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kunst:stĂźck Magazin fĂźr Kunst und Kultur in der Region Bremen Oldenburg und Hannover issue 40 | Juli + August 20 19

Joakim Eskildsen, Skagen IX (Detail), 2008, Courtesy of the Artist


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37. Internationale Keramiktage Oldenburg

www.keramiktage.com | 03. / 04. August 2019 Norah Limberg, Oldenburg Liebe Leser*innen, die Internationalen Keramiktage Oldenburg sind jedes Jahr ein besonderer Anziehungspunkt für ein heterogenes Publikum aus ganz Europa: Es kommen Keramiksammler*innen und Museumsakteur*innen, die Fachszene und langjährige Keramikliebhaber*innen genauso wie Besucher*innen, die erst wenig mit Keramik in Berührung gekommen sind. Herzlich willkommen ist selbstverständlich Jede*r! Und damit sich auch Neulinge mit bestem Gefühl und kleiner Vorbereitung über die renommierte Veranstaltung bewegen können, haben wir ein kleines A–Z der Keramiktage zusammengestellt: Nicht entgehen lassen sollten Sie sich die drei Ausstellungen zeitgenössischer Keramikkunst im Oldenburger Schloss. ”Brandneue“ Keramik aus ganz Europa erwartet Sie in den Ausstellungen und auf dem Schlossplatz. Clay, oder zu Deutsch „Ton“, ist der Werkstoff, aus dem alle präsentierten Arbeiten gefertigt wurden. Ob Design, Handwerk oder Kunst? Die Grenzen sind fließend! Engoben, flüssiger Ton und Glasuren – glasartige Überzüge – dienen zur farbigen Gestaltung und schützenden Beschichtung keramischer Arbeiten. Sie werden im Feuer, in Elektrooder Gasöfen mit Temperaturen bis zu 1400 C° gebrannt. Neben Gebrauchsgeschirr entstehen Dinge für Haus und Garten, Schmuck, Keramische Unikate und wahre Schätze aus Ton. Es erwarten Sie Hundertsechsundzwanzig Stände mit den besten Keramikkünstlern, Werkstätten und Designern.

Irdenware, Steinzeug und Porzellan sind nur einige Kategorien für keramische Kunst. Eine Fachjury wählt jedes Jahr aus ca. 360 Bewerbern die besten für den Markt aus. Das Keramikerportrait am 02. August mit zwei internationalen Keramikprofis ist ein absolutes High-Light: Mit Arbeitsdemonstrationen und Vorträgen bieten sie Einblicke in ihre keramischen Techniken und Entwicklungsgeschichten. Die Neue Keramik – das europäische Keramikmagazin – verleiht jährlich einen hochdotierten Preis inklusive Einzelausstellung im Oldenburger Schloss. Weitere Preise, wie der Publikumspreis oder der Detlef-Schmidt-Wilkens-Preis für Keramik, zeichnen die besten Keramiker*innen des Markts aus und stehen für die hohe Qualität der Veranstaltung. Verbinden Sie Ihren Rundgang über den Markt mit unserem Suchspiel – zu gewinnen gibt es natürlich Keramik! Die Teilnehmer*innen des Markts arbeiten mit großer Sorgfalt und hohem Qualitätsbewusstsein – Jede keramische Arbeit ist ein Unikat. Veranstalterin der renommierten Keramiktage Oldenburg ist die Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V. XYZeit: Seit 37Jahren ein jährliches Fest der Sinne – ganz im Zeichen der Keramikkunst! Wir freuen uns auf Ihren Besuch, Ihre Norah Limberg Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kommunikation, Internationale Keramiktage Oldenburg

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WunderWelten CELIA BROWN · SUSANNE SMAJIC 13. August – 20. Oktober 2019 Ausstellungszentrum Gut Altenkamp Papenburg-Aschendorf

Dienstag–Sonntag 10–17 Uhr ww.gut-altenkamp.de · Tel. 04962 6505

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Prof. Dr. Wolff-Thomsen Direktorin des Museums Kunst der Westküste Foto: Lukas Spörl

10 Jahre Museum Kunst der Westküste

Meisterwerke von der Romantik bis zum Expressionismus und zeitgenössische Kunst Zehn Jahre Museum Kunst der Westküste! Einzigartig gelegen auf der Nordseeinsel Föhr stehen hier die Bildthemen Meer und Küste im Fokus. Konzentriert auf einen Zeitraum von 1830 bis 1930 vereint die Sammlung des Museums Kunst der Westküste (MKdW) künstlerische Positionen aus Norwegen, Dänemark, Deutschland sowie den Niederlanden und zeigt zentrale Entwicklungen von der Romantik bis zum Expressionismus auf. In der Jubiläumsausstellung 10 Jahre MKdW – Meisterwerke präsentiert das MKdW herausragende eigene Gemälde und Grafiken, ergänzt um hochkarätige Leihgaben aus den vier Nordseeanrainerstaaten: Das Motivspektrum reicht von der Lebens- und Arbeitswelt der Fischer und Küstenbewohner über stimmungsvolle Interieurs und Landschaften mit breiten Stränden bis hin zu Szenen mondänen Ba-

delebens. Von Johan Christian Clausen Dahl, Frits Thaulow und Josef Israëls über Edvard Munch, Jan Toorop und Max Liebermann bis hin zu Emil Nolde, Erich Heckel und Otto Müller sind fast40 Künstler vertreten. Flankierend zeigen die vier fotografischen zeitgenössischen Positionen Joakim Eskildsen (DK), Anja Jensen (D), Ellen Kooi (NL) und Mette Tronvoll (NOR) in der Ausstellung 10 Jahre MKdW – Contemporary, dass die Bildthemen bis heute aktuell sind. Wir freuen uns auf Ihren Besuch auf einer der schönsten Inseln Deutschlands. Es erwarten Sie gerade jetzt im Sommer auch die angenehmen Temperaturen, weiten Sandstrände und entspannten Orte! Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen Museum Kunst der Westküste

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INHALT 03 Grußwort 03 Norah Limberg, Internationale Keramiktage Oldenburg 05 Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen Museum Kunst der Westküste 06 Inhalt 06 - Impressum 08 Bremen & Umzu 20 - Syke 22 - Sögel 24 - Bremerhaven 26 - Verden 27 - Achim 28 - Stade 30 - Föhr

DAS TITELBILD

Joakim Eskildsen Skagen IX, 2008, Courtesy of the Artist

34 Oldenburg & Umzu 39 - Wilhelmshaven 42 - Rastede 44 - Papenburg 47 - Leer 48 - Nordhorn 49 - Neuenhaus 50 - Osnabrück 56 - Bad GAndersheim 57 - Lehrte 50 Osnabrück 58 Hannover

10 Jahre MKdW – Contemporary Joakim Eskildsen, Anja Jensen, Ellen Kooi, Mette Tronvoll 16. Juli 2019 bis 12. Januar 2020 Museum Kunst der Westküste www.mkdw.de Auch in seinem Jubiläumsjahr widmet sich das Museum Kunst der Westküste zeitgenössischer Kunst und versammelt unter dem Titel 10 Jahre MKdW – Contemporary vier spannende fotografische Positionen. Sie repräsentieren jeweils eines der vier Westküstenländer, deren Kunst seit zehn Jahren im Museum gezeigt wird: Niederlande, Deutschland, Dänemark, Norwegen. → Seite 32

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online | 24h / 7day www.kunststueck-magazine.de

IMPRESSUM h2 werbeagentur + kunst Eva Hortenbach (V.i.S.d.P.) Zum Knapp 2 · 49565 Bramsche Tel: 05461 705 477 mail@kunststueck-magazine.de

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redaktionsschluss für die ausgabe sept / okt: 15. August anzeigenberatung: Klaus Hortenbach Tel: 05461 705 477 Mobil: 0152 389 510 24


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Fotografie: Originalanzeige 1931, Ullstein-Werbe-Beratung – U

Museumsquartier Osnabrück | Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück www.museumsquartier-osnabrueck.de | museum@osnabrueck.de Telefon: 0541 323-2207 / 323-2237

Foto: Friedrich Einhoff

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Bildhauerinnen

05. Mai bis 11. August 2019

Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen www.marcks.de Gemeinsam zeigen das Gerhard-MarcksHaus und die Museen Böttcherstraße knapp 100 Werke aus 150 Jahren Bildhauerei von rund 50 Bildhauerinnen. Erstmals wird das Schaffen von vier Künstlerinnengenerationen im 19. und 20. Jahr-

hundert in den Fokus genommen, um Entwicklungen und Umbrüche der weiblichen Bildhauerei zu markieren. Eine Kooperation mit den Museen Böttcherstraße und den Städtischen Museen Heilbronn.

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Claudia Piepenbrock

25. August bis 17. November 2019 Gerhard-Marcks-Haus | www.marcks.de Claudia Piepenbrock (geb. 1990) schafft eindrucksvolle skulpturale Konstellationen mit einer großen körperlichen Präsenz, die Leichtigkeit und Schwere, Statik und Dynamik vereinen. Alle Aspekte ihres bevorzugten Materials Schaumstoff werden berücksichtigt: er ist bunt, flexibel, weich und bleibt doch stehen, wenn er an eine Wand angelehnt wird. Piepenbrocks Interventionen zielen auf die Veränderung der vorgefundenen Raumsituation und greifen in die Funktion der Räume und die Bewegungsabläufe der Besucher ein. Eine begehbare Form, irgendetwas zwischen Arena, Bühne und Käfig

im zentralen Raum des Gerhard-MarcksHauses verbindet all diese Elemente. Claudia Piepenbrock ist Absolventin und Meisterschülerin der Hochschule für Künste Bremen. Sie erhielt 2016 den renommierten Karin Hollweg Preis, der mit einer Präsentation in einem Ausstellungshaus in der Metropolregion verbunden ist. Die Jury war von der plastischen Setzung, sinnlichen Materialität und Körperlichkeit der Arbeiten überzeugt. Das GerhardMarcks-Haus ist das auch und zeigt darum die erste große Einzelausstellung der Künstlerin.

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Annette Voigt – „nass“

25. August bis 17. November 2019 Gerhard-Marcks-Haus | www.marcks.de „Die meiste Zeit unseres Lebens verbringen wir in Räumen, die wir jedoch oft nur peripher wahrnehmen. Trotzdem wirken diese Orte auf uns und beeinflussen unser Befinden“, sagt Annette Voigt (geb. 1957). Die Künstlerin erforscht das Potential von Räumen und entwickelt daraus raumgreifende Installationen, die mit dem Vorhandenen mitklingen und den jeweiligen Ort verändern. Ihre Eingriffe in den Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses zeigen ein hohes Maß an Originalität. Sie verwendet

Leitungen, Rohre und Wasserhähne, ursprüngliche Funktionen werden aufgehoben, drapiert und in neue Sinnzusammenhänge gebracht. Die Raumveränderung verweigert sich einem konkreten Gebrauch zugunsten einer irritierenden und gedanklichen Eigenständigkeit. Die Künstlerin studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Die Installations- und Objektkünstlerin lebt seit 2000 in Erlangen.

––– Abb. oben: Vorne, Clara Rilke-Westhoff, Porträt Paula Modersohn-Becker, 1908, Bronze, Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen // Hinten, Käthe Kollwitz, Selbstbildnis, 1926-1936, Bronze, Käthe Kollwitz Museum Köln ––– Abb. Mitte: Claudia Piepenbrock, Ausblick, 2018, Schaumstoff, Metall ––– Abb. unten: Annette Voigt, Passion, 2019, Metall, Kunststoff, Edition, © VG Bild-Kunst, 2019

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Pia Pollmanns – Timea Piróth, Folyam – Fluss

Pia Pollmanns – Timea Piróth Folyam – Fluss

16. August (Eröffnung: 20 Uhr) bis 05. September 2019 Galerie Mitte im Kubo | www.galeriemitte.eu Heimat und Welt - Otthon és Világ ist ein Künstlerinnen-Austauschprojekt zwischen Bremen und Budapest, initiiert und begleitet von Emese Kazár und Doris Weinberger. Ziel des Projektes ist die Förderung von Austausch und Vernetzung, die Anregung zur Diskussion über (kulturelle) Identität. Seit Herbst 2016 leben und arbeiten in lockerer Folge je zwei Künstlerinnen für zwei Monate zusammen in Budapest oder Bremen. In diesem Jahr lädt Pia Pollmanns ihre Budapester Künstlerkollegin Timea Piróth zu sich nach Bremen ein. Im Anschluss an ihren gemeinsamen Aufenthalt in der Hansestadt zeigen die Teilnehmerinnen der vierten Runde des Austauschprojektes Heimat und Welt persönlich und kollektiv erlebte Materie in einer gemeinsamen Ausstellung in der Galerie Mitte. Weitere Informationen: www.heimatundwelt.wordpress.com

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Pia Pollmanns lebt und arbeitet in Bremen www.piapollmanns.de Die Fotografin Pia Pollmanns nähert sich in ihrer 2018 in Budapest entstandenen Arbeit über die Donau an den Verbindungsweg von zehn Ländern und Kulturkreisen dokumentarisch an. Mit ihrem fotografischen Blick abstrahiert sie malerisch bildhaft das Fremde, das Unterwegssein, den Austausch vor Ort auf das Wasser, das sich ständig verändert und niemals gleich ist. Timea Piróth lebt und arbeitet in Budapest www.timeapiroth.weebly.com Tímea Piróth verlegt ihr Atelier von Juni bis August 2019 nach Bremen und stellt ihre Werkergebnisse gemeinsam mit Pia Pollmanns in der Ausstellung Folyam – Fluss aus. Galerie Mitte im Kubo Beim Paulskloster 12, 28203 Bremen


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Anja Schindler, Dittero, 2007, Mischtechnk, 100 x 100 cm

Anja Schindler Wunderkammer

12. Juli (Eröffnung: 19 Uhr) bis 10. August 2019 Galerie Ohse | www.galerie-ohse.de, www.anja-schindler.com Vita Anja Schindler 1963 geboren in Bremen 1984–1992 Studium Kunstpädagogik an der Universität Bremen, Studium an der Hochschule für Künste Bremen 1990 Auslandssemester an der Accademia di Belle Arti, Perugia 1992 Übersiedlung nach Mercatale di Cortona, Arezzo 2006 Umzug nach Klotten an der Mosel in eine ehemalige Strickwarenfabrik Künstlerische Leitung der JUKUSCH Jugendkunstschule Cochem-Zell seit 2010 Einführung: Dr. Arie Hartog, Gerhard Marcks-Haus, Bremen Künstlerführung: Am Sonnabend, den 10. August, um 11.30 Uhr führt Anja Schindler durch ihre Ausstellung und spricht über ihre Arbeit. Bitte beachten: Vom 10.08. bis 13.09. bleibt die Galerie geschlossen ––– Versäumen Sie nicht Anja Schindlers Ausstellungsprojekt im Bremer Übersee-Museum zu besuchen: Naturalia Artistica Übersee-Museum Bremen, 28. Juni – 03. November 2019 ––– Galerie Ohse Contrescarpe 36, 28203 Bremen

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Ahmad Motiee Leerer Stuhl, Ölkreide auf Pappe, 20 x 30 cm, 2019

Eine Reise

Arbeiten von Ahmad Motiee 03. August (Eröffnung: 18 Uhr) bis 29. September 2019 Atelier Brandt Credo | www.atelier-brandt-credo.de Ahmad Motiee nimmt uns mit auf eine Reise durch seine Bildwelten, durch Kulturen, Städte und Landschaften. Seine Gedanken und seine Phantasie prägen diese Reise. Was Ahmad Motiee denkt, sieht oder empfindet, setzt er künstlerisch um und breitet in der Galerie im Altbremer Haus ein Kaleidoskop von Erzählungen aus. Der im Iran geborene und in Bremen lebende Künstler begann 1991 ein Studium der Malerei an der Hochschule für Künste Bremen. 1996 war er Meisterschüler bei Prof. K.H. Greune, gewann den Kunstförderpreis des Logenhauses Bremen und den Preis des internationalen Wettbewerbs für Malerei der Stadt Aarschot in Belgien. Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland folgten. „Ich bin malender Zeichner oder ein zeichnender Maler“, sagt Ahmad Motiee, der aber auch Keramiker und ein Meister einer neuen Fayence-Kunst ist. In der aktuellen Ausstellung favorisiert er eine spezielle zeichnerische Technik, vergleichbar mit einem Holz- oder Linolschnitt. Mit einem Stahlstift wird gezeichnet, Linien werden eingeritzt, Flächen werden mit Ölkreide

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abgedeckt und es entsteht eine Zeichnung mit einer eigenen Tiefenwirkung in schwarzweiß und mit punktuell eingesetzten farbigen Akzenten. „Ich könnte grade auf Reisen sein“, so deutet der Künstler die Zeichnung mit einem leeren Stuhl, der von Figuren, Schraffuren und Zeichen umgeben ist. Die Auswahl aus hunderten von Motiven verbindet westliche Freiheit mit der östlichen Tradition. Motiee verbindet und vermischt in seinen Arbeiten zwei sehr unterschiedliche Kulturräume. Er hat viel zu erzählen: über die Häuser, die Städte, die Natur, die Tiere, die Menschen. Die Betrachter der Ausstellung begegnen auf der Reise durch seine Bildwelten Shakespeare und Brecht, Menschenansammlungen, anonymen Personen, geheimnisvollen Orten, bizarren Landschaften, vertrauten Tieren und rätselhaften Motiven, die durch Schriftzeichen und Strukturelemente ergänzt werden. Ahmad Motiee präsentiert eine Reise, die staunen lässt und zur Diskussion einlädt. Atelier Brandt Credo Meyerstraße 145, 28201 Bremen


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Anja Schindler, Naturalia Artistica © Anja Schindler, VG Bild-Kunst Bonn 2019, Foto: Kai Myller

Anja Schindler Naturalia Artistica

28. Juni bis 03. November 2019 Übersee-Museum Bremen | www.uebersee-museum.de Mit ihren Kunstinstallationen schafft Anja Schindler einen himmelblauen Mikrokosmos. Die Künstlerin lässt in der Ausstellung „Naturalia Artistica“ ihre Arbeiten in den Dialog mit der naturwissenschaftlichen Sammlung des Übersee-Museums treten und eröffnet so einen ganz neuen Blickwinkel auf die Sammlung des Hauses. Menschliche, künstlerische und Naturschöpfungen bilden ein organisches System, dessen Bestandteile, Naturalien oder Artefakte sich nicht mehr voneinander abgrenzen lassen. Himmelblaue Frosch-Skulpturen leiten die Besucherinnen und Besucher in das Kabinett Übersee und ins Schaumagazin: In diesen Räumen zeigt Anja Schindler ihre Ausstellung „Naturalia Artistica“. Die Künstlerin sammelt seit Jahren gewöhnliche und außergewöhnliche Dinge, die sie in der Natur findet. Samen, Lotosblüten, ein Fischskelett oder einen mumifizierten Frosch – und färbt diese in ein strahlendes Himmelblau. Um ihre gesammelten Schätze haltbar zu machen, legt sie diese in Öl ein und versiegelt Vertrautes und Ungewöhnliches mit hellblauer Farbe in Flaschen und Gläser. In blauen Regalen

finden ihre Werke im Kabinett Übersee einen Platz. Mit Collagen, Zeichnungen und Handgeschriebenen wird das „Sammelsurium“ ergänzt: Es entsteht ein Ort, der an die Kuriositätenkabinette der vergangenen Jahrhunderte erinnert und die Besucherinnen und Besucher zum Staunen über das Wundervolle in der Natur anregen soll. Die Farbe Himmelblau ist in Schindlers Kunstwerken der „rote“ Faden, der die Besucherinnen und Besucher neue Bezüge zur Sammlung herstellen lassen soll. Wie sammeln und ordnen wir, fragt sich die Künstlerin. Und nach welchem Ordnungsprinzip legen die Museen ihre wissenschaftliche Sammlung an? Um zum Nachdenken anzuregen, hat Anja Schindler einige Gläser und Flaschen in die naturwissenschaftliche Sammlung des Museums eingeordnet. Sie möchte so die Besucherinnen und Besucher dazu ermutigen, mit einer neuen Perspektive auf die naturwissenschaftliche Sammlung des Museums zu blicken und die Natur als das große Ganze wahrzunehmen. Übersee-Museum Bremen Bahnhofsplatz 13, 28195 Bremen

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Mattia Denisse

STATIV. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker 15. Juni bis 11. August 2019 GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | www.gak-bremen.de Mattia Denisse wurde 1967 in Frankreich, in Blois geboren, der Stadt von Jean Eugène Robert-Houdin (1), Denis Papin (2) und René Guénon (3). Seit 1999 lebt er in Lissabon und unternahm zahlreiche Reisen in das brasilianische Amazonasgebiet und auf die Kapverdischen Inseln. Seine Zeichnungen, Notizen und Beschreibungen, die auf den Reisen entstanden, ähneln denen eines Feldforschers. Sie dokumentieren Eindrücke von exotischen Landschaften und Vegetationen, aber eben auch von Mythen und kollektiven Erzählungen, die Eingang in seine fantastischen Bild- und Gedankenwelten finden. Dazu spielen Einflüsse der französischen Avantgarde-Literatur eine wichtige Rolle – zu Alfred Jarry, Gründungsvater der „Pataphysik“ als eine „Wissenschaft von den imaginären Lösungen, die die Denkskizzen symbolisch mit den Eigenheiten von Objekten, beschrieben durch ihre Möglichkeit, in Zusammenklang bringt“, zu Raymond Rous-

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sel oder dem früh verstorbenen Schriftsteller René Daumal. So begann laut Denisse seine Reiselust in früher Kindheit mit Daumals unvollendetem Roman „Le Mont Analogue“ (1939) über einen Berg, der geographisch nicht verortbar ist und so faktisch nicht existiert, dessen mythischer Gipfel aber dennoch erreicht wurde. In den über hundert zeichnerischen und druckgrafischen Werken der Ausstellung aus den vergangenen zehn Jahren verschmelzen autobiografisch Gesehenes, Erinnertes und Imaginiertes mit pataund metaphysischen Spekulationen zu einer einzigartigen visionären Reise. Ob der Betrachter dabei auf Affen trifft, die als Anthropologen die Welt der Menschen betrachten, oder auf Eidechsen, die dem Alkoholismus verfallen sind: Die Blickwinkel drehen und wenden sich, und absurder Humor, karnevaleske Wortspiele und surreale Übersteigerung zeigen nicht nur den


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Mattia Denisse - alle Abb. 1) STATIV VERLAG – Der Affe Anthropologe, 2018/19 2) DEN RUBIKON ÜBERSCHREITEN – Der Besuch im Museum. Lebendiges Stillleben, 2017 3) DOPPELTES V –Konferenz über den Anti-Globus: A, 2017 4) STATIV VERLAG – Der Affe Anthropologe, 2018/19 5) STATIV VERLAG – Verzeichnis der Materien und Antimaterien, 2018/19

künstlerischen, sondern auch subversiven Wert von Mattia Denisses Phantasien. „STATIV. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker“ ist die erste Werkschau des Künstlers in Deutschland. Die Ausstellung ist als ein Buch in drei Kapiteln angelegt, ohne Anfang und Ende. Sie gibt keine Richtung vor sondern soll als eine literarische Erweiterung von Mattia Denisses tautologischen Werken, als ein zwischen Philologie und Parodie, Wahrheit und Fiktion schwebendes Geflecht von Bezügen und Anspielungen gelesen werden. So bietet sie eine andere Form der Annäherung an das, was nicht zu sehen, nicht niedergeschrieben ist und als magisches Objekt von seinem Betrachter Besitz ergreifen mag. GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. Teerhof 21, 28199 Bremen ––– (1) 1805–1871. Zauberkünstler, der unter anderem den berühmten Trick des „ätherischen Knaben“, Vorläufer der „Schwebenden Jungfrau“, erfunden hat. (2) 1647–1712. Physiker, Mathematiker und Erfinder, der zu Vakuum, Dampfkraft und Wasser gearbeitet hat. Eine seiner Erfindungen war der Dampfkocher. (3) 1886–1951. Autor von Schriften zur Metaphysik und Esoterik.

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Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen T. 0421 329080 | www.kunsthalle-bremen.de – Tierischer Aufstand | bis 01.09. – Jürgen Waller zum 80. Geburtstag | bis 25.08. – Karin Kneffel. Still | bis 29.09. Claudia Piepenbrock, Ausblick, 2018, Schaumstoff, Metall, Gerhard-Marcks-Haus

Anja Schindler, Naturalia Artistica © Anja Schindler, VG Bild-Kunst Bonn 2019, Foto: Kai Myller Übersee Museum Bremen

Gerhard-Marcks-Haus | Am Wall 208 | 28195 Bremen T. 0421 9897520 | www.marcks.de – Bildhauerinnen | bis 11.08. – Stephanie Baden. Tempietto | bis 11.08. – Kosmos Marcks. Marguerite Friedlaender-Wildenhain und Gerhard Marcks | bis 11.08. – Claudia Piepenbrock | 25.08. bis 17.11. – Annette Voigt. nass | 25.08. bis 17.11. Weserburg – Museum für moderne Kunst | Teerhof 20 | 28199 Bremen | T. 0421 5983970 | www.weserburg.de – André Thomkins. Überall, aber schwebend | bis 11.08. – Erik Steinbrecher zur Kasse bitte | bis 13.10. – Kapielskis Buch-, Flach- und Krachwaren | bis 01.09. – Meisterschüler*innen 2019. Karin Hollweg Preis 2019 | bis 11.08. Städtische Galerie | Buntentorsteinweg 112 | 28201 Bremen | T. 0421 3615826 | www.staedtischegalerie-bremen.de – Tandem - Haifa - Bremen | bis 27.07. – screen spirit_continued #22. Kenji Ouellet V – Haensel und Prinz. definitiv figürlich | Eröffnung: 17.08., 19 Uhr

Wolfgang Zach, Ring Nebel (Messier57), Hubble 2013, ESA, Galerie Mitte

Übersee-Museum Bremen | Bahnhofsplatz 13 | 28195 Bremen | T. 0421 160380 | www.uebersee-museum.de – Anja Schindler. Naturalia Artistica | bis 03.11. Museen BöttcherstraSSe | Böttcherstraße 6–10 | 28195 Bremen | T. 0421 3388222 | www.museen-boettcherstrasse.de – Bildhauerinnen | bis 11.08.

Ahmad Motiee Leerer Stuhl, Ölkreide auf Pappe, 20 x 30 cm, 2019, Atelier Brandt Credo

Galerie mitte im Kubo | Beim Paulskloster 12 | 28203 Bremen | T. 0421 76026 | www.galeriemitte.eu – Wolfgang Zach. Plot | bis 25.07. – Pia Pollmanns – Timea Piróth. Folyam – Fluss | 16.08. (Eröffnung: 20 Uhr) bis 05.09. Atelier Brandt Credo | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen T. 0421 558455 | www.atelier-brandt-credo.de – Rosa Jaisli. Die Kraft der Bäume – Papierarbeiten | bis 28.07. – Ahmad Motiee. Eine Reise | 03.08. (Eröffnung: 18 Uhr) bis 29.09.

Anja Schindler, Dittero, 2007, Mischtechnk, 100 x 100 cm Galerie Ohse

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Galerie Ohse | Contrescarpe 36 | 28203 Bremen | T. 0421 327550 | www.galerie-ohse.de – Anja Schindler. Wunderkammer | 12.07. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 10.08.


INTERNATIONALE

KERAMIKTAGE OLDENBURG 2019

SCHLOSSPLATZ OLDENBURG WWW.KERAMIKTAGE.COM

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Abb.: Velimir Vukicevic

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Pia Pollmanns – Timea Piróth Folyam – Fluss

16. August bis 05. September 2019 Eröffnung: 20 Uhr

galerie mitte

im KUBO

Beim Paulskloster 12 // 28203 Bremen www.galeriemitte.eu // Tel. 0421.76026 Do–So, 15–18h und nach Vereinbarung


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Kränholm Kunstcafé / Galerie | Auf dem Hohen Ufer 35 | 28759 Bremen | www.kraenholm.de – Gartenkultur Musikfestival und Skulpturen in Knoops Park Künstlerhaus Bremen | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen T. 0421 508598 | www.kuenstlerhausbremen.de – Nona Inescu. Corporealle | 06.06. bis 01.09.

Scherenschnitt Kosubek Kunstmix Galerie

kunstmix | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18 28195 Bremen | T. 0421 68534406 | www.kunstmixbremen.de – Querbeet VIII: kunstmix & friends | bis 16.08. – Mit dem Skalpell geschnitten. Rainer Kosubek & Laila Seidel 18.08. (Eröffnung: 12 Uhr) bis 12.09. GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | Teerhof 21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | www.gak-bremen.de – Mattia Denisse - STATIV. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker | 15.06–11.08. Hafenmuseum Speicher XI | Am Speicher XI 1 | 28217 Bremen | T. 0421 3038279 | www.hafenmuseum-speicherelf.de – use–less. Slow Fashion gegen Verschwendung und hässliche Kleidung | bis 20.10.

Cordula Prieser, stranger than, 2014 , Galerie des Westens

Galerie des Westens | Reuterstraße 9–17 | 28217 Bremen T. 0421 3807990 | www.gadewe.de – Westentasche. Klasse Baumkötter HFK Bremen - Gruppenausstellung | bis 19.07. – Frequenzverschiebung. Ausstellung der Ateliergemeinschaft Nordstraße | 23.08. (Eröffnung: 20 Uhr) bis 13.09. Galerie Herold | Künstlerhaus Güterbahnhof Beim Handelsmuseum 9 | 28195 Bremen | www.galerieherold.de – See Saw Seeds Effect “Enjoy Misunderstanding” | 09.–25.08. Heike Jeschonnek, wie wir leben wollen, Kunsstverein Achim

Kunstverein Achim e.V. | Ausstellungen im Haus Hünenburg | Schwedenschanze 39 und/oder im Rathaus Achim I Obernstraße 38 | 28832 Achim | www.kunstverein-achim.de – Heike Jeschonnek. Wie wir leben wollen - Zeichnungen in Wachs | 18.08. (Eröffnung: 11.30 Uhr) bis 27.10. Kulturhaus Müller Ganderkesee | Ring 24 | 27777 Ganderkesee | T. 04222 806550 | www.kulturhaus-mueller.de – Was hast Du für einen altmodischen Garten! Malerei von Bärbel Woitas | 02.08. bis 13.10.

Rita Bieler, o.T. 2, 2019, glasierter Ton, Foto: Tobias Hübel Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst

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Syker Vorwerk | Waldstraße 76 | 28857 Syke | T. 04242 577410 | www.syker-vorwerk.de – Rita Bieler. Rasterfahndung | bis 04.08. – Julia Schramm. Federn lassen | bis 04.08. – animal turn. Künstlerinnen zum Thema Tier | 25.08. bis 03.11.


Alfred KAufner Malerei und Objekte

16. Juni bis 11. August 2019 im Kunsthaus Leer Die Ausstellung in der Sparkasse LeerWittmund, Mühlenstr. 93, 26789 Leer, ist bis zum 24. Juli 2019 während der Geschäftszeiten geöffnet.

Kunsthaus Leer

Turnerweg 5, 26789 Leer, T. 0491 926 1531 Di–Do und So 14–17 Uhr geöffnet www.kunsthaus-leer.de

Was hast Du für einen altMoDischen Garten ! Malerei von Bärbel Woitas

02.08. bis 13.10.2019 Kulturhaus Müller www.kulturhaus-mueller.de So 11 –17 Uhr, Mo, Di, Do, Fr 9 –12 Uhr und 14 –16 Uhr (bitte klingeln) sowie bei Veranstaltungen der regioVHS Ganderkesee-Hude. Eintritt frei.

Ring 24 | 27777 Ganderkesee

Feine Stiche

T E X T IL K UNS T H A NDW ERK M A RK T

17d Ga. /nd1er8sh.eimABruungshuaussent/ tgl.11– 18 Uhr Eintritt: 4 Euro/ Tag

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ichte.de

www.portal-zur-gesch


. bremen & umzu

Die WorPsWeDer museen | barkenhoff i Große kunstschau i haus im schluh i Worpsweder Kunsthalle | t. 04792 3968 i www.worpswede-museen.de – Kunstkosmos Worpswede – 100 Jahre Worpsweder Kunsthalle | bis 03.11., Worpswede Kunsthalle – Norbert Schwontkowski. Gemalte Poesie - Die Sammlung Seinsoth | bis 03.11., Barkenhoff – Hans-Herman Rief, Fritz Netzel und die Worpsweder Kunsthalle | bis 03.11., Haus im Schluh – Merrill Wagner. Landscapes of colour | bis 03.11., Kunstschau Norbert Schwontkowski, Ohne Titel [Porträt im Regen], 2004, Öl, Pigmente auf Leinwand, 30 x 24 cm, Sammlung Seinsoth, Bremen, Foto: © Caspar Sessler und Fabian Georgi | Balkenhof

Galerie iM VillaGe | neuer Worpsweder Kunstverein Bergstraße 22 | 27726 Worpswede | www.nwwk.de – Tilman Rothermel + Hans Müller. Mensch im Raum | bis 08.09. historisches MuseuM breMerhaVen | an der Geeste 27570 Bremerhaven | t. 0471 308160 | www.historischesmuseum-bremerhaven.de – Motiv: Bremerhaven. 100 Jahre – 20 Maler/innen | bis 05.10. – Die 1980er Jahre. Krisen, Protest und Punk | 29.06. bis 24.11.

Die 1980er Jahre – Krisen, Protest und Punk © Historisches Museum Bremerhaven

deutsches ausWandererhaus bremerhaven | columbusstraße 65 | 27568 Bremerhaven | t. | 0471 90 2200 www.dah-bremerhaven.de – Ich packe meinen Koffer. Mit Kindern Migration erleben 31.03. bis 20.08. deutsches pferdeMuseuM e.V | holzmarkt 9 | 27283 Verden / aller | t. 04231 807140 | www.dpm-verden.de – Das perfekte Pferd? Pferdebeurteilung im Wandel der Zeit 27.06. bis 20.10. kunstVerein breMerhaVen Von 1886 e. V. | Karlsburg 1/4 | 27568 Bremerhaven | www.kunstverein-bremerhaven.de – Andreas Schmitten. Stehend im Raum | bis 25.08.

Erich Kuithan, Italienerin am Meer, um 1911, © Foto: Ulrich Fischer / Kunstsammlung Jena Ausstellung im Kunsthaus Stade

Kunsthaus staDe | Wasser West 7 | 21682 stade | t. 04141 7977320 | www.museen-stade.de – Aufbruch in die Moderne. Der Künstler Erich Kuithan | bis 15.09. schWedenspeicher stade | Wasser West 39 | 21682 stade | t. 04141 797730 | www.museen-stade.de – Fleisch. Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit | bis 20.10.

Michael Ancher, Fischer am Meer an einem Sommerabend, 1888, Öl auf Leinwand, 141 × 188,5 cm, SMK, The National Gallery of Denmark, Foto: Jacob Skou-Hansen Museum Kunst der Westküste

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kunst:stück

MuseuM kunst der Westküste | hauptstraße 1 | 25938 alkersum/föhr | t. 04681 747400 | www.mkdw.de – 200 x Badesaison. Seebad Wyk auf Föhr 1819 – 2019 | bis 15.07. – 10 Jahre MKdW. Contemporary, Joakim Eskildsen (DK), Anja Jensen (D), Ellen Kooi (NL) und Mette Tronvoll | 31.07.2019 bis 12.01.2020 – 10 Jahre MKdW. Meisterwerke | 01.08.2019 bis 12.01.2020


An der Geeste | 27570 Bremerhaven | Di–So | 10–17 Uhr

www.historisches-museum-bremerhaven.de

kunst:stück

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. syke

Julia Schramm, Ikarus, Öl und Acryl auf Leinwand, 150 × 150 cm, 2017

Julia Schramm. Federn lassen

Einzelausstellung zum 10. Werner-Kühl-Preis 2018 23. Juni bis 04. August 2019 Syker Vorwerk | www.syker-vorwerk.de Im November 2018 wurde der aus Diepholz stammenden Künstlerin Julia Schramm für ihr faszinierendes Gemälde „Ikarus“ im Kreismuseum Syke der 10. Werner KühlPreis verliehen. Neben dem Preisgeld von 5.000,- Euro erhält der/die Gewinner*in nach Tobias Klich nun bereits zum zweiten Mal eine Einzelausstellung im Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst. Die in Berlin lebende und arbeitende Künstlerin Julia Schramm, die an der Berliner Kunsthochschule Weißensee ein Diplom- und ein Meisterschülerinnenstudium absolvierte, setzte sich mit ihrem surrealistischem Werk mit mythologischem Titel gegen 18 weitere Konkurent*innen durch und beindruckte die Jury und den Beirat der Werner Kühl-Stiftung insbesondere durch die ungewöhnliche Maltechnik, die zwischen unkontrolliertem Zufall und bewusster Steuerung und Komposition der Bilder wechselt. Die Bilder entstehen durch das Gießen von Farbe auf grundierte Leinwände – dabei arbeitet die Künstlerin parallel an mehreren auf dem Boden verteilten Bildern. Julia Schram wechselt zwischen dunklen Farbschichten und gießt wieder helle Grundierung dazwischen um die Motive zu entwi-

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ckeln. Dabei verwendet sie auch Lappen und Pinsel um der Farbe Struktur auf der Leinwand zu geben. Die Künstlerin reizt die Frage, wann die Abstraktion endet und die Figürlichkeit beginnt und umgekehrt, was in den changierenden Motiven zum Ausdruck kommt. Bis vor drei Jahren malte Julia Schramm ausschließlich menschliche Wesen. Aktuell ist sind Vögel zu ihrem Oeuvre hinzugekommen, bzw. haben sich aus den Figuren entwickelt. „Es sind keine konkreten Vögel, auf die sie sich in ihren Arbeiten bezieht, und auch bei den menschlichen Gestalten handelt es sich nicht um Porträts real existierender Personen. Julia Schramms Erzählungen befinden sich außerhalb von Raum und Zeit – es gibt keine Referenzen zu Kleidung oder Frisuren, auch das Geschlecht bleibt offen und die Bildräume und die Umgebung der Figuren meist undefiniert. Wahrscheinlich ist es auch diese Übernatürlichkeit und Zeitlosigkeit, die ihre Bilder noch lange in unserem Gedächtnis weilen lässt.“ (Lena Fließbach, „Leuchtende Dunkelheit“)

Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst Waldstraße 76, 28857 Syke


. ganderkesee

© Bärbel Woitas

Was hast Du für einen altmodischen Garten! Malerei von Bärbel Woitas

02. August bis 13. Oktober 2019 Kulturhaus Müller Ganderkesee | www.kulturhaus-mueller.de Bärbel Woitas hat aktuell ein wichtiges künstlerisches Anliegen: das Artensterben der Insekten! Und so sind es vor allem Bienen, Mücken, Schnaken, Ameisen, Wespen und Vögel, die seit einiger Zeit ihre Bildwelten bevölkern. Der Titel der Ausstellung stellt einen unmittelbaren und kritischen Zusammenhang zu den heutzutage modischen Betongärten her, in denen Pflanzen allenfalls noch Beiwerk sind und für Insekten nur wenig Lebens- und Nahrungsraum existiert. In altmodischen Gärten hingegen darf es wuchern und wachsen, dürfen in unendlicher Vielfalt Bäume, Sträucher, Büsche und Blumen neben- und miteinander existieren. Und so will Bärbel Woitas ihre Ausstellung als Kampfansage an die Tristesse der Schottergärten verstanden wissen! Mit groß- und kleinformatiger experimenteller Malerei in höchster Farbpracht, Monotypien und Gelprinting sowie Wachs-/Collagentechnik entführt sie in eine bedrohte und dennoch bezaubernde Welt!

Bärbel Woitas (*1939 Greifenberg/Pommern) ist seit 1990 in Ganderkesee ansässig. Nach einem Fernstudium bildet sie sich kontinuierlich seit 1987 mit Aktkursen bei Doris Garduhn, Teilnahmen an Sommerakademien in Norden bei Johann Nußbächer und in Seminaren als Malerin und Zeichnerin weiter. Sie gibt Malkurse an der regioVHS Ganderkesee-Hude, der VHS Delmenhorst und VHS Hatten-Wardenburg und hat sich an zahlreichen Ausstellungen in der Region beteiligt. Bärbel Woitas ist seit 2008 Mitglied im BBK Oldenburg ––– Öffnungszeiten Kulturhaus Müller: Sonntag 11 bis 17 Uhr, Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr (bitte klingeln) sowie bei Veranstaltungen der regioVHS Ganderkesee-Hude. Eintritt frei! Kulturhaus Müller Ganderkesee Ring 24, 27777 Ganderkesee

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. sögel

Kunstmarkt ParkArt auf Schloss Clemenswerth 10. / 11. August 2019, 10–18 Uhr

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth, 49751 Sögel | www.clemenswerth.de Am 2. Augustwochenende (10./11. August) findet am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in Sögel der Kunstmarkt ParkArt statt. Auch in seiner elften Auflage wird Besuchern mit rund 70 Ausstellenden mit Werken aus vielen Bereichen wieder zwei Tage Kunstgenuss pur geboten.

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kunst:stück

Gezeigt werden Malerei und Grafik, Bildhauerei, Keramik und Glas sowie Fotografie, Mixed Media und Performances. Das geballte Zusammentreffen von regionalen und überregionalen Künstlern, von jungen Kunststudenten und etablierten Künstlern sowie verschiedener Künste vor barocker Kulisse macht seit 2009 das Besondere an ParkArt aus. Besucher können zudem mit den Künstlern, die auch teilweise vor Ort arbeiten und ihre Kunsttechniken vorführen, ins Gespräch kommen. So zum Beispiel mit Ingo Günther aus Oldenburg, der Besucher zum Portrait-Shooting einlädt: Mittels eins alten fotografischen Verfahrens entsteht das Bild nur durch simple chemische Reaktionen auf einem lackierten Stück Blech. Zu besonderen Aktionen lädt auch in diesem Jahr wieder der Photo. Kunst.Raum. aus Hamburg ein. Auf dem Schlossplatz performen die Fotokünstlerin Carmen Oberst und die Pädagogin für Modern Dance Laura Wittneben mit der Barock-Tanzgruppe Alegre vom Schloss Bruchsal einen Tanz. Im Hauptschlosskeller – in den Gewölben des historischen Weinkellers – erwarten Interessierte Video- und


. sögel

––– Abb. linke Seite: oben, Experimentelles Bühnenstück © Eckhard Albrecht Abb. linke Seite: unten, Besonderes Portrait-Shooting, © Emslandmuseum Schloss Clemenswerth Abb. oben: Platzhirsch von Thomas Otto, © Emslandmuseum Schloss Clemenswerth Abb. unten: Installation im Weinkeller, © Carmen Oberst

Soundinstallationen. Zum Besuch lädt auch die Sonderausstellung „Der Blick des Malers Werner Heinze“ (zu sehen bis 01.09.) mit Landschaftsbildern ein und Wolfgang Pohl führt an beiden Tagen (15 Uhr) durch seine spannende Glasausstellung, in der u.a. seine Idee eines zeitgenössischen Gesamtkunstwerkes präsentiert wird. ParkArt lädt also auch in diesem Jahr dazu ein, hautnah an Kunst und Künstlern zu sein und gehört daher nicht ohne Grund zu den fest etablierten Sommerfesten auf Schloss Clemenswerth. Abgerundet wird der Markt durch Lounge-, Swing und Jazzmusik sowie Schlossbesichtigungen, Basteltisch und kulinarische Angebote. Für ParkArt gilt der reguläre Museumseintritt: Erw. 6 €, Erm. 3 €, Familien 14 €. Alle Informationen zu Künstlern, Programm und Anreise unter www.clemenswerth.de Im Übrigen: Alle ausgestellten Werke sind vor Ort zu erwerben. D.h. auserkorene Lieblingsstücke können gekauft und sofort mit nach Haus genommen werden.

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. bremerhaven

Die 1980er Jahre

Krisen, Protest und Punk Sonderausstellung – 29. Juni bis 24. November 2019 Historisches Museum Bremerhaven | www.historisches-museum-bremerhaven.de In den 1980er Jahren wurde Bremerhaven von schweren Wirtschaftskrisen erfasst, die insbesondere den maritimen Bereich betrafen. Tausende Menschen verloren im Schiffbau, in der Schifffahrt, der Hochseefischerei und in der Fischwirtschaft ihre Arbeitsplätze. Der Aufschwung im Auto- und Containerumschlag in den Überseehäfen konnte die höchste Arbeitslosigkeit der Nachkriegszeit nicht verhindern.

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In keinem Jahrzehnt gab es mehr Bürgerproteste und Demonstrationen. Man protestierte gegen Atomwaffen und Ausländerfeindlichkeit, für den Schiffbau, den Erhalt der Straßenbahn, die 35-StundenWoche, für gesunden Fisch und vieles mehr. Die 1980er Jahre waren ein polarisierendes Jahrzehnt. Die Gesellschaft fächerte sich in immer mehr individuelle Gruppen auf.


. bremerhaven

Die 1980er Jahre – Krisen, Protest und Punk © Historisches Museum Bremerhaven

Punks und Popper wurden zu gegensätzlichen Polen einer vielfältigen Jugendkultur. Die Ausstellung gibt einen spannenden Überblick über eines der schillerndsten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Ausdrucksstarke Fotografien aus den Archiven des Historischen Museums Bremerhaven, der Nordsee-Zeitung, des Fotografen Wolfhard Scheer sowie beispielhafte und zeittypische Objekte aus zahlreichen Lebensbereichen

lassen das Jahrzehnt in seinen vielfältigen Facetten lebendig werden. Interaktive Stationen mit Musik und Computerspielen vermitteln das Lebensgefühl der 1980er Jahre. Öffnungszeiten: Dienstag– Sonntag, 10–17 Uhr Eintritt frei! Historisches Museum Bremerhaven An der Geeste, 27570 Bremerhaven

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. verden

Illustration eines Idealen Pferdes nach Joseph Christoph Zehentner aus dem Jahr 1757

Das perfekte Pferd?

Pferdebeurteilung im Wandel der Zeit 27. Juni bis 20. Oktober 2019 Deutsches Pferdemuseum | www.dpm-verden.de Auch die Pferdewelt ist von Moden, Trends und Schönheitsidealen beeinflusst. Die Ausstellung „Das perfekte Pferd? Pferdebeurteilung im Wandel der Zeit“ im Deutschen Pferdemuseum zeigt, wie und zu welchem Zweck die Menschen von der Antike bis zur heutigen Zeit immer wieder Kriterien zur Beurteilung von Pferden gesucht und gefunden haben. Anhand von Gemälden, Graphiken und Skulpturen zeichnet die Ausstellung die Geschichte der Pferdedokumentation und –beurteilung nach und zeigt auf, wie sich über die Jahrhunderte diverse Schönheitsideale gebildet haben und welche Maßnahmen teils ergriffen wurden, um diesen gerecht zu werden. Alle heutigen Pferde – vom Schulpony bis zum Hochleistungssportpferd - sind das Ergebnis einer Evolutionsgeschichte, die seit Millionen von Jahren andauert. Seit Beginn der Domestikation vor etwa 5.000 Jahren nimmt der Mensch Einfluss auf die Entwicklung des Pferdes. Er züchtet und selektiert nach unterschiedlichen Gesichtspunkten und für verschiedene Anforderungen. Heutzutage sind Pferde in Deutschland vor allem als Sport- und Freizeitpartner bekannt. Bis in die 1960er Jahre hinein aber

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waren sie als Zug-, Reit- und Tragtiere wirtschaftlich und militärisch von entscheidender Bedeutung. Die verschiedenen Nutzungen erforderten unterschiedlichste Anforderungen an Körperbau und Temperament. Um Pferdekäufer und –besitzer bei der Bewertung zu unterstützen, entstanden seit der Antike unzählige Ratgeber mit Theorien und Maßstäben zur Pferdebeurteilung. Das Wissen half beim Pferdekauf die Tricks so genannter „Rosstäuscher“ zu entlarven und die tatsächlichen Eigenschaften des Pferdes richtig einzuschätzen. Das Streben nach dem Ideal hält bis heute an. Doch, hat die jahrhundertelange Suche am Ende zu einer einheitlichen Vorstellung von dem „perfekten Pferd“ geführt? Oder liegt Schönheit und Perfektion auch in diesem Fall schlichtweg im Auge des Betrachtenden?!? Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr Infos zur Ausstellung und zum umfangreichen Begleitprogramm: www.dpm-verden.de Deutsches Pferdemuseum Holzmarkt 9, 27283 Verden/Aller


. achim

Heike Jeschonnek, wie wir leben wollen

Heike Jeschonnek Wie wir leben wollen

18. August (Eröffnung: 11.30 Uhr) bis 27. Oktober 2019 im Haus Hünenburg Kunstverein Achim | www.kunstverein-achim.de Heike Jeschonnek arbeitet mit Wachstechniken. Dabei hat sie eine einzigartige Methode entwickelt, indem sie Bildträger mit gefärbten Paraffinschichten überzieht und hernach mit verschiedensten Werkzeugen bearbeitet. Sie erzeugt mit Schnitzmessern, Ölfarbe und Pinseln reliefartige Bildebenen, die Menschen und Tiere, urbane Strukturen, Landschaften, Pflanzen ebenso wie Ornamente abbilden. Diese mehrschichtigen wie fragilen Bildebenen muten wie magisch aufgeladene Parallelwelten an. Jede Wachsschicht stellt für die

Künstlerin eine eigene Bedeutungsschicht dar. Bezüge zu gesellschaftsrelevanten Themen sind stets präsent. Erzählerische Momente wechseln sich ab mit ironischen Seitenhieben. Simpel erscheinende Vorgänge werden beim genauen Hinschauen zum komplizierten Geflecht. Wirklichkeit vermischt sich mit dem Geheimnisvollen. Grenzen heben sich auf. Haus Hünenburg Schwedenschanze 39, Achim sonntags 14–17 Uhr geöffnet

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. stade

Aufbruch in die Moderne Der Künstler Erich Kuithan 25. Mai bis 15. September 2019 Kunsthaus Stade, www.museen-stade.de

Erich Kuithan lebte und arbeitete in bewegten Zeiten: Geboren 1875 in Bielefeld, wird sein bildnerisches Schaffen von Anbeginn durch Aufbrüche in der Kunst geprägt. Das Werk des zu Lebzeiten rennomierten Künstlers, der mit nur 42 Jahren starb, ist eng mit dem Jugendstil verbunden, auch ist Kuithan Grenzgänger zwischen deutschem Impressionismus und Expressionismus. Facettenreich zeugt sein

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kunst:stück

Œuvre vom Aufbruchsgeist zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bereits als junger Künstler interessiert er sich für die Freiluftmalerei; eine Italienreise im Jahr 1900 führt ihn dabei zu einer wichtigen Veränderung seines Stils: der dargestellte Mensch ist von nun an nicht länger Statist in der Landschaft, sondern wird zum Sinnbild einer neuen, befreiten Zukunft. Kuithans gesamtkünstlerische Interessen entsprechen den Bestrebungen der damals aktuellen Reformbewegung, eine neue Ästhetik in alle Lebensbereiche einfließen zu lassen. Neben Gemälden, Zeichnungen und Grafiken entstehen auch Porzellan-Dekore und öffentliche Auftragsarbeiten. Anregung hierfür findet Kuithan im Austausch mit vielen Künstlerkollegen und Intellektuellen seiner Zeit. Beispielsweise arbeitet er zeitgleich mit dem Schweizer Ferdinand Hodler an der Ausschmückung des Jenaer Universitätsgebäudes und greift dessen Prinzip der Reihung in eigenen Werken auf. Inspiriert von humanistischen Ideen und sozialpolitischen Reformen entstehen bald auch idealistische Darstellungen. Kuithan wählt den Menschen als Hauptmotiv und rückt


. stade

––– linke Seite oben: Erich Kuithan, Frühlingssonne, 1915, Öl auf Leinwand © Kunstsammlung Jena linke Seite unten: Erich Kuithan, Italienerin am Meer, um 1911 © Kunstsammlung Jena Abb oben: Erich Kuithan, Am Strand, 1906 © Kunstsammlung Jena Abb. unten: Erich Kuithan, um 1915 © Kunstsammlung Jena

das Moment der Empfindung sowie Naturverbundenheit ins Zentrum seiner Werke. Auf drei Etagen zeigt das Kunsthaus Stade eine repräsentative Auswahl von rund 60 Arbeiten aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Mit Gemälden, Zeichnungen, Druckgrafik sowie Porzellan ermöglicht die Ausstellung einen Überblick über das Werk eines wieder zu entdeckenden Künstlers des frühen 20. Jahrhunderts. Die Schau entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Kunstsammlung Jena, die über den größten Werkkomplex des Künstlers verfügt. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Katalog und einem Angebot der Bildung und Vermittlung.

kulturellen Gesellschaft. Er erhält Aufträge im In- und Ausland für die bildnerische Ausgestaltung öffentlicher und privater Räume. Kuithan folgt 1911 einem Ruf an die Königliche Kunstschule und zieht wieder nach Berlin. Bereits 1916 kehrt er, unheilbar erkrankt, zurück nach Jena, wo er im Alter von nur 42 Jahren stirbt. Museen Stade, Kunsthaus Wasser West 39, 21682 Stade

Erich Kuithan (1875–1917) war ein renommierter Kunstschaffender seiner Zeit. Nach dem Studium an der Akademie der Bildenden Künste München, arbeitet er als Illustrator für Zeitschriften und Kinderbücher, ist als Maler, Grafiker und Gestalter, aber auch als Kunstlehrer tätig. Im Anschluss an einige Jahre in Berlin zieht es Kuithan 1903 nach Jena, um die dortige freie Zeichenschule zu leiten. Hier avanciert er zu einem angesehenen Künstler und Mitglied der

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. föhr

Ausstellungsansicht, Foto: Lukas Spörl // rechte Seite, Museumsansicht, Foto: Lukas Spörl

10 Jahre MKdW – Meisterwerke 01. August 2019 bis 12. Januar 2020 Museum Kunst der Westküste / www.mkdw.de Als das Museum Kunst der Westküste am 31. Juli 2009 eröffnete, konnte niemand ahnen, dass es ein so großer Erfolg werden und landesweit sowie international Anerkennung finden würde. Die außergewöhnliche Architektur, das auf die Bildthemen „Meer & Küste“ bezogene, einzigartige Sammlungskonzept und das darauf abgestimmte Ausstellungsprogramm begeistern und berühren Besucher aus dem In- und Ausland. Die Sammlung des Museums Kunst der Westküste (MKdW) umfasst heute über 800 Werke, die zwischen 1830 und 1930 im beeindruckenden Landschaftsraum entlang der Nordseeküste in Norwegen, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden entstanden sind. Das Herzstück der Sammlung bilden Meisterwerke berühmter Maler, darunter Peder Balke, Edvard Munch, Peder Severin Krøyer, Piet Mondrian und Jan Toorop, Max Liebermann und Emil Nolde. Durch die Wechselausstellungen, in deren Rahmen die Kunst von der Romantik bis zur Moderne immer wieder mit Po-

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kunst:stück

sitionen der Gegenwartskunst verknüpft wird, sowie das Artist-in-Residence-Programm, das jedes Jahr Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt auf die Insel Föhr führt, wird die Sammlung fortwährend auch um internationale zeitgenössische Werke erweitert. Hierzu zählen etwa Arbeiten von Joakim Eskildsen, Jochen Hein, Nan Hoover, Denis Rouvre, Trine Søndergaard und Mila Teshaieva. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums treffen rund 100 Highlights aus der Sammlung auf über 50 Gemälde und Grafiken, die eigens aus den vier Westküstenländern anreisen und das Sammlungsprofiel unterstreichen. Die hochkarätigen Leihgaben sind vielfach zum ersten Mal in Deutschland zu sehen und kommen unter anderem aus dem Statens Museum for Kunst in Kopenhagen, den Art Museums of Skagen, der Nationalgalerie in Berlin, dem Gemeentemuseum Den Haag, dem Nordnorsk Kunstmuseum in Tromsø und von der Kulturstiftung Kurt und Barbara Alten in Ascona.


. föhr

Abb. rechts v.o.n.u.: Peder Severin Krøyer, Badende Jungen an einem Sommerabend am Strand von Skagen, 1899, Öl auf Leinwand, 100,5 × 153 cm, SMK, The National Gallery of Denmark, Foto: Jacob Skou-Hansen Max Liebermann, Zwei Reiter am Strand nach links, 1910, Öl auf Leinwand, 70 × 100,5 cm, Museum Kunst der Westküste, Alkersum/Föhr Michael Ancher, Fischer am Meer an einem Sommerabend, 1888, Öl auf Leinwand, 141 × 188,5 cm, SMK, The National Gallery of Denmark, Foto: Jacob Skou-Hansen

Die Ausstellung präsentiert ein Jahrhundert Malerei und damit einen Zeitraum, in dem sich bedeutende künstlerische Entwicklungen Bahn brachen – von der norwegischen Romantik über die realistischen Strömungen im Umkreis der Haager Schule bis hin zu den vielfältigen stilistischen Spielarten zwischen Impressionismus und Expressionismus. In den Gemälden entdeckt der Betrachter die sich wandelnde Wahrnehmung der Küstenregionen entlang der Nordsee, die Veränderungen im Leben der Fischer und ihrer Familien an Land und auf See, die Eroberung des Strandes als gesellschaftliche Bühne um 1900 sowie die Bedeutung des Lichts, das zu unverwechselbaren Naturphänomenen führt oder Interieurs stimmungsvoll ausleuchtet. Die Ausstellung 10 Jahre MKdW – Meisterwerke steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Museum Kunst der Westküste Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr

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. föhr

Joakim Eskildsen, Skagen X, 2008, 55 cm x 65 cm, Pigment print

10 Jahre MKdW – Contemporary

Joakim Eskildsen, Anja Jensen, Ellen Kooi, Mette Tronvoll 16. Juli 2019 bis 12. Januar 2020 Museum Kunst der Westküste / www.mkdw.de Auch in seinem Jubiläumsjahr widmet sich das Museum Kunst der Westküste zeitgenössischer Kunst und versammelt unter dem Titel 10 Jahre MKdW – Contemporary vier spannende fotografische Positionen. Mit ihren Werken treten die Künstlerinnen und Künstler dabei in Dialog zur Malerei und Grafik der Sammlung von der Romantik bis zur Moderne. Sie repräsentieren jeweils eines der vier Westküstenländer, deren Kunst seit zehn Jahren im Museum gezeigt wird: Niederlande, Deutschland, Dänemark, Norwegen. Der Däne Joakim Eskildsen, die deutsche Künstlerin Anja Jensen, Ellen Kooi aus den Niederlanden und die Norwegerin Mette Tronvoll knüpfen in ihren Fotoarbeiten an Motive der Meisterwerke an und richten den Blick auf die in den Küstenlandschaften lebenden Menschen. Der Charakter der Werke ist dabei weder eindeutig beobachtend noch inszeniert, die Fotogra-

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fien entfalten ihre intensive Bildwirkung vielmehr im Dazwischen. Im Hinblick auf Bildthemen und -ausschnitte wiederum tritt in der Überschau untereinander Vergleichbares zutage – sowie unerwartete Ähnlichkeit mit den Gemälden, Ölskizzen und Grafiken der Sammlung des Museums. In der Ausstellung werden Werke aus Joakim Eskildsens Serie Skagen gezeigt, die bereits zur Sammlung gehören und nun um weitere ergänzt werden. Anja Jensen, die wie Eskildsen bereits als Artist-in-Residence in Alkersum auf Föhr ausgestellt hat, ist mit Fotoarbeiten vertreten, die im vergangenen Jahr auf der Insel entstanden. Die Kunst von Ellen Kooi und Mette Tronvoll ist hingegen erstmalig im MKdW zu sehen. Museum Kunst der Westküste Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr


. bremen

www.alphabet-art.de

AlphAbet-Art Die KunsT Zu schenKen

Wer nach einem besonderen Geschenk für einen besonderen Menschen sucht, ist bei Alphabet-Art richtig.

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Einmalig und zeitlos schön! Zur Geburt, zur Taufe u.v.m.

Was sich dahinter verbirgt? Ganz einfach: individuelle Fotokunstwerke, über die sich eine persönliche Botschaft vermitteln lässt: „Schön, dass es Dich gibt – Du bist mir wichtig!“ – und zwar nicht nur zu Weihnachten, sondern zu jedem Anlass. Kreiert werden die Unikate vom Schenker selbst: Er findet auf der Website www.alphabet-art.de einen breiten Fundus an hochwertigen Kunstfotografien, die alle eines gemein haben: Sie zeigen mal mehr, mal weniger „versteckte“ Buchstaben. Aus diesen können sich die Besucher ganz nach ihrem Geschmack und ihren persönlichen Interesse Vor- oder Nachnamen, aber auch Kosewörter sowie Wortkreationen mit Symbolcharakter und Bedeutung zusammenstellen. Oldtimerfan, Jäger, Surfer oder Kunstliebhaber – damit auf die persönlichen Vorlieben des Beschenkten Bezug genommen werden kann, bietet Alphabet-Art Buchstaben aus verschiedenen Themenbereichen wie Klassik, Garage-Art, Geweih-Art und Beach-Art an. Unter den Kunstfotografien sind Aufnahmen von Architektur-, Natur- und Sportelementen sowie von klassischen Automobilen und Alltagsgegenständen. Jedes ausgewählte Wort kann einzeln – also nur die Fotografien – oder von edlen Passepartouts betont und hochwertig gerahmt erworben werden.

Alphabet-Art – Schwachhauser Heerstraße 196 – 28213 Bremen – T. 0421-70 60 83 kunst:stück 35 www.alphabet-art.de


. oldenburg + umzu

Horst-Janssen-Museum | Am Stadtmuseum 4–8 | 26121 Oldenburg | T. 0441 2352891 | www.horst-janssen-museum.de – Natur Schöpfen. Eine wachsende Ausstellung | bis 18.08. – Jorinde Voigt. Universal Turn | 31.08. bis 03.11.

Jorinde Voigt, Beobachtungen im Jetzt, 2015 © VG Bild-Kunst, Bonn, 2019 | Horst Janssen Museum

Stadtmuseum Oldenburg | Am Stadtmuseum 4–8 | 26121 Oldenburg | www.stadtmuseum-oldenburg.de – 100 % Strelow – Fotografien | bis 11.08. – Edeltraut Rath trifft Johannes Oberthür. Rhythmische Farbräume – Malerei | 25.08. bis 06.10. – Jantje Almstedt. Gartenparty 2.0 | bis 11.08., im Pulverturm – Maren Panke. wortlos beredt | bis 16.06., im SchauRaum Edith-Russ-Haus für Medienkunst | Katharinenstraße 23 26121 Oldenburg | T. 0441 2353208 | www.edith-russ-haus.de – Ho Tzu Nyen | 11.07. bis 29.09.

Ennow Strelow Stadtmuseum Oldenburg

Oldenburger Kunstverein | Damm 2a | 26135 Oldenburg | T. 0441 27109 | www.oldenburger-kunstverein.de – Tamina Amadyar und Anna Fasshauer. It's a Match | bis 28.07. Malerei und Skulptur – Renaud Regnery | 06.09. bis 10.11. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg | Damm 1 | 26135 Oldenburg | T. 0441 40570400 www.landesmuseum-ol.de – Ernst Wilhelm Nay. Arbeiten auf Papier | bis 28.07. – Zwischen Utopie und Anpassung. Das Bauhaus in Oldenburg bis 04.08 – Fritz Fuhrken zum 125. Geburtstag | 10.08. bis 01.12. – Si-Sook-Kang. Im Gleichklang | 03.08. bis 15.09. – Graf Anton Günther und sein Weserzoll | bis 15.09.

Tamina Amadyar, Anna Fasshauer, It's A Match Oldenburger Kunstverein

Kunstforum Oldenburg | Werkschule | Rosenstraße 41 26122 Oldenburg | T. 0441 99908440 | www.werkschule.de – Werkschau II – Arbeiten aus den Kunstkursen der Werkschule e.V. | 03.07. (Eröffnung: 18 Uhr) bis 18.08. Landesmuseum Natur und Mensch | Damm 38–44 26135 Oldenburg | www.naturundmensch.de – Land - Küste - Meer. Einblicke in die Schatzkammern des Nordens | bis 03.11. – Sielmann! | bis 03.11. Galerie am Stall | Am Ebenesch 4 | 27798 Hude | T. 04408 8099848 | www.galerie-am-stall.de – Martin Paulus und Willi Weiner. Troiza / Malerei und Plastik 11.08. (Eröffnung: 15 Uhr) bis 08.09.

Martin Paulus, Troiza, 2019 Galerie am Stall

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DIE GALERIE IM HEUERHAUS | Rittrumer Kirchweg 4 | 27801 Dötlingen | T. 04433 1241 | www.galerie-im-heuerhaus.de – Hannes Clauss und Herbert Blazejewicz. Licht & Linie | bis 11.08.


ParkArt ParkArt ParkArt Kunstmarkt

Kunstmarkt Kunstmarkt auf Schloss Clemenswerth auf auf Schloss SchlossClemenswerth Clemenswerth Sa 10. und So 11. Aug. 2019 | 10 - 18 Uhr Sa | 10- 18 Sa 10. 10. und und So So11. 11.Aug. Aug.2019 2019| 10 - 18Uhr Uhr

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. oldenburg + umzu

Palais Rastede | Feldbreite 23 | 26180 Rastede | T. 04402 81552 | www.palais-rastede.de – Kunstpreis und Jugendkunstpreis der Gemeinde Rastede bis 01.09.

Kunstpreis im Palais Rastede

Franz Radziwill Haus | Sielstraße 3 | 26316 Dangast/ Varel | T. 04451 2777 | www.radziwill.de – Franz Radziwill. Inszenierte Bildräume | bis 13.01.2020 Kunsthalle Wilhelmshaven | Adalbertstraße 28 26382 Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de – Hartmut Wiesner – Wild Wachsen. Bilder 2012–2015 | bis 14.07. – Moritz Götze – Götzendämmerung. Bilder zur deutschen Geschichte | 11.08. bis 15. 09.

Moritz Götze, NIETZSCHE nach Albrecht Dürer, 2017, Emaillemalerei, 410 x 340 cm, Foto: Michael Klehm, © 2019 VG Bildkunst, Bonn Kunsthalle Wilhelmshaven

Ostfriesisches Landesmuseum emden | Brückstraße 1 26725 Emden | www.landesmuseum-emden.de – Maler sehen Ostfriesland | in der Neuen Galerie – Der 80-jhr. Krieg und Ostfriesland | in der Emder Rüstkammer – #wissen:schaft ostfriesland. Von Fabricius bis zur Solarenergie | bis 13.10. Kunsthalle Emden | Hinter dem Rahmen 13 | 26721 Emden | T. 04921 975050 | www.kunsthalle-emden.de – Marc, Macke, Nolde. Meisterwerke der Sammlung Ziegler bis 15.09. – OTTO Coming Home (he kummt na huus) | bis 22. 09.

Emil Nolde, Königskerze und Lilien, 1935/39, Öl auf Leinwand, 88,5 x 73,3 cm © Nolde Stiftung Seebüll 2019 | Kunsthalle Emden

GALERIE AMUTHON-ART| Hammer Straße 14 | 26723 Emden T. 04921 9920292 | www.amuthon-art.de – Wechselnde Werke informeller und abstrakter Kunst von Helmut Müller Ausstellungszentrum Gut Altenkamp | Am Altenkamp 1 | 26871 Papenburg-Aschendorf | T. 04962.6505 | www.gut-altenkamp.de – Schreiber, Petschat, Lichtenscheidt und Kleinhans. Namen Stadt-Land-Fluss - Bilder und Plastiken | bis 28.07. – Celia Brown und Susanne Smajic. Wunderwelten | 11.08. bis 20.10.

Helmut Müller, ohne Titel, 2018, Acryl auf Pappe, 120 x 80 cm Galerie Amuthon-Art

Platzhirsch von Thomas Otto Schloss Clemenswerth

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kunst:stück

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | 49751 Sögel | T. 05952.932325 | www.clemenswerth.de – Werner Heinze. Der Blick des Malers | bis 01.09. – ParkArt, Kunstmarkt | Sa / So, 10.08. / 11.08., 10–18 Uhr – „Die Rückkehr des Platzhirschs auf die mittlere Clemenswerther Teichinsel“ von Thomas Otto Kunsthalle Lingen | Kaiserstraße 10a | 49809 Lingen T. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de – Schluss mit reden, spielen wir! Zuzanna Czebatul, Angela Fette, Sina Folwaczny, Parastou Forouhar, Kalin Lindena, Mona


www.palais-rastede.de | Feldbreite 23 | 26180 Rastede | T. 04402-81552

Kunst- und Kulturkreis Rastede . Palais Rastede

„Die Nacht“

Kunstpreis und Jugendkunstpreis der Gemeinde Rastede

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Ausstellung: 23. Juni bis 1. September 2019 im Palais Rastede · Eintritt frei!

LWL-Industriemuseum

Glashütte Gernheim | Petershagen

Leuchten der Moderne Glasproduktion im Licht des Bauhauses 10. Februar bis 25. August 2019


. oldenburg

Mahall / Asli Serbest, Anne Pöhlmann, Rebecca Ann Tess, Anke Weyer, Adrian Williams | bis 25.08. – Weltanschauungen | bis 25.08.

Parastou Forouhar, Das Gras ist grün, der Himmel ist blau und sie ist schwarz, 2017, Fotografie, Ausschnitt, Courtesy Parastou Forouhar, Kunsthalle Lingen

Städtische Galerie Nordhorn | Vechteaue 2 | 48529 Nordhorn | www.staedtische-galerie.nordhorn.de – Ticket To Ride. Meisterschüler*innen der HBK Braunschweig bis 11.08. Kunstverein Grafschaft Bentheim | Hauptstr. 37 49828 Neuenhaus | www.kunstverein-grafschaft-bentheim.de – Shunsuke Imai. Range Finder – Malerei, Plastik | bis 28.07. // – Parallel 39: Wolfgang Weßling, Portraitfotografie | bis 07.07. – Carina Schüring. Atelier auf Zeit | 11.08. bis 06.10. Museum und Park Kalkriese | Venner Straße 69 | 49565 Bramsche | T. 05468.92040 | www.kalkriese-varusschlacht.de – Roms Legionen. Kleine Römer groß in Szene | bis 03.11.

Shunsuke Imai, Ohne Titel 2018 + 2019, Acryl auf Leinwand | Kunstverein Grafschaft Bentheim

Tuchmacher Museum Bramsche, Entwurf Gunta Stölzl, Foto: Fotostudio Kröger

Tuchmacher Museum Bramsche | Mühlenort 6 | 49565 Bramsche | T. 05461.94510 | www.tuchmachermuseum.de – Auf den zweiten Blick. Bauhaus-Stoffe als Inspiration | 06.07. bis 08.09. Museumsquartier osnabrück, Felix-NussbaumHaus, Kulturgeschichtliches Museum | Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück | T. 0541.3232207 www.museumsquartier-osnabrueck.de – Friedrich Einhoff. Das Vertraute Unbekannte | bis 15.09. – Brigitte Waldach. Existenz | bis 10.11.19 – Bauhaustapete – neu aufgerollt | 17.08. bis 08.12. KUNSTHALLE OSNABRÜCK | Hasemauer 1 | 49074 Osnabrück T. 0541.3232190 | kunsthalle.osnabrueck.de – Crossing Lines | 24.08. bis 03.11. // mit den Handabdrücken des Bauhaus Künstlers László Moholy-Nagy und künstlerischen Arbeiten von Heba Y. Amin, Jakob Gautel, Olaf Holzapfel, Reuven Israel, Kostis Velonis und Jan Tichy

bauhaus 1930, Musterkarte, 1930/31, Rasch-Archiv, Bramsche Museumsquartier Osnabrück

Hiltrud Schäfer, Skulptur Skulptur Galerie

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kunst:stück

Kunstraum – hase29 | Hasestraße 29/30 | 49074 Osnabrück | T. 0541. 58051396 | www.hase29.de – Be absolutely concrete ! Welten zeichnen – Grenzen des Konkreten. Gruppenausstellung | bis 03.08. – Like a House – Rauminstallation und Wandzeichnung von Tim Cierpiszewski | 17.08. bis 05.10. SKULPTUR GALERIE | Bierstraße 2 | 49074 Osnabrück | www.skulptur-galerie.de – Hiltrud Schäfer. Das Zischen der Rasen im Sommer – künstlerische Annäherung an Joni Mitchell | bis 03.08. // Kunst ist immer ein Experiment ohne bekannten Endpunkt. Das kann man auch über dieses Projekt sagen.


. wilhelmshaven . bremen

Moritz Götze, NIETZSCHE nach Albrecht Dürer, 2017, Emaillemalerei, 410 x 340 cm Foto: Michael Klehm, © 2019 VG Bildkunst, Bonn

Moritz Götze – Götzendämmerung Bilder zur deutschen Geschichte

11. August bis 15. September 2019 Kunsthalle Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de Die Allgegenwärtigkeit der Vergangenheit spiegelt sich in den Werken des Malers, Grafikers, Emaille- und Installationskünstlers Moritz Götze. Geboren 1964 in Halle an der Saale, war Götze zunächst ein Vertreter der inoffiziellen Kulturszene der DDR, organisierte Punk-Festivals und betrieb ab 1985 eine Grafikwerkstatt. In seinen aktuellen Arbeiten findet sich ein Crossover historischer Bildmotive, alltäglicher Gegenstände und comicartiger Elemente. Die Ausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven zeigt großformatige Arbeiten, die Bildmotive von Albrecht Dürer,

Anton von Werner und Johann Gottfried Schadow aufgreifen. Daneben finden sich großräumige Installationen und EmailleArbeiten, die Götze in der Auseinandersetzung mit der Geschichte Wilhelmshavens geschaffen hat. ––– Öffnungszeiten Dienstag 14–20 Uhr Mittwoch bis Sonntag 11–17 Uhr Kunsthalle Wilhelmshaven Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven

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. oldenburg

37. Internationale Keramiktage Oldenburg Keramikevent der Sonderklasse

Schlossplatz Oldenburg | 03. / 04. August 2019 www.keramiktage.com Schalen wie Korallenriffe. Gefäße, die Falten werfen. Edles wie Nützliches aus Ton: Bei den „Internationalen Keramiktagen Oldenburg“ am ersten Augustwochenende 2019 zeigen Künstler*innen aus ganz Europa, was zeitgenössische Keramik kann. Mit international besetztem Keramikmarkt, Ausstellungen, Workshops und Preisverleihungen wird Oldenburg jährlich zum Anziehungspunkt für Kunstbegeisterte, Keramikkenner und DesignLiebhaber aus aller Welt.

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kunst:stück

Herz der „Internationalen Keramiktage Oldenburg“ ist der Keramikmarkt. Über 120, von einer Fachjury ausgewählte Keramiker, Designer und Werkstätten laden die Besucher auf eine Entdeckungstour durch die Keramikkunst ein. Vom Unikat bis zum Gebrauchsgegenstand ist alles dabei: ob Geschirr, Schmuck, Unikate für draußen und drinnen oder Kunstobjekt. "So viele Größen der internationalen Keramikwelt sehen Sie sonst nirgendwo – schon gar nicht versammelt auf einem sommer-


. oldenburg . bremen

Abb. linke Seite: Keramiktage Oldenburg, Marktsituation // Abb. oben links: Andreas Hinder, k.A. © Andreas Hinder Abb. oben rechts: Eddie Curtis, k.A. © Eddie Curtis// Abb. unten: Barbara Hertwig, k.A. © Barbara Hertwig

lichen Markt vor schöner Schlosskulisse", so Beate Anneken, Vorsitzende der Veranstalterin Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V.. Denn neben der hochkarätigen Keramikkunst aus ganz Europa lockt das Flair. Die Keramiker selbst präsentieren ihre Werke, bieten sie zum Verkauf und nehmen sich Zeit für Fragen der Besucher*innen. Ganz nah an den internationalen Keramikstars zu sein – dieses Versprechen löst auch das Keramikerportrait am 2. August ein. Zwei hierzulande wenig gezeigte Koryphäen der Keramikwelt lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen: die Kanadierin Susan Collett schafft Skulpturen, die in ihrer filigranen Zusammenballung an Korallen oder Schwämme erinnern. Die Arbeiten des Serben Velimir Vukicevic erzeugen mit aufwändigen Bemalungen verblüffende dreidimensionale Effekte. Die Teilnahme kostet 60 Euro inkl. Mittagsbrunch. Bitte anmelden.

tung der internationalen Schauen und des Keramikmarkts. Detaillierte Informationen zum Programm finden Sie unter www.keramiktage.com 37. Internationale Keramiktage Oldenburg, veranstaltet von der Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V., Member of INTERNATIONAL ACADEMY OF CERAMICS. Gefördert von der Stadt Oldenburg.

Ganz im Zeichen der Keramikkunst stehen auch die drei begleitenden Ausstellungen im Schloss, die auf höchstem Niveau einen Querschnitt durch die aktuelle Keramikkunst bieten. Preisverleihungen, vergeben von Fachjurys, unterstreichen die Bedeu-

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. rastede

Die Nacht

Kunstpreis und Jugendkunstpreis der Gemeinde Rastede 2019 23. Juni bis 01. September 2019 Palais Rastede | www.palais-rastede.de Für das Jahr 2019 wurde der Kunstpreis der Gemeinde Rastede, der 1986 ins Leben gerufen wurde und im zweijährlichen Rhythmus verliehen wird, erneut ausgelobt. Es bewarben sich 108 Künstlerinnen und Künstler. Diese ausgesprochen hohe Resonanz zeigt die Bedeutung des Kunstpreises der Gemeinde und der damit verbundenen Ausstellung im Palais Rastede. Die Jury hat aus den weit über 200 eingereichten Arbeiten in einem zweistufigen Verfahren Positionen von 42 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt und den Preisträger/Preisträgerin ermittelt, der/die am 23. Juni bekannt gegeben wird. 58 Arbeiten aus den Sparten Malerei, Fotografie, Grafik, Skulptur und Medienkunst werden in der Ausstellung vertreten sein. Zeit- und themengleich lobte die Gemeinde einen Jugendkunstpreis aus, für den sich 17

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junge Menschen im Alter von 12 bis 21 Jahren bewarben. Auch hier tagte eine Jury, die intensiv über die Arbeiten diskutierte und die Preisträger/Preisträgerin ermittelte. Die eingereichten Arbeiten werden ebenfalls im Palais ausgestellt. Der Blick vieler Arbeiten richtet sich in den Weltraum und nächtlichen Himmel mit den Lichtquellen der Sterne und des leuchtenden Mondes. Die anbrechende Nacht legt sich über Landschaften und Straßenfluchten und löst romantische, nachdenkliche, aber auch bedrohliche Gefühle aus. Die Dunkelheit der Nacht erweitert die Sinne, potenziert die Einbildungskraft und verwandelt Orte, Dinge und Menschen, abhängig davon ob sie im Laternen-, Mondoder Scheinwerferlicht stehen. Andere Arbeiten entführen in die Welt des Fei-


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Foto: Wilhelm Meyer

Begleitprogramm

Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 0440281552 oder per Mail info@palais-rastede.de –––

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens

erns und der Träume, zeigen zarte und skurrile Geister und die vielen unterschiedlichen Gesichter der Nacht. In vielen Arbeiten zum Jugendkunstpreis zeigt sich das Bedürfnis nach Rückzug und die Auseinandersetzung mit melancholischen bis hin zu schwarzen Gedanken bei der Suche nach dem „Ich“. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Der Eintritt ist frei. ––– Öffnungszeiten Mi–Fr und So 11.00 bis 17.00 Uhr Palais Rastede Feldbreite 23, 26180 Rastede

Fr 05.07., 19.30 – ca. 21.30 Uhr (mit einer Pause) Vampirfilm aus dem Jahr 1921 Stummfilm-Vorführung mit LiveKlavierbegleitung durch Ulla Schmidt (Oldenburg) Einführung: Dirk Meyer (Kunstvermittler, Oldenburg) Regie: Friedrich Wilhelm Murnau Darsteller: Max Schreck, Alexander Granach, Greta Schroed – Ab 12 Jahren Begrenzte Sitzplätze, um verbindliche Anmeldung wird gebeten. Erwachsene: 16 Euro Jugendliche (12-21 Jahre): 10 Euro Jugendliche unter 14 Jahren können die Veranstaltung nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten besuchen. –––

Lesung mit Dirk Meyer

(Kunstvermittler, Oldenburg) Fr 02.08., 20.20-21.20 Uhr Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da. In der Nacht und im Schutz der Dunkelheit tragen sich auch die seltsamsten Dinge zu - vom gruseligen Moment bis zur romantischen Begegnung. Dirk Meyer liest bis zum Sonnenuntergang eine Auswahl von literarischen Texten. Eintritt: 5 Euro –––

„Schwarzmalerei“ Zeichen-Aktion zum Mitmachen

Entdecke das Verborgene im schwarzen Bild und mache es sichtbar.

kunst:stück

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. oldenburg

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kunst:stĂźck


. papenburg-aschendorf . bremen

Stadt. Land. Fluss

Katharina Lichtenscheidt, Ralph-J. Petschat, Michael Schreiber, Basilius Kleinhans Bilder und Plastiken, 04. Juni bis 28. Juli 2019 Ausstellungszentrum Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf | www.gut-altenkamp.de Diese Ausstellung ist ein Zusammenschluss von drei Künstlern und einem Bildhauer unter dem Namen Stadt-Land-Fluss – Bilder und Plastiken. Die Künstler Schreiber, Petschat und Lichtenscheidt vereinen unterschiedlichste Stile wie Aqarellmalerei, Lithografien, Kohle und Kreidemalereien. Alle drei Künstler zeigen hauptsächlich Landschaften, Natur und Gewässer, mal sehr detailliert, mal sehr abstrakt, eine bunte Mischung aus kräftigen Farben, Gegensätzen, Licht und Schatten. Der Bildhauer Basilius Kleinhans arbeitet mit eher schweren Materialien wie Bronze, Stein und Gold. Er erschafft vorallem Skulpturen wie Boote, Engel oder Sonnen, wobei er viel mit Licht und den dadurch entstehenden Reflektionen spielt. ––– Katharina Lichtenscheidt 1964 in Wuppertal geboren, studierte Lichtenscheidt Freie Malerei in Düsseldorf, sie lebt und arbeitet heute in Neuss. Auch sie geht von Naturbeobachtungen aus, sie mag Strände und Seen und auch das Gebirge, kommt aber zu viel abstrakteren Bildlösungen. Ihr Farbauftrag ist expressiv und kraftvoll, doch es gibt auch zarte, transparente und ruhige Bildzonen. Häufig fügt Sie Materialien wie Gaze, Leinen oder Papiere in ihre Bildgründe ein und erschafft so eine lebendige, interessante Bildoberfläche. Ihre Acrylbilder lösen beim Betrachter Assoziationen aus, sie vermeidet eindeutige Benennungen durch überlagerte Zeichen oder unterschiedlich farbige Bildteile. Ihre Bilder bleiben rätselhaft und doch anziehend. Ralph-J. Petschat Der heute 54 jährige Ralph Petschat studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Er beschäftigte sich lange Zeit mit Farbfeldmalerei bis er es „wagte“, ganz gegenständlich zu arbeiten. Von je her hatte er sich eine ganz eigene Technik erarbeitet, er malt mit Acrylfarbe auf Papier, schneidet dann einzelne Formen, z.B. die Blüten, Zweige und Blätter einer Pflanze aus, diese klebt er dann auf die Leinwand. Seine Bilder gewinnen dadurch eine ganz eigene Realität und starke Präsenz. Meisterhaft auch sein unglaubliches Farbgefühl. Michael Schreiber 1949 in Bremen geboren, Studium in Bielefeld und Berlin, ist leider bereits 2012 viel zu früh verstorben. Er war ein sehr vielseitiger Künstler und beherrschte sowohl Ra-

dierung und Lithografie wie auch Öl- und Aquarellmalerei. Das Aquarell und seine Umsetzung in die Lithografie waren seine große Stärke. Hier in der Ausstellung zeigen wir auch die einzelnen Zustandsdrucke beim Entstehen einer Lithografie. Schreibers Bilder sind eine Mischung aus exakter Zeichnung und lockerem, äußerst gekonnt eingesetzten Farbauftrag. Transparenz, Räumlichkeit und das meisterhafte Arbeiten mit Licht und Schatten zeichnen seine Werke aus; sie zeigen häufig den Charme südlicher Landschaften und Architektur. Basilius Kleinhans Basilius Kleinhans ist Sohn des aus Sendenhorst stammenden Bildhauers Bernhard Kleinhans, bei ihm hat er eine Lehre als Bronzegießer absolviert, später hat er die Hochschule für angewandte Kunst in Wien besucht. Als Werkstoffe benutzt er Stein, Bronze und Gold. Seine symbolträchtigen Motive hat er stark vereinfacht: Häuser, Leitern und immer wieder Boote. Seine Plastiken erzählen Geschichten vom Reisen und Entdecken aber auch von Schutz und Geborgenheit. Die (häufig) vergoldeten Partien vieler Arbeiten reflektieren sehr eindrucksvoll das Sonnenlicht. Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Galerie Moderne in Bad Zwischenahn statt. Die Exponate können erworben werden. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr Ausstellungszentrum Gut Altenkamp Am Altenkamp 1 26871 Papenburg-Aschendorf

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. papenburg-aschendorf

Wunderwelten

Celia Brown und Susanne Smajić 13. August bis 20. Oktober 2019 Ausstellungszentrum Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf | www.gut-altenkamp.de Celia Brown und Susanne Smajić nehmen die Besucher mit in ihren künstlerischen Kosmos. Ausgehend von Zeichnung oder Malerei beschäftigen sich beide Künstlerinnen mit unterschiedlichen Druckverfahren, nicht nur zur Vervielfältigung, sondern auch zur Verwandlung des Motivs. Hierbei wählt Celia Brown moderne, digitale Medien zur Weiterbearbeitung ihrer Bildmotive, während Susanne Smajić auf das alte Druckhandwerk der Radierung zurück greift. Großformatige Bilder auf Plexiglas und Holz von Celia Brown (*1954 in Cambridge, England) laden ein auf eine Reise in Alices Wunderland, verwoben mit Figuren und Motiven antiker Sagen und Mythen. Dabei spürt die Künstlerin antiken wie zeitbezogenen Quellen nach, die der englische Autor Lewis Carroll (1832–1898) in seinen Alice-Romanen anklingen lässt. Eigens für ihre Ausstellung auf Gut Altenkamp hat Celia Brown Bildserien zum Thema Alice im Wunderland und Alice hinter den Spiegeln (1865/1871) entwickelt, welche die Atmosphäre und Farbigkeit der Räumlichkeiten aufnehmen. Sie konzentriert sich auf den freien Fluss der Form, lässt Kunst und Wissenschaft zusammenfließen und

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spinnt antike Mythen weiter. So löst sich die Welt in flirrende Linien auf, die über die Fläche mäandern. Susanne Smajić (*1972 in München) arbeitet freischaffend als Zeichnerin, Druckgrafikerin und Illustratorin. In ihrem Atelier in Konstanz entsteht alles per Hand direkt aufs Papier oder auf die Druckplatte, nichts wird digital bearbeitet. Ausgehend von Skizzenbüchern, die auf Streifzügen an den Ufern rund um den Bodensee entstanden sind, über Zeichnungen bis hin zu farbigen Originalen für Kinderbücher bietet sie einen Querschnitt ihres künstlerischen Schaffens. Sie zeigt kostbare Unikat-Bücher, Goldschnitte, bemalte Lederund Pergamenteinbände zu literarischen Klassikern von Dickens, Andersen, Grimm, Grass, Döblin, Melville, Carroll. Ein weiterer Schwerpunkt ist die (Farb-)Radierung: hier präsentiert sie die freien Zyklen Am Wasser, Am Meer, Am See. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr Ausstellungszentrum Gut Altenkamp Am Altenkamp 1 26871 Papenburg-Aschendorf


. bremen . leer

Glaspartikel und Pigmente auf Holz, 2016, 90 x 110 cm, Foto und ©: Alfred Kaufner

Alfred Kaufner

Malerei und Objekte 16. Juni bis 11. August 2019 Kunsthaus Leer | www.kunsthaus-leer.de Glas ist der zentrale Werkstoff von Alfred Kaufner. Der Künstler bearbeitet farbloses Glas so, dass es farbig erscheint und kombiniert es mit opaken Materialien zu Objekten von erlesener Schönheit. Auch seine abstrakten Gemälde zeichnet ein durch feinste Glaspartikel erzielter faszinierender Schimmer aus. Die Doppelausstellung im Kunsthaus Leer sowie in der Sparkasse LeerWittmund vereint beide Werkgruppen und zeigt darüber hinaus die künstlerische Entwicklung Kaufners seit den 1980er-Jahren auf.

Öffnungszeiten Kunsthaus: Dienstag bis Donnerstag sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr Die Ausstellung in der Sparkasse Leer-Wittmund, Mühlenstr. 93, 26789 Leer, ist bis zum 24. Juli 2019 während der Geschäftszeiten geöffnet. Kunsthaus Leer Turnerweg 5, 26789 Leer Glas, Travertin und Eisen, 2017, 26 x 15 x 15 cm Foto und ©: Alfred Kaufner

Alfred Kaufner wurde 1949 in Leer geboren. Nach dem Studium der Chemie an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg sowie der Physik an der Universität Lüneburg war er zunächst als Lehrer tätig. Ab 1980 begann er sich intensiv mit der Physik des Lichts und der Chemie von Farben zu beschäftigen und ließ die aus dem Studium gewonnenen Kenntnisse in sein künstlerisches Werk einfließen. Seit 1993 arbeitet Alfred Kaufner freischaffend in Leer. 2000 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Leer, 2017 wurde er mit dem 2. Kunstpreis der Gemeinde Rastede ausgezeichnet.

kunst:stück

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. nordhorn

von links: Alexander Janz, Eileen Lofink, Jonas Habrich, Tuğba Şimşek, Jana Mertens, Reiko Yamaguchi, Timo Hoheisel

Ticket To Ride

Meisterschüler*innen der HBK Braunschweig 25. Mai bis 11. August 2019 Städtische Galerie Nordhorn | www.staedtische-galerie.nordhorn.de In Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) zeigt die Städtische Galerie Nordhorn eine Ausstellung von sieben Künstlerinnen und Künstlern, die aktuell ihr Meisterschülerjahr an der HBK absolvieren. Das Projekt setzt eine erfolgreiche Reihe fort, in der die Hochschule mit verschiedenen Kunstinstitutionen kooperiert und Meisterschülerinnen und Meisterschülern eine externe Ausstellung samt Publikation ermöglicht. Die Gruppe wurde im Januar 2019 durch eine Fachjury ausgewählt. Mit dem eigentlichen Ausstellungprojekt ist zudem ein vorbereitender zweiwöchiger Aufenthalt der Künstlerinnen und Künstler in Nordhorn verbunden, der einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Ort, seinem Kontext sowie dem Kennenlernen von Menschen und Institutionen dient. In dieser Zeit wird die Präsentation gemeinsam in den Räumen der Städtischen Galerie erarbeitet. Außerdem werden in Zusammenarbeit mit dem Team der Galerie Konzepte und Materialien zur Kunstvermittlung erstellt.

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kunst:stück

Für die Absolventinnen und Absolventen ist dies ein wichtiger Schritt aus der Universität hinaus und auf die Öffentlichkeit zu. Für das gastgebende Haus und sein Publikum bietet sich die Begegnung mit ganz frischen künstlerischen Ideen. Darüber hinaus gehen die Stadt Nordhorn und der Landkreis Grafschaft Bentheim mit der HBK Braunschweig auch einen neuen Weg in Richtung einer nachhaltigen kulturellen Zusammenarbeit zwischen den Regionen in Niedersachsen. Zur Ausstellung erscheint eine von der HBK Braunschweig und der Städtischen Galerie Nordhorn herausgegebene Publikation, die unter Mitwirkung weiterer Studierender der HBK verfasst und gestaltet wird. Die Künstlerinnen und Künstler: Jonas Habrich, Timo Hoheisel, Alexander Janz, Eileen Lofink, Jana Mertens, Tuğba Şimşek, Reiko Yamaguchi Städtische Galerie Nordhorn Vechteaue 2, 48529 Nordhorn


. neuenhaus . bremen

© Carina Schüring

Carina Schüring Atelier auf Zeit

11. August bis 06. Oktober 2019 Kunstverein Grafschaft Bentheim | www.kunstverein-grafschaft-bentheim.de Carina Schüring (*1990 in Nordhorn) lebt und arbeitet in Neuenhaus. Sie schloß im Jahr 2015 an der Aki Academy for Art & Design, Enschede, Niederlande, mit dem Bachelor of Fine Art Painting, cum laude, Malerei, ab. Carina Schürings Arbeiten bewegen sich zwischen konkret und abstrakt, zwischen illusionierten Körperdetails und reiner Farbkomposition auf der Leinwand. In abwechselnd organisch-dynamischer Vielfalt und vereinfachten Konstruktionen entsteht eine rätselhafte Tiefe in ihren Bildern. Der Experimentierraum „Atelier auf Zeit“ findet in jährlichem Rhythmus statt und ist ein Forum für professionel arbeitende Künstlerinnen und Künstler, die in der Region geboren oder ansässig sind und die Gelegenheit erhalten, ihr Werk in den Räumen des Kunstvereins weiter zu entwickeln. www.carina-art.de

und kulturelle Plattformen (circa 9 Künstler). Die Performances der Open Source Sessions des „PAErsche-Aktionslabors“ sind ergebnisoffen und folgen der Struktur eines Entwurfs. Einzelne Performer eröffnen den „Spielraum“, bis sich allmählich weitere Akteure im Geschehen einfinden und ihren Impulsen nachgehen. Es entsteht ein handelndes Gefüge. Das Geschehen gleicht einem forschenden Arbeiten, in dem sich unbekannte Antworten auf nicht gestellte Fragen finden. Die Performance im offenen Stadtraum wird von 16 bis 20 Uhr dauern und mit einem zweistündigem Künstlergepräch am Folgetag fortgesetzt.Weitere Informationen: http://paersche.org/ Kunstverein Grafschaft Bentheim Hauptstraße 37, 49828 Neuenhaus

03./04. August 2019

Performance mit der Gruppe PAErsche

im Stadtraum anläßlich des Stadtjubiläums ‘625 Jahre Neuenhaus’ und des Jubiläums ‘25 Jahre Kunstverein Grafschaft Bentheim’ „PAErsche“ verbindet als Netzwerk unterschiedlichste Performance-KünstlerInnen

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. osnabrück

Bauhaustapete – neu aufgerollt

17. August (Eröffnung: 18 Uhr) bis 08. Dezember 2019 Museumsquartier Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de Tapeten und Bauhaus? Was nicht passt, wird passend gemacht! So oder so ähnlich hat Emil Rasch von der Hannoverschen Tapetenfabrik Gebr. Rasch & Co vielleicht gedacht, als er 1929 nach Dessau reiste, um den Bauhaus-Direktor Hannes Meyer von seiner Idee zu überzeugen – mit Erfolg! Im Jahr 1929 gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden des Bauhauses in Dessau entwickelt, wurde die in Bramsche bei Osnabrück produzierte bauhaustapete ein die Bauhaus-Ära überdauernder Erfolg. Die Ausstellung im Museumsquartier Osnabrück spannt den Bogen von der Geschichte des Projektes, ihren Akteur*innen und der Werbekampagne über die aktuelle Neuauflage der bauhaustapete bis hin zu der Frage nach Spuren des Bauhauses in unserem heutigen Alltag. Ziel ist ein zeitgemäßer Blick auf ein besonderes Bauhaus-Produkt, anhand dessen die Widersprüchlichkeiten der Wirkungsgeschichte des Bauhauses genauso aufgezeigt werden sollen wie dessen Utopien und Ideen für gemeinschaftliches, interdisziplinäres Gestalten. Die Konzeption der Ausstellung versteht die bauhaustapete explizit als Projekt, bei dem unterschiedliche Akteur*innen aus

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Kunst, Kultur, Wissenschaft, Handwerk, Industrie und Wirtschaft trotz anfänglich konträr erscheinender Grundsätze erfolgreich kooperiert haben. Diesen Kooperationsgedanken spiegelt auch die Ausstellung wider: Sie entsteht in enger Zusammenarbeit mit Studierenden und Lehrenden des Kunsthistorischen Instituts der Universität Osnabrück, mit der Tapetenfabrik Rasch in Bramsche, zeitgenössischen Künstlern und unter Beteiligung von Osnabrücker Bürger*innen. Die Besucher*innen erwartet ein Gang entlang der 90jährigen Geschichte der bauhaustapete. Sie erfahren etwas über ihren ursprünglichen Bestimmungsort, die sogenannte „Volkswohnung“, und lernen die Macher der Tapete kennen. Zudem erfahren sie etwas über die umfassende, zeitweise vom Bauhaus übernommene Werbekampagne sowie über die Geschichte der bauhaustapete nach Ende des Bauhauses bis hin zur aktuellen Kollektion 2019. Aus eben dieser gestaltet der zeitgenössische, international bekannte Künstler Tobias Rehberger eigens für die Ausstellung im Museumsquartier Osnabrück eine großformatige Wandarbeit.


. osnabrück

Zum Ende des Rundgangs der Ausstellung trifft man auf einen Bereich, in dem die Frage nach dem Einfluss des Bauhauses und der dort (weiter)entwickelten, vielfältigen Formensprache auf unseren heutigen Alltag gestellt wird. Diesen Raum füllen zum einen Studierende des Kunsthistorischen Instituts der Universität Osnabrück mit Leben. Sie erarbeiten designhistorische Antworten auf die Frage, inwiefern in unserem unmittelbaren Lebensraum und Alltag Bezüge zum Bauhaus (re)konstruierbar sind. Zum anderen sind Osnabrücker Bürger*innen unter dem Motto „Was schläft denn da in Omas Keller” dazu aufgerufen, Objekte mit tatsächlichem oder vermeintlichem Bauhaus-Bezug beizusteuern. Gemeinsam werden die Objekte und ihre individuellen Geschichten für die Präsentation aufbereitet.

––– Abb. oben v.l.n.r.: bauhaus 1930, Musterkarte, 1930/31, Rasch-Archiv, Bramsche // Das Frankfurter Register 15 I Die billigen Bauhaus-Tapeten, Zeitschriftenbeilage, das Neue Frankfurt, Nr. 9/1930, Sammlung Freese // Entwurf Kurt Stolp, Bauhaus-Anzeige Nr. 1, 1929, Rasch-Archiv Bramsche unten: Entwurf Friedrich Vordemberge-Gildewart, BauhausAnzeige Nr. 40, 1934, Rasch-Archiv Bramsche

Begleitet wird die Ausstellung durch einen Katalog und ein umfassendes Vortrags-, Veranstaltungs- und Vermittlungsangebot. Großzügig unterstützt wird sie vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, von der Niedersächsischen Sparkasse und der Stiftung der Sparkasse Osnabrück, von der Tapetenfabrik Rasch und dem Museums- und Kunstverein Osnabrück. Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

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. osnabrück

Friedrich Einhoff

Das vertraute Unbekannte. Gemälde und Zeichnungen 23. Juni bis 15. September 2019 Museumsquartier Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de Der Mensch ist ein Rätsel. Unzählige Male am Tag blickt man Personen ins Gesicht und kann doch nicht erkennen, was in Ihnen vorgeht. Jeden Tag begibt der Mensch sich in Rollen, maskiert sein Wesen. Friedrich Einhoffs (1936–2018) künstlerisches Interesse galt dem Menschenbild. Zeitlebens stand die menschliche Figur im Mittelpunkt, nicht um sie abzubilden, sondern nach ihr zu suchen und sie in einem langwierigen Prozess entstehen zu lassen. Wenn der Künstler mittels gebrochener Linien, aufgelöster Konturen oder ineinanderfließender Flächen das äußere Erscheinungsbild des Menschen auflöst, taucht in den Werken – gleich einer Erinnerung – das Innere auf: Zweifel, Offenheit und Verletzlichkeit menschlicher Existenz.!Rätselhaft erscheinen seine Figuren, wenn Umrisse verschwimmen, schorfige Flächen sich über Augen oder Nase ausbreiten, Schlie-

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ren Gesichter und Figuren verzerren, als würden sich die anthropomorphe Gestalt und ihre Oberfläche zersetzen. Diese „Figurenspuren“, wie Einhoff sie nennt, entstehen in einem künstlerischen Prozess des ständigen Befragens: des Auf- und Abtragens von Farbe, des Linienziehens und -löschens, des Abkratzens oder Abschmirgelns und Freilegens. Die Präparierung der Leinwand oder des Papiers mit ungewöhnlichen Materialien wie Asche, Sand oder Erde gibt den Werken eine haptische Qualität, eine fühl- und sichtbare Oberflächenstruktur: „... eine Bildhaut wachsen lassen durch Ertasten, Bedecken, Betreten, und Begreifen mit Farbe, Sand und Kohle. Aus der Unförmigkeit des Beginns entstehen Figuren als vertraute Unbekannte“ (Friedrich Einhoff). In seiner Kindheit war es die existentielle Erfahrung von Gewalt, die seine Erinnerungen prägte. Seine Kinderaugen be-


. osnabrück

Linke Seite: Friedrich Einhoff, Mit offenem Ausgang, 1989, Acryl, Kohle, Sand auf Leinwand, 50 x 115 cm, Courtesy of LEVY Galerie, Hamburg, Foto: Dirk Masbaum, Hamburg ––– Abb. oben: Atelierbilder Atelier Einhoff, Foto: Friedrich Einhoff

zeugten eine Welt kriegsversehrter Körper und verwundeter Seelen. Die menschenverachtende Massenvernichtung im Nationalsozialismus war Realität, der sich nicht nur das Nachkriegsdeutschland zu stellen hatte. In einer Zeit, in der viele Künstler und Künstlerinnen sich der abstrakten Kunst zuwendeten, hielt Friedrich Einhoff konsequent an der Figur fest und fand Anregungen unter anderem bei Francis Bacon, Jean Dubuffet und Francisco de Goya wie auch bei Paula Modersohn-Becker oder Maria Lassnig. Die Ausstellung zeigt mit einer Auswahl von circa 90 Werken – Gemälde und Zeichnungen – aus den verschiedenen Schaffensphasen des Künstlers eine umfassende Werkschau im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück. In den Kabinetten laden Leihgaben aus der Hamburger Kunsthalle zu einer ruhigen, konzentrierten Betrachtung der Themenfelder „Gruppe/Masse“

sowie „Individuum/Auflösung“ ein. Im Oberlichtsaal lässt die kreative Hängung die Atelierwelt des Künstlers nachempfinden. Friedrich Einhoff kombinierte in seinem Atelier Werke zu Personenensembles, die sich gegenseitig beeinflussten. Zu Gruppen an der Wand, häufig ohne Rahmen oder auf dem Boden ausgelegt, konnten verschiedene Perspektiven eigenommen werden. Stand ein Bild längere Zeit im Atelier, nahm Einhoff es auch noch Jahre später wieder auf, um es zu verändern. „Das eigene Sehen verändert sich ja auch von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, auch dem eigenen Bild gegenüber. Den endgültig fertigen Zustand eines Werks gibt es wahrscheinlich überhaupt nicht. Es gibt nur Versuche, sich einer Figurbildung anzunähern“ (Friedrich Einhoff). Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

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. osnabrück

Hiltrud Schäfer, Skulptur

Hiltrud Schäfer

Das Zischen der Rasen im Sommer – künstlerische Annäherung an Joni Mitchell 27. Juni bis 03. August 2019 www.skulptur-galerie.de

Kunst ist immer ein Experiment ohne bekannten Endpunkt. Das kann man auch über das Projekt: „Das Zischen der Rasen im Sommer“ – künstlerische Annäherung an Joni Mitchell sagen. Joni Mitchell, geb. 1943, ist eine der bekanntesten und bedeutendsten SingerSongwriterinnen Amerikas; musizierte mit vielen bekannten Musikern. Sie kreierte einen eigenen Musikstil, der auch Jazzelemente enthielt. Mit ihrem Musikstil und ihrer beeindruckenden Stimme ist sie Vorbild für viele Musiker unserer Zeit. Angeregt durch den Autor Jan Decker entstand eine künstlerische Annäherung an die Liedtexte und die Musik Joni Mitchells. Zu der Musik und den Texten Joni Mitchells (speziell zu „The hissing of summerlawns“) entsteht eine Rauminstallation aus kleinen Objekten an der Wand und Skulpturen im Raum. Geplant sind drei Hörstationen: – Musik: The hissing of summerlawns – deutsche Übersetzung der lyrischen Texte

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– Feature über Joni Mitchell, das der Autor für Deutschlandradio Kultur erarbeitet hat Im Mittelpunkt des Raumes werden aus Papier gebaute Elemente stehen, die Assoziationen an Haus / Wohnung /Gefängnis / Luftschloss etc. zulassen, mit integrierten Objekten, die beim Hören der Musik und dem Lesen der Texte assoziativ gefunden werden. Dazu kommen Skulpturen – ebenfalls aus Papier, kleine Bodeninstallationen, eine Vielzahl von Fundstücken, die Assoziationen und Erinnerung wecken. Der Besucher wird den Raum mit der Installation umschreiten, die Musik hören, Bilder und Objekte sehen, den Assoziationen der Künstlerin folgen, die dazu anregen, seine eigenen Bilder im Kopf entstehen zu lassen. ––– Öffnungszeiten: Mo, Do, Fr, 15–19 Uhr / Sa, So, 11–16 Uhr und auf Anfrage skulptur-galerie.de Bierstraße 2, 49074 Osnabrück


. osnabrück

Frank Gillich, 011118, 2018 150 cm x 120 cm. Kugelschreiber auf Papier

Julia Lia Walter, o.T., 2018 Pigment auf Acrlyglas, 70 x 40 cm

Be Absolutely Concrete

Drawing Worlds – Welten zeichnen

21. Juni bis 03. August 2019 hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst | www.hase29.de Be absolutely concrete – „sei absolut konkret“ kann heute unterschiedlichste Aspekte beinhalten und formale wie auch soziologische Dimensionen berühren. Die Ausstellung „Be Absolutely Concrete“ präsentiert Werke des internationalen Künstlerkollektivs The Drawing Collective, ergänzt durch ausgewählte Arbeiten aus dem Open Call von hase29. 24 + 7 internationale und regionale Künstlerinnen und Künstler beziehen sich in ihrer Arbeit auf die Formensprache des Konstruktivismus und der konkreten Kunst. Neue Ausdrucksformen im Spiegel der Gegenwart eröffnen ein breites Spektrum: Bleistiftzeichnungen, Werke in Tusche, Kohle, mit Farbpigment zeigen reduzierte oder auch komplex-räumliche Liniengebilde und geometrische Farbkompositionen. Der Blick des Betrachters wird von der Vielschichtigkeit und zuweilen Radikalität der zeichnerischen Lösungen gefangen: Verläufe, Überlagerungen und verzerrte Linien lassen an Bildstörungen denken. Diese Erkundungen beinhalten ein kritisches Interesse, das mit einem Plädoyer für Freiheit und Offenheit einhergeht. Die Kunstschaf-

fenden zeichnen Realitäten, die von sich selbst erzählen und von Veränderungen, die sie in der Wahrnehmung ihrer Betrachter hinterlassen möchten. Die Ausstellung offenbart Bezugnahmen auf das reduzierte Bauhaus Formenvokabular, ebenso wie auf den in Osnabrück geborenen Künstler Friedrich Vordemberge-Gildewart mit seinen geometrisch-abstrakten Kompositionen. The Drawing Collective ist ein Zusammenschluss von mehr als 20 KünstlerInnen aus 11 Ländern. Der Kunstraum hase29 freut sich, im Bauhaus-Jahr in Osnabrück eine internationale Ausstellung des Kollektivs auszurichten. Nach Stationen in Paris, Sydney und Portland (USA) wird die Präsentation in hase29 durch Werke von Künstlerinnen und Künstler aus dem eigenen Einzugsbereich erweitert. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Gefördert durch die Stadt Osnabrück und den Landschaftsverband Osnabrücker Land hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

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. bad gandersheim

––– Feine Stiche – Kloster Brunshausen, Fotos: © Portal zur Geschichte – Sammlung Frauenstift Gandersheim

Feine Stiche – Textil Kunst Handwerk Markt Kloster Burghausen – Bad Gandersheim Samstag und Sonntag 17. / 18. August, 11–18 Uhr

Brunshausen 6, 37581 Bad Gandersheim | www.portal-zur-geschichte.de

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Das Kloster Brunshausen gehört zu den ältesten Klosteranlagen Niedersachsens. In der Klosterkirche präsentiert die Ausstellung „Starke Frauen – Feine Stiche“ eine einzigartige Sammlung historischer Textilien sowie die Biographien der vielen eindrucksvollen Frauen aus dem Umfeld des Stifts von der ersten deutschen Dichterin Roswitha von Gandersheim bis zur Fürstäbtissin Elisabeth Ernestine Antonie. Ihr Sommerschloss auf dem Klostergelände entführt Sie mit seinen Wandmalereien noch heute in ferne Länder und gibt einen Einblick in die „Barocke Sammelleidenschaft“.

Die Sonderschau Zu jedem Markt wird auf der Empore der Klosterkirche in einer Sonderschau ein spezielles textiles Thema oder eine besondere Textil-Technik vorgestellt. In diesem Jahr zeigen die Designerinnen der hannoverschen Textilgalerie „Frau Zimmer", verschiedene Stoffdrucktechniken.

Der Markt Im historischen Umfeld des Klosters präsentieren 50 Ausstellerinnen und Aussteller aus verschiedensten Handwerken ihre modernen Arbeiten: Neben Textilschaffenden mit Gewebtem, Gefilztem, Genähtem, schicken Hüten und Mützen sind in diesem Jahr auch Goldschmied*innen, Tischler, Keramikerinnen, Feintäschner*innen sowie Metallhandwerker und ein Steinmetz vertreten.

Textiler Kinderworkshop In ganztägigen Workshops für Kinder (und Erwachsene) können eigene Textilkunstwerke geschaffen werden.

kunst:stück

Führungen durch die Sammlung Regelmäßige, kostenlose Führungen nehmen Sie mit auf eine Zeitreise durch die Textilkunst: von byzantinischer Seide aus dem 9. Jahrhundert über mittelalterliche Paramente bis hin zu den bildgewaltigen textilen Kostbarkeiten der Barockzeit.

Speis und Trank Der Klosterhof Brunshausen und das Rosencafé bieten nicht nur ein reichhaltiges gastronomisches Angebot sondern auch idyllische Orte der Entspannung mit romantischen Gärten und stimmungsvollen Innenhöfen.


. lehrte

Joanna Schulte / Heike Schötker, 2019

Moral Crime!

Joanna Schulte und Heike Schötker 28. Juni bis 16. August 2019 Städtische Galerie Lehrte | www.lehrte.de „verus amicus […] est […] tamquam alter idem“ Ein wahrer Freund ist gleichsam ein zweites Selbst. (Cicero) Beide Künstlerinnen erstellen gemeinschaftliche Werke, die ein Paradoxon zur alleinigen Urheberschaft eines Kunstwerks darstellen. Dieses zunehmend im Kunstbetrieb zu findende Phänomen der Koproduktion wird jedoch nicht adaptiert, sondern als Teil des künstlerischen Konzepts hinsichtlich seiner Funktion hinterfragt. In der für die Städtische Galerie Lehrte konzipierten multimedialen Arbeit geht es grundlegend um die Frage der Gemeinschaft und Verbundenheit. Ein historisches Ritual dazu stellt die Blutsbrüderschaft dar, die eine Treueverpflichtung zweier nicht miteinander verwandter Männer war. Die Inszenierung dieses Rituals in einem kirchlichen Raum durch die Künstlerinnen wird als Film zentraler Teil der Ausstellung. Der Akt der Selbstüberschreitung des weiblichen Duos beleuchtet die Hinwendung zum Guten, Wahren und Schönen als künstlerischen Garant des Transzendentalen. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen bewußter bildhafter Inszenierung einerseits und gesellschaftlichen Rollen-

modellen sowie individuellen Anpassungsleistungen andererseits sichtbar gemacht. Die Installation wird zum Erfahrungsraum brüchiger kultureller und gesellschaftlicher Strukturen, denen die Künstlerinnen mit dem Motto begegnen: „Kollegialität und Freundschaft finden einen künstlerischen Weg: Do Two!“ –––

Silke Rokitta

Salze & Druckgraphik

23. 08. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 10.11.2019 Bei den aus Düngesalzen gezüchteten Kristallen überlagern sich chemische und künstlerische Prozesse. Die Linolschnitte basieren auf Mustern archaischer Keramik, die herausgelöst und auf ihre grundlegenden Strukturen zurückgeführt werden. ––– Öffnungszeiten: Di, Mi, Do, Fr und So 14.00 – 18.00 Uhr Der Eintritt ist frei. Städtische Galerie Lehrte Alte Schlosserei 1, 31275 Lehrte

kunst:stück

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. hannover

Helen Feifel, Stage I, 2018, Übermalte Fotografie, 186 x 138 cm © Helen Feifel Sprengel Museum

Sprengel Museum Hannover | Kurt-Schwitters-Platz Hannover | T. 0511 16843875 | www.sprengel-museum.de – Alice Aycock | 08.06. bis 01.09. – 100 Jahre Merz. Kurt Schwitters. Crossmedia | bis 06.10. – Bjørn Melhus | bis 01.09. – Elementarteile. Grundbausteine des Sprengel Museum Hannover und seiner Kunst | bis 31.12.21 – Gezielte Setzungen. Übermalte Fotografie in der zeitgenössischen Kunst | 03.07. bis 06.10. – verfemt – gehandelt. Die Sammlung Doebbeke im Zwielicht: Von Corinth bis Kirchner | 17.07. bis 17.11. – KunstLandschaft. Naturwelten in der Kunst seit 1950 | bis 06.10. Museum August Kestner | Trammplatz 3 | 30159 Hannover | T. 0511 16842730 | www.museum-august-kestner.de – Ausdruckstanz und Bauhausbühne | bis 29.09. – Spuren der NS-Verfolgung | bis 29.09. Kunstverein Hannover | Sophienstraße 2 | 30159 Hannover | T. 0511 16992780 | www.kunstverein-hannover.de – Henrike Naumann | bis 25.08. // Naumann beschäf­tigt sich in ihren filmischen und installativen Werken mit den Folgen der Wiedervereinigung und analysiert die deutsch­deutsche Geschichte, die sich in vielerlei Dingen finden lassen.

Henrike Naumann »Das Reich«, 2017, Installationsansicht Museum Abteiberg/ Mönchengladbach Audio-Installation und Wohnwand, Schiefer-Optik, Krefeld Foto: Achim Kukelies Kunstverein Hannover

Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst | Georgengarten 1 | 30167 Hannover | T. 0511 16999916 | www.karikatur-museum.de – Eric Carles Bilderbücher. 50 Jahre »Die kleine Raupe Nimmersatt« | bis 08.09. KESTNER GESELLSCHAFT | Goseriede 11 | 30159 Hannover T. 0511 701200 | www.kestnergesellschaft.de – Goshka Macuga. Stairway To Nowhere | bis 04.08. – Wo Kunst geschehen kann. Die frühen Jahre der CalArts GEDOK GalerieSalon | Lola-Fischel-Straße 20 | 30173 Hannover | www.gedok-niedersachsenhannover.de – Marion Pusch. angesichts – des Unsichtbaren | 07.07. bis 11.08.

Karl Marx, 2016, Vase, 25 x 21 x 27 cm, Image courtesy of the Artist and Andrew Kreps Gallery, New Yor | Kestner Gesellschaft

Silke Rokitta, Kupfersulfate Städtische Galerie Lehrte

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Städtische Galerie Lehrte | Alte Schlosserei 1 | 31275 Lehrte | T. 05132 1096 | www.lehrte.de – Joanna Schulte und Heike Schötker. Moral Crime | bis 16.08. Beide Künstlerinnen erstellen gemeinschaftliche Werke, die ein Paradoxon zur alleinigen Urheberschaft eines Kunstwerks darstellen. In der für die Städtische Galerie Lehrte konzipierten multimedialen Arbeit geht es grundlegend um die Frage der Gemeinschaft und Verbundenheit. – Silke Rokitta. Salze & Druckgraphik | 23.08. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 10.11. // Bei den aus Düngesalzen gezüchteten Kristallen überlagern sich chemische und künstlerische Prozesse. Die Linolschnitte basieren auf Mustern archaischer Keramik, die herausgelöst und auf ihre grundlegenden Strukturen zurückgeführt werden.


. hannover

Goshka Macuga, Kabinett der Abstrakten (after El Lissitzky), 2003, MDF, Eichenfurnier und Lack sowie verschiedene Kunstwerke, 200 x 200 x 200 cm (geschlossen), 193 x 340 x 340 cm, (offen), Installationsansicht, The Artist’s Museum, The Institute of Contemporary Art/Boston, 2016-17, Arts Council Collection, Southbank Centre, London, Foto: John Kennard, Courtesy die Künstlerin und Andrew Kreps Gallery, New York

Goshka Macuga

stairway to nowhere 24. Mai bis 04. August 2019 Kestner Gesellschaft | www.kestnergesellschaft.de In Ausstellungen der Künstlerin Goshka Macuga (*1967 in Warschau, lebt und arbeitet in London) werden die Besucherinnen und Besucher häufig überrascht, zum Beispiel von Androiden, die die Menschheitsgeschichte wiedergeben, von Skulpturen einflussreicher Denker und Denkerinnen oder von riesigen Wandteppichen, die vermeintliche Wahrheiten abbilden. Auch in der Kestner Gesellschaft geht es im weitesten Sinne um Wissensaneignung und -vermittlung in historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen: Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums geht Macuga dem Vermächtnis und dem Wirkungsfeld der Ideen des historischen Bauhauses nach, der bedeutendsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert. Als Künstlerin schlüpft sie dabei immer wieder auch in die Rolle einer Historikerin, Kuratorin und Designerin. Ihre künstlerische Praxis basiert auf historischer Forschung und Archivrecher-

chen, die sie in Installationen, Skulpturen, Textilien, Architektur und Design umsetzt. Dabei setzt sich die Künstlerin mit der besonderen Verbindung der Kestner Gesellschaft mit dem Bauhaus auseinander und taucht in unsere Archive ein. Auch der Kerngedanke der Interdisziplinarität des Bauhauses spiegelt sich in der Vielfalt ihrer Medien wieder, die von Textildesign bis zu Möbeln reichen. Seit ihrer Teilnahme an der Venedig Biennale 2009 und an der Documenta 13 (2012), werden Goshka Macugas Arbeiten in zahlreichen internationalen und nationalen Institutionen präsentiert, darunter: Neues Museum, Nürnberg (2018), Witte de With, Rotterdam (2017), Fondazione Prada, Mailand (2016), New Museum, New York (2016), Martin Gropius Bau, Berlin (2016). Kestner Gesellschaft Goseriede 11, 30159 Hannover

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kunst:stück c/o bremen / oldenburg + hannover - issue 40  

Ausgabe für Juli + August 2019 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Bremen/Oldenburg + Hannover.

kunst:stück c/o bremen / oldenburg + hannover - issue 40  

Ausgabe für Juli + August 2019 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Bremen/Oldenburg + Hannover.

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