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Nichts tun geht gar nicht > Wir danken den PraiseCamp-Teilnehmern

Was interessiert mich Afrika? > Afrika war Boppi egal, er wollte nie nach Afrika! Was hat Gott daraus gemacht? Die Welt ruft > Ein Kurzzeiteinsatz lohnt sich, für alle Seiten – lass dich herausfordern.

Ausgabe 1 | 2011 > www.agape.ch

b e w e g t.


leitartikel

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Ein provozierender Titel. Ist es so, dass wir zum Tun gezwungen sind? Jesus fordert uns auf zu helfen. Ich möchte aufzeigen, dass es für alle Möglichkeiten dazu gibt, sei es zu Hause oder auch in unseren Projekten. Christsein ist Reden und Handeln in einer dienenden Haltung. In der Bibel ruft Jesus immer wieder zu sozialem Handeln auf. Besonders hat er sich für Benachteiligte eingesetzt: für Frauen, Kinder, Behinderte und Hungrige. In Matthäus 25, 44-45 sagt er: «Dann werden auch sie ihn fragen: ‚Herr, wann haben wir dich denn hungrig oder durstig, ohne Unterkunft, nackt, krank oder im Gefängnis gesehen und dir nicht geholfen?‘ Darauf wird ihnen der König antworten: ‚Lasst es euch gesagt sein: Die Hilfe, die ihr meinen geringsten Brüdern verweigert habt, die habt ihr mir verweigert.»

Die Frage mag sich auch Ihnen stellen: Wo kann oder soll ich helfen? Wo ist es möglich, mich zu engagieren? Wir leben in einem Land, in welchem heute (fast) alles staatlich organisiert und gelöst ist. Gleichzeitig funktioniert aber unsere Gesellschaft nur, wenn sich viele Menschen ehrenamtlich zum Wohle des Nächsten einsetzen. Deshalb ist in diesem Jahr das europäische Jahr der Freiwilligenarbeit.


leitartikel Gerade wir Christen haben eine besondere Verantwortung, Gottes Liebe für unsere Mitmenschen praktisch erfahrbar zu machen. Nach dem Vorbild von Jesus Christus sind wir herausgefordert, uns um die Nöte der anderen zu kümmern. Durch unsere Hilfe können wir eine andere Lebensperspektive vermitteln und auf den hinweisen, der uns unendlich liebt, Jesus Christus. Es ist doch so, dass durch Jesus veränderte Menschen eine Veränderung in der Gesellschaft bewirken können. Dies kann aber nur dort geschehen, wo wir im Kontakt mit anderen stehen. Möglichkeiten und Bedürfnisse gibt es viele. Ans Haus gebundene kranke oder ältere Menschen sind dankbar für einen Besuch oder Hilfe beim Einkaufen. Auch Mütter oder Eltern mit kleinen Kindern sind froh, wenn sie jemanden kennen, der sie in der Kinderbetreuung unterstützt, um so etwas Zeit für sich oder eigene Verpflichtungen zu haben. Schüler, die zu Hause keine Unterstützung haben, brauchen Hilfe bei den Hausaufgaben. Geschäftsleute können mithelfen, dass auch ‘schwer vermittelbare’ Personen bei ihnen eine Arbeitsstelle finden. Viele sind unendlich dankbar, wenn ihnen jemand zuhört und sie Sorgen und Nöte mit jemandem teilen können. Es gibt unbegrenzt viele Möglichkeiten. Manchmal sind die Herausforderungen zum Helfen noch näher: Vergessen wir die eigene Familie nicht. Die Eltern, Geschwister oder die eigenen Kinder brauchen uns. Auch ein Engagement in einem Verein oder in Behörden, ohne Machtansprüche, sondern in dienender Haltung, fördert den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Gefragt ist vor allem unsere Zeit. Darin liegt gerade die grosse Herausforderung, Zeit zu haben oder sie sich zu nehmen.

Das geht mir auch so. Nach einem langen Arbeitstag bin ich müde und froh, mich ausruhen zu können. Das Ausruhen, die Erholung ist ebenso wichtig, wie das Helfen. Nur wer gesund und fit ist, kann andere unterstützen. Es geht nicht darum, in einen Aktivismus zu verfallen. Wir müssen aber immer wieder prüfen, was wirklich wichtig ist im eigenen Leben und was nicht. Wenn ich den Dienst von Agape international anschaue, ist es vor allem Ihr finanzielles Geben, welches in den verschiedenen Projekten hilft, damit geholfen werden kann. Die Unterstützung aus der Schweiz ist für die Mitarbeitenden eine grosse Ermutigung. Sie können so ihren Dienst ohne finanzielle Sorgen tun. Es ist auch möglich, ein Kind in der Mongolei, in Bolivien oder in Kaschmir zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.agape.ch oder rufen Sie uns an. Wir glauben, dass Gebet eine Situation verändern kann und dass Gebet unendlich wichtig ist zur Veränderung von Menschen und Situationen. Daher ist für uns auch das Beten eine grosse Hilfe und Unterstützung. Wenn ich mich dort engagiere, wo ich begabt bin und Freude habe, ist dies keine Last. Nach meiner Erfahrung gibt helfen und das Engagement für andere auch neue Energie, um die eigenen, täglichen Aufgaben zu bewältigen. Auch Sie haben einen Beitrag, um für andere Gottes Liebe erfahrbar zu machen. Nehmen Sie sich Zeit zum Überlegen, wo Sie wirklich gebraucht werden. – Sie werden staunen! Kurt Burgherr

INFOBOX

Gebet: Alles hilft nichts, wenn es nicht dazu führt, dass Menschen verändert werden. Wir glauben, dass Gebet Veränderung bewirkt. Daher ist dies ein wichtiger Dienst, welcher im Hintergrund und auch aus Distanz getan werden kann.

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Geben: An all unseren Standorten arbeiten wir vor allem mit lokalen Partnern. Damit deren Dienst möglich ist, ist finanzielle Unterstützung nötig. Am hilfreichsten ist eine regelmässige Überweisung per Dauerauftrag z. B. für: · Kinder in Kaschmir oder in der Mongolei · Gemeindegründer in Kuba oder Russland · Mitarbeitende in Afrika oder Bolivien · Projekte an unseren Standorten · Spenden zugunsten von Agape international allgemein helfen uns, alle unsere Dienste zu unterstützen und Projekte zu leiten. www.agape.ch/spenden Gehen: Nehmen Sie an einem Kurzzeiteinsatz teil, um so andere Kulturen kennen zu lernen und eine neue Perspektive über die Welt zu erhalten. Das wird Ihr Leben verändern. Zusammen mit Partnern haben wir verschiedene Angebote. www.agape.ch/einsatz Weitere Ideen: Ideen von StopArmut: www.stoparmut2015.ch/mitmachen · Agape international ist Partner von Stop Armut.


porträt

Verändert in und durch Afrika Mit einer Gruppe von rund 30 jungen Leitern aus verschiedenen europäischen Ländern trafen wir uns in Äthiopien, um miteinander ausserhalb unserer Komfortzone über die Dimension des Evangeliums auszutauschen. Während eines Hilfseinsatzes in den Slums der Millionenstadt Addis Abeba begegneten wir den Nöten dieser Menschen. Und einem Jesus, der sich immer um die Nöte der Menschen gekümmert hat. Ich begann, im Neuen Testament einen neuen Jesus zu entdecken und wurde mit der Frage konfrontiert: Was sind die Nöte und Bedürfnisse der Menschen in meinem Umfeld in Europa? Und: Wie möchte dieser liebende Jesus in mir genau diesen Nöten begegnen … durch mich? Mir war Afrika immer egal. Aufgrund einer Weiterbildung musste ich jedoch unerwartet zehn Tage in Afrika verbringen. Richtig gelesen: Ich musste. Der Gedanke, Dinge zu essen, die meinen Magen in einen Dauerverdauungs-Zustand versetzen, bereitete mir Unbehagen. Aber ich ging. Und mein Magen spielte mit. Sogar noch besser als meine Emotionen. Klar habe ich vor meinem Aufenthalt auch diese Statistiken gehört, dass alle 5 Sekunden ein Kind verhungert. Aber irgendwie war das Leid einfach immer so weit weg, so abstrakt. Nicht mehr jedoch, als ich inmitten eines Slums stand und Zeit mit über 300 Menschen verbrachte, die infolge eines Feuers ihre Häuser (wobei man diese Blechbauten ja beim besten Willen nicht Häuser nennen kann) verloren hatten. Wir konnten den 110 Kindern dieser 44 Familien Geld und Material für die nächsten vier Jahre geben. – Hoffnung und Perspektive für eine Zukunft.

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porträt «Afrika hat mich verändert. Oder konkreter: Gott hat mich in Afrika und durch Afrika verändert. Ich habe Teile meines Herzens gefunden, von deren Existenz ich bis anhin nichts gewusst habe. Und ich habe bemerkt, wie einseitig ich Jesus gekannt hatte. Beim Leben und Reden von Jesus geht es nicht nur darum, dass Menschen in den Himmel kommen. Jesus zeigt auch die Dimension, wie ‘der Himmel zu den Menschen gebracht werden kann’».

Boppi in Aktion

Was mein Herz jedoch brach, war das Gesicht einer Nachbarsfrau, die auch auf Hilfe gehofft hatte. Aber wir hatten nichts mehr zu geben. Dabei hätte ich locker noch mehr Geld, noch mehr Material auftreiben und mitnehmen können. Auf einmal wurde mir diese Dimension der Machtlosigkeit bewusst. Ich ging, um zu helfen, und fand mich wieder in einem Strudel der Hilflosigkeit. Und in dem Moment bekam das Leid in Afrika plötzlich ein Gesicht, wurde schmerzlich real in Form dieser Augen. Diese Frau, die auf eine Zukunft für ihr Kind hoffte.

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Was dann meine abgestumpfte Emotionsmauer jedoch endgültig einriss, war die Bitte der Frauen, ihre Kinder doch nach Europa mitzunehmen. Nicht etwa, weil sie ihre Kinder nicht lieben würden, sondern gerade weil sie ihre Kinder so sehr lieben und dies ihre einzige Hoffnung war. Auf der Rückfahrt im Bus weinte ich nur noch. Über die Ungerechtigkeit dieser Welt. Über das Leid dieser Menschen, mit denen ich plötzlich verbunden war. Was wäre, wenn Gott meinen wunderschönen Lebensplatz zugunsten eines dieser Kinder verschenkt hätte? Mir wurde bewusst, dass ich mein Leben und den Lebensplatz nicht verdient habe. Dabei geht es nicht darum, dass ich mich mit einem schlechten Gewissen irgendwo in eine Ecke kauere und mich selbst mit meiner Wohlstandspeitsche blutig schlage. Es geht vielmehr darum, dass ich nun spüre, dass ich eine Verantwortung habe. Mir ist Afrika nicht mehr egal. Denn Gott ist Afrika nicht egal. Wieso ich das weiss? Weil ich an einem Sonntagmorgen in einer Kirche in Afrika mehr Hoffnung und Lebensfreude erleben durfte, als ich je in einer Kirche in Europa gesehen habe. Es ist Zeit, etwas zu verändern. Mich. Nichts tun geht einfach gar nicht. Andreas Boppart


interview

Interview: Als ich über das Thema «Nichts tun geht gar nicht» nachdachte, merkte ich, dass ich etwas hören möchte von Leuten, die sich engagieren. Drei Personen habe ich eingeladen, sich meinen Fragen zu stellen, wie ihr Einsatz vor ihrer Haustüre aussieht. Die Antworten sollen uns alle inspirieren auch unseren Einsatz zu leisten, dort wo wir zu Hause sind.

Rachel Stoessel Tätigkeit: Leitung von Alphalive Schweiz, Mitglied der Kirchenpflege Zivilstand: verheiratet Das mag sie: Freunde bewirten, Balkon bepflanzen Herzschlag: «Dein Platz im Himmel wird aussehen, als sei er für dich gemacht, und zwar für dich allein, weil du für ihn gemacht worden bist.» C. S. Lewis

Jesus sagt: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.» Siehst du das auch so oder wärst du froh, er hätte diesen Teil ausgelassen? Rachel: Manchmal geht es mir so, dass ich vor lauter Wald den Baum nicht mehr sehe. Dann tut es mir gut, dass Jesus so spezifisch war. Nicht liebe die Welt, sondern ‘nur’ liebe deinen Nächsten. So gibt es dann interessante Gespräche mit Jesus darüber, wer nun mein Nächster ist.

Wie wirkt sich Nächstenliebe bei dir aus? Rachel: Ich verbringe gerne Zeit mit Menschen, die mir Gott aufs Herz legt. Manchmal ist das in der Nachbarschaft, oft aber ist es mein Bürokollege oder Menschen, die mir z. B. im Alphalive-Kurs anvertraut wurden.

Ist es möglich, Christ zu sein ohne sich um den Nächsten zu kümmern? Rachel: Wenn ich mir bewusst werde, dass Christus in mir wohnt, dann kann ich nicht anders als mich so zu verhalten, wie Jesus es uns vorgelebt hat. Das heisst aber auch, dass es Zeiten gibt, in denen er mich herausfordert, ‘mich zuerst zu lieben’, bevor ich dem Nächsten diene.

Inwiefern lohnt es sich, Nächstenliebe zu leben? Rachel: Es ‘lohnt‘ sich bezüglich Neuem, Unbekanntem und echter Teilnahme am Leben anderer. Es fasziniert mich, wie Gott seine Kinder sucht und mich teilhaben lässt an diesem Wunder. Ich bin sicher auch von Natur aus neugierig!

Wo beginnt die Nächstenliebe und wo hört sie auf? Rachel: Nächstenliebe ist für mich nicht eine ‘Kuschelliebe’, die alles mit sich machen lässt. Wenn Jesus klar und deutlich über Dinge sprach, dann geschah dies genau so aus Liebe, wie wenn er jemanden heilte. Deshalb müssen wir auf die Stimme des Heiligen Geistes achten, damit wir nicht aus unserer Kraft heraus aktiv sind.

Was war deine schlechteste Entschuldigung, in einer bestimmten Situation deinem Nächsten keine Nächstenliebe zu erweisen? Rachel: Vor lauter Dienst habe ich wohl oft meinen Ehemann vernachlässigt! Das finde ich eine sehr lausige Ausrede ... denn er ist wohl wirklich mein Nächster.

Wie sieht dein Einsatz in deinem Umfeld aus? Rachel: Mit der Leitung von Alphalive Schweiz habe ich eine vielfältige Arbeit von Schulungen, Newsletter verfassen, Interviews und Fundraising. In meinem privaten Umfeld arbeite ich in der Kirchenpflege unserer lokalen, reformierten Kirche mit. Dies ist mein Nächstenliebe-Projekt für meinen Stadtteil.

Was ist deine Antriebskraft für diesen Einsatz? Rachel: Ich versuche bei kleinen wie auch grossen Aufgaben mit Gott darüber zu sprechen. «Gehöre ich dahin, ist das Dein Ruf, den ich höre?» Dann kann ich mich in ‘schwachen Momenten’ auf die Zusage Gottes abstützen. Gelingt natürlich nicht immer.

Kann es sein, dass Mission vor meiner Haustüre beginnt und nicht in Afrika? Was meinst du? Rachel: An beiden Orten – ich glaube, in unserer globalisierten Welt kann ich mich nicht nur um meine Haustüre kümmern, aber ich kann auch nicht einfach nach Afrika ziehen und meine lokale Verwurzlung vergessen. Früher war das wohl eher möglich. Die einen berief Gott ins Ausland, die andern sollten zuhause dienen. Heute wirkt mein Handeln zuhause z. B. auf die Arbeitsbedingungen im weit entfernten China und wenn ich im Ausland bin, bin ich mit meinen Missionspartnern Zuhause durch Email, Telefon etc. verbunden und soll zu diesen Beziehungen auch Sorge tragen.

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interview

Andreas Boppart oder kurz ‘Boppi’ Tätigkeiten: Leiter Campus Generation Ministry, Eventprediger und Autor Zivilstand: verheiratet und Vater von einer Tochter (1) Das mag er: Volley- und Fussball, DVD‘s online tauschen, ein Mittagessen mit Energydrink und Chips, Musik machen und Grillabende mit Freunden Herzschlag: Menschen, die dem wahren und lebendigen Gott persönlich begegnen!

Jesus sagt: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.» Siehst du das auch so oder wärst du froh, er hätte diesen Teil ausgelassen? Boppi: Ich bin super froh, hat er diesen Teil NICHT ausgelassen. Denn genau diese Liebe zu anderen und zu mir ist ja oft so schwer. Das macht mich noch viel mehr abhängig, mich immer wieder von Gottes Liebe füllen zu lassen. Und das ist gut so.

Wie wirkt sich Nächstenliebe bei dir aus? Boppi: Vielleicht merkt man es im Bereich ‘Grosszügigkeit’. Ich liebe es, andere zum Essen oder zu einem Kaffee einzuladen.

Ist es möglich, Christ zu sein ohne sich um den Nächsten zu kümmern? Boppi: Leider scheint es so. Wieso wäre es sonst bei den Evangelikalen in den letzten Jahrzehnten zu einer Abkapselung der christlichen Gemeinden von der Gesellschaft gekommen, wie es an vielen Orten geschehen ist? Wenn wir aber wirklich von Herzen Jesus nachfolgen, dann lässt uns seine Leidenschaft für Menschen nicht kalt. Und unser Herz wie auch unser Leben beginnt mit ihm zu beben. Sein Leben ist uns Beispiel genug, dort zu sein, wo Menschen sind, die einen ‘Arzt’ brauchen.

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Inwiefern lohnt es sich, Nächstenliebe zu leben? Boppi: Es ist gar nicht die Frage, ob es sich lohnt. Es ist etwas, zu dem Jesus uns auffordert. Punkt. Schon bei Gott machen wir oft die Rechnung: Wenn ich jetzt anbete und diese Stunde investiere, dann hab‘ ich dann vielleicht diesen oder jenen Vorteil. Gott zu lieben und anzubeten hat nichts mit einer Plus-MinusRechnung zu tun. Er verdient es, angebetet und geliebt zu werden, sein ganzes Wesen verlangt danach. Einfach weil er ist. Er ist der Schöpfer von mir und allem, was ich um mich herum sehe.

Wo beginnt die Nächstenliebe und wo hört sie auf? Boppi: Dort, wo Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird. Auch dort, wo Nächstenliebe zur Flucht vor der Selbstliebe wird und in völliger Selbstaufgabe und Aufopferung für andere ausufert, da ist klar die Grenze überschritten. Ansonsten jedoch geht Nächstenliebe weiter, als wir oft meinen. Zumindest für Jesus, dem nicht mal das Kreuz zu ‘weit’ war und, der uns aufgefordert hat, ‘unser Kreuz’ auf uns zu nehmen und ihm nachzufolgen. Beginnen tut sie dort, wo wir unsere Augen öffnen und die Menschen um uns herum mit ihren Bedürfnissen endlich wahrnehmen.

Was war deine schlechteste Entschuldigung, in einer bestimmten Situation deinem Nächsten keine Nächstenliebe zu erweisen? Boppi: Die Schlechteste war sicher, dass ich keine Zeit habe wegen der Arbeit. Eigentlich sehr peinlich, wenn man als ‘Missionar’ arbeitet und dann keine Zeit für Menschen hat. Die Frage ist ja oft nicht die beanspruchte Zeit für bestimmte Arbeiten, sondern die Prioritäten, die wir falsch setzen.

Wie sieht dein Einsatz in deinem Umfeld aus? Boppi: Ich versuche mich da zu investieren, wo ich Nöte sehe, egal wie klein oder gross. So habe ich das Präsidium der Schulbehörde übernommen, als eine Vakanz auftrat. Ich investiere mich im Volleyballclub als Schreiber für Match‘s. Auch habe ich die Aktion Gratishilfe ins Leben gerufen, mit der wir als Christen den Mitmenschen unserer Region gratis helfen und sie dadurch Gottes Liebe ganz praktisch erfahren lassen.

Was ist deine Antriebskraft für diesen Einsatz? Boppi: Mein Antrieb ist, zu sehen, was schon kleinste Taten der Nächstenliebe bei einem Menschen auslösen können. Ausserdem bin ich motiviert, einem Jesus nachzufolgen, der die Liebe seines Vaters für Menschen bedingungslos bis in den Tod ausgelebt hat. Wenn wir diese Liebe zurückhalten, oder sie für unsere christlichen Gemeinschaften reservieren und dort konservieren, dann haben wir Gottes Herzschlag nicht verstanden und leben an seinem Willen vorbei.

Kann es sein, dass Mission vor meiner Haustüre beginnt und nicht in Afrika? Was meinst du? Boppi: Ganz klar sind wir nach wie vor dazu aufgerufen, zu allen Nationen der Welt zu gehen. Durch die Globalisierung wohne ich aber schon mit vielen Nationen Tür an Tür. Mission im 21. Jahrhundert beginnt nicht erst, wenn ich aus dem Flugzeug aussteige und mein grosser Zeh den staubigen, afrikanischen Boden küsst. Mission beginnt direkt vor meiner Haustüre. Und wenn ich die grossen Nöte unserer Gesellschaft betrachte, wird mir auch bewusst, dass Mission zwei Dimensionen hat: einerseits das Verkündigen des Evangeliums, anderseits aber auch die soziale Komponente, die Nächstenliebe, die Transformation einer Gesellschaft. Diese beiden kraftvollen Dimensionen motivieren mich ungemein, als Christ ein Leben für die Botschaft der Versöhnung zu leben.


Matthias Langhans Tätigkeit: Leitung Gottkennen.ch, Gemeindegründungsarbeit im Grünauquartier in Zürich, Vorstand vom Quartierverein Zivilstand: verheiratet und Vater dreier Kinder Das mag er: Politik, Breave Heart, Japan, die Berge Herzschlag: Jesus ist in meine Welt gekommen und hat mich gerettet, geheilt und befreit. Genauso möchte ich mit meiner Familie das Königreich Gottes in mein Umfeld bringen.

Jesus sagt: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.» Siehst du das auch so oder wärst du froh, er hätte diesen Teil ausgelassen? Matthias: Nein, auf keinen Fall, er macht den Unterschied in der Welt. Ich bin froh, dass es diesen Auftrag gibt, obwohl die Worte extrem herausfordern. Aber sie machen eben den Unterschied, auch zu den anderen Religionen.

Was war deine schlechteste Entschuldigung, in einer bestimmten Situation deinem Nächsten keine Nächstenliebe zu erweisen? Matthias: Wenn ich gute Dinge vorschiebe, weil ich mich vor anderen Dingen drücken will. Das kann auch eine gute geistliche Aufgabe sein, die dazu dient, alltäglichen Aufgaben aus dem Weg zu gehen.

Wie wirkt sich Nächstenliebe bei dir aus? Matthias: Nächstenliebe beginnt für mich bei meinen Nächsten, der Familie, Kindern, Ehefrau. Dort ist sie am wertvollsten und gleichzeitig auch die grösste Herausforderung. Liebe ist für mich nicht nur ein romantisches Gefühl, sondern hat vor allem mit Hingabe zu tun. Nacht für Nacht aufzustehen, weil meine Tochter Angst hat, da beginnt die Nächstenliebe. Habe ich Geduld oder werde ich ärgerlich? Weiter geht die Nächstenliebe bei den Nachbarn, auch hier bin ich gefordert, mich wieder ganz praktisch in Zeit und Geld zu investieren.

Wie sieht dein Einsatz in deinem Umfeld aus? Matthias: Eines unserer Ziele in unserem Quartier ist es, Treffpunkte der Begegnung für Menschen zu schaffen. Eine der grössten Nöte hier ist die Einsamkeit und Isolation. In den letzten Jahren konnten wir als Team mehrere solcher Treffpunkte schaffen. Vor 4 Jahren konnte meine Frau einen Mutter-KindTreffpunkt starten. Vor 3 Jahren starteten wir einen Fussballtreff für junge Männer. Daraus ist ein Verein entstanden, wo sich wöchentlich ca. 12 Männer zum Fussball und 10 Frauen zum ‘Body fit’ treffen. Ich selber bin seit einem Jahr im Vorstand des Quartiervereins (3500 Bewohner) und in der Kolonie-Kommission unseres Wohnblocks mit 350 Bewohnern.

Ist es möglich, Christ zu sein ohne sich um den Nächsten zu kümmern? Matthias: Christsein bedeutet, Jesus als Vorbild zu nehmen und ihm zu folgen. Jesus ist auf diese Welt gekommen für andere. Jemandem nachzufolgen, der sich anderen hingegeben hat, kann nicht funktionieren ohne sich selbst hinzugeben. Das heisst, es ist nicht möglich Christ zu sein, ohne sich um den Nächsten zu kümmern.

Inwiefern lohnt es sich, Nächstenliebe zu leben? Matthias: Es ist die Erfüllung unserer Bestimmung. Als liebende Menschen mit dem Blick zum Nächsten, so hat Gott uns ursprünglich gedacht, das erfüllt mein Leben mit Freude.

Wo beginnt die Nächstenliebe und wo hört sie auf? Matthias: Wenn wir Jesus nachfolgen, gibt es keine Grenzen. Jesus sagte ‘Liebt eure Feinde’ und ist sogar für seine Feinde ans Kreuz gegangen. Aus der Nähe zu Gott muss man die Prioritäten spüren, um zu wissen, was dran ist. Liebe kann bedeuten, dass wir eigene Vorstellungen und Wünsche aufgeben. Für meine Frau und mich bedeutet das, dass wir uns im Quartier einsetzen, auch wenn unsere Kinder deswegen manchmal auf etwas verzichten müssen. Wir wissen, dass es der richtige Weg ist den Gott schon mehrmals bestätigt hat. Deshalb wissen wir auch, dass Gott für unsere Kinder sorgt.

Was ist deine Antriebskraft für diesen Einsatz? Matthias: Die Liebe Gottes zu mir. Er hat mich befreit, geheilt und mir immer wieder seine Liebe erwiesen, deshalb möchte ich, dass andere das auch erleben können.

Kann es sein, dass Mission vor meiner Haustüre beginnt und nicht in Afrika? Was meinst du? Matthias: Definitiv, der Auftrag beginnt bei mir. Es geht nicht darum, nur Worte zu bringen, sondern sich ganzheitlich zu investieren. Heute sind wir auch in der Schweiz herausgefordert, uns auf neue Kulturen einzulassen. Es ist einfach, sich im eigenen kulturellen Umfeld mit Freunden zu bewegen, aber vielleicht möchte Gott, dass wir unsere andersartigen Nachbarn wahrnehmen und ihnen Hilfe und auch die Hoffnung von Jesus Christus bringen. Aber es braucht auch heute noch Leute, die bereit sind über längere Zeit ganz in fremde Kulturen einzutauchen und ihr Leben in einem anderen Land zu investieren.

Vielen Dank für die ehrlichen Antworten.

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„stop armut“

StopArmut-Kurs 10

Just People?

Im Rahmen meiner Tätigkeit in verschiedenen Entwicklungsprojekten auf der ganzen Welt bin ich schon länger mit der Frage konfrontiert, wie ich damit umgehe, dass einzelne Menschen sehr wenig, andere sehr viel besitzen. Ich war also sensibilisiert, als ich 2010 erstmals vom Kurs Just People? hörte. Bin ich nur ein Mensch, der sowieso nichts machen kann? Oder traut Gott mir zu, das Tag für Tag praktisch vor Augen zu haben. Als Field Director von Agape international setzte ich mich dafür ein, diesen Kurs zu fördern und wollte mich auch dessen Inhalt stellen.

«Ich finde den Kurs hilfreich weil er mich darin bestärkt, im

So starteten meine Frau und ich mit zwei anderen Ehepaaren den Kurs. Dank den ausführlichen Kursunterlagen, konnten wir ohne grosse Vorbereitung beginnen. Für jede der sechs Einheiten übernahm jemand die Leitung. Dank der vielfältigen Art der Themen­ präsentation wurde es nicht langweilig. Anhand der gemeinsamen Basis im Kursbuch konnten wir sowohl eng am Skript bleiben und uns in ein Thema einlesen als auch Schwerpunkte setzen, wenn uns ein Aspekt besonders interessierte.

Alltag einen gerechten Lebensstil zu leben.» Anita


Das Ziel – Die weltweite Armut halbieren bis 2015! Mich persönlich hat der zweite Teil angesprochen, in dem ich herausgefordert werde, die Bibel einmal mit einer anderen Brille zu lesen. Wenn ich alle Verse ausschneiden würde, in denen etwas zum Thema Armut steht, bekäme die Bibel richtige Löcher. Mit über 2000 Versen wäre das eine ganz beträchtliche Arbeit. Oder anders gesagt – Gott scheint das Thema zu interessieren. Gerecht zu leben wird in der Bibel ganz praktisch: Witwen und Waisen helfen, eine zweite Meile mitgehen, nicht zurückschlagen, die Initiative ergreifen, Schutz bieten, Stellung beziehen ... Auch hilfreich fand ich die praktischen Hilfen mit Links zu Werkzeugen im Internet, wo ich meinen Energieverbrauch und meine CO2 Produktion visualisieren kann. Gerecht leben heisst ja auch, sich mit der Frage auseinandersetzen, warum ich so viel Energie konsumieren darf, dass, wenn weltweit alle dasselbe täten, wir acht Erdkugeln bräuchten, um den Bedarf zu decken. Für mich ist der Kurs auch hilfreich, um das Thema Mission ganz breit anzuschauen. Nur über den Himmel zu sprechen und zu hoffen, dort werde dann alles einmal besser, ist ebenso einseitig, wie den Himmel zu vergessen und zu versuchen, auf der Erde das Paradies herzustellen. Wenn mein Glaube nicht praktische Auswirkungen im Alltag und in den Beziehungen zu den Mitmenschen hat, dann ist er weltfremd und egoistisch. Zurzeit stecken wir auf der Zielgeraden des Kurses und sind am Diskutieren, wie wir das ganze nun in kleinen Schritten praktisch umsetzen und was unsere StopArmut-Aktion wird. Ich bin gespannt und überzeugt, dass wir etwas finden, das uns heraus-, aber nicht überfordert. Just people! Stefan Burckhardt

2015

«Der Kurs

behandelt Themen, die mir

wichtig sind,

über die ich aber trotzdem selten rede. Es war spannend, einmal ausführlich über

verschiedene Aspekte auszutauschen, vor allem auch über die

Konsequenzen für Alltag und Lebensstil.» Kati

Anita und Stefan Burckhardt

Just People? – der Kurs Just People? ist ein multifunktionales Kursbuch. Dieses enthält alle Kursinhalte (Referate und Arbeitsblätter) für die Teilnehmenden, Vertiefungsartikel zu einzelnen Themen und eine Anleitung für Kursleitende. Der Kurs kann von Kirchen, Hauskreisen, christlichen Lebensgemeinschaften, Jugendgruppen und anderen christlichen Organisationen durchgeführt werden. Das Buch eignet sich zudem für eine individuelle Lektüre. Kursstruktur: Just People? wird im Normalfall in sechs Kursteile plus einen Aktionstag gegliedert. In den Kursteilen werden jeweils ein Referat und eine Diskussion von verschiedenen Programmblöcken umrahmt. In den ersten drei Kursteilen wird die Armutsproblematik einerseits bezüglich gegenwärtiger Weltsituation und anderseits aus biblisch-theologischer Perspektive behandelt. Dies führt zur Einführung des integralen Missionsauftrags. Titel und Slogans der ersten drei Kursteile sind: 1. Welt – einfach wegschauen? 2. Bibel – einfach überlesen? 3. Mission – einfach predigen? In den letzten drei Kursteilen setzen sich die Teilnehmenden damit auseinander, wie sie ihren persönlichen Lebensstil und ihr gesellschaftliches Auftreten gerechter gestalten können. Den Abschluss bildet die Beschäftigung mit der Kirche, denn der integrale Missionsauftrag kann letztlich nur als Gemeinschaft gelebt werden. Titel und Slogans der letzten drei Kursteile sind: 4. Ich – gerechter leben? 5. Gesellschaft – gerechter auftreten? 6. Kirche – gerechter nachfolgen? Just People?-Aktion: Während den letzten beiden Kursteilen planen die Teilnehmenden ein konkretes Projekt. Die Just People?-Aktion hat zum Ziel, Gelerntes umzusetzen und praktische Erfahrungen im Bereich Armutsbekämpfung zu erlangen. Just People? ist selbsterklärend, wir sind aber gerne bereit Fragen dazu zu beantworten oder aus unserer Erfahrung zu berichten. Agape international +41 44 857 13 20 Link www.agape.ch/justpeople

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bolivien

Ein Kurzzeiteinsatz kann dein Leben verändern Welche Auswirkungen kann ein Kurzzeiteinsatz haben? Therese Bucher Vaca war in einem solchen, bevor sie für länger nach Bolivien ging. Was führte sie nach Bolivien? Ferne Länder haben mich schon in meiner Schulzeit interessiert. Kaum hatte ich nach der Lehre meine erste Anstellung, begann ich für eine Weltreise zu sparen. Eine Weltreise wurde es nicht, aber 6 Monate Australien. Ein völlig anderes Land zu entdecken faszinierte mich. Zwei Jahre danach war ich in einer Bibelschule. In mir begann der Wunsch zu wachsen, Gott in der Mission zu dienen. Allerdings nahm ich zu diesem Zeitpunkt an, dass man dafür ein Theologiestudium braucht. Deshalb dachte ich, dass dies für mich unerreichbar sei. In der letzten Woche meiner Bibelschulzeit hörte ich zum ersten Mal von Campus für Christus. In dieser christlichen Organisation ist es möglich, Gott in verschiedenen Bereichen und mit verschiedenen Talenten zu dienen. Und sie suchten eine Sekretärin für das Projekt «Jesus für Zürich». Zwei Wochen später begann ich bei Campus für Christus zu arbeiten und für mich war es schnell klar, dass ich Gott den Rest meines Lebens dienen will!

Nach wenigen Monaten kam eine Mitarbeiterin und sagte, dass für einen Stand an einem Missionsevent irgendwo in Nordeuropa Helfer gebraucht würden. Falls ich interessiert sei, soll ich doch meinen Chef um Erlaubnis bitten und dort teilnehmen. Das Thema ‘Mission’ interessierte mich sehr, wieso also nicht! Als ich dann mit meinem Chef darüber sprach, sagte er: «Ich denke, das Richtige für dich ist ein Missionseinsatz.» Damit war ein Wunsch in mein Herz gelegt. Als die Broschüre mit den Sommerprojekten vor mir lag, gab es nicht viel zu überlegen. Einzig die Auswahl des Landes war die Frage. Ich entschied mich für Bolivien. So kam es, dass ich mich im Juli 93 zusammen mit einer kleinen Gruppe nach Bolivien aufmachte. In Trinidad, der Hauptstadt

em Himmel auf. Die Menschen schauten den Film mit Spannung. Und sie lechzten danach, mehr von Gott zu erfahren. Ihre Sehnsucht war begeisternd und ansteckend. Ihre Fröhlichkeit und Zufriedenheit stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Und das obwohl sie grösstenteils in einfachen Bretterhütten mit einem Palmblätter- oder Blechdach hausten und auf dem Boden schliefen. Unvergesslich bleibt, wie ich mich, ohne Spanischkenntnisse, am Projekt beteiligen konnte. Um die Leute einzuladen genügten ein freundliches Lächeln und das Übergeben des Flyers. Der Jesusfilm sprach für sich selbst. Nachdem ich am ersten Tag den Aufund Abbau der Filmausrüstung aufmerksam beobachtet hatte, konnte ich bereits ab dem zweiten Tag mithelfen. Während dem

Und sie lechzten danach, mehr von Gott zu erfah­ren. eines Ihre Sehnsucht war der neun Departemente Boliviens, führten wir den Jesusfilm auf Grossleinwand unter frei-

begeisternd und ansteckend. Wechseln der Filmrollen gab ein Bolivianer ein kurzes Zeugnis, wie er zum Glauben an Jesus fand. Und das konnte ich auch, dank

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bolivien Übersetzerin. Nach der Filmvorführung war Zeit, auf interessierte Leute zuzugehen und mit ihnen die Broschüre ‘Die vier geistlichen Gesetze’ durchzulesen. Das Büchlein hatten wir in Deutsch erhalten und so war es ein-

‘Ja’ sagen würde? Schliesslich machte ich eine Liste mit ‘Pro und Contras’, um meine Gedanken und Überlegungen etwas zu ordnen.

Ich fragte Gott wieder und wieder. Während des Einsatzes wurde meine Schliesslich kam der letzte Tag unseres Einsatzes in Trinidad. Ich hätte gerne brennende Frage konkreter: Klarheit gehabt, bevor wir am nächsten Tag nach La Paz und ‘Herr möchtest du, dass ich dir in Bolivien diene?’ zum Titicacasee fach, es in Spanisch vorzulesen. Spanisch ist aufbrechen würden. Während der letzten Filmvorführung zog ich mich aus der Gruppe nämlich eine einfache Sprache, der grösste

in Bolivien dienen.» Friede und Freude erfüllten sogleich mein Herz und ich wusste, dass die Weichen gestellt sind. Also reiste ich 18 Monate später als Langzeitmissionarin nach Bolivien. Nun lebe ich hier und diene Gott. Alle drei Jahre besuche ich meine Familie und Freunde in der Schweiz. Interessant ist, dass es für mich immer ein ‘Heimkommen’ ist, egal, ob nach Bolivien oder in die Schweiz. Mein Heimweh hat Gott dadurch ersetzt, dass er mir zwei Heimatländer gegeben hat. Durch die Art

14 Therese mit ihren zwei Söhnen

Teil wird so gelesen wie geschrieben! Zum Zeitpunkt des Kurzzeiteinsatzes sprach ich noch kein Spanisch. Die Landessprache nicht zu sprechen war ein Nachteil, aber es hatte auch ein paar Vorteile. Es liess mir mehr Zeit, meine Gedanken und Eindrücke vor Gott zu bewegen, ob er mich für länger dort haben will. Während des Einsatzes wurde meine brennende Frage konkreter: «Herr, möchtest du, dass ich dir in Bolivien diene?» Jeden Tag habe ich Gott mit dieser Frage ‘gelöchert’. Habe gebetet. Mir Gedanken gemacht, was wäre, wenn Gott

zurück, um Gott nochmals zu bestürmen. Ich wollte jetzt eine Antwort. Die grosse Überraschung war, dass er mir eine Gegenfrage stellte: «Was möchtest du?» Ich hatte Gott täglich mit meiner Frage in den Ohren gelegen. Ich war bereit, ihm zu gehorchen, um was auch immer er mich bitten würde. Aber auf eine Gegenfrage war ich nicht gefasst. Ich liess mir meine Contras durch den Kopf gehen: ich kann kein Spanisch, bekomme schnell Heimweh etc. Nach etwa einer halben Stunde hörte ich mich zu Gott sagen: «Ich möchte dir

und Weise wie Gott während meines Kurzzeiteinsatz auf meine Frage geantwortet hat, habe ich etwas Wichtiges gelernt. Gott will keine Marionetten, die ihm ‘blind gehorchen’, beziehungsweise die Verantwortung für ihr Leben auf ihn abschieben. Er will Kinder, die Verantwortung für ihr Leben, ihre Entscheidungen und ihre Handlungen übernehmen und dabei immer bereit sind, sich von ihm korrigieren zu lassen. Therese Bucher Vaca


Kurzzeiteinsatz 2010

Therese und Team

Gisela im Einsatz

In Bolivien, einem Land mit vielen Möglichkeiten und grossen Bedürfnissen, gilt Religionsfreiheit. Für drei Monate schnupperte Gisela Missionsluft und begegnete einer grossen Offenheit für das Evangelium. Wie haben dies die Mitarbeitenden vor Ort und sie selber erlebt? Therese, Projektleiterin

Gisela, Kurzzeiterin

Als im vergangenen Jahr die Anfrage für einen Kurzeinsatz bei uns kam, war dies sehr willkommen. Mit etwas Spanischkenntnissen, dem Anliegen, jungen Menschen Gott näher zu bringen und einer Portion Flexibilität kann man bei uns schon viel bewirken und einen ersten Einblick in die Missionsarbeit erhalten! Allein die Tatsache, dass Gisela mithalf, unseren ersten Sponsorenlauf zu organisieren und durchzuführen, war für mich ein grosser Segen! Ich wusste, dass ich für die Aufgabe des Managers eine zuverlässige, ordentliche und pünktliche Person brauchte – und das ist nicht gerade die Stärke der Bolivianer. Als sich Gisela freiwillig für diese Aufgabe meldete, wusste ich, dass nun nicht mehr viel schief gehen konnte!

«Ich fühlte mich schnell wohl und willkommen.» Eine andere Kultur kennen zu lernen fand sie spannend. «Habe so einmal etwas anderes gemacht, etwas völlig Neues erlebt, mein Spanisch verbessert und gelernt, dass nicht immer alles so läuft und laufen muss, wie ich es mir gerade vorstelle.», sagt sie. Sie hätte sich gerne mehr gebraucht gefühlt und 100% Einsatz geben wollen. Aber für die Mitarbeitenden vor Ort war ihr Einsatz sehr wichtig und ausserordentlich wertvoll.

An der Schule hat Gisela, unter anderem, den Kurs «Wie ich gute Noten erreichen kann», durch ihr persönliches Zeugnis ergänzt. Sie, erst seit kurzem mit der Schule fertig, hat als gute Schülerin ihr bestes gegeben, aber auch darauf vertraut, dass Gott den Rest tun wird. Dies war bestimmt ein eindrückliches Zeugnis für viele Schüler und Schülerinnen! Auch für Esther, die sich um die jüngeren Schüler kümmert, war Gisela eine grosse Hilfe. Sie besuchten mit 18 Kindern (3- bis 11jährig) den Zoo. Für den Muttertag übten sie mit den Kindern ein Theater ein.

>  Mehr Text und Bilder auf www.agape.ch/bolivien

Geprägt durch die eigene Kultur ist das Denken in vielen Dingen unterschiedlich. Die Menschen im Gastland denken anders über Leistung, Einsatz und Ertrag. Deshalb darf man sich während eines Kurzzeitaufenthalts von Gott und den Menschen in anderen Kulturen überraschen lassen. Gisela warnt vor zu hohen Erwartungen: «Bei realistischer Einschätzung ist nicht zu erwarten, dass in 3 Monaten viel verändert beziehungsweise bewirkt werden kann. Manchmal fühlte ich mich wenig nützlich.» Sich in anderen Kulturen einzusetzen ist nicht einfach. Meist ist es jedoch nur die Sichtweise, die zu einer unterschiedlichen Einschätzung des Nutzens führt. Gisela empfiehlt eine solche Möglichkeit allen, die gerne reisen und andere Kulturen kennen lernen. «Dabei kann jeder ein Segen für andere sein, etwas Gutes tun und sich von Gott brauchen lassen.»

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Angenommen, ein Bruder oder eine Schwester haben nicht genügend anzuziehen, und es fehlt ihnen an dem, was sie täglich zum Essen brauchen. Wenn nun jemand von euch zu ihnen sagt: «Ich wünsche euch alles Gute! Hoffentlich bekommt ihr warme Kleider und könnt euch satt essen!», aber ihr gebt ihnen nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt ihnen das? Jakobus 2, 15-16

Foto: Hans-Günter Ulmer


kuba

PraiseCamp-Teilnehmer engagieren sich für Kinder in Kuba Herzlichen Dank für die Kollekten, die während der letzten zwei PraiseCamps zu Gunsten unseres Kinderprojekts zusammengekommen sind. Ihr habt grosszügig gegeben. Wir haben in 499 Kinderprogrammen mit durchschnittlich 45 Kindern 729 Znüni oder Mittagessen serviert!

Vorweg: Hungernde Kinder mit dicken Bäuchen gibt es in Kuba nicht. In der Regel geht jedes Kind mit mindestens einer warmen Mahlzeit pro Tag ins Bett. Ob die Ernährung oder das allgemeine Wohlbefinden ausgewogen ist, das ist eine ganz andere Frage. Und genau hier setzen wir in Zusammenarbeit mit zehn kirchlichen Institutionen im Land an.

Eine kurze Bestandesaufnahme

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Znüni oder Mittagessen in der Schule sind meist ungesund. Die Erwachsenen sind abends mit der Alltagsarbeit belastet. Die Suche nach Früchten und Gemüse sind energiezehrend und belasten den Geldbeutel. Es ist einfacher, ein paar frittierte Kroketten mit etwas Reis und Bohnen zu servieren. Kubanische Kinder wachsen meist in Patchwork-Familien auf. 60% der Ehen werden während der ersten fünf Jahre geschieden. Es gibt Geschwister von anderen Vätern oder Müttern. Man lebt mit Grosseltern, Tanten, Onkel oder Neffen unter demselben Dach. Konflikte sind vorprogrammiert.

Kinder haben ganzheitliche Bedürfnisse Nicht nur die Gesundheit der Kinder, sondern auch deren Herz und Verstand sind unser Anliegen. Deshalb haben wir die Kinder ganzheitlich vor Augen. Die Art und Weise, wie Gemeindeverbände ihre Kinderprogramme gestalten, ist unterschiedlich. Manchmal konzentriert sich der Kontakt zu den Kleinen auf die normalen Sonntagsschulen. Andere Gemeinden haben mehr Kapazität und organisieren einen Ausflug oder sie feiern ein kollektives Geburtstagsfest. Der finanzielle Beitrag von Agape international wird ausschliesslich fürs Essen verwendet. Für das sonntägliche Znüni oder ein feines Mittag­ essen nach dem monatlich durchgeführten Spezialprogramm. Wir lehren, wie wichtig es ist, neben der geistlich-sozialen Betreuung, den Kids gesundes Essen auf den Tisch zu stellen.


oben links: Schulung September 2010, Präsentation einer Gemeinde, wie sie das Projekt selber umsetzen oben mitte: 10 Jahre ganzheitliche Betreuung für Kinder – das musste mit Kuchen gefeiert werden! oben rechts: Kinder freuen sich über einen speziellen Nachmittag unten links und mitte: «Löwenfütterung» während eines Kindertages unten rechts: Schulung September 2010

Zweifacher Erfolg

Die Früchte eurer Saat

Zwanzig Franken pro Jahr und Kind genügen, um den Gemeinden darin den Rücken zu stärken. Sie erkennen, dass der grösste Teil der Arbeit, nämlich das Engagement und die Kreativität, auf ihren Schultern liegen! Das Znüni oder das Mittagessen ist ein Teil des Programms und setzt neues Potenzial frei: Gesunde Ernährung ist für viele noch ungewohntes Terrain. Mehr Gemüse und Früchte, weniger Fettiges, vor dem Essen die Hände waschen, das muss gelehrt werden. Die Kinder werden nicht nur mit Gott konfrontiert, sondern auch sozial gestärkt, ihr ganzes Wesen wird miteinbezogen.

Was gibt es Schöneres, als einen kleinen Menschen zu sehen, der aufblüht, sich rundum wohl fühlt und gleichzeitig Gott kennen und lieben lernt! Genau das möchten wir weiterhin. Konkret haben wir in einem Jahr auf der ganzen Insel 499 Kinderprogramme mit durchschnittlich 45 Kindern begleitet. 729 Znüni oder Mittagessen wurden serviert. Besonders erwähnen sollten wir noch, dass die Kirchen gar 11% der dafür nötigen finanziellen Mittel selber beigesteuert, Spenden gesammelt oder Naturalien erhalten haben. Oft ist die ganze Gemeinde miteinbezogen. Alle tragen etwas zum Gelingen des Anlasses bei. Viele realisieren, dass Christsein heisst, anderen zu dienen und sie freuen sich, ihre Gaben einzusetzen. Trotzdem brauchen die freiwilligen Mitarbeiter des Projektes immer wieder unsere Ermutigung. Eine Teilnehmerin im Weiterbildungskurs sagte: «Manchmal war ich schon ein bisschen entmutigt und hab‘ mich auch etwas alleine gefühlt. Jetzt realisiere ich, dass ich nicht alleine bin. Ich bin ein Teil in einem Team, das landauf, landab für dieselbe Vision arbeitet.» Und an dieser Vision habt ihr, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom PraiseCamp teil! Danke!

Dreifacher Erfolg Im September 2010 führten wir das lang ersehnte erste Treffen mit Verantwortlichen der lokalen Gemeinden durch. 41 Teilnehmer aus verschiedenen Denominationen steckten zwei Tage lang ihre Köpfe zusammen. Es gab viel auszutauschen. Und natürlich gehörte Weiterbildung dazu. Einige haben kreative Gaben. Andere sind theologisch sattelfest. Nochmals andere haben mehr Hintergrundwissen in Psychologie. Alle konnten voneinander lernen. Die Teilnehmer waren begeistert. Sie bitten darum, dass solche Treffen mindestens einmal jährlich stattfinden.

Zwanzig Franken pro Jahr und Kind genügen,

um den Gemeinden darin den Rücken zu

Nicole Metzler Domínguez www.agape.ch/kuba www.praisecamp.ch

stärken.

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afrika

Erfahrungen einer Schweizerin in Ruanda Es war mein erster Besuch in Afrika. In den unterschiedlichen Regionen Ruandas organisierten unsere afrikanischen Schwestern Frauenkonferenzen. Ziel war, die Frauen aus ihrer Isolation herauszuholen, sie miteinander in Kontakt zu bringen und ihnen Jesus lieb zu machen. Wir drei Europäerinnen unterstützten sie dabei als Referentinnen. Das Bedürfnis nach Ermutigung, Heilung, verlässlichen Beziehungen, aber auch nach materieller Hilfe ist riesig in diesem traumatisierten Land. Die fremde Kultur faszinierte mich. Die Farben, Gerüche und Geräusche, die umwerfende Landschaft, die Schönheit, das Klima und natürlich die Menschen eroberten mein Herz. Insbesondere mit den Frauen aus dem Team entstand eine grosse Vertrautheit. Es gab Anknüpfungspunkte in unseren Leben, die die kulturelle Distanz überwinden halfen, allem voran unser Glaube an Jesus und unsere

Seminarabsolventinnen

So bekamen die Frauenkonferenzen einen seelsorgerlichen Charakter. Wir lehrten Multiplikatorinnen, wie sie zunächst selbst in eine tiefere Gottesbeziehung hineinfinden können und die Wiederherstellung durch Jesus in ihrem Leben Raum gewinnt. Dank eines Konzeptes haben sie fortan die Möglichkeit, diese Wahrheiten anderen Frauen in ihrem Umfeld weiter zu vermitteln, was sie auch rege tun. Ich war tief berührt über die Veränderungen und die Freiheit, die bei den Teilnehmerinnen Einzug hielten. Da waren so viel Scham, Unversöhnlichkeit, Schmerz, Verletzung, Ängste und Stolz. – Gottes Vergebung und Auferstehungskraft hat Frieden in so manches Leben gebracht. Die Veränderungen dieser Frauen zu sehen hat mich sehr ermutigt, auch in unseren Breitengraden auf Gottes Kraft zu vertrauen, wie schwierig eine Situation auch aussehen mag.

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Sabine Fürbringer Sabine mit Teilnehmerinnen der Schulung

Erfahrungen als Mütter. Aus dieser Verbundenheit heraus lag es auf der Hand, im Jahr darauf noch einmal nach Ruanda zu reisen. Auf der zweiten Reise, die ich wiederum mit einer Partnerin aus der Schweiz antrat, wollte ich verstärkt Dinge einbringen, die Gott mich in der Vergangenheit gelehrt hat.


INFOBOX

Women Today ist ein Arbeitszweig von Campus für Christus Ruanda. Ihre Tätigkeit umfasst Seelsorgeseminare, monatliche Frauentreffen in 5 Städten (Kigali, Kibungo, Gisenyi, Gitarama und Byumba) sowie Ziegenprojekte für Witwen. www.agape.ch/ruanda

Freiheit für Frauen in Ruanda und Burundi

Seit einigen Jahren führen wir in Zusammenarbeit mit Campus pour Christ Rwanda (oder Campus für Christus Ruanda) Seminare in Ruanda und Burundi durch. Die Geschichte der beiden Länder hat tiefe Verletzungen in vielen Menschen verursacht. Unsere Seminare leisten einen Beitrag zur Wiederherstellung und Heilung.

Wenn die Frauen ihre eigentliche Identität in Gottes Plan entdecken, wird ein grosses Potenzial freigesetzt. Bibiche ist auf Jeannette Kayumba aufmerksam geworden. Während Vreni Nüesch an einem Seminar sprach, rief Jeannette plötzlich laut: «Ich habe verstanden!» Sie lernte, selbst auf Gott zu hören. Heute leitet sie die Frauenarbeit in Gisenyi und hat selbst schon zwei Seminare und eine Grossevangelisation mitgeleitet.

Voller Stolz stellt ‘Lehrerin Josephine’ Bibiche Rutunda und Karine Rapold ihre Schüler Jeannette und Ildéfonse vor.

Josephine aus Byumba fühlte sich betroffen, als Karine Rapold über die Witwe und das Öl sprach. Auch sie hatte den Eindruck, sie hätte nichts und könne nichts – ausser lesen und schreiben. Nach dem Seminar hat sie begonnen, anderen Frauen das Lesen und Schreiben beizubringen. Später sind auch Männer dazugekommen. Durch die Beiträge ihrer Schüler hat sie nun ein kleines Einkommen und hilft mit, dass auch andere Schritte aus der Armut heraus machen.

Die Frau des Nationalleiters von Campus pour Christ Rwanda, Bibiche Rutunda, leitet die Frauenarbeit Women Today. Sie beschreibt, wieso sie unermüdlich Seminare und weitere Anlässe für Frauen organisiert: «Gott hat mir gesagt, dass jetzt die Zeit ist, in der er die Frauen besonders fördern möchte. Aber viele Frauen sind so verletzt, dass sie gar nicht in Freiheit Gott dienen können. Deshalb brauchen sie einen geschützten Ort, wo sie einmal an sich selbst und nicht nur an andere denken können. Wo sie innere Heilung erfahren, gelehrt und in ihren Gaben ermutigt werden.»

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Karine Rapold spricht zu Frauen in Byumba

Ildéfonse zum Beispiel besitzt ein Velotaxi. Er träumt davon, später ein Motorradtaxi zu fahren. Um die Prüfung dafür zu bestehen, muss er lesen können, und er lernt deshalb von Josephine. Manuel Rapold


sponsorenlauf

Sponsorenlauf · Dein Hobby ist der Schlüssel Charlie, 7-jährig, und schon im «Blick». Charlie radelte letztes Jahr acht Kilometer durch einen Londoner Park. Er sammelte dabei 84‘000 Franken für die Erdbebenopfer in Haiti und «Blick» berichtete darüber. Das Herz eines Jungen will an der Not anderer etwas verändern und er handelt. Das ist mehr als ’nichts tun‘ und eine geniale Idee.

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Letztes Jahr versuchte ich einige Lehrpersonen dazu zu bewegen, in ihrem Schulhaus einen Sponsorenlauf zu machen. Doch leider konnte ich niemanden mitbegeistern. Charlie hat das viel geschickter gemacht. Anstatt etwas Grosses zu organisieren, hat er einfach sein ‘Hobby’ zum Sponsorenevent erklärt. Dies hat mir gefallen und genau für das möchte ich auch Sie motivieren. Egal, welches Ihr Hobby ist; Fischen, Velo fahren, wandern, begeistert Fussball spielen, musizieren, womit auch immer: Sie können etwas tun, das Not verändert und Herzen bewegt.

Im Juni findet diese Aktion wieder statt. Diesmal möchte ich nicht nur einen Teil, sondern den ganzen Arbeitsweg, zweimal 17 km, radeln. Ich werde Freunde, Bekannte und Verwandte anfragen, ob sie mich dabei sponsern. Das Geld wird für die Projekte sein, die ich in Lateinamerika betreue. Ich hoffe, einige ‘Verbündete’ zu finden, die in dieser Zeit ebenfalls mit dem Velo zur Arbeit fahren und ihrerseits Sponsoren gewinnen. Mein Traum ist, eine richtige Kettenreaktion auszulösen, damit Dutzende Velofahrer mit Dutzenden Sponsoren für Menschen in Not unterwegs sein werden.

So habe ich mir überlegt, was ich tun könnte. Auch ich fahre gerne Velo. In den vergangenen zwei Jahren habe ich bei der Aktion ‘bike to work’ mitgemacht. Das ist eine Monatsaktion zur Veloförderung im Betrieb mit dem Ziel, dass möglichst viele Pendlerinnen und Pendler für mindestens einen Teil des Arbeitsweges das Velo benutzen.

Was Charlie in Bewegung brachte, ist motivierend – auch für uns. Ist dein Hobby vielleicht fischen? Wie wär’s, wenn du für jeden im Monat Juni geangelten Fisch deine Freunde und Bekannte gewinnst, einen Franken für Kinder in Bolivien zu spenden? Dein Hobby ist der Schlüssel. Velo fahren, wandern, Fussball spielen, musizieren, jeder findet eine Möglichkeit mitzumachen. Kirchgemeinden, Jugendgruppen, Vereine oder sogar Firmen sind besonders geeignet, um kleinere und grössere Sponsorenläufe zu machen. Mit zwei, drei engagierten Leuten lässt sich so ein Lauf gut organisieren. Wichtig ist, dass jeder seine Gaben einbringen kann, ob kreativ oder sportlich, ob im kleinen oder grossen Rahmen.

Zuerst Skepsis – dann Begeisterung In Bolivien waren Sponsorenläufe völlig unbekannt. Wir haben‘s gewagt und einen solchen organisiert. Die Jugendlichen waren sehr erfolgreich; nicht nur im Laufen, sondern auch im Gewinnen von Sponsoren. Der überraschende Nebeneffekt: Unser Bildungsprojekt ist nun im ganzen Quartier bekannt.

INFO: www.agape.ch/sponsorenlauf

Gewinne Leute, um ein Projekt von Agape mitzutragen... · mit jedem Kilometer, den du läufst, radelst, walkst · mit jedem abgenommenen Kilo Körpergewicht · mit jedem gefangenen Fisch · mit jedem Takt Musik · mit einem leckeren Mahl, das du für sie kochst Bring dein Hobby und deine Fähigkeiten ins Spiel! www.agape.ch/sponsorenlauf informiert mit Projektpräsentationen und Tipps zur Durchführung, Organisation etc. eines Sponsorenlaufs · Fragen, Infos etc.: Daniel Graf, Tel. +41 44 857 13 28 · E-Mail sponsorenlauf@agape.ch


crescendo

Sommerinstitut der Künste Das Crescendo Sommerinstitut findet jährlich im ungarischen Sárospatak statt. Durchschnittlich kommen 200 Studenten aus 25 Ländern. Die (christlichen) Dozenten sind alles hervorragende Musiker und meist Hochschullehrer. Auf dem Programm stehen vor allem Meisterkurse. In den Abschlusskonzerten treten die besten Studenten auf, wobei Crescendo mit dem säkularen Zempleni-Festival zusammenarbeitet. Begleitend wird ein geistliches Programm angeboten. Das 8. Sommerinstitut findet vom 25. Juli bis 8. August 2011 statt.

Meisterkurs mit Marie Elisabeth Hecker

Konzert im Schloss

«Ich bin das zweite Mal hier. Das Sommerinstitut vor einem Jahr bedeutete für mich eine Lebenswende. Nicht nur, weil ich Krisztina gefunden habe.» Tamàs legt seine Arme zärtlich um die Freundin. Sie sind ein sympathisches junges Paar. «Ich habe hier nämlich zum Glauben gefunden», fährt der ungarische Sänger fort. «Und ich bin inzwischen geistlich so gewachsen, dass ich im diesjährigen Institut eine Kleingruppe leiten und meinen Kollegen erzählen darf, was der Glaube bei mir alles bewirkt hat! Manchmal hören sie gar nicht auf, mich auszufragen…» Tamàs ist keine Ausnahme. Immer wieder kommen Studenten zum Glauben. Andere tasten sich zum ersten Mal an das Thema heran, skeptisch und nicht selten mit negativen Vorurteilen. Wir möchten ihnen Zeit lassen. Deshalb sind die morgendlichen ‘Chapel Services’ und die abendlichen Kleingruppen fakultativ. Denn nicht nur dort, sondern auch im gemeinsamen Erarbeiten von Orchester- oder Opernwerken, im Unterricht oder in der Freizeit, ergeben sich viele ‘zeugnishafte’ Momente. Eine Studentin sagte schon am dritten Tag, hier erlebe sie eine so liebevolle Atmosphäre, wie sie es von der Musikhochschule her nicht kenne. Wer kann sich wie für das Crescendo Sommerinstitut einsetzen? Musiker können sich mit einer MP3-Aufnahme bewerben. Freiwillige Helfer suchen wir auch immer. Beter, die uns aus der Ferne unterstützen und finanzielle Beiträge, die mithelfen, dass osteuropäische Studenten teilnehmen können. Letzteres wird nicht nur musikalische Früchte tragen!

info@crescendo.org . www.crescendo.org . www.hungary.crescendo.org

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alpha international

ei n s a tz mi t a l ph a l i ve

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Alphalive-Kurse werden mittlerweile auf der ganzen Welt angeboten. In vielen Ländern fehlt aber die Erfahrung, um den Kurs im ganzen Land bekannt zu machen und ihn so zu präsentieren, dass er von allen Denominationen akzeptiert und auch angewendet wird. Dem gegenüber haben viele Gemeindemitglieder in der Schweiz zwar viel Erfahrung, aber die Beziehungen nicht, um alleine helfen zu können. Alphalive ist zurzeit in der Schweiz wohl das meistverbreitete und erfolgreichste Werkzeug für die Evangelisationsarbeit durch lokale Gemeinden. Etwa 500 Gemeinden bieten einen Alphalive-Kurs an. Viele tun dies schon seit Jahren. Buchstäblich Tausende haben durch einen solchen Kurs zu Gott gefunden und sogar Erfahrung in der

Aber eines ist sicher: Alle haben etwas zu

geben,

das wertvoll ist. Auch ein persönliches

Durchführung eines solchen Kurses gesammelt. Unser Land erfährt durch den Alphalive-Kurs einen grossen Segen. Wir möchten diesen Segen an andere weitergeben und gleichzeitig für Gemeindemitglieder die Möglichkeit schaffen, Missionsluft zu schnuppern. Die Anfragen von Alphalive-Leitern aus anderen Ländern um Unterstützung wurden immer zahlreicher, denn dort ist die AlphaliveArbeit erst im Aufbau begriffen.

Gespräch

mit einem estnischen Konferenzteilnehmer kann schon eine grosse Ermutigung sein.


Wir reisen also mit einem 7-köpfigen Team (die Mitglieder sind zwischen 17 und über 60 Jahre alt) aus einer Gemeinde in der Ostschweiz nach Estland, um dort Menschen zu schulen und vor allem zu ermutigen. Unsere Aufgabe wird es sein, unser eigenes Zeugnis zu erzählen, praktisch zu helfen, für Menschen zu beten oder gar ein Referat zu halten – je nachdem, wie sich das einzelne Teammitglied einbringen möchte. Aber eines ist sicher: Alle haben etwas zu geben, das wertvoll ist. Auch ein persönliches Gespräch mit einem estnischen Konferenzteilnehmer kann schon eine grosse Ermutigung sein. Die Ermutigung und Horizonterweiterung ist gegenseitig. Bei unserem letzten Einsatz in Lettland kehrte das Team reich beschenkt, mit vielen neuen Eindrücken und Kontakten heim, um in der Gemeinde neue Impulse zu setzen. Unsere Vision ist es, möglichst viele, der immer noch im Aufbau befindlichen Alphalive-Arbeiten zu unterstützen, damit sich die Erfahrungen, die wir mit Alphalive gesammelt haben, auf der ganzen Welt multiplizieren. Wir wollen Gemeinden in unserem Land motivieren, mit oder ohne unsere Begleitung, ein anderes Team für eine AlphaliveSchulungskonferenz zu unterstützen. Die dabei wahrgenommenen Aufgaben sind sehr vielfältig und unsere Erfahrungen zeigen, dass solche Erlebnisse für beide Seiten eine hohe Motivation zur Folge haben. Der Nutzen ist doppelt: In den jeweiligen Ländern finden mehr Alphalive-Kurse statt und die Schweizer Teammitglieder erleben, dass sie mit ihren Gaben

einen wertvollen, persönlichen Beitrag in die Mission im Ausland leisten. Ich habe einen Traum – Jede der über 500 Gemeinden mit Alphalive-Erfahrung stellt ein Team für eine Schulung. Menschen auf der ganzen Welt werden dadurch gesegnet. Viele Gemeinden kommen in die Lage, selber einen Alphalive-Kurs durchzuführen. So können weitere Menschen auf die Entdeckungsreise in den christlichen Glauben mitgenommen werden. Hast du selber einen AlphaliveKurs besucht und hat er dein Leben verändert? Oder warst du gar selber Mitglied in einem Kursteam oder hast den Kurs selber verantwortet? Glaubst du, dass es sich lohnt, wenn auch andere Gemeinden, ausserhalb unserer Landesgrenzen einen solchen Kurs anbieten? Möchtest du nicht nur deinen geografischen Horizont erweitern, sondern Christen kennen lernen, die in einer anderen Kultur zuhause sind? Möchtest du andere Menschen segnen und dabei selber gesegnet werden? Dann beteilige dich doch an einem «GAT», einem Global Alpha Training. Nimm am besten ein Team aus deiner Gemeinde mit, so wird der Einsatz zu einem Gemeinschaftserlebnis. Informiere dich bei Agape international über mögliche Destinationen. Eventuell besteht die Möglichkeit, eine solche Schulung an einem Ort anzubieten, zu dem deine Gemeinde bereits Kontakte hat. Dann frag doch eure Missionare vor Ort, ob ein «GAT» eine Hilfe wäre. Martin Stoessel

Team bereit für Estland

INFOBOX

Ausgangslage: In über 160 Ländern werden Alphalive-Kurse durchgeführt, nur in wenigen schon seit längerer Zeit. In vielen Ländern ist diese Arbeit erst im Aufbau. Darum sind solche dankbar um Hilfe und Ermutigung, sei das auf lokaler, regionaler oder auf nationaler Ebene. In der Schweiz wurden Tausende durch den Alphalive-Kurs gesegnet und viele Gemeinden haben eine reiche Erfahrung. Unsere Vision: Wir möchten den empfangenen Segen weitergeben. Schweizer Teams sollen an Schulungen und Konferenzen in anderen Ländern von ihren Erfahrungen erzählen. Sie werden dabei Missionsluft schnuppern und andere Gleichgesinnte kennen lernen. Weiter Informationen unter www.agape.ch/einsatz

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rezept

Alphalive einfach zubereitet – garantierter Genuss! Schon einmal daran gedacht, einen Alphalive-Kurs in den eigenen vier Wänden durchzuführen? Hier das einfache Rezept: Man nehme: · Gottes Verheissungen · den Glauben, dass Gott Leben verändern kann · ein motiviertes Team · 10-12x Zeit · ein Wochenende · eine Alphalive-DVD · eine Gitarre, ein ähnliches Begleitinstrument oder einen CD-Player · etwas Kreativität · eine grosse Portion Gastfreundschaft · und eine Riesenmenge Liebe zu den Menschen (von Gott geschenkt)

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Vorbereitung beziehungsweise Gedanken-Checkliste: WEN könnte ich zu diesem Kurs einladen? (Gebet im Vorfeld kann die Ernte erleichtern!) WO könnte ich diesen Kurs anbieten? (Eine gemütliche Stube reicht.) WANN könnte ich diesen Kurs durchführen? (Zeitspanne/Tageszeit/Wochenende festlegen.) WER könnte in meinem Team dabei sein? (Begeisterung, Herz und Hand genügen!)

Weiteres: Einheitliche Bibeln mit einfacher Übersetzung bereitstellen Für Morgenkurs: Kaffee und Gipfeli Für Nachmittagskurs: Kaffee und Kuchen Für Abendkurs: unkompliziertes Essen oder Apero Service: 1. Gang: Begrüssung und gemütliches Ankommen bei ‘Kulinarischem’ (30 Minuten) 2. Gang: Musik zur Einstimmung (10-15 Minuten) 3. Gang: Referat (ca. 45 Minuten) 4. Gang: Kleine Atempause (10-15 Minuten) 5. Gang: Diskussion (30-45 Minuten) Gutes Gelingen! Hotline 044 274 84 74

INFOBOX

Einkauf bei www.alphalive.ch Informationen, Leiter- und Teilnehmerhefte, DVD oder die Referate, wenn du das gerne selber übernimmst Für ganz Unerfahrene ist der Besuch eines BASIC Trainings zu empfehlen (ca.3h).


Nichts tun geht gar nicht  

frisch - Ausgabe 1/2011 Agape international

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