advantage Ausgabe Nr. 5 / Dez. 2025 - Jan. 2026

Page 1


Start in eine neue Ära

Die Inbetriebnahme der Koralmbahn markiert einen Meilenstein.

Koralmbahn als Standortfaktor

Südösterreich erfährt eine neue wirtschaftliche Dynamik.

Zukunftsregion mit Potenzial Grenzüberschreitende Kooperationen erö�nen wichtige Chancen.

WEG DER KÄRNTNERMILCH

Vom Wasser zur Reinheit. Vom Ursprung zur Qualität.

Alles beginnt mit dem Wasser. Es fällt als Regen auf Kärntens Wiesen, rinnt über die Hänge der Nockberge, sammelt sich in klaren Quellen und speist das Gras, das die Grundlage der Kärntnermilch bildet. In diesem natürlichen Kreislauf liegt das Fundament für eines der wertvollsten Produkte des Landes – die Milch. Für die Kärntnermilch ist sie weit mehr als ein Rohstoff: Sie ist Lebensgrundlage, Verantwortung und wirtschaftlicher Motor einer ganzen Region. Geschäftsführer Helmut Petschar beschreibt es so: „Unsere Milch steht für Kärnten – für das, was hier wächst, entsteht und Arbeit schafft. Sie verbindet Bauern, Mitarbeiter, Handel und Konsumenten in einem gemeinsamen Wertschöpfungskreislauf.“

Nachhaltig und fair

Mehr als 855 bäuerliche Familienbetriebe liefern täglich frische Milch, die in Spittal an der Drau und in den Genuss Meiereien zu hochwertigen Produkten verarbeitet wird. Milch, Butter, Käse oder Joghurt –sie alle tragen die Handschrift einer Region, in der Qualität noch Handwerk bedeutet. Der wirtschaftliche Wert dieser Arbeit zeigt sich nicht nur in den Produkten, sondern auch in der Haltung. „Unsere Bauern arbeiten mit der Natur, nicht gegen sie“, sagt Bio-Wiesenmilchbauer Max Borchardt. „Die Tiere leben von dem, was auf unseren Wiesen wächst und geben uns dafür Milch von einzigartiger Qualität.“

Die Bio-Wiesenmilch steht sinnbildlich für Nachhaltigkeit, faire Preise und Vertrauen zwischen Bauern,

„Unsere Milch steht für Kärnten –für das, was hier wächst, entsteht und Arbeit schaff t. Sie verbindet Bauern, Mitarbeiter, Handel und Konsumenten in einem gemeinsamen Wertschöpfungskreislauf.“

Helmut Petschar

Molkerei und Konsumenten. Sie ist ein Beispiel dafür, dass ökologisches Bewusstsein und wirtschaftlicher Erfolg einander nicht ausschließen, sondern ergänzen. Die Bio Wiesenmilch ist der beste Beweis dafür, dass man ein hochwertiges Produkt herstellen kann, ohne die Umwelt und das Klima zu belasten oder den Tieren unnötigen Stress zuzufügen. Die Milchproduktion erfolgt aus der Kraft der Wiese und der Gesundheit der Tiere.

Regionale Wertschöpfung im Fokus Frächter Michael Staber ist täglich auf den Straßen Kärntens unterwegs, um die Milch abzuholen. Schon beim ersten Liter prüft er Temperatur und Reinheit. „Ich transportiere nicht einfach Milch – ich bringe das Vertrauen unserer Bauern zur Kärntnermilch“, sagt er. Moderne Tankwagen, kurze Wege und exakte Kühlung sichern höchste Standards, reduzieren Emissionen und zeigen, dass regionale Logistik auch ökologisch funktionieren kann.

In der Molkerei beginnt dann jener Teil der Arbeit, den man kaum sieht, aber schmeckt: Qualitäts-

Regionale

Qualität, Tradition und Nachhaltigkeit stehen bei der Kärntnermilch seit bald 100 Jahren im Fokus.

© Kärntnermilch

sicherung. Walter Zwick und Johannes Linder aus dem Qualitätswesen überwachen jeden Schritt – von der Anlieferung bis zum fertigen Produkt. „Wir prüfen jede Charge auf Eiweißgehalt, Fett und Hemmstoffe“, erklärt Linder. „Nur wenn alles stimmt, geht die Milch in die Verarbeitung.“ Dieser kompromisslose Qualitätsanspruch ist das Rückgrat des Unternehmens und zugleich ein bedeutender Standortfaktor für die Region. Die Kärntnermilch investiert kontinuierlich in modernste Technik, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft. Wasser, Wärme und Nebenprodukte werden in geschlossenen Systemen wiederverwendet, um Ressourcen zu schonen.

Verantwortung, Innovationskraft und Zusammenhalt

Damit leistet das Unternehmen einen aktiven Beitrag zur Klimaneutralität und stärkt den nachhaltigen

KONTAKT

Kärntnermilch reg.Gen.m.b.H. Villacher Straße 92 9800 Spittal an der Drau +43 4762 610 61-0 www.kaerntnermilch.at www.milk-fit.at

Wirtschaftsstandort Kärnten. Am Ende dieses Weges steht der Genuss. Ob im Supermarktregal, in den Genuss Meiereien oder direkt am Bauernhof – die Produkte der Kärntnermilch sind ein Stück Kärnten zum Mitnehmen. Sie stehen für Authentizität, Geschmack und das gute Gefühl, regionale Wertschöpfung zu unterstützen.

„Wir sehen täglich, dass Menschen bewusster einkaufen“, sagt Helmut Petschar, Geschäftsführer der Kärntnermilch. „Marken wie unsere Bio-Wiesenmilch – die Bio Linie der Kärntnermilch – zeigen, dass Nachhaltigkeit und Vertrauen echte wirtschaftliche Werte sind.“ So schließt sich der Kreis: Vom Regen über die Quelle bis zum Glas Milch, von der Hand des Bauern bis ins Kühlregal. Der Weg der Milch ist ein Symbol für Verantwortung, Innovationskraft und Zusammenhalt und dafür, dass Qualität immer dort entsteht, wo Menschen mit Herz, Wissen und Weitblick handeln. |

Vorwort Inhalt

Bekenntnis zu einer innovativen Zukunft

Die Koralmbahn schafft neue Perspektiven. Gemeinsam mit dem Land Kärnten und den Kärntner Linien hat das advantage Magazin eine kompakte Infobroschüre zum Kärntner Nahverkehr publiziert – für eine klaren Überblick über die Mobilität und das umfassende Angebot des ausgebauten ÖVs in Kärnten.

Kärnten, die Steiermark und die AlpenAdria-Region sind jetzt schon Gewinner des neuen Wirtschafts – und Lebensraums! Mir ist bewusst, dass diese Vorhersage mit viel Optimismus bestückt ist. Gleichzeitig werden auch die Regionen von Heiligenblut bis zur Koralm stark profitieren!

Fazit: Nicht abwarten, sondern gemeinsam handeln. Zusammenhalt macht den Wirtschaftsraum Südösterreich stark!

Ihr Walter Rumpler

Veränderung ist die einzige Konstante im Leben

In der aktuellen Ausgabe richten wir den Blick auf eine der bedeutendsten Entwicklungen für Südösterreich: die Eröffnung der Koralmbahn. Sie ist ein Sinnbild für neue Chancen und rückt das Verbindende in den Vordergrund!

Gleichzeitig ist dieses Vorwort für mich ein sehr persönliches. Nach drei bereichernden Jahren trete ich Ende 2025 als Chefredakteurin von der advantage Bühne ab. An dieser Stelle möchte ich mich bedanken – für Ihr Interesse, Ihr Vertrauen und die konstruktiven Partnerschaften, die diese Zeit geprägt haben.

Mir war und ist es eine Herzensangelegenheit, objektiv und authentisch zu berichten und den Menschen, mit denen ich arbeite, wertschätzend, respektvoll und auf Augenhöhe zu begegnen – damit wieder ein neues, gemeinsames WIR entstehen kann.

Herzlichst, Petra Plimon

SOCIAL MEDIA: F Advantage Wirtschaftsmagazin | j advantage Wirtschaftsmagazin d advantage.magazin | www.advantage.at COVER: Grafik: Werk1.

Portraitfotos: © Helge Bauer; Handler; Martin Hofmann; Kanizaj; eurofunk Kappacher; Oliver Wolf/RML; Med Uni Graz/Lunghammer; TINEFOTO.COM | Martin Steinthaler | BABEG; Stadt Graz / Foto Fischer; FH Kärnten; Koban Südvers; AMS Kärnten; Verantwortung zeigen!; Kelag; Foto Fischer; build! Gründungszentrum/Johannes Puch; JOANNEUM RESEARCH; kk; Rene Knabl; TAK; aau/Daniel Waschnig; ÖBB; kk; Dobernig; FHP-Kooperationsplattform Forst Holz Papier/APA-Fotoservice/Hörmandinger; Privat; ÖBB; AK Kärnten/Gernot Gleiss; SAL/Sarina Dobernig; Daniel Waschnig Photography; LCAS; Wood K plus; Daniel Waschnig; ACstyria; LE GmbH-STUDIO4; CPA Aicher Steuerberater GmbH & Co KG; SGZ.

OFFENLEGUNG nach § 5 ECG, § 14 UGB, § 24 , 25 Mediengesetz. IMPRESSUM: Gründung 1997. Herausgeber: Walter Rumpler, w.rumpler@advantage.at. Verlag & Medieninhaber: advantage Media GmbH. Geschäftsführung: Walter Rumpler. Chefredaktion: Petra Plimon, petra@plimon.at. Redaktion: Alois Rumpf, Anja Fuchs, Barbara Pachler, Monika Unegg. Anzeigenleitung: Walter Rumpler. Fotos: advantage, pixelio.de, pixabay.com, unsplash.com bzw. beigestellt lt. FN. Adresse: advantage Media GmbH, Villacher Ring 37, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, T: +43 (0)650 7303400. Die Meinungen von Gastkommentatoren müssen sich nicht mit der Meinung der advantageRedaktion decken. Alle Rechte, auch Übernahme von Beiträgen gem. §44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. AGB/Haftungsausschluss/rechtlicher Hinweis: www.advantage.at PEFC/06-42-28

4 Volle Fahrt voraus Kärnten und die Steiermark sind fortan durch die Koralmbahn verbunden.

12 Kooperation im Fokus

Mit der Koralmbahn rücken auch die Länder im Alpen-AdriaRaum enger zusammen.

28 Weichenstellung

Die Steuerung und Überwachung der Koralmbahn erfolgt von Villach aus.

52 Lehre im Wandel

Die duale Ausbildung bietet Perspektiven und sichert die Fachkräfte von morgen.

64 PEFC-Award 2025 advantage wurde als erstes österreichisches Printmagazin prämiert.

70 Betriebliche Gesundheit

Gesundheit wird immer mehr zum Erfolgsfaktor in der Wirtschaft.

76 In Zukunft verbunden

Auch die Kulturszenen in Kärnten und der Steiermark setzen auf Vernetzung.

PEFC/06-39-364/11

Sollte das Produkt nicht beiliegen, können Sie dieses bei uns anfordern.

© marygoodfoto
Maria Wawrzyniak
© marygoodfoto
Maria Wawrzyniak

VERANTWORTUNG FÜR GENERATIONEN

Nach drei Jahrzehnten Bauzeit und einem Investitionsvolumen von rund sechs Milliarden Euro nimmt die Koralmbahn mit 14. Dezember 2025 offiziell Fahrt auf.

Die neue Infrastruktur symbolisiert nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern ist auch Impulsgeber für Wirtschaft, Forschung, Bildung, Tourismus und nachhaltige Entwicklung. Kärnten und die Steiermark wachsen zu einem gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraum zusammen – ein Jahrhundertprojekt, das die Verantwortung für kommende Generationen unterstreicht.

advantage hat Persönlichkeiten und Entscheidungsträger:innen aus Südösterreich zu Wort gebeten: Welche Zukunftschancen bringt die Eröffnung der Koralmbahn aus Ihrer Sicht?

← Auf der Hochleistungsstrecke erreichen die Züge Höchstgeschwindigkeiten von 230 Stundenkilometern. © ÖBB/isochrom

STEFAN SALZMANN

WISSENSWERT

130 Kilometer neue Hochleistungsstrecke, davon 47 Tunnelkilometer, über 100 Brücken sowie 23 moderne Bahnhöfe und Haltestellen: Die Koralmbahn verkürzt die Reisezeit zwischen Graz und Klagenfurt auf unter 45 Minuten und ist Teil der neuen Südstrecke. Herzstück bildet der 33 Kilometer lange Koralmtunnel, der Groß St. Florian bei Deutschlandsberg und St. Paul im Lavanttal mit zwei eingleisigen Röhren und einem Durchmesser von zehn Metern verbindet.

Bürgermeister St. Paul im Lavanttal „Für die Gemeinde St. Paul erwarte ich mir Zuzug, Betriebsansiedelungen und eine Positionierung als Treffpunkt zwischen Graz und Klagenfurt. Ein ,Brain Gain‘ mit gut ausgebildeten Rückkehrer:innen aus den Städten und aus dem Ausland ist zu erwarten. Mit hoher Lebensqualität im Grünen wohnen, und per Zug im urbanen Raum arbeiten, ein Lebensmodell der Zukunft!“ © kk

ROBERT GFRERER

Geschäftsführer Silicon Alps Cluster und Präsident Silicon Europe Alliance „Damit das Zusammenwachsen ein voller Erfolg wird, sollte erstens ein gemeinsamer Hochschul- und Forschungsraum entstehen; gut, dass daran bereits gearbeitet wird. Der zweite wesentliche Erfolgsfaktor ist der intelligente Ausbau der regionalen Zubringerinfrastruktur, ob am Land oder in der Stadt. Die Qualität der Anschlussverbindungen zur neuen Koralmbahn wird über den Erfolg des Projektes entscheiden. Es gibt noch viel zu tun.“ © Daniel Waschnig Photography

INGRID GRITSCHACHER

Präsidentin KSW Landesstelle Kärnten „Die Koralmbahn kann Türöffner für Innovation und auch ein wichtiger Katalysator für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der nächsten Generation sein. In Kombination mit der gelebten Multikulturalität im AlpenAdria-Raum wird es an uns liegen, die sich bietenden Chancen, aktiv zu ergreifen und die Zukunft mitzugestalten.“ © kk

JÜRGEN

MANDL

Präsident der WK Kärnten

„Die Koralmbahn macht den gemeinsamen Wirtschaftsraum AREA SÜD zur Realität und rückt Kärnten ins Zentrum wirtschaftlicher Entwicklung. Das stärkt Sichtbarkeit, Reichweite und Wettbewerbsfähigkeit und eröffnet neue Chancen für Unternehmen. Kurze Wege sorgen für mehr Tempo, mehr Innovation und dynamischen Austausch von Wissen, Ideen und Fachkräften.“

© Helge Bauer

KARL-HEINZ SNOBE

Geschäftsführer AMS Steiermark

„Die Koralmbahn verbindet Arbeitsmärkte und Regionen. Sie schafft neue Chancen für Fachkräfte, Unternehmen und Forschung. Graz und Klagenfurt rücken zusammen – Pendeln wird attraktiver, Kooperationen einfacher. Ein Meilenstein für nachhaltige Entwicklung und zukunftsfähige Beschäftigung im Süden Österreichs.“ © Chris Zenz

CHRISTA ZENGERER

Geschäftsführerin AC Styria

„Die Koralmbahn verbindet nicht nur Regionen, sondern stärkt auch die Vernetzung von Wirtschaft und Forschung. Sie öffnet neue Wege für den Austausch zwischen Menschen und Unternehmen und leistet damit einen aktiven Beitrag für eine wettbewerbsfähige Zukunft unseres Wirtschaftsraums.“ © ACstyria

PETER GRANIG

Rektor der Fachhochschule Kärnten

„Die Koralmbahn sehe ich als große Chance für Kärnten, gemeinsam mit der Steiermark, den zweitgrößten Bildungsraum Österreichs zu schaffen. Gerade das berufsbegleitende Studium ist ein Zukunftsmodell, mit dem wir als FH Kärnten seit Jahren punkten. Hier sind wir für ein größeres Einzugsgebiet attraktiv: 45 Minuten, das schafft man auch als Tagespendler zum Studium.“

© FH Kärnten

GÜNTHER GOACH

Präsident der AK Kärnten

„Als AK-Präsident sehe ich in der Koralmbahn eine Verantwortung für Generationen: Sie bringt für den Lebens-, Bildungs-, Forschungs- und Arbeitsraum Südösterreich eine ausgezeichnete Chance, sich als Region weiterzuentwickeln und sich im nationalen und internationalen Kontext neu zu positionieren. Damit wird die Region attraktiv für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit, für Innovationskraft und Beschäftigung.“ © AK Kärnten/Gernot Gleiss

CHRISTINA HIRSCHL

Geschäftsführerin Silicon Austria Labs (SAL)

„Die Koralmbahn bringt Menschen näher zusammen – auch über Grenzen hinweg. Für SAL als internationaler Arbeitgeber bedeutet sie: bessere Erreichbarkeit, stärkere Vernetzung und neue Chancen, internationale Talente in der Region zu halten und gemeinsam Zukunft zu gestalten.“ © SAL/Sarina Dobernig

ANDREAS PICHLER

Geschäftsführer Logistikcenter

Austria Süd (LCA)

„Der historisch gewachsene Logistikstandort Fürnitz tritt durch die Eröffnung der Koralmbahn in eine neue Dimension der internationalen Vernetzung ein. Nur durch gezielte strategische Planung – insbesondere durch eine vorausschauende Flächensicherung –lässt sich das volle Entwicklungspotenzial in Fürnitz realisieren und die wirtschaftliche Entwicklung in Kärnten bestmöglich unterstützen.“ © LCAS

MARKUS HORNBÖCK

Geschäftsführer BABEG

„Die Koralmbahn ist ein Meilenstein –sie verbindet nicht nur zwei Bundesländer, sondern schafft eine neue Metropolregion, die für Unternehmen enorm an Attraktivität gewinnt. Mit der BABEG investieren wir gezielt in zukunftsweisende Standorte wie den Technologiepark Lavanttal. Hier entstehen neue Möglichkeiten in den Bereichen Smart Materials und Kreislaufwirtschaft – exakt dort, wo Europa in den kommenden Jahren wachsen wird. Die Koralmbahn bringt dieses Potenzial jetzt direkt auf die Schiene.“

© TINEFOTO.COM | Martin Steinthaler | BABEG

ADA PELLERT

Rektorin der AAU Klagenfurt

„Die Universität Klagenfurt ist schon jetzt attraktiv für steirische Studierende. Durch die Koralmbahn rechnen wir mit einem Aufschwung für unsere Universität – wir werden für Studieninteressierte aus Graz und entlang der Bahnstrecke noch attraktiver. Besonders gut spielen da unsere Stärken mit dem tollen Campus und der ausgezeichneten Betreuungsqualität aus. Außerdem bietet die AAU Studienprogramme an, die es in Graz nicht gibt: Medienund Kommunikationswissenschaften sowie englischsprachige Programme wie „Robotics and Artificial Intelligence“ und „International Business and Economics“. © aau/Daniel Waschnig

ANDREA KURZ

Rektorin Med-Uni Graz

„Die Koralmbahn eröffnet wichtige neue Perspektiven für die Vernetzung von Graz und Klagenfurt. Sie stärkt bestehende Kooperationen in Forschung, Lehre und Patient:innenbetreuung zwischen der Med Uni Graz und dem Klinikum Klagenfurt und schafft die Grundlage für noch engere Zusammenarbeit und innovative gemeinsame Projekte.“

© Med Uni Graz/Lunghammer

ANDREAS MATTHÄ

CEO der ÖBB Holding AG

„Die Koralmbahn ist die pulsierende Lebensader einer neuen Zukunftsregion: Graz und Klagenfurt wachsen zum zweitgrößten Ballungsraum Österreichs. Für 1,1 Mio. Menschen entstehen Chancen, Märkte und wirtschaftliche Impulse – die Region rückt ins Zentrum Europas und zieht mit den großen Metropolregionen des deutschsprachigen Raums gleich.“ © ÖBB

JÜRGEN KOPEINIG

Geschäftsführer build!

Gründungszentrum

„Die Koralmbahn ist nicht nur Infrastrukturprojekt, sondern ein ökonomisches Integrationsprojekt, das mehrere Ökosysteme zu einem leistungsfähigeren, überregionalen Innovationsraum verbindet. Für Startups bedeutet das Zugang zu Talenten und Investoren sowie stärkere Kooperationen. Sie schafft die Basis für ein wachsendes, zukunftsorientiertes Startup-Ökosystem in Kärnten.“ © build! Gründungszentrum/Johannes Puch

IRIS STRASSER

Geschäftsführerin Netzwerk

„Verantwortung zeigen!“

„Unsere Erfahrung aus 17 Jahren erfolgreicher Netzwerkarbeit im Süden Österreichs zeigt: Es ist eine tolle Region mit starken Unternehmen, die ihre Zukunftsverantwortung leben. Viele Menschen in Graz haben Kärntner Wurzeln – und umgekehrt. Die Koralmbahn verkürzt nun die Wege und macht Chancen sichtbar, die längst bestehen. Wir nutzen sie schon.“ © Verantwortung zeigen!

ELKE KAHR

Bürgermeisterin der Stadt Graz

„Die Koralmbahn verbindet Graz und Klagenfurt schnell und umweltfreundlich. Sie eröffnet hunderttausenden Menschen in der Region neue Möglichkeiten in den Bereichen Arbeit, Bildung, Forschung. Die Verbindung macht auch viele neue Sport-, Kultur- und Freizeitangebote viel leichter als bisher zugänglich.“ © Stadt Graz / Foto Fischer

PETER WEDENIG

Geschäftsführer AMS Kärnten

„Mobilität und Arbeitsmarkt hängen eng zusammen. Die bevorstehende Mobilitätswende im Zuge der Koralmbahn wird somit auch zu einer Wende am Arbeitsmarkt führen. Die neuen Verbindungen eröffnen für Unternehmen und Arbeitsuchende mehr Chancen. Jetzt gilt es, sich gut mit den handelnden Akteur:innen –Institutionen, Gemeinden, Interessensvertretungen etc. – zu vernetzen, um zukunftsgerichtete Rahmenbedingungen zu schaffen.“ © AMS Kärnten

JOSEF HERK

Präsident der WKO Steiermark

„Mit der AREA SÜD entsteht im Süden Österreichs die zweitgrößte Wirtschaftsregion unseres Landes. Sie ist eine frische Lebensader, die mehr Miteinander ermöglicht – für unsere Wirtschaft, für die Menschen und insbesondere für die Jugend. Eine lebendige Region mit großem Potential, in der man gerne arbeitet, studiert, investiert und vor allem auch lebt.“ © Oliver Wolf

KLAUS KOBAN

CEO Koban Südvers

„Die Koralmbahn eröffnet große Zukunftschancen – sie hat das Potenzial, die Region im Südosten Österreichs zu stärken. Mobilität, Wirtschaft, Wohnund Arbeitsortwahl, Bildung und europäische Vernetzung können von der Koralmbahn massiv profitieren. Dieses Potenzial muss aktiv genutzt werden –regionale Entwicklung, ein attraktiver Arbeits- und Bildungsmarkt und eine Verstärkung des Schienengüterverkehrs sind dafür essenziell.“ © Koban Südvers

INTERVIEW

mit Eric Kirschner, Joanneum Research

Neue Dynamik für Südösterreich

Durch die Fertigstellung der Koralmbahn wandelt sich die Mobilität, aber auch der Wirtschafts- und Lebensraum in Kärnten und der Steiermark grundlegend.

advantage: Wie wird sich das Mobilitätsverhalten in Südösterreich verändern?

Eric Kirschner: Die Koralmbahn ist mit Sicherheit das größte sozialökonomische Experiment in Österreich seit dem Jahr 1854, dem Jahr, in dem Carl Ritter von Ghega die Bahnstrecke über den Semmering eröffnete. Mit der höheren Geschwindigkeit, den verbesserten Erreichbarkeitsverhältnissen setzte der Tourismus ein, Adel und Bürgertum entdeckten die Sommerfrische für sich. Ähnliche Effekte werden wir in der neuen urbanen Agglomeration Graz/Klagenfurt-Villach erleben. Die rund 1,1 Mio. Einwohner:innen können am Vormittag in Kärnten an den Seen baden gehen und am Abend in die Oper nach Graz kommen. Der gesamte Lebensraum wird gestärkt werden.

Welche Auswirkungen sind auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu erwarten?

Für Beschäftigte dehnt sich durch die neue Südbahn der Suchradius aus. Für sie wird es möglich, neue Arbeitsplätze in derzeit nicht in Tagespendlerdistanz liegenden Regionen anzunehmen. Die Möglichkeiten, eine adäquate Beschäftigung zu finden, steigen signifikant und dies in beiden Bundesländern. Die Pendlerströme zwischen den einzelnen Regionen entlang der Koralmbahn werden sich

signifikant erhöhen, wobei die Effekte bei Reisezeiten bis zu 40–50 Minuten am höchsten sein werden. Der geschätzte mittlere Anstieg der Pendelverflechtungen beträgt knapp 35 %.

„Die Möglichkeiten, eine adäquate Beschäftigung zu finden, steigen signifikant und dies in beiden Bundesländern.“

Eric Kirschner

Wie wird sich die Demografie entwickeln?

Durch das Koralmtunnel-Projekt ergibt sich die große Chance, den negativen demografischen Trend in der Region Südösterreich zu brechen. Eine quantitative Modellschätzung der direkten und indirekten Effekte, die sich mit der Eröffnung der Koralmbahn für die urbane Agglomeration Graz-Klagenfurt – vor allem aber für die jeweiligen Regionen, die steirischen und Kärntner Gemeinden – ergeben, zeigt einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen dem Infrastrukturausbau und der Bevölkerungsentwicklung. Das Vorhandensein eines Bahnhofs geht mit einem um 2,86 %-Punkte höheren Bevölkerungswachstum einher. Der Zugang zu einem Bahn-

Eric Kirschner von JOANNEUM RESEARCH hat mehrere Studien rund um den Wirtschaftsraum Südösterreich publiziert und die Auswirkungen der Koralmbahn auf Kärnten und die Steiermark untersucht. © JOANNEUM RESEARCH

hof erhöht das erwartete Bevölkerungswachstum um knapp zwei Prozent.

Welche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen braucht es, damit die zu erwartenden Effekte auch eintreten?

Mit dem neuen Ballungsraum GrazKlagenfurt entsteht der zweitgrößte Ballungsraum in Österreich neben Wien und ein bedeutender Ballungsraum selbst im internationalen Maßstab. Im deutschen Raum zählen nur Berlin, Wien, München, Hamburg und Köln mehr als eine Mio. Einwohner:innen. Auf Basis einer gemeinsamen Vermarktungsstrategie sollte die neue Agglomeration auch über die Grenzen Österreichs hinaus eine wirtschaftliche Strahlkraft entwickeln. Der mittel- bis langfristige Erfolg hängt maßgeblich von der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte ab; die einzelnen Standorte sollten im Bereich Humankapital nicht in direkter Konkurrenz stehen. Übergreifende und strategische Kooperationen zwischen Universitäten, Hochschulen und Akteuren der Wirtschaft müssen angestrebt werden. |

INTERVIEW

mit Willibald Ehrenhöfer und Sebastian Schuschnig

Gemeinsam für eine starke Südachse

Die Koralmbahn ist mit Dezember 2025 in Vollbetrieb und stellt einen entscheidenden Standortfaktor für Kärnten und die Steiermark dar.

Im Interview mit advantage sprechen die beiden Wirtschaftslandesräte Willibald Ehrenhöfer (Steiermark) und Sebastian Schuschnig (Kärnten) über ihre Zusammenarbeit.

advantage: Wie hat sich Kärnten bzw. die Steiermark auf die Eröffnung der Koralmbahn vorbereitet?

Willibald Ehrenhöfer: Die Koralmbahn ist weit mehr als eine neue Bahnverbindung – sie ist eine Jahrhundert-Chance. Sie vernetzt rund 1,1 Mio. Menschen und über 150.000 Unternehmen mit etwa 770.000 Beschäftigten. Sowohl Kärnten als auch die Steiermark haben die Chancen dieser Jahrhundertinvestition von 5,6 Mrd. Euro früh erkannt und sich gezielt darauf vorbereitet. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche infrastrukturelle, wirtschaftliche und wissenschaftliche Initiativen gestartet, um die Potenziale optimal zu nutzen. Darüber hinaus finden regelmäßig gemeinsame Regierungssitzungen sowie Hochschulkonferenzen statt – ein klares Zeichen für die enge Abstimmung und den gemeinsamen Gestaltungswillen entlang dieser neuen Achse.

Sebastian Schuschnig: Wir sind fest entschlossen, den neu entstehenden Wirtschaftsraum zwischen Kärnten und der Steiermark und die Chancen, die sich da-

raus ergeben, bestmöglich zu nutzen. An den entsprechenden Rahmenbedingungen, die es dafür braucht, arbeiten wir seit Jahren. Die Kärntner Landesregierung hat bspw. eine Koralmbahnstrategie festgelegt. In der sind 111 Maßnahmenfelder definiert, die wir auch laufend monitoren. Da reden wir von standortrelevanten Infrastrukturprojekten, dem weiteren Ausbau des ÖVs und auch von Initiativen im Bereich der Regionalentwicklung.

Wie wichtig ist die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit bzw. welche Kooperationen sind bereits entstanden?

Ehrenhöfer: Die enge Zusammenarbeit zwischen der Steiermark und Kärnten hat eine lange Tradition und wird seit Jahren aktiv gelebt. Institutionen wie Silicon Alps mit 250 Unternehmen, der Green Tech Valley Cluster mit 300 Unternehmen, Silicon Austria Labs mit fast 400 Forscher:innen sowie bisher 400 Mio. Euro an eingeworbenen EU-Mitteln und JOANNEUM RESEARCH sind hervorragende Beispiele für funktionierende Kooperationen über Ländergrenzen hinweg. Mit der Koralmbahn erhält diese Partnerschaft nun eine neue Dimension –sie wird intensiver, strategischer und für beide Seiten noch wertvoller.

Schuschnig: Kärnten und die Steiermark beweisen seit Jahren, dass hier un-

„Künftig wollen wir die Zusammenarbeit weiter vertiefen und die Region Südösterreich als starke gemeinsame Marke etablieren.“

Willibald Ehrenhöfer

abhängig von politischen Konstellationen zusammengearbeitet wird, um etwas für unsere Bundesländer voranzubringen. Und diese starke Südachse wird es sicherlich auch weiterhin brauchen – ob es nun darum geht, gemeinsam gegenüber dem Bund aufzutreten oder aber auch um gemeinsam Projekte umzusetzen. Nur so wird diese neue Verkehrsachse auch zu einer Wertschöpfungsachse für Kärnten und die Steiermark.

Welche gemeinsamen Projekte sind für die Zukunft geplant?

Ehrenhöfer: Künftig wollen wir die Zusammenarbeit weiter vertiefen und die Region Südösterreich als starke gemeinsame Marke etablieren. Ziel ist es, unsere Stärken – Innovationskraft, Lebensqualität und Standortvorteile – international sichtbar zu machen. Wir wollen Südösterreich als attraktiven Wirtschaftsund Lebensraum positionieren, der

Unternehmen, Talente und Fachkräfte gleichermaßen anzieht.“

Schuschnig: Aus meiner Sicht müssen vor allem die gemeinsamen Investitionsund Forschungsvorhaben weiter intensiviert werden. Dazu zählt jedenfalls auch das Projekt des ersten europäischen Wasserstoff-Valleys – ein Meilenstein, der Kärnten, Steiermark und auch Oberösterreich gelungen ist. Bis 2030 sollen hier insgesamt 578 Mio. Euro in die Wasserstoffwirtschaft investiert werden. Und genau so müssen wir auch in anderen Bereichen durch Technologieoffenheit

EU-Fördergelder in die gemeinsame Region holen. Ziel ist es, die Sichtbarkeit als Standort zu erhöhen, daran werden wir weiter arbeiten.

Im Wirtschaftsraum Südösterreich wachsen Regionen und Menschen zusammen, aber auch Unternehmen und Mitarbeiter:innen. Wie können die Potentiale noch besser genutzt werden?

Schuschnig: Ich glaube ganz entscheidend wird es sein, darauf zu achten, dass alle Regionen von der neuen Verkehrsachse profitieren. Das heißt, wir müssen auch an jene Gebiete denken, die nicht

„Die Koralmbahn rückt uns als Standort international in ein ganz anderes Licht und bringt uns damit auch die Chance auf eine neue wirtschaftliche Dynamik.“
Sebastian Schuschnig

direkt an der Bahntrasse liegen. Es muss uns gelingen, die positiven Effekte zu verbreitern, für die Bevölkerung und die Betriebe. Da spielen dann auch begleitende Investitionen in Straßen, Logistikinfrastruktur, Breitbandausbau etc. eine zentrale Rolle.

Ehrenhöfer: Südösterreich verfügt über enormes Potenzial – wirtschaftlich, technologisch und gesellschaftlich. Um dieses bestmöglich zu entfalten, braucht es eine noch engere Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung. Unser Fokus liegt darauf, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, Innovationen zu fördern und nachhaltige Unternehmensansiedlungen zu unterstützen. Die Koralmbahn schafft dafür die idealen Rahmenbedingungen. Denn Unternehmen wachsen dort, wo sie gut ausgebildete Mitarbeiter:innen finden – genau das wollen wir in Südösterreich sicherstellen.

Wie kann die internationale Positionierung des neuen Wirtschaftsraumes gelingen? Schuschnig: Die Koralmbahn rückt uns als Standort international in ein ganz anderes Licht und bringt uns damit auch die Chance auf eine neue wirtschaftliche Dynamik. Das werden wir als Länder durch eine gemeinsame Vermarktung nutzen, sowohl auf politischer als auch auf unternehmerischer Ebene. Die Dachmarke Area Süd, die von den beiden Wirtschaftskammern initiiert wurde, ist z. B. eine Initiative, die durch Zusammenarbeit international Akzente setzen will und sicherlich auch wird.

Ehrenhöfer: Wir müssen Südösterreich als starke, wiedererkennbare Marke etablieren und selbstbewusst kommunizieren, was uns auszeichnet: hohe Innovationskraft, exzellente Lebensqualität und eine strategisch herausragende Lage. Mitten im Baltisch-Adriatischen Korridor – einer der bedeutendsten europäischen Verkehrsachsen – wird Südösterreich zur zentralen Drehscheibe Richtung Südosteuropa, Nordafrika und Westasien. Diese Position wollen wir konsequent nutzen. |

LR Sebastian Schuschnig. © Helge Bauer
LR Willibald Ehrenhöfer. © Lunghammer

Der für Österreich wichtige Hafen im slowenischen Koper ist ein Positivbeispiel für aktuelle Anstrengungen im Bahnausbau. © Slovenske železnice, d. o. o.

„Slowenien

wird auf den Zug aufspringen“

Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn rücken die Länder im Alpen-Adria-Raum enger zusammen. Von Petra Plimon

Die Koralmbahn eröffnet nicht nur neue Dimensionen für den innerösterreichischen Güter- und Personenverkehr – sie stärkt auch die wirtschaftlichen Beziehungen mit den Nachbarländern. Entlang der Baltisch-Adriatischen Achse formt sich ein dynamischer Korridor, der die Ostsee mit der Adria verbindet und damit eine der zentralen Lebensadern des transeuropäischen Handels darstellt. Die neue Hochleistungsstrecke zeigt auch in Slowenien Wirkung und wird als Chance wahrgenommen. advantage hat mit Dušan Mes (General-

direktor Slovenske železnice Group), Sebastjan Šik (Vertreter des Hafens Koper für Österreich) und Benjamin Wakounig (Slowenischer Wirtschaftsverband Kärnten) einen Blick über die Grenzen geworfen.

Kooperationals Erfolgsfaktor „Wir freuen uns, dass Österreich durch diesen bemerkenswerten Ausbau seiner Schieneninfrastruktur hohe Standards für moderne Mobilität setzt. Ich bin überzeugt, dass dies die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern in Zu-

„Die Zusammenarbeit zwischen SŽ und den ÖBB ist sehr erfolgreich. Ich bin überzeugt, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.“

Dušan Mes. Generaldirektor Slovenske železnice Group

kunft weiter stärken wird“, begrüßt Generaldirektor Dušan Mes die Eröffnung der Koralmbahn seitens der staatlichen Slowenische Eisenbahngesellschaft „Slovenske železnice Group“ (SŽ).

Grenzüberschreitende Züge zwischen Slowenien und Österreich bilden den größten Teil des internationalen Personenverkehrs von SŽ, dessen Volumen mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn weiter zunehmen wird. „Villach und Graz sind für uns wichtige Knotenpunkte. Wir führen einen neuen Fahrplan ein, bei dem die Züge auf der Strecke zwischen Ljubljana und Villach alle zwei Stunden verkehren“, erklärt Mes. Damit wird es auch eine direkte Verbindung zwischen Ljubljana und Wien geben. ÖBB RailjetZüge sollen hier voraussichtlich 2026 in Betrieb genommen werden. Auch für die Zugverbindungen über Maribor und Graz sind Verbesserungen in Vorbereitung. „Die Zusammenarbeit zwischen SŽ und den ÖBB ist sehr erfolgreich, und ich bin überzeugt, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, weil wir schnelle und komfortable Verbindungen schaffen, damit die Fahrgäste ein noch besseres Reiseerlebnis mit der Bahn genießen können“, betont Mes. →

© Slovenske železnice, d. o.

Die Schaffung durchgängiger, grenzüberschreitender und verlässlicher Schienenkapazitäten zwischen Koper und den österreichischen Wirtschaftszentren ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor. © Grafik: Luka Koper

„Die Koralmbahn wird zusätzliche Kapazitäten schaffen und den intermodalen Güterverkehr fördern.“

Sebastjan Šik, Vertreter des Hafens Koper für Österreich

Von der Straße auf die Schiene Slowenien investiert aktuell massiv in die Modernisierung des Eisenbahnnetzes „Der Ausbau des Eisenbahnknotens Ljubljana soll in den kommenden Jahren abgeschlossen werden. Außerdem wurde grünes Licht für den Bau einer zweiten Strecke parallel zur bestehenden Strecke zwischen Divača und Koper sowie einer zweiten Strecke nach Kranj und Jesenice gegeben. Diese Entwicklungen werden eine zweigleisige Verbindung zwischen Koper und Jesenice ermöglichen und damit die Durchsatzkapazität des Netzes erheblich steigern“, so Mes.

Schlüsselknotenpunkt im Mittelmeerraum

Koper nimmt als Standort des einzigen slowenischen Seehafens eine zentrale strategische Rolle ein. Der Hafen verfolgt konsequent das Ziel, seine Rolle als zentraler Logistikknoten im Mittelmeerraum weiter auszubauen. Bis 2030 ist geplant, die Kapazität des Containerterminals auf 1,8 Mio. TEU zu erhöhen. „Österreich ist der größte Markt für unseren Hafen.

Mehr als sieben Mio. Tonnen Güter von und nach Österreich werden über Koper umgeschlagen. Natürlich liegen die Steiermark und Kärnten am nächsten an der slowenischen Grenze und damit auch am Hafen von Koper, was für Unternehmen, die hauptsächlich Güter aus dem Fernen Osten und innerhalb des Mittelmeerraums importieren oder exportieren, eine perfekte Wahl ist”, erklärt Sebastjan Šik, Vertreter des Hafens Koper für Österreich. „Die Koralmbahn wird zusätzliche Kapazitäten schaffen und den intermodalen Güterverkehr fördern. Mit der zweiten Bahnlinie Divača–Koper, die bis 2026 fertiggestellt sein wird, wird sich die Kapazität weiter steigern”, so Šik.

Positive Impulse im Alpen-Adria -Raum

Seitens des Slowenischen Wirtschaftsverbandes (SGZ) wurde in den letzten Jahren intensiv daran gearbeitet, Personen und Wirtschaftszweige im AlpenAdria-Raum miteinander zu vernetzen –vor allem Klein- und Mittelbetriebe in den Bereichen Holz, Stahl, Veredelung und Industrie, wie SGZ-Präsident Benjamin Wakounig betont: „Grundsätzlich werden wir alle von der Koralmbahn profitieren. Slowenien als einer der wichtigsten Handelspartner für Österreich wird selbstverständlich auch auf den Zug aufspringen, um Teil dieser Erfolgsgeschich-

„Slowenien als einer der wichtigsten Handelspartner für Österreich wird selbstverständlich auch auf den Zug aufspringen, um Teil dieser Erfolgsgeschichte zu werden.“

SGZ-Präsident Benjamin Wakounig

te zu werden. Wir alle müssen an einem europäischen Miteinander teilhaben und es mitgestalten.“

Wakounig ist überzeugt, dass die „Area Süd“ auch über die Grenzen hinaus gelebt werden sollte, was die Einbindung des gesamten Alpen-Adria-Raums inklusive Südtirol bedeute. „Unser aller Anliegen muss es sein, diese Region von vergangenen Konflikten wegzuführen und hin zu einer friedlichen und prosperierenden Region zu machen. Alle Talente sollen sich ungeachtet der Nationalität frei bewegen können und gefördert werden. Das kommt uns schlussendlich allen zugute.“ |

© SGZ

Koralmbahn“ genannt. ©

„Gut Ding braucht Weil“

Voller Dankbarkeit mit Verspätung: Die Koralmbahn hat viele „Väter“, aber nur eine „Mutter“. Von Alois Rumpf

Der Treffpunkt mit Frau Landeshauptmann a. D. (sie legt auf diese Bezeichnung großen Wert)

Waltraud Klasnic beim Cafe „Frohsinn“ in Graz ist bezeichnend für die Lebenseinstellung der ehemaligen Landeshauptfrau, die im Oktober die Voll endung ihres 80. Lebensjahres feierte und voller Lebensfreude sprüht. Der Hauptgrund des Treffens mit der ersten Landeshauptfrau Österreichs war die offizielle Inbetriebnahme des Jahrhundertprojektes „Koralmbahn“ im Dezember. Gemeinsam werfen wir einen Blick zurück.

„Neue Südbahn“ auf Schiene

Seitens des Bezirkes Deutschlandsberg trieb die „Plattform Koralmbahn“ mit LtPräs. Reinhold Purr, LtPräs a. D. Klauser, LAbg a. D. Wolfgang Chibidziura (in der Folge die LAbg Manfred Kainz und Walter Kröpfl) bei nahezu jeder Sitzung des Landtages seit dem Jahre 1999 das Projekt Koralmbahn an. Sie wurden nie müde auf die Gefahr hinzuweisen, dass die Steiermark ansonsten über Ungarn, Slowenien nach Triest oder Koper „umfahren“ werden würde. Purr erkannte damals schon, dass die „Neue Südbahn – Pontebbana“ nicht nur für Österreich von besonderer Bedeutung sein werde, sondern auch eine Schlüsselverbindung im europäischen Bahnnetz der Zukunft ist.

Durch die gute Vernetzung der IG „Alpe-Adria“ und vor allem mangelnde

Kooperation der verantwortlichen Staatsträger von Ungarn-Slowenien und Italien versuchte man erfolgreich, diese Umsetzung der „Umfahrung“ nie zum Hauptthema werden zu lassen. Die Koralmbahn als „Schuhlöffel“ sei für die Sinnhaftigkeit des Baues der „Baltikum-Adria-Bahn“ nur in Verbindung mit dem SemmeringBasistunnel gewesen, wobei die ersten kommunikativen Schritte LH Josef Krainer mit LH Jörg Haider setzten, wie Klasnic erzählt.

„Durch die Beharrlichkeit von uns allen, die niemals im Kampf für die Umsetzung der Koralmbahn nachgegeben und immer an diese geglaubt haben, ist dieses Werk nun gelungen und ich denke voller Dankbarkeit – die Fertigstellung zwar mit etwas Verspätung – nach.“

Waltraud Klasnic

Vorkämpfer für die Zukunft

Im Dezember 2004 sei es durch den immensen Einsatz von Klasnic und Haider schließlich zur Vertragsunterzeichnung auf Seiten von Verkehrsminister Hubert Gorbach und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel für den Bau der Koralmbahn

gekommen, wie die ehemalige steirische Landeshauptfrau betont. Nur kurz darauf –im März 2005 – erfolgte die Vertragsunterzeichnung des Baues des SemmeringBasistunnels durch LH Waltraud Klasnic, LH Erwin Pröll bzw. Vizekanzler Hubert Gorbach und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Unfair und eine Unterstellung ist für Klasnic, dass Haider und sie vereinbart hätten, keine „Anschlussstelle Flughafen Graz“ zu errichten. Tatsache ist, dass dies damals nie verhandelt wurde und die Diskussion darüber erst viel später – nach ihrer Zeit als Landeshauptfrau – richtig in Gang kam. |

WISSENSWERT

Waltraud Klasnic

*27. Oktober 1945 in Graz –war von 1996 bis 2005 Landeshauptfrau der Steiermark und damit die erste Frau in Österreich, die das Amt an der Spitze eines Bundeslandes bekleidete.

Waltraud Klasnic wird aufgrund ihres Engagements auch „Mutter der
Alois Rumpf
Waltraud Klasnic hat sich bereits Tickets mit ihren Enkelkindern für eine Fahrt mit der Koralmbahn besorgt. © Alois Rumpf

Neue Wertschöpfungspotenziale erschließen

Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn wird die Forschungsachse Süd zwischen Villach, Klagenfurt, St. Paul und Graz gestärkt.

Im Süden Österreichs entsteht ein lebendiger Wirtschafts- und Innovationsraum, welcher von Austausch, gemeinsamen Projekten und Initiativen profitiert und den Standort international attraktiver werden lässt. „Damit öffnet sich für Kärnten die Chance, seine FTI-Kompetenzen gezielt in einen erweiterten südösterreichischen Innovationsraum einzubringen und neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen“, betont Oliver Kathol, Leitung Forschung, Technologie & Innovation, BABEG.

Wissenschafts- und Innovationsquartiere entlang der Koralmbahn

Die Aufgabe der Wissenschafts- und Innovationsquartiere der BABEG, dem Lakeside Science and Technology Park (LSP) in Klagenfurt, dem Technologiepark Villach (TPV/HTCV) sowie des geplanten Technologiepark Lavanttal (TPL) in St. Paul ist es, Bildung, Forschung und Wirtschaft in Kärnten zu stärken. „Dies geschieht durch die daraus entstehende Förderung von Innovationskultur und Wettbewerbsfähigkeit. Technologieparks schaffen Synergien und Begegnungsraum für die Forschungs- und Innovationsakteur:innen in Kärnten und attraktivieren den Zugang für qualifizierte Fachkräfte. Zudem forcieren sie den Wissens- und Technologiefluss zwischen Universitäten, F&E-Einrichtungen und Unternehmen. Sie unterstützen die Gründung und das Wachstum von technologieorientierten

Ab 2027 entsteht im Lavanttal ein Technologiepark mit Fokus auf „Smart Materials und Kreislaufwirtschaft“. © BABEG

Unternehmen und bieten qualitativ hochwertige Infrastruktur“, erklärt Kathol. Der Wissenstransfer zwischen den einzelnen Organisationen wird durch den in den Quartieren entwickelten Nährboden bedingt und gestärkt. Alleine im Lakeside Park sind aktuell etwa 1.800 Mitarbeiter:innen in rund 80 Unternehmen tätig. Der Ansatz, regionale Zentren und deren Weiterentwicklung zu forcieren ist zwingend notwendig, um Agglomerationsvorteile in den Regionen bestmöglich hervorzubringen. Davon profitieren insbesondere junge und (potenziell) schnellwachsende Unternehmen, welche eine entscheidende Rolle für die langfristige Wirtschaftsentwicklung spielen.

Gelebte Kooperation als Standortfaktor

Die drei Technologieparks fungieren als infrastrukturelles Rückgrat für Kärntens strategische Fokusthemen und bilden zugleich die Klammer um eine dynamische Weiterentwicklung des Technologiestandortes. Im Rahmen dieser ganzheitlich gedachten Strategie wird u. a. der Aufbau themenspezifischer Industrieparks und die Entwicklung eines COMET-Zentrums im Lakeside Park forciert. Darüber hinaus können die strategischen Beteiligungen und Initiativen/Projekte der BABEG sowie Forschungseinrichtungen gezielt in den Technologieparks verortet werden, um den aktiven Austausch zu fördern. „Dieser Wissenstransfer stärkt

„Technologieparks schaffen Synergien und Begegnungsraum für die Forschungs- und Innovationsakteur:innen in Kärnten und attraktivieren den Zugang für qualifizierte Fachkräfte.“

Oliver Kathol -Leitung Forschung, Technologie & Innovation, BABEG

nicht nur die Innovationskraft, sondern erhöht auch die Standortattraktivität für neue, technologieorientierte Unternehmen. Zusätzlich ist es Ziel, durch die gesetzten Maßnahmen, die Forschungsachse Süd weiter zu stärken und auszubauen. Abstimmung und Kooperation mit unseren Nachbarregionen wird gelebt und unterstützt die Entwicklung sämtlicher Partner“, so Kathol. |

WEITERE INFOS

BABEG I SUCCESS IN CARINTHIA Kärntner Betriebsansiedlungsund Beteiligungsgesellschaft m.b.H.

Völkermarkter Ring 21–23 9020 Klagenfurt am Wörthersee www.babeg.at

SAVE THE DATE

Carinthia innovates 20.05.2026

Forum Lavanttal im Zeichen der Koralmbahn

Der geplante Technologiepark St. Paul, ein Schlüsselprojekt für die regionale Entwicklung, stand im Fokus der Veranstaltung.

Rund 180 Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Bildung trafen im vergangenen Oktober im Rathaus St. Andrä beim zweiten Forum Lavanttal, einer Kooperationsveranstaltung des Regionalmanagements Lavanttal (RML), dem Verein Lavanttaler Wirtschaft (VLW) und der BABEG, zusammen.

Technologiepark

Lavanttal auf Schiene

Im Lavanttal wird - neben dem Lakeside Park und dem TPV Villach – bald Kärntens dritter Technologiepark errichtet: am Areal neben dem neuen Koralmbahnhof St. Paul im Lavanttal soll ein Hub für Smart Materials und Kreislaufwirtschaft entstehen. Im Rahmen des zweiten Forum Lavanttal wurde das langfristige Ent-

„Der Technologiepark Lavanttal ist ein Leuchtturmprojekt mit überregionaler Strahlkraft –ein Pilotprojekt der interregionalen Zusammenarbeit. Wir wollen den Park aus der Region heraus entwickeln.“

Johannes Gastrager, Geschäftsführer RML

wicklungskonzept sowie die strategische Positionierung beleuchtet. Laut BABEG ist die Zeitachse noch flexibel, 2027 solle aber mit dem Bau begonnen werden. Mit der Eröffnung der Koralmbahn gewinnt das Lavanttal an strategischer Bedeutung.

„Der Technologiepark Lavanttal ist ein Leuchtturmprojekt mit überregionaler Strahlkraft – ein Pilotprojekt der interregionalen Zusammenarbeit. Wir wollen den Park aus der Region heraus entwickeln“, so Johannes Gastrager, Geschäftsführer RML.

Blick über die Koralm Roman Neubauer stellte das Innovationszentrum Weiz als Beispiel einer gelungenen Positionierung vor. Der steirische Landesrat Willibald Ehrenhöfer unterstrich einmal mehr die Bedeutung der Kooperation zwischen Kärnten und der Steiermark. Der Begriff Jahrhundertprojekt sei zulässig: „Die Koralmbahn ist eine enorme Chance für beide Bundesländer, wenn die Synergien genutzt werden.“ |

Spannende Inputs, inspirierende Beispiele und engagierte Diskussionen zeigten: Das Lavanttal ist gemeinsam mit den Kooperationspartnern vor Ort und auf Landesebene bereit, neue Wege zu gehen und seine Chancen zu nutzen. © RML/ Polsinger

SPATENSTICH FÜR LOGISTIKDREHSCHEIBE

Am Freitag, dem 21. November, erfolgte am WietersdorferStandort Peggau der Startschuss für einen multimodalen Terminal der Unternehmen Alpacem und InterCal der Wietersdorfer Gruppe sowie Innofreight. Zum Spatenstich reisten der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek und Verkehrslandesrätin Claudia Holzer an und leiteten gemeinsam mit Lutz Weber, Geschäftsführer von Alpacem und InterCal, symbolisch die Projektarbeiten ein. Für Landeshauptmann Kunasek ist der Terminal „ein gutes Beispiel, wie traditionsreiche Unternehmen sich den Herausforderungen der Zeit stellen und dadurch kontinuierlich weiterentwickeln“. Die Logistikdrehscheibe wird allen obersteirischen Industriebetrieben zur Verfügung stehen. |

Auf die Strecke, fertig, los!

INNOVATIONSGESPRÄCHE DER INNOREGIO SÜD

Rund 150 Vertreter:innen aus Industrie, Forschung und Politik trafen im November bei Infineon in Villach zusammen. „Die digitale Transformation verändert unsere Industrie in einem Tempo, das wir vor wenigen Jahren kaum für möglich gehalten hätten“, betonte Timo Springer, Präsident IV Kärnten. „Die Koralmbahn ist ein echter Gamechanger“, unterstrich Kurt Maier, Präsident IV Steiermark. Beide hoben die Stärke der Region hervor: international erfolgreiche Industrieunternehmen, Spitzenforschungseinrichtungen wie Silicon Austria Labs, Joanneum Research, Fraunhofer, W3C, Lakeside Labs sowie leistungsfähige Hochschulen. |

Ab 14.12. verbindet die neue Südstrecke Wien, Graz und Klagenfurt öfter, schneller und direkter.

Foto:
Gerhard Schmolke

„Infrastruktur ist das Rückgrat, Zusammenhalt das

Herz“

Die Eröffnung der Koralmbahn markiert für den neuen SPÖ-Landesparteivorsitzenden Landesrat Daniel Fellner eine Jahrhundertchance für Kärnten – insbesondere für die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg.

Mit der Koralmbahn als Teil der Baltisch-AdriatischenAchse entsteht ein neuer Zentralraum mit rund 1,1 Mio. Einwohner:innen, darunter etwa 500.000 Beschäftigte. 29 Tagesverbindungen zwischen Klagenfurt und Graz zeigen völlig neue Perspektiven auf. Expert:innen prognostizieren der neu entstehenden Metropolregion ein Bevölkerungswachstum von rund 2,8 Prozent.

Für SPÖ-Landesparteivorsitzenden

Landesrat Daniel Fellner bietet die Koralmbahn auch den Gemeinden die Chance, Grenzen im Kopf zu überwinden. Das geschehe allerdings nicht von selbst, sondern müsse aktiv gestaltet werden.

„Infrastruktur ist das Rückgrat, Zusammenhalt das Herz. Nur wenn wir Wirtschaft, Gemeinden und Menschen an einen Tisch bringen, wird Kärnten als lebendiger, international sichtbarer Wirtschaftsstandort erblühen. Jetzt ist der Moment, um Weitsicht in Taten zu verwandeln“, so Fellner.

Kooperation im Fokus

Kärnten beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren intensiv und abgestimmt mit den Potenzialen, die diese Hochleistungsverbindung mit sich bringt. Um die Weichen strategisch richtig zu stellen, wurde vom Land die Lenkungsgruppe Koralmbahn eingerichtet. In diesen Prozess aktiv eingebunden sind neben den Landesabteilungen auch Sozialpartner, Gemeinde- und Städtebund, Vertreter:innen aus Forschung, Bildung und Infrastruktur sowie zahlreiche Kärntner Gemeinden. „Die Koralmbahn ist ein Motor für eine gemeinsame Zukunft unserer Regionen“, unterstreicht Fellner. „Sie eröffnet den Gemeinden entlang der Strecke enorme Chancen – gemeinsam zu investieren, gemeinsam zu wachsen und gemeinsam zu reüssieren. Interkommunale Projekte sind dabei der Schlüssel: Wenn Gemeinden über ihre Grenzen hinausdenken und zusammenarbeiten, entstehen Synergien, die allen zugutekommen – sei es im Wohnbau, in der Ge-

„Die Koralmbahn ist weit mehr als nur ein Verkehrsprojekt – sie ist ein Symbol dafür, wie mutig Kärnten in die Zukunft blicken kann.“

SPÖ-Landesparteivorsitzender Landesrat Daniel Fellner

sundheitsversorgung, in der Bildung oder bei Betriebsansiedelungen.“

Maßnahmen mit Strategie

Der aktuelle Koralmbahnstrategie-Fortschrittsbericht macht deutlich: In fünf Arbeitsgruppen wurden 113 Maßnahmen erarbeitet – 72 befinden sich in Umsetzung, 17 sind bereits abgeschlossen. Von den 36 priorisierten Projekten sind 86 Prozent, also 31 Maßnahmen, auf Schiene.

„Ich sehe in der Koralmbahn ein Symbol für Zusammenhalt und Aufbruch“, betont Fellner. „Sie verbindet nicht nur Klagenfurt mit Graz, sondern auch Menschen, Gemeinden und Ideen. Wenn wir diese Dynamik jetzt mit Mut und Kooperation weitertragen, kann die Region Kärnten-Steiermark zu einer Modellregion für erfolgreiche, interkommunale Entwicklung in ganz Europa werden.“ |

Zukunftsachse Koralmbahn lässt AREA SÜD zusammenwachsen

Das zweite AREA SÜD Wirtschaftsforum Unterkärnten

in St. Paul bot Anlass für Vernetzung, Austausch und gemeinsame Zukunftsideen.

Ein historisches Ambiente bildete im Oktober den Rahmen für ein intensives, gemeinsames Nachdenken über die Zukunft, als in St. Paul das zweite AREA SÜD Wirtschaftsforum Unterkärnten über die Bühne ging. Unternehmer:innen, aber auch Entscheidungsträger:innen und Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik versammelten sich im Konvikt des Stiftsgymnasiums, um den zahlreichen anregenden Redebeiträgen zu folgen. Die Veranstalter des Abends, die Wirtschaftskammer Bezirksstelle Wolfsberg in Kooperation mit Raiffeisen Kärnten und der Kleinen Zeitung, sorgten für ein abwechslungsreiches Programm – neben inspirierenden Keynotes aus dem Mobilitätsbereich konnten die Gäste drei spannende Diskussionsrunden mit verschiedenen Schwerpunkten rund um die Koralmbahn verfolgen.

Region im Aufbruch

Anlass für das Event war jenes infrastrukturelle Großereignis, das die Wirtschaft im Süden Österreichs seit Monaten zu Vernetzung, Austausch und Innovation anspornt: Nur knapp zwei Monate vor Eröffnung der Koralmbahn bot das AREA SÜD Wirtschaftsforum Unterkärnten die Gelegenheit für letzte inhaltliche Weichenstellungen, Austausch und Vernetzung. Die Bedeutung der Koralmbahn für die Region Unterkärnten ist kaum zu überschätzen – rückt sie die frühere Randregion doch mitten ins

Zentrum eines neuen, lebendigen und vielseitigen Wirtschaftsraums. Schon jetzt sind Wolfsberg und Völkermarkt dynamische Bezirke mit zahlreichen erfolgreichen Unternehmen. Die Bahnhöfe St. Paul und Kühnsdorf/Klopeiner See bilden nun jedoch zwei wichtige Ankerpunkte, die Unterkärnten zu einer hochattraktiven Lebens- und Wirtschaftsregion machen.

„Die Koralmbahn verändert nicht nur Verkehrswege, sondern ganze Lebensräume. Sie verbindet, was lange getrennt war, und macht Unterkärnten zu einem echten Zukunftsraum. Für unsere Betriebe bedeutet das kürzere Wege, schnellere Anbindungen und bessere Chancen, Fachkräfte zu halten und neue anzuziehen“, erklärte Gerhard Oswald, WKBezirksobmann Wolfsberg in seiner Eröffnungsrede. Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten und Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der WK Kärnten, schloss sich an: „Die Koralmbahn verändert nicht nur Wege – sie verändert wirtschaftliche Perspektiven. Unterkärnten hat das Potenzial, Knotenpunkt einer neuen wirtschaftlichen Achse im Süden Österreichs zu werden. Raiffeisen begleitet diese Dynamik aktiv – mit Investitionen in Infrastruktur, Finanzierungslösungen für Unternehmer:innen und einem starken Netzwerk – mit dem klaren Ziel wirtschaftliche Chancen in echten Fortschritt zu verwandeln.“

„Die Koralmbahn verändert nicht nur Verkehrswege, sondern ganze Lebensräume.“

Gerhard Oswald, WKBezirksobmann Wolfsberg

Schwerpunkt Mobilität Kern dieser regionalen Entwicklung ist das Thema Mobilität. Entsprechend wurden die Keynotes am AREA SÜD Wirtschaftsforum Unterkärnten von zwei ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet gehalten: Christian Holzer, Leiter im Asset-Management der ÖBB-Infrastruktur AG, gab in einem pointierten und aufschlussreichen Vortrag Einblicke in Daten und Erfahrungswerte bisheriger ÖBB-Projekte. Christoph Knauder, Geschäftsführer der Alp Lab GmbH, nahm die Zuhörer:innen mit auf einen Ausflug in die Welt der selbstfahrenden Fahrzeuge – und demonstrierte, wie diese technologischen Innovationen schon bald den Pendler:innenalltag im Lavanttal bereichern werden. So sollen bereits 2027/28 selbstfahrende Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr zwischen St. Paul und St. Andrä integriert werden und dabei helfen, die vielzitierte „letzte Meile“ zur Koralmbahn zu überbrücken.

„Unterkärnten hat das Potenzial, Knotenpunkt einer neuen wirtschaftlichen Achse im Süden Österreichs zu werden.“

Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten und Obmann der Sparte Bank und Versicherung in der WKK

Manfred Kainz, WK-Regionalstellenobmann Deutschlandsberg, zeigte sich zutiefst überzeugt von der zukunftsweisenden Technologie: „Mit der Koralmbahn wachsen Kärnten und die Steiermark zu einem starken Wirtschaftsraum zusammen. Damit diese Chance bei den Menschen und Betrieben ankommt, braucht es Mobilität bis in jede Gemeinde. Genau hier setzt das Projekt zum autonomen Fahren an – als wichtiger Schritt hin zu einem zukunftsfähigen, nachhaltigen Verkehrssystem, das Fachkräfte mobil macht und Innovationen in die Region bringt. Deshalb unterstützen die Wirtschaftskammern Steiermark und Kärnten dieses Projekt entschlossen.“

Gemeinsame Zukunftsregion

St. Paul wird im Zuge der KoralmbahnEröffnung nicht nur als Tor zur Steiermark, sondern auch als Technologiestandort stark an Bedeutung gewinnen.

Im Expert:innentalk berichteten Markus Hornböck, Geschäftsführer der BABEG, und Stefan Salzmann, Bürgermeister von St. Paul, von den innovativen Impulsen, die vom zukünftigen Technologiepark St. Paul in die Region hineinwirken werden. In einem weiteren Themenblock erläuterten Klaus Ehrenbrandtner, Geschäftsführer der Kärnten Werbung, und Josef Petritsch, Aktivhotel Marko und WK-Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft, wie der Tourismus von der Koralmbahn profitieren kann – und wie der Klopeiner See seinen alten Ruf als „steirische Adria“ wiedererlangen könnte.

Im letzten Themenblock sprachen LisaMarie Müller, Geschäftsführerin der Himmelberger Zeughammerwerk Leonhard Müller & Söhne GmbH, und WK-Bezirksobmann Völkermarkt Rudolf

„Damit diese Chance bei den Menschen und Betrieben ankommt, braucht es Mobilität bis in jede Gemeinde.“

Manfred Kainz, WK-Regionalstellenobmann Deutschlandsberg

Bredschneider als Vertreter:innen der Wirtschaft über Standortqualität, Fachkräfteverfügbarkeit und die Wichtigkeit regionaler Vernetzung.

In allen Gesprächen wurde deutlich, dass die Weiterentwicklung und Vernetzung der AREA SÜD ein klares Ziel aller regionalen Stakeholder bildet – und dass Kooperation, nicht Konkurrenz, das Mittel zum gemeinsamen und langfristigen Erfolg sein muss. „Unterkärnten hat das Potenzial, Motor für ganz Südösterreich zu werden. Die Koralmbahn ist der Zündfunke – entscheidend ist jetzt, dass Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam Fahrt aufnehmen“, so Gerhard Oswald abschließend. |

Gemeinsam für die Zukunftsregion Unterkärnten: Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nahmen am AREA SÜD Wirtschaftsforum Unterkärnten teil. © WKK | Georg Gutschi – KLZ | Weichselbraun

EXPERTENTIPP

Alles aus einer Hand

Entlang der Koralmbahn wird es zu einer verstärkten wirtschaftlichen Entwicklung kommen. Die Kärntner Notar:innen fungieren als kompetente Ansprechpartner:innen.

Die Koralmbahn ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Österreichs und spielt eine zentrale Rolle bei der Verbindung wichtiger Wirtschaftsräume im gesamten AlpenAdria-Raum, vor allem der Bundesländer Kärnten und Steiermark. Sie eröffnet für Unternehmen zahlreiche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten, welche regelmäßig auch mit komplexen rechtlichen Herausforderungen einhergehen. Entlang der Koralmbahn wird es zu einer verstärkten wirtschaftlichen Entwicklung kommen, einerseits zu Ansiedlungen von Unternehmen, andererseits auch zu Investitionen in bereits ansässige Unternehmen.

Gesellschafts- bzw. unternehmensrechtliche Fragen Unabhängig davon, ob ein Unternehmen neu gegründet oder eine Zweigniederlassung eines bestehenden Unternehmens errichtet werden soll, finden Sie In dieser wichtigen Phase für alle sich dabei ergebenden Fragen in Ihrem Notariat einen kompetenten Ansprechpartner. Dies beginnt bei einer Unternehmensgründung bereits mit der Auswahl der optimalen Gesellschaftsform und der Erstellung eines Gesellschaftsvertrages zur Regelung der wechselseitigen Rechte und Pflichten mehrerer Gesellschafter.

Bei der Beteiligung von Investoren an einem Unternehmen ist ein großes Augenmerk auf die dabei zu berücksichtigenden gesellschafts- bzw. unternehmensrechtlichen Fragestellungen zu legen, um eine

rechtssichere Gestaltung einer Unternehmensbeteiligung zu ermöglichen. Es ist dabei zunächst abzuklären, welche rechtlichen Schritte für eine Beteiligung erforderlich sind (etwa Kapitalerhöhung, Anteilsverkauf). Zudem ist es in diesem Kontext auch ratsam, sich mit Themenkomplexen wie Stimmrechts- und Vetoregelungen, der Gewinnverteilung und Ausstiegsszenarien auseinanderzusetzen, damit unter Einhaltung aller gesetzlichen Formvorschriften für klare und ausgewogene Regelungen zwischen den Beteiligten gesorgt werden kann.

Bei den Kärntner Notar:innen erhalten sie dabei alles aus einer Hand: Von der ersten Beratung, über die Klärung relevanter Vorfragen und die Errichtung aller erforderlichen Verträge und Urkunden, bis hin zur Vornahme aller gesetzlich vorgeschriebenen Beurkundungen und den Anmeldungen im Firmenbuch.

Betriebsansiedelung und Investitionen

Eine erfolgreiche Betriebsansiedelung beginnt auch mit dem richtigen Standort und damit oft mit dem Erwerb eines passenden Grundstückes, womit eine weitere notarielle Kernkompetenz angesprochen ist. Vor jeder Liegenschaftstransaktion steht eine rechtliche Prüfung, im Rahmen welcher die Eigentumsverhältnisse, Fragen zur Lastenfreistellung hinsichtlich allenfalls bestehender Belastungen wie Grunddienstbarkeiten, Pfandrechte etc. und auch rechtliche Fragestellungen im Flächenwidmungs- oder

Raumordnungsrecht abgeklärt werden sollten. Diese Prüfung ist essenziell, um allfällige Risiken im Hinblick auf die Bebaubarkeit und Nutzbarkeit einer Liegenschaft frühzeitig zu erkennen. Auf dieser Basis können ansiedlungswillige Unternehmen sodann fundierte Entscheidungen treffen und Investitionen gezielt absichern.

Nach Klärung aller Vorfragen übernimmt der Notar auch hier eine zentrale Rolle als Vertragserrichter und Treuhänder ein. Er sorgt für die rechtssichere Ausgestaltung des Kaufvertrags unter Wahrung der Interessen aller Vertragsparteien und übernimmt in seiner Funktion als Treuhänder die ordnungsgemäße Abwicklung des Kaufpreises. Er verwaltet die Treuhandgelder nach strengen standesrechtlichen Vorgaben und leitet den Kaufpreis erst dann an den Verkäufer weiter, wenn alle Voraussetzungen vorliegen.

Als moderne Rechtsdienstleister können die 42 Kärntner Notar:innen sämtliche Dienstleistungen in den Bereichen des Unternehmens- und Gesellschaftsrechtes sowie des Liegenschaftsrechtes auch digital erbringen. |

KONTAKT

Die Kärntner Notar:innen stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung: www.ihr-notariat.at

Notariatskammer für Kärnten: T: 0463/ 51 27 97

Öffentlicher Notar
Dr. Reinhard Kern & Partner

Neue Leitmotivkampagne stellt Menschen und Zukunft in den Fokus

Das Lavanttal liegt im Herzen des neuen Wirtschaftsund Lebensraums Südösterreich © Tribondeau

Mit der Eröffnung der Koralmbahn rückt das Lavanttal in den Mittelpunkt – und will als Wachstumsregion weiter Fahrt aufnehmen.

Neue Verkehrsverbindungen eröffnen neue Chancen für Regionen: Einst mit dem Bau der A2 hat das Lavanttal einen Aufschwung erfahren. In den letzten Jahren hat sich das Tal zwischen Kärnten und der Steiermark beachtlich entwickelt. „Die Koralmbahn wird vergleichsweise noch größere Entwicklungschancen für die Region bringen“, ist Johannes Gastrager, Geschäftsführer des Regionalmanagements Lavanttal (RML) überzeugt. Die neue Hochleistungsstrecke zwischen Graz und Klagenfurt rückt das Lavanttal ins Zentrum einer neuen Metropolregion im Süden Österreichs. Durch den Anschluss an die Hauptverkehrsader Europas entsteht so eine der aufstrebendsten Zukunftsregionen im Alpen-Adria-Raum – mit besten Bedingungen zum Wohnen und Leben, attraktiven Arbeitgeber:innen und einem vielseitigen Ausbildungsangebot – sichtbar gemacht auf zukunftlavanttal.at.

Regionales Standortmarketing

Getragen von den neun Lavanttaler Gemeinden versteht sich das Regionalmanagement Lavanttal (RML) als Motor einer zukunftsorientierten Regionalentwicklung – mit dem Ziel, abgestimmt mit dem Standortmarketing Kärnten positive

Imagearbeit für die Region umzusetzen. In Zusammenarbeit mit regionalen Akteur:innen und Partner:innen werden Projekte in sieben strategischen Schwerpunktfeldern realisiert. „Es geht nun darum, die Positionierung der Region zu schärfen und zu kommunizieren“, so Gastrager. Im Sommer wurde eine Leitmotivkampagne mit dem Titel „Lavanttal Die Zukunftsregion” ausgearbeitet. Dabei sollen die besonderen Stärken des Lavanttals sowohl innerhalb als auch außerhalb der Region sichtbar gemacht werden.

Zukunftsregion zwischen Graz und Klagenfurt

Die Kampagne richtet sich an drei Zielgruppen – in der Region selbst und im Großraum Graz. Sie zielt darauf ab, junge Menschen in der Region zu halten, Lavanttaler:innen, die für eine Ausbildung oder beruflich weggezogen sind, Perspektiven zur Rückkehr zu bieten, aber auch Menschen von außen auf das Lavanttal aufmerksam zu machen. Neben Maßnahmen wie Plakatwerbung, Infoscreens und Flugwerbung auf Events setzt das RML insbesondere auf digitale Möglichkeiten. So werden über die für die Zukunfts region Lavanttal etablierten Social-Media-Kanäle entsprechende Bei-

Johannes Gastrager

KONTAKT

RML Regionalmanagement Lavanttal GmbH

Getreidemarkt 3, 1. Stock 9400 Wolfsberg

www.zukun�lavan�al.at

„Mit der Leitmotivkampagne möchten wir einen Impuls setzen, um speziell im Großraum Graz noch mehr Bewusstsein für das Lavanttal zu schaffen, unsere Identität sichtbar machen und das regionale Selbstbewusstsein weiter stärken.“

träge zur Bewerbung der Region in definierte Zielmärkte ausgespielt. Zentraler Baustein des regionalen Standortmarketings sind Videoproduktionen: Geplant sind Kurzvideos, die speziell im SocialMedia-Bereich eingesetzt werden und in denen über 100 Testimonials die Vorzüge der Region präsentieren und erzählen, warum sie hier arbeiten und leben. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen –jene, die bleiben, jene, die zurückkehren und jene, die neu ins Lavanttal ziehen. Das Lavanttal zeigt damit, dass es nicht nur ein schöner Lebensraum ist, sondern eine Zukunftsregion – voller Perspektiven und Potenzial. |

Aus einem Familienunternehmen mit einer Konzernstruktur ist ein Konzern gewachsen, der weiterhin auf familiären Grundwerten basiert. © Rene Knabl

SMB bietet seinen Mitarbeitenden ein spannendes Arbeitsumfeld © Alex Stangl

INTERVIEW

„Wir verbinden Menschen“

Die SMB Gruppe ist weiterhin auf Wachstumskurs –ein positives Signal für die heimische Wirtschaft in herausfordernden Zeiten.

advantage: Wo liegen die aktuellen Schwerpunkte der Unternehmensgruppe? Welche Projekte sind in Umsetzung bzw. geplant?

Hermann Grundnig: SMB positioniert sich als integrierender Lösungsanbieter und internationaler Player für die Planung, Realisierung und Wartung von komplexen Industrieanlagen, insbesondere bei Medien- und Energiesystemen für Produktionsumgebungen in den Branchen „Microelectronics“, „Life Science“, „Energy“ und „Automotive“. Als Lösungsanbieter und Partner für die Industrie von morgen verbindet SMB technologische Kompetenz mit einem klaren Werteverständnis. Entlang der Mega-

WISSENSWERT

SMB wurde 1968 gegründet und ist im industriellen Anlagenbau, Engineering sowie dem Service und der Wartung von Industrieanlagen tätig. Die Firmengruppe beschäftigt rund 700 Mitarbeiter:innen an zehn Standorten in Österreich, Deutschland, Ungarn, Slowakei und Serbien. www.smb.at

trends und durch die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit, ergeben sich für die Zukunft besondere technologische Chancen für neue Entwicklungen – gemeinsam mit unseren langjährigen Kunden, in unterschiedlichen Branchen. Neben Österreich ist mittlerweile Deutschland der Hauptmarkt unseres Unternehmens. Derzeit sind besonders Projekte im Bereich der Halbleiterindustrie ein wesentlicher Geschäftsanteil. Digitalisierung und KI sind somit auch indirekt für das Wachstum in diesem Geschäftsbereich verantwortlich. Geopolitische Veränderungen und das Streben nach Versorgungssicherheit sind maßgeblich für eine gut gefüllte Projektpipeline im Bereich der biopharmazeutischen Industrie. In beiden Branchen ist es uns in den letzten Jahren gelungen nicht nur den deutschen Markt zu erschließen, sondern auch Richtung Osten, vor allem nach Ungarn, zu expandieren.

SMB betreibt Standorte in der Steiermark und in Kärnten. Welche Bedeutung hat die Eröffnung der Koralmbahn?

Welche Chancen sehen Sie für die Unternehmensgruppe, aber auch generell für die heimische Wirtschaft?

„Als Lösungsanbieter und Partner für die Industrie von morgen verbindet SMB technologische Kompetenz mit einem klaren Werteverständnis.“

Hermann Grundnig, CEO der SMB Gruppe

SMB ist seit vielen Jahren in der Steiermark und Kärnten verankert. Auch jetzt schon pendelt ein nicht unbedeutender Teil unserer Mitarbeitenden zwischen Kärnten und unserem Headquarter in Hart bei Graz. Durch die Koralmbahn wird das nicht nur für unsere derzeitigen Mitarbeitenden einfacher, sondern für uns bedeutet der Koralmtunnel vor allem auch ein massiv erweitertes Einzugsgebiet für Fachkräfte. Neben dem einfacheren gegenseitigen Austausch entstehen zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten in einem riesigen gemeinsamen Wirtschaftsraum, der über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus sichtbar

© Rene Knabl

wird. Diese Sichtbarkeit wiederum ist ein hervorragender Nährboden für künftige Wirtschaftsentwicklungen entlang der neuen Verkehrs-Achse. Besonders die Bemühungen rund um den in St. Paul im Lavanttal geplanten Innovations- und Technologiepark versprechen interessante Möglichkeiten in Bezug auf innovative Geschäftsbereiche. Natürlich werden wir langfristig auch vom attraktiven Lebensraum in dieser Region profitieren. Noch immer ist die Verfügbarkeit von jungen, gut ausgebildeten und innovativen Mitarbeitenden eine wesentliche Grundlage für eine positive wirtschaftliche Entwicklung unserer Unternehmensgruppe, aber auch für die gesamte Region, in der wir verankert sind.

Wodurch zeichnet sich SMB als attraktiver Arbeitgeber im Wirtschaftsraum SteiermarkKärnten, der oft zitierten Area Süd, aus?

SMB ist seit Jahren auf Wachstumskurs und wird diesen auch in Zukunft fortsetzen. Durch die laufende Weiterentwicklung und das Wachstum von SMB ist es für Mitarbeitende möglich sich einzubringen und sich selbst weiterzuent -

wickeln. Dies wird auch aktiv gefördert. Bei SMB ist es selbstverständlich auf die Mitarbeitenden und ihre Bedürfnisse einzugehen.

Wir bieten unseren Mitarbeitenden ein sicheres Unternehmensumfeld verbunden mit einer zeitgemäßen Arbeitsumgebung und flexiblen Arbeitszeitmodellen in vielen Bereichen.

Teamwork und die damit einhergehende Kommunikation werden von uns durch Teamevents und einen laufenden Informationsfluss aktiv gestärkt. SMB bietet seinen Mitarbeitenden außerdem attraktive Benefits.

Herausfordernde Zeiten für die heimische Wirtschaft: Wie wird die aktuelle Situation in Ihrem Unternehmen wahrgenommen?

Die Welt verändert sich – technologisch, ökologisch und gesellschaftlich. Märkte werden vernetzter, technologische Innovationszyklen kürzer, die Anforderungen an Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung komplexer. Für SMB ist dieser Wandel keine Bedrohung, sondern der natürliche Raum, in dem sich das Unternehmen seit Jahrzehnten entwickelt – innovativ, mutig und mit Leidenschaft

„Neben dem einfacheren gegenseitigen Austausch entstehen zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten in einem riesigen gemeinsamen Wirtschaftsraum, der über die Landesund Bundesgrenzen hinaus sichtbar wird.“ Hermann Grundnig

für Technik. Bei SMB gestalten Mitarbeitende industrielle Innovationen mit. Wir bieten bodenständige Werte, eine nachhaltige Herangehensweise, moderne Technologien und ein Team, das zusammenhält. SMB verbindet nicht nur Rohre, Gebäude und Anlagen – sondern vor allem Menschen. |

KONTAKT

SMB Holding GmbH Gewerbepark 25 A-8075 Hart bei Graz Tel +43 316 49 19 00 office@smb.at www.smb.at

Teamwork wird bei SMB groß geschrieben. © Oliver Wolf
SMB-Gasflaschenschrank. © René Knabl

Botschafter für die Technologien der Zukunft: der TORUS der Firma ALP.Lab. © ALP.Lab

Selbstfahrend

über die „letzte Meile“

Im Projekt MODAS wird die Einführung automatisierter Busse entwickelt, die zukünftig als öffentliche Verkehrsmittel an die Koralmbahn anschließen sollen.

Ein barrierefreier Bus, der regelmäßig zwischen St. Andrä im Lavanttal und St. Paul verkehrt, der Pendler:innen zur Koralmbahn bringt und wieder abholt, der an die Bedürfnisse vor Ort angepasst ist – und dabei ganz ohne Lenker:in auskommt? Was für manche vielleicht nach Zukunft und Science-Fiction klingt, soll in zwei bis drei Jahren Realität sein. Im Rahmen des MODAS-Projekts werden schon jetzt automatisierte Busse getestet, die nicht nur im Lavanttal, sondern auch zwischen Groß St. Florian und Deutschlandsberg in der Steiermark den öffentlichen Verkehr ergänzen sollen. Begleitet wird das Projekt von der ALP.Lab GmbH, ein auf intelligente Fahrzeuge, Infrastruktur und Mobilitätslösungen spezialisiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Graz. Geschäftsführer Christoph Knauder stammt selbst aus dem Lavanttal und freut sich, an der Entwicklung der regionalen Mobilitätsangebote mitzuwirken:

„Moderne, komfortable und sichere Anschlussmobilitätslösungen im ÖPNV sind für die erste und letzte Meile zu den Bahnhöfen wesentlich, um das Angebot der Koralmbahn vollständig und nachhaltig nutzen zu können“, erklärt er. „Durch die schrittweise Einführung von automatisierten Bussen und Fahrzeugen kann die Qualität der Anbindung an die Mobilitätsknoten verbessert werden. Dabei werden sowohl Ergänzungen für konventionelle Linienverkehre als auch OnDemand Lösungen betrachtet, um flexible und erweiterte Lösungen zu schaffen.“

Mobilitätswende

Die Gründe, die für eine Ergänzung des öffentlichen Verkehrs durch automatisierte Fahrzeuge sprechen, sind vielfältig. So kann der steigende Mobilitätsbedarf im urbanen wie auch im ländlichen Raum aufgrund eines Mangels an Fahrer:innen und Ressourcen oft nicht gedeckt werden. Gleichzeitig machen die Klimakrise und die infolge formulierten Klimaziele intelligente und nachhaltige Verkehrslösungen dringend notwendig. „Durch den Einsatz von elektrischen Fahrzeugen können die lokalen Emissionen reduziert werden“, so Knauder. „Wenn es ein qualitativ hochwertiges ÖPNV-Angebot gibt, können zusätzlich Fahrten aus dem motorisierten Individualverkehr reduziert werden.“ Ein weiterer Vorteil sei die größere Flexibilität automatisierter Mobilitätslösungen: Insbesondere in kleinteiligen ländlichen Siedlungsstrukturen können die Angebote leichter an die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der jeweiligen Region angepasst werden.

Automatisierte Lösungen

Was in Österreich oft noch als Neuland wahrgenommen wird, ist in anderen Ländern bereits Teil des Alltags. So fährt etwa in der norwegischen Stadt Stavanger seit 2022 ein selbstfahrender E-Bus mit Platz für 50 Personen im regulären Linienverkehr – ein starkes Innovationssignal, das man sich auch für die AREA SÜD erwartet. Europaweit werden darüber hinaus zahllose Pilotprojekte mit automatisierten Shuttles und Bussen durchgeführt,

„Moderne, komfortable und sichere Anschlussmobilitätslösungen im ÖPNV sind für die erste und letzte Meile zu den Bahnhöfen wesentlich, um das Angebot der Koralmbahn vollständig und nachhaltig nutzen zu können.“

Christoph Knauder, ALP.Lab GmbH

um die sichere und schrittweise Einführung der neuen Mobilitätssysteme zu ermöglichen. Was aktuell noch fehle, sei vor allem eine angepasste Rechtsgrundlage zum hochautomatisierten Fahren –ebenso wie geeignete Rahmenbedingungen, um Vertrauen in die Technologie zu schaffen. „Die Technologie ist nur ein Teil – entscheidend ist, wie sie eingeführt und erprobt wird“, betont Knauder. Durch schrittweises, transparentes Testen im Realverkehr könne die Akzeptanz in der Bevölkerung nachhaltig wachsen –denn Verständnis und Vertrauen entstehen vor allem dort, wo Sicherheit und Nutzen unmittelbar erlebbar werden. |

Wo die Weichen gestellt werden

Robert Staudacher leitet die Betriebsführungszentrale (BFZ) der ÖBB in Villach und zeichnet sich mit seinem Team für die Steuerung und Überwachung der Koralmbahn verantwortlich.

Der ÖBB-Mitarbeiter, seit 1988 im Unternehmen und selbst lange Zeit Fahrdienstleiter an verschiedenen Betriebsstätten in Südösterreich, spricht über den Wandel eines Berufsbildes und die neuen Anforderungen durch die Koralmbahn.

Zentrale Steuerung

„Anno dazumal gab es an jedem Bahnhof einen Fahrdienstleiter, der den Zugverkehr vor Ort regelte. In den letzten 20 Jahren hat sich die Steuerung des österreichischen Bahnverkehrs massiv weiterentwickelt“, erzählt Robert Staudacher. Dahinter liegt ein bundesweites Betriebsführungskonzept. Im Fokus stehen die fünf Betriebsführungszentralen (BFZ) in Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck und Villach. Dort laufen alle Informationen zu Zugbewegungen, Signalen, Weichen und Fahrplänen zusammen. Fahrdienstleiter:innen steuern von einer zentralen Leitstelle aus ganze Regionen – mit modernster Computertechnik und Echtzeitdaten.

Tätigkeit mit Verantwortung

Das Berufsbild der Fahrdienstleitung hat sich in den letzten Jahrzehnten aber nicht

„Ein 33-km-langer Eisenbahntunnel ist eben nicht

Alltag in Österreich.

Aber wir sind gut vorbereitet.“
Robert Staudacher

nur aufgrund des technologischen Fortschritts maßgeblich verändert. Auch der demografische Wandel ist spürbar. Die ÖBB befinden sich inmitten eines Generationenwechsels, bis 2027 wird rund ein Fünftel der Mitarbeiter:innen in Pension gehen. „Die Tätigkeit der Fahrdienstleitung war seinerzeit durch viele manuel-

le Handlungen vor Ort geprägt. Heute spielt Digitalisierung eine wichtige Rolle, weil die Züge automatisiert fahren. Das ist Lichtjahre von dem entfernt, was wir von früher kennen – hinsichtlich der Anzahl der Mitarbeiter:innen, aber auch was den Kommunikations- und Tätigkeitsaufwand betrifft.“

Wenn neue Bereiche migriert werden, ist damit organisatorisch immer ein großer Aufwand verbunden, speziell im Personalbereich, weiß Staudacher. „Der Schulungsaufwand, der im Hintergrund abläuft, ist komplex und vielfältig.“

Das Herz der Koralmbahn schlägt in Villach

Von Villach aus betreuen rund 170 Fahrdienstleiter:innen aktuell 514 Streckenkilometer in Kärnten und der Steiermark. Mit Abschluss der laufenden Migrationen wird das Team künftig insgesamt 779 Streckenkilometer verantworten.

Mit der Eröffnung der Koralmbahn gewinnt die Betriebsführungszentrale Villach weiter an Bedeutung: von der Draustadt aus erfolgt die zentrale Steuerung und Überwachung der neuen Hochleistungsstrecke. „Durch die Inbetriebnahme der Koralmbahn gibt es

Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn gewinnt die BFZ Villach zusätzlich an Bedeutung: Von hier aus erfolgt die zentrale Steuerung und Überwachung der neuen Hochleistungsstrecke.

© Eric Varh-Tropper

„Mit dem Fahrplanwechsel steigt durch das erweiterte Angebot für die Reisenden gleichzeitig für uns auch die Intensität.“

Robert Staudacher

zusätzliche Bereiche, die wir steuern müssen. Mit dem Fahrplanwechsel steigt durch das erweiterte Angebot für die Reisenden gleichzeitig für uns auch die Intensität, weil der Bahnverkehr viel dichter ist und es noch komplexer wird, auf Abweichungen zu reagieren. Grundsätzlich ändern sich zwar die Szenarien nicht, aber mit dem höheren Zugaufkommen ist auch ein höherer Arbeitsaufwand verbunden. Ein 33-km-langer Eisenbahntunnel ist eben nicht Alltag in Österreich. Aber wir sind gut vorbereitet“, betont Staudacher. |

WISSENSWERT

Das Recruiting für Fahrdienstleiter:innen erfolgt zentral online und über die Karriereplattform der ÖBB. Willkommen sind Bewerber:innen mit hoher Konzentrationsfähigkeit, technischem Verständnis und Verantwortungsbewusstsein. Es folgen Eignungstests, Gespräche und praxisnahe Ausbildungsmodule – bis zur eigenständigen Dienstübernahme in der Leitstelle.

Alpacem

baute Koralmbahn mit

Der Spezialzement für die Kärntner Seite der Koralmbahn stammt aus Wietersdorf und wurde eigens für dieses Bauwerk entwickelt.

Alpacem war ab dem Jahr 2013, beginnend mit dem Hauptbaulos, am Bau der Koralmbahn maßgeblich beteiligt. „Wir sind stolz darauf, bei diesem Jahrhundertbauwerk dabei zu sein, und wir freuen uns darüber, dass unser Zement seit mehr als 130 Jahren das Rückgrat der wichtigsten Infrastrukturbauten in Kärnten ist“, sagt Peter Ramskogler, Vertriebsdirektor von Alpacem Austria. Es sei sehr erfreulich, dass Unternehmen bei bedeutenden Infrastrukturmaßnahmen des Landes auf heimische Materialien setzen, so Ramskogler, der das Projekt für Alpacem vom ersten Tag an begleitete.

Spezialzement

Für den Koralmtunnel wurde ein Spezialzement für Spritzbeton entwickelt, der nicht nur hier, sondern auch bei anderen Baumaßnahmen bereits erfolgreich eingesetzt wurde.

Der erste große „Koralmbahn-Einsatz“ für Alpacem war nach dem Sondierungs-

stollen das Lüftungsbauwerk in Maria Rojach. Eine wesentliche Etappe war die Tunnelkette Granitztal zwischen St. Andrä und Aich, das zweitlängste Tunnelsystem der Koralmbahn. Mit einer Länge von rund sechs Kilometern ist der Granitztaltunnel, der das Jauntal mit dem Lavanttal verbindet, ein wichtiges Puzzleteil des Megaprojekts. Der letzte Einsatz für Alpacem Zement Austria im Rahmen der Errichtung der Koralmbahn war die Ertüchtigung der Jauntalbrücke.

Insgesamt hat die Koralmbahn eine Länge von 130 Kilometern, davon befindet sich rund die Hälfte auf Kärntner Seite.

Tauernautobahn

Das Unternehmen war bereits im Laufe der vergangenen Jahrzehnte an den wichtigsten Infrastrukturbauwerken in Kärnten beteiligt. So findet sich Alpacem Zement im Kärntner Abschnitt der Tauernautobahn, die in den 1970er-Jahren ein Jahrhundertprojekt und eine her-

Spritzbeton mit dem Spezialzement von Alpacem wurde unter anderem bei der Tunnelkette Granitztal eingesetzt. © Alpacem

„Wir sind unglaublich stolz, dass wir mit unseren Zementlieferungen beim Bau des Jahrhundertprojekts Koralmbahn dabei waren.“

Peter Ramskogler, Vertriebsdirektor der Alpacem Zement Austria GmbH in Wietersdorf

ausragende Ingenieurleistung war. Auch in einem der beliebtesten Kärntner Ausflugsziele, der beeindruckenden Kölnbreinsperre, dem größten Speicher Österreichs, wurde Zement aus Wietersdorf verwendet. Er findet sich auch im Speicherkraftwerk Mühldorfer See der ReißeckKreuzecke-Kraftwerksgruppe, einer der Pionierbauten der österreichischen Energiewirtschaft. Die Koralmbahn führt diese stolze Tradition nun fort.

Schiene nutzen

Die neue Bahnstrecke beflügelt auch andere Vorhaben von Alpacem. „Es ist die Zeit gekommen, die Schiene stärker für unser Unternehmen zu nutzen“, erklärt Ramskogler. „Das gibt Raum für unternehmerische Kreativität und uns wird dazu viel einfallen“, meint er lachend. |

Multimodaler Terminal für die Steiermark

Mit einem multimodalen Terminal im steirischen Peggau setzen Alpacem und Intercal, beide Unternehmen gehören zur Wietersdorfer Gruppe, gemeinsam mit Innofreight neue Maßstäbe in der Gütermobilität.

Die Koralmbahn hat Auswirkungen auf den Personen- und Güterverkehr weit über ihre Grenzen hinaus.

Durch den Zugang zum Schienennetz wird auch der obersteirische Wirtschaftsraum direkt von der Koralmstrecke profitieren. Dafür wird im steirischen Peggau von Alpacem, Intercal und Innofreight ein zukunftsweisender Terminal für den Güterverkehr entwickelt. Die neue Einrichtung wird nicht nur von den beteiligten Unternehmen, sondern von allen Industriebetrieben der Obersteiermark genutzt werden.

Logistikdrehscheibe

Für dieses Projekt haben Alpacem und Intercal in dem Gütertransport- und Logistikunternehmen Innofreight, einem Spezialisten für Schienengüterverkehr mit Sitz in Bruck an der Mur, den passenden Partner gefunden. Gemeinsam entwickeln sie eine leistungsstarke Logistikdrehscheibe für den Schienengüterverkehr. Die Container werden für längere

„Wir verfolgen mithilfe der Bahn eine Wachstumsstrategie, indem wir eine stärkere Vernetzung erreichen.“

Harald Braunecker, Geschäftsführer von Intercal

Strecken auf die Waggons gehoben und für die letzte Meile auf die Lkw verladen. Das Areal in Peggau bietet für die neue Infrastruktur die besten Voraussetzungen und birgt großes Potenzial. Es verfügt über einen Gleisanschluss, die Anbindung an die S35 sowie reichlich Lagerplatz für Container, eine Wartezone für die Lkw und Flächen für die Weiterentwicklung.

Spezielle Container

Innofreight steht für spezielle Containerlösungen mit denen Alpacem Produkte aus Wietersdorf anliefern und am Terminal in Peggau regional verteilen will. „Im Gegenzug sollen Rohstoffe aus dem steiri-

Lutz Weber, Geschäftsführer von Alpacem und Intercal, präsentiert den geplanten multimodalen Terminal. © Alpacem/Armin Russold

schen Industrieraum für die Weiterverarbeitung ins Stammwerk nach Wietersdorf geschickt werden, darunter Produkte aus der Stahl-, Papier- und Baustoffindustrie“, sagt Peter Ramskogler, Vertriebsdirektor von Alpacem.

Intercal kann seine Rohstoffe, darunter vor allem Branntkalk, noch weiter verteilen und künftig auch vermehrt Rohstoffe per Bahn anliefern lassen. „Wir verfolgen mithilfe der Bahn eine Wachstumsstrategie, indem wir eine stärkere Vernetzung erreichen. Mit der Bahnlogistik von Innofreight können wir den Lieferradius deutlich erweitern“, sagte Harald Braunecker, Geschäftsführer von Intercal. Intercal und Innofreight arbeiten bereits seit dem Frühjahr 2025 eng zusammen, um Branntkalk mithilfe des MonTainer XXL von Peggau ins slowakische Košice zu transportieren.

Inbetriebnahme 2027

Der Startschuss für den ersten Schritt, den Abriss der alten Gebäude am Projektstandort, ist erfolgt, 2026 beginnen die Arbeiten. In der ersten Bauphase werden nicht genutzte Gebäude am Standort Peggau abgerissen, um dem multifunktionalen Terminal Platz zu machen. Es geht mit der Planungs- und Gestaltungsphase weiter, für und 2027 mit der Inbetriebnahme. |

Bahn frei für grenzenlose Innovationen

Durch die Eröffnung der Koralmbahn rückt der Lakeside Science & Technology Park noch stärker ins Zentrum der Kompetenz- und Innovationsregion Südösterreich.

Es ist eine echte Erfolgsgeschichte, die seit 20 Jahren im Klagenfurter Lakeside Science & Technology Park geschrieben wird. Was aus einer mutigen Vision entstand, ist heute ein fester Bestandteil der Region: Durch seine einzigartige Kombination aus Bildung, Forschung und Unternehmen gilt der Park nicht nur in Kärnten als etablierte Institution, sondern ist auch international als Leuchtturmprojekt bekannt. In unmittelbarer Nähe zum Wörthersee gelegen, steht er für ein stimmiges Verhältnis von Arbeit und Freizeit und bietet Fachkräften und Unternehmer:innen ein inspirierendes Arbeitsumfeld mit unzähligen Möglichkeiten zur Vernetzung.

Rund 1.800 Menschen sind auf der 40.000 m² großen Fläche tätig – in 70 Unternehmen bzw. Start Ups und neun Forschungsorganisationen arbeiten sie täglich an den Technologien der Zukunft. Als Bildungsstandort profitiert der Lakeside Park von der direkten Nachbarschaft zur Universität Klagenfurt – und setzt mit dem Educational Lab selbst ein nachhaltiges Zeichen für die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte. Die räumliche Nähe zu Unternehmen und Forschungseinrichtungen schafft für Start-ups und Gründer:innen ein ideales Biotop zur Entwicklung neuer, innovativer Formate. Gemeinsam mit dem Technologiepark Villach ist der Lakeside Park somit ein wichtiger Impulsgeber für den Technologiestandort Kärnten.

Koralmbahn öffnet

„Window of Opportunity“

Mit Eröffnung der Koralmbahn beginnt nun ein neues Zeitalter: Als wichtiger IKT-Standort rückt der Lakeside Park noch stärker ins Zentrum des neu verbundenen Innovationsraums Südösterreich. „Die direkte Anbindung zwischen Kärnten und der Steiermark stärkt die regionale Standortattraktivität, erleichtert grenzüberschreitende Kooperationen und intensiviert den Wissenstransfer zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen“, freut sich Geschäftsführer Bernhard Lamprecht und fügt hinzu: „Die Koralmbahn eröffnet für den Lakeside Park ein neues Window of Opportunity“. Vom Technologiepark Villach über den Lakeside Park Klagenfurt bis nach Graz entsteht entlang der Koralmbahn eine Forschungsachse Süd, die nicht nur den Zugang zu Talenten in ganz Südösterreich, sondern auch gemeinsame Forschungsinitiativen und Partnerschaften erleichtert. Zukünftig wird die Achse durch den geplanten Technologiepark St. Paul noch weiter gestärkt: „Mit dem geplanten Baustart des Technologieparks Lavanttal in St. Paul im Jahr 2027 entsteht eine dritte, komplementäre Struktur im Kärntner Technologieökosystem. Durch die zusätzliche thematische Ausrichtung im Bereich ‚Smart Materials‘ wird die bestehende Schwerpunktlogik in Kärnten –IKT in Klagenfurt sowie Mikroelektronik in Villach – um ein strategisch relevantes

den Weg zur Area of Innovation und macht es möglich, die Grenzen zwischen Kärnten und der Steiermark neu zu denken.“

Bernhard Lamprecht, Geschäftsführer der Lakeside Science & Technology Park GmbH

Forschungs- und Zukunftsfeld erweitert“, ist Lamprecht überzeugt.

Standort mit Strahlkraft

Das Zusammenwachsen des Innovationsraums Südösterreich bietet auch den im Lakeside Park ansässigen Unternehmen zahlreiche Vorteile. Für Birgit Machatschek, Head of Human Resources bei eurofunk Kappacher, steht der erleichterte Zugang zu Fachkräften im Vordergrund: „Die neue Koralmbahn schafft für eurofunk einen bedeutenden Standortvorteil. Unser Büro im Lakeside Park in Klagenfurt ist künftig noch besser mit der Steiermark verbunden – ein entscheidender Faktor, um Fachkräfte aus dem benachbarten Raum anzusprechen. Da wir in Graz selbst keinen Standort haben, eröffnet die direkte Bahnverbindung neue Möglichkeiten: Mitarbeitende aus der Steiermark erreichen uns nun schnell und komfortabel mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das stärkt unsere Attraktivität für Fachkräfte und Absolvent:innen aus diesem Raum deutlich und wir können noch

gezielter Talente ansprechen, die bislang wegen der Entfernung andere Regionen bevorzugt haben“, führt Machatschek aus.

Auch die Forschungseinrichtungen im Park profitieren nachhaltig von der neuen Verbindung. Die Grazer Forschungsgesellschaft JOANNEUM RESEARCH etwa ist seit Jahren mit mehreren Instituten in Klagenfurt präsent. Geschäftsführer Heinz Mayer sieht in der Koralmbahn einen wichtigen Beitrag zur strukturellen Entwicklung der Region Südösterreich: „Die Koralmbahn ist weit mehr als eine Hochleistungsstrecke. Sie ist ein Strukturimpuls, der unsere Region zusammenwachsen lässt. Die Bahn schafft Nähe –zwischen Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Bildungseinrichtungen. Das Business-Dreieck Steiermark-KärntenBurgenland rückt enger zusammen und ermöglicht so kritische Massen, die für exzellente Forschung und wirtschaftliche Dynamik notwendig sind“, so Mayer und ergänzt: „Die enge Zusammenarbeit mit Förderagenturen, Forschungs- und Technologieunternehmen sowie mit der Universität Klagenfurt und der FH Kärnten zeigt, wie gezielte Partnerschaften zur nachhaltigen Regionalentwicklung bei-

tragen. Dieser Prozess wird mit der Koralmbahn sicher verstärkt.“

Innovationsraum Südösterreich Um neue Unternehmen und Fachkräfte in die Region zu bringen, ist neben attraktiven Arbeitsplätzen auch eine hohe Lebensqualität gefragt. Mit seiner ganzheitlich gedachten Infrastruktur, den kurzen Wegen und der Nähe zu See und Naherholungsgebieten ist der Lakeside Park hervorragend positioniert, um Talente langfristig zu halten. Geschäftsführer Bernhard Lamprecht sieht die Zukunft der Region Südösterreich in einem eng verzahnten Kompetenzgebiet –ein leistungsfähiger, attraktiver Technologiecluster mit internationaler Sichtbarkeit, der Herausforderungen gemeinsam begegnet: „Die Koralmbahn eröffnet den Weg zur Area of Innovation und macht es möglich, die Grenzen zwischen Kärnten und der Steiermark neu zu denken. Diese neue Realität braucht jedoch eine integrative, überregionale Perspektive: Die Area of Innovation gelingt erst, wenn gedankliche, bauliche, geografische und gesellschaftliche Barrieren überwunden werden“, appelliert Lamprecht. |

„Unser Büro im Lakeside Park in Klagenfurt ist künftig noch besser mit der Steiermark verbunden – ein entscheidender Faktor, um Fachkräfte aus dem benachbarten Raum anzusprechen.“

Birgit Machatschek, Head of Human Resources bei eurofunk Kappacher

„Die Koralmbahn ist weit mehr als eine Hochleistungsstrecke. Sie ist ein Strukturimpuls, der unsere Region zusammenwachsen lässt.“ Heinz Mayer, Geschäftsführer JOANNEUM RESEARCH

Der Lakeside Science & Technology Park gilt als Leuchtturm im Bereich von IKT, Entrepreneurship und innovativen Bildungsformaten. © Lakeside Science & Technology Park

Kärntens innovativste

Ideen gesucht

Reichen Sie Ihr Projekt bis 30. Jänner 2026 für den Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten ein!

Der Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) zeichnet im Auftrag des Landes Kärnten mit dem Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten (IFP) seit vielen Jahren herausragende Leistungen in Wirtschaft und Forschung aus. Ziel ist es, die Vielfalt und Stärke der Innovationslandschaft in Kärnten sichtbar zu machen und jene Unternehmen und Organisationen vor den Vorhang zu holen, die mit ihren Ideen mutig einen Schritt vorangehen. „Innovation ist kein Schlagwort – sie ist die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit, Lebensqualität und die Zukunft Kärntens. Mit dem Innovations- und

Welche Organisation gewinnt 2026 einen Stern für ihr Projekt?

Forschungspreis wollen wir zeigen, wie viel Kreativität, Mut und Leistungsfähigkeit in unserem Bundesland steckt. Jede Einreichung ist ein wertvoller Beitrag zu unserem Wirtschaftsstandort und zeigt, was Kärnten an Zukunftskraft zu bieten hat“, betont KWF-Vorstand Roland Waldner.

Wer kann einreichen?

Bereits am Markt befindliche Innovationen von Unternehmen als Folge von erfolgreich abgeschlossenen Forschungs& Entwicklungs-Vorhaben können eingereicht werden. Auch Forschungseinrichtungen können (fast) abgeschlos-

sene industrienahe F&E Projekte einreichen. Wichtig ist, dass sich entweder der Firmensitz oder die Betriebsstätte, aus der die Innovation kommt, in Kärnten befindet. |

KONTAKT

Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds

Völkermarkter Ring 21–23

9020 Klagenfurt am Wörthersee T: +43 463 55 800 0 office@kwf.at www.kwf.at

Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten 2026

Der Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten ist die höchste Auszeichnung, die der KWF im Auftrag des Landes Kärnten im Bereich Innovation & Forschung jährlich vergibt.

Prämiert werden innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen, die von Unternehmen bereits entwickelt und auf den Markt gebracht wurden (bei Forschungseinrichtungen ohne Markterfahrungen).

Reichen Sie Ihr Projekt bis 30. Jän. 2026 ein!

Persönlich informieren Sie: Michèle Martini | T +43 664 85 91 351 Cornelia Jann | T +43 664 83 99 328 E innovationspreis@kwf.at

INTERVIEW

Das Potenzial für Synergien nutzen

Die AREA SÜD eröffnet Unternehmen bundesländerübergreifende Wachstums- und Kooperationschancen, die es nun zu nutzen gilt.

advantage: Im Kontext der Koralmbahn-Eröffnung fällt häufig das Wort „Jahrhundertchance“. Was muss getan werden, damit die große Chance auch wirklich genutzt werden kann?

Meinrad Höfferer: Jetzt ist es an der Zeit, die letzte Meile zu organisieren und weiter das Potenzial für Synergien zwischen Kärnten und der Steiermark zu nutzen. Es geht darum, die Region attraktiver zu machen. Durch einen ausgebauten Standort muss es uns gelingen, zu verhindern, dass Menschen die Bundesländer verlassen. Der Fokus muss auf den Standorten entlang der Koralmbahn liegen und vorhandene Gewerbeflächen sollten nutzbar sein.

Die Wirtschaftskammer Kärnten hat gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Steiermark die Dachmarke AREA SÜD ins Leben gerufen. Wie kam es zu dem Begriff ?

Im sorgfältigen Abwägungsprozess zwischen den Fragen „Worum geht es?“ und „Welche Aussage soll vermittelt werden?“ wurde der Begriff AREA SÜD entwickelt. Die Entwicklung der Marke erfolgte unter Einbeziehung von Expert:innen, um

eine prägnante und international vermarktbare Bezeichnung zu schaffen. Es wurde ein Begriff etabliert, der sowohl im Inland als auch international erfolgreich positioniert werden kann.

Was ist hier das strategische Ziel? Welche standortpolitische Bedeutung hat diese Marke aus Ihrer Sicht?

AREA SÜD war von Anfang an eine gemeinsame Marke. Es geht darum, was der Koralmtunnel schafft. Die Strecke ist Teil der baltisch-adriatischen Achse und wir hoffen, uns zukünftig auch im AlpenAdria-Raum besser vernetzen zu können.

Die Koralmbahn verbindet nicht nur Kärnten und die Steiermark, sie ist auch Teil der Südstrecke und, in weiterer Folge, des baltisch-adriatischen Korridors. Welche Bedeutung kommt Kärnten hier zu?

Einerseits sind wir in diesem langen Eisenbahnkorridor von Ravenna bis an die Ostsee eingebunden. Außerdem wurde die Tauernstrecke ertüchtigt, sodass künftig mehr Tonnagen über die Strecke gefahren werden können. Künftig wird Kärnten mit der Schaffung des SüdwestBalkan-Korridors an der Schnittstelle von

„Die Menschen sehen eine konkrete Chance und arbeiten gemeinsam an länderübergreifenden Plänen.“

Meinrad Höfferer

zwei Eisenbahnkorridoren liegen. Somit wird der Bahnhof in Fürnitz einer der vier Hauptverschiebepunkte Österreichs. Bisher waren das Wien, Wels und Graz. Es ist gelungen, Fürnitz durch einen Beschluss im Parlament in Brüssel denselben Stellenwert zuzuweisen wie diesen Bahnhöfen. Das bedeutet, Fürnitz hat höhere Ansprüche auf Förderungen und europäische Investitionsmittel. Deshalb muss hier unbedingt weiter ausgebaut werden. Es braucht Investitionen, die den Standort für Unternehmer:innen attraktiver machen.

Welche Erwartungen haben Sie an das erste Jahr mit Koralmbahn?

Aufbruchstimmung. Langsam wird sichtbar, welche Möglichkeiten diese neue Verbindung eröffnet. In der Wirtschaft sehen wir, dass sich hunderte Unternehmer:innen zusammentun und in rund tausend Einzelgesprächen an länderübergreifenden Plänen zwischen Unternehmen gearbeitet haben. Die Menschen sehen konkrete Chancen. |

der Rechtsanwaltskammer für Kärnten

Neue Wege für die Rechtsanwaltschaft

Die Koralmbahn eröffnet vielfältige Chancen für den juristischen Nachwuchs, stellt die Rechtsanwaltschaft gleichzeitig aber auch vor Herausforderungen.

Besonders im juristischen Bereich zeigt sich, wie sich verbesserte Mobilität und wirtschaftliche Dynamik auf die Nachfrage nach Nachwuchs im Arbeitsmarkt, sohin auch den Rechtsanwaltsanwärtern auswirken kann und welche Chancen und Perspektiven sich daraus für die Nachwuchsförderung ergeben.

Die tägliche Reisezeit zwischen den beiden Landeshauptstädten verkürzt sich auf weniger als 45 Minuten. Damit wird es möglich, in Graz zu leben, aber in Klagenfurt zu arbeiten – oder umgekehrt. Bewerbungen sind nicht länger auf eine Region beschränkt, und die Auswahl an Ausbildungsplätzen wird wachsen. Wer bisher aus räumlichen Gründen Kompromisse eingehen musste, kann unter Berücksichtigung weiterer Entfernung Karriereentscheidungen treffen.

Work on Train

Die Kärntner Rechtsanwälte haben leichter Zugriff auf fundierte und qualifizierte Bewerber von beiden Seiten der „Pack“. Gleichzeitig wird es notwendig sein auch die Arbeitsbedingungen der Rechtsanwaltsanwärter anzupassen und vermehrt flexible Arbeitszeitmodelle einzuführen, sowie Home Office breiter zu ermöglichen und der Faktor „Work on Train“ wird an Bedeutung gewinnen. Aber auch das tägliche Leben vieler Rechtsanwaltsanwärter könnte sich spür-

„Die

Koralmbahn schafft Mobilität, Effizienz und ein größeres Einzugsgebiet – riskiert aber, regionale, sohin ländliche Strukturen zu schwächen.“

Mag. Robert Suppan

bar verändern. Kürzere Wege zwischen Wohn- und Arbeitsort schaffen Zeit für Familie, Freizeit oder persönliche Weiterbildung. Gerade für Rechtsanwaltsanwärter, deren Ausbildung mit langen Arbeitstagen verbunden ist, eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, Beruf und Privatleben besser in Einklang zu bringen. Eine ausgewogenere Work-Life-Balance wird damit zu einem greifbaren Ziel, nicht nur zu einem Ideal.

Auch der fachliche Austausch profitiert von der neuen Verbindung. Für steirische Rechtsanwaltsanwärter wird es künftig deutlich einfacher, die umfangreichen Fortbildungsangebote der Kärntner Rechtsanwaltskammer wahrzunehmen.

Chance oder Dilemma?

Die Vorteile und positiven Aspekte sind offensichtlich, gibt es jedoch auch negative Umstände. Für viele ländliche Kanzleien in Regionen wie der Obersteiermark, dem Raum Mittelkärnten und Oberkärn-

Mag. Robert Suppan ist Rechtsanwalt in St. Veit/Glan, Mitglied des Ausschusses der Rechtsanwaltskammer für Kärnten und Vorsitzender des Arbeitskreises Aus- und Fortbildung des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (ÖRAK). © Helge Bauer

ten bedeutet die neue Mobilität eine ernsthafte Herausforderung. Rechtsanwaltsanwärter könnte es zunehmend in die Städte/ Ballungszentren ziehen, wo Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten meist um ein Vielfaches attraktiver sind. Kanzleien am Land kämpfen ohnehin mit Nachwuchsmangel – die Koralmbahn könnte diesen Trend weiter verschärfen.

Die Koralmbahn steht damit auch für ein Dilemma der modernen Rechtsanwaltschaft: Sie schafft Mobilität, Effizienz und ein größeres Einzugsgebiet – riskiert aber, regionale, sohin ländliche Strukturen zu schwächen. Damit die Koralmbahn ihr volles Potenzial entfalten kann, sind Politik und Unternehmertum gefordert. Infrastruktur allein schafft noch keine nachhaltige Entwicklung. |

KONTAKT

Rechtsanwaltskammer für Kärnten Theatergasse 4

9020 Klagenfurt am Wörthersee

T: 0463-512425

F: 0463-512425-15

kammer@rechtsanwaelte-kaernten.at www.rechtsanwaelte-kaernten.at

Industrie- und Gewerbegebiet Koralmpark Groß St. Florian. Stellen wir gemeinsam die Weichen.

Mit der Koralmbahn entsteht in der Südweststeiermark einer der spannendsten Wirtschaftsstandorte Österreichs.

Direkt am neuen Bahnhof Weststeiermark eröffnet der Koralmpark in Groß St. Florian Unternehmer:innen und Investor:innen die einzigartige Chance, in einer aufstrebenden Zukunftsregion Fuß zu fassen.

Standort mit strategischem Vorsprung

Die neue Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Graz, Klagenfurt und Villach rückt den Koralmpark mitten ins wirtschaftliche Herz Europas. Nur wenige Minuten von den Autobahnen A9 und A2, dem Flughafen Graz und den Ballungsräumen Graz und Maribor entfernt liegt hier ein Standort, der Erreichbarkeit, Sichtbarkeit und Wachstumspotenzial vereint. Wer jetzt hier investiert, sichert sich frühzeitig beste Flächen und Lagevorteile in einem Raum, der in den kommenden Jahren stark an Bedeutung gewinnen wird.

Raum für unternehmerische Visionen

Der Koralmpark bietet maßgeschneiderte Gewerbeflächen mit modernster Infrastruktur, flexibel, zukunftsorientiert und nachhaltig geplant. Bestens ausgebildete Fachkräfte, Glasfaserinternet und intelligente Verkehrsanbindungen schaffen ideale Voraussetzungen für langfristigen Erfolg. Hier entsteht ein Wirtschaftsareal, das Unternehmen nicht nur Raum gibt, sondern Perspektive.

Der Koralmpark ist ein kooperatives Vorzeigeprojekt. © RMSW_STUDIO4 Moritz Purr und Lasse Kraack, Laßnitztal Entwicklungs GmbH. © LE GmbH-STUDIO4

Lebensqualität als Standortvorteil

Die Südweststeiermark vereint Wirtschaftskraft mit Lebensfreude: hohe Lebensqualität, leistbarer Wohnraum und eine intakte Natur schaffen ideale Bedingungen zum Wohlfühlen für Fachkräfte und ihre Familien. Ein Umfeld, das zugleich inspiriert und motiviert.

Und wie kann ich diese Chance nutzen?

Die Laßnitztal Entwicklungs GmbH begleitet Ihr Unternehmen von der Idee bis zur erfolgreichen Ansiedelung. Als regionale Standortentwicklerin steht sie für persönliche Beratung, schnelle Entscheidungen und praxisnahe Lösungen.

Wir sehen uns: direkt vor Ort im Koralmpark Groß St. Florian. Stellen wir gemeinsam die Weichen. |

„Unterstützt aus Mitteln des Steiermärkischen Landes- und Regionalentwicklungsgesetzes“

LAND LEUTE LEBEN

G’schichteln, Geschichten und Geschichte aus der heimischen Wirtschaftswelt,

gesammelt von Isabella Schöndorfer

Design mit Herz – doppelt ausgezeichnet

Beim Green Panther 2025, dem größten steirischen Werbepreis, holte Kathrin Reisinger mit ihrer Branddesign-Agentur „Herrlich Herzlich“ gleich zwei Auszeichnungen: Silber für das nachhaltige Verpackungsdesign der Affirmationskärtchen „Leo & Lui“ sowie Bronze für die kreative Kernölverpackung „Schwarzes Gold“. Insgesamt wurden in Graz 38 Preise vergeben. Mit drei Nominierungen ging die Designerin ins Rennen. Reisinger steht für individuelle Gestaltung, klare Werte und viel Feingefühl im Designprozess. Mehr Infos: www.kathrinreisinger.at © Michaela Begsteiger

Die Gewinner:innen des Österreichischen Jazzpreises 2025:

Drei Preise, ein Sound: Jazz in Bestform

Maschen, Märchen & Morawa

Am 18. Dezember 2025 lädt die Kärntner Buchhandlung Morawa gemeinsam mit der Kreativboutique Stoff&Chic zu einer weiteren Stricklesung in Klagenfurt. Gelesen wird aus der Romanreihe „Der kleine Strickladen in den Highlands“. Besucher:innen bringen ihr eigenes Strick- oder Häkelprojekt in die Wiesbadener Straße 5 mit und arbeiten während der Lesung daran. Das neue Kulturformat verbindet Literatur, Handarbeit und Gemeinschaft in entspannter Atmosphäre. Der Eintritt ist frei. Wolle kann mitgebracht oder vor Ort gekauft werden. Keine Anmeldung notwendig.

Der Österreichische Jazzpreis 2025 ist entschieden: Aus 174 Einreichungen wählte die Jazzpreis Academy mit 149 Expertinnen zunächst 30 Nominierte. Eine siebenköpfige Fachjury kürte daraus die Sieger:innen in drei Kategorien. Der Jazzpreis gilt als zentrale Plattform zur Förderung der heimischen Jazz- und Global-Music-Szene und wird von starken Partnern aus Kultur, Medien und Wirtschaft getragen. Newcomer 2025 wurde Helene Glüxam, die mit virtuoser Technik und eigenständigem Stil am Kontrabass überzeugt. Die Kategorie Album 2025 gewann das Kenji Herbert Trio mit „A Million Forests of the Fall“, einer spannenden Mischung aus Jazz, Indie-Rock und Ambient. Als Live Act 2025 wurde Christian Muthspiel & ORJAZZTRA VIENNA ausgezeichnet – für große Orchesterkunst, präzise Arrangements und außergewöhnliche Konzertprogramme.

Helene Glüxam, das Kenji Herbert Trio und Christian Muthspiel mit ORJAZZTRA VIENNA.
© Georg Cizek-Graf
Initiatorin Karin Kruse (Stoff&Chic) verbindet bei den Stricklesungen Handarbeit und Literatur. © Karin Kruse Stoff&Chic

LAND LEUTE LEBEN

Fokus, Spannung und volle Energie: Tanja Steiner von der Körperschmiede City in Graz.

Lehrlinge übernehmen das Kommando Ein Premiere in Österreich: Mit der „Huab’n“ im steirischen Almenland eröffnet das erste Restaurant, das ausschließlich von Lehrlingen geführt wird. In dem über 300 Jahre alten Bauernhaus übernehmen 28 junge Talente Küche, Service, Organisation und künftig auch Marketing und Controlling. Geöffnet ist samstags von 11 bis 22 Uhr, serviert werden regionale Klassiker mit kreativen Ideen. Reservierungen unter: www.bauernhofer.at © Bauernhofer

Geburtstagstreffen auf Schloss Leonstain, Pörtschach: v.l.n.r.: Franz Ladinser, Max Eidlhuber, Erika Neuscheller, Christoph und Elisabeth Neuscheller mit Sohn Ferdinand. Im Hintergrund die Büste von Aldo Neuscheller (Vater von Christoph und Gründungsmitglied der „Schlosshotels & Herrenhäuser“).

© Assam www.kaerntenphoto.at

60 Jahre gelebte Gastkultur

Seit 60 Jahren stehen die Schlosshotels & Herrenhäuser für stilvolle Gastfreundschaft mit Geschichte. Gegründet auf Schloss Leonstain in Kärnten, vereint die traditionsreiche Hotelkooperation heute über 40 außergewöhnliche Häuser in vier Ländern. Jüngste Neuzugänge in Italien, Deutschland und Südtirol erweitern die Schlosshotel-Familie um besondere Kraftplätze. Mit einer neuen Treue-App schlägt die Vereinigung nun auch digital eine Brücke zu ihren Gästen. Historische Individualität, nachhaltiger Tourismus und hohe Stammgästezahlen prägen den Erfolg dieses einzigartigen Hotelnetzwerks. Mehr unter www.schlosshotels.co.at

Neustart mit Power in der Körperschmiede City

Seit Jänner 2025 führt Tanja Steiner die Körperschmiede City in Graz als alleinige Geschäftsführerin – mit frischem Konzept und klarem Fokus auf EMS-Gesundheitstraining mit Langzeiteffekt. Nach der Renovierung setzt das Studio auf ganzheitliches Training, funktionelle Übungen, Mobility und Faszie. Trainiert wird effizient in kurzen Einheiten, ideal für Berufstätige. Die Wohlfühlatmosphäre, persönliche Betreuung und hohe Kundenzufriedenheit bestätigen den erfolgreichen Neustart. Infos unter: diekoerperschmiede.at

Wo Abschied Raum bekommt

In Feldkirchen eröffnete das modernisierte Bestattungszentrum „Zeremonium“. In Zusammenarbeit von Stadtgemeinde und Bestattung Kärnten wurde das denkmalgeschützte Gebäude behutsam in eine zeitgemäße Zeremonienhalle für bis zu 140 Personen umgestaltet – ergänzt durch ein kleines Zeremonium für Abschiede im engsten Kreis. Moderne Licht- und Tontechnik ermöglichen individuelle, würdevolle Trauerfeiern. Bürgermeister Martin Treffner spricht von einem wichtigen Ort für Trost und Qualität. Mehr auf: www.bestattung-kaernten.at © Bestattung Kärnten

© Mias Photoart

1.500 Gäste sorgten beim diesjährigen Zukunftstag mit dem Schwerpunkt „global minds, local moves“ für einen neuen Besucherrekord. © moving stills

Der diesjährige Zukunftstag füllte den Messe Congress Graz mit rund 1.500 Gästen – ein neuer Besucherrekord für das Event von Joanneum Research und der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG).

Global minds, local moves: Zukunftstag im Fokus der Standortentwicklung

Ganz im Sinne des Leitthemas „global minds, local moves“ widmete sich der Zukunftstag 2025 dem Thema Standortentwicklung und der Fragestellung: Wie kann der Standort Südösterreich von der Dynamik aus internationalen Perspektiven und regionalem Handeln profitieren? Hochkarätige Keynotes zeigten mögliche Szenarien der Zukunft Europas auf, skizzierten Wege zu mehr Stabilität und Schlagkraft, während spannende Talks regionale Aufgaben und Potenziale an der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaft sichtbar machten. Der Zukunftstag wurde in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal als gemeinsames Projekt von Joanneum Research und der SFG organisiert.

International denken, regional handeln

„Wir müssen unseren Geist öffnen, international denken und regional handeln –so, wie uns der Zukunftstag heute hier

zusammenbringt und über die Grenzen hinaus eint. Die Steiermark hat eine starke Industrie als Rückgrat, einen guten Mittelstand, ein starkes Handwerk, eine hervorragende Ausbildungslandschaft und Forschung auf Spitzenniveau, welche auch durch die Unternehmer:innen des Landes aktiv mitgetragen wird, wie das Alltime-high unserer Forschungsquote von 5,31 Prozent belegt. Darauf können wir stolz sein, und das funktioniert nur, wenn Wirtschaft und Wissenschaft an einem Strang ziehen“, eröffnete Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer.

Neue Regeln globaler Zusammenarbeit

Der ehemalige EU-Forschungsdirektor Robert Jan-Smits, maßgeblich an den milliardenschweren Horizon-Forschungsprogrammen beteiligt, beleuchtete in seiner Keynote den Beginn einer neuen Welt- und Wirtschaftsordnung: „Die Welt ist kein Dorf mehr.“ Die alten Regeln der

internationalen Zusammenarbeit gälten nicht mehr – das hätten unter anderem die USA, Russland und China augenscheinlich demonstriert. „Kooperation wird künftig auf gemeinsamen Werten basieren“, so Jan-Smits. Demnach müssten Europas Regionen ihre vorhandenen Innovations-Ökosysteme massiv ausbauen und sich transeuropäisch vernetzen. General Robert Brieger, bis vor Kurzem Vorsitzender des EU-Militärausschusses, ging in seiner Keynote auf wachsende hybride Bedrohungen ein und sprach über den Bedarf an sicherheitspolitischen Investitionen sowie über Österreichs Rolle in einer gemeinsamen europäischen Verteidigungspolitik.

Neue Weichen für Wachstum Innovationsminister Peter Hanke unterstrich, dass ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort das Ergebnis eines starken Innovationsstandortes sei – und dass die Bundesregierung im Rahmen der Indust-

Innovationsminister Peter Hanke betonte die Bedeutung des Koralmtunnels als Motor für Innovation und Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern. © moving stills

Robert-Jan Smits, ehemaliger Forschungsdirektor der EU, skizzierte in seiner Keynote den Aufbruch in eine neue Welt- und Wirtschaftsordnung. © moving stills

riestrategie bewusst auf jene Schlüsseltechnologien setze, die das größte Wachstumspotenzial für das Land aufweisen. „Dafür spielt die Steiermark eine entscheidende Rolle. Nicht nur, weil sie eines der wichtigsten Bundesländer ist, wenn es um Innovation geht, sondern auch, weil sie ein Vorzeigebeispiel dafür ist, wie Politik, Wissenschaft und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Eine Kooperation,

die mit der Eröffnung des Koralmtunnels Mitte Dezember auch bundesländerübergreifend noch ein Stück weit intensiviert wird – zum Wohle des Standorts und der Menschen.“

Innovation entsteht im Miteinander „Gemeinsam Zukunft gestalten heißt, global zu denken und lokal zu handeln“,

„Ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort ist das Ergebnis eines starken Innovationsstandortes.“

Peter Hanke, Innovationsminister

betonte Joanneum-Research-Geschäftsführer Heinz Mayer. Der Zukunftstag 2025 zeige, wie internationale Impulse und regionale Stärke sich gegenseitig beflügeln können. „Wir bringen nationale und internationale Speaker zusammen, um Perspektiven zu verbinden und neue Wege aufzuzeigen. Es geht darum, voneinander zu lernen, mutig zu handeln und Kooperation als Motor für Innovation zu begreifen. Ich lade alle ein, Teil dieses Dialogs zu sein. Arbeiten wir gemeinsam daran, den Standort in die Zukunft zu führen“, so Mayer. |

Präsenz von Kärnten über Graz bis Wien

WEITERE INFORMATIONEN ERHALTEN SIE GERNE BEI SARAH UNTER:

s.sturm-landsfeldt@monitorwerbung.at Tel. +43 4282 29 777 24

Nutzen Sie mit monitorwerbung Österreichs stärkstes Bundesländernetz für digitale Außenwerbung

Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrer individuellen Kampagnenplanung.

Mit LANNER Media nach Graz und Wien

Mit der Marke Wallerie arbeitet

LANNER Media intensiv am Ausbau digitaler Außenwerbeflächen – über monitorwerbung erfolgt die österreichweite Vermarktung.

Das Ergebnis: das stärkste Digitalout-of-Home Bundesländernetz, das Marken in ganz Österreich Sichtbarkeit verschafft. Von Kärnten über die Steiermark bis nach Wien. „Mit unserem Netzwerk ermöglichen wir es Kärntner Marken, sich dort zu zeigen, wo Wachstum entsteht – entlang der wichtigsten Lebens- und Wirtschaftsachsen in ganz Österreich“, sagt LANNER Media Geschäftsführer Andreas Lanner. Unternehmen können ihre Kampagnen so gezielt in Richtung wirtschaftlich besonders dynamischer Regionen verlängern, etwa

in Graz oder Wien und damit neue Kund:innen, Investor:innen und Fachkräfte ansprechen.

Sichtbarkeit als neue Währung regionaler Stärke

In Kärnten betreibt LANNER Media das größte und modernste Netz an digitaler Außenwerbung – mit Präsenz in allen Bezirkshauptstädten. In der Steiermark umfasst das Portfolio über 70 DOOHStandorte, darunter Premiumflächen wie die LED-Walls bei der Grazer Stadthalle, dem Shopping Center West und dem Center Seiersberg. Entlang der Koralmbahn rücken Screens in und rund um die Bahnhöfe Botschaften ins Blickfeld von Pendler:innen, Geschäftsreisenden und Urlauber:innen.

Auch in Wien setzt monitorwerbung Maßstäbe: Das Unternehmen ist bekannt für außergewöhnliche DOOH-Flächen

Die 15 Screens im Wiener Prater gehören zu den Aushängeschildern des monitorwerbung Netzwerks. © Lanner Media

an hochfrequentierten Orten. Neben den etablierten City-Screens oder Stelen im Prater sorgt heuer ein echtes Highlight für Aufsehen: Erstmals bespielt monitorwerbung die Wiener Weihnachtsdörfer digital – mit zehn Outdoor-Screens am Stephansplatz, beim Schloss Belvedere und am Campus der Uni Wien. Diese Flächen schaffen eine exklusive Bühne mitten im Herzen der Stadt, wo Emotion und hohe Frequenz aufeinandertreffen. Ein Vorteil, den u. a. Marken wie das Nassfeld oder die WellCard für sich nutzen. |

KONTAKT

LANNER Media

Hauptstraße 42 9620 Hermagor T: +43 4282 29777 www.monitorwerbung.at www.wallerie.at

Andreas Lanner (ganz links) vermarktet u. a. die 40 m2 große Video-Wall bei der Stadthalle Graz, die täglich bis 130.000 Sichtkontakte erzielt. © Lanner Media

PEFC Austria Obmann Kurt Ramskogler mit Bürgermeister

NACHHALTIGER UMGANG MIT HOLZ

Die Gemeinde Stockenboi wurde offiziell zur ersten PEFCGemeinde in Kärnten erklärt und übernimmt damit eine Vorreiterrolle. Kurt Ramskogler, Obmann von PEFC Austria, überbrachte kürzlich die offizielle Urkunde an Bürgermeister Hans-Jörg Kerschbaumer. „Mit ihrem Bekenntnis zum PEFC-Siegel zeigt die Gemeinde Stockenboi weit über die eigenen Grenzen hinaus, welchen Stellenwert die Verwendung von Produkten aus einer aktiven und nachhaltigen Waldbewirtschaftung besitzt und stärkt somit das Bewusstsein für den nachwachsenden Rohstoff Holz“, freut sich Ramskogler. |

MEILENSTEIN FÜR DIE ENERGIEWENDE

Im Oktober wurde das größte Batteriespeicherkraftwerk Österreichs in Kärnten eröffnet. „Mit dem Batteriespeicherkraftwerk Arnoldstein-Gailitz setzen wir ein klares Signal: Kärnten wird zum Vorreiter einer modernen, resilienten und nachhaltigen Energieinfrastruktur. Diese Anlage zeigt, was möglich ist, wenn Technologie, politischer Wille und lokales Engagement zusammenwirken. Dieses Kraftwerk schließt die Lücke zwischen Erzeugung und Verbrauch, macht Sonnenenergie verlässlich nutzbar und schafft so echte Versorgungssicherheit“, betonen Matija Dolinar und Andreas Ljuba, Geschäftsführer NGEN Austria. |

FE T SZEITF UDENZEIT

Es ist die Zeit anderen, aber auch sich selbst, eine Freude zu machen.

Wir wünschen Ihnen eine wunderbare Zeit und ein glückliches neues Jahr!

Ein starkes Symbol für Innovationskraft und technologische Exzellenz aus Kärnten.
© Dietmar Wajand
Hans-Jörg Kerschbaumer © Jakob Steiner

Landen. Entwickeln. Durchstarten.

Der Flughafen Klagenfurt vergibt über 420.000 m² hochwertige Infrastrukturflächen zur langfristigen Nutzung an Partner – eine einzigartige Chance in Mitteleuropa.

Hochwertige Infrastrukturflächen im Ausmaß von insgesamt 420.000 m² werden auf dem Areal des Klagenfurter Flughafens aktuell nicht für den laufenden Betrieb genutzt. Daher öffnet der Klagenfurt Airport diese Flächen nun für neue, zukunftsweisende Projekte. Ziel ist es, den Standort Kärnten wirtschaftlich zu stärken, strategisch weiterzuentwickeln und optimale Bedingungen für Unternehmen, Investoren und die Ansiedlung neuer Geschäftspartner zu schaffen.

Flughafen als Teil regionaler Infrastruktur

Der Flughafen Klagenfurt ist nicht nur die Schnittstelle, die Kärnten mit dem internationalen Flugverkehr verbindet, er versteht sich auch als Partner der Tourismusregion und als Katalysator für wirtschaftliche Innovation in Kärnten. 80 Prozent des Unternehmens gehören der

Kärntner Beteiligungsverwaltung, 20 Prozent sind Eigentum der Stadt Klagenfurt. Die Umnutzung der Flughafenflächen soll daher nicht zuletzt dem Standort Klagenfurt zugutekommen. Das Potenzial der Flächen liegt zum einen in der unmittelbaren Nähe zu Startund Landebahn, zum anderen in der Lage im Stadtgebiet der Kärntner Landeshauptstadt, deren Zentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln in kürzester Zeit erreicht werden kann. Auch die Entfernung zur Autobahn A2 ist nicht nennenswert, und über den Bahnhof Klagenfurt Annabichl besteht eine gute Anbindung an das Eisenbahnnetz.

Europaweite Ausschreibung

Die Infrastrukturflächen, die zur Neunutzung ausgeschrieben wurden, befinden sich im Süden, Norden und Südosten des Flughafenareals. Die Liegenschaften verbleiben dabei im Eigentum der Flug -

Wo Visionen abheben: Über 420.000 m2 am Flughafen Klagenfurt verfügbar. © Klagenfurt Airport

hafenbetriebsgesellschaft und werden mittels langfristiger Nutzungsrechte an Dritte vergeben. Eine europaweite Ausschreibung sorgt dabei für einen fairen Wettbewerb, zuständige Behörde ist das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI). Im Zuge dieser Verfahren werden sowohl Flächen mit konkreten Nutzungsplänen, etwa für einen Supermarkt oder ein Hotel, als auch großflächige Liegenschaften zur Entwicklung und langfristigen Nutzung vergeben.

Herz des Alpen-Adria-Raums Als südlichste Region Österreichs ist Kärnten Teil des dynamischen AlpenAdria-Wirtschaftsraums und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Slowenien und Italien. Wirtschaftszweige wie Technologie, Tourismus, Energie und Logistik prägen den Alpen-Adria-Raum und machen ihn zu einer innovativen Region mit vielfältigen Potenzialen. Als Lebensraum punktet Kärnten nicht zuletzt mit seiner hohen Lebensqualität, zahlreichen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und seiner landschaftlichen Vielseitigkeit. Zudem zeichnet sich die Region durch ein exzellentes Bildungssystem und ein attraktives Investitionsumfeld aus. All diese Faktoren werten die Flächen am Flughafen Klagenfurt zusätzlich auf – ein Raum voller Möglichkeiten, die nur darauf warten, genutzt zu werden. |

WISSENSWERT

Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz an einem Zukunftsstandort. Alle Unterlagen und Informationen unter: klagenfurt-airport.at

Wirtschaftsraum Südösterreich

Als erstes österreichisches Printmagazin wurde advantage mit dem PEFC Award 2025 in der Kategorie Promotion ausgezeichnet!

NACHHALTIGKEIT ist für uns kein Trend – sie ist Teil unserer DNA. Was uns mit PEFC verbindet, sind gemeinsame Werte: Verantwortung für Ressourcen, Wertschätzung für den Wald und ein Bekenntnis zu nachhaltigen, holzbasierten Produkten.

Als Zielgruppenmedium für Unternehmen, Führungskräfte und Meinungsbildner:innen in Südösterreich setzen wir konsequent auf regionale Wertschöpfung und drucken seit vielen Jahren auf PEFC-zertifizierten Papier. Bei der inhaltlichen Gestaltung legen wir besonderen Wert auf journalistische Qualität und rücken Zukunftsthemen authentisch in den Fokus.

Wir sagen DANKE an PEFC Austria für diese besondere Auszeichnung –und an all jene, die uns auf unserem Weg begleiten. Bekenntnis

Hier geht es zum advantagePEFC Award 2025-Video:

Advantage Wirtschaftsmagazin advantage Wirtschaftsmagazin advantage.magazin

Besuchen Sie uns auf:

Altersteilzeit

und Teilpension

Viele Menschen im „Best-Ager“-Alter wünschen sich, ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder flexibler zu gestalten, um den Übergang in den Ruhestand sanft zu vollziehen.

Der Gesetzgeber verfolgt das Ziel, Arbeitnehmer:innen möglichst lange im Berufsleben zu halten und unterstützt durch verschiedene Modelle ältere Dienstnehmer:innen und ihre Arbeitgeber:innen. Ab dem 1. Jänner 2026 treten in Österreich weitreichende Änderungen in Kraft, die den gleitenden Übergang in den Ruhestand neu regeln.

Änderungen bei der Altersteilzeit

Die vom AMS geförderte Altersteilzeit bleibt weiterhin bestehen. Arbeitnehmer:innen können ihre Arbeitszeit vor dem Pensionsantritt wie bisher für einige Jahre um 40 % bis 60 % reduzieren ohne Einbußen bei Ihren Pensionsansprüchen befürchten zu müssen. Allerdings wird die Höchstdauer der geförderten Altersteilzeit schrittweise von derzeit fünf Jahren auf drei Jahre verkürzt. Zudem werden die für den Antritt der Altersteilzeit erforderlichen Versicherungszeiten in der Arbeitslosenversicherung bis 2029 sukzessive angehoben.

Eine wesentliche Neuerung betrifft Nebenbeschäftigungen: Künftig sind Nebentätigkeiten bei anderen Arbeitgeber:innen nicht mehr zulässig, es sei denn, das zweite Dienstverhältnis besteht bereits mindestens ein Jahr vor Beginn der Altersteilzeit. Für laufende Altersteil-

zeitvereinbarungen gilt ein Übergangsrecht. Die sogenannte „geblockte Altersteilzeit“, die aus einer Arbeitsphase und einer nachfolgenden Freizeitphase besteht, wird schrittweise abgeschafft.

Teilpension als neue Option Ab 2026 wird in Österreich die sogenannte Teilpension eingeführt. Dieses Modell richtet sich an Arbeitnehmer:innen, die bereits einen Pensionsanspruch (z. B. Alters-, Langzeitversicherten-, Korridor- oder Schwerarbeiterpension) erworben haben, aber weiterhin beschäftigt bleiben möchten. Bei einer Reduktion der Arbeitszeit um mindestens 25 % und maximal 75 % können sie einen Teil ihrer Pension monatlich neben dem Arbeitseinkommen beziehen. Gleichzeitig wird der verbleibende Anteil ihres Pensionskontos durch die fortgesetzte Erwerbstätigkeit weiter aufgestockt. Voraussetzung ist die Zustimmung des Arbeitgebers, da das Dienstverhältnis bestehen bleibt.

Flat Tax

Ein weiterer Anreiz für eine freiwillige Erwerbstätigkeit von Pensionist:innen soll durch die Einführung einer Flat Tax geschaffen werden. Einkommen, die als Zuverdienst neben einem Pensionsbezug anfallen, sollen künftig mit einem fixen Steuersatz von 25 % besteuert werden.

Eine zusätzliche Entlastung ist bei den Pensionsversicherungsbeiträgen vorgesehen, die für arbeitende Pensionist:innen deutlich reduziert werden oder überhaupt entfallen sollen.

Neue Perspektiven

Die jüngsten Reformen und geplanten Maßnahmen eröffnen neue Perspektiven hin zu einer modernen Arbeits- und Pensionskultur in Österreich. Zwar stoßen die jüngsten Änderungen auf gemischte Reaktionen – insbesondere hinsichtlich der verkürzten Altersteilzeit – doch bieten sie zugleich Chancen für eine flexiblere Lebensplanung in der Spätphase des Berufslebens. Langfristig könnten diese Modelle dazu beitragen, das Know-how erfahrener Mitarbeiter:innen länger im Unternehmen zu halten und gleichzeitig den individuellen Bedürfnissen nach einem sanften Übergang in die Pension besser gerecht zu werden. |

KONTAKT

Mag. Gerda Oborny

CPA Aicher Steuerberater GmbH & Co KG

T: 04212/2211

office@aicher.biz

CPA Aicher Steuerberater GmbH & Co KG

KAPOSI SPONSERT DEN KAC

Kaposi-Geschäftsleiter

Christian Ratheiser mit KAC-Spieler

Thimo Nickl. © Kaposi

Das Autohaus Kaposi ist neuer Sponsor des KAC. „Damit wollen wir aktiv den Kärntner Spitzensport unterstützen“, sagt Christian Ratheiser, Geschäftsleiter der Autohaus Kaposi Hofmeester Holding GmbH. „Gleichzeitig ist es eine schöne Gelegenheit, mehr Präsenz in Kärnten zu zeigen. Mit dem Sponsoring des Kärntner EishockeyTraditionsvereins, der viel Wert auf die Ausbildung von Nachwuchsspielern legt und bereits die Jüngsten mit dem Eissport vertraut macht, untermauern das Autohaus Kaposi und Christian Ratheiser ihr Credo, die Jugend in hohem Ausmaß zu fördern. |

ALPACEM INVESTIERT IN KLIMASCHUTZ

Alpacem Zement Austria investiert am Standort Wietersdorf in eine neue Infrastruktur zur Aufbereitung und Nutzung CO₂-armer Ersatzrohstoffe. Das Projekt ist ein zentraler Bestandteil der Alpacem CO₂-ReduktionsRoadmap „Compass to Zero CO₂“ und bildet zugleich das bisher größte Klimaschutzvorhaben der gesamten Alpacem Gruppe.

Das Projekt wurde am 2. Dezember im Beisein von Landesrat Sebastian Schuschnig (im Foto rechts mit AlpacemGeschäftsführer Lutz Weber) vorgestellt. Schuschnig gratulierte Alpacem dazu, dass es „hier gelungen ist, Engagement im Klimaschutz und regionale Wirtschaftskraft gemeinsam zu denken.“

Ist das Ihr nächstes Teammitglied?

lösungsorientiert kreativ handwerklich versiert verantwortungsbewusst kommunikationsstark ©deagreez1_depositphotos.com

Menschen mit diesen Kompetenzen bringen Ihr Unternehmen weiter. Das AMS Kärnten unterstützt Sie dabei, sie zu finden – mittels kompetenzbasierter Personalsuche.

Näheres auf ams.at/kaernten

IT-affin

© Alpacem

Wachstumskapital für Kärntner Startups

Der Carinthian Venture Fonds (CVF) finanziert aussichtsreiche Startups mit Beteiligungskapital und stärkt damit den Wirtschaftsstandort Kärnten.

Durch die Unterstützung erfolgversprechender Startups erhalten Geschäftsideen eine Chance, Arbeitsplätze werden geschaffen und die Wertschöpfung wird im Land gehalten. „Kärnten ist als Standort attraktiv und mit dem CVF erhöhen wir diese Attraktivität“, sagt Jürgen Kopeinig, Geschäftsführer des CVF und des build! Gründungszentrums. Der Fonds wurde 2022 ins Leben gerufen und löste den BABEG Venture Fonds ab.

Das build! Gründungszentrum unterstützt technologieorientierte Projekte von der Idee bis zur Gründung und den Markteintritt. Haben sie es bis zu dieser letzten Phase geschafft, kommt der Carinthian Venture Fonds ins Spiel. „Die Kriterien sind streng. Eine Beteiligung gibt es nur, wenn die Startups auch andere Investor:innen für ihr Projekt gewinnen konnten“, präzisiert Kopeinig. „Wir können das Geld nur unter Anlegen eines qualitätsvollen Prüfprozesses vergeben.“

Der CVF steigt unter den gleichen Bedingungen ein wie ein privater Investor, das sind auch die EU-Vorgaben für solche Fonds aus öffentlichen Geldern. Mit maximal einem niedrigeren sechsstelligen Euro-Betrag beteiligt sich der CVF bei Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen, die Laufzeit beträgt bis zu maximal zehn Jahre. Der Einstieg mit Wachstumskapital ist sowohl für den Markteintritt als auch für Wachstumsstrategien von Startups und auch KMUs vorgesehen.

Begleitende

Beratung

Das Startup reicht das Beteiligungsprojekt ein, das dann vom Investment Committee beurteilt wird. Dieser Expert:innenbeirat gibt den Einreicher:innen auch Feedbacks und die Chance, die eine oder andere Schwachstelle in dem Projekt auszumerzen.

Kommt von diesem Gremium die Empfehlung für eine Beteiligung, erfolgt die Abstimmung mit den Co-Investoren

Der Carinthian Venture Fonds im Klagenfurter Lakeside Science & Technology Park unterstützt aussichtsreiche Kärntner Startups.

© Stabentheiner

„Mit dem Carinthian Venture Fonds ermöglichen wir den Erfolg und das Wachstum der besten Geschäftsideen im Land.“

Jürgen Kopeinig, Geschäftsführer des CVF

und der Abschluss des Beteiligungsvertrags, der die gleichen Bestimmungen enthält wie die Verträge mit den CoFinanciers. Der CVF begleitet als Entwicklungspartner die Unternehmen anschließend während der gesamten Laufzeit.

Wertschöpfung

Ideen gibt es viele, aber nur wenige entwickeln sich stark. „Nur wenige von vielen Projekten, die beim build! Gründungszentrum beginnen, kommen bis zu dem Punkt, an dem der CVF einsteigt“, erläutert Kopeinig. Derzeit hält der Fonds sechs Beteiligungen. Seit 2022 wurden 120 Projekte geprüft.

„Es ist wichtig, in Kärnten über ein solches Instrument zu verfügen. Mit diesem Tool möchten wir erreichen, dass die besten und aussichtsreichsten Unternehmen am Standort bleiben. So erzielen wir die größte Wertschöpfung“, erklärt der CVF-Geschäftsführer. |

Career@BKS Bank: Be Part of Something Big

Ein Arbeitsplatz, der Perspektiven, Impact und Karrierechancen am internationalen Markt bietet.

Herausfordernde Aufgaben, sinnerfüllendes Arbeiten, Möglichkeit zur Mitgestaltung, offene und dynamische Arbeitsatmosphäre, Chance auf Weiterentwicklung und ein Dienstgeber, der Diversität und Nachhaltigkeit lebt –das sind Themen, die High Potentials bei der Wahl ihres künftigen Dienstgebers wichtig sind. Besonders gute Jobchancen und ein attraktives sowie spannendes Arbeitsumfeld bietet der Finanzsektor.

Die Branche ist im Umbruch, die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten.

Die BKS Bank gilt dabei als echter Vorreiter. Als Teil der BKS Bank wirken Sie an innovativen, spannenden und zukunftsrelevanten Projekten mit. Gleich-

WISSENSWERT

Die BKS Bank, gegründet 1922, ist eine international agierende und börsennotierte Universalbank mit Sitz in Klagenfurt. Sie betreut mit rund 1.150 Mitarbeitenden und in 63 Filialen insgesamt fast 200.000 Privat- und Firmenkunden in Österreich, Slowenien, Kroatien, der Slowakei und Serbien.

zeitig unterstützen Sie unsere Kunden bei der Erfüllung ihrer individuellen Träume sowie der Erreichung ihrer unternehmerischen Ziele und sind ihnen dabei ein kompetenter Begleiter. Sie übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe in einem engagierten Team und können auch Ihre Expertise an internationalen Börsenplätzen zum Vorteil Ihrer Kunden einbringen.

Die BKS Bank unterstützt Sie bei der Lösung von komplexen Themen und bietet strategisches und anspruchsvolles Arbeiten. Dazu kombiniert die BKS Bank technologische Innovation, hohe Serviceorientierung und starke Sicherheits- sowie Regulierungsstandards. Offenheit, Transparenz, Klarheit in der Kommunikation sowie ein gut strukturierter Onboarding-Prozess für neue Mitarbeitende prägen die Unternehmenskultur. Die Förderung individueller Stärken steht im Mittelpunkt. Davon profitieren auch die Kunden der BKS Bank.

„So vielfältig unser Arbeitsbereich und unsere Kunden sind, so vielfältig ist auch unser internationales Team. Ich bin sehr stolz, ein Teil davon zu sein.“

Lisa Wulz, BKS Bank

Digitales Service über Grenzen hinweg Sparen und Vorsorgen, Konsumkredite, Immobiliendarlehen für Privatkunden, dazu Betriebsmittelkredite, Investitionsfinanzierung oder Leasingvarianten für Unternehmen, um nur einige Beispiele zu geben – als Full-Service-Provider erbringt die BKS Bank für ihre Kunden maßgeschneiderte und individuelle Finanzierungslösungen, und dies in einem internationalen und hochspannenden Umfeld. Wer bei der BKS Bank arbeitet, kann sein Wissen und seine Kompetenz in attraktiven Märkten einbringen. Mit intuitiven Mobile- und Web-Apps für Kontoeröffnung, Zahlungen, Depotführung, Kreditbeantragung sowie 24/7-Online- Self-

Service bietet die BKS Bank maßgeschneiderte, moderne Finanzlösungen für Privatkunden und Unternehmen. Mit ihrem Omnichannel-Service schafft die BKS Bank für ihre Kunden nahtlose Übergänge zwischen App, Telefon, Chat und Filiale. Dies alles geschieht unter höchsten Sicherheitsaspekten und unter verstärktem Einsatz von KI-Tools, die Mitarbeitenden die Arbeit erleichtern und für optimale Sicherheit sorgen.

Arbeiten, wo Werte zählen Wer mehr als 100 Jahre erfolgreich auf dem Markt ist, muss vieles richtig gemacht haben. Seit jeher verfolgt die BKS Bank eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wachstumsstrategie. Diese Werte bestimmen das Handeln und stehen für die Art und Weise, wie die BKS Bank mit Kunden, Mitarbeitenden, Aktionären oder Geschäftspartnern in Beziehung treten. Das spürt man auch, wenn man in der BKS arbeitet. Umfragen sowohl bei Mitarbeitenden als auch bei Kunden bestätigen die Wertschätzung und das Vertrauen, auf dem die Zusammenarbeit basiert. Mit dafür entscheidend ist ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit: Die BKS Bank orientiert sich in ihrem Handeln an den Nachhaltigkeitszielen

der Vereinten Nationen (SDGs) und engagiert sich auch im UN Global Compact sowie der Green Finance Alliance. Auszeichnungen wie „berufundfamilie“ und EFQM sind weitere Belege für nachhaltige Unternehmensführung. Übrigens: Wer in der BKS Bank in der Zentrale Klagenfurt seine Karriere startet, arbeitet vielleicht sogar dort, wo andere Urlaub machen – im wunderschönen Kärnten, in direkter Nähe zum Wörther See, den Bergen und der Adria.

Nutzen Sie jetzt Ihre Karriere-Chance!

B You, B Real @BKS – ob Quereinsteiger, Finanzprofi oder Nachwuchskraft, bei der BKS Bank finden Sie Ihren Traumjob! Unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft bietet die BKS Bank vielfältige Karrierechancen. Neugierig geworden?

B Ready. Und starten Sie Ihre Zukunft in der BKS Bank! |

KONTAKT

BKS Bank

St. Veiter Ring 43

9020 Klagenfurt am Wörthersee

T: 0463-5858-0

www.bks.at

IHR JOB-PLUS

BEI DER BKS

• Flexibles Arbeiten und echte Unterstützung für Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

• Vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten durch gezielte Weiterbildungsangebote und aktive Förderung Ihres persönlichen Wachstums.

• Individuelle Karrierechancen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und beruflichem Hintergrund.

• Gesundheit & Wohlbefinden – von gezielter Vorsorge über psychologische Beratung bis hin zu attraktiven Versicherungsvorteilen.

• Finanzielle Extras – vom Fahrtkostenzuschuss über Essensbons bis zur Pensionskasse.

• Attraktive Vergünstigungen – zahlreiche Preisvorteile bei Handel, Reisen und mehr.

BKS Bank-Zentrale in Klagenfurt am Wörthersee. © Gernot Gleiss

Die Lehre ermöglicht in vielen Branchen Top-Karrierechencen – und den mit Abstand schnellsten Jobeinstieg aller Ausbildungsformen.

Mit Lehre Perspektiven schaffen

Lehrausbildungen eröffnen jungen Menschen vielfältige Chancen und sichern die Fachkräfte von morgen. Zeit für eine Bestandsaufnahme – und einen Blick nach vorne. Von Anja Fuchs

In Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen Lehrausbildungen immer mehr an Stellenwert. Wer sich für eine Lehre entscheidet, hat in Österreich gute Karrierechancen – und das bereits von Anfang an: Nicht nur, dass Absolvent:innen im Vergleich zu anderen sekundären Ausbildungen deutlich schneller (im Schnitt 1,3 Monate nach Lehrabschluss) ins Berufsleben einsteigen – auch das mittlere Bruttoeinkommen ist mit 2.418 Euro 18 Monate nach Abschluss höher als bei weiterführenden Schulen wie BHS, BMS und AHS (Quelle: Statistik Austria, 2024). Zudem erfährt die Lehre in formaler Hinsicht immer mehr Anerkennung: So ist der handwerkliche Meisterabschluss mittlerweile dem Bachelor gleichgestellt und der Titel „Meister“ darf in offiziellen Urkunden eingetragen werden.

Lehre neu gedacht

Auch inhaltlich hat sich die Lehrlingsausbildung stark gewandelt – geprägt von fortschrittlichenTechnologien und neuen Anforderungen der Arbeitswelt. Aktuell existieren in Österreich 233 Lehrberufe, wobei Berufsbilder laufend angepasst werden und neue Ausbildungswege entstehen. So sind neben der dualen Lehre und der Lehre mit Matura auch immer mehr Lehrberufe modular aufgebaut: Dabei absolvieren Lehrlinge zunächst eine

allgemeine, meist zweijährige Grundausbildung in einem bestimmten Bereich. Danach wählen sie ein Hauptmodul und können ihr Wissen durch ein zusätzliches Spezialmodul vertiefen. Interessant ist, dass Technologie mittlerweile auch in traditionellen Berufsbildern Einzug hält. „Digitale Kompetenzen sind inzwischen ein unverzichtbarer Bestandteil nahezu jeder Ausbildung“, bestätigt Christian Kolbl, Leiter der Lehrlings-, Meisterprüfungs- und Ingenieur-Zertifizierungsstelle der WKO Steiermark.

Gute Perspektiven in vielen Branchen

Mit 31.12.2024 waren in Kärnten insgesamt 7.199 Lehrlinge gemeldet. Betrachtet man die häufigsten Lehrberufe, ist das Kärntner Ranking seit Jahren relativ konstant. „Bei den Burschen stehen Elektrotechnik, Metalltechnik, Kraftfahrzeugtechnik und Einzelhandelskaufmann stets hoch im Kurs. Die Mädchen entscheiden sich am häufigsten für Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau oder Friseurin (Stylistin)“, erklärt Benno Tosoni, Leiter der Lehrlings-, Meisterprüfungsund Ingenieur-Zertifizierungsstelle Kärnten. Auch Elektrotechnik auf Platz vier und Metalltechnik auf Platz sechs liegen bei den weiblichen Lehrlingen bereits im Spitzenfeld. Die meisten offenen Lehrstellen gibt es in Kärnten aktuell im Tou-

„Digitale Kompetenzen sind inzwischen ein unverzichtbarer Bestandteil nahezu jeder Ausbildung.“

Christian Kolbl, Leiter der Lehrlings-, Meisterprüfungsund Ingenieur-Zertifizierungsstelle der WKO Steiermark

rismus, im Handel und in den Metallund Elektroberufen. Aber auch in der Baubranche und bei den Büroberufen sind noch viele Lehrstellen unbesetzt. „Laut AMS gibt es derzeit 541 sofort verfügbare offene Lehrstellen. Folglich bieten sich für engagierte Lehrinteressierte in nahezu sämtlichen Branchen gute Perspektiven“, so Tosoni.

Starke Nachfrage bei Dienstleistungen

Für die Steiermark listet die WKOLehrlingsstatistik mit 31.12.2024 insgesamt 14.928 Lehrlinge. Hinsichtlich der häufigsten Lehrberufe zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Kärnten: Bei den männlichen Lehrlingen sind es aktuell Metall-, vor Elektro- und Kraftfahrzeugtechnik und Einzelhandel, bei den weiblichen liegt der Einzelhandel an erster Stelle, gefolgt von Bürokauffrau, Metalltechnik auf Platz drei und Friseurin (Stylistin) auf Platz vier. Laut AMS gab es in der Steiermark Ende Oktober 2025 818 offene Lehrstellen,

© Kanizaj

davon die meisten im Handel, gefolgt von Produktion, Tourismus und Gastronomie sowie der Baubranche. „Die größten Chancen für Lehrlinge liegen wieder in den klassischen Handwerksberufen und eine starke Nachfrage gibt es bei den Dienstleistungen", bestätigt Karlheinz Snobe, Leiter des AMS Steiermark. „Auch der Handel bietet weiterhin vielfältige Möglichkeiten, besonders in beratungsintensiven Branchen. Der steirischen Wirtschaft ist bewusst, dass sie selbst für ihren Fachkräftenachwuchs sorgen und attraktiv bleiben muss. Nur so finden Unternehmen motivierte junge Menschen, die ihre Zukunft aktiv gestalten wollen. Eine Lehre bietet dafür nicht nur den Einstieg ins Berufsleben, sondern ein solides Fundament für eine erfolgreiche Karriere.“

Motivation auf beiden Seiten

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, gilt es, Unternehmen und junge Menschen gleichermaßen zur Lehrausbildung zu animieren. Für Lehrbetriebe in Südösterreich stehen seitens WKO zahlreiche Unterstützungen bereit – von

Basisförderungen über Coaching und Weiterbildung bis hin zu Zuschüssen für die Unterbringung von Lehrlingen. Auch das AMS bietet diverse Förderangebote, zum Beispiel das FIT-Programm (Frauen in Handwerk und Technik), mit dem mehr weibliche Lehrlinge für klassisch männerdominierte Berufe gewonnen werden sollen. Das AMS Kärnten setzt zudem auf die Initiative „2. Chance PLUS“ in Kooperation mit dem bfi-Kärnten. Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung werden dabei in 18 Monaten gezielt auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet. „Fachkräftesicherung ist eine zentrale Aufgabe des AMS Kärnten, gerade auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Mit Blick auf die demographische Entwicklung ist es ebenfalls ganz entscheidend, dass wir kein Erwerbspotenzial liegen lassen und keine Talente verlieren“, so AMS-Kärnten-Chef Peter Wedenig.

Rasch beruflich durchstarten

zu streben, die Klassenzimmer zu füllen. Jugendliche, die praktisch begabt sind, rasch beruflich durchstarten und einen Beruf aktiv erlernen wollen, sind in einer Lehrausbildung besser aufgehoben als auf der Schulbank.“

Werte und Visionen

Kolbl nennt weitere Aspekte, die für die Ausbildungswahl maßgeblich sind: „Für junge Menschen ist der Sinn ihrer Arbeit entscheidend. Sie möchten wissen, welchen Beitrag ihre Arbeit leistet. Daher ist es für Betriebe essenziell, ihre Werte und Visionen klar zu kommunizieren.“ Auch die Qualität der Ausbildung und die Attraktivität des Unternehmens seien dabei zentral. „Besonders wichtig sind die Ausbilder:innen, die direkt mit den jungen Menschen arbeiten. Sie müssen sich kontinuierlich fort- und weiterbilden, um die bestmögliche Betreuung der Lehrlinge zu gewährleisten“, so Kolbl.

Stichwort Qualität: Mit dem neuen „Center of Excellence“ wurde in Graz kürzlich ein wichtiger Meilenstein in der Ausbildungsqualität realisiert. Aus den ehemaligen Lehrwerkstätten des WIFI Steiermark entstand ein hochmoderner

Bildungscampus, der nun auf 14.300 Quadratmetern technische und gastronomische Ausbildungen sowie Lehrabschluss- und Meisterprüfungen unter einem Dach vereint. |

WEITERE INFOS

„Für engagierte Lehrinteressierte bieten sich in nahezu sämtlichen Branchen gute Perspektiven.“
Benno

Tosoni, Leiter der Lehrlings-, Meisterprüfungs- und Ingenieur-Zertifizierungsstelle Kärnten © @alexanderzagorz

„Dass es aktuell gleich viele offene Lehrstellen wie Suchende gibt, zeigt, dass die Lehrausbildung bei den Kärntner Unternehmen einen hohen Stellenwert genießt und wir kein Manko an Lehrbetrieben haben“, betont Tosoni. Für viele Betriebe sei es allerdings in den letzten Jahren demo grafisch bedingt herausfordernd gewesen, geeignete Bewerber:innen zu finden. Demnach müsse von allen Seiten weiter Imagearbeit im Sinne der Lehre betrieben werden, auch um Maturant:innen, Studienabbrecher:innen und Personen, die sich umorientieren wollen, verstärkt zu erreichen. Zudem wünsche er sich mehr und hochwertigere Berufsorientierung an den Pflichtschulen – und dass sich Jugendliche und Eltern intensiver mit der Vielfalt der Lehrberufe und den eigenen Stärken beschäftigen. „Junge Menschen sollen durch Orientierung und Beratung zu den Ausbildungen geführt werden, die ihren Talenten und Interessen entsprechen – anstatt primär danach

Aktuell gibt es Österreich 233 Lehrberufe. Davon können 31 Lehrberufe mit verschiedenen Ausbildungsschwerpunkten erlernt werden (gesamt 103 Schwerpunkte) und 11 Lehrberufe mit verschiedenen Modulen (gesamt 42 Hauptmodule). Rechnet man alle Schwerpunkte und Hauptmodule zusammen, ergibt sich eine Gesamtzahl von 336 Lehrberufen.

Nachhaltig ausbilden. Zukunft gestalten.

Die neue PMS-Lehrlingskaderschmiede zielt darauf ab, junge Talente zu den TOP-Fachkräften von morgen zu entwickeln.

Die PMS Gruppe ist führender Gesamtlösungsanbieter für nachhaltige Technologien in den Bereichen Industrieelektrik, Automation, Ventilservice, Digitalisierung und alternative Energiesysteme. Der Lavanttaler Leitbetrieb begleitet Industriebetriebe in Österreich und darüber hinaus – mit Knowhow, Innovationskraft und Handschlagqualität.

„Unsere Lehrlingsausbildung hat eine lange Tradition und zählt zu den stärksten Säulen unseres Unternehmenserfolgs.“

Franz Grünwald

„Seit der Gründung ist klar: Die Fachkräfte von morgen entstehen nicht zufällig, wir bilden sie selbst aus. Unsere Lehrlingsausbildung hat eine lange Tradition und zählt zu den stärksten Säulen unseres Unternehmenserfolgs. Viele unserer heutigen Spezialist:innen und Führungskräfte haben ihre Laufbahn als Lehrlinge bei PMS begonnen – das spricht für sich“, betont PMS-CEO Franz Grünwald.

Perspektiven aufzeigen

Mit der neuen PMS-Lehrlingskaderschmiede wird wir nun ein weiterer Meilenstein gesetzt. Ziel ist es, junge Talente nicht nur fachlich exzellent auszubilden, sondern sie auch persönlich zu stärken. Denn echte Zukunftsgestalter:innen brauchen mehr als technisches Wissen –

sie brauchen Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, über den Tellerrand zu denken.

Die Lehrlingskaderschmiede versteht sich als Fundament der langfristigen Personalentwicklung und als Verbindung zwischen Unternehmen und Region. „Wir schaffen Perspektiven für junge Menschen, sichern den Fachkräftebedarf von morgen und stärken so unseren Wirtschaftsstandort nachhaltig“, so Grünwald.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die enge Verzahnung von Praxis und Theorie. Die Lehrlinge arbeiten von Beginn an in realen Projekten mit und vertiefen ihr Wissen durch externe Partner und praxisnahe Schulungen. Unterstützt wird dies durch ein modernes, modulares Ausbildungsprogramm, das Berufsschule, Arbeitseinsatz und Rotationen optimal aufeinander abstimmt.

Ein besonderes Highlight: „Wir bauen unsere Lehrwerkstätte“ Bis Mitte 2026 entsteht gemeinsam mit den PMS-Lehrlingen eine neue Lehrwerkstätte. Von der Planung über die Materialbeschaffung bis hin zur Montage übernehmen sie dabei selbst Verantwortung. Die Lehrwerkstatt wird so zum realen Lernprojekt – und vermittelt wichtige Kompetenzen wie Eigeninitiative, Projektmanagement und Teamarbeit. „Mit der PMS Lehrlingskaderschmiede schaffen wir einen Ort, an dem junge Menschen nicht nur lernen – sondern wachsen. Wir entwickeln Persönlichkeiten, die die Zukunft mitgestalten“, freut sich Grünwald. |

UNSERE LEHRBERUFE:

• Elektro- und Metalltechnik

Ausbildung zu Anlagenund Betriebstechniker:in & Metallbau- und Blechtechniker:in

Doppellehre,

Lehrzeit: 4 Jahre

• Lagerlogistik

Lehrzeit: 3 Jahre

• Bürokauffrau/-mann

Lehrzeit: 3 Jahre

BEWERBUNG: bewerbung@pms.at

RÜCKFRAGEN:

Herwig Fritzl Herwig.fritzl@pms.at www.pms.at

Karriere mit Lehre in der PMS Gruppe. © Rene Knabl

Fachkräftesicherung durch duale Ausbildung

Vom Lehrlingscasting bis zu nationalen und internationalen Berufswettbewerben – mit einer Lehre stehen jungen Menschen alle Türen offen!

Der Fachkräftemangel belastet die Wirtschaft und immer mehr Unternehmen leiden darunter. Die Folgen sind mitunter gravierend und der Aufwand für die Personalsuche wird immer größer. Die Wirtschaft ist auf kluge und talentierte Fachkräfte angewiesen und diese Fachkräfte werden in den Lehrbetrieben durch eine Lehre geformt.

Die Lehre ist ein Ausbildungsweg, der eine praxisorientierte Berufsausbildung mit einem Lehrbetrieb und einer Berufsschule kombiniert. Als solide Grundlage für den Start ins Berufsleben bietet sie vielfältige Möglichkeiten für die persönliche und berufliche Entwicklung. Nach ihrer Ausbildung sind die jungen Menschen gefragte Fachkräfte mit vielfältigen Karrieremöglichkeiten.

Der Weg zur Lehre

Bei der Wahl des geeigneten Lehrberufes helfen z. B. das Testcenter Carinthia der Wirtschaftskammer Kärnten, das umfangreiche Angebot des Berufsinformationscomputers (bic) oder die Expert:innen der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Kärnten. Die Lehrstellenbörsen und die Lehrbetriebsübersicht der Wirtschaftskammer Kärnten führen Lehrstellen oder ausbildende Unternehmen an. Kennt man bereits seine eigenen Stärken und ist sich über seine Interessen im Klaren, empfiehlt es sich, eine Schnupperlehre zu absolvieren. Diese bietet eine hervorragende Möglichkeit, den Wunschberuf kennen zu lernen und sich bei Lehrbetrieben für einen Lehrplatz zu empfehlen. Die Initiative „Kärnten schnuppert“ bietet schnell und unkompliziert Kontaktmöglichkeiten zwischen Jugendlichen und Unternehmen.

Lehrlingscastings

WISSENSWERT

Die Austrian Skills fanden vom 20. bis 23.11.2025 in Salzburg statt. In 46 Berufen traten rund 500 junge österreichische Fachkräfte gegen ihre Berufskolleg:innen an, um sich ein Ticket für die internationalen Berufswettbewerbe

WorldSkills Shanghai 2026 und EuroSkills Düsseldorf 2027 zu sichern. Kärnten holte 4 x Gold, 6 x Silber und 4 x Bronze!

Wenn Jugendliche mit Lebenslauf und Begeisterung zu Vorstellungsgesprächen kommen und Betriebe mit echtem Interesse zuhören, dann zeigt sich, wie lebendig Berufsorientierung sein kann. Beste Chancen dazu bieten die jährlich bezirksweise stattfindenden Lehrlingscastings der Wirtschaftskammer Kärnten. In lockerer Atmosphäre können Jugendliche aus Mittelschulen, Polytechnischen Schulen, HLW, Gymnasien und Handelsschulen erste Bewerbungsgespräche mit Unternehmer:innen aus der Region füh-

ren. „Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell – nicht nur für die Jugendlichen, sondern für den gesamten Wirtschaftsstandort“, betont Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten. „Die Lehrlingscastings zeigen, wie gut die Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft funktionieren kann, wenn beide Seiten aufeinander zugehen. Wer jungen Menschen die Chance gibt, ihre Talente zu entdecken, investiert in die Zukunft Kärntens.“

Lehre mit und nach Matura

Neben der Variante, eine Lehre mit Matura zu absolvieren bietet auch eine Lehre nach der Matura speziell jenen, die ein Studium ohne Abschluss beenden, die Möglichkeit praxisnah in die Berufswelt zu starten. Darüber hinaus ist dies eine äußerst interessante Alternative zu einem Studium: Die Lehre nach der Matura kombiniert eine praxisorientierte Ausbildung mit theoretischen Kenntnissen und sorgt für einen raschen Einstieg ins Berufsleben. Der frühere Erwerb von Versicherungszeiten sowie beste Karriereund Verdienstaussichten sind weitere Vorzüge, die für dieses Ausbildungsmodell sprechen.

Kärntens Top-Talente Motivierte Lehrlinge haben die Möglichkeit ihr Engagement und Talent bei Lehrlingswettbewerben unter Beweis zu stellen. Die Talenteakademie Kärnten steht dabei tatkräftig zur Seite und bietet

„Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell –nicht nur für die Jugendlichen, sondern für den gesamten Wirtschaftsstandort.“

Jürgen Mandl, Präsident der WK Kärnten

den jungen Fachkräften die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten in nationalen und internationalen Wettbewerben zu zeigen. Mit gezieltem Training und umfassender Begleitung werden sie auf ihrem Weg zu Spitzenleistungen unterstützt. Die Talenteakademie lädt auch alljährlich zur großen Lehrlingsgala, wo der „Lehrling des Jahres“ über eine Kombination aus Online-Voting und Jury-Entscheid gekürt wird.

Leistung lohnt sich AustrianSkills sind die österreichischen Staatsmeisterschaften der Berufe. Die

Berufswettbewerbe werden alle zwei Jahre als nationale „Qualifikationsspiele“ für die nachfolgenden internationalen Berufswettbewerbe WorldSkills bzw. EuroSkills ausgetragen.

Diese Berufswettbewerbe bieten jungen Menschen die Chance, sich miteinander zu messen, Erfahrungen zu sammeln und zu den Besten im eigenen Beruf zu werden. Das österreichische Team mit seinen Kärntner Teilnehmer:innen erbringt bei den World- und EuroSkills kontinuierlich Top-Leistungen und unterstreicht damit auch die Wertigkeit und Qualität der beruflichen Ausbildung. In den vergangenen Jahren hat sich viel getan: Die Lehre ist heute ein moderner Ausbildungsweg mit attraktiven Perspektiven, der eine solide berufliche Grundlage bildet und viele Karrieremöglichkeiten eröffnet. Zudem steigt das Bewusstsein und die Wertschätzung in der Bevölkerung. Letztendlich bietet eine Lehre viele Vorteile, sowohl für junge Menschen, die einen Beruf erlernen wol-

1 Lehrlingscasting Völkermarkt 2025 © Erich Varh-Tropper

2 Die Kärntner Teilnehmer:innen der Austrian Skills 2025 in Salzburg. © Talenteakademie Kärnten

3 Die beiden Gewinner Paul Wohlesser und David Seidl von Flex Althofen im Wettbewerb Mechatronik. © Talenteakademie Kärnten

len, als auch für Unternehmen, die qualifizierte Fachkräfte suchen. Durch eine Lehre haben in Kärnten viele zu ihrem Traumberuf gefunden und mehr als die Hälfte der heute aktiven und erfolgreichen Unternehmer:innen haben ihren Weg mit einer Lehre begonnen. |

KONTAKT

Wirtschaftskammer Kärnten

Bildungspolitik

Lastenstraße 26

9020 Klagenfurt am Wörthersee T +43 (0)5 90 90 4-380 bildungspolitik@wkk.or.at www.talenteakademie.at

Karriere starten im Autohaus Kaposi

Das Autohaus Kaposi in Klagenfurt ist eine begehrte Ausbildungsstätte für Lehrlinge, die ihr Handwerk in einem modernen Betrieb unter vertrauensvoller Führung direkt von Profis erlernen möchten.

Das Mercedes Benz Kaposi Team besteht aus 30 Mitarbeitern, darunter befinden sich acht in Ausbildung. Die Förderung und Ausbildung der Jugend ist Christian Ratheiser, Geschäftsleiter des Autohauses Kaposi Hofmeester Holding GmbH, ein großes Anliegen. Seit über drei Jahrzehnten engagiert sich der gelernte Mechaniker und Magister der Wirtschaftswissenschaften in der Lehrlingsausbildung und leitet darüber hinaus am WIFI den Lehrgang „Einkauf – Lager – Logistik“. „Es ist schön, in jungen Menschen die Begeisterung für eine Sache wecken zu können und zu erleben, wie sie Erfolg in ihrem Beruf haben“, sagt er.

„Ich arbeite gern mit den Händen. Die Lehre gefällt mir sehr gut.“

Lehrling Nico Sereinig

Interesse an Handwerklichem

Die Jüngsten im Kaposi-Team sind Nico Sereinig und Florian Mörtl. Am 1. August haben sie ihre Lehre als Kfz-Techniker begonnen und konnten bereits in vielen Bereichen Erfahrungen sammeln.

Das Interesse am Handwerklichen und das Interesse an Autos eint die beiden Jugendlichen. „Ich arbeite gern mit den Händen“, sagt Nico. Daher habe er sich auf diese Lehrstelle beworben. Bisher hat

er vom Autoservice bis zum Austausch der Hinterachse überall mitarbeiten dürfen. „Die Arbeiten gefallen mir, nur Reifen wechseln mag ich nicht besonders“, erzählt er lachend. Aber das müsse eben auch getan werden.

Diese Meinung teilt er mit Florian, der zu Hause gern an seinem Moped „herumschraubt“ und seine handwerklichen Fähigkeiten und privaten Interessen nun in seinem Beruf ausleben kann. „Ich wollte auch mein eigenes Geld verdienen“, nennt er als weitere Motivation, einen Lehrberuf zu ergreifen.

Wohin die beiden ihre berufliche Reise führen wird, können sie nach ein paar Monaten noch nicht sagen. Aber so viel ist schon klar: Die Mechaniker-Lehre im Autohaus Kaposi war die richtige Entscheidung, und diese Ausbildung wollen sie erst einmal abschließen.

Aufnahmeprozess

Die Lehrlinge durchlaufen einen exakt vorgegebenen Aufnahmeprozess. Zuerst schnuppern sie in die einzelnen Arbeiten hinein, dann folgt ein Test, und nach dem Aufnahmegespräch fällt die Entscheidung. „Dabei geht es weniger um Prüfungen – bei diesem Prozess können

die Jugendlichen und die Ausbildner schon feststellen, ob es die richtige Berufswahl ist“, sagt Christian Ratheiser. Außerdem können dadurch die individuellen Potenziale erkannt und die jungen Leute stärkengerecht eingesetzt und gefördert werden.

„Ich wollte auch mein eigenes Geld verdienen.“

Lehrling Florian Mörtl

Lehrlinge willkommen

Für zwei weitere junge Menschen bietet sich derzeit die Chance, Mitglied im Kaposi-Team zu werden. In den Bereichen Betriebslogistik sowie Bürokaufmann/-frau werden noch Bewerbungen entgegengenommen. |

KONTAKT

Autohaus Kaposi – Hofmeester Holding GmbH

Lodengasse 27

9020 Klagenfurt am Wörthersee T: 0463 42200 35 office@kaposi.at www.kaposi.at

70 Jahre lebenslanges Lernen

In einem Festakt mit zahlreichen Ehrengästen feierten die Kärntner Volkshochschulen im St. Veiter Rathaus ihr 70-jähriges Jubiläum.

Das Interesse am Bildungsangebot der Kärntner Volkshochschulen hat über die Jahre hinweg kontinuierlich zugenommen. VHS-Geschäftsführerin Beate Gfrerer: „Aktuell laufen 3.000 Kurse mit mehr als 25.000 Teilnehmer:innen an 80 Kursorten in ganz Kärnten. Unsere Formkurve weist stark nach oben – 2025 wird ein Rekordjahr für die Kärntner Volkshochschulen werden, bisher verzeichnen wir ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.“

Basisbildung als Herzensanliegen

Besonders am Herzen liegt der VHS-Geschäftsführerin die Basisbildung – also die Vermittlung grundlegender Lese-, Schreib-, Rechen- und EDV-Kenntnisse an Erwachsene. „Bildung darf nicht elitär, sie muss inklusiv sein. Wir holen Menschen da ab, wo sie stehen und begleiten sie ihr Leben lang bei

Bundespräsident a.D Heinz Fischer, Bgm. Martin Kulmer, VHS Geschäftsführerin Beate Gfrerer, Vorstandsvorsitzender der Kärntner Volkshochschulen und des Verbands Österreichischer Volkshochschulen Gerwin Müller, Bezirksstellenkoordination der VHS St. Veit Martina Mittweg, LR Daniel Fellner. © Stefan Regenfelder

ihren Bildungsbedarfen. Dabei antizipieren wir wirtschaftliche, gesellschaftspolitische und persönliche Bedarfe und gießen sie in maßgeschneiderte individuelle Bildungsangebote“. Besonderes Augenmerk werde auf die ländlichen Regionen gelegt, aus denen sich die meisten Anbieter schon verabschiedet haben. „Wir machen Bildung für Jede und Jeden finanziell leistbar zugänglich“, so Gfrerer. |

Kostenlose* Nachhilfe für Schüler:innen der Mittelschule, AHS Unterstufe und für Lehrlinge

Jetzt auch für Lehrlinge!

Gleich anmelden!

Je Kurs werden € 10 Einschreibgebühr erhoben.

Lernchancen

Karriereportal für die Fachkräfte von morgen

Mit individuellen Ausbildungsmodellen und modernsten Standards macht die Technische Akademie St. Andrä im Lavanttal Lehrlinge fit fürs Berufsleben.

Seit 18 Jahren begleitet die Technische Akademie (TAK) im Lavanttal Nachwuchs-Fachkräfte auf ihrem Weg in die Arbeitswelt. Maßgeschneiderte Ausbildungsmodelle für Berufsfelder wie Elektrotechnik, Metalltechnik und Mechatronik bieten den Auszubildenden beste Zukunftsperspektiven mit Jobgarantie.

Ausbildung auf allen Ebenen

Das Angebot reicht von der praktischen Grundausbildung über das Basislehrjahr bis hin zur überbetrieblichen Ausbildung. Hier arbeitet die TAK intensiv mit dem AMS Kärnten zusammen. Zu den wesentlichen Stärken der Technischen Akademie zählt auch die zwischenbetriebliche Ausbildung. Mehr als 35 Partnerbetriebe aus Industrie und Handwerk in ganz Kärnten nutzen das Ausbildungsangebot.

Um die Auszubildenden optimal auf die Berufswelt und die Anforderungen des Marktes vorzubereiten, setzt die TAK auf innovative Lehrmethoden und individuelle Konzepte – inklusive der Förderung von Sozial- und Sprachkompetenzen.

Am Standort St. Andrä wurden mittlerweile bereits mehr als 1.000 Lehrlinge zu hochqualifizierten Fachkräften in Industrie und Wirtschaft ausgebildet. Mehr als 3.000 Teilnehmer:innen nutzten das Weiterbildungsangebot, bestehend aus Kursen für Zusatzqualifikationen bzw. fachbezogene Ausbildungen.

„Wir bieten den Unternehmen einzigartige Vorteile und einen umfangreichen Zusatznutzen, in dem wir individuelle Lösungen und Ausbildungsangebote erarbeiten.“

Neue Kooperation mit TÜV SÜD Seit rund einem halben Jahr setzt die TAK im Bereich der Schweißtechnik auf enge Zusammenarbeit mit dem Prüfund Zertifizierungsdienstleister TÜV SÜD. Die TAK führt die praxisorientierten Schweißerkurse durch, während erfahrene Prüfer:innen von TÜV SÜD die abschließenden Prüfungen abnehmen –und so einen unabhängigen Qualitätsnachweis nach höchsten nationalen und

1 Talenteschmiede mit Zukunftsgarantie: Das vielfältige Angebot der TAK bereitet die Auszubildenden optimal auf die Berufswelt vor. Die innovativen Lehrmethoden fördern auch digitale Fähigkeiten sowie Sozial- und Sprachkompetenz. © TAK

2 Im Bereich der Schweißtechnik setzt die TAK auf enge Zusammenarbeit mit dem Prüf- und Zertifizierungsdienstleister TÜV SÜD. © TAK

3 Maßgeschneiderte Ausbildungsmodelle für technische Berufsfelder bieten den Lehrlingen beste Zukunftsaussichten mit Jobgarantie. © TAK

internationalen Standards sicherstellen. Pro Kurs stehen aktuell 20 Ausbildungsplätze zu Verfügung.

Für die Zukunft planen die TAK und der TÜV SÜD einen Ausbau der Kooperation: So sollen zusätzlich zum Schweißerlehrgang schon bald weitere technische Ausbildungen wie Kran- und Staplerkurse angeboten werden, deren Prüfungen ebenfalls durch Expert:innen des TÜV SÜD abgenommen werden.

Ziel ist es, zukunftsorientierte, qualitative Ausbildungswege zu schaffen, die auf die Bedürfnisse der Industrie ausgerichtet sind und den wachsenden Bedarf an Fachkräften adressieren.

Digitale Kompetenz als Schlüssel zur modernen Berufsausbildung

Die Berufsausbildung befindet sich in einem rasanten Wandel: Didaktische Methoden werden zunehmend digitaler, praxisnaher und individueller und auch die eingesetzten technischen Systeme und Geräte entwickeln sich ständig weiter. „Digitale Fähigkeiten sind heute daher nicht mehr nur eine Zusatzqualifikation

– sie sind eine entscheidende Grundlage für den beruflichen Erfolg“, so TAK-Geschäftsführer Manfred Vallant. „Für Unternehmen ist es wichtig zu wissen, welche Fähigkeiten tatsächlich vorhanden sind, um die Ausbildung und Förderung der Nachwuchskräfte optimal zu gestalten.“ Doch wie lässt sich objektiv feststellen, welche digitalen Kompetenzen tatsächlich vorhanden sind und wie gut sie angewendet werden können? Vallant erklärt: „Genau hier setzt unser DIGCert Testcenter an. Wir prüfen und dokumentieren zuverlässig die vorhandenen Kompetenzen. Damit schaffen wir Transparenz für Lehrlinge und Unternehmen. Unsere Akkreditierung garantiert, dass die Prüfungen und Ergebnisse den höchsten Qualitätsstandards entsprechen. Lehrlinge und Unternehmen erhalten eine offizielle Bestätigung der vorhandenen Kompetenzen. Mit dem DIG-Cert Testcenter wird digitale Kompetenz messbar, nachvollziehbar und offiziell anerkannt. So unterstützen wir Auszubildende dabei, ihre Stärken gezielt einzusetzen und Unternehmen darin, qualifizierte

„Als qualitativ und technisch akkreditiertes DIG-Cert-Testcenter garantieren wir, dass Prüfungen und Ergebnisse den höchsten Qualitätsstandards entsprechen.”

Manfred Vallant

Lehr linge und zukünftige Fachkräfte optimal zu fördern und gezielt weiterzuentwickeln.“ |

KONTAKT

Technische Ausbildungs GmbH Siebending 22A 9433 St. Andrä T: +43 (0) 4358/24 147-0 office@technische-akademie.at www.Technische-Akademie.at

Kinder im Fokus: Das zweisprachige Bachelorstudium Elementarpädagogik startet im Wintersemester 2027 an der PH Kärnten.

© PHK/MaxKropitz

Meilenstein

für die Kärntner

Elementarpädagogik

Im Zuge eines neuen Bachelorstudiums an der Pädagogischen Hochschule Kärnten wird ab 2027 erstmals ein durchgängig zweisprachiger Bildungsweg möglich.

Kärnten ist ein zweisprachiges Bundesland – eine Tatsache, die nicht nur seit Jahrhunderten gelebte Realität, sondern seit Jahrzehnten auch vertraglich festgeschrieben ist. Dennoch ist es im Kärntner Bildungssystem bis heute nicht möglich, eine durchgängig zweisprachige Ausbildung vom Kindergarten bis zur Hochschule zu absolvieren. Gerade im Bereich der Elementarpädagogik, der im Hinblick auf den Spracherwerb der Kinder besonders wichtig ist, gibt es auch für Pädagog:innen aktuell keine Möglichkeit, eine Berufsausbildung mit Schwerpunkt Zweisprachigkeit zu absolvieren. Zwar stehen österreichweit vielfältige Angebote – von den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik (BAfEP) über Kollegs bis hin zum Master Elementarpädagogik an der Universität Graz –zur Auswahl. Ein grundständiges Bachelorstudium, das im Kärntner Fall auch zweisprachige Bildungsangebote in den Fokus nimmt, war in Österreich bis dato jedoch nicht vorgesehen.

„Dass wir Slowenisch und Deutsch für das grundständige Studium anbieten wollen, ist das Einzigartige an unserem Konzept.“

Sabine Strauß, Professorin für Pädagogische Psychologie und Studiengangsleiterin im Bachelorstudium Elementarpädagogik

Beste Betreuung

in der frühen Kindheit

Diese Situation soll sich nun ändern: Mit dem heurigen Wintersemester startet an der FH Campus Wien das Bachelorstudium Elementarpädagogik, ab 2026 wird es an Pädagogischen Hochschulen in den meisten Bundesländern angeboten – und ab dem Wintersemester 2027 auch an der PH Kärnten. „Das grundständige Studium Elementarpädagogik ist in dieser Form wirklich eine Neuheit für Öster -

reich – und eine lange geforderte Ausbildungsform“, erklärt Elisabeth Nuart, Stv. Leiterin am Institut für Bildungswissenschaft und Leiterin des Hochschullehrgangs Elementarpädagogik an der PH Kärnten. Europaweit sei eine akademische Ausbildung in diesem Bereich schon lange Standard. „Tatsächlich sind wir hier Schlusslicht – und wenn wir die Bedeutung der frühen Kindheit wissenschaftlich betrachten, wird deutlich, dass es hier die bestausgebildetsten Personen braucht“, ergänzt Sabine Strauß, Professorin für Pädagogische Psychologie und Studiengangsleiterin im Bachelorstudium Elementarpädagogik.

Alleinstellungsmerkmal Zweisprachigkeit

Gründe für eine Akademisierung der Ausbildung gibt es den Expertinnen zufolge viele. Familien würden heute anders funktionieren als noch vor ein paar Jahrzehnten und Betreuungsangebote viel früher und umfangreicher in Anspruch genommen. Gerade für die vulnerable Lebensphase der frühen Kindheit gelte es daher, Pädagog:innen bestmöglich auszubilden und auf Herausforderungen entsprechend vorzubereiten – und auch die wissenschaftliche Begleitung des Themas sei zentral. „Dass wir Slowenisch und Deutsch für das grundständige Studium anbieten wollen, ist das Einzigartige an unserem Konzept. Im Volksschulbereich wird der Staatsvertrag, was das Minderheitenschulwesen betrifft, sehr gut umgesetzt und wir haben diesbezüglich auch Expertise im Haus“, betont Strauß. Ein Mehrwert, von dem ganz Kärnten profitieren kann: „In einem größeren Kontext geht es uns darum, Slowenisch als Landessprache aktiv zu fördern und Menschen zu gewinnen, die Slowenisch nicht als Erstsprache sprechen, aber sich dafür interessieren, zweisprachig im Bereich der Elementarpädagogik zu arbeiten“, so Nuart abschließend. |

© Privat

Das Buch muss man gelesen haben, um Freiheit und Versklavung zu verstehen

Mit einem rhetorischen Trick wird den Sklaven auf der Jones Plantage die „Freiheit“ geschenkt. Einige „Arbeiter“ wurden als Aufseher mit dem Auftrag ausgewählt, aufzupassen, dass jeder seine Arbeit erledigt und die Regeln befolgt.

Buchbesprechung: „Die Jones Plantage“, Autor: Laken Rose.

Assoziationen mit der aktuellen Zeit sind rein zufällig.

Mr. Jones besaß eine Baumwollplantage mit zahlreichen Sklaven. Eines Tages klagte er seinem Nachbarn, der auch eine Plantage hatte, dass seine Sklaven unfolgsam seien und auch immer wieder zu fliehen versuchen. Dieser sagte ihm, dass er jemanden kenne, der ihm helfen könne. Kurze Zeit darauf rief Mr. Jones seine Sklaven zusammen und sagte, dass ein gewisser Mr. Smith zu ihnen sprechen wolle.

Die zentrale Aussage von Mr. Smith war, dass alle ab nun frei und nicht mehr Eigentum von Mr. Jones seien. Der Besitzer der Plantage war schockiert, verhielt sich aber ruhig. Mr. Smith sagte, dass ab sofort alle auf eigene Rechnung arbeiten könnten und die Plantage jederzeit verlassen können, aber damit rechnen müssten, dass sie von einem anderen Sklavenhalter gefangen genommen werden könnten. Alle könnten auf der Plantage bleiben und seien Teilhaber. Ein "Manager" mit Erfahrung sei aber notwendig. Er schlug Mr. Jones vor, den er als künftigen Mitarbeiter bezeichnete. Ab sofort seien alle gleichgestellt, auch Mr. Jones. Das ausgegebene Motto lautete: Wir arbeiten als freie Menschen zusammen, um unseren Wohlstand zu mehren. Die Sklaven jubelten.

Bei der nächsten Versammlung schwor er die Arbeiter ein, dass sie sich in Zukunft zu ihrem eigenen Vorteil noch mehr anstrengen müssten. Es seien aber Regeln zu beachten. Und die Sklaven müssten dankbar sein, dass Mr. Jones bereit sei, weiterhin die Plantage zu managen. Einige wurden als Aufseher ausgewählt, um sicherzustellen, dass jeder seine Arbeit erledigt und die Regeln befolgt.

Bei der nächsten Versammlung sagte Mr. Smith, dass Charles von ihm gepflügte Baumwolle für sich

behalten habe, um sie zu verkaufen. Das sei Diebstahl und sei ein Regelverstoß. Er wurde an einen Pfahl gefesselt und ausgepeitscht.

Samuel, ein junger Pflücker, fragte, wo denn der Unterschied zur ursprünglichen Sklavenzeit liege? Mr. Smith antworte darauf, dass er ursprünglich ein Sklave gewesen sei und jetzt frei ist. Mr. Jones würde für seine Sicherheit, die Werkzeuge und das Essen sorgen. Ohne Mr. Smith gebe es keine Plantage und Arbeit.

Bei einer der nächsten Versammlungen wurde der Cousin von Jones vorgestellt. Die Arbeiter könnten nunmehr bestimmen, wer für die nächsten drei Monate der Chef sei. Die Zeit verging und über mehrere Monate hat sich auf der Plantage nichts geändert. Nur, dass einige Zeit Mr. Smith und dann wieder sein Cousin die Leitung hatte. Der Lohn blieb gleich.

Jeder darf sagen, was er denkt Eines Tages meldet sich Samuel zu Wort. Denn alle dürften das sagen, was sie denken. Er kritisierte, dass sich nichts geändert habe, denn alle seien nach wie vor Sklaven. Bis auf die Möglichkeit, zwischen Jones und seinem Cousin zu wählen, sei alles gleich. Er kritisierte, dass die Arbeiter nur das bekommen, was der Sklavenhalter übrig lasse. Es wurden lediglich die Worte verändert, alles andere sei gleich. Samuel hat noch nicht alle Argumente vorgebracht, da bekamen die Aufseher ein Zeichen, ihn zu fassen und an den Pfahl zu binden. Samuel habe mit seiner Aufmüpfigkeit die Regeln gebrochen. Das sei nicht erlaubt. Die Peitschen knallten auf ihn. Die Abtrünnigen müssten bestraft werden. Mit jedem Peitschenschlag jubelten die anderen. Die tobende Menge merkte nicht, dass Samuel unter den Peitschenhieben zusammengebrochen und gestorben ist. |

ZUR PERSON HANS LACH Autor und Verleger office@alpenadria-verlag.at

PEFC-Award 2025: Ein Herz fürs Holz

Im Rahmen der Österreichischen Holzgespräche 2025 erhielten fünf Preisträger den PEFC-Award für Nachhaltigkeit – darunter auch das advantage Magazin. Von Barbara Pachler

Österreich ist ein Holzland: Rund 48 Prozent der österreichischen Fläche sind mit Wald bedeckt. Entsprechend bedeutend ist die Rolle der Forstwirtschaft in der heimischen Industrie. Der nachwachsende Rohstoff Holz ist ein zentraler Bestandteil der österreichischen Bioökonomie – eine nachhaltige Ressource mit einer umfangreichen Wertschöpfungskette, die von Forstbetrieben über Waldbewirtschaftung und Holzverarbeiter bis hin zu Papierproduktion, Druckereien und Verlagen reicht. So arbeiten österreichweit rund 300.000 Menschen in 17.000 Betrieben mit dem Werkstoff Holz oder seinen Folgeprodukten und erwirtschaften dabei jährlich rund 27,7 Mrd. EUR.

Wert- und Werkstoff

Holz im Fokus

Die Waldwirtschaft kann in Österreich auf eine lange Geschichte zurückblicken. Dass die Möglichkeiten des Rohstoffs Holz jedoch noch lange nicht ausgereizt sind – dass in seinen Fasern nicht nur langfristig gebundenes CO 2 , sondern auch eine Menge Innovationspotenzial steckt – das zeigte sich einmal mehr bei der Verleihung der PEFC Awards 2025, die im November in Wien stattfand. Die holzvertäfelten Räumlichkeiten im Palais

← „Das g‘fallt dem Wald!“: Holz ist das verbindende Element der PEFC-Preisträger:innen 2025. © FHP-Kooperationsplattform Forst Holz Papier/APA-Fotoservice/Hörmandinger

Niederösterreich boten ein eindrucksvolles Ambiente. Ein intensiver Vormittag mit Diskussionsrunden und spannenden Keynotes ging der PEFC-Preisverleihung voraus, die im Rahmen der Holzgespräche 2025 der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) stattfand. Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), hob als einer der hochkarätigen Speaker die Zukunftspotenziale der Branche hervor: „In der Holzwirtschaft hat Österreich einen starken komparativen Vorteil. Klimawandel, Kreislaufwirtschaft, innovative neue Werkstoffe: Der Sektor bietet viele Chancen.“

Rund 250 Gäste und Expert:innen aus verschiedensten Betrieben entlang der Wertschöpfungskette Holz nahmen an den diesjährigen Holzgesprächen teil. Am Vortag hatte in denselben Räumlichkeiten zudem der Bioeconomy Austria Summit stattgefunden, der mit dem bereits zur Tradition gewordenen abendlichen Vernetzungstreffen zu Ende ging. Zahl reiche Unternehmer:innen, Stakeholder und Holzexpert:innen nutzten die Gelegenheit, sich fachlich auszutauschen und in Kontakt zu treten.

Marke für nachhaltige Holzwirtschaft

Höhepunkt der Holzgespräche war die Verleihung der PEFC-Awards – eine renommierte Auszeichnung, die jährlich von der Zertifizierungsorganisation PEFC Austria vergeben wird. PEFC (Pro-

„Die Preisträger stehen mit ihrer Arbeit für verantwortungsvolles Handeln und setzen wichtige Impulse für nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverarbeitung in Österreich.“ Kurt Ramskogler, PEFC-Obmann

gramme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) fungiert als Siegel für Forstbetriebe, aber auch viele weitere Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz. Nur Betriebe, die sich zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft und Holzverarbeitung bekennen und den PEFC-Kriterien entsprechen, dürfen das PEFC-Logo auf ihren Produkten führen. Ziel der Zertifizierung ist es einerseits, nachhaltiges Wirtschaften in der Forstwirtschaft nachvollziehbar zu machen; andererseits bildet das Siegel einen Leitfaden, der Konsument:innen bei der Wahl nachhaltiger Produkte unterstützen soll.

Darüber hinaus werden im Rahmen der PEFC-Awards jährlich Betriebe ausgezeichnet, die durch ihre Arbeit und ihr Engagement einen besonderen Beitrag zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft leisten. Die Awards werden in fünf Kategorien – Wald, Zertifiziertes österreichisches Forstunternehmen (ZÖFU), Chain of Custody (CoC), Persönlichkeit und Promotion – vergeben. „Es ist uns eine große Freude, auch in diesem Jahr erneut fünf beispielhafte Vertreter entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Forstund Holzwirtschaft auszeichnen zu dürfen. Sie stehen mit ihrer Arbeit für verantwortungsvolles Handeln und setzen wichtige Impulse für nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverarbeitung in Österreich“, so PEFC-Obmann Kurt Ramskogler anlässlich der Preisverleihung.

Nachhaltigkeit hat viele Seiten

Die Preisträger der PEFC-Awards 2025 spiegeln die Vielseitigkeit der Wertschöpfungskette Holz und reichen vom Forstamt über Sägewerk und Forstdienstleister bis hin zum Medienunternehmen. In der Kategorie Wald wurde in diesem Jahr das Forstamt Gstatt in Öblarn der Colloredo-Mannsfeld GmbH ausgezeichnet. 2.350 Hektar Wald werden dort seit vielen Jahren nach PEFC-Standards „so ökologisch wie möglich und so ökonomisch als nötig“ bewirtschaftet, wie Paul-Josef Colloredo-Mannsfeld erklärt. Als zertifiziertes österreichisches Forstunternehmen (ZÖFU) wurde die Streif Waldbewirtschaftung GmbH prämiert –ein innovativer Familienbetrieb aus dem oberösterreichischen Innviertel, der seit 27 Jahren für moderne und nachhaltige Waldbewirtschaftung steht.

„Mit Herzblut einen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten, Vorteile in Wirtschaft und Leben zu vermitteln – das war mein persönlicher Antrieb, das Magazin advantage vor 29 Jahren ins Leben zu rufen.“

Walter Rumpler, Gründer und Herausgeber advantage Magazin

Den Preis in der Kategorie Chain of Custody (CoC) durfte die Hutter Holzindustrie GmbH mit ins Salzburger Lungau nehmen, die von der Familie Hutter seit den 1960er Jahren erfolgreich betrieben wird. Seniorchef Wolfgang Hutter ist zudem Präsident des Holztechnikums Kuchl, an dessen Gründung er maßgeblich beteiligt war. Ein weiterer Award ging an die „Holz-Persönlichkeit“ Stefan Schenker. Als einer der Gründungsväter des PEFC-Siegels in Österreich engagierte er sich sein ganzes berufliches Forstleben aktiv für die nachhaltige Forstwirtschaft und setzt sich in seinem eigenen Betrieb bis heute für die Erhaltung der Biodiversität und eine stimmige Mensch-Umwelt-Beziehung ein.

In eigener Sache

Über den fünften und letzten Preis zu berichten, freut uns als advantage Magazin besonders: Als erstes österreichisches

Printmagazin durften wir den PEFCAward in der Kategorie Promotion entgegennehmen. Nachhaltigkeit ist für advantage weit mehr als eine Floskel: Seit 2024 führt das Magazin das PEFCWerbe label, und auch das verwendete Papier und das Druckereiunternehmen Mohorjeva/Hermagoras sind PEFC-zertifiziert. Regionale Wertschöpfung, Verantwortung für Ressourcen und Wertschätzung für den Wald sind für advantage von großer Bedeutung. Bei der inhaltlichen Gestaltung wird besonderer Wert auf journalistische Qualität und eine authentische Berichterstattung über relevante Zukunftsthemen gelegt; Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Umso größer ist die Freude über die renommierte Auszeichnung: „Mit Herzblut einen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten, Vorteile in Wirtschaft und Leben zu vermitteln – das war mein persönlicher Antrieb, das Magazin advantage vor 29 Jahren ins Leben zu rufen“, betont Gründer und Herausgeber Walter Rumpler. Ein Anspruch, der sich auch in Zukunft nicht ändern soll. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es bekanntlich heraus: Den PEFC-Award als greifbares Echo zu erhalten, ist nicht nur eine echte Bestätigung für die redaktionelle Arbeit des advantage Magazins, sondern auch ein Appell, den eingeschlagenen Weg mit Umsicht und Überzeugung weiterzuverfolgen. |

→ Hier geht es zum advantage-PEFC Award-Video:

© marygoodfoto | Maria Wawrzyniak

Dolmetschen im Dienste nachwachsender Rohstoffe

Im Gespräch mit advantage erzählt Wood K plus-Bereichsleiterin

Edith Zikulnig-Rusch von der Kunst, zwischen den Welten von Wirtschaft und Wissenschaft zu vermitteln.

advantage: Womit beschäftigt sich das Kompetenzzentrum Wood K plus?

Edith Zikulnig-Rusch: Wir sind eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die mit und für Firmen Entwicklungsund Forschungsleistungen durchführt, aus denen in weiterer Folge Innovation entstehen kann. Unser Schwerpunkt am Standort St. Veit liegt dabei auf CompositeMaterialien und Oberflächen im Bereich nachwachsender Rohstoffe, zusätzlich treiben wir die Digitalisierung bei Wood K plus voran, mit dem Ziel, Digitalisierung und altes Handwerk zu verbinden.

Warum ist die Arbeit an der Schnittstelle von Wirtschaft und Wissenschaft so wichtig? Man könnte sagen, wir sind die Dolmetscher:innen, die zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vermitteln. Die Universität spricht vor allem die Sprache der Grundlagenforschung und nur zu einem Teil die Sprache der Wirtschaft – aus gutem Grund, denn naturgemäß spielt die Anwendung hier eine weniger große Rolle. Wir kennen die Vokabeln beider Sprachen und können auch verstehen, was dahinter steht. Das wird immer wichtiger, je komplexer die Fragestellungen sind. Das Wissen wird von uns transformiert und weiterentwickelt. Wir überset-

zen also nicht nur, wir wollen auch Ideengeber sein.

Welche Rolle hat Wood K plus in der Wertschöpfungskette nachwachsender Rohstoffe? Wir kommen ins Spiel, sobald es anfängt, technologisch zu werden. Was kann man aus den Fasern oder Samen machen? Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es, die nicht so offensichtlich sind? Wo kann man etwas substituieren – also weg von petrochemischen Ausgangsstoffen und hin zu nachwachsenden Bio-Rohstoffen? In Kreisläufen denken – aber nicht erst am Ende, wenn es darum geht, die Reststoffe zu verwerten, sondern von Anfang an.

Wie spielt hier die Digitalisierung hinein?

Die Digitalisierung hilft uns dabei, die Eigenschaften eines Stoffes richtig zu charakterisieren. Jede Pflanze ist ein bisschen anders. Hier gibt es einen schönen Vergleich: In der Petrochemie gibt es lauter gut sortierbare „Legobausteine“ in unterschiedlichen Farben, die ich so zusammenfügen kann, wie ich es brauche. Bei nachwachsenden Rohstoffen dagegen steckt in einem einzelnen Baustein vielleicht ein ganzer Regenbogen. Hier muss ich wissen: Welche Auswirkungen hat das auf mein Produkt? Abgesehen von der

Das Kompetenzzentrum Wood K plus bildet im Bereich Materialwissenschaften eine Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Unternehmen. © Wood K plus

„Ich bin überzeugt, es wird eine Win-WinSituation sein. Für alle.“

Edith Zikulnig-Rusch

Digitalisierung ist aber auch das Zwischenmenschliche wichtig. Die Kooperationen, die entstehen, um komplexe Probleme zu lösen, brauchen Vertrauen.

Die Eröffnung der Koralmbahn steht nun kurz bevor, 2027 soll im Zuge dessen ein neuer Technologiepark in St. Paul entstehen. Welche Erwartungen haben Sie?

Ich würde meinen, dass wir beim geplanten Technologiepark in St. Paul unsere Expertise im Bereich der Materialwissenschaften sehr gut einbringen können. Abgesehen davon ist die Nähe zur TU Graz eine große Chance, um die Zusammenarbeit mit Fachkräften oder PhDKanditat:innen zu erleichtern. Mit Blick auf die Kärntner Seite wäre es gut, positiv zu denken und nicht nur das halb leere Glas zu sehen. Wir sollten diese Chance jetzt einfach nutzen und ins Tun kommen! Ich bin überzeugt, es wird eine WinWin-Situation sein. Für alle. |

Mutige Strategien für Kärntens Energiezukunft

Die diesjährige Kelag-Konferenz „Erneuerbare Energie“ stand unter dem Titel „Energie unter Spannung: zwischen Unabhängigkeit, Leistbarkeit und Populismus“.

Mehr als 400 Expert:innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, aber auch zahlreiche Schüler:innen, kamen in das Congress Center Villach, um Antworten auf die zentrale Frage „Wie gelingen mutige Strategien, gemeinsames Handeln und faktenbasierte Kommunikation für eine positive Energiezukunft in Kärnten?“ zu finden. Als Herausforderungen der Energiezukunft wurden die Bereiche Versorgungssicherheit, Kosten der Energiewende sowie die Rolle von Fake News im energiepolitischen Diskurs identifiziert.

„Wir investieren in mehr Selbstbestimmtheit“, brachte Kelag-Vorstand Reinhard Draxler die Strategie der Kelag für die nächsten zehn bis 20 Jahre auf den Punkt. In Zahlen sind es 2,6 Mrd. Euro, die allein in Kärnten in den Ausbau der erneuerbaren Energie und damit in Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Wertschöpfung fließen. Die grüne Energiezukunft wird von heimischer Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und Wasserstoff getragen.

12,7 Mrd. Euro kosten Österreich die jährlichen Energieimporte, rechnete Draxler vor und präsentierte eine Statistik, die belegt, dass durch verstärkten Einsatz erneuerbarer Energie der Strompreis sinkt, da Windkraft und Photovoltaik die geringsten Gestehungskosten aufweisen.

Energiekosten senken

Für Kelag-Vorstand Danny Güthlein ist die große Herausforderung im Moment

„Ein integriertes, elektrifiziertes System kann die jährlichen Energiekosten um über ein Drittel reduzieren“ Kelag-Vorstand Danny Güthlein

nicht die Technik – „Das bekommen wir hin“ –, sondern die gesellschaftliche Akzeptanz und der gemeinsame Umsetzungswille. Für die Menschen zähle am Ende die Gesamtenergiekostenrechnung im Haushalt – Strom, Heizung und Mobilität. Und genau da könnte die Energiezukunft vieles besser und günstiger machen, insbesondere durch den Umstieg von Öl-/Gas-Heizung auf Wärmepumpe oder vom Verbrenner auf ein E-Auto. „Ein integriertes, elektrifiziertes System kann die jährlichen Energiekosten um über ein Drittel reduzieren, gleichzeitig das Gesamtsystem entlasten und uns unabhängiger machen“, erklärte Güthlein.

Darüber hinaus sprachen Tara Esterl (Austrian Institute of Technology) über den Einfluss erneuerbarer Energien auf

Strompreise und Netze sowie Christoph Maurer (Consentec) über die Kosten der Energiewende.

Sachbezogener Diskurs

Peter Filzmaier, Geschäftsführer des Instituts für Strategieanalyse, befasste sich in seiner Keynote mit der Rolle der Medien und „alternativer Fakten“ sowie der Diskrepanz zwischen hoher Zustimmung zu erneuerbarer Energie in Umfragen und der tatsächlichen Handlungsbereitschaft der Öffentlichkeit. Er ist der Meinung, dass das Thema Energie nicht nur im Hinblick auf Preise diskutiert werden sollte. Die Menschen wollten Verantwortung für ihre Kinder und Enkelkinder übernehmen und einen Beitrag für ihre Umwelt leisten. Da es in den sozialen Medien keine redaktionelle Kontrolle über Inhalte gebe, brauche es parallel dazu einen sachbezogenen Diskurs. Diesen hätte es auch verstärkt für die Windkraft-Volksbefragung in Kärnten gebraucht. Letztlich habe eine schweigende Mehrheit an Nichtwähler:innen über den Ausgang entschieden. „Bis heute weiß niemand, wie die Summe aller Kärntner:innen tatsächlich über Windkraft denkt.“

Mit Hausverstand

LH-Stv.in Gaby Schaunig forderte, dass von der Energiewende alle Menschen gleichermaßen profitieren – egal ob Hausbesitzer oder Wohnungsmieter –und sprach sich in diesem Zusammenhang für einheitliche Netztarife aus. Das

© Kelag

Kelag-Vorstand Danny Güthlein, Aufsichtsratsvorsitzender Gilbert Isep, LH-Stv. Martin Gruber, LH-Stv. Gaby Schaunig, Landesrat Sebastian Schuschnig und Kelag-Vorstand Reinhard Draxler (von links) © Kelag

„Wir investieren in mehr Selbstbestimmtheit“

Kelag-Vorstand Reinhard Draxler © Kelag

neue Gesetz, das diese Gleichbehandlung aller Energiebezieher herstellen soll, sei für sie ein erster Schritt. „Für mich bedeutet eine leistbare Energiezukunft, dass die Politik Verantwortung übernimmt und alle Menschen gut durch die Transformation begleitet.“

Für LH-Stv. Martin Gruber ist Unabhängigkeit ein wichtiges Thema. „Daran müssen wir intensiv arbeiten“, sagte er. Man könne dies aber nicht von oben herab verordnen, sondern müsse die Menschen mitnehmen. Das bedeute, Bürokratie zu reduzieren, Grundlagen zu ändern und Anreize zu schaffen. Der Erneuerbaren-Ausbau nehme klarerweise auch Flächen in Anspruch – dem müsse man mit Hausverstand begegnen. „Wir wollen Projekte dort konzentrieren, wo Infrastruktur bereits vorhanden ist und Synergien entstehen. Sensible Landschaftsbereiche sollen dagegen geschützt werden“, so Gruber.

Wesentlicher Standortfaktor

Landesrat für Tourismus, Wirtschaft, Mobilität und Energie, Sebastian Schuschnig, erklärte, dass der flächendeckende Ausbau erneuerbarer Energien ein entschei-

dender Erfolgsfaktor für unseren Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensstandort Kärnten sei. „Eine regionale und nachhaltige Energieversorgung ist ein wesentlicher Standortfaktor, der nicht nur die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes, sondern auch wertvolle Arbeitsplätze sichert.“

Die Kelag-Konferenz widmet sich seit 2006 den großen Herausforderungen unserer Zeit und den Zukunftsthemen der Energieversorgung. Sie fördert den fachlichen Austausch im Bereich erneuerbare Energien, zeigt Handlungsoptionen für die Gestaltung der Energiezukunft auf und sorgt für positive Inspiration und Vernetzung. Auch dieses Jahr wurden wieder Schüler:innen und Studierende eingeladen, denn das Unternehmen legt großen Wert auf die Teilnahme der jungen Generation an der Gestaltung der Energiezukunft. |

Gesundheit macht Unternehmen stark

Gesundheit wird immer mehr zum strategischen Erfolgsfaktor im Unternehmen. In Zeiten hoher Arbeitsdynamik und steigender Anforderungen, eines Mangels an Fachkräften und der Tatsache, dass das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt – und Menschen somit länger arbeiten–, zeigt sich: Betriebe, die in das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter:innen investieren, sichern nicht nur ihre Leistungsfähigkeit, sondern auch ihre Zukunft. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) stärkt die körperliche, psychische und soziale Gesundheit am Arbeitsplatz – und reicht dabei weit über reine Krankheitsvermeidung hinaus. Stattdessen setzt sie auf ein breites Spektrum an präventiven Maßnahmen, die den Arbeitsalltag nachhaltig unterstützen. Studien zeigen: Wird Gesundheitsförderung im Unternehmensalltag gelebt, steigen Motivation, Produktivität und Zusammenhalt im Team – während Krankenstände und Fluktuation deutlich sinken.

BGF als Wirtschaftsfaktor

Wie teuer beschwerdebedingte Fehlzeiten werden können, zeigt das Beispiel eines Bandscheibenvorfalls: Bei circa sechs Wochen Ausfallzeit und täglichen Kosten von etwa 400 Euro summiert sich ein einzelner Fall auf 12.000 Euro. Laut WIFOFehlzeitenreport 2024 fallen pro Mitarbeiter:in durchschnittlich 15 Krankenstandstage im Jahr an. Besonders ins

← Mit täglichen Challenges und Übungen sorgt Movevo spielerisch für gesunde Routinen im Arbeitsalltag. © Martin Hofmann

Gewicht fallen psychische Erkrankungen, die im Schnitt 36 Ausfalltage und damit Kosten von rund 12.600 Euro pro Fall verursachen.

Die Wirtschaftlichkeit von BGF zeigt sich im Return on Investment (ROI): Analysen belegen, dass jeder investierte Euro durchschnittlich das Dreifache zurückbringt. So weist eine der größten Metastudien für effektive Maßnahmen rund um Bewegung, Ernährung, Tabakkonsum und mentaler Gesundheit einen ROI von 2,7 aus.

Neue Perspektiven schaffen

Die von der Bundesregierung initiierte Plattform fit2work widmet sich seit 2011 der Gesundheit am Arbeitsplatz. In Kooperation mit AMS, AUVA, PVA und weiteren Sozialversicherungen bietet fit2work kostenfreie, freiwillige Beratung für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sowie für Unternehmen, die die Arbeitsfähigkeit ihrer Beschäftigten erhalten möchten. Dazu zählt auch die fit2work-Eingliederungsberatung, die Unternehmen beim Aufbau eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) begleitet. Durch frühzeitige Maßnahmen kann so der Arbeitsplatz erhalten und ein gesundes Arbeiten bis zum Pensionsantritt unterstützt werden. Den Effekt der Initiative zeigt ein Blick auf die Zahlen: Im Zeitraum von 2020 bis 2024 waren 37,57 % 360 Tage nach Abschluss einer fit2work-Beratung der Personen wieder erwerbstätig – im Vergleich zu nur 11,06 % unmittelbar vor Beratungsbeginn (Quelle: Statistik Austria). Wie hoch der Stellenwert betrieblicher Gesundheitsförderung in Österreich ist,

zeigt sich eindrucksvoll in aktuellen Zahlen. Das Österreichische Netzwerk für BGF feiert sein 25-jähriges Jubiläum mit Rekordwerten: Bis dato erhielten mehr als 2.400 Unternehmen mit 718.000 Beschäftigten das BGF-Gütesiegel. 2025 zeichnete die ÖGK erneut Betriebe in allen Bundesländern aus – in Kärnten 29 Betriebe mit 5.517 Mitarbeiter:innen, in der Steiermark 71 Betriebe mit 18.304 Mitarbeiter:innen. „Die Arbeitswelt verändert sich immer schneller und wird immer herausfordernder – etwa durch Digitalisierung, hybrides Arbeiten oder den Einfluss von künstlicher Intelligenz. Umso wichtiger ist es, dass betriebliche Gesundheitsförderung das Gesundheitsbewusstsein und das Betriebsklima der Belegschaft stärkt“, betonen die Vorsitzenden des Landesstellenausschusses der ÖGK in der Steiermark, Beatrice Erker und Josef Harb.

„Wer Arbeitsumgebung und -prozesse gesund gestaltet, investiert in den eigenen Erfolg“.

Katharina Göttlicher, SVS

Studien belegen: Gesunde Mitarbeiter:innen sind ein wesentlicher Faktor für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Wie vielfältig und effektiv betriebliche Gesundheitsförderung heute umgesetzt wird, zeigen aktuelle Initiativen und Beispiele aus der Praxis. Von Anja Fuchs →

Gesundheit als Rückgrat Wer ein Unternehmen führt, bewegt sich ständig zwischen Ideen und Verantwortung – Termine drängen, Entscheidungen müssen schnell fallen, und oft bleibt die eigene Gesundheit auf der Strecke. Genau dieser Thematik widmete sich der erste Gesundheitstag für Selbstständige von Wirtschaftskammer Kärnten und SVS. Unter dem Motto „Betriebliche Gesundheits förderung –

auch für Unternehmer:innen selbst!“ bot das Event im Herbst ein vielfältiges Programm mit praxisnahen Impulsen, Vorträgen und Mitmachstationen.

„Wer Arbeitsumgebung und -prozesse gesund gestaltet, investiert in den eigenen Erfolg“, unterstreicht Katharina Göttlicher von der SVS Landesstelle Kärnten. „Als SVS unterstützen wir mit vielfältigen Angeboten zur Prävention und Gesundheitsförderung. Mit ‘Future Proof’ bieten wir speziell für Familien- und Kleinstbetriebe ein neues Programm zur Betrieblichen Gesundheitsförderung,“ so die Arbeitspsychologin. Das kostenlose Future-Proof-Angebot richtet sich an landwirtschaftliche und gewerbliche Familienbetriebe. In gemeinsamen Workshops entwickeln Betriebe und Expert:innen individuelle Strategien – von besserer Kommunikation bis hin zu ergonomischem Arbeiten. So erhalten auch kleinste Familienunternehmen die Chance, strukturierte BGF-Prozesse umzusetzen.

Bewegung, die verbindet

Das in Villach ansässige Unternehmen Movevo entwickelt seit 2021 digitale Lösungen für betriebliche Gesundheitsförderung. Ihr Ansatz: Bewegung und ein gesunder Lebensstil sollen spielerisch in den Arbeitsalltag finden. Die „MOVEVO Move App“ bringt mit täglichen Challenges und kurzen Übungen mehr Schwung in den Beruf – und stärkt

Der erste Gesundheitstag für Selbstständige in Kärnten bot ein vielfältiges Programm mit praxisnahen Impulsen, Vorträgen und interaktiven Stationen. Am Bild v. l. Arbeitspsychologin Katharina Göttlicher (SVS), Tony Meinert (Sozialministerium ), Franz Ahm, IC-Spartenobmann und Vorsitzender der SVS-Landesstelle Kärnten und WK-Direktor Meinrad Höfferer. © WKK/Daniel Waschnig

zugleich das Miteinander im Team. „Wir wollen neue Wege in Richtung eines gesunden Lebensstils gehen. Bewegung ist mehr als nur Schritte sammeln“, betont Movevo-Mitgründerin Marion Kanalz.

Während der Fastenzeit fanden heuer zum vierten Mal die 45-tägigen Movevo Move Days statt – eine digitale Gesundheits-Challenge, speziell entwickelt für Unternehmen und ihre Teams. Über 100 Betriebe mit mehr als 6.000 aktiven Mitarbeiter:innen nahmen teil und sammelten gemeinsam 567 Mio. Schritte (zehn Erdumrundungen) sowie täglich mind. 174.000 Aktivitätsminuten. 68 % der Teilnehmenden berichteten zu Beginn über häufige körperliche Beschwerden –nach den Move Days fühlten sich 84 % körperlich besser und 37 % spürten weniger Beschwerden durch die gesundheitsfördernden Routinen.

„Heuer waren erstmals auch Teilnehmer:innen aus Thailand, Kanada und den USA mit dabei. Gerade internationale Konzerne sind interessiert, globale Aktionen für Mitarbeiter:innen umzusetzen“, freut sich Kanalz über die große Resonanz zu den Move Days, die künftig auch in Deutschland stattfinden sollen. Neben den Move Days fand heuer erstmals die branchenspezifische Bankenchallenge statt, zudem bietet Movevo mittlerweile auch hybride Formate aus persönlich und digital an, um Unternehmen auf dem Weg zu mehr Gesundheit zu begleiten. |

„Wir wollen neue Wege in Richtung eines gesunden Lebensstils gehen. Bewegung ist mehr als nur Schritte sammeln.“

Marion Kanalz, Movevo

WISSENSWERT

Betriebliche Gesundheitsförderung wirkt sowohl inhaltlich als auch wirtschaftlich: Für viele Maßnahmen in Bereichen wie Ernährung, Bewegung, Rauchen, Alkohol und psychischer Gesundheit ist die Wirksamkeit wissenschaftlich belegt. Studien ergeben zudem einen Return of Investment (ROI) von rund 1:3 Das bedeutet: Jeder in BGF investierte Euro spart ein Mehrfaches an Kosten – etwa durch weniger Fehlzeiten.

MEHR INFOS: netzwerk-bgf.at

© Martin Hofmann

Fitte Augen leisten mehr!

Augengesundheit ist ein zentraler Bestandteil der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Arbeitgeber:innen sind sich ihrer Verantwortung in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge bewusst. Gefahren erkennen, Belastungen reduzieren und Bewusstsein schaffen für gesundes Arbeiten – denn nur gesunde Mitarbeiter:innen leisten gute Arbeit! Augenfreundliche Beleuchtung oder Blaulichtfilter werden als Schutzmaßnahme zunehmend eingesetzt. Doch wer kennt Maßnahmen zur Augenfitness?

Gönn dir eine Augenpause

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten (BSVK) setzt auf Früherkennung und Prävention. „Gönn dir

eine Augenpause!“ – Auf insgesamt 46 Seiten gibt es viele liebevoll gestaltete Illustrationen mit leicht durchführbaren Augenübungen für mehr Augenfitness. Schritt für Schritt – die Augen fit!

Praktisch im Büro, wirksam im Alltag.

• Mitarbeiter:innen und Arbeitgeber:innen freuen sich über das neue Augen-Fitnessbuch

• Eine gelungene Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung!

• Looxi kaufen und Gutes tun – Sie unterstützen damit sehbehinderte und blinde Menschen in Kärnten! |

Bewusste Augenpausen, Entspannung und kurze Augenübungen halten fit.

© BSVK

Das neue Looxi-Aufstellbuch „Gönn dir eine Augenpause“ ist ab sofort beim Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten (BSVK) erhältlich.

→ Hier geht es zum Shop: www.looxi.at

GEMEINSAM STARK

FÜR KÄRNTEN

Daniel FELLNER Landesrat
Beate PRETTNER Landesrätin
Peter KAISER Landeshauptmann
Gaby SCHAUNIG LHStv.in
Peter REICHMANN Landesrat

INTERVIEW

mit Annemarie Herzog

Altes Wissen, neue Kraft

Die Räucherexpertin und Unternehmerin

Annemarie Herzog gibt im Gespräch mit advantage Einblicke in die volks- und naturkundliche Praxis des Räucherns.

Annemarie Herzog ist auf dem Gebiet des Räucherns eine echte Koryphäe – acht Bücher zum Thema verfasste die Südkärntnerin im Laufe der Jahre, rund hundert themenspezifische Räucherwerke, alle davon handgefertigt, bietet sie in ihrer Achanta Räuchermanufaktur an. Ab ihrem fünften Lebensjahr wurde Herzog von ihrer Großmutter in die volkskundliche Methode des Räucherns eingeführt. Kein Wunder also, dass ihr das Räuchern, wie sie sagt, in Fleisch und Blut übergegangen ist. Im Gespräch mit advantage erzählt Annemarie Herzog von ihrer Faszination für das Räuchern, von der beruhigender Wirkung in unruhigen Zeiten und von der Möglichkeit, auch besonders schlimme Lebensphasen erträglicher zu machen.

advantage: Was ist Ihr persönlicher Bezug zum Räuchern? Was fasziniert Sie daran?

Annemarie Herzog: In meinem Leben hat es keine Zeit ohne Räuchern gegeben. Meine Großmutter hat mich als Kind in diese volkskundliche Methode eingeführt. Sie war Teil von etwas, das wir heute Therapiezentrum nennen würden: Eine Frau hat Salben gerührt, sie selbst hat

geräuchert, eine andere hat Tinkturen hergestellt. Diese Frauen sind gerufen worden, wenn jemand ein Problem hatte. Das Räuchern war aber in jedem geschichtlichen Zyklus wichtig. Es ist eine der bedeutendsten Säulen der Naturheilkunde. Ein berühmtes Beispiel ist Sebastian Kneipp, der in der Cholerazeit alle Räume mit Kranken, die er besucht hat, ausgeräuchert hat, und dadurch selbst nie krank wurde.

„Die Hilfe der Natur ist immer da, man muss sie sich nur nehmen.“

Annemarie Herzog

Dem Weihrauch wird ja eine desinfizierende Wirkung nachgesagt.

Absolut – er wirkt desinfizierend, virentötend und antibakteriell. Beim Räuchern ist es wichtig, die Kräuterkunde zu kennen, damit man zum richtigen Thema das Richtige mischt. Ich kann von einer Pflanze nicht verlangen, dass sie mir hilft, gut zu schlafen, wenn sie gar nicht dafür geeignet ist. Dieses Wissen ist in der heutigen Zeit ziemlich verloren ge-

gangen, aber es ist immer öfter der Fall, dass Menschen sich damit befassen und die enorme Kraft, die dahintersteckt, für sich nutzen.

Warum findet bei vielen Menschen aktuell eine Rückbesinnung auf alte Praktiken wie das Räuchern statt?

Im Unterbewusstsein der Menschen ist gespeichert, dass die Natur uns nie im Stich lässt. Die Hilfe der Natur ist immer da, man muss sie sich nur nehmen. Je schlechter es einem Menschen geht, umso mehr besinnt er sich darauf. In Zeiten wie diesen, in denen es ganz viele Ängste, Stress, Unsicherheit oder einfach Überforderung gibt, ist es ideal, auf dieses alte Wissen zurückgreifen zu können. Vor allem, wenn man in der Anwendung merkt, wie schnell und effektiv es lindert.

Woher kommt die Wirkung des Räucherns?

Beim Räuchern werden die Zutaten zum richtigen Zeitpunkt in Handarbeit getrocknet, geschnitten und gemischt. Durch den Trockenvorgang ziehen sich die Kräuter zu 100 Prozent zurück und ihre Kraft wird gebündelt. Um diese Kraft nach außen zu bringen, brauchen

Immer mehr Menschen begeistern sich für die alte naturkundliche Praxis des Räucherns.

© Herzog

„Es ist notwendig, die innere Batterie aufzuladen, um Energie für den Alltag zu

Annemarie Herzog

haben.“

die Kräuter Hitze. Das Räuchern ist dafür eine einmalige Möglichkeit. Aufgrund der Erhitzung mithilfe der Räucherkohle entsteht Rauch, in dem die Kraft der Kräuter enthalten ist. Der feinstoffliche Rauch bahnt sich den Weg dorthin, wo unterstützt werden soll. Man sollte nur in der Nähe des Räuchertopfes sitzen und den angenehmen Geruch genießen.

Der Winter ist für viele Menschen eine Zeit der Stille, der Ruhe und des Rückzugs. Welche Rolle kann hier das Räuchern spielen?

Im Menschen ist verankert, dass er sich zurückziehen sollte, sobald sich die Natur zurückzieht – was er allerdings nicht tut, obwohl es für jeden Einzelnen ein Segen wäre. Die Rauhnächte, also die zwölf Tage und Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, sind die klassische Zeit, um zu reflektieren und sich mit dem Räuchern zu befassen. Diese Zeit

haben die Menschen immer genützt, um in die Ruhe zu gehen und alte Themen aufzuarbeiten. Am besten wäre es, energievoll ins neue Jahre zu starten und nicht mit einem Rucksack voller unerledigter Themen. Zusätzlich ist es wichtig, die innere Batterie aufzulagen, um Energie für den Alltag zu haben. Wir sind keine Roboter, wir sind Menschen.

Ihr Lebensgefährte Rolf Bickelhaupt ist vor wenigen Monaten verstorben. Wie können

Trauernde das Räuchern nutzen, um neue Kraft zu finden?

RÄUCHERTIPPS VON ANNEMARIE HERZOG

• Ideal ist ein hitzebeständiger, nach oben offener Räuchertopf aus Ton oder Speckstein.

• Mit Sand befüllen und die Kohle hineinlegen oder eine Schale mit Sieb verwenden und die Kohle auf das Sieb geben. Wichtig: die Kohle soll ausreichend Sauerstoff bekommen (kein Deckel).

• Weniger ist mehr: Ein Zangengriff Kräuter genügt, überduftete Räume sollten vermieden werden.

Man sagt ja, gegen alles ist ein Kraut gewachsen – und das ist in diesem Fall absolut wahr. Die Trauer um einen Menschen ist ein Prozess, den einem niemand nehmen kann. Man muss ihn durchwandern – aber man kann ihn lindern. Das Räuchern war eine unvorstellbare Hilfe für mich. Ich habe teilweise bis zu fünfmal am Tag geräuchert, mit Johanniskraut, Melisse, Hopfenblüte, Passionsblume und Angelikawurzel. Sobald der Rauch aufgestiegen ist, habe ich gemerkt, wie sich die innere Schwere löst und auch die Leere nicht mehr so stark spürbar ist. Das war wie Balsam auf meiner wunden Seele, und es hat Unfassbares bewirkt. Da ich nun selbst eine solche Zeit erlebt habe, ist es für mich umso schöner zu wissen, dass ich diese Hilfe jedem zur Hand geben kann, der sie braucht. |

• Stövchen sollten nur für Raumduft, z. B. Orangenschalen oder Tannennadeln, verwendet werden – das Teelicht erzeugt nicht genug Hitze, um Harze, Wurzeln oder Holz aufzulösen.

FREIE BAHN für die FREIE KULTUR

Ziel – im „Kulturtunnel“Projekt machen die IG KiKK und die IG Kultur Steiermark gemeinsame Sache.

Bereits im Vorfeld der Koralmbahn-Eröffnung vernetzten sich die Kulturszenen in Kärnten und der Steiermark, um neue Chancen bestmöglich zu nutzen. Von Barbara Pachler

Das Musil-Haus, die Villa for Forest, das VENTIL, das Urban Lab, der Lendhafen, die Hafenstadt – diese und viele weitere sind die Kulturorte der freien Szene in Klagenfurt. Ohne sie wäre die Stadt stiller, widerspruchsloser und ganz sicher weniger bunt. Es sind Räume, deren Existenz nicht sofort ins Auge springt, wie es ein Stadttheater, ein Landesmuseum oder ein Konzerthaus tut. Aber dennoch sind freie Kulturorte wie diese ein unverzichtbarer Bestandteil der Kärntner Landeshauptstadt; ein Element, das die Lebensqualität in Klagenfurt maßgeblich beeinflusst und ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor.

Auf einen Stadtspaziergang entlang dieser vielseitigen Orte in Klagenfurt lud Anfang Oktober die Interessensgemeinschaft der Kulturinitiativen in Kärnten/ Koroška (IG KiKK). Der Spaziergang fand im Rahmen des Projekts „Kulturtunnel“ statt, das die Antwort der IG KiKK und ihrem steirischen Pendant, der IG Kultur Steiermark, auf die bevorstehende Koralmbahn-Eröffnung bildet. Besondere Ehrengäste der Veranstaltung waren 15 steirische Kulturtätige verschiedener Sparten. Sie alle waren aus der Steiermark angereist, um Klagenfurt und die hiesige Kulturszene kennenzulernen, sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und mögliche Kooperationen anzudenken. Denn wie dem Rest der Wirtschaftswelt im Süden Österreichs ist auch den Kulturarbeiter:innen bewusst: Die Koralmbahn wird die Region grundlegend verändern.

Mehr als „am Wörthersee“

Wenige Tage zuvor hatte bereits ein ähnlicher Austausch in die andere Richtung

stattgefunden, bei dem Kärntner Kulturtätige die Grazer Szene besucht hatten. Gemeinsam mit der IG Kultur Steiermark hatte die IG KiKK dieses Zusammentreffen seit Langem geplant – und es wird nicht bei diesen beiden Besuchen bleiben. „Durch die Koralmbahn wachsen die Regionen näher zusammen, die Wege werden kürzer und das vereinfacht Kooperationen“, erklärt Elena Stoißer, Büroleiterin der IG KiKK. „Deswegen wollen wir als IG eine Vernetzung der Kulturszenen vorantreiben. Denn Vernetzung braucht nicht nur Ressourcen, sie braucht auch Plattformen.“ In Zukunft soll die neu geschaffene Kultur tunnel-

„Durch die Koralmbahn wachsen die Regionen näher zusammen, die Wege werden kürzer und das vereinfacht Kooperationen.“

Elena Stoißer, Büroleiterin der IG KiKK

Plattform ausgeweitet werden – weitere Zusammenkünfte sollen in verschiedenen Regionen in Kärnten und der Steiermark stattfinden, um die dortige Kulturarbeit sichtbar zu machen.

Besonders wichtig ist für die IG KiKK, auch auf steirischer Seite Bewusstsein für die kulturelle Vielseitigkeit Kärntens zu schaffen. „Es gibt eine gewisse Angst, dass die Verbindung nur einseitig genutzt wird, nach dem Motto: Für Kultur fährt man nach Graz und die Steierer:innen kommen nach Klagenfurt für den Wörthersee. Da wäre unser Idealzustand, dass der Austausch in beide Richtungen geht – dass in beiden Landeshauptstädten und Bundesländern das Kulturangebot des jeweils anderen wahrgenommen wird und sichtbar ist“, so Stoißer. Bettina Mair von der IG Kultur Steiermark schließt sich an: „Ich glaube, es wäre

„Es wird noch immer nicht genug wahrgenommen, was für ein unglaublicher Innovationsfaktor – und damit auch Wirtschaftsfaktor – die Kulturarbeit ist.“

Simon Hafner, Obmann der IG Kultur Steiermark

wichtig, dass Kärnten nicht nur als das Urlaubsland der schönen Seen wahrgenommen wird, sondern als Bundesland, das für alle Interessierten in der Steiermark genauso viel bunte und diverse Kultur zu bieten hat.“

Von Demokratie und Innovation

Dass diese bunte und diverse Kultur viel mehr als ein oberflächliches Freizeitvergnügen ist, liegt für die Kulturarbeiter:innen der beiden IGs dabei auf der Hand. „Wir sehen Kulturarbeit als eine ins Soziale hineinwirkende Arbeit, die auch eine gesellschaftliche und demokratiepolitische Funktion hat“, so Simon Hafner, Obmann der IG Kultur Steiermark. Doch nicht nur die Demokratie, auch die Wirtschaft profitiert nachweislich von der kleinteiligen Arbeit freier Kulturvereine. Zwar waren die Auswirkungen der COVID-Pandemie im Kultursektor besonders deutlich zu spüren, und auch die aktuelle Wirtschaftskrise wirkt stark in den Kulturbereich hinein. Zwischen 1995 und 2018 war die österreichweite Bruttowertschöpfung der Kultur dem WIFO zufolge allerdings um rund 144 Prozent gestiegen – gesamtwirtschaftlich betrug der Anstieg im Mittel nur rund 117 Prozent. Und auch für den Rest der EU wurden etwa zwischen 2013 und 2019 steigende Unternehmens- und Beschäftigungszahlen, Umsatzentwicklung und Wertschöpfung in der Kultur- und Kreativwirtschaft dokumentiert. 2022 erwirtschafteten die Creative Industries immer noch einen Jahresumsatz von

32,6 Mrd. EUR und damit drei Prozent des österreichischen BIP. „Ich glaube, es wird noch immer nicht genug wahrgenommen, was für ein unglaublicher Innovationsfaktor – und damit auch Wirtschaftsfaktor – die Kulturarbeit ist“, ist Hafner überzeugt.

„Wir

möchten einen Prozess der Vernetzung anstoßen, der sich sicher über Jahre ziehen wird.“

Bettina Mair, IG Kultur Steiermark

Ein gewisses Paradox – denn gerade in Kärnten, das stark mit Abwanderung und Brain Drain zu kämpfen hat, birgt die Kultur als Standortfaktor großes Potenzial. Vor allem junge Menschen beklagen häufig ein zu geringes kulturelles Angebot, das auch Formate abseits der sogenannten Hochkultur abdeckt. Hier spielt die freie Kulturszene eine zentrale Rolle, indem sie ein vielseitiges Angebot für unterschiedliche Zielgruppen schafft. Doch der Kärntner Kultursektor hat –insbesondere in Klagenfurt – mit geringen, stark gekürzten oder gänzlich ausbleibenden Förderungen zu kämpfen. Hinzu kommt eine zu geringe öffentliche Sichtbarkeit, die durch fehlende finanzielle Mittel noch weiter verstärkt wird. Eine Mischung, die dazu führt, dass die lokale Kulturarbeit ihre volle Wirkung nur schwer entfalten kann. Obmann Simon

Hafner wünscht sich angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung lokaler Kulturarbeit daher nicht zuletzt mehr Zusammenarbeit und Dialog: „Zwischen Politik, Wirtschaft und dem Kulturbereich braucht es hier definitiv ein Zugehen, Wahrnehmen und Kommunizieren auf Augenhöhe, um die vielfältigen Potenziale im freien Kulturbetrieb zu heben“, betont er.

In Zukunft verbunden Wie ein solches Zugehen funktionieren könnte, zeigen die IG Kultur Steiermark und die IG KiKK mit ihrem Kulturtunnel-Projekt vor. „Wir arbeiten natürlich mit ganz anderen Ressourcen als die Wirtschaftskammer, die Tourismusverbände oder die Universitäten. Aber das Schöne ist, dass sich auch zeigt, dass viele Leute schon jetzt vernetzt sind, nicht zuletzt durch ihre persönlichen Biographien. Deswegen denke ich auch, dass wir sehr schnell ins tatsächliche Tun kommen werden“, so Hafner. Der Austausch Anfang Oktober in den Landeshauptstädten war dabei nur ein erster Auftakt, wie Bettina Mair ausführt: „Wir möchten einen Prozess der Vernetzung anstoßen, der sich sicher über Jahre ziehen wird. Die Idealvorstellung wäre, dass sich das Ganze verselbstständigt – dass Initiativen näher rücken und gemeinsam Ressourcen nutzen. Denn wenn das Feld sich miteinander solidarisiert, ist man stärker –und kann als Interessensvertretung auf kulturpolitischer Ebene auch eher etwas erreichen.“ |

Wolfgang Muchitsch, Direktor des kärnten.museum, trägt den „Aufbruch“ in seiner eigenen Biographie. © Handler

„Aufbruch!“: Eine Beziehung mit Geschichte

Die neue Ausstellung von kärnten.museum und Universalmuseum Joanneum thematisiert anlässlich der Koralmbahn-Eröffnung Verflechtungen in Südösterreich. Von Barbara Pachler

Die Steiermark und Kärnten, Kärnten und die Steiermark: ein Austausch, ein Gegenüber, eine Verbundenheit, ein kleines Sticheln vielleicht, doch in Summe zweifellos eine gute und lang bewährte Nachbarschaft. Getrennt werden die beiden Bundesländer seit jeher durch eine Gebirgsgrenze mit bis zu 2.140 Metern Seehöhe, die nun allerdings eine grundlegende Umdeutung erfährt.

Untergraben von einem 33 Kilometer langen Tunnel, büßt sie einen Teil ihrer trennenden Wirkung ein – und bietet Anlass, über die Beziehung zwischen den südlichsten Bundesländern in Geschichte und Gegenwart nachzudenken.

Beweggründe und Hindernisse

Diese Reflexion haben sich das kärnten. museum und das Grazer Museum für Geschichte in ihrer gemeinsamen Ausstellung „Aufbruch!“ zur Aufgabe gemacht. Im Zentrum steht dabei die Frage, warum sich Menschen im Raum Südösterreich in den letzten 1.000 Jahren auf den Weg gemacht haben. Die Antworten sind vielfältig – und haben sich seit dem Mittelalter erstaunlich wenig geändert. In die Themenblöcke „Wirtschaft, Handel und Arbeit“, „Wissenschaft, Lernen und Forschen“, „Erleben, Freizeit und Erholen“, „Beherrschen und Verwalten“ sowie „Überleben, Wallfahrt und Gesundheit“ gegliedert, bilden sie die Struktur der

rund 800 m² großen Schau in Klagenfurt und Graz. Alle Themen sind mit biographischen Beispielen hinterlegt – und sind symbolisch durch die historisch nachweisbaren Wege über Pack, Drau oder Soboth verbunden.

Wolfgang Muchitsch, Direktor des kärnten.museums, ist selbst gebürtiger Grazer und trägt damit den Aufbruch in seiner persönlichen Biographie. Er sieht in der Ausstellung eine Auseinandersetzung mit Gründen und Formen menschlicher Fortbewegung: „Mobilität ist für mich kein Grundbedürfnis, sondern ein Mittel, um menschliche Bedürfnisse wie Arbeit, Bildung, soziale Bindungen oder Erholung zu erfüllen. Je weiter diese Orte auseinanderliegen, desto größer wird unsere Mobilität. In der Ausstellung ‚Aufbruch!‘ zeigen wir daher nicht nur die technische Entwicklung der Fortbewe -

„Das ist die grundsätzliche Botschaft der Ausstellung: Dass diese Region über ihre Geschichte hinweg stets sehr eng verbunden gewesen ist und nunmehr noch enger zusammenwachsen wird.“

Wolfgang Muchitsch, Direktor des kärnten.museums

gung – vom Fußweg bis zur Hochgeschwindigkeitsbahn – sondern vor allem die Beweggründe, die Menschen dazu brachten.“ Die Idee zur Ausstellung entstand in der Zusammenarbeit mit Bettina Habsburg-Lothringen, Leiterin der Abteilung Kulturgeschichte im Universalmuseum Joanneum in Graz, die selbst aus dem Lavanttal stammt. „Das ist die grundsätzliche Botschaft der Ausstellung: Dass diese Region über ihre Geschichte hinweg stets sehr eng verbunden gewesen ist und nunmehr noch enger zusammenwachsen wird“, erklärt Muchitsch.

Von der Vergangenheit in die Zukunft

Am 12.12.2025, pünktlich zur Koralmbahn-Eröffnungsfeier der ÖBB, startet die Ausstellung parallel in Graz und Klagenfurt. Es ist das erste Mal, dass zwei Landesmuseen gemeinsam eine Ausstellung an zwei Orten umsetzen – vom Konzept über die Gestaltung bis hin zum Außenauftritt. Ein erster Schritt in die gemeinsame Zukunft, der auch in Sachen kultureller Mobilität durchdacht ist: „Die neue Koralmbahn wird mit unserem Partner ÖBB unseren Besucher:innen die Möglichkeit bieten, in kurzer Zeit von einem Ausstellungsort zum anderen zu gelangen und diese mit einem gemeinsamen Ticket zu besuchen“, so Muchitsch. |

1 Andreas Lanner und LH Peter Kaiser mit Valeria Greabu. 2 Michael Zankl, Gerald Zankl (Kickscale) und Dominik Leitner (Lindt, Sprüngli). 3 Großartige Atmosphäre und viel Raum für Begegnungen. 4 Sebastian (links) und Andreas Lanner, Initiatoren und Gastgeber von „Kärnten Connects Wien“, mit LH Peter Kaiser und Bürgermeister Michael Ludwig. 5 Dominique Sigros mit Claudia Torrico (beide Crédit Agricole CIB) und Oswald Salcher (Trade Republic). 6 Uwe Schwarz mit Gerhard Kopeinig und Katharina Fröch (alle Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten). 7 Die Impulsgeber:innen der vier Panels – Entscheidungsträger:innen mit viel Optimismus und Gestaltungswillen. 8 Roland Sint (NLW/Nassfeld) sprach über neue und nachhaltige Wege im Tourismusdenken. 9 Stefan Gabritsch (Stadtmarketing Klosterneuburg) mit Peter Weidinger. � Siegfried Huber (Kärntner Sparkasse), Karin Bernhard (ORF Landesdirektorin) und Reinhard Draxler (KELAG). � Roland Sint (NLW/Nassfeld), Sebastian Lanner (LANNER Media), Markus Polka (WK) und David Lanner (von links) � Andreas Matthä (CEO ÖBB Holding) betonte auch die internationale Bedeutung der Südstrecke als Teil der baltisch-adriatischen Achse. Fotos: Leadersnet / Valeria Greabu/ Daniel Kattnig

LANNER Media connects Kärnten mit Wien

Mit einem hochkarätigen Netzwerkevent hat LANNER Media im KELSEN im Parlament rund 150 Vordenker:innen aus Wirtschaft, Politik und Medien zusammengebracht, um über Chancen entlang der neuen Südbahn zu diskutieren.

Der Koralmtunnel macht den Anfang. Doch erst mit dem Semmering-Basistunnel rücken ab 2030 Kärnten und Wien deutlich enger zusammen – geografisch und wirtschaftlich. Dann dauert die Zugfahrt zwischen Klagenfurt und der Bundeshauptstadt nur noch zwei Stunden und 40 Minuten. Wie viel Potenzial das für beide Seiten birgt, machten die Gastgeber Sebastian und Andreas Lanner bei „Kärnten Connects Wien“ eindrucksvoll klar. „Von Schienen- über Stromnetze bis hin zum österreichweiten Netz für digitale Außenwerbung, wie wir es mit unserer Marke Wallerie bauen und über monitorwer-

bung vermarkten, braucht es leistungsfähige Infrastruktur. Vor allem aber braucht es menschliche Netzwerke, die wir hier und heute stärken.“

Was folgte, war ein Abend, der viele spannende Menschen mit Gestaltungswillen, Mut und Zuversicht zusammenbrachte. Unter der Moderation von Dejan Jovicevic (der brutkasten) diskutierten u. a. ÖBB-CEO Andreas Matthä, Claudia Mischensky (IV), Reinhard Draxler (KELAG), Alexander Windbichler (Anexia), Andreas Falkensteiner (FMTG), Roland Sint (NLW/Nassfeld), Siegfried Huber (Kärntner Sparkasse) und Gerhard Kopeinig (Kammer der

Ziviltechniker:innen) über Energie, Innovation, Tourismus und neue Lebensmodelle zwischen Alpen und Adria.

Beim anschließenden Networking & Flying Dinner mit Kärntner und Wiener Köstlichkeiten plauderten Ada Pellert (Rektorin Universität Klagenfurt), Astrid Steharnig-Staudinger (Österreich Werbung), Herwig Draxler und Markus Polka (WK Kärnten), die NR-Abg. Erwin Angerer, Philip Kucher, Gabriel Obernosterer und Janos Juvan, Karin Bernhard (ORF Landesdirektorin), Martina Hohenlohe (Gault&Millau), Andrea Burger (Gurktaler), Stefan Gabritsch (Stadtmarketing Klosterneuburg), u. v. m. |

Es wird wohl anders werden (müssen)

Jede Zeit hat ihre Kinder, so der Volksmund. Wir arbeiten in einer Phase des Übergangs, weil viele Menschen in den nächsten fünfzehn Jahren altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden werden. Die Vorstellungen der Jungen? Anders.

Generationen im Übergang

Vor kurzem habe ich ein Gespräch mit der Personalverantwortlichen eines namhaften südösterreichischen Unternehmens geführt. „Bis jetzt“, sagt sie, „sind wir ein sehr traditionelles Unternehmen, bezogen auf unsere Mitarbeitenden – das wird sich nun wohl ändern. In den nächsten fünf Jahren gehen mehr als 120 von insgesamt 450 Mitarbeitenden in Pension. Damit das gelingt, haben wir viel zu tun ...“

Ein zweites Gespräch: Die Geschäftsführerin eines mittelständischen Betriebs sucht eine Nachfolge, die in den nächsten Jahren langsam in die Kundenbeziehungen und die strategische Ausrichtung hineinwachsen soll, bevor sie in sieben Jahren ausscheidet. „Aber welcher Junge lässt sich auf so einen Horizont überhaupt ein? Und selbst wenn: Wie sicher kann ich sein, dass er es sich in fünf Jahren nicht anders überlegt und das Unternehmen doch wieder verlässt?“

lichkeit gegenüber Wechselbereitschaft und Selbstbestimmung, wenn es um die Übernahme von Leitungsfunktionen geht?

• Wie viel Leistung sind junge Menschen bereit, für ihren Job zur Verfügung zu stellen – und woran soll sie gemessen werden in Zeiten von flexiblen Arbeitszeiten und -formen?

• Wie sehen neue Vorbilder für gute Führung aus?

• Und nicht zuletzt die zentrale Frage, wer denn nun die großen Entscheidungen für die Zukunft treffen wird: neue, umweltfreundlichere Produkte, Umbau der Lieferketten, vielfältige Arbeitsstrukturen, überfällige tiefgreifende Einschnitte. Wer trägt Verantwortung für welche Zukunftsfragen? Wie gelingt eine faire Aufteilung zwischen den Generationen?

ZUR PERSON

IRIS STRASSER leitet Verantwortung zeigen! (VZ), ein Unternehmensnetzwerk für Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft und lehrt Nachhaltigkeit an mehreren Hochschulen. Sie erreichen die Autorin unter iris.strasser@ verantwortungzeigen.at

Beide Geschichten bestätigen die Relevanz des Themenschwerpunktes, den wir uns im Netzwerk Verantwortung zeigen! für 2026 vorgenommen haben: den Generationendialog. Die etablierten Führungskräfte scheiden langsam aus, Junge rücken nach. Hoffentlich ... Und wenn ja, zu welchen Bedingungen? Was wird und was muss sich ändern – an Strukturen, an Werten, an Kultur und in der Haltung zu Leistung und Erfolg?

Worum es im Generationendialog geht

Reden Sie mit und helfen Sie mir als eine, die auf der älteren Seite des Tisches sitzen wird, die richtigen Fragen zu stellen. Um welche Themen geht es?

• Um Sinn in der Arbeit und die Frage, was junge Menschen heute wirklich motiviert. Wie lässt sich Sinn messbar im Unternehmen verankern? Oder ist der Antrieb des Geldes nach wie vor vorrangig?

• Es geht um Werte im Wandel – zwischen Bindung und Flexibilität. Wie steht es um das Spannungsverhältnis von Loyalität und Verbind-

Junge Stimmen an den Tisch

Wir haben im VZ Netzwerk die Chance, diese Fragen offen auf den Tisch zu legen. Unsere future minds^, die jungen Mitdenker:innen aus unterschiedlichsten Unternehmen, sind Menschen, die sich diesen Fragen nicht nur stellen wollen, sondern sie mit uns Älteren auch diskutieren und verhandeln wollen. Stellvertretend für tausende junge Menschen, die loyal sind, die wollen. Die wirklich bereit dazu sind und Lust haben, sich einzubringen und die Zukunft mitzugestalten.

Allerdings zu ihren Bedingungen. Eigentlich eh klar, oder? |

INTERESSE?

Sie haben Interesse, an den Generationendialogen mitzuwirken? Schreiben Sie uns unter kontakt@verantwortung-zeigen.at, wir schicken Ihnen Termine, Themen und dann auch die Ergebnisse gerne zu.

JETZT BERATUNGSTERMIN VEREINBAREN! raiffeisen.at/firmenkunden

Gemeinsam neue Wege gehen:

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.