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Ulrika Segerberg, becoming a tree a flood a light (wedge), 2020, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm und Container Mind, 2018, zweiteilige Keramik, 29,5 x 25 x 23 cm

kunst:stück Magazin für Kunst und Kultur in der Region Osnabrück und dem Münsterland issue 86 | Oktober / November 2019


Kunsthaus Kloster Gravenhorst

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vvAUS

SCHREI

BUNG 22

DA ist Mitmachen und Mitdenken

Projektstipendium KunstKommunikation Bewerbungsschluss für 2022: 24.01.21

Kunst erleben 10.10.20 - 24.01.21 AUSBLICK!

10.10.20 - 24.01.21 RÜCKBLICK!

Ausstellung der Entwürfe aus der Ideenwerkstatt

Assembly – mit Anschlussmöglichkeiten

Kunstprojekte 21

Kunstprojekte 20 Samuel Treindl

Tipp:

Growth

10.10. - 22.11.20 Kunst in der Region* Eröffnung: 10.10. um 17 Uhr

Marte Kiessling

Klangrecherche/ Tänzelrecherche

ab 29.11.20 Winterlicht –

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst Klosterstraße 10 D-48477 Hörstel T +49 (0) 2551 6942-00

Besuchen Sie das Café Clara im DA | T 05459 9069310 www.cafe-clara-gravenhorst.de Bewerbungsunterlagen:

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* Gefördert durch: Kreissparkasse Steinfurt

Jorn Ebner

IMAGINED DIMENSIONS Tim Roßberg* Eröffnung: 29.11. um 16 Uhr

www.da-kunsthaus.de


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Michael Dreyer, Foto: Liudmila Jeremies

Morgenland Festival Osnabrück Michael Dreyer, Künstlerischer Leiter www.morgenland-festival.com

Liebe Leser, ziemlich genau ein halbes Jahr ist es nun her, dass Corona unser aller Leben auf den Kopf gestellt hat. Wir waren gerade im Endspurt zum Morgenland Festival, als klar wurde, dass dies im Juni nicht würde stattfinden können. Wir haben also mit Hochdruck an Alternativen gearbeitet. Priorität in allen unseren Überlegungen hatte die Frage, wie wir es schaffen, dass alle Musiker, die wir eingeladen hatten, spielen und letztlich auch bezahlt werden können. Das haben wir am Ende hingekriegt, wir haben keinem einzigen Musiker abgesagt. Aber es war ein sehr schwieriger Prozess. Die freien Künstler und Musiker, die von Auftritten leben, trifft Corona extrem hart. Das hat sich übrigens bis jetzt nicht geändert. Überhaupt, ist es nicht erstaunlich, wie unterschiedlich die Pandemie die Menschen in einem kleinen (und sehr wohlhabenden!) Land trifft? Viele meiner Musiker-Kollegen sagten mir im März: „Wir schaffen vier bis fünf Monate. Danach sind wir erledigt.“ Andere mochten kaum zugeben: „Mein Gehalt kommt regelmäßig, und so viel Zeit hatte ich mit meinen Kindern noch nie.“ Heute können hunderte Menschen in einem Flugzeug reisen aber nicht in einem Kon-

zertsaal nebeneinandersitzen. Liegt dies nur an fehlender Lobby der Kulturszene? Eigentlich wissen wir alle, dass Netflix kein Kino ersetzt und Youtube keine Konzerte. Wir werden ein lebendiges Kulturleben schmerzlich vermissen, wenn es erst einmal verschwunden ist. Also müssen wir einen Weg finden, verantwortungsvoll aber nicht zaghaft, dieses Kulturleben zu ermöglichen und zu schützen. Wir haben unser Programm letztlich in zwei Teile geteilt. Die Online-Edition im Juni hat 40.000 Zuschauer erreicht, nun freuen wir uns auf die Live-Edition im Dezember. Bis dahin werden wir noch einige Hürden nehmen müssen. Niemand weiß, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird. Auch sind Konzerte in Hallen, die mehr als halb leer sind, wirklich nicht der Traum eines Veranstalters. Aber ich bin überzeugt, dass wir ein Fest der Musik und Begegnung werden feiern können - verantwortungsvoll, aber nicht zaghaft. Herzlich Ihr Michael Dreyer Künstlerischer Leiter 
 Morgenland Festival Osnabrück www.morgenland-festival.com

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Julia Scheck, Leiterin des Unabhängigen FilmFest Osnabrück | Foto: Kerstin Hehmann

Festivalfieber in Osnabrück:

Das FilmFest trotz(t) Corona

Julia Scheck, Leiterin des Unabhängigen FilmFest Osnabrück www.filmfest-osnabrueck.de Die Planung eines Filmfestivals bringt jährlich wiederkehrende und zugleich immer wieder neue Aufgaben mit sich. Das macht diese Arbeit abwechslungsreich und spannend. Im Jahr 2020 aber sah sich das Team des Unabhängigen FilmFests vor Herausforderungen gestellt, wie es sie in der Geschichte dieses und anderer Festivals bislang nicht gegeben hat. Beinahe ein historischer Einschnitt. Die notwendigen Vorsorgemaßnahmen angesichts der Corona-Pandemie sorgten lange Zeit für Unsicherheit, ob das FilmFest überhaupt würde stattfinden können. Erste Lockerungen, ein Anflug von Optimismus. Dennoch: Die Zukunft blieb unklar. Mehr als jemals zuvor wurden dem Planungsteam Flexibilität und Einfallsreichtum abverlangt, den Sponsor:innen sowie den gastgebenden Spielstätten Geduld und Standhaftigkeit. Bei allen, den Mitarbeiter:innen, Förderern und Partner:innen, möchte ich mich aus vollem Herzen bedanken. Um dann mit Freude ankündigen zu können: Das 35. Unabhängige

FilmFest wird stattfinden. Mit kleinen Veränderungen in den Abläufen, mit neuen Präsentationsformen, aber in unvermindertem Umfang und mit der gewohnten Qualität der Filmauswahl, für die die ehrenamtlich tätigen Auswahlgremien verantwortlich zeichnen. Auch ihre Arbeit wurde von der Pandemie bestimmt, auch ihnen gebührt ein großes Dankeschön. Ich möchte alle Kinointeressierten und Kulturbegeisterten herzlich einladen zum 35. Unabhängigen FilmFest Osnabrück, zu den Filmaufführungen in den Sälen – darunter zahlreiche Deutschland- und Weltpremieren –, zu den Online-Präsentationen auf der Streaming-Plattform ffos+, zu Gesprächen mit Filmschaffenden und untereinander, zu einem vielfältigen Rahmenprogramm mit spannenden Angeboten auch für kleine Zuschauer:innen. Am 21. Oktober geht der Vorhang auf, fünf Tage lang herrscht Festivalfieber in Osnabrück. Wir freuen uns auf Sie! Julia Scheck

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. inhalt

03 Grußwort 03 - Michael Dreyer, Morgenland Festival Osnabrück 05 - Julia Scheck, Unabhängiges FilmFest Osnabrück 06 inhalt 06 - Impressum 08 Osnabrück 28 - Bramsche 34 - Mettingen 40 - Petershagen 42 - Worpswede 44 - Herford 46 ausstellungsverzeichnis 52 - Rheine

54 - Hörstel 60 - Nordhorn 61 Münster 68 - Paderborn 70 - Bocholt 71 - Wuppertal xx spezielles in dieser ausgabe 08 - Morgenland Festival Osnabrück 10 - Unabhängiges Filmfest Osnabrück 30 - Lichtsicht Projektions Trienale Bad Rothenfelde 42 - RAW Phototriennale Worpswede

Das TiTelBilD PrOZess_FarBen Arbeit in Material, Erzählung und Raum 30. August bis 1. November 2020 staedtische-galerie.nordhorn.de

Ulrika Segerberg, becoming a tree a flood a light (wedge), 2020, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm und Container Mind, 2018, zweiteilige Keramik, 29,5 x 25 x 23 cm, Foto: Helmut Claus

Mit dieser Gruppenausstellung stellt die Städtische Galerie Nordhorn aktuelle Malerei über das Tafelbild hinaus als ein materialbezogenes, unmittelbares und oft radikales Handeln zur Diskussion. »Prozess_Farben – Arbeit in Material, Erzählung und Raum« mit den Künstlerinnen Okka-Esther Hungerbühler, Ulrika Segerberg, Ada Van Hoorebeke und Sonja Yakovleva. → Seite 60

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day www.kunststueck-magazine.de

iMPressuM h2 werbeagentur + kunst Eva Hortenbach (V.i.S.d.P.) Zum Knapp 2 · 49565 Bramsche Tel: 05461 705 477 mail@kunststueck-magazine.de

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Redaktionsschluss Osnabrück + das Münsterland für die Ausgabe Dez/Jan: 15. Nov. 2020


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PROJEKTIONS-TRIENNALE PROJEKTIONS-TRIENNALE IN IN BAD BAD ROTHENFELDE ROTHENFELDE

23. 23. OKTOBER OKTOBER 2020 2020 BIS 21. FEBRUAR BIS 21. FEBRUAR 2021 2021 WELTWEIT EINMALIG WELTWEIT EINMALIG 1 KM KUNSTPARCOURS 1 KM KUNSTPARCOURS 10.000 QM SCHWARZDORNWAND 10.000 QM SCHWARZDORNWAND WWW.LICHTSICHT-TRIENNALE.DE WWW.LICHTSICHT-TRIENNALE.DE

Weltweit einmalig Weltweit einmalig Weltweit einmalig Weltweit einmalig Weltweit einmalig einmalig Weltweit einmalig 1km kmKunstparcours Kunstparcours Weltweit einmalig 1Weltweit 1 km Kunstparcours Weltweit einmalig 11 km Kunstparcours Weltweit einmalig km Kunstparcours kmKunstparcours Kunstparcours 11 km 10.000 m²Schwarzdornwand Schwarzdornwand 1 km Kunstparcours 10.000 m² 10.000 m² Schwarzdornwand 1 km Kunstparcours 10.000 m² Schwarzdornwand 1 km Kunstparcours 10.000 m² Schwarzdornwand 10.000 m²Schwarzdornwand Schwarzdornwand 10.000 10.000 m²m² Schwarzdornwand 10.000 10.000m² m²Schwarzdornwand Schwarzdornwand Künstler: Miao Xiaochun, Foto: Angela von Brill Gefördert Gefördert durch: durch: Gefördert Gefördert durch: durch: Gefördert Gefördert durch:durch: Gefördert Gefördert durch:durch: Gefördert Gefördert durch:durch:

Künstler: Miao Xiaochun, Foto: Angela von Brill 23.10.2020 21.02.2021 23.10.2020 - -21.02.2021 23.10.2020 -- 21.02.2021 23.10.2020 21.02.2021

23.10.2020 23.10.2020 -21.02.2021 21.02.2021 23.10.2020 -21.02.2021 23.10.2020 ----21.02.2021 23.10.2020 21.02.2021 23.10.2020 21.02.2021 kunst:stück

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Balkans Beyond Brass Morgenland Live Edition 3.–6. Dezember 2020

Morgenland Festival Osnabrück | www.morgenland-festival.com Mit dem Balkan richtet das Morgenland Festival Osnabrück 2020 seinen Fokus erstmals auf eine europäische Region. Bereits im Juni verfolgten 40.000 Zuschauer die Online-Edition von BALKANS BEYOND BRASS auf dem YouTube-Channel des Festivals. Gleich zwei Prologe werden der eigentlichen Eröffnung vorausgehen: Am 03.12. „besingen“ am frühen Abend die bosnische Sängerin Nataša Mirković und der Osnabrücker Jugendchor die Kunsthalle, danach präsentieren die beiden bosnischen Musikerinnen Merima Ključo (Akkordeon) und Jelena Milušić (Gesang) ihr Projekt „Lume“. Das Duo hat bereits die OnlineEdition des Festivals eröffnet. Das Konzert war so begeisternd, dass die beiden charismatischen Musikerinnen spontan zur Live-Edition eingeladen wurden. Eröffnet wird das Festival am 04.12. von Mehdi Aminian und dem Theodossii Spassov Folk Quintet.

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Mehdi Aminians Projekt "Timbres of Middle-East-Europe" spürt den Verbindungen der Musik des Balkans und des Vorderen Orient nach. Aminian wurde in Iran geboren. Mit 16 Jahren verließ er seine Heimat und verbrachte Jahre auf musikalischer Spurensuche in Bosnien, Rumänien und verschiedenen Regionen Südostasiens. Heute lebt und arbeitet er in Wien. „Timbres of Middle-East-Europe“ entstand im Auftrag des Morgenland Festival Osnabrück und präsentiert Musiker aus Rumänien, Bulgarien, Armenien, Iran und Deutschland. Das Theodosii Spassov Folk Quintet vereint traditionelle bulgarische Volksmusik mit Jazz und klassischer Musik. Der in Bulgarien als Genie gefeierte Theodosii Spassov hat einen völlig neuen Stil auf der Kaval (eine Hirtenflöte aus Holz und eines der ältesten Musikinstrumente Europas) entwickelt. Spassov ist tief in der bulgarischen Tradition verwurzelt und führte die Kaval als Instrument im Jazz und als Soloinstrument mit Orchester ein. Seine


Abb. von links oben nach rechts unten: Merima Ključo & Jelena Milušić, Foto: © Marko Ercegović // Nataša Mirković, Foto: © Laurent Ziegler // Mehdi Aminian & Friends, Foto: © Andreea Tanase // Bogdan Văcărescu & The Unicorn Frequency, Foto: © Sarah Emma Smith // Markus Schäfer, Foto: © Jonas Kaffine // Mihai Ungureanu, Foto: © Werner Feldmann

eigenen Stücke vereinen gekonnt traditionelle bulgarische Volksmusik mit Jazz und klassischer Musik.

George Enescu und der zeitgenössischen rumänische Komponistin Violeta Dinescu auf dem Programm.

Mit ihrer Virtuosität und ihren kühnen Kompositionen war sie einer der Stars der Online-Edition - am 05.12. ist die charismatische Akkordeonistin und Komponistin Merima Ključo mit ihrem Werk „The Sarajevo Haggadah“ zu erleben. Dabei bedient sie sich musikalischer Traditionen aus Spanien, Italien, Österreich und Bosnien-Herzegowina und erzählt die lange, wundersame Reise eines jüdischen Gebetsbuches, der Haggadah. Danach lädt Marin Bunea mit seinem Ensemble dazu ein, in die Welt der Lăutari, der Roma-Musiker aus Moldavien, einzutauchen.

Ein virtuoses Finale erwartet die Besucher am 06.12. in der OsnabrückHalle: Der in Rumänien geborene Londoner Violinist Bogdan Văcărescu verbindet die Musik seiner Heimat mit russischer Roma-Musik, ungarische Volkslieder mit Rhythmen bulgarischer Tänze, freie Improvisation und Jazz. Der bulgarische Klarinettist Ivo Papasov genießt Kultstatus weltweit. Mit seiner „Hochzeitsmusik“, einer Mischung aus bulgarischer Volksmusik, zeitgenössischen Elementen und Jazz prägte er sowohl die bulgarische Musiklandschaft als auch die Weltmusikszene und ergänzte beides um neue Facetten, lange bevor Balkanbands in den 80er Jahren die Charts stürmten

Der 1917 in Bukarest geborene Dinu Lipatti war als Pianist eine Ausnahmeerscheinung. Er starb viel zu früh bereits mit 33 Jahren. Anlässlich seines 70. Todesjahres widmen der Tenor Markus Schäfer und der Pianist Mihai Ungureanu ihm ein Programm. Neben Werken Lipattis stehen Liederzyklen des großen rumänischen Komponisten

––– Programm und Tickets: www.morgenland-festival.com info@morgenland-festival.com Tel. +49 176 2324 3555

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↑ Walchensee Forever

Pop, Politskandale und Premieren

Das 35. Unabhängige FilmFest Osnabrück präsentiert ein internationales Programm – erstmals auch auf Abruf 21.—25. Oktober 2020 Ausblick auf das Programm des 35. Unabhängigen FilmFest Osnabrück www.filmfest-osnabrueck.de | stream.filmfest-osnabrueck.de Am 5. Februar 2003 präsentierte der USAußenminister Colin Powell dem UN-Sicherheitsrat ‚Beweise‘, laut denen Iraks Diktator Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen verfügen sollte. Herkunftsland war die BRD, die Papiere waren gefälscht. Der Bundesnachrichtendienst gab der angeblichen Quelle den Kodenamen „Curveball“. So lautet auch der Titel des Films, der die Vorgeschichte zu Colin Powells denkwürdigem Auftritt erzählt. Eine absurde, aber verbürgte Affäre, die nur in komischer Tonart mit bitterem Einschlag wiedergegeben werden kann. „Curveball – Wir machen die Wahrheit“ mit Dar Salim, unter anderem bekannt aus „Game of Thrones“, gehört zur diesjährigen Auslese des Unabhängigen FilmFests Osnabrück. Das fünftägige Festival, das auch Rahmenveranstaltungen, spezielle Angebote für Kinder und ein Special mit zwei Filmen des in diesem Jahr abgesagten European Media Art Festivals um-

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fasst, eröffnet am 21. Oktober mit „Walchensee Forever“. Seit 1924 führt Janna Ji Wonders’ Familie am Walchensee das „Café Bucherer“. Ihre Mutter Anna Werner brach mit dieser Tradition, protestierte in San Francisco gegen den Vietnamkrieg, lebte in einem Ashram und mit Rainer Langhans am griechischen Strand. Eine faszinierende Biografie, in der auch Anna Werners Schwester Frauke eine wichtige Rolle zukommt. Mit „Automotive“, „Sommerkrieg“ und der Weltpremiere „Die letzten Reporter“ über den womöglich aussterbenden Beruf des Lokaljournalisten sind weitere deutsche Produktionen im Programm. Aus afrikanischen Ländern stammen „This Is Not a Burial, It’s a Ressurection“ und der originelle Abschlussfilm „Air Conditioner“, mit einem von Fado und Bossa Nova beeinflussten Soundtrack der Angolanerin Aline Frazão auch Musikfreunden zu empfehlen.


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↗ Curveball - Wir machen die Wahrheit

↓ Abb. v.o.n.u., Filmstils aus Die letzten Reporter Merry Christmas, Yiwu Ximei Le Choc Du Futur

Der französische Spielfilm „Le choc du futur“ erinnert an die Jahre, als aus der elektronischen Avantgarde tanzbarer Synthie-Pop, House, Techno hervorging – gewidmet Pionierinnen wie Daphné Oram, Delia Derbyshire, Wendy Carlos. Vorkämpfer auf anderem Gebiet waren The Clash, Sham 69, Steel Pulse – sie gehörten zu den ersten Bands, die Ende der 1970er unter dem Motto „Rock Against Racism“ gegen den erstarkenden Rechtsradikalismus aufbegehrten. Die energiegeladenen Konzertausschnitte im Dokumentarfilm „White Riot“ erinnern an diese Ära. Nur noch zwei Monate bis Weihnachten! Die Deutschlandpremiere „Merry Christmas, Yiwu“ stimmt schon mal ein – mit ernüchternden Einblicken in die chinesische Weihnachtsschmuckproduktion. „Ximei“ ist ein von Ai Weiwei produziertes Porträt der gleichnamigen Aktivistin, die sich für die vom Staat vernachlässigten Aids-Kranken einsetzt. Das Team begleitete Ximei

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↑ White Riot

über eine Spanne von sieben Jahren und sah sich immer wieder behördlichen Schikanen ausgesetzt. Dem lateinamerikanischen Kino widmet das Osnabrücker Festival traditionell eine eigene Sektion, es gibt Kurzfilmprogramme und Genrefilme wie den türkischen Beitrag „AV – The Hunt“ – ein Thriller zum Thema Ehrenmord, in dem die Frau einmal nicht als Opfer gezeigt wird. Insgesamt stehen 58 Spiel-, Dokumentarund Kurzfilme aus 37 Nationen zur Wahl. ↓ Air Conditioner

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Aufgeführt werden sie in den Spielstätten Lagerhalle, Filmpassage, Filmtheater Hasetor, Haus der Jugend und in einer Sonderveranstaltung im Cinema Arthouse. Alternativ gibt es die Möglichkeit, die Festivalfilme über die Streaming-Plattform ffos+ zu verfolgen. Um die gesetzlich vorgeschriebene Kontaktdatenaufnahme zu erleichtern, wird darum gebeten, Tickets in den Online-Shops der Spielstätten zu ordern oder über die Festival-Website: www.filmfest-osnabrueck.de, die alle nötigen Informationen bereithält.


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Möser

eine begehbare Graphic Novel 1. November 2020 bis 11. April 2021 Museumsquartier Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de Mit „MÖSER“ präsentiert das Museumsquartier Osnabrücks berühmtesten Protagonisten im Zeitalter der Aufklärung Am 14. Dezember 2020 feiert die Stadt Osnabrück den 300. Geburtstag des berühmten Osnabrückers Justus Möser (1720-1794). Aus diesem Anlass zeigt das Museumsquartier vom 1. November 2020 bis 11. April 2021 eine „begehbare Graphic Novel“, die am Beispiel des Osnabrücker Juristen, Literaten und Staatsmannes in die Zeit des aufgeklärten Absolutismus und der Aufklärung einführt. Die Basis des außergewöhnlichen Ausstellungsprojektes bildet die gleichnamige Graphic Novel von Peter Eickmeyer, Thorsten Heese und Gaby von Borstel, die als Begleitpublikation im Splitter Verlag erscheint.

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Dank der Naturwissenschaften, die im Zeitalter der Aufklärung entstanden, verstehen wir heute, wie die Natur funktioniert und was uns und unsere Umwelt ausmacht. Die sichtbarste politische Wirkung entfaltet die Aufklärung in ihren revolutionären Ereignissen – 1776 in der Unabhängigkeitserklärung der amerika-nischen Kolonien von Großbritannien und 1789 in der Französischen Revolution. Mit dem Ruf nach „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ wird die Schwelle zur Moderne endgültig überschritten. Zu den bedeutenden Akteuren dieser historischen Epoche gehört Justus Möser. Es geht um kritischen Diskurs und Austausch. Fortschritt oder Tradition? Reform oder Revolution? Möser reflektiert, schreibt,


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links: Fahrt nach Göttingen // rechts v.o.n.u.: Justus Möser // Justus Möser am Schloss // Kanzlei Alle Illustrationen: © Peter Eickmeyer, 2020

publiziert und wird so ein viel beachteter Denker der Zeit. Mit Lessing, Herder und Goethe hat „der herrliche Justus Möser“ (Goethe) berühmte Bewunderer. Die Biografie Justus Mösers führt uns in eine Zeit, deren Prägungen unmittelbar bis in unsere Zeit hineinragen – in eine Zeit, die wieder Fragen nach der Zukunft stellt, nach der Basis unserer Gesellschaft und unseres sozialen Miteinanders. Grund genug, sich diesem Thema mit einer außergewöhnlichen Sonderausstellung zu widmen. Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

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What Difference Do you Make? Siebdrucke von Christina Kramer

Kuratiert von Michael Kröger und Elisabeth Lumme 26. September bis 6. November 2020 Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst www.hase29.de „Wenn die Oberfläche aufbricht, verändert sich der Fokus“ (Christina Kramer) Leichtigkeit und Tiefe, Chaos und Klarheit, Sichtbarkeit und Uneindeutigkeit bedingen sich in den Werken der Kölner Künstlerin Christina Kramer gegenseitig und fordern die aktive Auseinandersetzung mit ihrem Publikum. Ihre raumgreifenden und zugleich zart-poetischen Installationen sowie ihre präzise komponierten, von Störungen durchbrochenen druckgrafischen Arbeiten loten Grenzen aus, provozieren Perspektivwechsel und erzeugen Momente der Spannung und Ungewissheit. Die Betrachter werden in ebenso sinnlicher wie auch subtiler Weise als Gegenüber der Arbeit fast körperlich involviert und aufgefordert, eine eigene Nähe, eine Präsenz zum Bild herzustellen, die auch eine Versenkung im Bild nicht ausschließt. Die diversen Wirklichkeitsschichten ihrer Arbeiten vermitteln sich, indem eine Orientierung im Bild gestört, verunklärt und damit thematisiert wird. Unter der sichtbaren Oberfläche beginnen sich eigene Bilder zu bewegen und zu entwickeln. In Christina Kramers Arbeiten verbinden sich Punkte, Linien und Flächen zu vielschichtigen – gleichsam lauten und leisen, imposanten und zarten – Systemen, die immer wieder neue Fragen an das Sehen und ihre Bilder eröffnen. Christina Kramer (*1979 in Osnabrück) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschülerin von Hubert Kiecol. Sie lebt und arbeitet in Köln. hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

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Vom Glück im Unglück Arbeiten in der Isolation

19. November bis 16. Januar 2021 Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst www.hase29.de Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sind dem Aufruf vom Kunstraum hase29 gefolgt und haben künstlerische Arbeiten vorgestellt, die in der Zeit des Lockdowns entstanden sind. Die Ausstellung mit Malerei, Zeichnung, Skulptur, Video, Sound und Konzeptkunst gibt vielfältige Einblicke in die Bandbreite gegenwärtiger Reflexionen. hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück ––– Abb. linke Seite: Christina Kramer, Von Dissidenten und Draufgängern, 2017. Installation aus handbedruckten Folien; Druckfarbe, Folien, Rundstahl, 330 x 210 x 100 cm

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Jovana Reisinger, beauty is life, Filmstill, 2020, Setfotografin: Jenny Bräuer, Courtesy the artist, © Jovana Reisinger

Enttäuschung

Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm Mit Einzelausstellungen von Aleksandra Domanović, David Polzin, Jovana Reisinger, Rosalie Schweiker, Mickey Yang Mit Textbeiträgen von Bini Adamczak, Loren Britton / Helen Pritchard und Anke Stelling 29. August 2020 bis 14. Februar 2021 Kunsthalle Osnabrück | kunsthalle.osnabrueck.de Von August 2020 bis Februar 2021 widmet sich die Kunsthalle dem Thema „Enttäuschung“. Es geht um die großen Enttäuschungen in unserem Alltag. Es geht um gesellschaftliche Enttäuschungen. Um Enttäuschungen, die viele Menschen gemeinsam erleben. Um Enttäuschungen, die die Politik verursacht. Um Enttäuschungen, die darum auch unser Leben beeinflussen. Wo verändern Enttäuschungen das Denken der Menschen? Wo führen sie zu etwas Neuem? Wo erfüllen sich Erwartungen nicht? Was ist wahr? Was ist sicher? Was ist ein Fortschritt? Und was ist es nicht? Wie verändert sich der Blick auf etwas nach einer Enttäuschung? Wohin führt das in der Politik? Was macht es mit den Menschen? Wie war das früher? Wie ist es heute? Und wie wird es in der Zukunft sein? Was hat Sprache mit diesen Enttäuschungen zu tun? Was finden wir richtig? Was finden wir falsch? Welche Rolle spielen Gesetze dabei? Welche Enttäuschungen machen

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uns wütend? Welche machen uns traurig? Gegen welche Enttäuschungen wehren wir uns? Die Ausstellungen der Kunsthalle Osnabrück untersuchen diese Enttäuschungen. In unserem Vermittlungsprogramm wollen wir über Enttäuschungen sprechen. Denn sie verändern unser Denken und unseren Blick. So kann aus einer Enttäuschung etwas Neues entstehen. Zum Auftakt von „Enttäuschung“ gibt es eine Publikation mit Texten von Bini Adamczak, Helen Pritchard/Loren Britton, Anna Jehle/Juliane Schickedanz und Anke Stelling. ––– Öffnungszeiten: Di 13 – 18 Uhr / Mi, Do, Fr 11 – 18 Uhr am 2. Do im Monat 11-20 Uhr Sa + So 10 – 18 Uhr Kunsthalle Osnabrück Hasemauer 1, 49074 Osnabrück


MORGENLAND FESTIVAL OSNABRUECK

BALKANS BEYOND BRASS

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03.12. 06.12.

LIVE EDITION MEHR INFORMATIONEN UNTER

MORGENLAND-FESTIVAL.COM kunst:stück 19


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Blick auf Europa

Osnabrücker Friedenstag 13.10.2020 bis 04.11.2020 www.osnabrueck.de/friedenskultur

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Am 25. Oktober 1648 wurde in Osnabrück und Münster der Westfälische Frieden geschlossen. Ein Veranstaltungsprogramm rund um den 25. Oktober erinnert an diesen für die europäische Geschichte so wichtigen Friedensschluss. So nimmt das Programm nicht nur die derzeitige deutsche EU-Ratspräsidentschaft zum Anlass, um einen Blick auf Europa zu werfen.

bringt uns mit seiner Rubrik „Focus on Europe“ mit aktuellen Filmproduktionen die Länder des Kontinents nahe.

„Ach Europa“ ist beispielsweise der Titel des szenischen Musiktheaterstücks, das am 22. Oktober per Live-Stream übertragen wird und den Bogen spannt von der Sage „Europa“ bis zur schwierigen europäischen Gegenwart. Am 3. November referiert die Europaabgeordnete Terry Reintke in der Volkshochschule zum Thema „Europa war eine Frau“ und widmet sich hier ebenfalls den Frauen in der Geschichte Europas, aber auch ihrer Rolle und Stärke im gegenwärtigen Europa. Und das Unabhängige Filmfest Osnabrück (21. – 25.10.2020)

Aufgrund der Covid 19-Pandemie muss in diesem Jahr leider das traditionelle Steckenpferdreiten verschoben werden. So steht der Osnabrücker Friedenstag auch im Zeichen des 300. Geburtstages von Justus Möser. Am 25. Oktober erwartet die Gäste im Rahmen der Veranstaltung „Westfälischer Friede und Justus Möser“ ab 10.00 Uhr ein Gottesdienst mit dem Thema „Der Friedensschluss und Justus Mösers Hochzeit“ sowie anschließend die Matinee „Talk im Turm“ zum Thema „300 Jahre Justus Möser – Glaube und Kirche in

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Im Rahmen des Filmfestes wird zudem am 25. Oktober der Friedensfilmpreis verliehen. Der ausgezeichnete Film ist dann erneut am 27. Oktober um 18.30 Uhr in der Lagerhalle zu sehen.


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links: 03.11.20 –Terry Reintke Europa war ein Frau, Foto: Cornelis Gollhardt // rechts v.o.n.u.: 25.10.20 – musica pro pace Chapel des King's College in Cambridge, Foto: Stefan Hanheide // 22.10.20 – Ach Europa, Foto: Alexandra und Franz Kinader Pixabay // Steckenpferdreiter, Foto: Friso Gensch

St. Katharinen“. Am Nachmittag präsentieren um 16.30 Uhr die Osnabrücker Friedensgespräche im Hohen Dom in der Reihe musica pro pace ein Konzert mit Werken zum Thema „Friedensmusik für 1945“. Am Abend beschließt um 18.00 Uhr in St. Marien der jährliche Ökumenische Friedensgottesdienst dann den Tag des Westfälischen Friedens. Ein Programmflyer erschien im September und liegt in der Tourist-Information, im Rathaus und anderen Orten in der Stadt aus oder steht zum Download bereit unter: www.osnabrueck.de/friedenskultur Weitere Informationen sind im städtischen Büro für Friedenskultur unter Telefon 0541 323-3210 oder per E-Mail unter friedenskultur@osnabrueck.de erhältlich. Büro für Friedenskultur Osnabrück Marienstraße 5/6, 49074 Osnabrück

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kulturmarathon

Gemeinsam für Osnabrück

Osnabrück | www.kulturmarathon-os.de Die Stadt Osnabrück und die Osnabrücker Stiftungen bieten Kulturschaffenden in der langen Laufzeit der Corona-Pandemie finanzielle Unterstützung. Es bedarf neuer Konzepte und Ideen, die Kultur- und Kreativszene aufrecht zu erhalten und Einrichtungen und Soloselbständige vor dem Aufgeben zu bewahren. Die Friedensstadt Osnabrück fördert zusammen mit der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung, Felicitas und Werner Egerland Stiftung, Evangelische Stiftungen Osnabrück, Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur, Stiftung der Sparkasse Osnabrück und der Caritas-Stiftung Kultur-

projekte, Ausstellungen, Installationen, Lesungen, Theateraufführungen sowie digitale Veranstaltungen und Workshops. Kulturschaffende wie freie Kulturträger, Künstlerinnen und Künstler, Vereine, Initiativen und engagierte Einzelpersonen haben spannende Projekte entwickelt, die trotz Corona stattfinden können und diese bereits teilweise verwirklicht. Der Kulturmarathon unterstützt mit dieser Förderung die lebendige Kunst- und Kulturszene und die Vielfalt des Kulturlebens in Osnabrück. Demnächst finden Sie alle Infos zum Kulturmarathon unter: www.kulturmarathon-os.de

––– Abbildungen von links oben nach rechts unten: Tanztheater Stakkato über Furcht, Angst und Panik in Coronazeiten, Foto: Fritz Schwarzenbergers // Anna-Lena Schnabel (Online-Konzert: Eine improvisierende Weltreise von zu Hause mit Anna-Lena Schnabel und Florian Weber), Foto: Haberland // „Wolle und Gack entdecken die Stadt“, Digitale Familienstadtführung auf eigene Faust, Musiktheater LUPE, Foto: Martin Robben // Florian Weber, Foto: Christoph Bombart Photography // Mit „Mach das Fenster auf und lass die Sonne rein“ bringt die Theaterpädagogische Werkstatt abwechslungsreiche Unterhaltung in Senioreneinrichtungen // Die Blechskulptur ALLESWIRDGUT von David Rauer thematisiert das aktuelle Zeitgeschehen, Foto: Eva Tolzmann // Umgearbeitetes Bühnenstück „Das hässliche Entlein” als Hörstück für Kinder in Kooperation auf der Website des Figurentheaters Osnabrück // Ausschnitt aus der Kurzfilm-Reihe „Klavierorte“ von Roman Partikewitsch

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Ragnar Gischas, Sophia

Ragnar Gischas irgendwo dazwischen

4. September bis 10. Oktober 2020 „Auf der Suche nach Graustufen zwischen den Polen finden sich die Antworten auf die meisten Fragen irgendwo dazwischen.“ Mit diesen Worten beschreibt Ragnar Gischas seine Portrait- und Aktfotografien, die jetzt in einer neuen Austellung im KunstQuartier des BBK zu sehen sind. –––

Sebastian Osterhaus Umbruch

16. Oktober bis 21. November 2020 Umdenken durch Umbruch, Ursache und Wirkung, Endlichkeit und Aufbruch – Diese Schlagwörter umschreiben das aktuelle künstlerische Schaffen von Sebastian Osterhaus. Der Maler und Grafiker visualisiert diese in immer kürzeren Intervallen aufkeimenden und an Brisanz zunehmenden gesellschaftlichen Brüche in sehr klassischen Motiven der Malerei: Landschaft, Tier und Portrait. Dennoch bestechen die Leinwandwelten und ihre Figuren in ihrer malerischen und inhaltlichen Umsetzung künstlerischen Zeitgeist.

Abb. links: Montage 2, Manfred Heinze / Henning Heigl, 2020, Foto: Heinze / Heigl Abb. rechts: Sebastian Osterhaus, Umbruch, Öl auf Leinwand, 2020, Foto: Sebastian Osterhaus

Henning Heigl und Manfred Heinze „2“

27. November 2020 bis 9. Januar 2021 Die ihrem ungewöhnlichen Konzept bieten die Künstler Henning Heigl und Manfred Heinze den Besuchern die Möglichkeit, selbst als Kurator tätig zu werden und aus einem Fundus von ca. 60 Bildern eine eigene kleine, persönliche Ausstellung zusammenzustellen. Dazu werden die beiden Künstler im KQ jeweils rund 30 Bilder in einer Art Lager deponieren. Die Besucher sind aufgefordert, aus diesem Bestand nach eigenem Geschmack je ein Bild der Künstler auszuwählen, um dieses Bildpaar dann an exponierter Stelle im KunstQuartier eine Weile in Ruhe zu betrachten. ––– KunstQuartier des BBK Bierstraße 33, 49074 Osnabrück | www.bbk-osnabrueck.de Öffnungszeiten: Dienstag– Freitag 14–18 Uhr, Samstag 11–16 Uhr

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kunst:stück


. osnabrück

drei.de „drei.de“

dreidimensionale Arbeiten 7. November bis 23. Dezember 2020 www.skulptur-galerie.de Nach dem Erfolg der Ausstellungen „Dreidimensional“ 2019, „Junge Plastik“ 2018 und „Kleinskulpturen“ 2017 wird die nächste Ausstellung mit dem Titel „drei.de“ vom 7.11.2020 bis 23.12.2020 in der skulptur-galerie.de, Bierstraße 2, Osnabrück stattfinden.

mann, Christine Hoffmann, Joachim Jurgelucks, Valentino Magnolo, Stella Metzig, Lothar Nordmann, Elisabeth Pawils, Nadia Pereira Benevente, Eva Preckwinkel, Frauke Sawusch, Hiltrud Schäfer, Marcus Schramm (Greifswald), Pauline Stopp (Greifswald), Antje Wiewinner

Die Jury hat 18 professionelle Künstler* innen und Kunststudierende, die dreidimensional arbeiten, ausgewählt. Sie haben mehr als 45 Kunstwerke eingereicht. Damit gibt die Ausstellung einen Einblick in die dreidimensional arbeitende Kunstszene in der Region Osnabrück. Als Gäste sind drei Künstler*innen aus der Partnerstadt Greifswald dabei.

Die eingereichten Arbeiten sind in den Jahren 2017–2020 entstanden.

Teilnehmende Künstler*innen Urs Bumke (Greifswald), Jörg Bussmann, Eva Dankenbring, Caro Enax, Monika Ha-

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kunst:stück

Die Ausstellung wird durch die Förderung der OLB-Stiftung ermöglicht. ––– Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, 11–18 Uhr / Sa, So, 11–16 Uhr und auf Anfrage skulptur-galerie.de Bierstraße 2, 49074 Osnabrück


Kunsthalle Osnabrück

Enttäuschung/ .Disappointment osnabrück

JovanaReisinger DavidPolzin Mickey Yang RosalieSchweiker AleksandraDomanović  30.08.20–14.02.21

30.08.20–18.10.20

25.10.20–06.12.20 www.kunsthalle. osnabrueck.de

30.08.20–14.02.21

13.12.20–14.02.21

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www.klartext-grafik.de

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kunst:stück

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. bramsche

Bernd Rüsel, L 267, Öl auf Leinwand, 120 x 105 cm, 2020, Foto: Bernd Rüsel

Schafzimmer

Malerei von Bernd Rüsel

25. September bis 1. November 2020 Tuchmacher Museum Bramsche | www.tuchmachermuseum.de

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Bleibt die Tierwelt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie unberührt? Nicht in den Bildern, die Bernd Rüsel in der Ausstellung „Schafzimmer“ im Tuchmacher Museum Bramsche zeigt. Einsichten in das Leben der Tiere unter den aktuellen Einschränkungen sind seit dem 25. September zu entdecken. Der Osnabrücker Künstler stellt dabei die Schafe, die den Rohstoff für die Wollverarbeitung liefern, in den Mittelpunkt seiner Bilderzählungen. Einen weiteren Bezug zum Tuchmacher Museum bildet das wundervolle „Bramscher Rot“ in seinen bisweilen mit hintergründigem Witz gemalten Tierporträts.

er seit 1999 zahlreiche Einzelausstellungen und Beteiligungen in Deutschland und den Niederlanden. Neben dem PiepenbrockKunstförderpreis erhielt er ein Stipendium für das Künstlerhaus Schwalenberg und das Otto-Flath-Stipendium in Bad Segeberg. Regelmäßige Studienaufenthalte führten ihn u.a. nach London, Wien, Berlin, Rom und Lissabon. Seine Arbeiten sind in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten.

Bernd Rüsel lebt und arbeitet in Osnabrück. Nach seinem Kunststudium hatte

Tuchmacher Museum Bramsche Mühlenort 6, 49565 Bramsche

kunst:stück

––– Die Arbeiten von Bernd Rüsel werden durch die Stadt Osnabrück gefördert.


drei.de

18 Künstler*innen aus der Region Osnabrück und der Partnerstadt Greifswald 7.11.—23.12.2020

Bierstraße 2 · 49074 Osnabrück · www.skulptur-galerie.de Mo, Mi, Do, Fr 11–19 Uhr, Sa, So 11–16 Uhr

Christina Christina Kramer Kramer What Difference What Difference DoDo You Make? You Make? 26.9. – 6.11.2020 26.9. – 6.11.2020 Kunstraum hase29 www.hase29.de Hasestr. www.hase29.de 29/30, 49074 Osnabrück www.hase29.de www.hase29.de www.hase29.de | #hase29


. bad rothenfelde

Künstlerin: NATALIE BOOKCHIN Titel: the act of changing something's position / Der Akt der Veränderung der Position von etwas https://bookchin.net/projects/video-montage-work-in-progress/ Datengesteuerte Videomontage, 2020

Lichtsicht 7 – Projektions-Triennale

Videoprojektionen auf den Gradierwerken in Bad Rothenfelde www.lichtsicht-biennale.de | 23. Oktober 2020 – 21. Februar 2021 Die Vorbereitungen zur neuesten Ausgabe der lichtsicht 7 Projektions-Triennale laufen auf Hochtouren. Bis zur Eröffnung am 23. Oktober ist für alle Beteiligten noch viel zu tun, denn das besondere Lichtkunst-Festival im Heilbad Bad Rothenfelde, nahe Osnabrück, hat sich komplett neu aufgestellt. Es wurde auf Wunsch des Erfinders und Gründers der lichtsicht Projektions-Biennale, Heinrich W. Risken, von einer rein privaten Finanzierung durch die gleichnamige Stiftung, auf eine mit öffentlichen Geldern finanzierte Triennale der Lichtkunst umgestellt. Veranstalter ist nun die lichtsicht gemeinnützige Veranstaltungsgesellschaft mbH, Bad Rothenfelde, die sich im Frühjahr dieses Jahres gegründet hat. Das neue Profil der lichtsicht 7 ProjektionsTriennale Die diesjährige Edition der lichtsicht Projektions-Triennale trägt die Nummer SIEBEN im Namen. Ja, sie ist eine Fortsetzung, aber vor allem ein Neuanfang, und das in

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kunst:stück

diesen Zeiten! Es geht auch darum, sich neu zu erfinden und damit das Profil dieser einmaligen Veranstaltung zu schärfen. Eine Neuprofilierung gelingt durch: 1. Dem Zeitgeist folgend (die documenta 2022 macht es vor) besteht das neuformatierte künstlerische Team aus mehreren Köpfen und ist generationsübergreifend. Statt Einzelkämpfertum oder Geniekult erleben wir gerade kollektive, dialogische Strukturen, die in eine nie dagewesene Vielfalt und Multiperspektivität münden, was letztlich auch dem breitgefächerten Spektrum des Publikums geschuldet ist. Das künstlerische Team besteht aus Michael Bielicky, dem Kurator und künstlerischen Leiter, seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Paul Kenig, dem Projektleiter Tim Roßberg und Christian Meyer als technischem Leiter und Realisator. 2. Trotz eines verringerten Budgets werden mehr Positionen denn je zu erleben sein. Dies gelingt, weil neben den etab-


. bad rothenfelde

Künstler: MIAO XIAOCHUN Titel: Gyro Dance (Gyroskop-Tanz) https://bookchin.net/projects/video-montage-work-in-progress/ Datengesteuerte Animation, 2017

lierten, international bekannten Künstlern erstmalig auch innovative studentische Arbeiten präsentiert werden. Es gibt Kooperationen mit jungen Talenten der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, der Musashino Universität in Tokyo sowie der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe.

der Virtual Reality ansehen. Es ist ein Medium, welches aus einer dreidimensionalen Erweiterung der virtuellen Realität durch in Echtzeit interaktive Elemente besteht. Diese sollen mehrere Sinne der Nutzer ansprechen. Sie sind so dargestellt, als seien sie Teil der realen Welt und gleichzeitig physisch verbunden mit der virtuellen Welt.

3. Moderne Projektionstechnologie. Nach zehn Jahren hat sich in der Projektionstechnik einiges getan. Es wurden mit Unterstützung der Heinrich W. Risken Stiftung neue Projektoren angeschafft, die eine deutlich höhere Qualität, sowohl bei der Bildauflösung als auch bei der Datenverarbeitung garantieren. Darüber hinaus weisen sie eine bessere Energiebilanz auf, was sich bei dem täglichen Betrieb auszahlt.

5. Die lichtsicht 7 wird ein echter Beitrag in Sachen Gendergerechtigkeit im Kunstbetrieb: Das Verhältnis von weiblichen und männlichen Künstlern liegt erstmals bei nahezu 50/50. Dies gilt es in die Welt zu tragen.

4. Neben den Projektionen wird es auch Augmented Reality Arbeiten geben, sodass sich die Kunst auf den Smartphones der Besuchenden entfalten wird. Augmented Reality kann man als eine Erweiterung

Hochkarätige Kunst - in einem einzigartigen Format - ansteckungsfrei erleben In den Zeiten von Corona bietet die lichtsicht 7 ein geradezu ideales Format, um hochkarätige Projektionskunst ansteckungsfrei und angstfrei im Freien, bei bester von Quellsole angereicherter frischer Luft, zu erleben. Der etwa einen Kilometer lange Kunstparcours rund um die bis zu

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. bad rothenfelde

Künstler: Julius von Bismarck Titel: Fire With Fire / Feuer mit Feuer https://www.bundeskunsthalle.de/presse/pressebilder/julius-von-bismarckfeuer-mit-feuer.html Video-Montage, 2020

14 Meter hohen Gradierwerke bildet eine Projektionsfläche von insgesamt 10.000 qm. Allein ein Werk kann bis zu 312 m lang sein. Diese Dimension ist gigantisch und in ihrem natürlichen wie historischen Setting weltweit einzigartig. Immer noch ist der kulturinteressierten Öffentlichkeit in den Ballungszentren der Kunst zu wenig bewusst, dass die lichtsicht Projektions-Triennale, mit ihrem Alleinstellungsmerkmal der salzig- kristallinen Schwarzdornwände als gewachsene Projektionsfläche, auf höchstem künstlerischem Niveau stattfindet. Die Pandemie könnte eine Chance sein, die Schätze der Kunstrezeption gerade in der Peripherie zu entdecken und zu heben, um sie in den Fokus des beinahe zum Erliegen gekommenen Kunsttourismus zu stellen. Die lichtsicht in Bad Rothenfelde liefert Kunstgenuss auf Weltniveau, eine Entdeckungsreise im eigenen Land bei größtmöglicher Sicherheit – kurz ein Idealformat! Sie ist eine magische Mischung zwischen höchstem, intellektuellen Anspruch und gleichzeitig beste Unterhaltung für Groß und Klein. Social Distancing ist dabei genauso möglich wie ein Familienausflug. Ein Erlebnis für alle Sinne: die Augen, die Ohren, der Atem und vor allem der Geist werden beim abendlichen bis nächtlichen Flanieren gleichermaßen entertaint. „Großes Welttheater in Bad Rothenfelde“ - Die Künstler der lichtsicht 7 Die vergangenen 6 lichtsicht ProjektionsBiennalen haben Maßstäbe für die Qualität der Veranstaltung gesetzt. Klangvolle Namen der internationalen Kunstszene, wie

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kunst:stück

William Kentridge, Robert Wilson, AES+F, Sigalit Landau, Kanjo Také, Ryoji Ikeda, Eyal Gever oder rosalie waren fasziniert von der Möglichkeit, ihre Kunst auf dieser verästelt strukturierten, feuchtglitzernden Projektionsfläche der Gradierwerke zu erleben, die ihren Werken einen Zauber verlieh, der in keinem Museum der Welt möglich ist. Michael Bielicky, selbst mehrfach teilnehmender Künstler, jetzt künstlerischer Leiter und Kurator der lichtsicht 7, weiß um diese Besonderheit und steckt mit seiner Begeisterung viele Künstler seiner Wahl an. Er sieht mit der lichtsicht die Chance für ein „großes Welttheater in Bad Rothenfelde“ und hat seinen Focus vor allem auf asiatisch konnotierte Kunst gesetzt. Damit setzt er eine Zäsur in unsere gewohnte, eurozentristische Wahrnehmung. Gleichwohl kann man in dieser Ausrichtung eine sinnvolle Weiterführung einer Traditionslinie erkennen, die mit künstlerischen Positionen von Kanjo Také, Ryoji Ikeda, MioonMin Kim, Moon Choi, Moon Kyungwon & Jeon Joonho bereits durch die früheren Kuratoren, Manfred Schneckenburger und Peter Weibel, angelegt wurde. Weiterführende, vertiefende Informationen finden Sie auf der Website der lichtsischt 7 Projektions-Triennale. Dort gibt es Neuigkeiten zur lichtsicht 7, den beteiligten Künstlern, ihren Biografien und Werken in Texten, Bewegtbildern und Fotos. Ein Katalog, der gleichzeitig als Ausstellungsführer fungieren soll, ist in Arbeit Lichtsicht 7 Saline. Bad Rothenfelde


LWL-Industriemuseum

GlashĂźtte Gernheim | Petershagen

Contra Corona Deutsches HeiĂ&#x;glas 2020 26. Juli bis 1. November 2020 www.lwl-industriemuseum.de


. mettingen

Emil Nolde

a critical approach by Mischa Kuball 11. Oktober 2020 bis 7. Februar 2021 Draiflessen Collection, Georgstraße 18, 49497 Mettingen | www.draiflessen.com Die Draiflessen Collection hat den Konzeptkünstler Mischa Kuball (* 1959) eingeladen, sich mit dem Maler Emil Nolde (1867–1956) auseinanderzusetzen. Emil Nolde ist einer der bekanntesten Künstler der Klassischen Moderne. Dass er bekennender Nationalsozialist war, geriet für Jahrzehnte aus dem Blick – obwohl dies den Zeitgenoss*innen und auch denjenigen klar war, die sich nach 1945 kritisch mit ihm beschäftigten. Seit längerem gelangte die politische Orientierung Noldes aber wieder in den Fokus. Das künstlerische Werk Emil Noldes hat sich nicht verändert, aber unser Blick darauf. Nach welchen Kriterien beurteilen wir Kunst? Wie prägt unser Wissen ihre Wahrnehmung? Wer war (und ist) an ihren Deutungen beteiligt? Mischa Kuball entwickelte für die Ausstellung EMIL NOLDE – A CRITICAL APPROACH BY MISCHA KUBALL künstlerische Arbeiten, die ein vielschichtiges, offenes, kritisches und zugleich ästhetisches Durch-

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kunst:stück

leuchten eines der ambivalentesten deutschen Künstler der letzten 100 Jahre umfassen. Kuball ist für die Aufgabe der Auseinandersetzung mit Noldes Werk und seiner Person durch seinen künstlerischen Ansatz und eine Reihe früherer Arbeiten besonders prädestiniert. Über das Medium Licht und Lichtbildverfahren wie Film und Fotografie verhandelt er gesellschaftspolitische Themen und Fragen der Wahrnehmung, indem er Zusammenhänge und Strukturen sichtbar werden lässt und die Aufmerksamkeit in neue Richtungen lenkt. So erlauben die neu entstandenen Videoinstallationen und Bildserien Kuballs für das Ausstellungsprojekt einen ungewohnten Blick auf das Œuvre Emil Noldes, denn sie zeigen oder reproduzieren keine Werke, sondern öffnen Assoziationsräume, die über das konkrete Beispiel Nolde hinausweisen. So soll angeregt werden, Prozesse im Hintergrund der Werke abstrakt zu beleuchten, bewusst werden zu lassen und kritisch zu hinterfragen.


. mettingen

Die Nolde Stiftung Seebüll ermöglichte Mischa Kuball freien Zugang zu ihren Räumlichkeiten, um vor Ort neue künstlerische Arbeiten für diese Ausstellung zu entwickeln. Kuball rückt dabei drei Aspekte in den Fokus: Noldes Umgang mit fremden Kulturen, sein Engagement für die Nationalsozialisten und seine nach 1945 forcierte Stilisierung zu einem Künstler im Widerstand. Kuballs besonderes Interesse galt neben dem ehemaligen Wohn- und Atelierhaus den nicht öffentlichen Bereichen der Stiftung, dem Kunstdepot und Archiv, in denen Werke Noldes, seine Korrespondenz und seine zu Lebzeiten zusammengetragene Sammlung von Ethnografika bewahrt werden. Von zentraler Bedeutung für die Ausstellung sind außerdem die drei ersten Ausstellungen der documenta, auf denen Werke Noldes gezeigt wurden. Kuball wählte für sein Projekt ausschließlich Arbeiten aus, die in diesen drei Schauen zu sehen waren. Vor allem die erste documenta von 1955 wurde als Gegenentwurf zur Ausstellung Entartete Kunst von 1937 wahrgenommen. Sie war nicht das einzige Projekt, das am Mythos von Nolde als verfemtem Künstler Anteil hatte, aber in jedem Falle jenes, mit der bis in die heutige Zeit weitreichendsten Wirkung.

Abb. links: Mischa Kuball, ethnographica_lumetri_ Nolde/Kritik/Kuball, 2020, © Archiv Mischa Kuball, Düsseldorf / VG Bild-Kunst Bonn, 2020 // rechts: Mischa Kuball, ... a critical approach!, 2019, © Archiv Mischa Kuball, Düsseldorf / VG Bild-Kunst Bonn, 2020 –––

Mischa Kuball

1959 geboren in Düsseldorf, lebt und arbeitet in Düsseldorf Der Konzeptkünstler Mischa Kuball arbeitet seit 1977 im öffentlichen und institutionellen Raum. Mithilfe des Mediums Licht erforscht er architektonische Räume sowie deren soziale und politische Diskurse. Er reflektiert dabei unterschiedliche Facetten von kulturellen Sozialstrukturen bis hin zu architektonischen Eingriffen, die den Wahrzeichencharakter und den baugeschichtlichen Kontext betonen oder neu kodieren. In politisch motivierten und partizipatorischen Projekten verschränken sich öffentlicher und privater Raum. Es wird eine Kommunikation zwischen den Teilnehmer*innen, dem Künstler, dem Werk und dem urbanen Raum ermöglicht. Seit 2007 ist Mischa Kuball Professor für Public Art / Öffentlicher Raum an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). 2002 bis 2008 war er assoziierter Professor für Medienkunst an der Staatliche Hochschule für Gestaltung (HfG) und am Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe (ZKM). Seit 2015 Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Düsseldorf.

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making places colorful

pro office Büro + Wohnkultur Sutthauser Str. 287, 49080 Osnabrück Tel.: 0541.33 50 63 0, Fax: 0541.33 50 63 3 www.prooffice.de


usm.com


. mettingen

Hendrik Cornelisz. Vroom, Kriegsschiffe in ruhigem Gewässer, Ende 16. /Anfang 17. Jahrhundert, Draiflessen Collection (Liberna), Mettingen, Foto: Stephan Kube

Seestücke

4. November 2020 bis 9. Mai 2021 Draiflessen Collection, Georgstraße 18, 49497 Mettingen | www.draiflessen.com

Beim Anblick des Meeres spüren wohl die meisten Menschen eine unerklärliche Faszination. Diese Faszination zeigt sich seit jeher in der Kunst. Besonders in den Niederlanden des 17. Jahrhundert werden Darstellungen der Schifffahrt und der See zu eigenständigen Bildmotiven. Es entsteht ein neues Kunstgenre: das Seestück. Dramatische Seeschlachten, Flottenparaden und alltägliche oder sehnsuchtsvolle Küstenlandschaften spiegeln nicht nur das politische, sondern auch das gesellschaftliche Interesse an der Seefahrt wider. Die Kabinettausstellung der Draiflessen Collection beleuchtet die verschiedenen Facetten und die Entwicklung des Genres mit Zeichnungen, Grafiken und einem Gemälde der Sammlung, die zusammen mit nautischen Instrumenten aus dieser Zeit präsentiert werden. Krieg und Handel Im 17. Jahrhundert – der „Geburtsstunde“ des Seestücks – ringen die drei vorherrschenden Seemächte Europas England, die Niederlande und Spanien um die Seehandelswege. Damit werden die Meere zunehmend zum Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen, die den politischen Alltag Europas prägen und damit ihren Weg in künstlerische Darstellungen finden. Der Kampf um Handelsrouten hängt unmittelbar mit wirtschaftlichen Entwick-

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lungen der jeweiligen Länder zusammen. Das Goldene Zeitalter der Niederlande bringt eine reiche, kaufmännische Bürgerschaft hervor, die zu den neuen Auftraggebern der Künstler werden. Ihr Interesse gilt dabei alltäglicheren Motiven, die ihre Lebenswelten wiedergeben – und dazu gehört vor allem der Handel. Hafenansichten, die vor großen Schiffen nur so wimmeln, lassen keinen Zweifel an der wirtschaftlichen Macht der Auftraggeber. Der Mensch und das Meer Die detaillierten Darstellungen der Schiffe, so aufwändig, dass diese auch als Schiffporträts bezeichnet werden, verdeutlichen das Interesse und die Wertschätzung für die Wasserfahrzeuge. Immer wieder werden sie in stürmischer See gezeigt und wie sie dem Wetter und den Gezeiten trotzen. In dramatischer Schräglage und mit geblähten Segeln bevölkern sie die Küsten und Häfen. Teilweise entsteht der Eindruck, dass die Schiffe als Verbindung zwischen Mensch und Natur dienen, wenn sie vor felsigen Küstenabschnitten kreuzen. Diese Beziehung erscheint aber ambivalent: Einerseits ist das Meer eine bedrohliche Naturgewalt, andererseits ermöglicht Seefahrt die Bezwingung der ländlichen Grenzen und nicht zuletzt dem wirtschaftlichen und politischen Erfolg.


erhard Bitter | Werner Reuber Eberhard Bitter || Werner Reuber Eberhard Bitter Werner Reuber Eberhard Bitter | Werner 23.08. –  25.10.2020 23.08. –  25.10.2020 Reuber 23.08. –  25.10.2020 23.08. –  25.10.2020

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung für Bildung & Kultur Eine Ausstellung in Kooperation mitStiftung der Stiftung Bildung&& Kultur Kultur usstellung in Kooperation mit der fürfür Bildung Info: www.Herforder-Kunstverein.de und www.Bildung-Kultur.org Eine Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung für Bildung & Kultur Info: www.Herforder-Kunstverein.de und www.Bildung-Kultur.org www.Herforder-Kunstverein.de und www.Bildung-Kultur.org Info: www.Herforder-Kunstverein.de und www.Bildung-Kultur.org

Herforder Kunstverein Herforder Kunstverein e.V. Herforder Kunstverein im Daniel-Pöppelmann-Haus Herforder Kunstverein e.V. im Daniel-Pöppelmann-Haus im Daniel-Pöppelmann-Haus e.V. 2 | 32052 Herford | 0 52 21 18 96 89 imDeichtorwall Daniel-Pöppelmann-Haus e.V. Deichtorwall 2 | 32052 Herford14  | 0 52 21 18 96 89 Mittwoch bis Sonntag –18 Uhr Deichtorwall 2 | 32052 | 0 52 21 18 96 89 Deichtorwall 2 |Herford 32052 Herford | 0 52 21 18 96 89 Mittwoch bis Sonntag 14  –18 Uhr Mittwoch Mittwoch bis Sonntag 14  – 18 Uhr bis Sonntag 14 –18 Uhr

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.. petershagen osnabrück

Gläsernes Corona-Virus von Korbinian Stöckle und Rasit Rejwan. Foto: P. Hübbe/LWL

Contra Corona – Deutsches Heißglas 2020 Gemeinsam gegen Corona und für die Kunst

26. Juli bis 1. November 2020 LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de Die Sonderausstellung „Contra Corona – Deutsches Heißglas 2020“, die im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim zu sehen ist, wurde aus aktuellem Anlass initiiert: Auch in der Corona-Krise bleiben Kunstschaffende ihrer Leidenschaft treu. Es entstanden eindrucksvolle Objekte, die die Begeisterung für den Werkstoff Glas zum Ausdruck bringen und zugleich seine Wandelbarkeit verdeutlichen. Zu sehen ist dies in der Glashütte Gernheim, selbst hi-

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storischer Ort der Glasherstellung, an dem heute noch Glas gefertigt wird. Für die Ausstellung stellen insgesamt 26 Künstlerinnen und Künstler, Designerinnen und Designer aus ganz Deutschland Objekte zur Verfügung und vermitteln so den BesucherInnen einen Einblick des aktuellen Schaffens im Bereich Glaskunst und -design. Die Teilnehmenden sind zumeist in der Studioglasszene zu verorten und ferti-


. osnabrück . petershagen

gen Ihre Stücke in Hüttentechniken. Viele Objekte sind durch Gravur und Schliff sowie Sandstrahlen veredelt. Die gezeigten Stücke reichen von Gebrauchsglas über Kleinserien bis hin zu Unikaten, sodass die BesucherInnen eine vielfältige Auswahl zeitgenössischer Glaskunst erwartet. Bewusst nur minimal kuratiert, bietet die Ausstellung neben der Präsentation auch die Möglichkeit zum Erwerb der Objekte. Die Glashütte Gernheim möchte damit Kunstschaffende unterstützen, die die Jahrtausende alte Techniken manuelle Fertigung von mundgeblasenen Hohlglas praktizieren und erhalten, die 2015 in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde.

Beteiligte Kunstschaffende der Ausstellung sind: Veronika Beckh, Annette Glas & Austin Dowd, Barbara Ebner von Eschenbach, Simone Fezer, Masami Hirohata, Pia Hoff, Heikko Schulze Höing, Franz X. Höller, Christoph Hübner, Susanne Kunkel, Louise Lang, Rainer Metzger, Anna Mlasowsky, Henriette Olbertz-Weinfurter, Stella Orlowski, Martin Potsch, Susanne und Ulrich Precht, Cornelius Réer, Torsten Rötzsch, Stefanie Schulz, Carolin Schwan, Korbinian Stöckle, Michaela Swade, Andrea Viebach, Anne Wenzel, Franz Winkelkotte LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim Gernheim 12, 32469 Petershagen

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. worpswede

Endspurt für die RAW Phototriennale Worpswede Ausstellungen und Veranstaltungen noch bis zum 1. November

Worpswede | www.raw-phototriennale.de | www.raw-frei-haus.de Letzte Gelegenheit für alle, die die Ausstellungen der RAW Phototriennale in Worpswede noch nicht gesehen haben: Nur noch bis zum 1. November sind in den vier Museen der Künstlerkolonie die Hauptausstellungen des Fotofestivals zu sehen, das in diesem Jahr bereits seine dritte Auflage erlebt. Furore machte »RAW« bereits in der Anfangsphase der Coronazeit mit seinem deutschlandweit beachteten Online-Format »RAW-FREI-HAUS«. In aufwändig produzierten Ausstellungsrundgängen und Künstlergesprächen präsentierten die Festivalmacher bereits zu Lockdown-Zeiten die spektakulären Ausstellungen aktueller

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Fotografie, die inzwischen auch live zu erleben und von den Museen bis in den Spätherbst hinein verlängert worden sind. Die Themen beziehen sich dabei jeweils direkt auf das Profil des jeweiligen Museums, so dass spannende Bezüge der ausgestellten Werke zu den traditionellen Werken der »Alten Worpsweder« entstehen. Die Ausstellung »Fokus Heimat« im Barkenhoff schlägt eine lebendige Brücke zwischen der durchgestalteten Lebenswelt des Jugendstilkünstlers Heinrich Vogeler und heutigen Blicken auf den Begriff der Heimat. In der Großen Kunstschau sind im Rahmen von »Fokus Landschaft« vielgestaltige Interpretationen des Themas Land-


. worpswede

DIE AUSSTELLUNGEN Barkenhoff

Lia Darjes, Martin Rosswog, Marvin Systermans

Große Kunstschau

Frank Kunert, Claudius Schulze, Henrik Spohler

Haus im Schluh

Rafael Goldchain, Cosima Hanebeck, Eckhard Joite, Ludwig Rauch

Worpsweder Kunsthalle

Tina Bara, Klaus Dierßen, Norman Hoppenheit, Ivanka Penjak, Ditmar Schädel, Sammlung Gabriele Koenig www.raw-phototriennale.de www.worpswede-museen.de

links oben: © Rüdiger Lubricht, Haus im Schluh // rechts: © Rüdiger Lubricht, Barkenhoff // unten links: © Rüdiger Lubricht, Worpsweder Kunsthalle // rechts: © Rüdiger Lubricht, Große Kunstschau

schaftsfotografie zu sehen, die vor allem die ökologische Komponente des heutigen Verbrauchs von Natur in den Blick nehmen. »Fokus Zeitenwende« in der Worpsweder Kunsthalle blickt zurück auf die Fotografie der DDR und die Folgen der Wende nach 1989. Mit der Sammlung Gabriele Koenig ist dort eine der bedeutendsten Privatsammlungen zur Fotokunst des anderen Deutschlands überhaupt erst zum zweiten Mal öffentlich zu sehen. Zu einem absoluten Publikumsmagneten hat sich schließlich die Ausstellung »Fokus Mensch« im Haus im Schluh entwickelt. Die fiktive Ahnengalerie des jüdisch-kanadischen Fotografen Rafael Goldchain begeistert die Besucher ebenso wie die spektakulären Portraits von Punks und Nachtschwärmern des heutigen Berlin von Eckard Joite. Mit diesen vier Ausstellungen bietet die RAW Phototriennale einen künstlerisch

hochwertigen und zugleich abwechslungsreichen Querschnitt moderner und zeitgenössischer Fotografie und setzt damit erneut einen spannenden Impuls im Künstlerort Worpswede. Zum Abschluss des Fotofestivals bieten die RAW-Macher als kleine Entschädigung für das im Frühjahr entfallene Festivalprogramm zudem mehrere Veranstaltungsformate an. Neben mehreren Filmen und Künstlergesprächen sind im Laufe des Oktobers auch eine Brecht-Revue mit Fotoprojektionen und spannende Vorträge unter dem Titel »Exploring Reality« geplant. Hier geben vier Fotograf*innen Einblicke in unterschiedlichste Aspekte ihrer Arbeit. Hinweise zu allen Terminen und Orten der Veranstaltungen und den Anmeldemodalitäten: www.raw-photofestival.de/kalender

Raw-Frei-Haus Das Online-Format der RAW Phototriennale bietet kommentierte Ausstellungsrundgänge und Werkreihen, Künstlergespräche und die Gesprächsreihe »Fotografie im Kunstmarkt«. www.raw-frei-haus.de

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. oldenburg

Eberhard Bitter | Werner Reuber

Gedanken im Dialog – Gemälde – Zeichnung – Keramik 23. August bis 25. Oktober 2020 Herforder Kunstverein | www.herforder-kunstverein.de Der Herforder Kunstverein in Kooperation mit der Stiftung für Bildung & Kultur aus Witten zeigt im Jubiläumsjahr nahezu 70 Kunstwerke der beiden Künstler – aktuelle Arbeiten in Öl, Holzschnitte, Zeichnungen und Keramiken. Mit dem in Wuppertal lebenden Künstler Eberhard Bitter kommt ein für Kunstkenner nicht unbekannter Künstler nach Herford zurück. Die große Resonanz und Begeisterung für die Arbeiten von Eberhard Bitter in der letzten hochgelobten Ausstellung im Daniel-Pöppelmann-Haus, insbesondere die Öl-Portraits der prominenten Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Konrad Adenauer und Willy Brandt, waren so überzeugend, dass der Kurator Professor Detlef H. Mache diesen Künstler zusammen mit Werner Reuber (einem Meisterschüler

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von Gerhard Richter) nun nach Herford mit der Ausstellung Eberhard Bitter „Gedanken im Dialog“ mit Werner Reuber gewinnen konnte. ––– Eberhard Bitter (1960) - 1981-87 Studium der Malerei bei Prof. Pitt Moog in Dortmund - seit 1987 als freischaffender Maler und Zeichner tätig - seit 2008 Lehrauftrag im Fachbereich Architektur, HS Bochum - seit 2010 Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund In seiner Sprache der Malerei steht das Thema Mensch im Vordergrund – emotional und im Dialog von Licht und Schatten. Er setzt mit seinem expressiven Malduktus und einem schnellen Strich in erster


. oldenburg . bremen

Abb. links: Eberhard Bitter, Unmittelbar 2020, © Stiftung Mache Abb. rechts: Werner Reuber, Atelier Düsseldorf, © Mache Stiftung

Linie die menschlichen Dialoge, Figuren und Bewegungen in Szene. Dabei ist neben der körperbetonten Bewegung auch der Tanz einer seiner inspirierenden Faktoren für seine Werke, die ihre ganz eigene Dynamik hier in dieser Ausstellung zum Ausdruck bringen. Auch mit seinen ausdrucksstarken und farbintensiven Porträts, die Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zeigen, hat er zu den figürlichen Szene-rien, Baum- & Felskörpern eine weitere interessante Facette in seinem künstlerischen OEuvre zur Seite gestellt, die teilweise einen Dialog in eine andere Welt zulassen. Werner Reuber (1947) - 1970-76 Kunstakademie Düsseldorf und Meisterschüler von Prof. Gerhard Richter - 1976-79 Gründungsmitglied der ersten Düsseldorfer Produzentengalerie - 2002 & 2005 Arbeitsaufenthalt in der Villa Romana, Florenz, Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund, Mitglied im Deutschen Künstlerbund

Der Mensch steht bei Werner Reuber im Mittelpunkt seiner Malerei und in den großformatigen Holzschnitten. Er thematisiert in immer neuen Variationen die vielschichtigen und facettenreichen Beziehungen zwischen Männern und Frauen – Lust und Leid, Banalität und Erotik, Geschlechterkampf und Emanzipation gehören zu seinen immer wieder neu definierten Aspekten menschlichen Daseins. Mit Witz und Ironie, Brechung und Fokussierung spiegeln sich seine künstlerischen Aussagen in seinen Gemälden, Graphiken, Keramiken und Holzschnitten wider. Werner Reuber, der an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat und zu den Meisterschülern Gerhard Richters zählt, präsentiert eine Auswahl von Arbeiten, die in die Beziehungen der Menschen zueinander oder zur Natur stehen. Neben Personen kommt vor allem das Motiv der Vögel immer wieder zur Geltung. Herforder Kunstverein Deichtorwall 2, 32052 Herford

kunst:stück

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. ausstellungen

Museumsquartier osnabrück, Felix-NussbaumHaus, Kulturgeschichtliches Museum | Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück | T. 0541.3232207 www.museumsquartier-osnabrueck.de – Möser – eine begehbare Graphic Novel | 1.11. bis 11.4.21 – Johanna Diehl 11.12.20 bis 14.11.2021 – Nussbaum anders sehen | bis 1.11. – Nasan Tur | bis 15.11.

Justus Möser, © Peter Eickmeyer, 2020, Museumquartier

KUNSTHALLE OSNABRÜCK | Hasemauer 1 | 49074 Osnabrück | T. 0541.3232190 | kunsthalle.osnabrueck.de – Enttäuschung | bis 14.2.2021 Erich Maria Remarque-Friedenszentrum | Markt 6 | 49069 Osnabrück | T. 0541.969244 | www.osnabrueck.de – Weltweit Remarque. Anlässlich des 50. Todestages Erich Maria Remarques | bis 22.6.21

David Polzin, 2013-2019, Foto: Weston Lyon, © David Polzin, Kunsthalle Osnabrück

hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29/30 | 49074 Osnabrück | T. 0541. 58051396 www.hase29.de – Christina Kramer. What Difference Do You Make? | bis 6.11. – Vom Glück im Unglück. Arbeiten in und aus der Isolation 19.11.20 bis 30.1.21 Kunst-Quartier | Bierstraße 33 | 49074 Osnabrück | www.bbk-osnabrueck.de – Ragnar Gischas. irgendwo dazwischen | bis 10.10. –Sebastian Osterhaus. Umbruch | 16.10. bis 21.11. –Henning Heigl und Manfred Heinze. „2“ | 27.11.20. bis 9.1.21

Christina Kramer, Von Dissidenten und Draufgängern, 2017. Installation aus handbedruckten Folien; Druckfarbe, Folien, Rundstahl, Hase29

Ragnar Gischas, Sophia BBK Kunstquartier

SKULPTUR GALERIE | Bierstraße 2 | 49074 Osnabrück | www.skulptur-galerie.de – David Möller. Neu zentriert | bis 31.10. – Drei.de | Gruppenausstelung | 7.11 bis 23.12 Museum am Schölerberg | Natur und Umwelt | Planetarium | Klaus-Strick-Weg 10 | 49082 Osnabrück | T. 0541.323-7000 | www.museum-am-schoelerberg.de – Mission 2030 – Globale Ziele erleben | bis 3.1.2021 Museum Industriekultur Osnabrück | Süberweg 50a | 49090 Osnabrück | T. 0541.122447 | www.industriekultur-museumos.de – Industriekultur andernorts – Die Völklinger Hütte. Fotografien von Dr. Klaus-Dieter Bergmann | bis 6.12

Bernd Rüsel, L 269, Öl auf Leinwand, Foto: Bernd Rüsel, Tuchmacher Museum

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kunst:stück

Tuchmacher Museum Bramsche | Mühlenort 6 | 49565 Bramsche | T. 05461.94510 | www.tuchmachermuseum.de – Bernd Rüsel. Schafzimmer | 25.9. bis 1.11. – Wasser, Wind und Wellen. Bramscher Verein für Bildende Kunst e.V. | 7.11. bis 6.12.


. oldenburg . bremen

www.kulturmarathon-os.de Ein Zusammenschluss der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung, Felicitas und Werner Egerland Stiftung, Evangelische Stiftungen Osnabrück, Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur, Stiftung der Sparkasse Osnabrück, der Caritas-Stiftung und der Stadt Osnabrück. Der Kulturmarathon unterstützt mit dieser Förderung die lebendige Kunstund Kulturszene und die Vielfalt des Kulturlebens in Osnabrück.

kunst:stück

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. ausstellungen

MUSEUM UND PARK KALKRIESE | Venner Straße 69 | 49565 Bramsche | T. 05468.92040 | www.kalkriese-varusschlacht.de – 2 Millionen Jahre Migration | bis 25.10.

Mischa Kuball, ... a critical approach!, 2019, © Archiv Mischa Kuball, Düsseldorf / VG Bild-Kunst Bonn, 2020 Draiflessen Collection

dRAiFlessen collection | Georgstraße 18 | 49497 Mettingen | t. 05452.91683000 | www.draiflessen.com – Am Dritten Tage … | bis 11.10: – Lieblingsstücke . Onkel Canterbumm | bis 25.10. – Emil Nolde – a critical approach by Mischa Kuball | 11.10.20 bis 7.2.21 – Seestücke – Kabinettausstellung | 4.11.20 bis 9.5.21 KLOSTER BENTLAGE RHEINE | Bentlager Weg 130 | 48432 Rheine | T. 05971.918400 | www.kloster-bentlage.de – Nooit weer – Nie wieder | 30.8. bis 11.10. – Werner Henkel. Natur lesen – Zweige, Rispen, Zeichen | bis 15.11. – Bert Loerakker | bis 15.11. FAlkenHoF MuseuM RHeine | Tiefe Straße 22 | 48431 Rheine | www.rheine.de | T. 05971.920611 – Bürgersinn und Seelenheil. Der Kirchenschatz von St. Dionysius | Sonderausstellung seit dem 30.8.

Werner Henkel, Wein lesen, Kloster Bentlage

Jorn Ebner, Klangrecherche /Tänzerrecherche, Foto: M. Jezierny, DA, Kunsthaus

DA, KUNSTHAUS KLOSTER GRAVENHORST | Klosterstraße 10 | 48477 Hörstel | T. 02551 694200 | www.da-kunsthaus.de – Projektstipendium KunstKommunikation 20 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | bis 24.1.21 – Susanne Bosch, Geschichten (in) einer Landschaft – Kartografisches Schattentheater, Film | bis 4.10. – Susanne Bosch, Geschichten (in) einer Landschaft – eine Kartografie, Ausstellung | bis 27.9. – Kunst in der Region. Gemeinschaftsausstellung zeitgenössischer Kunst | 10.10.20 (ERöffnung: 17 Uhr mit Live Konzert) bis 24.1.24 – RÜCKBLICK! Projektstipendium KunstKommunikation 20 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Präsentation der Kunstprojekte: 10.10., 17 Uhr | 10.10.20 bis 24.1.21 – AUSBLICK! Projektstipendium KunstKommunikation 21 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Ausstellung der Entwürfe aus der Ideenwerkstatt: 10.10., 17 Uhr | 10.10.20 bis 24.1.21 – Winterlicht - Imagined dimensions. Lichtinstallation von Tim Roßberg | ab 29.11.20 (Eröffnung: 16 Uhr) . STÄDTIScHE GALERIE NORDHORN | Vechteaue 2 48529 Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de | T. 05921.971100 – Prozess_Farben. Gruppenausstellung Malerei | bis 1.11. – Paul Seawright | 20.11.20 bis 24.1.21

Ulrika Segerberg, becoming a tree a flood a light (wedge), 2020, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm und Container Mind, 2018, zweiteilige Keramik, 29,5 x 25 x 23 cm, Foto: Helmut Claus, Städtische Galerie Nordhorn

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kunst:stück

KUNSTHALLE LINGEN | Kaiserstraße 10a | 49809 Lingen T. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de – Susa Templin. Grundrisse | 12.9. bis 22.11.


30. 6. 2018 – 13. 9. 2018

Was der deutsche Mann im Sommer trägt … Modenschau und Lebensart à la Fritz Wolf 25. September – 1. November 2020

Malerei von Bernd Rüsel

Eröffnung: Freitag, 29.6.2018, 19.00 Uhr

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Fritz-Wolf-Gesellschaft e.V. zum 100. Geburtstag von Fritz Wolf.

Mühlenort 6, 49565 Bramsche, Tel. 0 54 61/94 51-0 www.tuchmachermuseum.de, Di. – So. 10.00 – 17.00 Uhr R

anzeige_kunststueck 1

22.05.201


. ausstellungen

KUNSTMUSEUM PABLO PIcASSO MÜNSTER | Picassoplatz 1 48143 Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de T. 0251.4144710 – Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft | 19.9. bis 31.1.2021 ARTLETstudio | Harsewinkelgasse 21 | 48143 Münster T. 0251.93259700 | www.artlet-studio.com – Walk the Line. Marcus Günther + Künstler der Galerie | bis 11.10. – Skulpturen, Bilder, Objekte | ARTLET.online Edvard Munch, Das weinende Mädchen, 1909, LWL-Museum für Kunst und Kultur © LWL/Neander

lwl-MuseuM FüR kunst und kultuR | Domplatz 10 48143 Münster | www.lwl-museum-kunst-kultur.de – Passion Leidenschaft. Die Kunst der großen Gefühle | 9.10. bis 14.2.21 – Eine Frage der Herkunft. Geschichte(n) hinter den Bildern bis 10.01.21 – The Public Matters. Ausstellung und FORUM | bis 15.11. – RADAR. Kate Andrews: Unfeigned Hoax, Veritable Nonsense | 24.10.2020 – 17.01.2021 KUNSTHAUS KANNEN | Alexianerweg 9 | 48163 Münster T. 02501.96620000 | www.kunsthaus-kannen.de – In der Meeresweite meiner Seele... | 11.10.20 bis 31.1.21

Werner Reuber, Atelier Düsseldorf, © Mache Stiftung, Herforder Kunstverein

KUNSTHALLE MÜNSTER | Hafenweg 28 | 48155 Münster T. 0251.4924191 | www.kunsthallemuenster.de – Daniel Steegmann Mangrané. Dog Eye | bis 22.11. HeRFoRdeR kunstVeRein iM dAniel-PöPPelMAnnHAUS | Deichtorwall 2 | 32052 Herford | T. 05221.189689 www.poeppelmannhaus.de | www.herforder-kunstverein.de – Eberhard Bitter und Werner Reuber. Gemälde – Zeichnung – Keramik | bis 25.10. – Moritz Götze. Malerei, Grafik, Emaille- und Objektkunst | 07.11.20 bis 24.01.21

Gläsernes Corona-Virus von Korbinian Stöckle und Rasit Rejwan. Foto: P. Hübbe/LWL, Glashütte Gernheim

MUSEUM PETER AUGUST BÖcKSTIEGEL | Schloßstraße 33824 Werther | T. 05203.3297 | www.museumpab.de – Peter August Böckstiegel 1933-1945. Dunkle Jahre, voller Farben | bis 7.2.2021 GLASHÜTTE GERNHEIM | LWL-Industriemuseum | Gernheim 12 | 32469 Petershagen | T. 05707.93110 | www.lwl-industriemuseum.de – Timo Sarpaneva. Finnisches Glasdesign | bis 6.1.2. – Contra Corona. Deutsches Heißglas 2020 – Gemeinsam gegen Corona und für die Kunst | bis 1.11.

Vera Scholz, Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

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kunst:stück

EMSLANDMUSEUM ScHLOSS cLEMENSWERTH | 49751 Sögel | T. 05952.932325 | www.clemenswerth.de – Eine empfindsame Kunst. Drei künstlerische Positionen zum Thema Papier | bis 31.10.


Picassoplatz 1 | 48143 Münster | T.: 0251 / 414 47-10 | info@picassomuseum.de www.kunstmuseum-picasso-muenster.de | MO–SO: 10–18, FR: 10–19 Uhr Die Ausstellung wird gefördert von den


. rheine

Nooit weer

Nooit weer – Nie wieder 30. August bis 11. Oktober 2020 Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de Im Jahr 2020 jährt sich zum 75. Mal die Befreiung der Niederlande von der deutschen Besatzung. Zum gemeinsamen Gedenken und Feiern organisiert die Stiftung NOOIT WEER/NIE WIEDER mit dem Kloster Bentlage in Rheine und dem KULT in Vreden ein grenzüberschreitendes Kunstprojekt. Im Rahmen einer Ausschreibung haben sechzig deutsche und niederländische Künstler*innen großformatige Banner zum Thema Nie wieder Krieg gestaltet, die an vier öffentlichen Orten in Deutschland und den Niederlanden ausgestellt werden: Am Museum No Hero in Hengelo, im Grenz-

park in Glanerbrugg, am kult in Vreden und im Salinenpark Bentlage in Rheine. In einem begleitenden Projekt wird Schüler*innen aus Rheine die Möglichkeit geboten, sich künstlerisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die so entstehenden Arbeiten wurden im Laufe der Ausstellung mit in den Ausstellungsaufbau eingefügt werden. Kloster Bentlage Bentlager Weg 130, 48432 Rheine

–––

Bert Loerakker

20. September bis 15. November 2020 Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de Bert Loerakkers Inspirationsquelle sind die Landschaften; er variiert sie in ihren endlosen Möglichkeiten. In der Form des Diptychons (Doppelbild) findet er eine angemessene Form. Die eine Hälfte mutet tatsächlich wie eine Landschaft an. Die andere Hälfte: abstrakte Farbflächen. Beide Hälften ergänzen sich kompositorisch und gehen einen bildhaften Dialog ein. Eine interessante Kommunikation entwickelt sich da, Ansichten werden einander gegenübergestellt: Über das was war und das was ist, das davor und das danach, das hier und da. Zu seinem 70. Geburtstag veröffentlich-

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kunst:stück

te seine Heimatstadt Helmond eine umfassende Dokumentation von Loerakkers bisherigem Oeuvre. Darin finden sich auch Beispiele früherer Arbeiten, die bei einem Atelierbrand vor zwölf Jahren fast vollständig zerstört wurde. Die Begleittexte dazu sind Ausdruck einer tief empfundenen Verehrung und Anerkennung des Künstlers, der in seinem Bezug zur Landschaft in der langen Tradition der holländischen Malerei gesehen wird Kloster Bentlage Bentlager Weg 130, 48432 Rheine


. bremen . rheine

Werner Henkel

Natur lesen – Zweige, Rispen, Zeichen bis 15. November 2020 Kloster Bentlage www.kloster-bentlage.de Für Werner Henkel ist die Natur Material, Raum und Thema seiner Kunst: Daher auch der Titel "NaturArte". Im Zentrum steht die künstlerische Auseinandersetzung mit ästhetischen Phänomenen in der Natur. Es ist eine Annäherung an die Natur, ihre Energien, Ausdrucksformen und an deren Gestaltwandel, an Fragen der Ökologie und wissenschaftliche Arbeitsweisen vom Standpunkt der Kunst aus. Dabei ist für ihn das Beziehungsgefüge, das Stoffwechselfeld Mensch-Natur zentral. In seinen Werken lotet er die Schönheit und Vergänglichkeit der Natur, sowie die Verletzlichkeit der Mensch-Natur-Beziehung aus. Seiner Arbeit liegt ein kommunikativer Naturbegriff zugrunde. Wuchsformen der Pflanzen, Tierspuren oder mineralischen Strukturen deutet er als spezifische Zeichen, Signaturen, Gesten

Werner Henkel, Wein lesen

einer semantischen Sinnesqualität der Natur. In diesem ästhetischen Dialog mit der Natur wird die Kunst zur Trägersubstanz einer Syntax natürlicher Zeichensysteme. Kloster Bentlage Bentlager Weg 130, 48432 Rheine

–––

27. und 28.11.2020 | CONJAK „Sieben Brücken“ | Ein musikalisch-

theatralischer Abend zum 30-jährigen Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung Der Brunnen hinte –––

Bert Loerakker

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. hörstel

Foto: Sabine Herke

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst ↗ Veranstaltungen | www.da-kunsthaus.de Klosterstraße 10, 48477 Hörstel

Veranstaltungen DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst Oktober bis Ende November 2020

↗ Bitte beachten Wir freuen uns, dass das DA, Kunsthaus wieder geöffnet hat und dass sich die Kunst draußen auf dem KLOSTERGRÜN und im DA wieder live erleben lässt. Bitte beachten: Für den Besuch der Ausstellungen im DA, Kunsthaus gelten die inzwischen bekannten Verhaltensregeln wie Abstand halten und Maske auf! Auch Veranstaltungen werden in begrenztem Umfang, vor allem auf dem Außengelände, wieder angeboten. Corona-bedingt ist dann eine Teilnahme nur mit vorheriger Anmeldung unter T 02551 6942-15 möglich, da die Teilnehmerzahlen bei allen Veranstaltungen begrenzt sind. Dies gilt auch für Führungen – öffentliche oder privat gebuchte – sowie für Workshops, die nun ebenfalls wieder möglich sind. Teilnehmende müssen sich mit Namen und Anschrift zum Zwecke der Nachverfolgung bei Corona anmelden! Bitte auch weiterhin unsere Angaben zum aktuellen Corona-Verlauf auf der Website verfolgen. Veranstaltungen finden nur statt, wenn es keine entsprechenden Einschränkungen gibt.

bis 24.01.21 Projektstipendium KunstKommunikation 20 – Kunst

zum Mitmachen und Mitdenken

Auch 2020 laden ungewöhnliche Kunstaktionen dazu ein, mit der Künstlerin und den Künstlern vor Ort ins Gespräch zu kommen und sich an den Kunstprojekten zu beteiligen: Growth Marte Kiessling | Klangrecherche/Tänzelrecherche Jorn Ebner | Assembly – mit Anschlussmöglichkeiten Samuel Treindl ↗ Growth | Marte Kiessling Langsam aber stetig »ertrinken« ganze Landstriche in den Kunststoffmassen, die unsere Zivilisationsgesellschaft übrig lässt. Doch trotz Diskurs und Strategien zur Vermeidung: Machen wir es uns bewusst, wie viel wir tagtäglich produzieren? Das thematisiert dieses Projekt: Gemeinsam mit Menschen der Region sammelt die Künstlerin Abfälle aus Kunststoffen und transformiert diese zu einer naturnahen Wucherung, die langsam, aber stetig das Kunsthaus »verschlingt«. Von weitem erinnert die Installation an hübsche Blümchendeko, doch von nahem zeigen sich Berge von Müll. Es geht um die Absurditäten zwischen der ästhetischen Erscheinung und der Problematik des Materials und den zugehörigen Diskurs. → Gefördert von: EGST – Entsorgungsgesellschaft Kreis Steinfurt und Schöne Werbung

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kunst:stück


. hörstel

↗ Klangrecherche/Tänzelrecherche | Jorn Ebner In seinem Projekt Klangrecherche /Tänzelrecherche untersucht Jorn Ebner die Kommunikationsformen der Honigbienen. Bei einem lokalen Imker entstehen Klangaufnahmen und Geräuschmusik des Bienenvolkes. Hierzu performt der Künstler im Laufe des Jahres zu Klängen mit Kostüm und Maske. Interessierte Gruppen und Einzelpersonen erforschen gemeinsam mit dem Künstler, ob und wie die Schwänzel- und Rundtänze der Bienen für die zwischenmenschliche Entscheidungsfindung angewandt werden können. → Gefördert von: LWL – Landschaftsverband Westfalen-Lippe ↗ Assembly – mit Anschlussmöglichkeiten | Samuel Treindl Schon im Projekttitel »Assembly« werden Bedingungen, Aufgabenstellung und Vorgehensweise benannt: der Zusammenbau, das Bauteil und die Versammlung. Der Künstler hat auf dem Klostergrün eine »Mitmach-Baustelle« eingerichtet und eine Skulptur aus Stahlbeton erstellt, die zu unterschiedlichen Anlässen zweckmäßig ergänzt wird und als Treffpunkt, Diskussionsort und Ruhestätte dient. Besucherinnen und Besucher sind aufgefordert das Provisorium zu erweitern und nach ganz eigenen Vorstellungen zu »verbessern«. Auf diese Weise verändert sich die Bauruine laufend. Gefördert von: FFAP – Forschungsstelle für anarchistische Produktion

Kreis.Spiel.Garten von Nikola Dicke und Zoltan Labas Naturfreunde vs. Klimaaktive | Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst Ganzjährig |

Der Kreis.Spiel.Garten lädt die Besucherinnen und Besucher ein, den kontemplativen Aufenthalt auf den Bänken um den Blumengartenkreis mit einer spielerischen Aktion auf der runden Freifläche, dem Spielkreis zu verbinden. Gemeinsam mit Studierenden der Universität Osnabrück werden Spiele entwickelt. Seit Juli gibt es dazu die Spielanleitungen im Foyer des DA, Kunsthaus. → Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kreissparkasse Steinfurt

Kreis.Spiel.Garten | Spiele von Nikola Dicke und Zoltan Labas Foto: M. Jezierny

HORTUS TOXICUS | Reinhard Krehl | Geodome für heimische Giftpflanzen | Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst Ganzjährig |

Eine Sammlung heimischer Giftpflanzen wird im eigens dafür geschaffenen Geodome präsentiert. Neben dem Kennenlernen der Pflanzen und deren Gifte geht es im Geodome ebenso um die Ordnung der Natur und den damit einhergehenden Fragen zu Gut und Böse, zu Moral und Unmoral, zu Leben und Tod. Es geht um Alles oder Nichts, um Kunst, Religion und Wissenschaft. Der HORTUS TOXICUS besteht zudem aus einem Hörspaziergang im Umfeld des Klosters mit Kurzgeschichten zu Giftpflanzen und deren Wirkung auf uns oder auf Tiere. Mit dem Smartphone können die tragischen oder lustigen Geschichten direkt am Standort einer Gift-Pflanze gehört werden. → Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kreissparkasse Steinfurt

kunst:stück

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. hörstel

am Brunnen hinter dem Tore | Valentin Hertweck und irene Pätzug | Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst Ganzjährig |

Der Brunnen hinterm Tore ist ein künstlerisches Implantat, das den Sinn- und Sachzusammenhang des Zisterzienserklosters Gravenhorst neu belebt und seine Transformationen bis zum heutigen Kunsthaus offenlegt. Er verwandelt den leeren Hof wieder in einen repräsentativen Klosterhof, wobei er seine Natürlichkeit nur vorgibt. Im Brunnen befindet sich kein Wasser, sondern ein romantischer Rückzugsort, der allerdings hochgradig synthetisch ist. Die Brunnenschale ist eine Replikation, die Trauerweide über der Ruhebank ist künstlich. USB- und Satellitenanschlüsse markieren die Allgegenwart digitaler Kommunikationsräume, die selbst unter dem malerischen Blätterdom keine Zurückgezogenheit zulassen. → Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kreissparkasse Steinfurt

Geschichten (in) einer Landschaft – Kartografisches schattentheater | susanne Bosch | Film bis 04.10.20

In mehreren Kapiteln thematisiert der Film lokale Phänomene zu Fremdheit und Heimat. Der Film entstand aus Begegnungen und Interviews vor Ort, historischen Fakten und fiktiven Erzählungen. Drei historische Zuwanderungsszenarien spielten dabei eine Rolle: Die „Beutetürken“ und „-türkinnen“, die im 17. und 18. Jahrhundert als Kriegsbeute in die Gegend verschleppt wurden, die Geflüchteten und Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg sowie die heute Zugewanderten aus den Kriegsund Krisengebieten des Mittleren Ostens. Deutlich wurde, wie sich die Landschaft um Gravenhorst aus individuellen Biografien und Schicksalen zusammensetzt, die in ihrem Kommen und Gehen durch die politische Situation ihrer Zeit bestimmt waren und sind. Der Film ist noch bis zum 04. Oktober im DA zu sehen. → Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kreissparkasse Steinfurt

Geschichten (in) einer Landschaft – eine Kartografie susanne Bosch | ausstellung | Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst bis 27.09.20

Die Installation nähert sich künstlerisch der Beheimatung des »Fremden« in der Landschaft um Gravenhorst. Rundherum an den Wänden des historischen Remters ist aus feinen Linien eine Landschaft entstanden. Diese Zeichnung bildet Sichtbares, Unsichtbares sowie über die Zeit aus der Landschaft Verschwundenes ab: Alte Wege, die Stollenwelt unter Tage, temporäre Heimstätten sowie eine Burg, welche die Raumordnung der Gegend ursprünglich wesentlich bestimmte. Dokumente wie Fotos, Archivmaterial, Karten und Ähnliches entlang des Zeichnungsbandes dokumentieren ausgewählte Stationen. Eine Erzählstimme begleitet die Besucherinnen und Besucher akustisch auf ihrer Wanderung entlang der Landkarte. Den roten Faden dieser Landschaftsentdeckungen bildet das Thema »Heimatgärten« der diesjährigen Gravenhorster SAISONALE*. Susanne Bosch sieht die Landschaft als erweiterten Garten. → Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kreissparkasse Steinfurt

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kunst:stück


Kabinettausstellung

04.11.2020–09.05.2021

www.draiflessen.com

11. Oktober 2020 bis 7. Februar 2021

dioezesanmuseum-paderborn.de

Peter Paul Rubens: Engel (Detail), um 1610/11, Collections of Flint Institute of Arts, Flint, Michigan, Gift of Viola E. Bray, 2005.158

24.7.– 25.10.2020 DIÖZESANMUSEUM PADERBORN

EMIL NOLDE – A CRITICAL APPROACH BY MISCHA KUBALL


. hörstel

Kunst in der Region | Gemeinschaftsausstellung zeitgenössischer Kunst | Eröffnung: 10.10. um 17.00 Uhr Konzert mit Yuhao Guo (Klavier) und Benjamin Hewat-Craw (Bariton), 17.10. um 19.00 Uhr 10.10. – 22.11.20

Die Ausstellungsreihe gibt seit 1990 Einblick in das aktuelle Kunstschaffen der Künstlerinnen und Künstler aus dem Münsterland, der EUREGIO mit den angrenzenden Niederlanden und dem Osnabrücker Land. Mitten in der Ausstellung präsentieren die jungen Musiker Yuhao Guo und Benjamin Hewat-Craw ihre neue CD „Winterreise“ von Franz Schubert. → Gefördert durch die Kreissparkasse Steinfurt

RÜCKBLICK! Projektstipendium KunstKommunikation 20 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Präsentation der Kunstprojekte: 10.10. ab 17.00 Uhr 10.10.20 – 24.01.21

Live in den Ateliers und im Außenraum des DA präsentieren die Stipendiaten des Projektstipendiums KunstKommunikation 20 ihre Kunstprojekte. Marte Kiessling lässt ihre Installation „Growth“, die von weitem an hübsche Blümchendeko erinnert, weiter im DA wachsen. Jorn Ebner befasst sich in seinem Projekt „Klangrecherche/Tänzelrecherche“ mit der Visualisierung zwischenmenschlicher Entscheidungsfindung und zieht dafür die Kommunikationsformen – Rund- und Schwänzeltänze – der Honigbienen heran. Ein weiteres Mal verändert sich auf dem Klostergrün die Bauruine von Samuel Treindl. Mit der Mitmach-Baustelle „Assembly – mit Anschlussmöglichkeiten“ lädt er zum Erweitern, Anpassen und Umfunktionieren seiner Skulptur im Außenraum ein.

Ausblick! Projektstipendium KunstKommunikation 21 – Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Ausstellung der Entwürfe aus der Ideenwerkstatt | Eröffnung: 10.10. ab 17.00 Uhr 10.10.20 – 24.01.21

Mit dem deutschlandweit einmaligem Stipendiumsprogramm fördert der Kreis Steinfurt jedes Jahr bis zu vier Projekte, bei denen das Begreifen von Kunst als Kommunikation und Teilhabe im Vordergrund steht. Die Ausstellung zeigt, die von der Jury ausgewählten Entwürfe.

Winterlicht - Imagined dimensions | Lichtinstallation von Tim Roßberg | Eröffnung: 29.11.20 um 16.00 Uhr Ab 29.11.20

Wechselnde, international arbeitende Künstler*innen interpretieren die historischen Räume mit Licht und Farbe und begeistern die Besucher in den Wintermonaten mit beeindruckenden Lichtinstallationen. In dieser Saison wird der deutsche Künstler Tim Roßberg unter dem Titel »IMAGINED DIMENSIONS« die Räume im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst durch Lichtprojektionen und Sounds in Bewegung setzen. Audiovisuelle Inszenierungen geben Anlass über unsere Vorstellungen von Raum zu reflektieren. Die installativen Arbeiten erweitern die gegebene Architektur des Ortes und unsere Erfahrungswirklichkeit um weitere Dimensionen. Tim Roßberg gestaltet aus Licht, Videoprojektion, Objekt und Sound Hybridwerke, die vielschichtige Bild- und Wirkungsräume offenbaren. Sie oszillieren zwischen kühlem Konstruktivismus, sinnlicher Inszenierung und kosmischer Unendlichkeit. Speziell für das Kloster Gravenhorst konzipiert, vergegenwärtigen die raumfüllenden Environments Realität und Imagination — Eine Einladung an die Sinne. Inspirationen zur Lichtkunst von Tim Roßberg auf www.timrossberg.com → Gefördert durch die Kreissparkasse Steinfurt

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kunst:stück


. osnabrück

→ FERMENTIERTES GEMÜSE KOHL & KIMCHI / TEMPEH / KOMBUCHA

ROH UND LEBENDIG FERMENTIERTES GEMÜSE VOLLER MIKROBIOTISCHEM LEBEN MIT LEBENDEN PROBIOTIKA FÜR DEINE BEWUSSTE ERNÄHRUNG

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. neuenhaus osnabrück

Lucas Odahara, Tempos Verbais (the Volume of History and the Balance of Time), 2017 Installationsansicht Kestnergesellschaft, Hannover, 2017 | Photo: Lucas Odahara

Prozess_Farben

Arbeit in Material, Erzählung und Raum 30. August bis 1. November 2020 Städtischen Galerie Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de Vom 30. August bis zum 1. November 2020 zeigt die Städtische Galerie Nordhorn die Gruppenausstellung: »Prozess_Farben – Arbeit in Material, Erzählung und Raum« mit den Künstlerinnen Okka-Esther Hungerbühler, Ulrika Segerberg, Ada Van Hoorebeke und Sonja Yakovleva. Mit dieser Gruppenausstellung stellt die Städtische Galerie Nordhorn aktuelle Malerei über das Tafelbild hinaus als ein materialbezogenes, unmittelbares und oft radikales Handeln zur Diskussion. Gegenwärtig ist in der Kunst eine verstärkte Hinwendung zu handwerklichen Techniken und fortdauernden Arbeitsabläufen zu

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kunst:stück

beobachten. Daraus lässt sich auch ein offener Werkbegriff ableiten, der sich nicht allein vom Motiv als Ergebnis oder von klaren Abgrenzungen der Genres her denken lässt. Die vier eingeladenen Künstlerinnen verfolgen sehr unterschiedliche Techniken und subjektive Themen. Im gemeinsamen Blick ist dagegen die komplexe und kritische Auseinandersetzung mit Farbe und Bildgrund als Materie. Daraus folgt auch eine bewusste Arbeit mit Plastizität und Raum, denn die Künstlerinnen beziehen darüber hinaus weitere Werkstoffe und Objekte mit ein.


. osnabrück

Abb. links: Ada Van Hoorebeke, Rose Family Factory, 2020, Installation, Mixed Media // rechts: Ulrika Segerberg, becoming a tree a flood a light (wedge), 2020, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm und Container Mind, 2018, zweiteilige Keramik, 29,5 x 25 x 23 cm // Fotos: Helmut Claus

Die Kunstwerke fordern eine Betrachtung, die sich auf die Spannung zwischen Produktion, Bildmotiven und Körperlichkeit einlässt. Dann lassen sich in der Ausstellung eine Vielzahl von Erzählfäden aufnehmen, die sich aus den Farben, Formen und Materialien, aber auch aus den verschiedenen Herstellungsprozessen und schließlich den räumlichen Beziehungen ergeben. ––– Aufgrund der Bestimmungen zum Infektionsschutz sind die Öffnungszeiten und Besucherzahlen weiterhin eingeschränkt. Es wird außerdem um das Tragen einer MundNasen-Bedeckung im Ausstellungsraum

gebeten. Weitere Informationen unter: staedtische-galerie.nordhorn.de. ––– Die folgende Ausstellung: PAUL SEAWRIGHT 20. November 2020 bis 24. Januar 2021 Eröffnung: 20.11., 19 Uhr ––– Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14–17 Uhr, Samstag, 14–18 Uhr und Sonntag 11–18 Uhr Der Eintritt ist frei. Städtischen Galerie Nordhorn Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

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Passion Leidenschaft

Die Kunst der großen Gefühle 9. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 LWL-Museum für Kunst und Kultur | www.lwl-museum-kunst-kultur.de Wo Menschen sind, gibt es auch große Gefühle. Dazu passt die Sonderausstellung "Passion Leidenschaft. Die Kunst der großen Gefühle" vom 9. Oktober 2020 bis zum 14. Februar 2021 im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Die bildende Kunst ist bis heute neben den darstellenden Künsten das Medium, in dem sich die Leidenschaften abbilden. Im westlichen Kulturkreis reicht die künstlerische Auseinandersetzung mit Emotionen bis in die Antike zurück. In einer großen internationalen Ausstellung wird zum ersten Mal mit 200 herausragenden Exponaten ein Bogen geschlagen von diesen Anfängen bis in die heutige Zeit.

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Berühmte Künstler haben sich über die Jahrhunderte in ihren Werken mit den Schmerzen des Laokoon, dem Rausch des Bacchus, den Leiden Christi, dem ekstatischen Taumel und den Qualen Liebender befasst. Die Darstellung herzzerreißender, hochdramatischer, zutiefst beglückender und bis ins Mark erschütternder Figuren und Szenen zieht sich als roter Faden durch die gesamte abendländische Kunstgeschichte. Warum haben Menschen im Gottesdienst geweint? Wo sind die menschlichen Gefühle im Körper verortet? Wann wurde aus Adam und Eva in der Kunst ein erotisches


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Abb. oben: Robert Arnold, The Morphology of Desire, video, 1998, 6min. © Robert Arnold & LIMA Amsterdam Abb. unten: Pauwels Franck, gen. Paolo Fiammingo , aus der Serie » Amori «: »Il frutto dell’amore «, 1585/89. Foto © KHM Museumsverband

Paar? Ist der „Wutbürger“ ein Phänomen unserer Zeit? Diese und weitere Fragen beleuchtet die Ausstellung aus verschiedenen Perspektiven und nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise durch den Kosmos ihrer Gefühle. Liebe und Hass, Hingabe und Begierde, Zorn und Wut, Schmerz und Trauer zeichnen uns Menschen aus. Leidenschaften führen dazu, dass Menschen ihren Verstand verlieren. Aber ohne starken inneren Antrieb hätte Leonardo da Vinci den Fallschirm nicht erfunden. Macht Leidenschaft besessen? Ist sie eine Macht, die den Liebenden oder das Genie in den Abgrund stürzt?

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Edvard Munch, Das weinende Mädchen, 1909, LWL-Museum für Kunst und Kultur, © LWL/Neander

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Auch in wissenschaftlichen Disziplinen wie der Psychologie, der Sozial- oder der Neurowissenschaft sind Emotionen Forschungsgegenstand. Die natur- und neurowissenschaftlichen Erkenntnisse werden in der Ausstellung mit der kunst- und kulturwissenschaftlichen Perspektive zusammengeführt.

Edvard Munch, Käthe Kollwitz, Hermann Nitsch, Bill Viola und Maria Lassnig und vielen mehr.

Große Gefühle verändern die Welt, sie beeinflussen unser Denken und Glauben, sie führen zu Krieg und Widerstand. In Politik und Gesellschaft sind Emotionen aktueller denn je. Die Schau versammelt Gemälde, Skulpturen, Fotos und Videoinstallationen unter anderem von Matthias Grünewald, Peter Paul Rubens, Anthonys van Dyck, Camille Claudel, Auguste Rodin, Egon Schiele,

Öffentliche Führungen: Di bis Fr 16.30–17.30 Uhr, Sa und So 11–12 Uhr, 14–15 Uhr, 16–17 Uhr | max. 10 Pers. Teilnehmerkarten können nur online unter https://bit.ly/LWLMKK-Online-Tickets gebucht werden, Restkarten gibt es an der Museumskasse. Info: 0251 5907-201

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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 10–18 Uhr, am zweiten Freitag im Monat 10–24 Uhr, Montag geschlossen

LWL-Museum für Kunst und Kultur Domplatz 10, 48143 Münster


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WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

BONBONNIERE BONBONNIERE Die Bonbonniere gehört zu einer Gruppe von

Die Bonbonniere zu einer Gruppe Objekten aus dengehört Werkstätten der Brüdervon Martin: Objekten aus den Vernis Werkstätten Martin: die so genannten Martin,der dieBrüder mit flächendie so genannten Vernis Martin, die mit flfarbdeckächendeckendem, in Ölfarben aufgebrachtem deckendem, Ölfarben aufgebrachtem enden Dekorindie französische Malerei desfarbdeckRokoko enden Dekor die französische Malerei des Rokoko im Miniaturformat wiedergeben. Sie zeigt eine im Miniaturformat wiedergeben. Sie zeigt eine mythologische Szene nach einer unbekannten mythologische Gemäldevolage.Szene nach einer unbekannten Gemäldevolage. Papiermaché mit Schwarzlackbeschichtung Papiermaché Schwarzlackbeschichtung und Dekor in mit Ölfarben, abschließend mit Klarlack und Dekor inMontierung Ölfarben, abschließend mit Klarlack überfangen; aus zweifarbigem überfangen; Montierung ausFrankreich zweifarbigem Gold; Futter aus Schildpatt; (Paris), Gold; Futter aus Schildpatt; Frankreich (Paris), Mitte 18. Jahrhundert Mitte 18. Jahrhundert

MUSEUM FÜR LACKKUNST

MUSEUM FÜR LACKKUNST Windthorststraße 26 Windthorststraße 26 48143 Münster | Deutschland 48143 | Deutschland + 49.251.41851-0 Telefon:Münster Telefon: + 49.251.41851-0

ÖFFNUNGSZEITEN ÖFFNUNGSZEITEN Dienstags (freier Eintritt) 12–20 Uhr, Dienstags Eintritt)und 12–20 mittwochs(freier bis sonntags an Uhr, mittwochs bisFeiertagen sonntags und anUhr gesetzlichen 12–18 gesetzlichen Feiertagen 12–18 Uhr

www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst

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Picasso / Miró

Eine Künstlerfreundschaft 19. September 2020 bis 31. Januar 2021 Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de Anlässlich seines 20jährigen Bestehens widmet sich das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster der langen Beziehung zwischen den Jahrhundertkünstlern Pablo Picasso und Joan Miró. Die Ausstellung „Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft“ zeichnet mit über 100 Lithografien, Radierungen, Aquatinten, Holzschnitten, Fotografien, Filmen und einem Brief von Joan Miró die sich immer wieder kreuzenden Wege der beiden spanischen Künstler nach. Joan Miró (1893-1983) und Pablo Picasso (1881-1973) verband eine lebenslange Freundschaft. Die beiden Männer waren im Hinblick auf ihre Persönlichkeit und ihren Stil jedoch denkbar unterschiedlich. „Picasso und Miró waren in allem völlig konträr und das Geheimnis ihrer Freundschaft ist schwer zu ergründen“, betont Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Trotz ihrer verschiedenen Charaktere

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und Künstlerpersönlichkeiten haben sich die beiden Spanier hervorragend verstanden. Und die Ausstellung zeigt ihre Kunst in einem spannenden Dialog.“ Durch exemplarisch ausgewählte Arbeiten geht die Schau dem Einfluss nach, den der Surrealismus auf Picassos und Mirós Schaffen in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren hatte. Gleichzeitig betont sie ihre individuellen künstlerischen Handschriften: So war Picassos Werk durch häufige Richtungs- und Stilwechsel gekennzeichnet und Miró blieb in seiner Bildsprache eher konstant und gradlinig. Während Miró seine Grafiken minutiös entwarf, ging Picasso operativ, ohne präzise Bildidee ans Werk und konkretisierte diese erst bei der Arbeit. So führte er einmal aus: „Ein Bild ist nicht von vornherein fertig und ausgedacht. Während man daran arbeitet, verändert es sich im gleichen Maße wie die Gedanken.“


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Abb.oben: Miró-Werke in der Ausstellung, Foto: Christoph Steinweg / Picasso-Museum // unten: Pablo Picasso, Die Frau mit dem Haarnetz, 1949, Lithografie, © Succession Picasso, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Die Ausstellung „Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft“ zeigt erstmalig die vollständige Miró-Kollektion, die der Sparkassenverband Westfalen-Lippe dem Picasso-Museum im August 2020 als Dauerleihgabe übergeben hat. Die Werke spannen einen Bogen von den ersten Radierungen Mirós im Jahr 1938 bis zum Jahr 1981 ––– Öffnungszeiten „Picasso/Miró“: Montag bis Sonntag und Feiertage 10–18 Uhr, Freitag 10–19 Uhr Führungen und Audioguide: Private und öffentliche Führungen sind wieder möglich. Nähere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf der Webseite. Zur Ausstellung ist ein Audioguide an der Kasse erhältlich (Deutsch / Englisch). Kunstmuseum Pablo Picasso Münster Picassoplatz 1, 48143 Münster

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. paderborn

Peter Paul Rubens

und der Barock im Norden 24. Juli bis 25. Oktober 2020 Diözesanmuseum Paderborn | www.dioezesanmuseum-paderborn.de Er revolutionierte mit seinen neuartigen Bildideen nicht nur die Malerei, sondern auch die Bildhauerkunst des 17./18. Jahrhunderts in ganz Nord- und Mitteleuropa: Peter Paul Rubens, der in Antwerpen einer weit über die Grenzen der Metropole hin ausstrahlenden Werkstatt vorstand. Das Diözesanmuseum Paderborn widmet dem Star des flämischen Barock eine große Sonderausstellung. Ausgehend von der umfangreichen Neuausstattung des Paderborner Doms, die sich den Antwerpener Brüdern Antonius und Ludovicus Willemssens aus dem direkten Umfeld Rubens‘ verdankt, nimmt die Schau die bedeutenden Innovationen in Malerei, Architektur und Kirchenausstattung des Barock in den Blick, die mit dem Wirken des bedeutenden flämischen Meisters verbunden sind. Hochkarätige Exponate in Paderborn Hochkarätige Exponate aus internationalen Museen und Sammlungen dokumentieren die Verbreitungs- und Erfolgsgeschichte der Kunst der südlichen Niederlande

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und zeigen, dass die Migration von Künstlern ein wichtiger Motor für die Ausbreitung des Barock war. Zu sehen sind bedeutende Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von der Hand Rubens‘ und seiner Künstlerkollegen sowie kunstvoll gearbeitete Barockskulpturen unter anderem aus dem Rijksmuseum Amsterdam, dem Museum Plantin-Moretus in Antwerpen, der Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste Wien, dem SMK Kopenhagen oder dem San Francisco Museum of Modern Art. Vor allem in den virtuosen, so noch nie gezeigten Skizzen und Bozzetti vermittelt die Ausstellung den Besucherinnen und Besuchern einen ganz unmittelbaren Zugang zur schöpferischen Kraft – der prima idea – der genialen Barockkünstler. Auch im Bereich der Skulptur gilt Rubens als bedeutender Impulsgeber, wie seine teilweise engen Kooperationen mit zahlreichen Bildhauern der Zeit belegen, die in der Schau dokumentiert werden.


. paderborn

Eindrucksvolle 3D-Rekonstruktionen, Animationen und Multimedia-Stationen geben vertiefende Einblicke in diese faszinierende Zeit und lassen die visuelle Kraft auch verlorener Bilder und barocker Ausstattungen wieder aufleben. Hierzu zählt auch das bedeutende barocke Hochaltarbild des Paderborner Doms, das im Krieg völlig zerstört wurde und nach aufwendiger Restaurierung und Zusammensetzung der Fragmente pünktlich zur Ausstellung wieder in neuem Glanz erstrahlen wird.

Abb. v.l.n.r.: Peter Paul Rubens, Selbstportrait, 1625, Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses e.V. Siegen © Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses e.V. Siegen // Peter Paul Rubens, Beweinung Christi, um 1612, Liechtenstein, The Princely Collections, Vaduz-Vienna // Maria Magdalena, Fragment der „Kreuzigung Christi“, bez.: Anton Willemßens invent Ao. 1656, vom zerstörten Seitenaltar des Paderborner Doms © Diözesanmuseum Paderborn, Foto: Ansgar Hoffmann // unten: Gerhard Richter, Ausschnitt (Makart) [288], 1971, Duisburg © Gerhard Richter 2019 (0214) / MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg, Sammlung Ströher / Kunstmuseum Bonn, Reni Hansen

Aktualität des Barock Eine eigene Ausstellungsabteilung widmet sich der Aktualität des Barock. Sie zeigt Tendenzen der Gegenwartskunst, die auf unterschiedliche Weise Konzepte und Wahrnehmungsweisen der barocken Kunst aufgreifen. Ausgewählte Arbeiten von Gerhard Richter und Tony Cragg werden hier ebenso zu sehen sein wie virtuose Videoarbeiten des belgischen Künstlers Hans Op de Beeck. Erzbischöfliches Diözesanmuseum Markt 17, 33098 Paderborn

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. bocholt

Das Radfahren revolutionierte um 1900 nicht nur die Mobilität, sondern auch die Damenmode © LWL-Industriemuseum, Fotos: Betz

Mythos Neue Frau

Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik 5. Mai bis 25. Oktober 2020 www.lwl-industriemuseum.de | LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt | Spinnerei Zigarettenspitze, Bubikopf und Paillettenkleid – die moderne Frau der 1920er Jahre zeigte sich selbstbewusst und mit neuen Markenzeichen. Doch war das revolutionäre, neue Bekleidungsschema ein Akt der weiblichen Emanzipation oder entstand es einfach aus praktischer Notwendigkeit? Diese Fragen stellt sich die Ausstellung „Mythos Neue Frau“. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Modewandel vom Kaiserreich bis in die Weimarer Republik und die These, dass der Trend zur Vereinfachung und Modernisierung der Kleidung bereits vor dem Ersten Weltkrieg einsetzte. Die Ausstellung macht deutlich, dass neue Mobilitätsanforderungen, die Notwendigkeiten der Arbeitswelt und mehr Bewegungsdrang die modischen Ansprüche der Frauen schon während des Kaiserreichs stark beeinflussten. Mehr als 130 Originalkostüme und viele weitere historische Exponate

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lassen die Zeit zwischen 1900 und 1930 wieder auferstehen. Die Mode-Klassiker der 1920er Jahre, der sogenannte ‚Stresemann‘ und glitzernde Charlestonkleider sind ebenso vertreten, wie die Reformkleider der 1910er Jahre, feminine Sportbekleidung und ein ausgefallener Autofahrerinnen-Mantel für die emanzipierte Frau. Die Ausstellung „Die Macht der Mode. Zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik“ entstand im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen als Kooperation mit dem LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt und mit Unterstützung des Ruhr Museums Essen. Sie wurde 2018 erweitert und unter dem Titel „Mythos Neue Frau. Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik“ präsentiert. LWL Industriemuseum TextilWerk Bocholt | Spinnerei Industriestraße 5, 46395 Bocholt


. wuppertal

Sean Scully, Moor Shadow Stack, 2018, 4,57 x 3,66 x 3,66 m, Cortenstahl, © Sean Scully

Sean Scully Insideoutside

11. Juni 2020 bis 3. Januar 2021 Skulpturenpark Waldfrieden | skulpturenpark-waldfrieden.de Sean Scully (*1945) ist ein sehr produktiver, international renommierter Maler, der in den vergangenen fünfzig Jahren immer wieder auch Skulpturen hergestellt hat. Wie seine aktuelle Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden zeigt, arbeitet er parallel in unterschiedlichen Materialien wie Stein, Stahl, Holz und Glas an großformatigen Werken, die in Innen- und Außenräumen aufgestellt werden. Charakteristisch für seine Skulpturen – wie auch für seine Gemälde – sind sorgfältig komponierte und geschichtete Raster, Linien, Streifen und Blöcke. Und ebenso wie seine Gemälde beschäftigen sich auch seine Skulpturen mit den einfachen Konstruktionsprinzipien der Minimal Art; doch sie erweitern die strenge Geometrie des Minimalismus durch ihre persönlichere Poesie und Präsenz um eine menschliche Dimension. Als Konsequenz aus den gegenwärtigen Einschränkungen der Corona-Pandemie haben sich Sean Scully und Tony Cragg auf eine Anpassung des Aus­stellungs­konzepts verständigt. Das Projekt wurde seit Juni 2020 stufen­weise weiter­entwickelt. Einige Skulpturen, deren Fertig­stellung sich auf-

grund des Corona-Lockdowns verzögert hat, werden der Ausstellung in einem fort­ laufenden Prozess hinzu­gefügt werden. Auf diese Weise hat das Publikum Gelegenheit, die Evolution dieses einzig­artigen Ausstellungs­projektes zu verfolgen, die im Früh­herbst zum Abschluss kommen soll. Sean Scully wurde 1945 in Dublin geboren, wuchs in London auf und zog 1975 in die Vereinigten Staaten. Heute lebt und arbeitet er in New York und in der Nähe von München; auch in Berlin hat der Künstler ein Atelier. Scully studierte Malerei am Croydon College of Art (London) und an der Newcastle University (England). Er erhielt 1973 ein Graduiertenstipendium der Harvard University, 1983 ein GuggenheimStipendium sowie mehrere Ehrengrade, darunter Ehrendoktorate für bildende Kunst des Massachusetts College of Art (Boston) und der National University of Ireland (Dublin). Er wurde zwei Mal, 1989 und 1993, für den Turner-Preis nominiert, der von der Londoner Tate Gallery verliehen wird. Cragg Foundation Hirschstraße 12, 42285 Wuppertal

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kunst:stück Magazin - Osnabrück + Münsterland | issue 86  

Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat | Ausgabe für Oktober + November 2020 für die Regionen Osnabrück + Münsterland

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