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kunst:stück Magazin für Kunst und Kultur in der Region Osnabrück und dem Münsterland issue 88 | März / April 2021

Patricia Dominguez, Madre Drone, EMAF 2021

CORONA UPDATE

zur r Bestimmungene kann Aufgrund aktuelle demi an a-P ron Co r de gen Eindämmung seen / Ausstellun der Besuch der Mu ränkt sein. Bitte inforsch ge ein rär po Besuch tem r dem geplanten ltende mieren Sie sich vo er ge üb ite bs We n ge auf der jeweili Bestimmungen.


Kunsthaus Kloster Gravenhorst

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temporäre Kloster.Garten.Kunst Blütezeit* – Start: 21.03.21 auf dem Klostergrün Kunst und Interaktion von März bis Oktober »idylle mit bushaltestelle« Christoph Wenzel | »Arche zu klein« Wilm Weppelmann | »PERIGON – Wiesenlabor« Reinhard Krehl »Am Brunnen hinter dem Tore« Pätzug / Hertweck »Kreis.Spiel.Garten« Nikola Dicke & Zoltan Labas

21.03. - 12.09. »Kartoffeln, Bohnen, Petersilie«

Gravenhorster Gärten nach 1945 | Historische Präsentation

20.02. Start der Projektstipendien KunstKommunikation 21 »hard working / soft working« Julia Arztmann »Portraits von Tagen und Orten« Kati Gausmann

»BANG! BOOM!« Carola Rümper »Self Service Selfie Box« Janina Schmid

07.03. - 25.04. SOUNDSEEING »WEAVING« Christina Kubisch Das münsterlandweite Klangkunstfestival DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst Klosterstr. 10 | D-48477 Hörstel | T +49 (0) 2551 6942-00

Das volle Programm: Gefördert durch:

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www.da-kunsthaus.de


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Alfred Rotert, 2020 © EMAF

European Media Art Festival Osnabrück 2021 Alfred Rotert, Osnabrück // www.emaf.de

Tausende Besucher auf einem Festival, wie vor der Corona-Pandemie beim European Media Art Festival üblich – das ist momentan nicht mal ansatzweise denkbar. Also: Wie plant man ein Festival für Ende April in diesen unsicheren Zeiten? Vor dieser Herausforderung steht derzeit das Team des EMAF. Unsere Lösung: es müssen verschiedene kreative Optionen für ein „hybrides“ Festival gedacht werden. Konkret bedeutet das, Veranstaltungen und Ausstellungen parallel im realen Raum zu planen, und das Festivalprogramm darüber hinaus auch in Online-Formaten anzubieten – um möglichst viele Filme und Beiträge einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Auch in diesem Jahr hat das Festival einen Themenschwerpunkt: Mit „Possessed“ [„Besessen“] legt das EMAF den Fokus auf Fragen des Eigentums und Formen des Besitzens. Präsentiert werden Filme, Installationen, Performances und Vorträge, die untersuchen, wie Besitzverhältnisse unsere globale Gegenwart und Zukunft bestimmen und wie sie mit unserer jüngeren Vergangenheit verwoben sind.

Kunst und Kultur standen in der Politik in den vergangenen Monaten nicht gerade ganz oben auf der Prioritätenliste. Aber sie sind wichtige Elemente des gesellschaftlichen Diskurses, sie schaffen Begegnungsräume und fördern den sozialen Zusammenhalt. Dafür steht auch das EMAF 2021 mit seinen Programmen und seiner Thematik. Wie alle anderen Kulturveranstalter:innen hoffen auch wir, dass Kunst und Kultur bald wieder mit Publikum im realen Raum stattfinden können, dass Künstler:innen und Filmemacher:innen zum Festival anreisen und ihre Arbeiten persönlich unseren Besucher:innen vorstellen können. Darüber hinaus wird sich in jedem Fall ein Blick auf unsere Online-Formate lohnen. So oder so – wir laden Sie herzlich ein, beim EMAF 2021 dabei zu sein!

Alfred Rotert Leiter des Talk-Programms des EMAF und Teil der Festivalleitung

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European

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Medi a Art Festival № 34 Possessed

21.–25. April Osnabrück emaf.de

Online Programm ↳ 21. April – 02. Mai Ausstellung ↳ 21. April – 30. Mai

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Ausstellung bis 30. Mai

Saskia Benthack, Foto: Sina Tonn

Smell it! Geruch in der Kunst Saskia Benthack, Projektkoordinatorin Smell it! www.smellit.eu Liebe Leser*innen, dass der Geruchssinn eine entscheidende Rolle in unserem Leben spielt, wird uns spätestens bewusst, seit der momentan unabdingbare Filter einer Maske zwischen unserer Nase und der Außenwelt eingezogen ist. Unsere Wahrnehmung verzichtet durch diesen Zustand auf ein bemerkenswertes synästhetisches Element: Der Geruchsinn ist der ursprünglichste aller Sinne und wird ohne Filterung des Gehirns direkt im limbischen System aufgenommen. Dort wird er mit Emotionen sowie in besonderem Maße auch mit Erinnerungen verknüpft, triggert unser implizites Gedächtnis und kann blitzschnell Empfindungen oder Gemütszustände hervorrufen. Während die visuelle Kunst den Sehsinn anspricht wie die Musik den Hörsinn, zeigen sich im Kontext einer Entgrenzung der Kunst geruchssinnliche Aspekte in sogenannter Geruchskunst oder Olfactory Art. Im Gemeinschaftsprojekt Smell it! Geruch in der Kunst möchten zehn Institutionen der Gegenwartskunst von Mai bis Juli 2021 der nur wenig erforschten Auseinandersetzung der Kunst mit Geruch begegnen. Entstanden sind zehn Ausstellungen, eine wissenschaftliche Vortragsreihe und viele

Aktionen im Bremer Stadtraum. Darin werden mit Geruch arbeitende zeitgenössische Künstler*innen eingeladen, ihre Positionen zum Thema unter individuellen Voraussetzungen umzusetzen. Die Konfrontation mit den Fähigkeiten des Geruchssinns eröffnet durch spezifisch künstlerische Positionen neue Perspektiven, die vor allem und bisweilen ausschließlich durch Kunst wahrnehmbar werden. Die vielen Angebote und auf Beteiligung angelegten Formate von Smell it! sind ein echtes Highlight in der bisher nahezu geruchslosen Ausstellungswelt. Diesem Sinn durch künstlerische Fragestellungen eine derartige Aufmerksamkeit zu schenken, erscheint ab der ersten Geruchserfahrung überfällig! Herzlich Saskia Benthack Teilnehmende Institutionen: GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Gerhard-Marcks-Haus, kek Kindermuseum, Künstlerhaus Bremen, Kunsthalle Bremen, Kunstverein Bremerhaven, Paula Modersohn-Becker Museum, Städtische Galerie Bremen, Weserburg Museum für moderne Kunst, Zentrum für Künstlerpublikationen. Eröffnung am 08. Mai 2021.

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. inhalt

03 Grußwort 03 - Alfred Rotert, European Media Art Festival Osnabrück 05 - Saskia Benthack, Projektkoordinatorin Smell it!, Bremen 06 Inhalt 06- Impressum 14 Osnabrück 32 - Bramsche 34 - Bad Rothrnfelde 36 - Herford 38 - Mettingen

DAS TITELBILD

Foto: Patricia Dominguez, Madre Drone, EMAF 2021

40 - Rheine 46 - Hörstel 52 - Nordhorn 54 Münster xx Spezielles in dieser Ausgabe 08 -European Media Art Festival Osnabrück 10 Smell it! Geruch in der Kunst Bremen 42 SOUNDSEEING Das münsterlandweite Klangkunstfestival

European Media Art Festival 34 POSSESSED Vom Besitzen, Besessenwerden und Besessensein ––– Festival: 21. – 25. April 2021 Online-Programm: 21. April – 2. Mai 2021 Ausstellung: 21. April – 30. Mai 2021 Osnabrück | www.emaf.de → Seite 8 Im Zentrum des EMAF wird wie jedes Jahr das Festivalthema stehen, das sich dieses Mal unter dem Titel POSSESSED mit Fragen des Besitzens und Formen des Besessenseins auseinandersetzt.

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day www.kunststueck-magazine.de

IMPRESSUM h2 werbeagentur + kunst Eva Hortenbach (V.i.S.d.P.) Zum Knapp 2 · 49565 Bramsche Tel: 05461 705 477 mail@kunststueck-magazine.de

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Redaktionsschluss Osnabrück + das Münsterland für die Ausgabe Mai / Juni: 10. April 2021


10 Ausstellungen 8 Museen

Smell it !

smellit.eu . grußwort #geruchinderkunst #smellit

Geruch in der Kunst

Ab 8. Mai in Bremen

Ein Gemeinschaftsprojekt zum Geruch in der zeitgenössischen Kunst. Teilnehmende Institutionen: GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Gerhard-Marcks-Haus, kek Kindermuseum, Künstlerhaus Bremen, Kunsthalle Bremen, Kunstverein Bremerhaven, Paula Modersohn-Becker Museum, Städtische Galerie Bremen, Weserburg Museum für moderne Kunst, Zentrum für Künstlerpublikationen.

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. european media art festival 2021

Countdown, Akram Zaatari © emaf 2021

POSSESSED

Vom Besitzen, Besessenwerden und Besessensein European Media Art Festival No. 34 Festival: 21. – 25. April 2021 | Online-Programm: 21. April – 2. Mai 2021 Ausstellung: 21. April – 30. Mai 2021 Osnabrück | www.emaf.de Die Vorbereitungen für das 34. EMAF laufen – auch wenn nach wie vor Unsicherheit besteht, unter welchen Bedingungen das Festival im April stattfinden wird. Geplant ist ein dichtes internationales Programm mit Filmscreenings, Ausstellungen, Performances und Talks, ergänzt durch digitale Angebote. Über den Open Call wurden 2600 Arbeiten eingereicht – deutlich mehr als in den Vorjahren –, die ein erfreulich breites Spektrum an künstlerischen Arbeitsweisen und Entstehungskontexten abbilden.

Im Zentrum des EMAF wird wie jedes Jahr das Festivalthema stehen, das sich dieses Mal unter dem Titel POSSESSED mit Fragen des Besitzens und Formen des Besessenseins auseinandersetzt. Der Themenschwerpunkt präsentiert Filme, Installationen, Performances und Vorträge, die untersuchen, wie Besitz unsere globale Gegenwart bestimmt und mit unserer Vergangenheit verwoben ist, wie aber auch andere Formen von Teilhabe Perspektiven für die Zukunft eröffnen. Die Beiträge zeigen auf, wie in der Kunst Objekte, Räume oder Erfahrungen von uns körperlich und geistig Besitz ergreifen und dabei alternative Formen des Miteinanders ermöglichen. Während Ausstellung, Filmprogramm und Talks sich je unterschiedlichen Aspekten des Themenschwerpunkts widmen, werden einzelne Formate gezielt Zusammenhänge herstellen und Wechselbeziehungen in den Blick nehmen. Das von Anja Dornieden und Juan David González Monroy kuratierte Filmprogramm „The Unpossessable Possessor“ betrachtet den kinematografischen Appa-

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. european media art festival 2021

alle Abb. oben: emaf Ausstellung, Madre Drone, Patricia Dominguez © emaf 2021 unten links: Babylonian Vision, Nora Al Badris © emaf 2021

rat als lebendiges Wesen, der in eine vielschichtige Beziehung mit uns Menschen verstrickt ist. Ist seine Beziehung zu uns parasitärer oder wechselseitiger Natur? Ist er menschlich? Liebt er uns? Zweifellos haben wir einen guten Teil unseres kollektiven Bewusstseins der Filmmaschine abgetreten. Wäre es nicht hilfreich herauszufinden, wer sie ist und was sie will? Für die von Inga Seidler kuratierte Ausstellung zum Thema bildet das Verhältnis von Besitz und Kolonialismus bzw. Kapitalismus den Ausgangspunkt. In den von ihr ausgewählten Arbeiten geht es um die Ungleichheiten, die dieses System des Besitzens und Besetzens hervorgebracht hat: die Enteignung oder den Entzug von Land, von Subjektivität, Geschichte(n), Erinnerungen und Rechten. Sie beleuchten, wie sich diese Ungleichheiten im Bereich des Digitalen fortschreiben, und imaginieren alternative Formen des Besitzes oder künstlerisch-aktivistische Modelle des Zusammenlebens ohne Eigentum. Hieran schließen die von Daphne Dragona kuratierten Talks mit Beiträgen von Künstler:innen, Filmschaffenden und Theoretiker:innen an, die Eigentum und Herrschaft im Zusammenhang mit Grundbesitz, Identität und Technologie diskutieren und dabei erkunden, welche Rolle alte und neue Rituale spielen.

Die Beiträge betrachten vergangene und zeitgenössische Formen des Kolonialismus und fragen, was es bedeutet, Welt/ en zu besitzen, zu verlieren und zurückzufordern. In unterschiedlicher Form wird das Thema auch in den übrigen Sektionen des Festivals anklingen – nicht nur in einer Reihe von Filmen des Internationalen Wettbewerbs, sondern auch in einem Gastprogramm, das sich der Geschichte der Videokunst im Libanon widmet. Die von Nour Ouayda zusammengestellte Reihe zeichnet in ausgewählten Arbeiten nach, welche Rolle Ressourcen und Netzwerke des libanesischen Fernsehens für die Entstehung einer unabhängigen Videokunstszene im Land gespielt haben, und wie sie sich heute über digitale Plattformen weiter verbreitet und ästhetisch fortentwickelt. Damit stellt das Programm auch eine direkte Verbindung zu unserer derzeitigen Situation her, die uns nicht nur abverlangt, Film und Medienkunst auf alternative Weise erfahrbar zu machen, sondern auch die ökonomischen Bedingungen des eigenen Tuns zu überprüfen und die Unabhängigkeit von politischer und ästhetischer Gängelung einzuklagen. Und zwar für eine Kunst, die von uns Besitz ergreift, die ihren Raum einfordert und sich nicht widerspruchslos vereinnahmen lässt.

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Smell it! Geruch in der Kunst

zehn Ausstellungen ab dem 8. Mai 2021 im Bundesland Bremen. Ein Gemeinschaftsprojekt zum Geruch in der zeitgenössischen Kunst. www.smellit.eu

Ab Mai widmen sich die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, das Gerhard-MarcksHaus, das kek Kindermuseum, das Künstlerhaus Bremen, die Kunsthalle Bremen, der Kunstverein Bremerhaven, das Paula Modersohn-Becker Museum, die Städtische Galerie Bremen, die Weserburg Museum für moderne Kunst und das Brian Goeltzenleuchter, Olfactory public artwork launched at Santa Monica Museum of Art, 2014, in der Städtische Galerie Bremen

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dort beheimatete Zentrum für Künstlerpublikationen dem Thema Geruch in der Kunst. Kern des Projektes sind individuelle Ausstellungen, eine wissenschaftliche Vortragsreihe sowie ein gemeinsames Begleitprogramm. In Smell it! werden die vielfältigen Aspekte des Geruchssinns als Mittel der menschlichen Welterschließung in olfaktorisch geprägter Kunst dargestellt. Der Geruchssinn ist der ursprünglichste aller Sinne und wird ohne Filterung des Gehirns direkt im limbischen System aufgenommen. Dort wird er mit Emotionen sowie in besonderem Maße auch mit Erinnerungen verknüpft, triggert unser implizites Gedächtnis und kann blitzschnell Empfindungen oder Gemütszustände hervorrufen. Gerüche sind in der Lage, instinktive Verhaltens- und Entscheidungsmuster bei uns Menschen zu erzeugen und stellen eine außergewöhnliche Möglichkeit der Beeinflussung dar. Entstanden sind zehn Einzelprojekte, die durch individuelle Herangehensweisen in einem wechselseitigen Prozess zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft generiert


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Abb. oben: Joseph Beuys, Schwefelpostkarte, 1984 © VG Bild-Kunst Bonn 2021, im Zentrum für Künstlerpubliktaionen // rechts oben: Piero Manzoni, Merda d'artista (Künstlerscheiße), 1961, Neuauflage 2013 © VG Bild-Kunst Bonn 2021, im Zentrum für Künstlerpubliktaionen // rechts unten: Camilla Nicklaus-Maurer, Samenprobe für die olfaktorsiche Installation, 2020, im Paula Modersohn-Becker Museum

werden. Jede Institution präsentiert eine unabhängige Ausstellung mit individuellem Fokus, die durch gemeinsame Aktionen miteinander verbunden werden. Dafür lädt Smell it! mit Geruch arbeitende zeitgenössische Künstler*innen ein, ihre Positionen zum Thema unter individuellen Voraussetzungen umzusetzen oder bestehende Sammlungen olfaktorisch zu befragen. Die Ausstellung in der Kunsthalle Bremen lädt dazu ein, weniger mit der Nase unter der Maske als vielmehr mit den Augen zu riechen: Welche Gestalt hat Geruch und wie erkennen wir durch ihn die Welt? Und wie wird Geruch im menschlichen Miteinander inszeniert? Gemälde, Graphiken, Fotografien und Skulpturen aus verschiedenen Jahrhunderten kommen dafür in der Ausstellung zusammen. Speziell für die Ausstellung in Bremen kreiert der kolumbianische Geruchskünstler Oswaldo Maciá (*1960) dazu als aktuelle Arbeit eine raumgreifende Installation. Inspiriert durch die Blumengemälde Modersohn-Beckers

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Abb. oben: Paula Modersohn-Becker, Brustbild einer Frau mit Mohnblumen, 1898, Paula Modersohn-Becker Museum Abb. unten: Paula Modersohn-Becker, Alte Armenhäuslerin im Garten mit Glaskugeln und Mohnblumen, 1906, Paula Modersohn-Becker Museum

hat die zeitgenössische Künstlerin Camilla Nicklaus-Maurer (*1983) eine olfaktorische Intervention entwickelt. Ein begehbares Feld aus am Boden befestigten Samen, setzt durch das Betreten einen leicht karottigen, nussigen Duft frei. Besuchende des Paula Modersohn-Becker Museums erleben so eine synästhetische Erfahrung, die über die symbolischen Aspekte hinausgeht. In der Städtischen Galerie Bremen entstehen durch experimentelle Herangehensweisen verschiedener olfaktorischer Künstler*innen Kunstwerke, welche spezifische Ortsgebundenheiten von Gerüchen innerhalb Bremens thematisieren. Die Aspekte internationaler Kunstschaffender wie Peter de Cupere (*1970), Maki Ueda (*1974) und Brian Goltzenleuchter (*1976) folgen dabei gemeinsam mit der Bremer Kunstszene originellen Ansätzen, in denen Geruch als Material und Medium eingesetzt wird. Die Weserburg Museum für moderne Kunst zeigt eine Einzelausstellung des italienischen Künstlers Luca Vitone (*1964). Im Zentrum der Ausstellung steht die Arbeit Imperium. Dafür ließ Luca Vitone einen Geruch kreieren, der Assoziationen von institutionalisierter Macht weckt. Einen Geruch, der Vorstellungen von muffigen Behördenfluren, monumentale Architektur, Hochfinanz, Politik oder Herrschaftswissen zusammenbringt. Ebenfalls in der Weserburg zeigt das Zentrum für Künstlerpublikationen in einer Gruppenausstellung auf, wie Gerüche und konzeptuelle Kunstwerke zusammenkommen. Die Präsentation führt damit Werke aus den 1960er und 1970er Jahren bis in die Gegenwart zusammen, die gesellschafts-

Kunsthalle Bremen Kunsthalle Bremen

Mit den Augen riechen. Geruchsbilder seit der Renaissance

Paula ModersohnBecker Museum

Unverblümt. Camilla Nicklaus-Maurer & Paula Modersohn-Becker

Museen Böttcherstraße

8.5.–5.9.2021

Städtische Galerie Bremen

Olfaktor. Geruch gleich Gegenwart.

Weserburg Museum für moderne Kunst

Luca Vitone Macht

Zentrum für Künstlerpublikationen

DUFT, SMELL, OLOR, … Multiple Darstellungen des Olfaktorischen in der zeitgenössischen Kunst

Städtische Galerie Bremen

Weserburg

Weserburg

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8.5.–15.8.2021

8.5.–11.7.2021 8.5.–4.7.2021

8.5.–15.8.2021


. smell it! geruch in der kunst

Abb. oben: Richard Earlom, Fischmarkt, undatiert, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Kupferstichkabinett Abb. unten: kek Kindermuseum, Das Gelbe vom Ei – Farbenrausch 03, Mitmachausstellung, 2016

politische Relevanz und Infragestellungen über den Weg des Geruches thematisieren. Es werden unter anderem Werke von Gerhard Rühm, Dieter Roth und Joseph Beuys zu sehen sein. Durch Beobachtung, eigene Sinnesempfindungen und Experimente erforscht die Künstlerin Kornelia Hoffmann seit Jahren die sie umgebende Welt – vom kleinsten Teilchen bis hin zum Universum. Eine raumgreifende Installation im GerhardMarcks-Haus, welche über den Köpfen von Besucher*innen wächst, verströmt durch Moose, Flechten und Pilze den »Duft der

Gerhard-Marcks-Haus

Erde«. Bei Berührung entstehen allerdings neue Gerüche, wodurch der Widerspruch zwischen Gesehenem und Gerochenem bewusst irritiert. Das kek Kindermuseum entwirft facettenreiche Mitmachstationen und bietet viele Vermittlungsaktionen für das Projekt Smell it! Geruch in der Kunst. Die Stationen beschäftigen sich mit der Nase als Organ, dem Duft als Phänomen, der Bedeutung des Dufts im Alltag und in der Kunst. Hands-On Objekte, Duftspaziergänge, mobile Dufthäuser in der Stadt und weitere partizipative Angebote werden Teil des umfangreichen Programms von Smell it! sein.

Gerhard-Marcks-Haus

Kornelia Hoffmann – »scent rubbing«

Kunstverein Bremerhaven

Stefani Glauber ≈ 350

GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst

GAK Projekte: Effrosyni Kontogeorgou »Substrate«

GAK

8.5.–4.7.2021

Künstlerhaus Bremen

Geist

Künstlerhaus

8.5.–1.7.2021

kek Kindermuseum

DUFTE-Nose-ON! (Mitmachstationen tauchen tauchen ab dem 8.5. in vielen Smell it! Ausstellungen auf)

Kunstverein Bremerhaven

Weserburg

8.5.–18.7.2021

8.5.–27.6.2021

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. osnabrück

Katja Staats P20, LD03-05, RNDM001-2020

Jens Raddatz Covfefe, Siebdruck 6 × Weiß, 50x60cm, 2021

RNDM – Weiß auf Weiß

Katja Staats und Jens Raddatz

12. März bis 24. April 2021 KunstQurtier des BBK Osnabrück | www.bbk-osnabrueck.de RNDM (sprich engl. Random) bildet zwei Phänomene der Corona-Pandemie ab: Jens Raddatz und Katja Staats zeigen vom 12.März 2021 – 24.April 2021 Siebdrucke und Scherenschnitte im Kunstquartier zum Jahrestag des ersten Corona–Lockdowns. Dabei nähern sich beide Künstler ihrem gemeinsamen Thema auf sehr unterschiedlichen Wegen an. Katja Staats zeigt filigrane Scherenschnitte aus weißem Papier. Sie hat Jugendliche aus den Ateliergruppen ihrer Kunstschule in Buchholz in der Nordheide gebeten, Fotos zur Verfügung zu stellen, die während des ersten Lockdowns mit dem Handy entstanden sind, als eine ganze Generation ihrer aktiven Freizeitgestaltung nicht mehr nachkommen konnte. Alle Fotos sind authentisch – keines wurde für das Ausstellungsprojekt angefertigt. Sie dienen als zufällige bildnerische Basis. Staats Ziel ist das Sichtbarmachen was unsichtbar war – trotzdem bleiben auch diese Bilder für den Betrachter zunächst kaum greifbar: Aus weißem Papier geschnitten und vor der weißen Wand gehängt bedarf es der

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genauen Beobachtung, um die verfremdeten Motive zu erfassen. Jens Raddatz zeigt großformatige Siebdrucke mit weißer Farbe auf weißem Papier. Er hat sich dem Thema „Fake News“ während der Coronapandemie angenommen und zeigt in seinen Arbeiten auf erstaunliche Weise, wie aus vagen Meinungen Postulate werden. Positionen der politischen Machtausübung oder auch der Einflussnahme durch die Querdenken-Bewegung werden thematisiert. Dabei reichen die Themen von Trump bis Astra Zeneca-Mische. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einer künstlerischen Einlassung von Ingo Clauss – Kurator am Museum Weserburg, Bremen, – der kostenfrei erhältlich ist. Es findet am Samstag, den 10.April 2021 ein Scherenschnittworkshop mit Katja Staats (unter Vorbehalt) im Kunstquartier statt. KunstQuartier des BBK Bierstraße 33, 49074 Osnabrück


. osnabrück

Die Stadt Osnabrück und die Osnabrücker Stiftungen unterstützen in der Zeit der Corona-Pandemie Künstlerinnen und Künstler, freie Kulturträger, Vereine und Initiativen. Diese interessanten Projekte, die trotz Corona stattfinden können, finden Sie hier:

www.kulturmarathon-os.de PROJEKTE. FÖRDERER. LEUTE. INFOS.

AKTUELL ERWEITERT UM DAS SONDERFÖRDERUNGSPROGRAMM

TRANSITION DER FELICITAS UND WERNER EGERLAND STIFTUNG! kunst:stück

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. osnabrück

oben: Offenes Singen, Foto: © Maik Raishaus // unten links: Der zweite Anschlag. Zeitzeugin Mai Phnong Kollath, Foto: © Der zweite Anschlag // unten rechts: Die Europäische Asyl- und Migrationspolitik, Foto: © Alexandra Franke

Internationale Wochen gegen Rassismus Solidarität. Grenzenlos. 15.—28. März 2021

www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de | www.osnabrueck.de/friedenskultur Unter dem Motto „Solidarität. Grenzenlos“ finden auch in Osnabrück die bundesweiten Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Die Friedensstadt beteiligt sich in Kooperation mit verschiedenen Vereinen und Initiativen, Gewerkschaften, religiösen Einrichtungen, Verbänden und Einzelpersonen vom 15. bis zum 28. März mit vielfältigen Veranstaltungen und setzt dadurch ein deutliches Zeichen gegen Rassismus. Besonders in diesem Jahr verdeutlichen die über 20 verschiedenen Veranstaltungsangebote, welche von Workshops, Vorträgen, Diskussionsrunden, Lesungen und Filmvorführungen bis hin zu Führungen und einer digitalen Chorprobe reichen, dass es mit vereinten Kräften und Zusammenhalt auch unter erschwerten Bedingungen wichtig und möglich ist, das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rassismus zu fördern, zu stärken und nachhaltiger zu machen.

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Während der 14-tägigen Zeitraums begleitet das Filmfest die Internationalen Wochen parallel mit dem politischen Kino und die GEW Kreisverband Osnabrück-Stadt bietet ebenso parallel einen Blog zum Thema „Rassismus hat viele Gesichter“. Diverse Angebote und Workshops setzen sich mit dem Thema Rassismus auseinander: zum Beispiel die Aktion „Ohren und Augen auf gegen Rassismus“ des Mädchenzentrums Osnabrück. Mit Digitalkameras und Smartphones ausgerüstet, wird sich medial, kreativ und aktiv mit dem Thema Rassismus beschäftigt. Die Domschule Osnabrück möchte als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern mit der Aktion „My Step to one world“ auf eine Welt zusteuern, in der kulturelle und religiöse Unterschiede respektiert werden. Zu den Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen zählt das Gespräch über die europäische Asyl- und Migrationspolitik,


. osnabrück

Und ich, Foto: © Hubert Reise

welches vom Caritasverband für die Diözese Osnabrück e. V. gemeinsam mit dem pax christi-Regionalverband Osnabrück/ Hamburg angeboten wird. Auf Einladung der AG für politische Bildung im Bistum Osnabrück stellt die Publizistin Liane Bednarz in einem Vortrag die Netzwerke der rechten Christen vor. Eine weitere Möglichkeit für Diskussion und Austausch bietet das Cafés Mandela zum Thema Diskriminierungen in der individuellen Alltagssprache an. Ähnlich auch der Online-Workshop der Christliche Arbeiterjugend Osnabrück, bei dem über versteckte diskriminierende Sprachmuster diskutiert wird. Bei der Podiumsdiskussion der Bahá’i-Gemeinde Osnabrück „Hürden überwinden – Zusammenkommen!“ findet ein Austausch mit Vertretern aus Sport, Kultur, Politik, Religion und Bildung über ihre Erfahrungen mit Rassismus und praktische Ansätze der Begegnung von Rassismus statt. „Zur Schau getragen“ ist der Titel einer Vortragsveranstaltung, die der Exil-Verein in dieser Reihe anbietet. Er klärt über Symbole, Codes und Marken der extremen Rechten auf. Im Bereich der Literatur bieten die Internationalen Wochen eine Lesung mit der Osnabrücker Autorin Maria Braig aus ihrem Buch „Die Asylentscheiderin“ sowie eine Literaturnacht mit arabisch- und deutschsprachige Gedichten und Geschichten des Vereins Deutsch-Syrischer Austausch. Ergänzt wird das literarische Programm durch eine Matinee des Exil-Vereins, in der Geflüchteten, Studierenden aus verschiedenen Ländern, Migranten und Mi-

grantinnen und Deutsche mit und ohne Zuwanderungsgeschichte lesen werden. Ein besonderer Märchennachmittag an der Nackten Mühle bietet Kindern und Familien Geschichten von kleinen Helden und Heldinnen aus aller Welt. Der Film „Der zweite Anschlag“, der die Kontinuität rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland mit Hilfe dokumentarischer Zeitzeugen-Interviews thematisiert, wird vom Verein Exil präsentiert. Ein Filmgespräch ergänzt dieses Angebot. Da das gemeinsame Singen und Proben derzeit nicht möglich ist, lädt die Musikschule zu einer öffentlichen Probe des Chorprojekts „Revolutzajams“ ein, bei dem Friedens- und Freiheitslieder eingeübt werden. Der Stadtrundgang „Osnabrück post-kolonial – eine Spurensuche“ mit Dr. Thorsten Heese beleuchtet das koloniale Erbe der Stadt Osnabrück. Bitte beachten Sie, sich rechtzeitig über das Format der Angebote zu informieren und bei den Veranstaltern anzumelden. Aufgrund der Corona-Pandemie kann es kurzfristig zu Änderungen im Programm kommen. Weitere Informationen und das gesamte Programm sind ab Februar auf www.osnabrueck.de/friedenskultur zum Download zu finden. Rückfragen an das Büro für Friedenskultur sind unter Telefon 0541/323 3210 (Katharina Opladen) oder unter der E-Mail-Adresse friedenskultur@osnabrueck.de möglich.

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. osnabrück

Collage Katalog Millis Erwachen, Credits: Anh Trieu, Henning Fehr, Phillip Rühr

I AM MILLI

Gruppenausstellung von und mit Natasha A. Kelly

15. Mai bis 17. Juli 2021 Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst | www.hase29.de Vom 15.5. bis 17.7. zeigt die Gesellschaft für zeitgenössische Kunst e.V. im Kunstraum hase29 die Ausstellung I AM MILLI, kuratiert von der Wissenschaftlerin, Autorin und Filmemacherin Natasha A. Kelly. Im Zentrum steht Kellys preisgekrönter Dokumentarfilm „Millis Erwachen“, der 2018 von der Berlin Biennale in Auftrag gegeben wurde. In acht aufeinanderfolgenden Kurzfilmen berichten Schwarze Frauen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, von ihren Herausforderungen in und mit deutschen Kunstinstitutionen, von visueller Repräsentation sowie von politischer und sozialer Ausgrenzung. Ihre biografischen Erzählungen zeigen, inwieweit die Beschäftigung mit Kunst (in all ihren Erscheinungsformen) als „Heilmittel“ dienen kann, um gelebte emotionale Isolation, gesellschaftliche Unterdrückung, Rassismus und Sexismus zu lindern.

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Der Titel des Films geht auf das Gemälde „Schlafende Milli“ des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner aus dem Jahr 1911 zurück. Es zeigt den nackten Körper einer Schwarzen Frau, die auf einem Sofa liegt. Ihre Augen sind geschlossen, dennoch suggeriert lediglich der Titel, dass sie schläft. Ihr Körper ist mit einer kräftigen Linie konturiert, die Farben sind unvermischt aufgetragen. Rechts malte Kirchner eine Figur in einem leuchtenden Pink, das mit der dunklen Hautfarbe „Millis“ kontrastiert und einer afrikanischen Skulptur ähnelt, die in einer tanzenden Bewegung festgehalten zu sein scheint. Während Kirchners „Schlafende Milli“ (1911) Dreh- und Angelpunkt der Dokumentation bildet, eröffnet Kelly mit Kirchners „Erzählende Milli“ (1910) das, was der postkoloniale Theoretiker Homi K. Bhabha


. osnabrück

Credits: Anh Trieu, Henning Fehr, Phillip Rühr

als einen „dritten Raum“ bezeichnet hat. Es handelt sich dabei nicht um einen physischen Raum, sondern um einen Ort des Übergangs, in dem rassistische und sexistische Machtbeziehungen und Normen durch ästhetische Praktiken unterminiert werden. Die Ausstellung präsentiert Werke von Schwarzen Künstlerinnen, die es geschafft haben, in und durch ihre Kunst ihre eigene selbstbestimmte Identität als

Schwarze Frauen innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft auszubilden. Thematisiert wird der gesellschaftspolitische Prozess, den Schwarze Frauen im Laufe ihrer Geschichte vom Objekt zum Subjekt durchlaufen. In diesem Sinne ist I AM MILLI als Schwarzer feministischer „discourse terrain“ zu verstehen, ein von der Schwarzen US-amerikanischen Kulturkritikerin bell hooks vorgeschlagenes

Natasha A. Kelly ist promovierte Kommunikationssoziologin, Autorin, Kuratorin und Künstlerin. Ihre Kunstinstallationen wurden u. a. am Deutschen Historischen Museum Berlin, Deutschen Hygiene Museum Dresden und am Kunstpalast Düsseldorf gezeigt. Mit ihrer preisgekrönten und international gereisten Dokumentation „Millis Erwachen“ feierte sie ihr Filmdebüt auf der 10. Berlin Biennale 2018. Installationen und Screenings folgten in der Bundeskunsthalle Bonn, Museum für Moderne Kunst Frankfurt u.v.m. Die gleichnamige Publikation erschien im selben Jahr im Orlanda Frauenverlag in Berlin. Basierend auf ihrem Buch „Sisters & Souls“ (2015) wird seit 2016 unter ihrer künstlerischen Leitung das sequentielle Empo-

werment-Theater „M(a)y Sisters“ zum Gedenken an die afro-deutsche Dichterin May Ayim am HAU Hebbel am Ufer Theater in Berlin inszeniert. Gastspiele gab es am Lichthoftheater Hamburg und am Düsseldorfer Schauspielhaus u.a. Als Residentin des "Vila Sul Programms" des Goethe Instituts verbrachte sie 2019 zwei Monate in Salvador de Bahia, Brasilien, wo sie nicht nur bestehende Projekte präsentierte, sondern auch neue Projekte entwickelte. Ihr Regiedebüt beging sie 2019/20 mit der internationalen Aufführung ihrer Dissertationsschrift „Afrokultur. Der Raum zwischen gestern und morgen“ (2016) in drei Ländern (Brasilien/USA/Deutschland) und drei Sprachen (portugiesisch/englisch/ deutsch). Mit der Publikation "The Comet - Afrofuturism 2.0" (2020) und das gleichnamige Symposium, das 2018 am HAU Theater von ihr kuratiert wurde, verlagerte sie erstmals ihren Schwerpunkt von der historischen Darstellung zu Zukunftsvisionen. Im April 2021 erscheint ihr neustes Buch, „Rassismus. Strukturelle Probleme brauchen strukturelle Lösungen“ als Reaktion auf den Black Lives Matter Sommer 2020.

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. osnabrück

Ernst Ludwig Kirchner, Erzählende Milli, 1909, Kreide und Farbkreide auf Papier, Brücke-Museum, Gemeinfreies Werk Lizenz CC-BY-SA 4.0

Konzept, das sich zur Erkennung und Benennung fortbestehender sozialpolitischer Ungleichheiten nutzen lässt.ii Die Ausstellung I AM MILLI bildet den vierten Teil des multimedialen Kunstprojekts, das mit dem Dokumentarfilm „Millis Erwachen“ 2018 seinen Ausgang nahm. Im gleichen Jahr erschien sowohl die Dokumentation, „Millis Erwachen“ als auch die bilinguale Publikation „Millis Erwachen. Schwarze Frauen, Kunst und Widerstand“ mit den ungekürzten Filminterviews aus „Millis Erwachen“. 2019 produzierte Natasha A. Kelly den Kurzfilm „Millis Rising“, eine Filmmythologie, für den Herbstsalon am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. In der Gruppenausstellung bekommen die Filmprotagonistinnen gemeinsam mit weiteren Schwarzen Künstlerinnen die Gelegenheit, ihre Kunstwerke sprechen zu lassen und Rassismus in Deutschland in seiner Strukturiertheit aus Schwarzer fe-

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ministischer Perspektive zu beleuchten. Häufig bleibt nämlich unsichtbar, dass Rassismus für Schwarze Frauen auf das Engste mit Sexismus verwoben ist. In der Ausstellung mit Begleitprogramm geht es weniger darum, den anklagenden Zeigefinger auf Einzelpersonen oder Personengruppen zu richten. Vielmehr soll ein Rahmen geschaffen werden, in dem ein gesamtgesellschaftliches Umdenken erfolgen und Rassismus in seiner strukturellen Verwobenheit als Machtmatrix verstanden werden kann. Das Projekt wird gefördert durch die Niedersächsische Lottostiftung und Stadt Osnabrück sowie den Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. hase29 Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück ii bell hooks (1992), Black Looks: Race and Representation, Boston.


. osnabrück

Förderer des Kulturmarathons (v. l.): Ludger Abeln (Caritas-Stiftung), Wolfgang Beckermann (Erster Stadtrat Osnabrück), Johannes Andrews (Evangelische Stiftungen), Dorit Schleissing (Felicitas und Werner Egerland Stiftung), Michael Prior (Bohnenkamp-Stiftung), Katharina Meyer (Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur), Ralf Hellige (Stiftung der Sparkasse Osnabrück), Patricia Mersinger (Stadt Osnabrück, Leitung Fachbereich Kultur), Anke Bramlage (Stadt Osnabrück, Projektbüro Fachbereich Kultur), Marius Kolkmeyer (Stadt Osnabrück, Projektförderung Fachbereich Kultur); Foto: © Stadt Osnabrück, Silke Buttmann

Sonderförderung Kulturmarathon Gemeinsam für Osnabrück

Osnabrück | www.kulturmarathon-os.de Die Arbeit der Kulturschaffenden ist durch die Corona-Pandemie in erheblichem Maße betroffen. Zusammen mit den Osnabrücker Stiftungen will die Stadt Osnabrück den Kulturschaffenden in der langen Laufzeit der Corona-Pandemie finanzielle Unterstützung bieten. Es bedarf neuer Konzepte und Ideen, die Kultur- und Kreativszene aufrecht zu erhalten und Einrichtungen und Soloselbständige vor dem Aufgeben zu bewahren. Die Friedensstadt Osnabrück fördert zusammen mit der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung, Felicitas und Werner Egerland Stiftung, Evangelische Stiftungen Osnabrück, Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur, Caritas-Stiftung und der Stiftung der Sparkasse Osnabrück Kulturveranstaltungen, Kulturprojekte, Ausstellungen oder Kunstwerke und Installationen. Kulturschaffende wie freie Kulturträger, Künstlerinnen und Künstler, Vereine, Initiativen und engagierte Einzelpersonen haben spannende Pro-

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kunst:stück

jekte entwickelt, die trotz Corona stattfinden können und diese bereits teilweise verwirklicht. Der Kulturmarathon unterstützt mit dieser Förderung die lebendige Kunst- und Kulturszene und die Vielfalt des Kulturlebens in Osnabrück. Die Felicitas und Werner Egerland Stiftung erweitert zudem in der aktuellen Förderrunde den Kulturmarathon um ein Sonderprogramm: TRANSITION fördert die konzeptionelle Entwicklung von Formaten, die es erlauben, Projekte kultureller Bildung und ästhetischer Praxis mit Kindern und Jugendlichen unter den ständig wechselnden Anforderungen der Pandemie-Auflagen stabil durchzuführen und somit zukunftsfähig zu bleiben. www.kulturmarathon-os.de www.felicitas-werner-egerland-stiftung.de www.elicitas-werner-egerland-stiftungtransition


. osnabrück

KQ

RNDM Katja Staats

Jens Raddatz

— Weiß auf Weiß — 12. März bis 24. April 2021

KunstQuartier | Bierstraße 33 | 49074 Osnabrück theoretisch geöffnet: Di – Fr 14 – 18 Uhr & Sa 11 – 16 Uhr immer online unter bbk-osnabrueck.de find us on Insta & FB kunst:stück

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. osnabrück

Ohne uns wird still

Musiker und Tontechniker können Anträge stellen. Infos, Kriterien, Antragsformular findet man auf www.benefiz-os.de Die Live-Veranstaltungsbranche ist von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen. Seit Anfang März 2020 herrscht fast absoluter Stillstand auf allen Bühnen und keiner weiß, wie lange dieser Zustand noch andauert. Doch es trifft nicht nur die Künstler und Soloselbständigen, sondern auch die Menschen, die hinter den Bühnen tätig sind. Techniker und Aufbauhelfer sind zum Großteil von einem Tag zum anderen arbeitslos geworden. Einige Kulturschaffende in Osnabrück haben sich zusammengeschlossen und diese Benefiz-CD nur mit Künstlern aus der Region erstellt. Jeder Teilnehmende stellte ei-

ne seiner Aufnahmen zur Verfügung, die Fa. SOLARLUX hat das Sponsoring für das komplette Projekt, inklusive Pressung, Porto und Verpackung, übernommen. So kann der CD-Preis ohne jegliche Abzüge vollumfänglich auf ein Spendenkonto gehen. Die Unterstützung geht an freiberuflich bzw. selbstständig tätige Kulturschaffende, deren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in der Stadt Osnabrück und dem Landkreis Osnabrück liegen, und die aufgrund der Covid19-Pandemie in ihrer Berufsausübung behindert sind. Crewmitarbeitern und Soloselbstständigen soll so unter die Arme gegriffen werden, ein Signal der Hoffnung wird durch den Kauf dieser CD geschenkt.

? – diMensionAl 20. März bis 30. April 2021

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kunst:stück

Bierstraße 2 · 49074 Osnabrück www.skulptur-galerie.de Mo, Mi, Do, Fr 11–18 Uhr, Sa, So 11–16 Uhr, u. a. A.


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HörenMachen | März - September 2021

Das münsterlandweite Klangkunstfestival

Außergewöhnliche Klänge an authentischen Kulturorten, poetische Klangobjekte, raumfüllende Installationen, experimentelle Workshops, Improvisation... »SOUNDSEEING« begeistert mit hochkarätiger Klangkunst! Die Klangkünstler*innen 2021: Anahad | Pierre Berthet | Michael Bradke | Elisabeth Coudoux | Frauke Eckhardt | Christian Faubel | Peter Kiefer Jan Klare | Till Kniola | Christina Kubisch | Dodo Schielein Christof Schläger | Ralf Schreiber | SPLASH | Erwin Stache Talking Horns | Tina Tonagel

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[ ]

07.03. - 25.04. | WEAVING | Eröffnungsausstellung Sound-Installationen Christina Kubisch DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst | Hörstel

01.05. - 20.06. | »global drifting« / »lost waves«

<>

Klanginstallationen Frauke Eckhardt | kubaai | Bocholt

30.05. - 20.06. | Musikmaschinen und Klangapparaturen Christof Schläger | Ausstellungshalle am Hawerkamp | Münster

Träger: Landesmusikakademie NRW T +49 (0)2568 9305-0 | info@landesmusikakademie-nrw.de

Mehr sehen und hören? Gefördert durch:

Kulturpartner:

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TRANSITION

Sonderprogramm des Kulturmarathon Osnabrück | www.kulturmarathon-os.de

In Kooperation mit der Stadt Osnabrück erweitert die Felicitas und Werner Egerland Stiftung in der aktuellen Förderrunde den „Kulturmarathon“ um ein Sonderprogramm: TRANSITION fördert die konzeptionelle Entwicklung von Formaten, die es erlauben, Projekte kultureller Bildung und ästhetischer Praxis mit Kindern und Jugendlichen unter den ständig wechselnden Anforderungen der Pandemie-Auflagen stabil durchzuführen und somit zukunftsfähig zu bleiben. Ebenso soll TRANSITION junge Künstlerinnen und Künstler dabei unterstützen, ihre Arbeits- und Präsentationsformen der pandemischen Situation anzupassen. Im Idealfall entstehen dabei Konzepte, die auch über die Zeit der pandemischen Einschränkungen hinaus als eigenständige Formate die bisherige Arbeit ergänzen können. Neben der finanziellen Unterstützung von Projektentwicklungen in einer Höhe von insgesamt bis zu 80.000€ macht TRANSITION es sich zur Aufgabe, die in den geförderten Projekten erzielten Erfahrungen, z.B. hinsichtlich Methoden, technischer Hilfsmittel oder Präsentationsformen, zu veröffentlichen und somit auch für weitere Kulturschaffende Anregung für einen

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stabilen Proben-, AG- und Projektbetrieb zu geben. Johannes Dälken, Vorsitzender der Felicitas und Werner Egerland-Stiftung, erläutert die Motivation der Stiftung, dieses spezielle Programm ins Leben zu rufen: „Kulturelle Bildung spielt im Alltag Osnabrücker Kinder und Jugendlicher an Schulen eine immer bedeutendere Rolle. Ebenso gehören für viele Kinder und Jugendliche Musikunterricht, Kunstkurse oder Theatergruppen zu regelmäßigen Aktivitäten, die ihre Leben bereichern. Bei all dem müssen aktuell starke Einschränkungen bis hin zum völligen Stillstand hingenommen werden. Gleichzeitig ist für viele Dozent*innen aufgrund der aktuellen Lage ihre künstlerische Zukunft bedroht. Mit TRANSITION möchten wir dazu beitragen, dass auch weiterhin Künstler*innen und Kulturvermittelnde das kulturelle Leben der Stadt und in besonderem Maß das Leben der Kinder und Jugendlichen, die an ihren Angeboten teilnehmen, bereichern.“ www.kulturmarathon-os.de www.felicitas-werner-egerland-stiftung.de www.elicitas-werner-egerland-stiftungtransition


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RNDM Katja Staats

Jens Raddatz

— Weiß auf Weiß — 12. März bis 24. April 2021

KunstQuartier | Bierstraße 33 | 49074 Osnabrück theoretisch geöffnet: Di – Fr 14 – 18 Uhr & Sa 11 – 16 Uhr immer online unter bbk-osnabrueck.de find us on Insta & FB kunst:stück

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Rolf Overberg

Schaffensphase 1976–1993 31. Januar bis 13. März 2021 www.skulptur-galerie.de

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Rolf Karl Maria Overberg (1933 – 1993) war einer der bedeutendsten Künstler Osnabrücks. Lehre und Studium der Keramik und Studium Bildhauerei an der Werkkunstschule Münster. 1960 Gründung der eigenen Werkstatt in Osnabrück, von 1965 bis zu seinem Tod 1993 arbeitete er in einer Werkstattgemeinschaft mit Johannes Eidt in der Hegerstraße.

viele große Wandgestaltungen und große Plastiken geschaffen. Er war einer der angesehensten Keramiker Deutschlands und wurde durch viele Preise ausgezeichnet – 1967 mit Niedersächsischen Staatspreis.

Von der Gefäßkeramik kommend entstanden bald figürliche und abstrakte Plastiken. Besonders in den letzten Jahren hat er

skulptur-galerie.de Bierstraße 2, am Rißmüllerplatz 49074 Osnabrück

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––– Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, 11–18 Uhr / Sa, So, 11–16 Uhr und auf Anfrage


. osnabrück

20. 3. – 18. 4. 2021 Textile Arbeiten von Dörte Putensen

Zickzack

Mühlenort 6, 49565 Bramsche, Tel. 0 54 61/94 51-0 www.tuchmachermuseum.de, Di. – So. 10.00 – 17.00 Uhr R

kabinettausstellung

www.draiflessen.com

nzeige_kunststueck.indd 1 04.11.2020–09.05.2021

18.02.202

Wagnis Tonfilm

11. November 2020 – 20. Juni2021

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Christine Wamhof, Jeans 3

? - dimensional

die Künstlerin Christine Wamhof 20. März bis 30. April 2021 www.skulptur-galerie.de

Die skulptur-galerie.de präsentiert Arbeiten der Künstlerin Christine Wamhof. Der Schwerpunkt der von Sabine Witt kuratierten Ausstellung liegt auf den plastischen, objekthaften Arbeiten der Künstlerin, die bis zu ihrem viel zu frühen Tod im Juli 2020 ihren festen Platz in der Osnabrücker Kunstszene hatte. Im Rahmen ihres Studiums an der Universität Osnabrück wurde Christine Wamhof mit dem Piepenbrock Förderpreis ausgezeichnet, und wurde zweimal für den Kunstpreis des Museums- und Kunstvereins Osnabrück e.V. nominiert. Zu einer ihrer letzten Arbeiten zählte die vielbeachtete Projektionsinstallation „Fallen“ am Felix-Nussbaumhaus, gemeinsam erarbeitet mit Tim Rossberg.

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Diese Ausstellung ist das erste Projekt des von Osnabrücker Kulturschaffenden in Juni 2020 gegründeten Vereins Dreidimensional e.V., der ab Juli 2021 Träger der Galerie werden wird. Das Projekt wird gefördert von dem Landschaftsverband Osnabrücker Land und der Stiftung der Sparkasse Osnabrück. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. ––– Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, 11–18 Uhr / Sa, So, 11–16 Uhr und auf Anfrage pandemiebedingte Änderungen möglich skulptur-galerie.de Bierstraße 2, 49074 Osnabrück


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Von: Sobald wie möglich Bis: Ende April 2021 STEPHAN US & GÄSTE PSSSSST! STILL WIRD ES GEWESEN SEIN

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making places reflecting you

pro office Büro + Wohnkultur Sutthauser Str. 287, 49080 Osnabrück Tel.: 0541.33 50 63 0, Fax: 0541.33 50 63 3 www.prooffice.de


usm.com


. Osnabrück / bad rothenfelde

Thomas Fleischer

Kunst im Kinderzimmer 20. März (Eröffnung: 18 Uhr) bis 19. September 2021 www.kunstzelle.jimdosite.com

Öffnungszeiten: täglich 6 – 23 Uhr Kurator / Sponsor: Manfred Heinze, Osnabrück Fa. Ofen & Lehm, Norbert Deutschmann, Osnabrück Seit vielen Jahren sammelt Thomas Fleischer auf Flohmärkten Spielzeugfiguren. In der KUNSTZELLE zeigt er nun einen kleinen Teil seines dokumentarischen Archivs, der das weite Spektrum an künstlerischen Formen und Entwürfen deutlich werden lässt. Spielzeugfiguren sind neben Büchern, Filmen und PC-Spielen die heimlichen Erzieher im Kinderzimmer, durch die Rollenbilder und Einstellungen zu Gewalt, Sexualität und zur eigenen Körperlichkeit

geprägt werden. Kinder sind von „bösen“ Figuren häufig fasziniert und wünschen sich als Spielzeug Monster und Ungeheuer. Sie kennen aggressive Regungen aus ihrem Erleben und haben das Bedürfnis, dem Bösen ein Gesicht zu geben. So hat das Spiel mit derartigen Figuren auch eine kathartische Wirkung. Kunstzelle Koksche Straße 79, 49080 Osnabrück

Lichtsicht 7 Projektions-Triennale

Videoprojektionen auf den Gradierwerken in Bad Rothenfelde Julius von Bismarck, Feuer mit Feuer, Video-Montage, 2020

Die Beamer der lichtsicht 7 Projektions-Triennale sind ausgeschaltet. Die Veranstaltungsgesellschaft hat sich aufgrund der Corona-Situation für einen Abbruch der lichtsicht 7 entschieden. Es wird jedoch eine komplette Wiederholung der Veranstaltung geben. Angestrebt wird diese für den Herbst/Winter 2021/2022, kündigt Bürgermeister Klaus Rehkämper an – wobei die endgültige Entscheidung über den Wiederholungstermin von der weiteren Entwicklung der CoronaPandemie abhängt.

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www.lichtsicht-triennale.de | Wiederholung im Herbst / Winter 2021 / 2022 geplant Das Heilbad Bad Rothenfelde im Osnabrücker Land soll und wird wieder Geheimtipp der Kunstinteressierten abseits der großen Metropolen sein. Die lichtsicht 7 hat mit dem neuen Rhythmus als Triennale und gleichzeitig durch die Vielfalt der Werke einen anderen Akzent gesetzt. Erstmals ergänzte eine neue Generation von Künstler*innen die großen Namen wie Jeffrey Shaw, Refik Anadol, Julius von Bismarck, Lu Yang und Wang Dong Ling in der Galerie der Projektionen an den Gradierwerken und im Kurpark. → www.lichtsicht-triennale.de


. osnabrück

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. bramsche

Zickzack

Textile Arbeiten von Dörte Putensen

20. März bis 18. April 2021 Tuchmacher Museum Bramsche | www.tuchmachermuseum.de Dörte Putensen gestaltet in ihren textilen Arbeiten Landschaften, Tiere, menschliche Körper und Prozesse. Dabei verläuft nichts geradlinig. Viele Umwege der Maschinennadel fügen sich am Ende in ein kleines Wunderwerk. „Zickzack“ lautet daher auch der Titel ihrer Ausstellung, die vom 20. März bis zum 18. April in der Kornmühle zu sehen ist. Eigentlich sollte die Ausstellung im vergangenen Frühjahr gezeigt werden, musste aber aufgrund der CoronaPandemie um ein Jahr verschoben werden.

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Durch eine Vielzahl von Zickzacknähten bestechen die Werke von Dörte Putensen. Dieses markante Merkmal vergleicht die Künstlerin mit „unsichtbaren Schwingungen und Rhythmen im Universum. Jedes Auf und Ab wie im Leben so auch hier im Nähprozess, verbindet Charaktere und Unterschiede, die Gemeinschaft wächst zusammen.“ „Am Anfang steht die Leidenschaft“, schwärmt die Künstlerin über den Entstehungsprozess ihrer Arbeiten: „Das Zu-


. bramsche

Dörte Putensen, figura female (Ausschnitt), Foto: Dörte Putensen

sammentragen von Farbnuancen und das Fühlen der Textilien beeinflussen das Ergebnis ganz entscheidend.“ Vor dem Hintergrund massenhaft anfallenden Textilmülls können nur winzige Stoffstücke Ausgangspunkte ihrer Kreationen werden: „Jeder noch so kleine Fetzen ist wertvoll genau dort, wo er seine Position bezieht.“ So leben die Bilder von Dörte Putensen durch die Vielfalt der Nähte und Überlagerungen. Sie zeigen eine Reaktion auf den Lichteinfall und die unterschiedlichsten Blickwinkel der Betrachter. Viele Stunden textiler Feinarbeit stecken in jeder Arbeit der Künstlerin.

kenbildnerin war zunächst am Mannheimer Nationaltheater und später an verschiedenen Bühnen sowie beim Film und Fernsehen tätig. Auch während ihrer langen Theaterkariere blieb sie dem Nähen treu und fertigte nebenberuflich Kostüme für Kleindarsteller an. Vor 10 Jahren gelang ihr der persönliche Neuanfang in Oldenburg. Unter dem Motto „Ich male mit Stoff“ begann ihre Auseinandersetzung mit den textilen Gestaltungsmitteln in der Bildenden Kunst. Seit 2014 ist sie Mitglied im Verband Bildender Künstler und nimmt regelmäßig an Gemeinschaftsprojekten teil.

Dörte Putensen, gebürtige Schwerinerin, näht seit ihrer Kindheit. Die studierte Mas-

Tuchmacher Museum Bramsche Mühlenort 6, 49565 Bramsche

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. herford

Flüchtige Blicke

Ausstellung in der Herforder Innenstadt Videos, Installationen, Objekte seit Mitte Dezember 2020 – Ende offen Kulturbeutel Herford | www. kulturbeutel-herford.de Herforder Kunstverein | www.herforder-kunstverein.de Kunstverein Kreis Gütersloh | www.kunstverein-gt.de Rote Punkt Aktion für Kunst und KünstlerInnen in OWL In Zeiten der Pandemie hat der Herforder Kulturbeutel e.V. den Geist der Rote Punkt Aktion (Selbsthilfe Protestaktion gegen Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr von 1969) wieder aufgegriffen und zu einem Hilfsprogramm für die Kunst im Lockdown-Modus neu aktiviert. Flüchtige Blicke deshalb, weil zu einem kurzweiligen, coronagerechten Kunstgenuss eingeladen wird. Über die Herforder Innenstadt verteilt markieren rote Punkte Orte, in denen Flachbildschirme in den Schaufenstern der geschlossenen Geschäfte platziert sind - ein Kulturparcours der ganz besonderen Art. Es ist dem Kulturbeutel gelungen, die Kunstszene OWLs zu mobilisieren und ansteckungsfrei in Herford zu präsentieren. So laufen von jeder Künstlerin und jedem Künstler auf den TV-Screens ca. 2 minütige Loops von ihren neuesten Arbeiten oder Aktionen. Über das Flachbildschirmprogramm hinaus zeigt der Kulturbeutel auch Künstlerinnen und Künstler, die ihre Skulpturen und Installationen in einigen Schaufenstern der Herforder Innenstadt in Realität aufgebaut haben. Die Rote Punkt Aktion in Herford ist eine Kunst Aktion mit „work in progress“-Charakter. Eine Aktion, die ständig dazu gewinnt, eine Kunstaktion mit Schneeballeffekt. Bewerbungen an: kulturbeutel-herford@web.de Neben dem Kulturbeutel Herford, der Treppenhausgalerie, dem Kunstverein Herford und dem Kunstverein Kreis Gütersloh nehmen aktuell 35 Künstlerinnen und Künstler teil: Ralf Bittner, Katharina Bosse, Vera Brüggemann, Susanne von Bülow, Ulrike Buhl, Ralf Filges, Annie Fischer, Ralf Fölling, Beate Freier-Bongaertz, Stephanie Gauster, Christine Gensheimer, Frank Gillich, Moritz Götze, Angelika Höger, Nils Hommel, Susanne Kinski, Jessica Koppe, Ruppe Koselleck, Wolfgang Meluhn, oralapostel, Mathias Poltrock, Jürgen J. Rebig, Achim Reichert, Jakob Schöning, Gisela Schuto, Alexandra Sonntag, Jörg Spätig, Martin Spengler, Michael Strauß, Tina Tacke, Jobst Tilmann, Kristine Wedgwood-Benn, Weizenfeld, Emil Wesemann. ––– Abb. links: v.o.n.u. Roger Oldemeier vom Kulturbeutel Herford beim Aufbau der Ausstellung in Schaufenstern der Herforder Innenstadt. Hier zu sehen die Arbeit des Künstlers Weizenfeld, "Angstbeisser"und darunter "it´s a mens world"// Jobst Tilmann, "Netz" // Große Abb. Martin Spengler, "Kathedrale"

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. mettingen

Hendrik Cornelisz. Vroom, Kriegsschiffe in ruhigem Gewässer, Ende 16. /Anfang 17. Jahrhundert, Draiflessen Collection (Liberna), Mettingen, Foto: Stephan Kube

Seestücke

4. November 2020 bis 9. Mai 2021 Draiflessen Collection, Georgstraße 18, 49497 Mettingen | www.draiflessen.com

Beim Anblick des Meeres spüren wohl die meisten Menschen eine unerklärliche Faszination. Diese Faszination zeigt sich seit jeher in der Kunst. Besonders in den Niederlanden des 17. Jahrhundert werden Darstellungen der Schifffahrt und der See zu eigenständigen Bildmotiven. Es entsteht ein neues Kunstgenre: das Seestück. Dramatische Seeschlachten, Flottenparaden und alltägliche oder sehnsuchtsvolle Küstenlandschaften spiegeln nicht nur das politische, sondern auch das gesellschaftliche Interesse an der Seefahrt wider. Die Kabinettausstellung der Draiflessen Collection beleuchtet die verschiedenen Facetten und die Entwicklung des Genres mit Zeichnungen, Grafiken und einem Gemälde der Sammlung, die zusammen mit nautischen Instrumenten aus dieser Zeit präsentiert werden. Krieg und Handel Im 17. Jahrhundert – der „Geburtsstunde“ des Seestücks – ringen die drei vorherrschenden Seemächte Europas England, die Niederlande und Spanien um die Seehandelswege. Damit werden die Meere zunehmend zum Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, die den politischen Alltag Europas prägen und damit ihren Weg in künstlerische Darstellungen finden. Der Kampf um Handelsrouten hängt unmittelbar mit wirtschaftlichen Entwick-

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lungen der jeweiligen Länder zusammen. Das Goldene Zeitalter der Niederlande bringt eine reiche, kaufmännische Bürgerschaft hervor, die zu den neuen Auftraggebern der Künstler werden. Ihr Interesse gilt dabei alltäglicheren Motiven, die ihre Lebenswelten wiedergeben – und dazu gehört vor allem der Handel. Hafenansichten, die vor großen Schiffen nur so wimmeln, lassen keinen Zweifel an der wirtschaftlichen Macht der Auftraggeber. Der Mensch und das Meer Die detaillierten Darstellungen der Schiffe, so aufwendig, dass diese auch als Schiffporträts bezeichnet werden, verdeutlichen das Interesse und die Wertschätzung für die Wasserfahrzeuge. Immer wieder werden sie in stürmischer See gezeigt und wie sie dem Wetter und den Gezeiten trotzen. In dramatischer Schräglage und mit geblähten Segeln bevölkern sie die Küsten und Häfen. Teilweise entsteht der Eindruck, dass die Schiffe als Verbindung zwischen Mensch und Natur dienen, wenn sie vor felsigen Küstenabschnitten kreuzen. Diese Beziehung erscheint aber ambivalent: Einerseits ist das Meer eine bedrohliche Naturgewalt, andererseits ermöglicht Seefahrt die Bezwingung der ländlichen Grenzen und nicht zuletzt wirtschaftlichen und politischen Erfolg.


. mettingen

Abb. oben: Dreharbeiten zum Spielfilm Das Meer ruft!, Eidophon-Zeitung, 1 (1932) Abb. unten: Porträtaufnahme von Bernhard Joseph Brenninkmeijer, um 1925

„Das Meer ruft!“ Wagnis Tonfilm

11. November 2020 bis 20. Juni 2021 Draiflessen Collection, Georgstraße 18, 49497 Mettingen | www.draiflessen.com Während der 1920er-Jahre war die Entwicklung eines tauglichen Tonfilmverfahrens die technische Herausforderung. Im Auftrag großer Konzerne in den USA und in Europa arbeiteten Ingenieure an dem besten Verfahren, Ton und Bild synchron aufzunehmen und auch wiederzugeben – kurzum: Das Rennen um den Tonfilm hatte begonnen. An diesem beteiligten sich der Textilkaufmann Bernhard Joseph Brenninkmeijer, Miteigentümer von C&A, und der katholische Priester Könemann. Beide gründeten gemeinsam eine Filmgesellschaft, die Eidophon. Anhand zahlreicher Ausstellungsstücke und mehrerer Medienstationen in einer Präsentation in DAS Forum widmet sich die Draiflessen Collection dieser ungewöhnlichen Verbindung. Ein besonderes Highlight sind dabei die Ausschnitte der beiden von der Eidophon produzierten Spielfilme.

Kirche, Kommerz und George Als Korrektiv gegen die vielen „Schund- und Schmutzfilme“ ihrer Zeit, wollte die Eidophon Filme produzieren, die zwar mit den Moralvorstellungen der katholischen Kirche vereinbar, aber zugleich kommerziell erfolgreich sein sollten. Bereits zu Beginn wurden fünf Spielfilme geplant. Zwei davon kamen schließlich Anfang 1933 in die deutschen Kinos – dabei das Drama „Das Meer ruft!“ mit Heinrich George in der Hauptrolle, einem der damals bekanntesten deutschen Filmund Theaterschauspieler und Vater des späteren Schimanski-Darstellers Götz George.

Ein ungleiches Paar Bernhard Joseph Brenninkmeijer unterstützte Heinrich Könemann, der auch einen Doktortitel in Physik besaß, bei dessen Bestrebungen ein Verfahren zu entwickeln, den Tonfilm zu optimieren. Der Unternehmer richtete dem Geistlichen dafür sogar eigens ein Labor in Berlin ein. Innerhalb weniger Jahre meldete Könemann international mehr als ein Dutzend Patente an, die sie dann versuchten, zu verkaufen, daran aber scheiterten. Das war der Auslöser, eine eigene Gesellschaft zu gründen.

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. rheine

Photo: Stephan US

Pssssst! – Still wird es gewesen sein Idee und Konzept: Stephan US bis Ende April 2021 Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de Pssssst! ... Pssssst! ... Stille ... Die Ausstellung „Pssssst! – Still wird es gewesen sein“ erforscht die Stille und das Schweigen. In einer sich ständig wandelnden Präsentation werden zum einen die bisher in Münster und dem Münsterland durchgeführten künstlerischen Experimente gezeigt. Mit vielfältigen Positionen international agierender Künstler*innen wird die Ausstellung aber auch selbst zum Leise-Labor. Ob Performances, Installationen, Videoarbeiten, Fotografien, literarische Texte, Malerei, Vortrag oder Konzert, flüchtig oder permanent – es wird still. Die Ausstellung versucht ein facettenreiches Spiel von der bewegten Stille bis zur Totenstille, vom meditativen Schweigen bis zum Verschweigen zu eröffnen. Es wird still. Still bis zum Getöse der Stille. Stephan Us lebt und arbeitet als Künstler, Kurator, Vermittler und Dozent in Münster. Im Mai und Juni 2020 hat er mit „Pssssst! Eine stille Performance, bis die Poesie wieder lauter ist als das Wort Corona“

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im Kreuzgang des Klosters einen Vorgeschmack auf die Ausstellung gegeben. Beteiligte Künstler: Alphonse Allais (F), Ralf Emmerich, Ralf Haarmann, Amira Hammami, Werner Henkel, Christiane Hommelsheim. Kurt Johannessen (NOR), Antoni Karwowski (PL), Shabnam Parvaresh, Sabine Seume, Rob Sweere (NL), Stephan Us, Martine Viale (F), Elke Werner, Thomas Wrede, u. A. ––– Pssssst! wird gefördert durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Regionale Kulturpolitik NRW, Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren NRW e.V., Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial Versicherung, Kulturamt der Stadt Münster, Kloster Bentlage Rheine Kloster Bentlage Bentlager Weg 130, 48432 Rheine


. bremen . rheine

Hermann Willers, Ansichtssache

Hermann Willers Ansichtssache

bis Ende April 2021 Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de Bekannt geworden ist der Fotograf Hermann Willers vor allem durch seine einfühlsamen Stadtportraits von Rheine, Tecklenburg, Münster und Berlin. Außerdem durch den Bildband „florales“, seinen Hymnus auf die Vergänglichkeit der Flora. In staunenswerter Weise brachte er darin das Kunststück fertig, durch Weglassen mehr zu zeigen. Mit sicher fokussiertem Blick blendete er das ganze laute Drumherum aus und konzentrierte sich streng auf das wesentliche Detail. Indem er das Kleine groß und das Große klein zeigt, stiftet er den staunenden, hinterfragenden, suchenden Betrachter zu entdeckendem

Sehen an. Mit seinem neuen Projekt „Ansichtssache“ geht er nun aber noch einen entscheidenden Schritt weiter. Bei wiederholter Betrachtung seines über mehr als zehn Jahre angewachsenen Bilderschatzes kommunizierten Motive plötzlich miteinander und bildeten einen stimmigen gedanklichen Einklang. Den machte Hermann Willers zu seinem neuen Thema und stellte verwandte Motive paarweise zusammen. Bei den Paaren muss man sehend Denken und tiefer hinschauen, um ihren poetischen Zusammenhang zu ergründen.

–––

Bentlage@home Digitales Angebot

Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de Bentlage on Screen! Die Digitalisierung schreitet voran und das Kloster Bentlage mit ihr. Dabei spielten auch die Entwicklungen der Corona-Pandemie eine Rolle: Die künstlerische Begegnung sollte trotz Covid-19 möglich sein. Ausstellungshighlights und Projekte, die nicht wie geplant stattfinden konnten, fanden alternative Präsentationsformen im virtuellen Ausstellungsraum: Bentlage@Home. Hier finden

Sie alles, was Bentlage an digitaler Kultur zu bieten hat. 3D-Rundgänge, Führungen, Social Media News, die Mediathek und Videobotschaften bieten ihnen die Möglichkeit Bentlage von jedem Ort der Welt aus zu besuchen. Kloster Bentlage Bentlager Weg 130, 48432 Rheine

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oben: Klang Wellen, Foto und Art: FraukeEckhardt // Abb. rechte Seite: Erwin Stache, Foto: Kathrin Schulthess (Ausschnitt)

SOUNDSEEING

Das münsterlandweite Klangkunstfestival

Drei Einzelausstellungen in Hörstel, Bocholt und Münster Installationen, Konzerte, Performances und Workshops an 10 Orten von März bis September 2021 www.soundseeing.net

Außergewöhnliche Klänge an münsterländischen Kulturorten, das zeichnet das bundesweit einmalige Klangkunstfestival SOUNDSEEING schon seit mehr als 12 Jahren aus. Das kooperative spartenübergreifende Festival ermöglicht mit seinem Zusammenspiel von Ausstellungen, Performances, Konzerten und Workshops von hoher künstlerischer Qualität ein tiefes sinnliches Erleben von Klängen im Raum. Unsere akustische Umwelt ist reicher und inspirierender als wir denken. Musik, Improvisation, Technik und Experimentierfreude bringen die unterschiedlichsten Kulturorte im Münsterland zum Klingen! SOUNDSEEING 2021 startet am 07.03. im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst mit der neuen ortsbezogenen Klanginstallation „weaving“ der international renommierten Künstlerin Christina Kubisch siehe nächste Seite Baustein 1 und folgende Seite). Die Eröffnung findet alternativ online statt. Weitere international bekannte Künstler wie Anahad, Pierre Berthet, Michael Bradke, Elisabeth Coudoux, Frauke Eckhardt, Christian Faubel, Peter Kiefer, Jan Klare, Till Kniola, Dodo Schielein, Christof Schläger, Ralf Schreiber, SPLASH, Erwin Stache, Tal-

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kunst:stück

king Horns, Tina Tonagel u.a. werden ebenfalls zu Gast sein. Sämtliche Künstler*innen lassen sich mit allen Mitteln der Klangkunst auf die besonderen Kulturorte ein und verzaubern sie mit ihren poetischen Klangobjekten, raumfüllenden Installationen, Staubsaugerkonzerten, Klangparcours‘, öffentlichen Hörspielvorführungen, solaren Klangobjekten und neuartigen Instrumenten. Kurator ist Prof. Stephan Froleyks (Musikhochschule Münster), Trägerin die Landesmusikakademie NRW, Partner sind das DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst, cubacultur (Münster), Stadt Bocholt und LWL-Industriemuseum TextilWerk, Kunstverein Münsterland (Coesfeld), rock’n‘popmuseum (Gronau), Kloster Bentlage (Rheine), Burg Vischering (Lüdinghausen), Kulturgut Nottbeck (Oelde), Musikschule Ibbenbüren und Eiskeller Altenberge. Das Festival wird aufgrund der derzeitigen Herausforderungen fluide organisiert, sämtliche Konzerte, Performances, Installationen und Workshops sind ständig aktualisiert zu finden unter: www.soundseeing.net


. soundseeing . bremen

Drei Bausteine machen das Festival aus: (Alle Terminangaben unter Vorbehalt)

1. Drei Einzelausstellungen

Den Rahmen des Festivals und damit eine räumliche Triangel über das Münsterland bilden drei große Einzelausstellungen mit den international renommierten Klangkünstler*innen Christina Kubisch, Frauke Eckhardt und Christof Schläger. Sie präsentieren bereits bestehende und neue Werke und bilden damit den künstlerischen Schwerpunkt von SOUNDSEEING. Die Eröffnung der Ausstellung von Christina Kubisch in Hörstel im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst am 7. März bildet den Auftakt des Festivals und ist zuerst nur online zu erleben. Sie dauert bis zum 25.04.2021. Frauke Eckhardt gestaltet Werke open Air im Bocholter kubaai-Park und im LWL-Textilwerk. Sowohl ihre Klanginstallation im Außenraum „global drifting“ als auch ihre Installation „lost waves“ im Saal der Weberei können vom 1. Mai bis zum 20. Juni besichtigt werden. Christof Schläger zeigt spektakuläre Objekte in Münster in der Kunsthalle Hawerkamp. Er eröffnet seine Ausstellung „Musikmaschinen und Klangapparaturen: Geräuschmusik, Ambient und Experimentalelektronik“ am 30. Mai um 12 Uhr. Sie dauert bis zum 20. Juni.

2. Konzerte, Performances, Klangkunst-Installationen

Der zweite Baustein umfasst Konzerte, Performances, Live-Formate und KlangkunstInstallationen. So sind unter anderem Konzerte mit Musikmaschinen (Christof Schläger), Performances mit elektronischer Musik (Till Kniola), Papermusic (Dodo Schielein), Konzerte mit der NRW Experimental-Bigband „The Dorf“, mobile bespielbare Klanginstallationen (Michael Bradke), Klangspaziergänge, Workshopkonzerte mit Studierenden der Klangkunstklasse der Universität Mainz (Prof. Peter Kiefer) sowie Aufführungen von SPLASH Percussion NRW u.a. geplant.

3. Vermittlungsprogramm „HörenMachen“

Ein dritter Baustein umfasst das Vermittlungsprogramm „HörenMachen“ Neben der hohen Qualität der präsentierten Klangkunst spielt bei SOUNDSEEING 2021 die Vermittlung und gesteigerte Wahrnehmung dieser besonderen Kunstform an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Bildender Kunst und neuer, experimenteller Musik eine wichtige Rolle. Das Spektrum reicht von einer Vielfalt an Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene über Gesprächsrunden und Führungen bis hin zu Projekten mit Studierenden der Universität Mainz. Ein Schwerpunkt des Programms „HörenMachen“ wird das „Mobile Musik Museum“ des Künstlers Michale Bradke bilden. Das Mobile Musik Museum sammelt, bewahrt und entwickelt seit 20 Jahren Klangskulpturen, Musikinstrumente, Geräuschwerkzeuge sowie klingende Fundstücke, musikalische Spielregeln und Körpermusik aus der ganzen Welt. Mit Bühnenprogrammen, MitMachAusstellungen und Open-Air-Events werden Kinder, Familien und pädagogische Multiplikatoren zum aktiven Musizieren verführt. Michael Bradkes Mobiles Musik Museum wird im Rahmen von Soundseeing am 19.06. in der Innenstadt Ibbenbüren, am 12.08. auf dem Gelände der Landesgartenschau Gronau, vom 20.-22.08. auf der Burg Vischering, am 22.08 im DA Kunsthaus Gravenhorst und Anfang September auf dem Kulturgut Haus Nottbeck zu sehen und zu erleben sein.

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. soundseeing

Weaving, Christina Kubisch, Foto: Istvan Vandor

Christina Kubisch Weaving

DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst www.soundseeing.net

Weaving ist eine ortsbezogene Installation mit Kupferkabeln, die über Stahlrohre gespannt sind und in ihrer Gesamtheit wie ein überdimensionaler Webstuhl wirken. Die Besucher können zwischen den elektrischen Leitungen frei umhergehen und hören mit speziellen kabellosen Induktionskopfhörern die in den Kupferkabeln zirkulierenden Klänge. Diese neu aufgelegte Arbeit für das Kloster Gravenhorst besteht aus Aufnahmen elektrischer Webstühle, die im Textilmuseum Bocholt aufgenommen wurden. Hinzu kommen hörbare elektromagnetischer Felder aus dem digitalen Gewebe des world wide web. Klänge, die normalerweise nicht hörbar sind, wurden in verschiedenen Ländern mit Spezialkopfhörern mit Kupferspulen aufgenommen. Die Tätigkeit des Webens, einst mit meditativer Handarbeit oder filigranen Spinnweben assoziiert, erscheint hier als industrieller Produktionsablauf oder als perfektionierte elektrische Kommunikation. Der Begriff des Webens wird hinterfragt und neu interpretiert. Durch verschiedene Bewegungsabläufe im Raum entstehen individuelle Hörerfahrungen

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und Klangüberlagerungen, der Hörer wird selbst aktiver Mitverfasser des akustischen Geschehens. Gedanken der Künstlerin zum Projekt „weaving“, speziell für das DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst: Das Kloster war nicht nur Ort der Meditation und Gebete, sondern auch schon damals ein Ort der Verwaltung und Kommunikation. Die Nonnen haben mit viel Erfolg ihre Güter und Anwesen selbst verwaltet. Später wurde das Gebäude Teil einer Fabrik und industriellen Fertigung, heute ist es Kulturort. Die Vielfalt der Nutzungen wird auch in der Installation angesprochen: Kupfer als rituelles magisches Material, die Klänge der Webstühle aus der Industriekultur, die elektromagnetischen Signale aus der digitalen Kommunikationswelt. Mich hat immer beeindruckt, wie geschickt die Hightech Welt Namen für ihre Produkte ausgesucht hat: die Wolke, die Maus, das Weben etc. Alles schafft Assoziationen zur Natur, zu natürlichen Prozessen, die im Gegensatz zur tatsächlichen "elektrischen Realität" stehen.


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ROLF OVERBERG SCHAFFENSPHASE 1976 —1993 31. JANUAR BIS 13. MÄRZ 2021

Bierstraße 2 · 49074 Osnabrück · www.skulptur-galerie.de Mo, Mi, Do, Fr 11–18 Uhr, Sa, So 11–16 Uhr

Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2019 Michaela Meise Arbeiten auf Papier Städtische Galerie Nordhorn staedtische-galerie.nordhorn.de kunst:stück

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. ausstellungen weiter weg

Gravenhorster

SAISONALE

temporäre Kloster.Garten.Kunst

Foto: Michael Jezierny

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

Klosterstraße 10, 48477 Hörstel | www.da-kunsthaus.de

SAISONALE* Jahreszeit im DA März bis Oktober 2021

KLOSTERGRÜN als Bühne für Kunst und Interventionen

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst | www.da-kunsthaus.de #gravenhorstersaisonale Blühende Landschaften – 2021 erreicht die Gravenhorster SAISONALE* ihren Höhepunkt. Die geladenen Künstlerinnen und Künstler feiern „Blütezeit“ und legen ihr Augenmerk darüber hinaus auf Zukünftiges. Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Regionalität und Selbstversorgung treiben sie um und ihre künstlerischen Blüten. Wiederum sind die Landschaft und unmittelbare

Naturumgebung des Klosters Gravenhorst der Nährboden für Interventionen, wird das Klostergrün zur Plattform und grünen Bühne für künstlerische Setzungen. Poetische Sprachlandschaften, biblische Inszenierungen, textile Gartenpläne und bereits etablierte Landmarken lassen temporäre Kloster.Garten.Kunst erblühen.

So 21. März 2021 ab 14.00 Uhr | Start der Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst Christoph Wenzel | „idylle mit bushaltestelle“ | Ein lyrischer Rundgang entlang der historischen Klostermauer mit ‚wortgewandten‘ Ein- und Ausblicken Wilm Weppelmann | Einweihung der künstlerischen Intervention „Arche zu klein“ mit einer Performance des Künstlers Reinhard Krehl | „PERIGON – Wiesenlabor“ | Erstbezug des Gewächshauses und Aussaat Irene Pätzug & Valentin Hertweck | Die Installation „Am Brunnen hinter dem Tore“ spen-

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↑ DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst Fotograf: Michael Jezierny | der Durchbruch der historischen Mauer, ist der Standort der künstlerischen Intervention „Arche zu klein“ von Wilm Weppelmann

Abb. oben: Kreis.Spiel.Garten von Nikola Dicke und Zoltan Labas, Fotograf: Michael Jezierny // Abb. unten: O.T. (Gravenhorster Blatt), Hörstel 2015 von An Seebach, Fotografin: Sabine Herke

det weiterhin Schatten im Innenhof und kostenfreies WLAN Nikola Dicke & Zoltan Labas | Der „Kreis.Spiel.Garten“ lädt zum Verweilen und zu neuen Spielaktionen ein – mit Katalogvorstellung ***

02. Juli – 22. August 2021 | BLÜTEZEIT* | Sommerausstellung Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten. Kunst | Eröffnung: Fr 02.07.2021 ab 18.00 Uhr Die Ausstellung versammelt Highlights der Gravenhorster Natur- und Kunstgeschichte. Im großen Saal bildet die Installation Kaltlandschaft des Münchners Daniel Bräg das Zentrum. Blütezeit wird hier wörtlich genommen und die diesjährige Gravenhorster Obstbaumblüte spektakulär inszeniert. Ortsspezifische Arbeiten von ehemaligen Stipendiat*innen nehmen Umwelt und Natur des Klosters ins Visier und reflektieren den Begriff Blütezeit auf vielfältige Art. Den Regieraum füllt Reinhard Krehl mit Zitaten aus seinem Gravenhorster Kräuterbuch. Im Remter spekuliert Laura Popplow mit FUNGUTOPIA STATION Gravenhorst in die pilzbevölkerte Zukunft. Im Gewölbe schreibt An Seebach mit Gravenhorster Blatt ihre Ideengeschichte des DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Form von Picknickdecken fort. Ebendort präsentiert Oliver Gather seine Buchsbaumanalyse Topiary Land. *** ↗ Die Gravenhorster SAISONALE* wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kreissparkasse Steinfurt.

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PROJEKTSTIPENDIUM KUNSTKOMMUNIKATION 21

Projektstipendium KunstKommunikation 21 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken Dokumentation der Kunstprojekte 21, Interaktionen und Termine: www.da-kunsthaus.de

hard working / soft working Julia Arztmann Julia Arztmann arbeitet an den Schnittstellen von Kunst und Theater, Bildhauerei und Performance. Fragmentarische Motive der Klosterarchitektur, wie bspw. Giebelelemente werden mit textilen weichen Materialien gebaut und mit harten Gegenständen aus Metall (z.B. Ofenrohren, Schrauben und Lampenschirmen) verbunden. Diese harten Materialien beziehen sich auf den industrie-geschichtlichen Hintergrund der Herstellung und Verarbeitung von Eisen in der Region. Es entstehen (un) tragbare textile Skulpturen, die anschließend auch als "Kostüme" und Requisiten für spielerische und absurde Performances eingesetzt werden. Eine Videoarbeit, die zum Abschluss des Projekts präsentiert wird, hält die Performances fest. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, sich als Darstellerinnen und Darsteller an den Performances zu beteiligen.

Portraits von Tagen und Orten Kati Gausmann Kati Gausmann thematisiert in ihrem Projekt „Portraits von Tagen und Orten“ die tägliche Rotation der Erde um sich selbst, die unseren Tag-Nacht-Rhythmus bestimmt. Während eines Tages können wir diese Rotation am Verlauf von Schatten beobachten. Es sind immer Augenblicksschatten, denen wir begegnen und die über den Tag durch den Raum wandern, analog zur scheinbaren Wanderung der Sonne über den Horizont. Die Künstlerin wird an ausgewählten Orten in Gravenhorst, Hörstel und Umgebung den Verlauf von Schatten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang öffentlich zeichnerisch festhalten. In den Zeichnungen wird - ähnlich einem Zeitraffer - eine Bewegung sichtbar, die normalerweise nicht zu sehen ist: die Bewegung der Schatten in Zeit und Raum und so - als deren Ursache - Spuren der täglichen Rotation der Erde um sich selbst.

BANG! BOOM! Carola Rümper Das Projekt lädt Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung ein, sich zu beteiligen und Themenstellungen der zeitgenössischen Kunst kennenzulernen. Formale Kriterien der kunstgeschichtlichen Epoche Pop Art werden dabei als Schablone

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Picassoplatz 1 | 48143 Münster | T.: 0251 / 414 47-10 | info@picassomuseum.de www.kunstmuseum-picasso-muenster.de | MO–SO: 10–18, FR: 10–19 Uhr Die Ausstellung wird gefördert von den

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und Hilfsmittel verwendet. Während des Projektes wird in einem Fotoworkshop die eigene Lebenswirklichkeit in den Mittelpunkt gestellt. Die Teilnehmenden können mit dem eigenen Handy oder einer Spiegelreflexkamera fotografisch experimentieren. Im kreativen Prozess werden individuelle Bildmotive gesucht, die fotografische Umsetzung wird erprobt. Aus den fotografischen Ergebnissen wird ein übergroßes Memoryspiel erstellt. In dieser raumgreifenden Installation sind Besucherinnen und Besucher eingeladen, sich „spielerisch“ durch den sensibel eingefangenen Alltag der Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer zu bewegen, neue Einblicke zu gewinnen und die eigene Perspektive zu erweitern.

Self Service Selfie Box Janina Schmid Selfies haben magische Anziehungskräfte auf viele Menschen. In der Self Service Selfie Box reiten wir die Selfie Welle weiter und nutzen ihren Flow indem wir sie in ein ästhetisches Spiel umlenken: An wechselnden Orten im Kreis Steinfurt wird die Künstlerin eine Aktionsbox zur Produktion kreativer Selfies bereitstellen. Nicht mehr der vorgefundene Ort, sondern die Selfiemachenden selbst stehen im Fokus und kreieren ihre eigene Kulisse. Die Künstlerin präpariert die Aktionsbox mit verschieden farbigen Stoffen, bunten Lichtern und abstrakten Schaumstoffformen, die zur Verfremdung des Körpers eingesetzt werden können. Es entstehen neue, kreative Bildwelten, die über Social Media, Zeitung und Ausstellung ihren Weg in die reale und digitale Öffentlichkeit finden. 20

21.03. – 12.09.21 Kartoffeln, Bohnen, Petersilie. Gravenhorster Gärten nach 1945 Historische Präsentation Geschichte hinterm Giebel

Mit Vortrag von Dr. Uta C. Schmidt Eröffnung zum Start der SAISONALE* 21.03., 14.00 Uhr In der Nachkriegszeit bis hinein in die 1970er-Jahre dienten Gärten der Versorgung mit wichtigen Lebensmitteln. Nach der Ernte wurde konserviert und eingekocht. Als nach 1945 die britische Besatzungsmacht das ehemalige Kloster beanspruchte und zur Räumung aufforderte, verwies der Landrat auf die Familien mit Kindern, denen in Zeiten von Nahrungsmangel „die Nutznießung des Hausgartens genommen“ werde. Foto: Dr. Uta C. Schmidt

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www.kulturbeutel-herford.de


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Michaela Meise Arbeiten auf Papier

Die Ausstellungslaufzeit wird bei Wiederöffnung auf der Internetseite der Städtischen Galerie Nordhorn bekanntgegeben: staedtische-galerie.nordhorn.de Für ihre Einzelausstellung anlässlich der Verleihung des Kunstpreises der Stadt Nordhorn hat Michaela Meise eine Auswahl von 21 Arbeiten auf Papier getroffen, deren Entstehung den Zeitraum 2002 bis 2020 umfasst. In ihrem vielseitigen Oeuvre setzt sich Michaela Meise (*1976 in Hanau, lebt und arbeitet in Berlin) intuitiv und experimentell mit Materialien und Inhalten auseinander, die entweder kulturhistorischen Recherchen entstammen oder denen sie in ihrem persönlichen Umfeld begegnet. So hat sie ein Referenzsystem entwickelt, welches nicht nur Kunst umfasst, sondern

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auch Populärkultur und Geschichte. Darüber hinaus bringt sie oft auch eine sehr persönliche Perspektive oder biografische Aspekte ein, jedoch ohne diese für das Publikum direkt offenzulegen. Musik ist ein integraler Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeit: Im ersten Teil ihres Projektes für Nordhorn hatte Michaela Meise im Juni 2020 ihr neues Stück „Cemalim“ vorgestellt, das sie unter dem Eindruck der rassistischen Morde im Februar 2020 in Hanau arrangiert und eingespielt hat und das als Vinylsingle zum Abschluss ihrer Ausstellung erhältlich sein wird. Die für das Cover gefertigte Collage, die neben


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Michaela Meise, Tante Ruth, 2009, Aquarell, 30 x 40 cm (Ausschnitt) © Michaela Meise 2020 Courtesy KM Galerie Berlin Foto: Städtische Galerie Nordhorn

einem Zeitungsausriss zu der Tat in Hanau und einem privaten Foto auch ein Stoffmuster aus der Sammlung des Nordhorner Stadtmuseums enthält, zeigt beispielhaft, wie die Künstlerin Ereignisse im persönlichen Erfahrungsraum und Zeitgeschichte in ihren Werken zusammenbringt. Das Prinzip der Addition und Überlagerung verschiedener Materialien und Formen vollzieht sich in ihren Arbeiten stets auch parallel auf der Ebene der Erfahrungen und Erzählungen. Dass Michaela Meise im Laufe ihrer Arbeit immer wieder zum Medium Papier zurückkehrt, ist ein Hinweis auf die besondere persönliche Bedeutung der hier vorgestellten Werkreihe. Neben den verschiedenen Formen der Collage spielen insbesondere Aquarelle eine große Rolle. Die Themen stammen aber nicht nur aus zeitgeschicht-

lichen Zusammenhängen, sondern ebenso aus der Religion oder der Mythologie. In ihrer jüngsten Gruppe von Aquarellen, die unter dem Eindruck der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen des Alltags und er gesellschaftlichen Kontakte entstanden sind, wendet sie sich, aus einer unmittelbaren persönlichen Perspektive, wieder einem ganz aktuellen öffentlichen Thema zu. Allgemeiner formuliert, könnte man Michaela Meises Kunst, das wird in dieser Werkauswahl anschaulich, auch als eine feine poetische Analyse interpretieren, auf welche Weise sich Verwerfungen der kollektiven Erfahrung in kulturellen Texten, Bildern und Handlungen widerspiegeln. Städtische Galerie Nordhorn Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

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Ausstellungen und Aktion im ARTLETstudio

# mehr Informationen finden sich im Internet unter www.artletstudio.online/art-shop/exhibitions

ARTLETstudio Münster, Harsewinkelgasse 21, 48143 Münster | www.artlet-studio.com

Anna Kant, o.T., C-Print auf Aludibond hinter Acryl

Ausstellungen und Aktion im ARTLETstudio mehr Informationen finden sich auf der Website: www.artletstudio.online/art-shop/exhibitions ARTLETstudio Münster | www.artlet-studio.com | artlet.online

BACK IN MY BODY

FOTOGRAFIEN VON UND MIT ANNA KANT

Neue Online-Ausstellung des ARTLETstudios auf https:/artlet.online seit 21.02.2021 Das Team des ARTLETstudios freut sich, die Künstlerin Anna Kant mit ihren meist sehr intimen, teils erotischen, manchmal schmerzhaften Selbstbetrachtungen erneut präsentieren zu dürfen. Bereits im Frühjahr 2016 konnte sie für die spannende Gemeinschaftsausstellung »IDENTITY« (zusammen mit Simone Zewnik) gewonnen werden. »Zu sich finden ist keine leichte Aufgabe, gerade in der heutigen Zeit, in der unsere Stimmung von den Medien bestimmt wird. Wir verlieren den Zugang zu uns und unseren Gefühlen, unsere Empfindungen überspielen wir oder verbergen sie hinter einer großen Maske. Wir werden von unserer Vergangenheit verfolgt, müssen ständig unseren ‚Mann‘ stehen und gleichzeitig noch gut aussehen, Stärke zeigen, möglichst unverwundbar durchs Leben schreiten und die Stolpersteine ohne Sturz überspringen. ‚BACK IN MY BODY‘ vereint drei Fotoserien (‚Love‘, ‚Short Story‘ und ‚Lust and more‘). Alle Fotos, die ich aufnehme sind ein Stück aus meinem Leben, ein Fragment,

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eine Momentaufnahme, neu inszeniert, interpretiert und analysiert. So zieht sich ein roter Faden durch meine Serien und verbindet alles zu einer Geschichte. Welche Geschichte das ist, das überlasse ich dem Betrachter. Die Ausstellung zeigt Werke, die Einblicke bieten in eine Welt mit Stärke, Liebe, Leben und Schönheit, gleichzeitig werden auch Tod, Trauer, Gewalt und Ekel gezeigt. Alles Dinge, die zur jetzigen Zeit allgegenwärtig sind und die uns dennoch Angst machen, sie laut auszusprechen.« (A. Kant) »Die Form der virtuellen Ausstellung werden wir nicht nur während und wegen der aktuellen Pandemielage fortführen und weiter ausbauen, sondern auch, weil sie eine zusätzliche sehr praktische und passende Präsentationsplattform für die Kunst ist. Es handelt sich bei unserer Virtuellen Galerie auch nicht um die Panorama-Darstellung eines physisch existenten Ausstellungsraums anhand von Fotos oder Filmen. Wir bauen die Ausstellungsräume tatsächlich in der Virtualität und hängen bzw. stellen dort virtuelle, aber detailge-


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treu dargestellte Repräsentationen der Kunstwerke auf. Diese Form der Präsentation sehen wir als eine Ergänzung physischer Ausstellungen im realen Raum oder – wie aktuell kaum anders möglich – als Alternative, um Sichtbarkeit für unsere Künstler zu schaffen. Aber natürlich hoffen auch wir, in absehbarer Zeit Arbeiten der Künstlerin wieder live in der Galerie oder bei entsprechenden Veranstaltungen zeigen zu können. Lassen Sie sich also auf das Abenteuer ein, krea-

tive Werke in kreativ erzeugten Welten zu genießen. Übrigens: Natürlich sind alle Objekte existent und verfügbar – wie Sie feststellen können, wenn Sie auf die zugehörigen Hotspots klicken! Übrigens: In der zweiten Etage der virtuellen Galerie finden Interessierte unter dem Ausstellungstitel »MIXED MEDIA« eine Auswahl der Kunstwerke von Künstlern der Galerie.« (Peter Weyden, ARTLETstudio)

Anja Weinberg, Junge mit Kapuze, Holz, Acryl, Wachs

TAPETENWECHSEL

KUNST TROTZ CORONA - 2 MONATE KUNST FREI HAUS! Die Aktion startet am 1. März und ist eine zeitlich begrenzte Aktion der Galerien ARTLETstudio und KUNSTHALLE SCHNAKE. 8 Wochen leihweise ausgewählte Kunstwerke in Ihrer Wohnung. Corona-Lockdown in Deutschlands Kunstlandschaft, und wie man das Leben trotzdem etwas bunter machen kann…

und in aller Ruhe Kunst zu genießen? Haben Sie die Wände in Ihrer Wohnung gar schon zu häufig angeschaut in dieser Zeit des Lockdowns? Brauchen Sie vielleicht eine Art »Tapetenwechsel«?

Vermissen Sie es auch, entspannt durch ein Museum oder eine Galerie zu schlendern

ARTLETstudio und KUNSTHALLE SCHNAKE ermöglichen Ihnen, weiterhin Kunst zu

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. münster

genießen und bieten Ihnen im Laufe der nächsten 3 Monate ausgewählte Kunstwerke von Künstler*innen der Galerien als kostenlose Leihgabe an! Wählen Sie auf artletstudio.online (artletstudio.online/artshop/tapetenwechsel/) ein Kunstwerk aus, und die Galerien liefern Ihnen persönlich ein Stück Kunstgenuss auf Zeit bis an die Wohnungstür. Sie können das Objekt dann sofort aufhängen oder aufstellen – gerne auf passenden Podesten oder Säulen, die Ihnen für die Zeit der Leihgabe zur Verfügung gestellt werden. Innerhalb der Stadt Münster werden die gewünschten Kunstwerke kostenfrei ausgeliefert.

Beide Galerien stellen Ihnen die Kunstwerke für bis zu acht Wochen zur Verfügung. Der vereinbarte Zeitraum muss verbindlich eingehalten werden. Möchten Sie das Objekt jedoch noch etwas länger in Ihrer Wohnung genießen, kann die Leihdauer auf Wunsch auch individuell verlängert werden. Geben Sie uns einfach rechtzeitig Bescheid. Das Leihen der Kunstobjekte stellt keinerlei Kaufverpflichtung für den Auskleihenden dar. Für das Zustandekommen eines Leihvertrags gelten die jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen für einen Leihvertrag, der durch Unterzeichnung des Leihscheins akzeptiert werden muss.

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Friedo Kötter, Geliebte Städte II (Siena)

ONE-ARTIST-WINDOWS

KUNST IM SCHAUFENSTER IN DER KÖNIGSPASSAGE, MÜNSTER Seit dem 19.02. zeigt das ARTLETstudio wieder Kunst in zwei Fenstern der Königspassage Nach Radierungen von Gustavo Díaz Sosa und Objekten von Zhang Yong präsentiert die Galerie nun die handkolorierten Radierungen von Friedo Kötter und die farbenfrohen Holzskulpturen von Anja Weinberg.

Die ONE-ARTIST-WINDOWs sind eine weitere Aktion der Galerie, um die Sichtbarkeit seiner Künstler*innen in der derzeitigen Lage zu verbessern!

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»artletstudio.online« und »artlet.online« DIE NEUE PRÄSENZ IM INTERNET

Das ARTLETstudio präsentiert seine neue Website artletstudio.online in neuem Look und immer hochaktuell. Auch artlet.online, die virtuelle Galerie wurde neu aufgestellt. Ab sofort hat das ARTLETstudio eine neue Webseite mit allen Infos, einem ständig wachsenden Shop, Informationen zu den Künstlern und aktuellen und kommenden Ausstellungen und Aktionen und vielem mehr. Angesichts der durch die Pandemie ausgelösten Probleme bei Präsenz und Kommunikation ist es notwendig geworden, eine tagesaktuelle Webseite aufzubauen. Diese ist nun fertig und bietet auch

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den Zugang zur VIRTUELLEN GALERIE und bietet auch Künstlern und Sammlern in nicht-öffentlichen Bereichen einen eigenen Service. Auf allen Seiten finden sich passende Frage- und Antwortformulare um den Kontakt nicht nur einseitig zu halten. ARTLETstudio.online wird auch durch die Beteiligung kunstaffiner Menschen wachsen und sich verändern können. Die Galerie freut sich auf Ihren Besuch online!


. münster WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

BONBONNIERE BONBONNIERE Die Bonbonniere gehört zu einer Gruppe von

Die Bonbonniere zu einer Gruppe Objekten aus dengehört Werkstätten der Brüdervon Martin: Objekten aus den Vernis Werkstätten Martin: die so genannten Martin,der dieBrüder mit flächendie so genannten Vernis Martin, die mit flfarbdeckächendeckendem, in Ölfarben aufgebrachtem deckendem, Ölfarben aufgebrachtem enden Dekorindie französische Malerei desfarbdeckRokoko enden Dekor die französische Malerei des Rokoko im Miniaturformat wiedergeben. Sie zeigt eine im Miniaturformat wiedergeben. Sie zeigt eine mythologische Szene nach einer unbekannten mythologische Gemäldevolage.Szene nach einer unbekannten Gemäldevolage. Papiermaché mit Schwarzlackbeschichtung Papiermaché Schwarzlackbeschichtung und Dekor in mit Ölfarben, abschließend mit Klarlack und Dekor inMontierung Ölfarben, abschließend mit Klarlack überfangen; aus zweifarbigem überfangen; Montierung ausFrankreich zweifarbigem Gold; Futter aus Schildpatt; (Paris), Gold; Futter aus Schildpatt; Frankreich (Paris), Mitte 18. Jahrhundert Mitte 18. Jahrhundert

MUSEUM FÜR LACKKUNST

MUSEUM FÜR LACKKUNST Windthorststraße 26 Windthorststraße 26 48143 Münster | Deutschland 48143 | Deutschland + 49.251.41851-0 Telefon:Münster Telefon: + 49.251.41851-0

ÖFFNUNGSZEITEN ÖFFNUNGSZEITEN Dienstags (freier Eintritt) 12–20 Uhr, Dienstags Eintritt)und 12–20 mittwochs(freier bis sonntags an Uhr, mittwochs bisFeiertagen sonntags und anUhr gesetzlichen 12–18 gesetzlichen Feiertagen 12–18 Uhr

www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst

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Miró-Werke in der Ausstellung, Foto: Christoph Steinweg / Picasso-Museum

Picasso / Miró

Eine Künstlerfreundschaft verlängert bis 11. April 2021 Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de Anlässlich seines 20jährigen Bestehens widmet sich das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster der langen Beziehung zwischen den Jahrhundertkünstlern Pablo Picasso und Joan Miró. Die Ausstellung „Picasso/ Miró – Eine Künstlerfreundschaft“ zeichnet mit über 100 Lithografien, Radierungen, Aquatinten, Holzschnitten, Fotografien, Filmen und einem Brief von Joan Miró die sich immer wieder kreuzenden Wege der beiden spanischen Künstler nach. Joan Miró (1893-1983) und Pablo Picasso (1881-1973) verband eine lebenslange Freundschaft. Die beiden Männer waren im Hinblick auf ihre Persönlichkeit und ihren Stil jedoch denkbar unterschiedlich. „Picasso und Miró waren in allem völlig konträr und das Geheimnis ihrer Freundschaft ist schwer zu ergründen“, betont Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Trotz ihrer verschiedenen Charaktere und Künstlerpersönlichkeiten haben sich die beiden Spanier hervorragend verstanden. Und die Ausstellung zeigt ihre Kunst in einem spannenden Dialog.“ Durch exemplarisch ausgewählte Arbeiten geht die Schau dem Einfluss nach, den der Surrealismus auf Picassos und Mirós Schaffen in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren hatte. Gleichzeitig betont sie ihre individuellen künstlerischen Handschrif-

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ten: So war Picassos Werk durch häufige Richtungs- und Stilwechsel gekennzeichnet und Miró blieb in seiner Bildsprache eher konstant und gradlinig. Während Miró seine Grafiken minutiös entwarf, ging Picasso operativ, ohne präzise Bildidee ans Werk und konkretisierte diese erst bei der Arbeit. So führte er einmal aus: „Ein Bild ist nicht von vornherein fertig und ausgedacht. Während man daran arbeitet, verändert es sich im gleichen Maße wie die Gedanken.“ Die Ausstellung „Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft“ zeigt erstmalig die vollständige Miró-Kollektion, die der Sparkassenverband Westfalen-Lippe dem Picasso-Museum im August 2020 als Dauerleihgabe übergeben hat. Die Werke spannen einen Bogen von den ersten Radierungen Mirós im Jahr 1938 bis zum Jahr 1981. ––– Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag und Feiertage 10–18 Uhr, Freitag 10–19 Uhr Aufgrund aktueller Corona-Bestimmungen, ist ein Museumsbesuch evtl. nicht möglich. Aktuelle Informationen zu den Angeboten finden Sie auf der Webseite. Kunstmuseum Pablo Picasso Münster Picassoplatz 1, 48143 Münster


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René Burri, Der französische Künstler Yves Klein weist ein Modell für eine „Anthropometrie“ an, Paris, 1961 © René Burri, Magnum Photos

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Eine Künstlerfreundschaft 17. April bis 06. Juni 2021 Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de Die Fotoausstellung führt in die Studios und Ateliers, in denen die Ideen großer Künstlerinnen und Künstler geboren wurden. Die Schau „Where Ideas Are Born“ vereint über 20 international renommierte Fotografen der Agentur Magnum. Die unabhängige Fotoagentur wurde 1947 von den vier Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David „Chim“ Seymor und George Rodger in New York gegründet.

geschrieben haben und das heutige Ausstellungsgeschehen maßgeblich prägen. Sie alle sind in ihrem kreativen Umfeld zu sehen, von den beengten Ateliers der Pariser Avantgarde-Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts, über die New Yorker Lofts der amerikanischen Pop und Minimal Artists zu den hochprofessionell geführten Studios der internationalen Stars des zeitgenössischen Kunstmarkts.

Gezeigt werden rund 80 Fotoporträts von Künstlerinnen und Künstlern, die im vergangenen Jahrhundert Kunstgeschichte

Die Fotografien sind Ergebnis des Versuchs, den Moment einzufangen, an dem der Funke der Kreativität überspringt.

Picasso 

Work In Progress 17. April bis 06. Juni 2021 Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de Die Ausstellung „Picasso – Work In Progress“ widmet sich Picassos seriellem Bilddenken von den Nachkriegsjahren bis zu seinem Spätwerk. Bei der Betrachtung von Fotografien aus dem Atelier des spanischen Künstlers oder den Aufnahmen der von ihm selbst kuratierten Ausstellungen in den 1970er Jahren in Avignon fällt die dichte Hängung der Werke ins Auge. Ins-

besondere Picassos druckgrafisches Werk ist Ausdruck eines Schaffensprozesses, in dem die Abwandlung und Weiterentwicklung eines Bildthemas im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit steht. Das Kunstmuseum Pablo Picasso macht diese prozesshafte Arbeitsweise durch die Präsentation in Gruppen und Serien von ca. 60 Lithografien aus dem Eigenbestand erfahrbar.

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kunst:stück Magazin c/o Osnabrück + Münsterland | issue 88  

Kunst und Kultur aus der Region Osnabrück + Münsterland für die Monate März und April 2021

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