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Dorothee Diebold, Sad Dove, 2019, Acryl & Pigment auf Leinwand © VG Bild-Kunst Bonn 2019

Magazin für Kunst und Kultur Bremen / Oldenburg und der Norden issue 43 | Januar + Februar 20 20


1. März bis 7. Juni 2020

SEE STÜCKE Fakten und Fiktion 1. März bis 13. September 2020

Seestücke Von der Romantik bis zur Klassischen Moderne 13. Juni 2020 bis 10. Januar 2021

Neue Schätze im MKdW Von Max Liebermann bis Jochen Hein 13. Juni 2020 bis 10. Januar 2021

Made on Föhr Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm 19. September 2020 bis 10. Januar 2021

Sjoerd Knibbeler In Elements

Museum Kunst der Westküste Hauptstraße 1 · 25938 Alkersum/Föhr www.mkdw.de Sjoerd Knibbeler, Current Study #6, 2014, © Courtesy of the artist


. grußwort

Detlef Roth, Foto: Ele Hermel

KUBO – die Begegnung mit der Kunst Kultur- und Bildungsverein Ostertor e.V. Detlef Roth, Geschäftsführer des KUBO | www.kubo.de Die Situationisten in Frankreich hatten mir in den 1970er Jahren einige Vokabeln überlassen – die Gesellschaft als Spektakel, die gelangweilte Unterhaltungsfreizeit, dagegen das Spiel, das Umherschweifen, den Augenblick, die Konstruktion von Situationen und das Zusammenbringen von Kunst und Leben. Mit diesem verwirrenden Gepäck und dazu noch eine Menge Stadt- und Kulturpolitik sowie Soziale Bewegungen gründeten Freunde und ich 1981 das KUBO, den Kultur- und Bildungsverein Ostertor. Kultur und Bildung fanden wir, gehöre zusammen, was damals von den Kulturinstitutionen einerseits und den Schulen andererseits überhaupt nicht so gesehen wurde. Heute hat jedes Museum seine Kunstvermittlung und dass Begegnung mit Kunst wertvollste Bildung ist, hat sich herumgesprochen. Nach hoffnungslosen Gitarrenkursen, Friedensinitiativen, Herausgabe einer Stadtteilzeitung, Kindertheater und sonstigen Einmischungen haben wir – Ele Hermel und Detlef Roth – ab 1985 aus dem KUBO ein Haus für Kunst gemacht. Jedes Jahr ein Stückchen mehr: Kunstkurse für Kinder und Jugendliche, Aktzeichnen, Malereiworkshops, Sommerakademie Bremen, Wochenendausstellungen, Kunstpreis, naja und kulturpolitische Einmischungen.

1990 habe ich vom ehrenamtlichen zum hauptamtlichen Geschäftsführer gewechselt. Aus der Idee war ein Projekt geworden, aus dem Projekt ein Kunstort und mittlerweile eine Institution. Getragen hat uns die Überzeugung und Haltung vielleicht so wie die Antpöhlers: „Unser Lehm ist der Kunst geweint“. Etwas anders zwar, wir haben Begegnungen gesammelt: Begegnung mit der Kunst, mit Ausstellungen, Eigenproduktion, mit Künstlerinnen und Künstlern, mit all den Menschen, die unser KUBO seit Jahrzehnten besuchen, mit den Kindern, die mittlerweile ihre Kinder in unsere Kunstkurse schicken. Seit 10 Jahren gibt es die galerie mitte. Junge wie auch etablierte Positionen zeitgenössischer Kunst werden unter der Leitung von Ele Hermel gezeigt. Mit der Galerie wird sichtbar, was wir meinen: Kunst auf zwei Beinen, wir betreiben ernsthaft die Förderung von Kunst und Künstler*innen und wir betreiben ernsthaft die Begegnung mit der Kunst. Da sind Kunst und Leben ganz schön zusammengerutscht. Nun, es ist ein Versuch, der bald 40 wird. Detlef Roth Geschäftsführer des KUBO, Bremen

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INHALT 03 Grußwort 03 Detlef Roth, Geschäftsführer des KUBO, Bremen

29 Oldenburg & Umzu 27 - Bad Bentheim 28 - Nordhorn 33 - Leer 34 - Hude 35 - Wilhelmshaven

04 Inhalt 04 - Impressum 06 Bremen & Umzu 20 - Verden 22 - Föhr 26 - Worpswede

36 Osnabrück 44 Hamburg

DAS TITELBILD Dorothee Diebold . Biomorphelia ––– 29. November 2019 bis 26. Januar 2020 Städtische Galerie Nordhorn, staedtische-galerie. nordhorn.de Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt eine Einzelausstellung mit aktuellen Werken von Dorothee Diebold (* 1988 in Offenbach/Main, lebt und arbeitet in Berlin). → Seite 28 Dorothee Diebold, Sad Dove, 2019, Acryl & Pigment auf Leinwand © VG Bild-Kunst Bonn 2019

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day www.kunststueck-magazine.de

IMPRESSUM h2 werbeagentur + kunst Eva Hortenbach (V.i.S.d.P.) Zum Knapp 2 · 49565 Bramsche Tel: 05461 705 477 mail@kunststueck-magazine.de

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Redaktionsschluss für die Ausgabe März / April: 15. Februar 2019 Anzeigenberatung: Klaus Hortenbach Tel: 05461 705 477 Mobil: 0152 389 510 24


Andreas . grußwort Becker Katja Blum Nicholas Bodde Sebastian Dannenberg Tobias Heine Franziska Keller Ernst Matzke Ulrike Möhle Edeltraut Rath Sabine Straßburger Wolfgang Wagner-Kutschker Martin Voßwinkel Daniel Wrede

konkr et breme n II

26. Januar bis 29. März 2020

www.staedtischegalerie-bremen.de

Do - So 12-18 Uhr, Di + Mi nach Anmeldung 0421-361-5826

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Ricardo Brey Adrift

1. Dezember 2019 bis 1. März 2020

Ricardo Brey war 1992 der erste kubanische Teilnehmer bei einer Documenta und seitdem lebt er in Europa. Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt nun seine erste Museumsausstellung in Deutschland mit ca. 70 Arbeiten. Diese bestehen aus Zeichnungen, Assemblagen und Installationen, in denen er seine afrikanischen und kubanischen Wurzeln mit seinem neuen Umfeld verbindet. Dafür hat er den Begriff »Adrift« gefunden, zu übersetzen als »Treiben lassen«. Es geht

dem Bildhauer und Zeichner nicht darum, an einer Identität festzuhalten, sondern sich umgekehrt frei durch die Kulturgeschichte zu bewegen. In seinen poetischen, ideenreichen Assemblagen konzentriert er sich auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur, auf die kulturelle Identität seines Geburtslandes Kuba und seiner Wahlheimat Belgien sowie auf die Interaktion zwischen verschiedenen Kulturen.

Rosa Jaisli Pueblo del alma / Dorf der Seele

1. Dezember 2019 bis 1. März 2020

Rosa Jaislis bevorzugtes Material ist der Alabasterstein. Die Formen, die sie daraus schneidet, glättet und poliert, sind schlicht, schnörkellos, streng, beruhen auf geometrischen Grundformen und wirken dennoch lebendig. Die Themen, die sie in ihrer Arbeit begleiten, sind der Architekturgeschichte entlehnt. Es ist die

Ausdruckssprache des Bauens, der erfundenen Architekturstile und Orte. Seit 2007 überträgt die Künstlerin die aus der Arbeit mit Stein gewonnene künstlerische Erfahrung auf das Material Papier und fand experimentell eine eigene Formsprache, Papierskulpturen aus Fläche und Volumen zu gestalten.

Kosmos Marcks Das Bauhaus, das keiner wollte 1. Dezember 2019 bis 1. März 2020

In diesem Jahr ist es dem Gerhard-MarcksHaus gelungen, ein sehr wichtiges Werk seines Namensgebers zu erwerben: »Die Läufergruppe« von 1923. Die Arbeit ent-

stand während seines vorletzten Jahres am Bauhaus und dokumentiert die Distanz zwischen seinen Idealen und denen der Schule, wie sie heute vermittelt werden.

Robert Schad Bewegung im Raum 15. März bis 14. Juni 2020

Robert Schad ist international einer der bedeutendsten zeitgenössischen Stahlbildhauer. Er schafft aus massivem Vierkantstahl »Zeichnungen im Raum«. Linien entstehen dabei nicht durch Biegen und Verbiegen, sondern aus der Addition unterschiedlich langer, gerader Teile, die wie Glieder eines organischen Körpers verschweißt werden. Die zeichnerische Be-

wegung entfaltet sich in weiten Schwüngen und Bögen plastisch im Raum, die physische Schwere des massiven Stahls ist aufgehoben. Die Wechselwirkung von modernem Tanz und Bildhauerei beschäftigt Robert Schad und auch die Wirkung seiner Arbeiten im öffentlichen Raum ist ein wichtiger Aspekt seines Schaffens – beides wird in Bremen gezeigt.

Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen / www.marcks.de ––– Abb. oben: Ricardo Brey, »Ich liebe es, auf verbotenen Meeren zu segeln und an barbarischen Küsten zu landen«, 2019 Papier, Spiegel, goldenes Metallpapier, Stein, Krone, Batterie, Keramikfliesen, Metallmünzen, Keramik, Meteorit und drei Faltbücher, Foto: We Document Art, Antwerpen Abb. Mitte: Robert Schad, Basgar, 2013, Vierkantstahl, VG Bild-Kunst, Bonn 2019 Abb. unten: Rosa Jaisli, Vacio diáfano, 1997, Alabaster

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konkret bremen II

Andreas Becker, Katja Blum, Nicholas Bodde, Sebastian Dannenberg, Tobias Heine, Franziska Keller, Ernst Matzke, Ulrike Möhle, Edeltraut Rath, Sabine Straßburger, Wolfgang WagnerKutschker, Martin Voßwinkel, Daniel Wrede 25. Januar (Eröffnung: 19 Uhr) bis 29. März 2020 Städtische Galerie | www.staedtischegalerie-bremen.de konkret bremen ist eine zweiteilige Ausstellung, in der zahlreiche künstlerische Positionen aus Bremen vorgestellt werden, deren Arbeitsweise einem konkreten Ansatz folgt. Diese Künstler*innen gehen weit über die historisch festgelegte Konkrete Kunst hinaus, deren Prinzipien einer gegenstandslosen, nicht-narrativen, nicht-figurativen, nicht abstrahierenden, entindividualisierten künstlerischen Sprache jedoch auch die Gemeinsamkeit der in Bremen ausgewählten Positionen bilden. Die große Zahl konkret arbeitender Künstler*innen in der regionalen Kunstszene zieht sich über mehrere Generationen, durch verschiedene Medien und folgt unterschiedlichen Ausgangspunkten. Den Künstler*innen beider Ausstellungsteile ist gemein, dass der Bezug auf das Konkrete einen Rahmen ihrer Kunstproduktion bildet, von dem aus sie weitergehende Fragestellungen ermöglichen, die über den kunstimmanenten Bezug der jeweiligen Position hinausgehen. konkret bremen II präsentiert dreizehn Künstler*innen. Malerische Positionen, die sich direkt aus Ansätzen Konkreter Kunst ableiten lassen, stehen neben skulp-

turalen Setzungen, die vor allem Materialbezug und formale Reduktion propagieren. Bezüge zum Raum und zu den Betrachter*innen ersetzen einen erzählerischen Inhalt auch da, wo figurative Assoziationen nahe gelegt werden. Zahlreiche Künstler*innen des zweiten Teils der Ausstellung belegen mit ihren Arbeiten die große Vielfalt konkreter Verfahren in der aktuellen Kunst Bremens. Wie schon bei verschiedenen künstlerischen Ansätzen im ersten Ausstellungsteil weisen sie dabei mit den Mitteln konkreter Setzungen und deren gleichzeitiger Umdeutung über eine verengende formale Definition hinaus. Eine ortsspezifische Installation und eine Videoarbeit zeigen das breite Spektrum dessen, was in der Städtischen Galerie Bremen als gegenwärtige Positionen des Konkreten identifiziert wurde. ––– Eröffnung: Samstag, 25. November 2020, 19 Uhr Es spricht Ingmar Lähnemann, Städtische Galerie Bremen Städtische Galerie Buntentorsteinweg 112. 28201 Bremen

––– Abb. linke Reihe, v.o.n.u.: Daniel Wrede, Untitled dd, 2016, Objekt, 40 x 40 x 2,1 cm, mdf foliengrundiert // Katja Blum, Ohne Titel, 2019, Ölkreide auf MDF // Ulrike Möhle, Stabiles Ungleichgewicht Z1, 2019 Abb. rechte Reihe, v.o.n.u.: Franziska Keller, Schauplatz 1, 2018 // Ernst Matzke, Inclination, 2015, Acryl auf Leinwand // Martin Vosswinkel, 32 Colours for Albers, 2019

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160 x 120 cm, 2019, © PSM und der Künstler

Der lange Atem der Konkreten Kunst Karl Heinz Adler und Horst Scheffler 30. Januar (Eröffnung: 19 Uhr) bis 15. März 2020 galerie mitte im Kubo | www.galeriemitte.eu Die galerie mitte in Bremen zeigt eine Ausstellung der Konkreten Kunst, kuratiert von Ele Hermel (galerie Mitte) in Kooperation mit Sabine Tauscher (Kunsthistorikerin, Waldenburg) Die Werke von Karl-Heinz Adler und Horst Scheffler weisen erstaunliche Ent-

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sprechungen auch auch wenn die Künstler in verschiedenen Welten des Kunstbegriffs wirkten. In der Galerie Mitte werden diese Werke gegenübergestellt. Der den Künstlern gemeinsame Umgang mit der Konkreten Kunst, aber auch deren künstlerischen Haltung wird in dieser Ausstellung sichtbar gemacht.


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Horst Scheffler 6./2017, Oel/Lwd. Maße: 47 x 40 cm

Karl-Heinz Adler 1927 Remtengrün – 2018 Dresden, erlernte zunächst den Beruf des Musterzeichners und studierte später an den Hochschulen für Kunst in Berlin und Dresden. Dem folgte die Lehr- und Forschungstätigkeit an der TH Dresden im Bereich Architektur und Bauplastik. Adler entwickelte ein Betonformsteinsystem, das seinerzeit dem modernen Stadtbild der DDR zu einem ästhetischen Erscheinungsbild verhalf. Seine ersten konstruktiv-gestalthaften Collagegruppen entstanden1958 in Form von Schichtung serieller geometrischer Elemente. Die künstlerische Tätigkeit im Bereich der Konkreten Kunst im Schatten des offiziellen Kunstbegriffes war der ablehnenden Haltung in der DDR gegenüber jeder nicht dem Realismus verpflichteten Kunst geschuldet. Seine erste Einzelausstellung hatte Adler 1982 in der Galerie Mitte in Dresden. Die Kunsthalle in Malmö zeigte ihn dann 1984. Es folgte eine Gastprofessur an der Kunstakademie Düsseldorf von 1988 bis 1995. Stets in engem Kontakt mit Kollegen, wid-

mete sich Adler der konkreten Kunst, die über 40 Jahre sein künstlerisches Lebensthema darstellte und zur internationalen Ausstellungsanerkennung führte. Horst Scheffler 1935 Heinrichswalde, Ostpreußen, begann seine Ausbildung mit einer Tischlerlehre und setzte diese 1953 bis 1955 mit dem Besuch der Werkkunstschule in Hanau und danach 1956 bis 1958 in Hamburg fort. Während eines Studienaufenthaltes in der Schweiz und in Frankreich machte er Bekanntschaft mit Richard Paul Lohse und Camille Graeser und Leo Breuer, mit denen er die Fragen der Konkreten Kunst diskutierte. Ein Stipendium führte ihn nach Bremen, wo er 1971 den Förderpreis der Stadt erhielt. Von 1971 bis 1998 begann er seine Tätigkeit als Kunst- und Werklehrer in Bremen. 1971 schrieb Günter Busch, anlässlich Schefflers Ausstellung in der Kunsthalle Bremen: „Schefflers Arbeiten, eine Form elementarer Ordnungszustände, wechseln vom Rationalen ständig in irrationale bildliche Darstellungen. Diese immanente Wechseldynamik bewusster Farb-, Flächenund Raumerfahrungen zeigt dem Betrachter mehrpolige Spannungen von Bildelementen, die sein gesamtes Werk prägen.“ Eröffnung: Do., 30. Januar 2020, 19 Uhr Begrüßung: Ele Hermel, galerie mitte Worte zur Kunst: Sabine Tauscher, Kunsthistorikerin Waldenburg ––– Gespräch mit Horst Scheffler, 15. März 2020 um 15 Uhr Finissage: 15. März 2020, ab 16 Uhr Galerie Mitte im Kubo Beim Paulskloster 12, 28203 Bremen

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Sammeln mit Leidenschaft II Grafik von Janssen, Weber, Werkmeister und …

11. Januar (Eröffnung: 18 Uhr) bis 1. März 2020 Atelier Brandt Credo | www.atelier-brandt-credo.de 20 Jahre Atelier Brandt Credo! Die Galerie im Altbremer Haus begeht das Jubiläum mit der Ausstellung „Sammeln mit Leidenschaft II“. In der langjährigen Galeriegeschichte wurden in fast 100 Ausstellungen Malerei, Zeichnungen, Fotografie und Bildhauerei präsentiert. Konzerte und Lesungen ergänzten das Programm. Die Liebe zur Kunst, Kontakt zu Künstlern, Kunstfreunden und Sammlern waren immer wieder Antrieb, sich in der lebendigen Bremer Kunstszene einen Namen zu machen und Kunst auf hohem Niveau zu zeigen. Aus einer umfangreichen Hamburger Sammlung, die über Jahrzehnte gewachsen ist, wird nun mit dem Schwerpunkt Radierungen und Lithografien eine Auswahl von Arbeiten gezeigt, die auch mit Raritäten überrascht. Selbstbildnisse, Stillleben und Landschaften von Horst Janssen, einem der herausragendsten und produktivsten Zeichner und Grafiker des 20. Jahrhunderts, sind in unterschiedlichsten Formaten in einer Petersburger Hängung zu entdecken. Satirisch und zeitkritisch sind die Lithografien von A. Paul Weber, der stets seinen eigenen künstlerischen Weg ging. Es zeigt sich immer wieder, dass hinter Webers Themen etwas zutiefst menschliches verborgen liegt und ein Stück vom Menschen widerspiegelt. Den hohen künstlerischen Anspruch der Ausstellung im Altbremer Haus erfüllt auch mühelos der gebürtige Berliner Wolfgang Werkmeister. Ihn zog es nach dem Ende seines Studiums im Jahr 1964 nach Hamburg, wo er seitdem lebt und arbeitet. Sein zeichnerisches Talent wurde schnell offensichtlich und sehr bald entdeckte er die Radierung als Hauptausdrucksform. Die genannten drei größeren Werkgruppen werden ergänzt durch Werke von Hartmut R. Berlinicke, Andreas Feininger, Sigmar Polke und Ali Schindehütte. Die Jubiläumsausstellung lädt zum Stöbern und Staunen ein und schafft vielleicht den Anreiz, ein ganz besonderes Werk zu erstehen, die eigene Sammlung zu erweitern oder mit Leidenschaft zu sammeln. Das Motiv „Mit Zuversicht“ von A. Paul Weber soll für ein gutes neues Jahr 2020 mit vielen künstlerischen Highlights stehen. Atelier Brandt Credo Meyerstraße 145, 28201 Bremen ––– A. Paul Weber, Mit Zuversicht, Lithografie,1975

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Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen T. 0421 329080 | www.kunsthalle-bremen.de – Ikonen. Was wir Menschen anbeten | bis 1.3.

Mitte: Robert Schad, Basgar, 2013, Vierkantstahl © VG Bild-Kunst Bonn 2019 Gerhard-Marcks-Haus

Gerhard-Marcks-Haus | Am Wall 208 | 28195 Bremen T. 0421 9897520 | www.marcks.de – Ricardo Brey. Adrift | bis 1.3. – Rosa Jaisli Pueblo del alma / Dorf der Seele | bis 1.3. – Kosmos Marcks Das Bauhaus, das keiner wollte | bis 1.3. Weserburg – Museum für moderne Kunst | Teerhof 20 | 28199 Bremen | T. 0421 5983970 | www.weserburg.de – Künstlerbücher: Vielfältig Mehrseitig | bis 19.4. – Andrea Bowers | bis 23.2. – Heman Chong. fictionfictionfiction | bis 1.3. – So wie wir sind 2.0 | 15.2.20 bis 10.1.21 Städtische Galerie | Buntentorsteinweg 112 | 28201 Bremen | T. 0421 3615826 | www.staedtischegalerie-bremen.de – konkret bremen II | 26.1. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 29.3. // Der zweite Teil der Ausstellung konkret bremen II präsentiert 13 weitere künstlerische Positionen.

Martin Vosswinkel, 3 2 Colours for Albers, 2019 Städtische Galerie Bremen

Übersee-Museum Bremen | Bahnhofsplatz 13 | 28195 Bremen | T. 0421 160380 | www.uebersee-museum.de – Spurensuche – Geschichte eines Museums | Neue Dauerausstellung Museen BöttcherstraSSe | Böttcherstraße 6–10 | 28195 Bremen | T. 0421 3388222 | www.museen-boettcherstrasse.de – Ich bin Ich - Paula Modersohn-Becker. Die Selbstbildnisse bis 9.2. – Maria Lassnig. Körper.Gefühl - aus der Sammlung Klewan 22.2. bis 7.6.

Horst Scheffler, 6./2017, Oel/Lwd., Maße: 47 x 40 cm, Galerie Mitte

Galerie mitte im Kubo | Beim Paulskloster 12 | 28203 Bremen | T. 0421 76026 | www.galeriemitte.eu – Horst Scheffler und Karl-Heinz Adler. Der lange Atem der Konkreten Kunst | 30.1. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 15.3. Atelier Brandt Credo | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen T. 0421 558455 | www.atelier-brandt-credo.de – Sammeln mit Leidenschaft II. Grafik von Janssen, Weber, Werkmeister und … | 11.1. (Eröffnung: 18 Uhr) bis 1.3. Kränholm Kunstcafé / Galerie | Auf dem Hohen Ufer 35 | 28759 Bremen | www.kraenholm.de – Roland Helmus. Malerei | bis 19.01.

A. Paul Weber, Mit Zuversicht, Lithografie,1975 Atelier Brandt Credo

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Künstlerhaus Bremen | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen T. 0421 508598 | www.kuenstlerhausbremen.de


Ricardo BreyAdrift

1. Dezember 2019 – 1. März 2020 Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 21 Uhr Am Wall 208, 28195 Bremen, www.marcks.de

bäuerle

In Kooperation mit

Alexander Gray Associates, New York

Gefördert von

freundes kreis

Medienpartner


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– Daniel Neubacher. un_content | bis 19.1. – Jahresgaben 2019. Nona Inescu, Stephanie Kiwitt, Dafna Maimon, Luise Marchand, Norman Sandler | bis 19.1.

Susanne Mewing, officedrawings 13, 2019, kunstmix

Kunstmix | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18 28195 Bremen | T. 0421 68534406 | www.kunstmixbremen.de – Leuchtstoff III | bis 17.1. – Cut. Gruppenausstellung Narrative Zeichung, Comic, Kurzfilm 19.1. (Eröffnung 12 Uhr) bis 14.2. – Eberhard Kulenkampff / Natalie Thomkins. :nur so | 16.2. (Eröffnung 12 Uhr) bis 13.3. GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | Teerhof 21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | www.gak-bremen.de – Kristina Buch. You can’t walk unless the word runs | 31.1. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 19.4. Galerie des Westens | Reuterstraße 9–17 | 28217 Bremen T. 0421 3807990 | www.gadewe.de – Schneefrei. Gruppenausstellung | bis 10.1. – Silvia Brockfeld. Hide and Seek, Malerei | 17.1. (Eröffnung: 20 Uhr) bis 21.2. – Marikke Heinz-Hoek | 28.2. (Eröffnung: 20 Uhr) bis 27.3.

Jodi Bieber, Quiet – Leon, 2014 (Detail) © Jodi Bieber Syker Vorwerk

Galerie Herold | Künstlerhaus Güterbahnhof Beim Handelsmuseum 9 | 28195 Bremen | www.galerieherold.de – Jens Schubert. Love Potion | 10.1. (Eröffnung: 20 Uhr) bis 9.2. – Linhan Yu (GO Marion /Sanne) | 21.2. (Eröffnung: 20 Uhr) bis 22.3. Städtische Galerie Delmenhorst | Fischstraße 30 Delmenhorst | www.staedtische-galerie-delmenhorst.de – Pia Pollmanns. Die Wege der Elisa Kosch | bis 15.3. – Adrian Mudder. Pictures from my Pocket | 17.1. bis 15.3.

Pia Pollmanns, Die Wege der Elisa Kosch, Szczepanów 10, 2015, Digital, Pigment Print, Städtische Galerie Delmenhorst

Syker Vorwerk | Waldstraße 76 | 28857 Syke | T. 04242 577410 | www.syker-vorwerk.de – Jodi Bieber - Making Feminism | bis 2.2. – Fluidity | 22.2. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 17.5. Die Worpsweder Museen | Barkenhoff | Große Kunstschau | Haus im Schluh | Worpsweder Kunsthalle | T. 04792 3968 I www.worpswede-museen.de – Leberecht Migge, Sonja Alhäuser, Michael Schmidt | bis 8.3., Barkenhoff und Große Kunstschau – Die Spielzeugsammlung von Ursula Ziebarth | bis 8.3., Haus im Schluh

Dagmar Calais, Raub der Europa, Galerie des nwwk im Village

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Galerie des nwwk im Village | Bergstraße 22 | 27726 Worpswede | www.nwwk.de – Dagmar Calais. von Mythen, Sagen und Legenden - Malerei | bis 15.03.


DER LANGE ATEM DER KONKRETEN KUNST Karl-Heinz Adler

/ Dresden

Horst Scheffler

Horst Scheffler, 6./2017, Oel/Lwd., Maße: 47 x 40 cm

/ Bremen

30 Januar bis 15 März 2020

Eröffnung: Do 30 Januar 19 h

galerie mitte

im KUBO

Beim Paulskloster 12 // 28203 Bremen www.galeriemitte.eu // Tel. 0421.76026 Do–So, 15–18h und nach Vereinbarung

↗ Begrüßung: Ele Hermel, galerie mitte Worte zur Kunst: Sabine Tauscher, Kunsthistorikerin Waldenburg ––– ↗ Gespräch mit Horst Scheffler, 15 März um 15 h ↗ Finissage 15 März ab 16 h

ZWISCHEN IDEAL UND WIRKLICHKEIT Die Leeraner Künstler Gottlieb Kistenmacher und Heinrich Vosberg Ausstellung im Heimatmuseum und im Kunsthaus Leer

bis 29. März 2020 HEIMATMUSEUM LEER

Neue Straße 12-14, 26789 Leer, T. 0491 2019 Di–Fr 11–17 Uhr geöffnet www.heimatmuseum-leer.de

bis 27. Februar 2020 KUNSTHAUS LEER

Turnerweg 5, 26789 Leer, T. 0491 926 1531 Di–Do und So 14–17 Uhr geöffnet www.kunsthaus-leer.de

Atelier Brandt Credo

Die Galerie im Altbremer Haus Ausstellungen 2020: Sammeln mit Leidenschaft II 11.1.-1.3. Christiane Böttcher + Thomas Tiensch 7.3.-5.4. | Claus Haensel 18.4.-26.7. Mirjam M. Pézsa 1.8.-27.9. | Sybille Hentschel 10.10.-20.12. Meyerstr.145 | 28201 Bremen | Tel. 0421 – 55 84 55 mail@atelier-brandt-credo.de | www.atelier-brandt-credo.de


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Historisches Museum Bremerhaven | An der Geeste 27570 Bremerhaven | T. 0471 308160 | www.historischesmuseum-bremerhaven.de – Kapitäne und Holzfabrikanten. Die Geestemünder Unternehmerfamilie Kohn 1830-1967 | bis 3.5. Die Geestemünder Unternehmerfamilie Kohn, © Historisches Museum Bremerhaven

Kunstverein Bremerhaven von 1886 e. V. | Karlsburg 1/4 | 27568 Bremerhaven | www.kunstverein-bremerhaven.de – Tim Freiwald. Keeping things whole | 19.1. (Eröffnung: 10 Uhr) bis 8.3. Deutsches Pferdemuseum e.V | Holzmarkt 9 | 27283 Verden / Aller | T. 04231 807140 | www.dpm-verden.de – GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres 2019 | bis 16.2.

Fifi Kreutzer, Affenkäfig, um 1925, Holzschnitt © Museum August Macke Haus, Kunsthaus Stade

Michael Ancher, Fischer am Meer an einem Sommerabend, 1888, Öl auf Leinwand, 141 × 188,5 cm, SMK, The National Gallery of Denmark, Foto: Jacob Skou-Hansen Museum Kunst der Westküste

Ausstellungsimpression: Jochen Hein, Nordsee, 2003, Acryl auf Jute, 145 x 540 cm, Museum Kunst der Westküste, Alkersum/ Föhr, zu sehen in der Ausstellung „Neue Schätze im MKdW“

Kunsthaus Stade | Wasser West 7 | 21682 Stade | T. 04141 7977320 | www.museen-stade.de – Gratwanderung. Expressionistische Holz- und Linolschnitte im Dialog mit zeitgenössischen Positionen| bis 26.1. Museum Kunst der Westküste | Hauptstraße 1 | 25938 Alkersum/Föhr | T. 04681 747400 | www.mkdw.de – 10 Jahre MKdW. Contemporary, Joakim Eskildsen (DK), Anja Jensen (D), Ellen Kooi (NL) und Mette Tronvoll | bis 12.1. – 10 Jahre MKdW. Meisterwerke | bis 12.1. – SEE STÜCKE. Fakten und Fiktion | 1.3.bis 7.6. – Seestücke. Von der Romantik bis zur Klassischen Moderne 1.3. bis 13.9. – Neue Schätze im MKdW. Von Max Liebermann bis Jochen Hein | 13.6. bis 10.1.2021 – Made on Föhr. Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm | 13.6. bis 10.1.2021 – Sjoerd Knibbeler. In Elements | 19.9. bis 10.1.2021 – Veranstaltungshighlights 2020 – An drei Tagen im Jahr bietet das MKdW ein besonderes Programm // Internationaler Museumstag, Sonntag, 17.5., 10 bis 17 Uhr // Geburtstag des Museums, 31.7., 10 bis 17 Uhr // Alkersumer Museumsnacht, 27.11., 18 bis 23 Uhr


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. verden

Europas beste Naturfotografien

Prämierte Fotos im Deutschen Pferdemuseum zu sehen 3. Dezember 2019 bis 16. Februar 2020 Deutsches Pferdemuseum | www.dpm-verden.de In der Winterzeit hält das Deutsche Pferdemuseum in Verden (Aller) wieder eine ganz besondere Ausstellung bereit. Bereits zum sechsten Mal in Folge zeigt das Museum als bundesweit erster Ausstellungsort die besten Fotografien des renommierten Wettbewerbs „Europäischer Naturfotograf des Jahres“, der alljährlich von der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT) ausgelobt wird. Mit authentischen und ästhetisch ansprechenden Bildern wirbt der Wettbewerb für den respektvollen Umgang mit der Natur und für den Erhalt von Arten und Lebensräumen. Seit dem Jahr 2001 entwickelte sich der europaweite Naturfotografenwettbewerb zu einer festen Größe von internationalem Rang mit stetig steigenden Teilnehmerzahlen und einem ebenso kontinuierlich wachsenden öffentlichen Interesse. Fast 16.000 Fotografien, aufgenommen von Profi- und Hobbyfotografen aus 35 Ländern, sind in 2019 zum Wettbewerb eingereicht worden.

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kunst:stück

Ende Oktober fand die diesjährige Preisverleihung statt. Zum Europäischen Naturfotograf des Jahres 2019 kürte die internationale Jury den Spanier Eduardo Blanco Mendizabal mit seinem Bild „Der Geist“. Seine Aufnahme entstand in der Dämmerung und zeigt eine der am stärksten bedrohten Katzenart Europas, einen Pardelluchs. Aufgrund der extrem schlechten Lichtverhältnisse, die während der Aufnahme herrschten, musste der Fotograf seine Kamera äußerst überlegt einsetzen. Die Jury urteilte: „Das Bild erregte die Aufmerksamkeit der Jury, weil es anders ist. Ein Bild, das sich nicht jedem unmittelbar erschließt, dessen Wirkung sich aber umso stärker entfaltet, je länger man es betrachtet. Wenn sich die Augen des Betrachters an die Dunkelheit gewöhnt haben, erwacht dieses Bild zum Leben.“ Mit der Ausstellung im Deutschen Pferdemuseum sind die hochkarätigen Fotografien nun erstmalig nach der Preisverleihung für die Öffentlichkeit zu sehen.


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linke Seite: Lobende Erwähnung in der Kategorie Säugetiere: Explosion von Michel d´Oultremont, Belgien. © GDT ENJ 2019, Michel d´Oultremont | oben links: Lobende Erwähnung in der Kategorie Mensch und Natur: Flamingo-Socken von Jasper Doest, Niederlande. © GDT ENJ 2019, Jasper Doest | links unten: Lobende Erwähnung in der Kategorie Säugetiere: Dramturgie des Seins von Jan Leßmann, Deutschland. © GDT ENJ 2019, Jan Leßmann | rechts: Zweiter Platz in der Kategorie Unter Wasser: Alien von Marco Steiner, Österreich. © GDT ENJ 2019, Marco Steiner

Über 80 ausgezeichnete Fotografien in neun Kategorien bestechen durch ihre Vielfältigkeit und ihre speziellen und faszinierenden Entstehungsgeschichten. Bilder voller Dynamik treffen auf solche, die vollkommene Ruhe ausstrahlen, Aufnahmen voller Spannung neben faszinierenden Fotos, die zum Träumen einladen, Motive aus dem realen Leben an der Seite von solchen, die aus einer unwirklichen, märchenhaften Welt zu stammen scheinen. Zusammen bieten sie ungewöhnliche und überraschende Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt. Sie zeigen Blickwinkel und Motive, die die meiste Zeit im Verborgenen liegen und für den größten Teil der Menschen nie sichtbar würden. ––– Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr Deutsches Pferdemuseum Holzmarkt 9, 27283 Verden/Aller

Begleitprogramm Sitzplatzreservierung unter Tel: 04231/807140

21. Januar 2020, 19.30 Uhr Bildvortrag: Serenity – Gelassenheit Hermann Hirsch und Jan Leßmann präsentieren Naturfotos, die mit dem Betrachtungswinkel spielen, neue Perspektiven zeigen und unsere Umwelt abstrahieren. Kreative Fotos - auf das Wesentliche der Natur reduziert, jenseits der reinen Illustration. ––– 11. Februar 2020, um 19.30 Uhr Vortrag: Naturschutz ist Klimaschutz Umweltwissenschaftlerin Yanna Badet über die globalen und lokalen Auswirkungen des Klimawandels sowie naturbasierte Lösungsansätze.

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Fünf internationale Ausstellungen im Jahr 2020 Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de In seinem Ausstellungsprogramm widmet sich das Museum Kunst der Westküste auch in diesem Jahr wieder dem faszinierenden Themenspektrum „Meer & Küste“ und zeigt, dass das Meer und insbesondere die Nordseeküste nicht nur einen großartigen Landschaftsraum, sondern auch scheinbar unerschöpfliche Motive für die künstlerische Darstellung bieten. Den Saisonstart am 1. März 2020 läuten gleich zwei Ausstellungen rund um die

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Bildgattung Seestück ein. „SEE STÜCKE. Fakten und Fiktion“ präsentiert 23 internationale Positionen, in denen aktuelle Entwicklungen der Wahrnehmung und Deutung des Meeres verhandelt werden. Vielfach rufen die Werke der Künstler vertraute Motive auf, etwa das Seestück mit vom Sturm aufgepeitschtem Wasser oder den sehnsuchtsvollen Blick vom Ufer aus auf das Meer. Bezüge wie diese können zugleich einen neuen Zugang eröffnen: Die Aktualität der Werke offenbart sich


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Julius von Bismarck, Punishment #7, 2011, Tintenstrahldruck, 100 x 150 cm, Courtesy Julius von Bismarck und alexander levy, Berlin © VG Bild-Kunst Bonn 2019, zu sehen in der Ausstellung „SEE STÜCKE. Fakten und Fiktion“

AUSSTELLUNGEN 2020 ––– SEE STÜCKE. Fakten und Fiktion → 1. März bis 7. Juni 2020

durch Momente der Irritation, des Befremdlichen oder sogar Unheimlichen, das den ausgestellten Gemälden, Skulpturen, Fotoarbeiten, Videos und Installationen innewohnt. Persönliche Erfahrungen und Eindrücke verbinden sich hier vielfach mit politischen Bedeutungen. Die Parallelausstellung „Seestücke. Von der Romantik bis zur Klassischen Moderne“ gibt einen Überblick über die Entwicklung der Bildgattung Seestück. Anhand

SEESTÜCKE. Von der Romantik bis zur Klassischen Moderne → 1. März bis 13. September 2020

NEUE SCHÄTZE IM MKDW. Von Max Liebermann bis Jochen Hein

→ 13. Juni 2020 bis 10. Januar 2021

MADE ON FÖHR. Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm → 13. Juni 2020 bis 10. Januar 2021

SJOERD KNIBBELER. In Elements

→ 19. September 2020 bis 10. Januar 2021

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Ausstellungsimpression: Jochen Hein, Nordsee, 2003, Acryl auf Jute, 145 x 540 cm, Museum Kunst der Westküste, Alkersum/Föhr, zu sehen in der Ausstellung „Neue Schätze im MKdW“

von Werken aus der Sammlung werden die sich über Jahrzehnte wandelnden Einstellungen zum Meer widergespiegelt. Unter den 28 vertretenen Künstlern sind etwa Andreas Achenbach, Max Beckmann, Peder Severin Krøyer, Edvard Munch und Hendrik Willem Mesdag. Ab 13. Juni präsentiert das Museum seine „Neuen Schätze.“ Neuerwerbungen der vergangenen fünf Jahre werden nun im Sammlungskontext vorgestellt. Besonders Werke von Max Liebermann, Christian Krohg und Michael Ancher, aber auch aktuelle Positionen, etwa von Jochen Hein, spiegeln die Einzigartigkeit des Sammlungskonzepts des MKdW wider. Unter dem Titel „Made on Föhr“ zeigt das MKdW parallel dazu eine Auswahl an Arbeiten aus dem Artist-in-Residence-Programm. Seit 2010 lädt das Museum aktiv

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Künstlerinnen und Künstler zu einem Inspirations- und Arbeitsaufenthalt auf der Insel Föhr ein. Die vor Ort oder im Prozess der Vor- und Nachbereitung eines Aufenthalts entstandenen Werke werden nun erstmals in einer eigenen Gruppenausstellung präsentiert. „Made on Föhr“ konzentriert sich in diesem Jahr auf Fotoarbeiten der Künstler Nicole Ahland, Elina Brotherus und Thomas Wrede. Eine weitere Ausstellung schließt sich am 19. September an: „Sjoerd Knibbeler. In Elements“. Der in Amsterdam lebende Künstler Sjoerd Knibbeler befasst sich in seinen Arbeiten mit der Sichtbarmachung natürlicher Erscheinungen wie Wind oder Licht. Er beobachtet, experimentiert und konstruiert Modelle, um schließlich flüchtige Momente wie einen Windstoß, einen Sonnenstrahl oder eine Wasserwelle zu inszenieren und fotografisch einzufangen.


Max Liebermann, Muschelfischer - Graue See, 1908, Öl auf Holz, 63 x 75 cm // Erich Heckel, Meerlandschaft bei Ostende, 1917, Tempera auf Leinwand, 41,3 x 52 cm // Philip L. J. F. Sadée, Rückkehr der Fischerflotte nach Katwijk, 1896, Öl auf Leinwand, 74 x 101 cm // Hans Fredrik Gude, Dampfschiff in Seenot - Mondlicht bei Kopenhagen, 1882, Öl auf Leinwand, 43,0 x 61,0 cm // Max Beckmann, Strandlandschaft bei beginnender Flut, 1904, Öl auf Malpappe, auf Holz aufgezogen, 69,3 x 50 cm // Alle Motive: Museum Kunst der Westküste, Alkersum/Föhr, Fotos: Lukas Spörl. Zu sehen sind die Werke in den Ausstellungen „Neue Schätze im MKdW“ (die oberen beiden Bilder) und „Seestücke. Von der Romantik bis zur Klassischen Moderne“ (die unteren drei Bilder).

––– Veranstaltungshighlights 2020 An drei Tagen im Jahr bietet das MKdW ein besonderes Programm mit Livemusik von Föhr und anderswo, Kunst-Gedankengängen, Workshops in der Kunstwerkstatt, Artist Talks und Special Guests. Internationaler Museumstag → Sonntag, 17. Mai 2020, 10 bis 17 Uhr Geburtstag des Museums → Freitag, 31. Juli 2020, 10 bis 17 Uhr Alkersumer Museumsnacht → Freitag, 27. Nov. 2020, 18 bis 23 Uhr Museum Kunst der Westküste Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr

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Dagmar Calais, Raub der Europa

Dagmar Calais

Von Mythen, Sagen und Legenden – Malerei 15. Dezember 2019 bis 15. März 2020 Galerie des nwwk im Village | www.nwwk.de Dagmar Calais, 1966 in Bremen geboren, ist Malerin und Installationskünstlerin und hat u.a. bei Chris Steinbrecher studiert. In Florenz und Siena hatte sie Studienaufenthalte. Ihre Werke hat sie in diversen Ausstellungen in Rom, Venedig, London und Tel Aviv gezeigt. Die zahlreichen Geschichten aus Mythologie und Religion waren und sind Spiegelungen der jeweiligen menschlichen Gesellschaft. Dieser ewige Kreislauf von Begehrlichkeit, Liebe, Sehnsucht und Hingabe sind und bleiben die Würze des sozialen Zusammenseins.

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kunst:stück

Diese Bildserie „Von Mythen, Sagen und Legenden“ will nicht etwa nostalgisch längst vergangene Zeiten aufs Schild heben. Sie will die Themen an der Gegenwart künstlerisch neu ausrichten, ohne dabei die inhaltliche Bildsprache völlig zu verlassen. ––– Ausstellung tägl. Geöffnet von 10–18 Uhr. Eintritt frei Galerie des nwwk im Village Bergstraße 22, 27726 Worpswede


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Abb. links: Sculpture Sixteen, Conversations on Abstraction, 2016, Holz und Farbe, Foto: Gert Jan van Rooij // rechts: Diagram Sixteen, Conversations on Abstraction: Conversation Three, One, Four and Six, 2018, Fotogramm, 115,5 x 90 cm, 2018

Riet Wijnen

Sixteen Conversations on Abstraction Ausstellung zum Ruisdael-Stipendium 2019 27. Oktober 2019 bis 19. Januar 2020, Burg Bentheim Schloss, tägl. 10–17 Uhr www.ruisdaelstipendium.org | www.kunstwegen.org | www.burg-bentheim.de Die Künstlerin Riet Wijnen ist die RuisdaelStipendiatin 2019. Das Ruisdael-Stipendium ist ein Ausstellungsprojekt für junge Künstler, das dem internationalen kulturellen Austausch gewidmet ist. Es entstand in Zusammenhang mit dem Werk „Residual“ von Willem de Rooij für das Skulpturenprojekt kunstwegen/raumsichten im Jahr 2012 auf der Burg Bentheim. Riet Wijnen (*1988 in Venray, NL) beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte und den Formen von Abstraktion, sowohl als künstlerischem Prinzip als auch in verschiedenen anderen Bereichen, wie etwa der Wissenschaft, der Philosophie und dem Aktivismus. Ihre künstlerischen Arbeiten umfassen ein breites Spektrum von Skulptur über Grafik bis hin zu Texten. In dieser Überlagerung der Formen von Bildern, Recherche und Dialog entstehen Gedankenexperimente, mit denen historische und soziopolitische Konstruktionen eröffnet und kritisch befragt werden. Wijnens 2015 begonnene Werkreihe „Sixteen Conversations on Abstraction“ (Sechzehn Gespräche über die Abstraktion), arbeitet mit der Schaffung eigentlich unmöglicher Situationen, um die Vermischung unterschiedlicher Ideen und Perspektiven zu realisieren. Die zentrale Struktur des Projekts ist eine Reihe von fiktiven Gesprächen zwischen Personen, die es gab, sich aber nie begegneten, wie die Akademikerin, Professorin und Aktivi-

stin Silvia Federici (1924), der Philosoph Thomas Metzinger (1958), der Verein Création (1932-1936), der modernistische Künstler Marlow Moss (1889-1958) und Grace Crowley (1890-1979). Daneben besteht das Hauptorganisationsprinzip des Zyklus aus sechzehn daraus folgenden Werken und einer Skulptur, die als Diagramm oder Partitur fungiert und die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Gesprächen abbildet. Diese drei Elemente bilden zusammen einen abstrakten Raum für Charaktere, Orte und Themen, in dem der Begriff Abstraktion aus verschiedenen Perspektiven untersucht, formuliert, konstruiert und dekonstruiert wird. Informationen in einem Werk beeinflussen Inhalt und Form eines anderen Werkes, einige Werke des Zyklus befinden sich in einem ständigen Wandel. Wijnens skulpturales und grafisches Werk gibt einer von ihr konstruierten Ideengeschichte und Forschung ein anschauliches und zugleich abstraktes Bild. Außerdem zeigt sie damit, wie die Ideen und Theorien zur Abstraktion ganz real in die Organisation von Lebensräumen und Umgebungen umgesetzt wurden. Das künstlerische Prinzip der Abstraktion wird wieder als Ausdruck einer grundlegenden Leistung des Denkens in allen Bereichen erfahrbar. Burg Bentheim Schloss, 48455 Bad Bentheim

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. nordhorn

Dorothee Diebold Biomorphelia

29. November 2019 bis 26. Januar 2020 Städtische Galerie Nordhorn | www.staedtische-galerie.nordhorn.de Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt eine Einzelausstellung mit aktuellen Werken von Dorothee Diebold (* 1988 in Offenbach/Main, lebt und arbeitet in Berlin). Die Malerei von Dorothee Diebold zeichnet sich durch eine Konzentration auf wesentliche Elemente aus. Während der vergangenen Jahre hat die Künstlerin eine Reihe von abstrakten Werkgruppen ge-

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schaffen, deren Farbgebung mit wenigen Ausnahmen die Schattierungen zwischen Schwarz, Grau und Weiß umfasst. So erlangen Tonwerte, Bewegungsspuren und Verläufe eine zentrale Bedeutung. Zudem arbeitet sie ausschließlich mit verdünnten Farben auf nicht grundiertem Stoff, wodurch die klassische Schichtung von Farbe auf dem Malgrund einer fließenden Durchdringung gewichen ist. Mit dieser


. nordhorn

Dorothee Diebold, Foto: Stefan Draschan

konsequenten Reduktion hat Dorothee Diebold ein malerisches System von konzeptioneller Klarheit entwickelt. Dennoch öffnet sich in ihren Bildern eine ungeahnte Fülle an Nuancen und Formen. Aktuell bezieht Dorothee Diebold auch den Raum mit ein, indem sie den Leinwänden freie Konturen gibt. Dabei wird nicht nur das klassische Rechteck überwunden, sondern die Künstlerin formt mithilfe von Polsterungen auch plastische Wölbungen. Auf diese Weise entstehen ganz neuartige ma-

lerische Objekte, die an den Wänden, auf dem Boden oder sogar sich über beides ersteckend platziert werden können. Die biomorph wirkenden Formen und das beständige Fließen der Farbe schaffen einen Raum in Bewegung, in dem man auf poetische Weise daran erinnert wird, dass Malerei seit jeher ein Teil der Wahrnehmung und Erforschung der Welt ist. Städtische Galerie Nordhorn Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

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. oldenburg + umzu

Horst-Janssen-Museum | Am Stadtmuseum 4–8 | 26121 Oldenburg | T. 0441 2352891 | www.horst-janssen-museum.de – Kosmos Janssen. wie er schreibt_ | bis 15.3. Stadtmuseum Oldenburg | Am Stadtmuseum 4–8 26121 Oldenburg | www.stadtmuseum-oldenburg.de – Kult! Angesagte Orte in Oldenburg | bis 1.3.

Horst Janssen, E. T. A. Hoffmann (nach Wilhelm Hensch), 1974, Blei- und Farbstift © VG Bild-Kunst, Bonn, 2019 | HorstJanssen-Museum Oldenburg

Grace Weaver, Little Sister Oldenburger Kunstverein

Edith-Russ-Haus für Medienkunst | Katharinenstraße 23 26121 Oldenburg | T. 0441 2353208 | www.edith-russ-haus.de – Possessed Landscapes | 30.1. bis 29.3. Oldenburger Kunstverein | Damm 2a | 26135 Oldenburg | T. 0441 27109 | www.oldenburger-kunstverein.de – Grace Weaver. Little Sister | bis 19.1. – Heidi Specker. DAMME | 7.2. (Eröffnung: 19.30 Uhr) bis 19.4. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg | Damm 1 | 26135 Oldenburg | T. 0441 40570400 www.landesmuseum-ol.de – Götter & Helden - Mythologische Malerei im Barock und heute, feat. Michael Ramsauer | bis 2.2. – Die Kunst der schönen Buchstaben | bis 15.3. – World Press Photo 19 | 15.2. bis 8.3. Landesmuseum Natur und Mensch | Damm 38–44 26135 Oldenburg | www.naturundmensch.de – 2 Millionen Jahre Migration | bis 22.3. Galerie am Stall | Am Ebenesch 4 | 27798 Hude | T. 04408 8099848 | www.galerie-am-stall.de – Terrence Carr. Wandskulpturen, Bronzen | 26.1. (Eröffnung: 15 Uhr) bis 23.2. Palais Rastede | Feldbreite 23 | 26180 Rastede | T. 04402 81552 | www.palais-rastede.de – Thomas Rautenberg, Zeichnungen | bis 1.3.

Liza Dieckwisch, ohne Titel (Arbeitsskizze), 2019 Foto: Sucia Sotnikova Kunsthalle Wilhelmshaven

Gottlieb Kistenmacher, Bahnhof, 1862, aquarellierte Zeichnung, Reproduktion: Heimatmuseum Leer

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Kunsthalle Wilhelmshaven | Adalbertstraße 28 26382 Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de – Chloë Bass & Bill Dietz. Trade Show | bis 12.1. – Liza Dieckwisch, David Rauer & Samuel Treindl | 26.1. bis 8.3 // Die Ausstellung präsentiert die Preisträger*innen der NORDWESTKUNST 2019 Kunsthaus Leer | Turnerweg 5 | 26789 Leer | T. 0491 9261531 | www.kunsthaus-leer.de – Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Die Leeraner Künstler Gottlieb Kistenmacher und Heinrich Vosberg | bis 27.2.Doppelausstellung - auch im Heimatmuseum, Neue Straße 12-14, 26789 Leer, bis 29.3.


. oldenburg . bremen

Abb. links: Horst Janssen, E. T. A. Hoffmann (nach Wilhelm Hensch), 1974, Blei- und Farbstift © VG Bild-Kunst, Bonn, 2019 Abb. rechts: Horst Janssen, Theodor Fontane, 1994, Aquarell, Bleistift © VG Bild-Kunst, Bonn, 2019

Kosmos Janssen wie er schreibt_

15. November 2019 bis 15. März 2020 Horst-Janssen-Museum Oldenburg | www.horst-janssen-museum.de Mit der Sonderausstellung „Kosmos Janssen: wie er schreibt_“ rückt Horst Janssen erstmals als „Wörterer“ in den Mittelpunkt. Seine Essays und Gedichte, seine biografischen Texte und Tagebuchaufzeichnungen zeugen von einer überbordenden Ausdruckskraft, von fantasievollen Wortschöpfungen und assoziativen Einfällen. Nicht selten teilt Janssen damit auch seine persönlichen Lebensweisheiten. Janssens immerwährendes Interesse an Literatur und den Literaten selbst dokumentieren insbesondere auch die einfühlsam gezeichneten Porträts von Autoren des 19. Jahrhunderts: etwa Heine, Tolstoi, Kleist oder Fontane. Zu sehen gibt es außerdem zahlreiche Beispiele von Janssen als Büchermacher: Für Hunderte Werke hat er Illustrationen geliefert, sowohl für eigene Publikationen als auch für Bücher anderer, wie die von Günter Grass oder Peter Rühmkorf. Um besondere Zugänge zu Janssens literarischem Schaffen zu ermöglichen, stehen neben einer Leselounge auch Hörstationen bereit, an denen die Besucherinnen und Besucher Janssen selbst lauschen kön-

nen. An Kreativstationen können die Museumsgäste selbst Wörter erfinden oder in einem eigens zusammengestellten Glossar Janssens Neu-Schöpfungen auf den Grund gehen. Rahmenprogramm Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Neben regelmäßigen Führungen gibt es am Freitag, 14. Februar, 19.30 bis 22 Uhr, ein Valentinstags- Spezial: Singles zwischen 20 und 35 Jahren können hier beim „ART Dating“ unkompliziert mit neuen Leuten ins Gespräch kommen. Am Sonntag, 1. März, wird von 10 bis 17 Uhr ein Wörterfest gefeiert. Für die ganze Familie gibt es unterschiedliche kreative Angebote rund um Buchstaben und Wörter. Auch auf der Bühne wird mit Sprache gespielt – dort treten „Die Blindfische“ für die kleinen Gäste auf. Das vollständige Rahmenprogramm gibt es im Internet unter: www.horst-janssen-museum.de Horst-Janssen-Museum Oldenburg Am Stadtmuseum 4-8, 26121 Oldenburg

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. oldenburg + umzu

DIE GALERIE IM HEUERHAUS | Rittrumer Kirchweg 4 | 27801 Dötlingen | T. 04433 1241 | www.galerie-im-heuerhaus.de – Sebastian Osterhaus, Malerei in Öl auf Leinwand | Eröffnung: 16.2., 15 Uhr

Heinz Friedrich, Clown und Artisten in der Manege, 1997, © VG Bild-Kunst Bonn 2019, Ostfriesisches LAndesmuseum Emden

Ostfriesisches Landesmuseum emden | Brückstraße 1 26725 Emden | www.landesmuseum-emden.de – Maler sehen Ostfriesland | in der Neuen Galerie – Der 80-jhr. Krieg und Ostfriesland | in der Emder Rüstkammer – Salto Mortale. Zirkuswelten in der Kunst des 20. Jahrhunderts | bis 2.2. Kunsthalle Emden | Hinter dem Rahmen 13 | 26721 Emden | T. 04921 975050 | www.kunsthalle-emden.de – Kosmos Janssen. Horst Janssen und die Bildende Kunst bis 26.1. – Sight Seeing. Die Welt als Attraktion | 8.2. bis 14.6.

Horst Janssen, Rembrandt, 04.09.1981, Aquarell und Feder auf Papier, 23,5 x 20 cm, Horst Janssen Museum Oldenburg © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Kunsthalle Emden

GALERIE AMUTHON-ART| Hammerstraße 14 | 26723 Emden T. 04921 9920292 | www.amuthon-art.de – Transformation. Arbeiten auf Leinwand und Papier von Helmut Müller | 12.1. bis 1.3. Kunsthalle Lingen | Kaiserstraße 10a | 49809 Lingen T. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de – Wir von hier! Mitglieder des Kunstvereins Lingen stellen aus. 1.2. bis 1.3. Städtische Galerie Nordhorn | Vechteaue 2 | 48529 Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de – Dorothee Diebold | bis 26.1. – Nezaket Ekici und Shahar Marcus | 21.2. (Eröffnung: 19 Uhr) bis 10.5.

Dorothee Diebold Foto: Stefan Draschan Städtische Galerie Nordhorn

Kunstverein Grafschaft Bentheim | Hauptstr. 37 49828 Neuenhaus | www.kunstverein-grafschaft-bentheim.de – Lucas Odahara. Read Before the Fire | 1.3. (Eröffnung: 11.30 Uhr) bis 26.4. // Das Werk von Lucas Odahara entfaltet sich an der Schnittstelle von Bildender Kunst und Schreibpraxis. Museum und Park Kalkriese | Venner Straße 69 | 49565 Bramsche | T. 05468.92040 | www.kalkriese-varusschlacht.de – damals nicht, jetzt nicht, niemals | bis 16.2.

Lucas Odahara, Tempos Verbais (the Volume of History and the Balance of Time), 2017 Installationsansicht Kestnergesellschaft, Hannover, 2017 Photo: Lucas Odahara Kunstverein Grafschaft Bentheim

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Museumsquartier osnabrück, Felix-NussbaumHaus, Kulturgeschichtliches Museum | Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück | T. 0541.3232207 www.museumsquartier-osnabrueck.de – Deutscher Friedenspreis für Fotografie – Felix Schoeller Photo Award | bis 8.3. – Nasan Tur. Gegenwärtig | bis 15.11. – Sammlung Albrecht Dürer, Dauerausstellung


. bremen . leer

Heinrich Vosberg, Flache Landschaft mit Reiter, 1891, Öl auf Leinen, Privatbesitz, Reproduktion: Jürgen Bambrowicz

Zwischen Ideal und Wirklichkeit

Die Leeraner Künstler Gottlieb Kistenmacher und Heinrich Vosberg

Ausstellung im Heimatmuseum und im Kunsthaus Leer Kunsthaus Leer bis zum 27. Februar 2020 | www.kunsthaus-leer.de Heimatmuseum Leer bis zum 29. März 2020 | www.heimatmuseum-leer.de Gottlieb Kistenmacher (1825 – 1900) und Heinrich Vosberg (1833 – 1891) zählen zu den bedeutenden ostfriesischen Künstlern des 19. Jahrhunderts. Es verbindet sie ihre gemeinsame Herkunft aus Leer; doch sowohl ihre Lebenswege als auch ihre Arbeitsweisen unterschieden sich wesentlich. Gottlieb Kistenmacher verbrachte in Leer den Großteil seines Lebens und war in der Region für seine wirklichkeitsnahen, mitunter zart kolorierten Zeichnungen und Lithographien sehr geschätzt. Ostfriesische Schlösser und andere imposante Bauwerke, erzählerisch ausgestaltete Stadt- und Dorfansichten reizten ihn ebenso als Motive wie moderne Fabriken, Häfen oder Industrieanlagen, die er topographisch exakt wiedergab. Mit viel Liebe zum Detail verstand Kistenmacher es darüber hinaus, stimmungsvolle Landschaftsausschnitte in einer miniaturhaften Darstellungsweise aufs Papier zu bringen. Heinrich Vosberg dagegen, verließ Ostfriesland früh, um sich an der Düsseldorfer Malerschule bei Johann Wilhelm Schirmer als Landschaftsmaler ausbilden zu lassen. Unter dem Einfluss des Professors, der seinen Schülern das Malen in der Natur lehrte, fand Vosberg zu seinem persönlichen Stil und brachte poetische Waldstücke, teils mit Staffagefiguren ausgestattete idyllische Landschaften, Szenen des bäuerlichen Lebens sowie Bildnisse in Öl hervor. Eine besondere Vorliebe entwickelte Vos-

berg für Gewitterstimmungen über einer realistisch aufgefassten Natur sowie für ein akzentuiertes Wechselspiel von Licht und Schatten. Mit über 100 Bildern aus öffentlichem und privatem Besitz gibt die Doppelausstellung erstmals einen umfassenden Überblick über das Wirken der von der Spätromantik und dem Biedermeier geprägten Künstler, indem sie das kleinformatige Werk des Zeichners jenem des Malers spannungsvoll gegenüberstellt. Die Ausstellung wurde gefördert von der Sparkassen-Kulturstiftung LeerWittmund, der EWE-Stiftung, der Hans-Heyo Prahm Stiftung sowie der Hilke und Fritz Wolff Stiftung in Leer. ––– Kunsthaus Leer Turnerweg 5, 26789 Leer Öffnungszeiten Kunsthaus Leer bis zum 27. Februar 2020 Di. – Do. und So. 14 – 17 Uhr www.kunsthaus-leer.de Heimatmuseum Leer Neue Straße 12-14, 26789 Leer Öffnungszeiten Heimatmuseum Leer bis zum 29. März 2020 Di. – Fr. 11 – 17 Uhr www.heimatmuseum-leer.de

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. hude

Terence Carr, Games Gods Play, 2017, 100 x 150 x 7 cm, Mixed Media

Terence Carr „Storyteller“ Skulpturen

26. Januar (Eröffnung: 15 Uhr) bis 23. Februar 2020 Galerie am Stall | www.galerie-am-stall.de Terence Carr (*1952), Sohn irischer Eltern, in Afrika geboren und aufgewachsen. Dann Britische Offizierskarriere. Schließlich Studium in Deutschland und Hinwendung zur Kunst. Seit dem ist Terence Carr mit Leib und Seele Bildhauer. Seine ungewöhnliche Lebensmixtur ist starke Inspirationsquelle für seine künstlerische Formensprache und die Themen, mit denen er sich beschäftigt. Terence Carr ist ein Geschichtenerzähler. Seine skulpturalen Werke aus unterschiedlichen Werkstoffen sind bevölkert von Figuren, die sich anziehen, abstoßen, vielTerence Carr, Get Out of my Mind, 2018, 40 x 60 x 7 cm, Mixed Media

fältig ineinander verschränkt sind. Und sie sind leuchtend-farbig bemalt. Die Farbigkeit, Leichtigkeit und Lebendigkeit in der Darstellung kontrastiert mit dem Inhalt der erzählten Geschichten: Terence Carr setzt sich in seinen Werken mit den Kernfragen menschlicher Existenz auseinander, mit der Ambivalenz von Gut und Böse, menschlichen Sehnsüchten, Ängsten und Freuden, mit eigenen Erfahrungen und unbewusstem Geschehen. Es ist diese Dialektik von scheinbarer spielerischer Unbeschwertheit und inhaltlichem Gewicht, die den besonderen Reiz von Carr’s Skulpturen ausmacht. Die Ausstellung „Storyteller“ in der Galerie am Stall versammelt neuere skulpturale Arbeiten, kleinformatige Holz-Skulpturen, Bronzen und Alu-Güsse sowie größere Wandskulpturen aus einem neuen Media Mix. ––– Eröffnung: Sonntag, 26. Januar 2020, 15 Uhr Öffnungszeiten: Mi–Fr, 15–18 Uhr So 14–18 Uhr und nach Vereinbarung Galerie am Stall Am Ebenesch 4, 27798 Hude

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. wilhelmshaven . bremen

Liza Dieckwisch, ohne Titel (Arbeitsskizze), 2019, Foto: Lucia Sotnikova

Liza Dieckwisch:

WHEN CAKE GLAZE SHINES PERFECTLY

David Rauer & Samuel Treindl: AFTERADALBERTPLUNDERSCULPTURE

26. Januar bis 8. März 2020 Kunsthalle Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de Die Ausstellung zeigt die Preisträger*innen der NORDWESTKUNST 2019. Während Liza Dieckwisch die Kunsthalle mit großformatigen Arbeiten aus Latex, Silikon, Teppich und einem glitzernden See in ein außergewöhnliches grau-blaues Environment verwandelt, bringen David Rauer und Samuel Treindl eine Manufaktur in die Kunsthalle. Sie fertigen eine im Laufe der Ausstellung schmelzende Wachsskulptur aus Abformungen von Personen, Gegenständen und

Fragmenten des öffentlichen Raums in Wilhelmshaven. Damit führen sie ihre PRINZBESETZUNG von 2019 und den Austausch mit den Menschen der Stadt fort. Öffnungszeiten: Dienstag 14–20 Uhr Mittwoch bis Sonntag 11–17 Uhr Kunsthalle Wilhelmshaven Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven

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. osnabrück

Felix-Nussbaum-Haus, Innenansicht © Stadt Osnabrück, Foto: Sven Jürgensen

Nasan Tur

In der Reihe „Gegenwärtig. Zeitgenössische Künstler begegnen Felix Nussbaum“ 13. Dezember 2019 bis 15. November 2020 Museumsquartier Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de In der zweiten Ausstellung der Reihe „Gegenwärtig“, die vom 13. Dezember 2019 bis 15. November 2020 im Felix-NussbaumHaus des Museumsquartiers Osnabrück gezeigt wird, trifft der Konzeptkünstler Nasan Tur auf das Leben und Werk des Malers Felix Nussbaum. Machtstrukturen, Flucht, Exil und Fragen der Identität sind Themen, die beide Künstler zu ihrem Schaffen antreiben. Nasan Turs kritische Stimme zu Gesellschaft und Politik macht ihn zu einem politischen Künstler: „Da ich mich als politischen Menschen sehe, bin ich auch ein politischer Künstler. Meine Aufgabe als

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Künstler sehe ich jedoch nicht darin, Politik zu betreiben, sondern mich mit politischen Themen, die ja unser soziales Leben maßgeblich beeinflussen, ernsthaft und kritisch auseinanderzusetzen. Das beinhaltet auch, unbequeme und fordernde Arbeiten zu produzieren.“ Die Ausstellung im Felix-Nussbaum-Haus zeigt ältere Arbeiten – die in diesem Kontext eine neue Aktualität bekommen – und für die Ausstellung entwickelte neue Arbeiten als Reaktion und Kommentar auf Nussbaums Werk.


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v.li.: Kuratorin Mechthild Achelwilm, Direktor des Museumsquartiers Nils-Arne Kässens und Künstler Nasan Tur © Stadt Osnabrück, Gerhard Meyering

Innere Unruhe und Getriebensein vermittelt das Video „Run“ (2004). Die Kamera folgt einem Mann in Rückenansicht, der pausenlos, in höchst angespannter Eile, ohne erkennbaren Grund, durch enge Räumlichkeiten rennt. Ohne Anfang und Ende ist der Läufer in einer Endlosschleife gefangen – ein Zustand, der an einen Angsttraum erinnert, aus dem zu erwachen nicht möglich ist. Im Zentrum der Ausstellung steht das Soundobjekt „Deutschland“ (2019): eine von Nasan Tur präparierten Drehorgel. Tur reagiert mit dieser Arbeit auf das von Nussbaum häufig ins Bild gesetzte Motiv der Drehorgel – ein Instrument, das auf die ständige Wiederholung einer vorgegebenen Tonfolge festgelegt ist, unfrei und

monoton. Tur verwandelt einen alten Leierkasten in einen zeitgenössischen Kommentar auf unsere aktuelle Gesellschaft, indem er das alte Lochband durch eine neues ersetzt: Die Drehorgel spielt die Melodie der deutschen Nationalhymne, allerdings so sehr verlangsamt, dass sie verzerrt leiert und kaum erkennbar ist. Tur betrachtet als Künstler Begriffe wie „Nation“ oder „national“, die zwar in identitätsstiftenden Kulturprodukten wie der Nationalhymne ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln, doch gleichzeitig einen be- und ausgrenzenden Charakter besitzen. Die Fotografie „Agony“ (2019), thematisiert die Bedingungen, die Lebewesen in Täter und Opfer, Jäger und Gejagte, Starke und Schwache kategorisieren. Als Nasan

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Deutschland, 2019 © Nasan Tur

Tur während einer friedlichen Demonstration in der Türkei selbst zum Gejagten wurde, wuchs der Wunsch, Widerstand zu leisten. Es entstanden Skulpturen – metaphorische Bilder – in denen er die „Naturgesetze“ umkehrt: Der Fasan stürzt sich auf das Frettchen, das Rehkitz drückt den Fuchs zu Boden und das Schaf springt dem Wolf an die Kehle. Die Unterdrückten werden zu den Unterdrückern. „Was ist richtig, was falsch? Es gibt keine einfachen Erklärungen“ (Nasan Tur). Erst mit der in der Ausstellung präsentierten Fotografie wird das Ungleichgewicht aufgelöst. Eine ausschnitthafte und geänderte Perspektive lässt Fuchs und Lamm geradezu zärtlich einander zugewandt erscheinen. Während Nasan Turs Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom entstand die Videoarbeit „In My Pants“ (2015). Wie Felix Nussbaum 1932 war Tur 2014 eingeladen, in der Akademie zu arbeiten, die schon zu Nussbaums Zeiten als die „bedeutendste Einrichtung zur Spitzenförderung deutscher Künstlerinnen und Künstler“ (Wikipedia) gilt und dessen Stipendiaten als „Elite deutscher

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Künstler“ (Homepage Villa Massimo) bezeichnet werden. „Die Arbeit In ‚My Pants‘ ist von besonderer Bedeutung für mich. Ich habe sie zu einer Zeit geschaffen, als ich mich selbst und meine Arbeit extrem hinterfragt habe. Dieses Selbstporträt ist Ausdruck meiner Unsicherheiten und Zweifel. […] Wenn ich dieses Video ansehe, ist es, als würde ich in einen Spiegel sehen, der mir mein eigenes Scheitern zeigt. Trotzdem spüre ich keine Scham, keine Angst. Das Video zeigt einen Moment der Ehrlichkeit und des Vertrauens in meine eigene Unvollkommenheit“ (Nasan Tur). Nasan Tur platziert das Selbstbildnis „In My Pants“ in den Raum „Mauern“ der Felix-Nussbaum-Sammlung und stellt damit sein Bild der persönlichen Angst und Unsicherheit Nussbaums Bildern dialogisch zur Seite. Als Ausdruck der Empathie reagiert Tur auf Nussbaums abweisenden und bedrohlichen Mauern, die zu seiner Rom-Zeit, in der die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht ergriffen, als Bildmotiv besonders augenfällig wurden.


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Agony, 2019 © Nasan Tur

Porträt Nasan Tur © Nasan Tur

Die 2020 parallel zu der Ausstellung entstehenden „Osnabrücker Exilfenster“ entsprechen Turs Arbeitsweise: „Die eigentliche Entwicklung meiner Arbeit findet draußen statt.“ Draußen, in der Gesellschaft, begegnet er seinen Themen. Draußen, außerhalb der Museumsmauern, sieht er auch das Wirkungsfeld seiner Kunst. Für die konzeptuelle Arbeit wird Tur mit im Osnabrücker Exil lebenden Menschen den Austausch suchen. Die Kontaktaufnahme, die wiederum über Menschen unternommen wird, ist der Beginn eines Prozesses, in dem Beziehungen geknüpft werden. Der Kreis weitet sich, wenn die Gespräche aus dem privaten in den öffentlichen Raum verlagert werden oder am Ende Bilder, die „Exilfenster“, in die Stadt und als Mitnahmeplakat wiederum ihren Weg zurück in private Wohnungen finden. Als Kettenreaktion setzt dieses Kunstprojekt über die Ausstellung und das Museum hinaus Menschen in Bewegung, aktiviert Gedanken und regt zum Handeln Vieler an. Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

Biographie Nasan Tur • 1974 in Offenbach geboren, lebt in Berlin. Studium an der HfG Offenbach und an der Städelschule, Frankfurt. • Ausgezeichnet mit dem Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste, Berlin (2012) und dem Villa Massimo Preis, Deutsche Akademie Rom (2014). • Einzelausstellungen u.a. Pori Art Museum, Finnland (2018), Fondazione Pini, Mailand (2017), Kunsthalle Göppingen (2017), Kunst Haus Wien (2016), Museen di Villa Torlonia, Rom (2015), WEST, Den Haag; Niederlande (2015), Kunstraum Innsbruck (2014), Kunsthalle Mannheim (2011), Kunstmuseum Stuttgart (2009), Aufenthalt in der Villa Massimo, Rom (2014). • Teilnahme an der DOCUMENTA 14, 10. Istanbul Biennale und 6. Taipeh Biennale. • Gruppenausstellung in Häusern wie Centre Pompidou (Paris), Palais de Tokyo (Paris), Martin-Gropius-Bau (Berlin), Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart (Berlin), Lentos Kunstmuseum (Linz), Whitechapel Gallery (London), Schirn Kunsthalle (Frankfurt/Main), Städel Museum (Frankfurt/Main).

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Filip Markiewicz: Celebration Factory, Installationsansicht, CCA Derry~Londonderry, 2019 © Filip Markiewicz, Foto: CCA Derry~Londonderry & Simon Mills

Filip Markiewicz. Celebration Factory Kuratiert von Enrico Lunghi

29. November 2019 bis 2. Februar 2020 Kunsthalle Osnabrück | kunsthalle.osnabrueck.de Die Kunsthalle Osnabrück präsentiert „Celebration Factory“, ein sich entwickelndes Ausstellungs- und Performance-Projekt des Künstlers Filip Markiewicz, das 2016 im NN Contemporary Art Northampton begann und 2018 im Casino Luxembourg - Forum d’Art Contemporain und Anfang 2019 im CCA (Centre for Contemporary Art) Derry~Londonderry fortgesetzt wurde. Während Europa und die Welt in ihren eigenen Widersprüchen verwickelt sind, indem sie immer noch das Wirtschaftswachstum und den technischen Fortschritt als Heilshorizont der Menschheit feiern, lädt Markiewicz dazu ein, in ein Universum von Zeichen und Bildern einzutauchen, die die Leere unserer aktuellen Diskurse darstellen. Seine Ausstellung ist zum Teil

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eine Bühne, auf der der Einzelne als Zuschauer des Niedergangs seiner eigenen Zivilisation auftreten kann, wo der Mythos des Automobils in trostlosen Friedhöfen mit verrosteten Motoren und isolierten, nutzlosen Reifen endet, wo riesige Banknoten das trügerische, obszöne Spektakel der (Selbst-)Repräsentation von Politik und Medien vorführen und auf der alle revolutionären und emanzipatorischen Impulse in einer Illusion versinken, die durch endlosen Konsum und die Kunstwelt selbst gefördert wird. Wie der Künstler in seiner Theaterperformance „Fake Fiction“ im Theater Basel 2017 feststellte: „Heute sind wir alle ein kleiner Bela Lugosi¹ geworden: Der Vampirtanz des europäischen Bildes kann beginnen. Es ist Zeit, unsere Masken aufzusetzen und das


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Filip Markiewicz: Celebration Factory, Installationsansicht, Casino Luxembourg - Forum d'Art Contemporain, 2018 © Filip Markiewicz, Foto: Sven Becker

digitale Blut zu trinken, bis unsere Festplatte für die Ewigkeit formatiert ist.“ Durch eine Kombination verschiedener Ausdrucksformen wie die Bildende Kunst, die Performance, die Musik, die Debatte und, wie der Titel vermuten lässt, das Feiern, sowie in Zusammenarbeit mit Tänzern, Schauspielern und Musikern erforscht Markiewicz die Möglichkeiten einer künstlerischen Sprache, die das individuelle Bewusstsein und den persönlichen Widerstand gegen die Herrschaft der Angst fördert. Sie gibt jedoch keine Lektionen oder weckt vergebliche Hoffnung. Eine solche Sprache kann als utopisches Streben nach Flucht aus der sklavischen und mephitischen Haltung des „business as usual“ verstanden werden und erinnert an den Geist des jungen La Boetie, der bereits 1576 in seiner „Abhandlung über die freiwillige Knechtschaft“ erklärte: „Soyez résolus de ne servir plus, et vous voilà libres!“ (Seid entschlossen, nicht mehr zu dienen, und ihr seid frei!).

Celebration Factory ist eine Koproduktion mit NN Contemporary Art, Northampton, Casino Luxembourg - Forum d’Art Contemporain und CCA (Centre for Contemporary Art) Derry~Londonderry. Die Ausstellung wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und unterstützt vom Verein der Freunde der Kunsthalle Osnabrück e.V., von Ableton, dem FOCUNA Fonds Culturel National Luxembourg und dem Bühnen Archiv Oskar Schlemmer. Co-Kuratoren sind Catherine Hemelryk und Kevin Muhlen. ––– ¹ Bela Lugosi ist der erste Schauspieler, der Dracula personifiziert hat. Die britische Post-Punk-Band Bauhaus, die das Logo der von Oskar Schlemmer gegründeten Bauhausschule verwendet, kündigte 1979 an: „Dracula ist tot und kehrt zu seinem Grab zurück“. Kunsthalle Osnabrück Hasemauer 1, 49074 Osnabrück

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Werden, das ist die Losung!

Szenen zum 150. Geburtstag von Ernst Barlach 5. Januar bis 22. März 2020 Ernst Barlach Haus | www.barlach-haus.de Ernst Barlach (1870–1938) veröffentlichte zwischen 1912 und 1929 sieben Dramen. Diese Texte, die sich entschieden von damaligen Bühnenkonventionen lösen, galten als unaufführbar – darüber hinaus hatte ihr Autor für zeitgenössische Inszenierungen kaum etwas übrig. Barlachs literarische Arbeit ist untrennbar mit seinem Gesamtwerk verbunden. So erscheinen die berühmten Holzskulpturen, wie es der Künstler 1924 notierte, als »Kunst-Menschen«, die Handpuppen oder Marionetten vergleichbar auf den Bühnen von Museen, Galerien oder Privatsammlungen auftreten. Theaterstücke wie Der arme Vetter, Die gute Zeit oder Der tote Tag mit ihrer Fülle grotesker Gestalten und

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ihren karnevalesken Wortschöpfungen lassen Körperlichkeit und Innenleben dieses plastischen Ensembles greifbarer werden: Psychisch und physisch versehrte Figuren ringen um den Sinn des Daseins. Es gibt keine Gewissheiten, nur Verknotungen oder Verästelungen – und die Sehnsucht nach Veränderung: »Werden, das ist die Losung!« heißt es 1926 programmatisch in Der Blaue Boll. Die Ausstellung zum Jubiläumsjahr möchte zentrale Themen Barlachs wie Spiritualität, Geschlechterrollen oder das Prekäre der menschlichen Existenz medienübergreifend verfolgen und in ihrem Wechselspiel neu beleuchten. Eine ortssensible Intervention des in Berlin lebenden Künstlers


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Alle Bilder: Ernst Barlach linke Seite: Der Puppenspieler, 1922, Ernst Barlach Haus Hamburg, Foto: Andreas Weiss // oben: Ernst Barlach in seinem Atelier, 1935, Foto: Archiv Ernst Barlach Haus Hamburg // untere Reihe v.l.n.r.: Marokko-Lärm, 1906, Ernst Barlach Haus Hamburg, Foto: Andreas Weiss // Im Zauberwald, 1899, Ernst Barlach Haus Hamburg, Foto: Andreas Weiss

Marten Schech unterstützt das Anliegen, der Ambivalenz wie der Aktualität von Barlachs Œuvre nachzugehen. Dabei sollen – trotz aller Ernsthaftigkeit – auch die humoristischen Seiten des Künstlers nicht zu kurz kommen. Denn, wie er selbst bemerkte: »Barlach ist lachbar.«

Karsten Müller, Josepha-Maria Otto, Steffi Pralle, Caecilia Reemtsma, Lucas Stübbe, Karin von Behr, Lina von Waldow und Fanny Weidehaas.

»Werden, das ist die Losung!« präsentiert plastische, zeichnerische und druckgrafische Werke aus der Sammlung des Ernst Barlach Hauses. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg.

Öffentliche Führung jeden Sonntag um 12 Uhr – kostenlos Kurator*innenführung Dienstag, 14. Januar, 11. Februar und 10. März 2020, 18 Uhr Familientag Sonntag, 19. Januar 2020, 11–18 Uhr Freier Eintritt und Programm für Eltern und Kinder

Kurator*innen: Pauline Behrmann, Felix Krebs, Laila Kristoffersen, Petra Lange-Berndt, Tilman Levine, Helena Müller,

Ernst Barlach Haus Jenischpark Baron-Voght-Straße 50a, 22609 Hamburg

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Installationen aus 25 Jahren Sammlung Falckenberg 30. November 2019 bis 24. Mai 2020 Sammlung Falckenberg | www.deichtorhallen.de Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Sammlung Falckenberg zeigen die Deichtorhallen Hamburg in den Ausstellungsräumen in Hamburg-Harburg vom 30. November 2019 bis 24. Mai 2020 eine umfassende Ausstellung, die den Schwerpunkt auf installative und skulpturale Arbeiten der Sammlung legt. Die Ausstellung präsentiert rund 100 Werke von über 60 international renommierten Künstler*innen wie Monica Bonvicini, Olaf Breuning, Jimmie Durham, Mark Dion, Thomas Hirschhorn, Jon Kessler, Jessica Stockholder, Diana Thater, Cosima von Bonin, Franz West, Mike Kelley, General Idea und Erwin Wurm. Viele der gezeigten Werke waren bereits als Leihgaben in Museen wie dem Centre Pompidou, dem PS1, dem Walker Art Center, der Tate Modern, dem MoMA New York, dem MOCA Los Angeles sowie auf

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den Biennalen von Venedig und Shanghai zu sehen. Erstmals werden diese Werke in einer großen Übersichtsschau in der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg zusammengeführt. Einige der ausgewählten Exponate werden in den Harburger Phoenix-Hallen zum ersten Mal zu sehen sein, darunter Arbeiten von Diana Thater, Jimmie Durham, Thomas Hirschhorn und Jean-Jacques Lebel. Zudem wurden viele der gezeigten Arbeiten wie Jon Kesslers multimediale Rauminstallation The Palace at 4 A.M. eigens für diese Ausstellung aufwendig restauriert und somit für die Besucher*innen neu erlebbar gemacht. Darüber hinaus sind die dauerhaft in der Sammlung Falckenberg untergebrachten Rauminstallationen von Jonathan Meese, Thomas Hirschhorn und John Bock fester Bestandteil der Schau.


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Jetzt! Junge Malerei aus Deutschland

14. Februar – 17. Mai 2020 Halle für aktuelle Kunst Kein künstlerisches Medium hat so viele positive wie negative Zuschreibungen erlebt wie die Malerei. Mit dem Ausstellungsprojekt JETZT! JUNGE MALEREI IN DEUTSCHLAND unternehmen das Kunstmuseum Bonn, das Museum Wiesbaden, die Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser und die Deichtorhallen Hamburg den Versuch, den aktuellen Stand des Mediums zu bestimmen. Ziel ist es, einen gültigen Querschnitt durch die junge, in Deutschland entstandene Malerei zu geben und dabei alle Erscheinungsformen des Mediums ohne konzeptuelle oder ideologische Einschränkungen zu berücksichtigen.

Martin Kippenberger, Sozialkistentransporter, 1989, Holz, Metall, Plastik und Sprühfarbe, 147,5 x 584,2 x 198 cm, Foto: Egbert Haneke © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Köln

Künstler*innen der Ausstellung: Vito Acconci, Franz Ackermann, Richard Artschwager, Karla Black, John Bock, Monica Bonvicini, Olaf Breuning, Björn Dahlem, Mark Dion, Jimmie Durham, General Idea, Thomas Grünfeld, Georg Herold, Thomas Hirschhorn, Mike Kelley, Jon Kessler, Martin Kippenberger, Astrid Klein, Jean-Jacques Lebel, Sherrie Levine/Joost van Oss, Sarah Lucas, Paul McCarthy, Jonathan Meese, Bjarne Melgaard, Ernesto Neto, Anna Oppermann, Tony Oursler, C.O. Paeffgen, Nam June Paik, Manfred Pernice, Charlotte Posenenske, Robert Rauschenberg, Jason Rhoades, Christoph Schlingensief, Thomas Schütte, Roman Signer, Jessica Stockholder, Diana Thater, Paul Thek, Gavin Turk, Atelier van Lieshout, Peter Welz, Cosima von Bonin, Rebecca Warren, Franz West, Erwin Wurm, Thomas Zipp u.a. Deichtorhallen Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

Kati Heck, Von der Jugend, 2017, 253 x 253 x 6,5 cm Öl auf Leinwand, Künstlerrahmen, Courtesy Sadie Coles HQ, London © Kati Heck

Quadro. Kerstin Brätsch Kati heck Stefanie heinze Laura Link

14. Februar – 17. Mai 2020 Halle für aktuelle Kunst Ergänzend zur Ausstellung JETZT! JUNGE MALEREI IN DEUTSCHLAND wurden für die Kabinettausstellung QUADRO von einem erweiterten Malereibegriff ausgehend mit KERSTIN BRÄTSCH, KATI HECK, STEFANIE HEINZE und LAURA LINK vier herausragende malerische Positionen der Gegenwart ausgewählt.

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Paolo Pellegrin un'antologia

31. Oktober 2019 bis 01. März 2020 Deichtorhallen Haus der Photographie | www.deichtorhallen.de Paolo Pellegrin zählt zu den bekanntesten Dokumentar- und Kriegsfotografen weltweit. Der Gewinner zahlreicher Fotopreise und der Capa Goldmedaille ist seit 2001 Mitglied der weltweit renommierten Fotoagentur Magnum Photos. Die Ausstellung PAOLO PELLEGRIN – UN’ANTOLOGIA im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg wirft ein neues Licht auf die kreative Vision des italienischen Fotografen. Kuratiert von dem renommierten Kunsthistoriker Germano Celant, der als künstlerischer Leiter der Prada-Stiftung in Mailand tätig ist, wurde die Ausstellung

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erstmals im MAXXI, Rom, gezeigt. In Hamburg wird die Ausstellung durch zusätzliche Werke erweitert. Mehr als 200 analoge und digitale Drucke, teils Vintage, teils unveröffentlicht, werden in der Ausstellung präsentiert, begleitet von einem Minimum an Wandtexten. Stattdessen werden die Fotografien durch Videoclips des Fotografen und eine spektakuläre Installation ­– von Pellegrin selbst konzipiert – kontextualisiert. Die in der Ausstellung gezeigten Notizbücher, Skizzen, Drucke, Negative, Folien und ge-


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Paolo Pellegrin: LIBANON. Beirut. August 2006. (Wenige Augenblicke, nachdem ein israelischer Luftangriff mehrere Gebäude in Dahia zerstörte) / Paolo Pellegrin/Magnum Photos

druckten Ephemera veranschaulichen den Prozess seiner visuellen Forschung, die einen immanent wichtigen Teil seiner Arbeitspraxis darstellt. Der interaktive Charakter der Installation lädt die Besucher*innen zum Stöbern und Nachforschen ein, und ermöglicht es ihnen, die Arbeitsweise Pellegrins nachzuvollziehen. In seiner langen Karriere, die 1987 begann, hat Pellegrin viele Einzelausstellungen präsentiert. Die Zusammenstellung und Präsentation der Ausstellung in Hamburg überrascht, fordert und fasziniert zugleich: UN’ANTOLOGIA ist eine Meditation über die Auswirkungen, Folgen und das Vermächtnis von menschlichem Leid, wie Pellegrin es dokumentiert hat sowie

eine Auseinandersetzung mit seiner künstlerischen Vision. UN‘ANTOLOGIA ist eine Hommage an Pellegrins lebenslange Beschäftigung mit dem menschlichen Dasein, dient aber auch als wichtige Erinnerung daran, dass Reportage-Fotografie weit mehr war, ist und bleibt als nur ein Medium für die tägliche Nachrichtenberichterstattung. Die Ausstellung wurde für das MAXXI, Rom, zusammengestellt und dort von Canon als Digital Imaging Partner unterstützt. Deichtorhallen Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

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kunst:stück c/o bremen / oldenburg + der norden - issue 43  

Ausgabe für Januar + Februar 2020 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Bremen/Oldenburg + der Norden.

kunst:stück c/o bremen / oldenburg + der norden - issue 43  

Ausgabe für Januar + Februar 2020 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Bremen/Oldenburg + der Norden.

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