kunst:stück Magazin c/o Bremen + der Norden | issue 56

Page 1

Rasheed Araeen. Narcissus, 1979–1983. Acrylic, paper, Urdu writing and mirror; 122 x 91.5 cm. © Sharjah Art Foundation Collection. Photo: Danko Stjepanovic

kunst:stück Magazin für Kunst und Kultur Bremen und der Norden issue 56 | Oktober + November 2022


. grußwort

Inseljugend Andreas Jorns

Museum Kunst der Westküste Hauptstraße 1 · 25938 Alkersum/Föhr · mkdw.de 2 kunst:stück

12.12.2021 –27.11.2022


. grußwort

Nicola Heppner, Foto: © Petra Coddington

Liebe Kuns:tstückleser:innen, Nicola Heppner, Werkschule e.V. Oldenburg mit diesem Grußwort verbinde ich die Freude, mich Ihnen als neue Geschäftsführerin der Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V. in Oldenburg vorstellen zu dürfen. Mit meinem Studium der Theaterwissenschaften und Italianistik führte mich mein Weg nach vielen Jahren der Selbstständigkeit im Messe- und Eventmanagement über Stationen im Development bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und am Konzerthaus Dortmund im März nach Oldenburg. Ein kompletter Umzug ist auch jedes Mal ein Kraftakt und, ganz abgesehen von dem Aufwand, auch damit verbunden sein soziales Leben neu aufzubauen und zu strukturieren. Schon mit den ersten Gesprächen zu der Position war für mich jedoch klar, dass ich diese Herausforderung annehmen und für die Tätigkeit an der Werkschule e.V. in Oldenburg noch einmal neu anfangen würde. Überzeugt bin ich vor allen Dingen von der Qualität und der Vielfalt des Angebotes. Als Plattform für Kunstvermittlung und künstlerische Arbeit mit Erwachsenen verbindet die Werkschule e.V. seit fast vierzig Jahren die kursbasierte, individuelle Weiterbildung in den Bereichen Bildhauerei, Malerei, Fotografie und Keramik mit Künstlerprojekten

und sozialer Praxis zu einem Gesamtkonzept mit gesellschaftlichem Anspruch. Grundlage des Vermittlungskonzeptes ist sowohl die fachliche Expertise der Lehrenden, die alle als freie Kunstschaffende aktiv sind, ebenso, wie die großen und hellen Werkstätten und ein umfangreiches Materiallager, das Teilnehmenden bei Bedarf zur Verfügung steht. So kann man beispielsweise aus 13 Tonsorten und Porzellan, die für sich am besten geeigneten Masse herausfinden. Und auch die Engoben und Glasuren werden nach eigenen Rezepten im Haus hergestellt. Nach den Internationalen Keramiktagen Oldenburg am ersten Augustwochenende (nächstes Jahr mit Jubiläum) deren Veranstalterin die Werkschule ebenfalls ist, startete im September das neue Semester der Werkschule. Das wie immer sehr vielseitige Kursprogramm mit wöchentlich stattfindenden Kursen und Kompaktkursen am Wochenende finden Sie unter www.werkschule.de/kursprogramm. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Ihre Nicola Heppner Geschäftsführerin der Werkschule e.V. Wir stellen Ihnen auch gerne individuelle private Gruppen- oder Firmenangebote zusammen. Sprechen Sie mich dazu gerne an!

kunst:stück

3


. grußwort

AUSSTELLUNG N NG

M Marcio rc o Almeida A m ida I Biarittzzz Bi rit z I Maria M ri do d Carmo C rmo Nino in I Christian Ch s a Haake H a eI Wolfgang W f ang HHainke ai ke I Tobias T b as Heine He ne I Rebekka Re e k Kronsteiner K on te n I Juliana Ju a a Notari ot r I Francisco Fr nc s o VValenca al nc Vaz Vz

4

kunst:stück


. grußwort

Dr. Henrike Hans, Foto: Rahel Pasztor

Grenzen

Dr. Henrike Hans // museen-boettcherstrasse.de Über wenige Fragen ist in den letzten Jahren so intensiv diskutiert worden wie über: „Und, woher kommst du?“ Denn was für die einen banale Neugier ausdrückt, ist für ebenso viele mit rassistischen Tönen verbunden. Nicht selten schließt sich an die Antwort – „aus Berlin/Köln/München“ – eine weitere Nachfrage an: „Nein, ich meinte, woher kommst du wirklich?“ Dabei stellt sich vor allem eine Frage: Was ist der Sinn dieser Information, die doch mehr über den oder die Fragende als sein oder ihr Gegenüber verrät? Was würde sich mit einer Antwort für den oder die Fragende ändern? Die Frage nach Herkunft und Heimat stillt möglicherweise ein Bedürfnis nach Benennung, Einordnung und auch Grenzziehung. Sie schließt ein und gleichzeitig aus, kategorisiert und ordnet. Was ändert sich für den oder die Gefragte? Der- oder demjenigen, der nicht das erwartete optische oder sprachliche Stereotyp erfüllt bzw. einer vermeintlichen Norm entspricht, wird durch die Frage nach „Wurzeln“ gerade das Gefühl des Andersseins und der Ungewissheit vermittelt.

Helena Otto, eine der drei Preisträgerinnen des 27. Videokunstförderpreises Bremen, geht der Frage auf sehr persönliche Weise nach: In ihrer Arbeit, „Heimat ist da, wo wir nicht sind“, die ab dem 1. Oktober 2022 in den Museen Böttcherstraße gezeigt wird, begibt sie sich auf eine Reise in ihr Geburtsland nach Zentralasien und spricht mit Menschen über deren Auffassung von Heimat. Indem sie Erinnerung und Erleben eindrucksvoll synchronisiert, lässt sie auch Raum für Diskrepanzen in der Wahrnehmung, kritische Begegnungen und Reflexionen über Rassismus und Sexismus. In der Videoinstallation zeigt sich einmal mehr, dass Herkunft, Heimat und Identität nicht statisch sind, sondern ein persönliches Herantasten und Aushalten von Vertrautheit und Fremdheit. „Woher kommst du?“ Sich selbst zu fragen, woher man kommt, wäre doch ein Anfang. Dr. Henrike Hans, wissenschaftliche Mitarbeiterin Museen Böttcherstraße

kunst:stück

5


. inhalt

03 Grußworte(e) 06 Inhalt 06 - Impressum 08 Bremen 16 Ausstellungsverzeichnis 24 - Achim 26 - Worpswede 30 - Stade 32 - Bremerhaven 34 - Syke

36 - Föhr 38 - Wilhelmshaven 39 - Hude 40 - Oldenburg 42 - Papenburg 44 - Nordhorn 46 - Mettingen 48 Osnabrück 56 Hamburg

DAS TITELBILD In the Heart of Another Country Erzählungen aus der Diaspora. Werke der Sharjah Art Foundation Collection 28. Oktober 2022 bis 12. März 2023 Deichtorhallen Hamburg / Halle für aktuelle Kunst | ↗ deichtorhallen.de

Rasheed Araeen, Narcissus, 1979–1983, Acrylic, paper, Urdu writing and mirror; 122 x 91.5 cm © Sharjah Art Foundation Collection, Photo: Danko Stjepanovic

In the Heart of Another Country erkundet den Heimatbegriff als Gefühl der Sehnsucht und Zugehörigkeit von Künstler:innen verschiedener Diasporagruppen. Die Ausstellung widmet sich der Frage, in welcher Weise physische Bewegung – Mobilität über Ländergrenzen hinweg – die Rahmenbedingungen des internationalen zeitgenössischen Kunstschaffens formten. → Seite 56

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day www.issuu.com/agentur-h2

IMPRESSUM H2 Verlag Klaus Hortenbach (V.i.S.d.P.) Siemes Tannen 9 · 49565 Bramsche Tel: 05495 85999 00 mail@kunststueck-magazine.de

6

kunst:stück

Redaktionsschluss für die Ausgabe Dez / Jan: 15. Nov. 2022 Anzeigenberatung: Klaus Hortenbach Tel: 05495 85999 00 Mobil: 0152 389 510 24


. grußwort

27.

VIDEOKUNST FÖRDERPREIS BREMEN

HELENA OTTO

1. OKTOBER → 20. NOVEMBER 2022 MUSEEN BÖTTCHERSTRASSE ALINA SCHMUCH & MARIA EBBINGHAUS

kunst:stück

7


. bremen

Die Firma Arp.

Formenkosmos und Atelierpraxis 6. November 2022 bis 29. Januar 2023 Gerhard-Marcks-Haus | marcks.de Ab November zeigt das Gerhard-MarcksHaus unter dem Titel: »Die Firma Arp. Formenkosmos und Atelierpraxis« eine Ausstellung mit mehr als 300 Gipsplastiken des deutsch-französischen Künstlers Hans Arp (1886–1966). Als einer der Initiatoren von Dada und Mitbegründer des Surrealismus hatte er mit seiner vielfältigen und organischen Formensprache maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der abstrakten Kunst und begeisterte ein breites Publikum für moderne Kunst. Arp hat sich seit ca. 1933 im Material Gips an die Formen seiner Skulpturen herangetastet: Er arbeitete gleichzeitig additiv und subtraktiv, hat Gips angetragen, mit der Feile geschliffen, mit der Säge zerschnit-

8

kunst:stück

ten und bereits bestehende Formen zu immer wieder neuen zusammengefügt. Sie waren Grundlage des künstlerischen Arbeitsprozesses, der daraus schöpfte, neue Variationen einer Figur zu erschaffen. Parallel dazu dienten die Gipse und ihre Vervielfältigungen aber auch als handwerkliches Zwischenprodukt auf dem Weg zum Bronzeguss oder der Ausführung einer Skulptur in Stein. In den Augen des Künstlers hatten die weißen Gipsplastiken vermutlich nicht den Status von eigenständigen Kunstwerken. Die Ausstellung greift auf, woran drei Jahre in Kooperation mit der Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e.V. geforscht wurde, um ein Defizit zu beheben. Im


. bremen

Alle Arbeiten von Hans Arp, Arp Stiftung e. V., Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 // Abb. v.l.o.n.r.u.: Riesenkern, 1937, Gips // Mythologische Skulptur, 1949, Gips // Chinesische Schattenspielfigur, 1947, Gips // Torso, 1931, Gips

Zentrum des Projekts standen die Fragen nach der »Biografie« jedes einzelnen Gipses, nach seiner Funktion in Arps Arbeitsprozess oder in den Arbeitsabläufen der Gießereien und Steinmetzbetriebe zu Lebzeiten des Künstlers und postum. Die Ausstellung ist motivisch geordnet und verbindet somit die beiden Erzählstränge um den Formenkosmos und der Atelierpraxis. Alle Leihgaben stammen aus dem Besitz der Arp Stiftung e. V., Berlin. Im GerhardMarcks-Haus werden sie zum ersten und auch zum letzten Mal als vollständiges Konvolut gezeigt. 2023 wird der gesamte Bestand als Schenkung weltweit an verschiedene Museen verteilt. Zeitgleich zeigt das Gerhard-Marcks-Haus die Ausstellungen: Amir Omerovic. Catwalk Renate Hoffmann. Panorama Überseestadt Gerhard-Marcks-Haus Am Wall 208, 28195 Bremen

kunst:stück

9


. bremen

oben: Filmstill, Alina Schmuch und Maria Ebbinghaus, "Amphibische Pfade", Videoinstallation, 2022 // unten: Fotografie aus Helena Otto, "Heimat ist da, wo wir nicht sind", Videoinstallation, 2022

27. Videokunst Förderpreis Bremen

Helena Otto | Alina Schmuch & Maria Ebbinhaus 1. Oktober bis 20. November 2022 Paula Modersohn-Becker Museum | museen-boettcherstrasse.de Die Museen Böttcherstraße richten im Herbst 2022 die Ausstellung des 27. Videokunst Förderpreises Bremen aus, der alle zwei Jahr vom Filmbüro Bremen vergeben wird. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahrgang die Arbeiten „Amphibische Pfade“ von Maria Ebbinghaus (*1986) und Alina Schmuch (*1987) sowie „Heimat ist da, wo wir nicht sind“ von Helena Otto (*1987). Die Projekte behandeln zwei der dringlichsten und aktuellsten Fragestellungen der Gegenwart, denen sich die Künstlerinnen aus multiperspektivischen Ansätzen nähern.

Amphibische Pfade · In einer Rauminstallation, die sich aus filmischen und performativen Elementen zusammensetzt, untersuchen Maria Ebbinghaus und Alina Schmuch Wasserinfrastrukturen und verschiedene Adaptionswege, die in Vorbereitung auf den steigenden Meeresspiegel entworfen werden. Heimat ist da, wo wir nicht sind · Wie bildet sich Identität aus und wann entsteht Zugehörigkeit? Wieviel Fremdheit muss man aushalten? An ihre Biografie anknüpfend erzählt Helena Otto eindrucksvoll von ihrem Herantasten an die Begriffe Herkunft und Heimat. Veranstaltungstipps Kochen und Essen mit Helena Otto Do., 25.10.2022, 18.30–20.00 Uhr Künstlerinnengespräch mit Alina Schmuch So., 20.11.2022, 15.00–16.00 Uhr Museen Böttcherstraße Paula Modersohn-Becker Museum Böttcherstraße 6–10, 28195 Bremen

10

kunst:stück


. bremen

oben: Besucher im Paula Modersohn-Becker Museum, Foto: freiraumfotografie // unten: Älteres Besucherpaar vor frühen Arbeiten von Paula Modersohn-Becker, Foto Museen Böttcherstraße

Willkommen zurück

Die Sammlung Paula Modersohn-Becker 24. September bis 20. November 2022 Paula Modersohn-Becker Museum | museen-boettcherstrasse.de Unkonventionell, still, revolutionär oder heimatverbunden – all das ist die Kunst von Paula Modersohn-Becker. Die Rückkehr vieler Hauptwerke aus der Sammlung des Paula Modersohn-Becker Museums, nach einem Jahr auf Reisen, nimmt das Haus zum Anlass, schmerzlich vermissten Meisterwerken wie „Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag“ (1906) oder „Flöte blasendes Mädchen“ (1905) eher unbekannte Kunstwerke der „Wegbereiterin der Moderne“ zur Seite zu stellen und Besucherinnen wie Besuchern die „volle Dosis“ Paula Modersohn-Becker anzubieten. Die Präsentation eröffnet die vielen verschiedenen Facetten, die die Malerin mit

ihrer Kunst abdeckt. Warum zählt die Künstlerin zu den wichtigsten Positionen der Moderne? Die Antwort geben die insgesamt 50 naturverbundenen Kinderbildnisse, rätselhaften Porträts, außergewöhnlichen Landschaften und experimentellen Stillleben selbst. Öffentliche Führung sonntags, 11.30–12.30 Uhr 3,00 Euro, zzgl. Eintritt Museen Böttcherstraße Paula Modersohn-Becker Museum Böttcherstraße 6–10, 28195 Bremen

kunst:stück

11


. bremen

CKD – Completely knocked down Recife Bremen Connection

9. Oktober bis 18. Dezember 2022 Städtische Galerie Bremen | staedtischegalerie-bremen.de „CKD – Completely Knocked Down“ ist der Begriff für ein industrielles Verfahren, in dem ein Produkt für seinen Transport in Einzelteile zerlegt und am Bestimmungsort wieder zusammengesetzt wird. Dieses Verfahren haben die Bremer Künstler:innen Rebekka Kronsteiner und Francisco Valenca Vaz zur Grundlage für ihre Einladung an Kolleg:innen in Bremen und Recife, Brasilien, gemacht. Einzeln entwickelte Kunstwerke werden in zwei unterschiedlichen Ausstellungen an beiden Orten zusammengesetzt, für den Transport jedoch wieder auseinandergenommen. Auf diese Weise

12

kunst:stück

wird der Verschiffungscontainer, in dem jeder beteiligten künstlerischen Position eine genormte Box für das jeweilige Werk zur Verfügung steht, zum inhärenten Bestandteil der Ausstellungen. Diese werden vor Ort in Kooperation aller Künstler:innen und gemäß den Bedingungen der jeweiligen Institution zusammengestellt. Auch der – dann leere – Container wird mit ausgestellt. Der erste Teil des Projekts fand im MAMAM Museu de Arte Moderna Aloisio Magalhães 2020/2021 statt, dort stand der Container in der Ausstellungszeit auf einem zentralen Platz in Recife. Im Gegensatz zur genormten industriellen Fertigung berücksichtigt „CKD – Completely Knocked Down“ die prozessualen Veränderungen, die sich mit den unterschiedlichen Orten, Kooperationsbedingungen und dem Transport zwischen den Kontinenten ergibt. Auf diese Weise reflektiert das Projekt über die Bedeutung internationalen Handels, Transports und Austauschs mittels und in der zeitgenössischen Kunst. Die kooperative Herangehensweise, die unhierarchisch funktioniert und gemeinsame Beschlüsse, Ideen und


. bremen

Der Container beim Abtransport in Recife, Fotos: Roberta Guimaraes

Übereinkünfte erfordert und trotzdem die individuelle künstlerische Setzung und Handschrift nicht negiert, bietet in aktuellen Debatten über Aufgaben und Möglichkeiten der Kunst eine besondere und überzeugende Perspektive. Und zwar eine, die auch über Grenzen und Kontinente funktioniert, ohne dauernd kulturelle Differenzen betonen zu müssen. Hinsichtlich der nicht nur in der Kunstwelt zu diskutierenden Bedeutung des Transportsektors und des internationalen Handels und Güteraustauschs hat dieses Projekt seit seinem Auftakt im März 2020 in Recife eine pandemie- und kriegsbedingte zusätzliche Relevanz erhalten, die sich die Künstler:innen nicht hätten vorstellen können, als sie die Kooperation vereinbart und gestartet haben. Auch dieser Aspekt ist nun Teil der Ausstellung in der Städtischen Galerie Bremen, in der Marcio Almeida, Biarittzzz, Juliana Notari und Maria do Carmo Nino aus Recife und Christian Haake, Wolfgang Hainke, Tobias Heine, Rebekka Kronsteiner und Francisco Valenca Vaz sowie die Fotografinnen Roberta Guimaraes (Recife) und Hannah Wolf (Bremen) ihre Werke zusammenfügen. (Dr. Ingmar Lähnemann)

Mit Werken von: Marcio Almeida I Biarittzzz I Christian Haake I Wolfgang Hainke I Tobias Heine I Rebekka Kronsteiner I Juliana Notari I Maria do Carmo Nino I Francisco Valenca Vaz und die Fotografinnen Roberta Guimaraes u. Hannah Wolf Eröffnung: Sa, 8. Oktober 2022, 19.00 Uhr Es sprechen: Carmen Emigholz, Staatsrätin für Kultur, Eduard Dubbers-Albrecht, Firmeninhaber Ipsen Industrial Packing, Rebekka Kronsteiner und Francisco Valenca Vaz, Projektkurator:innen, mit Ingmar Lähnemann, Leiter Städtische Galerie Bremen Öffnungszeiten: Di–So 12–18 Uhr, Eintritt frei Städtische Galerie Bremen Buntentorsteinweg 112, 28201 Bremen

kunst:stück

13


. bremen

Pia E. van Nuland, Boy Blue Lake, Linoldruck mit 8 Farben, Ölfarbe auf Büttenpapier, 56 x 76 cm

cut and move I

Holz- und Linolschnitte | Bronzen von Pia E. van Nuland

8. Oktober (Eröffnung in Anwesenheit der Künstlerin: 16-19 Uhr) bis 18. Dezember 2022 Atelier Brandt Credo | atelier-brandt-credo.de „In meinen Arbeiten verbinde ich traditionelle Techniken mit modernen Inhalten. Seit einigen Jahren konzentriere ich mich auf die traditionelle Technik des Linol- und Holzschnitts. Ein wichtiges Thema ist für mich das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur“, so umreißt Pia E. van Nuland ihre künstlerische Arbeit. Die Werke, die jetzt unter dem Titel „cut and move I“ in der Galerie im Altbremer Haus gezeigt werden, strahlen eine herausragende Farbintensität aus und die Künstlerin treibt eine alte Kunsttechnik zu neuer Blüte. Ihre Linoldrucke, komponiert aus bis zu 12 Farben, die jeweils mit einem eigenen Druckstock aufgebaut werden, ziehen den Betrachter durch eine ungewöhnliche Körperhaftigkeit in ihren Bann. „ANOTHER DAY IN JUNE“ zieht im Galerieraum den Blick an und verlangt Aufmerksamkeit. Die zweiteilige Arbeit ist ein herausragendes Beispiel der Arbeitsweise van Nulands: 6-farbiger Linoldruck in Öl auf Leinwand, jeweils 103 x 150 cm. In diesem Motiv zeigt sich die Beziehung zur Natur, die der Künstlerin immer wieder ein großes und ganz besonderes Anliegen ist. Das markante Motiv zur Ausstellung „BOY, BLUE LAKE“ ist ein Linoldruck in 8 Farben

14

kunst:stück

in Ölfarbe auf Büttenpapier und zeigt eine Person vor einer Naturkulisse - den Blick auf Spiegelungen im Wasser gerichtet. Trotz bewegter Wellenlinien strahlt das Bild eine Ruhe mit Hinwendung zur Natur aus. Ist der Mensch Teil der belebten Natur, fügt er sich ein? Pia E. van Nulands Arbeiten werfen Fragen auf. Je länger man ihre Drucke betrachtet, desto weniger eindeutig erscheint die dargestellte Situation. Sie bietet Raum für vielerlei Deutungen, gibt keine klare Antwort. Aber es ist auch eine Heranführung an die Entschleunigung, Erdung, an märchenhafte Landschaften. Pia E.van Nuland, geboren 1966 in Gescher, studierte Kunst in den Niederlanden und in Schottland. Sie schloss ihr Studium 1993 mit dem Bachelor of Fine Arts ab. Bereits seit 1995 zeigt die in Bremen lebende Künstlerin ihre Arbeiten im In- und Ausland, wie z.B. in Deutschland, den Niederlanden, Japan und den USA. Öffnungszeiten: sonntags 16–18 Uhr und nach Absprache. T. 0421 558455 Atelier Brandt Credo Meyerstraße 145, 28201 Bremen


. bremen

THE NEW ABNORMAL EINE KOOPERATION MIT DEN ODESA PHOTO DAYS #THENEWABNORMALDTH

3. SEPTEMBER 2022 — 6. NOVEMBER 2022 PHOXXI. HAUS DER PHOTOGRAPHIE TEMPORÄR OKSANA PARAFENIUK, SINGLE WORKS. 2022, DETAIL © OKSANA PARAFENIUK

IN THE HEART OF ANOTHER COUNTRY ERZÄHLUNGEN AUS DER DIASPORA. WERKE DER SHARJAH ART FOUNDATION COLLECTION #INTHEHEARTOFANOTHER COUNTRY

28. OKTOBER 2022 — 12. MÄRZ 2023 HALLE FÜR AKTUELLE KUNST ETEL ADNAN, MOUNT TAMALPAÏS, 2015, SHARJAH ART FOUNDATION COLLECTION © VG BILDKUNST, BONN 2022

ARBEITSSTIPENDIUM FÜR BILDENDE KUNST DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG 2020/2021 #ARBEITSSTIPENDIUMFREIEKUNSTHH2021

24. SEPTEMBER 2022— 6. NOVEMBER 2022 SAMMLUNG FALCKENBERG ROSANNA GRAF. VIDEOSTILL AUS „CELLAR DOOR“, 2022, HD-VIDEO, 21:50 MIN. © ROSANNA GRAF

kunst:stück

15


. bremen

KUNSTHALLE BREMEN | Am Wall 207 | 28195 Bremen kunsthalle-bremen.de – Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen 2022 | bis 31.10. – Remix. Die Sammlung neu sehen | bis 13.11. – Wer war Milli? Eine Intervention von Natasha A. Kelly | - 30.4.23 – Manns-Bilder. Der männliche Akt auf Papier | bis 6.11.

Riesenkern, 1937, Gips, Hans Arp, Arp Stiftung e. V., Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Gerhard-Marcks-Haus

Der Container beim Abtransport in Recife, Foto: Roberta Guimaraes, Städtische Galerie Bremen

Filmstill, Alina Schmuch und Maria Ebbinghaus, "Amphibische Pfade", Videoinstallation, 2022, Paula Modersohn-Becker Museum

GERHARD-MARCKS-HAUS | Am Wall 208 | 28195 Bremen marcks.de – Dietrich Heller. Ungebremst | bis 23.10. – Gerhard Marcks. Ansichtssache | bis 23.10. – Wir haben Pläne... | bis 23.10. – Die Firma Arp. Formenkosmos und Atelierpraxis | 6.11.–29.1.23 – Amir Omerovic. Catwalk. Renate Hoffmann – Panorama Überseestadt | 6.9.–29.1.23 STÄDTISCHE GALERIE | Buntentorsteinweg 112 28201 Bremen | staedtischegalerie-bremen.de – CKD – Completely knocked down. Recife Bremen Connection | 9.10.–20.11. WESERBURG – MUSEUM FÜR MODERNE KUNST Teerhof 20 | 28199 Bremen | weserburg.de – Teresa Burga. Die Seiltänzerin | bis 6.11. – Until We Meet Again. Place-Making in Southeast Asia | bis 12.2.23 – Silvia Bächli. Lange Linien lang | bis 9.10. – So wie wir sind 4.0 | 8.10.22-13.8.23 – Fokus: Norbert Schwontkowski | 8.1022.-13.8.23 – What is the Proper Way to Display a Flag? 19.11.22-23.4.23 MUSEEN BÖTTCHERSTRASSE | Böttcherstraße 6–10 28195 Bremen | museen-boettcherstrasse.de – 27. Videokunst Förderpreis Bremen. Helena Otto | Alina Schmuch & Maria Ebbinhaus | 1.10.–20.11. GALERIE MITTE IM KUBO | Beim Paulskloster 12 28203 Bremen | galeriemitte.eu – jelly is sticky on steam. Ju Aichinger, Ada Hillebrecht, Theresa Rothe, Jenny Schäfer und Therry Weber | bis 29.10.

jelly is sticky on steam Galerie Mitte im KUBO

Pia E. van Nuland, Boy Blue Lake, Linoldruck, Atelier Brandt Credo

16

kunst:stück

ATELIER BRANDT CREDO | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen atelier-brandt-credo.de – Pia E. van Nuland. cut and move I | 8.10. (Eröffnung: 16 Uhr) bis 18.12. KÜNSTLERHAUS BREMEN | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen kuenstlerhausbremen.de – 30 Jahre Künstlerhaus Bremen. Künstlerische Auseinandersetzungen mit der Geschichte und dem Archiv des Künstlerhauses Bremen. Mit Anna Bart, Carolin Klapp, Hannes Middelberg, Norman Neumann, Henrik Nieratschker | 15.10.–20.11.


arp die firma

Formenkosmos und Atelierpraxis 06. November 2022 – 29. Januar 2023

In Kooperation mit

www.marcks.de

Medienpartner

© VG Bild-Kunst, Bonn 2022 bäuerlegestaltung


. bremen & umzu

Jost Wischnewski, DENK ANSÄTZE Stadion 1, 2022 © VG BIld-Kunst, Bonn 2022 Syker Vorwerk

KUNSTMIX | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18 28195 Bremen | kunstmixbremen.de – Edeltraud Rath- a room of one's own | bis 21.10. – Produzentengalerie Bielefeld. Exchange Bremen – Bielefeld 23.10. (Eröffnung: 15–17 Uhr) bis 18.11. – Leuchtstoff - kunstmix & friends | 20.11.22 (Eröffnung: 15–17 Uhr) bis 20.01.2023 GAK GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KUNST E.V. | Teerhof 21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | gak-bremen.de – publics & publishings . How to: … | bis 18.12. ÜBERSEE-MUSEUM BREMEN | Bahnhofsplatz 13 | 28195 Bremen | T. 0421 160380 | www.uebersee-museum.de – 100% Baumwolle | bis 11.4.23 GALERIE HEROLD . GÜTERBAHNHOF BREMEN – AREAL FÜR KUNST UND KULTUR | Beim Handelsmuseum 9 28195 Bremen | galerieherold.de – Lätitia Norkeit, Anne Kathrin Greiner, Silvia Marzall | 14.10. bis 20.11.

Heinrich Vogeler, Selbstbildnis (Ausschnitt), 1914, Öl auf Leinwand, Waldemar Koch Stiftung/ Dauerleihgabe an die Kulturstiftung Landkreis Osterholz

Tamman Azzam, Untitled, 2020-Papiercollage auf Leinwand, 130 x 180 cm, Haus Hünenburg, Achim

SYKER VORWERK | Waldstraße 76 | 28857 Syke syker-vorwerk.de – Jost Wischnewski. Auf Sicht | bis 13.11. KUNSTVEREIN ACHIM E.V. | Ausstellungen im Haus Hünenburg | Schwedenschanze 39 und/oder im Rathaus Achim Obernstraße 38 | 28832 Achim | kunstverein-achim.de – Memorabilia. Lost Places - Denkorte - urbane Räume | bis 18.10., Rathaus Achim – Tammam Azzam. Ausschnitte aus der Wirklichkeit | bis 27.11. im Haus Hünenburg DEUTSCHES PFERDEMUSEUM E.V | Holzmarkt 9 27283 Verden / Aller | dpm-verden.de – Großstadtpferde. Tierischer Motor der Städte um 1900 bis 31.10. WORPSWEDER MUSEEN | Barkenhoff | Große Kunstschau Haus im Schluh | Worpsweder Kunsthalle | worpswede-museen.de – Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch – Anbruch einer Neuen Zeit? | bis 6.11. / Barkenhoff, Große Kunstschau, Haus im Schluh, Worpsweder Kunsthalle | ↗ vogeler22.de – Kunst im Umbruch. Die Ausstellung zum Paula ModersohnBecker Kunstpreis 2022 | 26.11.22–5.3.23, Barkenhoff und Große Kunstschau

Antje Schiffers, Klondyke (Land 1/7), 1997, Holt, Lack, Bronze, Wachs, Pigment, Faserstift auf Papier © Worpsweder Museumsverbund, Jörg Sarbach, Worpswede

18

kunst:stück

RATHAUS WORPSWEDE | Bergstraße 1 | 27726 Worpswede worpsweder-kunsthandwerkermarkt.de – Kunsthandwerkermarkt im Rathaus Worpswede, 19. und 20.11., 11–18 Uhr


schrittweise 21.10. – 19.11.2022

Tanzperformance + Ausstellung Mit Werken von Daniela Georgieva, Anett Frontzek und Kati Gausmann 21.10.2022 Eröffnung mit „blank memory of absence“ PERFORMANCE von Daniela Georgieva 22.10.2022 weitere Aufführungen um 16 – 17h und 19 – 20h Mit freundlicher Unterstützung

Eintritt frei!


. der norden / oldenburg & umzu

SKULPTUREN IM ÖFFENTLICHEN RAUM | Bergstraße 27726 Worpswede | galerie-altes-rathaus-worpswede.de – Eisenzeit | bis Mai 2023

Pia E. van Nulands ell Canyon Trail, USA, Ausschnitt, Neuer Worpsweder Kunstverein

GALERIE DES NWWK C/O VILLAGE | Bergstraße 22 27726 Worpswede | nwwk.de – Pia E. van Nuland. Cut and Move II – Holz- und Linolschnitte / Bronzen | 16.10.22 (Eröffnung: 15 Uhr) bis 31.1.2023 HISTORISCHES MUSEUM BREMERHAVEN | An der Geeste 27570 Bremerhaven | historisches-museum-bremerhaven.de – Es lebe der Sport! Bremerhaven in Bewegung | bis 30.10.

Nilüfer und Mutter, Foto: Nilüfer Türkmen. Kulturkirche Unterwegs, Ameos Klinikum

Renée Sintenis, Bellender Hund, 1929, Bronze, Sammlung Karl H. Knauf, Berlin © Bildarchiv Georg Kolbe Museum Berlin, Nachlass Renée Sintenis, VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Kunsthaus Stade

Max Liebermann, Muschelfischer - Graue See, 1908 © Museum Kunst der Westküste, Foto: Lukas Spörl

KULTURKIRCHE BREMERHAVEN zu Gast kulturkirche-bremerhaven.de – Luftlinie 380 Meter. Zwei Installationen von Kira Keune 11.9.–2.10. | Veranstaltungsort: Große Kirche, BürgermeisterSmidt-Str. 45, 27568 Bremerhaven – „Als Mama mit der Lampe sprach.“ Eine Kindheit zwischen Wahn und Wirklichkeit – Lesung und Gespräch mit Nilüfer Türkmen am 18.11.2022 um 18 Uhr | Veranstaltungsort: Krankenhauskapelle Ameos Klinikum Mitte Bremerhaven, Treffpunkt am Haupteingang über Bgm.-Martin Donandt -Platz, 27568 Bremerhaven

KUNSTHAUS STADE | Wasser West 7 | 21682 Stade museen-stade.de – Entfernte Verwandte. Tierskulpturen von Ewald Mataré, Hans KP_Anzeige Martin Ruwoldt & Renée Sintenis | bis 15.1.23 SCHLOSS AGATHENBURG | Hauptstraße | 21684 Agathenburg schlossagathenburg.de – Sunken Garden. Der versunkene Garten | 16.10.–27.11. MUSEUM KUNST DER WESTKÜSTE | Hauptstraße 1 25938 Alkersum/Föhr | mkdw.de – Max Liebermann im Fokus. Provenienzgeschichten bis 19.3.2023 – Andreas Jorns. Inseljugend | bis 27.11. – Günter Zachariasen. Unendlich Jetzt | bis 15.1.23 OLDENBURGER KUNSTVEREIN | Damm 2a 26135 Oldenburg | oldenburger-kunstverein.de – Gerrit Frohne-Brinkmann. Ready to pair | bis 13.11.

Gerrit Frohne-Brinkmann, Earmouse (in seashell II), 2022, Glasierte Keramik, Silikon, Lautsprecher, Verstärker, Kabel, Sounddatei, 38 × 70 × 33 cm, Foto: Heinrich Holtgreve Oldenburger Kunstverein

20

kunst:stück

LANDESMUSEUM FÜR KUNST UND KULTURGESCHICHTE OLDENBURG | Damm 1 | Oldenburg | landesmuseum-ol.de – Unvollendet. Faszination unfertiger Kunstwerke | bis 23.10. – Grands Boulevards. Plakatkunst des Jugendstils | 22.10.22 –22.1.23 – Eisblumen und Pflanzenformen. Urformen der Kunst von Alfred Leistner und Karl Blossfeldt | 1.11.22–5.3.23


. oldenburg . bremen

KUNSTKURSE LEEG I |F| IFF I LM EERA FM OAA TLO REIA EOO|TTO KOE LM EM RI IK EKI BBI ILLDDHHAAUUEERREEI I | | M RRE G+RRFA A FM IIEK| | |KKM RAA

Rosenstraße 41 41 | 26122 Oldenburg Oldenburg | Tel. 0441-9990840 0441-9990840 | www.werkschule.de www.werkschule.de Rosenstraße Rosenstraße 41| |26122 26122 Oldenburg || Tel. Tel. 0441-9990840 | |www.werkschule.de

e_Kunststück_2022.indd 1

06.09.2022 11

Heinrich Vogeler. Der Neue Mensch Die Worpsweder Museen · www.vogeler22.de

NUR NOCH BIS 6. NOVEMBER kunst:stück 2022

21


. oldenburg & umzu

LANDESMUSEUM NATUR UND MENSCH | Damm 38–44 26135 Oldenburg | naturundmensch.de – Mumien. Geheimnisse des Lebens | bis 26.2.23

Katja Aufleger, AND HE TIPPED GALLONS OF BLACK IN MY FAVORITE BLUE, 2014 © Katja Aufleger, Kunsthalle Wilhelmshaven

GALERIE AM STALL | Am Ebenesch 4 | 27798 Hude galerie-am-stall.de – Menno Fahl. Kopfkino – Druckgrafik, Skulptur | 6.11. (Eröffnung: 15 Uhr) bis 11.12. KUNSTHALLE WILHELMSHAVEN | Adalbertstraße 2826382 Wilhelmshaven | kunsthalle-wilhelmshaven.de – Katja Aufleger. It’s never too late to panic | 8.10.–27.11.

Menno Fahl, Fuhrmann, 2021, Bronze bemalt, 30 x 25 x 10cm, Galerie am Stall

KUNSTHALLE EMDEN | Hinter dem Rahmen 13 26721 Emden | kunsthalle-emden.de – Mythos Wald. Das Flüstern der Blätter | bis 31.10. – Nolde / Rohlfes. Zwei Künstlerleben | 12.11.22–21.2.23 AUSSTELLUNGSZENTRUM GUT ALTENKAMP | Am Altenkamp 1 | 26871 Papenburg-Aschendorf | gut-altenkamp.de – H.D. Tylle. In vierzig Jahren durch die Arbeitswelt | bis 30.10. KUNSTHALLE LINGEN | Kaiserstraße 10a | 49809 Lingen kunsthallelingen.de – Angela Fette. The Beauty of Capitalism | bis 13.11.

Tidar, Meyer Werft, Papenburg, 1988, 170 cm x 135 cm, Öl/ Leinwand, Meyer Werft GmbH & Co KG, Gut Altenkamp

STÄDTISCHE GALERIE NORDHORN | Vechteaue 2 48529 Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de – Tabula Rasa / Terrain Vague | bis 20.11. MUSEUMSQUARTIER OSNABRÜCK | Lotter Straße 2 49078 Osnabrück | museumsquartier-osnabrueck.de – Elfriede Lohse-Wächtler und Felix Nussbaum | bis 16.10. – Black faces in white? space | bis 4.12. – Mounira Al Solh. 13 April, 13 April, 13 April. | bis 13.11. – Kunstpreis Osnabrück 2022 | 16.10.22–26.3.23

Egemen Demirci, Spectator on White (Homage to Malevich), 2012, Video, Städtische Galerie Nordhorn

Daniela Georgieva, blank memory of absence, (Probe) 2022, Kunstraum hase29

22

kunst:stück

KUNSTHALLE OSNABRÜCK | Hasemauer 1 49074 Osnabrück | kunsthalle.osnabrueck.de – Romantik. Jahresthema 2022 | bis 5.3.23 – Anna Haifisch, Gabriella Hirst, Irène Mélix | bis 5.3.23 – Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst, Hannah Quinlan & Rosie Hastings | bis 5.3.23 – Andrzej Steinbach, Cemile Sahin | 5.11.22-5.3.23 KUNSTRAUM HASE29 – GESELLSCHAFT FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST | Hasestraße | 49074 Osnabrück | hase29.de – schrittweise. Ausstellungs- und Performanceprojekt | 21.10. (Eröffnung: 19–22 Uhr) bis 19.11. – Klangfenster. Konzertreihe im Kunstraum hase29 | 26.10.2022 –5.4.2023


H.D. TYLLE IN VIERZIG JAHREN DURCH DIE ARBEITSWELT

H. D. Tylle, Baudock II, Papenburg, 2011, 100 x 140 cm, Öl/Leinwand, Meyer Werft GmbH & Co. KG

31. Juli bis 30. Oktober 2022

AUSSTELLUNGSZENTRUM GUT ALTENKAMP PAPENBURG-ASCHENDORF DI – SO VON 10–17 UHR WWW.GUT-ALTENKAMP.DE


. achim

Abb. o.: Tamman Azzam, Untitled, 2020-Papiercollage auf Leinwand, 130 x 180 cm // Abb. u.: Tammam Azzam, Untitled, 2021, Acryl auf Papier, 84 x 59cm

Tammam Azzam

Ausschnitte aus der Wirklichkeit 1. Oktober (Eröffnung: 17 Uhr) bis 27. November 2022 Ausstellung des Kunstvereins Achim e.V. im Haus Hünenburg | kunstverein-achim.de Tammam Azzam wurde 1980 in Damaskus, Syrien, geboren und erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Fakultät der Schönen Künste der Universität von Damaskus mit Schwerpunkt Ölmalerei. Neben einer erfolgreichen Karriere als Maler in Syrien war Azzam auch ein produktiver Grafikdesigner, eine Erfahrung, die in seine Arbeit mit digitalen Medien einfloss, nachdem er mit Beginn des Konflikts in Syrien 2011 mit

seiner Familie nach Dubai umzog, wo er für die AYYAM Gallery künstlerisch tätig war. 2016 kam die Einladung des Hanse-Wissenschaftskollegs sechs Monate als Kunst-Fellow mit Familienvisum in Delmenhorst zu verbringen, wo Tammam AZZAM mit der Technik der Papiercollagen zu einer neuen künstlerischen Ausdrucksform fand. Er verarbeitete Papierschnipsel, die er von überall mitgebracht hatte, auf Leinwänden zum Motiv der zerstörten Stadt mit verwirrenden, aber auch poetischen Strukturen. Diese Collagen, bei denen er teilweise bis zu 50000 Papierfetzen verwendet, ergreifend und von manchmal verblüffender Farbigkeit, sind das, was ihn in dieser Form von anderen Künstlern unterscheidet. Sie erinnern in ihrer horizontal angeordneten Komposition an Ölgemälde, doch wenn man sie von Nahem sieht, wirken sie wie ein Mosaik, dessen Papierschichten mit filigraner Präzision und Finesse aufgebaut und organisiert sind. Mit ihrer Vehemenz, ihrem kraftvoll verdichteten Gestus ziehen sie die Blicke unwiderstehlich auf sich. Haus Hünenburg Schwedenschanze 39, 28832 Achim

24

kunst:stück


. achim

Zur Abwechslung mal www.klartext-grafik.de

Kultur aus der region www.KunststuecK-magazine.de

24/7 das Magazin für Kunst & Kultur aus der region – gedrucKt iM handlichen taschenforMat oder als app – iMMer dabei

regionale ausgaben c/o osnabrücK + Münsterland

c/o breMen+ oldenburg

(h2 werbung & Kunst, braMsche) (h2 werbung & Kunst, braMsche)

c/o ostwestfalen

(Movin verlag, bielefeld)

kunst:stück

25


. worpswede

Kunst im Umbruch

Die Ausstellung zum Paula Modersohn-Becker Kunstpreis 2022 26. November 2022 bis 5. März 2023 Barkenhoff und Große Kunstschau | worpswede-museen.de | pmb-kunstpreis.de Bereits zum siebten Mal lobt der Landkreis Osterholz den Paula Modersohn-Becker Kunstpreis aus. Rund 400 Künstler:innen mit biografischem Bezug zum Land Niedersachsen, zum Land Bremen und/oder zu Worpswede haben ihre Bewerbungen eingereicht. Die Auswahl-Jury hat im Mai getagt und acht Künstler:innen für die Shortlist zum Hauptpreis nominiert sowie

die beiden Preisträger:innen für den Nachwuchs- und den Sonderpreis bestimmt. Werke dieser neun Künstler:innen werden vom 27. November 2022 bis zum 5. März 2023 in der Kunstpreis-Ausstellung im Barkenhoff und in der Großen Kunstschau ausgestellt. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 26. November 2022. Der Paula Modersohn-Becker Kunstpreis hat sich seit seiner ersten Ausgabe 2010 zu einem bundesweit anerkannten Kunstpreis mit internationaler Wahrnehmung entwickelt. Mit seinen insgesamt drei Einzelpreisen – dem Haupt-, Sonder- und Nachwuchspreis – richtet sich der Paula Modersohn-Becker Kunstpreis an Künstler:innen aus

26

kunst:stück


. worpswede

Abb. o.l.: Susanne Kutter, I will kill you anyway: Installation an der Barkenhoff-Fassade © Worpsweder Museumverbund, Jörg Sarbach // o.r.: Antje Schiffers, Klondyke (Land 1/7), 1997, Holt, Lack, Bronze, Wachs, Pigment, Faserstift auf Papier © Worpsweder Museumsverbund, Jörg Sarbach // unten: Die Auswahl-Jury des Paula-Modersohn-Becker Kunstpreises 2022. v.l.n.r.: Tanja Pirsing-Marshall, Matilda Felix und Radek Krolczyk, Foto: Matthias Jaeger

Deutschland, an Künstler:innen, die heute im Landkreis Osterholz leben und arbeiten sowie an Nachwuchskünstler:innen mit regionalem Bezug. Die mit Dr. Matilda Felix (Städtische Galerie Delmenhorst | Haus Coburg), Radek Krolczyk (Galerie K‘, Bremen) und Dr. Tanja Pirsing-Marshall (stellvertretende Direktorin, LWL – Museum für Kunst und Kultur, Münster) besetzte Auswahl-Jury hat im Mai 2022 getagt und aus den rund 400 Bewerbungen für den Hauptpreis acht Positionen nominiert. Darüber hinaus hat sie die/den Sonderpreisträger:in und die/den Nachwuchs-Preisträger:in benannt. Nominiert in der Kategorie Hauptpreis: Karo Akpokiere, Hamburg // Jody Korbach, Düsseldorf // Almut Linde, Hamburg // Sarah Lüdemann, Bremen // Anna Nero, Frankfurt // Stefan Panhans und Andrea Winkler, Berlin // Charlotte Perrin, Wuppertal // Stefanie Unruh, München

Aus dem Kreis dieser Künstler*innen wird die mit Prof. Dr. Stephan Berg (Direktor, Kunstmuseum Bonn), Dr. Anna-Catharina Gebbers (Kuratorin, Hamburger Bahnhof, Berlin) und Thomas Thiel (Direktor, Museum für Gegenwartskunst Siegen) besetzte Preis-Jury anhand der ausgestellten Werke die/den Preisträger*in des Hauptpreises bestimmen. Die bereits von der Auswahl-Jury bestimmten Preisträger:innen für den Sonder- und den Nachwuchspreis werden zur Preisverleihung im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Sa, 26.11.2022, zusammen mit der/ dem Hauptpreisträger:in bekannt gegeben. Alle zehn Künstler:innen werden vom 26.11.2022 bis zum 5.3.2023 im Barkenhoff und in der Großen Kunstschau Worpswede mit ausgewählten Arbeiten präsentiert. Beate C. Arnold und Dr. Manuela Husemann werden die Kunstpreis-Ausstellung kuratieren.

kunst:stück

27


. worpswede

Pia E. van Nulands ell Canyon Trail, USA, Ausschnitt

Pia E. van Nuland cut and move II

Holz- und Linolschnitte / Bronzen 16. Oktober 2022 (Eröffnung: 15 Uhr) bis 31. Januar 2023 Neuer Worpsweder Kunstverein | nwwk.de Pia E. van Nulands großformatige Linoldrucke, komponiert aus bis zu zwölf Farben, die jeweils mit einem eigenen Druckstock aufgebaut werden, ziehen den Betrachter durch eine ungewöhnliche Körperhaftigkeit in ihren Bann, die manchmal lasierend transparent bis fast schon reliefartig pastos auf dem Untergrund aufgetragen sind. Aus vielfältigsten Strukturen gebildete Zeichnungen und Binnenzeichnungen liegen auf den fast malerisch angelegten farbigen Flächen und definieren die Situation. Dabei entwickeln die unterschiedlichen Linienverläufe, Strichstärken und Richtungen ein Eigenleben, das von einer seltsam starken Belebtheit der Umwelt bis hin zu einer lähmenden Starre reicht. Die Themen, die van Nulands künstlerischer Auseinandersetzung zugrunde liegen sind die verschiedenen Aspekte des Verhältnisses zwischen Mensch und Natur. Von unberührter Landschaft, tiefen Wäldern bis hin zu Stadtlandschaften, in denen die urbanen Strukturen keinen

28

kunst:stück

Raum mehr für die Natur lassen, zeugen ihre intensiv farbigen Drucke. Ist der Mensch dabei Teil der belebten Natur, fügt er sich ein? Oder macht er sich die Welt untertan, versucht ihre Urgewalt zu bändigen, indem er die Natur verdrängt und betoniert? Oder wird der Mensch etwa selber von der Natur bedroht, deren Eigenleben, deren Wildheit er unterschätzt? Pia E. van Nulands Arbeiten werfen Fragen auf. Je länger man ihre Drucke betrachtet, desto weniger eindeutig erscheint die dargestellte Situation. Sie bietet Raum für vielerlei Deutungen, gibt keine klare Antwort. Obwohl allen Bildern fotografische Studien zugrunde liegen, gibt es keine Objektivität, keine einzig wahre Realität. Immer schwingen mehrere Ebenen der Wirklichkeit mit, von der Naturstudie über eine fast märchenhafte Atmosphäre bis hin zu einer grafischen Abstraktion der Zeichnung. Neuer Worpsweder Kunstverein c/o Village Worpswede Bergstraße 22, 27726 Worpswede


. worpswede

Abb. oben: Karin Ruske, facetierter Utensilo gefärbter Beton // Abb. unten v.l.n.r.: Avrillo, Foto: Sandra Leibner // FactoMeesr, Recyclingmesser, Foto: Janos Freuschle // Luliana Rodica, Circa Oberteile, Hiyoku Pink Nihon

Kunsthandwerkermarkt im Rathaus Worpswede 19. und 20. November 2022, 11 bis 18 Uhr www.worpsweder-kunsthandwerkermarkt.de Seit 1989 findet traditionell immer am Samstag und Sonntag vor dem 1. Advent ein Kunsthandwerkermarkt im Worpsweder Rathaus statt. Ursprünglich als Privatinitiative einer Gruppe Worpsweder Kunsthandwerker:innen gegründet, ist der von der Gemeinde Worpswede veranstaltete Markt zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Rund 40 professionelle Handwerker:innen und Designer:innen aus ganz Deutschland präsentieren sich mit ihren Ständen auf 2 Etagen des Worpsweder Rathauses und auf dem Außengelände. Es werden Arbeiten nur von zugelassen Kunsthandwerker:innen und Designer:innen aus verschiedensten Handwerken angeboten, die sich professionell mit der zeitgenössischen Gestaltung und Herstellung von Gebrauchsgütern und Objekten angewandter Kunst beschäftigen. Neben Textil-

schaffenden mit Gewebtem, Gefilztem, Genähtem, schicken Hüten und Mützen sind in diesem Jahr Goldschmied:innen, Drechsler, Keramiker:innen, Feintäschner:innen sowie Metallhandwerker vertreten. Auch Glasschmuck, Papierarbeiten und geschmiedete Messer sind zu sehen. Vom edlen Unikat bis zur Kleinserie zum Weitersammeln und Ergänzen gibt es viel zu entdecken und es darf gekauft werden! Die Besucher:innen werden Vertrautes wiederfinden, vor allem aber Arbeiten von neuen Aussteller:innen bestaunen können: vielfältig, überraschend, experimentell, verspielt, puristisch und edel... Lassen Sie sich überraschen!" → Eintritt 3,- EUR

Die aktuellen Corona-Regelungen werden auf der Webseite veröffentlicht!

kunst:stück

29


. stade

Skulpturen von links: Ewald Mataré, Mathematik-Kuh I, 1946, Bronze, Rheinische Privatsammlung © Foto: Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung / A. Gossens, VG Bild-Kunst, Bonn 2022 // Ewald Mataré, Tänzelndes Pferd / Chinesisches Pferd, 1943, Bronze, Rheinische Privatsammlung © Foto: Museum Kurhaus Kleve – Ewald Mataré-Sammlung / A. Gossens, VG Bild-Kunst, Bonn 2022 //

Entfernte Verwandte

Tierskulpturen von Ewald Mataré, Hans Martin Ruwoldt und Renée Sintenis Kunsthaus Stade | museen-stade.de | 1. Oktober 2022 bis 15. Januar 2023 Tiere gehören seit jeher zum Menschen und ebenso lang ist diese Koexistenz von Widersprüchen geprägt: Fürsorge und Verbundenheit wechseln sich mit Abhängigkeit, Macht, Angst und Tötung ab. Das Animalische wird oftmals als „das Andere“ betrachtet, als das Beschränkte und Triebhafte. Zugleich wird es als das Ursprüngliche und Unverfälschte bewundert, das in Harmonie mit der Natur steht. Darstellungen von Tieren zählen zu den ältesten Renée Sintenis, Bellender Hund, 1929, Bronze, Sammlung Karl H. Knauf, Berlin © Bildarchiv Georg Kolbe Museum Berlin, Nachlass Renée Sintenis, VG Bild-Kunst, Bonn 2022

30

kunst:stück

und häufigten Motiven in der bildenden Kunst. Die Gattung der Tierplastik entwickelt sich allerdings erst im 19. Jahrhundert zu einem selbstständigen Genre. Zeitgleich werden in Europa Zoologische Gärten gegründet, die neben dem Blick auf die heimische Fauna auch das Interesse an einer fremden Tierwelt wecken. Mit Werken von Ewald Mataré, Hans Martin Ruwoldt und Renée Sintenis präsentiert die Ausstellung im Kunsthaus Stade verschiedene Positionen plastischer Tierdarstellungen des 20. Jahrhunderts. Auf eindrucksvolle Weise führen die Werke das Erstaunen und die Faszination vor, die das Tierreich bis heute auslöst. Für Mataré, Ruwoldt und Sintenis sind Tiere besonders darstellungswürdige Wesen, sie bilden bei allen dreien das Hauptmotiv des jeweiligen künstlerischen Schaffens. Geprägt von Krisenzeiten und zwei Weltkriegen, aber auch von einer persönlichen Verbundenheit zum Tier, entstehen Werke, die sehr persönlich gestaltet und als besonderer Spiegel der Zeit zu lesen sind.


. stade

Hans Martin Ruwoldt, Sich leckender Gepard, 1949/50, Bronze, Privatsammlung © Museen Stade, Foto: Carsten Dammann, Hamburg // Hans Martin Ruwoldt, Gehender Orang-Utan, um 1928, Bronze, Privatsammlung © Museen Stade, Foto: Carsten Dammann, Hamburg

Die Plastiken zeigen Tierdarstellungen und sind auch eine menschliche Selbstreflexion: Renée Sintenis‘ Tiere zeugen in ihrer Vitalität und Ursprünglichkeit von einem versöhnlichen Blick auf das irdische Leben. Die Plastiken von Ewald Mataré spiegeln seine Idee von Vollkommenheit sowie Zusammenhänge von Natur und Technik wieder. Hans Martin Ruwoldts Werke bestechen durch eine Konzentration auf das Einfache und Schlichte, verbunden mit dem Einfangen einer Lebhaftigkeit des Augenblicks. Auf drei Etagen zeigt das Kunsthaus Stade bis zum 15. Januar 2022 rund sechzig Werke von Ewald Mataré, Hans Martin Ruwoldt und Renée Sintenis. Jede*r der Künstler:innen ist mit zahlreichen Plastiken und auch grafischen Arbeiten eine Entdeckung für sich. Mit dem Fokus auf Tierdarstellungen und als Künstler:innen einer Generation eröffnen sie zudem ein besonderes Panorama auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausstellungsbegleitend erscheint ein Magazin mit Texten von Regina Wetjen, Valentina Vlašić und Luisa Fink sowie zahlreichen farbigen Abbildungen. Das Magazin ist für 9.80 EUR im Shop des Kunsthauses erhältlich. Kunsthaus Stade Wasser West 39, 21682 Stade

Entfernete Verwandte Künstler:innen

Ewald Mataré (Aachen 1887 – Brüderich 1965) findet nach einer Malereiausbildung zur Bildhauerei und wird Mitglied der revolutionären Künstlervereinigung „Novembergruppe“. Er arbeitet an einer Kunst der elementaren Formen. Seine Tierplastiken zeigen dies als etwas, das keinen subjektiven Ausdruck wiedergeben soll, sondern einer Objektivität der Formen nachgeht. Hans Martin Ruwoldt (Hamburg 1891 – Hamburg 1969) tritt nach einer Bildhauerlehre und dem Studium an der Kunstgewerbeschule in Hamburg 1928 in die Hamburgische Sezession ein. Seine Tierplastiken zeigen sowohl heimische als auch exotische Wildtiere und zeugen von einer bestechenden Beobachtungsgabe, die mitunter die Grenze zum Menschlichen verwischt. Renée Sintenis (Glatz 1888 – Berlin 1965) ist zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine der ersten professionellen Bildhauerinnen. Ihr emanzipiertes, glamouröses Auftreten erregt viel Aufmerksamkeit in der Weimarer Republik. Mit den von ihr gestalteten Tierplastiken drückt sie ihre Naturverbundenheit aus. Der sogenannte „Berliner Bär“ ist Sintenis‘ bekanntestes Werk.

kunst:stück

31


. bremerhaven

Kira Keune, Luftlinie 380 Meter

Luftlinie 380 Meter

Zwei Installationen von Kira Keune 28. Oktober bis 19. November 2022 Ein Projekt der Kulturkirche Bremerhaven zu Gast in der Bürgermeister-Smid-Gedächtniskirche (Große Kirche) kulturkirche-bremerhaven.de Kira Keune untersucht in ihrer Ausstellung Luftlinie 380 Meter die Verbindung der Großen Kirche zum Wasser. Bremerhaven ist als Hafenstadt direkt mit dem Wasser verbunden und als Seefahrerkirche teilt diese Verbundenheit auch die Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche. Ihre zwei Installationen im Kirchenschiff lassen Anwesende das historische Gebäude noch einmal ganz anders wahrnehmen und laden zu vielschichtigen Assoziationen ein. Weitere Informationen zum Projekt: www.kulturkirche-bremerhaven.de

32

kunst:stück

28.10.2022 | 18 Uhr | Vernissage Begrüßung: Silke Mohrhoff, Leiterin der Kulturkirche Einführung: Dr. Kai Kähler, Historisches Museum Bremerhaven Musik: Ensemble KlangKörper, Hannover 19.11.2022 | 17 Uhr | Finissage Veranstaltungsort: Große Kirche Bürgermeister-Smidt-Str. 45 27568 Bremerhaven Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag bis Samstag 15–17 Uhr Mittwoch 15–18 Uhr, Freitag 11–13 Uhr Eintritt frei – Spenden willkommen


.bremerhaven

Nilüfer und Mutter, Foto: Nilüfer Türkmen

Eine Kindheit zwischen Wahn und Wirklichkeit

„Als Mama mit der Lampe sprach“

Lesung und Gespräch mit Nilüfer Türkmen am 18.11.22, 18 Uhr Ein Projekt der Kulturkirche Bremerhaven zu Gast in der Krankenhauskapelle des Ameos Klinikum Mitte Bremerhaven | kulturkirche-Bremerhaven.de Ein kleines Mädchen aus Bremen steht plötzlich mit ihrer Mama auf der Straße, irgendwo in der Türkei. Die Mutter tut alles, um ihre dreijährige Tochter zu beschützen und zu versorgen – doch sie sieht Verfolger und Entführer, wo keine sind, und spricht mit Leuten, die es nie gegeben hat. Oder mit der Lampe oder der Wand. Der einzige Halt im Leben des Mädchens ist eine schizophrene Frau. Die ersten neun Jahre ihres Lebens verbringt Nelly in einer Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Wahn verschwimmen. Sie hat in ihrer Kindheit traumatische Erlebnisse gesammelt wie andere Kinder Sticker. Kein Einzelfall: An die 300.000 Kinder wachsen in Deutschland mit einem schizophrenen Elternteil auf. Nilüfer Türkmen, das kleine Mädchen von

damals, ist heute eine starke Frau, Mitte 20, lebt in Bremen und studiert Politik und Jura. In ihrem Buch erzählt Nilüfer Türkmen jetzt, wie sich das anfühlt und wie sie es geschafft hat, die ersten schweren Jahre ihres Lebens zu verarbeiten. Damit setzt sie ihr Engagement für mehr Aufklärung über psychische Krankheiten fort. Veranstaltungsort: Krankenhauskapelle Ameos Klinikum Mitte Bremerhaven Treffpunkt am Haupteingang über Bgm.Martin Donandt -Platz, 27568 Bremerhaven Es gelten die aktuellen Coronaverordnungen des Ameos Krankenhauses. Wir bitten darum um Anmeldung und um ein offizielles Negativtestergebnis. Tel. 0177-2351149 oder Mail: kultur@kulturkirche-bremerhaven.de Eintritt frei – Spenden willkommen

kunst:stück

33


. syke

Jost Wischnewski, DENK ANSÄTZE Stadion 1, 2022 © VG BIld-Kunst, Bonn 2022

Jost Wischnewski AUF SICHT

18. September bis 13. November 2022 Syker Vorwerk | syker-vorwerk.de Der Künstler Jost Wischnewski wurde 1962 in Düsseldorf geboren und studierte von 1987 bis 1993 an der dortigen Kunstakademie. Er lebt in Worpswede und zeitweise in Italien. Die Einzelausstellung verbindet fotografische und bildhauerische Arbeiten sowie Videos des Künstlers von 1996 bis heute. Wischnewskis Fotografien sind Analysen unterschiedlicher urbaner Räume, die uns umgeben. Sie verbinden einen präzisen Blick auf unsere Gegenwart mit einem ausgesprochenen ästhetischen Empfinden für die subtilen Zwischentöne innerhalb städtischer Veränderungsprozesse. Als ästhetisch Forschender verbindet er Elemente der dokumentarischen Fotografie mit einer für ihn sehr typischen, formal strengen Ausrichtung in der Bildkomposition. Präsentiert werden unter anderem Fotos aus der 2022 veröffentlichten Serie „DENK ANSÄTZE“, die unter dem Eindruck der Co-

34

kunst:stück

rona-Pandemie entstanden ist. Ausgangspunkt waren Orte wie Stadien und Theater, ursprünglich für Menschenmengen gemacht sind. Infolge der Lock-Downs wurden sie temporär zu menschenleeren Geisterplätzen an denen die Architektur dominiert. Als Bildhauer und Installationskünstler interessieren Jost Wischnewski funktionale industrielle Objekte, die er ihrem ursprünglichen Kontext entnimmt und ihre skulpturalen Erscheinungsformen neu arrangiert und oft in Kombination mit Fotografien in den Fokus seiner Räume rückt. Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag 14 bis 18 Uhr Sonntag und weitere Feiertage 11 bis 18 Uhr Syker Vorwerk Zentrum für zeitgenössische Kunst Waldstraße 76, 28857 Syke


. syke

Sie möchten Ihre Immobilie veräußern und den bestmöglichen Preis erzielen? Dann profitieren Sie jetzt von unserem Leistungsangebot und Sie werden sehen: Bei uns wird SERVICE großgeschrieben! EIN pAAR FOtOs MAchEN uNd INsERIEREN? dAs WAR GEstERN! Mit unserem professionellen Netzwerk bieten wir Ihnen einen Komplettservice an – von der Wertermittlung über die Erstellung eines zielgerichteten Vermarktungskonzepts bis hin zur Übergabe Ihrer Immobilie liegt alles in unserer professionellen Hand! Nach einer Besichtigung vor Ort erhalten Sie eine Wertermittlung durch eine fundierte Marktanalyse. Diese dient als Orientierung für die gemeinsame Festlegung des maximalen Verkaufspreises Ihrer Immobilie. Mit unserer Profikamera erstellen wir hochwertiges Bildmaterial. Optional bieten wir Ihnen die Erstellung eines digitalen 360 Grad-Rundgangs an. Bei einigen Immobilien älteren Jahrgangs kann eine optische Aufwertung notwendig sein. Hier übernimmt auf Wunsch der Dekoservice von WAGNER

IMMOBILIEN das „Homestaging“. Im Anschluss an alle notwendigen Vorbereitungen erstellen wir ein hochwertiges Exposé Ihrer Immobilie. WAGNER IMMOBILIEN übernimmt die Organisation und Sichtung aller notwendigen Unterlagen. Wir besorgen für Sie kostenlos fehlende Unterlagen wie den Energieausweis oder Dokumente von Ämtern. Das spart Ihnen Zeit, Kosten und lästige Behördengänge. JE höhER dIE NAchFRAGE, dEstO höhER dER pREIs! Wir erstellen für Sie einen maßgeschneiderten Marketingplan, um Ihren Verkauf schnellstmöglich zum Wunschpreis abzuwickeln. Wir kümmern uns um Inserate im Internet, in Tageszeitungen, in eigenen Publikationen oder Newslettern und übernehmen die Außenwerbung. Mit potenziellen Käufern, die ernsthaftes Interesse an Ihrer Immobilie zeigen, führen wir professionelle Einzelbesichtigungen durch. Wir prüfen diese dann eingehend auf Solvenz, um eine reibungslose Übergabe zu gewährleisten. Gerne betreuen wir Sie auch bei der Erstellung des Kaufvertrags und vereinbaren Termine mit einem Notar.

WAGNER IMMOBILIEN Schwachauser Heerstraße 196 · 28213 Bremen Tel. 0421 706086 kunst:stück info@wagner-immobilien-bremen.de · www.wagner-immobilien-bremen.de

35


. föhr

Andreas Jorns Inseljugend

12. Dezember 2021 bis 27. November 2022 Museum Kunst der Westküste | mkdw.de Wie lebt es sich auf einer nordfriesischen Insel, wenn man jung ist? Sind die Jugendlichen hier einsam oder ist das Zusammengehörigkeitsgefühl größer als anderenorts? Ist es langweilig für junge Menschen auf Föhr – insbesondere dann, wenn im Winter oder in Zeiten wie der Covid19-Pandemie die Inselgäste ausbleiben? Will man nichts wie weg auf das weite Festland? Oder lieben die Jugendlichen „ihre“ Insel und bleiben?

36

kunst:stück

Andreas Jorns (* 1966) stellte sich als Artist in Residence des MKdW genau diese Fragen. Im Winter 2019/20 begab er sich auf Spurensuche. Sieben Wochen lang begleitete er weit mehr als 100 junge Menschen auf Föhr. Er besuchte sie in der Schule und in der Freizeit, sprach mit ihnen in den Klassenräumen und zu Hause. Die Jugendlichen ließen es zu und zeigten ihm ihre Lebenswelten. Jorns war beim Musizieren und bei Chorproben dabei, traf sie am Strand, beim Sport, bei Vereinsaktivitäten


. föhr

↑ Ausstellungsansicht, Foto: Lukas Spörl

→ Fotos v.l.o.n.r.u.: Jule, Nieblum, Januar 2020 // Weihnachtsfeier im Ual Fering Wiartshüs, Oldsum, Dezember 2019 // Fynn, Hedehusum, November 2020 // Jark, Borgsum, Januar 2020 // Johanna, Wyk Südstrand, November 2020 // Föhrer Tracht, Marit, Gesche, Anna-Mia & Levke, Nieblum, Januar 2020 // Gesche, Weihnachtsfeier in „Boschmeierhausen“, Borgsum, Dezember 2019 // Alle Fotos: Andreas Jorns © Courtesy of the artist

und an ihren privaten Rückzugsorten, feierte, tanzte und diskutierte mit ihnen. Im November 2020 kehrte Andreas Jorns zu einem zweiten Aufenthalt auf die Insel zurück, um erneut mit den Jugendlichen zu arbeiten. Welche Auswirkungen auf ihre Lebenspläne zeigt die Corona-Pandemie womöglich? Das Ergebnis dieser in der Geschichte der Insel einmaligen fotografischen Recherche ist in der Ausstellung Inseljugend zu

Die Erkundung der aktuellen Ausstellungen ist auch virtuell über MKdW-3D möglich.

sehen. Die Schau gehört zur Ausstellungsreihe Made on Föhr, die in unregelmäßigen Abständen Ergebnisse aus dem Artist-inResidence-Programm des MKdW zeigt. Es ist die erste museale Ausstellung des Fotografen. Zur Ausstellung ist ein Bildband erschienen. Museum Kunst der Westküste Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr

kunst:stück

37


. wilhelmshaven

Katja Aufleger, AND HE TIPPED GALLONS OF BLACK IN MY FAVORITE BLUE, 2014 © Katja Aufleger

Katja Aufleger

It’s never too late to panic 8. Oktober bis 27. November 2022 Kunsthalle Wilhelmshaven | kunsthalle-wilhelmshaven.de It’s never too late to panic … Panik geht immer – dieser Zustand erhöhter Aufmerksamkeit mit einem Hauch Hysterie, steht im Zentrum der Ausstellung von Katja Aufleger, die im Herbst in der Kunsthalle Wilhelmshaven zu sehen ist.

Klänge also, die den Menschen in Alarmbereitschaft versetzen, eine zentrale Rolle. Die Ausstellung ist Teil des Themenjahres SOUND & UNSOUND, mit dem die Kunsthalle Wilhelmshaven sich dem Spannungsfeld Kunst, Musik und Antimusik widmet.

Schwere Baugeräte, die den Betrachter :innen applaudieren, Glaspfeifen, aus denen der Klang einer singenden Düne ertönt oder Skulpturen, die jeden Moment explodieren könnten – Katja Auflegers konzeptuelle und multimediale Arbeiten oszillieren zwischen Zärtlichkeit und Zerstörung, sind Experiment, humorvoller Kommentar und subtile Kritik an sozialen Systemen zugleich. Ihre wesentlichen Fragen offenbaren sich oft jenseits des Dargestellten und laden die Rezipient:innen zum Weiter- und Zuendedenken ungewöhnlicher Szenarien ein. Die hoch ästhetischen Werke beruhen auf intensiven wissenschaftlichen Recherchen, gehen spielerisch und innovativ mit Material um und tragen außergewöhnliche Momente der Spannung in sich.

Katja Auflegers Arbeiten waren in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen, unter anderem im Kunstverein Harburger Bahnhof (2021); Wilhelm-Hack Museum, Ludwigshafen (2021); Museum Tinguely, Basel (2020); Kunstverein Hamburg (2015); sowie Stadtmuseum Oldenburg (2014). Zurzeit erregt ihre raumgreifende Installation THE HUDDLE vor der Jahrhunderthalle Bochum im Rahmen der Ruhrtriennale große Aufmerksamkeit.

Für die Ausstellung in Wilhelmshaven entwickelt Katja Aufleger ortsspezifische Arbeiten – Installationen, Skulptur und Video –, die auf die Architektur der Kunsthalle mit ihrem offenen Grundriss auf verschiedenen Ebenen reagieren. Dabei spielt Sound – sei es von Sirenen, Klingeln oder Glocken –

38

kunst:stück

Auflegers Werk wurde vielfach ausgezeichnet – so erhielt sie unter anderem den Berenberg Preis für junge Kunst, den Kunstpreis der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, Förderungen der Stiftung Kunstfonds Bonn, ein Artistin-residence-Programm in Zürich, die Rupert Residency in Vilnius. Ihr Masterstudium schloss sie 2013 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Andreas Slominski ab. Kunsthalle Wilhelmshaven Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven


. bremen . hude

Abb. oben: Menno Fahl, Kleines Orangenes Paar, 2006, Farbradierung, Collage, 25 x 35cm // unten: Menno Fahl, Fuhrmann, 2021, Bronze bemalt, 30 x 25 x 10cm

Menno Fahl KOPFKINO

Druckgrafik, Skulptur, 6. November (Eröffnung: 15 Uhr) bis 11. Dezember 2022 Galerie am Stall | galerie-am-stall.de Menno Fahl (Berlin) versteht Figuration nicht als geplantes Abbilden einer Realität, sondern als kreatives Schaffen einer eigenen künstlerischen Wirklichkeit. In seinen bildhauerischen Arbeiten assembliert er Fundstücke (Holz, Metall oder Kunststoff) zu grotesk-spielerischen Gebilden, deren Flächen er zusätzlich farblich gestaltet. In seinen malerischen Werken setzt er geschichtete Farbflächen gegeneinander und ergänzt sie durch Ornamentik und Zeitungsausrisse. Am Ende erwächst aus diesen Material- und Farbsetzungen wie durch Zauberhand Figuration, häufig menschliche Kopfformen oder MenschTier-Tandems.

Dieses Gestaltungsprinzip gilt auch für Fahls Bronzen und seine Druckgrafik, die beide im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen. Es erstaunt immer wieder, wie seine farbig bemalten Bronzeskulpturen den Eindruck assemblierter Plastiken vermitteln, obwohl sie doch in einem Stück gegossen sind. In seinen druckgrafischen Arbeiten ersetzen zeichnerische Liniensetzungen die Haptik des assemblierten Materials, Farbflächen, Ornamentik und Zeitungsausrisse komponieren expressive, bisweilen bizarre Gebilde, die wie von fern sich zu Köpfen oder Figuren verdichten. Menno Fahls druckgrafisches Werk stand bisher ein wenig im Schatten seiner malerischen und bildhauerischen Arbeiten. Zu Unrecht, wie die Ausstellung zeigt. Diese versammelt grafische Arbeiten in teils ausgefallenen Formaten aus den letzten 20 Jahren und hat insofern einen fast retrospektiven Charakter. Exklusiv für diese Ausstellung wird eine neue Druckgrafik als Sonderedition in begrenzter Stückzahl aufgelegt. Galerie am Stall Am Ebenesch 4, 27798 Hude

kunst:stück

39


. oldenburg

Neue Kunstkurse der Werkschule e.V. Keramik | Bildhauerei | Malerei | Fotografie

Werkschule e.V. – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit im Kunstforum Oldenburg werkschule.de Endlich mit dem Zeichnen beginnen, sich an die erste Holzskulptur wagen, von Profis lernen, im Austausch mit Kunstinteressierten sein, sich auf intensive künstlerische Prozesse einlassen… Die Kunstkurse der Werkschule e.V. in Oldenburg starten im September 2021 wieder in eine neue Kunstkurs-Saison und bieten

40

kunst:stück

eine besondere Mischung aus Kunstvermittlung, künstlerischer Weiterbildung und Experimentierfeld für kreative Köpfe. Kunstkurse unterschiedlichster Formate – Einführungskurse für Praxis-Einsteiger, vertiefende Workshops für Geübte, Themen- oder Kompaktkurse am Wochenende – geben Kunstpraxis-Interessierten die


. oldenburg . bremen

Abb. oben: Malen mit Licht © Hervé Maillet // Abb. unten v.l.n.r.: Drehkeramik © Werkschule e.V. // Tierskulptur aus Holz © Sarah Hillebrecht // Aktzeichnen © Teilnehmerin Aktion Mappe!

Möglichkeit, Ausflüge ins aktive Gestalten zu unternehmen und ihren Ideen eine Form zu geben. Dabei reicht das Angebot über die Sparten Malerei, Bildhauerei, Keramik, Fotografie und Interdisziplinäres – Ausstellungen und Veranstaltungen im Kunstforum Oldenburg ergänzen das Programm der Werkschule e.V. Rund 25 ausgebildete Profis stehen gemäß dem Slogan „Von Künstlern lernen – mit Künstlern arbeiten“ den 6-8 Teilnehmer:innen eines Kurses mit Rat, Tat und Know-how zur Seite, führen in die Welt der Künste ein und begleiten fachkundig auf dem Weg durch die künstlerische Praxis. Ausgiebigen Platz für das künstlerische Schaffen findet sich in den Ateliers auf insgesamt 700 Quadratmetern im Kunstforum Oldenburg inmitten des lebendigen Oldenburger Bahnhofviertels. Werkschule e.V. Rosenstraße 41, 26122 Oldenburg

EINE AUSWAHL DER KUNSTKURSE 2022: Die Vase – Objekt und Gefäß 24.10. – 28.10.2022, Christa Lingenau ––– Ein neues Ganzes – die Collage als künstlerische Technik 29.10. – 30.10.2022, Till Gerhard ––– Malen mit Licht – Fotografie als abstrakte Malerei ab 03.11.2022, Hervé Maillet ––– Der weibliche Torso 05.11. – 06.11.2022, Christa Baumgärtel ––– Der menschliche Körper – Aktzeichnen mit Modell 19.11. – 20.11.2022, Peer Holthuizen ––– Werkstatt freie Malerei 26.11. – 27.11.2022, Milena Tsochkova Informationen zum Kursprogramm und Anmeldung: www.werkschule.de info@werkschule.de Tel: 0441 / 999 0840

kunst:stück

41


. papenburg-aschendorf

H.D. Tylle

In vierzig Jahren durch die Arbeitswelt 31. Juli bis 30. Oktober 2022 Ausstellungszentrum Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf | gut-altenkamp.de Der Maler H.D. Tylle (geb. 1954 in Bayreuth) gilt als moderner Chronist der Arbeitswelt. Bereits während seines Studiums an der Kunsthochschule in Kassel faszinierte den Künstler Themen aus der Arbeitswelt. Seither steht das Industriegemälde im Fokus seines künstlerischen Arbeitens. In rund vier Jahrzehnten hat Tylle mehr als 1 400 Bilder geschaffen und im Auftrag von über 100 marktführenden Unternehmen moderne Arbeitssituation malerisch festgehalten. Zumeist entstehen Tylles Gemälde unter extremen Bedingungen wie im Kohlebergbau oder am Hochofen und verleihen diesen Bildern einen hohen Grad an Authentizität. Die Ausstellung „In vierzig Jahren durch

42

kunst:stück

die Arbeitswelt“ zeigt gewaltige, komplexe industrielle Produktionsverfahren wie sie u.a. in der Rohstoffgewinnung, Weiterverarbeitung, Großprodukte-Herstellung und in der Labortechnologie angewendet werden, und führt die Werke zu einem eindrucksvollen Panorama der modernen, globalen Arbeitswelt zusammen. Die ausgewählten Werke stammen aus Sammlungen internationaler Konzerne wie der Handelskammer Hamburg, Kasseler Sparkasse, Kondex, Lomira WI USA, Meyer Werft GmbH & Co. KG, Metaltek Waukesha WI USA, Merck KGaA, Nordland Papier GmbH und thyssenkrupp Marine Systems und von privaten und musealen Leihgebern.


. papenburg-aschendorf . bremen

Abb. v.l.o.n.r.u.: Tidar, Meyer Werft, Papenburg, 1988, 170 cm x 135 cm, Öl/Leinwand, Meyer Werft GmbH & Co KG // Anhydritbergbau, Knauf, Iphofen, 2009, 110 cm x 120 cm, Öl/Leinwand, Besitz des Künstlers // Produktionsreaktor Zellkultur, 2008, 110 cm x 220 cm, Öl/Leinwand, Merck Corporate History // BMW 3er Montage Werk, München, 2009, 110 cm x 220 cm, Öl/Leinwand, Privatbesitz | alle Bilder © H.D. Tylle

Das Ausstellungszentrum ist dienstags bis sonntags von 10–17 Uhr geöffnet. Am Wochenende ist auch das Café geöffnet und bietet hausgemachten Kuchen an. Weitere Informationen zu Eintrittspreisen und weiteren Veranstaltungen sind auf der Website zu finden, www.gut-altenkamp.de oder auf Facebook Ausstellungszentrum Gut Altenkamp Am Altenkamp 1 26871 Papenburg-Aschendorf

kunst:stück

43


. nordhorn

Tabula Rasa / Terrain Vague

Atelier Le Balto, Egemen Demirci, Armin Lorenz Gerold, Jarosław Kozłowski, Jeewi Lee, Hannah Schneider, Johanna Tiedtke 17. September bis 20. November 2022 Städtische Galerie Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt die Gruppenausstellung „Tabula Rasa / Terrain Vague“. Mit den Werken werden Beziehungen zwischen Form und Formlosigkeit, zwischen Entstehung und Auflösung oder

auch zwischen Realität und Imagination erkundet. Die künstlerischen Medien werden in möglichst großer Bandbreite genutzt, von Malerei und Zeichnung, Fotografie und Video bis Installation und Klangkunst. Die Idee des Erschaffens von Kunstwerken geht traditionell oft von der Leere oder der Formlosigkeit aus, in oder aus der etwas entstehen kann. Die Künstler:innen der Ausstellung widerlegen jedoch auf unterschiedliche Weise das das Konzept der absoluten Leere. Auf die Geschichte der Kunst bezogen, ist die „Tabula Rasa“ heute vor allem in jener Bedeutung bekannt, die sie in der barocken Emblematik ausgebildet hat, wo sie entweder als unbeschriebenes Blatt oder als weiße Leinwand dargestellt wurde. Diese

44

kunst:stück


. nordhorn . bremen

Abb. oben links: Egemen Demirci, Spectator on White (Homage to Malevich), 2012, Video // rechts: Jeewi Lee, aus der Serie Past Tense (15 & 17), 2021, Koreanischer Papierfußboden, gerahmt, Installationsansicht Kunsthalle Recklinghausen 2021 // unten: Hannah Schneider, Solo Aqua, 2012, Performance San Lorenzo, Florenz, Video © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

leere Fläche enthält das imaginäre Potenzial aller denkbaren Bilder und ist demnach ein Ausdruck kreativer Freiheit. Weitgehend ausgeblendet wird darin jedoch der ursprüngliche Wortsinn des Ausradierens, dass also Bestehendes auch vergeht, um Neuem Platz zu machen. Das „Terrain Vague“ dagegen bezeichnet in der Regel Orte, deren einst vorhandene Funktion verlorenging oder aufgegeben wurde, die also inhaltlich entleert sind und die neu definiert, thematisch besetzt oder genutzt werden können. Umgekehrt könnte das „Terrain Vague“ aber auch ein Ort sein, der noch keine Funktion hat. Der Ort selbst dient für die Konzeption der Ausstellung als Ausgangspunkt und zugleich als Metapher: Der White Cube unseres 1997 von Stephen Craig entworfenen Ausstellungspavillons steht gewissermaßen als „Tabula Rasa“ für den vermeintlich idealen, leeren Kunstraum, der

sich theoretisch mit jedwedem Inhalt füllen lässt. Gleichzeitig verfügt der Raum als physischer Ort und als Teil einer Institution längst über ein reichhaltiges Gedächtnis der vergangenen Ausstellungen, welche die zukünftige künstlerische Arbeit in gewisser Weise mit beeinflussen. Gleichzeitig soll mit der Ausstellung auch die Frage aufgeworfen werden, ob solch ein leerer idealer Raum überhaupt isoliert von der Stadtgesellschaft, deren Teil er als kommunale Einrichtung ist, wahrgenommen werden kann. Einige Künstler:innen sind deshalb eingeladen, über den Galerieraum hinaus auch städtische Orte im Sinne des „Terrain Vague“ in ihren persönlichen Blick zu nehmen und dafür künstlerische Interventionen zu entwerfen. So entwickelt die Ausstellung auch eine aktive Verbindung zwischen Kunstraum und Stadtraum. Städtische Galerie Nordhorn Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

kunst:stück

45


. mettingen

Michael Pinsky . The Final Bid 30. Oktober 2022 bis 26. Februar 2023 Draiflessen Collection | draiflessen.com

Am Thema Nachhaltigkeit kommt heutzutage niemand mehr vorbei. Der Begriff wird dabei so vielfältig verwendet, dass er droht, zur leeren Worthülse zu verkommen, und eher Überforderung als Motivation hervorruft. Viele fragen sich, ob sie überhaupt etwas bewirken können und welche Schritte sinnvoll wären. An diesem Punkt setzt der britische Künstler Michael Pinsky mit seiner prozessualen Installation THE FINAL BID an, die er erstmals in der Draiflessen Collection realisieren wird. Der größte Anteil unseres durchschnittlichen Treibhausgasausstoßes in Deutschland entfällt – mit circa vier Tonnen – nämlich auf den Konsum von Dingen wie Möbel, Kleidung oder Geräten und eben nicht auf die Flugreise, den Energieverbrauch oder Lebensmittel.

Auf spielerische Art und Weise lädt Pinsky die Menschen ein, aktiv zu werden und in einer symbolischen Aktion den nicht abreißenden Strom neuer Waren zu durchbrechen. Beispielhaft hat er sich dabei für das ikonische Objekt des Stuhles entschieden. Jeder Mensch braucht mindestens einen Stuhl. Im Grunde existieren bereits Unmengen von ihnen. Anstatt immer neue Stühle zu kaufen und somit weitere Ressourcen zu verbrauchen, schlägt der Künstler vor, bereits vorhandene und gebrauchte Exemplare wiederzuverwenden. Dafür verwandelt er das Museum in eine Verkaufsplattform und ruft dazu auf, nicht mehr benötigte Stühle ins Museum zu bringen. Auf der Ausstellungsfläche, im MAIN SPACE, werden sie Teil einer Installation, die durch einen Auktionsprozess in Bewegung versetzt wird. Im Zusammenspiel der Gebote entsteht ein sich ständig veränderndes skulpturales Ensemble, das sich am Ende wieder auflöst. THE FINAL BID spielt mit der Idee des Sammelns von Artefakten und der Aufwertung, die sie gewinnen, wenn sie in einen musealen Kontext gestellt werden. Während einige der Stühle eine besondere sentimentale Bedeutung haben mögen, sind sie im Allgemeinen von geringem kommerziellen Wert. In der Tradition des

46

kunst:stück


. mettingen . bremen

Abb. oben von links: Michael Pinsky, 2021, Courtesy der Künstler, Foto: Sophie Mitchell // Stuhl 3, 2, 7 und 8, Michael Pinsky, © Draiflessen Collection, Mettingen, Foto: Henning Rogge // unten: Michael Pinsky, Pollution Pods, Norwegen 2017, Courtesy der Künstler, Foto: Thor Nielsen / NTNU

Readymade werden sie für einen Moment aus ihrer funktionalen Verwendung gerissen und zu einer Skulptur, die betrachtet werden soll, anstatt nur Möbelstücke zu sein, auf denen man sitzt. Nach dem Kauf kehren sie jedoch zu ihrer früheren Verwendung zurück. Im Außenbereich der Draiflessen Collection wird während der ersten vier Wochen der Ausstellung ein weiteres Werk von Michael Pinsky zu sehen sein: Zu unserer großen Freude ist es uns möglich, die POLLUTION PODS zu präsentieren. Diese Installation simuliert in fünf miteinander verbundenen geodätischen Kuppeln die Luft- und Klimabedingungen verschiedener Orte der Welt. Die Besucher*innen durchwandern die klare Luft Norwegens, riechen die dieselbetriebenen Londoner Taxen und erfahren die Belastung durch Smog in den Städten Neu-Delhi, Peking und São Paulo am eigenen Leib. Luftverschmutzung wird in einer Intensität körperlich erfahrbar wie selten zuvor. Es ist ein unmittelbares Erlebnis, das niemanden kalt lässt und zum Nachdenken darüber anregt, was die Menschen mit ihrer Lebensweise ihrer Umwelt und damit letztendlich sich selbst zufügen. Die Installation hat bereits international für Aufsehen gesorgt und wurde unter anderem im norwegischen Trondheim, in London, Vancouver, Madrid und New York präsentiert.

Der britische Künstler Michael Pinsky (* 1967) untersucht in seinen Arbeiten die geopolitische Einflussnahme des Menschen auf sein Umfeld – das kann den ökologischen Fußabdruck jeder und jedes Einzelnen, aber auch die Art der zwischenmenschlichen Interaktion umfassen. Dabei stellt er den Status quo infrage und beleuchtet mit seinen häufig auf Beteiligung und Austausch angelegten Kunstwerken, unseren wenig nachhaltigen Lebensstil, der nicht nur die Umwelt überstrapaziert, sondern langfristig auch unsere eigene Existenz bedroht. Doch geht es dem Künstler nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern vielmehr um die Entwicklung eines Dialogs und eines gemeinsamen lösungsorientierten Handelns – denn: Wir können nicht weitermachen wie bisher und erwarten, dass sich etwas ändert. Pinskys Arbeiten wurden unter anderem in der Tate Britain und im Victoria and Albert Museum, London, im Museum of Contemporary Art Chengdu, im Centre for Contemporary Arts, Glasgow, im Kunstmuseum Bonn, auf der Liverpool Biennial of Contemporary Art, im Armory Center for the Arts in Pasadena sowie auf der International Architecture Biennale Rotterdam gezeigt. Draiflessen Collection Georgstraße 18, 49497 Mettingen

kunst:stück

47


. osnabrück

schrittweise

Ausstellungs- und Performanceprojekt

21. Oktober (Eröffnung: 19–22 Uhr) bis 19. November 2022 Kuratiert von Ann-Katrin Günzel, Köln · Kunstraum hase29 | hase29.de Das Ausstellungs- und Performanceprojekt „schrittweise“ thematisiert im Rahmen der im Kunstraum hase29 dieses Jahr durchgeführten Reihe „Nähe und Distanz“ die elementare Form des Erkundens von Raum über die (Fort)Bewegung des Gehens. Mit der Tanzperformance blank memory of absence der Düsseldorfer Choreografin Daniela Georgieva (*1979), erforschen die vier internationalen Tänzer:innen Hugo Le Brigand, Mihyun Ko, David Kummer und Josephine Luke Simonsen den Kunstraum in einer vor Ort entstehenden Choreografie, indem sie das Gehen als ein ästhetisches Ausdrucksmittel einsetzen und darüber ephemere Bilder und Eindrücke hervorrufen, die als Erinnerungen nachwirken. Sich gegenseitig annähernd, suchend, indem sich Wege kreuzen, dabei Spuren und Verläufe aufzeigend, werden die Tänzer:innen ein eigenes Handlungsfeld erspüren und damit den Körper und das Selbst zur unmittelbaren Umgebung und zu den anderen in Beziehung setzen. Nähe und Distanz werden auf diese Weise spür- und erlebbar, Alltagshandlungen und Erfahrungen werden neu verhandelt, Lebenswege gegangen und das Spiel mit Abwesenheit und Leere prägt sich dabei in unser Bewusstsein.

48

kunst:stück

Die Bilder der Dortmunder Künstlerin Anett Frontzek (*1965) nehmen das Thema hingegen konzeptuell auf, indem die Künstlerin kartographische Quellen als Ausgangsmaterial nimmt und die hier scheinbar objektiv vermessenen Räume verändert, neugestaltet und subjektive Schwerpunkte setzt. Sie benutzt dafür topografische Wanderkarten der Swisstopo, aus denen sie mithilfe eines Skalpells den umgebenden Raum entfernt und nur ausgesuchte Pfade stehen lässt, so dass sich ein feines Geflecht aus begehbaren Linien ergibt. Wanderwege, Seen, Bahnlinien und Flüsse, die normalerweise in die Landschaft eingebettet sind, schneidet sie aus, bleiben also dort allein sichtbar bestehen, wo sie sonst lediglich als Pfade dem Erreichen von landschaftlichen Zielen dienen, und markieren damit Bewegungslinien voller Kurven, Kehren oder Krümmungen, über die das Unterwegssein passiert, das Entdeckungen ermöglicht und den Horizont erweitert. Das schrittweise Gehen, so wird hier deutlich, bedeutet immer auch einen Zugang zur Welt. Das Erleben und Erkunden von Raum wird in einem dritten Teil des Ausstellungsprojektes partizipativ angelegt sein und aus einer Aufforderung zum Gehen bestehen, aus einem Appell zum Wiederentdecken


. osnabrück

des Alltagsraumes, wie er in zahlreichen künstlerischen Praktiken seit den 1960er Jahren zu finden ist, sei es Tanz, Performance, Land Art oder Walking Art. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit dem für die Ausstellung in Osnabrück konzipierten Spaziergang „Wege und Umwege – Gehen“. So kann eine eigene schrittweise Erkundung der Umgebung erfolgen, die inmitten der Geschwindigkeit der beschleunigten Mobilität unserer auf Effizienz bedachten Lebensrealität die Suche nach persönlichen Spuren und Pfaden erlaubt. Außerdem hat die Künstlerin Kati Gausmann (*1968) einen Walk konzipiert, der auf eine Arbeit aus dem Jahr 2015 zurückgeht, in der sie den Flusslauf der Hase im Maßstab 1:471 als zarte blaue Kreidelinie in die Hasestraße eingezeichnet hat. Für „schrittweise“ führt sie ihre Auseinandersetzung mit dem Fluss im städtischen Raum nun in Form eines Hase-Walk fort. Interessierte sind eingeladen, mit der Künstlerin den Fluss schrittweise durch die Osnabrücker Innenstadt zu begleiten und an ausgewählten Orten gemeinsam innezuhalten. Am Vorabend des Walks wird Kati Gausmann ihr Projekt zur Hase und ihre künstlerische Arbeitsweise im Rahmen eines Artist Talk vorstellen. Kunstraum hase29 Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

21.10-19.11.22

Abb. von links: Daniela Georgieva, blank memory of absence, (Probe) 2022 // Anett Frontzek, Detail Schweizer Wanderkarte 217 T, Arbon, Papierschnitt, 2020 // Kati Gausmann, aha, 2015

schrittweise Termine

kunstraum hase29

Freitag 21.10.2022 · 19-22 Uhr · Eröffnung 19 Uhr – Begrüßung: Elisabeth Lumme, Vorsitzende der hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e.V., Ann-Katrin Günzel, Kuratorin 20 Uhr – Performance blank memory of absence von Daniela Georgieva

Samstag 22.10.2022

14 Uhr – Spaziergang “Wege und Umwege – Gehen“ mit der Kuratorin Ann-Katrin Günzel* 16 Uhr – Performance blank memory of absence von Daniela Georgieva* 19 Uhr – Performance blank memory of absence von Daniela Georgieva*

Sonntag 23.10.2022

11 Uhr – Spaziergang “Wege und Umwege – Gehen“ mit der Kuratorin Ann-Katrin Günzel*

Freitag 11.11.2022

19 Uhr – HaseTalk mit der Künstlerin Kati Gausmann*

Samstag 12.11.2022

14 Uhr – HaseWalk mit der Künstlerin Kati Gausmann* *Die Teilnahme/ der Eintritt ist frei, über eine Spende freuen wir uns.

kunst:stück

49


. osnabrück

Klangfenster

Konzertreihe im Kunstraum hase29 26. Oktober 2022 bis 5. April 2023 Kunstraum hase29 | hase29.de

Die Jazz-Dozent:innen des IfM treten international auf, sind aber in Osnabrück kaum sichtbar: Klarinettistin Shabnam Parvaresh will das ändern und iniziiert eine Konzertreihe im Kunstraun hase29 in Osnabrück. Das Institut für Musik (IfM) der Hochschule Osnabrück hat eine der größten Jazzabteilungen in Deutschland. Seine Dozent:innen sind international bekannte Musiker:innen und treten in vielen großen Städten auf. Trotzdem sind sie auf Osnabrücker Bühnen kaum sicht- und hörbar. Dasselbe gilt für Musiker:innen aus der Region, die im Bereich improvisierte Musik aktiv sind. Die Klarinettistin und Malerin Shabnam Parvaresh, die selbst am IfM studiert hat

und nun als freischaffende Künstlerin tätig ist, möchte das mit einer Konzertreihe im Kunstraum hase29 in Osnabrück ändern. Die erfolgreiche Jazz-Musikerin tritt deutschlandweit und international auf. 2019 gründete sie außerdem das Sheen Trio, mit dem sie unter anderem im WDR und beim Nawa Musik und Film Festival in Wien zu hören war. → ohne vorherige Probe Shabnam Parvaresh hat die Reihe unter dem Titel „Klangfenster in der hase29“ zusammen mit Elisabeth Lumme, Vorsitzender der „hase29 - Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Osnabrück e. V.“, entwickelt. Sowohl Dozent:innen des IfM als auch Musiker:innen aus der Region treten in der hase29 in Duo-Formaten in einen musikalischen Dialog. Der Schwerpunkt liegt dabei auf improvisierten Duo-Konzerten ohne vorherige Proben. „Es soll nicht darum gehen, konventionelle Konzerte mit bereits eingespieltem Material zu geben. Vielmehr ist ein einmaliger, spontaner Dialog zwischen den Musiker:innen zu erleben“, sagt Shabnam Parvaresh. Viele Kolleg:innen der Musikerin waren sofort begeistert von ihrer Idee und wollen an der Reihe teilnehmen. Dabei sind Angelika Niescier, Christian Thomé, Joachim Raffel, Andreas Wahl, Anne Mette Iverson, Sebastian Gramss, Anna-Lena Schna-

50

kunst:stück


. osnabrück

v.l.n.r.: Tamara Lukasheva, Mi 14.12.2022, © Harald Hoffman // Christian Thomé, Mi 14.12.2022, © Dmitry Korole // Joachim Raffel, Do 23.2.2023, © Martina Hafner // Gudula Rosa, Do 23.2.2023, © Phil Fölting // unten: Leif Berger, Mi 5.4.2023, © Leif Berger

bel, Laura Totenhagen, Leif Berger, Anja Kreysing, Willem Schulz, Gudula Rosa, Ralph Beerkircher sowie Tamara Lukasheva und Jan Klare. → Sichtbarkeit für Musiker:innen Der Kunstraum, untergebracht in einem ehemaligen Ladenlokal, schafft durch seine große Fensterfront eine große Sichtbarkeit für die Konzerte: Zufällig vorbeikommende Passant:innen in der ältesten Einkaufsstraße der Stadt werden so auf die Veranstaltungen aufmerksam und haben die Chance auf einen spontanen Konzertbesuch. Elisabeth Lumme gefällt außerdem, dass Bildende Kunst und Musik zusammengebracht werden. „Die Musiker:innen nehmen Bezug auf die ausgestellten Werke und erschließen so eine neue, musikalische Wahrnehmungsebene für das Publikum“, betont sie. In den vergangenen zwei Jahren gab es bereits häufiger Konzerte im Kunstraum. Ein positiver Synergieeffekt war dabei, dass Musik- und Kunstpublikum sich vermischten und neue Besucher:innen den Weg in die hase29 fanden. Die Konzertreihe startet am Mittwoch, 26. Oktober 2022, mit einem Konzert der Saxophonistin Angelika Niescier und dem Kontrabassisten Sebastian Gramss. Weitere Informationen unter: www.hase29.de

2022 / 2023

Infos → hase29.de

Klangfenster Termine

kunstraum hase29

Mittwoch 26. Oktober 2022 Angelika Niescier Saxophon Sebastian Gramss Kontrabass Mittwoch 16. November 2022 Laura Totenhagen Vocal + Fx Ralph Beerkircher E-Gitarre Mittwoch 14. Dezember 2022 Tamara Lukasheva Vocal + Klavier Christian Thomé Schlagzeug Freitag 13. Januar 2023 Anne Mette Iverson Kontrabass Andreas Wahl E-Gitarre Donnerstag 23. Februar 2023 Willem Schulz Cello Joachim Raffel Percussion Gudula Rosa Flöten Mittwoch 15. März 2023 Jan Klare Holzbläser Anja Kreysing Akkordeon Mittwoch 05. April 2023 Anna-Lena Schnabel Saxophon Leif Berger Schlagzeug

kunst:stück

51


. osnabrück

37. Filmfest Osnabrück

Festival des unabhängigen Films 12.―16. Oktober 2022 Osnabrück | filmfest-osnabrueck.de Endlich wieder Filmfest! Das neue Programm mit über 80 Dokumentar-, Spielund Kurzfilmen in acht Sektionen steht bereit. Was sonst im Dunkeln oder im Verborgenen bleibt wird erkundet und erzählt. Dabei verzichten die Filme auf lange Erklärungen, stattdessen zeigen sie in eindrucksvollen Bildern wie die Welt durch andere Augen aussieht. Los geht es am 12.10. mit Natalia Sinelnikovas Spielfilmdebüt WIR KÖNNTEN GENAUSO GUT

52

kunst:stück

TOT SEIN. In dieser dystopischen Welt ist die Umwelt zur Gefahr geworden und eine der letzten Zivilisationen lebt in einem Hochhaus am Rande des Waldes. Diese eingeschlossene Gesellschaft ist fragil und anfällig für Panik. Als ein Hund auf mysteriöse Weise verschwindet droht die Situation zu eskalieren. MIDWIVES, ein Dokumentarfilm von Snow Hnin Ei Hlaing, begleitet zwei Hebammen in Myanmar über fünf schwierige Jahre hinweg. Es ist eine außergewöhnliche Zusammenarbeit, denn eine der Hebammen ist Buddhistin und die andere Muslimin. Die politische Lage in Myanmar ist angespannt. Buddhistische Gruppen verfolgen gewaltsam die muslimische Minderheit der Rohingya. Die Freundschaft der beiden Frauen ist nicht frei von Vorurteilen und Konflikten, findet aber trotzdem immer wieder Momente der gegenseitigen Wertschätzung. Ein bewegender Film über zwei mutige Frauen und ein konfliktreiches Land.


. osnabrück

Stills, von oben links nach rechts unten: Wir könnten genauso gut tot sein, Natalia Sinelnikova // Fire of Love, Sara Dosa // Midwives, Snow Hnin Ei Hlaing // Stille Post, Florian Hoffmann

Infos → filmfest-osnabrueck.de

Cem Kayas Film LIEBE, D-MARK UND TOD erzählt von der Musik- und Kulturszene der sogenannten Gastarbeiter in Deutschland. Lieder, die auf Türkisch von Protest und Heimweh erzählen, wurden unter den „Exilanten“ zu Verkaufsschlagern. Im deutschen Rundfunk war dagegen wenig von dieser Musik zu hören. Mit Interviews, Archivmaterial und Kassettensammlungen taucht der Film in die Welt der ersten Generation ein. LICHT-STOCKHAUSEN´S LEGACY zeigt die Entstehung des Opernzyklus „Licht“ vom Ausnahmekomponisten Karlheinz Stockhausen. Sechsundzwanzig Jahre schrieb Stockhausen an diesem polarisierenden Stück. Regisseur Oeke Hoogendijk zeichnet mit filmischem Feingefühl ein überlebensgroßes Portrait des Komponisten und seines atemberaubendsten Werks.

kunst:stück

53


. osnabrück

2022

Still oben: 1976, Manuela Martelli // Still unten: Licht Stockhausen's Legacy, Oeke Hoogendijk

Infos → filmfest-osnabrueck.de

Im deutschen Beitrag STILLE POST von Florian Hoffmann wird das Leben des Grundschullehrers Khalil komplett aus der Bahn geworfen, als er Videos von der Gewalt in seiner kurdischen Heimatsstadt sieht. In der Person hinter der Kamera erkennt er ein lange tot geglaubtes Familienmitglied. Er setzt sich ein Ziel: Die Bilder vom Krieg in die deutschen Nachrichten zu kriegen. Eine nachhallende Geschichte über die Macht der Bilder und die Rolle der Medien. Manuela Martellis Spielfilm 1976 nimmt einen mit nach Chile, zu einer Zeit, in welcher der Widerstand gegen die Militärdiktatur zunehmend wächst. Mittendrin Carmen, die in ihrem Ferienhaus heimlich einen jungen verwundeten Mann aufnimmt. Diese Entscheidung stellt ihr sonst so ruhiges und traditionelles Leben grundsätzlich

auf den Kopf, denn nach und nach dringt Carmen immer tiefer in unbekannte Sphären ein. In der Sektion UFOlinos werden die Kinder ins Kino eingeladen. Neben einem hüpfenden Streichholz und einem niedlichen Angst-Monster werden auch schwierige Themen filmisch aufbereitet. In WENN ICH TRAURIG BIN zeigt Lilit Altunyan mit ruhigem Tempo und eleganten Zeichnungen wie es sich anfühlt traurig zu sein. In ALMA UND PAZ von Cris Gris müssen zwei Schwestern nach dem Tod ihrer Mutter mit der Geldnot der Familie umgehen. Den Abschluss macht am 16.10. FIRE OF LOVE. Dieser mehrfach ausgezeichnete Film von Sara Dosa erzählt die Geschichte des Forscherpaars Katia und Maurice Krafft, die gemeinsam Vulkane erkundeten. Ein warmherziger Film über ein besonderes Paar und dessen Arbeit zwischen Feuer und Lava. Ihr außergewöhnliches Leben wird durch Archivmaterial erzählt, welches von den beiden selbst gefilmt wurde. Das gesamte Programm erscheint Mitte September als Katalog und auf der Website des Festivals.

54

kunst:stück


. osnabrück

Die Jury des „Kunstpreis Osnabrück 2020“, im Uhrzeigersinn: Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, Dr. Ulrike Hamm, Nils-Arne Kässens, Prof. Dr. Barbara Kaesbohrer, Meike Behm | © Museums- und Kunstverein Osnabrück, Foto: sec, Osnabrück

Kunstpreis Osnabrück 2022

Ausstellung: 16. Oktober 2022 bis 26. März 2023 Preisverleihung: 10. März 2023 Felix-Nussbaum-Haus | museumsquartier-osnabrueck.de | muk-kunstpreis.de Der KUNSTPREIS OSNABRÜCK wird zum vierten Mal verliehen. Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz oder Arbeitsort in Stadt und Landkreis Osnabrück waren zur Teilnahme aufgerufen. Die Fachjury sichtete 151 Bewerbungen aus einem weit gefächerten Spektrum der aktuellen Kunst: Werke aus Malerei, Zeichnung, Grafik, Bildhauerei, Objektkunst, Installation, Fotografie und Videokunst wurden eingereicht. 15 Finalistinnen und Finalisten wurden ausgewählt: Azim F. Becker, Christian Bögelmann, Axel Buschmann, Carola-Rabea Dolle, Satomi Edo, Kerstin Hehmann, Joscha Heinrichs, Werner Kavermann, Sabine Kürzel, Raul Javier Morales Orellana, David Rauer, Hiltrud Schäfer, Jakob Schöning, Christoph Peter Seidel und Shabnam Parvaresh. Ab

dem 16. Oktober sind die Arbeiten im Oberlichtsaal des Kulturgeschichtlichen Museums ausgestellt. Aus diesen Künstlerinnen und Künstlern wird die Jury im März 2023 die Preisträgerin/den Preisträger küren. Das Preisgeld ist mit 10.000 Euro dotiert. Zusätzlich wird ein Förderpreis in Höhe von 2.000 Euro vergeben. Die Ausstellung läuft vom 16. Oktober 2022 bis zum 26. März 2023. Der KUNSTPREIS OSNABRÜCK wird vom Museums- und Kunstverein Osnabrück ausgeschrieben und gefördert durch die Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur. Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

kunst:stück

55


. hamburg

Hrair Sarkissian, Final Flight, 2018–2019, 7 hand-painted resin/ bone casts of a 3D-model skull.; 26 x 6 x 5 cm each, Co-produced by Sharjah Art Foundation © Sharjah Art Foundation Collection. Photo courtesy of the Artist

In the Heart of Another Country

Erzählungen aus der Diaspora Werke der Sharjah Art Foundation Collection 28. Oktober 2022 bis 12. März 2023 Deichtorhallen Hamburg / Halle für aktuelle Kunst | deichtorhallen.de #INTHEHEARTOFANOTHERCOUNTRY In the Heart of Another Country erkundet den Heimatbegriff als Gefühl der Sehnsucht und Zugehörigkeit von Künstler:innen verschiedener Diasporagruppen. Die Ausstellung widmet sich der Frage, in welcher Weise physische Bewegung – Mobilität über Ländergrenzen hinweg – die Rahmenbedingungen des internationalen zeitgenössischen Kunstschaffens formten. Auf ihren Migrationsrouten durchquerten die Künstler:innen Süd- und Westasien, Afrika und die Karibik. Die meisten von ihnen leben heute über die ganze Welt verstreut und weit von den Orten entfernt, zu denen sie sich ursprünglich zugehörig fühlten. Mit mehr als 140 Kunstwerken aus der internationalen Sammlung der Sharjah Art Foundation, VAE, präsentiert In the Heart of Another Country die Arbeit von mehr als 60 Künstler:innen aller Kunstrichtungen. Viele dieser Werke wurden bisher selten oder nie außerhalb ihres ursprünglichen Zusammenhangs ausgestellt. Die Exponate reichen

56

kunst:stück

von frisch restaurierten Installationen bis zu aktuellen Neuerwerbungen, die verbunden sind durch ein gemeinsames Narrativ der Zugehörigkeit. In the Heart of Another Country steht für das Ziel der Sharjah Art Foundation, mit ihrer Sammlung Kunst zu zeigen, die Ost-Ostund Süd-Süd-Bündnisse postuliert, und an einem Schnittpunkt zusammenzuführen, um eine fruchtbare Grundlage für eine vielstimmige und inklusive Kunstgeschichte zu schaffen. In the Heart of Another Country wird veranstaltet von den Deichtorhallen Hamburg und der Sharjah Art Foundation, UAE. Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Omar Kholeif, Director of Collections and Senior Curator, Sharjah Art Foundation, UAE. Deichtorhallen Hamburg Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg


. hamburg

Abb. oben: Emma Wilson, Translator, Reading performance at the Herrenhaus Edenkoben, 2021 (ca.12min), Foto: © Benjamin Breitkopf // unten: Rosanna Graf, Videostill aus „Cellar Door“, 2022, HD-Video, 21:50 min. © Rosanna Graf

Arbeitsstipendium für Bildende Kunst der Freien und Hansestadt Hamburg 2020/2021 24. September bis 6. November 2022 Deichtorhallen Hamburg / Sammlung Falkenberg | deichtorhallen.de #ARBEITSSTIPENDIUMFREIEKUNSTHH2021 Die Hamburger Arbeitsstipendien sind eines der nachhaltigsten Förderinstrumente für den künstlerischen Nachwuchs in Hamburg und haben seit ihrem Bestehen bisher mehr als 400 Künstlerinnen und Künstlern geholfen, den Weg in eine künstlerische Existenz zu ebnen. Die Arbeitsstipendien für Bildende Kunst existieren seit 1981 und werden über Fachjurys jährlich an zehn in Hamburg wohnhafte professionelle Künstlerinnen und Künstler vergeben. Auch in diesem Jahr werden in Kooperation mit der Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen Hamburg die 20 Künstlerinnen und Künstler, die in den Jahren 2020 und 2021 von der Behörde für Kultur und Medien mit einem Arbeitsstipendium für bildende Kunst ausgezeichnet wurden, eine Auswahl ihrer Arbeiten präsentieren. Damit stellen erneut zwei Jahrgänge der Stipendiatinnen und Stipendiaten nach Beendigung der Stipendienzeit ihre Arbeiten in einer gemeinsamen Ausstellung aus.

Stipendiat:innen 2020: David Fletcher, Paul Glaw, Rosanna Graf, Alex Hojenski, Christina Köhler, Clara Palmberger-Süße, Paul Spengemann,Youssef Tabti, Felix Thiele, Carlos León Zambrano Stipendiat:innen 2021: Elisa Barrera, Laura Franzmann, Jessica Halm, Simon Hehemann, Soyon Jung, Elisabeth Moch, Jano Möckel, Elena Pastor, Korab Visoka, Emma Wilson. Sammlung Falckenberg Deichtorhallen Hamburg Wilstorfer Straße 71, 21073 Hamburg

kunst:stück

57


. hamburg

Georges Adéagbo

À l’école de Ernest Barlach, le sculpteur

Hommage zum 80. Geburtstag · 30. Oktober 2022 bis 19. Februar 2023 Ernst Barlach Haus | barlach-haus.de Seit Jahrzehnten pendelt der 1942 geborene Georges Adéagbo zwischen Cotonou (Benin), Hamburg und Ausstellungsorten auf der ganzen Welt. In den 1990er Jahren wurde die europäische Kunstwelt auf ihn aufmerksam, heute zählt er zu den bedeutendsten und bekanntesten Künstlern aus Afrika.

58

kunst:stück

Die Arbeiten von Georges Adéagbo sind raumgreifende, sich über Wände und Böden breitende Assemblagen. In ihnen treffen kunstgewerbliche Gegenstände auf Alltagsobjekte aus verschiedenen Kulturen, Fund- und Flohmarktstücke, Teppiche, Kleidung, Schallplatten, Plakate, Zeitungen, Bücher und selbst verfasste


. hamburg

Foto. o.l.: Georges Adéagbo: Les religions et l’histoire des religions avec la fête des religions, 2021, Ausstellungsansicht »Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken«, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster © Georg Adéagbo / VG Bild-Kunst, Bonn 2021; Foto: LWL-MKuK/Hanna Neander // Foto. o.r.: Georges Adéagbo: Inverted Space, 2015, Altonaer Balkon, Hamburg © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 / Georges Adéagbo / Kulturforum Süd-Nord e.V.; Foto: Paula Markert // Foto. u.l.: Georges Adéagbo: Les religions et l’histoire des religions avec la fête des religions, 2021, Ausstellungsansicht »Nimmersatt? Gesellschaft ohne Wachstum denken«, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster © Georg Adéagbo / VG Bild-Kunst, Bonn 2021; Foto: LWLMKuK/Hanna Neander

philosophische Texte. Jenseits westlich geprägter Ordnungsmuster und Wertehierarchien knüpft Adéagbo ein dichtes Beziehungsnetz der Dinge, Bilder und Gedanken. Ihr nicht-lineares, reich verästeltes Miteinander öffnet sich für ein assoziatives Betrachten, das zahllose Zusammenhänge stiften kann. Dabei sind Adéagbos Arbeiten so persönlich wie politisch. In ihren stets auf den jeweiligen Ausstellungsort bezogenen Arrangements verschränken sie die eigene Geschichte mit gesellschaftspolitischen Themen und Ereignissen von globaler Relevanz. Dem Wissen um weltweite Konflikte setzt Adéagbo eine Utopie universeller Verbundenheit entgegen, die sich in seinem grenzüberschreitenden Leben und Arbeiten spiegelt: Sein interkultureller Transfer ermöglicht die Transformation von Wertigkeit, Bedeutung und Ideen.

In den letzten Jahren hat das Werk des Expressionisten Ernst Barlach (1870–1938) vielfältige Spuren im Schaffen Adéagbos hinterlassen – in Form von Bildbänden, Postkarten oder malerischen und plastischen »Übersetzungen«, mit denen Adéagbo Schildermaler und Kunsthandwerker in Benin beauftragt. Aus Anlass seines 80. Geburtstags haben wir Georges Adéagbo eingeladen, diesen Dialog zu vertiefen. Das Ergebnis ist ein Parcours, der die Sammlung des Ernst Barlach Hauses aktiv einbezieht und das Museum auf neue Wege bringt. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit Stephan Köhler, Kulturforum SüdNord e.V., Hamburg–Cotonou. Ernst Barlach Haus Jenischpark Baron-Voght-Straße 50a, 22609 Hamburg

kunst:stück

59


30.10.2022 — 26.02.2023

Michael Pinsky

www.draiflessen.com

the final bid