen im Mühlenkreis Mühlenkreis Minden-Lübbecke | 12. – 28. August 2022 landart-muehlenkreis.de LandArt im Mühlenkreis Die LandArt-Route verbindet achtzig Kulturorte und Künstlerateliers im Mühlenkreis, die an fünf Teilrouten per Rad oder mit dem Auto erkundet werden können. „Hör zu. Schau an! Wir erzählen LandArtGeschichten“ lautet das Motto der jährlichen LandArt-Kulturwochen, die jeweils Stationen zweier Teilrouten gestalten. Der Fokus liegt in diesem Sommer auf den Routen 3 & 4 durch Porta Westfalica, Hüllhorst, Lübbecke und Preußisch-Oldendorf mit idyllischen Schauplätzen zwischen Weser und Wiehengebirge. Vom 12. - 28. August 2022 öffnen fünfzehn Künstlerateliers, Themenmuseen, Mühlen und Gärten ihre Türen für Kunst-Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Improtheater, Kulinarik und kulturellem Spaß für Groß und Klein. Ein Bergwerk ist sicherlich ein ungewöhnlicher Ort für Kunst. Doch genau hierhin lädt der Kunstkreis Porta zu einer Ausstellung „unter Tage“ ein. Für „Schichtwechsel – Sichtwechsel“ haben 16 Künstlerinnen sich die Geschichten der Bergleute erzählen und die Untertagewelt auf sich wirken lassen. Jede hat einen Raum in dieser Kathedrale unter Tage künstlerisch in Szene gesetzt, die Lichtkünstler Oliver Roth atmosphärisch illuminiert. Das BesucherBergwerk Kleinenbremen erlaubt bei seinen regulären Bergwerksführungen einen kurzen Blick auf die Werke. Tiefere Einblicke gewähren spezielle Kunst-Führungen bereits ab Juli. Traditionelles Kunsthandwerk zeigt Flechtwerkgestalterin Kerstin Eikmeier in ihrer Werkstatt. Mensch und Tier stehen im Fokus der Bildhauer Rainer Ern aus Lübbecke und Thorsten Held aus Hüllhorst. Ern arbeitet mit Stein, Holz, Lehm und Eisen. Sein Schwerpunkt ist das Spannungsfeld Mensch, das er in seinen Visavis-Skulpturen ausdrückt. Er lädt in Atelier und Garten zur Ausstellung mit Gast-Künstlern, zum sommerlichen Jazzabend mit Filou und zu Reisegeschichten von Autor Christian Raum. Auch Bildhauer Thorsten Held öffnet Atelier und Garten. Eine Begegnung mit teils lebensgroßen Skulpturen nicht

ausgeschlossen, die er vom ImproTheater „Emscherblut“ humoristisch auf die Schippe nehmen lässt. Das Publikum gibt Objekt und Genre vor. Emscherblut macht daraus spontan eine Szene. Das Damentrio „Dreierlei“ und die „Landfrauen“ liefern mehrstimmige Gesangseinlagen – frisch, frech und spritzig. Im Spielzeugmuseum lebt die WirtschaftsWunderZeit der wilden 50er/60er Jahre mit Petticoats, Evergreens und frechen Hüftschwüngen, einer Oldtimershow und den Spielzeugtrends der Nachkriegszeit auf. Große schwelgen in Erinnerungen an den Aufbruch ins Leben: Freizeit, Urlaub, alles war möglich. Kinder entdecken die Lieblingsspielzeuge und die Welt ihrer (Groß-) Eltern „en miniature“ auf einer Rallye. Turbulent geht es auch auf den drei Freilichtbühnen im Mühlenkreis zu. Die „Drei am Wiehen“ spielen Klassiker in neuer Inszenierung, von „Schlager lügen nicht“ bis zum Musical „Madagascar“. Die Kahle Wart lässt Bestsellerautorin Gisa Pauly ermitteln und Bonsaipop serviert dazu auf ein kriminalistisch gutes Gesangsformat geschrumpfte opulente Filmmelodien. Zur „Comedy im Wald“ lädt Alan Frei namhafte Comedians auf die Waldbühne. Spiel & Spaß für Groß & Klein mit Kunst, Kultur & Kulinarik gibt es auch zum LandArt-Finale am 28. August am Kleinenbremer Dorfmarkt an Mönkhoffs Mühle. Kinderspiele, Clowns und Märchen, die Spek-Spek auf Zuruf improvisiert, faszinieren die Kids. Die Eltern erkunden mit der Improgruppe Emscherblut die Kleinenbremer Sights und genießen regionale Leckerbissen am Backhaus und an den Marktständen. Gegenüber im BesucherBergwerk lädt der Kunstkreis Porta zum Finale der „unter Tage-Ausstellung“. Poetry-Star August Klar geistert wortreich durch die Unterwelt und schwört darauf, hier spukt’s. Der Programmflyer kann beim Mühlenkreis Minden-Lübbecke unter 0571 807 23171 oder info@muehlenkreis.de angefordert werden. Termine ab Juli online unter : www.landart-muehlenkreis.de

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Oiva Toikka

Ein Wunderland der Farben 13. März bis 28. August 2022 LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | lwl-industriemuseum.de Oiva Toikka (1931–2019) gehört zu den bedeutendsten Designern Finnlands. Nicht nur die Glasentwürfe für die Glashütte Nuutajärvi (heute bei Iitala in Produktion), auch die charakteristischen Textil-Entwürfe für Marimekko oder die Dekore für die Keramikserien von Arabia sind noch heute beliebte Gebrauchsgegenstände nicht nur im finnischen Alltag. Seine Laufbahn begann Oiva Toikka zunächst als Kunstlehrer. Als Designer wandte er sich zunächst de Keramik zu, erste Ausstellungen mit seinen Entwürfen fanden bereits 1958 statt.1962 folgte er einer Empfehlung Kaj Francks, der bereits als Designer für die Glashütte in Nuutajärvi tätig war, und entwarf seither für viele Jahre sowohl Gebrauchsglas als auch künstlerische Kleinserien oder Plastiken für die Glashütte. Sowohl die Serien als auch die Kunstobjekte entstanden stets in enger Zusammenarbeit mit den Glasmachern, mit denen Toikka die Entwürfe bis zur Umsetzungsreife weiterentwickelte. Beliebt waren von Beginn an die gläsernen Vögel, die Oiva Toikka in unendlicher Vielfalt entwarf. Diese limitierten Serien wollen die Fauna nicht naturgetreu abbilden, sondern die Charakteristika der einzelnen Gattungen typisch und abstrahierend einfangen. Vor allem hier zeigt sich die Verbindung aus präziser Naturbeobachtung

Oiva Toikka, Pompom, 1968, Foto: Rauno Träskelin

und die Experimentierlust des Künstlers, seine originelle Sicht auf die Realität und das Element des Spielerischen, das die extrem farbigen Plastiken auszeichnet. Sie zeugen zugleich von der großen Kunstfertigkeit der Glasmacher, die ein weites Spektrum an Techniken bei der Gestaltung der Körper und deren Gefieder einsetzen. Seine Vorbilder leitete er oft aus der Natur ab. Eine für die finnische Tradition ungewöhnlich lebhafte Farbigkeit und Skurrilität seiner Werke unterscheiden sich sichtlich von den Entwürfen der eher monochromen, in ihrer Formensprache sehr klaren Vorgängern wie Tapio Wirkkala oder Timo Sarpaneva ab: Im Gegensatz zu den Vorgängern ist ein Hang zum Bizarren und Überbordenden im Werk Toikkas unverkennbar. Die Ausstellung „Oiva Toikka – Ein Wunderland der Farben“ vereint Werke aus privaten Sammlungen. Die Auswahl wird ergänz durch Stücke des Finnischen Glasmuseums Riihimäki. Sie wurde durch Uta Laurén kuratiert und setzt die Reihe mit finnischen Glasdesignern des 20. und 21. Jahrhunderts fort. LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim Gernheim 12, 32469 Petershagen

Oiva Toikka – Ein Wunderland der Farbe

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Michael Behrens, Seaforms 349-20, Foto: Norbert Heyl

InterRegional

GLASHEIMAT BAYERN und Glaskünstlervereinigung NRW in der Glashütte Gernheim 10. April bis 14. August 2022 LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | lwl-industriemuseum.de Ein ausgreifendes Spektrum künstlerischer Positionen der aktuellen Glaskunst zeigt das LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim: Seit 10. April geben die Mitglieder der beiden Verenigungen GLASHEIMAT BAYERN und Glaskünstlervereinigung NRW einen Einblick in ihr Schaffen. Die Ausstellung „InterRegional“ entstand in Kooperation mit dem Glasmuseum Frauenau. Der Brückenschlag, den bereits der Titel formuliert, verbindet nicht nur zwei glasaffine Regionen: Die Gemeinschaftsausstellung zeigt die große technische und konzeptuelle Vielfalt und den lebendigen künstlerischen Austausch in Gebieten, die beide auf eine lange Tradition der Glasherstellung blicken. Auch aus diesem Grund fällt insbesondere die Vielfalt der heißen und kalten Glasverarbeitungs- und –bearbeitungstechniken ins Auge: Neben ofengeformten Glas finden sich Schliff und Gravur, mundgeblasenes Glas und Gravur wiederum verbinden sich zur Graal-

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kunst:stück

Technik. Experimente mit heißem Glas am Ofen zeugen von der enormen Kreativität, die das Material freizusetzen vermag. Auch plastisch und skulptural findet das Material Anwendung. Beteiligt sind insgesamt 43 mit Glas arbeitende Künstlerinnen und Künstler. Beziehungen nach Petershagen existieren schon länger: Viele Mitglieder der GLASHEIMAT BAYERN waren bereits im Rahmen anderer Ausstellungen in der Glashütte zu Gast. Mit der Glaskünstlervereinigung NRW verbindet die Glashütte Gernheim eine immer wieder aufgenommene Kooperation: In mehreren Gemeinschaftsausstellungen, die meist von Workshops begleitet wurden, zeigten ihre Mitglieder in Gernheim aktuelle Werke oder widmeten dem Standort eine eigene thematische Ausstellung zum 200jährigen Jubiläum im Jahr 2012. LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim Gernheim 12, 32469 Petershagen


. petershagen

3 0 . 0 4 .—2 5 . 0 9 . 2 0 2 2

Vom Verschwinden des Eises

LENA VON GOEDEKE & THOMAS WREDE

www.ommt.de oben: T. Wrede, Rhonegletscher_inside #4 (Detail), 2019. unten: L. von Goedeke, Coal Harbour II (Detail), 2021 © 2022. VG Bild-Kunst, Bonn für L. von Goedeke und T. Wrede

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Porträt Akio Suzuki 2018, Foto: Meike Böschemeyer, Courtesy Beethovenstiftung für Kunst und Kultur

Akio Suzuki o to da te

26. Juni bis 21. August 2022 Städtische Galerie Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de Akio Suzuki gilt in Japan als Pionier der Klangkunst. Er ist ein neugieriger Forscher in der Welt des Alltäglichen. Er arbeitet mit existierenden Dingen und Kontexten, die er sich durch besondere Aufmerksamkeit, die Kräfte des Zufalls und performatives Handeln erschließt. Seit mehr als fünf Jahrzehnten erforscht er weltweit die klanglichen und stofflichen Eigenschaften einfacher Dinge, die sich überall im alltäglichen Umfeld finden lassen. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht der Akt des aufmerksamen Zuhörens, den er nicht nur aktiv einsetzt, sondern auch als Teil unserer gesamten Sinneswahrnehmung hinterfragt. Neben seinen akribischen Beobachtungen von gegebenen Situationen baut er in Kunsträumen auch mit wenigen Mitteln immer wieder tiefgründige Klanglandschaften auf, in denen nicht nur Reibung, Schwingung, Resonanz und Echo eine zentrale Rolle spielen, sondern vor allem auch die Stille. Die ästhetischen Prinzipien, die seinem zeichnerischen, skulpturalen und

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performativen Werk zugrunde liegen, sind konsequent reduziert und zugleich voller Spannung. Er selbst beschreibt seine Kunst als „spielerisch respektlos“ sowie „zutiefst meditativ“. In Nordhorn verfolgt Akio Suzuki vor allem sein Projekt o to da te. In einem mehrwöchigen Aufenthalt erkundet er die Umgebung in der Stadt und legt Hörpunkte für einen Klangspaziergang fest. Aus diesen intensiven Untersuchungen entsteht zugleich im Pavillon der Städtischen Galerie eine neue Installation, in der vor Ort gesammelte Klänge und Bilder sich räumlich neu zueinander in Beziehung setzen. Das klangliche und skulpturale Ergebnis wir dabei mit der Aufzeichnung des eigenen Entstehungsprozesses gleichgesetzt. So bildet sich in besonderer Weise eine Verbindung zwischen Galerie und Stadtraum, die zu einer Schärfung der Wahrnehmung, aber auch zu Kontemplation einlädt. Städtische Galerie Nordhorn Vechteaue 2, 48529 Nordhorn


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© Heike Negenborn

Heike Negenborn Terra.Cognita

24. Juni bis 11. September 2022 Kloster Bentlage | kloster-bentlage.de Heike Negenborn ist zeitgenössische Landschaftsmalerin. Sie ist darüber hinaus eine genaue Beobachterin, die Veränderungenin der Natur analysiert, kritisch hinterfragt, dokumentiert und in ihren Werken dem Betrachter bewusst macht, wofür sie bereits mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet wurde. Negenborns intensive Auseinandersetzung mit den Stilen der Renaissance und der Entwicklung der Zentralperspektive sind in jedem ihrer Werke lesbar, ebenso wie der Einfluss der niederländischen Land-

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schaftsmalerei des 17. Jahrhunderts. Auf beeindruckende Weise überführt sie aber die Tradition in die Gegenwart. Typisch für ihre Arbeiten ist die Aufteilung. Unter Verwendung übereinanderliegender Gitternetze konstruiert sie weite, vom Menschen gezeichnete Landschaften mit meist tiefliegenden Horizonten, die sich zwischen Realität und Fiktion bewegen und oft Stellung nehmen, zu der wachsenden Verein Kloster Bentlage Bentlager Weg 130, 48432 Rheine


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© Delita Martin

Delita Martin

Gathering the Bones 10. Juli (Eröffnung: 11 Uhr) bis 4. September 2022 Kloster Bentlage | kloster-bentlage.de Magisch und rätselhaft wirken die fast lebensgroßen, ernsten Frauenportraits, die den Blick des Betrachters treffen. Es sind selbstbewusst blickende Frauen, denen die US-amerikanische Künstlerin, Delita Martin, ihre Aufmerksamkeit widmet, ihnen Haltung verleiht und ihnen ihren Platz an der Tafel zuweist. Martins Arbeit befasst sich mit der Rekonstruktion der Identität farbiger Frauen. Sie nähert sich ihren Biografien durch intensive Recherche. Eingesponnen in phantasievolle Kompositionen gibt sie jedem Portrait eine eigene geheimnisvolle Aura. Reales und Fantastisches verschmelzen. Ihr Ziel ist es, visuell die Geschichte von Frauen zu erzählen, die oft an den Rand gedrängt wurden. Sie möchte eine ande-

re Perspektive im Leben farbiger Frauen aufzeigen. Der Druck eines Linolschnitts oder eine Handzeichnung auf einem großen Bogen weißen Papiers bilden den Anfang. Absichtsvoll werden verschiedene Medien und Symbole hinzugefügt, die mit Zeichnungen ergänzt werden – kombiniert mit Collagen aus effektvollen Dekorpapieren, Stoffapplikationen und kunstvollen Ziernähten. Fasziniert von der Sinnlichkeit der Kompositionen, braucht es Zeit, alle Details zu entdecken und zu dechiffrieren. Die Sogwirkung ist groß – die magische Verzauberung auch! Kloster Bentlage Bentlager Weg 130, 48432 Rheine

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Anne Carnein, Ohne Titel, 2021

Anne Carnein

Anfang und Ende und all die Wunder dazwischen – Objekte 15. Mai bis 14. August Kloster Bentlage | kloster-bentlage.de Im Museum Kloster Bentlage wird es in diesem Frühjahr grünen, wachsen und blühen. Die Künstlerin Anne Carnein, 1982 in Rostock geboren, verfolgt seit Jahren eine sehr eigenständige Position als Bildhauerin. Ihr Umgang mit gebrauchten und abgelegten Stoffen, aus denen feingliedriges Wurzelwerk, farbige Blüten und Blätter entstehen, lässt staunen. Ihre Objekte beziehen sich auf die uns umgebende Natur, deren Erscheinungsformen und langsam verlaufende Prozesse des Wachsens von uns Menschen oft nicht wahrgenommen werden. Ein weiterer Bezugsrahmen ist die Kunstgeschichte. Erinnerungen an Kunstund Wunderkammern der Renaissance oder barocke Stillleben können beim Be-

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trachten ihrer Objekte wach werden. Die besondere Präsentation dieser Ausstellung in den Räumen der Museumssammlung schafft ganz neue Verbindungen, etwa zu den mittelalterlichen Bentlager Reliquiengärten. Mit den Werken von Anne Carnein werden Geschichten über Körper und Raum und die Erfahrung von Zeit erzählt, und dies manchmal auch mit feinem Humor. --Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag 14 – 18 Uhr Sonntag 10 – 18 Uhr Kloster Bentlage Bentlager Weg 130, 48432 Rheine


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WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

TABLETT Holz mit Schwarzlack und Einlagen aus graviertem Perlmutter Blühender Pflaumenzweig und Mondsichel, China, 14. Jahrhundert (Ende Yuan-/Anfang Ming-Dynastie) Erworben 1999 Die Winterpflaume gilt im Fernen Osten als der erste Frühlingsbote und verheißt ein baldiges Ende des Winters.

MUSEUM FÜR LACKKUNST

ÖFFNUNGSZEITEN

Windthorststraße 26 48143 Münster | Deutschland Telefon: + 49.251.41851-0

dienstags bis sonntags und an gesetzlichen Feiertagen 12–18 Uhr (Eintritt frei)

www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst

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DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

Klosterstraße 10, 48477 Hörstel | da-kunsthaus.de

Foto: Sabine Herke

bis 29.01.23 Projektstipendium KunstKommunikation 22

Nähe auf Distanz, Anna van Eck | Feedback, Gilbert Geister | Paste Up History!, Maria Vill und David Mannstein Nähe auf Distanz | Anna van Eck »Nähe auf Distanz« erfahren, damit beschäftigt sich das titelgebende Projekt von Anna van Eck. Im Mittelpunkt steht das Ausloten nonverbaler Kommunikation im Rahmen eines besonderen Settings – beim gemeinsamen Essen als soziales Event: Mit künstlerisch überformten und erweiterten Essgeräten wird einerseits ein körperlicher zwingender Abstand generiert und zugleich erhalten die Teilnehmenden die Hilfsmittel zur kreativen Überbrückung

in die Hand. Im Rahmen von Workshops und einem Festmahl wird das Verhältnis von Nähe trotz Abstand interaktiv sowie die Funktion und Dysfunktion der Prototypen spielerisch erkundet. Feedback | Gilbert Geister Im Projekt »Feedback« widmet sich Gilbert Geister dem Phänomen der Rückkopplung und nutzt dieses in biologischen, soziologischen und vor allem technischen Systemen vorkommende Prinzip um Objekte

25.08.22 summerwinds münsterland 2022 Europas Holzbläser Festival NAKK, Nieuw Amsterdams Klarinet Kwartet“ Wunderhorn Sergio Hamerslag | Bart de Kater | Tom Wolfs | Jesse Faber Allerfeinste Klarinettenkunst! Dazu Spielfreude, echt musikantisch, Delikatesse und Charme, der einnimmt, außerdem Humor. Doch noch mehr Tiefgang. Kein Wunder also, dass das Nieuw Amsterdams Klarinet Kwartet in den Niederlanden ein Liebling des Publikums ist und auch auf

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internationalen Bühnen begeistert aufgenommen wird. Das neue Amsterdamer Klarinettenquartett übersetzt Sätze aus Sinfonien und Lieder Mahlers für seine „Wunderhörner“ und macht freie Remixes aus seinen Musiken – muntere Kuckuckskinder, leckere Gerichte.


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01.08.22 Open-Air-Kino auf dem Klostergrün

„Heimat Natur“ (2021), erzählt von Grimme-Preis-Träger Benno Fürmann, Regie: Jan Haft Einlass ab 19 Uhr, Filmbeginn bei Einbruch der Dunkelheit | mit Kurzfilm „Louis I. König der Schafe“, Regie: Markus Wulf , ein Stop-Motion-animierter Kurzfilm | „FilmSchauPlatz“ der Film- und Medienstiftung NRW | Gefördert durch: Film- und Medienstiftung NRW und Kreissparkasse Steinfurt | Eintritt frei www.facebook.com/filmschauplaetze, #FSP2022, @filmedienrw Ein ganz besonderes Kinoerlebnis verspricht der Open-Air-Kinoabend am DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Hörstel. Beim Filmabend unter freiem Himmel mitten im Klostergrün wird einer der Besten Naturfilme der Welt gezeigt: HEIMAT NATUR. Der Dokumentarfilm des mehrfach ausgezeichneten Regisseurs und Kameramannes Jan Haft ist eine bildgewaltige Reise durch die Natur unserer Heimat, von den Gipfeln der Alpen bis an die Küsten und in die Tiefen von Nord- und Ostsee. Mit diesem Film ist eine wunderschöne

mit signalverstärkender Wirkung im Kunstkontext zu entwickeln und um eine raumgreifende Installation im Westflügel zu realisieren: Beim Durchqueren des großen Saals, auf dessen Boden mittels Beamer eine Lichtfläche projiziert wird, nimmt eine Infrarotkamera die Bewegungen der Besucherinnen und Besucher auf und gibt diese für eine kurze Zeit als schwarze Linie wieder. Die Mitmach-Interessierten werden ermächtigt durch ihre Handlung eigene Bildstrukturen zu entwickeln und sich »zeichnend« durch den Raum zu bewegen.

Liebeserklärung an unsere heimischen Lebensräume und an das harmonische Miteinander von Mensch und Natur gelungen. Rahmenprogramm: Kunst-Ausstellung „Hidden Landscapes“, Live-Musik des Akustik-Pop Duos Robin Wiersbin und Benjamin Sazewa, 5 Führungen zu Kunst und Geschichte sowie Leckereien aus dem Café Clara. Die Teilnehmerzahl bei den Führungen ist begrenzt. Eine Anmeldung ist erforderlich unter: 02551 6942-15

Paste Up History! Maria Vill und David Mannstein In ihrem Projekt »Paste Up History!« lädt das Künstlerduo Maria Vill und David Mannstein Mitmach-Interessierte aus der lokalen Bevölkerung, Vereinen und soziokulturellen Institutionen zur aktiven Beteiligung ein: Bis zu 10 haushohe Fotocollagen, sogenannte Paste-Ups, mit historischen oder aktuellen Bezügen zur Region werden gemeinsam am jeweiligen Ort entwickelt und an verschiedenen Gebäuden im Kreis Steinfurt angebracht. Die Fotocollagen setzen sich kreativ mit der Heimat und Zeitgeschichte sowie mit Themen von Stadt- und Gesellschaftsentwicklung auseinander und visualisieren diese auf poetische Weise.

Fotos zu den Projektstipendien KunstKommunikation 22, alle Fotos von: Michael Jezierny Fotos v.l.n.r.: Feedback, Gilbert Geister // Nähe auf Distanz, Anna van Eck // 2x, Paste Up History!, Maria Vill und David Mannstein

Bodenschätze. Archäologische Funde aus Gravenhorst Historische Präsentation Geschichte hinterm Giebel bis 11.09.22

Die historische Präsentation zeigt im jährlichen Wechsel spannende Aspekte der Gravenhorster Vergangenheit anhand von Originalobjekten und Relikten. Im ehemaligen Kloster Gravenhorst fanden zwischen 1999 und 2002 großflächige

archäologische Ausgrabungen statt. Zahlreiche Funde traten zutage, die uns über das Leben zu unterschiedlichen Zeiten Auskunft geben. Ihnen widmet sich die historische Präsentation 2022. Was wird wohl an materiellen Hinterlassenschaften unserer Kultur im Boden überliefert werden?

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Hidden Landscapes - Schichten des Anthropozän Zukunftsfragen zum Verhältnis Mensch und Natur

mit Frank Bölter, Anett Frontzek, Kati Gausmann, Swaantje Güntzel, Martin Kaltwasser, Christoph Wenzel, Käthe Wenzel, Simone Zaugg – bis 21. August 2022 DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst | da-kunsthaus.de Im Fokus: Ökologisches Bewusstsein, Klimaanpassung und Biodiversitätsstrategien prägen den Alltag und zeugen von einem Prozess der versuchten Anpassung an neue globale Herausforderungen. Das Ausmaß menschlicher Aktivitäten und der damit einhergehende enorme Einfluss auf unsere Welt, die ökologischen und kulturellen Lebensräume wird unter dem Zeitbegriff des Anthropozän gefasst und diskutiert. Die Ausstellung Hidden Landscapes nähert sich diesem brisanten Themenkomplex in Form diverser künstlerischer Positionen. Acht renommierte Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und der Schweiz setzen sich im DA mit dem zeitgenössischen Naturverständnis auseinander: Martin Kaltwasser baut für Hidden Landscapes eine temporäre architektonische Skulptur aus Recyclingmaterialien. „Ein im-

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materieller Vorschlag auf weiß zu wandeln“ ist Titel der künstlerischen Arbeit von Anett Frontzek. 30 topographische Kartenblätter laden dazu ein, die Schweizer Alpen zu erkunden. Kati Gausmann öffnet den Blick auf die verborgene Welt der mittelozeanischen Rücken, die nur an sehr wenigen Orten weltweit übermeerisch sichtbar werden. Sie zeigt Werke aus ihrer Serie „drift“, die auf Island in Zonen auseinanderdriftender Kontinentalplatten entstanden sind. Während der Ausstellung realisiert Käthe Wenzel ihre Outdoor Skulptur „Bone Hill“ – die große Wirbelsäule in Gravenhorst. Acht unterschiedlich große Wirbel aus Beton werden aus dem Klostergrün ragen. Sie sind Kunst und Sitzgelegenheit zugleich. Schichten des Anthropozän werden auch in den Medieninstallationen von Simone Zaugg sichtbar. Ihre Videoarbeit „Minenspiel“ dokumentiert künstlerisch das letzte Jahr (2018) des Deutschen Kohlebergbaus in Ibbenbüren und lässt das Publikum in die Welt der Kumpel schauen. Christoph Wenzel nähert sich dieser vergangenen regionalen „Landschaft“ des Kohlebergbaus aus lyrischer Perspektive und erzeugt so mit „schlagwetter in der nachbarschaft“


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zahlreiche spannende Korrespondenzen. In ihrer künstlerischen Praxis befasst sich Swaantje Güntzel mit unserem Verhältnis zu Müll und zeigt in der Ausstellung ausgewählte Positionen zur Plastikkrise, u.a. die ersten beiden Werke der fotografischen Serie “Seestücke“.

o.l.: Swaantje Güntzel, SEESTÜCK II / Hamburger Kunsthalle, 2020, Foto: Henriette Pogoda © Swaantje Güntzel, VG BildKunst 2022 // o.r.: Simone Zaugg, Still aus der Videoarbeit Minenspiel © Simone Zaugg // u.l.: Käthe Wenzel, Bone Hill die Große Wirbelsäule in Gravenhorst (Modell) // u.r.v.o.n.u.: Martin Kaltwasser, Autovision / Workshop House, Osthang Project, Summer School für experimentelles Bauen, Internationaler Darmstädter Architektursommer 2014 © Foto: Martin Kaltwasser 2014 // Frank Bölter, „dem Himmel so nah in Gravenhorst“ - ortsspezifische Rauminstallation, Foto: Frank Bölter, Hybriden im großen Saal gespannt // Kati Gausmann, Skizze zu Hidden Landscapes, "Frottieren erkalteter Lava am neuen Lavafeld Fagradalsfjall auf Island, Herbst 2021", Foto: Miranda Blennerhassett

Mit großangelegten Faltaktionen ist Frank Bölter bekannt geworden. Sein Papierschiff aus "Tetra Pak" und die Reise vom "Kloster Citeaux zum DA" ist noch vielen in Erinnerung. Jetzt sind wir auf seinen gefalteten Hybriden im großen Saal gespannt. Die raumgreifenden, ortsbezogenen Interventionen und Medieninstallationen bespielen die historische Architektur im Inneren des DA, Kunsthaus, wie auch den Klosterpark und den angrenzenden Naturbereich. Die Ausstellung Hidden Landscapes versteht sich als Fortführung des erfolgreichen 3-jährigen Ausstellungsfestivals "Gravenhorster SAISONALE* - temporäre Kloster. Garten.Kunst" und dem damit verbundenen Themenkomplex von Kunst im Kontext von Natur, Ökologie und Nachhaltigkeit. Auf facebook und Instagram stellen wir die Künstlerinnen und Künstler und ihre Projekte mit persönlichen Statements vor. Tipp: Artist Talk am 13.8. und Sommerfest zur Finissage am 21.8. *Gefördert von der Kunststiftung NRW und der Kreissparkasse Steinfurt

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Andy Warhol, Grace Kelly, 1984, Siebdruck auf Lenox Museum Board, Privtasammlung, © 2022 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts Inc; Licensed by Artis

Andy Warhol zu Gast in Münster 77 Siebdrucke des Pop Art-Künstlers

14. Mai bis 18. September 2022 Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | kunstmuseum-picasso-muenster.de Die Ausstellung Andy Warhol präsentiert insgesamt 77 Prints des amerikanischen Pop Art-Künstlers aus den Jahren 1954 bis 1987. Viele davon werden in der Schau in Münster erstmalig öffentlich ausgestellt. Die Ausstellung zeigt einen breiten Querschnitt durch Warhols druckgrafisches Schaffen, darunter hauptsächlich Siebdrucke auf Papier. Zu sehen sind viele seiner beliebtesten Motive, die zu modernen Bildikonen geworden sind: Die Campell-Suppendose, Marilyn Monroe und seine bunten Blumen.

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Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden Porträts von Stars und Prominenten der 50er- bis 80er-Jahre; darunter neben Marilyn Monroe auch weitere Hollywoodstars wie Liz Taylor, Jane Fonda, Grace Kelly und Ingrid Bergmann, sowie Figuren aus der New Yorker High Society wie Caroline von Monaco und Liza Minelli. Warhol porträtiert im gleichen Stil aber auch Staatsmänner und -frauen wie Lenin, Mao Zedong und Königin Elisabeth II. sowie Persönlichkeiten aus der (deutschen) Geschichte, z.B. Johann Wolfgang von Goethe und Ludwig van Beethoven.


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Andy Warhol, Kuh, 1971, Siebdruck auf Papier, Privatsammlung © 2022 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc; Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York // Andy Warhol, Ads Apple, 1985, Siebdruck auf Lenox Museum Board, Privatsammlung © 2022 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts Inc. Licensed by Artists (002) // Andy Warhol, Campbells Soup Can on Bag, 1966, Siebdruck auf Shoppingtasche, Privtasammlung © 2022 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts Inc; License (002)

Vollständig wird die Bildserie Flash – November 22, 1963 aus dem Jahr 1968 präsentiert, die die Ermordung von John F. Kennedy zum Thema hat. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Paraphrasen auf Meisterwerke der Kunstgeschichte, denen sich Warhol Mitte der 1980er-Jahre intensiv in seinen Druckgrafiken widmet: Gemälde wie Die Geburt der Venus von Sandro Boticelli, Die Verkündigung von Leonardo da Vinci und den Schrei von Edvard Munch adaptiert er in seinem unverkennbaren Stil. Neben seinem bildkünstlerischen Werk war Andy Warhol aber auch ein leidenschaftlicher Filmemacher, was die Ausstellung anhand ausgewählter Beispiele seiner

„Screen Tests“ zeigen wird: Eine von ihm in den 1960er Jahren entwickelte und gedrehte Form des Experimentalfilms, die eine völlig neue Art des Porträts darstellt. Es handelt sich dabei um kurze, stumme Schwarzweiß-Filmporträts, die zwischen 1964 und 1966 entstanden sind. Unter Warhols Anleitung versuchten die Porträtierten – ein breites Spektrum von Personen, von denen viele zur kulturellen Szene New Yorks gehörten – etwa drei Minuten lang bewegungslos zu sitzen, während sie gefilmt wurden. Die Filme werden in Zeitlupe projiziert und zeigen ein sich langsam bewegendes, fast unbewegtes Bild der porträtierten Person. Kunstmuseum Pablo Picasso Münster Picassoplatz 1, 48143 Münster

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