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kunst:stück

Tomasz Paczewski, Bote XIII, 2020, Öl auf Leinwand, 130 x 115 cm (Ausschnitt)

Magazin für Kunst und Kultur Region Osnabrück und Münsterland & Bremen / Oldenburg und der Norden issue 85 | Juli + August + September 20 20 #sonderausgabe


Kunsthaus Kloster Gravenhorst

Malerei: Leni Winkelmann

bis 23.08. kunST_bestand | HEIMATEN Sommerausstellung | Kunstsammlung Kreis Steinfurt

Ausstellungen der Gravenhorster SAISONALE*:

Atlas Gravenhorst | Reinhard Krehl Gravenhorster Gärten | Historische Präsentation Das Gießkannenmuseum unterwegs Künstlerkollektiv »gärtnerpflichten« 30.08.- 27.09. Geschichten (in) einer Landschaft – eine Kartografie | Susanne Bosch

bis 23.08. bis 13.09. bis 27.09.

... und auf dem Klostergrün:

Kreis.Spiel.Garten | Nikola Dicke & Zoltan Labas HORTUS TOXICUS – Geodome für heimische Giftpflanzen | Reinhard Krehl Am Brunnen hinter dem Tore | Valentin Hertweck & Irene Pätzug

Save the Date!

22.08. SAISONALE* Sommerfest | Beginn: 15 Uhr Anmeldung erforderlich!

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst Klosterstraße 10 | D-48477 Hörstel | T +49 (0) 2551 6942-00

www.da-kunsthaus.de Gefördert durch:


Bagno Konzertgalerie Steinfurt

© Jean-Baptiste Millot

© Jiro Schneider

© Julia Stix

© Nikolaj Lund

Europas ältester freistehender Konzertsaal präsentiert in der Spielzeit 2020/2021:

ELENA |

Klavier

BASHKIROVA

DANIEL |

Klarinette

OTTENSAMER

LOS ANGELES

GUITAR QUARTET

CHRISTOPH | Tenor

PRÉGARDIEN

KARTENTELEFON 02551-1383 Bagno Konzertgalerie Steinfurt

www.bagno-konzertgalerie.de kunst:stück

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Timm Ulrichs, EARTH ART (Ausschnitt), 1965/74, dunkelgrün lackierter Eisenblech-Kasten mit roter Neon-Leuchtschrift, Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: © Peter Gauditz

NATUR – UNART – UNRAT Der Totalkünstler Timm Ulrichs Sonderausstellung bis 1. November 2020 Barkenhoff/Heinrich-Vogeler-Museum

www.worpswede-museen.de www.worpswede-museen.blog

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Filmemacher Matthias Sabelhaus bereitet das Set für die Künstlergespräche via Skype vor

RAW Phototriennale Worpswede: Einmal Online und zurück

Zentrale Ausstellungen bis 1. November 2020 verlängert! www.raw-phototriennale.de I www.raw-frei-haus.de Changing Realities. Wie nahe das Motto der diesjährigen RAW Phototriennale dem realen Leben kommen würde, konnte noch niemand ahnen, als in der Künstlerkolonie der Aufbau der sieben Ausstellungen begann, die den Ort bereits zum dritten Mal in ein Mekka der Fotografie verwandeln sollten. Doch mit dem Corona-bedingten Shutdown kam auch das vorläufige Aus für unser ambitioniertes Ausstellungs- und Festivalprogramm. Doch »RAW« passte sich den veränderten Realitäten an: Schon am geplanten Eröffnungsabend ging das Festival online und sendet auf YouTube und Facebook eine virtuelle Eröffnungsfeier. Mit einem kleinen Team realisierten wir unter dem Label »RAW-FREI-HAUS« in der Folge rund 30 Filme, um dem Publikum die Ausstellungen und Teile des Festivalprogramms trotz geschlossener Museen und Galerien zu präsentieren. Ausstellungsrundgänge, zumeist via Skype geführte Künstlergespräche, Werkreihen und musikalische Dialoge mit ausgestellten Fotografien entstanden während der ursprünglich geplanten Festivalzeit von vier

Wochen und erreichten über die Kanäle der Sozialen Medien bis heute über 100.000 Besucher. Ein neues Ausstellungsformat ist Realität geworden. Und diese Realität passt sich nun erneut veränderten Bedingungen an. Seit Anfang Juni sind die Ausstellungen nicht nur endlich für Besucher geöffnet, sondern wurden alle verlängert. Die vier zentralen Ausstellungen in den Worpsweder Museen sogar bis zum 1. November 2020. Und was aus der Situation heraus geboren wurde, erweist sich nun erneut als Volltreffer: Die Filme von »RAW-FREI-HAUS« stehen jedem Besucher als Vor- oder Nachbereitung und als Begleitprogramm zur Verfügung und bieten spannende Zusatzinformationen und einzigartige Einblicke in die Arbeit der beteiligten Fotografinnen und Fotografen. Schauen Sie doch mal vorbei: In Worpswede und bei den digitalen Pionieren unter: www.raw-frei-haus.de Willkommen zu »RAW 2020 – Changing Realities«! Ihr Team vom RAW Projektbüro

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SPIELZEIT 2020/21

Schauspiel / Tanz Musiktheater / Konzert Kinder- und Jugendtheater

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kunst:stück Karten 0541/76 000 76

| www.theater-osnabrueck.de


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Prof. Dr. Matthias Schröder Foto: Bernd Schäfer

Bagno-Konzertgalerie: Im Klassikhimmel Prof. Dr. Matthias Schröder, Bagno-Konzertgalerie Steinfurt Künstlerischer Leiter // www.bagno-konzertgalerie.de Während der Corona-Krise wurde in den Medien und der Politik viel über die Folgen der Pandemie auf große Wirtschaftsunternehmen, die Gastronomie und den Handel gesprochen. Die Kulturszene spielte hier meist nur eine Nebenrolle. Dabei waren nicht nur Kinos, Theater und Konzertsäle betroffen von Schließungen, ganz besonders litten die freien Musiker und Künstler unter dem plötzlichen Lockdown. Viele haben ihren ganzen Jahresumsatz verloren. Ihre Existenzgrundlage – die Kunst – ist bis heute nicht gesichert und der Blick in die Zukunft unklar. Denn Corona hat die Kulturszene nachhaltig erschüttert. Viele Hauskonzerte und Streamingangebote in der Coronazeit halfen einerseits, den großen Durst nach Kultur zeitweilig zu überbrücken. Hier entstanden pfiffige Formate, online oder offline, als kleines Straßenkonzert vor dem Pflegeheim, als Balkonkonzert in der Hochhaussiedlung oder als Online-Jazzsession. Dennoch zeigt sich, dass Musik und Theater in

unserer digital dominierten Erlebniswelt als analoges, „echtes“ Kulturerleben einfach unverzichtbar sind. So war es ein Zeichen mit starker Symbolkraft, als die Bagno-Konzertgalerie Steinfurt, der älteste freistehende Konzertsaal Europas, als eine der ersten Spielstätten der Region Ende Juni wieder den Konzertbetrieb aufnahm. 1774 von Graf Karl zu BentheimSteinfurt in der romantischen Bagno-Parkanlage erbaut, begeistert der Saal mit einer perfekten Akustik und, dank der großen Flügeltüren, auch mit bester Belüftung. So verspricht der Blick auf die kommende Spielzeit wieder feine, für die Region exklusive Konzerterlebnisse mit Stars wie Pianistin Elena Bashkirova, Klarinettist Daniel Ottensamer oder dem Los Angeles Guitar Quartet. Herzlich Matthias Schröder

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2020

AUSSTELLUNG 28.6. 2020 – 27.9.2020 MUSEUMSQUARTIER OSNABRÜCK/ KULTURGESCHICHTLICHES MUSEUM

www.muk-kunstpreis.de

FÜR DEN »KUNSTPREIS OSNABRÜCK 2020« SIND NOMINIERT: Azim F. Becker | Inge Buschmann Jörg Bussmann | Nikola Dicke | Anne Ewen Werner Kavermann | Marvin Knopf | Peter Lynen Melanie Podsigun | Aaron Rahe | Katja Staats Christine Wamhof / Tim Roßberg

8 kunst:stück www.sievert-stiftung.de www.muk-os.de

www.museumsquartier-osnabrueck.de


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Oliver Fok mit Glasarbeiten von Wolfgang Pohl © Emslandmuseum Schloss Clemenswerth – Ramona Krons

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth Oliver Fok, Schloss Clemenswerth in Sögel www.clemenswerth.de

Auch das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth traf der Shut-Down unerwartet und gerade in dem Moment, als der Museumsbetrieb zum Saisonstart hochgefahren wurde. Mittlerweile sind von den 120 geplanten Veranstaltungen über 60 abgesagt. Und trotz der aktuellen Lockerungen wird es in der nächsten Zeit noch mehr Absagen geben, nämlich all jene, die über den Rahmen der Lockerungen hinausgehen, wie Veranstaltungen mit zu vielen Teilnehmern oder in denen die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden können. Das betrifft auch viele Gruppenanmeldungen und insbesondere die zahlreichen Schulklassen. Nun mag so manch einer sagen, dass die Sorgen der Kultur nun unser kleinstes Problem sind. Das mag zum einen stimmen, zum anderen aber ist doch Kultur die Quintessenz unserer Gesellschaft. Sie ist mehr als nur Freizeitbeschäftigung. Sie fordert uns, gibt uns Einblicke, erweitert unseren Horizont und eröffnet uns einen freien Geist. Natür-

lich kann sie auch für den einen langweilig und nichtssagend sein, dafür ist sie für den anderen wiederum sehr spannend und vielsagend. Sie kann unser Gemüt in alle Richtungen erregen, empören und auch begeistern. Kultur macht das Leben auf jeden Fall bunter und bereichert uns damit. Deshalb muss sie uns, auch in diesen, oder gerade in diesen Zeiten Wert sein. Wenn in den letzten Tagen immer wieder von der Rückkehr in die Normalität gesprochen wird, dann gehört dazu auch die Rückkehr der Angebotsvielfalt von Kultur. Nutzen Sie diese unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften, ob virtuell oder sogar hautnah am Original – denn Kultur braucht keinen Mindestabstand –. Kultur braucht aber Zuschauer, Zuhörer und Besucher. Oliver Fok Direktor, Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

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. inhalt

05 Grußworte 10 Inhalt 10 - Impressum 12 Osnabrück 30 - Bramsche 36 - Mettingen 38 - Löhne 40 Bremen 46 - Worpswede 52 - Bremerhaven 54 - Verden 56 - Syke 58 - Dötlingen 62 - Hude 64 - Stade 66 Oldenburg 70 - Rastede 72 - Papenburg 74 - Wilhelmshaven

76 - Sögel 78 - Petershagen 82 Ausstellungsverzeichnis 94 - Steinfurt 96 - Rheine 100 - Hörstel 104 - Nordhorn 106 Münster 114 - Paderborn 116 - Bocholt 118 Hamburg xxx Spezielles in dieser Ausgabe 38 - Poetische Quellen Löhne 46 - RAW Phototriennale Worpswede 94 - Bagno Konzertgalerie Steinfurt

DAS TITELBILD TOMASZ PACZEWSKI Territorium – Malerei 12. Juli bis 6. September 2020 Palais Rastede | www.palais-rastede.de Der Künstler Tomasz Paczewski nennt seine in den letzten Jahren entstandenen Arbeiten „Geschichten ohne Handlung“. Im Zentrum erkennen wir zunächst die menschliche Figur. Sie tritt als Einzelperson, als Paar oder als Gruppe aus dem abstrakten Raum heraus, wird aber nicht identifizierbar. → Seite 70 Tomasz Paczewski, Bote XIII, 2020, Öl auf Leinwand, 130 x 115 cm

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day www.kunststueck-magazine.de

IMPRESSUM h2 werbeagentur + kunst Eva Hortenbach (V.i.S.d.P.) Zum Knapp 2 · 49565 Bramsche Tel: 05461 705 477 mail@kunststueck-magazine.de

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redaktionsschluss Osnabrück + das Münsterland für die ausgabe Okt/nov: 15. Sept. 2020 ––– redaktionsschluss bremen + der norden für die ausgabe Okt/nov/Dez: 15. Sept. 2020


Foto ©Norman Hoppenheit, Hamburg

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AUSSTELLUNGEN VERLÄNGERT BIS 01.11.2020

RAW-PHOTOTRIENNALE.DE WORPSWEDE-MUSEEN.DE

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. osnabrück

Nussbaum anders sehen

Neue Perspektiven auf die Sammlung Felix Nussbaum 7. Juni bis 1. November 2020 Museumsquartier Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de In der aktuellen Sonderausstellung werden die Bilder des Malers Felix Nussbaum auf ungewöhnliche Weise präsentiert. Es werden unbekannte und überraschende Perspektiven auf seine Arbeiten aufgezeigt. Der Blick hinter die Bilder, unerwartete Entdeckungen unter der Malschicht, selten ausgestellte Werke und Einblicke in die Motiv- und Themenkreise des Malers machen die Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis.

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Felix Nussbaum verwendete für seine Bilder immer wieder von ihm bereits bemalte Leinwände. Röntgenuntersuchungen bringen die unter der Malschicht verborgene Bilder wieder zum Vorschein. Ein verloren geglaubtes Gemälde und ein bislang unbekanntes, frühes Werk des Künstlers kommen wieder zum Vorschein. Alte Ausstellungskataloge oder Magazine geben Hinweise, um die Bilder zu identifizieren und einzuordnen. Auch ein Blick hinter


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Felix Nussbaum, Hundekorb mit Welpen, Hinterglasbild, Um 1942, Leihgabe von Brigitte Junk

einige Gemälde offenbart Überraschendes: Nussbaum hat eigene Werke, aber auch Leinwände anderer Künstlerinnen und Künstler oftmals doppelseitig bemalt. Vielen ist Nussbaum als „Maler des Holocaust“ bekannt. Die Ausstellung „Nussbaum anders sehen“ zeigt eine weitere, weniger bekannte Seite des Künstlers: Zeitgenossen schätzen den Maler Nussbaum als „ungemein liebeswürdiges Talent“, dessen Bilderwelt „voller Unschuld und kindlichem Entzücken“ begeisterte. Arbeiten aus dem angewandten Bereich wie ein Filmprojekt oder Buchillustrationen verdeutlichen die wechselseitigen Be-

züge zwischen heiter humorvollen Bildergeschichten und dem künstlerischen Werk Nussbaums. Noch im Versteck in Brüssel – ab 1942 – entstanden Bilder mit fröhlichen und kindlichen Motiven, seine Illustrationen und Kinderzeichnungen. Die Präsentation, die neue Perspektiven auf den eigenen Bestand der Sammlung Felix Nussbaum wirft, lädt zum Entdecken und Erforschen ein und bietet unterschiedlichsten Zielgruppen diverse Möglichkeiten der Interaktion. Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

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. osnabrück

Kunstpreis Osnabrück 2020

28. Juni bis 27. September 2020 Museumsquartier Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de Für den KUNSTPREIS OSNABRÜCK wurden in diesem Jahr 13 Künstlerinnen und Künstler nominiert, die aus 142 Bewerbungen ausgewählt wurden. Bereits zum 3. Mal wird der mit 10.000 Euro dotierte KUNSTPREIS OSNABRÜCK verliehen, einer der höchst dotierten Preise für zeitgenössische, regionale Kunst in Deutschland. In der Ausstellung werden die Arbeiten der nominierten Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Mit dabei sind: Azim F. Becker, Inge Buschmann, Jörg Bussmann, Nikola Dicke, Anne Ewen, Werner Kavermann, Marvin Knopf, Peter Lynen, Melanie Podsigun, Aaron Rahe, Katja Staats, Christine Wamhof und Tim Rossberg. Erstmals ist der KUNSTPREIS OSNABRÜCK live und digital zu erleben. Die Ausstellung

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„Kunstpreis Osnabrück 2020“ zeigt ein vielseitiges und abwechslungsreiches weit gefächertes Spektrum zeitgenössischer Kunst. Besucherinnen und Besucher können eintauchen in die Atmosphäre von Lichtinstallationen und den Bewegungen kinetischer Objekte folgen. Präsentiert werden Gemälde, Grafiken, Fotografien, Objektkunst und Videos. Alle Künstler werden während der Laufzeit der Ausstellung online in Videoclips vorgestellt. In den Social-Media-Kanälen www. instragram.com/muk_os und www.facebook.com/MUKosnabrueck finden sich über die Dauer der Ausstellung hinweg Posts zu allen Künstlerinnen und Künstlern, in denen die Kunstschaffenden selbst zu Wort kommen und man ihre Arbeitsweise näher kennenlernen kann.


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„Kunstpreis Osnabrück 2020“ © Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V., Fotos: Angela von Brill

Die Ausstellung »Kunstpreis Osnabrück 2020« erreicht eine neue Dimension durch die digitale Präsentation: die klassische Ausstellung wird medial ergänzt. Für Kunstschaffende und Kunstbegeisterte ist der KUNSTPREIS OSNABRÜCK damit in diesem Jahr neu und flexibler erlebbar. Im Laufe der Ausstellung ermittelt eine renommierte Jury die/den Preisträger/in. Mitglieder der Jury sind: Meike Behm (Direktorin der Kunsthalle Lingen), Dr. Ulrike Hamm (Vorstandsvorsitzende des Museums- und Kunstvereins), Prof. Dr. Wulf Herzogenrath (Direktor der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin), Prof. Dr. Barbara Kaesbohrer (Professorin für Zeitbasierte Kunst an der Universität Osnabrück) und Nils-Arne Kässens (Direktor Museumsquartier Osnabrück).

werden ein Hauptpreis und ein Förderpreis vergeben. Die Preisverleihung wird am 11. September 2020 stattfinden. Der Kunstpreis Osnabrück wird vom Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V. ausgelobt und maßgeblich von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur gefördert. Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

Zu den Preiträgern zählten in den letzten Jahren Birgit Kannengießer und Fritjof Mangerich (2018) sowie Frank Gillich, Franziska Schmitz und Hiltrud Schäfer (2017). Es

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vlnr: Monika Czosnowska, „Kristian“, 2006, „Helena“ 2006, C- Print 40 x 60 cm, aus der Serie „Portraits“; © die Künstlerin // Carlos Martiel, „Prodigal Son“, 2010, Video, Farbe, Ton, 16:9 HD, 2:27 Minuten, © der Künstle // Clemens Krauss, „Selbstpor-

Reifezeit - zwischen Aufbruch und Albtraum

Nevin Aladag, Marco Castillo, Monika Czosnowska, Clemens Krauss, Simone Lucas, Carlos Martiel, Britta Thie, Tobias Zielony 28. Juni bis 12. September 2020 Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst | www.hase29.de In ebenso spielerischer wie irritierender Weise erschaffen und kommentieren die acht Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung eigene Innenansichten von Aufbruch, Infragestellung und Anteilname. Dabei testen sie im weitesten Sinne unsere Vorstellungen von Adoleszenz. Künstler*innen sind es gewohnt, ihr eigenes Leben mit ihren Werken wie eine ewige, nie enden wollende REIFEZEIT zu erforschen und zu erweitern. Die Bandbreite an Werken aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Video, Performance und Fotografie vermittelt überraschende und zum Teil widersprüchliche Einblicke in Seelenzustände und Formen von Daseinsbewältigung junger Menschen. Sie handeln von Krisen, Narzissmus, Auseinandersetzung mit Körperlichkeit, Unsicherheit, Rebellion und Fatalismus in einer immer unsicherer werdenden Gegenwart.

In einer rasant geschnitten Folge von jeweils tanzenden Fußpaaren erzeugt „Top View“ von Nevin Aldag ein fast körperlich spürbares Gefühl von Freiheit, Bewegungslust und schnellem Rhythmusgefühl. In den Tanzrhythmen wird die Unbeschwertheit und Leichtigkeit einer frühen Lebensphase spürbar: einer Zeit, in der alles möglich erscheint. Das Video „Generación“ von Marco Castillo lenkt den Blick auf die Wunden, die staatliche Repressionsmechanismen seit den 70er Jahren der Generation der kubanischen Millennials zugefügt haben. Die beiden Portraits von Monika Czosnowskas Serie „Portrait“ zeigen ein Mädchen und einen Jungen, die mit einer fast erwachsen wirkenden Ernsthaftigkeit ihre Umgebung betrachten.

Simone Lucas, „Rosenteufel“, 2017, 180 x 150 cm, Courtesy Simone Lucas/ Galerie Rupert Pfab; Foto: jew. Wendelin Bottländer // Nevin Aladag, „Top View“, video loop, 2012. Courtesy die Künstlerin und Wentrup, Berlin, © VG Bild Kunst Bonn2020 //

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trait als Kind“, 2017, Silikon, Ölfarbe, Eigenhaar, © der Künstler; Foto: B. Borchardt // unten: Marco Castillo, „Generación“, 2019, Video, Farbe, Ton, 16:9 HD, 6:45 Minuten, © Courtesy of the artist and KOW, Berlin, Madrid; Videostill: Marco Castillo //

Das „Selbstportrait als Kind“ von Clemens Kraus entstand mithilfe von 20 Fotos des Künstlers im Alter zwischen 11 und 13 Jahren und versucht, Erinnerungen an die Gefühlswelt der eigenen Kindheit in ein hyperrealistisches Körper-Gebilde zu bannen. Simone Lucas inszeniert hier eine junge Phantasiefigur in der unsicheren Zone zwischen Sein und Schein. Der eigenartige, als Engel und als Teufel lesbare „Rosenteufel“ berührt mit dem linken Fuß einen gemalten kurzen Hinweis „Mich gibt es nicht“ und erinnert so an beginnende Existenzzweifel, die in der Pubertät nicht untypisch sind. Das Video zeigt, wie sich der Künstler Carlos Martiel kniend Orden, die der kubanische Staat seinem Vater als Polizeioffizier verliehen hat, direkt in die Haut seines Oberkörpers heftet. Ob dieser schmerzhafte Akt eine Auflehnung des Künstlers gegen die vom Staat eingeforderte revolutionäre Opferbereitschaft ist oder der Versuch einer Annäherung an die übergroße Vaterfigur, bleibt offen.

Das Video „Powerbanks“ von Britta Thie entwirft in einem Konsumtempel für elektronische Geräte ein Szenario, ein „autofiktionales Big Brother“, in dem die jugendlichen Protagonisten sich gleichzeitig ihrer hemmungslosen Konsumlust und generationstypischen Coolness hingeben. Entsprechend cool ist auch das raumgreifende Möbelstück, das die Künstlerin als Oase mit digitalen Ressourcen gerade für ein jugendliches Publikum entworfen hat. Die fotografischen Arbeiten von Tobias Zielony zeigen Jugendliche in all ihrer Coolness, Härte und Verletzlichkeit, Lebenslust und existenziellen Grenzbewegungen. Seine Bilder verraten Einfühlungsvermögen und Zugewandtheit. In seiner neuen „Golden Series“ setzt Zielony seine Arbeit über die Untergrundkultur in den postsowjetischen Gesellschaften in der lettischen Hauptstadt Riga fort. hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

Tobias Zielony, 1. TZ/PH 2018_9, Gabriel, 2018, Archival pigment print, 69 x 46 cm, 6 + 2AP, Courtesy Galerie KOW Berlin // Britta Thie, „Powerbank QTs“, 2016-2018, 120 x 290 x 125 cm, Mixed Media, © VG Bild Kunst Bonn 2020

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Jovana Reisinger, beauty is life, Filmstill, 2020, Setfotografin: Jenny Bräuer, Courtesy the artist, © Jovana Reisinger

Enttäuschung

Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm Mit Einzelausstellungen von Aleksandra Domanović, David Polzin, Jovana Reisinger, Rosalie Schweiker, Mickey Yang Mit Textbeiträgen von Bini Adamczak, Loren Britton / Helen Pritchard und Anke Stelling 29. August 2020 (Eröffnung: 18 Uhr) bis 14. Februar 2021 Kunsthalle Osnabrück | kunsthalle.osnabrueck.de Von August 2020 bis Februar 2021 findet das Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm „Enttäuschung“ in der Kunsthalle Osnabrück statt. Zum Programmauftakt der neuen Direktorinnen Anna Jehle und Juliane Schickedanz rückt das mehrmonatige Programm in sich ergänzenden Einzelpräsentationen der Künstler*innen Aleksandra Domanović, David Polzin, Jo-

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vana Reisinger, Rosalie Schweiker und Mickey Yang die Enttäuschung in den Fokus. Eine Enttäuschung bezeichnet das Gefühl, einem sei eine Hoffnung zerstört oder auch unerwartet ein Kummer bereitet worden. Sie weckt auf aus den für wahr, sicher oder fortschrittlich gehaltenen Vorstellungen. Dabei ist man entweder von Personen, so-


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Kunsthalle Osnabrück

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Enttäuschung

Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm

Jovana Reisinger

↗ Einzelausstellung 30.08.2020 bis 14.02.2021

Rosalie Schweiker

↗ Einzelausstellung und Vermittlungsprojekt 30.08.2020 bis 14.02.2021

David Polzin

↗ Einzelausstellung 30.08. bis 18.10.2020

Mickey Yang

↗ Einzelausstellung 25.10. bis 06.12.2020

Aleksandra Domanović

↗ Einzelausstellung 13.12.2020 bis 14.02.2021

oben: Rosalie Schweiker and Company Drinks, A team, B team, Podcast für Artlicks Festival, 2019, © Rosalie Schweiker unten v.l.n.r.: Mickey Yang, It is ok not to be complete, 2017, Foto: Gijs_Leijdekkers, © Mickey Yang // Aleksandra Domanović, Things To Come, 2014, Installationsansicht Gallery of Modern Art, Glasgow International, Foto: Alan McAteer, © Aleksandra Domanović, Glasgow International // David Polzin, aus der Serie "Möbel aus der Postimperialen Phase Deutschlands“, 20132019, Foto: Weston Lyon, © David Polzin

zialen Zusammenhängen oder politischen Systemen enttäuscht. Und auch die SelbstEnttäuschung steht stets in Relation zu einer größeren Gemeinschaft. Sie beruht auf verbalisierten und nichtverbalisierten Annahmen von Moral, Regeln, Vereinbarungen, Sprachen, Codes, Begriffen oder Gesetzen. Im Rahmen des Programms möchte die Kunsthalle Osnabrück dies aufgreifen und den Begriff von der individuellen Enttäuschung auf ein gesamtgesellschaftliches Abhängigkeitsverhältnis übertragen. „Enttäuschung“ hinterfragt mittels unterschiedlicher Auseinandersetzungen Momente wiederkehrender Frustration und struktureller Illusion. In den Ausstellungen und Vermittlungsprojekten werden alltäg-

liche Themen und Ereignisse wie verpasste Revolutionen, strukturelle Ungleichheiten und deren systematische Aufrechterhaltung verhandelt. Ästhetische, inszenatorische, humorvolle und dialogische Strategien der eingeladenen Künstler*innen verweisen dabei auf die Enttäuschung als veränderten Wahrnehmungsprozess und Status Quo möglicher Neuanfänge. ––– Öffnungszeiten: Di 13 – 18 Uhr / Mi, Do, Fr 11 – 18 Uhr am 2. Do im Monat 11-20 Uhr Sa + So 10 – 18 Uhr Kunsthalle Osnabrück Hasemauer 1, 49074 Osnabrück

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Mission 2030 – Globale Ziele erleben

Plans Erlebnisausstellung bleibt bis ins nächste Jahr in Osnabrück Ausstellungsdauer bis 3. Januar 2021 verlängert Museum am Schölerberg | www.museum-am-schoelerberg.de Bereits vor der Coronakrise stand die Welt vor zahlreichen Herausforderungen in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften, Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit. Die Vereinten Nationen (UN) haben sich daher bis zum Jahr 2030 wichtige Ziele für die nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), auf die Fahnen geschrieben. Im vergangenen März hat die Kinderrechtsorganisation Plan International diese Ziele aufgegriffen und im Museum am Schölerberg in Osnabrück, das sich als Umweltbildungszentrum über die Region hinaus für nachhaltige Bildungsarbeit engagiert, ihre Wanderausstellung „Mission 2030 – Globale Ziele erleben“ erstmals präsentiert. Die Ausstellung will vor allem junge Menschen auf multimediale Weise mit den nachhaltigen Entwicklungszielen vertraut machen und sie für deren Umsetzung begeistern. So widmet sie sich ganz praktisch der Frage: Wie kann jeder Einzelne

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dazu beitragen, die 17 Nachhaltigkeitsziele Wirklichkeit werden zu lassen? „Nur die wenigsten wissen, wie sehr die nachhaltigen Entwicklungsziele unser aller Leben betreffen. Das wollen wir ändern“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. „Wir laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich auf eine kurzweilige und lehrreiche Weltreise zu begeben. Mit ,Mission 2030‘ können vor allem junge Menschen die SDGs spielerisch kennenlernen und selbst aktiv werden.“ Die Mitmachausstellung „Mission 2030“ bietet neun interaktive Stationen, an denen das Publikum die SDGs anhand von multimedialen Elementen kennenlernen kann. Gäste können unter anderem die Rolle von Delegierten übernehmen und entscheiden, welche gesellschaftlichen Entwicklungen für die Zukunft die besten sind. Besucherrinnen und Besucher reisen


Museum am schölerberg | natur und umwelt | Planetarium

––– Mit dem Pen-Y, einem sicheren Eingabestift, werden die Touchscreens der Erlebnisaus-stellung „Mission 2030“ im Museum am Schölerberg kontaktfrei bedient. © Museum am Schölerberg, Imke Pieper Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die Sustainable Development Goals (SDGs). © United Nations

virtuell nach Ägypten, Ghana, Guatemala, Kambodscha, Kolumbien und Timor-Leste sowie in die deutschen Großstädte Berlin und Hamburg. Dort erklären jeweils junge Protagonistinnen und Protagonisten anhand von realen Projektbeispielen die verschiedenen SDGs und ihre Umsetzung. Nach einer Unterbrechung wegen Covid-19 ist die Ausstellung im Museum am Schölerberg mittlerweile wieder zugänglich und wurde sogar bis zum 3. Januar 2021 verlängert – natürlich unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen. „Mit desinfizierten Kontaktstiften geht es jetzt wieder los“, sagt Norbert Niedernostheide, Leiter des Museums am Schölerberg. „Wir sind in der Lage, die meisten der interaktiven Stationen der Ausstellung wieder in Betrieb zu nehmen und freuen uns sehr, unsere Besucher wieder auf eine virtuelle Reise mitnehmen zu können.“

Das Museum am Schölerberg in Osnabrück ein Ort, an dem Natur und Umwelt spielerisch und spannend erlebbar werden. Seit 1997 ist es als Regionales Umweltbildungszentrum anerkannt. Das Museum beherbergt neben seinen umfassenden naturwissenschaftlichen Sammlungen und seiner Dauerausstellung auch ein Planetarium mit hochmoderner Technik. Zudem gehört ein weitläufiges Außengelände mit Gärten und Hühnerhaltung zum Museum. Es bietet ganzjährig ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm sowie wechselnde Ausstellungen für Kinder und Erwachsene an. Schulen und Kindergärten profitieren von vielfältigen umweltpädagogischen Programmen und anderen interessanten Angeboten. Auch Kindergeburtstage können im Museum gefeiert werden. Durch kreative und spannende Aktionen werden sie dort zu einem ganz besonderen Erlebnis. ––– Öffnungszeiten Montag: geschlossen, Dienstag: 9–20 Uhr, Mittwoch bis Freitag: 9–18 Uhr, Samstag: 14– 18 Uhr, Sonntag: 10–18 Uhr ––– Weitere Informationen unter www.plan.de/mission2030 www.museum-am-schoelerberg.de ––– SDG 5 - Geschlechtergleichheit: Protagonisten wie Amira und Soad aus Ägypten erzählen ihre persönlichen Geschichten und lassen die Ausstellungsgäste in ihre Welt eintauchen. © Plan International/Patrick Kaplin

Auch das begleitende Rahmenprogramm wird derzeit neu organisiert und voraussichtlich noch im Sommer Fahrt aufnehmen. Museum am Schölerberg natur und umwelt | Planetarium Klaus-Strick-Weg 10, 49082 Osnabrück

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Die Comedian Harmonists – jetzt oder nie, Foto: Jörg Landsberg

Spielzeitauftakt am Theater Osnabrück Theater Osnabrück | www.theater-osnabrueck.de Domhof 10/11 | 49074 Osnabrück | Karten 0541 76 000 76 Am 27. August beginnt die neue Spielzeit am Theater Osnabrück! Das 5-SpartenHaus bietet einen abwechslungsreichen Spielplan, der ein buntes Programm bereithält. Die aktuelle Situation birgt auch Möglichkeiten für die neue Spielzeit, denn aufgrund der Abstandsregelungen wird das emma-theater vorerst nicht bespielt werden – stattdessen dient es als Studio für digitales Theater. Im digitalen Programm wird es die Uraufführung TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG als interaktive Serie sowie Goethes GÖTZ VON BERLICHINGEN geben. Coronabedingt hatten zwei SchauspielProduktionen im März 2020 keine öffentliche Premiere – diese werden in der kommenden Spielzeit nachgeholt: Erich Maria Remarques DIE NACHT VON LISSABON und die Komödie WILLKOMMEN. Aus zwei unterschiedlichen Perspektiven wird dabei das Thema Flüchtlinge angesprochen: In DIE NACHT VON LISSABON kommt in einem Monolog umrahmt von Videoeinspielungen der Flüchtling Josef Schwarz zu Wort, der seine Flucht-Geschichte erzählt. Doch wie gehen wir als Zuschauer*innen

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mit dem Wissen um, zu dessen Zeug*innen wir werden? In WILLKOMMEN ist hingegen eine WG der Mittelpunkt: Mitbewohner Benny geht für ein Jahr in die USA und möchte sein Zimmer Geflüchteten zur Verfügung stellen – die Fotografin Sophie ist begeistert und plant ein Dokumentationsprojekt, aber die anderen Mitbewohner*innen reagieren nicht alle so enthusiastisch. Wo verläuft unsere Toleranzgrenze? Die Diskussion über die gesellschaftliche Umordnung wird hier ins Wohnzimmer der bürgerlichen Mitte geholt. Der Roman MEPHISTO von Klaus Mann zeigt, dass man die eigene politische Wirkmächtigkeit nie verkennen sollte und erzählt den Aufstieg des Schauspielers Höfgen – eine Karriere, die nur als Drahtseilakt zwischen den nationalsozialistischen Machthabern und den Freund*innen und Künstler*innen im Widerstand möglich war. In Zeiten, da die Theater in Deutschland sich erneut rechtspopulistischen Anfeindungen ausgesetzt sehen, erscheint das Schauspiel MEPHISTO wieder erschreckend aktuell.


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Die Nacht von Lissabon, Foto: Uwe Lewandowski

Die erste Premiere der Dance Company Theater Osnabrück befasst sich mit Verhaltensregeln – Abstand halten, nichts berühren! Dabei geht es allerdings um einen Museumsbesuch, bei dem diese Regeln schon immer galten. Choreograf Mauro de Candia spielt in der Uraufführung Kunstraub mit diesen Verhaltensregeln: Im ersten Teil des Stücks betrachten Besucher*innen einer Kunstsammlung die Werke – doch plötzlich ertönt der Alarm und ein Werk ist verschwunden! Wird der zweite Teil des Stücks dieses Rätsel lösen können? Und werden die Figuren, die dem gestohlenen Gemälde entsprungen scheinen, den Täter enttarnen? Im Musiktheater kehrt die erste Boygroup der Welt als Wiederaufnahme zurück: Mit Die cOMeDian harMOnists – Jetzt ODer nie wird die Geschichte der erfolgreichen Gruppe nach ihrer durch den Nationalsozialismus bedingten Trennung 1935 weitererzählt. Die berühmten Songs wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Veronika, der Lenz ist da“ dürfen natürlich nicht fehlen! Dramatik pur verspricht die erste Premiere im Musiktheater: In Henry Purcells DiDO anD aeneas treffen die verwitwete Königin Dido und

der trojanische Herrscher Aeneas aufeinander und verlieben sich. Doch böse Mächte stehen der Verbindung entgegen: Sie erscheinen Aeneas in Gestalt des Götterboten Merkur, der den raschen Aufbruch aus Karthago befiehlt. Dido bleibt verzweifelt und allein zurück. Ob Schauspiel, Tanz, Musiktheater oder Konzert: Kultur ist ein Überlebensmittel und das Theater Osnabrück freut sich auf die neue Spielzeit mit Ihnen.

↗ Premiere

DIE NACHT VON LISSABON ab 29.8.2020 ↗ Premiere

MEPHISTO ab 6.9.2020

↗ Wiederaufnahme

COMEDIAN HARMONISTS – JETZT ODER NIE ab 12.9.2020 ↗ Premiere

TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG ab 19.9.2020

↗ Premiere

DIDO AND AENEAS ab 26.9.2020

↗ Premiere

KUNSTRAUB ab 10.10.2020

↗ Premiere

WILLKOMMEN ab 24.10.2020

kunst:stück

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. osnabrück

Azim Becker, Piss Boy Piss

Azim Becker

Take Off Your Pants 3. Juli bis 29. August 2020 www.skulptur-galerie.de

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Ob ein Mensch die Hosen fallen lassen möchte oder sie fallen lassen muss, hängt allein von der Sicherheit in seiner Umgebung ab. Solange ein Mensch seine Hosen anhat, gibt es das Tabu, die Angst und das Misstrauen.

schaftsthemen. Im Ausstellungsraum bewegt man sich dabei zwischen Plastiken, Skulpturen und interaktiven Media-Installationen.

Neben Sicherheitskameras, privaten Videotagebüchern oder einen interaktiven zynischen Glücksautomaten lässt Azim F. Becker seine Hosen fallen und zieht gleichzeitig an den Hosen ver schiedener Gesell-

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, 11–18 Uhr / Sa, So, 11–16 Uhr und auf Anfrage

kunst:stück

–––

skulptur-galerie.de Bierstraße 2, 49074 Osnabrück


2 MILLIONEN JAHRE

MI GRA TION 25.04. – 25.10.2020

Bramsche-Kalkriese | www.kalkriese-varusschlacht.de


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David Möller, Neu zentrieren, 2020

David Möller Neu zentriert

4. September bis 31. Oktober 2020 www.skulptur-galerie.de

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Die skulptur-galerie.de präsentiert mit "Neu zentrieren" eine Einzelausstellung des 1983 in Osnabrück geborenen und in Berlin lebenden Künstlers David Möller.

für die darin integrierten Skulpturen und Wandobjekte bietet.

Der Ausstellungsraum wird von Möller als künstlerisches Präsentationsmittel reflektiert, manipuliert und mit neuen Raumelementen verändert. So ergibt sich ein Environment, das einen spezifischen Rahmen

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do, Fr, 11–18 Uhr / Sa, So, 11–16 Uhr und auf Anfrage

kunst:stück

–––

skulptur-galerie.de Bierstraße 2, 49074 Osnabrück


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Foto: Gertrud Schaper, Begegnung mit Maria

Bewegte Zeit Kunst und Corona im Dialog Über den Sommer zeigen Künstler*innen aus der Region aktuelle Arbeiten, die immer wieder wechseln. Der Eintritt in die Sonderausstellung ist frei. Mühlenort 6, 49565 Bramsche, Tel. 0 54 61/94 51-0 www.tuchmachermuseum.de, Di. – So. 10.00 – 17.00 Uhr R

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www.klartext-grafik.de

ATE POR COR IGN DES

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Martinihöfe zeigen Vielfalt Samstag, 5. September 2020, 18–24 Uhr Martinihöfe Osnabrück | www.martinihoefe.de Martinihöfe zeigen Vielfalt – unter diesem Motto präsentieren Künstlerateliers, Foto-, Modedesignstudios und deren Gäste facettenreich Malerei, Fotografie, Inszenierung und Projekte. ↗ PALETOT MODE IM LOFT ANNETTE E. SCHNEIDER "Tableau Vivant Different" der Paletot Herbst-/Winterkollektion. "Different" war Paletot immer, diese Kollektion ist es mehr denn je. Die Zeiten, in denen sie entstand und präsentiert wird, sind es auch. Alle filmischen, darstellerischen und zuschauenden Elemente mit Sicherheitsabstand! Teilbestuhlt und barrierefrei. ↗ ANNETTE PIWOWARSKI "Farbfelder im Wandel" zeigt Bilder verschiedener Bedeutungsebenen. Tiefe und Raum entstehen. In der Werkhalle. Barrierefrei. ↗ HARTMUT GIRKE "Das Atelier - Ort der Offenheit für die stimmende Kraft der Farben." Diese Kraft ermöglicht die Sammlung in das je Eigene und zugleich das Ereignis der Nähe. ↗ WERNER KAVERMANN zeigt Arbeiten, die in den letzten Jahren entstanden sind: Malerei, Plastik, Zeichnung. ↗ JOCHEN THIEN-FRANCK "Wasserspiele", Video-Animation über die Tiefbauarbeiten für den Zauberwürfel, Neumarkt, Osnabrück, 2019/2020 und "Hamburg-Spaziergang", Architekturfotografien, Hafen-City, Hamburg, 2019. ↗ ANKE DUSCHE In der Arbeitsatmosphäre ihres Ateliers zeigt Anke Dusche neue Arbeiten. ↗ BIRGIT KANNENGIEßER (D) + PAULIEN WILKINSON (NL) starten mit der ersten partizipatorischen Phase ihres taNDem-

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kunst:stück

Projekts "Zwischen Utopie und Realität / Tussen Utopie en Werkelijkheid". Interviews sind der Ausgangspunkt für die Visualisierung einer tag cloud, einer dynamischen Wortwolke, deren Schlüsselwörter am Ende des Abends das Meinungsbild der Besucher darstellt. ↗ m82: CHRISTINE VENNEMANN, MECHTHILD WENDT, MARGIT RUSERT, ANITA BOERRIGTER (NL), VIKTORIA GUDNADOTTIR (NL), RICARDO LIONG-A-KONG (NL) UND JOSÉ ANNA MARIA VERSTAPPEN (NL) zeigen die taNDem-Projektausstellung: "Unsere Sünde: das Paradies / Onze zonde: het paradijs". Die Künstler*innen untersuchen, inwieweit das Konzept der sieben Todsünden im Kontext der heutigen Zeit noch passt - oder wieder passt. Videos, Objekte, Texte und Bilder bieten die Möglichkeit sich mit der Frage nach dem Paradies in seinen fragwürdigen und ambivalenten Formen auseinanderzusetzen. ↗ Die Projekte "Zwischen Utopie und Realität / Tussen Utopie en Werkelijkheid" und "Unsere Sünde: das Paradies / Onze zonde: het paradijs" werden durchgeführt im Rahmen von taNDem, einem grenzüberschreitenden Kunst- und Kulturprojekt der EUREGIO, und gefördert durch INTERREG. → Eine INSTALLATION aus Licht und Stühlen macht den Aufenthalt im Freien zu einem besonderen Erlebnis. → Die aktuellen Corona-Sicherheitsrichtlinien werden umgesetzt. → Die Ausstellung in den Martinihöfen wird unterstützt durch die Stadt Osnabrück. Martinihöfe Martinistraße 82–88, 49078 Osnabrück


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LWL-Industriemuseum

Glashütte Gernheim | Petershagen

Timo Sarpaneva Finnisches Glasdesign 16. Februar bis 6. Dezember 2020 www.lwl-industriemuseum.de kunst:stück

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Elke Priess, Pose: Aufbruch, Foto: Michael Dörfler

Bewegte Zeit

Kunst und Corona im Dialog Kunstprojekt im Tuchmacher Museum Bramsche 14. Mai bis 15. September 2020 Tuchmacher Museum Bramsche | www.tuchmachermuseum.de „Die Resonanz der Künstlerinnen und Künstler ist schon jetzt riesig, wir sind gespannt, welche Kunstwerke uns noch in den nächsten Wochen erreichen werden“, Museumsleiterin Kerstin Schumann ist begeistert von der Reaktion auf das neue Ausstellungsprojekt „Bewegte Zeit – Kunst und Corona im Dialog“ im Tuchmacher Museum Bramsche. Die erste Hängung der Ausstellung ist jetzt komplett. Nachdem die zum 300. Geburtstag von Justus Möser geplante Ausstellung „Die Leute sind Goldarbeiter“ und das Begleitprogramm aufgrund der Corona-Pandemie

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kunst:stück

auf das nächste Jahr verschoben werden musste, ist in der Kornmühle unerwartet ein Freiraum entstanden. „In den Wochen des Lockdowns hatten wir immer wieder Kontakt zu Bramscher Künstler*innen und Textilkünstler*innen aus unseren Ausstellungsprojekten. Zum Glück sind in unserem näheren Umfeld alle gesund geblieben“, schildert Kerstin Schumann den Anstoß zu diesem Ausstellungsprojekt. Die stillen und oft einsamen Wochen mit all ihren verunsichernden Veränderungen haben gerade Kunstschaffende ganz unterschiedlich erlebt.


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Annette Rußwinkel, Nur zu zweit, Foto: Annette Rußwinkel

In den Ateliers entstanden und entstehen viele Arbeiten, die sich direkt oder indirekt mit der Krise und den Veränderungen dieser Zeit auseinandersetzen. Mit der Ausstellung „Bewegte Zeit“ ist jetzt für diese Arbeiten ein Forum geschaffen worden. Nach und nach entsteht hier eine vielfältige und sehr aktuelle Ausstellung, die sich immer wieder verändern darf. Zusätzlich werden alle Arbeiten auf dem Blog des Museums und auf Facebook vorgestellt. Das Projekt soll voraussichtlich bis Mitte September in der Kornmühle des Museums gezeigt werden. Der Eintritt in die Ausstellung ist für Besucher*innen frei.

An der Ausstellung können sich alle Künstler*innen beteiligen, die zuvor telefonisch (05461 94510) oder per E-Mail (info@tuchmachermuseum.de) Kontakt mit dem Museum aufgenommen haben. Um die erforderlichen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten zu können, sollten die Arbeiten an den Wänden gehängt werden können. Weitere Informationen: www.tuchmachermuseum.de/de/museum/blog

Tuchmacher Museum Bramsche Mühlenort 6, 49565 Bramsche

kunst:stück

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. bramsche

2 Millionen Jahre Migration

Neue Sonderausstellung in Museum und Park Kalkriese 25. April bis 25. Oktober 2020 Museum und Park Kalkriese | www.kalkriese-varusschlacht.de Während der Corona-Schließung des Museums wurde die Sonderausstellung „2 Millionen Jahre Migration“ am 24. April virtuell eröffnet – auf Facebook, Instagram und Youtube. Mit der Wiedereröffnung von Museum und Park Kalkriese ist die Ausstellung nun auch für die BesucherInnen unmittelbar vor Ort zugänglich. Schon beim ersten Schritt in den Ausstellungsraum wird die allumfassende Wirkung der Migration über 2 Millionen Jahre sichtbar. Wie ein Netz überspannt ein Geflecht aus roten Fäden die Ausstellung und versinnbildlicht die Wege der Menschheit und die Dynamik der Migration. Von den Fäden hängen hunderte kleine Zettel, beschrieben mit Migrationsereignissen aus vergangenen Zeiten. Verschiedene Themeninseln lassen die BesucherInnen eintauchen in bewegte Epochen und folgen den ältesten Spuren des Menschen und seinen ersten Begegnungen, weiter in das mediterrane Rom der Antike, die Völkerwanderungszeit und schließlich in das Osnabrücker Land zur Zeit der großen Amerika-Auswanderung. Ein narrativer Spannungsbogen führt durch 2 Millionen Jahre Migrationsgeschichte und lädt ein zu

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kunst:stück

ergründen, welche Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen bis in die heutige Zeit die Menschheit in Bewegung halten. Die ersten vier großen Themenwürfel zeigen unsere unterschiedlichen Wurzeln aus Afrika und Westasien. Menschen sind in Afrika entstanden. Vertreter des Homo erectus und später anatomisch moderne Menschen kamen aus Afrika nach Asien und Europa und haben sich von dort ausgebreitet. Vor erst 7500 Jahren wanderten Ackerbauern und Viehzüchter aus der heutigen Türkei nach Europa ein. Sie vermischten sich mit der hier ansässigen Bevölkerung. Vor 4500 Jahren wanderten Menschen aus den östlichen Steppen Richtung Westen und es kam erneut zu einer Vermischung und zum Kulturaustausch. Im zweiten Ausstellungsteil, der von Museum und Park Kalkriese neu konzipiert wurde, öffnet sich ein Fenster in die Migrationsgeschichte der vergangenen 2000 Jahre. Schlaglichtartig beleuchtet eine Themeninsel die Besonderheiten und sozialen Folgen der Migration im Römischen Reich. Der Ausstellungsbereich zur Völkerwanderungszeit, die sich an den Kollaps des


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© VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land, Museum und Park Kalkriese, Foto: Hermann Pentermann

Römischen Reichs anschließt, verdeutlicht den BesucherInnen eine Zeit des Umbruchs, die viele Menschen in Bewegung gesetzt hat. Hinzu kommt die slawische Einwanderung in die nach der Völkerwanderungszeit menschenleeren Gebiete. Diese Einwanderung prägt die Geschichte und Kultur von Osteuropa bis Ostdeutschland vom frühen Mittelalter bis heute. Daran anschließend widmet sich eine weitere Insel der Ostbesiedlung ab dem 12. Jahrhundert und richtet das Augenmerk auf die gesellschaftlichen Veränderungen, die Migration in der frühdeutschen Geschichte mit sich gebracht hat. Mit dem Abschluss der Ausstellung geht es in die jüngere Migrationsgeschichte des Osnabrücker Landes: die Amerikaauswanderung im 18. und 19. Jahrhundert. Hier machen Briefe und Geschichten von Auswanderern aus Osnabrück und Venne die große Auswanderungswelle ab dem 19. Jahrhundert anschaulich erfahrbar. Zusätzlich zeigen Museum und Park Kalkriese die Fotoausstellung „Faces of Migration“ aus dem Kulturhistorischen Museum Osnabrück. Eingerahmt werden die Themen von archäologischen Funden. Besonderes Highlight ist eine aufwändig rekonstruierte Kline, ein sogenanntes Totenbett, aus dem Römermuseum Haltern am See. Ein Turmschädel aus dem Landesmuseum Braunschweig ist

ein weiteres Indiz für den durch Migration entstandenen Kulturaustausch. Durch das Bandagieren des Kopfes ab dem Säuglingsalter verformt sich der Kopf in die Höhe. Entstanden ist dieser Brauch im 1. Jahrhundert in Zentralasien und gelangte im 5. Jahrhundert mit den Hunnen nach Europa. In vielen Gräbern von beispielweise Alamannen, Burgunden und Goten aus dieser Zeit finden sich Nachweise von Turmschädeln. Auch zu sehen sind Stein- und Knochenwerkzeuge aus der Steinzeit, Keramik und viele weitere archäologische Fundstücke, an denen Migration sichtbar wird. Termine für Führungen, Mitmachprogramme, Vorträge und Ferienaktionen finden sich auf der Homepage des Museums. Die Wanderausstellung ist im Neanderthal Museum Mettmann entstanden und wurde in Kalkriese erweitert. Vor Ort hat die Ausstellung Museumsleiterin Dr. Heidrun Derks kuratiert. Für die Grafik der Kalkrieser Themeninseln und das Titelmotiv zeichnet sich Gabriele Dlubatz verantwortlich. Die Sonderausstellung „2 Millionen Jahre Migration“ wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und den Landschaftsverband Osnabrücker Land. Varusschlacht im Osnabrücker Land Museum und Park Kalkriese Venner Straße 69, 49565 Bramsche

kunst:stück

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. bramsche

Impressionen aus dem Park der Igel Gartenkultur

Mit Möser in den Garten

Ausstellung auf dem Hof Igel / Igel Gartenkultur zum Möser-Jahr 2020/21 1. September bis 30 Oktober 2020 & 1. April bis 30. Oktober 2021 Park der Igel Gartenkultur | www.baumschule-igel.de

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Im Laufe des 18. Jahrhunderts erreichten auch das Osnabrücker Land neue Gartenmoden. Die Barockgärten der Rittersitze wurden nach und nach von englischen Gärten abgelöst. Ein Wandel, dem Justus Möser mit seinem „englischen Gärtlein“ ein literarisches Denkmal mit ironisch-spöttischem Unterton setzte. Um 1800 blühte zudem eine neue bäuerliche Gartenkultur auf, die nicht zuletzt im Artland aber noch auf die barocken Vorlagen zurückgriff wie sie in den Schlossgärten gerade verschwanden. Eingebettet in die Parkanlagen des Hofes Igel beleuchtet die Freiluftausstellung so eine wichtige Epoche in der Gartenkultur des Osnabrücker Landes mit einem Blick auf die adligen, bäuerlichen und bürgerlichen Gärten jener Zeit.

tenkultur zu besichtigen, da der Hof Igel bis zum Ende der Corona-Pandemie an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleibt.

Die Ausstellung ist vorerst nur während der regulären Öffnungszeiten der Igel Gar-

Igel Gartenkultur Im Eikrode 10, 49565 Bramsche-Engter

kunst:stück

––– Öffnungszeiten Vom 1. September bis 30 Oktober 2020 und vom 1. April bis 30. Oktober 2021 Mo–Fr, 8–18 Uhr / Sa, 8–16 Uhr Eintritt frei Kontakt Hof Igel/Igel Gartenkultur GbR Dr. Karsten Igel Im Eikrode 10, 49565 Bramsche-Engter Telefon: 05468-1584 karsten.igel@uni-muenster.de www.baumschule-igel.de


. osnabrück

MIT MÖSER IN DEN GARTEN Ausstellung vom 01. September bis 30. Oktober 2020 die Gartengeschichte des Osnabrücker Landes zwischen Barock & englischen Gärten

DER HERBST IST DIE BESTE PFLANZZEIT

Nutzen Sie die Sommermonate, um Ihre Gartengestaltung zu planen. Schon jetzt können Sie sich bei uns Bäume aussuchen, um sie vor dem Winter zu pflanzen. Im Herbst gepflanzte Bäume und Sträucher können sich im kommenden Frühjahr besser mit Wasser versorgen und werden Ihnen es mit besserem Wuchs danken! –––

Unsere Gartenbaumschule empfängt Sie mit einem ausgewählten und umfangreichen Angebot an Pflanzen und Gartenzubehör. Rosen finden Sie bei uns in über 300 Sorten, Stauden sogar in mehr als 500 Arten und Sorten. Sie können sich aber auch einen Großbaum für Ihren Garten in unserer Baumschule aussuchen oder Gartenmöbel Probe sitzen. Wichtig ist uns eine kompetente Beratung - daher werden Sie bei uns nur von ausgebildeten Fachkräften mit langjähriger Erfahrung empfangen. Denn das Gartenglück beginnt schon mit der Auswahl der richtigen, gesunden und vor allem fachgerecht aufgezogenen Pflanzen!

Igel Gartertenkultur GbR Im Eikrode 10 | 49565 Bramsche-Engter Telefon: 05468-1584 | www.baumschule-igel.de Unsere Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 8.00 - 18.00 Uhr | Samstag: 8.00 - 16.00 Uhr

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Stundenbuch, Text Latein, Brügge, ca. 1430–1450, illuminiert von einem der Meister der Goldranken, Draiflessen Collection (Tuliba), Mettingen Ms. 18

Am Dritten Tage … Kabinettausstellung

4. März bis 11. Oktober 2020 Draiflessen Collection, Georgstraße 18, 49497 Mettingen | www.draiflessen.com Die Auferstehung Christi am dritten Tage nach der Kreuzigung ist eines der Motive der neuen Kabinettausstellung. Diese präsentiert farbintensive, teilweise mit Gold verzierte Buchmalereien des niederländisch-deutschen Sprachraums vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit. Zu sehen sind biblische Szenen, die sich nicht nur durch ihre künstlerische Ausarbeitung und Detailvielfalt auszeichnen, sondern auch zeitgenössische Vorstellungen widerspiegeln: Die Hoffnung auf das Himmelreich oder die Angst vor der Verdammnis. Gebet und Prestige Die Buchmalereien stammen aus Gebetbüchern und zeigen Auferstehungsszenen: Die Auferstehung Christi, das Jüngste Gericht und die Reise der erlösten Seelen in den Himmel. Die handschriftlichen Bücher mit den detaillierten Illustrationen waren nicht nur Teil der Religionsausübung, sondern dienten auch als Prestigeobjekt des jeweiligen Auftraggebers: Auf den aufwen-

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kunst:stück

dig gestalteten Seiten vereinen sich Text, dessen Initiale am Anfang, die Malereien sowie die Randbordüren zu einem Gesamtkunstwerk. Doch die Gebetbücher sollten vor allem der tatsächlichen Andacht dienen. Die enthaltenen Gebete waren bestimmten Tageszeiten zugeordnet und gliederten so den Alltag in Gebetstunden, angelehnt an das klösterliche Leben der Mönche, weshalb die Bücher auch als Stundenbücher bezeichnet werden. Tradition und Entwicklung Die ausgestellten Manuskriptseiten vermitteln einen anschaulichen Einblick in die Traditionen christlicher Darstellungen im niederländisch- deutschsprachigen Raum in der Zeit von 1430 bis 1540. Es lassen sich sowohl die Entwicklungen bestimmter Motive als auch regionale Unterschiede in den Illustrationen erkennen, da zumeist die gleichen Szenen verbildlicht wurden und im Zusammenhang mit den Gebeten standen.


. mettingen

Canterbumm visual

Lieblingsstücke

Onkel Canterbumm – wie eine Werbefigur ins Archiv kam 4. März bis 25. Oktober 2020 Draiflessen Collection, Georgstraße 18, 49497 Mettingen | www.draiflessen.com Die Draiflessen Collection zeigt unter dem Titel LIEBLINGSSTÜCKE einen besonderen Bestand des Archivs: die Kinderheftreihe „CANTERBUMM erzählt Euch was“ des Modehauses C&A, die in den 1930er- und 1950er-Jahren in den Filialen für die jungen Kund*innen bereitlag. Mit LIEBLINGSSTÜCKE startet eine neue Präsentationsreihe in DAS Forum, die in unregelmäßigen Abständen besondere Funde aus dem Archiv vorstellen wird. Diese stellen immer auch eine persönliche Auswahl – Lieblingsstücke – der Archivund Sammlungsmitarbeiter*innen dar. Der Studien- und Präsentationsraum DAS Forum vermittelt mit sorgfältig zusammengestellten Exponaten fast wie ein „Guckloch“ Einblicke in das Archiv und die damit verbundene Arbeit. Anhand der Sammlungstücke rund um die Figur des Onkel Canterbumm wird veranschaulicht, wie mit einem solchen Bestand gearbeitet wird.

2015 ging der Nachlass des Grafikers Johannes Maria Schneider (1911–2005), der Illustrator der Hefte und damit Erfinder der Werbefigur, als Schenkung in Mettingen ein. Die Präsentation zeigt neben Originalzeichnungen Schneiders, auch die praktische, konservatorische Arbeit des Archivs. Wie werden zum Beispiel die Hefte aufbewahrt, damit sie möglichst lange in ihrem Originalzustand erhalten bleiben? Welche unterschiedlichen Objekte werden archiviert? Die Hefte selbst versammeln Geschichten, Comics und Berichte zu verschiedenen Themen, durch die Onkel Canterbumm die jungen Leser begleitet. Diese „C&A-Hausmitteilungen für seine kleinen Freunde und Kunden“, die sich in erster Linie an Schulkinder und ihre Familien richteten, spiegeln die Zeit der 1930er- und 1950er-Jahre wider und sind damit nicht nur Beleg von Werbestrategien dieser Zeit, sondern auch ein bemerkenswertes Zeugnis der damaligen Gesellschaft.

kunst:stück

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. poetische quellen

Poetische Quellen – Sonderausgabe 2020

»Eine Sonderausgabe aus guten Gründen: Kultur widersteht Corona« 27.—30. August 2020 in Bad Oeynhausen und Löhne (OWL) www.poetischequellen.de In Zeiten der Pandemie zeigen Ausgangsbeschränkungen und Isolation, dass wir Menschen uns nach Austausch, Begegnung und geistiger Nahrung sehnen. Man muss es darum als ehrenhafte Verpflichtung verstehen, die „Poetischen Quellen“ in ihrer langjährigen Tradition als wichtige Kulturveranstaltung in dem Zusammenleben für die Menschen in Ostwestfalen-Lippe und die benachbarten Regionen aufrecht zu erhalten. Dabei wird jeder verstehen, dass die „Poetischen Quellen“ nicht wie gewohnt stattfinden können. Deshalb gibt es vom 27. – 30. August eine Sonderausgabe mit einer Abfolge von einzelnen Lesungen und Gesprächen, die im AQUA MAGICA Landschaftsund Kulturpark stattfinden. Ohne zu wissen, wie sehr die Corona-Pandemie unsere persönlichen wie gesell-

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kunst:stück

schaftlichen Verhaltensweisen demaskieren würde und wie sehr wir alles versuchen müssen, um in dieser Zeit die Menschenwürde zu bewahren, stand das diesjährige Schwerpunktthema „Literatur und Widerstand“ bereits im letzten Jahr fest. In acht einzelnen Veranstaltungen wird es aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Am Donnerstagabend (27.08.) setzen sich u.a. die Schriftsteller Ingo Schulze und Frank Witzel in einem „Literarischen Quartett“ damit auseinander. Beide stellen zudem am Samstag (29.08.) ihre neuen Romane vor. Frank Witzel wird dabei dem deutsch-irakischen Schriftsteller Abbas Khider auf der Bühne begegnen. Beim Lyrikabend am Freitag (28.08.) wenden sich die Autoren Tomasz Różycki und Daniela Danz auf poetische Weise dem Thema zu. Die für ihre Arbeit ausgezeich-


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Fotos von links oben nach rechts unten: Ingo Schulze – © Gaby Gerster // Daniela Danz – © Wallstein Verlag / Nils-Christian Engel // Jan Schulte-Bunert – © Privat // Donatella Di Cesare – © Matthes & Seitz Berlin // Olga Radetzkaja – © Ebba Drolshagen // Dzevad Karahasan – © Faktor. Ba // Rolf Becker – © Antonio Maria Storch // Safiye Can – © Wallstein Verlag // Tomasz Rozycki – © Privat // Larissa Bender – © Thekla Eehling // Lina Atfah – © Osman Yousufi // Dorota Stroińska – © literaturport.de // Frank Witzel – © Maja Bechert // Jürgen Keimer – © Antonio Maria Stoch // Michael Scholz, Künstlerischer Leiter Poetische Quellen – © Peter Hübbe

neten Übersetzerinnen Larissa Bender, Olga Radetzkaja und Dorota Stroińska widmen sich dem an Widerständen und Fallen reichen Gelände der Sprache (Sa, 29.08.). Am Samstagabend kann das Publikum einer Konzertlesung mit dem Schauspieler Rolf Becker und dem Saxophonisten Jan Schulte-Bunert beiwohnen. Passend zu Zeit und Thema liest Becker auf seine einzigartige Weise eine Textcollage, die sich aus der biblischen Offenbarung und Textausschnitten des Films „Der Zorn“ von Pier Paolo Pasolini zusammensetzt. Beim „Sonntagsgespräch – Forum für Demokratie“ (30.08.) geht es um die Frage, inwieweit Widerstand, Widerspruch und Ungehorsam wichtig für die Entwicklung eine Gesellschaft sind. Zu Gast ist hier u.a. die italienische Philosophin Donatella Di Cesare. In enger Kooperation mit einer Studentengruppe der Universität Bielefeld wurde für den Sonntagnachmittag ein „Tischgespräch“ mit den Schriftstellerinnen Safiye Can und Lina Atfah aus Syrien vorbereitet. Hier geht es um Fluchten, Heimaten und Widerstände in der Mehr-

zahl, wozu beide Autorinnen ihre jüngsten Bücher vorstellen. In der letzten Veranstaltung trifft das Publikum in einer Autorenbegegnung auf den gerade zwei Tage zuvor mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt ausgezeichneten Schriftsteller Dževad Karahasan und erneut auf Ingo Schulze. Beide stellen hier ihre jüngsten Romane vor, die auf ganz bestimmte Art auch unsere Zeit demaskieren. Moderator Jürgen Keimer wird das Publikum in gewohnt souveräner Weise durch die Veranstaltungen führen. Infos: - Details zum Programm, Kartenverkauf, den Hygieneregelungen usw: ab Anfang Juli unter www.poetischequellen.de - der erforderliche Besucherdokumentationsbogen ist hier ebenfalls abrufbar und kann ausgefüllt mitgebracht werden - Ticketbestellungen sind ab Anfang Juli telefonisch und via E-Mail möglich

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. bremen

Abb. oben: Robert Schad, Flugte, 2020 (hinten) und Serres, 2020 (vorne), Vierkantstahl, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Sandra Beckefeldt Abb. Mitte links: Jussuf Abbo, Porträtbüste von Brigitte Helm, 1940er-Jahre, Ton, Deutsche Kinemathek – Brigitte Helm-Archiv Abb. Mitte rechts: Jussuf Abbo, Frauenkopf, 1928, Zinn, Nachlass Jussuf Abbo, Brighton/ UK, Foto: Gunter Lepkowski Abb. unten: Martin Koroscha, Wallgrabenstream 2, 2019, (Detail) Fotografie, FineArtPrint auf Hahnemühle, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Robert Schad Bremen vierkant

bis 11. Oktober 2020

Der Stahlbildhauer Robert Schad schafft aus massivem Vierkantstahl „Zeichnungen im Raum“. Linien entstehen, indem unterschiedlich lange, gerade Stücke wie Glieder eines organischen Körpers verschweißt werden. Seit den 1980er-Jahren beschäftigt er sich mit der Wechselwirkung zwischen Skulptur und Tanz. Beide Kunstformen agieren im Raum. Sie können autonom nebeneinanderstehen oder sich gegenseitig beeinflussen und durchdringen. Zeitgenössische Choreografen und Tänzer wie Gerhard Bohner, Urs Dietrich,

Anna Huber, Helge Letonja und Susanne Linke arbeiteten mit und zu Schads Skulpturen. Die vielen Aspekte der Beziehung zwischen Körper und Skulptur sind der Ausgangspunkt von »Bremen vierkant Das „Sich Nähern“ ist ein wichtiger Aspekt der Stahlskulpturen. „Was ist vorne, was ist hinten?“ Welche räumliche Beziehung geht der eigene Körper mit den Skulpturen und den darin sichtbar werdenden Richtungen ein? Sie sind eingeladen es selbst zu erfahren.

Kosmos Marcks

Jussuf Abbo Auf Augenhöhe bis 11. Oktober 2020

Besonders die einfühlsamen Porträts und Köpfe des Bildhauers Jussuf Abbo zeugen von der großen Qualität, aber auch von der künstlerischen Vielseitigkeit seines Werks. Virtuos beherrschte er verschiedene Ma-

terialien und die eigenhändige Nachbearbeitung seiner Güsse. Umsichtig gestaltete er die Struktur der plastischen Haut und setzte Volumen und Flächen zur Gliederung der plastischen Massen in Beziehung.

Martin Koroscha stream – Rhythmus ohne Repetition bis 11. Oktober 2020

In der Ausstellung hat der Künstler Martin Koroscha die suggestive Kraft des fließenden Wassers mit der Musik von Lydia Anne Cortis verbunden. Im Zentrum steht der 2018 entstandene Film „stream“ (9:08 Min.), der einen Dialog zwischen gefilmter bewegter Wasseroberfläche und der Musik der Cellistin

zeigt. Entscheidend für die Arbeit ist die synchrone Wahrnehmung von Bild und Ton sowie der immer wieder stattfindende Aspektwechsel. Man sieht einen Film und hört Mendelsohn-Bartholdy, aber die Eindrücke wechseln, auch wenn das Tempo niedrig ist. Martin Koroscha macht Rhythmus ohne Repetition erlebbar.

Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen / www.marcks.de

kunst:stück

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Esther Adam, Kate Andrews, Daniel von Bothmer, Amina Brotz, Paula Hurtado Otero, Effrosyni Kontogeorgou, Sarah Lüdemann (Beauham), Hannes Middelberg, Lisa Sinan Mrozinski, Ghaku Okazaki, Pia Pollmanns, André Sassenroth, Irene Strese 12. Juli bis 13. September 2020 Städtische Galerie Bremen | www.staedtischegalerie-bremen.de Der Bremer Förderpreis für Bildende Kunst wird seit 1977 jährlich vom Senator für Kultur verliehen und hat in seiner Geschichte zahlreiche Künstler*innen erstmals ausgezeichnet, die später auch überregional bekannt geworden sind. Der Preis wird in einem zweistufigen Verfahren für besondere Leistungen vergeben und ist mit 6.000 Euro dotiert. Er ist damit einer der ältesten und best dotiertesten Nachwuchsförderpreise, verbunden zudem mit einer Einzelausstellung und einer Publikation. Eine Vorschlagskommission aus regionalen Kunstsachverständigen wählt aus den Bewerbungen künstlerische Positionen für die Ausstellung in der Städtischen Galerie Bremen aus. Die überregional besetzte Jury bestimmt daraus die Preisträgerin bzw. den Preisträger. Die Vorschlagskommission ermittelte in diesem Jahr aus 35 Bewerbungen von 20 Künstlerinnen und 15 Künstlern 13 künstlerische Positionen für die Ausstellung. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger wird zu Beginn der Ausstellung bekannt gegeben. Im 43. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst 2019 sind sehr unterschiedliche Ansätze in zahlreichen künstlerischen Medien

zu sehen. Mehrere Künstler*innen erschaffen vor Ort komplexe Installationen aus verschiedenen einzelnen Arbeiten, einige reagieren direkt auf die Räume der Städtischen Galerie bzw. auf die Ausstellungsbeiträge ihrer Kolleg*innen. So entsteht eine ziemlich bunte, manchmal laute Ausstellung, die jedoch auch poetische Seiten hat und politische Inhalte vermittelt. Malerische Ansätze, Zeichnungen, Fotografien, textile Arbeiten und Plastiken zeigen wie in den vorhergehenden Jahren, wie vielfältig die junge Bremer Kunstszene ist. Einige der teilnehmenden Künstler*innen haben sich hier bereits etabliert und präsentieren im Rahmen des Förderpreises neue Arbeiten und Aspekte ihres Werkes. Viele andere künstlerische Positionen gibt es in der Ausstellung erst zu entdecken. ––– Öffnungszeiten: Do–So 12-18, Di–Mi nach Anmeldung, Mo geschlossen Informationen zu Corona-bedingten Einschränkungen sowie zu Veranstaltungen sind auf der Website zu finden. Städtische Galerie Bremen Buntentorsteinweg 112. 28201 Bremen

Abb. v.o.n.u.: Ghaku Okazaki, A Couple of Plants, 2019, Öl auf Leinwand, Fotograf: Ghaku Okazaki, © Ghaku Okazaki // Irene Strese, Never Change A Running System, 2020, Installation, © Irene Strese // // André Sassenroth, Niemands Länder, 2019/2020, Reihe von 204 Stoffobjekten, Fotografie: Claudia Piepenbrock

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Rebekka Kronsteiner / Francisco Valenca Vaz Wir sind für Sie da

12. Juni bis Ende August 2020 galerie mitte im Kubo | www.galeriemitte.eu Die Künstlerin Rebekka Kronsteiner und der Künstler Francisco Valenca Vaz richten ab Mitte Mai in der Galerie Mitte ein gemeinsames Atelier ein, aus welchem sie im Laufe des Sommers Stück um Stück einen Ausstellungsraum entstehen lassen. Der künstlerische Prozess ist von Beginn an mit dem Ausstellungsraum verbunden. Der "Werkraum" verwandelt sich in einem stetigen Prozess von einem Arbeitsraum in einen Ort der Präsentation, zu einer Bühne. Die künstlerischen Aktivitäten sind dabei als Form der Kommunikation zu verstehen. Besucher_innen haben die Möglichkeit am Entstehungsprozess der transforma-

tiven Ausstellung teilzunehmen und die verschiedenen Phasen der Entwicklung zu verfolgen, die in zwei Werkabschnitten präsentiert werden. Zusätzlich zu der, während der Öffnungszeiten bestehenden Möglichkeit eines Besuchs, werden die Entstehungsphasen über digitale Formate wie Instagram und über die Website der Galerie veröffentlicht. ––– Öffnungszeiten: Freitag, 16–20 Uhr / Samstag, 12–18 Uhr u.n.V.: kontakt@galeriemitte.eu

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Different States

Photography and Graphics in Sarajevo, Bosnia and Herzegovina Masterstudio Kultur und Idendität / HFK Bremen ab 12. September 2020 galerie mitte im Kubo | www.galeriemitte.eu Es gehört mittlerweile zur Tradition des Studiengangs Studio Kultur und Identität einmal im Jahr eine Fotoexkursion zu unternehmen, die im Anschluss in einer Publikation und einer Ausstellung präsentiert wird. Schon mehrfach war die galerie mitte Bremen Austragungsort für diese Veröffentlichung. Die diesjährige Ausstellung zeigt die Ergebnisse der Exkursion von 2019, die der Stadt Sarajevo galt.

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––– Teilnehmende Künstler*innen: Aleksandra Weber, Alem Kolbus, Christina Stohn, Jakob Grommas, Juliane Stirling, Mario Greif, Marvin Systermans, Ran Tao, Shih-hsuan Yen galerie mitte im Kubo Beim Paulskloster 12, 28203 Bremen


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MIT 17 ZIELEN DIE

WELT

RETTEN! MISSION 2030 SONDERAUSSTELLUNG

Verlängert bis 3. Januar 2021

MUSEUM AM SCHÖLERBERG NATUR UND UMWELT | PLANETARIUM WWW.MUSEUM-AM-SCHOELERBERG.DE

HASEGOLD 5263

Die Vereinten Nationen haben die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung verabschiedet, um die Welt bis 2030 gerechter, gesünder, friedlicher und sozialer zu gestalten. Die Erlebnisausstellung „Mission 2030“ von Plan International begibt sich auf Spurensuche um den Globus, aber auch bis vor die eigene Haustür: Welche Herausforderungen stehen einer nachhaltigen Entwicklung entgegen und was kann jeder Einzelne dazu beitragen, die Welt ein Stück besser zu machen?

PLAN.DE | INFO@PLAN.DE

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zeitgenössische Fotokunst im Fokus

RAW Phototriennale Worpswede bis 1. November verlängert! Worpswede | www.raw-phototriennale.de Veränderte Realitäten: Die Macher der RAW Phototriennale in Worpswede gingen innovativ mit den veränderten Rahmenbedingungen der Corona-Zeit um, indem sie den realen Ausstellungen das virtuelle Format »RAW-FREI-HAUS« zur Seite stellten, während Museen und Ausstellungshäuser geschlossen bleiben mussten. Doch seit Anfang Juni sind in den vier Worpsweder Museen, der Galerie Altes Rathaus und Open Air die Ausstellungen des Festivals zu sehen.

lung unterschiedlichster Interpretationen dieses Genres. Die von Claudius Schulze thematisierte Frage des Artensterbens drückt sich in monumentalen Abbildern städtischer Biotope aus, die Schulze mit einer neuartigen Foto- und Abbildungstechnik schuf, die sonst etwa Robotern die Orientierung im Raum ermöglicht. So entstanden an Röntgenbilder erinnernde Schwarz-Weiß-Abbildungen, die eine ungeheure Tiefe und Plastizität aufweisen.

Die vier zentralen Ausstellungen, die inzwischen bis zum 1. November verlängert wurden, bieten hochklassige Fotografie und Werke renommierter Künstlerinnen und Künstler. Die Auswahl der präsentierten Werkreihen wurde dabei eng auf das Profil der Häuser abgestimmt, so dass sich spannende Dialoge und reizvolle Kontraste gleichermaßen ergeben. Der Barkenhoff, das Gesamtkunstwerk des Jugendstilkünstlers Heinrich Vogeler, präsentiert mit »Fokus Heimat« eine Ausstellung, die den Begriff der Heimat auf den Prüfstand stellt. Hier sind es vor allem die Fotografien von Lia Darjes, die faszinieren. In der Region Kaliningrad fotografierte sie die Marktstände alter Männer und Frauen, die die Produkte ihrer Gärten anbieten, um irgendwie über die Runden zu kommen. Darjes portraitierte nicht nur die eindrucksvollen, vom Leben gezeichneten Gesichter der Anbieter. Die Marktstände selbst fotografierte sie nach der Art der Stillleben alter Meister und schuf so ungeheuer leuchtstarke farbige Bilder der Arrangements.

DIE ZENTRALEN AUSSTELLUNGEN www.raw-phototriennale.de www.worpswede-museen.de ––– Barkenhoff

In der Großen Kunstschau dreht sich mit »Fokus Landschaft« alles um die Darstel-

Tina Bara, Klaus Dierßen, Norman Hoppenheit, Ivanka Penjak, Ditmar Schädel, Monika Schulz-Fieguth, Sammlung Gabriele Koenig

––– Fotos linke Seite v.o.n.u.: © Jürgen Strasser, Fokus Landschaft – Grosse Kunstschau // © Rüdiger Lubricht, Fokus Zeitenwende – Worpsweder Kunsthalle // © Rüdiger Lubricht, Fokus Heimat – Barkenhoff

Lia Darjes, Martin Rosswog, Marvin Systermans

Grosse Kunstschau

Frank Kunert, Claudius Schulze, Henrik Spohler

Haus im Schluh

Cosima Hanebeck, Rafael Goldchain, Eckhard Joite, Ludwig Rauch

Worpsweder Kunsthalle

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Fotos linke Seite v.o.n.u.: © Rüdiger Lubricht, Fokus Zeitenwende – Worpsweder Kunsthalle // © Jürgen Strasser, Fokus Mensch – Haus im Schluh // © Jürgen Strasser, Fokus Nachwuchs – Galerie Altes Rathaus (bis 12. Juli) // Foto oben: © Jürgen Strasser, Fokus Trachtwerk – Marcusheide (bis 16.August)

»Fokus Mensch« im Haus im Schluh widmet sich der Darstellung von Menschen und weist neben den krassen »Nachtgestalten« des Berliners Eckhart Joite vor allem in der ganz besonderen Ahnengalerie »I Am My Family« des kanadischen Fotografen Rafael Goldchain ein echtes Highlight auf. Der aus einer polnisch-jüdischen Familie stammende Goldchain betrieb intensive Ahnenforschung und verwandelte sich in der Folge mithilfe aufwändiger Masken- und Kostümbilder in seine eigenen Ahnen. Diese ganz besondere Reihe von Selbstportraits ist erst zum zweiten Mal in Europa zu sehen. Ebenso selten gezeigt sind die Werke der Sammlung Gabriele Koenig zur Fotografie der DDR. In der Ausstellung »Fokus Zeitenwende« in der Worpsweder Kunsthalle sind Alltagsaufnahmen aus vierzig Jahren DDR ausgestellt, die die Aachener Sammlerin als eine der bedeutendsten Privatsammlungen zur Fotokunst des »anderen Deutschland« zusammentrug. Bilder von Arbeit und Feierabend sind ebenso zu sehen, wie Beobachtungen am Rande staatlicher Propagandaveranstaltungen und Modefotografie. Vertreten sind unter anderem Namen wie Ute Mahler, Sybille Bergemann und Harald Hauswald. Ergänzt werden diese vier Ausstellungen durch eine Ausstellung in der Galerie Altes Rathaus (bis 16. August 2020) mit Fotokunst aus Bremen und Niedersachsen und

durch eine frei zugängliche Open-Air-Ausstellung mitten in Worpswede. Zu allen Ausstellungen bietet das Online-Format »RAW-FREI-HAUS« umfangreiche ergänzende Informationen und Hintergründe. Kommentierte Ausstellungsrundgänge, Künstlergespräche und Portraits einzelner Werkreihen stehen unter www.rawfrei-haus.de zur Verfügung und machen neugierig auf die Ausstellungen der nun dritten RAW Phototriennale in der Künstlerkolonie Worpswede.

RAW-FREI-HAUS

Das Online-Format der RAW Phototriennale bietet umfangreiche ergänzende Informationen und Hintergründe; kommentierte Ausstellungsrundgänge, Künstlergespräche und Portraits einzelner Werkreihen.

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NATUR – UNART – UNRAT Der Totalkünstler Timm Ulrichs

Bis 01. November 2020 I Barkenhoff www.worpswede-museen.de I www.worpswede-museen.blog Auf die Frage »Was ist Kunst?« müsste als Antwort in den einschlägigen Lexika nach 1961 eigentlich auch ein Name auftauchen: Timm Ulrichs (geb. 1940, Berlin). Schließlich ernannte er sich selbst zum ersten lebenden Kunstwerk und erklärte sich später zum »Totalkünstler«. Als lebendes Kunstwerk geht er auch körperlich an seine Grenzen und hat alles bis ins Detail durchdacht: auf seinen Augenlidern trägt er die Tätowierung »The End«. Ulrichs verfolgt einen genauen Plan: »Meine Taktik ist: ich werde alle Kuratoren überleben und dann die Kunstgeschichte nach meinen Gunsten umschreiben.« Ein Atelier im klassischen Sinne hat er nie besessen. »Mein Kopf ist mein Atelier!« – der Konzeptkünstler und Vertreter von Neodadaismus und Body-Art lässt meist andere für sich arbeiten. Alles kann dabei zum Helfer werden: Bienen, Ameisen, Wasserlinsen. Der in Hannover, Berlin und Münster lebende Totalkünstler hat seine Jugend in Bremen verbracht. Anlässlich seines 80. Geburtstags und zur Verleihung des KätheKollwitz-Preises 2020 ehrt der Barkenhoff Timm Ulrichs in der Reihe »Worpswede zeitgenössisch« mit einer Einzelausstellung. Unter dem Titel »NATUR – UNART – UNRAT. Der Totalkünstler Timm Ulrichs« geben Druckgrafiken, Objekte und Performances der konkreten Poesie und Konzeptkunst einen Einblick in sein Werk.

Anagrammen und Tautologien sowie auch kritischen Auseinandersetzungen überschreitet Ulrichs jegliche Grenzen des Denkens, Fühlens und Handelns. Für die Performance Timm Ulrichs den Blitz auf sich lenkend nahm der Totalkünstler 1966 den Spruch »Soll mich, so Gott will, doch der Blitz treffen!« wortwörtlich. Während eines Gewitters forderte er als menschlicher Blitzableiter – nackt auf einem Acker – Gott und sein eigenes Künstlerschicksal heraus. Éduard Manets berühmtes Meisterwerk der Kunstgeschichte Frühstück im Grünen wurde wiederum zum Ausgangspunkt einer Möbelskulptur aus der Serie TARNART. Ulrichs Zitat Frühstück im Grünen I besteht aus einem Tisch mit Stuhl und einem Gedeck für zwei. Das gesamte Ensemble inklusive Geschirr ist mit einem einheitlichen Tarnmuster überzogen. Die TARN-ART hat die Tarnung von Kunstwerken zum Ziel: Erst auf den zweiten Blick erkennt der Betrachter auf einer gerahmten Postkarte das durch den Salon des Refusés bekannt gewordene französische Vorbild. Barkenhoff www.worpswede-museen.de

In verschiedenen Schaffensphasen setzt sich Ulrichs intensiv mit dem Thema »Natur« auseinander. 1981 entsteht bei einem Aufenthalt in Worpswede eine Installation mit Wasserlinsen. Mit seinem Ideenreichtum, seinem Humor, Wortspielereien wie ––– Abb. rechts: Timm Ulrichs, Das getarnte Frühstück im Grünen I, 1973/74, Tisch, Parkbank und Gedeck für 2 Personen mit Acrylfarbe bemalt, dazu Kunstpostkarte des ManetBildes in grünem Lederrahmen, Städtische Galerie sohle 1, Stadtmuseum Bergkamen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: © Roland Schmidt, Hannover ––– Abb. linke Seite: Timm Ulrichs, EARTH-ART, 1965/74, Dunkelgrün lackierter Eisenblech-Kasten mit Wort-Licht-Spiel in roter Neon-Leuchtschrift, Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: © Peter Gauditz

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Faszination Windjammer SAIL Bremerhaven 1986–2020

26. Mai bis 1. November 2020 Historisches Museum Bremerhaven | www.historisches-museum-bremerhaven.de Die Ausstellung Fünf Themenräume geben einen Überblick über die Geschichte der Windjammer und über die SAIL Bremerhaven. Zum Auftakt vermitteln historische Fotos, zeitgenössische Gemälde und eindrucksvolle Schiffsmodelle faszinierende Eindrücke von der vergangenen Welt der Windjammer. Bislang unveröffentlichtes Fotomaterial zeigt das harte Leben an Bord der „Königinnen der Meere“. Der Großteil der Ausstellung widmet sich den SAIL-Veranstaltungen von 1986 bis zur geplanten SAIL 2020. Besondere Schwerpunkte bilden die Schiffe und ihre Besatzungen, aber auch das bunte Treiben in den Häfen mit zahlreichen prominenten Gästen und „Sehleuten“. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt die aufwändige Planung und Organisation der Windjammer-Treffen. Eine wichtige Grundlage der Ausstellung ist das Fotoarchiv des bekannten Pressefotografen Wolfhard Scheer, der alle SAIL-Veranstaltungen mit der Kamera dokumentierte und dem dabei meisterhafte Momentaufnahmen gelangen.

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SAIL Bremerhaven 1986-2020 Bremerhaven hat einen besonders engen Bezug zu Windjammern. An der Wesermündung befanden sich berühmte Schiffbaubetriebe, die die größten und schnellsten Segelschiffe weltweit bauten. Seit den 1970er Jahren veranstaltet Bremerhaven Windjammer-Treffen, die ab 1986 „SAIL“ genannt werden und regelmäßig stattfinden. Dabei bilden historische Windjammer und andere Großsegler aus aller Welt für einige Tage auf der Basis von gemeinsamer Tradition und Völkerverständigung eine internationale Gemeinschaft. Historische Windjammer Für große Segelschiffe mit einer Rahtakelung prägte man ab 1870 die Bezeichnung „Windjammer“. Bereits auf Zeitgenossen übten Windjammer eine große Faszination aus, stellten sie doch den glanzvollen Höhepunkt einer jahrhundertelangen Entwicklung in der Seeschifffahrt dar. Heute wird der Begriff auch auf Großsegler mit anderer Takelung wie beispielsweise Schoner, Brigg oder Barkentine ausgedehnt.


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Faszination Windjammer – SAIL Bremerhaven 1986–2020 © Historisches Museum Bremerhaven

Das Wort „Windjammer“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „vom Wind vorwärts gedrückt“. Königinnen der Meere Unter den rund 2000 historischen Windjammern hatten die größten Schiffe eine Länge über alles von über 140 Metern. Kein anderer Schiffstyp konnte sich in Größe, Schnelligkeit und Eleganz mit diesen „Königinnen der Meere“ messen. Sie waren mit drei oder vier, selten mit fünf Masten ausgestattet, die zum Teil über 60 Meter in die Höhe ragten. Die Windjammer waren überwiegend als Frachtschiffe und Segelschulschiffe auf langen Reisen zwischen den Kontinenten unterwegs. Unter ihnen herrschte ein ständiger Wettbewerb, wer der Schnellste auf den Meeren war.

Museum zum Mitmachen An Mitmach-Stationen können Besucherinnen und Besucher ihr seemännisches Wissen testen, Seemannsknoten üben, das Flaggenalphabet ausprobieren oder Schiffstypen bestimmen. Logbücher liegen an der Museumskasse bereit, mit denen Kinder spielerisch die Ausstellung erkunden können. Öffnungszeiten: Dienstag– Sonntag, 10–17 Uhr Eintritt frei! Historisches Museum Bremerhaven An der Geeste, 27570 Bremerhaven

SAIL Bremerhaven Die Windjammer-Treffen in Bremerhaven faszinieren jedes Mal 1 - 2 Millionen Besucherinnen und Besucher. Dicht gedrängt liegen die stolzen Schiffe an den Kajen und laden zum Besuch ein. Matrosen aus aller Welt bevölkern die Häfen und mischen sich unter die „Sehleute“. Der Besuch einer SAIL ist ein unvergessliches Erlebnis.

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Abb. oben und unten: Wildpferde, Marc Lubetzki

Wild Horses

Sonderausstellung des Tierfilmers Marc Lubetzki 16. Juni bis 25. Oktober 2020 Deutsches Pferdemuseum | www.dpm-verden.de Wilde Pferde haben für viele Menschen etwas Faszinierendes - ihre Kraft, Eleganz und Schönheit spricht uns tief im Innersten an. Die Ausstellung des Tierfilmers Marc Lubetzki nimmt die Museumsgäste mit auf eine faszinierende Reise zu den letzten wild lebenden Pferden in verschiedenen Ländern der Welt. Seit 2012 widmet sich Marc Lubetzki ausschließlich der Erforschung und Dokumentation von wild lebenden Pferden. Als Wildlife-Kameramann besucht er regelmäßig 17 Wildpferdeherden in unterschiedlichen Ländern. Einzigartig ist dabei, dass es ihm durch die Anpassung seines Verhaltens und den achtsamen Umgang mit den Tie-

ren gelingt, ein akzeptierter Teil der Herde zu werden, statt nur distanzierter Beobachter zu bleiben. So sind ihm in den Jahren schon spektakuläre Aufnahmen und Beobachtungen gelungen, die einen tiefen Einblick in die wirkliche Natur der Pferde mit ihren Bedürfnissen, Freundschaften, sozialen Strukturen, Hierarchien, Fressgewohnheiten und Verhalten geben. Die Multimediaausstellung führt den Besucher*innen mit Hilfe von einzigartigen Videoaufnahmen, beeindruckenden Fotografien und bewegenden Geschichten in verschiedene Lebensräume von wild lebenden Pferden und zeigt ihr Verhalten durch alle Jahreszeiten hindurch. Von der Geburt bis zum Tod erlebt das Publikum das facettenreiche soziale Leben der Tiere. Marc Lubetzki zeigt auch auf, wie sich harmonische Herden bilden und in Herdenverbänden organisieren, welche Aufgaben die einzelnen Tiere in der Gemeinschaft übernehmen und wie wilde Pferde miteinander kommunizieren. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr Deutsches Pferdemuseum Holzmarkt 9, 27283 Verden/Aller

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links: Markus Keuler, Haar Ikebana, 2018-2019 und Großkopferter, 2017 // rechts: Klaus Effern, Lady 1, 2015 © VG Bild-Kunst, Bonn 2020 // unten: Beate Debus, Triaden, 2019

Gehölz die Zweite

Susanne Auslender, Beate Debus, Klaus Effern, Gunther Gerlach, Regine Hawellek, Markus Keuler

28. Juni bis 30. August 2020 Syker Vorwerk | www.syker-vorwerk.de Nach der ersten erfolgreichen Ausstellung GEHÖLZ im Jahr 2014 zeigt das Syker Vorwerk im Jahr 2020 mit der Ausstellung GEHÖLZ DIE ZWEITE sechs weitere Vertreterinnen und Vertreter der zeitgenössischen Holzbildhauerei aus Deutschland.

wie keine zweite durch die uns bekannte Kunst- und Kulturgeschichte von der Steinzeit über die großen Holzschnitzer bedeutender Altäre wie Veit Stoß und Tilman Riemenschneider bis ins 20. Jahrhundert; hier ist insbesondere Ernst Barlach zu nennen.

Holz spielt im Leben des Menschen seit jeher eine hervorgehobene Rolle. Die Bildhauerei in Holz ist eine der ältesten Formen der skulpturalen Ausdrucksmöglichkeiten, die wir kennen. Sie zieht sich

Mit der Emanzipation von der figürlichen Form zu abstrakter Kunst im 20. Jahrhundert, hat sich auch die Holzbildhauerei weiterentwickelt. Gegenwärtig laufen die verschiedenen Strömungen von figürlicher bis abstrakter Darstellung gleichberechtigt nebeneinander.Die Ausstellung GEHÖLZ DIE ZWEITE beleuchtet genau diese unterschiedlichen Darstellungsweisen und künstlerische Ansätze und ihre Zwischentöne. Vor allem wird das organische Ausgangsmaterial von den sechs Künstlerinnen und Künstlern vollkommen unterschiedlich aufgefasst und behandelt. Dadurch entsteht ein spannungsreicher Rundgang durch die aktuelle Bildhauerei in Holz. Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst Waldstraße 76, 28857 Syke

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Ilka Meyer Astkonstruktion Fotografie

Ilka Meyer

Götterteilchen Installation & Ausstellung: 13. September bis 8. November 2020 Entstehung der Installation: 29. Juli bis 02. August Die Galerie im Heuerhaus | www.galerie-im-heuerhaus.de Die Vechtaer Künstlerin Ilka Meyer sucht ihren Ausdruck in Installation und auf der Bildfläche. Sie arbeitet vornehmlich mit Siebdruck, Fotografie und raumspezifischen Installationen. In ihrer Auseinandersetzung mit Raum beschäftigt sich Ilka Meyer mit Phänomenen des Zufälligen, des Unbeachteten oder des Nebensächlichen. Ihre Arbeiten spielen mit menschlichen Begrenzungen und Möglichkeiten. In der Ausstellung „Götterteilchen", zeigt die Künstlerin neben der Installation im Hauptraum der Galerie auch Siebdruckarbeiten. Gerade noch lagen die manchmal halb maroden Äste unter den Bäumen auf der horizontalen Fläche am Boden, jetzt erhebt sich das Gebilde vor uns selbstbewusst als ein vertikales Gegenüber. In der Galerie stellt es sich auf den flattrigen, zusammengesetzten Kopien einerseits dem Betrachter in den Weg, andererseits löst die seltsame Konstruktion sich gleichsam in seine Rasterpunkte auf. Die Installation „Götterteilchen" aus collageartig zusammengesetzten Schwarz-Weiß- Kopien hat ihren Namen von einem Teilchen, das Wissenschaftler 2012 nach jahrzehntelan-

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ger Suche fanden. Diese Teilchen sind für nichts weniger verantwortlich, als der Materie Masse zu verleihen. Ohne Masse keine Sterne, keine Planeten, keine Atome, keine Menschen. Die Masse – also daher auch der Begriff Götterteilchen – schafft erst Gegenwart und damit Geschichte. Ausgangsmaterial der Installation von Ilka Meyer ist eine instabil wirkende Turmkonstruktion aus flechtenbewachsenen Ästen, die Sie gegen den Himmel aus der Froschperspektive fotografiert hat. Diese Abbildung wird die Künstlerin vor Ort in der Galerie immer wieder kopieren und vergrößern, so dass die Rasterpunkte als autonome Objekte auf den Kopien erscheinen. Wer diesen Prozess der Entstehung der Installation live erleben möchte, kann die Künstlerin vom 29. Juli bis zum 02. August dabei in der Galerie beobachten. Bzgl. der Eröffnung am 13. September informieren Sie sich bitte auf der Webseite www.galerie-im-heuerhaus.de Die Galerie im Heuerhaus Rittrumer Kirchweg 4, 27801 Dötlingen


DIE SAMMLUNG BUNTE

EXPRESSIONISTISCHE MEISTERWERKE DES 20. JAHRHUNDERTSBUNTE DIE SAMMLUNG

Expressionistische Meisterwerke des 20. Jahrhunderts

Hermann Stenner, Skizze zu einem Selbstbildnis, 1912, Öl auf grober Sackleinwand, 65x47 cm

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12. Juli bis 25. Oktober 2020

12. Juli bis 25

12. Juli – 25. Oktober 2020 AUSSTELLUNGSZENTRUM GUT ALTENKAMP Papenburg-Aschendorf · Dienstag – Sonntag von 10 – 17 Uhr · www.gut-altenkamp.de

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp

AUSSTELLUNGSZENT Papenburg-Aschendorf Dienstag – Sonntag von 10 – 17 Uhr Tel. 04962 6505 | www.gut-altenkamp.de

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Make it yours ! USM schafft ein kollaboratives Arbeitsumfeld: kreatives Potenzial wird freigesetzt, Synergien optimal genutzt – ein Team, ein Tisch.


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Juri Wedro / Uwe Schloen „Rehbock“, 2019

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„Eimer für alle“ kuratiert von Uwe Schloen – 12. Juli bis 9. August Galerie am Stall | www.galerie-am-stall.de Uwe Schloen, Kurator der Ausstellung, ist viel unterwegs, auch in Osteuropa. 2008, bei einer Reise in die Ukraine, machte er einen Abstecher nach Transnistrien, das zu Moldawien gehört. Dort hörte er vom den Erzählungen nach bekanntesten Künstler des Landes, Juri Wedro. Bei einem zweiten Aufenthalt im Jahr 2010 wollte er Juri Wedro besuchen, traf aber nur dessen langjährige Freundin Olga W. an, die vom frühen Tode des Künstlers berichtete – ein Opfer seines wilden Lebensstils und des Alkohols. Olga W. berichtete über Juris Leben, sein Denken und sein künstlerisches Schaffen. Im dessen Mittelpunkt: Eimer, einfache Mörteleimer oder solche aus buntem Plastik. Der Eimer als skulpturales Stilmittel, Eimer als Projektionsfläche für die pessimistische Weltsicht von Juri Wedro, Symbol für seinen überwiegenden Gemütszustand („Alles im Eimer“). Da auch Uwe Schloens Sicht auf die Welt eher von zurückhaltender Nüchternheit geprägt ist, entdeckte er in Juri Wedro so etwas wie sein Alter Ego. Olga W. über-

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ließ dem Deutschen Juris Tagebücher, ein paar Skizzenbücher, ein Fotoalbum und einige Skulpturen als Leihgabe. Schloen selbst baute viele der von Juri Wedro skizzierten Werke nach. Ebenso entstand ein Nachbau von Juri Wedros Atelier und des Lagerraums. „Wir wissen wenig bis nichts darüber, was in den östlichen Gebieten Europas vor sich geht. Es interessiert die meisten nicht, wichtig ist einzig die mitteleuropäische Nabelschau. Um die ein wenig aufzubrechen, arbeite ich an der Rekonstruktion des Ateliers Juri Wedros und an dem Nachlass. Es gilt eine Persönlichkeit und einen faszinierenden Künstler zu entdecken“ (Uwe Schloen). Vernissage (im Skulpturengarten) am 12. Juli, 15 Uhr Kuratorengespräch mit Uwe Schloen am 7. August, 18 Uhr Für die geltenden Corona-Regeln: www.galerie-am-stall.de Galerie am Stall Am Ebenesch 4, 27798 Hude


dioezesanmuseum-paderborn.de

Peter Paul Rubens: Engel (Detail), um 1610/11, Collections of Flint Institute of Arts, Flint, Michigan, Gift of Viola E. Bray, 2005.158

24.7.– 25.10.2020 DIÖZESANMUSEUM PADERBORN

Kabinettausstellung

DAS

AM DRITTEN TAGE …

04.03.–11.10.2020

www.draiflessen.com

DRAIFLESSEN Archiv & Sammlung

Forum

cke

Lieblingsstü

Onkel

Wie eine Werbefigur ins Archiv kam

04.03.–25.10.2020


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Jeanne Mammen Alles zu ihrer Zeit

15. Februar bis 30. August 2020 Kunsthaus Stade | www.museen-stade.de Wasser West 7, 21682 Stade Schillernde Bühnenstars, das illustre Nachtleben, aber auch die Menschen am Rande der Gesellschaft in den legendären 1920erJahren in Berlin werdenvon ihr festgehalten. Als scharfsinnige Beobachterin begegnet Jeanne Mammen (1890–1976) der Welt, die sie umgibt. Dabei wird in ihren virtuosen Zeichnungen und Gemälden besonders das Subtile sichtbar; Nähe und Entfremdung, Sehnsucht und harter Alltag werden nuancenreich gezeigt. Nach 1933 verließen viele Freund*innen das Land, Jeanne Mammen blieb in Berlin und ging in eine innere Emigration. Dass auch Hamburg für Mammen ein besonderer Ort war, spiegelt sich in den zahlreichen Darstellungen der Stadt und ihres Hafens. In der Ausstellung im Kunsthaus wird diesem Themenkomplex eine Etage gewidmet. Motivisch und stilistisch ist Mammens Bandbreite groß, sie entwickelt ihre Darstellungsarten konsequent weiter. Nach 1945 wird ihr Werk abstrakt. Die umfassende Ausstellung zeigt Arbeiten aus über 60 Jahren.

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Abb. oben: Jeanne Mammen, Schachspieler, um 1929/30, Berlinische Galerie – Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Foto: Kai-Annett Becker / Berlinische Galerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2020 Abb. unten: Jeanne Mammen, o.T. (Selbstbildnis), o.D. (um 1926), Jeanne-Mammen-Stiftung im Stadtmuseum Berlin Foto: Mathias Schormann © VG Bild-Kunst, Bonn 2020


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Abb. links: August Macke, Walter Macke mit Trommel, 1911, Privatbesitz Abb. unten: Hans Thuar, Blühende Obstbäume (Endenich), Öl auf Leinwand, 1911 (Detail), Privatbesitz, Foto: Margot Schmidt

Hans Thuar und August Macke Ziemlich beste Freunde

19. September 2020 bis 10. Januar 2021 Kunsthaus Stade | www.museen-stade.de Wasser West 7, 21682 Stade Eine besondere Freundschaft verband August Macke und Hans Thuar. Nach einem tragischen Unfall, bei dem Thuar beide Beine verlor, gab Macke dem 11-Jährigen den Lebensmut zurück. Die Schulkameraden waren beide von Kunst begeistert, und durch Macke inspiriert, wurde auch Thuar Künstler. In Briefen und Begegnungen zeigt sich ihre enge Verbundenheit, einige ihrer Werke entstanden in der Bonner Umgebung gemeinsam vor demselben Motiv. Eine ausdrucksstarke, leuchtend farbige Malweise kennzeichnet ihre moderne Bildsprache. Nach Mackes frühem Tod als Soldat im Ersten Weltkrieg fiel Thuar in eine Depression. Als er 1920 wieder zum Pinsel griff, entwickelte er großartige, hochexpressive Arbeiten – die Höhepunkte seines Schaffens. Die Verbindung zur Familie Macke wurde durch die Hochzeit seiner Tochter Gisela mit Mackes Sohn Wolfgang später weiter gefestigt. Die Ausstellung wirft einen Blick auf eine schicksalhafte Beziehung und die daraus entstandene Kunst.

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Neue Kunstkurse für kreative Köpfe

Bildhauerei | Malerei | Fotografie | Keramik | Interdisziplinäres Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V. | im Kunstforum Oldenburg www.werkschule.de Endlich mit dem Zeichnen beginnen, sich an die erste Holzskulptur wagen, von Profis lernen, im Austausch mit Kunstinteressierten sein, sich auf intensive künstlerische Prozesse einlassen… Die Werkschule e.V. in Oldenburg startet im August 2020 wieder in eine neue Kunstkurs-Saison und bietet eine besondere Mischung aus Kunstvermittlung, künstlerischer Weiterbildung und Experimentierfeld für kreative Köpfe. Kunstkurse unterschiedlichster Formate – Einfüh-

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rungskurse für Praxis-Einsteiger, vertiefende Workshops für Geübte, Themenoder Kompaktkurse am Wochenende – geben Kunstpraxis-Interessierten die Möglichkeit, Ausflüge ins aktive Gestalten zu unternehmen und ihren Ideen eine Form zu geben. Dabei reicht das Angebot über die Sparten Malerei, Bildhauerei, Keramik, Fotografie und Interdisziplinäres – Ausstellungen und Veranstaltungen im Kunstforum Oldenburg und soziokulturelle Projekte ergänzen das Programm der Werkschule e.V.


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EINE AUSWAHL DER KUNSTKURSE 2020:

Abb.links: Drehkeramik © kleoppo - stock.adobe.com rechts oben: Weidenkunst © Regina Sommer rechts unten: Holzrelief (Detail) © Sarah Hillebrecht

Rund 25 ausgebildete Profis stehen gemäß dem Slogan „Von Künstlern lernen – mit Künstlern arbeiten“ den 6-8 Teilnehmer*innen eines Kurses mit Rat, Tat und Know-how zur Seite, führen in die Welt der Künste ein und begleiten fachkundig auf dem Weg durch die künstlerische Praxis. Ausgiebigen Platz für das künstlerische Schaffen findet sich in den Ateliers auf insgesamt 700 Quadratmetern im Kunstforum Oldenburg inmitten des lebendigen Oldenburger Bahnhofviertels. werkschule e.v. Rosenstraße 41, 26122 Oldenburg

Let‘s tesselate – das montierte Holzrelief, 18.–20.09.2020, Sarah Hillebrecht ––– Siebdruck: Entdecken, erleben, experimentieren! 02.–04.10.2020, Roland Wehking ––– Wirkliche Abstraktion, abstrahierte Wirklichkeit, 17.–18.10.2020, Till Gerhard ––– Ausdruck mal drei: Ton, Tusche, Holzschnitt, 30.10.–01.11.2020, Gunther Gerlach ––– Das Glasurmosaik – Experimentelle Oberflächengestaltung, 30.10.– 01.11.2020, Jinhwi Lee ––– Weidenkörbe flechten – altes Handwerk neu entdeckt, 14.–15.11.2020, Regina Sommer ––– Analoge Schwarz-weiß-Fotografie, 27.–29.11.2020, Thorsten Ritzmann Informationen zum Kursprogramm und Anmeldung: www.werkschule.de info@werkschule.de Tel: 0441 / 999 0840

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Axel Kasseböhmer, Wachensee Nr. 54, 2011, Ö.a.L., 33 x 50 cm , Galerie Sprüth Magers, Berlin/Köln/ Los Angeles

wolken in der zeitgenössischen Kunst – flüchtig – zeichenhaft – bedrohlich 15. Mai bis 16. August 2020 Oldenburger Kunstverein | www.oldenburger-kunstverein.de Selbst als meteorologische Erscheinung sind Wolken bis heute rätselhaft geblieben. Die noch nicht ausreichende Kenntnis der Entstehung und Entwicklung von Wolken ist für Wetter und Klimaforscher ein wesentlicher Grund für Unschärfen ihrer Analysen und Prognosen. Künstler haben in Wolken immer mehr gesehen als Gegenstand trockener Aufzeichnung. Berühmt ist die Episode, nach der Caspar David Friedrich sich geweigert hat, Goethes Aufforderung zu folgen, Wolken nach dem Schema des Engländers Luke Howard (Cirrus, Cumulus, Stratus) zu malen. Die „Figuren des Flüchtigen“ (Klaus Reichert) in eine Schablone zu pressen, kann nicht Aufgabe der Kunst sein. Wolken lösen Empfindungen und Reflexionen aus. Wie dies sich in der zeitgenössischen Kunst spiegelt, soll die Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins zeigen. Die Exponate umfassen Malerei, Fotografie, Skulptur und Installation. Als Teil des Himmels können Wolken massiv und gleichzeitig flüchtig wirken, sie können Träger einer Botschaft sein oder menschengemacht und nicht als meteorologisches Phänomen Ausdruck und Zeichen schrecklicher Ereignisse sein. Die Ausstellung soll sich um diese 3 Aspekte die Metapher des Flüchtigen, der Ankündigung und des Schreckens glie-

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dern, ohne damit das Rätsel der Wolken in eine zu enge Struktur zu pressen. Kuratiert von Gertrude Wagenfeld-Pleister. Parallel findet eine Kabinettschau im Prinzenpalais des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg statt: „Wolken in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts“ (bis 2.8.2020). Teilnehmende Künstler_innen: Bettina von Arnim, Laurenz Berges, Henry Bond, E.R. Nele, Björn Dahlem, Hans-Peter Feldmann, Bernhard Fuchs, Tue Greenfort, Andreas Gursky, Thilo Heinzmann, Luise Heuter, Axel Hütte, Axel Kasseböhmer, Bettina Khano, Karen Kilimnik, Erwin Kneihsl, Sandra Kranich, Stefan Löffelhardt, Nanne Meyer, Richard Oelze, Thomas Pöhler, Ria Patricia Röder, Dieter Roth, Thomas Ruff, Benja Sachau, Michael Sailstorfer, Adrian Sauer, Thomas Scheibitz, Michael Schmidt, Andreas Schulze, Yvonne Lee Schultz, Alexandre Singh, Berndnaut Smilde, Axel Stoffers, Stephen Suckale, Vincent Tavenne, Nasan Tur, Grace Weaver, Thomas Zipp Öffnungszeiten: Di–Fr 14–18 Uhr, Sa/So 11–18 Uhr Oldenburger Kunstverein Damm 2a, 26135 Oldenburg


LWL-Industriemuseum | Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur

. oldenburg . bremen

TextilWerk Bocholt | Spinnerei

Mythos Neue Frau

Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik 5. Mai bis 25. Oktober 2020 www.lwl-industriemuseum.de

AZIM BECKER

TAKE OFF YOUR PANTS → 3.7.− 29.8.2020

DAVID MÖLLER

→ Azim Becker, Piss Boy Piss

NEU ZENTRIERT

→ 4.9.− 31.10.2020

Bierstraße 2, 49074 Osnabrück www.skulptur-galerie.de Mo, Mi, Do, Fr 11–18 Uhr, Sa, So 11–16 Uhr und auf Anfrage

kunst:stück → David Möller, Neu zentrieren

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. rastede

Tomasz Paczewski Territorium – Malerei

12. Juli bis 6. September 2020 Palais Rastede | www.palais-rastede.de Der Künstler Tomasz Paczewski nennt seine in den letzten Jahren entstandenen Arbeiten „Geschichten ohne Handlung“. Im Zentrum erkennen wir zunächst die menschliche Figur. Sie tritt als Einzelperson, als Paar oder als Gruppe aus dem abstrakten Raum heraus, wird aber nicht identifizierbar. So wie die Gesichtszüge unklar bleiben, so können wir auch das lediglich angedeutete Handeln und die Gesprächsthemen nicht entschlüsseln. Die Personen gehen ihres Weges, stehen bei-

einander, richten ihren Blick in dieselbe Richtung. Doch wir können nur Vermutungen darüber anstellen, ob gerade etwas Bedeutungsvolles geschieht oder ob es sich um eine alltägliche, zufällige Begebenheit handelt. „Vermeintlich Unbedeutendes wird in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt und bleibt doch rätselhaft verschlüsselt. Der Blick wird zurückgewiesen und doch magisch immer wieder auf die ‚absichtsvolle Unab-

Tomasz Paczewski

Geboren wurde Tomasz Paczewski in Warschau, wo er von 1983 bis 1988 an der Akademie der Schönen Künste studierte. Seit 30 Jahren lebt er in Norddeutschland, studierte Bildende Kunst an der FH Hannover und war 1998 Meisterschüler bei Prof. Redeker. Der Künstler erhielt mehrere Preise und Stipendien und hatte seit 1988 zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Inund Ausland. Er lebt und arbeitet in Hamburg. www.paczewski.de

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..bremen rastede

Tomasz Paczewski, Öl auf Leinwand, jeweils 75 x 70 cm | Abb. links: Zwei Meter, 2020 // Abb. rechts: Daleko, 2018 Abb. unten: Tomasz Paczewski, Bote XIII, 2020, Öl auf Leinwand, 130 x 115 cm

sichtlichkeit‘ gerichtet, die im Mittelpunkt der Bilderfindung steht.“ (Beatrix Nobis) Diese Rätselhaftigkeit und Unklarheit in den Arbeiten von Tomasz Paczewski werden verstärkt durch die Auflösung des Bildraums, die es erschwert die Personen in einer uns vertrauten Umgebung zu verorten. Die Arbeiten wirken auf den ersten Blick verpixelt oder gerastert. Sie scheinen vor unseren Augen zu flimmern. Die Fläche ist durch kleinteilige Flecken und fließende Strukturen zerstreut, aus denen die Figuren heraustreten und von denen sie doch gleichzeitig gehalten werden. Damit verweist Tomasz Paczewski auf

Eröffnung + Einführung

Aufgrund der momentan geltenden Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus wird es am 12.7.2020 keine Vernissage geben können. Der Künstler Tomasz Paczewski ist an diesem Tag von 11.30 – 14.00 Uhr anwesend.

die sich ständig verändernde und instabile Beziehung zwischen Einzelpersonen und ihrer Umgebung sowie ihres Territoriums. Öffnungszeiten: Mi-Fr 14-17 Uhr und So 11-17 Uhr Da sich aufgrund der aktuellen Situation kurzfristig Änderungen ergeben können, informieren Sie sich bitte vor Ihrem Besuch über Regelungen: www.palais-rastede.de Bitte beachten Sie die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln. Im Palais ist eine Mund-Nase-Bedeckung vorgeschrieben. Palais Rastede Feldbreite 23, 26180 Rastede

Digital-Tour

Gehen Sie mit Dr. Rainer Beßling – Kunstkritiker und Kulturjournalist – auf Entdeckungstour durch die Ausstellung und lernen Sie den Künstler und seine Arbeiten kennen. Dieser Rundgang steht Ihnen als Video auf unserer Internetseite und digital in der Ausstellung zur Verfügung.

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. papenburg-aschendorf

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. papenburg-aschendorf . bremen

oben: Peter August Böckstiegel, Erntefeld, 1912, Öl auf Leinwand, 78 x 68,5 cm linke Seite oben: Johannes Itten, Sitzende mit Hut, 1914, Öl auf Leinwand, 66 x 51cm linke Seite unten: Ida Kerkovius, Am Lago Maggiore, 1930, Öl auf Sperrholz, 30 x 36,5 cm

Die Sammlung Bunte

Expressionistische Meisterwerke des 20. Jahrhunderts 12. Juli bis 25. Oktober 2020 Ausstellungszentrum Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf | www.gut-altenkamp.de Seit nunmehr über 40 Jahren sammelt der gebürtige Papenburger Hermann-Josef Bunte Werke der westfälischen Expressionisten wie Hermann Stenner, Peter August Böckstiegel und Victor Tuxhorn, aber auch Werke des Stuttgarter Künstlers und Akademieprofessors Adolf Hölzel und dessen Schüler wie Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Johannes Itten. Aufgrund der einzigartigen Auswahl und der außergewöhnlichen Qualität der Kunstwerke gilt die Sammlung Bunte mittlerweile sowohl national als auch international als herausragende Sammlung der Klassischen Moderne.

Oeuvre, dass die außergewöhnliche Kreativität und rasante Entwicklung des jungen Künstlers eindrucksvoll darstellt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vor allem die Werke des 1914 im Alter von gerade 23 Jahren im Ersten Weltkrieg gefallenen Hermann Stenner. In lediglich fünf Jahren künstlerischen Schaffens schuf der junge Künstler ein beeindruckendes

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr

Neben Hermann Stenners Werken werden auch Arbeiten des süddeutschen HölzelKreis‘ und des westfälischen Expressionismus gezeigt. Die ca. 160 ausgestellten Werke spiegeln anschaulich eine der bedeutendsten und spannendsten Umbruchsphasen der Kunst des 20. Jahrhunderts wider und belegen eindrucksvoll, dass auch außerhalb der expressionistischen Epizentren wie Berlin und München Kunstgeschichte geschrieben wurde.

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp Am Altenkamp 1 26871 Papenburg-Aschendorf

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. wilhelmshaven

Rainer Fetting, Die große Welle, 2011, Öl auf Jute, 190 x 350 cm © Rainer Fetting

Waterscapes

Wasserbilder von David Borgmann, Rainer Fetting, Thomas Hartmann, Katrin Roeber und Astrid Schröder 11. Juli bis 27. September 2020 Kunsthalle Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de Wilhelmshaven, Wasser und Watt – die Sommerausstellung WATERSCAPES bringt fünf malerische Positionen rund um das Thema Wasser, Watt und Hafen in die Kunsthalle Wilhelmshaven. Die Künstler*innen der Ausstellung haben einen biografischen Bezug zu Wilhelmshaven und wirken heute an verschiedenen Orten und in sehr unterschiedlichen malerischen Stilen – von expressiv über koloristisch bis strukturell/konzeptuell. Gemeinsam ist ihnen das – auch biografisch geprägte – Interesse an Meer und Landschaft. Zum ersten Mal seit 15 Jahren sind raumgreifende Arbeiten des 1949 in Wilhelmshaven geborenen Künstlers Rainer Fetting, der Anfang der 1980er-Jahre von Berlin aus eine beeindruckende internationale Karriere startete, in der Kunsthalle Wilhelmshaven zu sehen. Auch die Werke Thomas Hartmanns (*1950 in Zetel), der seit 2005 eine Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg innehatte und heute in Berlin und Brandenburg lebt, sind zum ersten Mal seit 1989 in Wilhelmshaven zu sehen. Der in Leipzig wirkende und an der Akademie der

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Bildenden Künste unterrichtende David Borgmann (*1983 in Wilhelmshaven) zeigt neue, für diese Ausstellung entstandene Meeresbilder. Katrin Roeber (*1971 in Emden), die in Wilhelmshaven aufwuchs und heute in Düsseldorf arbeitet, ist mit expressiven Flussbildern vertreten, während die in Regensburg lebende Malerin Astrid Schröder (*1962 in Wilhelmshaven) ihre monochrom-minimalistischen Malereien präsentiert. Neben den malerischen Positionen zeigt die Kunsthalle eine kleine Auswahl von Arbeiten aus der Städtischen Kunstsammlung und dem Besitz des Vereins der Kunstfreunde für Wilhelmshaven – Grafiken und Fotografien von Bernd und Hilla Becher, Sven Drühl, Raoul Hausmann, Daniel Löwe, Jub Mönster, Michael Rieken, Peter Weibel und Hartmut Wiesner. Öffnungszeiten: Dienstag 14–20 Uhr Mittwoch bis Sonntag 11–17 Uhr Kunsthalle Wilhelmshaven Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven


. bremen

KUNSTKURSE BILDHAUEREI | MALEREI | FOTO | KERAMIK | INTERDISZIPLINÄRES

KUNSTKURSE KUNSTKURSE

BILDHAUEREI | MALEREI | FOTO | KERAMIK | INTERDISZIPLINÄRES

F o t o : F© oto an : o ©u sahnkoautsohr k oa ntto or o / ns t o c/k s. a to dcokb.ea.dcoobme . c o m

moc.eboda.kcots / otnorotakhsuona © :otoF

Foto: © anoushkatoronto / stock.adobe.com

BILDHAUEREI | MALEREI | FOTO | KERAMIK | INTERDISZIPLINÄRES

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Rosenstraße 4141| |26122 0441-9990840| www.werkschule.de | www.werkschule.de Rosenstraße 26122Oldenburg Oldenburg | Tel. Tel. 0441-9990840


. sögel

Drei künstlerische Positionen zum Thema Papier Sonderausstellung auf Schloss Clemenswerth widmet sich einer empfindsamen Kunst 4. August bis 31. Oktober 2020 Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | www.clemenswerth.de Barock mit allen Sinnen! Schloss Clemenswerth (1737 – 1747) in Sögel / Emsland gehört zu den sehenswertesten Kulturdenkmälern Norddeutschlands. Als Jagdstern in der Mode der Zeit errichtet, ist das Schloss heute die einzig erhaltene Alleesternanlage weltweit, in der Kunst und Natur auf unikale Weise zu einem Gesamtkunstwerk verwoben sind. Seine besondere Schönheit zeigt Schloss Clemenswerth, das im Auftrag von Kurfürst Clemens August vom Architekten Johann Conrad Schlaun errichtet wurde, aus der Vogelperspektive: Acht Lindenalleen, jede zweite doppelreihig angelegt, führen zum Mittelpunkt der 42 ha großen Anlage: dem Hauptschloss.

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Das Museum lädt zur Zeitreise ins 18. Jahrhundert ein und der Waldpark mit ausgedehnter Teichanlage – auf deren mittleren Insel ein fünf Meter großer Hirschkopf aus Aluminum-Streckmetall des Bildhauers Thomas Otto thront – zum Spazieren und Verweilen. In wechselnden Ausstellungen spannt das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in der traditionsreichen Reihe ForumFormClemenswerth zudem immer wieder einen Bogen vom Barock ins Heute. Obzwar coronabedingt nur eine der für 2020 geplanten Sonderausstellungen stattfindet, dürfen Besucher in der verbleidenden


. bremen . sögel

Abb. v.l.n.r.: Susanne Schwarz, Cordula Kagemann, Vera Scholz Abb. unten: Platzhirsch von Thomas Otto, © Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

Schau gleich drei individuelle künstlerische Positionen zum Thema Papier entdecken. Gezeigt werden vom 4. August bis 31. Oktober unter dem Titel „Eine empfindsame Kunst“ Arbeiten der Künstlerinnen Cordula Kagemann, Vera Scholz und Susanne Schwarz, die mit demselben Material, nämlich Papier, zu jeweils unterschiedlichen Ergebnissen kommen: eindimensionale und überwiegend ungegenständliche Papierkunst und Collagen (Kagemann), aus Pappmaché fein gefertigte und farbig gefasste Büsten und Figuren (Scholz) sowie federleichte, zarte und windschiefe Objekte aus Draht und Seidenpapier (Schwarz), die die Künstlerin selbst „Wolkenheime“ nennt.

umseintritt inklusive, d.h. neben der Sonderausstellung lädt auch das Schloss bis einschließlich 31. Oktober von 11 bis 17 Uhr zum Besuch ein. Emslandmuseum Schloss Clemenswerth 49751 Sögel

Die Ausstellung ist mit Mitteln der EWE Stiftung und der Sparkasse Emsland gefördert. Ihr Besuch ist im regulären Muse-

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.. petershagen oldenburg

Gläsernes Corona-Virus von Korbinian Stöckle und Rasit Rejwan. Foto: P. Hübbe/LWL

Contra Corona – Deutsches Heißglas 2020 Gemeinsam gegen Corona und für die Kunst

26. Juli bis 1. November 2020 LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de Die Sonderausstellung „Contra Corona – Deutsches Heißglas 2020“, die ab dem 26. Juli bis 1. November im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim zu sehen sein wird, wurde aus aktuellem Anlass initiiert: Auch in der Corona-Krise bleiben Kunstschaffende ihrer Leidenschaft treu. Es entstehen eindrucksvolle Objekte, die die Begeisterung für den Werkstoff Glas zum Ausdruck bringen und zugleich seine Wandelbarkeit verdeutlichen. Zu sehen ist dies in der Glas-

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kunst:stück

hütte Gernheim, selbst historischer Ort der Glasherstellung, an dem heute noch Glas gefertigt wird. Für die Ausstellung stellen insgesamt 26 Künstlerinnen und Künstler, Designerinnen und Designer aus ganz Deutschland Objekte zur Verfügung und vermitteln so den BesucherInnen einen Einblick des aktuellen Schaffens im Bereich Glaskunst und -design. Die Teilnehmenden sind zumeist in


. oldenburg . .bremen petershagen

der Studioglasszene zu verorten und fertigen Ihre Stücke in Hüttentechniken. Viele Objekte sind durch Gravur und Schliff sowie Sandstrahlen veredelt. Die gezeigten Stücke reichen von Gebrauchsglas über Kleinserien bis hin zu Unikaten, sodass die BesucherInnen eine vielfältige Auswahl zeitgenössischer Glaskunst erwartet. Bewusst nur minimal kuratiert, soll die Ausstellung neben der Präsentation auch die Möglichkeit zum Erwerb der Objekte bieten. Die Glashütte Gernheim möchte damit Kunstschaffende unterstützen, die die Jahrtausende alte Techniken manuelle Fertigung von mundgeblasenen Hohlglas praktizieren und erhalten, die 2015 in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde.

Beteiligte Kunstschaffende der Ausstellung sind: Veronika Beckh, Annette Glas & Austin Dowd, Barbara Ebner von Eschenbach, Simone Fezer, Masami Hirohata, Pia Hoff, Heikko Schulze Höing, Franz X. Höller, Christoph Hübner, Susanne Kunkel, Louise Lang, Rainer Metzger, Anna Mlasowsky, Henriette Olbertz-Weinfurter, Stella Orlowski, Martin Potsch, Susanne und Ulrich Precht, Cornelius Réer, Torsten Rötzsch, Stefanie Schulz, Carolin Schwan, Korbinian Stöckle, Michaela Swade, Andrea Viebach, Anne Wenzel, Franz Winkelkotte LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim Gernheim 12, 32469 Petershagen

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. petershagen

Timo Sarpaneva: Laine, 1990. Foto: Timo Syrjänen

Timo Sarpaneva

Finnisches Glasdesign 16. Februar bis 06. Dezember 2020 LWL-Industriemuseum, Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de Der finnische Designer Timo Sarpaneva (1926-2006) wurde seit den 1950er Jahren als einer der großen finnischen Glasdesigner gefeiert. Bekannt wurde er vor allem durch seine Zusammenarbeit mit der finnischen Glashütte Iittala und der venezianischen Manufaktur Venini. Seine Techniken entwickelte er oft gemeinsam mit den Glasmachern in der Hütte und erzielte so einzigartige, auf chemischen Reaktionen und handwerklicher Perfektion basierende Glasgestaltungen. Charakteristisch für sein Schaffen sind vor allem die kunstvoll in dickwandiges Glas eingeschlossenen Blasen oder seine Serien von orchideenartigen Vasen. Die ausgesucht reduzierten und dennoch prägnanten Entwürfe Sarpanevas zeigen spannungsreiche Proportionen. Während die für Iittala und andere finnische Hütten kreierten Entwürfe sich durch stark strukturiertes, massives Glas auszeichnen, entdeckte Sarpaneva bei Venini in Venedig das makellose, leuchtend farbige Glas und die venezianischen Techniken insbesondere des Incalmo. Ähnlich wie sein Zeitgenosse Tapio Wirkkala arbeitete Sarpaneva in vielen Bereichen der angewandten Kunst nicht nur für den Ahlström-Konzern, sondern entwarf auch für die deutsche Rosenthal AG. Seine Glasent-

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kunst:stück

würfe wurden auf den Triennalen in Mailand mit Preisen ausgezeichnet. Die Ausstellung verdankt sich einer weiteren Kooperation mit dem Finnischen Glasmuseum und der finnischen Collection Kakkonen. LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim Gernheim 12, 32469 Petershagen Timo Sarpaneva:. Lancet II, 1952. Foto: Timo Syrjänen


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GEORGES BRAQUE, MARC CHAGALL, HENRI MATISSE, PABLO PICASSO BIS 6. SEPTEMBER 2020

NEUERWERBUNGEN AUS 20 JAHREN

Picassoplatz 1 | 48143 Münster | T.: 0251 / 414 47-10 | info@picassomuseum.de www.kunstmuseum-picasso-muenster.de | Dienstag bis Sonntag: 11–17 Uhr Die Ausstellung wird gefördert von den

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. ausstellungen

↗ OsnabrücK

Felix Nussbaum, Strandleben, 1932, Felix-Nussbaum-Haus

museumsQuArtier osnABrÜck, FeliX-nussBAumhaus, Kulturgeschichtliches MuseuM | lotter straße 2 | 49078 Osnabrück | t. 0541.3232207 www.museumsquartier-osnabrueck.de – Nussbaum anders sehen | 7.6. bis 1.11. – Kunstpreis Osnabrück 2020 | 28.6. bis 27.9. – Nasan Tur | bis 15.11. – Sammlung Albrecht Dürer | Dauerausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum Kunsthalle OsnabrücK | hasemauer 1 | 49074 Osnabrück | t. 0541.3232190 | kunsthalle.osnabrueck.de – Ayumi Paul. Sympathetic Resonance | bis 5.7. – Enttäuschung | 30.8.2020 bis 14.2.2021

David Polzin, 2013-2019, Foto: Weston Lyon, © David Polzin, Kunsthalle Osnabrück

erich mAriA remArQue-FriedensZentrum | Markt 6 | 49069 Osnabrück | t. 0541.969244 | www.osnabrueck.de – Wallhalla. Harald Reusmann und Frank Wolf | bis 13.9. hAse29 – GesellschAFt FÜr ZeitGenÖssische kunst hasestraße 29/30 | 49074 Osnabrück | t. 0541. 58051396 | www.hase29.de – Reifezeit - zwischen Aufbruch und Albtraum | bis 12.9. kunst-QuArtier | bierstraße 33 | 49074 Osnabrück | www.bbk-osnabrueck.de – Ahmed Al-Kenani. Hinter dem Horizont | bis 11.7. – A dialogue: work/room – figure/abstraction | 17.7. bis 29.8.

Monika Czosnowska, „Kristian“, 2006 © die Künstlerin, Kunstraum hase29

sKulPtur galerie | bierstraße 2 | 49074 Osnabrück | www.skulptur-galerie.de – Azim Becker. Take off yout pants | 3.7. bis 29.8. – David Möller. Neu zentriert | 4.9. bis 31.10. MuseuM aM schÖlerberg | natur unD uMwelt | PlanetariuM | Klaus-strick-weg 10 | 49082 Osnabrück | t. 0541.323-7000 | www.museum-am-schoelerberg.de – Mission 2030 – Globale Ziele erleben | bis 3.1.2021

Azim Becker, Piss Boy Piss, skulptur galerie

tuchMacher MuseuM braMsche | Mühlenort 6 | 49565 bramsche | t. 05461.94510 | www.tuchmachermuseum.de – Bewegte Zeit. Kunst und Corona im Dialog | bis 15.9. MuseuM unD ParK KalKriese | venner straße 69 | 49565 bramsche | t. 05468.92040 | www.kalkriese-varusschlacht.de – 2 Millionen Jahre Migration | bis 25.10.

Elke Priess, Pose: Aufbruch Tuchmacher Museum

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DraiFlessen cOllectiOn | georgstraße 18 | 49497 Mettingen | t. 05452.91683000 | www.draiflessen.com – Am Dritten Tage … | bis 11.10: – Lieblingsstücke . Onkel Canterbumm | bis 25.10.


. oldenburg . bremen

7.6.–1.11.20 7.6.–1.11.20

NUSSBAUM NUSSBAUM ANDERS ANDERS SEHEN SEHEN

WEGEN WEGENUMBAU UMBAUGEÖFFNET GEÖFFNET

Museumsquartier MuseumsquartierOsnabrück Osnabrück| Lotter | LotterStraße Straße22| 49078 | 49078Osnabrück Osnabrück www.museumsquartier-osnabrueck.de www.museumsquartier-osnabrueck.de| museum | museum osnabrueck.de osnabrueck.de @@ Telefon: Telefon:0541 0541323-2207 323-2207/ /323-2237 323-2237 kunst:stück

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. ausstellungen

Kloster Bentlage Rheine | Bentlager Weg 130 | 48432 Rheine | T. 05971.918400 | www.kloster-bentlage.de – Ulrike Zilly. Ich will mein Reh zu Ende malen | bis 6.9. – Barbara Caveng. Ha(a)rvest | bis 9.8. – Nooit weer – Nie wieder | 30.8. bis 11.10. – Werner Henkel. Natur lesen – Zweige, Rispen, Zeichen | 4.8. bis 15.11.

Ulrike Zilly, Kloster Bentlage

Leni Winkelmann malt 2012 „In der Landschaft 16“, DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst

Standbild aus dem Video Cemalim,© Michaela Meise 2020, Courtesy KM Galerie Berlin Foto: Barbara Wagner Städtische Galerie Nordhorn

↗ Münster

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst | Klosterstraße 10 | 48477 Hörstel | T. 02551 694200 | www.da-kunsthaus.de – Das Gießkannenmuseum unterwegs | bis 27.9. – kunST_bestand. HEIMATEN | bis 23.8. – Gravenhorster Gärten. Geschichte hinterm Giebel | bis 13.9. – SAISONALE* Sommerfest | 22.8., 15 Uhr (Anmeldung nötig!) – Reinhard Krehl. Atlas Gravenhorst | bis 23.8. – Projektstipendium KunstKommunikation 20 – Präsentationen in den Atelierräumen | bis 24.1.2021 – Susanne Bosch. Geschichten einer Landschaft | 30.8. bis 27.9. Städtische Galerie Nordhorn | Vechteaue 2 48529 Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de | T. 05921.971100 – Michaela Meise. Totenklage – Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2019 Teil 1 | bis 24.7. – Prozess_Farben. Arbeit in Material, Erzählung und Raum – Ulrika Segerberg, Ada Van Hoorebeke, Sonja Yakovleva | 30.8. bis 1.11. Kunsthalle Lingen | Kaiserstraße 10a | 49809 Lingen T. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de – Bettina von Arnim. Die Cyborgs und ihre Spuren | bis 16.8. – Helga Fanderl. Konstellationen | bis 16.8. Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | Picassoplatz 1 48143 Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de T. 0251.4144710 – Simply The Best. Neuerwerbungen aus 20 Jahren | bis 6.9. – Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft | 19.9. bis 31.1.2021

Joan Miró, Der Feuerstein, 1973, Radierung, Aquatinta und Carborundum, Privatsammlung © Successió Miró / VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Picassomuseum

ARTLETstudio | Harsewinkelgasse 21 | 48143 Münster T. 0251.93259700 | www.artlet-studio.com – Tableaux Cachés trifft Schattenkämpfe. Das schaurig-schöne malerische Werk des Franzosen Marc Giai-Miniet trifft auf dunkle Schattenwesen von Martina Lückener | bis 29.9 – Skulpturen, Bilder, Objekte | ARTLET.online Kunsthaus Kannen | Alexianerweg 9 | 48163 Münster T. 02501.96620000 | www.kunsthaus-kannen.de – Wo bin ich? | 5.7. bis 4.10.

Marc Giai-Miniet, Memoria materia prima est, ARTLETstudio

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Kunsthalle Münster | Hafenweg 28 | 48155 Münster T. 0251.6744675 | www.kunsthallemuenster.de – Daniel Steegmann Mangrané. Dog Eye | 13.9. bis 22.11.


hase29

KUNSTRAUM

REI FE ZEIT ZWISCHEN AUFBRUCH UND ALBTRAUM

28. Juni bis 12. September 2020 Kunstraum hase29 www.hase29.de | #hase29 gefördert durch Stadt Osnabrück & Sievert Stiftung

#43 2019 20 422018 2018 43. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst 2019

Künstlerinnen und Künstler Esther Adam / Kate Andrews / Daniel von Bothmer / Amina Brotz / Paula Hurtado Otero / Effrosyni Kontogeorgou / Sarah Lüdemann (Beauham) / Hannes Middelberg / Lisa Sinan Mrozinski / Ghaku Okazaki / Pia Pollmanns / André Sassenroth / Irene Strese Ausstellung 12. Juli bis 13. September 2020 Öffnungszeiten Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr Dienstag und Mittwoch nach Anmeldung www.staedtischegalerie-bremen.de

Städtische Galerie Bremen


. ausstellungen

Villa van Delden | Bahnhofstraße 91 | 48683 Ahaus T. 02561.72321 | www.ahaus.de – Matthias Köster. Brilliant surfaces | bis 16.8 – Ansgar Skiba. Mit dem Auge erwandert | 30.8. bis 27.9.

Gläsernes Corona-Virus von Korbinian Stöckle und Rasit Rejwan. Foto: P. Hübbe/LWL, Glashütte Gernheim

↗ Bremen

Museum Peter August Böckstiegel | Schloßstraße 33824 Werther | T. 05203.3297 | www.museumpab.de – Peter August Böckstiegel 1933-1945. Dunkle Jahre, voller Farben | 10.7.2020 bis 7.2.2021 Glashütte Gernheim | LWL-Industriemuseum | Gernheim 12 | 32469 Petershagen | T. 05707.93110 | www.lwl-industriemuseum.de – Timo Sarpaneva. Finnisches Glasdesign | bis 6.1.2. – Contra Corona. Deutsches Heißglas 2020 – Gemeinsam gegen Corona und für die Kunst | 26.7. bis 1.11. Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen T. 0421 329080 | www.kunsthalle-bremen.de – Remix 2020. Die Sammlung neu sehen | ab 6.6. – Norbert Schwontkowski. Some of my Secrets | bis 2.8. – Am Anfang war die Zeichnung | bis 6.9. – Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen 2020 | 29.8. bis 1.11.

Jussuf Abbo, Frauenkopf, 1928, Zinn, Nachlass Jussuf Abbo, Brighton/UK, Foto: Gunter Lepkowski, Gerhard Marcks Haus

Gerhard-Marcks-Haus | Am Wall 208 | 28195 Bremen T. 0421 9897520 | www.marcks.de – Robert Schad. Bremen vierkant | bis 11.10. – Jussuf Abbo. Auf Augenhöhe | bis 11.10. – Martin Koroscha. Stream – Rhythmus ohne Repetition | bis 11.10. Städtische Galerie | Buntentorsteinweg 112 | 28201 Bremen | T. 0421 3615826 | www.staedtischegalerie-bremen.de – 43. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst 2019 | 12.7. bis 13.9. Museen BöttcherstraSSe | Böttcherstraße 6–10 | 28195 Bremen | T. 0421 3388222 | www.museen-boettcherstrasse.de – Körper.Gefühl - Maria Lassnig, Sammlung Klewan | bis 2.8. – Berührend. Annäherung an ein wesentliches Bedürfnis 19.9.2020 bis 24.1.2021

Maria Lassnig, Selbstporträt mit Ordenskette, 1962, Öl auf Leinwand, Sammlung Klewan, © Maria Lassnig Foundation/ VG BildKunst, Bonn 2020 Museen Böttcherstraße

Ran Tao, 2020, viel leere war mit viel leben verbunden Galerie Mitte

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kunst:stück

Galerie mitte im Kubo | Beim Paulskloster 12 | 28203 Bremen | T. 0421 76026 | www.galeriemitte.eu – Rebekka Kronsteiner + Francisco Valenca Vaz. Wir sind für Sie da | bis 26.8. – Different States. Photography and Graphics in Sarajevo, Bosnia and Herzegovina. Masterstudio Kultur und Idendität / HFK Bremen | ab 12.9. Atelier Brandt Credo | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen T. 0421 558455 | www.atelier-brandt-credo.de – Christiane Böttcher und Thomas Tiensch. Bilder der Neustadt Ausstellungsbesuche nur nach telefonischer Voranmeldung


Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr Donnerstag 10 – 21 Uhr Am Wall 208, 28195 Bremen www.marcks.de

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In Kooperation mit


. ausstellungen

Galerie Ohnesorge | Contrescarpe 36 | 28203 Bremen | T. 0421 327550 | www.galerie-ohnesorge.de – Max Kraus + Horst Skodlerrak | bis 1.8. Kränholm Kunstcafé / Galerie | Auf dem Hohen Ufer 35 | 28759 Bremen | www.kraenholm.de – Skulpturen in Knoops Park „Working“ aus der Serie „German Romantics“, Fotografie, 2013, Atelier Brandt Credo

Künstlerhaus Bremen | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen T. 0421 508598 | www.kuenstlerhausbremen.de – High-cycle Fatigue | bis 6.9. Kunstmix | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18 28195 Bremen | T. 0421 68534406 | www.kunstmixbremen.de – Querbeet 9 - kunstmix & friends | 5.7. bis 4.9.

Grażyna Roguski: hosen (2018), Installationsansicht / Installation view Künstlerhaus Bremen 2020, Foto / Photo: Fred Dott

GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | Teerhof 21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | www.gak-bremen.de – Kristina Buch / Louis Lüthi | bis 19.7. – Bradley Davies | 11.7. bis 30.8. – Alex Beriault | 19.09. bis 18.10. Galerie Herold | Künstlerhaus Güterbahnhof Beim Handelsmuseum 9 | 28195 Bremen | www.galerieherold.de – Nina Maria Küchler. Cache | bis 26.7. – Jerome Chazeix. Rauminstallation | 4.9. bis 4.10. Städtische Galerie Delmenhorst | Fischstraße 30 Delmenhorst | www.staedtische-galerie-delmenhorst.de – FLY. Arne Rautenberg zeigt Werke der Sammlung | bis 20.9.

Markus Keuler, Haar Ikebana, 2018-2019 und Großkopferter, 2017, Syker Vorwerk

Timm Ulrichs, Das getarnte Frühstück im Grünen I, 1973/74, Tisch, Parkbank und Gedeck für 2 Personen mit Acrylfarbe bemalt, dazu Kunstpostkarte des ManetBildes in grünem Lederrahmen, Städtische Galerie sohle 1, Stadtmuseum Bergkamen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: © Roland Schmidt, Hannover

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kunst:stück

Syker Vorwerk | Waldstraße 76 | 28857 Syke | T. 04242 577410 | www.syker-vorwerk.de – Gehölz die Zweite. Susanne Auslender, Beate Debus, Klaus Effern, Gunther Gerlach, Regine Hawellek, Markus Keuler bis 30.8. – Albrecht / Wilke – Mehmet & Kazim Akal. Liebesgrüße aus Syke | 20.09. bis 22.11.20 Die Worpsweder Museen | Barkenhoff | Große Kunstschau | Haus im Schluh | Worpsweder Kunsthalle | T. 04792 3968 I www.worpswede-museen.de – RAW Phototriennale Worpswede 2020 | bis 1.11., Fotokunst in allen vier Worpsweder Museen – NATUR – UNART – UNRAT. Der Totalkünstler Timm Ulrichs| bis 1.11., Barkenhoff Historisches Museum Bremerhaven | An der Geeste 27570 Bremerhaven | T. 0471 308160 | www.historischesmuseum-bremerhaven.de – Faszination Windjammer. SAIL Bremerhaven | bis 1.11.


www.alphabet-art.de

AlphAbet-Art Die KunsT Zu schenKen

Wer nach einem besonderen Geschenk für einen besonderen Menschen sucht, ist bei Alphabet-Art richtig.

***

Einmalig und zeitlos schön! Zur Geburt, zur Taufe u.v.m.

Was sich dahinter verbirgt? Ganz einfach: individuelle Fotokunstwerke, über die sich eine persönliche Botschaft vermitteln lässt: „Schön, dass es Dich gibt – Du bist mir wichtig!“ – und zwar nicht nur zu Weihnachten, sondern zu jedem Anlass. Kreiert werden die Unikate vom Schenker selbst: Er findet auf der Website www.alphabet-art.de einen breiten Fundus an hochwertigen Kunstfotografien, die alle eines gemein haben: Sie zeigen mal mehr, mal weniger „versteckte“ Buchstaben. Aus diesen können sich die Besucher ganz nach ihrem Geschmack und ihren persönlichen Interesse Vor- oder Nachnamen, aber auch Kosewörter sowie Wortkreationen mit Symbolcharakter und Bedeutung zusammenstellen. Oldtimerfan, Jäger, Surfer oder Kunstliebhaber – damit auf die persönlichen Vorlieben des Beschenkten Bezug genommen werden kann, bietet Alphabet-Art Buchstaben aus verschiedenen Themenbereichen wie Klassik, Garage-Art, Geweih-Art und Beach-Art an. Unter den Kunstfotografien sind Aufnahmen von Architektur-, Natur- und Sportelementen sowie von klassischen Automobilen und Alltagsgegenständen. Jedes ausgewählte Wort kann einzeln – also nur die Fotografien – oder von edlen Passepartouts betont und hochwertig gerahmt erworben werden.

Alphabet-Art – Schwachhauser Heerstraße 196 – 28213 Bremen – T. 0421-70 60 83 www.alphabet-art.de


. ausstellungen

Kunstverein Bremerhaven von 1886 e. V. | Karlsburg 1/4 | 27568 Bremerhaven | www.kunstverein-bremerhaven.de – Simon Modersohn. Paket beim Nachbarn | bis 20.8. – FORT. Invitation to Love| 19.9. bis 1.11. Faszination Windjammer – SAIL Bremerhaven 1986–2020, Historisches Museum Bremerhaven

Deutsches Pferdemuseum e.V | Holzmarkt 9 | 27283 Verden / Aller | T. 04231 807140 | www.dpm-verden.de – Wild Horses. Einblicke in die Arbeit des Tierfilmers Mark Lubetzki | bis 25.10 Kunsthaus Stade | Wasser West 7 | 21682 Stade | T. 04141 7977320 | www.museen-stade.de – Jeanne Mammen. Alles zu ihrer Zeit | bis 30.8. – Hans Thuar und August Macke. Ziemlich beste Freunde | 19.9.20 bis 10.1.21

Wildpferde, Marc Lubetzki, Deutsches Ferdemuseum

↗ Oldenburg

Museum Kunst der Westküste | Hauptstraße 1 | 25938 Alkersum/Föhr | T. 04681 747400 | www.mkdw.de – Seestücke | bis 10.1.2021 Horst-Janssen-Museum | Am Stadtmuseum 4–8 | 26121 Oldenburg | T. 0441 2352891 | www.horst-janssen-museum.de – Veränderte Sichten. Horst Janssen und die Architektur bis 13.9. – Dan Perjovschi. Drawing your Attention | bis 13.9. Stadtmuseum Oldenburg | Am Stadtmuseum 4–8 26121 Oldenburg | www.stadtmuseum-oldenburg.de – Entdeckt, bewundert, aufgehoben - Vom Sammeln und Zeigen | bis 27.9. – Jinhwi Lee. Farbfall – Keramik im Pulverturm | 5.7. bis 30.8.

Jeanne Mammen, o.T., (Selbstbildnis), o.D. (um 1926), Jeanne-Mammen-Stiftung im Stadtmuseum Berlin, Foto: Mathias Schormann © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Kunsthaus Stade

Oldenburger Kunstverein | Damm 2a | 26135 Oldenburg | T. 0441 27109 | www.oldenburger-kunstverein.de – Wolken in der zeitgenössischen Kunst – flüchtig – zeichenhaft – bedrohlich | bis 16.8. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg | Damm 1 | 26135 Oldenburg | T. 0441 40570400 www.landesmuseum-ol.de – Franz Radziwill. 125 Werke zum 125 Geburtstag | bis 23.8. – Kunst zwischen 1933 und 1945 | bis 30.8. – Wolken in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts | bis 2.8. – Paul Müller-Kaempff. Zeichnungen aus dem Oldenburger Land | 15.8. bis 18.10. – Förderpreis der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg | 5.9. bis 25.10.

ven Drühl, S.D.G.M. I, 2018, Lack auf Leinwand, Courtesy ALEXANDER OCHS PRIVATE, Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Lepkowski Studios, Berlin, Museum Kunst der Westküste

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kunst:stück

Landesmuseum Natur und Mensch | Damm 38–44 26135 Oldenburg | www.naturundmensch.de – Glanzlichter der Naturfotografie 2020 | bis 15.8.


Sonderausstellung 26. Mai Mai bis 1. 1. November 2020

Faszination Windjammer SAIL Bremerhaven 1986—2020

DI–SO DI–SO 10–17 10–17 UHR UHR EINTRITT EINTRITT FREI FREI

An An der der Geeste Geeste || 27570 27570 Bremerhaven Bremerhaven || www.historisches-museum-bremerhaven.de www.historisches-museum-bremerhaven.de

Tomasz Paczeski, Daleko, 2018, Öl auf Lwd, 75 x 70 cm

www.palais-rastede.de | Feldbreite 23 | 26180 Rastede | T. 04402-81552

Kunst- und Kulturkreis Rastede . Palais Rastede

nststück nststück Juli-Aug Juli-Aug 2020_105x103.indd 2020_105x103.indd 11

TOMASZ PACZEWSKI

Territorium – Malerei Ausstellung im Palais Rastede · 12. Juli bis 6. September 2020

27.05.2020 27.05.2020 08 08


. ausstellungen

KunstFOruM OlDenburg | rosenstraße 41 | 26122 Oldenburg | t. 0441 9990840 | www.werkschule.de – Gunther Gerlach. Echos formen | 15.09. (Eröffnung: 18 Uhr) bis 30.10.

Tomasz Paczewski, Zwei Meter, 2020, Palais Rastede

galerie aM stall | am ebenesch 4 | 27798 hude | t. 04408 8099848 | www.galerie-am-stall.de – Yuri Wedro. Eimer für alle | 12.7. bis 9.8. – Martine Andernach. Skulpturen, Collagen | 6.9. bis 4.10 Palais rasteDe | Feldbreite 23 | 26180 rastede | t. 04402 81552 | www.palais-rastede.de – Tomasz Paczewski. Territorium – Malerei | 12.7. bis 6.9. – Dauerausstellung „Rastede – eine Sommerresidenz“

Multimoni, Swirl, Acryl auf Leinwand, 120 x 100 cm, 2020 Die Galerie im Heuerhaus

Kunsthalle wilhelMshaven | adalbertstraße 28 26382 wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de – Waterscapes. Wasserbilder von David Borgmann, Rainer Fetting, Thomas Hartmann, Katrin Roeber und Astrid Schröder | 12.7. bis 27.9. Die galerie iM heuerhaus | rittrumer Kirchweg 4 | 27801 Dötlingen | t. 04433 1241 | www.galerie-im-heuerhaus.de – Multimoni und Jens Heller. Akkumulation II | bis 19.7. – Ilka Meyer. Götterteilchen | 13.9. bis 8.11.

Vera Scholz, Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

Rainer Fetting, Die große Welle, 2011, Öl auf Jute, Ausschnitt © Rainer Fetting, Kunsthalle Wilhelmshaven

OstFriesisches lanDesMuseuM eMDen | brückstraße 1 26725 emden | www.landesmuseum-emden.de – Aus der Schatzkammer ans Licht | bis 27.9. – Engelke up de Muer. Das Emder Stadtwappen | seit 29.3. – Maler sehen Ostfriesland | in der Neuen Galerie – Der 80-jhr. Krieg und Ostfriesland | in der Emder Rüstkammer Kunsthalle eMDen | hinter dem rahmen 13 | 26721 emden | t. 04921 975050 | www.kunsthalle-emden.de – Sight Seeing. Die Welt als Attraktion | bis 6.9. – Helmut Sturm. Spielfelder der Wirklichkeit | 19.9.20 bis 17.1.21 eMslanDMuseuM schlOss cleMenswerth | 49751 sögel | t. 05952.932325 | www.clemenswerth.de – Eine empfindsame Kunst. Drei künstlerische Positionen zum Thema Papier | 4.8. bis 31.10. – „Die Rückkehr des Platzhirschs auf die mittlere Clemenswerther Teichinsel“ von Thomas Otto

Hermann Stenner, Skizze zu einem Selbstbildnis, 1912, Gut Altenkamp

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kunst:stück

ausstellungszentruM gut altenKaMP | am altenkamp 1 | 26871 Papenburg-aschendorf | t. 04962.6505 www.gut-altenkamp.de – Sammlung Bunte - Expressionistische Meisterwerke des 20. Jahrhunderts | 12.7. bis 25.10. // Eine herausragende Sammlung der Klassischen Moderne.


ForumFormClemenswerth

. bremen

Cordula Kagemann, Vera Scholz, Susanne Schwarz Eine empfindsame Kunst Drei künstlerische Positionen zum Thema Papier Di 4. Aug. - Sa 31. Okt. 2020 49751 Sögel | www.clemenswerth.de Die Ausstellung wird gefördert:

kunst:stück

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. münster

Bagno-Konzertgalerie: Wo Klassikstars zu Hause sind

Europas ältester freistehender Konzertsaal Bagno-Kulturkreis-Steinfurt | www.bagno-konzertgalerie.de Die 25. Spielzeit des Bagno-Kulturkreises Steinfurt verspricht erneut außergewöhnliche Klassikkonzerte auf höchstem Niveau mit gleich vier Orchesterkonzerten des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim unter Chefdirigent Douglas Bostock, des Mendelssohn Kammerorchesters Leipzig unter Peter Bruns und von „l´arte del mondo“ unter der Leitung von Werner Ehrhardt. Die Meisterserie A präsentiert Weltklassepianistin Elena Bashkirova mit dem Jerusalem Chamber Music Festival Ensemble und Franz Schuberts berühmtem „Forellenquintett“. Ein Meilenstein der Musikgeschichte ist Arnold Schönbergs romantisches Sextett „Verklärte Nacht“, das vom Mandelring Quartett, Cellist Gustav Rivinius und Bratscher Roland Glassl garantiert meisterhaft interpretiert wird. Im Eröffnungskonzert musiziert mit Daniel Ottensamer, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, einer der besten Klarinet-

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kunst:stück

tisten unserer Zeit. Nicht minder virtuos spielt Flötistin Dorothee Oberlinger, die mit L’arte del mondo Musik von Vivaldi bis zur Moderne vorstellt. Tenor Christoph Prégardien, Geigerin Franziska Hölscher, Pianist Daniel Heide und Cellist Jens Peter Maintz widmen ihr Konzert ganz der Kammermusik und dem Liedschaffen von Schubert und Beethoven. Die Meisterserie B beginnt mit großartigen Orchesterklängen: Maria-Elisabeth Lott spielt Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert Nr. 5! Streicherklänge auf höchstem Niveau, dürfen wir auch vom Brodsky Quartet aus Großbritannien erwarten: „Very british“ erklingen Werke von Purcell, Britten und Elgar. Ein Trio d’anches, ein reines Holzbläsertrio, hört man nur selten: Eigens aus Paris reist das Trio Cocteau Aeolus-Preisträger Ilyes Boufadden-Adloff nach Steinfurt. International geht es weiter in der B-Serie mit der japanischen Pianistin Fuko Ishii und Schumanns großar-


. münster

linke Seite: The Twiolins, Foto: © Christoph Asmus // v.o.l.n.u.r.: Maria E Lott Foto: © Tom Kohler // Los Angeles Guitar Quartet Foto: © Jiro Schneider // Christoph Pregardien Foto: © Jean-Baptiste Millot // Konzertsaal Bagno

tigen „Davidsbündlertänzen“. Aus Wien und London stammen Pianist Alasdair Beatson, Geiger Hugo Ticciati und Julian Arp, Violoncello. Das Klaviertrio spielt neben Beethovens berühmtem „Geister-Trio“ Werke von Messiaen, Ravel und Debussy. Zwei der angesagtesten Sängerinnen Europas kommen ebenfalls ins Bagno: Sopranistin Sibylla Rubens singt Lieder des wiederentdeckten romantischen Komponisten Anton Urspruchs. Als Spezialistin für das barocke Repertoire gilt die Italienerin Francesca Lombardi Mazzulli. Ihr Programm „Delirio amoroso“ lässt die Musik von Georg Friedrich Händel neu erblühen! Und aus Kalifornien fliegt das Los Angeles Guitar Quartet ein: In der Reihe „Legenden im Bagno“ bietet das Ensemble einen Querschnitt durch drei Jahrhunderte Gitarrenmusik. Die mit Grammy Awards ausgezeichneten Gitarristen stehen für absolute Weltklasse. In Kooperation mit dem „Classic Con Brio Musikfestival“ aus Osnabrück präsentiert der Bagno-Kulturkreis Pianist Alfredo Perl, einer der ganz großen Pianisten unserer Zeit. Zum Saisonfinale laden

wir Sie ein zu „Summertime im Bagno“! Zu Gast ist diesmal das Duo Twiolins mit seinem Programm „Eight seasons“. Konzertkarten sind erhältlich bei Steinfurt Marketing und Touristik in Burgsteinfurt unter Telefon 02551 1383 oder per Mail unter tickets-bagno@steinfurt.de Programminfos: www.bagno-konzertgalerie.de

Konzertsaal Bagno, © Bagno-Kulturkreis Steinfurt Fotos: Ralf Emmerich (oben und unten)

kunst:stück

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. rheine

Ulrike Zilly

Ich will mein Reh zu Ende malen 14. Juni bis 6. September 2020 Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de Die Düsseldorfer Künstlerin Ulrike Zilly war bereits 2011 im Kloster Bentlage mit ihren Adelsportraits zu Gast. Ihr markanter Stil bricht mit der Erwartungshaltung klas-

sischer Portraitmalerei und kommt damit dem Wesen der Portraitierten umso näher. In der aktuellen Ausstellung ist das Thema Kindheit tonangebend. Hier zeigt sie Werke, die jenseits kindlicher Niedlichkeit agieren. Ihre Malerei, Zeichnungen, Holzschnitte und Plastiken zeigen die Prozesse adoleszenter Selbstbestimmung und -findung, das ganze Drama. Auch die Komödie des Heranwachsens und Werdens, das bei ehrlicher Betrachtung ein Leben lang nicht aufhört. Neben der Darstellung von Kindern finden wir auch Motive und Elemente aus der kindlichen Lebensumwelt. Der Titel "Ich will mein Reh zu Ende malen" spiegelt dabei einerseits die Intensität kindlicher Selbstbehauptung, wurzelt aber andererseits auch tief in der Lebenserfahrung der Künstlerin selbst. Farbig, kraftvoll und zart zugleich, mit unsentimentaler Direktheit und freundlicher Empathie teilt sie uns ihre Beobachtungen künstlerisch mit.

Barbara Caveng Ha(a)rvest

1. August bis 9. August 2020 Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de 120 Tage der Haarbergung, des Sammelns, Sortierens, Siebens und Drapierens von Locken, Strähnen und Schöpfen, nach ungezählten Gesprächen über Haare und Schönheit jenseits von Fassonschnitt und Dauerkrause, im Nachdenken über die Exi-

stenz des Menschen, in Betrachtung der Bedürfnisse der Kundschaft und der Befindlichkeiten und Empfindungen von 120 Friseur*innen aus dem Münsterland. Dann eine Einführung in die Agrartechnik und das Wesen der Landmaschine und schließlich nach der vor Frage, ob Rund- oder Quaderballen, hat Barbara Caveng im September 2019 im Künstlerdorf Schöppingen 300 kg menschliches Haar zu einem großen Haarballen gepresst. Entstanden ist eine Skulptur, die die Haare von circa 10.000 Menschen birgt – eine soziale Plastik, die die Frage nach dem Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft, bzw. Mensch und Natur stellt, aber auch an die Vergangenheit des Nationalsozialismus erinnert. Für neun Tage bietet die Ausstellung auf der Ökonomie den passenden Raum für die künstlerischen, gesellschaftlichen oder auch landwirtschaftlichen Fragen, die dieses komplexe Kunstwerk aufwirft.

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kunst:stück


27. 08. – 30.08.

Sonderausgabe

Poetische Quellen 2020 Bad Oeynhausen & Löhne

www.poetischequellen.de

GE GE GEHÖ HÖLLZZ

DIE ZWEITE DIE DIEZWEITE ZWEITE SUSANNE AUSLENDER | BEATE DEBUS SUSANNE AUSLENDER | BEATE DEBUS SUSANNE AUSLENDER | BEATE DEBUS KLAUS EFFERN | GUNTHER GERLACH KLAUS EFFERN | GUNTHER GERLACH KLAUS EFFERN | |GUNTHER GERLACH REGINE HAWELLEK MARKUS KEULER REGINE HAWELLEK | MARKUS KEULER REGINE HAWELLEK | MARKUS KEULER

28. JUNI – 30. AUGUST 2020 28. JUNI – 30. AUGUST 2020 28. JUNI – 30. AUGUST 2020

SYKER VORWERK | ZENTRUM FÜR ZEITGÖSSISCHE KUNST SYKER VORWERK | ZENTRUM FÜRFÜR ZEITGÖSSISCHE KUNST SYKER VORWERK | ZENTRUM ZEITGÖSSISCHE KUNST

W W W. S Y K E R - V O R W E R K . D E WW W W.W. S YSKYEKRE-RV-OVROW D.ED E RE WREKR.K


. rheine

Nooit weer – Nie wieder 30. August bis 11. Oktober 2020 Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de Im Jahr 2020 jährt sich zum 75. Mal die Befreiung der Niederlande von der deutschen Besatzung. Zum gemeinsamen Gedenken und Feiern organisiert die Stiftung NOOIT WEER/NIE WIEDER mit dem Kloster Bentlage in Rheine und dem KULT in Vreden ein grenzüberschreitendes Kunstprojekt. Im Rahmen einer Ausschreibung haben sechzig deutsche und niederländische Künstler*innen großformatige Banner zum Thema Nie wieder Krieg gestaltet, die an vier öffentlichen Orten in Deutschland und den Niederlanden ausgestellt werden: Am Museum No Hero in Hengelo, im Grenz-

park in Glanerbrugg, am kult in Vreden und im Salinenpark Bentlage in Rheine. Ursprünglich sollte die Ausstellung zu den Gedenktagen des Kriegsendes im Mai zu sehen sein. Durch die Corona-Schließungen wurde die Ausstellung auf den Frühherbst verschoben. In einem begleitenden Projekt wird Schüler*innen aus Rheine die Möglichkeit geboten, sich künstlerisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die so entstehenden Arbeiten sollen im Laufe der Ausstellung mit in den Ausstellungsaufbau eingefügt werden.

–––

Werner Henkel

Natur lesen – Zweige, Rispen, Zeichen 4. August bis 15. November 2020 Kloster Bentlage | www.kloster-bentlage.de Für Werner Henkel ist die Natur Material, Raum und Thema seiner Kunst: Daher auch der Titel "NaturArte". Im Zentrum steht die künstlerische Auseinandersetzung mit ästhetischen Phänomenen in der Natur. Es ist eine Annäherung an die Natur, ihre Energien, Ausdrucksformen und an deren Gestaltwandel, an Fragen der Ökologie und wissenschaftliche Arbeitsweisen vom Standpunkt der Kunst aus. Dabei ist für ihn das Beziehungsgefüge, das Stoffwechselfeld Mensch-Natur zentral. In seinen Werken lotet er die Schönheit und Vergänglichkeit der Natur,

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kunst:stück

sowie die Verletzlichkeit der Mensch-Natur-Beziehung aus. Seiner Arbeit liegt ein kommunikativer Naturbegriff zugrunde. Wuchsformen der Pflanzen, Tierspuren oder mineralischen Strukturen deutet er als spezifische Zeichen, Signaturen, Gesten einer semantischen Sinnesqualität der Natur. In diesem ästhetischen Dialog mit der Natur wird die Kunst zur Trägersubstanz einer Syntax natürlicher Zeichensysteme. Kloster Bentlage Bentlager Weg 130, 48432 Rheine


. bremen

KUNST

VerkaufsAusstellung Eintritt frei!

HALLE SCHNAKE

S T E I N - S K U LT U R E N AU S Z I M BA B W E

Max-Winkelmann-Str. 84 48165 Münster -Hiltrup Tel. 0172 5338328 www.kunsthalle-schnake.de kunst:stück

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. hörstel

Foto: Sabine Herke

DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst ↗ Veranstaltungen | www.da-kunsthaus.de Klosterstraße 10, 48477 Hörstel

bis 23.08.20 kunST_bestand | HEIMATEN | Werke aus der Kunst-

sammlung des Kreises Steinfurt | Sommerausstellung

↗ Ausstellung mit begrenzter Teilnehmerzahl Die Sommerausstellung eine thematische Auswahl von 90 Kunstwerken regionaler Künstlerinnen und Künstler aus der hochkarätigen Kunstsammlung des Kreises Steinfurt. Was ist Heimat? Was macht eigentlich Heimat aus? Welche Zutaten braucht man? Das waren die grundlegenden Fragen, die zu einer Auswahl dieser Arbeiten führten. Die Ausstellung will ganz im Sinne des DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst zu aktiven Gedankenspielen anregen – an die Kindheit, an historische Ereignisse und persönliche Erlebnisse erinnern. Wünschenswerter Weise entdecken die Leni Winkelmann malt 2012 „In der Landschaft 16“ in Öl Besucher*innen ihre Heimat neu. auf Leinwand

bis 23.08.20 Atlas Gravenhorst | Reinhard Krehl | Gravenhorster

SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst. | Präsentation von Recherchematerialien, Pflanzendrucken und Texten im Remter ↗ Ausstellung mit begrenzter Teilnehmerzahl

Eine kunstvolle Verbindung von Natur und Mensch zeigt Reinhard Krehl im „Atlas Gravenhorst“ mit Pflanzendrucken und Poesie zur botanischen Beschaffenheit von Gravenhorst.

Gravenhorster Gärten | Historische Präsentation „Geschichte hinterm Giebel“ | Save the date: 13.09. mit Vortrag von Dr. Uta C. Schmidt | Wiedereröffnung der Zugbrücke am Nonnenpättken – Heimatverein Gravenhorst e.V. Beginn: 15.00 Uhr bis 13.09.20

↗ Hinweis: Begrenzte Teilnehmerzahl - Anmeldung erforderlich unter T 02551 6942-00 Die diesjährige Ausstellung im Rahmen der Gravenhorster SAISONALE* geht den Spuren nach, die sich von den Gravenhorster Gärten erhalten haben. Eine Karte weist gleich sieben Gärten aus.

100 kunst:stück


. hörstel

bis 27.09.20 Das Gießkannenmuseum unterwegs | Künstlerkol-

lektiv „gärtnerpflichten“ (Oliver Behneke, Ingke Günther, Esther Steinbrecher, Jörg Wagner und Manuela Weidenrieder) Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst

↗ Ausstellung mit begrenzter Teilnehmerzahl „Das Gießkannenmuseum unterwegs“ präsentiert im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst die wasserspendenden Gefäße aus aller Welt und ermöglicht unterschiedlichste Gießerlebnisse. Das Künstlerkollektiv „gärtnerpflichten“ pflegt damit seit Jahren regionale und internationale Gartengeschichte. Über 100 Gießkannen – für drinnen und draußen, Designerobjekte wie Freilandkannen, Kindergießkannen oder kuriose Unikate – können im Gewölbe bewundert werden. Eingeladen wurde das Museum, mit Sitz in Gießen, zur zweiten Gravenhorster SAISONALE*, die sich wieder der temporären Kloster.Garten.Kunst verschreibt..

bis 24.01.21 Projektstipendium KunstKommunikation 20 – Kunst

zum Mitmachen und Mitdenken

↗ Präsentationen in den Atelierräumen mit begrenzter Besucherzahl Auch 2020 laden ungewöhnliche Kunstaktionen dazu ein, mit den Künstlerinnen und Künstlern vor Ort ins Gespräch zu kommen und sich an den Kunstprojekten zu beteiligen: „Growth“ von Marte Kiessling „Klangrecherche/Tänzelrecherche“ von Jorn Ebner „Assembly – mit Anschlussmöglichkeiten“ von Samuel Treindl

ab 20.05.20 Kreis.Spiel.Garten von Nikola Dicke und Zoltan Labas

Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst

Der Kreis.Spiel.Garten zum Mitmachen ist eröffnet. Zunächst, um auf den Wohlfühlbänken, die Sonne zu genießen und den Blumen beim Wachsen zuzusehen, die als Farbkreis im Hochbeet angeordnet sind. Ab Juli soll dann auf der benachbarten Fläche, dem Spielkreis, auch gespielt werden. Nikola Dicke plant gemeinsam mit Spieleautor, Künstler und Bühnenbildner Zoltan Labas Bewegungsspiele für den Garten. Auch werden in Zusammenarbeit mit Studierenden des Faches Kunst/Kunstpädagogik der Universität Osnabrück weitere Spiele entwickelt. Ab Juli gibt es dazu die Spielanleitungen.

ab 03.06.20 Geschichten (in) einer Landschaft – Kartografisches

Schattentheater von Susanne Bosch | Video-Trailer zum Entstehungsprozess des Projektes | Projektion im DA-Treppenhaus Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst Susanne Bosch kreiert für die Gravenhorster SAISONALE* ein Schattentheater über Heimatung des Fremden in der Region. Das Stück basiert auf lokalen Interviews, Fiktivem und Archivmaterial. Der Trailer zeigt Umsetzungsmomente im Atelier.

HORTUS TOXICUS | Reinhard Krehl | Geodome für heimische Giftpflanzen | Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst ab 27.06.20

Giftgrün leuchtet der „HORTUS TOXICUS“ auf dem Klostergrün in der Nacht und verweist auf seinen Inhalt… Im eigens dafür geschaffenen Geodome macht er das Potential einheimischer Pflanzengifte sichtbar. Heilender Holunder und der schöne Eisenhut, den man nicht mal anfassen soll - Reinhard Krehl erzählt über Giftpflanzen und den Drang die Natur in Gut und Böse einzuteilen. HORTUS TOXICUS von Reinhard Krehl / Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst Foto: Reinhard Krehl

kunst:stück

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. hörstel

Am Brunnen hinter dem Tore | Valentin Hertweck und Irene Pätzug | Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst ab 27.06.20

Valentin Hertweck & Irene Pätzug hinterfragen mit ihrer künstlerischen Installation „Am Brunnen hinter dem Tore“, einem romantischen Rückzugsort im Klosterinnenhof, das klösterliche Ideal der Zurückgezogenheit. Der Brunnen ist eine Replik, die Trauerweide über der Ruhebank künstlich, eine Satellitenschüssel markiert die Allgegenwärtigkeit digitaler Kommunikationsräume.

12.07.20 Workshop-Tag Projektstipendium KunstKommunikati-

on 20 | Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Beginn: 14.00 Uhr im Außenraum

↗ Rechtzeitig anmelden! Begrenzte Teilnehmerzahl auf Grund von Corona: Anmeldung unbedingt erforderlich!!! T 02551 6942-00 Marte Kiessling wird zusammen mit den Gästen für ihre Installation „Growth“ basteln; Jorn Ebner bietet zu seinem Projekt „Klangrecherche/Tänzelrecherche“ einen Tanzworkshop an, dessen Ergebnis am Ende in einem Video festgehalten werden soll; Samuel Treindl lädt zum Baustellengespräch mit Bier sowie handwerklicher Beteiligung an seiner architektonischen Baustelle „Assembly – mit Anschlussmöglichkeiten“ ein. # Anschließend Ausklang mit einem Baustellenbier und einem lockeren Artist-Talk. ––– »Growth« Marte Kiessling | 14.00 – 15.00 Uhr »Klangrecherche / Tänzelrecherche« Jorn Ebner | 15.30 – 16.30 Uhr »Assembly – mit Anschlussmöglichkeiten« Samuel Treindl | 17.00 – 18.00 Uhr

14.07.20 Artist-Talk Projektstipendium KunstKommunikation 20

Kunst zum Mitmachen und Mitdenken | Beginn: 18.00 Uhr

↗ Rechtzeitig anmelden! Begrenzte Teilnehmerzahl auf Grund von Corona: Anmeldung unbedingt erforderlich!!! T 02551 6942-00 Die aktuellen Projektstipendiaten Marte Kiessling, Jorn Ebner und Samuel Treindl laden zum Artist-Talk ein.

22.08.20 SAISONALE* Sommerfest | Beginn: 15.00 Uhr

↗ Rechtzeitig anmelden! Begrenzte Teilnehmerzahl auf Grund von Corona: Anmeldung unbedingt erforderlich!!! T 02551 6942-00 … mit Performance ACKERN des Künstlerkollektivs „gärtnerpflichten“ im KLOSTERGRÜN, Spielaktion von Nikola Dicke und Zoltan Labas im Kreis.Spiel.Garten, Performance von Jorn Ebner und Ausstellungsbegehungen.

30.08. – 27.09.20 Geschichten (in) einer Landschaft – eine Karto-

grafie | Susanne Bosch | Ausstellung | Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten.Kunst Die Installation „Geschichten (in) einer Landschaft – eine Kartografie“ beschäftigt sich mit dem Wissen und der Expertise der lokalen Anwohner*innen und Nutzer*innen einer Landschaft zum Thema Heimatung des Fremden.

13.09.20 Geschichten

(in) einer Landschaft – Kartografisches Schattentheater | Susanne Bosch | Filmpremiere des Schattentheaters von Susanne Bosch als Großprojektion im großen Saal | Gravenhorster SAISONALE* temporäre Kloster.Garten. Kunst | Beginn: 17.00 Uhr ↗ Hinweis: Begrenzte Teilnehmerzahl - Anmeldung erforderlich unter T 02551 6942-00 Die Verfilmung des Schattentheaters erzählt mit Licht, Dunkel, Linien und Umrissformen entlang verschiedener Charaktere vom Heimaten des Fremden in der Region. Das Stück basiert auf Interviews, Fiktion und Archivmaterial.

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GIVE ART GIVE ART A CHANCE A CHANCE ..hörstel rheine

KLEINODE KLEINODE

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BILDER A

SVEN RÜNGER SVEN RÜNGER - »Inside- »Inside out« - Bronze out« - Bronze

C.HO NÉL ISSN E A C LET É ALUA X E F ACR TACCG H L IN- ML IINNI EE T U A I B O . L A R X T E A T E UH I V VF O NA RMT L - M I N I E T &N L I N E – BV I RLTEMU A O TAA U SI RD TE U EALRLC A U O N M A R C G I A I &BNI LL DI ENRE – V M A R C H I V V US DE

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. nordhorn

Michaela Meise

Totenklage Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2019 Teil 1 14. Juni bis zum 24. Juli 2020 Städtische Galerie Nordhorn | www.staedtische-galerie.nordhorn.de Vom 14. Juni bis zum 24. Juli 2020 zeigt die Städtische Galerie Nordhorn eine besondere Einzelausstellung mit der Künstlerin und Musikerin Michaela Meise, die 2019 mit dem Kunstpreis der Stadt Nordhorn ausgezeichnet wurde. Die Ausstellung anlässlich der Verleihung des Preises findet diesmal in zwei Teilen statt. Unter dem Eindruck der rassistisch motivierten Morde am 19. Februar 2020 in Hanau, ihrer Heimatstadt, hat Michaela Meise das Stück Cemalim des türkischen Musikers Erkin Koray in deutscher Über-

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setzung eingespielt und dazu ein Video produziert, das nun in Nordhorn erstmals zu sehen ist. Die Künstlerin hat gemeinsam mit der Leitung der Galerie entschieden, das Stück im ersten Teil ihrer Präsentation mit dem Titel "Totenklage" alleine zu zeigen, auch um die Bedeutung eines Themas wieder sichtbar zu machen, das aufgrund der Corona-Pandemie allzu schnell aus der breiten öffentlichen Aufmerksamkeit verdrängt wurde. In ihren künstlerischen Arbeiten verwebt Michaela Meise Populärkultur, Zeitge-


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Standbild aus dem Video Cemalim, © Michaela Meise 2020, Courtesy KM Galerie Berlin, Foto: Barbara Wagner

schichte und eigene biografische Bezüge zu hintergründigen und poetischen Erzählungen. Ihre Version von "Cemalim", ein musikalischer und künstlerischer Brückenschlag zwischen Zeiten und Kulturen, widmet sie den Opfern und Hinterbliebenen in Hanau. Zeitgleich gehört das Stück, das im Rahmen einer Kooperation entstanden ist, auch zum Ausstellungsprogramm von "Tell me about yesterday tomorrow" im NS-Dokumentationszentrum München. Michaela Meise wurde 1976 in Hanau geboren und lebt in Berlin. Sie studierte von 1996 bis 2000 an der Kunsthochschule Kassel und von 2000 bis 2003 an Städelschule Frankfurt. Seither hatte sie zahlreiche internationale Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen.

Der zweite Teil der Ausstellung zeigt voraussichtlich ab November 2020 eine Auswahl grafischer Arbeiten von Michela Meise. Aufgrund der Bestimmungen zum Infektionsschutz sind die Öffnungszeiten und Besucherzahlen weiterhin eingeschränkt. Es wird außerdem um das Tragen einer MundNasen-Bedeckung im Ausstellungsraum gebeten. Weitere Informationen finden sie auf unserer Internetseite staedtischegalerie.nordhorn.de. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14–17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei. Städtische Galerie Nordhorn Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

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Simply The Best

Neuerwerbungen aus 20 Jahren 30. Mai bis 6. September 2020 Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster wird im Herbst 20 Jahre alt und richtet den Blick aus diesem Anlass auf seine zwanzigjährige Sammlungsgeschichte. Die Ausstellung „Simply The Best – Neu-erwerbungen aus 20 Jahren“ stellt die bedeutendsten und schönsten Werke des Picasso-Museums von Georges Braque, Marc Chagall, Henri Matisse und Pablo Picasso in einen spannungsreichen Dialog. Vom 30. Mai bis zum 6. September 2020 zeigt die Schau mit rund 150 Grafiken, Keramiken und Fotografien die kreativen Querverbindungen zwischen den vier großen Ausnahmekünstlern, die im Picasso-Museum eine gemeinsame museale Heimat gefunden haben. „Museen sind weltliche Tempel der Ewigkeit und gemessen an der Ewigkeit sind 20 Jahre ein Klacks“, so Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Für unseren Namensgeber und Patron Pablo Picasso galt die Devise „Der ganze Reiz der Kunst liegt im Beginnen“. In diesem Sinne sehen wir

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auch unsere Sammlung erst am Anfang einer vielseitigen Entwicklung.“ „Simply the Best“ vereint die Sammlungshighlights des Picasso-Museums auf ungewöhnliche Art und Weise: Picasso ist mit Werken der Suite Vollard, großformatigen Lithografien und farbenprächtigen Linolschnitten vertreten. Die stille und feierliche Bildwelt der Grafiken seines künstlerischen Mitstreiters Georges Braque antwortet den Werken des Spaniers. Der Beginn des Ersten Weltkriegs markiert das Ende ihrer engen Zusammenarbeit. Als schöpferisches Duo hatten beide den Kubismus als größte Revolution in der Kunst des noch jungen 20. Jahrhunderts entwickelt. Als Braque schwer verwundet aus dem Krieg heimkehrt, muss er feststellen, dass sich Picasso schon längst anderen Stilformen zugewandt hat. So wird der Franzose ab den frühen zwanziger Jahren zum behutsamen Reformer und Verwandler vormals kubistischer Gestaltungsmuster. Er entwi-


. münster

Abb.oben: Matisse-Werke in der Ausstellung "Simply The Best", Foto: Christoph Steinweg / Picasso-Museum // rechts oben: Georges Braque, In Reihe fliegende Vögel, 1962, Farbradierung © VG Bild-Kunst, Bonn 2020 // rechts unten: Pablo Picasso, Kleiner Frauenkopf bekrönt von Blumen, 1962, Farblinolschnitt © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

ckelt nun eine ganz eigene Bildsprache, wobei er einmal gefundene Bildthemen mit großer Konsequenz immer wieder variiert und durchdekliniert. Marc Chagalls Grafiken bestechen hingegen durch ihre Vermischung von Realem und Traumhaften. Wie der Künstler einmal ausführte, brachte er seine Themen und Motive aus dem heimatlichen Russland mit nach Paris. In diesem Schmelztiegel der Avantgarden entwickelt er seine ganz eigene Formsprache, in der sich Fantastik und Realistik auf ganz eigentümliche Weise begegnen. Der vierte im Bunde ist Henri Matisse, dessen Werke der Zwanziger und Dreißiger Jahre wiederum die traumwandlerische Sicherheit eines großen Zeichners verraten. Der Franzose läutert und entschlackt die Kompositionen, bis er zeichnerisch die Essenz der Dinge erfasst. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 11 Uhr bis 17 Uhr Führungen: Private und öffentliche Führungen sind wieder möglich. Kunstmuseum Pablo Picasso Münster Picassoplatz 1, 48143 Münster

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Spirits in Stone – Die Bildhauer aus Zimbabwe Fast ein kleines Museum ...

Verkaufsausstellung – Eintritt frei Kunsthalle Schnake, Münster | www.kunsthalle-schnake.de Afrika im Münsterland? Von diesem Kontinent hat jeder seine eigenen Vorstellungen. Man glaubt ihn zu kennen, denkt an afrikanische Folklore, Tänzer, Trommeln und an Straßenkunst – jenes typische Kunsthandwerk also, das auch bei uns als Ethno-Kunst bekannt ist.

Kunst dort ebenso bereits ausgestellt wie in anderen großen Museen der Welt (Paris, Frankfurt, London, etc.). Auf der Biennale in Venedig erhielten die Bildhauer aus Zimbabwe einen eigenen Pavillon, auf den Weltausstellungen in Hannover und Sevilla sorgten sie für Aufsehen.

Die wohl einmalige Ausstellung „Spirits in Stone - Die Bildhauer aus Simbabwe“ in der Kunsthalle Schnake in Münster hat einen völlig anderen Anspruch. Sie gibt einen Einblick in die junge und moderne Bildhauerei Zimbabwes und verblüfft den Betrachter auf eine ganz besondere Weise: Sind die ausgestellten Kunstobjekte überhaupt afrikanisch? Befindet man sich nicht eher in einer modernen Skulpturenausstellung, die man im Museum of Modern Art in New York vermuten würde. Tatsächlich ist diese außergewöhnliche

Doch die Ausstellung in der Kunsthalle Schnake will nicht nur Kunstgenuss sein; sie zeigt Portraitfotos der Künstler, verwendete Werkzeuge, dazu Bücher, Filme, Texttafeln mit Erläuterungen zur Arbeitsweise der Künstler, zu den verwendeten Steinen und zur Entstehungsgeschichte der zimbabwischen Künstlerbewegung. Auf diese Weise will die Ausstellung Leben und Werk der Künstler nahebringen und wissenswerte Hintergründe vermitteln. Die Ausstellung zeigt neben Arbeiten der jungen Generation auch eine große

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Abb. v.l.n.r.: Perlagia Mutyavaviri, Looking out of you // Edward Chiwawa, The Farmer // Prosper Katanda, Sea of Flames 02 // unten: Perlagia Mutyavaviri, Looking into thefuture

Sammlung an Skulpturen international anerkannter Künstler der ersten Generation, wie z.B. Henry Munyaradzi, Nicholas Mukomberanwa und Bernard Matemera, der als einer der besten Steinbildhauer der Gegenwart genannt wird. Die Arbeiten dieser Künstler wurden bereits in internationalen Ausstellungen gezeigt, u.a. Musée Rodin/ Paris, Musée National d´Art Modern/ Paris, Kresge Art Museum/ Michigan U.S.A., Millesgarden Museum/ Stockholm, Royal Botanic Gardens/ London, …. Die Künstler Zimbabwes haben etwas Ungeheures und zugleich Monumentales geschaffen. Sie sind ein Sonderfall – nein, sie sind ein Glücksfall für die zeitgenössische Kunst. So faszinierend es sein mag, sich in die Bild- und Formensprache der zimbabwischen Künstler hineinzuversetzen und Bezüge zu ihren traditionellen Wurzeln und zu ihrer Mythologie herzustellen, ihre Erkenntnis ist nicht Voraussetzung zum Verständnis und zum Gefallen an den Objekten. Man kann sich einfach von ihrer Ästhetik faszinieren und von der

Kraft ihrer Ausstrahlung begeistern lassen. Kurzum: Man darf sie einfach schön finden. Öffnungszeiten: Mittwoch, Donnerstag 14–18 Uhr, jeden 1. Sonntag im Monat 14–18 Uhr und jederzeit nach telefonischer Absprache Der Eintritt ist frei. Kunsthalle Schnake Max-Winkelmann-Straße 84 48165 Münster-Hiltrup T. 0172 5338328

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Ausstellungsbetrieb im ARTLETstudio wieder geöffnet gezeigt werden unter anderem Arbeiten der nominierten Künstler und Preisträger des ART AWARD 2020 ARTLETstudio Münster | www.artlet-studio.com | artlet.online Das Corona-Virus ist zum täglichen Begleiter geworden, Distanz ist die neue Nähe, die Gesichtsmaske wird zur europäischen Burka, aber Toilettenpapier ist als aktuelle Währung schon nicht mehr das, was es noch vor Kurzem war. Und während auch Hefe längst nicht mehr so selten ist, wie menschliche und sinnvolle Äußerungen des Präsidenten der USA, wollen wir mit dem ARTLETstudio wieder für etwas Schönheit und Sinnhaftigkeit im Alltag sorgen. Leider müssen wir davon ausgehen, dass der SCHAURAUM 2020 als Großveranstaltung eingestuft wird und damit ausfallen müsste. Das trifft natürlich auch unsere Planung. Wir haben von Plan A bis Plan F viele Variationen einer Veranstaltung im Rahmen des Schauraums in der Schublade liegen, gehen aber davon aus, dass es Plan B wird: D.h., am 5.9. öffnet die Galerie die Türen für Besucher. Wir hoffen auch so dazu beitragen zu können, dass die Galerie die Kunst wieder etwas in den Mittelpunkt bringen kann und es im nächsten Jahr dann wieder in alter Pracht weitergehen kann.

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Wir können aber schon jetzt sagen, dass wir auch bei einer kleinen Schauraumvariante einen altbekannten Gast, nämlich die Kunsthalle Schnake aus Hiltrup begrüßen dürfen, die nunmehr die Arbeiten ihrer Künstler auf unserem Gelände im Außenbereich präsentieren wird. Zudem wurde uns bedauerlicherweise mitgeteilt, dass die Messe ART & ANTIK komplett - nicht nur für das nächste Jahr - entfällt. Kleiner Hoffnungsschimmer in diesem Zusammenhang: Wir konnten einen renommierten Messeveranstalter davon überzeugen, sich um die Fortsetzung der Messe unter neuer Leitung zu bemühen. Nach dem letzten für uns sehr erfolgreichen Messeauftritt in Münster Anfang dieses Jahres und kurz vor „offiziellem“ Beginn der Corona-Krise hoffen wir nun, dass Münster auch in Zukunft eine Kunstmesse mit vielleicht noch besserem Konzept aufweisen kann. Wie Sie vielleicht erfahren haben, konnte das ARTLETstudio bereits vor der Krise mit einer eigens entwickelten virtuellen


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artlet.online, Blick in die Ausstellung

Galerie aufwarten. Als mehr oder weniger konkurrenzloses Produkt können wir damit Kunstwerke zwei- sowie dreidimensionaler Natur durchgehend und weltweit in »begehbaren« virtuellen Räumen präsentieren. Zudem ist es damit auch möglich Messen und Kunstsalons im virtuellen Raum zu erzeugen und Kunst somit direkt in die Wohnzimmer zu tragen - und dies nicht in Form eines digitalisierten Kataloges, sondern eben in frei konstruierten virtuellen Räumlichkeiten. Die Entwicklung hier geht noch viel weiter - lassen Sie sich überraschen! Aktuell zeigen wir in unserer Version der virtuellen Galerie auf artlet.online eine Ausstellungen mit großformatigen Bildern des französchen Ausnahmekünstlers Marc Giai-Miniet gepaart mit ebenfalls großformatigen Schattenschnitten von Martina Lückener im Erdgeschoß und der angrenzenden Kunsthalle. Ein Stockwerk höher begrüßen wir Sie gerne in einer umfangreichen Ausstellung mit Arbeiten der Künstler der Galerie, die hier ihre Bilder und Objekte präsentieren. In Zusammenarbeit mit der ARTe Sindelfingen haben wir ein weiteres Konzept zur Virtuellen Präsentation entwickelt, das auch für Künstler von Interesse sein dürfte: So bieten wir ab sofort die Mög-

lichkeit, sich einen sogenannten Art-Cube, einen virtuellen Ausstellungsraum, der sich bei Bedarf an die eigene Website anhängen oder aber auch zu ganzen Salons oder Messen zusammenstellen lässt, zu mieten/erwerben. Diese Variante ist flexibler und damit auch kostengünstiger als ein kompletter, frei konstruierter Ausstellungsraum und somit insbesondere auch für Künstler oder Künstlergruppen sehr interessant. Gerne können Sie uns auch zu Präsentations- und Produktionsunterstützung um Rat und Tat fragen. Mit dem jüngst aus der Taufe gehobenen ART-SERVICE - einer Kooperation von ARTLETstudio und CREATIVWORKS sowie in Partnerschaft mit Firmen aus dem Bereich 3D-Druck, klassischem Guß und Oberflächenveredelung — bieten wir unseren Kunden vom Podestbau über Beleuchtungskonzepte und eigene Hardware, Digitaldruck, 3D-Druck und -Vorproduktion (Scan, Konstruktion z. B. individueller Aufhängevorrichtungen, finaler Produktion in vielen künstlerischen Bereichen, u. ä. ) eine ganze Menge Dienstleistungen der klassischen und hochmodernen Art an. ARTLETstudio Harsewinkelgasse 21, 48143 Münster

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Marc Giai-Miniet, Memoria materia prima est, 2011, 227 x 244 cm

Tableaux Cachés trifft Schattenkämpfe

Das schaurig-schöne malerische Werk des Franzosen Marc GiaiMiniet trifft auf dunkle Schattenwesen von Martina Lückener 11. Mai bis 29. September 2019 ARTLETstudio Münster | www.artlet-studio.com | artlet.online Mit TABLEAUX CACHÉS (»verborgene Bilder«) sehen Sie eine Ausstellung des schon lange nicht mehr gezeigten malerischen Werkes des Pariser Künstlers und Urgesteins Marc Giai-Miniet, dessen Boxen bereits mehrfach in unserer Galerie für großes Aufsehen gesorgt haben. Leider musste der Künstler – Jahrgang 46 – aus gesundheitlichen Gründen im Alter die großformatige Malerei einstellen. Kaum eines der Bilder weist nicht an zumindest einer Kante eine Länge von wenigstens zwei Metern auf. Mit seinen dreidimensionalen Boxen sowie mit kleinformatiger Malerei und Druckgrafik hat er jedoch einen vollwertigen Ersatz geschaffen. Sehen Sie einen winzigen Ausschnitt dieses aktuellen Werkes im ARTLETstudio, Harsewinkelgasse, 21, Münster – ebenfalls ab 13. Juni. Dass wir wiederum seine großen und großartigen Arbeiten aktuell in unserer virtuellen Galerie zeigen dürfen, erfreut uns

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natürlich sehr. Und hier wissen wir die Virtualität besonders zu schätzen, hätte eine Ausstellung von Giai-Miniets großformatigen Werken doch sonst auch jenseits von Corona-Zeiten ein erhebliches logistisches Problem dargestellt. Auch die stehenden Scherenschnitte der über 30 Jahre jüngeren Künstlerin und Designerin Martina Lückener, die mit dem Titel SCHATTENKRÄMPFE daherkommen, wissen unter anderem mit Größe zu punkten – und natürlich mit einem sehr speziellen Thema: dem »Mutterkorn« resp. dem dadurch ausgelösten Krankheitsbild. Ein schwieriges Thema künstlerisch auf eine ganz besondere Weise dargestellt! Sehen Sie auch hierzu kleine Variationen in der Galerie in Münster. ARTLETstudio Harsewinkelgasse 21, 48143 Münster


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WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

BONBONNIERE Die Bonbonniere gehört zu einer Gruppe von Objekten aus den Werkstätten der Brüder Martin: die so genannten Vernis Martin, die mit flächendeckendem, in Ölfarben aufgebrachtem farbdeckenden Dekor die französische Malerei des Rokoko im Miniaturformat wiedergeben. Sie zeigt eine mythologische Szene nach einer unbekannten Gemäldevolage. Papiermaché mit Schwarzlackbeschichtung und Dekor in Ölfarben, abschließend mit Klarlack überfangen; Montierung aus zweifarbigem Gold; Futter aus Schildpatt; Frankreich (Paris), Mitte 18. Jahrhundert

MUSEUM FÜR LACKKUNST

ÖFFNUNGSZEITEN

Windthorststraße 26 48143 Münster | Deutschland Telefon: + 49.251.41851-0

Dienstags (freier Eintritt) 12–20 Uhr, mittwochs bis sonntags und an gesetzlichen Feiertagen 12–18 Uhr

www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst

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. paderborn

Peter Paul Rubens

und der Barock im Norden 24. Juli bis 25. Oktober 2020 Diözesanmuseum Paderborn | www.dioezesanmuseum-paderborn.de Er revolutionierte mit seinen neuartigen Bildideen nicht nur die Malerei, sondern auch die Bildhauerkunst des 17./18. Jahrhunderts in ganz Nord- und Mitteleuropa: Peter Paul Rubens, der in Antwerpen einer weit über die Grenzen der Metropole hin ausstrahlenden Werkstatt vorstand. Ab dem 24. Juli widmet das Diözesanmuseum Paderborn dem Star des flämischen Barock unter dem Titel „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ eine große Sonderausstellung. Ausgehend von der umfangreichen Neuausstattung des Paderborner Doms, die sich den Antwerpener Brüdern Antonius und Ludovicus Willemssens aus dem direkten Umfeld Rubens‘ verdankt, nimmt die Schau die bedeutenden Innovationen in Malerei, Architektur und Kirchenausstattung des Barock in den Blick, die mit dem Wirken des bedeutenden flämischen Meisters verbunden sind. Hochkarätige Exponate in Paderborn Hochkarätige Exponate aus internationalen Museen und Sammlungen dokumentie-

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ren die Verbreitungs- und Erfolgsgeschichte der Kunst der südlichen Niederlande und zeigen, dass die Migration von Künstlern ein wichtiger Motor für die Ausbreitung des Barock war. Zu sehen sind bedeutende Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von der Hand Rubens‘ und seiner Künstlerkollegen sowie kunstvoll gearbeitete Barockskulpturen unter anderem aus dem Rijksmuseum Amsterdam, dem Museum Plantin-Moretus in Antwerpen, der Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste Wien, dem SMK Kopenhagen oder dem San Francisco Museum of Modern Art. Vor allem in den virtuosen, so noch nie gezeigten Skizzen und Bozzetti vermittelt die Ausstellung den Besucherinnen und Besuchern einen ganz unmittelbaren Zugang zur schöpferischen Kraft – der prima idea – der genialen Barockkünstler. Auch im Bereich der Skulptur gilt Rubens als bedeutender Impulsgeber, wie seine teilweise engen Kooperationen mit zahlreichen Bildhauern


. paderborn

der Zeit belegen, die in der Schau dokumentiert werden. Eindrucksvolle 3D-Rekonstruktionen, Animationen und Multimedia-Stationen geben vertiefende Einblicke in diese faszinierende Zeit und lassen die visuelle Kraft auch verlorener Bilder und barocker Ausstattungen wieder aufleben. Hierzu zählt auch das bedeutende barocke Hochaltarbild des Paderborner Doms, das im Krieg völlig zerstört wurde und nach aufwendiger Restaurierung und Zusammensetzung der Fragmente pünktlich zur Ausstellung wieder in neuem Glanz erstrahlen wird.

Abb. v.l.n.r.: Peter Paul Rubens, Selbstportrait, 1625, Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses e.V. Siegen © Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses e.V. Siegen // Peter Paul Rubens, Beweinung Christi, um 1612, Liechtenstein, The Princely Collections, Vaduz-Vienna // Maria Magdalena, Fragment der „Kreuzigung Christi“, bez.: Anton Willemßens invent Ao. 1656, vom zerstörten Seitenaltar des Paderborner Doms © Diözesanmuseum Paderborn, Foto: Ansgar Hoffmann // unten: Gerhard Richter, Ausschnitt (Makart) [288], 1971, Duisburg © Gerhard Richter 2019 (0214) / MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg, Sammlung Ströher / Kunstmuseum Bonn, Reni Hansen

Aktualität des Barock Eine eigene Ausstellungsabteilung widmet sich der Aktualität des Barock. Sie zeigt Tendenzen der Gegenwartskunst, die auf unterschiedliche Weise Konzepte und Wahrnehmungsweisen der barocken Kunst aufgreifen. Ausgewählte Arbeiten von Gerhard Richter und Tony Cragg werden hier ebenso zu sehen sein wie virtuose Videoarbeiten des belgischen Künstlers Hans Op de Beeck. Erzbischöfliches Diözesanmuseum Markt 17, 33098 Paderborn

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. bocholt

Abb. oben: Das Radfahren revolutionierte um 1900 nicht nur die Mobilität, sondern auch die Damenmode // rechts oben: Überraschend viel nackte Haut - die Bademode Anfang des 20. Jahrhunderts zeigt Bein // rechts v.o.n.u.: Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Mode vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik, LWL-Industriemuseum, Fotos: Betz // Das formende

Mythos Neue Frau

Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik 5. Mai bis 25. Oktober 2020 www.lwl-industriemuseum.de | LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt | Spinnerei Zigarettenspitze, Bubikopf und Paillettenkleid – die moderne Frau der 1920er Jahre zeigte sich selbstbewusst und mit neuen Markenzeichen. Doch war das revolutionäre, neue Bekleidungsschema ein Akt der weiblichen Emanzipation oder entstand es einfach aus praktischer Notwendigkeit? Diese Fragen stellt sich die Ausstellung „Mythos Neue Frau“.

Auch die Arbeitswelt war in den Strudel der rasanten Veränderungen geraten. Immer mehr Frauen arbeiteten nicht nur in den Fabriken, sondern auch in Kaufhäusern oder Büros, als Lehrerin oder Laborantin. Ob am Arbeitsplatz oder beim Einstieg in die Straßenbahn, vor allem die Kleidung der Frauen war für die neuen Lebensumstände alles andere als praktisch.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg hielt eine nie gekannte Modernisierung aller Lebensbereiche die Gesellschaft in Atem. Straßenbahnen, Automobile und Fahrräder versprachen eine neue Form der Mobilität, um aus den Vorstädten und vom Land in die neuen urbanen Zentren zu gelangen. Hier entstanden mit den Warenhäusern neue Konsumtempel, in denen es alles zu kaufen gab, was das Herz begehrte – wenn man es sich leisten konnte.

Im Mittelpunkt steht der Modewandel vom Kaiserreich bis in die Weimarer Republik und die These, dass der Trend zur Vereinfachung und Modernisierung der Kleidung bereits vor dem Ersten Weltkrieg einsetzte. Die Ausstellung macht deutlich, dass neue Mobilitätsanforderungen, die Notwendigkeiten der Arbeitswelt und mehr Bewegungsdrang die modischen Ansprüche der Frauen schon während des Kaiserreichs stark beeinflussten.

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. bocholt

Korsett wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg von einem lockeren Mieder abgelöst // Bubikopf und Charlestonkleid gelten als Sinnbild für die moderne Frau der 1920er Jahre, LVR-Industriemuseum, Fotos: Hoffmann

Mehr als 130 Originalkostüme und viele weitere historische Exponate lassen die Zeit zwischen 1900 und 1930 wieder auferstehen. Die Mode-Klassiker der 1920er Jahre, der sogenannte ‚Stresemann‘ und glitzernde Charlestonkleider sind ebenso vertreten, wie die Reformkleider der 1910er Jahre, feminine Sportbekleidung und ein ausgefallener AutofahrerinnenMantel für die emanzipierte Frau. Die Ausstellung „Die Macht der Mode. Zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik“ entstand im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen als Kooperation mit dem LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt und mit Unterstützung des Ruhr Museums Essen. Sie wurde 2018 erweitert und unter dem Titel „Mythos Neue Frau. Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik“ präsentiert. LWL Industriemuseum TextilWerk Bocholt | Spinnerei Industriestraße 5, 46395 Bocholt

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. hamburg

Abb. v.l.n.r.: Viola Bittl, ohne Titel V, 2017, Öl auf Leinwand, Courtesy der Künstlerin. Foto: Joe Clark © Viola Bittl // KAYA (Kerstin Brätsch und Debo Eilers), S is for Static Correction (Bodybag Moe), 2017, Öl, Mylar, Vinyl, Ösen, vinylbeschichteter Draht, Lautsprecherdraht, Urethan, Token, Epoxy Wildleder, Gürtel, Plexiglas, Leinwand und Harz © Kerstin Brätsch. Courtesy Ga-

Jetzt!

Quadro.

Deichtorhallen, Halle für aktuelle Kunst ↗ www.deichtorhallen.de

14. Februar bis 9. August 2020 Deichtorhallen, Halle für aktuelle Kunst

Mit dem Ausstellungsprojekt JETZT! JUNGE MALEREI IN DEUTSCHLAND haben das Kunstmuseum Bonn, das Museum Wiesbaden und die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser den Versuch unternommen, den aktuellen Stand des Mediums Malerei zu bestimmen. Ziel war es, einen gültigen Querschnitt durch die junge, in Deutschland entstandene Malerei zu geben und dabei alle Erscheinungsformen des Mediums ohne konzeptuelle oder ideologische Einschränkungen zu berücksichtigen. Die Deichtorhallen Hamburg freuen sich als vierte Station, eine Auswahl von rund 150 Werken aus dem ambitionierten Projekt im Norden Deutschlands präsentieren zu können.

Parallel zur Ausstellung JETZT! präsentieren die Deichtorhallen Hamburg das Projekt QUADRO. Die Ausstellung wurde unabhängig von der JETZT!-Ausstellung zusammengestellt und ist als Antwort auf die vorhergehende Ausstellung DIE JUNGEN JAHRE DER ALTEN MEISTER zu lesen. Was dort an Grundlagen der deutschen Malerei zu sehen war, wird hier nun in die Gegenwart überführt. Die Ausstellung beantwortet beispielhaft die Frage, welchen Vorrat an Formulierungen, Formeln und Symbolen sich die Malerei aktuell geschaffen hat, um uns in figurativen, neo-surrealistischen oder experimentellen Bildern in ihren Bann zu ziehen.

Junge Malerei in Deutschland Kerstin Brätsch / Kati Heck Stefanie Heinze / Laura Link 14. Februar bis 9. August 2020

installationen aus 25 Jahren sammlung Falckenberg

30. November 2019 bis 30. August 2020 Sammlung Falckenberg

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Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Sammlung Falckenberg zeigen die Deichtorhallen Hamburg in den Ausstellungsräumen in Hamburg-Harburg eine umfassende Ausstellung, die den Schwerpunkt auf installative und skulpturale Arbeiten der Sammlung legt. Die Ausstellung


. hamburg

vin Brown`s Enterprise, New York // Tobias Kruse, DEPONIE #019, 2019 // Larissa Rosa Lackner – Heide, 2019 © www.guteaussichten.org // unten: Martin Kippenberger, Sozialkistentransporter, 1989, Holz, Metall, Plastik und Sprühfarbe, Foto: Egbert Haneke © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Köln

recommended Olympus Fellowship

7. Mai bis 30. August 2020 Deichtorhallen, Haus der Photographie recommended ist ein Stipendium für aufstrebende Fotograf*innen im künstlerischen Bereich, das Olympus 2017 in Kooperation mit dem Haus der Photographie / Deichtorhallen Hamburg, Foam Fotografiemuseum Amsterdam und dem Fotografie Forum Frankfurt ins Leben gerufen hat. Ziel des Stipendiums und der vier Partner ist die Förderung der zeitgenössischen Fotografie im künstlerischen Bereich. Die jungen Fotograf*innen erhalten eine wirksame Unterstützung an einem entscheidenden Punkt ihrer Karriere. Hierzu tragen insbesondere das persönliche Coaching der erfahrenen Kurator*innen sowie die Ausstellungen durch die drei Häuser bei. Mehr über die Stipendiaten und ihre Projekte unter www.recommended.photo

gute aussichten 2019/2020

junge deutsche fotografie 7. Mai bis 30. August 2020 Deichtorhallen, Haus der Photographie Mit der Ausstellung GUTE AUSSICHTEN 2019/2020 präsentiert das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg die neuen Preisträger*innen des renommierten Nachwuchspreises für Fotografie Absolvent*innen. Im 16. Jahr von GUTE AUSSICHTEN wählte die Jury aus 82 Einreichungen von 36 Hochschulen neun Preisträger*innen aus: »Krieg und Frieden in Zeiten globaler Desinformation« ist der rote Faden, der sich durch die Ausstellung 2019/2020 zieht und die Werke der Preisträger*innen miteinander verknüpft. Deichtorhallen Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

präsentiert rund 100 Werke von über 60 international renommierten Künstler*innen wie Monica Bonvicini, Olaf Breuning, Jimmie Durham, Mark Dion, Thomas Hirschhorn, Jon Kessler, Jessica Stockholder, Diana Thater, Cosima von Bonin, Franz West, Mike Kelley, General Idea und Erwin Wurm.

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kunst:stück Magazin - issue 85  

Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat | Ausgabe für Juli / August / September 2020 Sonderausgabe für die Regionen Osnabrück + Müns...

kunst:stück Magazin - issue 85  

Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat | Ausgabe für Juli / August / September 2020 Sonderausgabe für die Regionen Osnabrück + Müns...

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