Page 1

Ricardo Brey, Conserve, 2018, Holz, geschnitztes Holz, Kupferrohr, Eisen, Steine, Fliesen und Schuhe Foto: We Document Art, Antwerpen

kunst:stĂźck Magazin fĂźr Kunst und Kultur Bremen / Oldenburg und der Norden issue 42 | November + Dezember 20 19


. grußwort

Angelika Leu-Barthel Foto: Julia Steinigeweg

30 Jahre Deichtorhallen

Angelika Leu-Barthel, Leitung Kommunikation Deichtorhallen Hamburg | www.deichtorhallen.de Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer – ein denkwürdiger Tag für Deutschland und die Welt. Aber auch in der Kunstwelt tat sich etwas an diesem Datum vor 30 Jahren: Die Deichtorhallen Hamburg wurden mit der von Harald Szeemann kuratierten Ausstellung "Einleuchten" feierlich als Kunstzentrum eröffnet, - ein mutiges Wagnis, eine reine große Ausstellungshalle war ein Novum in Deutschland, die Betriebsform der GmbH ebenso. Schon früh öffneten sich die Deichtorhallen für die damaligen Randbereiche der Kunst: umfangreiche Ausstellungen von Fotografen und Fotografinnen wurden gleichberechtigt neben der „hohen“ Kunst ins Programm aufgenommen und auf tausenden von Quadratmetern präsentiert. Auch Designikonen und Architektur fanden ihren Platz unter dem Dach der historischen Hallen. Heute sind diese Formen der Ausstellung alltäglich, damals waren sie eine oft als unerhört wahrgenommene Öffnung des Kunstbetriebs. Auch im Umfeld der Deichtorhallen hat sich viel entwickelt: Die Stadt Hamburg ist durch

die HafenCity nach Süden gewachsen und damit ist der Standort der Deichtorhallen von der Peripherie ins Zentrum zwischen dem alten Stadtkern und dem großen neuen Stadtteil gerückt. Die Kooperationen mit den zwei bedeutendsten Privatsammlungen Hamburgs – der fotografischen Sammlung F.C. Gundlachs und der auf zeitgenössische Kunst ausgerichteten Sammlung Falckenberg stellte das Haus auf ein stabiles Fundament. 2003 wurde das Haus der Photographie in der südlichen Deichtorhalle gegründet und 2011 eine dritte Halle an einem neuen Standort mit der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg dazugewonnen. Mit den zwei Privatsammlungen im Rücken verstehen sich die Deichtorhallen als Impulsgeber und starke Plattform für eine lebendige Diskussion von Gegenwartskunst und -fotografie, eine kulturelle Aufgabe, der sich die Deichtorhallen seit mehr dreißig Jahren verpflichtet haben. Angelika Leu-Barthel Leitung Kommunikation Deichtorhallen Hamburg

kunst:stück

3


. grußwort

Julia Bezhanova, On the other side (Ausschnitt), nominiert für den Felix Schoeller Photo Award 2019

20.10.19 – 8.3.20 Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück www.museumsquartier-osnabrueck.de

4

kunst:stück

www.felix-schoeller-photoaward.com


. grußwort

Ingmar Lähnemann Foto: Jens Weyers, © 2018

kunst konkret

Ingmar Lähnemann, Kurator Städtische Galerie Bremen Städtische Galerie Bremen | www.staedtischegalerie-bremen.de

Zur Zeit scheint zumindest in Deutschland wieder einmal der Blick auf traditionelle künstlerische Tendenzen in den Fokus zu rücken – jedenfalls wenn man der Öffentlichkeitsarbeit verschiedener Ausstellungen glaubt, die eine Renaissance der Malerei reklamieren. So absurd solche Setzungen in unserer Zeit der Co-Existenz unzähliger künstlerischer Medien und Techniken und mindestens ebenso vieler Ausstellungsformen sind, so spannend ist zu beobachten, wie vorwiegend kunstimmanente Fragestellungen von Zeit zu Zeit öffentlich verstärkt wahrgenommen und diskutiert werden. Dabei sollte man sich in Erinnerung rufen, dass künstlerische Positionen, die sich durchgehend mit diesen Fragestellungen beschäftigen, immer da sind und immer pointierte Antworten liefern. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Mitteln, Materialien und Medien und deren Thematisierung im Werk selbst, stellt eine Basis der bildenden Kunst dar, die allerdings häufig eher unter dem Radar des Alltagsbetriebs des Kunstsystems läuft und alle paar Jahre hervorgeholt wird.

einem konzentrierten Blick auf solche kunstimmanenten formalen Fragestellungen zeigen, wie dauerhaft, vielseitig und immer wieder spannend Künstlerinnen und Künstler damit umgehen. In der vielfältigen Bremer Kunstszene gibt es durch mehrere Generationen Positionen, die einen „konkreten“ Ansatz im Sinne der Analyse der eigenen Mittel, Materialien und Medien und deren Verhältnis zum Raum und zum Betrachter verfolgen, ohne unbedingt direkt der historischen Konkreten Kunst verpflichtet zu sein. Mit insgesamt 27 Künstler*innen in zwei Ausstellungsteilen wird ein umfassender Einblick in verschiedene Ansätze der hiesigen Kunstszene ebenso möglich wie ein Überblick über aktuelle Formen des Konkreten in der Kunst. Und es wird in unserer bildergefluteten, digitalisierten, politisch besorgniserregenden Zeit auch deutlich, wie hilfreich eine formreduzierte, entindividualisierte Konzentration auf das Wesentliche sein kann, gerade wenn es sich im spezifischen Raum individuellen Betrachter*innen vermittelt.

Mit der Ausstellung „konkret bremen“ möchte die Städtische Galerie Bremen in

Ingmar Lähnemann Kurator Städtische Galerie Bremen

kunst:stück

5


. inhalt

INHALT 03 Grußwort 03 Angelika Leu-Barthel Deichtorhallen Hamburg 05 Ingmar Lähnemann Städtische Galerie Bremen

34 Oldenburg & Umzu 37 - Emden 40 - Hude 41 - Wilhelmshaven 42 - Nordhorn

06 Inhalt 06 - Impressum 08 Bremen & Umzu 26 - Worpswede 28 - Sögel 29 - Syke 30 - Stade 34 - Föhr

44 50 52 56

Osnabrück Münster Hannover Hamburg

DAS TITELBILD Ricardo Brey. Adrift ––– 01. Dezember 2019 bis 01. März 2020 Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen www.marcks.de Seit 2014 entwickelt Brey das Projekt »Adrift«. Es hat eine stark existenzielle Dimension. Das vielschichtige Werk Brey's erwartet sorgfältige Wahrnehmung und die Bereitschaft, herkömmliche Interpretationsmuster zur Seite zu legen und auf Spurensuche zu gehen. → Seite 9 Ricardo Brey, Conserve, 2018, Holz, geschnitztes Holz, Kupferrohr, Eisen, Steine, Fliesen und Schuhe, Foto: We Document Art, Antwerpen

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day www.kunststueck-magazine.de

IMPRESSUM h2 werbeagentur + kunst Eva Hortenbach (V.i.S.d.P.) Zum Knapp 2 · 49565 Bramsche Tel: 05461 705 477 mail@kunststueck-magazine.de

6

kunst:stück

Redaktionsschluss für die Ausgabe Jan / feb: 15. Dezember 2019 Anzeigenberatung: Klaus Hortenbach Tel: 05461 705 477 Mobil: 0152 389 510 24


. grußwort

KETS J E T Z T T IECR N ! SICH

20 b r e m e n 15 NOV

BÜRGERWEIDE

DEZ

Tickets im WESER-KURIER Pressehaus, in den Nordwest-Ticket-Vorverkaufsstellen, unter WWW.NORDWEST-TICKET.DE und Tel. 0421 / 36 36 36 sowie unter der

RONCALLI-HOTLINE 0421/365 19 129.

W W W. R O N CA L L I .kunst:stück DE

7


. bremen

8

kunst:stĂźck


. bremen

Ricardo Brey Adrift

01. Dezember 2019 bis 01. März 2020 Die Kunst des Bildhauers und Zeichners Ricardo Brey (geb. 1955) wirkt bisweilen rätselhaft, dann aber auch wieder eigentümlich vertraut. In seinen poetischen, ideenreichen Assemblagen konzentriert er sich auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur, auf die kulturelle Identität seines Geburtslandes Kuba und seiner Wahlheimat Belgien und auf die Interaktion zwischen verschiedenen Kulturen und Philosophien. Seit 2014 entwickelt Brey das Projekt »Adrift«. Es hat eine stark existenzielle Dimension. Anstelle eines Beharrens auf Herkunft betont Brey das »Treiben lassen« mit den dazugehörigen Verände-

rungen und Brüchen in seinem Werk. In dieser Gruppe von Werken springt der Künstler zwischen Assemblagen, Zeichnungen und Fotografien. Einfach macht es Brey – Documenta- und Biennale-Teilnehmer – seinen Betrachtern nicht: Das vielschichtige Werk erwartet sorgfältige Wahrnehmung und die Bereitschaft, herkömmliche Interpretationsmuster zur Seite zu legen und auf Spurensuche zu gehen. Dies ist die erste Museumsausstellung des Künstlers in Deutschland. Es erscheint eine zweisprachige Publikation in Kooperation mit dem Museum De Domijnen in Sittard, Niederlande.

Rosa Jaisli Pueblo del alma / Dorf der Seele

01. Dezember 2019 bis 01. März 2020

Rosa Jaislis (geb. 1955) Bildhauerei steht in der Tradition der modernen abstrakten Bildhauerei, wobei sie vier Stränge verbindet: erstens die Idee der direkten Arbeit in Stein, zweitens die geometrische Grundform als Ausgangspunkt, drittens den Fokus auf den Negativraum und viertens die symbolische Wirkung. Ihre Themen sind größtenteils der Architekturgeschichte entlehnt. Sie arbeitet bevorzugt mit Alabaster. Seit 2007 überträgt

die Künstlerin die aus der Arbeit mit Stein gewonnene künstlerische Erfahrung auch auf das Material Papier; damit fand sie zu einer neuen, eigenen Bildsprache. Entsprechend wird Jaisli im Obergeschoss des Museums eine neue Papierinstallation präsentieren – eine ebenso filigrane wie kraftvolle Arbeit. Parallel wird ihr Film »Pueblo del alma / Dorf der Seele«, den sie gemeinsam mit Yuliya Tsviatkova produzierte, vorgestellt.

Kosmos Marcks Das Bauhaus, das keiner wollte 01. Dezember 2019 bis 01. März 2020

In diesem Jahr ist es dem Gerhard-MarcksHaus gelungen, ein sehr wichtiges Werk seines Namensgebers zu erwerben: »Die Läufergruppe« von 1923. Die Arbeit ent-

stand während seines vorletzten Jahres am Bauhaus und dokumentiert die Distanz zwischen seinen Idealen und denen der Schule, wie sie heute vermittelt werden.

Claudia Piepenbrock zustand in zonen noch bis zum 17. November 2019

Die plastischen Arbeiten der Bildhauerin wechseln zwischen autonomen Skulpturen und Gebrauchsgegenständen. Manche sind zum Betrachten, andere zum Benutzen da – und das Erfahren des Unter-

schieds gehört zu ihrer Kunst. »zustand in zonen« ist eine Einladung, sich Objekte und räumliche Zusammenhänge anzusehen und produktiv zu denken.

Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen / www.marcks.de ––– Abb. oben: Ricardo Brey, »Ich liebe es, auf verbotenen Meeren zu segeln und an barbarischen Küsten zu landen«, 2019 Papier, Spiegel, goldenes Metallpapier, Stein, Krone, Batterie, Keramikfliesen, Metallmünzen, Keramik, Meteorit und drei Faltbücher, Foto: We Document Art, Antwerpen Abb. Mitte: Claudia Piepenbrock, Zone 2, Einholstelle, Fenster zur Straße, 2019, Bleche, Stahlrahmen, Schaumstoff Abb. unten links: Rosa Jaisli, Diaphane III, 2010, Papierskulptur Abb. unten rechts: Gerhard Marcks, Läufergruppe, 1923, Messing, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

kunst:stück

9


. bremen

Spurensuche – Geschichte eines Museums Neue Dauerausstellung im Übersee-Museum Bremen seit 26. Oktober 2019 Übersee-Museum Bremen | www.uebersee-museum.de Das Übersee-Museum setzt sich in der neuen Dauerausstellung „Spurensuche – Geschichte eines Museums“ kritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinander. Von der Gründungszeit des Museums Ende des 19. Jahrhunderts, über die Jahre des Dritten Reiches und der Nachkriegszeit bis hin zu den politisch kontroversen 1970/80er Jahre spürt die Ausstellung dem Zeitgeist vergangener Epochen nach.

10

kunst:stück

Wie fanden die Exponate aus aller Welt ihren Weg in das Übersee-Museum? Wurden sie gekauft, geklaut oder geschenkt und getauscht? Und welche Rolle spielten dabei die Museumsmitarbeiter als Sammler und Auftraggeber, die Reedereien, Kaufleute, Missionare oder Ethnografika- und Naturalienhändler? In der Ausstellung wird nicht nur der Sammlungserwerb der letzten 100 Jahren thematisiert, sondern auch


. bremen

© Übersee-Museum Bremen, Foto: Volker Beinhorn

die neuesten Ergebnisse der museumsinternen Provenienzforschung zur Kolonialzeit und der NS-Zeit präsentiert. Neben dem Sammlungserwerb zeigt die Dauerausstellung „Spurensuche – Geschichte eines Museums“ wie sich die Präsentation und Inszenierung der Exponate im Laufe der Jahre änderten: Wie inszenierte man die Warenproben-Ausstellung im Jahr 1890, inwieweit war die Ausstellung „Deutscher Walfang“ 1937 eine Propagandaausstellung und wie ließ man in

den 1980er Jahren aktuelle politische Ereignisse in die Ausstellung miteinfließen? Das Herzstück der neuen Dauerausstellung bilden die „Lieblingsstücke“ vieler Bremerinnen und Bremer: Erinnerungen an vergangene imposante Inszenierungen werden mit dem Skelett eines Dinosauriers, dem Kolonialwarenladen und dem Südseehaus wieder lebendig. Übersee-Museum Bremen Bahnhofsplatz 13, 28195 Bremen

kunst:stück

11


. bremen

Katina Georgoulas, Colours, 2019

Offene Ateliers

10. November 2019, 11–18 Uhr 23 Jahre »Offene Ateliers« rund um den Industriehafen in Bremen-Gröpelingen Die 26 Künstlerinnen und Künstler und ein Integrationsprojekt in den vier Atelierhäusern Kap-Horn-Straße 7/9, Use Akschen 71 und Louis-Krages-Straße 26 öffnen auch 2019 wieder ihre Ateliers am Sonntag, den 10. November 2019, von 11 bis 18 Uhr. Abenteuer Kreativität Sie finden in den Ateliers unterschiedlichste Kunstformen, von Zeichnung oder Graffiti bis zu Skulptur und Malerei – einen Spannungsbogen von analoger über experimentelle bis zu digitaler Kunst. Zu den Überraschungen gehören Installationen und Klangperformances, Gemeinschaftsarbeiten sowie musikalische Darbietungen

A. Strümpfler, Kulisse, Licht-Raum Installation

und literarische Lesungen. Seit den Anfängen in den 1990er Jahren sind Zahl und Vielfalt der Kunstangebote am Hafen kontinuierlich gewachsen. Das hat den Standort attraktiver gemacht, nicht nur für die Kreativen, auch für Kunstfreunde und Käufer. Hier wird das Abenteuer reativität real. Kunst hautnah erleben Mitten in der authentischen Hafenarchitektur kann man künstlerisches Arbeiten hautnah erleben, Magazine durchstöbern, in Mappen blättern oder gar mit dem Gesicht zur Wand stehende Gemälde entdecken. Nah am Wasser können die Besucher die lebendige Vielfalt der ausgestellten Werke erleben. Nicht zuletzt hat jeder interessierte Kunstfreund die Chance, mit den Künstlerinnen und Künstlern über Hintergründe und Entstehung ihrer Arbeiten in Ruhe zu sprechen, das unterschiedliche Flair der Künstlerräume zu genießen und Blicke auf die maritime Kulisse im Umbruch zu werfen – und „nebenbei“ vielleicht genau das Kunstwerk zu finden, das man schon immer gesucht hat. (Text: Rainer B. Schossig) Atelierhäuser Kap-Horn-Straße 7/9 Use Akschen 71 Louis-Krages-Straße 26

12

kunst:stück


. bremen

kunst:stĂźck

13


. bremen

Horst Scheffler, 23.(53.), 2016, Öl auf Leinwand, 60 x 70 cm

konkret bremen I

Diana Mercedes Alonso, Daniel Behrendt, Reinhold Budde, Barbara Deutschmann, Boris Doempke, Markus Genesius, Christiane Gruber, Bert Haffke, David Hepp, Frieder Nake, Jimmi D. Paesler, Barbara Rosengarth, Horst Scheffler, Harald Zilly 10. November 2019 bis 05. Januar 2020 Städtische Galerie | www.staedtischegalerie-bremen.de „konkret bremen“ ist eine zweiteilige Ausstellung, in der 27 künstlerische Positionen aus Bremen vorgestellt werden, deren Arbeitsweise einem konkreten Ansatz folgt. Diese Künstler*innen gehen weit über die historisch festgelegte Konkrete Kunst hinaus. Deren Prinzipien einer gegenstandslosen, nicht-narrativen, nicht-figurativen, nicht abstrahierenden, entindividualisierten, häufig formal reduzierten künstlerischen Sprache bilden jedoch auch die Gemeinsamkeit der in Bremen ausgewählten Positionen. Dazu kommt eine kunstimmanente Selbstbefragung hinsichtlich der künstlerischen Mittel und Materialien. Die große Zahl konkret arbeitender Künstler*innen in der regionalen Kunstszene zieht sich über mehrere Generationen, durch verschiedene Medien und folgt unterschiedlichen Ausgangspunkten. Den Künstler*innen beider Ausstellungsteile ist gemein, dass der Bezug auf das Konkrete einen Rahmen ihrer Kunstproduktion bildet, von dem aus sie weitergehende Fragestellungen ermögli-

14

kunst:stück

chen, die über den kunstimmanenten Bezug hinausgehen. „konkret bremen I“ präsentiert vierzehn Künstler*innen. Sie arbeiten teilweise seit Jahrzehnten im Sinne Konkreter Kunst, intervenieren ortsspezifisch in Bezug zum Raum, setzen sich mit den materiellen Grundbedingungen und -möglichkeiten von Malerei und Skulptur auseinander, reduzieren das formale Vokabular des jeweiligen Werkes auf seriell-geometrische Setzungen, analysieren das Potenzial einer Form oder einer Farbe oder überantworten die Ausformulierung ihrer Arbeiten einem System. Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation und algorithmische Kunst sind vertreten und zeigen die vielfältigen Fragen des Konkreten in der Bremer Kunst. „konkret bremen II“ folgt vom 26. Januar bis 29. März 2020. Städtische Galerie Buntentorsteinweg 112. 28201 Bremen


1918

1914

. bremen

DAMALS NICHT, JETZT NICHT, NIEMALS! 30.11.19 bis 16.02.20

Projektidee: Volker-Johannes Trieb, www.atelier-trieb.de Dank für die breite Unterstützung aus der Friedensregion Osnabrück.

VARUSSCHLACHT im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese Venner Straße 69, 49565 Bramsche Tel: 05468 9204-0 www.kalkriese-varusschlacht.de www.friedensprojekt.com

Getragen von der Stiftung der Sparkassen im Osnabrücker Land und dem Landkreis Osnabrück

kunst:stück

15


. bremen

Circus Roncalli – Storyteller

Gestern . Heute . Morgen Das große Gastspiel in Bremen auf der Bürgerweide Circus Roncalli | www.roncalli.de – 20. November bis 15. Dezember 2019 2019 lädt Roncalli zu magischen Momenten ein. Als eine Mischung aus Eiskönigin und Superwoman begeistert die junge Französin Adèle Fame mit viel Kraft und Anmut an den Strapaten. Für die Poesie bei Roncalli sorgen weiterhin Weißclown Gensi und Carillon, der im Steampunkstil das Roncalli-Publikum in neue Traumwelten entführt. Für Comedy sorgen 2019 Robert Wicke und Kai Eikermann. Bernhard Paul’s Neuentdeckung Chistirrin aus Mexiko verkörpert als Clown eine Mischung aus Till Eulenspiegel und Max und Moritz. Mit seiner frischen Clownerie erobert er sofort die Herzen des Publikums. Die „Queens of Baroque“ (alias Vivi Paul mit Partnerin Natalia Rossi) haben eine Luftdarbietung

16

kunst:stück

einstudiert, die mit Eleganz und spektakulären Momenten begeistert. Quincy Azzario ist die „Sharon Stone der Handstandkünste“. Kraftvoll und dynamisch mit Woweffekt. Frauenpower „hoch 3“ heißt es bei den Newcomern aus Italien. Die „Bello Sisters“ werden aus Ihren Körpern lebende Statuen bauen. UliK Robotic - ein Roboter aus der Autoindustrie auf dem ein Gaukler Akrobatik macht. Dabei wird der Roboterarm zum Untermann einer HandstandAkrobatiknummer. Das Publikum darf sich 2019 auf weitere, ungewöhnliche und spektakuläre Höchstleistungen aus der Welt des Circus freuen – ein Gesamtkunstwerk des Circus-Meisters Bernhard Paul.


. bremen

© Circus Roncalli

80 historische Wagen, historische Foodtrucks, 120 Artisten, Musiker, Künstler und Mitarbeiter - was mit einem Traum begann, hat sich bis heute zu einem der größten Circus-Unternehmen entwickelt. Verzaubert werden die Gäste in einem der schönsten Circuszelte der Welt, das 1499 Personen Platz bietet, mit über 10.000 raffiniert konstruierten LED-„Glühbirnen“ und Messinglampen beleuchtet wird und die ganze Roncalli-Stadt in nostalgisches Licht taucht. Beim Geruch von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln begrüßen Künstler in phantasievollen Kostümen zu Live-Musik die Zuschauer schon am Eingang. Schnell werden die Besucher „roncallisiert“ und in unsere poetische Zauberwelt entführt. Hereinspaziert! Millionen Menschen hat Roncalli in den vergangenen Jahrzehnten in ganz Europa – von Moskau bis Sevilla über Berlin,

Amsterdam, Köln und Wien – mit seiner unverwechselbaren Poesie, Akrobatik und Clownerie verführt und dabei Menschen zu Circus-Fans gemacht, die es vorher nicht waren. Lassen Sie sich verzaubern! Circus Roncalli – Das Gastspiel: • Spielzeit und Ort: 20. November 2019 bis zum 15. Dezember 2019, Bremen - Bürgerweide • Tickets & weitere Infos: www.roncalli.de, Preise: 15-66 Euro (zzgl. Vvk-Gebühren) • Circuskasse: ab 20. November täglich von 10-20 Uhr geöffnet – Bürgerweide • Roncalli-Hotline Bremen: 0421 365 19129 • Tickets auch erhältlich in allen  bekannten Vorverkaufsstellen. www.roncalli.de

kunst:stück

17


. bremen

CAVALLUNA – Legende der Wüste

Im Galopp durch den Orient

26. / 27.12. Bremen, 18. / 19.01. Hannover, 01. / 02.02. Hamburg Europas beliebteste Pferdeshow kehrt zurück und gastiert von Oktober 2019 bis Juni 2020 zum zweiten Mal unter dem Namen CAVALLUNA in mehr als 30 Städten. Das neue Programm „Legende der Wüste“ verspricht eine perfekte Kombination aus höchster Reitkunst und bester Unterhaltung und knüpft somit nahtlos an die Erfolge der vorangegangenen Shows an, die seit 2003 mehr als 8 Millionen Besucher in ganz Europa berühren und in Staunen versetzen. Schon jetzt dürfen sich Groß und Klein auf eine unvergessliche Reise durch orientalische Welten freuen. Kreativdirektor Klaus Hillebrecht, bereits seit „Gefährten des Lichts“ und „Welt der Fantasie“ fester Bestandteil des CAVALLUNA-Teams, begeistert erneut durch wundervolle Schaubilder, eine grandiose Inszenierung und einen unverwechsel-

18

kunst:stück

baren Soundtrack. Auf unnachahmliche Weise gelingt es dem Emmy-nominierten Komponisten, die Show in immer neuen Dimensionen erstrahlen zu lassen. Untermalt werden die traumhaften Szenen von atemberaubenden Darbietungen, in denen Mensch und Tier in völliger Harmonie zusammenarbeiten und so die wundervolle Geschichte zum Leben erwecken. Die 59 Tiere, ihre Reiter und ein internationales Tanz-Ensemble garantieren ein unvergessliches Show-Erlebnis: Dabei dürfen die waghalsigen Trickreiter der Hasta Luego Academy ebenso wenig fehlen wie die Equipen der klassischen Dressur um Luis Valença und Filipe Fernandes, die Esel von Comedy-Talent Laurent Jahan oder der Freiheitskünstler Bartolo Messina, der diesmal auch seine ganz kleinen Showstars mit dabei hat. Die bekannte Pferdetraine-


. bremen

Fotos: © Cavalluna

rin Kenzie Dysli, die bei „Welt der Fantasie“ noch als Horse Consultant tätig war, tauscht nun den Backstagebereich gegen die Reitbahn und wird das Publikum gemeinsam mit ihren Pferden als Hauptdarstellerin der Show begeistern. „Legende der Wüste“ erzählt die Geschichte der wunderschönen Prinzessin Samira, die zur Königin gekrönt werden soll. Die pompöse Zeremonie wird jedoch von ihrem bösen Cousin Abdul vereitelt – ein spektakuläres Abenteuer um den Kampf zwischen Gut und Böse beginnt! Begleitet von einem wilden Pferd muss die Prinzessin das Geheimnis um die sagenumwobenen Amazonen der Elemente lüften und lernen, wie sie sich begleitet von der Kraft der Natur den Machenschaften ihres Cousins entgegenstellen kann. Denn nicht nur ihr Volk, sondern ihr gesamtes Reich sind in größter Gefahr! Wird Samira es rechtzeitig schaffen, diese waghalsige Mission

zu erfüllen und alles, was ihr lieb und teuer ist, zu retten? Bei „CAVALLUNA – Legende der Wüste“ wird das Publikum Zeuge eines fantastischen Gesamtkunstwerks aus klassischer Reitkunst, beeindruckendem Tanz und ergreifender Musik. Erleben Sie packende Action, berührende Momente und tiefes Vertrauen und seien Sie dabei, wenn eine märchenhafte Legende zum Leben erwacht... ––– → Am 26. und 27. Dezember gastiert CAVALLUNA in der Bremer ÖVB-Arena, im neuen Jahr, am 18. und 19. Januar sind die magischen Begegnungen zwischen Mensch und Pferd in der TUI Arena Hannover und am 01. und 02. Februar in der Barclaycard Arena Hamburg zu bewundern. Weitere Infos und Tickets gibt es Online unter: www.cavalluna.com

kunst:stück

19


. bremen

Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen T. 0421 329080 | www.kunsthalle-bremen.de – Ikonen. Was wir Menschen anbeten | bis 01.03.20

Claudia Piepenbrock, Ausblick, 2018, Schaumstoff, Metall, Gerhard-Marcks-Haus

Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis frontal, 1897/98, Privatbesitz, Museum Böttcherstaße

Gerhard-Marcks-Haus | Am Wall 208 | 28195 Bremen T. 0421 9897520 | www.marcks.de – Claudia Piepenbrock | bis 17.11. – Annette Voigt. nass | bis 17.11. – Kosmos Marcks. Detail | bis 17.11. – Ricardo Brey. Adrift | 01.12.19 bis 01.03.20 – Rosa Jaisli Pueblo del alma / Dorf der Seele | 01.12.19 bis 01.03.20 – Kosmos Marcks Das Bauhaus, das keiner wollte | 01.12.19 bis 01.03.20 Weserburg – Museum für moderne Kunst | Teerhof 20 | 28199 Bremen | T. 0421 5983970 | www.weserburg.de – So wie wir sind 1.0 | bis 05.01.20 – Künstlerbücher: Vielfältig Mehrseitig | bis 12.01.20 – Andrea Bowers | bis 23.02.20 – Heman Chong. fictionfictionfiction | 08.11.19 bis 01.03.20 Städtische Galerie | Buntentorsteinweg 112 | 28201 Bremen | T. 0421 3615826 | www.staedtischegalerie-bremen.de – konkret bremen I | 10.11.19 bis 05.01.20 // Diana Mercedes Alonso, Daniel Behrendt, Reinhold Budde, Barbara Deutschmann, Boris Doempke, Markus Genesius, Christiane Gruber, Bert Haffke, David Hepp, Frieder Nake, Jimmi D. Paesler, Barbara Rosengarth, Horst Scheffler, Harald Zilly

Ariel Reichman, Grain #2, Silbergelatineprint, 160 x 120 cm, 2019, © PSM und der Künstler Galerie Mitte

Übersee-Museum Bremen | Bahnhofsplatz 13 | 28195 Bremen | T. 0421 160380 | www.uebersee-museum.de – Spurensuche – Geschichte eines Museums | Neue Dauerausstellung Museen BöttcherstraSSe | Böttcherstraße 6–10 | 28195 Bremen | T. 0421 3388222 | www.museen-boettcherstrasse.de – Ich bin Ich - Paula Modersohn-Becker. Die Selbstbildnisse bis 09.02.20 Galerie mitte im Kubo | Beim Paulskloster 12 | 28203 Bremen | T. 0421 76026 | www.galeriemitte.eu – This Is Not A Photo. Projekt Fotografie | bis 14.12. Atelier Brandt Credo | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen T. 0421 558455 | www.atelier-brandt-credo.de – Eva Matti. Ihnen allen einen Platz - Malerei | 05.10. bis 22.12.

Klaus Hack, Sieben Türme, 2018/2019, Eiche, 99 x 28 x 27 cm, Galerie OHSE

20

kunst:stück

Galerie Ohse | Contrescarpe 36 | 28203 Bremen | T. 0421 327550 | www.galerie-ohse.de – Klaus Hack. Kathedralen und Türme | 15.11.19 (Eröffnung: 19 Uhr) bis 18.01.20


Ricardo BreyAdrift

1. Dezember 2019 – 1. März 2020 Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 21 Uhr Am Wall 208, 28195 Bremen, www.marcks.de In Kooperation mit

bäuerle

Gefördert von

Medienpartner

freundes kreis


. bremen

Kränholm Kunstcafé / Galerie | Auf dem Hohen Ufer 35 | 28759 Bremen | www.kraenholm.de – Roland Helmus. Malerei | bis 19.01.20 Künstlerhaus Bremen | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen T. 0421 508598 | www.kuenstlerhausbremen.de – Dafna Maimon. Mutating Mary | bis 17.11. – Daniel Neubacher | 07.12.19 bis 05.01.20 Roland Helmus, Mikroben III, 2014, Öl auf Leinwand, 140 x 120 cm, Kränholm Kunstcafè / Galerie

kunstmix | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18 28195 Bremen | T. 0421 68534406 | www.kunstmixbremen.de – Udo Reutter | bis 08.11. – Leuchtstoff | 08.12.19 (Eröffnung: 12 Uhr) bis 01.20 GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | Teerhof 21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | www.gak-bremen.de – Marie Cool Fabio Balducci. Can Carry No Weight | bis 22.12. – Jahresgaben 2019 | 01.12. bis 22.12.

Dafna Maimaon, Matating Mary, Installationsansicht Foto: Fred Dott

Galerie des Westens | Reuterstraße 9–17 | 28217 Bremen T. 0421 3807990 | www.gadewe.de – Christian Holtmann. Pures Glück | bis 22.11.19 – Schneefrei. Gruppenausstellung | 29.11.19 bis 10.01.20 Galerie Herold | Künstlerhaus Güterbahnhof Beim Handelsmuseum 9 | 28195 Bremen | www.galerieherold.de – Ralf Tekaat. AGEBOMB | 08.11. (Eröffnung: 20 Uhr) bis 08.12. Städtische Galerie Delmenhorst | Fischstraße 30 Delmenhorst | www.staedtische-galerie-delmenhorst.de – hespos. das auge im ohr | 11.11.19 bis 06.01.20 – Pia Pollmanns. Die Wege der Elisa Kosch | 22.11.19 bis 15.03.20

Jodi Bieber, Quiet – Leon, 2014 (Detail) © Jodi Bieber Syker Vorwerk

Dagmar Calais, Raub der Europa, Galerie des nwwk im Village

22

kunst:stück

Syker Vorwerk | Waldstraße 76 | 28857 Syke | T. 04242 577410 | www.syker-vorwerk.de – Jodi Bieber - Making Feminism | 24.11.19 bis 02.02.20 Die Worpsweder Museen | Barkenhoff I Große Kunstschau I Haus im Schluh I Worpsweder Kunsthalle | T. 04792 3968 I www.worpswede-museen.de – Leberecht Migge, Sonja Alhäuser, Michael Schmidt | 17.11.19 bis 08.03.20, Barkenhoff und Große Kunstschau – Die Spielzeugsammlung von Ursula Ziebarth | 17.11.19 bis 08.03.20, Haus im Schluh Galerie des nwwk im Village | Bergstraße 22 | 27726 Worpswede | www.nwwk.de – Inger Seemann + Bogdan Hoffmann. Dual - Druckgrafik, Zeichnung und Stahlplastik | bis 08.12. – Dagmar Calais. von Mythen, Sagen und Legenden - Malerei 15.12.19 bis 15.03.20


auf

Advent Schloss Clemenswerth Sa 7. Dez. | 13 - 22 Uhr So 8. Dez. | 11 - 19 Uhr Erw. 4 €, ermäßigt 1 € kostenlose Parkplätze mit 100 Ausstellern 49751 Sögel | www.clemenswerth.de

© VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Harald Metzkes, „Auf dem Schlappseil“, 1992 (Ausschnitt)

02 I 11 I 2019 – 02 I 02 I 2020

SALTO MORTALE

Zirkuswelten in der Kunst des 20. Jahrhunderts SONDERAUSSTELLUNG


. bremen & umzu

Historisches Museum Bremerhaven | An der Geeste 27570 Bremerhaven | T. 0471 308160 | www.historischesmuseum-bremerhaven.de – Die 1980er Jahre. Krisen, Protest und Punk | bis 24.11. – Kapitäne und Holzfabrikanten – Die Geestemünder Unternehmerfamilie Kohn 1830-1967 | 30.11.19 bis 03.05.20 Kapitäne und Holzfabrikanten, Die Geestemünder Unternehmerfamilie Kohn, © Historisches Museum Bremerhaven

Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven | Columbusstraße 65 | 27568 Bremerhaven | T. 0471 90 2200 www.dah-bremerhaven.de – So far, so good. Die vergessene Pulitzer-Preisträgerin Lisel Mueller | bis 05.01.20 Kunstverein Bremerhaven von 1886 e. V. | Karlsburg 1/4 | 27568 Bremerhaven | www.kunstverein-bremerhaven.de – Evan Robarts. Direct Reflections | 16.11.19 bis 05.01.20

Fifi Kreutzer, Affenkäfig, um 1925, Holzschnitt © Museum August Macke Haus, Kunsthaus Stade

Joakim Eskildsen, Skagen XII, 2008, Pigmentdruck Courtesy of the artist Museum Kunst der Westküste

Deutsches Pferdemuseum e.V | Holzmarkt 9 | 27283 Verden / Aller | T. 04231 807140 | www.dpm-verden.de – GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres 2019 | 03.12.19 bis 16.02.20 // Eindrucksvolle und faszinierende Szenen aus der Tier- und Pflanzenwelt, festgehalten in brillanten Bildern. Zum nunmehr sechsten Mal präsentiert das Deutsche Pferdemuseum ab Dezember 2019 die besten Fotografien des Wettbewerbs „Europäischer Naturfotograf des Jahres“, ausgelobt von der Gesellschaft für Naturfotografie e.V. (GDT). Kunsthaus Stade | Wasser West 7 | 21682 Stade | T. 04141 7977320 | www.museen-stade.de – Gratwanderung. Expressionistische Holz- und Linolschnitte im Dialog mit zeitgenössischen Positionen.| bis 26.01.20

Michael Ancher, Fischer am Meer an einem Sommerabend, 1888, Öl auf Leinwand, 141 × 188,5 cm, SMK, The National Gallery of Denmark, Foto: Jacob Skou-Hansen Museum Kunst der Westküste

Museum Kunst der Westküste | Hauptstraße 1 | 25938 Alkersum/Föhr | T. 04681 747400 | www.mkdw.de – 10 Jahre MKdW. Contemporary, Joakim Eskildsen (DK), Anja Jensen (D), Ellen Kooi (NL) und Mette Tronvoll | bis 12.01.20 – 10 Jahre MKdW. Meisterwerke | bis 12.01.20

Riet Wijnen Sixteen Conversations on Abstraction 27.10.2019 – 19.1.2020 Burg Bentheim ruisdaelstipendium.org kunstwegen.org burg-bentheim.de


7.11.2019 – 2.2.2020

. worpswede

Männer machen Mode Inro aus der Sammlung des

Museums für Lackkunst

Windthorststraße 26 48143 Münster Telefon 0251/4 18 51-0 Telefax 0251/4 18 51-20 www.museum-fuer-lackkunst.de Öffnungszeiten: dienstags 12 – 20 Uhr (freier Eintritt) mittwochs bis sonntags und an gesetzlichen Feiertagen 12 – 18 Uhr Führung durch die Sonderausstellung: dienstags 17.30 Uhr ( 5,– € )

Eine Einrichtung der

Find us on

Eine der BASFEinrichtung Coatings GmbH kunst:stück BASF Coatings GmbH

25


. worpswede

de cultura I

In den Gärten umtun: Migge, Alhäuser, Schmidt 17. November 2019 bis 08. März 2020 Barkenhoff und Große Kunstschau I www.worpswede-museen.de „Leberecht Migge, Sonja Alhäuser, Michael Schmidt“ – mit diesem Dreiklang eröffnen der Barkenhoff und die Große Kunstschau ihr neues Themen- und Forschungscluster „de cultura. Kunst, Natur und Land(wirt)schaft“, das neue Beziehungsweisen zwischen Ästhetik, Ökologie und Ökonomie eröffnen möchte. Das lateinische „cultura“ bildet nicht nur den Wortstamm für den geisteswissenschaftlich-künstlerisch sowie sozial geprägten Begriff Kultur, sondern auch für den der Agrikultur, also der Landwirtschaft und allem, was damit zu tun hat. Zwei gesellschaftlich höchst relevante Bereiche, die heute viel zu selten unmittelbar aufeinander bezogen werden. Mit der Hinwendung auf den sich hier aufspannenden Zwischenraum von Kunst und Land(wirt)schaft übersetzen der Barkenhoff und die

26

kunst:stück

Große Kunstschau wichtige Impulse der Worpsweder Gründergeneration ins Heute und Morgen und befragen diese auf ihre aktuelle Relevanz. „Jedermann einen Garten!" – so lautete eine der Forderungen des einflussreichsten deutschen Gartentheoretikers der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Leberecht Migge. Migge zog 1920 von Hamburg nach Worpswede und baute in der Nachbarschaft von Heinrich Vogeler seinen „Sonnenhof“ auf, einen Prototyp des Selbstversorgergartens. Der Ausstellungsteil in Vogelers Barkenhoff zeigt insbesondere Pläne und Zeichnungen aus den späten 1910er Jahren; Arbeiten aus der Worpsweder Zeit gelten als zerstört. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Archiv für Schweizer Landschaftsar-


. worpswede

Sonja Alhäuser, Scheide Sanft, 2009, Acryl, Aquarell und Bleistift auf Papier, kaschiert auf Leinwand, 130 x 220 cm Foto: © Sonja Alhäuser © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

chitektur in Rapperswil, dem 2016 völlig überraschend ein umfangreiches Konvolut von bis dato gänzlich unbekannten Originalblättern (Zeichnungen, Blaupausen, etc.) von Migges Selbstversorgergärten, Siedlungsplanungen oder auch luxuriösen Privatgärten übereignet wurde. „Lebensmittel“ betitelte Michael Schmidt seine Serie von 177 Fotografien zur industriellen Lebensmittelproduktion, die keinen Betrachter unberührt lassen. Schmidt ging es dabei keinesfalls um Sensationen oder Schocks, sondern um eine ganz eigene ausgewogene Komposition, Darstellung und Bildfolge. Wer dieses eindringliche Porträt unserer Lebensgrundlagen sieht, erkennt, mit welcher kritischen Empathie Michael Schmidt unsere Welt zu zeigen vermag. Schmidts „Lebensmittel“ werden in der zentralen Wechselausstellunghalle der Großen Kunstschau gezeigt.

Zeichnungen, ob aus Schokolade, Butter oder anderen Köstlichkeiten. Die sinnliche Lust in all ihren Spielarten, Essen, Liebe, Flora und Fauna, Leben und Sterben erscheinen in ihren Arbeiten als Teile eines großen Kreislaufs. In Worpswede werden dabei neben ihren „Rezeptzeichnungen“ auch Skulpturen und Installationen gezeigt, im Rahmen der Eröffnung kommen performative Elemente hinzu. Die Werke von Sonja Alhäuser werden sowohl im Barkenhoff wie in der Großen Kunstschau zu sehen sein und so die beiden Ausstellungsorte in Beziehung setzen. Die überbordende, beinahe barocke Sinneslust Alhäusers wird sich dabei zwischen die konzeptuelle Strenge eines Leberecht Migges und die sachliche Präzision eines Michael Schmidt stellen. Ein Dreiklang, der paradigmatisch für die Ausfächerung des neuen Themenclusters „de cultura“ stehen kann.

Für Sonja Alhäuser gibt es nichts Schöneres als ein Fest. Und Feste sind und werden alle ihre Inszenierungen, Skulpturen und

Barkenhoff, Große Kunstschau www.worpswede-museen.de

kunst:stück

27


. sögel

Advent auf Schloss Clemenswerth, © Manfred Bergmann

Advent auf Schloss Clemenswerth mit 100 Ausstellern

Weihnachtsmarkt in Sögel lädt am 7. und 8. Dezember zum Besuch ein Emslandmuseums Schloss Clemenswerth | www.clemenswerth.de Am 2. Adventswochenende (7./8.12.) findet in Sögel mit dem Markt „Advent auf Schloss Clemenswerth“ der größte Weihnachtsmarkt im Emsland statt. Vor barocker Kulisse laden 100 Stände mit individuellen Geschenkideen und besonderen Gaumenfreuden zum Bummeln und Verweilen ein. Mit den edlen Pagodenzelten und den klassischen Holzhütten ist der Markt eine Mischung aus weihnachtlicher Landpartie und heimeliger Budenstadt. Ein Besuch ist besonders am Samstag in den späten Nachmittags- und Abendstunden lohnenswert. Dann nämlich taucht das Schloss in ein Meer aus tausend Lichtern ein und hat bis 22 Uhr seine Pforten geöffnet. Mit seinem Mix aus Kunsthandwerk und Atmosphäre begeistert der Markt, organisiert vom Emslandmuseum Schloss Clemenswerth, seit über zehn Jahren tausende Gäste aus Nah und Fern – und bietet etwas für jeden Geschmack und Geldbeutel. Die Angebotspalette reicht von selbstgemachten Süßwaren über Dekorationen für Haus und Garten bis hin zu Schmiedeund Holzarbeiten sowie Schmuckunikaten. Auch das leibliche Wohl kommt an beiden Tagen nicht zu kurz. Gerahmt wird die Ver-

28

kunst:stück

anstaltung aus einem Programm von historischen Straßenorgelklängen, weihnachtlicher Blasmusik und Chorgesang. Mit einer Mobilen Schmiede für Kinder, einem Kasperle-Theater und dem NikolausBesuch wird auch Familien ein buntes Programm geboten. Der Eintritt kostet 4 € / Erw. und 1 € / ermäßigt. Die Karte ist gleichzeitig ein 1 €-Rabattcoupon für den Museumsbesuch in 2020. Geöffnet ist der Markt am Samstag (7.12.) von 13 bis 22 Uhr und am Sonntag (8.12.) von 11 bis 19 Uhr. Kostenlose Parkplätze stehen zur Verfügung. Wie in den vergangenen Jahren gilt aufgrund der großen Besucherresonanz eine geänderte Verkehrsführung für den Ort Sögel. Alle Informationen zu Ausstellern, Programm und Anfahrt unter www.clemenswerth.de Busgruppen und Gruppen ab ca. 10 Personen wird empfohlen, ihren Besuch unter Tel. 05952 / 932 321 anzumelden. Emslandmuseum Schloss Clemenswerth Clemenswerth 2,. 49751 Sögel


. syke

5

Jodi Bieber, Quiet – Leon, 2014 © Jodi Bieber

Jodi Bieber

Making Feminism 24. November 2019 (Eröffnung: 12 Uhr) bis 02. Februar 2020 Syker Vorwerk | www.syker-vorwerk.de Kuratiert von Dr. Alejandro Perdomo Daniels In ihrem Werk beschäftigt sich die Künstlerin Jodi Bieber mit gesellschaftlich relevanten Themen und macht auf Missverhältnisse aufmerksam, ob in ihrer Heimat Südafrika oder weltweit. Dabei erhebt sie den Anspruch, als Fotografin zu fotografieren, und zwar in einer männlich dominierten Welt. Entsprechend richtet sie den Fokus ihrer Arbeit auf die Realität von Frauen jenseits des Glamours. „Making Feminism“ ist eine umfangreiche Schau im Rahmen des Ausstellungszyklus „works on gender and identity“. Gezeigt werden drei umfassenden Serien aus den letzten 14 Jahren: „Real Beauty“, „Quiet“ und „Women who have murdered their husbands“. Die Serien stellen die langjährige Auseinandersetzung der Künstlerin mit Fragen zu Gender, Geschlechtsidentität, Selbstbestimmung und damit zusammenhängenden Konflikten im Kontext der zeitgenössischen Gesellschaft Südafrikas dar.

Während „Real Beauty“ die herrschende Ideologie weiblicher Schönheit mit ihren stilisierten Körperidealen in Frage stellt, setzt sich „Quiet“ mit der Repräsentation des männlichen Körpers jenseits der klischeehaften Stereotype auseinander, die ihn als maskulin konstruieren. „Women who have murdered their husbands“ zeigt Frauenschicksale, die offenlegen, wie aus der Spirale häuslicher Gewalt Inhaftierung werden kann. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten bilden die drei Serien einen zentralen Themenkomplex in Biebers Werk, entlang dessen eine feministische Haltung deutlich zum Ausdruck kommt. Vernissage: 24.11. um 12 Uhr Kuratorenführung: 15.12. um 15 Uhr Öffnungszeiten: Mi 15-19, Sa / Neujahr 14-18, So / alle weiteren Feiertage 11-18 Uhr Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst Waldstraße 76, 28857 Syke

kunst:stück

29


. stade

Thomas Fornfeist, Atelier 2, Holzschnitt und Schablonendruck © Thomas Fornfeist

Gratwanderung

Expressionistische Holz- und Linolschnitte im Dialog mit zeitgenössischen Positionen 03. Oktober 2019 bis 26. Januar 2020 Kunsthaus Stade | www.museen-stade.de Expressionistische Holz- und Linolschnitte aus dem Museum August Macke Haus im Dialog mit Benjamin Badock, Christiane Baumgartner, Thomas Fornfeist, Gabriela Jolowicz, Christoph Ruckhäberle, Gert & Uwe Tobias, Barthélémy Toguo, Georg Winter In der Ausstellung Gratwanderung treten zwei Kunstepochen in einen direkten und spannungsvollen Dialog miteinander. Meisterwerke des expressionistischen Holzund Linolschnitts aus dem Museum August Macke Haus treffen auf Werke von acht international renommierten zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern. Zum historischen Part zählen Arbeiten der Künstlergruppe Brücke und der rheinischen Expressionisten ebenso wie Blätter des Blauen Reiters und des avantgardistischen Berliner Sturm-Kreises. Unter dem Titel Gratwanderung vermittelt die Ausstellung aufschlussreiche Einblicke in den Wandel der Kunst wie er sich am Beginn des 20. Jahrhunderts vor dem Hintergrund tiefgreifender gesellschaftlicher und politischer Veränderungen vollzogen hat. Und er beleuchtet mit dem Brückenschlag in die Jetztzeit die große Vielfalt der heutigen Positionen. Gerade heute faszinieren

30

kunst:stück

alte Druckechniken. Die zeitgenössischen Positionen spiegeln das ganze Spektrum des Mediums und reflektieren dessen Wirkungsmöglichkeiten. Der Holzschnitt ist eine der ältesten druckgrafischen Techniken. Dabei ist es kein Zufall, dass die Künstlergruppe Brücke ihr Manifest mit den Leitworten „unmittelbar und unverfälscht“ in Holzschnitt. Bild und Text ließen sich im Druckstock ideal vereinen und die neuartige Formenwelt in vielfältiger Auflage als Originaldrucke in Zeitschriften und Mappeneditionen in die Welt tragen. Die Expressionisten befreiten den Holzschnitt jedoch von seiner Funktion als Buchillustration und etablieren ihn als künstlerisch eigenständiges Medium. Es war gerade der körperliche Einsatz des Schaffensprozesses bei der Arbeit mit dem Messer im harten Material, der den Anspruch nach Emotion und Wahrhaftigkeit programmatisch verkörperte. „Nirgends lernt man einen Künstler besser kennen als in seiner Graphik“, notierte hierzu Ernst Ludwig Kirchner. Völlig neue Mittel der Bearbeitung sind bei den zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern Teil einer Revision der al-


. stade

ten Technik. Der Umgang mit dem Medium hat sich radikal verändert. So reagiert der Leipziger Künstler Christoph Ruckhäberle mit seiner ornamentalen, raumfüllenden Tapete unmittelbar auf August Mackes Motivwelt und auf die expressionistische Idee vom Gesamtkunstwerk. Thomas Fornfeist fügt Einzelblätter zu großen Panels zusammen, in denen sich mittelalterliche Motive und Jetztzeit verbinden. Demgegenüber verdichtet Gabriela Jolowicz Beobachtungen aus dem Alltag hintersinnig und mit feiner Ironie zu bildfüllenden Blättern. Hinsichtlich des Formats hat der Holzschnitt in den Werken von Gert & Uwe Tobias, Benjamin Badock oder Christiane Baumgartner neue Dimensionen und malerische Qualitäten erreicht. Bei Barthélémy Toguo erhalten die Druckstöcke sogar eine skulpturale Funktion, sind Stempel und Büste zugleich. Und die in tiefem Schwarz auf Transparentpapier gedruckten extrem langgezogenen Blätter von Georg Winter sind Ergebnis und Teil einer performativen Kunstaktion zum Thema Landwirtschaft. In vielerlei Hinsicht wirken die zeitgenössischen Arbeiten in den Raum hinein und erheben nicht nur einen installativen, sondern auch einen gesellschaftskritischen Anspruch. Expressionistische Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung: Heinrich Campendonk, Ernst Moritz Engert, Lisa Hartlieb-Rilke, Erich Heckel, Jacoba van Heemskerck, Oswald Herzog, Vlastislav Hofmann, Franz M. Jansen, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Fifi Kreutzer, Wilhelm Küppers, August Macke, Marie von Malachowski (-Nauen), Franz Marc, Gerhard Marcks, Ewald Mataré, Hans (János) Mattis-Teutsch, Carlo Mense, Wilhelm Morgner, Emil Nolde, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Lothar Schreyer, Georg Tappert, Hans Thuar, Maria Uhden, Evarist Adam Weber Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung: Benjamin Badock, Christiane Baumgartner, Thomas Fornfeist, Gabriela Jolowicz, Christoph Ruckhäberle, Gert & Uwe Tobias, Barthélémy Toguo, Georg Winter Museen Stade, Kunsthaus Wasser West 7, 21682 Stade

v.o.n.u.: August Macke, Begrüßung, 1912, Linolschnitt © Museum August Macke Haus ––– Fifi Kreutzer, Affenkäfig, um 1925, Holzschnitt © Museum August Macke Haus ––– Wassily Kandinsky, Bogenschütze (Landschaft mit Reiter), 1908/09, Farbholzschnitt © Museum August Macke Haus, Dauerleihgabe Sammlung Walter und Hedwig von Scheven

kunst:stück

31


Ausstellungsansicht, Foto: Lukas Spoerl Bildmotiv von Joakim Eskildsen, Skagen XI, 2008, Pigmentdruck, 111,5 x 133 cm, Courtesy of the artist

10 Jahre MKdW – Contemporary 01. August 2019 bis 12. Januar 2020 Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de Auch in seinem Jubiläumsjahr widmet sich das Museum Kunst der Westküste zeitgenössischer Kunst und versammelt unter dem Titel 10 Jahre MKdW – Contemporary vier spannende fotografische Positionen. Mit ihren Werken treten die Künstlerinnen und Künstler dabei in Dialog zur Malerei und Grafik der Sammlung von der Romantik bis zur Moderne. Sie repräsentieren jeweils eines der vier Westküstenländer, deren maritime Kunst seit zehn Jahren im Museum gezeigt wird: Niederlande, Deutschland, Dänemark, Norwegen.

Der Däne Joakim Eskildsen, die deutsche Künstlerin Anja Jensen, Ellen Kooi aus den Niederlanden und die Norwegerin Mette Tronvoll knüpfen in ihren Fotoarbeiten an Motive der im Museum parallel laufenden Ausstellung 10 Jahre MKdW – Meisterwerke an und richten den Blick auf die in den Küstenlandschaften lebenden Menschen. Der Charakter der Werke ist dabei nicht eindeutig beobachtend oder inszeniert, die Fotografien entfalten ihre intensive Bildwirkung vielmehr im Dazwischen. Im Hinblick auf Bildthemen und -ausschnitte wiederum tritt in der Über-

Ellen Kooi, Bergen – Dünenhaus, 2009, C-print, Diasec, 100 x 156 cm © Ellen Kooi, courtesy Torch Gallery Amsterdam / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

32

kunst:stück


Ausstellungsansicht, Foto: Lukas Spoerl Bildmotiv von Joakim Eskildsen, Skagen X, 2008, Pigmentdruck, 55 x 65 cm, Courtesy of the artist

schau untereinander Vergleichbares zutage – sowie unerwartete Ähnlichkeiten mit den Gemälden, Ölskizzen und Grafiken der Sammlung des Museums.

litenschau im Restaurant „Namine Witt“ in Nieblum auf Föhr. Die genannten Künstlerinnen und Künstler sind hier jeweils mit einem Werk vertreten.

In der Ausstellung werden Werke aus Joakim Eskildsens Serie Skagen gezeigt, die bereits zur Sammlung gehören und nun um weitere ergänzt werden. Anja Jensen, die wie Eskildsen bereits als Artist-in-Residence in Alkersum auf Föhr ausgestellt hat, ist mit Fotoarbeiten vertreten, die im vergangenen Jahr auf der Insel entstanden. Die Kunst von Ellen Kooi und Mette Tronvoll ist hingegen erstmalig im MKdW zu sehen.

Ein Highlight im Herbst ist die Alkersumer Museumsnacht am 29. November. Neben musikalischen Kunst-Gedankengängen, künstlerischen Aktionen und Live-Musik, wird auch die Künstlerin Anja Jensen anwesend sein. In einer dialogischen Führung vor ausgesuchten Werken der Ausstellung 10 Jahre MKdW – Contemporary wird sie sich dem Thema Fotografie zwischen Dokumentation und Inszenierung widmen.

Zeitgleich zur Ausstellung läuft eine SatelMette Tronvoll, Spitzbergen, # 5, 2014, C-print, 80 x 97,8 cm, Courtesy of the artist / Galleri K, Oslo

Museum Kunst der Westküste Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr Anja Jensen, Herzenswunsch, 2019, Großfoto, Diasec, 170 x 140 cm, Courtesy of the artist © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

kunst:stück

33


. oldenburg + umzu

Horst-Janssen-Museum | Am Stadtmuseum 4–8 | 26121 Oldenburg | T. 0441 2352891 | www.horst-janssen-museum.de – Kosmos Janssen. wie er schreibt_ | 15.11.19 bis 15.03.20 Stadtmuseum Oldenburg | Am Stadtmuseum 4–8 26121 Oldenburg | www.stadtmuseum-oldenburg.de – Kult! Angesagte Orte in Oldenburg | bis 01.03.20 © Curt R. Lehmann, Koikarpfen Kunstforum Oldenburg

Edith-Russ-Haus für Medienkunst | Katharinenstraße 23 26121 Oldenburg | T. 0441 2353208 | www.edith-russ-haus.de – Zach Blas. The Unknown Ideal | 24.10.19 bis 05.01.20 Oldenburger Kunstverein | Damm 2a | 26135 Oldenburg | T. 0441 27109 | www.oldenburger-kunstverein.de – Renaud Regnery. Lockvogel | bis 10.11. – Grace Weaver. Little Sister | 21.11.19 bis 19.01.20

Grace Weaver, Little Sister Oldenburger Kunstverein

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg | Damm 1 | 26135 Oldenburg | T. 0441 40570400 www.landesmuseum-ol.de – Fritz Fuhrken. Zum 125. Geburtstag | bis 01.12. – Götter & Helden. Mythologische Malerei im Barock und heute feat. Michael Ramsauer | 9.11.19 bis 02.02.20 – Die Kunst der schönen Buchstaben | 17.12.19 bis 15.03.20 KUNSTFORUM OLDENBURG | Rosenstraße 41 | 26122 Oldenburg | T. 0441 9990840 | www.werkschule.de – Curt R. Lehmann. Tierplastiken | 05.11. bis 20.12. Landesmuseum Natur und Mensch | Damm 38–44 26135 Oldenburg | www.naturundmensch.de – 2 Millionen Jahre Migration | 23.11.19 bis 22.03.20

Ellen Mäder-Gutz, Vertrautes Fremdes, 2014 Galerie im Heuerhaus

Galerie am Stall | Am Ebenesch 4 | 27798 Hude | T. 04408 8099848 | www.galerie-am-stall.de – Jochen Kublik. Weltenbummeleien und andere Grenzgänge 24.11. (Eröffnung: 15 Uhr) bis 15.12. DIE GALERIE IM HEUERHAUS | Rittrumer Kirchweg 4 | 27801 Dötlingen | T. 04433 1241 | www.galerie-im-heuerhaus.de – Künstler der Galerie | 24.11. bis 15.12. Palais Rastede | Feldbreite 23 | 26180 Rastede | T. 04402 81552 | www.palais-rastede.de – Künstlerinnen aus dem Oldenburger Land. Malerei, Graphik, Plastik | bis 08.12

Jochen Kublik, Genesis, 2019, 40x50 cm, Galerie am Stall

34

kunst:stück

Kunsthalle Wilhelmshaven | Adalbertstraße 28 26382 Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de – Chloë Bass & Bill Dietz. Trade Show | 15.11.19 bis 12.01.20


. oldenburg . bremen

Abbildung Grace Weaver

Grace Weaver Little Sister

21. November 2019 (Eröffnung: 19.30 Uhr) bis 19. Januar 2020 Oldenburger Kunstverein | www.oldenburger-kunstverein.de Mit einem sicheren Gespür für die Ästhetik des Alltags – seinen zufälligen Humor und seine unabsichtliche Schönheit – zeichnet Grace Weaver (*1989 in Vermont/ USA) das vertraute Bild unserer Gegenwart: Vom »Coffee to go«, Smartphone-Gebrauch, Beziehungen, Gesundheitswahn sowie Geschlechterverhältnissen… es sind intime, persönliche Einblicke in alltägliche Handlungen, die nicht nur psychologische Momente wie Selbstoptimierung, Selbstpflege und Selbstkritik referieren, sondern auch ebendiese Augenblicke aufzeigt, in denen sich – inmitten aller Leichtigkeit des Seins – eine heimliche Melancholie in Weavers Bildern Geltung verschafft.

Bilder werden dabei Teil einer Entität, genau wie jeder einzelne innerhalb unserer Gesellschaft. Grace Weaver lebt und arbeitet in Brooklyn (USA). Oldenburger Kunstverein Damm 2a, 26135 Oldenburg Grace Weaver, super special, 2017 Öl auf Leinwand, 203 x 178 cm

Mit reduziertesten Mitteln spürt Grace Weaver in ihren Ölbildern wie Zeichnungen feinste Nuancen und Codierung menschlicher Körpersprache oder menschlichen Verhaltens auf – und lässt dabei verschiedenste Bildsprachen verschmelzen: von Matisse über den Kubismus, bis hin zu Zeichentrickfilmen. In der Ausstellung „Little Sister“ liegt das Augenmerk im sozialen und räumlichen Miteinander, sowie in der Betrachtung individueller Akteure. Ihre

kunst:stück

35


. oldenburg + umzu

Kunsthaus Leer | Turnerweg 5 | 26789 Leer | T. 0491 9261531 | www.kunsthaus-leer.de – Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Die Leeraner Künstler Gottlieb Kistenmacher und Heinrich Vosberg | 01.12.19 bis 27.02.20 Doppelausstellung - auch im Heimatmuseum, Neue Straße 12-14, 26789 Leer, vom 01.12.19. bis 29.03.20 Olga Potthast von Minden, Weg am Mühlenteich, o. J., Öl auf Leinwand, 48 x 68 cm, Heimatverein Varel e. V., Fotograf Jürgen Christ, Palais Rastede

Ostfriesisches Landesmuseum emden | Brückstraße 1 26725 Emden | www.landesmuseum-emden.de – Maler sehen Ostfriesland | in der Neuen Galerie – Der 80-jhr. Krieg und Ostfriesland | in der Emder Rüstkammer – Salto Mortale. Zirkuswelten in der Kunst des 20. Jahrhunderts | 02.11.19 bis 02.02.20 Kunsthalle Emden | Hinter dem Rahmen 13 | 26721 Emden | T. 04921 975050 | www.kunsthalle-emden.de – Kosmos Janssen. Horst Janssen und die Bildende Kunst bis 26.01.20

Horst Janssen, Rembrandt, 04.09.1981, Aquarell und Feder auf Papier, 23,5 x 20 cm, Horst Janssen Museum Oldenburg © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Kunsthalle Emden

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | 49751 Sögel | T. 05952.932325 | www.clemenswerth.de – Advent auf Schloss Clemenswerth | 07.12., 13-22 Uhr und 08.12., 11-19 Uhr Kunsthalle Lingen | Kaiserstraße 10a | 49809 Lingen T. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de – Ian Kiaer. Endnote, ping | bis 22.12. – Harry Kramer | bis 22.12., Wasserturm Städtische Galerie Nordhorn | Vechteaue 2 | 48529 Nordhorn | www.staedtische-galerie.nordhorn.de – Dorothee Diebold. 29.11.19 (Eröffnung: 19 Uhr) bis 26.01.20

Advent auf Schloss Clemenswerth, © Manfred Bergmann

Museum und Park Kalkriese | Venner Straße 69 | 49565 Bramsche | T. 05468.92040 | www.kalkriese-varusschlacht.de – damals nicht, jetzt nicht, niemals – Kunstshow | 30.11.19 bis 16.02.20 Museumsquartier osnabrück, Felix-NussbaumHaus, Kulturgeschichtliches Museum | Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück | T. 0541.3232207 www.museumsquartier-osnabrueck.de – Deutscher Friedenspreis für Fotografie. Felix Schoeller Foto Award | bis 07.03.2020 – Bauhaustapete – neu aufgerollt | bis 08.12. – Brigitte Waldach. Existenz | bis 10.11.19

Like a bird, Johanna Maria Fritz, Gewinnerin des „Deutschen Friedenspreis für Fotografie”, Museumsquartier Osnabrück

36

kunst:stück

Kunstraum – hase29 | Hasestraße 29/30 | 49074 Osnabrück | T. 0541. 58051396 | www.hase29.de – Martin Hesselmeier. Poesie der Materie | 06.12.19 bis 18.01.20 Der Künstler erzählt mit seinen Arbeiten klug und immer wieder überraschend von der Faszination für Licht und Bewegung.


. .bremen emden

Heinz Friedrich, Clown und Artisten in der Manege, 1997, © VG Bild-Kunst Bonn 2019

Salto Mortale

Zirkuswelten in der Kunst des 20. Jahrhunderts 02. November 2019 bis 02. Februar 2020, Sonderausstellung im Rathaus am Delft Ostfriesisches Landesmuseum Emden | wwww.landesmuseum-emden.de „Kommen Sie herein spaziert und staunen Sie: Sehen Sie biegsame Schlangenmenschen, wagemutige Akrobaten und erleben Sie die größten Clowns des Universums!“ Die Zirkuswelt ist von einem Mythos umgeben und hat viele bildende Künstler inspiriert – mal widmeten sie sich einer schillernden Scheinwelt, mal dem sozialen Elend dahinter. Um die Fülle ihrer Eindrücke zu verarbeiten, schufen manche Künstler ganze Zirkus-Zyklen, die bis heute mit zu den bedeutendsten Werken des 20. Jahrhunderts zählen. Die Ausstellung ‚Salto Mortale‘ zeigt etwa 140 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle, Druckgrafiken, Radierungen sowie Holz-,

Linol- und Scherenschnitte von über 80 Künstlern wie Max Beckmann, Marc Chagall, Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner, Henri Matisse, Paul Klee und Pablo Picasso sowie Arbeiten von Künstlern aus der ehemaligen DDR. Ob mit dicker Ölfarbe auf Leinwand gebracht, mit Kreide flüchtig skizziert, ob detailverliebt oder abstrakt inszeniert – zusammen spiegeln die Motive das facettenreiche Bild einer bis heute faszinierenden Zirkuswelt. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 17 Uhr Ostfriesisches Landesmuseum Emden Brückstraße 1, 26725 Emden

kunst:stück

37


. oldenburg

38

kunst:stĂźck


. oldenburg . bremen

2 Millionen Jahre Migration

23. November 2019 bis 22. März 2020 Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg | www.naturundmensch.de Gehört Migration zum Hier und Jetzt? Markiert sie einen Ausnahmezustand? Ein Blick in die Menschheitsgeschichte zeigt, dass Menschen zu allen Zeiten mobil waren. Auf der Suche nach Nahrung, Wasser und Sicherheit wanderten sie von Ort zu Ort. Dies führte seit jeher zu Siedlungsbewegungen. So kamen vor etwa zwei Millionen Jahren erstmals Vertreter des Homo erectus aus Afrika nach Asien und Europa.

kungen hinter dem Phänomen Migration stecken -– damals und heute.

Die Sonderausstellung im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg blickt zurück auf die früheste menschliche Entwicklungsgeschichte. Sie greift den aktuellen Vielfaltsgedanken des Museums auf und zeigt, dass Mobilität und Migration keine Erscheinung des 21. Jahrhunderts sind, sondern essenzielle Bestandteile des Menschseins. Untersucht wird, wie die Reise des Menschen begann und welche Ursachen, Mechanismen und Auswir-

Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag 9–17 Uhr Samstag, Sonntag: 10–18 Uhr Montag: geschlossen ––– Öffnungszeiten an den Feiertagen 24./25.12., 31.12. und 01.01. geschlossen 26.12. 10-18 Uhr geöffnet

Die Wanderausstellung ist im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Neanderthal Museum, der Universität Köln, dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte Jena und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften entstanden.

Landesmuseum Natur und Mensch Damm 38-44, 26135 Oldenburg

––– Abb. linke Seite: Key Visual 2 Millionen Jahre Migration!, © Neanderthal Museum Abb. oben: Blick in die Ausstellung, © Neanderthal Museum

kunst:stück

39


. hude

Jochen Kublik, Genesis, 2019, Farbradierung, 40 x 50 cm

Jochen Kublik

Weltenbummeleien und andere Grenzgänge 24. November (Eröffnung: 15 Uhr) bis 15. Dezember 2019 Galerie am Stall | www.galerie-am-stall.de Es ist zur guten Tradition geworden, dass die Galerie am Stall ihr Galeriejahr mit einer Grafik-Ausstellung beschließt. In diesem Jahr geht es – zum zweiten Mal nach 2014 – um Zeichnungen und Druckgrafik von Jochen Kublik. Jochen Kublik (*1962) hat sich zu einem international gefragten Künstler entwickelt, der jedes Jahr viel Zeit in China für Arbeitsaufenthalte, eigene Ausstellungen und Workshops verbringt. Elemente der chinesischen Kultur finden mittlerweile stärker Eingang in seine außergewöhnlich fantasiereichen und humorvollen Zeichnungen und Grafiken. Diese sind bevölkert von allerlei bizarren hybriden Tierkutschen, fliegenden Propellerfischen oder absurden mechanischen Drachen, letztere transportiert von eitlen menschenähnlichen Pinguinwesen, die als Souvenirjäger unterwegs sind. Daneben beschäftigt sich Kublik mit der fantastischen Welt von Alice im Wunder-

40

kunst:stück

land, zu der eine Serie von wunderbar verspielten kleinformatigen Farbradierungen entstanden ist. Einen größeren Raum in seinem Schaffen nehmen in den letzten Jahren filigran gestaltete Farb-Radierungen in zeitaufwändiger Mezzotinto-Technik ein. Frauenfiguren aus der griechischen Mythologie und metaphorisch verwendete figürliche Darstellungen aus der Tier- und Pflanzenwelt sind hier Kubliks Themen. Die Galerie am Stall freut sich sehr, in der neuen Ausstellung Arbeiten aus allen drei Werkgruppen präsentieren zu können. Eröffnung: Sonntag, 24. Nov. 2019, 15 Uhr Öffnungszeiten: Mi–Fr, 15–18 Uhr So 14–18 Uhr und nach Vereinbarung Galerie am Stall Am Ebenesch 4, 27798 Hude


. wilhelmshaven . bremen

– 12.1.20 9 1 . 1 1 . 6 1 | Z T E I D CHLOË BASS & BILL

Chloë Bass & Bill Dietz Trade Show

15. November 2019 bis 12. Januar 2020 Kunsthalle Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de Chloë Bass & Bill Dietz inszenieren in ihrer TRADE SHOW eine Reihe von Tausch-Aktionen zwischen der Kunsthalle Wilhelmshaven und mehreren Schauplätzen in der Stadt – darunter eine Fabrik, ein Privathaus, ein Restaurant. Während der Ausstellung zeigt die Kunsthalle nichtkünstlerische Gegenstände von diesen Orten, während die Austauschpartner Werke der Städtischen Kunstsammlung beherbergen. Verwoben in einen spannungsreichen Rahmen von Texten, Bildern und Klängen beleuchten Chloë Bass & Bill Dietz die Unterschiede dieser Deplatzierungen. Was geschieht, wenn unterschiedliche Vorstellungen von Wert und Austausch

in ganz verschiedenen Räumen aufeinandertreffen? Während der Ausstellung können einige Kunstwerke an den Austauschorten besichtigt werden. Mit Arbeiten von Marcel Broodthaers, Christo, Marcel Duchamp, Richard Hamilton, Kasper König, Meret Oppenheim und Günther Uecker. Öffnungszeiten: Dienstag 14–20 Uhr Mittwoch bis Sonntag 11–17 Uhr Kunsthalle Wilhelmshaven Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven

kunst:stück

41


. nordhorn

Riet Wijnen

Sixteen Conversations on Abstraction Ausstellung zum Ruisdael-Stipendium 2019 27. Oktober 2019 bis 19. Januar 2020 Burg Bentheim Schloss, tägl. 10–17 Uhr www.ruisdaelstipendium.org | www.kunstwegen.org | www.burg-bentheim.de

Die Künstlerin Riet Wijnen ist die RuisdaelStipendiatin 2019. Das Ruisdael-Stipendium ist ein Ausstellungsprojekt für junge Künstler, das dem internationalen kulturellen Austausch gewidmet ist. Es entstand in Zusammenhang mit dem Werk „Residual“ von Willem de Rooij für das Skulpturenprojekt kunstwegen/raumsichten im Jahr 2012 auf der Burg Bentheim. Riet Wijnen (*1988 in Venray, NL) beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte und den Formen von Abstraktion, sowohl als künstlerischem Prinzip als auch in verschiedenen anderen Bereichen, wie etwa der Wissenschaft, der Philosophie und dem

42

kunst:stück

Aktivismus. Ihre künstlerischen Arbeiten umfassen ein breites Spektrum von Skulptur über Grafik bis hin zu Texten. In dieser Überlagerung der Formen von Bildern, Recherche und Dialog entstehen Gedankenexperimente, mit denen historische und soziopolitische Konstruktionen eröffnet und kritisch befragt werden. Wijnens 2015 begonnene Werkreihe „Sixteen Conversations on Abstraction“ (Sechzehn Gespräche über die Abstraktion), arbeitet mit der Schaffung eigentlich unmöglicher Situationen, um die Vermischung unterschiedlicher Ideen und Perspektiven zu realisieren. Die zentrale


. nordhorn . bremen

––– Abb. links: Riet Wijnen, Sculpture Sixteen, Conversations on Abstraction, 2016, Holz und Farbe, 300 × 300 × 40 cm, Foto: Gert Jan van Rooij // rechts: Riet Wijnen, Diagram Sixteen, Conversations on Abstraction: Conversation Three, One, Four and Six, 2018, Fotogramm, 115,5 x 90 cm, 2018

Struktur des Projekts ist eine Reihe von fiktiven Gesprächen zwischen Personen, die es gab, sich aber nie begegneten, wie die Akademikerin, Professorin und Aktivistin Silvia Federici (1924), der Philosoph Thomas Metzinger (1958), der Verein Création (1932-1936), der modernistische Künstler Marlow Moss (1889-1958) und Grace Crowley (1890-1979). Daneben besteht das Hauptorganisationsprinzip des Zyklus aus sechzehn daraus folgenden Werken und einer Skulptur, die als Diagramm oder Partitur fungiert und die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Gesprächen abbildet. Diese drei Elemente bilden zusammen einen abstrakten Raum für Charaktere, Orte und Themen, in dem der Begriff Abstraktion aus verschiedenen Perspektiven untersucht, formuliert, konstruiert und dekonstruiert wird. Informa-

tionen in einem Werk beeinflussen Inhalt und Form eines anderen Werkes, einige Werke des Zyklus befinden sich in einem ständigen Wandel. Wijnens skulpturales und grafisches Werk gibt einer von ihr konstruierten Ideengeschichte und Forschung ein anschauliches und zugleich abstraktes Bild. Außerdem zeigt sie damit, wie die Ideen und Theorien zur Abstraktion ganz real in die Organisation von Lebensräumen und Umgebungen umgesetzt wurden. Das künstlerische Prinzip der Abstraktion wird wieder als Ausdruck einer grundlegenden Leistung des Denkens in allen Bereichen erfahrbar. Burg Bentheim Schloss, 48455 Bad Bentheim

kunst:stück

43


. osnabrück

Deutscher Friedenspreis für Fotografie – Felix Schoeller Photo Award 20. Oktober 2019 bis 08. März 2020 Museumsquartier Osnabrück | www.museumsquartier-osnabrueck.de Erstmals loben die Friedensstadt Osnabrück und die ortsansässige Felix Schoeller Group den „Deutschen Friedenspreis für Fotografie“ im Rahmen des 4. „Felix Schoeller Foto Award“ aus. Die beiden hochdotierten Wettbewerbe richten sich an professionelle Fotografinnen und Fotografen und den Berufsnachwuchs weltweit. Aus 113 Ländern gingen in diesem Jahr insgesamt über 10.000 Arbeiten ein. Das Preisgeld beider Wettbewerbe liegt bei 10.000 Euro. Die hochkarätig besetzte und unabhängige Jury traf die Auswahl der in der Ausstellung im Museumsquartier Osnabrück präsentierten Werke. Frieden fotografieren Für Frieden gibt es keine einfachen Formeln. Das gilt für den Frieden zwischen Ländern ebenso wie für das Zusammenleben von Gesellschaften oder gar einzelnen Menschen. Der Begriff „Frieden“ wirft zudem Fragen auf. Was bedeutet Frieden eigentlich? Und für wen? Und ist Frieden nicht geradezu nur als Gegenbegriff von Krieg und Gewalt denkbar? Welche Voraus-

44

kunst:stück

setzungen – gesellschaftlicher, politischer und individueller Art – braucht Frieden? Wann herrscht überhaupt Frieden? Kunst im friedenspolitischen Kontext Der Deutsche Friedenspreis für Fotografie greift ein existenzielles Thema auf. 363 gewaltsamen Konflikten und Kriegsgeschehen zählt das Heidelberger Institut für Konfliktforschung für 2018. Ob Naher und Mittlerer Osten, Afrika, Süd- und Mittelamerika, Asien oder Europa: Religion, Ideologie, ethnische Gegensätze, Kämpfe um Ressourcen und um nationale Macht verhindern Frieden – weltweit. Neuer Kulturpreis als Bekenntnis zur Friedensstadt Dass ein neuer Friedens-Kulturpreis aus Osnabrück kommt, ist kein Zufall. Die Initiatoren haben den Deutschen Friedenspreis für Fotografie aus Kontext der besonderen Geschichte der Stadt ins Leben gerufen. Die Stadt Osnabrück begreift ihre besondere Geschichte als Auftrag für friedenspolitisches Engagement. Das gilt auch für die kulturellen Angebote, die die Stadt entwickelt – über regionale Grenzen hinaus.


. osnabrück

Johanna Maria Fritz, Gewinnerin des „Deutschen Friedenspreis für Fotografie” © Museumsquartier Osnabrück linke Seite: Gewinnerbild von Johanna Maria Fritz, „Like a Bird” © Museumsquartier Osnabrück

Die Jury Zur Jury des „Deutschen Friedenspreis für Fotografie“ zählen neben dem Vorsitzenden Michael Dannenmann (Porträtfotograf, DGPh*), Clara Maria Sels (Galeristin und Leiterin des Düsseldorf Photo Weekend), Gérard A. Goodrow (freier Kurator und Autor, Dozent am CIAM - Zentrum für Internationales Kunstma-nagement in Köln und Düsseldorf), die beiden Friedensforscher Dr. Dana Landau (Schweizerische Friedensstiftung, Universität Basel) und Prof. Dr. Ulrich Schne-ckener (Professor für Internationale Beziehungen & Friedens- und Konfliktfor-schung, Universität Osnabrück) und Nils-Arne Kässens (Museumsdirektor des Museumsquartier Osnabrück) an. Der Felix Schoeller Photo Award Der internationale Felix Schoeller Photo Award richtet sich seit 2013 alle zwei Jahre ausschließlich an Profifotografen und den fotografischen Berufsnachwuchs in aller Welt. Der Wettbewerb wurde 2019 in fünf thematischen Kategorien und der neuen Sonderkategorie ausgeschrieben: Porträt, Landschaft/Natur, Mode, Fotojournalismus/Editorial und freie/konzeptionelle Fotografie. Zudem konnten in der

Sonderkategorie „Beste Nachwuchsarbeit“ Fotografen in Ausbildung ihre Arbeiten einreichen. Die Preisträgerin – Johanna Maria Fritz „Like a bird” heißt die Arbeit der Berliner Fotografin Johanna Maria Fritz, die die Jury überzeugte. Fritz zeigt den Zauber und die Kraft der Zirkustradition in krisenerschütterten Ländern und Regionen. Ihre Fotografien der Clowns aus dem Gaza „reflektieren die Absurdität des Lebens an der Frontlinie zwischen der armen Bevölkerung und der israelischen Armee” (Johanna Maria Fritz). „Zirkusschulen in Afghanistan zeigen den Kindern einen anderen Weg auf.” Als Betrachtende der Fotografien reiht man sich in das Publikum der kaukasischen Seiltänzer ein, besucht den Zirkus im Iran und folgt mit den Werken der Stimme eines kleinen Jungen, der mit den Worten „Like a Bird” sein Zirkusleben umschrieb. Johanna Maria Fritz zitiert mit dem Titel „Like a Bird” diesen Jungen und findet in seinen Worten die „Essenz” (Johanna Maria Fritz) ihrer Fotografien. Museumsquartier Osnabrück Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

kunst:stück

45


. bramsche

Damals nicht, jetzt nicht, niemals

Internationale Kunstschau ab dem 30. November 2019 in Museum und Park Kalkriese 30. November 2019 bis 16. Februar 2020 Museum und Park Kalkriese | www.kalkriese-varusschlacht.de 31 Kunstobjekte zum Thema Krieg und Frieden – Ein Jahrhundert nach dem Ende des Ersten Weltkriegs setzen Künstlerinnen und Künstler in der Sonderausstellung „Damals nicht, jetzt nicht, niemals!“ ein Zeichen. Zu sehen ist die Ausstellung, die sich als mobiles Mahnmal für den Frieden versteht, vom 30. November 2019 bis zum 16. Februar 2020 in Museum und Park Kalkriese. Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. Im Wald von Compiègne wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Von Januar 1919 bis August 1920 wurden, u.a. in Versailles bei Paris, Friedensverträge geschlossen. 100 Jahre später beziehen Künstlerinnen und Künstler Stellung. Im Rahmen von „Damals nicht, jetzt nicht, niemals“ sind 31 symbolhafte Friedenszeichen – gestaltet von Künstlerinnen und

46

kunst:stück

Künstlern aus den 31 Staaten, die am Ersten Weltkrieg militärisch beteiligt waren – entstanden. 29 Staaten hatten die Pariser Vorortverträge unterzeichnet, Russland und die Ukraine bereits zuvor Separatfrieden geschlossen. Initiator ist der Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb. Er erwarb aus einem Frontabschnitt im Elsass rund 65 Tonnen Eichenholz und verwendete es in zahlreichen Kunstaktionen. Um seine Friedensmission weiterzutragen, stellte er 31 Quader davon zur Verfügung. Granatsplitter und Geschosse haben die Maserung „verletzt“, Metall hat in Reaktion mit der Gerbsäure der Eiche das Holz verfärbt. Das Holz ist vom Krieg gezeichnet und Relikt und Zeitzeuge. Der Ausstellungstitel geht zurück auf das Buch „Toen niet, nu niet, nooit“ der niederländischen Bildhauerin und Widerstandskämpferin Truus Menger-Oversteegen.


. bramsche

VARUSSCHLACHT

IM OSNABRÜCKER LAND MUSeUM Und PARK KALKRIeSe

Bildinformationen: Atelierfoto Jean Boghossian, Foto: studio of the artist ––– Repros der Kunstwerke Copyright © courtesy of the artist, Foto: Jack Kulcke

International renommierte Künstlerinnen und Künstler folgten dem Appell, sie zu Friedenszeichen werden zu lassen. Sie schufen Werke, die an das Unsägliche erinnern und ein Zeichen setzen gegen die Gewalt. Aus den ursprünglich einheitlichen Blöcken sind dabei 31 ganz unterschiedliche Kunstwerke entstanden. So wird das Holz mit Text gestaltet, als „Leinwand“ bemalt oder als Skulptur in eine Kiste gelegt. Der neuseeländische Künstler David McCracken hat den Quader zu Holzwolle verarbeitet und eine bombenförmige Skulptur darauf gebettet. In einer hölzernen Transportkiste verstaut, wirkt die Bombe wie ein handelsüblicher Gegenstand, der über eine weite Strecke transportiert wird. Jana Želibskás (Tschechien) Skulpturengruppe unter Plexiglas vereint verdörrtes Holz, Rabenfiguren und einen metallenen Totenschädel zu einer Allegorie auf den

teILneHMende künstler*innen Aljoscha (Ukraine), Mirosław Bałka (Polen), Jean Boghossian (Armenien), Christian Boltanski (Frankreich), Monica Bonvicini (Italien), Wim Botha (Südafrika), Geta Brătescu (Rumänien), Pedro Cabrita Reis (Portugal), Tony Cragg (Großbritannien), Berlinde De Bruyckere (Belgien), Braco Dimitrijević (Kroatien), Cevdet Erek (Türkei), Fiona Hall (Australien), IRWIN (Slowenien), Ilya & Emilia Kabakov (Russland), Anish Kapoor (Indien), David McCracken (Neusee-land), Hermann Nitsch (Österreich), Roman Ondak (Slowakei), Sándor Pinczehelyi, (Ungarn), Sadaharu Horio (Japan), Sean Scully (Irland), Kiki Smith (USA), Nedko Solakov (Bulgarien), Jana Sterbak (Kanada), Rirkrit Tiravanija (Thailand), Raša Todosijević (Serbien), Günther Uecker (Deutschland), Costas Varotsos (Griechenland), Huang Yong Ping (China), Jana Želibská (Tschechien). Weitere Informationen unter: www.kalkriese-varusschlacht.de

kunst:stück

47


. bramsche

Tod. Jean Boghossian (Armenien) hat den Block in zwei Hälften getrennt, die sich konträr, aber auch passend gegenüberstehen: „Diese beiden Welten haben die Möglichkeit, sich perfekt anzupassen, um eine Welt der Harmonie und des Friedens zu bilden. Getrennt präsentiert und einander gegenübergestellt, beobachten sich diese Welten gegenseitig, aber da ihre Kanten bedrohlich erscheinen, rufen sie die Prämissen von Aggression und Konflikt hervor.“ In Kalkriese wird die Ausstellung durch einen Informationskubus zum Ersten Weltkrieg erweitert. Hier erhalten Besucherinnen und Besucher eine Einführung in die Thematik. Schlaglichtartig wird die Rolle/n der

in der Ausstellung beteiligten Staaten beleuchtet. Zu sehen war die Ausstellung, vor der Station in Kalkriese, bereits im Deutschen Bundestag in Berlin. Demnächst wird sie im UN-Hauptquartier in New York City zu sehen sein. „Damals nicht, jetzt nicht niemals“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Initiators und Künstlers Volker-Johannes Trieb mit dem Landkreis Osnabrück und der Art & Culture International gemeinnützige GmbH, in Kooperation mit dem Kurator Mattijs Visser und Andreas Brenne, Universität Osnabrück sowie Jost von Papen, Hochschule Osnabrück. Das Projekt wurde durch eine breite Unterstützung aus der Friedensregion Osnabrück möglich. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Projekts unter www.friedensprojekt.com abrufbar. Die Sonderausstellung in Kalkriese wird gefördert durch die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück und den Landkreis Osnabrück. Weitere Informationen zur Ausstellung in Kalkriese, Führung und Veranstaltung sind auf www.kalkriese-varusschlacht.de bereitgestellt. Varusschlacht im Osnabrücker Land Museum und Park Kalkriese Venner Straße 69, 49565 Bramsche

48

kunst:stück


. osnabrück

www.alphabet-art.de

AlphAbet-Art Die KunsT Zu schenKen

Wer nach einem besonderen Geschenk für einen besonderen Menschen sucht, ist bei Alphabet-Art richtig.

***

Einmalig und zeitlos schön! Zur Geburt, zur Taufe u.v.m.

Was sich dahinter verbirgt? Ganz einfach: individuelle Fotokunstwerke, über die sich eine persönliche Botschaft vermitteln lässt: „Schön, dass es Dich gibt – Du bist mir wichtig!“ – und zwar nicht nur zu Weihnachten, sondern zu jedem Anlass. Kreiert werden die Unikate vom Schenker selbst: Er findet auf der Website www.alphabet-art.de einen breiten Fundus an hochwertigen Kunstfotografien, die alle eines gemein haben: Sie zeigen mal mehr, mal weniger „versteckte“ Buchstaben. Aus diesen können sich die Besucher ganz nach ihrem Geschmack und ihren persönlichen Interesse Vor- oder Nachnamen, aber auch Kosewörter sowie Wortkreationen mit Symbolcharakter und Bedeutung zusammenstellen. Oldtimerfan, Jäger, Surfer oder Kunstliebhaber – damit auf die persönlichen Vorlieben des Beschenkten Bezug genommen werden kann, bietet Alphabet-Art Buchstaben aus verschiedenen Themenbereichen wie Klassik, Garage-Art, Geweih-Art und Beach-Art an. Unter den Kunstfotografien sind Aufnahmen von Architektur-, Natur- und Sportelementen sowie von klassischen Automobilen und Alltagsgegenständen. Jedes ausgewählte Wort kann einzeln – also nur die Fotografien – oder von edlen Passepartouts betont und hochwertig gerahmt erworben werden.

Alphabet-Art – Schwachhauser Heerstraße 196 – 28213 Bremen – T. 0421-70 60 83 kunst:stück 49 www.alphabet-art.de


. münster

Inro mit geschnitztem Guri-Dekor, 18. Jh.

Männer machen Mode.

Inrō aus der Sammlung des Museums für Lackkunst 07. November 2019 bis 02. Februar 2020 Museum für Lackkunst, Münster | www.museum-fuer-lackkunst.de Das inrō – ein Stapelkästchen, das der Mann der gehobenen Gesellschaft am Gürtel seines Kimonos trug – war im Japan des 16. bis 19. Jahrhunderts weit mehr als ein nützliches Accessoire. Ursprünglich als praktisches Behältnis zum Aufbewahren von Siegelzubehör eingeführt, später auch für Medizin und anderes

50

kunst:stück

verwendet, wurde es bald zu einem Statussymbol und Kennerschaft signalisierenden Kleinod. Das handliche Format reizte die Hersteller, ihre künstlerische Virtuosität unter Beweis zu stellen. Die allseitig gestalteten Oberflächen faszinieren bis heute aufgrund ihrer nahezu unendlichen Variationen an Dekoren, Themen und Stilen.


. münster

oben: Inro mit Dekor der sieben Herbstgräser und Chrysanthemen am Ostzaun. 19. Jh. unten: Inro mit wechselnden Streifen aus Bambusfurnier und Brokatgründen� Zikade. 19. Jh.

oben: Inro mit fliegenden Schmetterlingen auf farbigen Streifen. 19. Jh. unten: Inro mit verschiedenen Brokatmustern und blütenförmig geschweifeten Paneelen. 19. Jh.

Thematisch gruppiert präsentiert das Museum für Lackkunst in der Sonderausstellung „Männer machen Mode“ über 100 Objekte aus eigenem Bestand.

senden. Sonderausstellungen vertiefen Einzelaspekte der traditionellen wie der zeitgenössischen Lackkunst.

–––

Öffnungszeiten: Das Museum ist mittwochs bis sonntags sowie an gesetzlichen Feiertagen von 12.00 bis 18.00 Uhr und dienstags von 12.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

Das Museum für Lackkunst Das Museum für Lackkunst, eine Einrichtung der BASF am Standort Münster, beherbergt eine weltweit einzigartige Sammlung von Lackkunst aus Ost- und Südostasien, Europa und der islamischen Welt mit Objekten aus über zwei Jahrtau-

–––

Museum für Lackkunst Windthorststraße 26, 48143 Münster

kunst:stück

51


. hannover

Fiona Tan, Tomorrow, 2005,Installationsansicht, 2-Kanal Videoinstallation, Courtesy the artist and Frith Street © Gallery Fiona Tan, 2019, Sprengel Museum

Sprengel Museum Hannover | Kurt-Schwitters-Platz Hannover | T. 0511 16843875 | www.sprengel-museum.de – Bjørn Melhus. Spectral Afterlives | bis 05.01.20 – Elementarteile. Grundbausteine des Sprengel Museum Hannover und seiner Kunst | bis 31.12.21 – verfemt – gehandelt. Die Sammlung Doebbeke im Zwielicht: Von Corinth bis Kirchner | bis 17.11. – Fiona Tan. Goraiko | bis 12.01.20 – Fred Stein. Dresden – Paris – New York | bis 26.01.20 – Selbstsicht. Porträt-Identitäten | 30.10.19 bis 26.01.20 – Aggregatzustände. Das Material der Kunst | ab 06.11.19 – Jussuf Abbo | 04.12.19 bis 19.03.20 Kunstverein Hannover | Sophienstraße 2 | 30159 Hannover | T. 0511 16992780 | www.kunstverein-hannover.de – Kaari Upson. door, open, shut | bis 17.11. – Koenraad Dedobbeleer. Sache: Gallery of Material Culture | 30.11.19. bis 26.01.20

Kaari Upson »TK (Internal Pocket #2)«, 2011 –2019, Latex, acrylic paint, 300 x 304 x 23 cm, Installation view Kunstverein Hannover, Photo: Raimund Zakowski, Courtesy the artist, Massimo De Carlo and Sprüth Magers, im Kunstverein Hannover

KESTNER GESELLSCHAFT | Goseriede 11 | 30159 Hannover T. 0511 701200 | www.kestnergesellschaft.de – Wo Kunst geschehen kann. Die frühen Jahre der CalArts bis 10.11. – Eva Kot'àtkovà | 07.12.19 bis 09.02.20 – Hassan Khan | 07.12.19 bis 09.02.20 Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst | Georgengarten 1 | 30167 Hannover | T. 0511 16999916 | www.karikatur-museum.de – Deix. Zum 70. Geburtstag des Künstlers | 23.11.19 bis 22.03.20 – Brynolf Wennerberg | bis 17.11. – Art Déco. Grafikdesign aus Paris | bis 17.11. – Zum Genießen! Kulinarisches aus den Sammlungen | bis 31.12

Hassan Khan, 2011, Blind Ambition, Silikon, Airbrush, Detail von The Agreement, Courtesy der Künstler und Galerie Chantal Crousel Foto: Kirstien Daem Kestner Gesellschaft

Silke Rokitta, Kupfersulfate Städtische Galerie Lehrte

52

kunst:stück

KUNSTVEREIN LANGENHAGEN | Walsroderstraße 91A | 30851 Langenhagen | www.kunstverein-langhenhagen.de – Kurt Ryslavy. Olfaktorische Probleme, Probleme der Malerei, Probleme der Wiederholung | bis 10.11. – Depiction, Again. Gruppenausstellung | 27.11.19 bis 26.01.20 // Mit Colleen Asper, David Leggett, Craig Drennen, Aoife Collins, Daan van Golden, Shimon Minamikawa, u.A. Städtische Galerie Lehrte | Alte Schlosserei 1 | 31275 Lehrte | T. 05132 1096 | www.lehrte.de – Silke Rokitta. Matrix - Salze & Druckgraphik | bis 10.11. // Künstlergespräch: 03. November 2019, 15.30 Uhr // Bei den aus Düngesalzen gezüchteten Kristallen überlagern sich chemische und künstlerische Prozesse. Die Linolschnitte basieren auf Mustern archaischer Keramik, die herausgelöst und auf ihre grundlegenden Strukturen zurückgeführt werden. – Markus Hutter. Malerei & Objekte | 15.11.19 (Eröffnung: 19 Uhr) bis 19.01.20 // Während in den Gemälden Raum und Form durch sich überlagernde Farben sichtbar gemacht werden, legen die Abgüsse von Plastikverpackungen die architektonischen Formen von Alltagsgegenständen offen.


. lehrte

Markus Hutter, Konzentrat, 1999/2006, Zementguss mit Gravur

Markus Hutter Unser täglich Brot

15. November 2019 (Eröffnung: 19 Uhr) bis 19. Januar 2020 Städtische Galerie Lehrte | www.lehrte.de Der Künstler befasst sich auf mehreren Ebenen und mit unterschiedlichen Materialien mit den Themen Raum und Form. In seinen Gemälden, die aus vielen transluziden Farbschichten aufgebaut sind, entsteht aufgrund des Farbauftrags und der waagrecht und senkrecht verlaufenden Pinselstriche eine räumliche Wirkung. Gepaart mit wenigen pastosen Farbfeldern in Form von Linien oder amorphen Flächen ergeben sich Wechselbeziehungen von Transparenz und Masse, Raum und Objekt. Ein Bezug zur Realität stellt sich aufgrund des Raumeindrucks ein, ohne dass konkrete Orte dargestellt sind. Die Objekte aus Zement, die in der Ausstellung präsentiert werden, beruhen auf Abgüssen von Verpackungen unterschiedlicher Herkunft. Deren Form und Detailreichtum wird im Abguss überhaupt erst sichtbar. Gelangen Verpackungen von Obst

und Keksen sonst unbesehen in den Müll, entwickeln sie in skulpturaler Abformung eine architektonische Wirkung. Ihre Präsentation in größerer Anzahl erinnert an ein futuristisches Stadtmodell einer unbekannten Zivilisation. Markus Hutter, der aus der Schweiz stammt und in Hannover lebt, hat nach seiner Ausbildung zum Steinbildhauer Bildende Kunst in Kassel studiert. Er arbeitet als freier Künstler und Kurator. ––– Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag 14.00 – 18.00 Uhr. Am 26. Dezember 2019 und 1. Januar 2020 ist die Galerie geöffnet. Der Eintritt ist frei. Städtische Galerie Lehrte Alte Schlosserei 1, 31275 Lehrte

kunst:stück

53


. hannover

Eva Kot’átková, The Machine for Restoring Empathy, 2019, installation, Performance courtesy the artist, Meyer Riegger Berlin/Karlsruhe

Eva Kot'átková

07. Dezember 2019 bis 09. Februar 2020 Kestner Gesellschaft | www.kestnergesellschaft.de Die Kestner Gesellschaft präsentiert eine Einzelausstellung der tschechischen Künstlerin Eva Koťátková (*1982 in Prag, lebt und arbeitet in Prag) in den oberen zwei Ausstellungshallen des Hauses. Mit etwa zehn Werken, darunter Zeichnungen, Videos, Objekte und raumgreifende Installationen, die durch Performances aktiviert werden, erschafft sie neue Welten, die zunächst spielerisch wirken. Zentrale Themen ihrer Arbeiten sind alltägliche Machtverhältnisse und die Auswirkungen von sozialen Normierungen auf die menschliche Physis und Psyche.

mit dem zentralen Werk der Ausstellung »Machine for Restoring Empathy« (2019), das erstmals in Deutschland zu sehen sein wird. Die begehbare Installation, die an zusammengenähte Kleidungsstücke erinnert, wird zu einem lebendigen Organismus, der Tiere, Menschen, Pflanzen, Objekte und deren Beziehung untereinander in sich aufnimmt. Exemplarisch für Koťátkovás partizipativen Ansatz wird die Arbeit mit Näh- und Erzählworkshops aktiviert, in denen verschiedenen Besuchergruppen ihre Erfahrungen teilen und das Werk stetig weiterentwickeln.

Dabei greift sie auf ihre enge Zusammenarbeit mit Kindern, die sich im Regelwerk des Bildungssystems bewegen, oder mit Menschen, die als »psychisch krank« stigmatisiert werden, zurück. Koťátkovás Stahlgestelle, die an Körperteile wie einen Rumpf, eine Wirbelsäule oder an einen Arm erinnern, oder Kleidung mit sorgsam versäuberten Löchern an Stellen, an denen wichtige Organe sitzen, wirken beklemmend: so wie sie den menschlichen Körper andeuten, rufen sie auch dessen Gefangenschaft innerhalb normativer Strukturen auf.

In der Ausstellung verbinden sich die Werke Koťátkovás zu einem Netzwerk, das auf Fürsorge, Inklusion und Mitgefühl basiert. Menschen, Tiere, Pflanzen und Objekte stehen sich darin gleichberechtigt gegenüber. Die Fantasie, die für Koťátková nicht nur eine Art der Träumerei ist, sondern tatsächliche Veränderungen im alltäglichen Leben bewirken kann, wird darin zum verbindenden Element.

Einen Gegenentwurf zu diesen Formen der Unterdrückung, Ungleichheit und Kennzeichnung entwickelt die Künstlerin

54

kunst:stück

Das Zusammenspiel aus Objekten, Zeichnungen, Videos und Performances stellt so die unbewusst oder bewusst erlernten Regeln, die unser Denken und Verhalten bestimmen, in Frage und eröffnet eine neue Möglichkeit, die Welt um uns herum wahrzunehmen.


. hannover

Hassan Khan, Sentences for a New Order: now changes, 2018 LED lights on Gewiss GW68003N electricity box, 43,5 x 22 x 9,6 cm, Courtesy of the artist and Galerie Chantal Crousel, Paris, Photo : Martin Argyroglo

Hassan Khan

07. Dezember 2019 bis 09. Februar 2020 Kestner Gesellschaft | www.kestnergesellschaft.de In den unteren Ausstellungsräumen präsentiert die Kestner Gesellschaft eine umfassende Einzelausstellung des Künstlers Hassan Khan (*1975 in London, lebt und arbeitet in Berlin und Kairo, Ägypten). Hassan Khan ist Künstler, Musiker und Schriftsteller. Er ist bekannt für eine breite und vielfältige künstlerische Praxis, die Musik, Performance, Bild und Bewegtbild, Skulptur, Installation und Text umfasst. Khans Ausstellung in der Kestner Gesellschaft ist, wie viele seiner Ausstellungen, ein assoziatives System. Es vereint Arbeiten, die auf einem gegenwärtigen, aber manchmal unsichtbaren Faden basieren. Seine Werke sind vielfältig in Form, Medium und Entstehungszeitpunkt. Bestandteile seiner Ausstellung sind unter anderem computergenerierte Bilder, 2DIllustrationen, modifizierte Starkstromanschlüsse und ein programmiertes Licht, die zwischen 1997 und 2019 entstanden. Die stark stilisierten Performances von Schauspielern, die in dem Video „Host“ (2007)

am Rande des totalen Kontrollverlustes stehen, die brutalen, eindringlichen computergenerierten Bilder und die unheimliche algorithmische Logik von der digitalen Werkserie „2013“ (2019) sowie die Groteske der großen, ausgestopften Kreaturen werden alle von einem intensiven Interesse angetrieben, reale Bedingungen zu etwas zu sublimieren, das überraschend ist. So bilden sie zusammen ein Netzwerk von choreographierten Formen, humorvollen Interpunktionen, rigorosem Konzeptualismus und dessen Auflösung. Khan Werke stellen für ihn den sehr realen Versuch dar, einen Weg zu finden, die gesellschaftlichen Bedingungen, mit denen wir leben, sowie die Produktionsbedingungen zu erfassen. Hassan Khan ist Preisträger des Silbernen Löwen der Biennale Venedig 2017. Im Jahr 2018 wurde er zum Professor an der Städelschule in Frankfurt am Main ernannt. Kestner Gesellschaft Goseriede 11, 30159 Hannover

kunst:stück

55


. hamburg

Paolo Pellegrin un'antologia

31. Oktober 2019 bis 01. März 2020 Deichtorhallen Haus der Photographie | www.deichtorhallen.de Paolo Pellegrin zählt zu den bekanntesten Dokumentar- und Kriegsfotografen weltweit. Der Gewinner zahlreicher Fotopreise und der Capa Goldmedaille ist seit 2001 Mitglied der weltweit renommierten Fotoagentur Magnum Photos. Die Ausstellung PAOLO PELLEGRIN – UN’ANTOLOGIA im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg wirft ein neues Licht auf die kreative Vision des italienischen Fotografen. Kuratiert von dem renommierten Kunsthistoriker Germano Celant, der als künstlerischer Leiter der Prada-Stiftung in Mailand tätig ist, wurde die Ausstellung

56

kunst:stück

erstmals im MAXXI, Rom, gezeigt. In Hamburg wird die Ausstellung durch zusätzliche Werke erweitert. Mehr als 200 analoge und digitale Drucke, teils Vintage, teils unveröffentlicht, werden in der Ausstellung präsentiert, begleitet von einem Minimum an Wandtexten. Stattdessen werden die Fotografien durch Videoclips des Fotografen und eine spektakuläre Installation ­– von Pellegrin selbst konzipiert – kontextualisiert. Die in der Ausstellung gezeigten Notizbücher, Skizzen, Drucke, Negative, Folien und ge-


. hamburg

Paolo Pellegrin: LIBANON. Beirut. August 2006. (Wenige Augenblicke, nachdem ein israelischer Luftangriff mehrere Gebäude in Dahia zerstörte) / Paolo Pellegrin/Magnum Photos

druckten Ephemera veranschaulichen den Prozess seiner visuellen Forschung, die einen immanent wichtigen Teil seiner Arbeitspraxis darstellt. Der interaktive Charakter der Installation lädt die Besucher*innen zum Stöbern und Nachforschen ein, und ermöglicht es ihnen, die Arbeitsweise Pellegrins nachzuvollziehen. In seiner langen Karriere, die 1987 begann, hat Pellegrin viele Einzelausstellungen präsentiert. Die Zusammenstellung und Präsentation der Ausstellung in Hamburg überrascht, fordert und fasziniert zugleich: UN’ANTOLOGIA ist eine Meditation über die Auswirkungen, Folgen und das Vermächtnis von menschlichem Leid, wie Pellegrin es dokumentiert hat sowie

eine Auseinandersetzung mit seiner künstlerischen Vision. UN‘ANTOLOGIA ist eine Hommage an Pellegrins lebenslange Beschäftigung mit dem menschlichen Dasein, dient aber auch als wichtige Erinnerung daran, dass Reportage-Fotografie weit mehr war, ist und bleibt als nur ein Medium für die tägliche Nachrichtenberichterstattung. Die Ausstellung wurde für das MAXXI, Rom, zusammengestellt und dort von Canon als Digital Imaging Partner unterstützt. Deichtorhallen Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

kunst:stück

57


. hamburg

Baselitz, Richter, Polke und Kiefer Die jungen Jahre der alten Meister

13. September 2019 bis 05. Januar 2020 Deichtorhallen Halle für aktuelle Kunst | www.deichtorhallen.de Baselitz, Richter, Polke und Kiefer – vier weltbekannte Künstler, deren Renommee in der Geschichte der bildenden Künste Deutschlands einzigartig ist. Den Grundstein dafür legten sie mit ihrem Frühwerk,

das in den 1960er Jahren entstand – jenem Jahrzehnt der Herausforderungen und Umbrüche, der Utopien und Neuorientierungen, der Reaktion und Rebellion. Die damaligen Provokateure sind heute längst kunsthistorisch etabliert.

Gerhard Richter, Kuh II, 1965 Öl auf Leinwand, 157 x 113 cm, Staatsgalerie Stuttgart © Gerhard Richter 2018 (26022018)

Die Ausstellung bietet vom 13. September 2019 bis 05. Januar 2020 in den Deichtorhallen Hamburg einen neuen und umfassenden Blick auf die frühen Werke der heutigen Malerstars. Jeder dieser Künstler hat auf seine Art die damalige ästhetische Vorherrschaft der Abstraktion überwunden und auf individuelle Weise das gesellschaftliche und politische Spannungsfeld der jungen Bundesrepublik in seinen Werken verdichtet. Alle vier Künstler schufen in den spektakulären 1960er Jahren wesentliche Voraussetzungen für das beispiellose Renommee, das ihnen später national wie international zuteil wurde, und das in der Geschichte der bildenden Kunst Deutschland einmalig ist. Während der ungemein kreativen und produktiven 1960er Jahre legten sie den Grundstein dafür, dass Jahrzehnte danach gerade ihre Werke in den Fokus des weltweiten Kunstinteresses gerückt sind.

58

kunst:stück


. hamburg

Abb. linke Seite oben: Gerhard Richter. Phantom Abfangjäger, 1964 Öl auf Leinwand, 140 x 190 cm Sammlung Froehlich, Stuttgart © Gerhard Richter 2018 (26022018) ––– Abb. diese Seite v.o.n.u.: Anselm Kiefer. Glaube, Hoffnung, Liebe, 1973 Kohle, Collage, Hasenblut auf Rupfen, 298,5 x 281 cm Staatsgalerie Stuttgart, erworben mit Lotto-Mitteln 1982 © Atelier Anselm Kiefer – –– Sigmar Polke. Dürer Hase, 1968 Dispersion, Silberbronze auf Stoff, 80,2 x 64,5 cm Museum Frieder Burda, Baden-Baden © The Estate of Sigmar Polke, Cologne / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 ––– Georg Baselitz. Ein Grüner zerrissen, 1967 Öl auf Leinwand, 162 x 131,5 cm Staatsgalerie Stuttgart © Georg Baselitz 2019 –––

Abgesehen von Sigmar Polke, der 2010 verstorben ist, unterstützen alle drei Künstler das Ausstellungsvorhaben nicht nur mit singulären Leihgaben aus ihrem Besitz, sondern auch durch die Bereitschaft, in ausführlichen Gesprächen und Interviews auf ihr jeweiliges Frühwerk und dessen besonderen Stellenwert einzugehen, diese erscheinen im umfangreichen Begleitkatalog. Gastkurator Götz Adriani ist dieses Projekt zu verdanken. Der renommierte Kunsthistoriker ist nicht nur ein Weggefährte dieser Generation, sondern auch mit den Protagonisten der Ausstellung freundschaftlich verbunden. Mit über 100 Werken stellt die Ausstellung das Frühwerk aus den folgenden Schaffensperioden der Künstler vor: Die Jahre 1959-1969 bei Georg Baselitz, 1962-1969 bei Gerhard Richter, 1963-1969 bei Sigmar Polke und schließlich 1969-1977 bei Anselm Kiefer. Die Ausstellung der Deichtorhallen Hamburg »Die jungen Jahre der Alten Meister: Baselitz – Richter – Polke – Kiefer« ist eine Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart. Mit dieser Ausstellung begehen die Deichtorhallen Hamburg am 09. November nicht nur ihr 30-jähriges Jubiläum, sondern feiern auch 30 Jahre deutscher Einheit. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident FrankWalter Steinmeier. Deichtorhallen www.deichtorhallen.de Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

kunst:stück

59


Profile for h2 werbung + kunst

kunst:stück c/o bremen / oldenburg + der norden - issue 42  

Ausgabe für November + Dezember 2019 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Bremen/Oldenburg + der Norden.

kunst:stück c/o bremen / oldenburg + der norden - issue 42  

Ausgabe für November + Dezember 2019 | Das Kunst- und Kultur Magazin im Taschenformat für die Region Bremen/Oldenburg + der Norden.

Advertisement