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Vivian Greven, Leea II, 2019, Öl auf Leinwand, Privatsammlung

Magazin für Kunst und Kultur Bremen / Oldenburg und der Norden issue 46 | Okt + Nov + Dez 20 20


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Ingmar Lähnemann Foto: Jens Weyers, © 2018

Die Bedeutung von Kunstpreisen für die Nachwuchsförderung

Ingmar Lähnemann, Städtische Galerie Bremen Städtische Galerie Bremen | www.staedtischegalerie-bremen.de Nachwuchsförderung ist für eine immer lebendige und sich verändernde Kunstszene essentiell wichtig. In schwierigen Zeiten für die Gesellschaft und die Kultur im Besonderen wird sie umso bedeutender, zumal absehbar ist, dass in der Kunstszene viele ökonomische Verwerfungen erst noch bevorstehen. Davon werden junge Künstlerinnen und Künstler besonders betroffen sein, weil ihr Einstieg in das professionelle Kunstschaffen noch schwieriger wird. Hier zeigt sich einmal mehr die Notwendigkeit kontinuierlicher Förderung durch die öffentliche Hand, wie sie mit dem Bremer Förderpreis für Bildende Kunst seit 1977 betrieben wird. Gerade hat der Senator für Kultur den Preis zum 43. Mal vergeben, die nächste Ausschreibung für ausgebildete Künstlerinnen und Künstler bis zum 40. Lebensjahr aus Bremen läuft bereits. Mit 6.000,- € und einer Katalogförderung von 3.000,- € dotiert, ist dieser Nachwuchspreis auch dadurch attraktiv, dass eine Ein-

zelausstellung in der Städtischen Galerie Bremen damit verbunden ist. Sie bietet die Gelegenheit, wenige Jahre nach dem Gewinn des Förderpreises die Entwicklung der jeweiligen Künstlerin und des jeweiligen Künstlers zu sehen, die neu entstandenen Werke und Projekte zu zeigen und mit einer Publikation auch einer weiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Für den erfolgreichen Aufbruch in die professionelle Kunstszene sind diese Einzelausstellungen damit ähnlich wichtig wie der Gewinn des Preises selbst. Mit Nora Olearius und Matthias Ruthenberg stellt die Städtische Galerie aktuell zwei junge künstlerische Positionen vor, die den Preis 2016 bzw. 2017 gewonnen und inzwischen auch überregional auf sich aufmerksam gemacht haben.

Ingmar Lähnemann Städtische Galerie Bremen

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Michael Dreyer, Foto: Liudmila Jeremies

Morgenland Festival Osnabrück Michael Dreyer, Künstlerischer Leiter www.morgenland-festival.com

Liebe Leser, ziemlich genau ein halbes Jahr ist es nun her, dass Corona unser aller Leben auf den Kopf gestellt hat. Wir waren gerade im Endspurt zum Morgenland Festival, als klar wurde, dass dies im Juni nicht würde stattfinden können. Wir haben also mit Hochdruck an Alternativen gearbeitet. Priorität in allen unseren Überlegungen hatte die Frage, wie wir es schaffen, dass alle Musiker, die wir eingeladen hatten, spielen und letztlich auch bezahlt werden können. Das haben wir am Ende hingekriegt, wir haben keinem einzigen Musiker abgesagt. Aber es war ein sehr schwieriger Prozess. Die freien Künstler und Musiker, die von Auftritten leben, trifft Corona extrem hart. Das hat sich übrigens bis jetzt nicht geändert. Überhaupt, ist es nicht erstaunlich, wie unterschiedlich die Pandemie die Menschen in einem kleinen (und sehr wohlhabenden!) Land trifft? Viele meiner Musiker-Kollegen sagten mir im März: „Wir schaffen vier bis fünf Monate. Danach sind wir erledigt.“ Andere mochten kaum zugeben: „Mein Gehalt kommt regelmäßig, und so viel Zeit hatte ich mit meinen Kindern noch nie.“ Heute können hunderte Menschen in einem Flugzeug reisen aber nicht in einem Kon-

zertsaal nebeneinandersitzen. Liegt dies nur an fehlender Lobby der Kulturszene? Eigentlich wissen wir alle, dass Netflix kein Kino ersetzt und Youtube keine Konzerte. Wir werden ein lebendiges Kulturleben schmerzlich vermissen, wenn es erst einmal verschwunden ist. Also müssen wir einen Weg finden, verantwortungsvoll aber nicht zaghaft, dieses Kulturleben zu ermöglichen und zu schützen. Wir haben unser Programm letztlich in zwei Teile geteilt. Die Online-Edition im Juni hat 40.000 Zuschauer erreicht, nun freuen wir uns auf die Live-Edition im Dezember. Bis dahin werden wir noch einige Hürden nehmen müssen. Niemand weiß, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird. Auch sind Konzerte in Hallen, die mehr als halb leer sind, wirklich nicht der Traum eines Veranstalters. Aber ich bin überzeugt, dass wir ein Fest der Musik und Begegnung werden feiern können - verantwortungsvoll, aber nicht zaghaft. Herzlich Ihr Michael Dreyer Künstlerischer Leiter 
 Morgenland Festival Osnabrück www.morgenland-festival.com

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03 Grußwort 03 - Ingmar Lähnemann, Städtische Galerie Bremen 05 - Michael Dreyer, Künstlerischer Leiter Morgenland Festival Osnabrück 06 Inhalt 06 - Impressum 08 Bremen & Umzu 30 - Delmenhorst 32 - Worpswede 38 - Leer 40 - Stade 42 - Petershagen 44 - Syke 46 - Föhr 48 - Sögel 50 - Papenburg

52 Oldenburg & Umzu 55 - Emden 56 - Rastede 58 - Hude 59 - Wilhelmshaven 60 - Lingen 62 - Nordhorn 64 73 78 xx

Hamburg Osnabrück Münster Festivals / Konzerteck 32 - RAW Phototriennale Worpswede 70 - Lichtsicht Projektions Trienale Bad Rothenfelde 74 - Morgenland Festival Osnabrück

DAS TITELBILD Berührend Annäherung an ein wesentliches Bedürfnis 19. September 2020 bis 24. Januar 2021 Museen Böttcherstraße, Paula ModersohnBecker Museum, Ludwig Roselius Museum Böttcherstraße 6-10, 28195 Bremen www.museen-boettcherstrasse.de

Vivian Greven, Leea II, 2019, Öl auf Leinwand

Nicht nur die abgebildeten körperlichen Berührungen qualifizieren die insgesamt 65 Kunstwerke für dieses Projekt, sondern vor allem die emotionale Berührung, die durch die Eindringlichkeit der Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Videos hervorgerufen wird. → Seite 10

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day www.kunststueck-magazine.de

IMPRESSUM h2 werbeagentur + kunst Eva Hortenbach (V.i.S.d.P.) Zum Knapp 2 · 49565 Bramsche Tel: 05461 705 477 mail@kunststueck-magazine.de

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Redaktionsschluss für die Ausgabe Jan / Feb: 15. Dezember 2020 Anzeigenberatung: Klaus Hortenbach Tel: 05461 705 477 Mobil: 0152 389 510 24


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AUSSTELLUNGEN NOCH BIS 01.11.2020

BARKENHOFF LIA DARJES+MARTIN ROSSWOG+MARVIN SYSTERMANS

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HAUS IM SCHLUH RAFAEL GOLDCHAIN+ COSIMA HANEBECK+ECKHARD JOITE+ LUDWIG RAUCH WORPSWEDER KUNSTHALLE TINA BARA+ KLAUS DIERSSEN+NORMAN HOPPENHEIT+ IVANKA PENJAK+DITMAR SCHÄDEL+ +SAMMLUNG GABRIELE KOENIG

Foto ©Eckhard Joite, Berlin

GROSSE KUNSTSCHAU FRANK KUNERT+ CLAUDIUS SCHULZE+HENRIK SPOHLER

RAW-PHOTOTRIENNALE.DE WORPSWEDE-MUSEEN.DE

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Abb. oben: Elisabeth Frink, Goggle Head, 1969, Bronze, The Ingram Collection of Modern British Art, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Abb. Mitte: Suse Itzel, Gesa Lange, Tela Pattern, Nr.1, Filzstift auf Transparentpapier (Ausschnitt), 2020 Abb. unten: Stefan Tümpel, »Entweder … oder«, 2015, Eiche, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

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Robert Schad Bremen vierkant – bis 11. Oktober 2020 Robert Schad ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Stahlbildhauer. Er schafft aus massivem Vierkantstahl »Zeichnungen im Raum«.

Elisabeth Frink Man is an Animal 1. November 2020 bis 7. März 2021

Im 20. Jahrhundert steht Elisabeth Frink (1930-1993) an der Spitze der figürlichen Bildhauer Englands und ihr Œuvre genießt eine große Popularität in ihrem Heimatland. Für das europäische Festland bleibt sie dagegen eine völlig neu zu entdeckende Künstlerpersönlichkeit. Dies wird nun nachgeholt, nicht nur weil sich in ihren Plastiken viele Bezüge zur europäischen Kunstgeschichte finden lassen, sondern auch wegen der hohen Qualität ihres Werks. Die Ausstellung konzentriert sich auf ihre Darstellungen von Männern, die sie mit körperlicher Attraktivität verband, aber

gleichzeitig auch als Träger einer von Macht gesteuerten, brutalen und zerstörerischen Kraft betrachtete. Die zeitpolitischen Geschehnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit, deren Zeuge Frink war, gaben ihr dafür Impulse. Ihre Skulpturen besitzen Wucht und eine enorme Präsenz im Raum. Um diese Wirkung zu erreichen, setzt sie gezielt Masse, Volumen, plastische Kontraste und die Figur ein. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum Beelden an Zee in Den Haag (21.3. bis 6.6.2021). Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in niederländischer, deutscher und englischer Sprache.

Suse Itzel und Gesa Lange Tela 1. November 2020 bis 7. März 2021

Der Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses wird sich in einen Denkraum zur Architektur verwandeln. Dazu haben die Künstlerinnen Suse Itzel (geb. 1984) und Gesa Lange (geb. 1972) eine Rauminstallation geschaffen, deren Wandflächen und Bauteile ein neues Raumgefüge schaffen. Ausgehend von Raumvolumen und Innenform des Gebäudes werden die beiden eine Stahlkonstruktion als Raum im Raum bauen.

Die Struktur der Decke, die aus den zwei ineinander geschobenen Dächern des Pavillons entsteht, und die unregelmäßige Anordnung seiner Fenster werden – in verkleinertem Maßstab – in das Stahlgerüst übertragen. Die Konstruktion ist architektonischer Einbau, Objekt und Raumzeichnung zugleich. Die Kanten des realen Pavilloninnenraums werden durch dunkle Linien betont und verstärken den Eindruck einer räumlichen, mehrdimensionalen Zeichnung.

Stefan Tümpel Stühle mit Haltung 1. November 2020 bis 7. März 2021

Manchmal scheint es, als wäre die Bildhauerei eine Kunstform »zwischen den Stühlen«. Sie ist geformtes Objekt und Bild zugleich und von Werk zu Werk verschieben sich die Verhältnisse. Wann wird zum Beispiel Design zu Bildhauerei? Wenn es unbrauchbar wird, oder kommen andere Aspekte ins Spiel? Stefan Tümpel (geb. 1945) schuf Entwürfe für Stühle, auf denen man nicht sitzen kann, aber es zeigte sich, dass diese Stühle ganz andere Botschaf-

ten mit sich tragen. Sie agieren im Raum und daraus entwickelte Tümpel sogenannte »Ikonen« mit eigenwilligem Charakter. Es entsteht eine Art Körpersprache der Stühle, die Assoziation zu menschlichen Erfahrungen in der Kommunikation und im Miteinander erzeugen. Seine Stühle stehen oftmals für eine unbequeme, unangenehme und unsichere Situation, wie zum Beispiel während der Finanzkrise oder heute in der Corona-Pandemie.

Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen / www.marcks.de

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Berührend

Annäherung an ein wesentliches Bedürfnis 19. September 2020 bis 24. Januar 2021 Museen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum www.museen-boettcherstrasse.de Berührend – Die Doppeldeutigkeit im Titel der neuen Ausstellung des Paula Modersohn-Becker Museums ist ganz bewusst gewählt. Nicht nur die abgebildeten körperlichen Berührungen qualifizieren die insgesamt 65 Kunstwerke für dieses Projekt, sondern vor allem die emotionale Berührung, die durch die Eindringlichkeit der Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Videos hervorgerufen wird. Entstanden ist die Ausstellungsidee unter dem Eindruck der Abstands- und Distanzregeln zur Eindämmung des Corona-Virus im Frühjahr

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2020. Denn vor diesem Hintergrund wurden plötzlich die vielen Berührungen und ihre facettenreichen Erscheinungen in der eigenen Sammlung sichtbar, die dem thematischen Rundgang seine Struktur geben. Wesentliche Aspekte des menschlichen Daseins werden in der Ausstellung durch Kunstwerke von Marina Abramović, Ernst Barlach, Lucas Cranach d.Ä., Vivian Greven, Bernhard Hoetger, August Macke, Robert Mapplethorpe oder Paula ModersohnBecker visualisiert. Darunter Themen wie die


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Fürsorge einer Mutter für ihr Kind, die Verbundenheit zweier Liebenden, die Überschreitung von Grenzen oder unfreiwillige Nähe im Alltag. Der hohe Stellenwert der Berührung über die Kunst hinaus – für die Entwicklung des Menschen, für sein soziales Zusammenleben und seine Gesundheit – zeigt sich zudem durch Zitate, Texte und Videos von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Berufsgruppen: eine Domina spricht über die Lust am Schmerz oder ein Masseur über die heilende Wirkung einer Berührung, der Produktdesigner erläutert die Relevanz der Haptik für seine Entwürfe und eine Tangotänzerin die unausweichliche Körperlichkeit im Tanz.

Abb. linke Seite: Michael Wolf, Tokyo Compression # 75, 2010, © Estate of Michael Wolf, courtesy Galerie Wouter van Leeuwen, Amsterdam // oben: Open My Glade (Flatten), 2000, video installation by Pipilotti Rist (video still), © Pipilotti Rist, Courtesy the artist, Hauser & Wirth and Luhring Augustine // unten: Cornelia Schleime, Der Kuss, 2007, Acryl, Asphaltlack und Schellack auf Leinwand, Galerie Ludorff, Düsseldorf // darunter: Ulay/Marina Abramović, Light/Dark, 1977/1978, single channel video projection, black and white, loop, sound, 8'15'', © Ulay/ Marina Abramović, courtesy of the Marina Abramović Archives and LIMA/ VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Bitte NICHT berühren! – Dieses generelle museale Berührungsverbot gilt auch für diese Ausstellung. Doch kann die große Spannbreite an ausgestellten Werken veranschaulichen, wie sehr uns Kunst berühren kann, ohne sie selbst zu berühren. Öffentliche Führung: sonntags, 11.30 bis 12.30 Uhr Museen Böttcherstraße Paula Modersohn-Becker Museum Ludwig Roselius Museum Böttcherstraße 6-10, 28195 Bremen

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Heinz Peter Knes, Prozess

Heinz Peter Knes Fotografische Arbeit

27. September bis 22. November 2020 Künstlerhaus Bremen | www.kuenstlerhausbremen.de Fotografische Arbeit präsentiert Recherchen und Arbeiten aus unterschiedlichen Projekten des Künstlers Heinz Peter Knes (*1969, Gemünden am Main) und setzt diese in ein neues Verhältnis zueinander. Die Einzelausstellung umfasst Ausschnitte aus dem Fotoarchiv des Künstlers, sowie neues filmisches Material und Text. An der Wand entfaltet sich der fotografische Prozess: Fotos bilden Cluster, sind aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und generieren durch neue Konstellationen eine Reihe an formalen, sozialen und politischen Erzählungen. Durch den Raum ziehen sich drei Stationen, in denen geschichtliches Material in seine Bedeutungsebenen aufgefächert wird und entlang des Begriffs „Arbeit“ auch im Hinblick auf das politische Handeln gelesen werden können. So verbildlicht Knes Ephemera aus Hannah Arendts Archiv, befasst sich mit den Fotografien aus dem Denkmalensemble des Marx-Engels-Forums in Berlin, in denen von den Kämpfen der Arbeiterklasse erzählt wird und betrachtet Tilman Riemenschneiders Werk zur Zeit des Bauernkrieges.

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Welche Indikatoren bestimmen die fotografische Wahrnehmung und wie werden diese interpretiert? Durch die Materialsammlung fokussiert Knes das Produzieren, Zeigen und Lesen von Bildern und ihre Effekte auf das kollektive Bildgedächtnis. Recherche und Prozess werden offengelegt und Fotos aus einer formalen Lesart herausgenommen. Es sind Bilder, die selbst arbeiten und auf der Ebene der Objekte und des Prozesshaften agieren. Fotografische Arbeit ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Knes in Deutschland. Zur Ausstellung erscheint ein Handout mit einem Text von dem Autor Dominikus Müller. Die Ausstellung wird von einem digitalen Handapparat begleitet, in dem thematische Vertiefungen, Dialoge und Denkprozesse sichtbar gemacht werden. Über die gesamte Laufzeit werden diese mit Beiträgen von Künstler*innen und Autor*innen in Form von E-Mail-Aussendungen zugänglich gemacht. Künstlerhaus Bremen Am Deich 68/69, 28199 Bremen


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PROJEKTIONS-TRIENNALE PROJEKTIONS-TRIENNALE IN IN BAD BAD ROTHENFELDE ROTHENFELDE

23. 23. OKTOBER OKTOBER 2020 2020 BIS 21. FEBRUAR BIS 21. FEBRUAR 2021 2021 WELTWEIT EINMALIG WELTWEIT EINMALIG 1 KM KUNSTPARCOURS 1 KM KUNSTPARCOURS 10.000 QM SCHWARZDORNWAND 10.000 QM SCHWARZDORNWAND WWW.LICHTSICHT-TRIENNALE.DE WWW.LICHTSICHT-TRIENNALE.DE

Weltweit einmalig Weltweit einmalig Weltweit einmalig Weltweit einmalig Weltweit einmalig einmalig Weltweit einmalig 1km kmKunstparcours Kunstparcours Weltweit einmalig 1Weltweit 1 km Kunstparcours Weltweit einmalig 11 km Kunstparcours Weltweit einmalig km Kunstparcours kmKunstparcours Kunstparcours 11 km 10.000 m²Schwarzdornwand Schwarzdornwand 1 km Kunstparcours 10.000 m² 10.000 m² Schwarzdornwand 1 km Kunstparcours 10.000 m² Schwarzdornwand 1 km Kunstparcours 10.000 m² Schwarzdornwand 10.000 m²Schwarzdornwand Schwarzdornwand 10.000 10.000 m²m² Schwarzdornwand 10.000 10.000m² m²Schwarzdornwand Schwarzdornwand Künstler: Miao Xiaochun, Foto: Angela von Brill Gefördert Gefördert durch: durch: Gefördert Gefördert durch: durch: Gefördert Gefördert durch:durch: Gefördert Gefördert durch:durch: Gefördert Gefördert durch:durch:

Künstler: Miao Xiaochun, Foto: Angela von Brill 23.10.2020 21.02.2021 23.10.2020 - -21.02.2021 23.10.2020 -- 21.02.2021 23.10.2020 21.02.2021

23.10.2020 23.10.2020 -21.02.2021 21.02.2021 23.10.2020 -21.02.2021 23.10.2020 ----21.02.2021 23.10.2020 21.02.2021 23.10.2020 21.02.2021 kunst:stück

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Matthias Ruthenberg, RE, 2020, Bleistift auf Papier, Foto: Fred Dott

Nora Olearius / Matthias Ruthenberg (null-)morpheme Selbstwertpapiere

11. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 Städtische Galerie Bremen | www.staedtischegalerie-bremen.de Nora Olearius und Matthias Ruthenberg zeigen gemeinsam aktuelle Arbeiten unter dem Titel „(null-)morpheme Selbstwertpapiere“. Sie laden ein, im Vergleich von Gemeinsamkeiten und Unterschieden ihrer künstlerischen Ansätze weitere Dimensionen der beiden ohnehin vielfältigen jungen Bremer Positionen zu erschließen,

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die jeweils den Bremer Förderpreis für Bildende Kunst gewonnen haben, wozu auch eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Bremen gehört. Dabei wird deutlich, dass beide Künstler*innen sprachliche Setzungen bearbeiten und eine Zeichenanalyse betreiben, die gemäß des selbst gewählten Titels ihrer Ausstellung


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Nora Olearius, Schloss Neuschwanstein (Detail 2), aus der Serie Malen nach Zahlen, 2020

zwar konzeptuell fundiert, aber absurd humorvoll gebrochen ist und eine eigene poetische Ebene aufweist. Die sprachlich neu-erfundenen Selbstwertpapiere stellen sich im Werk beider Künstler*innen als vorwiegend zeichnerische Ansätze dar, wobei vor allem Matthias Ruthenberg für seine Verhältnisse wenig auf Papier arbeitet und sich der materiellen Herausforderung gestellt hat, auf und in Rigips-Platten zu zeichnen/arbeiten. Hier untersucht er unter anderem Muster, die er im Alltag findet, so zum Beispiel die spezifische Ornamentik der Polstersitze deutscher und französischer Regionalzüge, anhand derer er somit nebenbei nationalstaatliche Zuschreibungen auf ihre kleinsten Bedeutungsträger reduziert und sie gleichzeitig ad absurdum führt. Morpheme eben, die gleichzeitig Nullmorpheme sind, was einen guten Vergleich zu Nora Olearius´ Analyse des „Malens nach Zahlen“ bietet. Dieses scheinbar einem konzeptuellen künstlerischen Ansatz verpflichtete Malverfahren, das zwar einer Formel folgt und den genialen künstlerischen Autor ausblendet, gleichzeitig aber kreative Handlungen auszuschließen scheint und zudem noch ein realistisches Meisterwerk imitiert, zerlegt

sie mit mathematischer Akribie in seine Einzelteile. Sie untersucht Farbwerte nach ihrem Vorkommen und überführt ihre Analysen in diagrammartige Zeichnungen und Skulpturen, die letztlich immer noch eine Darstellung der realistischen Vorlage (z.B. Schloss Neuschwanstein) beinhalten, aber wie konkrete Kunst aussehen, in der Verhältnisse Rhythmen ergeben und zeichnerische Partituren zu entstehen scheinen. Diese musikalische Ebene spielt auch für Matthias Ruthenberg eine Rolle, dessen Zeichnungen und Zeichen als rhythmische Variationen eines Themas lesbar sind. Mit einer Schallplattenedition hat er diese Ebene auch direkt umgesetzt. Beide Künstler*innen haben zudem speziell für die Ausstellung eine gemeinsame Edition erarbeitet und stellen neue Publikationen zu ihren Werken vor. Parallel zeigt die Städtische Galerie Bremen in der von Marikke Heinz-Hoek kuratierten Videokunstreihe „screen spirit_ continued“ die Arbeit „Totensonntag“ von Oliver Möst. Städtische Galerie Bremen Buntentorsteinweg 112, 28201 Bremen

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Gabriele Straub

Die Farbe des Himmels erhalten 25. Oktober bis 15. November 2020 Vernissage 25.10.2020 und Finissage 15.11.2020, je um 11–15 Uhr Kunst [ ] Raum Bremen | www.kunstraum-bremen.de Gabriele Straub arbeitet in unterschiedlichen Techniken, wie Tuschpinselzeichnungen, Collagen, Eitempera und Aquarellarbeiten. Mittels dieser vielfältigen Arbeitsweisen widmet sie sich Themen wie Farbe und Natur, diese spiegeln sich auch in den Titeln der Werke wider. So auch in der kommenden Ausstellung „Die Farbe des Himmels erhalten“, in welcher eine stellvertretende Auswahl aus ihren verschiedenen Serien präsentiert wird. Die Komposition in ihren Aquarellen wirkt durch die feingliedrigen und rhythmisierten Formen harmonisch ruhig, aber gleichermaßen mitreißend, da der Blick von einer Form zur nächsten fliegt. Es zeigt sich ein Farbkosmos, der sich aus Gegensätzen vereint. In diesen Gegensätzen begegnen sich Erde und Himmel. Mit der Ausstellung setzt sie die Zusammenarbeit mit Ute Seifert, ebenfalls bildende Künstlerin und Leiterin des Kunst [ ] Raum Bremen, fort. Die Reutlinger Künstlerin war bereits im Jahr 2011 mit einer Einzelausstellung unter dem Titel „Collagen“ im Kunst [ ] Raum zu sehen. Zur Vernissage am 25.10.2020 wird auch die Künstlerin von 11–15 Uhr anwesend sein und die Gäste empfangen. Die Finissage findet folglich am 15.11.2020 von 11–15 Uhr statt. Für die Veranstaltungen sind die zu den gegebenen Zeiten geltenden Coronaregelungen zu beachten. Der Einlass erfolgt nur mit Maske, maximal 10 Personen gleichzeitig.

Gabriele Straub, Acht Jahreszeiten, 2018, Aquarell / Bütten, 76,5 x 28,5 cm

––– Der Kunst [ ] Raum stellt Gabriele Straubs Aquarellwerke und Tuschpinselzeichnungen, aus „Die Farbe des Himmels erhalten“, vom 25.10. – 15.11.2020 samstags von 14–18 Uhr, sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0151 12755983, aus. Kunst [ ] Raum Bremen Rückertstraße 21, 28199 Bremen

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BE RUHR RUHR END

19.9.2020–24.1.2021 PAULA MODERSOHN-BECKER MUSEUM

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Lukas Klose, Are You ok, 2020

Are You ok? Are we Ok?

Perspektivwechsel in Bild und Text im April/Mai 2020 Masterstudio Kultur und Identität | Hochschule für Künste Bremen 20. November bis 13. Dezember 2020 galerie mitte im Kubo | www.galeriemitte.eu Es gehört mittlerweile zur Tradition des Studiengangs Studio Kultur und Identität einmal im Jahr eine Fotoexkursion zu unternehmen, die im Anschluss in einer Publikation und einer Ausstellung präsentiert wird. Schon mehrfach war die Galerie Mitte Bremen Austragungsort für diese Veröffentlichung. Eigentlich sollte es vom 16.4. bis zum 25.4.2020 nach Vilnius in Litauen gehen. Als klar wurde, dass die Pandemie auch den Studienablauf beeinflussen würde, entwickelte sich das geplante Vilnius–Vorhaben zu einer Reise in die digitale Kommunikation. „Alles ändert sich. Zunehmend. Schnell. Scheinbar. Spürbar.“ Die Ausstellung Are you ok? Are we ok? zeigt die Perspektivwechsel in Bild und Text ausgehend vom April/Mai 2020.

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„Wir und unsere Geschichten kommen aus Essen, Bremen, Hamburg, Wuppertal und China.“ Masterstudio Kultur und Identität, HfK Bremen Teilnehmende Künstler*innen: Lotte Agger, Qiao Ban, Simon Barth, Franziska Eggelmann, Lina von Aruntowski, Lukas Klose, Laura Peral, Zana Mihajlovic, Ana Rodriquez, Anja Segermann, Jiayi Wu, Xiang Yan, Shih-Hsuan Yen ––– Eröffnung & Katalog Release: Freitag 20 Nov 2020,19 Uhr bitte anmelden bei: kontakt@galeriemitte.eu ––– Öffnungszeiten: Donnerstag / Freitag, 15 bis 18 Uhr + Samstag 14 bis 18 Uhr und gerne nach Vereinbarung galerie mitte im Kubo Beim Paulskloster 12, 28203 Bremen


MORGENLAND FESTIVAL OSNABRUECK

BALKANS BEYOND BRASS

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03.12. 06.12.

LIVE EDITION MEHR INFORMATIONEN UNTER

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Sybille Hentschel, Zeit, Acryl und Öl auf Leinwand, 100 x 110 cm, 2017

Sybille Hentschel Illusionen – Träume

11. Oktober (Eröffnung: 16–20 Uhr) bis 20. Dezember 2020 Atelier Brandt Credo | www.atelier-brandt-credo.de Illusionen – Träume. Treffender kann der erste Eindruck einer Ausstellung kaum sein. Die großformatigen Werke in der Galerie im Altbremer Haus ziehen den Blick an, spielen mit Illusionen und lassen in Träume abtauchen. Die Besucher der Ausstellung lassen sich auf eine Bildwelt ein, die der Phantasie und eigenen Interpretationen Raum lässt. Behutsam beobachtend nähert sich Sybille Hentschel ihren Figuren, die in eigenen Betrachtungen und Gedanken versunken sind. Mit abgewandtem Gesicht dargestellt, strahlen sie oft aber auch eine leichte Verträumtheit aus, die sich in Körperhaltung und Körpersprache wiederfindet. Für die Künstlerin ist wichtig: „Es entsteht eine gewisse Abstraktion. Gesichter werden nicht gezeigt, es werden damit Stimmungen neutralisiert.“ In der Genauigkeit der Haltungen und Proportionen zeigt sich künstlerische Meisterschaft. Dabei ist das technische Können nicht vorrangig für das Abbild eingesetzt, sondern ganz in den Dienst des Aufbaus einer Atmosphäre, einer Stimmung gestellt, die bei aller Präsenz immer ein Stück Geheimnis und Rätselhaftigkeit behält. In ihrer Sichtweise lässt Sybille Hentschel sich gern von den

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Motiven Caspar David Friedrichs inspirieren. Als einer der bedeutendsten Künstler der Frühromantik beherrschte er das Spiel mit Licht und Schatten, ebenfalls malte er Personen vielfach in der Rückansicht. In den Werken von Sybille Hentschel findet sich das Spiel von Licht und Schatten mit großer Tiefenwirkung in der Eleganz von Faltenwürfen und Rüschungen wieder. Der Raum um die dargestellten Personen ist komplett ausgeblendet, zusätzliche Elemente, dazu gehören auch Flächen, Schatten und Podeste, können jedoch Teil einer erdachten Geschichte sein. Das Bild wird Ereignis mit Dingen, die uns vertraut vorkommen und doch geheimnisvoll agieren. Das Werk „Zeit“ nimmt zur Figur unverhofft ein anderes Element auf: Ein Band, das schwebt, sich schlängelt, dreht und von einer Lichtquelle eine dreidimensionale Wirkung bekommt. Bänder in leichter, organischer Anmutung sind in einer weiteren Werkreihe dieser Ausstellung zu entdecken: In Öl auf Leinwand ist die Illusion von endloser Form umgesetzt. Atelier Brandt Credo Meyerstraße 145, 28201 Bremen


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DIE SAMMLUNG BUNTE

EXPRESSIONISTISCHE MEISTERWERKE DES 20. JAHRHUNDERTSBUNTE DIE SAMMLUNG

Hermann Stenner, Skizze zu einem Selbstbildnis, 1912, Öl auf grober Sackleinwand, 65x47 cm

Expressionistische Meisterwerke des 20. Jahrhunderts

12. Juli bis 25. Oktober 2020

12. Juli bis 25

12. Juli – 25. Oktober 2020 AUSSTELLUNGSZENTRUM GUT ALTENKAMP Papenburg-Aschendorf · Dienstag – Sonntag von 10 – 17 Uhr · www.gut-altenkamp.de

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp

AUSSTELLUNGSZENT Papenburg-Aschendorf Dienstag – Sonntag von 10 – 17 Uhr Tel. 04962 6505 | www.gut-altenkamp.de

Papenburg-Aschendorf · Dienstag – Son

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Abb. oben: Rose K.–Gesing // unten: Swantje Neubauer-Vaudlet

24. Offene Ateliers

8. November 2020, 11–18 Uhr rund um den Industriehafen in Bremen-Gröpelingen

Von vielen unbeachtet haben wir Kunstschaffende während der Coronakrise in unseren Ateliers weiter gearbeitet. Nun trotzen wir der Pandemie auf unsere Weise:

wir laden ein zum Besuch in unsere Hafenateliers. Der Sommer war extrem schwierig für alle Maler und Bildhauer, Fotografen und Performance-Künstler. Nun öffnen 24 Künstlerinnen und Künstler aus 4 Häusern ihre Ateliers: Kap-Horn-Straße 7+9, Louis-Krages-Straße 26 und Use Akschen 91. Gerade wegen der Einsamkeit im Atelier vermissen wir die Kommunikation mit Kunstfreunden und Sammlern und auch die öffentliche Anerkennung durch Ausstellungen und Besucher am Arbeitsplatz. Umso mehr freuen wir uns auf die offenen ateliers, die natürlich bei strikter Einhaltung der aktuellen Infektionsschutzverordnung stattfinden! Coronabedingt gibt es leider keine Eröffnung mit Musik, und es können weder Getränke noch Essen gereicht werden. Aber wie immer ist der Eintritt natürlich frei! Was erwartet die Besucher? Den Hunger auf Bilder stillen Malerei und Zeichnung, Skulpturen, Schmuck, Porzellanobjekte und Collagen, ein neues Fotostudio und ein Tonstudio warten auf Interessenten. Es gibt Kunst mit Text und

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Juliane Stegmann-Trede

Bücher aus Metall. Auch Klangkunst ist dabei. Zu sehen sind experimentelle ästhetische Mischformen – ein Bogen von analoger über experimentelle bis zu digitaler Kunst, darunter Einzel- und Gemeinschaftsarbeiten, sowie literarische Lesungen. Was gibt es zu erleben? Seit unseren Anfängen in den 1990er Jahren sind Zahl und Vielfalt der Kunstangebote am Hafen deutlich gewachsen. Wir hoffen, dass die intensive Arbeit der Künstlerinnen und Künstler im Lock-Down auf reges Interesse stößt. Überzeugen Sie sich vor Ort vom künstlerischen Engagement in Bremen heute! Wir erwarten Sie direkt an unseren Arbeitsplätzen! Durchstöbern Sie Magazine, blättern Sie in Mappen oder drehen Sie mal ein mit dem Gesicht zur Wand stehendes Gemälde um! Nicht zuletzt hat jeder interessierte Kunstfreund die Chance, hautnah mit uns Künstlerinnen und Künstlern das Flair der Künstlerräume kennenzulernen und Blicke auf die maritime Kulisse zu werfen. Erfragen Sie Hintergründe und Arbeitsbedingungen freier künstlerischer Produktion! Sprechen Sie in Ruhe über die aktuelle Stimmung mit den Kreativen! Und bei all dem können Sie ja vielleicht genau das Kunstwerk entdecken, das Sie schon immer gesucht haben.(Text: Rainer B. Schossig) ––– Führungen um 15 Uhr und um 16 Uhr!

Atelierhäuser Kap-Horn-Straße 7/9 Use Akschen 71 Louis-Krages-Straße 26 ↗ www.offene-hafenateliers.de ↗ facebook.com/offeneHafenateliers Katina Georgoulas, Ade, 2020, 30 x 20 cm

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Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen T. 0421 329080 | www.kunsthalle-bremen.de – Kunstpreis der Böttcherstraße in Bremen 2020 | bis 1.11. – Die Picasso-Connection. Der Künstler und sein Bremer Galerist | 21.11.20 bis 21.03.21 – Soma. Luisa Eugeni und Mattia Bonafini | 05.12.20 bis 28.02.21

Elisabeth Frink, Goggle Head, 1969, Bronze, The Ingram Collection of Modern British Art, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Gerhard Marcks Haus

Nora Olearius, Schloss Neuschwanstein (Detail 2), aus der Serie Malen nach Zahlen, 2020, Städtische Galerie Bremen

Gerhard-Marcks-Haus | Am Wall 208 | 28195 Bremen T. 0421 9897520 | www.marcks.de – Robert Schad. Bremen vierkant | bis 11.10. – Jussuf Abbo. Auf Augenhöhe | bis 11.10. – Martin Koroscha. Stream - Rhytmus ohne Repetition | bis 11.10. – Elisabeth Frink. Man is an Animal | 1.1.20 bis 7.3.21 – Stefan Tümpel. Stühle mit Haltung | 1.1.20 bis 7.3.21 – Suse Itzel und Gesa Lange. Tela | 1.1.20 bis 7.3.21 Weserburg – Museum für moderne Kunst | Teerhof 20 | 28199 Bremen | T. 0421 5983970 | www.weserburg.de – Norbert Schwontkowski | bis 10.1.21 – So wie wir sind 2.0 | bis 10.1.21 – Elina Brotherus. Why not? | 25.10.20 bis 21.2.21 – Christmas Gift | 13.11.20 bis 10.1.21 – Shunted Sculptures Fleeting Words | 28.11.20 bis 31.1.21 Städtische Galerie | Buntentorsteinweg 112 | 28201 Bremen | T. 0421 3615826 | www.staedtischegalerie-bremen.de – Nora Olearius + Matthias Ruthenberg. (null-)morpheme Selbstwertpapiere | 11.10.20 bis 10.1.21 – screen spirit_continued # 23 / Oliver Möst. Totensonntag Videokunst-Reihe im Voyer der Galerie | 11.10.20 bis 10.1.21

Michael Wolf, Tokyo Compression # 75, 2010, © Estate of Michael Wolf, courtesy Galerie Wouter van Leeuwen, Amsterdam, Museen Böttscherstaße

Übersee-Museum Bremen | Bahnhofsplatz 13 | 28195 Bremen | T. 0421 160380 | www.uebersee-museum.de – Junge Wilde – Tierisch erwachsen werden! | 24.10.20 bis 11.4.21 – Aus den Augen? Postkoloniale Fragmente | bis 1.11. Museen BöttcherstraSSe | Böttcherstraße 6–10 | 28195 Bremen | T. 0421 3388222 | www.museen-boettcherstrasse.de –Berührend – Annäherung an ein wesentliches Bedürfnis | 24.1.21

Lukas Klose, Are You ok, 2020 Galerie Mitte

Sybille Hentschel, Zeit, Acryl und Öl auf Leinwand, 100 x 110 cm, 2017, Atelier Brandt Credo

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kunst:stück

Galerie mitte im Kubo | Beim Paulskloster 12 | 28203 Bremen | T. 0421 76026 | www.galeriemitte.eu – Different States. Photography and Graphics in Sarajevo, Bosnia and Herzegovina, Studio Kultur und Idendität / HFK Bremen | bis 25.10 – Are You ok? Are we Ok? Perspektivwechsel in Bild und Text im April/Mai 2020 | 20.11. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 13.12. Atelier Brandt Credo | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen T. 0421 558455 | www.atelier-brandt-credo.de – Sybille Hentschel. Illusionen - Träume | 11.10. (Eröffnung: 16 Uhr) bis 20.12.


Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr Donnerstag 10 – 21 Uhr Am Wall 208 28195 Bremen

Elisabeth Frink

On loan to Yorkshire Sculpture Park in accordance with the wishes of the artist’s late son, Lin Jammet © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

»Man is an Animal«

1. November 2020 bis 7. März 2021

In Kooperation mit

freundes kreis

Gefördert von

Medienpartner


. bremen

Galerie Ohnesorge | Contrescarpe 36 | 28203 Bremen | T. 0421 327550 | www.galerie-ohnesorge.de – Hommage á Paul Celan: Markus Daum, Thomas Duttenhoefer, Alexander Polzin, Joseph Semah | November / Dezember 2020

Heinz Peter Knes, Prozess Künstlerhaus Bremen

Künstlerhaus Bremen | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen T. 0421 508598 | www.kuenstlerhausbremen.de – Heinz Peter Knes. Fotografische Arbeit | 27.9. bis 22.11. – Bremer Atelierstipendium 2020. Irene Strese | 9.12.20 bis 17.1.21 – Jahresgaben 2020 | 9.12.20 bis 17.1.21 Kunstmix | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18 28195 Bremen | T. 0421 68534406 | www.kunstmixbremen.de – Udo Reutter. Farbmalerei | 4. (Eröffnung: 15-17 Uhr) – 30.10. – Elizabeth Förster. Geschichtet | 1. (Eröffnung: 15-17 Uhr) – 27.11. – kunstmix & friends. Leuchtstoff | 29.11.20 (Eröffnung: 15-17 Uhr) bis 22.1.21

Elizabeth Förster kunstmix Produzentengalerie

Nordatlantischer Seehase, Hafenmuseum Speicher XI

Rivane Neuenschwander & Sérgio Neuenschwander, Sunday (Domingo), 2010, HD digital video, 5:17 min , Courtesy the artist and Tanya Bonakdar Gallery, New York / Los Angeles ; Fortes D’Aloia & Gabriel, Brazil; Stephen Friedman Gallery, London , Städtische Galerie Delmenhorst

GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | Teerhof 21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | www.gak-bremen.de – GAK40 – 40 Jahre Gesellschaft für Aktuelle Kunst| bis 31.12. – GAK Projekte: Alex Beriault | bis 15.11. – gerlach en koop. Was machen Sie um zwei? Ich schlafe. | 19.9. bis 20.12. Galerie des Westens | Reuterstraße 9–17 | 28217 Bremen T. 0421 3807990 | www.gadewe.de – Hanswerner Kirschmann. Die Ränge der Advokaten – Pult Klamms. Installation Skulptur Zeichnung | bis 9.10. Galerie Herold | Künstlerhaus Güterbahnhof Beim Handelsmuseum 9 | 28195 Bremen | www.galerieherold.de – Mari Lena Rapprich. beetween lines | 16.10. bis 8.11. – Kirsten Borchert. The End | 13.11. bis 13.12. Hafenmuseum Speicher XI | Am Speicher XI 1 | 28217 Bremen | T. 0421 3038279 | www.hafenmuseum-speicherelf.de – Raum für Vermutungen.Vom Finden und Erfinden. Von Archäologie und Literatur. | bis 29.11. – Dauerausstellung: Hafengeschichte zum Anfassen. Erleben Sie 120 Jahre bremischer Hafengeschichte: Städtische Galerie Delmenhorst | Fischstraße 30 Delmenhorst | www.staedtische-galerie-delmenhorst.de – Meeting in Language. Gruppenausstellung | 10.10.20 bis 10.1.21

Albrecht/Wilke, Bei Gitti, 2020, 120 x 100 cm, Öl, Acryl auf Leinwand, Syker Vorwerk

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kunst:stück

Syker Vorwerk | Waldstraße 76 | 28857 Syke | T. 04242 577410 | www.syker-vorwerk.de – Liebesgrüße aus Syke. Albrecht/Wilke und Mehmet & Kazim | bis 22.11. – Marina Schulze. shallow depth | 13.12.20 bis 21.02.21


Nso Nora Olearius NoaraO iu r O a le r Nleroiaru +arsiusra N  +  +oMatthias M aia attlte ss M t OaleaO h h   + i a a  +orM O M R a Ruthenberg s Ru ae rlieuas uttthheiR anb g rtgg e t t u N R t h b r r ehrpthhiaehsm e u ( b eriu t n i n nautuh a e o  + M((n l l m )m e ) e h ll u m p-rhnteb-nm s r r p ()n m Stueow s l o R e l e ( nS uuSeeulblb r e b l g l t s ) rm )rem ll spStaew l er e b t   S p(anll-paip w o t r s l s p o b ie elb hgem raeprierees tw r p pa elbp  S)e w m p pie stpwaopripeierree eerrt th-em e - e re er phe t- m 11. Okt. 20 e   — 10. Jan. 21 Di. bis Mi.: auf Anfrage Do. – So.: 12 – 18 Uhr Mo.: geschlossen

Städtische Galerie Bremen Buntentorsteinweg 112 28201 Bremen

T.: +49 (0) 421-361 58 26 staedtischegalerie-bremen.de staedtische-galerie@kunst.bremen.de

SEE STÜCKE FAKTEN & FIKTION

Angelika Arendt Jessica Backhaus Yto Barrada Julius von Bismarck Laurence Bonvin Astrid Busch Yvon Chabrowski Lia Darjes Sven Drühl Simon Faithfull Christine de la Garenne Eva Grubinger Moritz Hirsch Inka & Niclas Tobias Kappel Jochen Lempert Christian Niccoli Charles Pétillon Sheila Rock Miguel Rothschild Nasan Tur Sascha Weidner Rebecca Wilton

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Hauptstraße 1 25938 Alkersum/Föhr mkdw.de

Julius von Bismarck, Punishment #7, 2011, Courtesy Julius von Bismarck und alexander levy, Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020


. bremen & umzu

Nezaket Ekici, Hauptpreisträgerin 2018, vor dem Bronzekopf von Paula Modersohn-Becker, Foto: © Jost Wischnewski/Worpsweder Museumsverbund

RAW | © Rüdiger Lubricht, Haus im Schluh Worpswede

Die Worpsweder Museen | Barkenhoff | Große Kunstschau | Haus im Schluh | Worpsweder Kunsthalle | T. 04792 3968 I www.worpswede-museen.de – RAW Phototriennale Worpswede 2020 | bis 1.11., Fotokunst in allen vier Worpsweder Museen – NATUR – UNART – UNRAT. Der Totalkünstler Timm Ulrichs| bis 1.11., Barkenhoff – Paula Modersohn-Becker Kunstpreis 2020 | 14.11.20 bis 7.3.21, Barkenhoff + Große Kunstschau – Meckseper, Janssen, Piening - Grafik und Objekte | 14.11.20 bis 7.3.21, Kunsthalle Galerie des nwwk im Village | Bergstraße 22 | 27726 Worpswede | www.nwwk.de – Klaus Zwick und Maryam Motallebzadeh. zu zweit in Worpswede | bis 15.12. Historisches Museum Bremerhaven | An der Geeste 27570 Bremerhaven | T. 0471 308160 | www.historischesmuseum-bremerhaven.de – Faszination Windjammer. SAIL Bremerhaven 1986–2020 bis 1.11. Kunstverein Bremerhaven von 1886 e. V. | Karlsburg 1/4 | 27568 Bremerhaven | www.kunstverein-bremerhaven.de – Invitation to Love - a groupshow curated by FORT | bis 1.11.

© Maryam Motallebzadeh Galerie des NWWK im Village

Deutsches Pferdemuseum e.V | Holzmarkt 9 | 27283 Verden / Aller | T. 04231 807140 | www.dpm-verden.de – Die Geschichte der Pferde erleben | Dauerausstellung – Wild Horses. Einblicke in die Arbeit des Tierfilmers Mark Lubetzki | bis 25.10 Kunsthaus Stade | Wasser West 7 | 21682 Stade | T. 04141 7977320 | www.museen-stade.de – Hans Thuar und August Macke. Ziemlich beste Freunde | 19.9.20 bis 10.1.21 // Kunsthaus – Wege in den Himmel. Pilgerspuren im Norden | 3.10.20 bis 14.2.21 / Schwedenspeicher

August Macke, um 1905 © Museum August Macke Haus, Kunsthaus Stade

Schloss Agathenburg | Hauptstraße | 21684 Agathenburg | T.04141 64011 | www.schlossagathenburg.de – Götz Lemberg. Licht | 4.10. bis 29.11.

Ausstellungsimpression: Jochen Hein, Nordsee, 2003, Acryl auf Jute, 145 x 540 cm, Museum Kunst der Westküste, Alkersum/ Föhr, zu sehen in der Ausstellung „Neue Schätze im MKdW“

Museum Kunst der Westküste | Hauptstraße 1 | 25938 Alkersum/Föhr | T. 04681 747400 | www.mkdw.de – SEE STÜCKE. Fakten und Fiktion | bis 10.1.2021 – Seestücke. Von der Romantik bis zur Klassischen Moderne bis 10.1.2021 // Seestücke. Von der Romantik bis zur Klassischen Moderne gibt einen Überblick über die Entwicklung der Bildgattung Seestück und begleitet sinnfällig die auf die Gegenwartskunst fokussierende Parallelschau SEE STÜCKE. Fakten und Fiktion.


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GALERIE MITTE Bremen

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Die Hausbesuch-Kurzausstellungen verstehen sich als flüchtige Kunst-Interventionen im privaten Wohnraum, als ein kurzes Zusammentreffen von Privatheit und Öffentlichkeit. Private Räume werden zum Kunstort: Der Kühlschrank, eine wilde Ecke, ein Bauernschrank, alles bleibt an seinem Platz und wird für einen Tag mit Kunst aus dem „White Cube“ konfrontiert, von Künstler*innen persönlich bespielt. Die Gäste der Ausstellung halten sich für einen geplanten Moment in einem ihnen unbekannten privaten Raum auf und begegnen der Kunst im ungewohnten Kontext. Die Gastgeber*innen stellen ihren privaten Lebensbereich zur Verfügung und erleben Künstler*innen samt Kunst und Publikum in ihren eigenen vier Wänden.

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Galerie Mitte im KUBO Bremen, Beim Paulskloster 12, 28203 Bremen kontakt@galeriemitte.eu


. delmenhorst

Rivane Neuenschwander & Sérgio Neuenschwander, Sunday (Domingo), 2010, HD digital video, 5:17 min Courtesy the artist and Tanya Bonakdar Gallery, New York / Los Angeles ; Fortes D’Aloia & Gabriel, Brazil; Stephen Friedman Gallery, London

Meeting in Language Lernen und Lehren von Sprachen in der Kunst Gruppenausstellung

10. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 Städtische Galerie Delmenhorst | www.staedtische-galerie-delmenhorst.de „Meeting in Language“ zeigt, dass die Gegenwartskunst weit mehr zu bieten hat als ein mit Trigger-Vokabeln vollgepumptes International Art English. Zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen interessieren sich für das Lernen und Lehren von fremden Sprachen. Sie befassen sich visuell beredt mit dem Alphabet, mit dem Entstehen neuer und dem Untergang alter Sprachen, mit dem kniffeligen Feld der Übersetzung. Sie kommunizieren mit Tieren und Pflanzen und stellen in einer globalen Welt die Frage: Wer lehrt wem wie zu sprechen? Wer hat Macht? Zu sehen sind Installation, Skulptur, Video, Arbeiten auf Papier und Künstlerbücher. Der Titel der Ausstellung, „Meeting in Language“, ist von Tine Melzer entliehen. Sie ist mit ihrem eindrucksvollen Werk „The

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kunst:stück

Complete Dictionary“ und einem neuen, in Kooperation mit David Zürcher entstandenen Künstlerbuch vertreten. Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler: Sonja Alhäuser, Tauba Auerbach, John Baldessari, Alighiero Boetti, Willem Boshoff, Franz Burkhardt, Rainer Ganahl, Gelitin, Rolf Giegold, Katie Holten, Fumiko Kikuchi, Rivane Neuenschwander & Sérgio Neuenschwander, Via Lewandowsky, Katrin von Maltzahn, Tine Melzer, Wolfgang Müller, Esra Oezen, Paulina Ołowska, Nico Pachali, Dan Perjovschi, Rima Radhakrishnan, Karin Sander, Ul Seo, Slavs and Tatars, Tommy Støckel, Timm Ulrichs, Zhé Wang, Peter Zizka, David Zürcher Städtische Galerie Delmenhorst Fischstraße 30, 27749 Delmenhorst


. bremen

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. worpswede

Endspurt für die RAW Phototriennale Worpswede Ausstellungen und Veranstaltungen noch bis zum 1. November

Worpswede | www.raw-phototriennale.de | www.raw-frei-haus.de Letzte Gelegenheit für alle, die die Ausstellungen der RAW Phototriennale in Worpswede noch nicht gesehen haben: Nur noch bis zum 1. November sind in den vier Museen der Künstlerkolonie die Hauptausstellungen des Fotofestivals zu sehen, das in diesem Jahr bereits seine dritte Auflage erlebt. Furore machte »RAW« bereits in der Anfangsphase der Coronazeit mit seinem deutschlandweit beachteten Online-Format »RAW-FREI-HAUS«. In aufwändig produzierten Ausstellungsrundgängen und Künstlergesprächen präsentierten die Festivalmacher bereits zu Lockdown-Zeiten die spektakulären Ausstellungen aktueller

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kunst:stück

Fotografie, die inzwischen auch live zu erleben und von den Museen bis in den Spätherbst hinein verlängert worden sind. Die Themen beziehen sich dabei jeweils direkt auf das Profil des jeweiligen Museums, so dass spannende Bezüge der ausgestellten Werke zu den traditionellen Werken der »Alten Worpsweder« entstehen. Die Ausstellung »Fokus Heimat« im Barkenhoff schlägt eine lebendige Brücke zwischen der durchgestalteten Lebenswelt des Jugendstilkünstlers Heinrich Vogeler und heutigen Blicken auf den Begriff der Heimat. In der Großen Kunstschau sind im Rahmen von »Fokus Landschaft« vielgestaltige Interpretationen des Themas Land-


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DIE AUSSTELLUNGEN Barkenhoff

Lia Darjes, Martin Rosswog, Marvin Systermans

Große Kunstschau

Frank Kunert, Claudius Schulze, Henrik Spohler

Haus im Schluh

Rafael Goldchain, Cosima Hanebeck, Eckhard Joite, Ludwig Rauch

Worpsweder Kunsthalle

Tina Bara, Klaus Dierßen, Norman Hoppenheit, Ivanka Penjak, Ditmar Schädel, Sammlung Gabriele Koenig www.raw-phototriennale.de www.worpswede-museen.de

links oben: © Rüdiger Lubricht, Haus im Schluh // rechts: © Rüdiger Lubricht, Barkenhoff // unten links: © Rüdiger Lubricht, Worpsweder Kunsthalle // rechts: © Rüdiger Lubricht, Große Kunstschau

schaftsfotografie zu sehen, die vor allem die ökologische Komponente des heutigen Verbrauchs von Natur in den Blick nehmen. »Fokus Zeitenwende« in der Worpsweder Kunsthalle blickt zurück auf die Fotografie der DDR und die Folgen der Wende nach 1989. Mit der Sammlung Gabriele Koenig ist dort eine der bedeutendsten Privatsammlungen zur Fotokunst des anderen Deutschlands überhaupt erst zum zweiten Mal öffentlich zu sehen. Zu einem absoluten Publikumsmagneten hat sich schließlich die Ausstellung »Fokus Mensch« im Haus im Schluh entwickelt. Die fiktive Ahnengalerie des jüdisch-kanadischen Fotografen Rafael Goldchain begeistert die Besucher ebenso wie die spektakulären Portraits von Punks und Nachtschwärmern des heutigen Berlin von Eckard Joite. Mit diesen vier Ausstellungen bietet die RAW Phototriennale einen künstlerisch

hochwertigen und zugleich abwechslungsreichen Querschnitt moderner und zeitgenössischer Fotografie und setzt damit erneut einen spannenden Impuls im Künstlerort Worpswede. Zum Abschluss des Fotofestivals bieten die RAW-Macher als kleine Entschädigung für das im Frühjahr entfallene Festivalprogramm zudem mehrere Veranstaltungsformate an. Neben mehreren Filmen und Künstlergesprächen sind im Laufe des Oktobers auch eine Brecht-Revue mit Fotoprojektionen und spannende Vorträge unter dem Titel »Exploring Reality« geplant. Hier geben vier Fotograf*innen Einblicke in unterschiedlichste Aspekte ihrer Arbeit. Hinweise zu allen Terminen und Orten der Veranstaltungen und den Anmeldemodalitäten: www.raw-photofestival.de/kalender

Raw-Frei-Haus Das Online-Format der RAW Phototriennale bietet kommentierte Ausstellungsrundgänge und Werkreihen, Künstlergespräche und die Gesprächsreihe »Fotografie im Kunstmarkt«. www.raw-frei-haus.de

kunst:stück

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. worpswede

Paula Modersohn-Becker Kunstpreis 2020 Barkenhoff + Große Kunstschau | 14. November 2020 bis 7. März 2021 www.pmb-kunstpreis.de | www.worpswede-museen.de Bereits zum sechsten Mal lobt der Landkreis Osterholz den Paula ModersohnBecker Kunstpreis aus. Seit seiner ersten Ausgabe 2010 hat sich der Preis zu einem bundesweit anerkannten Kunstpreis mit internationaler Wahrnehmung entwickelt. Zuletzt gewann 2018 Nezaket Ekici mit ihren Performances und Installationen und im Jahr 2016 Virgile Novarina mit einer Schlafperformance den Hauptpreis. Mit seinen insgesamt drei Einzelpreisen richtet sich der Paula Modersohn-Becker Kunst-

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kunst:stück

preis an Künstler*innen mit biografischem Bezug zum Land Niedersachsen oder zum Land Bremen, an Künstler*innen, die heute im Landkreis Osterholz leben und arbeiten sowie an Nachwuchskünstler*innen mit regionalem Bezug. Die mit Dr. Annett Reckert (Städtische Galerie Delmenhorst | Haus Coburg), Cony Theis (Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg), Beate C. Arnold (Barkenhoff, Worpswede) und Jörg van den Berg (Große Kunstschau Worpswede) besetzte Auswahl-Jury


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Nezaket Ekici, Hauptpreisträgerin 2018, vor dem Bronzekopf von Paula Modersohn-Becker Foto: © Jost Wischnewski/Worpsweder Museumsverbund

hat für den Hauptpreis sieben Positionen nominiert. Darüber hinaus hat sie die/ den Sonderpreisträger*in und die/den Nachwuchs-Preisträger*in benannt. Nominiert in der Kategorie Hauptpreis sind: Diana Mercedes Alonso, Laurenz Berges, Susanne Kutter, Gabriela Oberkofler, Nikola Röthemeyer, Antje Schiffers und Tilo Schulz.

te Preis-Jury in der Ausstellung die oder den Preisträger*in des Hauptpreises bestimmen. Die drei Einzelpreisträger*innen werden zur Preisverleihung im Rahmen der Ausstellungseröffnung bekannt gegeben. Alle neun Künstler*innen werden ab dem 14. November 2020 im Barkenhoff und in der Großen Kunstschau Worpswede mit ausgewählten Arbeiten präsentiert.

Aus dem Kreis dieser Künstler*innen wird die mit Prof. Dr. Stephan Berg (Kunstmuseum Bonn), Dr. Jule Hillgärtner (Kunstverein Braunschweig) und Thomas Thiel (Museum für Gegenwartskunst Siegen) besetz-

Interviews mit allen neun Positionen werden ab Oktober auf dem BLOG der Museen veröffentlicht. www.worpswede-museen.blog

kunst:stück

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© Klaus Zwick

Klaus Zwick und Maryam Motallebzadeh zu zweit in Worpswede

6. September bis1 5. Dezember 2020 Galerie des nwwk | www. nwwk.de „Zu Zweit“ ist der Übertitel eines fortlaufenden Projektes, das die Künstlerin Maryam Motallebzadeh und der Künstler Klaus Zwick seit Jahren verfolgen. In unregelmäßigen Abständen zeigen sie in © Maryam Motallebzadeh

gemeinsamen Ausstellungen Arbeiten zu ausgewählten Themen. Bei der nwwk Ausstellung wurde ein gemeinsamer Besuch des Worpsweder Friedhofes und die Besichtigung des Grabes von Paula Becker-Modersohn Ausgangspunkt eines künstlerischen Diskurses über Literatur, Leben, Natur und Kunst. Bei zwei Kunstschaffenden, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen, entstanden somit sehr unterschiedliche Arbeiten und Denkansätze zu diesen Themen. Orient und Okzident. Im Spannungsverhältnis beider Pole wird deutlich was beide auch verbindet. Poesie. Deren Schrift und Sprache stehen oftmals im Vordergrund ihrer Kunst. So unterschiedlich ihre künstlerische Herangehensweise auch ist. Maryam Motallebzadeh arbeitet mit den Medien Malerei, Rauminstallation und Video. Klaus Zwick arbeitet mit der druckgraphischen Technik Lithographie und mit Wandinstallationen. Öffnungszeiten: Do-So 11–18 Uhr, Eintritt frei Galerie des nwwk im Vilage Bergstraße 22, 27726 Worpswede

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kunst:stück


LIEBES GRÜSSE aus Syke

ALBRECHT/WILKE MEHMET & KAZIM 20. SEPT. – 22. NOV. 2020 SYKER VORWERK | ZENTRUM FÜR ZEITGÖSSISCHE KUNST

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Peter & FrieNds

Bilder aus pandemischen Zeiten 14. nOvember 2020 bis 10. Januar 2021 ––– Öffnungszeiten: Di – Do und So 14 – 17 Uhr Kunsthaus Leer

Turnerweg 5, 26789 Leer T. 0491 926 1531 www.kunsthaus-leer.de

Kultur aus der region

Kultur aus der region www.KunststuecK-magazine.de www.KunststuecK-magazine.de

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das Magazin für Kunst & Kultur aus der region gedrucKtfür iM handlichen das–Magazin Kunst & Kultur taschenforMat oder als app K – iMMer dabei aus der region – gedrucKt Kt iM iM handlichen

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(Movin verlag, bielefeld)


. leer

Zoppe Voskuhl Ohne Titel Öl/Lwd., 2018/19 50 x 60 cm Foto: Jürgen Bambrowicz © Kunsthaus Leer

Neuzugänge und Unbekanntes 6. September bis 25. Oktober 2020 Kunsthaus Leer | www.kunsthaus-leer.de

Das Kunsthaus Leer bewahrt Kunst aus Ostfriesland und stellt sie der Öffentlichkeit vor. Die Ausstellung „Neuzugänge und Unbekanntes“ präsentiert Sammlungen, deren Aufnahme im Kunsthaus Leer ab 2017 erfolgte. Dazu gehören die von Ricardo Fuhrmann und Daniel Jelin gestaltete Ostfriesland-Haggadah (2012/13), die Sammlungen von Peter Geithe, Alfred Kaufner sowie die Nachlässe von Zoppe Voskuhl und Heiko Jörn. Zudem ergänzten Marikke Heinz-Hoek und Ahlrich van Ohlen

ihre sich bereits im Kunsthaus befindenden Vorlässe um weitere Arbeiten, sodass der Archivbestand aktuell 26 Sammlungen ostfriesischer Kunst umfasst. Die Ausstellung gibt einen Einblick in verschiedene Themen und Gestaltungsweisen der neu aufgenommenen Künstlerinnen und Künstler und zeigt deren Werke mit bisher noch nicht vorgestellten Arbeiten aus eigenem Bestand, darunter figürliche Darstellungen von Traud´l Knoess und Carla Zierenberg.

Peter & Friends

Bilder aus pandemischen Zeiten 14. November 2020 bis 10. Januar 2021 Kunsthaus Leer | www.kunsthaus-leer.de Vom 14. November 2020 bis 10. Januar 2021 steht die Ausstellung „Peter & Friends. Bilder aus pandemischen Zeiten“ auf dem Programm. Die Arbeiten entstanden überwiegend in diesem Jahr seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Die inhaltliche Auseinandersetzung reicht von informellen Standpunkten über farbintensive oder transparente ostfriesische Landschaften bis hin zu künstlerischen Reflexionen typischer Erscheinungen dieser Zeit. Es ist die erste gemeinsame Schau der von Peter Geithe, Hilke Deutscher, Herbert Müller und Ulrich Schnelle gegründeten Künstlergruppe „Nah am Wasser“.

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kunst:stück

Ulrich Schnelle, aus der Reihe „endje van'd welt“, 2020 Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunsthaus Leer Turnerweg 5, 26789 Leer Öffnungszeiten: Di – Do und So 14 – 17 Uhr


ForumFormClemenswerth

. bremen

Cordula Kagemann, Vera Scholz, Susanne Schwarz Eine empfindsame Kunst Drei künstlerische Positionen zum Thema Papier Di 4. Aug. - Sa 31. Okt. 2020 49751 Sögel | www.clemenswerth.de Die Ausstellung wird gefördert:

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Abb. links: August Macke, um 1905 © Museum August Macke Haus / Macke-Archiv // rechts: Hans Thuar, um 1907 © Nachlass Hans Thuar

Ziemlich beste Freunde Hans Thuar & August Macke

19. September 2020 bis 10. Januar 2021 Kunsthaus Stade | www.museen-stade.de Die Ausstellung rückt Leben und Werk zweier expressionistischer Künstler in den Fokus, die durch eine besondere Freundschaft miteinander verbunden sind. Hans Thuar ist neun, August Macke zehn Jahre alt, als sich die Nachbarsjungen in Köln anfreunden. Zwischen den beiden entwickelt sich eine ganz besondere Beziehung, die sich durch Thuars Unfall und seine folgende Invalidität – er verliert bei einem Straßenbahnunglück beide Beine – ein Jahr später noch verstärkt. Durch seinen Humor gibt Macke dem Freund den Lebensmut zurück. „Damals erfand er das Karikaturenzeichnen, ich mußte doch lachen, ich sollte doch um jeden Preis lachen!“ Beide werden Künstler und gehören mit ihren Werken vor dem Ersten Weltkrieg zu den heftig angefeindeten expressionistischen Modernen. „Eine starke lebendige Empfindung zu gestalten“ (Macke) – ist das Motto, das sie bei ihren Experimenten antreibt. Damit verbunden ist die Suche nach einer modernen Sprache der Kunst, die den veränderten Bedingungen am Beginn des 20. Jahrhunderts Rechnung trägt. Während Macke auf experimentierfreudige Weise einen Ausdruck für seine Vorstellungen vom irdischen Paradies sucht,

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spiegelt sich bei Thuar eine existentielle Beziehung zur Natur. Nach Mackes frühem Tod als Soldat im Ersten Weltkrieg setzt sich der Kontakt mit Mackes Frau, seinen Söhnen und seinem Freundeskreis fort. In den 1920er Jahren malt Thuar großartige hochexpressive, leuchtend farbige, ganz eigenständige Kompositionen, in denen er „seine Seele ausgießen konnte“. Inflation und Wirtschaftskrise bringen den Künstler und seine fünfköpfige Familie immer wieder an den Rand des Existenzminimums. Kunsthandwerkliche Arbeiten, selbst entwickelte Salben und Cremes, der Betrieb einer Tankstelle und eines Cafés und schließlich die Eröffnung eines Holzladens tragen zum Lebensunterhalt bei. Seine Behinderung macht Thuar oftmals körperlich wie seelisch zu schaffen. Auf der ersten Reise nach 25 Jahren entstehen in Ried in Oberbayern im Haus von Maria Marc, der Witwe von Franz Marc, Werke, in denen die Alpenlandschaft mit abstrahierenden Pinselzügen expressiv aufgeladen wird. Mit der Heirat von Mackes Sohn Wolfgang und Thuars Tochter Gisela wachsen die beiden Künstlerfamilien an Weihnachten 1937 endgültig zusammen. Museen Stade, Kunsthaus Wasser West 7, 21682 Stade


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Kuriale Sammelindulgenz für die Kapelle in Bergerwohlde, Niedersächsisches Landesarchiv, Abteilung Hannover

Wege in den Himmel Pilgerspuren im Norden

3. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 Museum Schwedenspeicher | www.museen-stade.de | www.pilgerspuren.de Es ist über 35 Jahre her, seitdem sich eine große deutsche Ausstellung dem Pilgern im Mittelalter gewidmet hat. Erstmals wurde jetzt im Rahmen eines umfassenden Forschungsprojekts der Museen Stade und Lüneburg das spätmittelalterliche Pilgerwesen in Norddeutschland untersucht. Durch die Reformation, die der Heiligenverehrung ein jähes Ende setzte, blieb Norddeutschland für Jahrhunderte ein weißer Fleck auf der Landkarte der Pilgerwege, dabei gab es dort im Mittelalter sehr viele bedeutende Wallfahrtsorte. Die spannenden und zum Teil überraschenden Ergebnisse werden in zwei großen Ausstellungen in den beiden Städten präsentiert. Sie entführen die Besucher*innen in eine fremd anmutende Welt mit einer vielfältigen Frömmigkeitskultur. Dabei ist das Thema Pilgern heute – nicht zuletzt durch Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ (2006) – wieder sehr populär. Noch im letzten Jahr waren fast 350.000 Pilger*innen auf dem berühmten Jakobsweg unterwegs. Während Pilgerreisen heute oft ein spirituelles Erlebnis oder einfach ein Synonym für entschleunigte Wanderungen sind, waren sie früher essentiell für den Sündenablass und zur Erlangung des Seelenheils.

Im Museum Schwedenspeicher sind die spektakulären Pilgerzeichenfunde von 2012/13 aus dem historischen Hansehafen, die den bislang größten Fundkomplex dieser Art in Deutschland überhaupt darstellen, Ausgangspunkt für die Ausstellung. Diese mittelalterlichen Bildzeichen eröffnen einen Blick auf die vielfältigen Geschichten hinter den früheren Pilgerstätten in Norddeutschland und tragen maßgeblich zu ihrer Identifizierung bei: Auch in Norddeutschland waren bis zur Reformation viele Menschen unterwegs zu den großen Pilgerkirchen Europas, aber auch zu zahlreichen heute völlig vergessenen Wallfahrtskirchen in der eigenen Heimat. Angeregt von diesen Funden wurde ein Forschungsprojekt mit dem Ziel gegründet, die mittelalterliche Wallfahrtsgeografie in Norddeutschland, besonders im Elbe-WeserRaum, zu untersuchen. Die Forschungsergebnisse sind in einer umfangreichen Publikation versammelt worden, die im Michael Imhof Verlag erschienen ist. Das Katalogbuch wurde von 64 Expertinnen und Experten verfasst, die bekannte und unbekannte Pilgerstätten des mittelalterlichen Europas und insbesondere Norddeutschlands vorstellen. Museen Stade, Schwedenspeicher Wasser West 7, 21682 Stade

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Gläsernes Corona-Virus von Korbinian Stöckle und Rasit Rejwan. Foto: P. Hübbe/LWL

Contra Corona – Deutsches Heißglas 2020 Gemeinsam gegen Corona und für die Kunst

26. Juli bis 1. November 2020 LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de Die Sonderausstellung „Contra Corona – Deutsches Heißglas 2020“, die noch bis zum 1. November im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim zu sehen sein wird, wurde aus aktuellem Anlass initiiert: Auch in der Corona-Krise bleiben Kunstschaffende ihrer Leidenschaft treu. Es entstanden eindrucksvolle Objekte, die die Begeisterung für den Werkstoff Glas zum Ausdruck bringen und zugleich seine Wandelbarkeit verdeutlichen. Zu sehen ist dies in der Glashütte Gernheim, selbst historischer Ort der Glasherstellung, an dem heute noch Glas gefertigt wird. Für die Ausstellung stellen insgesamt 26 Künstlerinnen und Künstler, Designerinnen und Designer aus ganz Deutschland Objekte zur Verfügung und vermitteln so den BesucherInnen einen Einblick des aktuellen Schaffens im Bereich Glaskunst und -design. Die Teilnehmenden sind zumeist in der Studioglasszene zu verorten und fertigen Ihre Stücke in Hüttentechniken. Viele Objekte sind durch Gravur und Schliff sowie Sandstrahlen veredelt. Die gezeigten Stücke reichen von Gebrauchsglas über Kleinserien bis hin zu Unikaten, sodass die BesucherInnen eine vielfältige Auswahl zeitgenössischer Glaskunst erwartet. Be-

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wusst nur minimal kuratiert, bietet die Ausstellung neben der Präsentation auch die Möglichkeit zum Erwerb der Objekte. Die Glashütte Gernheim möchte damit Kunstschaffende unterstützen, die die Jahrtausende alte Techniken manuelle Fertigung von mundgeblasenen Hohlglas praktizieren und erhalten, die 2015 in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Beteiligte Kunstschaffende der Ausstellung sind: Veronika Beckh, Annette Glas & Austin Dowd, Barbara Ebner von Eschenbach, Simone Fezer, Masami Hirohata, Pia Hoff, Heikko Schulze Höing, Franz X. Höller, Christoph Hübner, Susanne Kunkel, Louise Lang, Rainer Metzger, Anna Mlasowsky, Henriette Olbertz-Weinfurter, Stella Orlowski, Martin Potsch, Susanne und Ulrich Precht, Cornelius Réer, Torsten Rötzsch, Stefanie Schulz, Carolin Schwan, Korbinian Stöckle, Michaela Swade, Andrea Viebach, Anne Wenzel, Franz Winkelkotte LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim Gernheim 12, 32469 Petershagen


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Kunst- und Kulturkreis Rastede . Palais Rastede

ÖFFNUNGSZEITEN DI – SO 10 – 17 UHR

Christin Lutze, Wasserspiegelung, Öl auf Leinwand, 40 x 50 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

CHRISTIN LUTZE

So weit das Auge sehen kann – Malerei Ausstellung im Palais Rastede · 20. September bis 29. November 2020


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Liebesgrüße aus Syke

Albrecht/Wilke und Mehmet & Kazim 20. September bis 22. November 2020 Syker Vorwerk | www.syker-vorwerk.de Das Interesse an der Malerei, für diese 35.000 Jahre alte Kunstgattung, die seit den 1960er Jahren bereits mehrfach für tot erklärt wurde und sich ebenso oft neu erfunden hat, ist im Jahr 2020 ungebrochen und erlebt wie kein anderes Medium seitens Künstler*innen und Publikum wieder einmal eine neue Renaissance. Insbesondere die ganz neuen Tendenzen frisch von den deutschen Kunsthochschulen sind interessant und vielfältig und werden bereits in sehr groß angelegten Schauen deutschlandweit präsentiert. Die aktuelle Malerei ist figürlich oder abstrakt und bietet alle Abstufungen dazwischen.

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„Liebesgrüße aus Syke“ ist als Hommage an die Malerei angelegt, insbesondere an die Liebe der Künstler zu diesem Medium. Die Ausstellung konzentriert sich auf die gestisch-figürliche Malerei von vier Künstlern, genauer gesagt zwei Künstlerduos. Albrecht/Wilke und Mehmet & Kazim haben diese besondere Form der Kunstproduktion für sich gewählt: sie arbeiten als Team, das einer gemeinsamen künstlerischen Intention folgt, wobei die Grenze der individuellen Leistung nicht auszumachen ist. Albrecht/Wilke lernten sich an ihrem ersten Studienort Braunschweig kennen und Mehmet & Kazim haben sogar eine familäre Verbindung, sie sind Cousins,


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Abb. von links oben nach rechts unten: Mehmet & Kazim, Straße zum Glück, 2019, 220 x 290 cm, Öl auf Leinwand (aus der Serie „Lovebirds/Unzertrennliche“, 20192020) // Albrecht/Wilke, Bei Gitti, 2020, 120 x 100 cm, Öl, Acryl auf Leinwand // Albrecht/Wilke, Frohe Zukunft, 2020, 120 x 100 cm, Öl, Acryl auf Leinwand // Mehmet & Kazim, Yung Wilds, 2018, 150 x 170 cm, Öl auf Jeansstoff, Knöpfe, 3D-Druck // Mehmet & Kazim, Ausstellungsansicht "Oriental", Diplomausstellung 2019 // Albrecht/Wilke, LKW mit Liebe, 2020, 120 x 100 cm, Öl, Acryl auf Leinwand // Mehmet & Kazim, 6 n the morning, 2019, 150 x 130 cm, Öl auf Leinwand, Mesh

daher auch der Name ihrer Alter Egos „Kissing Cousins“. Beide Künstlerduos verbindet also nicht nur die Liebe zur Malerei, sondern auch die Liebe zum Kompagnon. Im kunsthistorischen Kontext sind ihre unkonventionellen, ironisch-humorvollen, farbintensiven Arbeiten in der Nachfolge der „Neuen Wilden“ Malerei der 1980er Jahre einzuordnen. Diese ist die deutschsprachige Ausprägung von „Bad Painting“. Dieser Begriff für den es viele Übersetzungsmöglichkeiten von „schlecht“ über „böse“ bin hin zu „geil“ gibt, bezeichnet keine technische Inkompetenz, minderwertiges künstlerisches Urteilsvermögen, Amateur- oder Außenseiter-Status, sondern eine fokussierte oder absichtliche Missachtung der aktuellen als „gut“ akzeptierten Stile.

Albrecht/Wilke und Mehmet & Kazim profitieren davon, dass alle theoretischen Diskurse bereits geführt worden sind und die gegenwärtige Malerei frei von allen Standesdünkeln geworden ist. Sie machen explizit „Gute Malerei“ im Doppelpack. Dabei nehmen sie die Betrachter*innen mit in ihre eigene Lebenswirklichkeit der Generation Y und konterkarieren nebenbei den männlich-weiß dominierten Künstlermythos der Kunstgeschichte. ––– Öffnungszeiten: Mittwoch 15–19 Uhr, Samstag 14–18 Uhr, Sonntag und Feiertag 11–18 Uhr Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst Waldstraße 76, 28857 Syke

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SEE STÜCKE. Fakten und Fiktion Verlängert bis 10. Januar 2021 Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de Von allen Landschaften hat sich das Meer scheinbar am wenigsten verändert – der menschliche Blick darauf unterliegt hingegen kontinuierlichen Wandlungen. Die von Harald F. Theiss, Berlin, kuratierte Ausstellung im Museum Kunst der Westküste präsentiert 23 internationale Positionen, in denen aktuelle Entwicklungen der Wahr-

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nehmung und Deutung des Meeres verhandelt werden. Vielfach rufen die Werke der Künstler vertraute Motive auf, etwa das Seestück mit vom Sturm aufgepeitschtem Wasser oder den sehnsuchtsvollen Blick vom Ufer aus auf das Meer. Bezüge wie diese können zugleich einen neuen Zugang eröffnen: Die Aktualität der Werke offenbart sich durch Momente der Irritation, des Befremdlichen oder sogar Unheimlichen, die den ausgestellten Gemälden, Skulpturen, Fotoarbeiten, Videos und Installationen innewohnen. Persönliche Erfahrungen und Eindrücke verbinden sich hier vielfach mit politischen Bedeutungen. Zustandsberichte über das Meer spielen eine zunehmend wichtigere Rolle: Längst hat sich eine komplexe Beobachtung dazu entwickelt, was sich auf und unter der Wasserfläche naturgemäß oder durch menschliche Eingriffe und als Fol-


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Abb. oben: Nasan Tur, Sea View, 2016, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020 / Yto Barrada, Le Bélvèdere Tanger, 2001, Foto: Lukas Spörl // Abb. unten: Charles Pétillon, Igloo 2 (Invasion), 2013, Courtesy Galerie Danysz

ge moderner Lebensweisen abspielt – und welche Folgen dies für die Umwelt hat. Darüber hinaus steht die (gesellschafts-) politische Bedeutung des Meeres als Brücke und Grenzraum im Zentrum der Öffentlichkeit. Die Ausstellung SEE STÜCKE ist der Versuch, sich diesen unterschiedlichen Szenarien zwischen Fakten und Fiktion mittels künstlerischer Reflexionen zu nähern. Die gezeigten Arbeiten stellen den vertrauten Blick auf das Meer als einstigen Ort kollektiver Sehnsucht infrage. Künstlerinnen und Künstler: Angelika Arendt, Jessica Backhaus, Yto Barrada, Julius von Bismarck, Laurence Bonvin, Astrid Busch, Yvon Chabrowski, Lia Darjes, Sven Drühl, Simon Faithfull, Christine de la Garenne, Eva Grubinger, Moritz Hirsch, Inka & Niclas, Tobias Kappel, Jochen Lempert, Christian Niccoli, Charles Pétillon, Sheila Rock, Miguel Rothschild, Nasan Tur, Sascha Weidner, Rebecca Wilton Museum Kunst der Westküste Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr

Ausstellungsansicht v.l.n.r: Sven Drühl, S.D.G.M., 2018 / Julius von Bismarck, Punishment # 7, 2011 / Miguel Rothschild, The Flood, 2015 © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

MKdW-3D

virtueller Rundgang durch das Museum Kunst der Westküste Die Ausstellung ist auch aus der Ferne begeh- und erlebbar. Unter MKdW-3D vereint sich die gesamte Vielfalt des 2020 neu aufgestellten Onlineprogramms im virtuellen Raum. Zahlreiche Videos, darunter Kurzführungen zu einzelnen Werken, Künstler- und Kuratoreninterviews sowie musikalische Interventionen, gibt es im dreidimensionalen Rundgang zu entdecken. Auch die begleitende Ausstellung Seestücke. Von der Romantik bis zur Klassischen Moderne ist hier erlebbar.


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Drei künstlerische Positionen zum Thema Papier Sonderausstellung auf Schloss Clemenswerth widmet sich einer empfindsamen Kunst 4. August bis 31. Oktober 2020 Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | www.clemenswerth.de Barock mit allen Sinnen! Schloss Clemenswerth (1737 – 1747) in Sögel / Emsland gehört zu den sehenswertesten Kulturdenkmälern Norddeutschlands. Als Jagdstern in der Mode der Zeit errichtet, ist das Schloss heute die einzig erhaltene Alleesternanlage weltweit, in der Kunst und Natur auf unikale Weise zu einem Gesamtkunstwerk verwoben sind. Seine besondere Schönheit zeigt Schloss Clemenswerth, das im Auftrag von Kurfürst Clemens August vom Architekten Johann Conrad Schlaun errichtet wurde, aus der Vogelperspektive: Acht Lindenalleen, jede zweite doppelreihig angelegt, führen zum Mittelpunkt der 42 ha großen Anlage: dem Hauptschloss.

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Das Museum lädt zur Zeitreise ins 18. Jahrhundert ein und der Waldpark mit ausgedehnter Teichanlage – auf deren mittleren Insel ein fünf Meter großer Hirschkopf aus Aluminum-Streckmetall des Bildhauers Thomas Otto thront – zum Spazieren und Verweilen. In wechselnden Ausstellungen spannt das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in der traditionsreichen Reihe ForumFormClemenswerth zudem immer wieder einen Bogen vom Barock ins Heute. Obzwar coronabedingt nur eine der für 2020 geplanten Sonderausstellungen stattfindet, dürfen Besucher in der verbleidenden


. sögel

Abb. v.l.n.r.: Susanne Schwarz, Cordula Kagemann, Vera Scholz Abb. unten: Platzhirsch von Thomas Otto, © Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

Schau gleich drei individuelle künstlerische Positionen zum Thema Papier entdecken. Gezeigt werden vom 4. August bis 31. Oktober unter dem Titel „Eine empfindsame Kunst“ Arbeiten der Künstlerinnen Cordula Kagemann, Vera Scholz und Susanne Schwarz, die mit demselben Material, nämlich Papier, zu jeweils unterschiedlichen Ergebnissen kommen: eindimensionale und überwiegend ungegenständliche Papierkunst und Collagen (Kagemann), aus Pappmaché fein gefertigte und farbig gefasste Büsten und Figuren (Scholz) sowie federleichte, zarte und windschiefe Objekte aus Draht und Seidenpapier (Schwarz), die die Künstlerin selbst „Wolkenheime“ nennt.

umseintritt inklusive, d.h. neben der Sonderausstellung lädt auch das Schloss bis einschließlich 31. Oktober von 11 bis 17 Uhr zum Besuch ein. Emslandmuseum Schloss Clemenswerth 49751 Sögel

Die Ausstellung ist mit Mitteln der EWE Stiftung und der Sparkasse Emsland gefördert. Ihr Besuch ist im regulären Muse-

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oben: Peter August Böckstiegel, Erntefeld, 1912, Öl auf Leinwand, 78 x 68,5 cm linke Seite oben: Johannes Itten, Sitzende mit Hut, 1914, Öl auf Leinwand, 66 x 51cm linke Seite unten: Ida Kerkovius, Am Lago Maggiore, 1930, Öl auf Sperrholz, 30 x 36,5 cm

Die Sammlung Bunte

Expressionistische Meisterwerke des 20. Jahrhunderts 12. Juli bis 25. Oktober 2020 Ausstellungszentrum Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf | www.gut-altenkamp.de Seit nunmehr über 40 Jahren sammelt der gebürtige Papenburger Hermann-Josef Bunte Werke der westfälischen Expressionisten wie Hermann Stenner, Peter August Böckstiegel und Victor Tuxhorn, aber auch Werke des Stuttgarter Künstlers und Akademieprofessors Adolf Hölzel und dessen Schüler wie Willi Baumeister, Oskar Schlemmer und Johannes Itten. Aufgrund der einzigartigen Auswahl und der außergewöhnlichen Qualität der Kunstwerke gilt die Sammlung Bunte mittlerweile sowohl national als auch international als herausragende Sammlung der Klassischen Moderne.

Oeuvre, dass die außergewöhnliche Kreativität und rasante Entwicklung des jungen Künstlers eindrucksvoll darstellt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vor allem die Werke des 1914 im Alter von gerade 23 Jahren im Ersten Weltkrieg gefallenen Hermann Stenner. In lediglich fünf Jahren künstlerischen Schaffens schuf der junge Künstler ein beeindruckendes

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr

Neben Hermann Stenners Werken werden auch Arbeiten des süddeutschen HölzelKreis‘ und des westfälischen Expressionismus gezeigt. Die ca. 160 ausgestellten Werke spiegeln anschaulich eine der bedeutendsten und spannendsten Umbruchsphasen der Kunst des 20. Jahrhunderts wider und belegen eindrucksvoll, dass auch außerhalb der expressionistischen Epizentren wie Berlin und München Kunstgeschichte geschrieben wurde.

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp Am Altenkamp 1 26871 Papenburg-Aschendorf

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. oldenburg + umzu

Horst-Janssen-Museum | Am Stadtmuseum 4–8 | 26121 Oldenburg | T. 0441 2352891 | www.horst-janssen-museum.de – Das kann nur Zeichnung! Von Beethoven bis Pinterest | 4.10.20 bis 17.1.21

Cony Theis, Horst Janssen Museum

Stadtmuseum Oldenburg | Am Stadtmuseum 4–8 26121 Oldenburg | www.stadtmuseum-oldenburg.de – Stephan Meyer-Bergfeld. Analog 66 – Oldenburger Porträts 11.10. bis 6.12. – Von Oldenburg in die Welt – 150 Jahre Ansichtskarte | 6.12.20 bis 31.1.21 Edith-Russ-Haus für Medienkunst | Katharinenstraße 23 26121 Oldenburg | T. 0441 2353208 | www.edith-russ-haus.de – Sebastian Luetgert: no-show. | bis 1.11., Pulverturm

Ummo Francksen, aus der Portraitserie Analog 66, Fotografien, 2016, Foto: Stephan Meyer-Bergfeld, Stadtmuseum Oldenburg

Adrian Sauer: LEICA M9-P »Edition Hermès« Série Limitée JeanLouis Dumas, 2013, 26 cm x 40 cm, Archival Ink Print © Adrian Sauer und KLEMM'S, Berlin, Oldenburger Kunstverein

Oldenburger Kunstverein | Damm 2a | 26135 Oldenburg | T. 0441 27109 | www.oldenburger-kunstverein.de – Adrian Sauer. Foto Arbeiten | bis 8.11. – Jonas Weichsel. Debatte | 20.11.20 bis 24.01.21 Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg | Damm 1 | 26135 Oldenburg | T. 0441 40570400 www.landesmuseum-ol.de – Ausstellung der diesjährigen Preisträgerin des Förderpreises Malerei der Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg | bis 25.10. – Paul Müller-Kaempff. Zeichnungen aus dem Oldenburger Land | bis 18.10. – Die Vier Unvergesslichen. Das Zarenhaus und der Oldenburger Hof in der Zeit von Lavater und Tischbein | 3.10.20 bis 17.1.21 – Zehn Jahre Neuerwerbungen | 31.10.20 bis 24.1.21 – Schupmann Collection. Fotografie in Westdeutschland | 13.11.20 bis 14.2.21 Landesmuseum Natur und Mensch | Damm 38–44 26135 Oldenburg | www.naturundmensch.de – Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden | bis 17.1.21

Miro Zahra, Chinesischer Garten, 2018, Tusche auf Papier Galerie am Stall

Galerie am Stall | Am Ebenesch 4 | 27798 Hude | T. 04408 8099848 | www.galerie-am-stall.de – Miro Zahra. Chinesischer Garten, Tuschemalerei | 15.11. bis 13.12. Palais Rastede | Feldbreite 23 | 26180 Rastede | T. 04402 81552 | www.palais-rastede.de – Jan Armgardt. Möbel-Unikate – Eine Auswahl aus drei Jahrzehnten | 8.3. bis 3.5. – Dauerausstellung „Rastede – eine Sommerresidenz“

Christin Lutze, Steiler Pfad, Öl, Eitempera auf Leinwand, 160 x 120 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Palais Rastede

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Kunsthalle Wilhelmshaven | Adalbertstraße 28 26382 Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de –Yehudit Sasportas. Archäologie des Unsichtbaren | 10.10.20 bis 10.1.21.


. oldenburg . bremen

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. oldenburg + umzu

Kunsthaus Leer | Turnerweg 5 | 26789 Leer | T. 0491 9261531 | www.kunsthaus-leer.de – Neuzugänge und Unbekanntes | 25.10. – Peter & Friends. Bilder aus pandemischen Zeiten | 14.11.20 bis 10.1.21 Yehudit Sasportas, The Owls no. 1, Chapter no. 5, Liquid Desert Project, 2019, 59 x 83 cm, Archivpigmentdruck kulpturaler Prozess / Aufnahmezeit, Tontöpfe, Tuschezeichnungen, Inneninstallation – Eulenhöhle, Fotografie mit Langzeitbelichtung | Courtesy of the artist and Galerie EIGEN+ART, Kunsthalle Wilhelmshaven

Zoppe Voskuhl, Ohne Titel, Öl/ Lwd., 2018/19, 50 x 60 cm, Foto: Jürgen Bambrowicz, © Kunsthaus Leer

DIE GALERIE IM HEUERHAUS | Rittrumer Kirchweg 4 | 27801 Dötlingen | T. 04433 1241 | www.galerie-im-heuerhaus.de – Ilka Meyer. Im Atemholen | bis 8.11.20 Ostfriesisches Landesmuseum emden | Brückstraße 1 26725 Emden | www.landesmuseum-emden.de – Emden zeigt Gesicht. Plakatausstellung zum Anti-Rassismus-Tag | bis 25.10 – Komplizenschaft. Die Sammeltätigkeit von „Kunst“ und Stadt Emden während der NS-Zeit im Fokus der Provenienzforschung | 8.11.20 bis 31.1.21 – Maler sehen Ostfriesland | in der Neuen Galerie – Der 80-jhr. Krieg und Ostfriesland | in der Emder Rüstkammer Kunsthalle Emden | Hinter dem Rahmen 13 | 26721 Emden | T. 04921 975050 | www.kunsthalle-emden.de – Helmut Sturm. Spielfelder der Wirklichkeit | 19.9.20 bis 17.1.21 – Mit heißem Herzen. Aus Leidenschaft zur Kunst | 19.9.20 bis 17.1.21 GALERIE AMUTHON-ART| Hammerstraße 14 | 26723 Emden T. 04921 9920292 | www.amuthon-art.de – Helmuth Müller, "sein oder nicht sein" "to be or not to be" knapp 80 Werke in Anlehnung an die Frage Hamlets Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | 49751 Sögel | T. 05952.932325 | www.clemenswerth.de – Eine empfindsame Kunst. Drei künstlerische Positionen zum Thema Papier | bis 31.10.

Ulrika Segerberg, becoming a tree a flood a light (wedge), 2020, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm und Container Mind, 2018, zweiteilige Keramik, 29,5 x 25 x 23 cm, Foto: Helmut Claus, Städtische Galerie Nordhorn

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp | Am Altenkamp 1 | 26871 Papenburg-Aschendorf | T. 04962.6505 www.gut-altenkamp.de – Sammlung Bunte - Expressionistische Meisterwerke des 20. Jahrhunderts | 12.7. bis 25.10. // Eine herausragende Sammlung der Klassischen Moderne. Kunsthalle Lingen | Kaiserstraße 10a | 49809 Lingen T. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de – Susa Templin. Grundrisse | bis 22.11.

Peter August Böckstiegel, Erntefeld, 1912, Öl auf Leinwand, 78 x 68,5 cm, Gut Altenkamp

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Städtische Galerie Nordhorn | Vechteaue 2 | 48529 Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de – Prozess_Farben. Gruppenausstellung | bis 1.11. – Paul Seawright | 20.11.20. bis 24.1.21


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Dokumentensammlung van Amerongen/Simon, geraubtes niederländisches Kulturgut, Archiv der Kunst A392/66d-1, Foto: Georg Kö

Komplizenschaft

Die Sammeltätigkeit von "Kunst" und Stadt Emden während der NS-Zeit im Fokus der Provenienzforschung 8. November 2020 bis 31. Januar 2021 Ostfriesisches Landesmuseum Emden | www.landesmuseum-emden.de Emden im Nationalsozialismus: Stadtverwaltung, Finanzamt, Gestapo u.a., aber auch die Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer (die „Kunst“) tragen das autoritäre System. Hinzu kommen nicht zuletzt viele Bürgerinnen und Bürger Emdens, die plötzlich nicht mehr fähig sind, Recht und Unrecht zu unterscheiden. Jüdischen Bürgerinnen und Bürgern sowie anderen Verfolgten des NS-Terrors wird alles von Wert genommen. So genannte „Judenauktionen“ und Lager für „Hollandgut“ sind die Hauptumschlagplätze für das so geraubte Kulturgut. Die Stadt Emden und die „Kunst“ ergänzen sich im Eifer, dieses Kulturgut zu „sichern“. Zeugnisse dieser Untaten befinden sich auch heute noch in den Beständen des Ostfriesischen Landesmuseums Emden.

meln geraubten Kulturguts und den Menschen, die damit in Verbindung standen. Sie zeigt die Spuren des Verbrechens, stellt wichtige zeitgenössische Akteurinnen und Akteure vor und macht Strukturen und Prozesse der Beraubung transparent.

Die Ausstellung berichtet aus der Perspektive der Provenienzforschung vom Sam-

Ostfriesisches Landesmuseum Emden Brückstraße 1, 26725 Emden

Ermöglicht wurde diese umfassende Forschungsarbeit durch die Förderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste für ein Projekt zur wissenschaftlichen Untersuchung der Herkunftsgeschichte der Bestände des Ostfriesischen Landesmuseums Emden aus der NS-Zeit. Beide Träger des Museums – Stadt Emden und „1820dieKUNST“ – stellen sich aktiv der historischen Verantwortung, die aus den Forschungsergebnissen erwächst und unterstützen das Projekt in vollem Umfang.

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Christin Lutze, Wasserspiegelung, Öl auf Leinwand, 40 x 50 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Christin Lutze

So weit das Auge sehen kann – Malerei 20. September bis 29. November 2020 Palais Rastede | www.palais-rastede.de Die Berliner Künstlerin Christin Lutze ist in Rastede keine Unbekannte. Noch während ihres Studiums wurde der Galerist Manfred Lehmann auf sie aufmerksam und zeigte dann zwei Einzelausstellungen ihrer Arbeiten in der Galerie Loy (2002 und 2004). Nun ist sie mit ihren Gemälden und einigen ausgewählten grafischen Arbeiten zu Gast im Palais Rastede. Christin Lutze bevorzugt die warmen, in Licht getauchten Gelb-, Rot- und Brauntöne, die sie flächig aufträgt und so weite, abstrahierte Landschaften komponiert, von denen eine wohltuende Ruhe ausgeht. Die Künstlerin entwirft in ihren Bildern eine eigene Infrastruktur von Räumen und Straßenzügen, die zwischen Wirklichkeit und Fantasie liegt und rationale, surreale und emotionale Elemente enthält. Wir tauchen ein in perspektivische Unmöglichkeiten und verzerrte Ebenen, und neugierig folgen wir Wegen, deformierten Geländern,

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Zäunen, Bogengängen und Treppen. Der besondere Umgang mit Licht unterstützt Flächigkeit oder Tiefe, spiegelt Motive oder beleuchtet versteckte Ecken. Licht schafft in den Bildern von Christin Lutze genau das, was in der Realität so nicht sein könnte. Die Bilder sind menschenleer und verzichten auf Details. So kann unser Blick durch die Räume und Flächen wandern. „Dann“ – so die Künstlerin – „kommt man vielleicht an einen Punkt, den man sich heranzoomt und entscheidet, ob man ihn näher ergründen und festhalten will, mit eigener Bedeutung aufladen.“ –––

Vita

Christin Lutze wurde in Berlin geboren. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie nach einem Auslandsaufenthalt in Frankreich zunächst von 1996 – 2002 an der Universität der Künste in Berlin.


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Christin Lutze, Steiler Pfad, Öl, Eitempera auf Leinwand, 160 x 120 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Einen Teil ihres Studiums verbrachte sie an der Accademia di belle Arti di Venezia und an der École Supérieure de Beaux-Arts de Genève. Bereits mehrmals arbeitete sie mit anderen international eingeladenen Künstlern mehrere Monate in KünstlerResidenzen in Island, Indien und Italien. Der Einfluss ihrer Auslandsaufenthalte ist in ihren Bildern zu sehen. Sie stellt regelmäßig erfolgreich in Galerien und musealen Institutionen aus. Werke befinden sich im privaten Besitz und in öffentlichen Sammlungen im Inund Ausland. Seit dem Jahr 2002 erhielt sie viele nationale und internationale Kunstpreise sowie Kunstförderungen und Stipendien. Ihr Werk wird national und international anerkannt und ausgezeichnet. Christin Lutze erhielt u.a. folgende Auszeichnungen und Preise: # 2020 Artist Residency - SIM – Association of Icelandic Visual Artists – Reykjavik, Island # 2017 Teilnahme am Indo - German Art Forum, Arts Acre Foundation, Kalkutta, Indien # 2016 Airleben Kunstpreis Leipzig

# 2014 Künstlerstipendium der Kaschade Stiftung # 2012 Auslandsstipendium, Nes Artist Residency - Skagaströnd, Island # 2011 Stipendium Stader Uhl, Hamburg # 2009 Konwiarz - Preis für Malerei # 2008/2009 Schwalenberg-Stipendium der Kulturstiftung Lemgo des Landesverbandes Lippe # 2008 Aufenthalt im Künstlerbahnhof Ebernburg # 2006 Preis für Kupferstich & Lithographie, Arbeitsaufenthalt im Münchener Künstlerhaus # 2004 Stipendiatin des Villa Vigoni Kollegs, Loveno di Menaggio, Italien # 2003 Atelierstipendium Stadt Altena/ Westf. # 2002 NaFöG - Stipendium der Stadt Berlin 2000 Malereistipendium der KonwiarzStiftung Öffnungszeiten: mittwochs – freitags 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr # Gefördert von der Gemeinde Rastede und dem Landkreis Ammerland Palais Rastede Feldbreite 23, 26180 Rastede

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Miro Zahra Chinesischer Garten 2018 Tusche auf Papier

Miro Zahra

Chinesischer Garten, Tuschemalerei 15. November bis 13. Dezember 2020 Galerie am Stall | www.galerie-am-stall.de Ende 2017 war Miro Zahra, Leiterin des Künstlerhauses Plüschow und Trägerin des Kulturpreises des Landes Mecklenburg-Vorpommern, zusammen mit 4 anderen Künstler*Innen zu einem einmonatigen Stipendienaufenthalt nach Quingdao (China) im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Kulturaustausches eingeladen. Miro Zahra kommentiert ihre Reise folgendermaßen: „Es war erschütternd zu sehen, wie dort gegenwärtig verschiedene Zeiten ineinander fallen: die ungebremste Industrialisierung des Landes verschlingt die Landschaft und vernichtet Natur… Chinesen tanzen im Park. Sie leben im Hier Miro Zahra, Chinesischer Garten, 2018, Tusche auf Papier

und Jetzt und arbeiten hart. Sie tragen ihre uralte Kultur mit Stolz im Herzen. Der Geist der schlief, regt sich. Der uralte Ginkgobaum inmitten der riesigen Hochhäuser mahnt die kommenden Generationen und weist ihnen den Weg in die Zukunft. Denn die Zukunft verläuft nicht entlang der Autobahnen, sondern mitten durch die Herzen der Menschen. Ihre Seelen sind voller Hoffnung und Sehnsucht, die nur ein friedvoller Garten, ein neu gepflanzter Baum, ein neu gewachsener Zweig auf Dauer stillen kann. In China und anderswo auf der Welt.“ Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland verarbeitet Miro Zahra die Eindrücke ihrer China-Reise künstlerisch. Unter dem Titel „Chinesischer Garten“ entstehen 22 Tuschemalereien auf Papier, die die Galerie am Stall erstmals zusammenhängend präsentiert. Öffnungszeiten: Mi–Fr, 15–18 Uhr So u. Feiertage 14–18 Uhr Wegen Corona findet keine Vernissage statt, nach Voranmeldung gibt es anstelle dessen Führungen für max. 4 Personen gleichzeitig. Mund-/Nasenschutz und Abstandsregel sind obligatorisch. Galerie am Stall Am Ebenesch 4, 27798 Hude

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. wilhelmshaven . bremen

Yehudit Sasportas, The Owls no. 1, Chapter no. 5, Liquid Desert Project, 2019, 59 x 83 cm, Archivpigmentdruck Skulpturaler Prozess / Aufnahmezeit, Tontöpfe, Tuschezeichnungen, Inneninstallation – Eulenhöhle, Fotografie mit Langzeitbelichtung | Courtesy of the artist and Galerie EIGEN+ART

Yehudit Sasportas

Archäologie des Unsichtbaren 10. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 Kunsthalle Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de Auf den ersten Blick sind die Arbeiten von Yehudit Sasportas Naturbilder: Bäume, Zweige, Tiere und Sümpfe lassen sich erkennen. Aber die israelische Künstlerin zeigt mehr als hochästhetische und detailgetreue Abbilder – in Zeichnungen, Skulpturen, Architektur, Klang und Film verdichtet sie komplexe Strukturen realer und virtueller Natur – so von Waldlichtungen und Mooren – zu weitläufigen Seelenlandschaften, die zugleich Bilder des Unterbewussten sind. Seit Jahren kehrt Yehudit Sasportas immer wieder ins Restmoor Dreesberg südwestlich von Oldenburg zurück, um dort die eigentümliche und stille Landschaft des Naturschutzgebiets auf sich wirken zu lassen. Für die Kunsthalle Wilhelmshaven erarbeitet sie eine aufwändige, detailreiche Installation mit groß- und kleinerformatigen Tusche- und Graphitzeichnungen, Fotografien, Sound- und Videoarbeiten und Skulpturen. Dafür setzte sie sich intensiv auch mit der Stadt Wilhelmshaven, der Geschichte der Kunsthalle und den vielen Bunkern, die Teil des Stadtbilds sind, auseinander. Für Sasportas sind diese Bunker

ein Sinnbild verdrängten, abgelehnten und furchteinflößenden Materials, das in der menschlichen Psyche schlummert. Eine besondere Bedeutung nimmt in der Ausstellung das Kabinett der Kunsthalle ein, in dem die Künstlerin eine virtuelle Verbindung zwischen den Bunkern Wilhelmshavens und einer verborgenen architektonischen Struktur in der Wüste Negev im Süden Israels herstellt. Dort verortet sie den Schauplatz des Projekts Liquid Desert, an dem sie seit fünf Jahren intensiv arbeitet. Die Ausstellung Archäologie des Unsichtbaren zeigt erstmals in Deutschland einen Teil dieses Projekts – eine freigelegte Wand – der virtuellen architektonischen, aus 49 Räumen bestehenden Struktur, die sich mit dem verborgenen kollektiven Unterbewusstsein auseinandersetzt. Yehudit Sasportas wurde 1969 in Israel geboren und gehört zu den bedeutendsten Künstler*innen ihres Landes. 2007 bespielte sie den Israelischen Pavillon der Biennale von Venedig. Kunsthalle Wilhelmshaven Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven

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. lingen

Susa Templin Grundrisse

11. September bis 22. November 2020 Kunsthalle Lingen | www.kunsthallelingen.de Susa Templin (geb. 1965 in Hamburg, lebt in Berlin und Frankfurt/Main) absolvierte ihr Studium der freien Kunst an der Hochschule der Künste in Berlin und der Staatlichen Hochschule für bildende Künste, Städelschule in Frankfurt am Main in der Zeit von 1987 bis 1993. Ihre Arbeiten wurden in internationalen Ausstellungen und Sammlungen gezeigt, u.a. in der Kunsthalle Mannheim, der Berlinischen Galerie Museum für Moderne Kunst, Architektur und Fotografie, Berlin, dem Museum Folkwang in Essen, der Kunsthalle Nürnberg, der Fotogalleriet Malmö oder der Biennale des Images in Paris. Susa Templin arbeitet in den Medien analoge Fotografie und Fotografie-Installation. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit urbanen Strukturen auseinander: In Städten wie New York oder Berlin ent-

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stehen Fotografien, die jene Orte festhalten, deren "Gebautheit" die Künstlerin faszinieren. Daneben fertigt sie Zeichnungen, in denen vom Raum abstrahiert wird. Bei der Beschäftigung mit den Begrenzungen, die die Architektur vorgibt, sind auch Gärten und Parks Teil ihres Interesses. Susa Templin denkt sie als konstruierte Natur, künstliche Landschaft, sie werden für sie zum "Phantasieraum" in der Stadt. Aus fotografischem Bildmaterial entstehen plastische Modelle, die sie anschließend fotografiert, um so Bild-Räume zu erschaffen, in denen sie Bedeutung, Architektur und Perspektiven hinterfragt. Es entstehen Vorschläge für die Gestaltung von urbanen Räumen und Susa Templin setzt ihre imaginären Entwürfe unter anderem in Kunst am Bau Projekten um. Technisch betrach-


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Susa Templin, Grundrisse, Installationsansicht Kunsthalle Lingen 2020 Foto: Peter Lütje, © VG Bild-Kunst Bonn 2020

tet, handelt es sich bei den Fotoarbeiten von Susa Templin bis heute um analoge Fotografie, die nicht im Computer nachbearbeitet wird. Die Kunsthalle Lingen präsentiert eine Auswahl ihrer großen raumgreifenden Installationen der letzten Jahre , darunter auch die eigens für die Kunsthalle Lingen entwickelte Arbeit „Kristallines Labyrinth“ sowie ein filmisches Werk. Im Kabinett im Obergeschoß gibt eine Retrospektive ihrer fotografischen Handabzüge, Zeichnungen und Collagen einen umfassenden Überblick über ihre Arbeit seit den 1990er Jahren. Vor dem Hintergrund unseres heutigen sich oft diffus entwickelnden Raumes, innerhalb dessen Grenzen nicht mehr klar verlaufen und digitale und reale Raumerfahrung sich zunehmend vermischt, verhandeln alle Werke von Susa Templin einen aktuellen Aspekt.

Die Ausstellung wird großzügig unterstützt durch die Volksbank Lingen eG gemeinsam mit der VR Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland. Weiterer Dank geht an Loxx Logistics GmbH und an Klaus Benderoth ebenfalls für großzügige Unterstützung. Weitere großzügige Förderung erfolgt durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, den Landkreis Emsland, die Stadt Lingen(Ems) und die Kulturstiftung Heinrich Kampmann. Ebenfalls Dank geht an den Bundesverband für Soziokultur - NEUSTART Sofortprogramm für Coronabedingte Investitionen, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Am Sonntag, 15. November 2020 findet um 15.30 Uhr eine kostenlose Führung im Gespräch mit Susa Templin statt. Kunsthalle Lingen Kaiserstraße 10a, 49809 Lingen

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. neuenhaus

Lucas Odahara, Tempos Verbais (the Volume of History and the Balance of Time), 2017 Installationsansicht Kestnergesellschaft, Hannover, 2017 | Photo: Lucas Odahara

Prozess_Farben

Arbeit in Material, Erzählung und Raum 30. August bis 1. November 2020 Städtischen Galerie Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de Vom 30. August bis zum 1. November 2020 zeigt die Städtische Galerie Nordhorn die Gruppenausstellung: »Prozess_Farben – Arbeit in Material, Erzählung und Raum« mit den Künstlerinnen Okka-Esther Hungerbühler, Ulrika Segerberg, Ada Van Hoorebeke und Sonja Yakovleva. Mit dieser Gruppenausstellung stellt die Städtische Galerie Nordhorn aktuelle Malerei über das Tafelbild hinaus als ein materialbezogenes, unmittelbares und oft radikales Handeln zur Diskussion. Gegenwärtig ist in der Kunst eine verstärkte Hinwendung zu handwerklichen Techniken und fortdauernden Arbeitsabläufen zu

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beobachten. Daraus lässt sich auch ein offener Werkbegriff ableiten, der sich nicht allein vom Motiv als Ergebnis oder von klaren Abgrenzungen der Genres her denken lässt. Die vier eingeladenen Künstlerinnen verfolgen sehr unterschiedliche Techniken und subjektive Themen. Im gemeinsamen Blick ist dagegen die komplexe und kritische Auseinandersetzung mit Farbe und Bildgrund als Materie. Daraus folgt auch eine bewusste Arbeit mit Plastizität und Raum, denn die Künstlerinnen beziehen darüber hinaus weitere Werkstoffe und Objekte mit ein.


. bremen

Abb. links: Ada Van Hoorebeke, Rose Family Factory, 2020, Installation, Mixed Media // rechts: Ulrika Segerberg, becoming a tree a flood a light (wedge), 2020, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm und Container Mind, 2018, zweiteilige Keramik, 29,5 x 25 x 23 cm // Fotos: Helmut Claus

Die Kunstwerke fordern eine Betrachtung, die sich auf die Spannung zwischen Produktion, Bildmotiven und Körperlichkeit einlässt. Dann lassen sich in der Ausstellung eine Vielzahl von Erzählfäden aufnehmen, die sich aus den Farben, Formen und Materialien, aber auch aus den verschiedenen Herstellungsprozessen und schließlich den räumlichen Beziehungen ergeben. ––– Aufgrund der Bestimmungen zum Infektionsschutz sind die Öffnungszeiten und Besucherzahlen weiterhin eingeschränkt. Es wird außerdem um das Tragen einer MundNasen-Bedeckung im Ausstellungsraum

gebeten. Weitere Informationen unter: staedtische-galerie.nordhorn.de. ––– Die folgende Ausstellung: PAUL SEAWRIGHT 20. November 2020 bis 24. Januar 2021 Eröffnung: 20.11., 19 Uhr ––– Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14–17 Uhr, Samstag, 14–18 Uhr und Sonntag 11–18 Uhr Der Eintritt ist frei. Städtischen Galerie Nordhorn Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

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. hamburg

Abb. v.l.n.r.: WILLIAM KENTRIDGE, TRACK SHED, INSTALLATIONVIEW, SHADOW PROCESSION, 1999 (DETAIL), FOTO © ANEL WESSELS. COURTESY OF ZEITZ MOCAA // MATT BLACK, ALLENSWORTH, CALIFORNIA, USA, 2014 (DETAIL), ©

William Kentridge

Matt Black

23. Oktober 20 bis 18. April 2021 Deichtorhallen, Halle für aktuelle Kunst #WILLIAMKENTRIDGEDTH

25. September 20 bis 3. Januar 2021 Deichtorhallen, Haus der Photographie #MATTBLACKDTH

William Kentridge (*1955 in Johannesburg) gehört zu den weltweit bedeutendsten zeitgenössischen bildenden Künstlern, der sich auch als Theater- und Opernregisseur international einen Namen gemacht hat. Die zunächst für das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa in Kapstadt konzipierte Ausstellung WHY SHOULD I HESITATE: PUTTING DRAWINGS TO WORK bietet einen umfassenden Überblick über das Gesamtwerk Kentridges.

Der US-amerikanische Magnum-Fotograf Matt Black (*1970) hat in seinen Arbeiten immer wieder den Zusammenhang zwischen Migration, Armut, Landwirtschaft und der Umwelt in seiner Heimat Kalifornien und in Süd-Mexiko dokumentiert.

Why Should I Hestitate: Putting Drawings To Work

Gezeigt werden Werke aus über 40 Jahren künstlerischer Produktion, darunter Zeichnungen, Animationsfilme, Videos, Drucke, Skulpturen, Tapisserien und groß angelegte Installationen. Der Titel der Ausstellung verweist auf Kentrigdes primäre Ausübung des Zeichnens, das den Ursprung und Basis für sein gesamtes Œuvre darstellt: »Die Linie wird dich führen – wie ein Hund, der an der Leine zieht.«

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American Geography

Für sein Projekt American Geography reiste er über 100.000 Meilen durch 46 USBundestaaten, darunter Kalifornien, Oregon, Louisiana, Tennessee und New York. Auf diesen Road Trips besuchte Black Gemeinden, deren Armutsquote über 20 Prozent liegt und die wie auf einer Landkarte miteinander verbunden werden können. 78 Exponate dieser Reisen bilden den Fokus der von Ingo Taubhorn zusammen mit dem Fotografen kuratierten Ausstellung, die als weltweite Premiere vom 25. September 2020 bis 3. Januar 2021 im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg präsentiert wird.


. hamburg

MATT BLACK/MAGNUM PHOTOS // JERRY BERNDT, DETROIT, 1970 (DETAIL), COURTESY THE JERRY BERNDT ESTATE 2020 // Foto aus dem Instagram-Account @kenschles, 10. August 2020 (Detail), © Ken Schles

Jerry Berndt

#Protestsgoviral

25. September 20 bis 3. Januar 2021 Deichtorhallen, Haus der Photographie #JerryBerndtDTH

25. September 20 bis 3. Januar 2021 Deichtorhallen, Haus der Photographie #PROSTESTSGOVIRAL

Der amerikanische Fotograf Jerry Berndt (1943–2013) dokumentiert die Zeit zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren in Amerika wie kein anderer Fotograf. Indem er Fotojournalismus mit Dokumentationsund Straßenfotografie kombiniert, gelingt es ihm, über eine Spanne von dreißig Jahre einen einzigartigen Blick auf die soziale Verfassung Amerikas zu werfen.

Das vom Haus der Photographie entwickelte Ausstellungsformat #PROSTESTSGOVIRAL knüpft durch seine Thematisierung von sozialen Missständen an die Ausstellungen von JERRY BERNDT und MATT BLACK an und regt dazu an, über die Bedeutung von Hashtags für aktuelle Aktivismus vermittelnde Fotografie zu reflektieren. Es erkennt die geposteten Bilder als Zeitdokumente an und sieht deren Verschlagwortung durch Hashtags als ein Phänomen, das bereits Teil der aktuellen Fotografiegeschichte ist. Diese Medienrevolution demokratisiert die dokumentarische Fotografie und erhebt sie zu einer der wichtigsten Kommunikationsmittel.

Beautiful America

Gerade weil Berndt Teil der amerikanischen Protestbewegung war, werden zentrale Themen der jüngeren amerikanischen Geschichte wie die Bürgerrechtsbewegung, die Rechte von Afroamerikaner*nnen, Patriotismus, Obdachlosigkeit, aber auch die vehementen Proteste gegen den Krieg in Vietnam, Rassismus, Atomkraft nicht nur überzeugend visualisiert: Vor einer stummen tristen amerikanischen Großstadtkulisse zeichnen sich soziale und kulturelle Lebensbedingungen ihrer Bewohner ab, die von tiefer Melancholie überschattet sind.

Bilder des Aktivismus auf Instagram

Deichtorhallen Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg ↗ www.deichtorhallen.de

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. hamburg

Katharina Sieverding: MATON SOLARISATION F-XXI/XXII A/B, 1969, C-Print, Acryl, Stahl, je 190 x 125 cm, © Katharina Sieverding, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: © Klaus Mettig, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Katharina Sieverding

Fotografien, Projektionen, Installationen 2020–1966 7. November 2020 – 4. April 2021 Deichtorhallen, Sammlung Falckenberg | www.deichtorhallen.de #KATHARINASIEVERDINGDTH Seit mehr als fünf Jahrzehnten gehört KATHARINA SIEVERDING (*1944 in Prag) zu den Pionierinnen, die früh die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten von Fotografie erkannt haben und das Medium fortwährend inhaltlich und formal erweitern. Ihr Thema und Kunstprinzip, sagt die Künstlerin, seien »Transformationsvorgänge«, Fragen nach Identität, Gender und Race. Bekannt geworden ist Sieverding durch die beispiellose Konsequenz, mit der sie filmisch und fotografisch ihr zum Teil extrem vergrößertes und auf vielfältige Weise manipuliertes Porträt seit den 1960erJahren einsetzt. Ab den 1970er-Jahren erarbeitet sie großformatige Montagen zur Weltlage, 1977 auf der documenta 6 erstmals international veröffentlicht. Dabei hinterfragt sie die beschleunigten Bildprozesse der Gegenwart kritisch im Sinne einer Verantwortung auch sich selbst gegenüber. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen die 1978 entstandene Fotoarbeit Schlachtfeld Deutschland, ein Statement zur RAFZeit und 1993 die Berliner Plakataktion

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Deutschland wird deutscher, mit der Sieverding auf die rechtsradikalen Übergriffe nach dem Mauerfall reagierte. Kurz zuvor realisierte die Künstlerin im Reichstagsgebäude die Gedenkstätte für die verfolgten Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik. Die großangelegte Ausstellung FOTOGRAFIEN, PROJEKTIONEN, INSTALLATIONEN 2020 – 1966 in der Sammlung Falckenberg zeigt rund 100 Arbeiten und spannt einen Bogen durch alle Werkphasen der Künstlerin: Von den frühen großformatigen Fotografie-Montagen der 1960er Jahre über die bildgewaltigen Selbstporträt-Serien und filmischen Werke der 1970er bis 1990er Jahre bis in gegenwärtige Produktionen. Dies umfasst auch ganz neue, bisher ungezeigte Arbeiten, wie den dokumentarischen Film Metroboards über Siever-


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Katharina Sieverding: XI/78, SCHLACHTFELD DEUTSCHLAND, 1978, C-Print, Acryl, Stahlrahmen, 300 x 375 cm, © Katharina Sieverding, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: © Klaus Mettig, VG Bild-Kunst, Bonn 2020 // unten links: Katharina Sieverding: DEUTSCHLAND WIRD DEUTSCHER XLI-92, 1992, Fünffarben-Offsetdruck, 252 x 356 cm, Plakatierung in Berlin vom 30. April bis 12. Mai 1993, © Katharina Sieverding, VG Bild-Kunst, Bonn 2020. Foto: © Uwe Walter // unten rechts: Katharina Sieverding: KUNST UND KAPITAL, 2016, © Katharina Sieverding: VG Bild-Kunst, Bonn 2020. Foto: © Klaus Mettig, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

dings Kunst im öffentlichen Raum sowie das Werk Gefechtspause, das sich mit dem Lockdown während der Corona-Krise beschäftigt. Die Ausstellung legt einen besonderen Fokus auf die ungebrochen hohe Aktualität früherer Werke und das Interesse der Künstlerin installative Zugänge zum Medium Fotografie zu schaffen.

lungen vertreten, u.a. im Museum of Modern Art, New York, im San Francisco Museum of Modern Art, im Stedelijk Museum, Amsterdam, in der Nationalgalerie, Berlin, im Museum Folkwang, Essen, und in der Kunstsammlung NRW. 2017 erhielt Katharina Sieverding den Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste, Berlin.

Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt und sind in zahlreichen renommierten Samm-

Sammlung Falckenberg Wilstorfer Str. 71, 21073 Hamburg Geöffnet jeden Sonntag von 12–17 Uhr

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. hamburg

Helmut und Loki Schmidt zur Eröffnung der Ausstellung »Group of Seven. Kanadische Landschaftsmaler« im Ernst Barlach Haus Hamburg, Oktober 1977, Foto: Archiv Ernst Barlach Haus Hamburg

Kanzlers Kunst

Die Sammlung Helmut und Loki Schmidt 4. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021 Ernst Barlach Haus | www.barlach-haus.de Helmut Schmidt schätzte die Künste als Staats- und Privatmann. Henry Moores Large Two Forms vor dem Bonner Kanzleramt waren ebenso ein Bekenntnis zur Bedeutung von Kunst wie ein Besuch bei Ernst Barlachs Schwebendem im Güstrower Dom während des DDR-Staatsbesuchs 1981. Barlach-Bewunderung führte den Kanzler und seine Frau Loki regelmäßig auch in unser Haus. Nun geben wir als erstes Museum Einblick in die private Sammlung des Ehepaars. Die Ausstellung präsentiert rund 150 Gemälde, Plastiken und kunstgewerbliche Gegenstände – Hanseatisches und Internationales, große Kaliber und kleine Köstlichkeiten. Im Zentrum stehen Ernst Barlach, Emil Nolde und die Künstlerkolonie Worpswede. Die Exponate werden durch Fotografien ergänzt, die neben den kunstpolitischen Ak-

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tivitäten des Bundeskanzlers auch die langjährige Verbundenheit beider Schmidts mit dem Ernst Barlach Haus und seiner Sammlung dokumentieren. So eröffnet die Ausstellung reizvolle Einblicke in eine kunstsinnige Lebenspartnerschaft und beschließt stimmig das Barlach-Jubiläumsjahr 2020. Kanzlers Kunst ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ernst Barlach Hauses mit der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung und der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung. Ein Begleitbuch erscheint im Dölling und Galitz Verlag. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag (an Feiertagen auch Montag) 11–18 Uhr Kostenlose öffentliche Führungen sonntags 12 Uhr Ernst Barlach Haus Jenischpark Baron-Voght-Straße 50a, 22609 Hamburg


. hamburg

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. bad rothenfelde

Künstlerin: NATALIE BOOKCHIN Titel: the act of changing something's position / Der Akt der Veränderung der Position von etwas https://bookchin.net/projects/video-montage-work-in-progress/ Datengesteuerte Videomontage, 2020

Lichtsicht 7 – Projektions-Triennale

Videoprojektionen auf den Gradierwerken in Bad Rothenfelde www.lichtsicht-biennale.de | 23. Oktober 2020 – 21. Februar 2021 Die Vorbereitungen zur neuesten Ausgabe der lichtsicht 7 Projektions-Triennale laufen auf Hochtouren. Bis zur Eröffnung am 23. Oktober ist für alle Beteiligten noch viel zu tun, denn das besondere Lichtkunst-Festival im Heilbad Bad Rothenfelde, nahe Osnabrück, hat sich komplett neu aufgestellt. Es wurde auf Wunsch des Erfinders und Gründers der lichtsicht Projektions-Biennale, Heinrich W. Risken, von einer rein privaten Finanzierung durch die gleichnamige Stiftung, auf eine mit öffentlichen Geldern finanzierte Triennale der Lichtkunst umgestellt. Veranstalter ist nun die lichtsicht gemeinnützige Veranstaltungsgesellschaft mbH, Bad Rothenfelde, die sich im Frühjahr dieses Jahres gegründet hat. Das neue Profil der lichtsicht 7 ProjektionsTriennale Die diesjährige Edition der lichtsicht Projektions-Triennale trägt die Nummer SIEBEN im Namen. Ja, sie ist eine Fortsetzung, aber vor allem ein Neuanfang, und das in

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diesen Zeiten! Es geht auch darum, sich neu zu erfinden und damit das Profil dieser einmaligen Veranstaltung zu schärfen. Eine Neuprofilierung gelingt durch: 1. Dem Zeitgeist folgend (die documenta 2022 macht es vor) besteht das neuformatierte künstlerische Team aus mehreren Köpfen und ist generationsübergreifend. Statt Einzelkämpfertum oder Geniekult erleben wir gerade kollektive, dialogische Strukturen, die in eine nie dagewesene Vielfalt und Multiperspektivität münden, was letztlich auch dem breitgefächerten Spektrum des Publikums geschuldet ist. Das künstlerische Team besteht aus Michael Bielicky, dem Kurator und künstlerischen Leiter, seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Paul Kenig, dem Projektleiter Tim Roßberg und Christian Meyer als technischem Leiter und Realisator. 2. Trotz eines verringerten Budgets werden mehr Positionen denn je zu erleben sein. Dies gelingt, weil neben den etab-


. bad rothenfelde

Künstler: MIAO XIAOCHUN Titel: Gyro Dance (Gyroskop-Tanz) https://bookchin.net/projects/video-montage-work-in-progress/ Datengesteuerte Animation, 2017

lierten, international bekannten Künstlern erstmalig auch innovative studentische Arbeiten präsentiert werden. Es gibt Kooperationen mit jungen Talenten der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, der Musashino Universität in Tokyo sowie der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 3. Moderne Projektionstechnologie. Nach zehn Jahren hat sich in der Projektionstechnik einiges getan. Es wurden mit Unterstützung der Heinrich W. Risken Stiftung neue Projektoren angeschafft, die eine deutlich höhere Qualität, sowohl bei der Bildauflösung als auch bei der Datenverarbeitung garantieren. Darüber hinaus weisen sie eine bessere Energiebilanz auf, was sich bei dem täglichen Betrieb auszahlt. 4. Neben den Projektionen wird es auch Augmented Reality Arbeiten geben, sodass sich die Kunst auf den Smartphones der Besuchenden entfalten wird. Augmented Reality kann man als eine Erweiterung der Virtual Reality ansehen. Es ist ein Medium, welches aus einer dreidimensionalen Erweiterung der virtuellen Realität durch in

Echtzeit interaktive Elemente besteht. Diese sollen mehrere Sinne der Nutzer ansprechen. Sie sind so dargestellt, als seien sie Teil der realen Welt und gleichzeitig physisch verbunden mit der virtuellen Welt. 5. Die lichtsicht 7 wird ein echter Beitrag in Sachen Gendergerechtigkeit im Kunstbetrieb: Das Verhältnis von weiblichen und männlichen Künstlern liegt erstmals bei nahezu 50/50. Dies gilt es in die Welt zu tragen. Hochkarätige Kunst - in einem einzigartigen Format - ansteckungsfrei erleben In den Zeiten von Corona bietet die lichtsicht 7 ein geradezu ideales Format, um hochkarätige Projektionskunst ansteckungsfrei und angstfrei im Freien, bei bester von Quellsole angereicherter frischer Luft, zu erleben. Der etwa einen Kilometer lange Kunstparcours rund um die bis zu 14 Meter hohen Gradierwerke bildet eine Projektionsfläche von insgesamt 10.000 qm. Allein ein Werk kann bis zu 312 m lang sein. Diese Dimension ist gigantisch und in ihrem natürlichen wie historischen Setting weltweit einzigartig.

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Künstler: Julius von Bismarck Titel: Fire With Fire / Feuer mit Feuer https://www.bundeskunsthalle.de/presse/pressebilder/julius-von-bismarck-feuer-mit-feuer.html Video-Montage, 2020

Immer noch ist der kulturinteressierten Öffentlichkeit in den Ballungszentren der Kunst zu wenig bewusst, dass die lichtsicht Projektions-Triennale, mit ihrem Alleinstellungsmerkmal der salzig- kristallinen Schwarzdornwände als gewachsene Projektionsfläche, auf höchstem künstlerischem Niveau stattfindet. Die Pandemie könnte eine Chance sein, die Schätze der Kunstrezeption gerade in der Peripherie zu entdecken und zu heben, um sie in den Fokus des beinahe zum Erliegen gekommenen Kunsttourismus zu stellen. Die lichtsicht in Bad Rothenfelde liefert Kunstgenuss auf Weltniveau, eine Entdeckungsreise im eigenen Land bei größtmöglicher Sicherheit – kurz ein Idealformat! Sie ist eine magische Mischung zwischen höchstem, intellektuellen Anspruch und gleichzeitig beste Unterhaltung für Groß und Klein. Social Distancing ist dabei genauso möglich wie ein Familienausflug. Ein Erlebnis für alle Sinne: die Augen, die Ohren, der Atem und vor allem der Geist werden beim abendlichen bis nächtlichen Flanieren gleichermaßen entertaint. „Großes Welttheater in Bad Rothenfelde“ - Die Künstler der lichtsicht 7 Die vergangenen 6 lichtsicht ProjektionsBiennalen haben Maßstäbe für die Qualität der Veranstaltung gesetzt. Klangvolle Namen der internationalen Kunstszene, wie William Kentridge, Robert Wilson, AES+F, Sigalit Landau, Kanjo Také, Ryoji Ikeda, Eyal Gever oder rosalie waren fasziniert von der

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Möglichkeit, ihre Kunst auf dieser verästelt strukturierten, feuchtglitzernden Projektionsfläche der Gradierwerke zu erleben, die ihren Werken einen Zauber verlieh, der in keinem Museum der Welt möglich ist. Michael Bielicky, selbst mehrfach teilnehmender Künstler, jetzt künstlerischer Leiter und Kurator der lichtsicht 7, weiß um diese Besonderheit und steckt mit seiner Begeisterung viele Künstler seiner Wahl an. Er sieht mit der lichtsicht die Chance für ein „großes Welttheater in Bad Rothenfelde“ und hat seinen Focus vor allem auf asiatisch konnotierte Kunst gesetzt. Damit setzt er eine Zäsur in unsere gewohnte, eurozentristische Wahrnehmung. Gleichwohl kann man in dieser Ausrichtung eine sinnvolle Weiterführung einer Traditionslinie erkennen, die mit künstlerischen Positionen von Kanjo Také, Ryoji Ikeda, MioonMin Kim, Moon Choi, Moon Kyungwon & Jeon Joonho bereits durch die früheren Kuratoren, Manfred Schneckenburger und Peter Weibel, angelegt wurde. Weiterführende, vertiefende Informationen finden Sie auf der Website der lichtsischt 7 Projektions-Triennale. Dort gibt es Neuigkeiten zur lichtsicht 7, den beteiligten Künstlern, ihren Biografien und Werken in Texten, Bewegtbildern und Fotos. Ein Katalog, der gleichzeitig als Ausstellungsführer fungieren soll, ist in Arbeit Lichtsicht 7 Saline. Bad Rothenfelde


. osnabrück

Christina Kramer, Von Dissidenten und Draufgängern, 2017. Installation aus handbedruckten Folien; Druckfarbe, Folien, Rundstahl, 330 x 210 x 100 cm

What Difference Do you Make? Siebdrucke von Christina Kramer

Kuratiert von Michael Kröger und Elisabeth Lumme 26. September bis 6. November 2020 Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst | www.hase29.de „Wenn die Oberfläche aufbricht, verändert sich der Fokus“ (Christina Kramer) Leichtigkeit und Tiefe, Chaos und Klarheit, Sichtbarkeit und Uneindeutigkeit bedingen sich in den Werken der Kölner Künstlerin Christina Kramer gegenseitig und fordern die aktive Auseinandersetzung mit ihrem Publikum. Ihre raumgreifenden und zugleich zart-poetischen Installationen sowie ihre präzise komponierten, von Störungen durchbrochenen druckgrafischen Arbeiten loten Grenzen aus, provozieren Perspektivwechsel und erzeugen Momente der Spannung und Ungewissheit. Die Betrachter werden in ebenso sinnlicher wie auch subtiler Weise als Gegenüber der Arbeit fast körperlich involviert und aufgefordert, eine eigene Nähe, eine Präsenz zum Bild herzustellen, die auch eine Versenkung im Bild nicht aus-

schließt. Die diversen Wirklichkeitsschichten ihrer Arbeiten vermitteln sich, indem eine Orientierung im Bild gestört, verunklärt und damit thematisiert wird. Unter der sichtbaren Oberfläche beginnen sich eigene Bilder zu bewegen und zu entwickeln. In Christina Kramers Arbeiten verbinden sich Punkte, Linien und Flächen zu vielschichtigen – gleichsam lauten und leisen, imposanten und zarten – Systemen, die immer wieder neue Fragen an das Sehen und ihre Bilder eröffnen. Christina Kramer (*1979 in Osnabrück) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschülerin von Hubert Kiecol. Sie lebt und arbeitet in Köln. hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

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. osnabrück

Balkans Beyond Brass Morgenland Live Edition

3.–6. Dezember Morgenland Festival Osnabrück | www.morgenland-festival.com Mit dem Balkan richtet das Morgenland Festival Osnabrück 2020 seinen Fokus erstmals auf eine europäische Region. Bereits im Juni verfolgten 40.000 Zuschauer die Online-Edition von BALKANS BEYOND BRASS auf dem YouTube-Channel des Festivals. Gleich zwei Prologe werden der eigentlichen Eröffnung vorausgehen: Am 03.12. „besingen“ am frühen Abend die bosnische Sängerin Nataša Mirković und der Osnabrücker Jugendchor die Kunsthalle, danach präsentieren die beiden bosnischen Musikerinnen Merima Ključo (Akkordeon) und Jelena Milušić (Gesang) ihr Projekt „Lume“. Das Duo hat bereits die OnlineEdition des Festivals eröffnet. Das Konzert war so begeisternd, dass die beiden charismatischen Musikerinnen spontan zur Live-Edition eingeladen wurden. Eröffnet wird das Festival am 04.12. von Mehdi Aminian und dem Theodossii Spassov Folk Quintet.

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Mehdi Aminians Projekt "Timbres of Middle-East-Europe" spürt den Verbindungen der Musik des Balkans und des Vorderen Orient nach. Aminian wurde in Iran geboren. Mit 16 Jahren verließ er seine Heimat und verbrachte Jahre auf musikalischer Spurensuche in Bosnien, Rumänien und verschiedenen Regionen Südostasiens. Heute lebt und arbeitet er in Wien. „Timbres of Middle-East-Europe“ entstand im Auftrag des Morgenland Festival Osnabrück und präsentiert Musiker aus Rumänien, Bulgarien, Armenien, Iran und Deutschland. Das Theodosii Spassov Folk Quintet vereint traditionelle bulgarische Volksmusik mit Jazz und klassischer Musik. Der in Bulgarien als Genie gefeierte Theodosii Spassov hat einen völlig neuen Stil auf der Kaval (eine Hirtenflöte aus Holz und eines der ältesten Musikinstrumente Europas) entwickelt. Spassov ist tief in der bulgarischen Tradition verwurzelt und führte die Kaval als Instrument im Jazz und als Soloinstrument mit Orchester ein. Seine


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Abb. von links oben nach rechts unten: Merima Ključo & Jelena Milušić, Foto: © Marko Ercegović // Nataša Mirković, Foto: © Laurent Ziegler // Mehdi Aminian & Friends, Foto: © Andreea Tanase // Bogdan Văcărescu & The Unicorn Frequency, Foto: © Sarah Emma Smith // Markus Schäfer, Foto: © Jonas Kaffine // Mihai Ungureanu, Foto: © Werner Feldmann

eigenen Stücke vereinen gekonnt traditionelle bulgarische Volksmusik mit Jazz und klassischer Musik.

George Enescu und der zeitgenössischen rumänische Komponistin Violeta Dinescu auf dem Programm.

Mit ihrer Virtuosität und ihren kühnen Kompositionen war sie einer der Stars der Online-Edition - am 05.12. ist die charismatische Akkordeonistin und Komponistin Merima Ključo mit ihrem Werk „The Sarajevo Haggadah“ zu erleben. Dabei bedient sie sich musikalischer Traditionen aus Spanien, Italien, Österreich und Bosnien-Herzegowina und erzählt die lange, wundersame Reise eines jüdischen Gebetsbuches, der Haggadah. Danach lädt Marin Bunea mit seinem Ensemble dazu ein, in die Welt der Lăutari, der Roma-Musiker aus Moldavien, einzutauchen.

Ein virtuoses Finale erwartet die Besucher am 06.12. in der OsnabrückHalle: Der in Rumänien geborene Londoner Violinist Bogdan Văcărescu verbindet die Musik seiner Heimat mit russischer Roma-Musik, ungarische Volkslieder mit Rhythmen bulgarischer Tänze, freie Improvisation und Jazz. Der bulgarische Klarinettist Ivo Papasov genießt Kultstatus weltweit. Mit seiner „Hochzeitsmusik“, einer Mischung aus bulgarischer Volksmusik, zeitgenössischen Elementen und Jazz prägte er sowohl die bulgarische Musiklandschaft als auch die Weltmusikszene und ergänzte beides um neue Facetten, lange bevor Balkanbands in den 80er Jahren die Charts stürmten

Der 1917 in Bukarest geborene Dinu Lipatti war als Pianist eine Ausnahmeerscheinung. Er starb viel zu früh bereits mit 33 Jahren. Anlässlich seines 70. Todesjahres widmen der Tenor Markus Schäfer und der Pianist Mihai Ungureanu ihm ein Programm. Neben Werken Lipattis stehen Liederzyklen des großen rumänischen Komponisten

––– Programm und Tickets: www.morgenland-festival.com info@morgenland-festival.com Tel. +49 176 2324 3555

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Möser

eine begehbare Graphic Novel 1. November 2020 bis 11. April 2021 Museumsquartier Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de Mit „MÖSER“ präsentiert das Museumsquartier Osnabrücks berühmtesten Protagonisten im Zeitalter der Aufklärung Am 14. Dezember 2020 feiert die Stadt Osnabrück den 300. Geburtstag des berühmten Osnabrückers Justus Möser (1720-1794). Aus diesem Anlass zeigt das Museumsquartier vom 1. November 2020 bis 11. April 2021 eine „begehbare Graphic Novel“, die am Beispiel des Osnabrücker Juristen, Literaten und Staatsmannes in die Zeit des aufgeklärten Absolutismus und der Aufklärung einführt. Die Basis des außergewöhnlichen Ausstellungsprojektes bildet die gleichnamige Graphic Novel von Peter Eickmeyer, Thorsten Heese und Gaby von Borstel, die als Begleitpublikation im Splitter Verlag erscheint.

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Dank der Naturwissenschaften, die im Zeitalter der Aufklärung entstanden, verstehen wir heute, wie die Natur funktioniert und was uns und unsere Umwelt ausmacht. Die sichtbarste politische Wirkung entfaltet die Aufklärung in ihren revolutionären Ereignissen – 1776 in der Unabhängigkeitserklärung der amerika-nischen Kolonien von Großbritannien und 1789 in der Französischen Revolution. Mit dem Ruf nach „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ wird die Schwelle zur Moderne endgültig überschritten. Zu den bedeutenden Akteuren dieser historischen Epoche gehört Justus Möser. Es geht um kritischen Diskurs und Austausch. Fortschritt oder Tradition? Reform oder Revolution? Möser reflektiert, schreibt,


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links: Fahrt nach Göttingen // rechts v.o.n.u.: Justus Möser // Justus Möser am Schloss // Kanzlei Alle Illustrationen: © Peter Eickmeyer, 2020

publiziert und wird so ein viel beachteter Denker der Zeit. Mit Lessing, Herder und Goethe hat „der herrliche Justus Möser“ (Goethe) berühmte Bewunderer. Die Biografie Justus Mösers führt uns in eine Zeit, deren Prägungen unmittelbar bis in unsere Zeit hineinragen – in eine Zeit, die wieder Fragen nach der Zukunft stellt, nach der Basis unserer Gesellschaft und unseres sozialen Miteinanders. Grund genug, sich diesem Thema mit einer außergewöhnlichen Sonderausstellung zu widmen. Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

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Passion Leidenschaft

Die Kunst der großen Gefühle 9. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 LWL-Museum für Kunst und Kultur | www.lwl-museum-kunst-kultur.de Wo Menschen sind, gibt es auch große Gefühle. Dazu passt die Sonderausstellung "Passion Leidenschaft. Die Kunst der großen Gefühle" vom 9. Oktober 2020 bis zum 14. Februar 2021 im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Die bildende Kunst ist bis heute neben den darstellenden Künsten das Medium, in dem sich die Leidenschaften abbilden. Im westlichen Kulturkreis reicht die künstlerische Auseinandersetzung mit Emotionen bis in die Antike zurück. In einer großen internationalen Ausstellung wird zum ersten Mal mit 200 herausragenden Exponaten ein Bogen geschlagen von diesen Anfängen bis in die heutige Zeit.

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Berühmte Künstler haben sich über die Jahrhunderte in ihren Werken mit den Schmerzen des Laokoon, dem Rausch des Bacchus, den Leiden Christi, dem ekstatischen Taumel und den Qualen Liebender befasst. Die Darstellung herzzerreißender, hochdramatischer, zutiefst beglückender und bis ins Mark erschütternder Figuren und Szenen zieht sich als roter Faden durch die gesamte abendländische Kunstgeschichte. Warum haben Menschen im Gottesdienst geweint? Wo sind die menschlichen Gefühle im Körper verortet? Wann wurde aus Adam und Eva in der Kunst ein erotisches


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Abb. oben: Robert Arnold, The Morphology of Desire, video, 1998, 6min. © Robert Arnold & LIMA Amsterdam Abb. unten: Pauwels Franck, gen. Paolo Fiammingo , aus der Serie » Amori «: »Il frutto dell’amore «, 1585/89. Foto © KHM Museumsverband

Paar? Ist der „Wutbürger“ ein Phänomen unserer Zeit? Diese und weitere Fragen beleuchtet die Ausstellung aus verschiedenen Perspektiven und nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise durch den Kosmos ihrer Gefühle. Liebe und Hass, Hingabe und Begierde, Zorn und Wut, Schmerz und Trauer zeichnen uns Menschen aus. Leidenschaften führen dazu, dass Menschen ihren Verstand verlieren. Aber ohne starken inneren Antrieb hätte Leonardo da Vinci den Fallschirm nicht erfunden. Macht Leidenschaft besessen? Ist sie eine Macht, die den Liebenden oder das Genie in den Abgrund stürzt?

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Edvard Munch, Das weinende Mädchen, 1909, LWL-Museum für Kunst und Kultur, © LWL/Neander

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Auch in wissenschaftlichen Disziplinen wie der Psychologie, der Sozial- oder der Neurowissenschaft sind Emotionen Forschungsgegenstand. Die natur- und neurowissenschaftlichen Erkenntnisse werden in der Ausstellung mit der kunst- und kulturwissenschaftlichen Perspektive zusammengeführt.

Edvard Munch, Käthe Kollwitz, Hermann Nitsch, Bill Viola und Maria Lassnig und vielen mehr.

Große Gefühle verändern die Welt, sie beeinflussen unser Denken und Glauben, sie führen zu Krieg und Widerstand. In Politik und Gesellschaft sind Emotionen aktueller denn je. Die Schau versammelt Gemälde, Skulpturen, Fotos und Videoinstallationen unter anderem von Matthias Grünewald, Peter Paul Rubens, Anthonys van Dyck, Camille Claudel, Auguste Rodin, Egon Schiele,

Öffentliche Führungen: Di bis Fr 16.30–17.30 Uhr, Sa und So 11–12 Uhr, 14–15 Uhr, 16–17 Uhr | max. 10 Pers. Teilnehmerkarten können nur online unter https://bit.ly/LWLMKK-Online-Tickets gebucht werden, Restkarten gibt es an der Museumskasse. Info: 0251 5907-201

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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 10–18 Uhr, am zweiten Freitag im Monat 10–24 Uhr, Montag geschlossen

LWL-Museum für Kunst und Kultur Domplatz 10, 48143 Münster


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WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE WWW.MUSEUM-FUER-LACKKUNST.DE

BONBONNIERE BONBONNIERE Die Bonbonniere gehört zu einer Gruppe von

Die Bonbonniere zu einer Gruppe Objekten aus dengehört Werkstätten der Brüdervon Martin: Objekten aus den Vernis Werkstätten Martin: die so genannten Martin,der dieBrüder mit flächendie so genannten Vernis Martin, die mit flfarbdeckächendeckendem, in Ölfarben aufgebrachtem deckendem, Ölfarben aufgebrachtem enden Dekorindie französische Malerei desfarbdeckRokoko enden Dekor die französische Malerei des Rokoko im Miniaturformat wiedergeben. Sie zeigt eine im Miniaturformat wiedergeben. Sie zeigt eine mythologische Szene nach einer unbekannten mythologische Gemäldevolage.Szene nach einer unbekannten Gemäldevolage. Papiermaché mit Schwarzlackbeschichtung Papiermaché Schwarzlackbeschichtung und Dekor in mit Ölfarben, abschließend mit Klarlack und Dekor inMontierung Ölfarben, abschließend mit Klarlack überfangen; aus zweifarbigem überfangen; Montierung ausFrankreich zweifarbigem Gold; Futter aus Schildpatt; (Paris), Gold; Futter aus Schildpatt; Frankreich (Paris), Mitte 18. Jahrhundert Mitte 18. Jahrhundert

MUSEUM FÜR LACKKUNST

MUSEUM FÜR LACKKUNST Windthorststraße 26 Windthorststraße 26 48143 Münster | Deutschland 48143 | Deutschland + 49.251.41851-0 Telefon:Münster Telefon: + 49.251.41851-0

ÖFFNUNGSZEITEN ÖFFNUNGSZEITEN Dienstags (freier Eintritt) 12–20 Uhr, Dienstags Eintritt)und 12–20 mittwochs(freier bis sonntags an Uhr, mittwochs bisFeiertagen sonntags und anUhr gesetzlichen 12–18 gesetzlichen Feiertagen 12–18 Uhr

www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst www.facebook.com/Museum.fuer.Lackkunst

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Picasso / Miró

Eine Künstlerfreundschaft 19. September 2020 bis 31. Januar 2021 Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de Anlässlich seines 20jährigen Bestehens widmet sich das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster der langen Beziehung zwischen den Jahrhundertkünstlern Pablo Picasso und Joan Miró. Die Ausstellung „Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft“ zeichnet mit über 100 Lithografien, Radierungen, Aquatinten, Holzschnitten, Fotografien, Filmen und einem Brief von Joan Miró die sich immer wieder kreuzenden Wege der beiden spanischen Künstler nach. Joan Miró (1893-1983) und Pablo Picasso (1881-1973) verband eine lebenslange Freundschaft. Die beiden Männer waren im Hinblick auf ihre Persönlichkeit und ihren Stil jedoch denkbar unterschiedlich. „Picasso und Miró waren in allem völlig konträr und das Geheimnis ihrer Freundschaft ist schwer zu ergründen“, betont Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Trotz ihrer verschiedenen Charaktere

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und Künstlerpersönlichkeiten haben sich die beiden Spanier hervorragend verstanden. Und die Ausstellung zeigt ihre Kunst in einem spannenden Dialog.“ Durch exemplarisch ausgewählte Arbeiten geht die Schau dem Einfluss nach, den der Surrealismus auf Picassos und Mirós Schaffen in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren hatte. Gleichzeitig betont sie ihre individuellen künstlerischen Handschriften: So war Picassos Werk durch häufige Richtungs- und Stilwechsel gekennzeichnet und Miró blieb in seiner Bildsprache eher konstant und gradlinig. Während Miró seine Grafiken minutiös entwarf, ging Picasso operativ, ohne präzise Bildidee ans Werk und konkretisierte diese erst bei der Arbeit. So führte er einmal aus: „Ein Bild ist nicht von vornherein fertig und ausgedacht. Während man daran arbeitet, verändert es sich im gleichen Maße wie die Gedanken.“


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Abb.oben: Miró-Werke in der Ausstellung, Foto: Christoph Steinweg / Picasso-Museum // unten: Pablo Picasso, Die Frau mit dem Haarnetz, 1949, Lithografie, © Succession Picasso, VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Die Ausstellung „Picasso/Miró – Eine Künstlerfreundschaft“ zeigt erstmalig die vollständige Miró-Kollektion, die der Sparkassenverband Westfalen-Lippe dem Picasso-Museum im August 2020 als Dauerleihgabe übergeben hat. Die Werke spannen einen Bogen von den ersten Radierungen Mirós im Jahr 1938 bis zum Jahr 1981 ––– Öffnungszeiten „Picasso/Miró“: Montag bis Sonntag und Feiertage 10–18 Uhr, Freitag 10–19 Uhr Führungen und Audioguide: Private und öffentliche Führungen sind wieder möglich. Nähere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf der Webseite. Zur Ausstellung ist ein Audioguide an der Kasse erhältlich (Deutsch / Englisch). Kunstmuseum Pablo Picasso Münster Picassoplatz 1, 48143 Münster

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Picassoplatz 1 | 48143 Münster | T.: 0251 / 414 47-10 | info@picassomuseum.de www.kunstmuseum-picasso-muenster.de | MO–SO: 10–18, FR: 10–19 Uhr Die Ausstellung wird gefördert von den

Profile for h2 werbung + kunst

kunst:stück Magazin c/o Bremen + der Norden | issue 46  

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