kunst:stück Magazin c/o Bremen + der Norden | issue 57

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Amir Omerović, Im Kreuzkleid, 2016, Bronze / Unikat · Gerhard-Marks-Haus

Magazin für Kunst und Kultur Bremen und der Norden issue 57 | Dezember + Januar 2022 / 23
kunst:stück
Bei Tante Herta Wunder kammer Hafen kneipe 11.12.2022–10.9.2023 Eine Ausstellung von Kai Ehlers MKdW Hauptstraße 1 25938 Alkersum/Föhr mkdw.de

Kulturarbeit in unruhigen Zeiten

Beate C. Arnold, Wissenschaftlich-künstlerische Leiterin des Barkenhoff und der Großen Kunstschau Worpswede ↗ worpswede-museen.de

Liebe Kunstfreund:innen, niemand von uns kann die Augen davor ver schließen, dass wir in einer Zeit des globalen Umbruchs leben. Dabei haben umwelt- und gesundheitspolitische Umwälzungen wie die Corona-Pandemie oder der nicht mehr zu leugnende Klimawandel, aber auch dra matische (gesellschafts-)politische Entwick lungen wie das aktuelle Kriegsgeschehen in Europa eine gnadenlose Lupenfunktion: Sie führen uns drastischer denn je vor Augen, dass sich unsere Welt im Verlauf des ver gangenen Jahrzehnts tiefgreifend verän dert hat. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stehen der massiven Herausforderung ge genüber, ökologischen wie sozialen Krisen adäquat zu begegnen, sie abzuwenden und die Transformation in eine demokratische Gesellschaft zu gestalten.

Auch die Künste und der Kulturbetrieb müs sen sich den Veränderungen und der damit verbundenen Verantwortung stellen. Die Frage, welchen Beitrag Kunst und Kultur zur Gestaltung unserer Zukunft leisten kön nen, muss ein zentrales Thema der Arbeit von Kulturinstitutionen werden und sein.

Mit ihrem Projekt „ZEITENWENDE. Kunst im Aufbruch in einer Welt im Umbruch“ folgen die Worpsweder Museen dieser Fra gestellung. Den Auftakt machte 2022 die Ausstellung „Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch“, die die politische Aktualität Vo gelers ins Zentrum rückte. Seine Ideen und Ideale wurden dabei anhand von Arbeiten 19 zeitgenössischer Künstler:innen gespie gelt und vergegenwärtigt.

Die Werke der Künstler:innen des Paula Modersohn-Becker Kunstpreises 2022, der bis zum 5. März 2023 im Barkenhoff und in der Großen Kunstschau Worpswede zu se hen ist, stellen ebenfalls eine inhaltlich wie technisch differenzierte Auseinanderset zung mit verschiedenen gesellschaftsrele vanten Themen dar. Die zehn Positionen, da runter acht für den Hauptpreis nominierte Künstler:innen, gewähren uns einen span nenden Einblick in ihre Sicht auf unsere Welt und Gesellschaft.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Beate C. Arnold

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Beate C. Arnold, Foto: Worpsweder Museumsverbund, Jörg Sarbach

03 Grußworte 04 inhalt 04 - Impressum 06 Bremen 16 Ausstellungsverzeichnis 22 - Oldenburg 24 - Verden 26 - Bremerhaven 27 - Emden

28 - Lingen 30 - Worpswede 34 - Syke 38 - Föhr 40 - Leer 41 - Wilhelmshaven 42 - Osnabrück 45 - Nordhorn 46 - Hamburg H2 Verlag

Klaus Hortenbach (V.i.S.d.P.) Siemes Tannen 9 · 49565 Bramsche Tel: 05495 85999 00 mail@kunststueck-magazine.de

Amir Omoerović. Catwalk 6. November 2022 bis 29. Januar 2023 Gerhard-Marcks-Haus, Bremen ↗ marcks.de

Die Figur steht zentral im Werk von Amir Omerović. Seine Skulpturen tragen häufig menschliche oder menschenähnliche Züge, sie können sich aber auch zu pflanzlichen Wesen entwickeln. Dabei ist eine besondere Qualität seiner Plastiken, dass sie Geschichten zu erzählen scheinen. Intensität und Filigranität sind zu einem festen Erkennungsmerkmal seiner Bronzefiguren geworden. → Seite 6

Redaktionsschluss für die Ausgabe Feb / März: 15. Januar 2023 Anzeigenberatung: Klaus Hortenbach Tel: 05495 85999 00 Mobil: 0152 389 510 24

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iMPRessUM kunst:stück Magazin online | 24h / 7day www.issuu.com/agentur-h2 DAs TiTelBilD . inhalt
Amir Omerović, Im Kreuzkleid, 2016, Bronze / Unikat
kunst:stück 5 . grußwort 11.12.22—26.2.23
syker-vorwerk.de

Amir Omoerović Catwalk

6. November 2022 bis 29. Januar 2023 Gerhard-Marcks-Haus | marcks.de

Die Figur steht zentral im Werk von Amir Omerović. Seine Skulpturen tragen häufig menschliche oder menschenähnliche Zü ge, sie können sich aber auch zu pflanz lichen Wesen entwickeln. Dabei ist ei ne besondere Qualität seiner Plastiken, dass sie Geschichten zu erzählen schei nen. Intensität und Filigranität sind zu einem festen Erkennungsmerkmal sei ner Bronzefiguren geworden. Omerovićs Werk ist voll Bildwitz, von intelligenten visuellen Einfällen und Umdeutungen. Oft sind es unruhige Gestalten, in Bewe gung, entschlossen und dynamisch. Ge zeigt wird ein Querschnitt der letzten 14 Jahre aus seiner Werkgruppe „Catwalk".

Ein Catwalk verbindet zwei Aspekte. Er stens laufen auf diesem „Präsentations steg“ nur Menschen, von denen gemeinhin behauptet wird, sie seien schön. Zweitens bewegen sie sich dort, um etwas zu zei gen, was im darauffolgenden Jahr wohl „angesagt“ zu sein hat. Welcher der bei den Aspekte den anderen adelt und das Ganze zum Hingucker macht, darüber lässt sich streiten. In seiner Werkgruppe „Cat walk“ spielt der Bildhauer Omerović mit diesen Ebenen.

Gerhard-Marcks-Haus Am Wall 208, 28195 Bremen

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Abb. oben links: Amir Omerović, Blick in die Ausstellung // rechts: Amir Omerović, o. T., 2022, Bronze/Unikat Abb. unten: Renate Hoffmann, Sail-City, 2018, Acryl auf Leinen © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Renate HoffmannPanorama Überseestadt

6. November 2022 bis 29. Januar 2023

Gerhard-Marcks-Haus | marcks.de

Wo früher die alten Häfen waren, ist heute ein pul sierender neuer Stadtteil entstanden mit Wohnge bäuden, Büros, Geschäften, Cafés und Museen – die Überseestadt Bremen. Dort befindet sich der denk malgeschützte Speicher XI mit dem Hafenmuseum und der Hochschule für Künste Bremen. Der ehema lige Überseehafen wurde zum »Frischezentrum«, einem Umschlagplatz für Lebensmittel, Blumen und Pflanzen. Die Künstlerin Renate Hoffmann (geb. 1949) lässt sich von diesen Motiven inspirieren und erkun det mit Pinsel, Stift und Papier dieses Areal.

Im Pavillon zeigt sie das Ergebnis: Die Ansicht der Überseestadt als Panoramabild aus der Vogelperspek tive. Das Gemälde (210 x 1000 cm) wird freistehend im Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses installiert und soll den Eindruck vermitteln, dass sich der Besucher unmittelbar am Europahafen oder auf der Weserpro menade in der Überseestadt befindet.

Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen

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Die Firma Arp Formenkosmos

und Atelierpraxis

6. November 2022 bis 29. Januar 2023 Gerhard-Marcks-Haus | marcks.de

Bis 29. Januar 2023 zeigt das Museum eine Ausstellung mit mehr als 300 Gips plastiken des populären deutsch-franzö sischen Künstlers Hans Arp (1886–1966).

Für den Mitbegründer des Dadaismus und Wegbegleiter des Surrealismus stand der Gips als Arbeitsmaterial im Fokus seines bildhauerischen Schaffens. Weil er mit den Formen spielte, gab es verschiedene Gips formen in seinem Atelier, oft in mehreren Exemplaren. Von fertigen Formen ließ Arp Gipsabgüsse herstellen, die er im nächsten Schritt weiterverarbeitete. Er fügte Mate rial hinzu, entfernte Teile, zersägte oder verband sie. Wenn eine neue Plastik für ihn Gültigkeit besaß, wurde sie wieder in Gips gegossen.

Aus der Logik dieser Arbeitsweise ent stand eine vielfältige Formenwelt, mit der er ein breites Publikum für moder ne Kunst begeisterte. Es lohnt sich, seine Plastiken in ihrer radikalen Dreidimensi onalität zu erfahren und somit die Ar beitsweise in seinem Atelier und in »der Firma« zu begreifen. Gleichzeitig können sich Besucher:innen auf kriminalistische Spurensuche begeben und vergleichen. Die Betrachter:innen werden nirgends so viel Arp auf einem Fleck zu sehen bekom men wie in dieser Ausstellung!

Arp schuf Werke, die aus jeder Perspek tive andere Vorstellungen hervorrufen: Einfache abstrakte Formen, die viele vi suelle »Trigger« gleichzeitig beinhalten.

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Arp war kein Bildhauer, der einen Entwurf ausführte, sondern er fand die Form im Prozess und dabei kam ihm die Flexibili tät des Materials entgegen. Arp selbst bil dete das Zentrum des kreativen Prozesses, aber die Produktionsprozesse lösten sich in späteren Jahren allmählich von ihm. Es entwickelte sich eine Atelierpraxis, die auf Output strukturiert war. Aus dem Atelier wurde »eine Firma«.

Die Ausstellung ist das Resultat einer in tensiven Kooperation mit der Stiftung Arp e. V. Im Zentrum des Projekts standen die Fragen nach der »Biografie« jedes einzel nen Gipses, nach seiner Funktion in Arps Arbeitsprozess oder in den Arbeitsabläu fen der Gießereien und Steinmetzbetriebe zu Lebzeiten des Künstlers und posthum.

Gerhard-Marcks-Haus

Am Wall 208, 28195 Bremen

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Alle Arbeiten von Hans Arp, Arp Stiftung e. V., Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 // Abb. v.l.o.n.r.u.: Riesenkern, 1937, Gips // Blick in die Ausstellung // Torso, 1931, Gips

Die Maler des Heiligen Herzens

André Bauchant, Camille Bombois, Séraphine Louis, Henri Rousseau und Louis Vivin

3. Dezember 2022 bis 12. März 2023 Paula Modersohn-Becker Museum | museen-boettcherstrasse.de

André Bauchant, Camille Bombois, Sé raphine Louis, Henri Rousseau und Lou is Vivin sind vier Maler und eine Malerin, die keine künstlerische Ausbildung absol viert haben und sich dennoch in der Pa riser Kunstszene im frühen 20. Jahrhun dert durchsetzen konnten. Maßgeblich entscheidend für ihren Erfolg war der Kon takt zum deutschen Kunsthändler Wilhelm Uhde und dessen Ausstellung „Die Maler des Heiligen Herzens“ im Jahr 1928. Da rin vereinte er die stilistisch und motivisch grundverschiedenen Kunstwerke der Au todidakten. Neben den individuellen Mal techniken, beispiellosen Bildsprachen

und der Unberührtheit vom theorielas tigen Kunstdiskurs, schätzte er an ihren Arbeiten eine besondere Nahbarkeit und Zugänglichkeit, die er bei akademisch ge schulten Künstlerinnen und Künstlern oft vermisste.

Die Museen Böttcherstraße feiern ab dem 3. Dezember 2022 die Wiederverei nigung der „Maler des Heiligen Herzens“ in einer großen Sonderausstellung. Die Kunstwerke erfrischen noch heute die Sehgewohnheiten mit intensiven Farben, ungewöhnlichen Kompositionen und motivischen Neuinterpretationen. André

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Bauchant, Camille Bombois, Séraphine Louis und Louis Vivin sind der Beleg da für, dass es noch weitere autodidak tische Künstlerinnen und Künstler in der Moderne neben Henri Rousseau gab, die es wert sind, aus der Verges senheit geholt und wieder gesehen zu werden.

Öffentliche Führung sonntags, 11.30–12.30 Uhr (keine Führungen am 25.12. und 1.1.)

Museen Böttcherstraße

Paula Modersohn-Becker Museum Böttcherstraße 6–10, 28195 Bremen

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Abb. links oben: Camille Bombois, Derrière le rideau, 1928, Öl auf Leinwand, Sammlung Zander © VG Bild-Kunst, Bonn, 2022 daneben: Henri Rousseau, Vue de Bois de Boulogne, ca. 1895, Öl auf Leiwand, Sammlung Zander // Abb. unten: Seraphine Louis, Feuilles, um 1928, Ripolin auf Leinwand, Sammlung Zander

„Night of Light“ AlarmstufeRot

3D Objekt Foto, Acryl, Figuren 1:87 25 x 25 cm

Kunst und Kultur leben Arbeiten

von Jürgen Brandt

14. Januar (Eröffnung in Anwesenheit des Künstlers: 16-19 Uhr) bis 26. Februar 2023 Atelier Brandt Credo | atelier-brandt-credo.de

Es war eine ganz besondere Stimmung in schwierigen Zeiten: „Night of Light“ war 2020 und 2021 eine bundesweite Aktion, um auf die finanzielle Notlage der Veran staltungsbranche hinzuweisen. Etwa 9000 Bauwerke in Deutschland wurden mit rotem Licht angestrahlt. Auch die Galerie im Altbremer Haus zeigte sich in Rot. Für den Galeristen und Künstler Jürgen Brandt war es ein Anliegen, diesen Moment künst lerisch festzuhalten und jetzt als Motiv zur neuen Ausstellung zu präsentierten.

Nach fast drei Corona-Jahren mit existen ziellen Ängsten und Einschränkungen lässt sich sagen: Kunst und Kultur leben. Nun stimmt das Atelier Brandt Credo die Be sucher unter dem Titel „Kunst und Kultur leben“ mit den Arbeiten von Jürgen Brandt auf ein neues und vielversprechendes Aus stellungsjahr ein.

Kurz ein Blick zurück: 1976 begann die Ein führung zur ersten Einzelausstellung des Bremer Künstlers mit den Worten: “Mei ne Damen und Herren, liebe Freunde... das Wagnis Kunst zu machen...“. Jürgen Brandt hat das Wagnis angenommen und kann für die aktuelle Ausstellung aus einem Fundus von Zeichnungen, Malerei, Fotos und Objekten schöpfen. Die künst lerische Arbeit hat zu unterschiedlichsten

Themen Spuren hinterlassen: 1979 wurde das großformatige Wandbild im Bürger zentrum Neue Vahr in Bremen mit dem Protest gegen den Atomstaat umgesetzt, 2003 erscheint eine Dokumentation zum Irak-Krieg, es entstehen akribische Zeich nungen von Hausfassaden und Stillleben. Viele Jahre begleitet den Künstler ein ganz besonderes Thema: Es ist die ‚Spuren suche’ an der Ostsee. Fundstücke und Steinstrukturen erfahren eine Umset zung in einer Kombination von Aquarell und Zeichnung.

Für die neuesten Arbeiten werden Fotos, kleinformatige Zeichnungen und Male rei neu und überraschend als kleine Ga lerieszenen in Objektkästen inszeniert und arrangiert. Die kleinen Formate ma chen neugierig und ziehen den Blick an. Jürgen Brandt sieht in dieser Entwicklung eine fast unerschöpfliche Themenvielfalt, in der natürlich auch „AlarmstufeRot“ auf merksam macht und ein Signal für weitere Projekte gibt.

Dieses Signal greift Jürgen Brandt für sich auf: „Ich möchte mit meinen Arbeiten und der Galerie … Kunst und Kultur leben."

Atelier Brandt Credo Meyerstraße 145, 28201 Bremen

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CAVALLUNA

Geheimnis der Ewigkeit

26. / 27. Dezember 2022, 14.00 Uhr und 18.30 Uhr ÖVB-Arena Bremen | cavalluna.com

Unter tosendem Applaus und mit vollen Tri bünen hat die neue Show „CAVALLUNA –Geheimnis der Ewigkeit“ Mitte Oktober im sächsischen Riesa Premiere gefeiert. Nach einer intensiven Zeit der Vorbereitung und Proben freut sich nun das gesamte Team darauf, in den kommenden Monaten groß en und kleinen Fans das neue Programm zu präsentieren. Mit insgesamt 34 Städten in Deutschland und Europa zählt die diesjäh rige Tournee zu den Größten der letzten Jahre und knüpft nahtlos an die Erfolge der vergangenen Shows an.

Bis Ende Juni 2023 verzaubert „Geheimnis der Ewigkeit“ Jung und Alt mit beeindru ckenden Szenerien, spektakulärer Reit kunst und fantastischen Tanzchoreogra fien. Auch diesmal setzt der Veranstalter wieder auf das Kreativteam um Klaus Hille brecht, der als Autor, Regisseur sowie Kom ponist bereits für die letzten CAVALLUNAShows verantwortlich zeichnete. Mit da bei sind Europas beste Showreiter: Neben altbekannten Stars wie beispielsweise den Equipen um Luís Valença und Filipe Fernan des aus Portugal, die bei harmonischen Darbietungen der klassischen Dressur brillieren,

sowie den beliebten Trickreitern der Hasta Luego Academy aus Südfrankreich, die mit waghalsigen Stunts auf, neben und unter dem Pferd den Zuschauern den Atem rau ben, zeigen auch neue Teammitglieder wie Emma Tytherleigh mit ihren lustigen Vier beinern und der Spanier Carlos Román mit Esel „Caramelo“ ihr Können. Freuen darf sich das Publikum ebenfalls auf Laury Tis seur mit seiner actionreichen Ungarischen Post, die lustigen Mini-Shettys von Bartolo Messina sowie auf die belgische Künstlerin Sylvie Willms, die mit einer faszinierenden Freiheitsdressur die Herzen von Groß und Klein berührt.

Mit 53 Pferden sowie einem Esel und erst mals einem Hund, den Reitern und einem internationalen Tanz-Ensemble entführt Europas beliebteste Pferdeshow die Zu schauer diesmal in die Weiten Mittelame rikas und erzählt eine inspirierende Ge schichte: Die Eingeborene Mamey und der Hirtenjunge Joaquim begeben sich beide – ohne von der Mission des jeweils anderen zu wissen – auf eine abenteuer liche Reise, um den magischen Stein der Ewigkeit an seinen Ursprungsort zurück

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zubringen und den Stamm der Guyavos so vor seinem Untergang zu bewahren. Auf ihrem Weg müssen sie sich vielen Ge fahren stellen und dem machtbesessenen Arturo die Stirn bieten, der diesen beson deren Stein mit Hilfe seiner Reiterbande, den wilden Cocorochos, für seine Zwecke stehlen will…

„CAVALLUNA – Geheimnis der Ewigkeit“ ist bis Ende Juni 2023 in 34 Städten in ganz Deutschland und Europa unterwegs und verspricht mit einem harmonischen Zu sammenspiel aus berührenden Momenten, witzigen Comedy- Nummern und rasanter Action vor der Kulisse wunderschöner Landschaften mit tropischen Wäldern und farbenfrohen Dörfern ein Showerlebnis der Extraklasse für die ganze Familie.

Weitere Termine in der Umgebung: ÖVB-Arena Bremen, 26. / 27.12.2022 ZAG Arena Hannover, 14. / 15.1.2023 Barclays Arena Hamburg, 18. / 29.1.2023

Weitere Infos und Tickets gibt es Online unter: www.cavalluna.com

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Abb. v.o.l.n.u.r.: Ungarische Post von Laury Tisseur // Trickreiter der Equipe Hasta Luego Academy // Trickreiter der Hasta Luego Academy als Cocorocho // Freiheitskünst ler Alex Giona // © CAVALLUNA

Riesenkern, 1937, Gips, Hans Arp, Arp Stiftung e. V., Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Gerhard-Marcks-Haus

K U ns THA lle B R e M en | Am Wall 207 | 28195 Bremen kunsthalle-bremen.de – Wer war Milli? Eine Intervention von Natasha A. Kelly | - 30.4.23 – Sunset Ein Hoch auf die sinkende Sonne | bis 2.4.23 – Die Sammlung Osmers. Von Archipenko bis ZERO | 10.12.22–26.3.23

Gerh A rd-M A r C ks- hA us | Am Wall 208 | 28195 Bremen marcks.de – Die Firma Arp. Formenkosmos und Atelierpraxis | bis 29.1.23 – Amir Omerovic. Catwalk. Renate Hoffmann | bis 29.1.23 – Renate Hoffmann. Panorama Überseestadt | bis 29.1.23

s tädtis C he G A lerie | Buntentorsteinweg 112 28201 Bremen | staedtischegalerie-bremen.de – CKD – Completely knocked down. Recife Bremen Connec tion | bis 18.12.22

Weser B ur G – Museu M F ür MO derne k unst teerhof 20 | 28199 Bremen | weserburg.de – Until We Meet Again. Place-Making in Southeast Asia | – 12.2.23 – So wie wir sind 4.0 | bis 13.8.23 – Fokus: Norbert Schwontkowski | bis 13.8.23 – What is the Proper Way to Display a Flag? | bis 23.4.23

Museen B Ö tt C herstr Ass e | Böttcherstraße 6–10 28195 Bremen | museen-boettcherstrasse.de – Die Maler des Heiligen Herzens | André Bauchant, Camil le Bombois, Séraphine Louis, Henri Rousseau, Louis Vivin | 4.12.22–12.3.23

G A le R ie M i TT e i M K UB o | Beim Paulskloster 12 28203 Bremen | galeriemitte.eu – HAWOLI . WI(E)DERGABE | 2.12. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 22.1.23

Atelier Br A ndt Cred O | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen atelier-brandt-credo.de – Pia E. van Nuland. cut and move I | bis 18.12. – Jürgen Brandt. Kunst und Kultur leben | 14.1. (Eröffnung: 16–19 Uhr) bis 26.2.23

k ünstlerh A us Bre M en | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen kuenstlerhausbremen.de – Jahresgaben 2022 | 4.12.22–8.1.23

– Paula Hurtado Otero. Muttering incantations - Bremer Ate lierstipendium 2022 | 4.12.22–15.1.23

K U ns TM ix | Produzentengalerie im schnoor | Kolpingstraße 18 28195 Bremen | kunstmixbremen.de

„Night

– Leuchtstoff VI- kunstmix & friends | bis 20.1.23

– Annabella Kalisch,Ida Oelke, Paula Freitag, Jörg Mandernach, Rabea Melius, Rebecca Blöcher, Susanne Mewing | 22.1.–17.2.23

. bremen 16 kunst:stück
Der Container beim Abtransport in Recife, Foto: Roberta Guimaraes, Städtische Galerie Bremen Hawoli. Wi(E)dergabe Galerie Mitte im KUBO Carola Schapals, Sleeping house, 2022, H 70 x B 100 cm, Öl auf Leinwand | kunstmix of Light“ AlarmstufeRot, 3D Objekt, Foto, Acryl, Figuren 1:87, 25 x 25 cm Atelier Brand Credo
arp
firma Formenkosmos und Atelierpraxis 06. November 2022 –29. Januar 2023 Medienpartner In Kooperation mit www.marcks.de © VG Bild Kunst Bonn 2022 bäuerlegestaltung
die

GA k Gesells C h AF t F ür Aktuelle k unst e.V. | Teerhof 21 | 28199 Bremen | t. 0421 500897 | gak-bremen.de – publics & publishings | bis 23.12.22 – Dudu Quintanilha | 20.1. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 26.3.23

üB ersee-Museu M Bre M en | Bahnhofsplatz 13 | 28195 Bre men | t. 0421 160380 | www.uebersee-museum.de – 100% Baumwolle | bis 11.4.23

G A lerie h er O ld . Güter BA hnh OF Bre M en – Are A l F ür k unst und k ultur | Beim Handelsmuseum 9 28195 Bremen | galerieherold.de – Hinrich Brockmöller. Punkt Punkt Komma Strich | bis 15.1.23 – Christiane Fichtner. The Loose Leaf Archive / Heftarchiv | 27.1. bis 26.2.23

s yker V O r W erk | Waldstraße 76 | 28857 syke syker-vorwerk.de – Nicht / Noch nicht / Nicht mehr / Vielleicht / Muttersein Motherhood | 11.12.22–26.2.23

d euts C hes P F erde M useu M e.V | Holzmarkt 9 27283 Verden / Aller | dpm-verden.de – Europas beste Naturfotografien 2022 | 6.12.22–5.3.23

Wo RP s W e D e R M U seen | Barkenhoff | Große kunstschau haus im schluh | Worpsweder kunsthalle | worpswede-museen.de – Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch –– Das Leben gestalten bis März 23. | ↗ vogeler22.de – Kunst im Umbruch. Paula Modersohn-Becker Kunstpreis 2022 bis 5.3.23, Barkenhoff und Große Kunstschau

RATHAU s Wo RP s W e D e | Bergstraße 1 | 27726 Worpswede worpsweder-kunsthandwerkermarkt.de – Peter-Jörg Splettstößer. dedicated oder der Schrei der Elster 2005/2021 | 10.12.22–29.1.23

skul P turen i M ÖFF entli C hen r A u M | Bergstraße 27726 Worpswede | galerie-altes-rathaus-worpswede.de – Eisenzeit. Skulpturen im öffentlichen Raum – Zeitgenössische Kunst in der Bergstraße in Worpswede bis Juni 2023 und in der Galerie Altes Rathaus 5.2.–12.3.23

G A lerie des n WW k C / O Vill AG e | Bergstraße 22 27726 Worpswede | nwwk.de – Pia E. van Nuland. Cut and Move II – Holz- und Linolschnitte / Bronzen | bis 31.1.23

h ist O ris C hes Museu M Bre M erh AV en | An der Geeste 27570 Bremerhaven | historisches-museum-bremerhaven.de – Hans Scharoun. Entwürfe, Visionen, Modelle | bis 26.2.23

. bremen & umzu kunst:stück 18
Anna Nero, Finger of Doom, 2022, Öl und Acryl auf Leinwand, 40x30cm, Foto: Alexander Neros lavsky | Kunsthalle Lingen Peter-Jörg Splettstößer, ohne Titel, 2006, Mischtechnik; Foto: Joachim Fliegner, Bremen | Gale rie Altes Rathaus Worpswede „Queen of Bears“ - Sieger Fritz Pölking Jugendpreis von David Hup & Michiel van Noppen, Nie derlande © GDT ENJ 2022, David Hup & Michiel van Noppen Deutsches Pferdemuseum linor Carucci, The first week, 2004 © artist, courtesy Gallery FIFTY ONE | Syker Vorwerk Hans Scharoun „Die Lichtschale“, ohne Jahr, Akademie der Künste, Berlin, zA 24 | Historisches Muse um Bremerhaven
ETEL ADNAN, MOUNT TAMALPAÏS, 2015 © COMMISSIONED BY SHARJAH ART FOUNDATION, COURTESY THE ESTATE OF ETEL ADNAN ERZÄHLUNGEN AUS DER DIASPORA 28. OKTOBER 2022 –12. MÄRZ 2023 HALLE FÜR AKTUELLE KUNST WERKE DER SHARJAH ART FOUNDATION COLLECTION ALIX MARIE, STYX, 2021 (DETAIL) ALIX MARIE 25. NOVEMBER 2022 –26. FEBRUAR 2023 PHOXXI. HAUS DER PHOTOGRAPHIE TEMPORÄR STYX PAUL MPAGI SEPUYA, DARK ROOM STUDIO (0X5A8593), 2021 (DETAIL) , COURTESY THE ARTIST AND GALERIE PETER KILCHMANN, ZURICH / PARIS © PAUL MPAGI SEPUYA PAUL MPAGI SEPUYA 25. NOVEMBER 2022 –26. FEBRUAR 2023 DAYLIGHT STUDIO / DARK ROOM STUDIO PHOXXI. HAUS DER PHOTOGRAPHIE TEMPORÄR DIETHER ROTH, AFTERNOON, 1973 (DETAIL) GEPRESST GEDRUCKT GEQUETSCHT 3. DEZEMBER 2022 –19. MÄRZ 2023 DIETER ROTH UND DIE DRUCKGRAPHIK SAMMLUNG FALCKENBERG, HAMBURG-HARBURG IN THE HEART OF ANOTHER COUNTRY

KUnsTHAUs sTADe | Wasser West 7 | 21682 stade museen-stade.de – Entfernte Verwandte. Tierskulpturen von Ewald Mataré, Hans Martin Ruwoldt & Renée Sintenis | bis 15.1.23

MuseuM kunst der Westküste | Hauptstraße 1 25938 Alkersum/Föhr | mkdw.de – Max Liebermann im Fokus. Provenienzgeschichten | bis 19.3.23 – Günter Zachariasen. Unendlich Jetzt | bis 15.1.23 – Bei Tante Herta. Wunderkammer Hafenkneipe - Eine Ausstellung von Kai Ehlers | 11.12.22–10.9.23

OldenBurGer kunstVerein | Damm 2a 26135 Oldenburg | oldenburger-kunstverein.de – Matthias Dornfeld. l`amour change tout | bis 5.2.23

lAndesMuseuM Für kunst und kulturGesChiChte olDenBURG | damm 1 | Oldenburg | landesmuseum-ol.de – Grands Boulevards. Plakatkunst des Jugendstils | bis 22.1.23 – Kabinettschau Eisblumen und Pflanzenformen | bis 5.3.23

GAleRie AM sTAll | Am ebenesch 4 | 27798 Hude galerie-am-stall.de – Menno Fahl. Kopfkino – Druckgrafik, Skulptur | bis 11.12. – Martin Paulus. Spolia | 15.1.–19.2.23

kunsthAlle WilhelMshAVen | Adalbertstraße 2826382 Wilhelmshaven | kunsthalle-wilhelmshaven.de – Fluxus Matters | 10.12.22–19.2.23

OstFriesisChes lAndesMuseuM eMden | Brückstr. 1 26725 emden | landesmuseum-emden.de – Melanie Schulte. Schiff, Unglück, Mythos | 22.12.22–28.1.24 – Paten retten Museumsschätze | bis 30.12.22

KUnsTHAlle eMDen | Hinter dem Rahmen 13 26721 emden | kunsthalle-emden.de – Nolde / Rohlfes. Zwei Künstlerleben | 12.11.22–21.2.23

KUnsTHAUs leeR | Turnerweg 5 | 26789 leer kunsthaus-leer.de – Nächtliche Impressionen | 4.12.22–29.1.23

KUnsTHAlle linGen | Kaiserstraße 10a | 49809 lingen kunsthallelingen.de – Robel Temesgen. Faces of Stories | 3.12.22–26.2.23

städtisChe GAlerie nOrdhOrn | Vechteaue 2 48529 nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de – Christoph Girardet. A Theory of Ghosts | 9.12.22–12.2.23

20 kunst:stück . der norden / oldenburg & umzu
Kai Ehlers, Bei Tante Herta, 2012 © Courtesy of the artist, VG Bild-Kunst, Bonn 2022| Museum Kunst der Westküste Hartmut Bleß, Hauptstraße (Ausschnitt), 2019, Öl auf Hartfaser, 66 x 61 cm, © Hartmut Bleß Kunsthaus Leer Milan Knížák, Jeff Berner, Alison Knowles, Serge Oldenbourg und Ben Vautier führen In Memoriam to Adriano Olivetti von George Maciunas auf, Prag, 13. Oktober 1966 | Kunsthalle Wilhelmshaven Matthias Dornfeld, untitled (out of the horse series), 2022, acrylic and gouache on canvas, 180 x 250 cm, Courtesy Soy Capitán, Berlin Oldenburger Kunstverein Melanie Schulte, FS Album 43-47 Ostfriesisches Landesmuseum Emden
kunst:stück . oldenburg ENTWÜRFE – VISIONEN – MODELLE HANS SCHAROUN 26.11.2022 – 26.2.2023 Eine Ausstellung zum 50. Todestag des Architekten Hans Scharoun Mit freundlicher Unterstützung Historisches Museum Bremerhaven An der Geeste | 27570 Bremerhaven HISTORISCHES MUSEUM BREMERHAVEN fast nichts Kati Gausmann Lena von Goedeke Alicja Kwade Bjorn Melhus Matthias Stuchtey Shigeru Takato Christine Wamhoff Tim Roßberg Jürgen Stollhans 02.12.2022 – 28.01.2023 mit freundlicher Unterstützung von

Matthias Dornfeld

L`AMOUR CHANGE TOUT

25. November 2022 bis 5. Februar 2023

Oldenburger Kunstverein | oldenburger-kunstverein.de

In der Ausstellung „L' Amour Change Tout“ hat Matthias Dornfeld ein exzentrisches Inventar verfremdeter klassischer Male reimotive zusammengestellt. In seinem Werk voller kunsthistorischer Referenzen finden sich traditionelle Genres der Malerei wieder: Porträt, Landschaft, Stillleben, Ab straktion. Was all diese sehr unterschied

lichen Werke miteinander verbindet, ist die Art und Weise, wie sie gemalt wurden: Die Technik des Künstlers zielt darauf ab, Wis sen und Ideologie abzuschütteln und einen Kanal zu seinem Unbewussten frei zu ma chen. Statt Streben nach akademischem Anspruch findet sich in Dornfelds Werken eine unverfälschte Klarheit. Er malt wie ein Surrealist – automatisch, intuitiv, im mer mit dem beginnend, was seine Psyche heraufbeschwört, was zuerst in ihm auf taucht. So entstehen ganz einfache Bilder: ein Gesicht, ein Himmel, ein Pferd.

Matthias Dornfeld, 1960 in Esslingen ge boren, studierte an der Akademie der Bil denden Künste in München, wo er später eine Professur innehatte. Seine Werke wer den seit 2001 international ausgestellt und sind in zahlreichen renommierten Kunst sammlungen vertreten. Dornfeld lebt und arbeitet in Berlin.

Öffnungszeiten:

Di – Fr 14-18 Uhr, Sa / So 11-18 Uhr oldenburger Kunstverein Damm 2a, 26135 Oldenburg

22 kunst:stück . oldenburg
Abb. oben: Matthias Dornfeld, untitled (out of the horse series), 2022, acrylic and gouache on canvas, 180 x 250 cm, Cour tesy Soy Capitán, Berlin // Abb. unten: Matthias Dornfeld, untitled (vase), 2022, oil on canvas, 100 x 70 cm Courtesy Soy Capitán, Berlin
Kunsthaus Leer Turnerweg 5, 26789 Leer T. 0491 926 1531 www.kunsthaus-leer.de © Hartmut Bleß, Hauptstraße (Detail) Di–Do und So 14–17 Uhr auch am 25.12.2022 und 1.1.2023 nächtLiche impressionen 4. Dezember 2022 —— 29. JanUar 2023 Eröffnung: Sonntag 4. Dezember 2022, 11.30 Uhr

europas beste naturfotografien 2022

Ausgezeichnete Fotos erstmalig im Deutschen Pferdemuseum zu sehen 6. Dezember 2022 bis 5. März 2023 Deutsches Pferdemuseum | dpm-verden.de

Als europaweit erster Ausstellungsort prä sentiert das Deutsche Pferdemuseum vom 6.12.2022 bis zum 5.3.2023 die besten Fo tografien des renommierten Wettbewerbs „Europäischer Naturfotograf des Jahres 2022“. Seit dem Jahr 2001 ruft die Gesell schaft für Naturfotografie (GDT) alljährlich Profi- und Hobbyfotografen zur Teilnahme auf. Rund 18.000 Fotos wurden 2022 zum Wettbewerb eingereicht, die besten 100 sind Ende Oktober von der international besetzen Jury ausgezeichnet worden und nun in Verden erstmalig für die Öffentlich keit im Rahmen einer Ausstellung zu sehen.

Mit der hochkarätigen Ausstellung nimmt das Deutsche Pferdemuseum seine Gäste mit auf eine fotografische Reise um die Welt. Ein Wolf auf Streifzug durch den Kie fernwald, verspielte Polarfüchse in eisiger

Landschaft, die nächtliche Begegnung mit einem Waschbären, ein Wintereinbruch im Frühlingswald, glitzernde Libellenflügel, ja gende Haie und feuerspeiende Vulkane… Die Gäste der Ausstellung dürfen sich auf die ganze Bandbreite der Naturfotografie freuen. Von ungesehenen Verhaltenswei sen, seltenen Arten, intimen Tierportraits, verträumten Pflanzenbildern bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit den Belangen des Natur- und Artenschutzes.

Die Fotografien bestechen durch ihre Viel fältigkeit und ihre speziellen und faszinie renden Entstehungsgeschichten. Fotogra finnen und Fotografen, die mit viel Geduld und Besonnenheit, gründlicher Planung, viel fotografischem Können und Kreativi tät den perfekten Moment mit der Kame ra einfangen. Und deren Naturwissen und

24 kunst:stück . verden

Abb.

Respekt für ihre Umwelt Voraussetzungen für ihre Fotografie darstellen. Ohne Einsatz von Bildmanipulationsprogrammen begei stern ihre Fotografien die Betrachter durch die Vielfalt und Einzigartigkeit der Natur, veranschaulichen aber gleichzeitig auch die Verwundbarkeit unseres Planeten.

Gesamtsieger und damit „Europäischer Na turfotograf des Jahres 2022“ ist der rus sische Fotograf Mike Korostelev. Mithilfe einer Unterwasserdrohne beobachtete und dokumentierte er Flusspferde in einem süd afrikanischen Salzsee. Der begeisterte Wild tierfotograf hat sich auf die Unterwasser fotografie spezialisiert und schafft es dabei immer wieder Aufnahmen zu realisieren, die nahezu unmöglich scheinen: anspruchsvolle Fotografien von Tieren in ihren natürlichen Lebensräumen, die potenziell gefährlich

werden können. Bei der Naturfotografie geht es ihm vor allem darum, zu zeigen, wie zerbrechlich unsere Natur ist und wie wichtig es daher ist, sie zu schützen und keine Tiere in Gefangenschaft zu halten.

Zur Ausstellung ist im Tecklenborg-Ver lag ein Bildband erschienen, der neben diversen Postkarten am Museumsshop des Deutschen Pferdemuseums angebo ten wird. Die Fotoausstellung ist bis zum 5. März 2023 Dienstag bis Sonntag von 10–17 Uhr geöffnet. Als Begleitprogramm sind mehrere Vorträge zur Naturfotografie so wie Reisereportagen geplant. Mehr Infos zur Ausstellung und zum Begleitprogramm unter: www.dpm-verden.de

Deutsches Pferdemuseum Holzmarkt 9, 27283 Verden (Aller)

kunst:stück 25 . verden
v.o.l.n.r.u.: Europäischer Naturfotograf des Jahres 2022: Hippo-Welt von Mike Korostelev, Russland © GDT ENJ 2022, Mike Korostelev // Lobende Erwähnung in der Kategorie Unterwasserwelt: Der Zauberer von Angel Fitor, Spanien © GDT ENJ 2022, Angel Fitor // 2. Platz in der Kategorie Landschaften: Feuerwelten von Eduardo Blanco Mendizabal, Spanien © GDT ENJ 2022, Eduardo Blanco Mendizabal // Lobende Erwähnung in der Kategorie Mensch und Natur: Wohnzimmerroman tik von Florian Smit, Deutschland © GDT ENJ 2022, Florian Smit // „Queen of Bears“ - Sieger Fritz Pölking Jugendpreis von David Hup & Michiel van Noppen, Niederlande © GDT ENJ 2022, David Hup & Michiel van Noppen // Sieger in der Kategorie Atelier Natur: Glitzern von Simone Baumeister, Deutschland © GDT ENJ 2022, Simone Baumeister

Hans scharoun Entwürfe, Visionen, Modelle

26. November 2022 bis 26. Februar 2023 Historisches Museum Bremerhaven | historisches-museum-bremerhaven.de

Am 25. November 2022 jährt sich der To destag von Hans Scharoun zum 50. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Historische Museum Bremerhaven in Kooperation mit dem Bremer Zentrum für Baukultur und dem Kulturamt Bremerhaven eine Galerieausstellung, die sich frühen Ent würfen sowie Visionen und Modellen des renommierten Architekten und Stadtpla ners widmet.

Der Architekt: Hans scharoun Hans Scharoun wurde am 20. September 1893 in Bremen geboren. Ein Jahr spä ter zog seine Familie nach Bremerhaven. Schon früh fertigte er Bauzeichnungen von Schiffen und Gebäuden an. Als Abiturient beteiligte er sich bereits an einem Wettbe werb zum Bau einer Kirche in der Nachbar schaft zu seiner Schule.

1913 begann Scharoun ein Studium an der TH Charlottenburg, das er wegen des Er sten Weltkriegs vorzeitig beendete. Seit den 1920er Jahren pflegte er enge Kon takt zu den Architekten des „Neuen Bau

ens“, wie etwa Bruno Taut und Mies van der Rohe. 1925 erhielt er eine Professur an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Zudem führte er ein Architekturbüro in Berlin.

Hans Scharoun entwickelte sich zu einem gemäßigten Vertreter der Moderne, wie sich das etwa beim Musterhaus der Stutt garter Weissenhof-Siedlung 1927 zeigt. Für ihn spielte die Beziehung zwischen Raum und Mensch eine entscheidende Rolle. Als Vertreter des „Neuen Bauens“ been dete die Diktatur der Nationalsozialisten seine kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. In Bremerhaven baute er in dieser Zeit ein Einfamilienhaus für seinen Schwager Hans Hoffmeyer und erhielt einige weitere ge stalterisch eingeschränkte Aufträge. Paral lel dazu entstanden in dieser Zeit Hunderte von visionären Aquarellen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Berlin zurück, wurde Baustadtrat, Professor an der TU Berlin und erster Di rektor der neu gegründeten Akademie

26 kunst:stück . bremerhaven

der Künste (West). Außerdem arbeitete er weiterhin erfolgreich als Architekt. Zu seinen Spätwerken zählt die Berliner Phil harmonie, das Stadttheater in Wolfsburg und schließlich das Deutsche Schifffahrts museum in Bremerhaven, dessen Fertig stellung er nicht mehr erlebte. Hans Scha roun starb am 25. November 1972 in Berlin.

Die Ausstellung: entwürfe – Visionen - Modelle Den Anfang der Ausstellung bilden nicht realisierte Entwürfe für verschiedene Ge bäude, die Scharoun seit seiner Schulzeit ab 1909 sowie als Student und als freischaf fender Architekt bis 1934 zu verschiedenen Aufgabenstellungen in Bremerhaven an fertigte. Sie zeigen seine stilistische Ent wicklung vom Historismus und Jugendstil zu einem Architekten der Moderne.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet eine Auswahl von Aquarellen aus der Zeit zwi schen 1939 und 1945. Ohne konkreten Ort und Anlass entwickelte Hans Scharoun da rin architektonische Visionen zu der „Frage nach der kommenden Gestalt“.

Auf die Aquarelle folgen Modelle von Wett bewerbsentwürfen aus der Zeit von 1949 bis 1955, darunter sein Entwurf für eine

Amerika-Gedenkbibliothek in Berlin (1951), die Bebauung der Insel Helgoland (1952), das Stadttheater in Kassel (1952) oder die Bürgerweide Bremen (1955). Obwohl Scharoun in diesen Wettbewerben immer wieder Anerkennung fand und den ersten Platz erlangte, wurden die in der Ausstel lung gezeigten Entwürfe nicht verwirklicht.

Die Umsetzung seiner Visionen sowie ei ne Auswahl realisierter Gebäude, darunter die Berliner Philharmonie und das Deut sche Schifffahrtsmuseum, zeigen zum En de der Ausstellung Fotos von Horst Hänel. An Hand dieser Fotografien sowie der un gebauten Entwürfe und Modelle gibt die Galerieausstellung einen breit gefächer ten Einblick in das Werk des Architekten Hans Scharoun.

Die Termine des Begleitprogramms wer den auf der Website des Museums ange kündigt.

Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr, Eintritt frei

Historisches Museum Bremerhaven An der Geeste, 27570 Bremerhaven

kunst:stück 27 . bremerhaven
Abb. links: Hans Scharoun „Die Lichtschale“, ohne Jahr, Akademie der Künste, Berlin, zA 24 Abb. rechts: Modell Bürgerweide Bremen, 1955, Foto: Astrid Ottens

Melanie schulte

Schiff, Unglück, Mythos 22. Dezember 2022 bis 28. Januar 2024 Ostfriesisches Landesmuseum Emden | landesmuseum-emden.de

Anfang und Ende der MELANIE SCHULTE jähren sich 2022 zum 70. Mal. Am 21.12.1952 gab es eine letzte Funkmeldung etwa 90 Seemeilen westlich der Hebriden über eine Wetterverschlechterung. Seitdem ist das Schiff mit seiner 35köpfigen Mannschaft

verschollen. Das spurlose Verschwinden der MELANIE SCHULTE ist für die Angehörigen ein Schicksalsschlag und ist auch heute noch mit vielen unbeantworteten Fragen verbunden. Das Unglück, dessen Ablauf niemand kennt, erschütterte aber auch Emder Werft- und Hafenarbeiter inmitten der Aufbruchszeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Geschichte der MELANIE SCHULTE, gebaut von den Emder Nordseewerken, beginnt mit einem missglückten Stapellauf und wurde vor allem nach ihrem spurlosen Verschwinden zu einem Mythos. Das Ostfriesische Landesmuseum hat sich auf die Spuren dieses Mythos begeben und Akten durchforstet, Angehörige befragt und unterschiedliche Expert:innen eingebunden, um die bisher weniger bekannten Spuren unter die Lupe zu nehmen.

ostfriesisches landesmuseum emden Brückstraße 1, 26725 Emden

28 kunst:stück
Abb. oben: Melanie Schulte, FS Album 43-47 // unten: Rettungsrung der Melanie Schulte
. emden

Robel Temesgen

Faces of Stories · Lingener Kunstpreis 2022 3. Dezember 2022 bis 26. Februar 2023 Kunstverein Lingen e.V. Kunsthalle | kunsthallelingen.de

Bereits zum 25. Mal wird der etablierte und renommierte Lingener Kunstpreis verge ben. Seit 1983 widmet er sich ausschließ lich Künstler:innen, die im Medium Malerei arbeiten. Es wurden zwölf Direktor:innen von Museen aus Deutschland und Öster reich um jeweils zwei Vorschläge gebeten. Die Jury ist zu dem Ergebnis gekommen, den Preis in diesem Jahr an den aus Äthi opien stammenden Künstler Robel Temes gen zu verleihen. Robel Temesgen wurde dort 1987 geboren und ist derzeit Dokto rand für künstlerische Praxis an der Oslo National Academy of the Arts.

Robel Temesgens Bilder und Arbeiten auf Papier entführen in Räume, die von spi ritueller Bedeutung durchdrungen sind. Nach umfangreichen Recherchen in Äthi opien bemüht er sich, durch einen phä nomenologischen Ansatz die gelebte Er fahrung von Landschaft im Kontext des äthiopischen Glaubens des Adbar und der damit verbundenen Rituale darzustellen.

Im Amharischen bezieht sich der Begriff adbar auf die Verkörperung von Schutz

geistern in verschiedenen Elementen der natürlichen Landschaft, wie Seen, Bergen, Felsen oder Bäumen. Der Künstler wuchs in Dessie im Nordosten Äthiopiens auf, wo adbar weit verbreitet ist. Die Werke zei gen schimmernde, phantastische Land schaften in einem charakteristisch sym bolischen, lyrischen Stil und sind teilweise über fünf Meter lang. Von der Decke hän gend und als schwebende Papierrollen präsentiert, die teilweise den Boden be decken, erinnert ihr Erscheinungsbild an äthiopische Heilrollen. Die Bilder besitzen eine Leuchtkraft, die durch die Verwen dung von Emaille, Sprühfarbe und Acryl auf hochglänzendem Papier erreicht wird. Sie zeigen Wasser, Land und Luft in ver schiedenen Zuständen der Verschmelzung und Verwandlung - turbulent oder ruhig, in ein surreales, schillerndes Licht getaucht.

Eröffnung und Preisverleihung am Freitag, 02.12.2022 um 19 Uhr

Kunsthalle Kaiserstraße 10a, 49809 Lingen (Ems)

kunst:stück 29 . lingen
Robel Temesgen, Adbar, 2028, Acryl, Tinte, Filzstift, Klebeband, Tippex und Füllfederhalter auf Papier, 110 x 110 cm, Courtesy der Künstler

Kunst im Umbruch

Die Ausstellung zum Paula Modersohn-Becker Kunstpreis 2022 26. November 2022 bis 5. März 2023 Worpswede | worpswede-museen.de | pmb-kunstpreis.de

„Ich verlebe jetzt eine seltsame Zeit. Vielleicht die ernsteste meines kurzen Le bens. Ich sehe, daß meine Ziele sich mehr und mehr von den Euren entfernen werden, daß Ihr sie weniger und weniger billigen werdet. Und trotz alledem muß ich ihnen folgen. Ich fühle, daß alle Menschen sich an mir erschrecken, und doch muß ich weiter. Ich darf nicht zurück. Ich strebe vorwärts, gerade so gut als Ihr, aber in meinem Geist und in meiner Haut und nach meinem Dafürhalten.“ Paula Becker in einem Brief an ihre Schwester Milly, 21. September 1899

In diesem Jahr folgt die Ausschreibung einer thematischen Ausrichtung »Kunst im Aufbruch in einer Welt im Umbruch« und schließt damit an das Langzeitpro jekt »ZEITENWENDE« der Worpsweder Museen. Dieses Ausstellungs-, Kunst- und Forschungsprojekt widmet sich der Erkun dung der heutigen und zukünftigen Rolle und Verantwortung von Kultur. Welche Aufgabe übernimmt die Kunst angesichts globaler Herausforderungen und welche Verantwortung trägt die Kultur unter den heutigen Bedingungen des ökologischen, technologischen und sozialen Wandels?

Mit dem Paula Modersohn-Becker Kunst preis kommen künstlerische Positionen nach Worpswede, die aktuelle Perspekti ven aufgreifen und einen kulturellen Dis

kurs vorantreiben. Der Ausschreibung sind in diesem Jahr über 400 Künstler:innen aus ganz Deutschland gefolgt. Aus ihnen hat eine Auswahljury acht Positionen für den Hauptpreis nominiert. Ihre Werke werden in der Großen Kunstschau ausgestellt.

Neben dem Hauptpreis werden auch ein Sonder- und ein Nachwuchspreis verge ben. Die beiden Positionen sind im Barken hoff zu sehen.

nominiert für den Hauptpreis sind: Karo Akpokiere, Hamburg // Jody Korbach, Düsseldorf // Almut Linde, Hamburg // Sarah Lüdemann, Bremen // Anna Nero, Frankfurt // Stefan Panhans und Andrea Winkler, Ber lin // Charlotte Perrin, Wuppertal // Stefanie Unruh, München

30 kunst:stück
. worpswede

Abb. o.v.l.: Almut Linde, Bullet Action-painting/Machine Cannon, 2006, sechs Aluminium Platten, je 200x100cm, Foto: Almut Linde // Almut Linde, Bullet Action-painting/Machine Cannon, 2006, sechs Aluminium Platten, je 200x100cm, Foto: Almut Linde // Anna Nero, Finger of Doom, 2022, Öl und Acryl auf Leinwand, 40x30cm, Foto: Alexander Neroslavsky // Abb. unten v.l.: Karo Akpokiere, High-life generator orchestra, 2022, Jaquard woven tapestry, 260x169cm, Edition of five; Foto: Henning Rogge // Charlotte Perrin, Formes mobiles (construction dure), 2022, 17 Objekte aus Schichtholz Buchen, Biegesperrholz Ceiba, verschiedene Maße, Foto: Charlotte Perrin // Jody Korbach, 1000 und 1 Nacht (zoom!) [Detail], 2021, Aufnäher auf Teppich, 220x162cm, Fotos: Jana Buch

Ihre Arbeiten reichen von der Gestaltung alltäglicher Geschichten über Klassenfra gen und gesellschaftliche Randgruppen bis hin zu Fragen der eigenen Ambivalenz oder einem Blick auf die postdigitale Welt. Persönliche und gesellschaftliche Themen wurden von den Künstler:innen zu Wer ken verarbeitet. Die Vielfalt ist groß: Ge mälde und Grafiken, aber auch Film, In stallation und Skulptur sind die Mittel des

künstlerischen Ausdrucks. Die Ausstellung zum Paula Modersohn-Becker Kunstpreis wurde von Frau Beate C. Arnold und Frau Dr. Manuela Husemann kuratiert. Insgesamt ist eine zeitgenössische Ausstellung zu er warten, welche mit dem Ort Worpswede und seiner Bedeutung für die Kunstge schichte korrespondiert. Bis zum 5. März 2023 haben Sie die Möglichkeit, die Aus stellung zu besuchen.

kunst:stück 31
. worpswede

eisenzeiten

Skulpturen im öffentlichen Raum Zeitgenössische Kunst in der Bergstraße in Worpswede bis Juni 2023 und in der Galerie Altes Rathaus 5. Februar bis 12. März 2023 | galerie-altes-rathaus-worpswede.de

Die Galerie Altes Rathaus präsentiert Werke der Bildhauer Leonard Wübbena und Mirsad Herenda. Sie ergänzen die Ausstel lung im öffentlichen Raum und vermitteln zusätzliche Einblicke in Arbeitsweisen und Gestaltungsprozesse der beiden Künstler.

Mit Eisenzeiten wird das 2021 begon nene Projekt einer wechselnden Skulp turenausstellung im öffentlichen Raum des Künstlerortes fortgesetzt. Gezeigt werden Kunstwerke ausschließlich aus Eisen. Kühles Eisen weckt Assoziationen an Beharrung und Unbeweglichkeit, an unverrückbare Positionen. Doch anders als kühles Eisen vermuten lässt, wird in den Kunstwerken Bewegung veranschauli cht. Die Faszination des Lebens, aber auch die Fragilität der (Um-)Welt wird spürbar.

Zu sehen und zu entdecken sind zwei un terschiedliche künstlerische Positionen. Eingeladen wurden die Metallbildhauer Le onard Wübbena aus Funnix in Ostfriesland und der in Bremen lebende Mirsad Heren da aus Bosnien-Herzegowina. Mit ausge wählten Skulpturen präsentieren sich die

beiden Künstler auf der gesamten Länge der Bergstraße und in der Galerie.

Leonard Wübbena gestaltet seine Plastiken aus der ästhetischen Erfahrung der Moder ne sowie der industriellen Fertigungsme thoden. Es sind meist Grundformen dieser Industrieteile, die er in einem Arbeitspro zess verwandelt und dabei gleichzeitig die konstruktiven Möglichkeiten auslotet.

Mirsad Herenda versucht, wie er selbst sagt, unsere Zeit zu entschlüsseln und das Fundament zu zeigen, auf dem wir stehen. Er formt, was geformt werden will. Es geht nicht um Perfektion, sondern um das, was das wahre Leben ausmacht. Dazu gehören Schmerz und Liebe, Zerstörung und Schön heit, die Suche nach Schutz und das Wissen um die Vergänglichkeit.

Öffnungszeiten:

Di bis Fr 14–17 Uhr, Sa / So 11–17 Uhr

Galerie Altes Rathaus Bergstraße 1, 27726 Worpswede

32 kunst:stück
Mirsad Herenda, ohne Titel, Eisen, 2022
. worpswede

Peter-Jörg splettstößer

dedicated oder der Schrei der Elster 2005/2021 10. Dezember 2022 (Eröffnung: 18 Uhr) bis 29. Januar 2023 Galerie Altes Rathaus | galerie-altes-rathaus-worpswede.de

Peter-Jörg Splettstößers jüngstes Projekt ist eine persönliche Hommage und ein dichter Werküberblick. Mit Katalog und Ausstellung würdigt der Künstler Karina Barischauskas, die über viele Jahre sein Atelier mit ihrem Tanz füllte, die ihm Inspiration und Reso nanz gab. Die Ausstellung im Alten Rathaus Worpswede versammelt Dokumente und künstlerische Arbeiten. Private Fotos zeigen die beiden an verschiedenen Arbeitsorten des Malers, wie für die Urlaubsnachlese vor stimmungsvollen Hintergründen aufgenom men. Bilder, die als Reaktion auf den Aus tausch des Paares entstanden sind, bieten Eindrücke von den Performances im Atelier wie auch Zugänge zu malerischen Gesche hen. So öffnet sich ein besonderer Blick in die Werkstatt des Künstlers.

In seinen Arbeiten, die mit dem Auftritt von Karina Barischauskas korrespondie ren, knüpft Splettstößer an den langen und vielfältigen Austausch von Tanz und bildender Kunst an. Er markiert die Eigen heiten der beiden Ausdrucksformen und erkundet ihre Analogien. Er erkundet die wechselseitige Bereicherung und Befruch tung der Wahrnehmung der einen durch die der anderen. Der bildende Künstler und

die Performerin finden ihren gemeinsamen Referenz- und Treffpunkt in der Musik. Die Abstraktheit und zugleich unmittelbar zu gängliche Sinnlichkeit der Musik lässt sie auf ihre je eigene Weise nach Ausdrucksund Darstellungsformeln suchen.

Peter-Jörg Splettstößer erkundet und ver gewissert sich in seiner malerischen Praxis was er sieht. Er schafft eine Betrachtungs weise wie ein Laborexperiment. Wahrneh mung und Wiedergabe werden ganz dem Auge und der nachfahrenden Hand anver traut. Das Denken ist größtmöglich ausgeb lendet und doch spie gelt das Protokoll des Gesehenen auch Mo mente der Reflexion. Die Erscheinung des Sichtbaren tritt zu gleich als Prozess des sichtbar Machens, des Bild Werdens auf. (Rainer Beßling)

Galerie Altes Rathaus Bergstraße 1, 27726 Worpswede

kunst:stück 33 . worpswede
Peter-Jörg Splettstößer, ohne Titel, 2006, Mischtechnik; Foto: Joachim Fliegner, Bremen

Motherhood. Nicht / Noch nicht / Nicht mehr / Vielleicht / Muttersein 11. Dezember 2022 (Eröffnung: 12 Uhr) bis 26. Februar 2023 Syker Vorwerk | syker-vorwerk.de

Mutterschaft ist ein Thema, das jeden Menschen berührt. Ob sie:er selbst die Mutterrolle einnimmt oder nicht. Biologisch gesehen haben oder hatten alle Menschen eine Mutter. Der Mutterbegriff und dessen Definition ist komplex. Kaum ein Konzept provoziert vielfältigere Assoziationen, Empfindungen und Rol lenklischees und hat sich im Laufe der Jahrtausende der Menscheitsgeschichte immer wieder verändert.

34 kunst:stück
. syke

Die Ausstellung "Motherhood. nicht / noch nicht / nicht mehr / Vielleicht / Muttersein" zeigt, wie das Bild von Mutterschaft und Muttersein in der zeitgenössischen Kunst gespiegelt wird. Die Positionen der Aus stellung beleuchten die unterschiedlichen Aspekte des Mutterseins im biologischen, psychologischen und sozialen Sinn.

Ein Thema der Ausstellung, was nicht außer Acht gelassen wird, ist ebenso das Nicht-Mut tersein. Dieses Kapitel wird sehr vielschichtig hervorgebracht: Geschichten über das NichtWollen, Nicht-Können und den Verlust.

kunst:stück 35 . syke
Elinor Carucci, The first week, 2004 © artist, courtesy Gallery FIFTY ONE

Ein weiterer Aspekt der Ausstellung ist das bis heute noch ambivalente Verhält nis des Kunst- und Kulturbetriebs gegen über Künstler:innen, die sich für eine Mut terschaft entscheiden. Ebenso wird die Mutterschaft jenseits von heteronormen, Cis-geschlechtlichen Beziehungen künstle risch verhandelt.

Die Ausstellung wird in ein breites Be gleitprogramm von Führungen, Kinder programm, Lesung, Podiumsdiskussion mit Expert:innen und einer Theaterper formance eingebettet. Außerdem wird zu

bestimmten Termine kostenfreie Kinder betreuung während des Ausstellungsund Veranstaltungsbesuchs angeboten um die Teilhabe von Eltern, besonders auch allein erziehenden Elternteilen, an Kulturange boten zu ermöglichen.

Künstler:innen: Clara Alisch, Jagoda Bed narsky, BMX Ali (Bronco Wewer, Marlene Rü ter, Sabine Wewer), Elinor Carucci, Hannah Cooke, Alex Giegold, Emese Kazár, Lebohang Kganye, Martha von Mechow, Elianna Ren ner, Felizitas Stilleke & Smruthi Gargi Eswar, Sophia Süßmilch, Frederik Vium

36 kunst:stück

Öffnungszeiten:

Mittwoch, Samstag 14–18 Uhr Sonntag und weitere Feiertage 11–18 Uhr Neujahr 14–18 Uhr

syker Vorwerk Zentrum für zeitgenössische Kunst Waldstraße 76, 28857 Syke

Anmeldung und Kartenreservierung 04242–57 74 10 und info@syker-vorwerk.de

So / 11.12.2022 / 12 Uhr Ausstellungseröffnung Mit Kinderbetreuung

Mo / 26.12.2022 / 15 Uhr Ausstellungsführung Keine Kinderbetreuung, Eintritt frei

Fr / 13.1.2023 / 20 Uhr motherhood – ein Fest für werdende nichtmütter Theater von Katrin Bretschneider Keine Kinderbetreuung, Eintritt 15 Euro (Kartenreservierung)

Sa / 14.1.2023 / 16 Uhr Wir sind doch alle längst gleichberechtigt Lesung mit Alexandra Zykunov Mit Kinderbetreuung (Anmeldung), Eintritt 15 Euro (Kartenreservierung)

Do / 19.1.2023 / 10 Uhr Kunst & Baby Kurzführung in der Ausstellung für Eltern mit Babys im ersten Lebensjahr. Mit Anmeldung, Eintritt 4 Euro

So / 22.1.2023 / 11 Uhr Ausstellungsführung Keine Kinderbetreuung, Eintritt frei

Do / 9.2.2023 / 10 Uhr Kunst & Baby Kurzführung in der Ausstellung für Eltern mit Babys im ersten Lebensjahr. Mit Anmeldung, Eintritt 4 Euro

Sa / 11.2.2023 / 16 Uhr (Queer-)Feminismus und Mutterschaft Vortrag von Alicia Schlender Mit Kinderbetreuung (Anmeldung), Eintritt frei

Mi / 15.2.2023 / 15 Uhr Ausstellungsführung Mit Kinderbetreuung (offenes Angebot), Eintritt frei

So / 26.2.2023 / 15 Uhr Mutterschaft in den Künsten Podiumsdiskussion Mit Kinderbetreuung (offenes Angebot), Eintritt frei

Kinderbetreuung während der Ausstellungszeiten So 11.12.22, 12–15 Uhr // Mi 4.1.23, 14–17 Uhr // Mi 25.1.23, 14–17 Uhr // Mi 15.2.23, 14–17 Uhr // So 26.2.23, 15–18 Uhr Ohne Anmeldung, kostenfrei

kinderkunst-Club Fledermäuse für Kinder 6–12 Jahren Sa 17.12.22, 14.30–17 Uhr // Sa 7.1.23, 14.30–17 Uhr // Sa 18.2.23, 14.30–17 Uhr Mit Anmeldung, Teilnahme 5 Euro

Motherhood Veranstaltungen 11.12.2022—26.2.2023
Abb. oben: Hannah Cooke, Ada vs. Emin, 2018, Videostill © Hannah Cooke und ato GmbH // Abb. unten von links: Elinor Carucci, Mom is being crazy, 2017 © artist, courtesy Gallery FIFTY ONE // Lebohang Kganye, Setshwantso le ngwanaka II, 2013 (aus Serie: Ke LEFA LAKA / HER-STORY, 2013) © artist // Sophia Süssmilch, Warum wollen Sie keine Kinder (Claudia und Henriette), C-Print, 30x45, 2020 Courtesy of the artist and MARTINETZ, Cologne

Bei Tante Herta Wunderkammer

Hafenkneipe

Eine Ausstellung von Kai Ehlers | 11. Dezember 2022 bis 10. September 2023 Museum Kunst der Westküste | mkdw.de

In der legendären Hafenkneipe Glaube –liebe – hoffnung (1875–2010) in Wyk auf Föhr, von Gästen liebevoll Bei Tante Herta genannt, waren im Laufe ihres Bestehens fast 200 Seefahrersouvenirs aus aller Welt zusammengekommen. Dicht an dicht ge hängt, wurden sie vom Stammpublikum als „Tapete“ wahrgenommen und mach ten das Lokal zu einer Art Wunderkammer.

Mit dem Freitod des letzten Betreibers Claus-Otto Menden (1953–2010), dem Sohn

der namensgebenden Wirtin Herta Menden (1920–1998), endete die fünf Generationen dauernde Kneipentradition. Bevor er an Heiligabend ins Wasser ging, setzte er die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger als Alleinerbin ein. Das Inventar wurde auf gelöst und das Haus verkauft. Kurz zuvor hat der Berliner Filmemacher Kai Ehlers die Räume des Hauses und in Zusammenarbeit mit Grischa Schmitz alle Gegenstände foto grafiert und führte anschließend Gespräche mit ehemaligen Besucher:innen.

38 kunst:stück
. föhr

Die künstlerische Auseinandersetzung mit diesem dokumentarischen Material ist in den drei Räumen der Ausstellung zu sehen und zu hören. Die Gegenstände treten –als Nachbilder – stärker hervor, als sie das als „Tapete“ in der Kneipe getan haben.

Ein Abbild der bereits geschlossenen Kneipe und der geräumten Wohnung wird noch einmal belebt von Stimmen ehemaliger Gäste, die ihre Erinnerungen mit uns teilen. Am Ende steht die Frage nach unserem

Die Erkundung der aktuellen Ausstellungen ist auch virtuell über MKdW-3D möglich.

persönlichen Umgang mit Vergangenem und wie er sich auf unsere Zukunft auswirkt. Wie erinnern wir Orte, Menschen und Geschichten, die durch den Wandel der Zeit und der Technik sowie durch andere – auch gewaltsame – Umstände verschwinden oder sterben? Was wird uns mitgegeben, was nehmen wir mit, was bleibt?

Museum Kunst der Westküste Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr

kunst:stück 39 . föhr
→ Alle Fotos: Kai Ehlers, Bei Tante Herta, 2012 © Courtesy of the artist, VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Nächtliche Impressionen

4. Dezember 2022 (Eröffnung: 11.30 Uhr) bis 29. Januar 2023 Kunsthaus Leer | kunsthaus-leer.de

Die Nacht als bildkünstlerisches Motiv fas ziniert. Bereits in der Antike gab es Darstel lungen der Nacht. Ab dem 15. Jahrhundert boten zunächst biblische, seit dem 16. Jahr hundert auch zunehmend mythologische Quellen Anlass zur künstlerischen Wieder gabe nächtlicher Szenen. Erste eigenstän dige stimmungsvolle Nachtlandschaften brachten dann etwa niederländische Ma ler wie Aert van der Neer (1603–1677) her vor. Später waren es Caspar David Friedrich (1774–1840) und die Künstler der deutschen

Romantik, die sich verstärkt diesem Thema zuwandten. Die Ausstellung nimmt nun die Gegenwart in den Blick und zeigt mit Wer ken aus Kunsthausbestand nebst Leihgaben Bilder vom nächtlichen Ostfriesland. Mond beschienen, von Sternen oder künstlichen Lichtquellen erhellt, bringt die durch Dun kelheit veränderte Wirklichkeit ihre ganz eigene Atmosphäre hervor, die die Künst lerinnen und Künstler auf unterschiedliche Weise in ihren Arbeiten wiedergeben. Ne ben Landschaften und Straßenansichten werden auch weitere Facetten der Nacht, darunter Traumdarstellungen und andere Ereignisse nach Einbruch der Dämmerung, sowie abstrakte Positionen vorgestellt.

Die Ausstellung ist auch am 25.12.2022 und am 1.1.2023 von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Kunsthaus Leer Turnerweg 5, 26789 Leer

40 kunst:stück . leer
Abb. oben: Hartmut Bleß, Hauptstraße (Ausschnitt), 2019, Öl auf Hartfaser, 66 x 61 cm, © Hartmut Bleß Abb. unten: Zoppe Voskuhl, Ohne Titel, 2018, Öl auf Leinwand, 54 x 80 cm, Foto: Jürgen Bambrowicz, © Kunsthaus Leer

Fl U x U s M ATT e R s

10. Dezember 2022 bis 19. Februar 2023 Kunsthalle Wilhelmshaven | kunsthalle-wilhelmshaven.de

Im September 2022 jährte sich der erste Auftritt des internationalen Fluxus-Netz werks zum 60. Mal. Ab 1962 wurde eine Reihe von Städten in Europa und den USA Schauplatz von Fluxus-Ereignissen. Eine lo se Formation junger Künstler:innen wurde berühmt-berüchtigt, als sie Konzertflügel zerlegten, sich auf der Bühne die Haare ra sierten, ihre Köpfe in Tomatensauce tauch ten oder einen Salat zubereiteten und da mit Publikum und Presse gleichermaßen herausforderten. „Musik mit Ei“, „They hang up cabbage and say it’s art“, „Neu este Musik im Irrenhausstil“ – mit diesen Schlagzeilen waren Aktionen von Eric An dersen, Joseph Beuys, George Brecht, Philip Corner, Dick Higgins, Alison Knowles, Geor ge Maciunas, Yoko Ono, Nam June Paik, Ben Patterson, Tomas Schmit, Mieko Shiomi, Ben Vautier, Wolf Vostell, Emmett Williams und anderen gemeint, deren Ziel es war, die bürgerlichen Vorstellungen von Kunst und Musik zu überwinden. Noch heute sind einige der Künstler:innen aktiv.

Auch 2022 spielt Fluxus eine Rolle: Fluxus matters! Die Überzeugung, dass auch das alltägliche Leben, seine Geräusche, Hand lungen und Gegenstände künstlerisch in teressant sind, ist nach wie vor aktuell. So wurden die Fluxus-Künstler:innen zu so genannten Artists‘ Artists und ihre Werke stellen besonders für junge Künstler:innen, Performer:innen und Musiker:innen eine fortwährende Inspiration dar.

FLUXUS MATTERS widmet sich vor allem den Materialien, aus denen Fluxus-Objekte und Kompositionen entstanden sind und die sämtliche Bereiche des Alltags umfas sen: Sprache, Musik, Alltagsgegenstände, Sport, Spiel, Natur. Besucher:innen sind eingeladen, sich spielerisch Fluxus-Ideen zu nähern, Alltägliches neu zu erleben und so eine der bedeutendsten Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts neu kennenzulernen.

Kunsthalle Wilhelmshaven Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven

kunst:stück 41 . wilhelmshaven
Milan Knížák, Jeff Berner, Alison Knowles, Serge Oldenbourg und Ben Vautier führen In Memoriam to Adriano Olivetti von George Maciunas auf, Prag, 13. Oktober 1966

Fast nichts.

Dimensionen von Abwesenheit kuratiert von Ann-Katrin Günzel, Michael Kröger, Elisabeth Lumme, Hermann Nöring 2. Dezember 2022 (Eröffnung: 19 Uhr) bis 28. Januar 2023 Kunstraum hase29 | hase29.de

Die Ausstellung „Fast Nichts“ greift in un terschiedlichen künstlerischen Ansätzen Formen von Abwesenheit auf, die sich als Leere oder als ein Fehlen manifestieren kann, wenn z.B. der Mensch nicht mehr – oder zumindest nicht mehr in seiner ge wohnten Gestalt – im Raum verortet ist. Doch auch wenn der Körper nicht (mehr) sichtbar ist, kann Nähe wahrnehmbar

sein, so dass dann Spuren von Anwesen heit trotz des scheinbaren Nichts vorhan den sind. Andererseits kann der Körper auch ein Nichts verursachen, zur Auflö sung anderer Materien und Organismen beitragen, ohne dass es jemals ein vollstän diges Verschwinden gibt, sondern nur ei ne Transformation in etwas anderes – fast Nichts also. In den meisten der gezeigten Werke sind genau diese Prozesse und die Präsenz der Leere erkennbar, die Werke sind nur fast „Nichts“: Nähe und Distanz, Körperlichkeit und Körperlosigkeit treffen hier zusammen.

So zeigt das Werk „Selbstporträt“ (2020) der Künstlerin Alicja Kwade (*1979) eine Leinwand mit 24 Ampullen, welche mit reinen chemischen Elementen gefüllt sind, aus denen der menschliche Körper zusammengesetzt ist. Diese Bestandteile machen unterschiedslos jeden mensch lichen Körper aus und verweisen somit, trotz des Titels „Selbstporträt“, der Indi vidualität suggeriert, auf die grundlegen den Gemeinsamkeiten aller Menschen. Die Bildhauerin lena von Goedeke (*1983, Du isburg) überführt in ihrer Arbeit „Aggre gate“ (2022) einzelne Daten ihrer Existenz (Atem, Blut oder Haare) in die Form von

42 kunst:stück . osnabrück

Abb. linke Seite - oben links: Jürgen Stollhans, o.T., 1990, Privatslg. © VG Bildkunst Bonn 2022, Foto: An gela von Brill // oben rechts: Matthias Stuchtey, aus der Serie Schmarotzer 1. Ordnung, 2013 // unten: Alicja Kwade, Selbstporträt, 2020, Courtesy Sammlung Wemhöner // Abb. rechte Seite - oben: LV/PS 109, Lena von Goedeke, Aerial III, 2022 © VG-Bildkunst 2022 // unten links: Tim Roßberg/ Christine Wam hoff, fallen, 2020 // unten rechts: Shigeru Takato, aus der Foto-Serie: Television Studios, 2004–2020

gläsernen Bohrkernen, welche sie in die Bohrlöcher von Arktis-Gletschern setzt, die aus Forschungszwecken als Fehlstel len entstehen. Die Künstlerin transferiert damit den Gedanken ihrer eigenen Iden tität und Körperlichkeit in das entste hende Nichts und ersetzt es damit. Kati Gausmann (*1968, Osnabrück) wiede rum spürt dem kaum Wahrnehmbaren in ephemeren Abläufen der Natur nach und untersucht die Spuren der mensch lichen Anwesenheit darin am eigenen Körper, den sie schattenhaft in die geo logischen Prozesse und Erdbewegungen einbindet. Das Werk des Kölner Künstlers shigeru Takato (*1972, Ohita, Japan) ist von spannungsvoller Abwesenheit ge

kennzeichnet. Seine Fotografien von lee ren Nachrichtenstudios zeigen Zentralen, in denen das Weltgeschehen aus der Ferne komprimiert gesammelt und dann wieder in unsere unmittelbare Nähe, in unsere Wohnzimmer gesendet wird. Die Abwe senheit der körperlichen Präsenz eines/r Nachrichtensprecher:in betont das Feh len sonst an diesem Ort gebündelter In formationen. Die Arbeiten des Bildhau ers Matthias stuchtey (*1961, Münster) bestehen ebenfalls aus leerstehenden Architekturen. In diesen Behausungen fehlt jedes menschliche Leben. Sie erin nern an leerstehende Vogelhäuschen, könnten aber auch gut getarnte Kästen für Überwachungskameras sein. Ihre Lee

kunst:stück 43 . osnabrück

re suggeriert ebenso wie jedes Fehlen von individuellen Merkmalen nicht nur die Ab wesenheit von menschlichem Leben, son dern daraus hervorgehend auch ein Gefühl der Einsamkeit und Isolierung, ein Gefühl des Verlassen-Seins, der aufgegebenen Behausung, die uns gerade jetzt an viele aktuelle Katastrophen wie Krieg, Flucht, Klimaveränderung und daraus resultieren de Zerstörungen und die Unbewohnbar keit ganzer Regionen etc. denken lassen. Bjørn Melhus (* 1966, Kirchheim) Videoar beit „Sugar“ (2020) wiederum zeigt den ganzen Planeten Erde bereits so gut wie unbewohnbar und lässt die Spuren des menschlichen Körpers nur noch als Relik te in einer von KI-Technologien übernom menen Welt erscheinen. Als HONs (Human

Organism Normal) haben die Menschen ihre geistigen, sozialen und intellektu ellen Fähigkeiten verloren. Mehr als ein Monolog ist nicht mehr möglich, so erken nen wir die Abwesenheit der geistigen Ei genschaften und sozialen Fähigkeiten des Menschen. Die Arbeiten von Jürgen stollhans (*1962, Rheda) „o.T.“, 1990, zei gen eine paradoxe Weise menschlicher Kommunikation. Beide Figuren scheinen sich in einem eigenartig stillen, abwesen den Raum aufzuhalten. In welcher Weise sie sich allerdings zu uns, den Betrachten den, verhalten, wird kaum deutlich. Kom munikation wird hier durch deren Fehlen indirekt demonstriert. Die Osnabrücker Künstler Tim Roßberg (* 1987, Osnabrück) und Christine Wamhof (1971-2020, Osna brück) beschäftigen sich in ihrem Video „fallen“ (2020) mit der Ambiguität des Fal lens, d.h. Alltagsgegenstände fallen paar weise oder einzeln ins Nichts. Dabei halten sie sich keineswegs an Erwartungen oder Gravitationsgesetze wie Fallgeschwindig keit oder Rhythmus. Es ergibt sich ein ganz neues Narrativ, das durch die Reihenfolge beeinflusst wird, ein vertikal angelegtes Ballett aus Objekten. Prozesshaft, flüchtig und unerwartet tauchen Formen und Kör per auf und verschwinden wieder im Nichts.

Kunstraum hase29 Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

44 kunst:stück . osnabrück
Oben: Bjørn Melhus, Sugar, 2020 // unten: Kati Gausmann, me moved

Christoph Girardet A Theory of Ghosts

9. Dezember 2022 (Eröffnung: 19 Uhr) bis 12. Februar 2023 Städtische Galerie Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de

Vom 10. Dezember 2022 bis zum 12. Febru ar 2023 zeigt die Städtische Galerie Nord horn eine Einzelausstellung mit dem Vi deokünstler und Filmemacher Christoph Girardet (*1966). Für seine Filme, Instal lationen und fotografischen Arbeiten ver wendet er ausschließlich bestehendes Ma terial zumeist aus Kinofilmen, vorwiegend der 50er und 60er Jahre, die häufig bereits vergessen sind.

Den aufwändig recherchierten Motiv sammlungen oder zufällig gefundenen Bildern begegnet Girardet mit einer zen tralen Kulturtechnik der filmischen Gestal tung. Mit den Mitteln der Montage gelingt es ihm, die Strukturen und die Ästhetik filmischer Bilder freizulegen, gleichzeitig schafft er neue emotional aufgeladene Werke jenseits von auserzählten Plots und Geschichten.

Girardet schlägt Brücken zwischen Genres und Gattungen, zwischen Hochkultur und Unterhaltung, bildender Kunst und Kino

oder zwischen fiktionalem und struktu rellem Film. Seine einflussreichen und in ternational ausgezeichneten Arbeiten sind sowohl Reflexionen als auch ganz subjek tive Interpretationen einer vielgestaltigen vorgefundenen medialen Wirklichkeit.

Für die Städtische Galerie Nordhorn hat Christoph Girardet eine Werkauswahl un ter dem Titel „A Theory of Ghosts“ zusam mengestellt. Die Eröffnung findet am Frei tag, 9. Dezember 2022, um 19 Uhr statt. städtische Galerie nordhorn Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

kunst:stück 45 . nordhorn
Abb. oben: Christoph Girardet, It Was Still Her Face, 2017, Video, 4:3, SW & Farbe, 8 min. // Abb. unten: Christoph Girardet, Pause, 2020 (Detailansicht), 11-Kanal Videoinstallation mit Ton, Loops in unterschiedlicher Länge

links:

(0X5A0004),

Paul Mpagi sepuya

Daylight Studio, Dark Room Studio

25. November 2022 bis 26. Februar 2023

PHOXXI . Haus der Photographie temporär | deichtorhallen.de

Mit der französischen Künstlerin Alix Marie und dem US-amerikanischen Fotografen Paul Mpagi Sepuya werden zwei künstle rische Positionen im PHOXXI, dem tempo rären Haus der Photographie der Deichtor hallen Hamburg, vorgestellt, die sich unter Anwendung verschiedener künstlerischer Methoden mit dem menschlichen Körper, Herkunft und Gender auseinandersetzen.

Für seine kommende Ausstellung im PHOX XI wird Paul Mpagi Sepuya erstmalig neue Arbeiten aus seiner fortlaufenden Serie »Daylight Studio, Dark Room Studio« prä sentieren. Sepuya (*1982 in San Bernardi no, Kalifornien, USA) ist ein Fotokünstler, dessen Projekte Geschichten und Möglich keitsräume des Porträts, queere und homo erotische Netzwerke der Produktion und Kollaboration sowie das materielle und kon zeptuelle Potenzial von »Blackness« im Her zen des Mediums miteinander verweben.

Mit Hilfe von Collagentechniken, Schich tungsverfahren, Fragmentierungen und Spiegelungen untersucht Sepuya die

Komplexität der fotografischen Produk tion. Hierbei wird die Beziehung zwischen Künstler:in und Porträtiertem/r neu ver handelt und in das Zentrum des Kunst schaffens gerückt. Von den frühen, in seinem Schlafzimmer entstandenen Fo tografien, bis zu den jüngsten, im Studio des Fotografen produzierten Serien, hin terfragt Sepuya die Essenz des Atelier raums und erweitert die Definition des sen, was dieser Raum gewesen ist und was er sein könnte. Konzeptionelle und ästhe tische Mittel der Studiofotografie des 19. Jahrhunderts werden neu erfunden, um zeitgenössische Fragen des Porträts zu beleuchten.

Sepuya absolvierte 2004 seinen BFA-Ab schluss an der New York University’s Tisch School of the Arts, und 2016 seinen MFAAbschluss an der UCLA. Er ist Associate Professor für Visual Arts an der University of California, San Diego.

Deichtorhallen Hamburg Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

46 kunst:stück
. hamburg
Paul Mpagi Sepuya, Dark Room Studio (0X5A8593), 2021 // rechts: Paul Mpagi Sepuya, Daylight Studio Mirror 2021 // beide Motive: Courtesy the artist and Galerie Peter Kilchmann, Zurich / Paris © Paul Mpagi Sepuya

Alix Marie Styx

25. November 2022 bis 26. Februar 2023

PHOXXI . Haus der Photographie temporär | deichtorhallen.de

Die Künstlerin Alix Marie (*1989 in Bo bigny, Frankreich) arbeitet in den Medi en Fotografie, Skulptur und Installation. In London studierte sie am Central Saint Martins College und am Royal College of Art und war Residentin im Victoria and Al bert Museum. Sie interessiert sich für Fo tografie als Objekt und für ihr Potenzial der Materialität, Stofflichkeit und Dreidi mensionalität. Auf der Empore des PHOX XI wird Marie die immersive Installation Styx vorstellen.

In ihrem neuesten Werk untersucht die französische Künstlerin anhand des StyxMythos die Überschneidung zwischen dem Körper und seiner Darstellung und experimentiert mit den erweiterten Mög lichkeiten der Fotografie. In der griechi schen Mythologie ist Styx eine Ozeanide, eine Gottheit und ein Fluss, der die Gren ze zwischen der Erde und dem Jenseits bildet. Sie ist die Tochter der Dunkelheit und der Nacht und die Mutter der Stärke und des Sieges. In dieser Ausstellung tritt die Gottheit in zwei Formen auf: Zum einen

als immersive Labyrinth-Installation, die die Hohlräume des Körpers und die zweideu tige Dualität von innerem und äußerem Raum und schützenden Umgebungen er forscht. In den anderen Räumen nimmt die Gottheit eine menschliche Gestalt an. In der Dunkelheit erscheint die Göttin in der Mitte des Raumes, kniend, nackt und den Blick kühn auf den Betrachter gerich tet. Verkörpert von Maries langjähriger Mitarbeiterin, der Performerin und Auto rin Nina Boukhrief, umgibt die Stimme der Göttin den Raum und reflektiert über Tod, Licht und Leben.

Beeinflusst durch den Kontext einer Pan demie reflektiert Marie über Verlust und den Mangel an Bewegung. Letztendlich erkundet Styx die Zerbrechlichkeit des Körpers und der heutigen Welt. Die Ar beit wurde ursprünglich von Photoworks und der Ballarat International Foto Bien nale, 2021 entwickelt.

Deichtorhallen Hamburg Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

kunst:stück 47
Alix Marie, Styx - The Goddess, 2021 © Alix Marie
. hamburg
MODERSOHN-
26. November 2022 bis 5. März 2023 Große Kunstschau und Barkenhoff Karo Akpokiere Lucila Pacheco Dehne Jody Korbach Almut Linde Sarah Lüdemann (Beauham) Anna Nero Stefan Panhans & Andrea Winkler Charlotte Perrin Katrin Schütte Stefanie Unruh www.landkreis-osterholz.de
PAULA
BECKER KUNSTPREIS 2022