advantage Ausgabe Nr. 4 / September - Oktober 2025
Wirtschaftsraum Südösterreich
Gemeinsam auf Schiene
Die Koralmbahn befindet sich auf der Zielgeraden.
Der Mensch im digitalen Wandel Denkfabrik oder Denkfalle?
So verändert Künstliche Intelligenz auch das Bildungswesen.
Cyber Security im Fokus
Digitale Sicherheit als zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen.
VOLKSBANK. Vertrauen verbindet.
Aufwind für meine Visionen.
„Made in Austria werden Geländer, Zäune, Tore und vieles mehr geplant, designed und aus hochwertigem Aluminium gefertigt. Unsere jahrzehntelange Erfahrung und die Verlässlichkeit unserer Hausbank ermöglichen es uns, neue Visionen zu realisieren.“
René Leininger
Zaun Zar Leininger KG | Techelsberg am Wörthersee
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Von Menschen mit Visionen bis zu Erfolgsgeschichten über Generationen - der nächste Schritt beginnt mit einem Beratungsgespräch!
VOLKSBANK - an der Seite von Unternehmen.
Volksbank-Studie:
Einmal Unternehmer, immer Unternehmer
Mehr als drei Viertel der österreichischen Unternehmer können sich nicht vorstellen, wieder in ein Angestelltenverhältnis zurück zu wechseln. 76 % erklären, dass sie auch weiterhin lieber selbständig sind. Das ergibt die Volksbank-Unternehmer:innen-Studie 2025.
Regelmäßig befragen die Volksbanken gemeinsam mit dem Gallup-Institut Unternehmerinnen und Unternehmer zu ihren Werten, Zielen und Zukunftsplänen. „So gewinnen wir wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse der Wirtschaft und können mit fundierter Fachkenntnis und lokaler Verbundenheit gezielt zum unternehmerischen Erfolg beitragen“, erklärt Dir. Johannes Jelenik, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Kärnten eG.
Derzeit ist die Stimmung unter den Unternehmern stabil. Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen sind 76 % der österreichischen Unternehmer lieber selbstständig als angestellt. 44 % sind mit ihrem Unternehmertum sehr zufrieden, weitere 43 % eher zufrieden. Die Ergebnisse zeigen: Unternehmertum ist nicht nur eine berufliche Entscheidung – es ist eine Lebenshaltung.
Generationenunterschiede
Besonders spannend sind die Unterschiede zwischen den Generationen: Junge Unternehmer unter 40 setzen auf Wachstum, Expansion und Investitionen – fast jeder Zweite sieht darin die Zukunft seines Unternehmens. Unternehmer zwischen 41 und 55 Jahren fokussieren sich hingegen auf die Absicherung des Erreichten, während die Generation 56+ zunehmend an Übergabe, Rückzug oder Verkauf
denkt. Diese Vielfalt an Perspektiven zeigt, wie individuell und dynamisch Unternehmertum in Österreich gelebt wird.
Veränderte Prioritäten
Doch der wirtschaftliche Gegenwind der letzten Jahre hat Spuren hinterlassen. Die Studie zeigt, dass sich die Zukunftsvisionen der Unternehmer von 2024 auf 2025 verändert haben. Über die Altersgruppen hinweg bleibt die Absicherung des Erreichten bzw. eine Stabilisierung mit 52 % weiterhin das wichtigste Ziel. Bei den restlichen Zielen gab es allerdings deutliche Änderungen. Während 2024 noch 42 % Modernisierung und Innovation als Ziel nannten, sind es 2025 nur mehr 26 %. Auch das Thema „besser werden“ ist rückläufig – von 38 % auf 20 %. Besonders deutlich ist der Rückgang bei sozialen und ökologischen Aspekten: Nur 16 % wollen künftig aktiv Umweltschutz fördern (2024: 29 %), 14 % soziale Verantwortung (2024: 29 %). Dennoch bleibt die persönliche Einstellung stark: Im Vorjahr hatten soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit die höchste Priorität. Das zeigt, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Werte nicht verloren haben –sie setzen nur andere Schwerpunkte. Gerade junge Unternehmer zeigen mit 18 % ein überdurchschnittliches Interesse an sozialer Verantwortung.
„Lassen Sie sich individuell beraten –für eine Zukunft, die zu Ihnen passt. Profitieren Sie von unserer Erfahrung und unserem Engagement für die Region.“
VDir. Johannes Jelenik, Vorstandsvorsitzender Volksbank Kärnten eG
Ihr starker Partner in jeder Unternehmensphase
Die Volksbank Kärnten kennt diese Herausforderungen und Chancen, denen Unternehmerinnen und Unternehmer begegnen. Sie ist ein verlässlicher Partner vor Ort und begleitet vom Aufbau des Unternehmens über die Expansion und Absicherung bis hin zur erfolgreichen Betriebsübergabe. Als Genossenschaftsbank ist sie regional verwurzelt, zukunftsorientiert und persönlich für ihre Kundinnen und Kunden da. „Unsere Beraterinnen und Berater sind mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den lokalen Besonderheiten bestens vertraut. Sie bringen umfassendes Know-how zu Förderungen und Nachhaltigkeitsthemen mit und unterstützen Sie dabei, Ihre Ziele zu erreichen. Lassen Sie sich individuell beraten – für eine Zukunft, die zu Ihnen passt. Profitieren Sie von unserer Erfahrung und unserem Engagement für die Region. Gestalten Sie Ihre Zukunft gemeinsam mit uns,“ lädt Johannes Jelenik ein. |
Digitale Balance und dabei den Menschen nicht vergessen!
Wer das Beste aus digitaler und analoger Welt herauszuholen weiß, könnte als „Gewinner:in“ unserer Zeit hervorgehen! Balance ist die Antwort, die es braucht, um in einer digitalisierten Welt selbstbestimmt und ausgeglichen leben zu können.
Es wird wichtiger denn je, miteinander zu reden, zuzuhören und den offenen Dialog zu suchen! Auch eine Streitkultur in Form von Face-to-Face Kommunikation zu entwickeln wäre essentiell. Wenn wir uns selbst ehrlich fragen, wie oft und möglicherweise unreflektiert wir am Tag unser Smartphone benutzen, dann erkennen wir vielleicht, dass das „richtige Maß“ oft fehlt. Benachrichtigungen ausstellen wäre ein Beispiel, wie jeder und jede einzelne etwas für die eigene Balance tun kann. Unser Gehirn braucht Pausen, unsere Psyche Zeit zum Verarbeiten – wir sind alle gut beraten, uns mit dieser Tatsache anzufreunden!
Ihr Walter Rumpler
„Dem Echten“ wieder mehr Raum geben
Digitalisierung mit ihrer Vielzahl an innovativen Technologien wirkt seit Jahrzehnten als Transformationstreiber und durchdringt alle Lebensbereiche. Aktuell ist es vor allem der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), der in aller Munde ist.
Damit KI einen echten Mehrwert schaffen kann, braucht es in Zukunft vor allem Platz für Menschlichkeit. Und so gilt es, „dem Echten“ wieder mehr Raum zu geben. Gerade jetzt ist emotionale Intelligenz gefragt, denn das „HERZliche“ darf nicht auf der Strecke bleiben. Die Begegnung, der persönliche Austausch, die unmittelbare Erfahrung –hier stößt jede Technologie irgendwann an ihre Grenzen.
Verlieren Sie also nicht den Mut, das Wunderbare im Unscheinbaren zu erkennen. Denn es braucht im Leben nicht viel um glücklich zu sein.
In diesem Sinne wünschen wir eine spannende Lektüre.
Der Faktor Mensch ist entscheidend, um das Potenzial von KI zu nutzen.
12 Cyber-Security im Fokus
Der verantwortungsbewusste Umgang mit Daten wird für Unternehmen immer wichtiger.
31 Neue Ära in Südösterreich
Mit der Eröffnung der Koralmbahn beginnt bald eine neue Zeitenrechnung.
50 Innovation in der Region
WEIZplus ist Vorreiter am Weg zu einer klimaneutralen Energiewirtschaft.
54 Künstliche Intelligenz im Unterricht
Die Fähigkeit, fundiert mit KI-Systemen umzugehen, wird zur Schlüsselkompetenz.
62 Gesundheit im Wandel
Digitale Tools und KI steigern Effizienz und Qualität im Gesundheitswesen.
PEFC/06-39-364/11
www.advantage.at PEFC/06-42-28
OFFENLEGUNG nach § 5 ECG, § 14 UGB, § 24 , 25 Mediengesetz. IMPRESSUM: Gründung 1997. Herausgeber: Walter Rumpler, w.rumpler@advantage.at. Verlag & Medieninhaber: advantage Media GmbH. Geschäftsführung: Walter Rumpler. Chefredaktion: Petra Plimon, petra@plimon.at. Redaktion: Markus Arch, Anja Fuchs, Barbara Pachler, Monika Unegg. Anzeigenleitung: Walter Rumpler. Fotos: advantage, pixelio.de, pixabay.com, unsplash.com bzw. beigestellt lt. FN. Adresse: advantage Media GmbH, Villacher Ring 37, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, T: +43 (0)650 7303400. Die Meinungen von Gastkommentatoren müssen sich nicht mit der Meinung der advantageRedaktion decken. Alle Rechte, auch Übernahme von Beiträgen gem. §44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. AGB/Haftungsausschluss/rechtlicher
68 Digitale Pausen
Der achtsame Umgang mit Smartphone und Co. hat positive Effekte auf die Lebensqualität.
Generative Künstliche Intelligenz (KI) beeinflusst inzwischen sämtliche Lebensbereiche und ist längst in der Wirtschaft angekommen. Gleichzeitig wird der persönliche Kontakt für das Vertrauen wieder absolut notwendig! Menschlichkeit ist demnach der Schlüssel für eine gute Zukunft. Von Petra Plimon
In der aktuellen advantage Ausgabe widmen wir uns dem Brückenschlag zwischen Mensch und Digitalisierung. Wir haben Persönlichkeiten im Wirtschaftsraum Südösterreich die Frage gestellt: Welchen Mehrwert bringt KI für ihr Unternehmen und welche Bedeutung kommt in Zeiten wie diesen der persönlichen Begegnung zu?
MANUELA MACHNER
Tourismus-KI Coach, Leoben
Durch KI mehr Zeit für echte Begegnungen
„Künstliche Intelligenz im Tourismus dient derzeit vor allem der Effizienzund Qualitätssteigerung. Doch es geht nicht nur um die Bearbeitung von Texten und Bildern, sondern um weit mehr: KI kann in Kommunikation, Analyse und Planung eingesetzt werden.
Das übergeordnete Ziel ist es, Gästen ein individuelles und persönliches Erlebnis zu ermöglichen, ohne dass dafür zusätzliche Ressourcen gebunden werden und bestehende Aufgaben effizient zu erledigen.
Gerade der Tourismus profitiert davon. KI entlastet im operativen und administrativen Bereich und schafft dadurch Zeit für das Wesentliche: den direkten Kontakt mit dem Gast. Denn je stärker Menschen von Technologie begleitet werden, desto größer wird die Sehnsucht nach echtem Austausch und authentischen Begegnungen.
Fraunhofer Austria Research GmbH, Gruppenleiterin Applied Data Science and Statistics, Geschäftsbereich KI4LIFE, Klagenfurt
Agieren zum Wohle der Gesellschaft
JERNEJ DVORŠAK PiktID FlexCo, Mitbegründer und CSO
„Die Kreuzung aus emotionaler und künstlicher Intelligenz berücksichtigend, ist zu sagen, dass Fraunhofer Austria als gemeinnütziges Unternehmen insbesondere darauf achtet, zum Wohle der Gesellschaft zu agieren. Ein illustratives Anwendungsfeld hierzu bildet der Wald, der (über-)wirtschaftliche Funktionen vereint. Dabei ist Emotionalität bei jedweder Handlung und Umsetzung natürlicherweise zu berücksichtigten. Fraunhofer Austria unterstützt hier mit KI- und Digitalisierungslösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Der persönlichen Begegnung kommt in Zeiten wie diesen eine immense Bedeutung zu! Erst durch eine sinnvolle Kombination aus menschlicher Strebsamkeit, Neugierde und Achtung, sowie der Bereitschaft zu Reflexion und Diskussion kann Wirkungsvolles entstehen. Ohne Austausch bleiben Neuentwicklungen aus, leer und mitunter irrsinnig. Es braucht den Menschen, um ihnen Sinn zu geben, und sie zu verantwortungsvollen Lösungen zu transformieren.“
Zusammenarbeit zwischen Technologie, Intuition und der Kraft von Ideen
„Die Kamera hat die Malerei nicht ersetzt, sondern ihr neue Horizonte eröffnet. Ähnlich verändert heute KI unsere Arbeit: Sie nimmt uns Routinen ab und schafft Raum für das, was uns menschlich macht – Kreativität, Emotion und Begegnung. Genau hier setzt auch unsere Arbeit bei PiktID an. Wir entwickeln Technologien, die Modeunternehmen helfen, Bilder in Sekunden zu personalisieren und zu lokalisieren. Bildproduktion wird dadurch nicht ersetzt, sondern weitergedacht: schneller, vielfältiger und näher am Menschen.
Für mich liegt darin die eigentliche Stärke von KI – nicht als Ende menschlicher Arbeit, sondern als Beginn einer neuen Zusammenarbeit zwischen Technologie, Intuition und der Kraft von Ideen.“
KI-Experte aus der Kreativindustrie und Geschäftsführer 3LIOT.ai, Wien
Die Zukunft liegt in der intelligenten Kombination
„Bei 3LIOT.ai sind sämtliche Prozesse vollständig mit KI vernetzt - von der Buchhaltung bis zur kreativen Produktion würde ohne KI bei uns nichts mehr funktionieren. KI fungiert als ,steam engine of the mind‘ und automatisiert die Produktion von Bildern, Videos, Texten, Musik und Stimmen. Der Mehrwert liegt in der dramatischen Effizienzsteigerung und der Möglichkeit, kreative Inhalte in völlig neuen Dimensionen zu produzieren. Dabei bleibt der Mensch als Kurator und Qualitätskontrolleur für den finalen Output unverzichtbar.
Medizin bleibt mehr als Daten „Bei arterioscope sind wir überzeugt, dass Technologie den menschlichen Aspekt der Medizin stärken und nicht ersetzen sollte. Herzinsuffizienz betrifft allein in Österreich rund 300.000 Menschen und bleibt dennoch oft unentdeckt, bis es zur Hospitalisierung kommt. Unsere KI unterstützt dabei, Risiken und Frühstadien der Herzinsuffizienz schon frühzeitig bei Routineuntersuchungen zu erkennen. Der Mehrwert liegt darin, verborgene Signale sichtbar zu machen und Ärzt:innen präzisere Einblicke für rechtzeitige Interventionen zu geben. Dank der digitalen Vernetzung ist diese Technologie heute überall leicht zugänglich, solange ein Internetzugang besteht.
Medizin bleibt mehr als Daten: Vertrauen, Zuversicht und Empathie entstehen nur in persönlichen Begegnungen, die wir mit der Präzision von KI verbinden, um Versorgung intelligenter und zutiefst menschlich zu machen.“
Innovation erst lebendig „Bei Anexia setzen wir KI dort ein, wo sie uns sinnvoll weiterbringt: etwa bei der Optimierung digitaler Lösungen, bei Reviews, der Verbesserung technischer Dokumentationen, beim Brainstorming oder als begleitendes Element bei der Konzeptentwicklung. Das spart Zeit, unterstützt uns bei der Qualitätssicherung und schafft Freiräume für kreative und komplexere Aufgaben. Doch Technik allein reicht nicht. Gerade in einer zunehmend digitalen Welt ist die emotionale Intelligenz des Menschen wichtig: zuhören, Vertrauen aufbauen, gemeinsam Lösungen entwickeln. Diese Qualitäten entstehen nicht durch Algorithmen, sondern im direkten Austausch. Begegnungen – sei es im täglichen Austausch mit Kolleg:innen, bei Konferenzen und CommunityEvents – machen Innovation erst lebendig und sorgen dafür, dass wir Technologie mit Verantwortung und Menschlichkeit verbinden.“
„In der Softwareentwicklung kommen KI-Tools wie beispielsweise Co-Piloten bereits seit einigen Jahren zum Einsatz. Ich glaube, dass sie großes Potenzial haben, die Entwicklungs- und auch die Planungszeit zu verkürzen. Es wird zukünftig notwendig sein, darauf zurückzugreifen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass es sich um einen Assistenten handelt, dessen Arbeit kontrolliert und nachvollzogen werden muss. Die Angst, dass die KI all unsere Entwickler ersetzt, habe ich daher nicht.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz haben auch die Versicherungsbranche grundlegend verändert.
Die Digitalisierung von Daten und Prozessen ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Produktivitätssteigerungen und Kosteneffizienz stehen ebenso auf der Haben-Seite wie bessere Steuerungsmöglichkeiten und die Erweiterung des individuellen Marktes durch Internet bzw. Social Media. Wo viele Chancen sind, verbergen sich auch nicht unerhebliche Risiken beim Umgang mit der Digitalisierung. Als einer der größten Versicherungsmakler in Österreich beschäftigt sich KOBAN Südvers mit diesen Gefahren in zweierlei Hinsicht. „Einerseits schützen wir unsere digitalen Daten bestmöglich vor unbe-
WISSENSWERT
KOBAN SÜDVERS berät Unternehmen aller Größen –oftmals mittelständische, familiengeführte Firmen aus den verschiedensten Branchen – in sämtlichen Versicherungsbelangen: Von der Risikoanalyse bis hin zum Risikotransfer, der laufenden Kontrolle der unternehmensweiten Risiken und der Schadensabwicklung.
Mehr als 50.000 österreichische Privat- und Firmenkunden unterschiedlichster Branchen sowie öffentliche Körperschaften setzen auf die Expertise und Beratung von KOBAN SÜDVERS!
rechtigten Zugriffen. Andererseits beraten wir unsere Kund:innen in Bezug auf Cyber Crime, Möglichkeiten, sich davor zu schützen bzw. schlussendlich über eine passende Versicherungslösung abzusichern“, erklärt Fritz Wimmer, CFO der KOBAN Südvers Gruppe, der auch für die IT zuständig ist.
Maßgeschneiderte Lösungen „Für uns sind Daten die Basis unserer Dienstleistungen. Je mehr Informationen wir von unseren Kund:innen bekommen, umso maßgeschneiderter können wir Empfehlungen hinsichtlich Versicherungsschutz abgeben. In einigen Bereichen arbeiten wir da auch mit personenbezogenen Daten“, so Wimmer. Nicht erst durch die DSGVO hat der Schutz dieser Daten sehr hohe Priorität.
Der Schutz der eigenen IT durch technische Maßnahmen ist Grundvoraussetzung. Die Applikationen durch tourliche Updates am aktuellen Stand zu halten ist ebenso wichtig wie regelmäßige Verbesserungen bei der Hardware. „Durch unabhängige Tests von außen stellen wir unsere Maßnahmen regelmäßig auf den Prüfstand und bessern gegebenenfalls nach.“
Faktor Mensch im Fokus
Ebenso entscheidend ist der Faktor Mensch. Regelmäßige Awareness Trainings müssen nicht nur zur Verfügung gestellt, sondern auch absolviert werden. Die Weiterentwicklung der Schulungsin-
„Je mehr Informationen wir von unseren Kund:innen bekommen, umso maßgeschneiderter können wir Empfehlungen hinsichtlich Versicherungsschutz abgeben.“
Fritz Wimmer, CFO der KOBAN Südvers Gruppe
halte ist wichtig, da sich auch die Vorgehensweise und technischen Möglichkeiten von Angreifern weiterentwickeln. So waren Phishing-Mails vor fünf Jahren noch leichter identifizierbar. Heutzutage sind diese oft nicht mehr von echten Mails zu unterscheiden.
„Für uns ist dieses Thema aber noch aus einem anderen Grund Teil unserer täglichen Arbeit. Vor allem bei unseren Firmenkund:innen sind Cyber-Crime und die damit verbundenen Risiken ein zentrales Thema“, so Wimmer. Wenn die IT steht oder wichtige Daten verloren gehen oder nicht im Zugriff sind, kann das im Extremfall zu einem existenzbedrohenden Risiko werden. „Die letzten
Jahre haben wir Expertise aufgebaut, die Risikoberatung ebenso beinhaltet wie die Empfehlung des passenden Versicherungsschutzes. Vor allem im Falle eines Cyber-Crime Vorfalles ist Geschwindigkeit ebenso wichtig wie Genauigkeit.“
Sicherheit kostet Geld
„So haben wir die Erfahrung gemacht, dass bis vor kurzem in vielen Unternehmen bei IT-Sicherheit noch gespart wurde. In einzelnen Fällen wurde bedauerlicherweise zu spät agiert und erst nach erfolgtem Datenverlust investiert“, so Wimmer. Mittlerweile hat sich das Bewusstsein in den Chefetagen aber gedreht und wird deutlich mehr Geld und Ressourcen zum Schutz vor Cyber-Crime aufgewendet. Das erhöht nicht nur die
„Vor allem bei unseren Firmenkund:innen sind Cyber Crime und die damit verbundenen Risiken ein zentrales Thema.“
Fritz Wimmer, CFO der KOBAN Südvers Gruppe
Möglichkeit, am Markt einen leistbaren Versicherungsschutz zu bekommen. Es schützt primär die eigenen Daten und damit das jeweilige Geschäftsmodell von Unternehmen.
Zusammengefasst kann man sagen, dass das Fehlen einer Digitalisierungsstrategie in der heutigen Zeit ebenso fahrlässig wäre wie ein lasches Sicherheits -
management in diesem Bereich. Je nach Grad der Digitalisierung, Größe des Unternehmens und Sicherheitsbedürfnis des Eigentümers bzw. Managements gilt es das richtige Budget für IT und Security zu dimensionieren. |
KONTAKT
KOBAN SÜDVERS GROUP GmbH
Fritz Wimmer
Geschäftsführer für Finanzen und IT/ CFO
Meytensgasse 27, 1130 Wien
T: +43 50871 4002
E: Fritz.Wimmer@kobangroup.at
STEUERTIPP
von Mag. Michael Singer
Künstliche Intelligenz in der Steuerberatung
–
Chance oder Risiko?
Die Digitalisierung verändert seit Jahren die Steuerberatung –nun beschleunigt die Künstliche Intelligenz (KI) diesen Wandel in atemberaubendem Tempo.
Wo früher Belege händisch sortiert und Buchungen manuell erfasst wurden, übernehmen heute smarte Systeme einen Großteil dieser Routinearbeiten. Doch KI kann weit mehr: Sie eröffnet völlig neue Möglichkeiten, die Arbeit von Steuerberater:innen effizienter und gleichzeitig mandantenorientierter zu gestalten.
Automatisierung von Routineaufgaben
Der offensichtlichste Einsatzbereich liegt in der Buchhaltung. KI-gestützte Systeme erkennen Belege, ordnen sie automatisch den richtigen Konten zu und gleichen Zahlungsströme in Echtzeit ab. Dadurch sinkt nicht nur die Fehlerquote, sondern es bleibt auch mehr Zeit für die eigentliche Beratungsarbeit. Die Steuerberatung wandelt sich damit von der „Belegverwaltung“ hin zum strategischen Partner.
Intelligente Analysen und Prognosen
KI ist nicht nur ein Werkzeug zur Prozessoptimierung, sondern auch ein Instrument für intelligente Analysen. Systeme können enorme Datenmengen auswerten und Zusammenhänge aufzeigen, die im Alltag oft verborgen bleiben. So lassen sich Entwicklungen in Umsätzen, Kosten oder Liquidität frühzeitig erkennen. Prognosen zur Steuerlast oder Szenarienrechnungen für Investitionsentscheidungen
werden genauer und schneller verfügbar. Gerade für Startups oder wachstumsorientierte Unternehmen sind diese Informationen wertvoll, da sie Handlungsspielräume klarer sichtbar machen.
Mehr Transparenz für Mandant:innen
Die Erwartungen von Unternehmer:innen haben sich verändert. Sie wollen nicht mehr nur einmal im Jahr den Steuerbescheid erhalten, sondern laufend aktuelle Informationen zu ihrer wirtschaftlichen Lage. KI kann hier unterstützen, indem komplexe Daten in leicht verständliche Dashboards und Reports verwandelt werden. Diese visualisieren in Echtzeit, wie sich Kennzahlen entwickeln, und schaffen Transparenz. Dadurch wird die Steuerberatung zu einem strategischen Partner, der nicht nur auf Vergangenes blickt, sondern den Weg in die Zukunft begleitet.
Grenzen und Risiken
Trotz aller Chancen darf man die Risiken nicht übersehen. Steuerrecht ist komplex und ändert sich laufend. KI-Systeme müssen regelmäßig aktualisiert und überwacht werden, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Zudem bleibt die persönliche Beratung unersetzlich: Jede steuerliche Entscheidung erfordert ein individuelles Abwägen, das KI (noch) nicht leisten kann. Auch das Thema Daten -
schutz spielt eine zentrale Rolle – sensible Finanzinformationen erfordern höchste Sicherheitsstandards.
Blick in die Zukunft
Es ist absehbar, dass KI die Steuerberatung nicht ersetzen, sondern grundlegend transformieren wird. Die Rolle der Berater:innen verschiebt sich: weg vom Verwalten von Belegen, hin zum strategischen Sparringspartner, der seinen Mandant:innen hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen. KI liefert die Datenbasis, die menschliche Expertise bleibt jedoch entscheidend für die Interpretation und Umsetzung.
Fazit
Die Integration von KI in die Steuerberatung ist keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität. Sie ermöglicht mehr Effizienz, bessere Analysen und eine intensivere Betreuung der Mandant:innen. Gleichzeitig erfordert sie ein hohes Maß an Verantwortung im Umgang mit Daten und eine klare Positionierung der menschlichen Beratungskompetenz. |
Digitalisierung und KI im Anwaltsberuf: Vorteile für Mandantinnen und Mandanten
Die österreichische Rechtsanwaltschaft nutzt seit Jahren innovative IT-Lösungen wie den elektronischen Rechtsverkehr, digitale Urkundenarchive und KI-basierte Software.
Für unsere Mandant:innen bedeutet das vor allem einen echten Mehrwert:
• Standardabläufe werden schneller und effizienter abgewickelt
• Dokumentenanalysen erfolgen mit Unterstützung von KI-basierter Software
• Routineaufgaben werden automatisiert und Fristen zuverlässig überwacht
KI vereinfacht viele Routinen, sie kann große Datenmengen prüfen, Dokumente vergleichen sowie juristische Infos liefern –24/7 und mehrsprachig.
Individuelle Lösungen
Was KI allerdings nicht kann: Verantwortung für Konsequenzen tragen, Interessen abwägen, kreative, ethische oder strategische Impulse setzen, echte Verhandlungen führen und Empathie für individuelle Mandatssituationen aufbringen. Gerade im Grenzbereich zwischen Recht und Moral, bei komplexen Abwägungen oder schlicht in emotional belastenden Situationen bleibt die Anwältin oder der Anwalt unersetzlich. Die vertrauensvolle Kommunikation, das persönliche Gespräch und die maßgeschneiderte Strategie können durch keine Maschine ersetzt werden. Denn KI ist nur Werkzeug. Die entscheidenden Aufgaben der Rechtsanwält:innen bleiben dem Menschen vorbehalten. Es braucht juristisches Urteilsvermögen, das Verständnis des
gesellschaftlichen Kontexts, Empathie und die Fähigkeit, Mandant:innen in Aus nahme situationen zu beraten oder zu trösten. Denn jede rechtliche Fragestellung ist eingebettet in individuelle Lebens ereignisse, Unternehmenstra ditionen oder gesellschaftliche Entwicklungen – diese werden seitens KI aber nicht berücksichtigt.
Digitalisierung bedeutet auch höchste Standards bei Datenschutz und Cybersecurity. Lösungen wie die sichere Kommunikationsplattform „context“ und das elektronische Archivium-Urkundenarchiv garantieren Verschlüsselung, Originaltreue und den DSGVO-gerechten Schutz sensibler Mandantendaten. Nur so profitieren Mandant:innen von effizienter Erreichbarkeit und dauerhafter Rechtssicherheit. Der Schutz persönlicher Daten ist gerade in Zeiten wie diesen ein sehr hohes Gut. Auch bei Cybersecurity bleibt der Mensch unersetzlich: Die beste IT-Infrastruktur braucht letztlich die anwaltliche Kon trolle und Verantwortungsbereitschaft.
Vorteil für Mandant:innen Digitalisierung macht die Anwaltschaft moderner und schafft Vorteile für Mandant:innen – doch der Mehrwert bleibt menschlich: Individuelle Beratung, Empathie und das Einstehen für Mandanteninteressen sind und bleiben der
entscheidende Unterschied, den nur die österreichischen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte bieten können. |
ZUR PERSON
Mag. Birgitta Winkler LL.M. ist selbständige Rechtsanwältin und verfügt zudem über langjährige (Führungs-)Erfahrung in Konzernen. Sie ist ein Mitglied des Ausschusses der Rechtsanwaltskammer Kärnten und deren Datenschutzbeauftragte sowie Vorsitzende des Arbeitskreises IT & Digitalisierung des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages (ÖRAK).
KONTAKT Rechtsanwaltskammer für Kärnten Theatergasse 4, 9020 Klagenfurt T: 0463 512425, F: 0463 512425-15 kammer@rechtsanwaelte-kaernten.at rechtsanwaelte-kaernten.at
Einblicke in die Kärntner und steirische Landesregierung zeigen: Auch in der Verwaltung ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Cybersicherheit unumgänglich geworden. Von Barbara Pachler
Sicherheit ist wichtig – das gilt für alle Bereiche gleichermaßen. Eine bestimmte Art von Sicherheit gewinnt in den letzten Jahren allerdings zunehmend an Bedeutung. Die Cybersecurity, also Technologien und Verfahren zum Schutz von digitalen Netzwerken, Geräten, Daten oder Applikationen, hat mittlerweile Einzug in die unterschiedlichsten Lebens- und Wirtschaftsbereiche gehalten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Zwischen 2011 und 2023 stiegen die Anzeigen wegen Cyberkriminalität in Österreich von rund 5.000 auf fast 66.000; eine besonders starke Zunahme war während der Pandemie 2020 bzw. 2021 zu beobachten, als innerhalb eines Jahres um 28,6 Prozent mehr Anzeigen eingebracht wurden.
Einer aktuellen Studie von KPMG Österreich zufolge ist jeder siebte Cyberangriff im Land erfolgreich. Zu den häufigsten Angriffsarten zählen dabei Phishing-Mails, oft in Kombination mit Ransomware oder anderer Malware, aber auch Datendiebstahl oder Denial of Service-Angriffe (DoS). Oft spielen im Sinne des „Social Engineering“ psychologische Tricks und Manipulation eine zentrale Rolle. Im Gespräch mit advantage erzählen die IT-Expert:innen Elisabeth Freiberger und Christian Inzko, warum an Cybersicherheit auch in der Verwaltung kein Weg vorbeiführt.
Fünf Millionen Dollar für die Daten der Landesverwaltung Neben der Privatwirtschaft hat auch der Verwaltungsbereich zunehmend mit Cyberkriminalität zu kämpfen. Welche Folgen unzureichende digitale Sicherheitsmaßnahmen in der Verwaltung haben können, offenbarte sich 2022 am Beispiel der Kärntner Landesregierung. Mithilfe einer Phishing-Mail gelang es damals Hackern, einen Teil der digitalen Daten der Landesregierung zu verschlüsseln. Die Forderung: Fünf Mio. Dollar Lösegeld; andernfalls, so die Drohung, würden sensible Daten im Darknet veröffentlicht.
„Dass wir damals nicht gezahlt haben, ist heute eine unserer Hauptschutzfunk-
tionen“, meint Christian Inzko, Chief Information Officer und Chief Digital Officer beim Land Kärnten. Inzko war lange in der Privatwirtschaft tätig und wechselte 2023 zum Land. Seine Hauptaufgabe nach der Einstellung: „Dafür zu sorgen, dass das nicht noch einmal passiert.“ Aus bereits vorhandenen Ansätzen entwickelte Inzko gemeinsam mit anderen Abteilungen Digitalisierungs- und IT-Strategien, deren Kern die Cybersecurity bildet.
Eine erste wichtige Maßnahme war dabei die Einführung der Zwei-FaktorAuthentifizierung. „Den zweiten Faktor zu bekommen, ist für Hacker sehr schwierig. Als ich gesehen habe, dass das Land keine flächendeckende Zwei-
„Sicherheit ist ein Thema, dass die Verantwortlichen und Führungskräfte wirklich ernst nehmen müssen.“
Christian Inzko, Chief Information & Digital Officer beim Land Kärnten
Faktor-Authentifizierung hatte, hat mich das lange nicht gut schlafen lassen“, so der IT-Experte. Ein weiterer wichtiger Fokus ist die Bewusstseinsbildung bei Mitarbeiter:innen. Im digitalen Sicherheitssystem gilt der Mensch als zentrale Schwachstelle. „Dadurch, dass wir sehr große Netzwerke haben – im Land Kärnten etwa 3.600 Arbeitsplätze – ist der Einfallsvektor durch den Faktor Mensch relativ hoch“, so Inzko. Dem versucht das Land, neben zahlreichen weiteren Maßnahmen, nun durch Schulungen und Tests entgegenzuwirken.
Prävention im Fokus
Auch in der steirischen Landesregierung wird IT-Sicherheit seit vielen Jahren groß geschrieben. „Das Thema Cybersecurity ist ein täglicher Begleiter in unserer Arbeit. Es gibt praktisch kein Vorhaben, kein Projekt, das nicht unter dem Aspekt der IT-Sicherheit zu betrachten ist“, erzählt Elisabeth Freiberger, Abteilungsleiterin im Bereich Organisation und Informationstechnik. Auch hier werden alle Landesbediensteten regelmäßig geschult; sogar ein Lehrgang zur Digitalisierung in Kooperation mit der FH Joanneum wird angeboten. Dabei ist für Freiberger klar,
„Es gibt bei uns praktisch kein Vorhaben, kein Projekt, das nicht unter dem Aspekt der IT Sicherheit zu betrachten ist.“
Elisabeth Freiberger, Abteilungsleiterin beim Land Steiermark
dass das Thema weit über die Grenzen ihrer Abteilung hinausreicht: „IT-Sicherheit ist eine gesamtorganisatorische Verantwortung“, betont sie. Dass die steirische Landesregierung noch nie Opfer eines erfolgreichen Hackerangriffs war, ist für sie kein Grund, sich in falscher Sicherheit zu wiegen: „Es ist keine Frage, ob wir angegriffen werden, es ist die Frage, wie wir angegriffen werden – und wie wir uns bestmöglich schützen können.“
Das Tor zur Cyberkriminalität
Die Profile der Täter, die hinter PhishingMails, Malware oder Deep Fakes stecken, sind unterschiedlich und reichen von jugendlichen „Skript Kiddies“ über Mitarbeiter:innen, die ihre Unternehmen schädigen wollen bis hin zu professionell organisierten Gruppierungen und politisch motivierten Tätern. In Summe gilt: Cyberkriminalität ist heute viel mehr als einzelne IT-Profis im dunklen Kämmerchen. „Mittlerweile steckt eine ganze Industrie dahinter, in der Umsätze in Milliardenhöhe erzielt werden“, erzählt Inzko.
Wichtigster Treffpunkt dieser Szene ist das sogenannte Darknet – ein digitaler Umschlagplatz für Drogen, gefälschte
Dokumente und nicht zuletzt für illegal beschaffte Daten. Das Besondere: Im Darknet bleiben Nutzer:innen anonym, was Kriminellen einen wichtigen Schutz bietet. Der Zugang ist nur über einen speziellen Browser und mithilfe sogenannter Onion-Links möglich; Versuche, die Straftaten aufzuklären, scheitern meist.
Eine zusätzliche Herausforderung ist aktuell der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Sie wird nicht nur für Deep Fakes genutzt, sondern ermöglicht mithilfe äußerst userfreundlicher, im Darknet erhältlicher Software inzwischen auch Laien die Umsetzung professioneller Cyberangriffe. „Die KI ist zweischichtig zu sehen; einerseits hilft sie uns bei der Abwehr, andererseits werden die Angriffe auch immer komplexer – und viel leichter durchzuführen für einen größeren Userkreis“, so Inzko.
Verantwortungssache
Cybersecurity
Für beide Expert:innen ist klar: Eine stimmige IT-Sicherheitsstrategie ist eine Frage der Verantwortung. „Daten haben einen Wert“, appelliert Inzko und ergänzt: „Sicherheit ist ein Thema, das die Verantwortlichen und Führungskräfte wirklich ernst nehmen müssen. Der Schaden kann enorm sein, und hier zu sparen ist einfach fahrlässig.“ Und Freiberger schließt sich an: „Ein Hackerangriff, der die Verwaltung trifft oder gar lahmlegt, ist eine Katastrophe – nicht nur kostenseitig, sondern auch für den Betrieb, denn die Verwaltung muss im staatlichen Gefüge immer funktionieren. Daher muss unser oberstes Gebot die Gewährleistung der Verfügbarkeit und Sicherheit der IT-Services sein.“ |
Am 4. November 2025 lädt die Cyber Security Night im Makerspace Carinthia mit spannendem Programm zur intensiven Auseinandersetzung mit digitaler Sicherheit.
9. CYBER SECURITY NIGHT
4.11.2025, 18 Uhr
Makerspace Carinthia
• Begrüßungstalk
• Keynote von Linus Neumann
• „Cyber-Rettungsgasse“ mit Informationen und konkreter Hilfestellung für Unternehmer:innen
• Live-Demonstration eines Datenträgerspürhunds und Drohnen-Show der Polizei
Mehr Informationen: www.cyber-night-and-day.at
↓ Anmeldung wko.info/ktn-cybernight2025
Für reibungslose Abläufe im Arbeitsalltag sind Maßnahmen zur Cybersicherheit mittlerweile unerlässlich geworden – für Unternehmen und die Verwaltung ebenso wie für Privatpersonen. Im Rahmen der Initiative „24 Stunden Cybersecurity“ informieren die Wirtschaftskammer Kärnten und der Lakeside Science & Technology Park daher seit Jahren erfolgreich über Risiken, Chancen und Herausforderungen im Bereich digitaler Sicherheit. „Die Cyber Security Night ist der starke Auftakt der ‚24 Stunden Cybersecurity‘ und zeigt von KIgestützten Angriffen bis Social Engineering, was heute zählt und morgen schützt: klare, umsetzbare Sicherheitsmaßnahmen für Betriebe. Wir schaffen Awareness, stärken Kompetenzen und zeigen, wie Unternehmen sich mit sofort anwendbaren Maßnahmen wirksam wappnen“, so Holger Schmitz, Sprecher der ExpertsGroup IT-Security der Wirtschaftskammer Kärnten.
Renommierter Speaker vor Ort
Ein besonderes Highlight der Cyber Security Night bildet in diesem Jahr der
„Wir schaffen Awareness, stärken Kompetenzen und zeigen, wie Unternehmen sich mit sofort anwendbaren Maßnahmen wirksam wappnen.“
Holger Schmitz, Sprecher der WKK-ExpertsGroup IT-Security
Vortrag des Speakers Linus Neumann. Der IT-Sicherheitsexperte aus Berlin ist für seine mitreißenden und praxisnahen Vorträge bekannt. Als Hacker und Psychologe vereint er technisches KnowHow mit der kritischen Reflexion gesellschaftlicher Dynamiken. In seiner Keynote präsentiert Neumann fundierte Einblicke und spannende Perspektiven zum Thema Cybersecurity.
Cybersicherheit live erleben Neben aufschlussreichen Vorträgen erwartet die Besucher:innen der Cyber Security Night die „Cyber-Rettungs-
Auch in der IT sind Fachkräfte gefragt. Die Wirtschaftskammer Kärnten motiviert daher nun auch Menschen ohne klassische Berufs- oder Schulbildung zu einem Quereinstieg.
gasse“ – eine interaktive Info-Meile mit vier Stationen. Dort können Interessierte live vor Ort IT-Spezialist:innen bei der Datenrettung beobachten, aber auch umfassende Informationen zum Thema Datenentschlüsselung ein holen. Die Polizei gibt Einblicke in die Arbeit mit Datenspürhunden und präsentiert im Rahmen einer Drohnenshow moderne Aufklärungs- und Sicherheitstechnologien. Zudem haben Unternehmen die Möglichkeit, sich bei der ExpertGroup IT-Security der Wirtschaftskammer Kärnten über die Notfall- und Soforthilfe der Wirtschaftskammer zu informieren oder unmittelbar vor Ort konkrete Unterstützung zu erhalten. |
KONTAKT
Man muss heute kein Mathe-Genie sein, um in der IT zu arbeiten“, erklärt Marc Gfrerer, WKK-Berufsgruppensprecher IT (UBIT). „Dank KI wird der Einstieg in die Arbeitswelt der IT erleichtert und man kann auch ohne viele Vorkenntnisse in der Branche Fuß fassen.“ Wichtig sei ein Interesse für Technik, Apps und KI; wer dann noch Kreativität, Aufgeschlossenheit und den Willen, aktiv die Welt zu gestalten mitbringt, habe die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Quereinstieg, so Gfrerer.
Um vor allem junge Menschen auf diese neuen Entwicklungen aufmerksam zu machen, ist die Wirtschaftskammer nun aktiv in den Kärntner Schulen unterwegs. Insbesondere in den AHS soll ein Bewusstsein für die Möglichkeiten der IT-Branche geschaffen werden: „Viele AHSSchüler:innen denken, sie können kein IT-Praktikum machen, weil sie keine Ausbildung haben. In Wirklichkeit ist es aber so: Wir lieben es, mit Nicht-Techniker:innen zu arbeiten, weil sie einen ganz anderen Blickwinkel haben“, betont Gfrerer.
Wirtschaftskammer Kärnten Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) Europaplatz 1
lieben es, mit NichtTechniker:innen zu arbeiten, weil sie einen ganz anderen Blickwinkel haben.“
Marc Gfrerer
Ob als „Macher“, „Alleskönner“ oder „Gestalter“, ob Backend, Frontend oder beides – die beruflichen Möglichkeiten sind vielseitig. Die Bezahlung ist dabei von Anfang an überdurchschnittlich gut – selbst in Ausbildungsverhältnissen. Hinzu kommt ein besonderer Vorteil von IT-Berufen: Sie lassen sich von fast überall ausüben. Wer flexibles und abwechslungsreiches Arbeiten schätzt, wird hier zufrieden sein, denn: „IT kennt keine Grenzen.“ |
An der Schnittstelle von Forschung, Bildung und Wirtschaft bündelt der Unternehmensstandort Lakeside Park umfassendes Knowhow zu digitaler Sicherheit.
Arbeiten, forschen, netzwerken, leben – all das ermöglicht der Lakeside Science & Technology Park in Klagenfurt, der, nur wenige hundert Meter vom Wörthersee entfernt, mittlerweile über 70 Unternehmen beherbergt. Direkter Nachbar ist die Universität Klagenfurt – hervorragende Voraussetzungen also für die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Forschung, Bildung und Wirtschaft, aufgrund derer sich auch insgesamt acht Forschungsinstitute am Standort versammelt haben. Schwerpunkt des Parks sind Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), was nicht zuletzt für den Bereich der Cybersecurity vielfältige Potenziale eröffnet.
Zukunftskompetenz
Cybersicherheit
Digitale Sicherheit ist ein zentrales Thema der Gegenwart, das in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. Die zunehmende Digitalisierung in allen
- Cybersecurity Competition: 04. November 2025, 19:00–24:00, Lakeside Spitz
- Cybersecurity Day: 05. November 2025, 10:00–17:00, Lakeside Spitz
Bereichen der Gesellschaft ist ein Zeichen von Weiterentwicklung, gleichzeitig aber auch eine Gefahrenquelle, da die Zahl möglicher Angriffsziele rapide steigt. Egal ob Unternehmen, Mitarbeiter:innen oder Privatpersonen – Cyberkriminalität ist ein Thema, von dem jede:r betroffen ist. Umso dringlicher ist die Fokussierung auf Forschung, Ausbildung und Wissenstransfer in diesem dynamischen Feld. Schon jetzt sind im Lakeside Park durch zahlreiche ansässige Unternehmen im Cybersecurity-Bereich essenzielle Kompetenzen und Fähigkeiten gebündelt.
NTS Netzwerk Telekom Service bietet umfassende Dienstleistungen im Bereich Cybersecurity – von Consulting über Integration und Support bis hin zu Managed- und Cloud Services. Neben den Büros in der Steiermark ist das Unternehmen auch im Lakeside Park vertreten und seit Kurzem im neu eröffneten Gebäude B17 angesiedelt. „Die offene Atmosphäre fördert Teamspirit und Zusammenarbeit, während gleichzeitig ein starkes Netzwerk mit Forschung, Wirtschaft und Bildung entstehen kann, das aktiv gefördert wird“, so Harald Reicher, NTS Territory Manager Steiermark & Kärnten.
Lage und Ausstattung des Lakeside Science & Technology Parks eignen sich hervorragend, um die grenzüberschreitende Vernetzung durch die Ansiedlung internationaler Expert:innen zu verstärken. Zudem werden Forschung und Entwicklung schon jetzt gezielt vorangetrieben. Auch Aus- und Weiterbildungs-
Am Standort Lakeside Park ist umfassendes Knowhow zum Thema Cybersecurity gebündelt.
möglichkeiten im Bereich Cybersicherheit werden im Lakeside Park gezielt forciert, hinzu kommen weitere Maßnahmen im Bereich der Bewusstseinsbildung. Durch die räumliche wie auch inhaltliche Nähe zwischen den verschiedenen Stakeholdern bietet der Lakeside Park dabei Raum für einen umfassenden Technologie- und Wissenstransfer zu digitaler Sicherheit. „Cybersecurity ist ein zentrales Thema unserer Zeit. Der Standort Lakeside Park bietet die idealen Voraussetzungen, um in diesem Bereich als Best Practice-Beispiel voranzugehen“, betont Bernhard Lamprecht, Geschäftsführer des Lakeside Parks.
Forschung als Fundament
Besonders in puncto Wissenstransfer ist die enge Zusammenarbeit mit der Universität Klagenfurt von großer Bedeutung. Die steigende Cyberkriminalität wirkt sich auf Unternehmen und den öffentlichen Sektor ebenso aus wie auf Privatpersonen. Auch im universitären Bereich wird Cybersicherheit daher bereits umfassend integriert, um eine zeitgemäße Ausbildung von Nachwuchsfachkräften
„Der Standort Lakeside Park bietet die idealen Voraussetzungen, um im Bereich Cybersecurity als Best PracticeBeispiel voranzugehen.“
Bernhard Lamprecht, Geschäftsführer Lakeside Science & Technology Park
im IT-Bereich zu gewährleisten. Entsprechend bietet die Universität Klagenfurt seit dem Wintersemester 2020 das stark nachgefragte Masterstudium Artificial Intelligence and Cybersecurity an, und auch in den übrigen Bachelor- und Masterstudiengängen gibt es Vertiefungen im Bereich Cybersecurity.
Wettbewerb für junge Talente
Um die Nachfrage noch weiter zu erhöhen und junge Menschen für den Arbeitsbereich der Cybersecurity zu be-
„Wir möchten junge Menschen für ITBerufe gewinnen, indem wir ihnen früh praxisnahe Einblicke und reale Erfahrungen ermöglichen.“
Harald Reicher, NTS Territory Manager Steiermark & Kärnten
geistern, wurde 2024 im Rahmen von „24h Cybersecurity“ die Cybersecurity Competition ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Kooperationsveranstaltung der Wirtschaftskammer Kärnten | UBIT, des Software Internet Cluster und der Universität Klagenfurt, die sich an Schüler:innen und Studierende richtet und im Rahmen eines Hacking-Events die herausragenden Kompetenzen der Teilnehmer:innen sichtbar machen soll. Auch NTS ist als Partner am Wettbewerb beteiligt – das
Unternehmen stellt die Hardware bereit und unterstützt durch seine Analyst:innen den Ablauf vor Ort. Dass die Cybersecurity Competition junge Talente für IT-Security begeistert und den Austausch fördert, ist für die Mitwirkung des Unternehmens ausschlaggebend: „Wir möchten junge Menschen für IT-Berufe gewinnen, indem wir ihnen früh praxisnahe Einblicke und reale Erfahrungen ermöglichen“, erklärt Harald Reicher.
Auch während der Cybersecurity Competition müssen die teilnehmenden Teams realistische Security Incidents lösen. Wer innerhalb von vier Stunden die meisten Punkte sammelt, gewinnt –und zeigt, dass er für die digitalen Herausforderungen der Gegenwart bestens gewappnet ist. |
KONTAKT
Lakeside Science & Technology Park Lakeside B11
9020 Klagenfurt am Wörthersee T +43 463 22 88 22-0
Als Kärntens größter IT-Dienstleister unterstützt addIT die heimische Wirtschaft umfassend in den Bereichen Cyber Security, KI und ganzheitlichen IT-Lösungen.
advantage: addIT ist Kärntens größter IT-Dienstleister. Wie lautet das Erfolgsrezept?
Dieter Jandl: Das Erfolgsrezept basiert auf den drei Säulen Innovationsfreude, starken regionalen Partnerschaften und einer modernen Unternehmenskultur als Arbeitgeber. Wir arbeiten eng mit Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen im Lakeside Park zusammen, darunter das Fraunhofer Institut und Joanneum Research. So bleiben wir immer nah an Zukunftsthemen wie Cyber-Security, KI oder neuen IT-Lösungen und nutzen diese Kooperationen, um ständig innovative Lösungen zu entwickeln und unser Know-how weiter auszubauen.
Andreas Paduretu , IT-Profi bei addIT, hat sich heuer den Titel „Lehrling des Jahres“ gesichert. Welche Bedeutung kommt dem Fachkräftenachwuchs zu?
Der Fachkräftenachwuchs spielt für addIT eine zentrale Rolle, nicht nur für den langfristigen Erfolg des Unternehmens, sondern auch für die Sicherung von Qualität und Innovationskraft. Jährlich bilden wir zwei bis drei Lehrlinge mit Matura aus und legen großen Wert darauf, dass sie praxisnah in Kundenprojekte eingebunden werden. Durch die enge Betreuung unserer Lehrlinge durch erfahrene Kolleg:innen stellen wir sicher, dass
sie sowohl die spezifischen Anforderungen als auch die Unternehmenskultur von addIT kennenlernen.
KI hat Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig verändert. Welche Herausforderungen bringt das mit sich?
Unternehmen müssen KI-Lösungen sinnvoll integrieren, Datenschutz und ethische Standards beachten und gleichzeitig die Mitarbeiter:innen fit für die digitale Zukunft machen. addIT setzt dabei auf praxisnahe Lösungen und gezielte Weiterbildung, um den verantwortungsvollen Umgang mit KI sicherzustellen und die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine erfolgreich zu gestalten.
IT-Sicherheit gewinnt immer mehr an Bedeutung: Wie unterstützt addIT Kunden in diesem Bereich?
Als Kärntens größter IT-Dienstleister unterstützen wir Kunden umfassend im Bereich IT-Sicherheit, vor allem da die Anforderungen durch KI auch regulatorisch durch NIS2 weitreichender werden. Gemeinsam mit unseren Partnern bieten wir Security-Assessments und Checkups an, die Schwachstellen in Netzwerken aufdecken und konkrete Bedrohungen sichtbar machen. Kund:innen profitieren von lokaler Betreuung durch Expert:in-
„Der Fachkräftenachwuchs spielt für addIT eine zentrale Rolle, nicht nur für den langfristigen Erfolg des Unternehmens, sondern auch für die Sicherung von Qualität und Innovationskraft.“
Dieter Jandl
nen vor Ort in Kärnten, die maßgeschneiderte Sicherheitslösungen implementieren und zentral managen. Cyber Security betrifft mittlerweile so viele Domänen, dass es sich einerseits bewährt hat, risikobasierte Investitionen im Unternehmen zu tätigen und andererseits Klarheit darüber erlangt wird, wie eine Business Continuity Strategie aussieht.
Am 16. Oktober findet die diesjährige „addSUCCESS“ statt. Was können sich die Teilnehmer:innen erwarten?
Die Teilnehmer:innen erwartet ein abwechslungsreiches Programm unter dem Motto „Intelligenz ist relativ – KI im Einsatz“. Von den gesellschaftlichen und ethischen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der IT-Sicherheit bis hin zu praxisnahen Anwendungen werden zentrale Zukunftsthemen beleuchtet. |
FACHKOMMENTARE
KI gegen Cyberkriminalität
SEBASTIAN
WEIGERSTORFER
Partner Security
Solutions Engineer bei Cisco
Cisco setzt KI ein, um Bedrohungserkennung, Automatisierung von Arbeitsabläufen und die Verwaltung von Sicherheitsmaßnahmen zu unterstützen.
KI-gestützte Assistenten helfen, große Mengen an Sicherheitsereignissen effizient zu analysieren und Vorfälle schneller zu bearbeiten. Sie liefern Empfehlungen, untersuchen Indicators of Compromise (IOCs), fassen Vorfälle zusammen und automatisieren Anpassungen von Firewall-Regeln, um den Betrieb zu erleichtern und Fehlerquellen zu verringern.
Die Bedrohungserkennung verwendet Machine Learning, um unter anderem Zero-Day-Angriffe, Phishing-Versuche, E-Mail-Bedrohungen sowie Anomalien in industriellen IoT-Umgebungen zu identifizieren. Das Talos Threat Intelligence Team wertet täglich eine große Zahl von Sicherheitsereignissen aus und stellt aktuelle Schutzmaßnahmen bereit.
AI Canvas ist eine cloudbasierte Plattform, die IT-Teams als zentralen Arbeitsbereich für Echtzeit-Telemetrie, KI-gestützte Analysen und Teamzusammenarbeit nutzen können. Die Plattform vereinfacht die Bearbeitung komplexer Netzwerkprobleme, indem sie Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführt. Zusätzlich ermöglicht sie die Interaktion mit dem Netzwerk in natürlicher Sprache sowie die Bearbeitung von Tickets aus Systemen wie ServiceNow.
Diese Entwicklungen ergänzen das bestehende Portfolio von Cisco im Bereich Security und KI, indem sie eine gemeinsame, KI-gestützte Plattform für die Zusammenarbeit in komplexen IT-Umgebungen bereitstellen und die Zusammenarbeit von NetOps- und SecOps-Teams unterstützen.
Cisco betont dabei die Einhaltung von Datenschutz-, Sicherheits- und ethischen Standards beim Einsatz von KI-Funktionen. Ziel ist es, KI verantwortungsvoll zu nutzen und so die Sicherheit und Effizienz in IT-Umgebungen zu fördern.
Der Schlüssel zum KI-Erfolg:
Realistisch starten, nachhaltig skalieren
Moderne KITransformation ist kein Sprint, sondern ein nachhaltiger Prozess, der auch die Unternehmenskultur weiterentwickelt.
Viele Unternehmen haben großen Respekt vor KI und sind unsicher, wie der Einstieg am besten gelingt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, sich realistische Ziele zu setzen und mit überschaubaren Projekten zu beginnen. Wir empfehlen immer, klein mit definierten Anwendungsfällen zu starten, Praxiserfahrung zu sammeln und dann zu skalieren. So entsteht nicht nur ein tieferes Verständnis für die Möglichkeiten von KI, sondern auch das nötige Vertrauen, um größere Schritte zu wagen und kontinuierlich neue Anwendungsfelder zu erschließen. Dieser methodische, lernorientierte Ansatz schafft langfristige interne Akzeptanz, da er Unternehmen befähigt, Wissen systematisch aufzubauen, Fehler zu minimieren und flexibel auf neue Herausforderungen oder Veränderungen im Markt zu reagieren. Moderne KI-Transformation ist kein Sprint, sondern ein nachhaltiger Prozess, der auch die Unternehmenskultur weiterentwickelt. Um diesen Weg zu vereinfachen, haben wir die Dell AI Factory entwickelt. Sie stellt vorgefertigte Infrastruktur und Services bereit, unterstützt bei der Modernisierung der Datenlandschaft, begleitet die Entwicklung maßgeschneiderter KI-Modelle und sorgt dafür, dass innovative Anwendungen sicher und skalierbar in den Betrieb gehen können –und das alles, ohne dass tiefgehendes internes Spezialwissen zwingend vorhanden sein muss. Dadurch wird Innovation planbar und für jedes Unternehmen erreichbar.“
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Mehr zum Thema KI erfahren Sie auch auf dem Dell Technologies Forum in Wien (8. Oktober 2025) und München (27.November 2025). Hier anmelden:
Dass sich die Menschheit noch nicht weiterentwickelt hat, liegt an den limitierenden Faktoren Intelligenz und Energie, behauptet Sam Altman, CEO von openAI.
In der Tech-Szene herrscht Aufbruchsstimmung, das Ziel ist die Entwicklung einer Superintelligenz. Die dystopische Euphorie geht sogar so weit, dass Forscher der Meinung sind, man sollte diese Mutterinstinkte einpflanzen. Dies soll verhindern, dass sich die Künstliche Intelligenz (KI) gegen die Menschheit wendet und sie existentiell bedroht. Utopische Fantasien?
Große Sprachmodelle funktionieren heute auf Basis der Vorhersagemethode und neigen daher zu Verkürzungen, Verallgemeinerungen und letztlich auch zu Fehlschlüssen. Nur weil ein Mensch nichts hört, muss er nicht taub sein. Sprachmodelle haben immer noch Schwierigkeiten
Korrelation von Kausalität zu unterscheiden. Die Abhilfe: Alignment. Es sagt nichts anderes, als dass sich ein KI-System so verhält, wie seine Entwickler es beabsichtigen. Aber letztlich ist dieses nicht unfehlbar: KI-Agenden scheitern vorerst bei der Aufgabe einen Termin beim Friseur zu buchen, da an jenem Tag alle Termine belegt sind. Die KI hackt sich daraufhin ins System und löscht andere Reservierungen. Ziel erreicht. Der Hack beim Friseur hat begrenzte Folgen, im unternehmerischen Handlungsfeld wären diese weitreichender.
Medienkompetenz braucht Lebenskompetenz, gleiches gilt in Unternehmen: KI-Kompetenz braucht Handlungskompetenz. Wir brauchen u.a. strategisches Denken, technologische Grundkenntnisse, interdisziplinäres Wissen, Kreativität und Innovationsfähigkeit und Verständnis für ethische und rechtliche Aspekte. Intelligenz hängt von den spezifischen Anforderungen ab und ist insofern also relativ.
Deepfakes – täuschend echt und gefährlich
MARKUS HRIBAR
KI und Security
Experte bei addIT
Neue Angriffsvektoren erfordern erweiterte Sicherheitsstrategien.
Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) gilt seit Jahren als zentrale Verteidigungslinie gegen Identitätsdiebstahl und Phishing. Doch die Bedrohungslage verändert sich rasant: Mit Deepfakes lassen sich Stimmen, Gesichter und sogar ganze Persönlichkeiten täuschend echt nachbilden und so Vertrauen gezielt unterlaufen. Was früher einfaches Social Engineering per E-Mail war, verlagert sich heute in Video-Calls oder Sprachkanäle. Kriminelle können so in Echtzeit einen Vorgesetzten imitieren, Zahlungen erzwingen oder sensible Daten abfragen. Besonders kritisch ist, dass viele MFA-Verfahren auf biometrischen Faktoren wie Stimme oder Gesicht beruhen. Werden diese durch KI-gestützte Manipulation kompromittiert, verlieren sie ihre Schutzwirkung fast vollständig. Hinzu kommt, dass auch klassische zweite Faktoren wie Einmalcodes, Push-TANs oder Authenticator-Apps über Social-Engineering-Kampagnen oder SIM-Swapping (Hacker verwenden die Mobiltelefonnummer ihres Opfers) abgegriffen werden. MFA aber bleibt unverzichtbar für die Cyber-Resilienz. Unternehmen müssen reagieren: Stärkere Kombinationen von Faktoren (z. B. Hardware-Token, Kryptoschlüssel, verhaltensbasierte Analysen) sowie kontinuierliche Authentifizierung erhöhen die Widerstandskraft erheblich. Awareness-Programme, die Mitarbeitende befähigen, auch hochgradig überzeugende Täuschungen zu erkennen, sind immer noch zu wenig etabliert.
Fazit: Deepfakes markieren den Beginn einer neuen Ära von Cyberangriffen. MFA ist kein Auslaufmodell – doch nur im Zusammenspiel mit technischen, organisatorischen und menschlichen Schutzmaßnahmen bleibt es wirksam.
EXPERTENTIPP
von Mag. Katharina Haiden-Fill, MBL, Vizepräsidentin der Notariatskammer für Kärnten und Vorsitzende des Digitalisierungsausschusses Kärnten
Das digitale Notariat – Zukunftsmusik oder bereits Realität?
Das österreichische Notariat hat sich schon lange mit Digitalisierung beschäftigt und gilt international als Vorreiter. Auch KI ist bereits ein Thema.
Vorausdenken – Für Generationen, das ist nicht nur der Leitspruch für Rechtsdienstleistungen der Notar:innen, sondern gilt auch für die internen Geschäftsprozesse. Die Geschichte der Digitalisierung im Notariat beginnt bereits weit vor der Pandemie. Seit über 50 Jahren gibt es das digitale Testamentsregister des Österreichischen Notariats. Ein weiterer Meilenstein der Digitalisierung war das Jahr 2000: mit cyberDOC wurde das elektronische Urkundenarchiv des österreichischen Notariats geschaffen, das die sichere Archivierung und Übermittlung von Dokumenten gewährleistet und das österreichische Notariat als Vorreiter bei e-Government-Lösungen positionierte.
Online-Rechtsdienstleistungen im österreichischen Notariat
Ein weiterer essentieller Schritt in der Digitalisierung des Notariats war die Einführung der digitalen GmbH-Gründung, die seit 2019 möglich ist. Die üblicherweise analog in Anspruch genommenen Leistungen wie Beratungstermine und händische Unterschriften wurden hier in einen digitalen Prozess geformt. Durch die Pandemie kam es zu einem regelrechten Schub in der Inanspruchnahme digitaler Leistungen. Mittlerweile können fast alle notariellen Amtshandlungen –mit Ausnahme von Letztwilligen Verfügungen – auch online erfolgen: von
Beglaubigungen von Unterschriften bis zu Immobilientransaktionen, Rechtsberatung uvm. Dabei ist es egal, ob man sich zuhause am Schreibtisch, im Büro oder vielleicht am Balkon im Urlaubsort befindet. Voraussetzung ist neben einem Device (Laptop, Tablet etc.) ein entsprechender digitaler Identitätsnachweis (z. B. ID-Austria) – und eine gute Internetverbindung. Dokumente können auch hybrid errichtet werden. Das bedeutet, eine Partei eines Vertrages kann digital vor dem:der Notar:in signieren und die andere Partei kann ihre Unterschrift händisch leisten. Notar:innen gewährleisten die Einheit der Urkunde und nehmen die entsprechenden Beurkundungen für beide Varianten vor. Das Notariat fungiert dabei als Brückenbauer zwischen den Technologien und Generationen.
Step-By-Step zum digitalen Notariatsakt
Der Ablauf der Online-Amtshandlungen gewährleistet die Rechtssicherheit: Der erste Schritt ist die digitale Identitätsfeststellung durch den:die Notar:in. Im Anschluss folgen die Beratung und das individuelle Erarbeiten der nötigen Dokumente. Das gemeinsame „Treffen“ zwischen Notar:in und Klient:in findet nach Fertigstellung der Dokumente in einer Videokonferenz statt, in der die:der Klient:in auch unter der notariellen Aufsicht die elektronische Signatur anbringt.
Step-By-Step gelangt man so zum digitalen Notariatsakt – einer öffentlichen Urkunde mit erhöhter Beweiskraft und enormer Rechtssicherheit, völlig digital.
Digitale Zukunft des Notariats –KI-Notar:innen?
Bereits vor einigen Jahren wurde eine Expert:innen Gruppe im Notariat zur Beleuchtung der Möglichkeiten von KI in Notariaten entwickelt. Gerade die hohe Diskretion und Verschwiegenheitsverpflichtung von Notar:innen, aber auch die personenbezogene Individualität notarieller Beratungen und Dienstleistungen stellt den Einsatz von KI im Notariat vor große Herausforderungen. Hier wurde bereits ein standesinterner KI-Leitfaden erarbeitet, um den sicheren und hohen Anforderungen an notarielle Beratung und Urkundenerstellung auch bei Einsatz von KI-Instrumenten gerecht zu werden und den Klient:innen bestmöglich, und vor allem rechtssicher, unter Nutzung der modernen Technologien zur Seite zu stehen. |
KONTAKT
Die Kärntner Notar:innen stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung: www.ihr-notariat.at
Notariatskammer für Kärnten: T: 0463/ 51 27 97
INTERVIEW
mit Mag. Dietmar Böckmann, Vorstandsmitglied der BKS Bank
BKS Bank Vorstandsmitglied Mag. Dietmar Böckmann informiert über die „Verification of Payee-Verordnung“, die Digitalisierung der BKS Bank, den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Bankensektor sowie über Cybersecurity.
„Sicherheit
im Online-Banking hat bei der BKS Bank oberste Priorität”
Neben Nachhaltigkeit zählt Digitalisierung zu den größten Innovationstreibern der BKS Bank. Im Interview gibt ITExperte Dietmar Böckmann Einblicke in neue Technologien und in die Zukunft des digitalen Bankings.
advantage: Mit 9. Oktober treten bezüglich Überweisungen einige Neuerungen in Kraft. Was ändert sich dabei für Bankkund:innen?
Dietmar Böckmann: Ab dem 9. Oktober 2025 wird das Überweisen für Kund:innen deutlich sicherer und schneller. Die neue Empfänger-Überprüfung sorgt dafür, dass bei jeder SEPA-Überweisung geprüft wird, ob der eingegebene Empfängername zur IBAN passt. Ein konkretes Beispiel wäre: Wenn man versehentlich „Stephan“ statt „Stefan“ schreibt oder sich ein Tippfehler einschleicht, erkennt das System die Abweichung und warnt sofort. Kund:innen erhalten eine klare Rückmeldung und
können die Daten korrigieren oder die Überweisung abbrechen. Die Prüfung erfolgt in Echtzeit, ist kostenlos und funktioniert direkt über die BKS App, MyNet oder BizzNet. Damit diese Neuerung für alle verständlich und einfach nutzbar ist, informiert die BKS Bank ihre Kund:innen umfassend. Online, über die App und direkt in den Filialen. Dort stehen Mitarbeitende bereit, um Fragen zu beantworten und die neue Funktion persönlich zu erklären. So wird ein alltäglicher Vorgang wie das Überweisen nicht nur einfacher, sondern auch deutlich sicherer. Ganz ohne Mehraufwand für unsere Kund:innen.
„Die BKS Bank ist ein Pionier, wenn es um digitale Lösungen für Unternehmen geht und bleibt dabei ihrer Philosophie treu: ‘Going digital, but staying personal.’“
Dietmar Böckmann
Im Zuge der Digitalisierung hat die BKS Bank auch ihr Angebot im Bereich Business Banking erweitert. Um welche neuen Funktionen handelt es sich dabei?
Die BKS Bank ist ein Pionier, wenn es um digitale Lösungen für Unternehmen geht und bleibt dabei ihrer Philosophie treu: „Going digital, but staying personal.“ Mit dem neuen Portal BizzNet Pro können Firmenkunden ihre Finanzgeschäfte jederzeit und ortsunabhängig erledigen. Die Plattform bietet eine intuitive Oberfläche, auf der auch Konten anderer Banken eingebunden und zentral gesteuert werden können. Darüber hinaus gibt es für Firmenkunden die Möglichkeit, sich digital rasch und unkompliziert ein Kreditangebot einzuholen. Die Kommunikation mit den Kund:innen läuft be-
„Ob online oder vor Ort, die BKS Bank bietet ihren Kund:innen maximale Wahlfreiheit und verbindet moderne Technologie mit persönlichem Service.“
Dietmar Böckmann
quem über eine Portallösung, inklusive des Dokumentengeschäfts. Damit gehen wir eine absolute Vorreiterrolle im digitalen Firmenkundengeschäft ein und sind eine der wenigen Banken in Österreich, die solch eine Möglichkeit bieten. Darüber hinaus wurde der Finanzmanager direkt in die Banking-App integriert, sodass Einnahmen und Ausgaben noch einfacher analysiert werden können. Auch die Kontoeröffnung ist digital, in weniger als drei Minuten, möglich. Gleichzeitig investiert die BKS Bank aktiv in ihr Filialnetz: Seit 2024 sind alle Standorte mit Diskreträumen ausgestattet, die persönliche Beratung mit Privatsphäre ermöglichen. Ob online oder vor Ort, die BKS Bank bietet ihren Kund:innen maximale Wahlfreiheit und verbindet moderne Technologie mit persönlichem Service.
Welche Rolle spielt KI aktuell im Bankensektor? Können Sie einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen geben?
Künstliche Intelligenz gewinnt auch im Bankensektor zunehmend an Bedeutung. Etwa in der Betrugserkennung, bei der Automatisierung von Prozessen oder im Kundenservice. Sie trägt dazu bei, Abläufe effizienter zu gestalten, Kosten zu senken und Entscheidungen qualitativ zu verbessern. Auch wir bei der BKS Bank setzen uns intensiv mit diesem Zukunftsthema auseinander. Unser Ansatz ist dabei bewusst schrittweise und kontrolliert: Der erste konkrete Baustein ist die Einführung einer internen Dokumenten -
recherche, die unseren Mitarbeitenden im Alltag einen echten Mehrwert bietet. Darauf wollen wir langfristig aufbauen, um weitere Anwendungsfelder zu erschließen, die die Arbeit erleichtern und unsere Innova tionskraft nachhaltig stärken.
Das Thema Cybersecurity wird immer wichtiger. Welche Möglichkeiten bietet die BKS Bank ihren Kund:innen für sicheres Banking?
Sicherheit im Online-Banking hat bei der BKS Bank oberste Priorität. Die BKS Bank setzt auf modernste Zwei-FaktorAuthentifizierung, biometrische Verfahren und flexibles Gerätemanagement. So können Kund:innen selbst entscheiden, auf welchem Gerät sie Transaktionen freigeben oder bei Verlust ein Gerät sofort sperren möchten. Zusätzlich sorgen individuelle Überweisungslimits und Push-Benachrichtigungen für mehr Kontrolle. Die Kommunikation erfolgt immer über sichere Kanäle und alle Daten werden verschlüsselt übertragen und gespeichert. Um unser System laufend zu verbessern, arbeiten wir mit sogenannten „Ethical Hackern“ zusammen. Das sind Spezialist:innen, die unsere IT auf Herz und Nieren testen, um mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Außerdem veranstalten wir regelmäßig Kundenveranstaltungen zum Thema Sicherheit, informieren unsere Kund:innen über aktuelle Betrugsmaschen wie Phishing oder FakeSMS und geben praxisnahe Tipps für den sicheren Umgang mit dem OnlineBanking. So schaffen wir ein BankingErlebnis, das nicht nur komfortabel, sondern auch rundum geschützt ist. |
KONTAKT
BKS Bank
St. Veiter Ring 43 9020 Klagenfurt am Wörthersee T: 0463-5858-0 www.bks.at
FACHKOMMENTAR
von Heinz E. Pfeifer, Präsident BSVK – Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten
QR-Code – Tor zur digitalen Barrierefreiheit
Mittlerweile sind sie allgegenwärtig, die QR-Codes. Smartphone in die Hand, Code gescannt und hinein in die digitale Welt.
Täglich finden sich neue Möglichkeiten, um die Code-Quadrate zu nutzen. Warum nicht auch als Brücke zu barrierefreien Lösungen?
Ein QR-Code auf Rechnungen oder Informationsbroschüren
Dahinter kann eine barrierefreie Version des Schriftstücks hinterlegt werden. Am Smartphone kann beliebig vergrößert
anderen über die einfache Möglichkeit, die Unterlagen zu ordnen und abzuspeichern.
QR-Code als Ergänzung auf Aushängen und Informationstafeln
„Täglich finden sich neue Möglichkeiten, um die Code Quadrate zu nutzen. Warum nicht auch als Brücke zu barrierefreien Lösungen.“
Heinz E. Pfeifer, Präsident BSVK – Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten
Funktionale Analphabeten, Sehbehinderte oder blinde Menschen, Menschen mit Lernschwierigkeiten oder mit mangelnden Deutschkenntnissen: rund 25 bis 30 Prozent der Menschen können ausgehängte Texte nicht lesen. Auch hier kann mit QR-Codes Abhilfe geschaffen werden. Hinter dem Code wird die Information – am besten in einem barrierefreien E-Book-Format – hinterlegt und somit ein Zugang für alle geschaffen. Mit Hilfe des Smartphones werden die Informationen vorgelesen, vergrößert, übersetzt oder leicht verständlich gemacht. Eine Win-Win-Situation für alle!
Doch
Achtung!
Es müssen bestimmte Vorgaben beachtet werden, damit die digitalen Inhalte hinter den QR-Codes auch wirklich vielseitig barrierefrei nutzbar sind. Gerade sehbehinderte und blinde Nutzer:innen
stehen immer wieder vor digitalen Barrieren. Das menschliche Auge liest die Inhalte anders als die EDV. Barrierefreie Webseiten werden auch von Suchmaschinen und KI-Anwendungen besser gefunden und genutzt. Ja, auch die KI hat ihre Probleme mit digitalen Barrieren!
Der Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten ist gerne behilflich bei der Umsetzung digitaler Barrierefreiheit. Barrierefreiheit zum Nutzen für alle! |
WEITERE INFORMATIONEN
BSVK – Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten www.bsvk.at
Digitale Infrastruktur als Schlüssel: CARINA zeigt, wie der öffentliche Verkehr zum Raum ohne Hürden wird.
Mobilität ohne Grenzen: CARINA zeigt, wo es langgeht
Wie kann Mobilität für alle zugänglich werden? Das Forschungsprojekt CARINA zeigt neue, inklusive Wege auf – in Form digitaler Infrastruktur.
Ob Bus, Bahn, Sharing-Modell oder Bedarfsverkehr: Mit verschiedenen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein ist oft komplex und nicht benutzerfreundlich – vor allem bei eingeschränkter Mobilität. Fehlende Infos zu barrierefreien Zugängen, spontane Fahrplanänderungen oder nicht vernetzte Systeme erschweren es, eigenständig mobil zu sein.
Basis für inklusive Verkehrsplanung
Der Frage, wie Mobilität in Österreich barrierefreier, nachhaltiger und digital vernetzter gestaltet werden kann, widmeten sich die Forscher:innen des Projekts CARINA. Mehrere Partner – darunter JOANNEUM RESEARCH DIGITAL –arbeiteten an einer Lösung, um Verkehrsdaten aus diversen Quellen besser nutzbar zu machen, speziell für Menschen mit Mobilitätseinschränkung. Das Resultat: ein erster Prototyp für einen nationalen Mobilitätsdatenraum, der Fahrpläne, Echtzeitdaten und Barrierefreiheits-Infos bündelt.
Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt ein auf echten Daten basierender Web-Demonstrator. „Damit haben wir eine technische und organisatorische Grundlage für eine inklusivere Verkehrsplanung geschaffen“, erklärt Sandra Draxler, Projektleiterin bei JOANNEUM RESEARCH. Mit der technischen Datenintegration, dem Aufbau des Web-Demonstrators und Workshops übernahm ihr Team zentrale Aufgaben.
„In einem benutzerzentrierten Entwicklungsprozess wurden Anforderungen gemeinsam mit Betroffenen und Fachleuten aus Mobilität, Sozialwesen und Technik erarbeitet. Durch Co-Creation-Workshops und Interviews mit Expert:innen konnten wir Perspektiven von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in die Entwicklung einfließen lassen,“ so Draxler.
Effizienz auf vielen Ebenen Somit macht CARINA sichtbar, wie Barrieren im öffentlichen Verkehr durch digitale Infrastruktur abgebaut werden können. Der Prototyp setzt ein wichtiges
„Wir haben eine technische und organisatorische Grundlage für eine inklusivere Verkehrsplanung geschaffen.“
Sandra Draxler, Projektleiterin JOANNEUM RESEARCH DIGITAL
Signal für den künftigen Aufbau eines offenen, vernetzten und allgemein zugänglichen Mobilitätsdatenraums. Mehr Datenverfügbarkeit bedeutet zudem effizientere Verkehrsflüsse und weniger CO₂-Emissionen, etwa durch optimierte Routen oder die Förderung von Rad- und Fußverkehr. Indem er den Zugang zu verlässlichen Mobilitätsdaten erleichtert, bietet der Datenraum auch Mehrwert für Forschung und Gesellschaft – als Basis für sozial gerechte Mobilität. |
ZUM PROJEKT CARINA
Laufzeit: September 2023 –Februar 2025
Koordination: ALP.Lab GmbH
Partner: JOANNEUM RESEARCH, ADV, emprium, nexyo und pdcp (SURAAA).
Gefördert wurde CARINA vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) im Rahmen des FFG-Programms „Mobilität der Zukunft“.
Mehr Infos: www.alp-lab.at/carina
Hausmesse als Ort der Begegnung
Das Autohaus Aichlseder begeisterte hunderte Besucher:innen mit den neuesten Automodellen und exklusiven Messeaktionen.
Die jährlich stattfindende traditionelle Hausmesse von Autohaus Aichlseder in Klagenfurt stand ganz im Zeichen gelebter Kund:innennähe, Innovation und regionaler Verbundenheit. Auch heuer nutzten wieder hunderte Besucher:innen die Gelegenheit, die neuesten Automodelle hautnah zu erleben, von exklusiven Messeaktionen zu profitieren und sich von attraktiven Angeboten begeistern zu lassen. Neben Neuheiten aus der Autowelt bot die Messe Gelegenheit zum ungezwungenen Austausch. Viele Stammkund:innen, Geschäftspartner:innen und Interessierte nutzten die entspannte Atmosphäre, um mit dem Aichlseder-Team persönlich ins Gespräch zu kommen.
„Das überwältigende Interesse und die zahlreichen positiven Rückmeldungen freuen uns sehr und unterstreichen die Bedeutung unserer Hausmesse als Fixpunkt im regionalen Veranstaltungskalender. Sie ist ein Ort der Begegnung –für Kund:innen, Partner und Freund:innen unseres Hauses“, erklärt Geschäftsführer Maximilian Aichlseder.
Ein Event mit Tradition Ein Highlight war die große Verlosung, bei der zahlreiche Gäste hochwertige Sachpreise gewannen. Kulinarisch wurden die Besucher:innen mit regionalen Spezialitäten der Fleischerei Plautz verwöhnt. Die Freude war außerdem groß, als Elisabeth Scheucher-Pichler vom
Kärntner Hilfswerk der Einladung folgte und die Messe traditionsgemäß mit ihrem Besuch bereicherte. |
Was auch immer Ihr Leben bringt, wir sind da – als Partnerin, die zuhört und unterstützt.
mit DI Martin Zandonella, WKK-Fachgruppenobmann UBIT, Vorsitzender des Kuratoriums des Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF), Internetpionier und Net4You-CEO
Lokale Chancen für eine global gedachte Zukunft
Im Gespräch mit advantage erzählt IT-Experte Martin Zandonella von seiner 30-jährigen Erfahrung in der Branche – und teilt seine Ideen für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Kärnten.
advantage: Ihr Unternehmen Net4You hat kürzlich sein 30-jähriges Bestehen gefeiert und dafür auch das Kärntner Landeswappen erhalten. Welche sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Entwicklungen in der IT-Branche in diesen 30 Jahren?
Martin Zandonella: Vor 30 Jahren hatten wir Insellösungen je Betrieb und die erste Revolution war das Internet. Vorerst ein Phänomen der Telekommunikation, wurde es zum Game Changer in allen Lebensbereichen, ganz besonders für die IT! Weitere wichtige Entwicklungsschritte waren IT-Security und Cloudservices. Die nächste Revolution löst die nun praxistaugliche KI aus. Ich habe in meiner frühen Phase als Informatiker viel über die Rolle der Schnittstelle MenschMaschine nachgedacht, galt sie doch als Knackpunkt für effizienten Einsatz von IT im täglichen Leben. Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass die gute alte Kommandozeile und ihr Prompt zum wichtigsten Tool in der Kommunikation zwischen Mensch und Computer wird? Der entscheidende Fortschritt war also nicht die Schnittstelle selbst, sondern die Intelligenz der Maschine – sie versteht plötzlich den Menschen, der sie bedient, mit seinen Stärken und Schwächen!
Wie beurteilen Sie den Standort Kärnten in Bezug auf Infrastruktur und berufliche Möglichkeiten im IT-Bereich?
Breitbandausbau kompromisslos fortsetzen, ALPSiX rasch umsetzen, Rechenzentren ansiedeln – ich bin optimistisch, wir werden schon in wenigen Jahren Teil der globalen Internet-Exchange-Landkarte sein! Die Jobangebote und Verdienstmöglichkeiten sind sehr gut, auch in Kärnten. Die Königsklasse für eine IT-Fachkraft ist die Arbeit in einem spezialisierten IT-Betrieb. Sowohl als Entwickler:in für anspruchsvolle Märkte als auch als Netzwerktechniker:in, Security-Spezialist:in – für unterschiedlichste Kunden, Plattformen und Aufgabenstellungen. All das bietet Kärnten mit den hier ansässigen IT-Betrieben.
Wie sieht die Lage in Bezug auf IT-Fachkräfte aus? Und wie schätzen Sie die Folgen der Koralmbahn-Eröffnung im Dezember 2025 ein?
Wir haben ein sehr ausgeprägtes Angebot im Bereich der HTLs, eine FH und die Alpen-Adria-Universität und decken damit ein breites Spektrum ab. Abgesehen vom neuen Bachelorstudium „Robotics and Artificial Intelligence“ an der AAU zieht Kärnten im IT-Bereich aber kaum
„Lokal wohnen und global arbeiten – das hat viel Phantasie, und der Koralmtunnel wird seinen Teil dazu beitragen.“
DI Martin Zandonella
internationale Studierende an. Ein wichtiger Punkt ist auch die duale Ausbildung in den Lehrberufen Applikationsentwicklung-Coding und Informationstechnologie-Systemtechnik. Aber denken wir weiter: Lokal wohnen und global arbeiten – das hat viel Phantasie, und der Koralmtunnel wird seinen Teil dazu beitragen. Global arbeiten hat heute eine andere Bedeutung, vor allem in der IT, und ist nicht unbedingt mit Reisetätigkeit verbunden. Damit Kärnten für IT-Fachkräfte attraktiver wird, müssen wir die Wohnsituation für Studierende, junge Menschen und Jungfamilien deutlich verbessern, und auch die Kinderbetreuung muss überdurchschnittlich gut werden. Das kostet Geld, daher müssen Prioritäten gesetzt werden und die öffentliche Hand muss endlich die bürokratischen und kostspieligen Strukturen modernisieren. Auch dafür ist die IT ein wichtiger Schlüssel! |
Mit der stilvoll sanierten Bankzentrale im Zentrum Klagenfurts eröffnet die Kärntner Sparkasse einen hochmodernen Arbeits-, Veranstaltungs- und Begegnungsort.
Seit über 500 Jahren gehört der denkmalgeschützte Bau am Neuen Platz Nummer 14 zum Stadtbild der Kärntner Landeshauptstadt. Vor 80 Jahren wurde das Haus, das im Lauf der Geschichte Bürger, Ärzte, Adelige, Postboten und sogar einen Schweinestall beherbergt hatte, zum Sitz der Zentrale der Kärntner Sparkasse. Nun wurde das historische Gebäude nach einer zweijährigen Umbauphase mit Kernsanierung neu eröffnet.
Über die Grundfunktionen einer Bank hinausgehend soll die neue Zentrale –nicht zuletzt durch die integrierten Gastronomiebetriebe – Austausch und Begegnung ermöglichen und so zur Belebung der Klagenfurter Innenstadt beitragen. „Wir wollten das Gebäude der Öffentlichkeit zurückgeben“, erklärte Siegfried Huber, Vorstandssprecher der Kärntner Sparkasse, in seiner Eröffnungsrede. Ziel sei es gewesen, die Unternehmenskultur – also den Anspruch, als Bank für die Menschen da zu sein – auch architektonisch im neuen Zentralgebäude zum Ausdruck zu bringen. „Unser Hauptaugenmerk beim Umbau lag auf einer optimalen Beratungsatmosphäre für unsere Kund:innen sowie einer modernen und einladenden Arbeitswelt für unsere Mitarbeitenden. Unser Hauptgebäude soll Menschen einladen, Zeit mit und bei uns zu verbringen“, so Huber.
Im Zuge der Renovierung, die zunächst nur als technische Sanierung geplant war, wurde das Gebäude schließlich vollständig entkernt und generalsaniert. So verbirgt sich hinter der denkmalgeschützten, historischen Fassade nun ein hochmodernes Innenleben auf insgesamt sechs Etagen. Im Keller ist das Cash Handling angesiedelt – gleichzeitig kann dort eine Ausstellung zur Geschichte des Geldes besichtigt werden. Im Foyer im Erdgeschoss befindet sich neben Welcome Desk und SB-Zone sowie dem neuen Café George auch der Financial Life Park (FLiP), in dem zahlreiche Finanzbildungsmaßnahmen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, angeboten werden.
Der erste, zweite und dritte Stock dienen dem Arbeitsalltag – hochmoderne, funktionale Büros und Beratungsräume ermöglichen ein zeitgemäßes Bankgeschäft und flexibles Arbeiten. Auch in der Kärntner Sparkasse hat dabei die neue Arbeitswelt mit ihrem „New Way of Working“ Einzug gehalten: Die Mitarbeiter:innen haben keine fixen Arbeitsplätze
mehr, sondern können nach Bedarf Plätze in ihrer jeweiligen „Home Base“ buchen, zwei Tage die Woche wird von zu Hause gearbeitet. Ein zeitgemäßer Schritt, denn: „Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben“, wie Sparkasse-Vorständin Ulrike Resei bei der Eröffnung betonte.
„Unser Hauptgebäude soll Menschen einladen, Zeit mit und bei uns zu verbringen.“
Siegfried Huber
Der vierte Stock des Gebäudes beherbergt nun einen Veranstaltungssaal, der zukünftig auch vermietet werden soll. Hier wie auch im Rest des Hauses und in vielen weiteren Sparkasse-Filialen wurde Holz als Baustoff verwendet, um eine besonders angenehme Raumatmosphäre zu schaffen. Im fünften Stock schließlich bietet – neben einer Terrasse speziell für Mitarbeiter:innen – die verglaste Skybar Marie einen spektakulären Ausblick auf Klagenfurt und die umliegenden Höhen-
züge. Wie das Café George im Erdgeschoss wird die Skybar von Spitzengastronom Hubert Wallner betrieben und serviert leistbare, regionale Qualitätsküche –auch außerhalb der Banköffnungszeiten.
Ein Bau für die Zukunft
Insgesamt 480 Menschen aus zahlreichen Betrieben, viele davon aus der Region, waren in den vergangenen zwei Jahren am Umbau der Sparkassen-Zentrale beteiligt. Dabei wurde nicht zuletzt Wert auf eine möglichst ökologische Bauweise mit hoher Energieeffizienz gelegt. Dass aus Geschichte Zukunft werden kann, zeigt sich jedoch nicht nur in der Gebäudesubstanz, sondern auch in seinen Funktionen. So ist etwa der Financial Life Park als Finanzbildungszentrum für Jugendliche, aber auch Erwachsene ein klares Projekt für die Zukunft.
„Bildung wird den jungen Menschen helfen, Entscheidungen zu treffen“, ist Gabriele Semmelrock-Werzer, Präsidentin der Kärntner Sparkasse überzeugt. Im Umbauprozess war sie eine wichtige Impulsgeberin – sie setzte sich besonders
dafür ein, beim Standort in der Klagenfurter Innenstadt zu bleiben, anstatt ein neues Gebäude am Stadtrand zu errichten und damit neue Flächen zu versiegeln.
„Mit dem FLiPFinancial Life Park wird die so wichtige Finanzbildung für ein finanzfittes Leben gefördert.“
Gabriele Semmelrock-Werzer
„Wir sind überzeugt, dass Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch sind“, so Semmelrock-Werzer. Dass das neue Gebäude nun erfolgreich eröffnet werden könne, sei eine Bestätigung für diesen Weg. „Es zeigt: Wenn man Initiative hat, kann man auch gegen den Trend schwimmen – und zum Beispiel im Stadtzentrum bleiben“, so die Sparkasse-Präsidentin. „Unsere ‚neue‘ Kärntner Sparkasse am Neuen Platz ist jetzt viel mehr als eine Bank – sie ist ein Ort der Begegnung für alle Menschen. Mit dem FLiP-Financial Life Park wird die so wichtige Finanz -
bildung für ein finanzfittes Leben gefördert.“
Feierliche Eröffnung
Zahlreiche namhafte Gäste, darunter die Vorstände der Kärntner Sparkasse Siegfried Huber, Michael Koren und Ulrike Resei sowie LH Peter Kaiser, Bürgermeister Christian Scheider, Superintendent Manfred Sauer und Bischof Josef Marketz wohnten der feierlichen Eröffnung am 12. September bei. LH Peter Kaiser schloss sich dem allgemeinen Lob über den geglückten Umbau an – Geschichtliches in Zukünftiges zu transformieren, sei im Umbau der Sparkassen-Zentrale zweifellos gelungen, so der Landeshauptmann. Die Eröffnungsreden wurden musikalisch herausragend von einem Quartett rund um Tonč Feinig umrahmt, im Anschluss öffneten sich die Türen für Kulinarisches von Hubert Wallner und Hausführungen für alle Interessierten. Dabei bot sich viel neuer Raum für das ein oder andere Gespräch – ganz im Sinne der zuvor gefallenen Worte von Architekt Roland Winkler: „Über Architektur redet man nicht – man redet in ihr.“ |
Um jungen Menschen die Jahrhundertchance Koralmbahn näher zu bringen, hat die Wirtschaftskammer Kärnten gemeinsam mit Expert:innen eine Schulunterlage entwickelt.
Mit der Eröffnung der Koralmbahn entsteht im Süden Österreichs zwischen Kärnten und der Steiermark der zweitgrößte Wirtschaftsraum des Landes: die AREA SÜD! Um jungen Menschen die Bedeutung dieser Entwicklung verständlich zu machen, hat die WK Kärnten gemeinsam mit Expert:innen eine neue, anschauliche Schulunterlage erarbeitet. Sie vermittelt Schüler:innen ökonomisches Grundwissen und zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Infrastruktur, Unternehmen und Arbeitsplätze zusammenhängen. Herwig Draxler, Leiter der WK-Wirtschaftspolitik: „Wir wollen Jugendlichen wirtschaftliche Zusammenhänge frühzeitig
näherbringen. Mit der AREA-SÜDSchulunterlage erhalten Lehrer:innen ein modernes Werkzeug, das Wissen nicht abstrakt, sondern anhand realer Entwicklungen vermittelt. So erkennen Schüler:innen, wie Wirtschaft in ihrer unmittelbaren Lebenswelt funktioniert und welche Rolle sie selbst dabei spielen.“
„Die Koralmbahn ist ein Jahrhundertprojekt. Kärnten und die Steiermark wachsen zusammen und bilden mit der AREA SÜD eine starke Region. Das bedeutet neue Chancen für Unternehmen, neue Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten – und vor allem neue Perspektiven für unsere Jugend. Wer die Grundlagen der Wirtschaft versteht, kann diese Chancen auch für sich selbst nutzen.“ |
Die ÖBB präsentierten ihren neuen Fahrplan, der ab 14. Dezember europaweit gilt. Das bringt noch nie dagewesene, attraktive Reisemöglichkeiten für Kärnten, die Steiermark und weit darüber hinaus.
Reisende profitieren von deutlich kürzeren Fahrzeiten und zusätzlichen Verbindungen „Die Koralmbahn bringt Regionen näher zusammen und verbindet Graz und Klagenfurt in nur 41 Minuten. Damit wird die Bahn zum schnellsten und gleichzeitig klimafreundlichsten Verkehrsmittel in den Süden – und leistet einen zentralen Beitrag zur Mobilitätswende, indem sie mehr Menschen eine attraktive, komfortable und nachhaltige Alternative eröffnet“, betont Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
„Die ÖBB weiten österreichweit ihr Angebot im Fernverkehr um ca. 30 Prozent aus und setzen damit einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der klimafreundlichen Mobilität. So erhöhen wir das Angebot zwischen Wien und Klagenfurt von zehn auf 26 Verbindungen täglich, und zwischen Wien und Graz bieten wir praktisch einen Halbstundentakt für unsere Fahrgäste. Wir haben das größte und beste Taktangebot – niemand fährt so oft in den Süden wie die ÖBB“, so ÖBB CEO Andreas Matthä.
Schneller, öfter, besser
Das Zugangebot wird massiv ausgebaut: Ein Halbstundentakt zwischen Wien und Graz, aus dem sich 33 tägliche Verbindungen ergeben, 29 Verbindungen pro Tag von Graz nach Klagenfurt, 26 Verbindungen von Wien nach Klagenfurt. Schnellere Direktverbindungen nach Italien – etwa mit dem RJX nach Triest und Venedig – attraktivieren das internationale Angebot. „Die Koralmbahn bringt nicht nur mehr Angebot, sondern auch deutlich kürzere Fahrzeiten. Unsere schnellsten Züge, die RJX, fahren zukünftig von Graz nach Klagenfurt in nur 41 Minuten. Auch die Reisenden nach Italien und Slowenien kommen durch die deutlich kürzeren Fahrzeiten schneller ans Ziel“, freut sich ÖBB CEO Andreas Matthä.
Mit der neuen Fahrplanoffensive profitieren Reisende von deutlich kürzeren Fahrzeiten: Wien – Klagenfurt wird um 45 Minuten schneller (nur noch 3:10 statt 3:55 Stunden). Aber auch Italien rückt näher: Ziele wie Venedig (7:10 statt 7:40 Stunden) und Triest (6:38 statt
„Die Koralmbahn bringt nicht nur mehr Angebot, sondern auch deutlich kürzere Fahrzeiten.“
ÖBB CEO Andreas Matthä
9:18 Stunden) sind von Wien ebenfalls deutlich rascher erreichbar.
Von Graz nach Klagenfurt in nur 41 Minuten
Mit der Eröffnung der Koralmbahn und der Einführung des neuen InterregioLiniennetzes erlebt der inneralpine Bahnverkehr einen enormen Aufschwung: Ab dem 14. Dezember fahren InterregioZüge (IR) im 1- bzw. 2-Stunden-Takt etwa zwischen Graz und Linz, Graz und Innsbruck sowie Graz und Maribor. Ab dem neuen Fahrplanjahr genießen Fahrgäste zudem einen Stundentakt zwischen Villach und Salzburg – ergänzt durch zahlreiche Direktverbindungen, die Graz, Villach, Salzburg und München noch näher zusammenrücken lassen. |
Die Interessen der Steirerin waren vielfältig – von Sprachen bis Naturwissenschaften – und sie entschied sich nach der Matura für die größere Herausforderung: ein Studium an der Technischen Universität Graz. Zu dieser Zeit betrug der Frauenanteil in der Fachrichtung zwischen zehn und 20 Prozent. Doch das stellte für sie kein Problem dar, sie fühlte sich sehr wohl in ihrem Studium und hatte auch später in diesem männerdominierten Bereich keine Schwierigkeiten, erzählt Schiavinato.
Zehn Jahre lang arbeitete sie als Statikerin in einem Ziviltechnikbüro, wo sie zum ersten Mal in Kontakt mit der Koralmbahn kam. Sie berechnete Brücken für die neue Strecke.
2012 bewarb sie sich auf eine offene Stelle bei den Österreichischen Bundesbahnen und kam nach Kärnten. Seit Jänner 2024 ist sie als Projektleiterin in der ÖBB Infrastruktur AG auch für das kom-
Die Frau hinter dem Jahrhundertprojekt
Sie hat den Blick fürs große Ganze und kennt jedes Detail. Christiane Schiavinato begleitet als Projektleiterin den Endspurt der Koralmbahn und bereitet sich schon auf weitere Bauaufgaben vor. Von Monika Unegg
plette „Jahrhundertprojekt“ Koralmbahn verantwortlich. Sie kennt es gut, hat es zuvor als Bauingenieurin begleitet und konnte bei der Teileröffnung des Abschnitts Kühnsdorf mitfeiern, als dieser Bereich im Dezember 2023 in Betrieb genommen wurde. „Das erste Glückserlebnis“, meint sie lachend.
„Ich mag die Vielfältikeit der Arbeit. Ich begleite die Bauprojekte von der ersten Idee bis zur Betriebsbewilligung.“ Christiane Schiavinato
In ihrer Funktion koordiniert Schiavinato alle Prozesse der Bauprojekte, beginnend bei der ersten Idee, über verschiedene Trassenvarianten, die Planung, die Behördenverfahren und Vergabe der Arbeiten bis hin zum Betriebsbewilligungsbescheid. Wenn sie über diese Tätigkeit
spricht, dann immer in der Wir-Form. „Unser Team setzt sich aus 30 Mitgliedern zusammen“, erzählt sie. Jeder hat seinen Teilbereich, bei ihr laufen die Fäden zusammen, sie hat die Koordination auch über die Arbeiten der externen Büros.
Gesamtkunstwerk
Dass ein solches Jahrhundertprojekt wie die Koralmbahn – eines der größten Bahninfrastrukturprojekte Europas mit einer Länge von 130 Kilometern, davon fast 33 Kilometer durch den sechstlängsten Eisenbahntunnel der Welt– genau in ihre Lebens- und Arbeitszeit fällt, weiß sie sehr zu schätzen. Doch das Gesamtprojekt Koralmbahn umfasst nicht nur die Gleisstrecke von Graz nach Villach, sondern ist der Kern eines komplexen Gesamtkunstwerks im öffentlichen Verkehr Kärntens.
Unter anderem müssen die Haltepunkte den neuen Zeiten angepasst werden. So wird derzeit der Bahnhof Villach umgebaut und modernisiert. Die Adap-
tierung erfolgt bis 2027 in Jahresschritten, Bahnsteig für Bahnsteig, um den laufenden Betrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Der Bahnhof Arnoldstein ist ein weiteres Teilprojekt, das 2020 begonnen wurde, und nach der Fertigstellung 2026 als moderne Mobilitätsdrehscheibe eine wichtige Rolle im nationalen und internationalen Zugverkehr spielen wird.
Darüber hinaus soll die Infrastruktur mit und auf den Zubringerlinien die Vision verwirklichen, in vielen Bereichen Kärntens möglichst rasch und einfach einen guten Bahnanschluss zur Verfügung zu haben. So steht unter anderem die Verbesserung der Strecke Villach –Spittal an der Drau und auf diesem Abschnitt die Modernisierung des Bahnhofs Rothenthurn auf dem Programm.
Tauernschleuse
Die Koralmbahn ist nicht Schiavinatos erstes Großprojekt, wenn auch das publikumswirksamste. Die Sanierung des ÖBB-Tauerntunnels zwischen Mallnitz und Böckstein, die nach einer achtmonatigen Sperre der Tauernschleuse im Juli abgeschlossen wurde, leitete sie ebenfalls. „Es ist wieder eine ganz andere Herausforderung, mit und in einem 125 Jahre alten Gewölbe zu arbeiten, als ein Neubau mit neuer Trassenführung“, erzählt sie. Hier war der Zeitdruck das Kriterium und es war der Spagat zu schaffen, die Schleuse so kurz wie möglich, aber so lange wie notwendig geschlossen zu halten und die Arbeiten zügig durchzuziehen.
Genau diese Vielfältigkeit der verschiedenen Aufgaben schätzt sie an ihrer Arbeit. Eintönig wird es nie, die Aufgaben ändern sich und die Partnerunternehmen, mit denen zusammengearbeitet wird, wechseln.
„Im
Jahr 2027 wird der Kärntner Abschnitt der Tauernschleuse saniert.“
Christiane Schiavinato
Die Sanierung der Tauernschleuse ist noch nicht zu Ende und sorgt dafür, dass Schiavinato auch nach Beendigung der Koralmstrecke genug zu tun haben wird. Wurde in diesem Jahr die Salzburger Seite als erste Etappe saniert, kommt 2027 der Kärntner Abschnitt dran.
Und das Planungsleben geht auch nach 2027 weiter. Da steht der Umbau der Bahnhöfe im Gasteinertal auf dem Programm. Wieder eine neue Aufgabe, an die Schiavinato mit gewohnter Begeisterung herangehen wird.
Die Frage, die zwar einem Vater nie, aber einer Mutter immer gestellt wird, wie sich vier Kinder – sie sind heute sieben, 16, 18 und 21 Jahre alt – mit ihrer Arbeit vereinbaren lassen und ließen, beantwortet sie lachend: „Mein Mann sagt immer, über mich steht nie was in den Zeitungsartikeln.“ Doch ohne seine Unterstützung wäre eine solche Karriere nicht möglich. |
Neue Verkehrsverbindungen – neue Chancen. Das Lavanttal hat sich in den vergangenen Jahren in allen Bereichen beachtlich entwickelt und rückt mit der Koralmbahn nun in den Mittelpunkt.
Wir hatten schon einmal eine massive Infrastruktur-Änderung mit dem Bau der A2, das brachte bereits damals einen riesigen Schub“, erzählt Regionalmanager Johannes Gastrager. „Und die Koralmbahn wird vergleichsweise die noch größeren Entwicklungschancen für die Region bringen“, glaubt er.
Das Regionalmanagement Lavanttal, im Eigentum der neun Lavanttaler Gemeinden, versteht sich als Motor für zukunftsorientierte Regionalentwicklung. Gemeinsam mit anderen regionalen Akteuren und Partnern werden Projekte und Maßnahmen in strategischen Schwerpunktfeldern entwickelt und umgesetzt.
Mit der Koralmbahn wird die Zukunftsregion Lavanttal zu einem der attraktivsten Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensräume auf der Südseite der Alpen mit besten Wohn- und Lebensbedingungen, mit attraktiven Arbeitgebern sowie Jobund Ausbildungsmöglichkeiten.
„Es geht nun darum, die Positionierung der Region zu schärfen und zu kommunizieren“, erläutert Gastrager die Pläne des Regionalmanagements. Eine Leitmotivkampagne wurde über den Sommer ausgearbeitet und wird sich an drei Zielgruppen in der Region und im Großraum Graz wenden. Einerseits sollen junge Menschen in der Region gehalten werden. Weiters sollen Lavanttaler:innen, die für
„Durch die Koralmbahn wird sich
die Region Lavanttal weiterentwickeln – als Wirtschaftsstandort und als Lebensraum“
Johannes Gastrager, Regionalmanager der Region Lavanttal
die Ausbildung oder Berufsausübung die Region verlassen haben, motiviert werden, zurückzukehren. „Als dritte Zielgruppe möchten wir Menschen von außen auf das Lavanttal aufmerksam machen“, erklärt Gastrager. Auf Facebook und Instagram sollen Testimonials die Vorzüge der Region präsentieren und erzählen, warum sie hier leben.
Technologiepark St. Paul
Bereits jetzt präsentiert zukunftlavanttal.at die Möglichkeiten der Region in den Bereichen Bildung, Arbeiten und Leben.
Eine Maßnahme war auch eine große Lehrlingsoffensive in den Jahren 2023/24. Auf lehrlinge.zukunftlavanttal.at werden mehr als 100 Lehrberufe, in denen Lavanttaler Betriebe ausbilden, vorgestellt.
Großes Potenzial für die gesamte Region birgt der geplante Technologiepark in St. Paul. Die BABEG will mit Partner:innen in der Region in Nähe des Koralmbahn-Bahnhofs einen großen Technologiepark entwickeln, den dritten in Kärnten, und hier die Bereiche Forschung, Bildung und Wirtschaft abbilden. Die Forschung soll sich auf smarte Materialien und Kreislaufwirtschaft konzentrieren.
FH Extended
Auch als Ausbildungsstandort wird das Lavanttal einen Aufschwung erleben. Durch die FH Extended, eine Kooperation der Fachhochschule Villach mit dem Lavanttaler Unternehmen PMS Elektro- und Automationstechnik GmbH, können Studierende aus der Region Lavanttal berufsbegleitend die Bachelor-Studien „Systems Engineering“, „Maschinenbau“ und „Wirtschaftsingenieurwesen“ absolvieren. Dabei werden ausgewählte Lehrveranstaltungen in den Räumlichkeiten der FH Kärnten am Gelände der PMS Group abgehalten und weitere Lehrveranstaltungen per →
„Die Koralmbahn wird zu einer starken Positionierung unseres regionalen Innovationsknotens beitragen.“
Wolfgang Sattler, Geschäftsführer der PMS Technikum Lavanttal GmbH
Videokonferenz live in die Unterrichtsräume der PMS übertragen. Die restlichen Unterrichtseinheiten besuchen die Lavanttaler Studierenden am FH Campus Villach, wo diese berufsbegleitenden Studien angeboten werden.
„Das Modell ,FH extended‘ bringt bereits eine große Flexibilität und Zugänglichkeit für berufsbegleitende Studien. Die Koralmbahn wird das weiter verbessern, die Reichweite erhöhen und damit zu einer starken Positionierung unseres regionalen Innovationsknoten ,Bildung/ Studium – Innovation – Gründung‘ beitragen“, sagt Wolfgang Sattler, Geschäftsführer der PMS Technikum Lavanttal GmbH.
Er rechnet damit, dass sich mittelfristig entlang der Koralmbahn neue Unternehmen ansiedeln werden. „Aus ihren spezifischen Anforderungen werden sich neue inhaltliche Schwerpunkte für Studium und Innovation ergeben – ein dynamischer Kreislauf, der die gesamte Region nachhaltig weiterbringen wird“, freut sich Sattler. |
Investoren willkommen heißen
Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn tritt der Logistikstandort Fürnitz in eine neue Dimension der internationalen Vernetzung ein.
„Die Drehscheibenfunktion im Alpen-Adria-Raum kann durch das Zusammenrücken europäischer Wirtschaftsmetropolen weiter ausgebaut werden“, erklärt Andreas Pichler, Geschäftsführer der Logistik Center Austria Süd GmbH (LCAS) in Fürnitz. Die LCAS wurde von ihren Eigentümern, der K-BV Kärntner Beteiligungsverwaltung und der ÖBB-Infrastruktur AG, zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung des Areals am internationalen Eisenbahnknoten Fürnitz–Villach eingerichtet. Dank der vereinbarten aktiven Kooperation der öffentlichen Partner ÖBB, Land Kärnten, BABEG, K-BV und Stadt Villach, die der LCAS den Zugriff auf zentrale Flächen im Areal zur Betriebsansiedlung ermöglicht, wurde die Basis für die Vermarktung an strategisch festgelegte Unternehmen beziehungweise Branchen geschaffen. Die aktuelle Herausforderung der LCAS bestehe nun in der Arrondierung der Grundstücke zur Schaffung attraktiver Ansiedlungsflächen für logistische Unternehmen, führt Pichler aus.
„Die Sicherung großer, zusammenhängender Industrie- und Logistikflächen von ca. zehn Hektar – auch durch gezielte Arrondierungskäufe –ist für einen späteren Ansiedlungserfolg von zentraler Bedeutung. Um im Wettbewerb mit anderen Regionen bestehen zu können, gilt es, potenzielle Investoren besonders willkommen zu heißen und ihnen optimale Rah -
„Der historisch gewachsene Logistikstandort Fürnitz tritt in eine neue Dimension der internationalen Vernetzung ein“
Andreas Pichler, Geschäftsführer des LCAS
menbedingungen zu bieten“, bekräftigt der LCAS-Geschäftsführer.
Neben den geeigneten Flächen spielen auch kurze Genehmigungswege, effiziente Behörden, „One-Stop-Shop“Lösungen, die rechtliche Sicherheit und eine entsprechende Kostenstruktur eine Rolle.
Ein wesentlicher Punkt sei auch die Infrastruktur, so Pichler. Daher sollen die am LCAS-Areal vorhandene Verkehrs- und Terminalinfrastruktur sowie die infrastrukturelle Erschließung von Strom, Gas, Fernwärme, Wasser und die öffentliche Erreichbarkeit für Mitarbeiter:innen weiter optimiert und entwickelt werden.
„Nur durch gezielte strategische Planung, insbesondere bei der vorausschauenden Flächenentwicklung, lässt sich das volle Entwicklungspotenzial in Fürnitz realisieren und Kärnten kann die Chance des Jahrhundertprojekts Koralmbahn nutzen“, so der LCAS-Geschäftsführer. |
INTERVIEW
mit WK-Präsident Jürgen Mandl
AREA Süd: Der Süden Österreichs rückt zusammen
Am 14. Dezember wird die Koralmbahn eröffnet – ein Jahrhundertprojekt, das die Landeshauptstädte von Kärnten und der Steiermark in weniger als 45 Minuten miteinander verbindet.
Im Interview spricht WK-Präsident
Jürgen Mandl über den neuen ÖBBFahrplan, den IC-Halt in Kühnsdorf, die Bedeutung der AREA Süd für Betriebe und Fachkräfte – und warum die Politik jetzt entschlossen handeln muss.
advantage: In wenigen Wochen geht die Koralmbahn in Betrieb. Was bedeutet das für Kärnten?
Jürgen Mandl: Die Koralmbahn ist weit mehr als nur ein neues Verkehrsmittel. Sie ist das Rückgrat eines neuen Wirtschaftsraums, der AREA Süd, mit 1,8 Millionen Menschen, 120.000 Unternehmen und 730.000 Beschäftigten. Klagenfurt und Graz rücken auf eine Distanz von nur 45 Minuten zusammen. Dadurch ergibt sich eine völlig neue Mobilitätsqualität und es eröffnen sich Chancen, wie wir sie noch nie hatten. Aber: Diese Chancen müssen wir aktiv nutzen – sonst ziehen sie an uns vorbei.
Die ÖBB hat kürzlich den neuen Fahrplan vorgestellt. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Punkte?
Mit dem Fahrplan wird sichtbar, was dieses Jahrhundertprojekt konkret bringt: Graz und Klagenfurt sind künftig so gut verbunden wie nie zuvor. Es wird 29 tägliche Verbindungen pro Richtung geben –ab März kommen fünf weitere von der Westbahn hinzu. Durch den Wettbewerb zwischen den beiden Anbietern erwarten wir deutlich bessere Angebote für alle
Fahrgäste. Erfreulich ist auch, dass sich die Fahrzeit nach Wien von knapp vier Stunden auf etwas mehr als drei Stunden verkürzt. Und auch hier ist das Angebot mit 26 statt bisher zehn Zügen pro Tag und Richtung deutlich attraktiver. Außerdem erschließt der neue IC-Halt in Kühnsdorf das gesamte Südkärntner Seengebiet. Ein Erfolg, für den wir lange gekämpft haben. Damit wird klar: Die Koralmbahn ist kein Prestigeprojekt, sondern sie verändert den Alltag tausender Pendler:innen, Studierender und Unternehmer:innen.
Welche Bedeutung hat die Koralmbahn für die Wirtschaft?
Sie verkürzt generell die Wege. Tagesausflüge von Graz an den Wörthersee oder in die Kärntner Berge werden dadurch zur Selbstverständlichkeit. Dadurch ergeben sich völlig neue Chancen für den Tourismus, von denen Gastronomie, Handel und Freizeitwirtschaft direkt profitieren. Gleichzeitig bedeutet die Koralmbahn für die Betriebe eine größere Reichweite, attraktivere Standorte und eine bessere Fachkräftemobilität. Die AREA Süd stärkt Innovation und ist damit wirklich eine Jahrhundertchance.
Und beim Güterverkehr?
Da liegt noch einiges vor uns. Für eine starke AREA Süd brauchen wir ein leistungsfähiges Logistiknetzwerk. Der Ausbau des Logistikzentrums Fürnitz ist überfällig, denn die Verzögerungen durch
„Jetzt geht es darum, die Weichen zu stellen –für Betriebe, für Fachkräfte, für die nächste Generation.“
Jürgen Mandl
die ÖBB sind ein Standortnachteil. Ebenfalls wichtig ist auch der neue Güterverladebahnhof in Kühnsdorf, der für die dort ansässigen großen Unternehmen und die Forstwirtschaft von Bedeutung ist. Wichtig ist für uns: Wenn wir Güterströme nach Triest und ins Baltikum über Kärnten leiten, können wir Wertschöpfung ins Land holen, statt sie vorbeiziehen zu lassen.
Was erwarten Sie sich von Politik und Entscheidungsträgern?
Die Koralmbahn ist kein Selbstläufer. Wir brauchen eine mutige Standortpolitik, klare Flächenstrategien und Investitionen in die regionale Infrastruktur. Andere Regionen sind hier schon viel weiter. Kärnten darf diese Jahrhundertchance nicht mit einer abwartenden Haltung verspielen. Jetzt geht es darum, die Weichen zu stellen – für Betriebe, für Fachkräfte, für die nächste Generation.
Ihr Ausblick wenige Wochen vor dem Start?
Die Zukunft in der neuen AREA Süd mit kurzen Distanzen und vielen Möglichkeiten beginnt jetzt. Wir haben Jahrzehnte auf dieses Projekt gewartet. Jetzt liegt es an uns, daraus das Beste zu machen –nicht nur für die Wirtschaft, sondern für die gesamte Region. |
Gemeinsam auf Schiene
Die Koralmbahn als Wirtschaftsmotor der AREA SÜD: Dieser Thematik widmeten sich WKO-Vertreter:innen aus Kärnten und der Steiermark im Rahmen eines Vernetzungstreffens. Von Anja Fuchs
„Die Koralmbahn ist weit mehr als ein neues Verkehrsmittel – sie ist ein Jahrhundertprojekt mit enormer Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft unserer Region.“
Gerhard Oswald, WKO-Bezirksstellenobmann Wolfsberg
„Mit bis zu zehn täglichen Verbindungen der Westbahn und bis zu acht IntercityHalten der ÖBB wird der Bahnhof KühnsdorfKlopeiner See zum neuen Mobilitätsknoten.“
Rudolf Bredschneider, WKO-Bezirksstellenobmann Völkermarkt
In nur 45 Minuten von Graz nach Klagenfurt und umgekehrt – was bisher Zukunftsdenken war, ist in wenigen Wochen Realität. Die Koralmbahn steht kurz vor der Fertigstellung und biegt nach drei Jahrzehnten Bauzeit am 14. Dezember 2025 in die Zielgerade ein. Damit startet ein neues Kapitel für Kärnten und die Steiermark, die durch die neue Hochleistungsstrecke noch näher zusammenrücken. Der Koralmtunnel verbindet künftig mehr als eine Million Menschen – und schafft so die Basis für die zweitgrößte Wirtschaftsregion Österreichs: die AREA SÜD.
Beim sommerlichen Vernetzungstreffen der Bezirks- und Regionalstellenobleute der Wirtschaftskammern Völkermarkt, Wolfsberg, St. Veit, Deutschlandsberg, Murau-Murtal und Voitsberg wurde einmal mehr deutlich: Die Koralmbahn ist weit mehr als ein Infrastrukturprojekt – sie ist Symbol für Aufbruch und Zusammenarbeit. Das Treffen diente dazu, den Austausch der südlichen Bezirke entlang der Koralmbahn weiter zu vertiefen und gemein same Wirtschaftsprojekte anzustoßen. Die Mission der AREA SÜD: Business Matching, Kooperationen und ein abgestimmtes Vorgehen, um die Potenziale der Hochleistungsstrecke rasch zu nutzen. Erste umsetzbare Ideen liegen bereits vor.
Bewusstsein schaffen
In einem Aspekt waren sich die Teilnehmer:innen einig: Auch wenn die Koralmbahn technisch bereitsteht, herrscht in kommunikativer Hinsicht noch Aufholbedarf. Denn in der breiten Öffentlichkeit sei der Begriff AREA SÜD noch
zu wenig verankert: „Die Verbindung zwischen dieser Marke und der Koralmbahn ist in den Köpfen der Menschen noch nicht angekommen. Wir müssen sie mitnehmen und ihnen ermöglichen, die AREA SÜD zu erleben und sich damit zu identifizieren.“
In konzentrierten Arbeitsrunden diskutierten die Vertreter:innen beider Bundesländer über gemeinsame Strategien. „Nur wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir das volle Potenzial dieser neuen Verbindung ausschöpfen“, lautete der Tenor.
Von der Vision zur europäischen Zukunft
Die WKO-Bezirks- und Regionalstellenobleute sehen der Eröffnung der Hochleistungsstrecke mit Freude entgegen. Gerhard Oswald, WKO-Bezirksstellenobmann in Wolfsberg: „Die Koralmbahn ist weit mehr als ein neues Verkehrsmittel – sie ist ein Jahrhundertprojekt mit enormer Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft unserer Region.“ Indem Wolfsberg und der gesamte Bezirk dadurch näher an die Zentren Graz und Klagenfurt rücken, eröffnen sich neue Perspektiven für Betriebe und Arbeitnehmer:innen. „Für Unternehmen bedeutet das eine bessere Anbindung an Märkte, kürzere Wege für Kund:innen und Partnerbetriebe sowie attraktivere Rahmenbedingungen fürInvestitionen.“ In der höheren Lebensqualität erkennt Oswald auch Chancen, dass mehr junge Menschen in der Region bleiben.
Manfred Kainz, WKO-Regionalstellenobmann Deutschlandsberg, erinnert sich an die frühen 1990er-Jahre, als die Forde-
rung nach dem Koralmtunnel noch als unrealistisch galt. „Jetzt starten wir in eine europäische Zukunft. Durch regionale Aktionen, wissenschaftliche Studien und rührige Menschen in der Steiermark und Kärnten, speziell die Wirtschaftskammern Steiermark und Kärnten und Bürgermeister der AREA SÜD, wurde intensiv an der Zukunft für die 1,1 Mio. Menschen in der neu entstandenen Agglomeration gearbeitet“, lobt er und merkt an: „Dabei ist es unsere Aufgabe, wenn möglich den gesamten AlpenAdria-Raum mit Slowenien, Nord ostitalien und Kroatien zu stärken und im Sinne Europas auszubauen.“
Südkärnten als Drehscheibe
Auch in Südkärnten bringt die Koralmbahn entscheidende Veränderungen. Rudolf Bredschneider, WKO-Bezirksstellenobmann in Völkermarkt, sieht im neuen Fernverkehrshalt in Kühnsdorf am Klopeinersee einen bedeutenden Meilenstein, durch den der südliche Teil des Bundeslandes näher an die großen Wirtschaftszentren Österreichs heranrückt.
„Mit rund 40.000 Menschen ist Südkärnten keine Randnotiz, sondern ein Standort mit Potenzial. Die Anbindung über die Koralmbahn eröffnet sowohl neue Perspektiven für den Tourismus als auch für die Wirtschaft und die Lebensqualität
unserer Region“, ist Bredschneider überzeugt. Der Bahnhof werde zu einer zentralen Drehscheibe im Süden – ein „echter Impuls für die AREA SÜD“.
Für Norbert Steinwidder, WKORegionalstellenobmann der Bezirke Murau-Murtal, ist klar, dass die Koralmbahn allein nicht genügt. Zwar eröffne sie jungen Menschen „bessere Zugangsmöglichkeiten zu Arbeitsplätzen und Bildungsangeboten“, ohne den Wohnort verlassen zu müssen. Notwendig sei jedoch auch der weitere Ausbau der Straßeninfrastruktur, „um die regionale Wirtschaftsachse Steiermark – Kärnten nachhaltig zu stärken und Mobilität sicher und effizient zu gestalten. Gleichzeitig gilt es, attraktive Begleitprojekte zu entwickeln, die den Mehrwert der Koralmbahn für unsere Region sichern können,“ hält Steinwidder fest.
Motor für Zusammenarbeit
Die Stimmen aus Kärnten und der Steiermark machen klar: Die Koralmbahn ist nicht nur ein infrastrukturelles Jahrhundertprojekt, sondern auch ein Motor für die Zusammenarbeit der beiden Bundesländer. Mit der AREA SÜD entsteht eine gemeinsame Marke, die den Süden Österreichs als Standort stärkt und als Wirtschaftsregion sichtbarer macht. |
„Es ist unsere Aufgabe, wenn möglich den gesamten Alpen AdriaRaum mit Slowenien, Nordostitalien und Kroatien zu stärken und im Sinne Europas auszubauen.“
„Der zweitgrößte Wirtschaftsraum Österreichs wird jungen Menschen bessere Zugangsmöglichkeiten zu Arbeitsplätzen und Bildungsangeboten bieten, ohne dafür ihren Wohnort aufgeben zu müssen.“
Neben Erfolgen im Wettkampf überzeugt der KLC Tennis durch ein geselliges Miteinander und engagierte Jugendarbeit.
Der Klagenfurter Tennisclub KLC Tennis blickt zufrieden auf die vergangene Saison zurück. In diversen Wettkämpfen wurden sehr gute Leistungen erzielt – etwa in der Landesoder Bundesliga. Besonders erfolgreich waren die Jugendlichen in der Kärntner Meisterschaft: Hier konnten in allen Altersklassen (u12, u14, u16 und u18) Siege gefeiert werden.
Gelebter Zusammenhalt
Abseits von Wettbewerben und Trainings wird beim KLC Tennis auch der Team -
geist groß geschrieben. „Das Besondere an unserem Verein ist das Familiäre –auch wenn wir ein großer Verein sind, ist uns ein harmonisches Miteinander sehr wichtig“, betont Obfrau Christine Keim, die im Jänner 2025 auf den ehemaligen Obmann Otto Gipfler folgte. Diese Gemeinschaft zeigte sich kürzlich auch beim Sommerfest, das trotz Regen gut besucht war und sich damit in die sommerlichen Erfolge des KLC Tennis einreiht. |
WISSENSWERT
Der KLC Tennis spielt im Sommer auf 13 Plätzen und im Winter in der 2023 eröffneten Traglufthalle mit drei Plätzen. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen!
Mehr Infos: klc-tennis.at →
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INTERVIEW
mit Peter Oraže, Leiter der Druckerei Hermagoras/Mohorjeva in Klagenfurt
Die Faszination des Analogen in digitalen Zeiten
Hermagoras-Druckereileiter Peter Orazˇe über Herausforderungen und Chancen des Druckereigeschäfts in der Digitalisierung.
advantage: Die Druckerei Hermagoras gibt es seit über 150 Jahren. Wie verändert sich das Druckereigeschäft im Zuge einer immer rasanteren Digitalisierung?
Peter Oraže: Auch im Druckereibereich entwickelt sich die Digitalisierung ständig weiter. Im Digitaldruck gibt es heute bereits Maschinen, die alles in einem drucken können – ob es um eine Veredelung geht, um falzen oder stanzen. Wir arbeiten daran, auf diesen Zug aufzuspringen. Mit der Weiterentwicklung und Automatisierung wird in Zukunft die menschliche Arbeitskraft weniger gebraucht oder sogar ersetzt. Das ist die Herausforderung, die uns bevorsteht.
Hermagoras ist seit Langem im Buchdruck verankert. Wie ordnen Sie den Stellenwert analoger Print-Produkte im digitalen Zeitalter ein? Was kann ein Buch oder eine Zeitschrift, was ein Bildschirm nicht kann?
Der Unterschied ist: Man hält einfach etwas in der Hand, und es fühlt sich beim Lesen viel besser an, als wenn ich vor einem Bildschirm sitze. Die Haptik spielt
hier eine große Rolle. Und wenn man den Prozess im analogen Druck kennt, vom Setzen am Anfang über den Druck bis zur Endverarbeitung, und dann das fertige Produkt sieht – das ist phänomenal. Das ist etwas ganz Anderes, als es digital zu lesen.
Wie läuft der Druckprozess ab?
Wir bekommen die meisten Druckdateien als PDF-Datei, obwohl wir auch die graphische Gestaltung und den Umbruch im Haus anbieten. Die Datei wird dann von unserer Druckvorstufe gecheckt. Als nächstes werden die Druckplatten belichtet und danach erfolgt der Druck, und schließlich geht es in die Endverarbeitung, zum Falzen und dann natürlich zum Buchbinder. Wenn man die Kund:innen einlädt, beim Andruck dabei zu sein, sind alle vom Druckprozess und der Druckqualität hellauf begeistert.
Wie sehen Sie die nähere
Zukunft Ihres Verlages?
Was wünschen Sie sich?
Wir haben heuer eine wirtschaftlich herausfordernde Phase; da heißt es jetzt einfach, diese Zeit gut durchzustehen. Sparen ist auch bei uns ein Thema, so wie
„Wir sollten uns darüber klar werden, dass wir nur gemeinsam etwas schaffen und die Kärntner Wirtschaft gut weiterentwickeln können.“
Peter Oraže
überall. Die Konkurrenz ist groß, und unsere Druckerei kann nur überleben, wenn wir schlank aufgestellt sind. Zusätzlich versuchen wir, in allen Abläufen Prozesse zu optimieren. Wir hoffen, dass es 2026 in der Wirtschaft zu Besserungen kommen wird. Im Frühjahr ist eine Investition geplant, mit der wir in Sachen Digitalisierung den nächsten Schritt machen. Auch in der Vermarktung haben wir einiges geplant. Aktuell stehen wir etwa im Austausch mit vielen Kärntner Gemeinden und bieten ihnen in einen umfassenden Drucksortencheck an.
Allgemein wäre wünschenswert, dass sich – gerade im Vorfeld der Koralmbahn-Eröffnung – die Entscheidungsträger:innen zusammensetzen und wirklich alle an einem Strang ziehen. Wir sollten uns darüber klar werden, dass wir nur gemeinsam etwas schaffen und die Kärntner Wirtschaft gut weiterentwickeln können. Und dabei sollte auch auf die Kleinbetriebe geschaut werden, nicht nur auf die Global Player. |
LAND LEUTE LEBEN
G’schichteln, Geschichten und Geschichte aus der heimischen Wirtschaftswelt,
Das Team von Duschanek in Villach begrüßt Sie ab sofort im asut-Look: Slobodan Todorovic, Peter Ranner, Leo Vilus, Hubert
Duschanek wird asut:
Neuer Name, bewährtes Team
Grazer Anwalt prüft Kreditgebühren kostenlos
Verbraucheranwalt Andreas Hörmann nimmt nach dem OGHUrteil zur Unzulässigkeit von Kreditbearbeitungsgebühren nun Kreditverträge unter die Lupe. Er bietet eine kostenlose Ersteinschätzung für Betroffene an. Ziel ist es, unrechtmäßige Klauseln aufzudecken und mögliche Rückforderungen einzuleiten. Kontakt und Infos: www.rechtsanwalt.law | 0680 4013785.
Der Villacher IT-Dienstleister Duschanek firmiert ab sofort unter der Marke asut computer – am selben Standort, mit dem gewohnten Team und Service. „Für unsere Kunden ändert sich im Alltag nichts. Es ist eine strategische Entscheidung“, erklärt Geschäftsführer Siegfried Arztmann. Neu ist das erweiterte Leistungsspektrum: Neben Drucklösungen und Vor-Ort-Service bietet asut nun auch Netzwerktechnik, Sicherheitslösungen und IT-Beratung. Standortleiterin Sabine Wirth betont: „Hinter den Kulissen arbeiten wir schon lange zusammen – jetzt machen wir das sichtbar.“ Auch innovative Eigenentwicklungen wie die Zeiterfassungssoftware Timework oder der Check-inAutomat Check-InGo entstehen gemeinsam mit Kunden. „Unsere Lösungen sind praxisnah und individuell anpassbar“, so asut-GF Michael Szirch. Mit dem neuen Auftritt setzt asut ein Zeichen für Kontinuität, Kundennähe und zukunftsorientierte IT-Kompetenz.
Mit SolMate 3 bringt die Grazer Firma EET den ersten intelligenten Plug-and-Play-Stromspeicher für Balkonkraftwerke auf den Markt. Das Gerät lässt sich einfach in die Steckdose stecken und nutzt die patentierte SolBrain-Technologie, um den Stromverbrauch automatisch zu erkennen und bedarfsgerecht zu steuern. Entwickelt in Österreich, erfüllt der Speicher höchste EU-Sicherheitsstandards und kommt mit 15 Jahren Garantie. Dank IP65-Schutz ist er wetterfest und ganzjährig einsatzbereit. Kompatibel mit bestehenden PV-Anlagen. Mehr Details: www.eet.energy
Privatbrauerei Hirt setzt auf EMobilität
Zum 755-jährigen Jubiläum stellte die Privatbrauerei Hirt ihre PKWFlotte auf 18 vollelektrische CUPRA Tavascan um – ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität. Die E-Fahrzeuge werden mit eigenem Sonnenstrom geladen und verbinden modernes Design mit ökologischem Anspruch. Möglich wurde der Umstieg durch starke Partnerschaften mit Porsche und Auto Eisner. Für Geschäftsführer Niki Riegler ist Mobilität „Teil einer verantwortungsbewussten Unternehmensidentität“.
Celtic Churchday begeistert mit irischkärntnerischer Magie
Nach zweijähriger Pause kehrte der Rettl Romantik Kirchtag als „Celtic Churchday“ fulminant zurück – mit über 350 Gästen im McMullen Irish Pub. Mode, Musik, Irish Dance, Whisky und Stars wie Franz Klammer und Buzgi machten den Abend unvergesslich. Die Rettl All Stars, Irish-Weltmeister und eine Whiskyverkostung sorgten für Begeisterung bis spät in die Nacht – ein Fest der Freundschaft, Vielfalt und Lebensfreude.
Save the Date: Zero Project Unternehmensdialog 2025
Das Impulsformat für Unternehmen zeigt am 26. November einmal mehr, wie Vielfalt Arbeitswelten stärkt und wie berufliche Inklusion gelingt.
Noch immer wird die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen oft als soziales Projekt gesehen statt als wirtschaftliche Chance. Seit 2017 schafft der Zero Project Unternehmensdialog in diesem Bereich mehr Bewusstsein – indem er sichtbar macht, welchen Mehrwert berufliche Inklusion für Arbeitgeber:innen bringt und unter welchen Rahmenbedingungen sie optimal funktionieren kann.
„Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen kann gerade in herausfordernden Zeiten den Zusammenhalt im Unternehmen stärken und einen positiven Beitrag zur Unternehmenskultur leisten, was sich letztlich in einem Mehrwert für alle Beteiligten zeigt.“
Andreas Jesse, Geschäftsführer autArK
Impulse aus gelebter Praxis
Der Zero Project Unternehmensdialog 2025 in Kärnten findet unter dem Motto „Der Mehrwert von Inklusion in wirtschaftlich turbulenten Zeiten” statt. Das Sensibilisierungsformat bietet Unternehmen kostenlos die Möglichkeit, sich mit dem Thema Inklusion am Arbeitsmarkt vertraut zu machen, offene Fragen zu klären und mögliche Vorbehalte gegenüber der Beschäftigung von Men -
schen mit Behinderungen abzubauen. Wie berufliche Inklusion in der Praxis funktioniert, zeigen Good Practice-Beispiele von Betrieben verschiedenster Branchen, die als Vorreiter:innen in diesem Bereich vorangehen.
Botschaft für Unternehmen
Wie große Herausforderungen eine Persönlichkeit formen und diese wiederum die Basis für Erfolg darstellen, vermittelt Lukas Müller in seiner Keynote „Vom Hinfallen und Wiederaufstehen. Was Unternehmen in wirtschaftlich turbulenten Zeiten davon lernen können.“ Das Leben des ehemaligen Spitzensportlers änderte sich 2016 durch einen Sturz beim Skifliegen am Kulm abrupt. „Trotz Querschnittslähmung kam ein Leben ohne Berufstätigkeit für mich nie in Frage –selbst als Mensch mit Behinderung. Diese Botschaft möchte ich an Unternehmen weitergeben, denn nach jedem Rückschlag erfolgt auch wieder ein Aufschwung. Dass Menschen mit Behinderungen dabei einen wertvollen Beitrag liefern können, steht außer Frage – und ist obendrein wirtschaftlich sinnvoll,“ so Müller.
Initiiert wird die achte Auflage des erfolgreichen Formates von der Essl Foundation und der autArK Sozialen
Dienstleistungs-GmbH in Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten, dem Sozialminsteriumservice – Landesstelle Kärnten, dem AMS Kärnten, der WK und IV Kärnten und weiteren Partner:innen und Sponsor:innen. |
WEITERE INFOS
Zero Project Unternehmensdialog 2025
Wann: 26. November 2025, 16 bis 18 Uhr Wo: 9020 Klagenfurt, Spiegelsaal, Amt der Kärntner Landesregierung, Arnulfplatz 1 Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen unter: E: unternehmensdialog@ autark.co.at oder T: 0463 59 72 63
NEBA Betriebsservice
Potenziale von Menschen mit Benachteiligungen und/oder Behinderungen erkennen und für Ihr Unternehmen nutzen.
Das NEBA Betriebsservice von autArK ist der One-Stop-Shop bei allen Fragen zum Thema „Arbeit für Menschen mit Benachteiligungen/Behinderungen“. Kostenlos & Kärntenweit.
Ihre Benefits:
✓ Informationen zur Ausgleichstaxe und zu rechtlichen Rahmenbedingungen
✓ Förderberatung
✓ Individuelle Arbeitsplätze gestalten
✓ Koordinieren von Recruitingprozessen
✓ Unterstützung bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen
Digitale Außenwerbung ist eines der sichtbarsten Beispiele dafür, wie Digitalisierung und KI die Kommunikation verändern. Für heimische Unternehmen eröffnet sie enorme Chancen, weiß Sebastian Lanner, Geschäftsführer von LANNER Media.
Die Werbebilanz 2024 hat laut Focus Media Research einen klaren
Top-Performer: Den Bereich Außenwerbung, der in Österreich mit 338 Mio. Euro Bruttoumsatz ein Plus von gut elf Prozent im Vergleich zu 2023* aufweist. Speziell Digital out of Home (DOOH) boomt und ist der zentrale Treiber moderner Markenkommunikation. Wie heimische Unternehmen davon profitieren können, weiß Sebastian Lanner, Geschäftsführer von LANNER Media.
advantage: Was macht Digital out of Home zu einem Paradebeispiel für die Chancen von Digitalisierung und KI?
Sebastian Lanner: Digitale Außenwerbung spricht zunehmend die Sprache des Digital Marketings. Sie funktioniert über Programmatic Advertising ähnlich wie Online-Kampagnen: Die Abrechnung erfolgt pro Ausspielung, Zielgruppen lassen sich über Datenanreicherung präzise ansprechen, und die Ergebnisse sind
messbar. Damit rückt DOOH immer näher an die Tools und Denkmuster heran, die Digital Marketer kennen – nur eben mit der Stärke, Menschen direkt im öffentlichen Raum zu erreichen. Durch die Digitalisierung von Außenwerbung haben KMUs heute dieselben Möglichkeiten wie Konzerne, aber mit einem regionalen Ansprechpartner vor Ort.
Warum ist digitale Außenwerbung für Unternehmen in Kärnten und der Steiermark ein besonderer Hebel?
Out-of-Home wird das letzte echte Massenmedium bleiben. Während klassische Kanäle wie TV und Tageszeitungen in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen rapide an Bedeutung verlieren, wächst die Relevanz von DOOH. In Kärnten sind wir der einzige Anbieter, der digitale Außenwerbung flächendeckend in Ballungszentren, Bezirkshauptstädten und bis in die Peripherie anbieten kann. In der Steiermark und österreichweit haben wir mit monitorwerbung ein Netzwerk aufgebaut, das uns für Marken wie SPAR, Coca-Cola, A1 oder BMW interessant macht. Gleichzeitig sind wir das einzige Unternehmen im DOOH-Bereich, das zu 100 % in österreichischem Eigentum steht – die gesamte Wertschöpfung bleibt im Land.
Viele Unternehmen wollen aber mehr Kontrolle über ihre Kommunikation.
Genau das schaffen Digital Signage Lösungen wie Schaufenster Screens oder LED Walls am eigenen Standort. Dort können Inhalte tagesaktuell gesteuert und sogar dynamisch personalisiert werden. Durch die Anbindung an Datenquellen lassen sich Inhalte automatisiert
„Digitale Außenwerbung ist das letzte echte Massenmedium – und zugleich der zentrale Treiber moderner Markenkommunikation.“
Sebastian Lanner,
Geschäftsführer
LANNER Media
aktualisieren, ohne zusätzlichen Aufwand. Das ist Digitalisierung im besten Sinn: weniger manuelle Arbeit, mehr Präzision.
Und welche Rolle spielt dabei KI?
KI wird zum Gamechanger: Bei der Auswahl der Zielgruppen, bei der Optimierung von Inhalten und bei der Wirkungsmessung. Schon heute analysieren Algorithmen, welche Spots besonders auffallen. In Zukunft werden KI-gestützte Systeme noch stärker entscheiden, welche Inhalte wann und wo am besten wirken.
Was lässt sich daraus für heimische Unternehmen ableiten?
Die Daten zeigen sehr deutlich, dass digitale Außenwerbung an Bedeutung gewinnt. Screens werden als selbstverständliche und vor allem als sehr sympathische Kommunikationsplattform wahrgenommen. Wer heute in eigene Lösungen investiert, kann diesen Rückenwind nutzen. Und zwar nicht nur zur Stärkung der eigenen Marke sondern, je nach Standort, auch durch die Vermarktung dieser Flächen. |
WISSENSWERT
Was bedeutet Programmatic Advertising für Digital Out Of Home? Darunter versteht man die automatisierte Einbuchung auf Werbeflächen wie LED Walls und Screens – ähnlich wie im Digital Marketing. Statt fixe Werbeplätze zu schalten, werden Inhalte in Echtzeit datenbasiert ausgespielt – gesteuert nach Zielgruppen, Tageszeit, Standortumkreis oder Wetter. Warum ist das relevant?
Das Team des Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) ist in ganz Kärnten unterwegs und berät Unternehmen direkt vor Ort.
Mit der Initiative „KWF on the road | Kärnten ist unser Büro“ setzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KWF auf Kundenorientierung und besuchen Unternehmen vor Ort, um deren Bedürfnisse besser zu verstehen und eine zielgerichtete Unterstützung anzubieten. »Wir beraten die Kärntner Unternehmerinnen und Unternehmer auch direkt in ihrem Betrieb. Durch das persönliche Gespräch bieten wir eine individuelle Unterstützung an, die weit über unser Förderungsportfolio hinausgeht.
KWF-Vorstand
Zudem denken wir für unsere Kunden über den KWF und unsere Produkte hinaus. Wir kennen auch die bundesweiten Förderungsprodukte, beispielsweise der Austria Wirtschaftsservice (aws) und Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und finden gemeinsam die beste Lösung«, betont KWF-Vorstand Roland Waldner. Zudem informiert das Team des KWF bis Jahresende in regelmäßigen Abständen in einer anderen Region über die vielfältige Palette an Beratungsund Unterstützungsangeboten des KWF und leistet eine individuelle Hilfestellung und Beratung bei Fragen. Nutzen Sie die Chance, um unkompliziert mit dem KWF in Kontakt zu kommen, und lassen Sie sich individuell beraten. |
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds sind in ganz Kärnten unterwegs und informieren Unternehmen direkt vor Ort:
Persönliche & individuelle Beratung in Ihrer Region
Von der Einreichung bis zur Abrechnung – praxisnah & verständlich erklärt
Impulse zu Innovation & Investition
Raum zum Netzwerken & Kooperieren
Nutzen Sie die Gelegenheit und kommen Sie mit uns ins Gespräch. Direkt. Persönlich. Vor Ort.
mit Sandro Piroutz von woody und Manfred Wilhelmer, Vorstand der Raiffeisen Landesbank Kärnten
IHR BUSINESS ZÄHLT: Wie Handwerk, Haltung und Partnerschaft regionale Stärke schaffen
Sandro Piroutz von woody und Manfred Wilhelmer, Vorstand der Raiffeisen Landesbank Kärnten, im Gespräch über unternehmerischen Mut, neue Wege –und die Bedeutung einer starken Partnerschaft.
Die Schuhmanufaktur woody zählt zu den bekanntesten Familienunternehmen in Kärnten. Seit vier Generationen entstehen in Müllnern biegsame Holzschuhe – für Qualität, Nachhaltigkeit und Regionalität. Heute führt Sandro Piroutz das Unternehmen mit klarer Strategie und setzt auf Innovation, neue Märkte und gesellschaftliches Engagement.
Herr Piroutz, was macht woody für Sie aus?
Piroutz: Für mich ist woody mehr als ein Job – es ist Teil meiner Identität. Unsere Holzschuhe stehen für Nachhaltigkeit und Qualität. Aber sie sind auch ein Statement: Wir zeigen, dass Handwerk modern und international gefragt sein kann.
Was sind aktuell die größten Herausforderungen?
Piroutz: Vom Fachkräftemangel über Lieferketten bis zur Internationalisierung –es gibt viele. Wichtig ist, auch mit Risiko zu entscheiden. Unternehmer:innen müssen bereit sein, Strategien neu zu denken, ohne ihre Identität zu verlieren.
Herr Wilhelmer, wie begleitet die RLB Kärnten Unternehmen wie woody?
Wilhelmer: Wir begleiten Betriebe wie woody über viele Jahre. Unser Zugang
beginnt beim strategischen Verständnis, nicht erst bei der Finanzierung. Wir sind frühzeitiger Sparringpartner – mit Branchenkenntnis, Finanzierungskonzepten und dem Verständnis für Familienunternehmen.
Was bedeutet „IHR BUSINESS ZÄHLT“ für Sie?
Wilhelmer: Es ist unser Anspruch, dann da zu sein, wenn es zählt – etwa in der Wachstumsfinanzierung, bei nachhaltiger Betriebserweiterung, bei der Transformation von Geschäftsmodellen oder auch, wenn ein mutiger Schritt ins Ausland gesetzt wird. Genau da wollen wir als Bank relevant sein – dort, wo Innovation und strate gischer Weitblick aufeinandertreffen.
Herr Piroutz, Sie engagieren sich auch über das Unternehmen hinaus – aktuell mit einer Initiative in Angola.
Piroutz: Das ist ein Herzensprojekt. Mein Vater gibt dort handwerkliches Wissen weiter. Das schafft Perspektiven –und stärkt unser Handwerk. Für mich ist Unternehmertum auch Haltung – gegenüber Menschen, der Region und der Welt.
fortzone – das habe ich im Leistungssport gelernt. Und man braucht Partner, auf die man sich verlassen kann.
Welchen Beitrag leisten Banken?
Wilhelmer: Banken sind mehr als Kreditgeber. Wir verstehen uns als Mitgestalter wirtschaftlicher Entwicklung. Wenn Unternehmen neue Wege gehen, geben wir Orientierung – und ermöglichen Zukunftsinvestitionen.
Welche Rolle spielen Betriebe wie woody für Kärnten?
Wilhelmer: Eine zentrale. Familienunternehmen wie woody investieren langfristig, sind regional verwurzelt und wichtige Impulsgeber für Innovation, Beschäftigung und Standortqualität.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Piroutz: Dass wir unseren Weg mit Freude weitergehen – innovativ, wachstumsorientiert und verantwortungsvoll.
Wilhelmer: Ich wünsche mir, dass wir als Bank weiter dazu beitragen, unternehmerische Freiheit zu ermöglichen – mit einem klaren Bekenntnis zu Partnerschaft, Vertrauen und regionaler Stärke. |
ISelbstbestimmt in die Energiezukunft
Als eines von österreichweit sechs Reallaboren für Erneuerbare Energien ist die Region WEIZplus Vorreiter am Weg zu einer klimaneutralen Energiewirtschaft.
Von Barbara Pachler
n der Oststeiermark, nur wenige Kilometer von Graz entfernt, hat sich eine Region ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Mithilfe der Organisation „EnergieZukunft WEIZplus“ (EZWp) möchte der Bezirk Weiz gemeinsam mit zehn weiteren Gemeinden den Ausstieg aus fossilen Energieträgern schaffen. Ein Anliegen, das angesichts der Klimakrise und der Endlichkeit fossiler Brennstoffe nicht nur mutig, sondern im Rahmen der in Österreich bis zum Jahr 2040 angestrebten Energiewende auch notwendig ist. Vorstand Rafael Bramreiter und Martin Wagner-Kletz, zuständig für PR und Wissenschaftskommunikation, erzählen, warum ihr Projekt viel mehr ist als eine grüne Utopie.
Fossilfree4Industry
Die Stadt Weiz gilt aufgrund zahlreicher, dort ansässiger Industrieunternehmen als bedeutender Industriestandort der Steiermark. Umso wichtiger ist es für die Regi-
on, emissionsstarke Betriebe für eine klimaneutrale Produktionsweise zu begeistern und durch die damit verbundene Transformation zu begleiten. Einen idealen Rahmen für dieses Vorhaben bietet die Initiative „100 % Erneuerbare-EnergieReallabore“ des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
Für dieses Projekt wurden sechs Regionen in Österreich ausgewählt, die nun gezielt gefördert werden. Sie sollen maßgeschneiderte Energiesystemlösungen entwickeln, testen und validieren, die unabhängig von fossilen Energieträgern funktionieren. So sollen regionale Prototypen entwickelt werden, die mittelfristig als Vorbilder für eine gesamtösterreichische Energieneutralität dienen können.
Innovation in der Region
Eine wichtige Bedingung für die Entstehung der EZWp ist ihr innovatives Umfeld. Bereits 1988 wurde in Gleisdorf „AEE – Institut für Nachhaltige Technolo-
gien“ (AEE INTEC) gegründet – einer der wichtigsten Partner der EZWp. Weitere Gründungsmitglieder sind die Energie Agentur Steiermark und das Innovationszentrum W.E.I.Z., das seit 1997 in der Bezirkshauptstadt angesiedelt ist. Forschung, Innovation und Technik prägen die Region schon seit der industriellen Revolution. So wirkte etwa der Ingenieur und Erfinder Franz Pichler, ein Pionier der Elektrotechnik und Wasserkraft, maßgeblich an der Entwicklung seiner Heimatstadt Weiz mit. Als Sohn eines Mühlenbesitzers konstruierte Pichler eine 80-kW-Wasserkraftanlage für den Weizbach, entwickelte Transformatoren, Dynamos und Messinstrumente. Sein Unternehmen, die Weizer Elektrizitätswerke F. Pichler & Co, wurde später zum Industriekonzern ELIN, der heute Standort für Siemens Energy AG und Andritz AG ist. Seit 2023 fügt sich nun auch die EZWp nahtlos in die Geschichte der
„EEGs haben Vorteile für die Gesellschaft, für die Umwelt, und auch wirtschaftliche Vorteile.“
Rafael Bramreiter, Vorstand der EnergieZukunft WEIZplus
Weizer Innovationsprojekte ein. Als Genossenschaft organisiert, fungiert sie als Schnittstelle zwischen Gemeinden, KMUs, Industriebetrieben, der Landwirtschaft und nicht zuletzt der Bevölkerung. Neben der Vernetzung dieser Akteure und Stakeholder spielt auch die Bewusstseinsbildung für die Nutzbarkeit erneuerbarer Energien eine wichtige Rolle. Wobei: „Durch die Energiegemeinschaft wird man aktiver Teilnehmer im Energiesystem. Wir gehen eigentlich einen Schritt über die Bewusstseinsbildung hinaus“, findet Bramreiter.
EEGs: Aktive Teilhabe dank Digitalisierung Ein wichtiges Instrument auf dem Weg zur Energiewende sind Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEGs). Darunter wird rechtlich
ein Zusammenschluss aus mindestens zwei Teilnehmer:innen verstanden, die gemeinsam Strom produzieren und verbrauchen bzw. miteinander handeln. Konkret könnte beispielsweise der Besitzer einer privaten Solaranlage eine EEG gründen, damit seine Nachbar:innen den überschüssigen Strom verwerten können. „Viele Leute sind der Annahme, sie können nur an einer EEG teilnehmen, wenn sie auch selbst einspeisen – was aber gar nicht der Fall ist, denn im Endeffekt braucht es auch viele Abnehmer:innen, damit das gut funktioniert“, erklärt Martin Wagner-Kletz. Grundsätzlich kann also jede:r Teil einer EEG werden – falls im eigenen Netzgebiet keine vorhanden ist, sind Neugründungen erwünscht und werden unterstützt. Der Vorteil: „Ich bekomme als Erzeuger mehr für den produzierten Strom und als Verbraucher zahle ich weniger“, so Bramreiter. So könne durch ergänzend eingespeisten EEGStrom bis zu ein Drittel der privaten Stromkosten gespart werden.
Grundlegend für das technische und gesellschaftliche Funktionieren von EEGs ist dabei die Digitalisierung. So werden digitale Systeme nicht nur für Anmeldung, Vernetzung und die Bereitstellung von Informationen benötigt. Die ständigen digitalen Messungen durch Smartmeter sind auch notwendig, um schnell und unkompliziert Daten über Stromproduktion, -verbrauch und -bedarf bereitzustellen. „Diese Daten sind ein wichtiger Schlüssel, damit man die
Steuerung des Energiesystems auch als regionaler Akteur umsetzen kann“, so Bramreiter.
Acht EEGs, deren Einzugsgebiet rund 95 % der Region abdeckt, wurden im Rahmen der EZWp bereits gegründet. Und obwohl die Info-Abende in den 41 Gemeinden erst im März 2025 gestartet sind, ist die Nachfrage hoch: „Seither sind jeden Monat 300 bis 400 Personen dazugekommen“, erzählt Bramreiter stolz. Auch im Rest Österreichs schießen allerorten Energiegemeinschaften aus dem Boden, wie die digitale Landkarte der Österreichischen Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften zeigt. Kein Wunder: „EEGs haben Vorteile für die Gesellschaft, für die Umwelt, und auch wirtschaftliche Vorteile“, fasst er zusammen.
Klimaneutralität als Zukunftsperspektive Für Bramreiter und Wagner-Kletz ist klar: Erneuerbare Energien sind die Zukunft. „Wir haben jetzt schon die Technologien, die wir brauchen – wir müssen sie nur einsetzen und die vorhandenen Förderungen in Anspruch nehmen. Ich bin sehr optimistisch“, meint Bramreiter. Eine erfreuliche Einschätzung – denn die Energiewende ist nicht nur ein Bonus für besonders innovative Regionen. Um der voranschreitenden Klimaerwärmung entgegenzuwirken, strebt die EU bis 2050 die Klimaneutralität an. Österreich möchte dieses Ziel bereits 2040 erreichen, einzelne Städte schon 2030. Um an die-
„Viele Leute sind der Annahme, sie können nur an einer EEG teilnehmen, wenn sie auch selbst einspeisen –was aber gar nicht der Fall ist, denn es braucht auch viele Abnehmer:innen.“
Martin Wagner-Kletz, PR und Wissenschaftskommunikation
sem gemeinsamen Weg festzuhalten, gilt es, innovative Lösungen zu finden und zu verfolgen. Bereits heute gibt es zahllose Beispiele, die zeigen, dass der Ausstieg aus fossilen Energieträgern realistisch umsetzbar ist; die Energiezukunft WEIZplus ist eines davon. |
WISSENSWERT
Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEGs) gibt es in ganz Österreich. Interessierte – egal ob mit oder ohne privater Stromproduktion – finden auf der Website des Bundesministeriums eine übersichtliche Zusammenstellung aller relevanten Informationen. energiegemeinschaften. gv.at
Seit Generationen stehen die Stadtwerke Klagenfurt für Versorgungssicherheit und Lebensqualität. Heuer blickt der Konzern auf 85 Jahre Unternehmensgeschichte zurück.
Ob Busfahren, das Licht aufdrehen, heiß duschen, im Strandbad entspannen oder digitale Botschaften verschicken: Die Stadtwerke sind das Rädchen im Hintergrund, das scheinbar Selbstverständliches im täglichen Leben erst möglich macht – und das seit mehr als acht Jahrzehnten.
STW im Wandel der Zeit
Die Erfolgsgeschichte der STW Klagenfurt beginnt im Jahr 1940: Elektrizitätsund Wasserwerk, Verkehrsbetriebe, Bäder, Bestattung und Plakatierung schließen sich zu einem Konzern zusammen, der infolge laufend um neue Geschäftsbereiche erweitert wird. Ein entscheidender Wendepunkt folgt zur Jahrtausendwende mit der Umwandlung zur Aktiengesellschaft: Aus dem kommunalen Betrieb wird ein modern geführtes Dienstleistungsunternehmen mit klarer Zukunftsstrategie. Weitere Geschäftsfelder kommen hinzu, die Energieversorgung wird mit Biomasse, Photovoltaik und modernen Netzen neu aufgestellt. Seither agiert das Unternehmen als 100 % Tochter der Landeshauptstadt Klagenfurt.
Gemeinsam mit den Tochterunternehmen Energie Klagenfurt (EKG), Klagenfurt Mobil (KMG), PSG Poster Service
sowie BKG Bestattung Kärnten sorgt die STW AG heute dafür, dass die Landeshauptstadt verlässlich mit sauberer Energie, Wärme, Wasser, Mobilität, Telekommunikation, Außenwerbung, Freizeitangeboten sowie Bestattungsdienstleistungen versorgt wird.
Klagenfurt wird zukunftsfit
Mit rund 1.000 Beschäftigten zählt die STW AG aktuell zu den größten Arbeitgebern der Region. „Unsere Erfolge verdanken wir vor allem unseren Mitarbeiter:innen, die täglich ihr Bestes geben, um die Lebensqualität in Klagenfurt zu sichern und unseren Kund:innen, die uns selbst in oft schwierigen Zeiten Vertrauen schenken“, so Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole. Harald Tschurnig, zweiter Vorstand der AG, ergänzt: „Als modernes Versorgungsunternehmen haben wir in den vergangenen Jahren viele Herausforderungen gemeistert und uns kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel war und ist es, nachhaltige Lösungen zu schaffen, damit unsere Landeshauptstadt auch in Zukunft lebens- und liebenswert bleibt.“
Die Vision des Vorstandsduos: Klagenfurt als „Lebensstadt“ zukunftsfit zu machen – mit Fokus auf eine sichere, nachhaltige Energieversorgung von morgen.
Rekordergebnis 2024
Im Zuge der diesjährigen Hauptversammlung wurde das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2024 präsentiert: Konzernweit konnte die STW Klagenfurt AG den Umsatz im Vergleich zu 2023 um rund 7 Mio. Euro auf etwa 422 Mio. Euro steigern. Der Konzernjahresüberschuss in Höhe von 23,3 Mio. Euro spiegelt ein solides Geschäftsergebnis wider. Mit 69 Mio. Euro erreichten die Investitionen in die Infrastruktur 2024 einen in der Unternehmensgeschichte neuen Rekordwert. Mit rund 70 Mio. Euro Investitionsvolumen bleibt die STW Klagenfurt AG auch 2025 ein wichtiger Impuls für die heimische Wirtschaft. |
Künstliche Intelligenz (KI) ist in den Klassenzimmern und Hörsälen angekommen. Zwei Expertinnen erklären die Auswirkungen dieser Technologie in Forschung und Lehre. Von Markus Arch
Bei den Hausaufgaben hilft ChatGPT, Bücher werden mit KI auf wenige Absätze zusammengefasst und Vokabeln nicht im Wörterbuch, sondern in einer App nachgeschlagen. Aber welche konkreten Auswirkungen hat KI auf die Art und Weise, wie wir Inhalte erlernen oder unterrichten?
Corinna Mößlacher, Mitarbeiterin im fachlichen Arbeitsbereich Informatik und digitale Bildung an der Pädagogischen Hochschule Kärnten (PHK), meint: „Die Frage, ob man sich als Lehrperson mit KI beschäftigen sollte, stellt sich nicht. Es führt kein Weg daran vorbei.“ Das zeigt sich auch bei den Weiterbildungen, welche die PHK anbietet – neben Datenschutz und dem KI-Einsatz im Unterricht ist den Lehrenden der gegenseitige Austausch ein wichtiges Anliegen. „Es gibt wenig Erfahrungswerte, der Umgang mit KI ist ein kontinuierlicher Lernprozess“, so Mößlacher. Zudem ist Künstliche Intelligenz nicht Stoff für ein einziges Schulfach, sondern ein fächerübergreifendes Thema.
„KI kann helfen, Ideen zu entwickeln, Muster zu erkennen oder Texte zu strukturieren. Sie ersetzt aber kein Fachwissen.“
Birgit Phillips
Birgit Phillips, Leiterin des Bereichs „Learning, Innovation and Technology“ an der FH Joanneum Graz, sieht die Verantwortung auch bei den Institutionen: „Schulen und Hochschulen müssen klar kommunizieren: Was ist erlaubt? Wofür ist KI als Lernpartner gedacht – und wofür nicht? Erst wenn diese Leitplanken stehen, kann KI sinnvoll und fair in Bildungsprozesse integriert werden.“
Was ist KI-Kompetenz?
Beim Umgang mit KI geht es um mehr als „Prompt Engineering“, also um Anweisungen zur Erreichung bestimmter Ergebnisse. „KI-Kompetenz ist nicht nur die richtige Kommunikation
„Lehrende sind der KI gegenüber offen. Datenschutz und Erfahrungsaustausch sind aktuell große Themen im Bildungsbereich.“
Corinna Mößlacher
mit einem Chatbot. Schüler:innen müssen erkennen, wie KI-generierte Informationen zustandekommen und welche Stärken sowie Schwächen diese Technologie hat“, sagt Mößlacher.
Das generelle Verständnis von KI wird als „AI Literacy“ bezeichnet und von Phillips wie folgt erklärt: „KI-Systeme arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten, nicht mit Wahrheit. Das heißt, sie klingen oft überzeugend, auch wenn sie komplett daneben liegen. Deshalb ist Quellenkritik zentral. Wo sind die Fakten belegt, wo wird nur plausibel formuliert?“ Die kritische Auseinandersetzung mit KI-generierten Inhalten ist zentral und obliegt dem Menschen.
Ein Merkmal von KI, dass sich erst mit der nötigen „AI Literacy“ erschließt, ist das sogenannte „Bias“. Dieses ergibt sich aus den Daten, welche KI-Anbieter in ihre Systeme einspeisen. Denn Daten sind oft nur verzerrte Darstellungen der Realität. „Wer verarbeitet welche Daten im Hintergrund? Wo entsteht Bias? Wer profitiert davon?“ sind laut Phillips Fragen, die man sich stellen muss, um KIgenerierte Inhalte einordnen zu können.
Die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz gewinnt im Bildungsbereich immer mehr an Relevanz.
Wie sieht die Vermittlung von „AI Literacy“ im Unterrichtsalltag aus? „Die Textund Fehleranalyse im Sprachunterricht eignet sich gut dafür. Welche Teile eines KI-generierten Textes gefallen mir, welche nicht? Und warum? Welche Teile sind optimierbar oder schlichtweg falsch?“, nennt Mößlacher ein praktisches Beispiel. Die genaue Auseinandersetzung mit KI-Texten schärft das Bewusstsein für Künstliche Intelligenz.
„Spannend wird es, wenn KI selbst Teil des Lernprozesses wird“, ist auch Phillips überzeugt. „In der Informatik können Schüler:innen und Studierende die KI-Codevorschläge prüfen und in den Wirtschaftswissenschaften Geschäftsmodelle bewerten, die eine KI entwirft“, so die Expertin. „Für meinen Sohn habe ich einen Sprachcoach für Spanisch entwickelt, der in Echtzeit Fehler korrigiert, Grammatik erklärt und die Aussprache trainiert. Aber: Kein System ersetzt kulturelle Nuancen, Humor oder das Gefühl für ein echtes Gespräch. Da bleibt der Mensch unverzichtbar.“
Ersetzt KI das Denken?
Pessimisten meinen, dass menschliche Denkprozesse durch KI an eine Maschine ausgelagert werden. Optimisten sprechen hingegen von KI-Assistenten, die uns unterstützen können. Die Expertinnen
sind der Meinung, dass beide Ansichten die Welt zu sehr in Schwarz und Weiß unterteilen.
„Zwischen beiden Sichtweisen, also Gamechanger und Dystopie, liegt die eigentliche Arbeit: Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass KI nützlich und verantwortungsvoll genutzt wird. Potenzial hat sie reichlich, die Richtung aber bestimmen wir“, betont Phillips.
„Der Bewusstseinsaufbau bei Schüler:innen für die Tücken der KI ist mitunter schwierig, aber KI-Einsatz bedeutet nicht, das Denken zu verlernen. Die Diskussion ist so wie damals bei der Einführung von Taschenrechnern, als überlegt wurde, wie wir diesen sinnvoll im Unterricht einsetzen wollen“, sagt Mößlacher. |
WISSENSWERT
Künstliche Intelligenz wird vom Bundesministerium für Bildung als „Chance für Österreichs Schulen“ bezeichnet und Pädagogische Hochschulen bieten Aus- und Weiterbildungen in diesem Bereich an. In Bildungseinrichtungen sind oft KI-Richtlinien für Lehrpersonal, Schüler:innen oder Studierende im Einsatz.
Bildungsraum Südösterreich im Fokus
Die Kärntner und steirische Hochschulkonferenz tagte im September in Klagenfurt, um die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.
Das Schloss Maria Loretto bildete die Kulisse für einen intensiven Austausch der Kärntner und der steirischen Hochschulkonferenz. „Mit der Fertigstellung der Koralmbahn erleben wir ein neues Zeitalter für die Wirtschaft sowie den Forschungs- und Bildungssektor in den beiden Bundesländern. Ein neu erstarkter Süden wird jedoch nur dann bestehen, wenn ein hoher Grad an nationaler und internationaler Sichtbarkeit, eine weitere Attraktivierung des Bildungsraumes, und die Internationalisierung des Bildungsstand-
ortes gelingt“, betonte Kärntens LH Peter Kaiser.
Koralmbahn-Index
Zukünftige Entwicklungen des Bildungsraumes könnten mithilfe des eigens geschaffenen Koralmbahn-Index evaluiert werden. Dies ermöglicht eine faktenbasierte Messung der Auswirkungen der Koralmbahn auf hochschulspezifische Faktoren. „Die Steiermark und Kärnten arbeiten in den Bereichen Wissenschaft und Forschung seit vielen Jahren eng zusammen. Diese Kooperationen gilt es
für die Zukunft weiter zu forcieren, da unsere beiden Länder durch die Fertigstellung der Koralmbahn noch stärker zusammenwachsen. Der regelmäßige Austausch der beiden Hochschulkonferenzen ist dafür ein wesentlicher Schlüssel“, so der steirische LR Willibald Ehrenhöfer. Zukünftig soll die Konferenz regelmäßig tagen, um bis 2030 eine gemeinsame Hochschulstrategie zu etablieren. |
INTERVIEW
mit Rektor Peter Granig
30 Jahre FH Kärnten: Eine
Hochschule
feiert Jubiläum!
Was 1995 in den Strabag-Büros in Spittal an der Drau begann, hat eine beachtliche Entwicklung hingelegt: Die Fachhochschule Kärnten etablierte sich in den letzten drei Jahrzehnten als Leuchtturmprojekt in der Kärntner Bildungslandschaft. Von Petra Plimon
advantage: Sie sind seit 2005 FH-Professor für Betriebswirtschaft und Innovationsforschung und seit 2016 Rektor der FH Kärnten. Was hat sich seit 30 Jahren verändert?
Peter Granig: Wir sind inhaltlich und strukturell eine ganz andere Hochschule geworden mit inzwischen vier Fakultäten (Bau & Architektur, Engineering & IT, Gesundheit & Soziales sowie Wirtschaft & Management). Aus 70 Studierenden im ersten Jahrgang 1995 sind es mittlerweile über 2.700, aus zwei Studiengängen über 40 geworden und inzwischen nahmen mehr als 10.000 Absolvent:innen ihre Abschlussurkunde mit Stolz entgegen. Unsere Weiterbildungslehrgänge zählen aktuell über 1.500 Teilnehmer:innen. Speziell die berufsbegleitende Lehre hat sich in den letzten Jahren als Stärkefeld etabliert: Ein Drittel unserer Studierenden befindet sich in berufsbegleitenden Studiengängen.
Wie wichtig ist der Bereich Forschung bzw. die Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft?
Wir haben uns zu einer sehr forschungs-
starken, praxisbezogenen Hochschule entwickelt. Mehr als 180 Forscher:innen mit rund 250 Kooperationspartner:innen und ein Forschungsvolumen von aktuell rund zehn Mio. Euro sind ein Garant für neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft für Wirtschaft, Industrie, Politik und Gesellschaft. Wir orientieren uns an Problemen von Wirtschaft und Gesellschaft und finden Lösungen.
Zielgerichtete Forschung und die Nutzung einer modern ausgestatteten Laborinfrastruktur bilden die Grundlage, um Projekte mit Industrienähe auf hohem Niveau durchzuführen und unsere Rolle als Impulsgeberin in der Region zu stärken. Forschungsgeleitete Lehre ist zudem ein wichtiger Eckpfeiler für eine zukunftsorientierte Bildung. Die Möglichkeiten, Forschungsergebnisse in die Lehre zu integrieren sind äußerst vielfältig. Umgekehrt werden auch Studierende in den Forschungsprozess einbezogen.
Welche Bedeutung hat der Faktor Kooperation im Hochschulbereich?
Eine sehr hohe! Wir kooperieren eng mit unseren hochschulischen Partnern –einerseits im Alpen-Adria-Raum mit den
„In der Internationalisierung entfaltet sich enormes Potenzial. Ziel ist es, den Anteil der internationalen Studierenden an der FH Kärnten auf 30 Prozent zu erhöhen.“
Peter Granig
Universitäten in Klagenfurt, Laibach, Maribor, Udine, aber auch mit der TU Graz, mit welcher es bereits seit fast zehn Jahren ein gemeinsames Doktoratsprogramm gibt. Und andererseits, sind wir seit einem Jahr als European University stark in dieses Netzwerk europäischer Hochschulen eingebunden.
Stichwort European University: Welchen Stellenwert hat Internationalisierung für die FH Kärnten?
In der Internationalisierung entfaltet sich enormes Potenzial. Ziel ist es, den Anteil der internationalen Studierenden an der FH Kärnten auf 30 Prozent zu erhöhen. Mit der European University ACE²EU wurde 2024 ein wichtiger strategi -
„Die
Koralmbahn sehe ich als große Chance. Gerade das berufsbegleitende Studium ist ein Zukunftsmodell, mit dem wir als FH Kärnten seit Jahren punkten.“
Peter Granig
scher Schritt gesetzt, um sowohl den Studierenden, aber auch den Mitarbeiter:innen viele zusätzliche, attraktive Perspektiven bieten zu können. In der Kooperation renommierter europäischer Hochschulen ist die FH Kärnten bestens in die internationale Wissens-, Forschungs- und Lehrgemeinschaft eingebunden.
Welche Potenziale sehen Sie durch die Koralmbahn?
Die Koralmbahn sehe ich als große Chance. Gerade das berufsbegleitende
Studium ist ein Zukunftsmodell, mit dem wir als FH Kärnten seit Jahren punkten. Da können wir auch für ein größeres Einzugsgebiet attraktiv sein: 45 Minuten, das schafft man auch als Tagespendler!
Ausblick – Bildung der Zukunft: Wohin kann die Reise gehen?
Ein Ausblick in die nächsten 30 Jahre ist naturgemäß schwierig, weil – seriös gesagt – schwer abzuschätzen ist, wie tertiäre Bildung in 30 Jahren ausgestaltet ist. Doch eines ist sicher: Bildung wird mehr denn je die zentrale Ressource sein, welche die Entwicklung einer Gesellschaft und Region maßgeblich voranbringt.
Die Inhalte und deren Vermittlung werden sich zwar – auch aufgrund von KI, digitaler Transformation, etc. – massiv verändern, unser übergeordnetes Ziel bleibt jedoch auch zukünftig unverändert: Wir wollen und werden unseren Studierenden eine exzellente, akademische und praxisorientierte Aus- und Weiterbildung bieten, welche die Basis für ihre berufliche und persönliche Entwicklung bildet.
Gerade als European University hilft uns der Austausch mit unseren europäischen und globalen Partnern massiv. Unsere größte Herausforderung ist, dass wir schon jetzt für zukünftige Berufe ausbilden müssen, die es noch gar nicht gibt. Es gilt, Bildungstrends so rasch und so gut als möglich zu antizipieren und in künftige Curricula einfließen zu lassen. Wir haben eine klare Vision vor Augen, welche wir Schritt für Schritt umsetzen, um auch in Zukunft unseren Beitrag zur Weiterentwicklung einer großgedachten Region zu leisten. |
KONTAKT
FH Kärnten
Peter Granig, Rektor T: +43 (0)5 90500-7100
p.granig@fh-kaernten.at www.fh-kaernten.at
Mit Herz, Hirn und künstlicher Intelligenz
Am hochmodernen „Campo“ in Villach bietet das bfi Kärnten innovative Fortbildungsmöglichkeiten für den professionellen und privaten Pflegebereich.
Angesichts des demographischen Wandels und der Überalterung der Gesellschaft steht der Pflegebereich vor großen Herausforderungen –viele sprechen gar von einer Krise. Denn während im Zuge der allgemeinen Pensionierungswelle auch zahlreiche Pflegekräfte in Pension gehen, steigt gleichzeitig der Pflegebedarf drastisch an. Eine Dynamik, die sich in den kommenden Jahren noch deutlich verstärken wird. Dass diese Rahmenbedingungen nicht nur Grund zur Klage, sondern auch
Anstoß für innovative Entwicklungen und neue Konzepte liefern können, zeigt das bfi-Kärnten mit seinem neuen HealthCare Skills- & SimulationCenter. Am hochmodernen „Campo“ im Technologiepark Villach können Pflegekräfte, aber auch Privatpersonen zukünftig in realitätsnahen Simulationssettings verschiedenste Abläufe des Pflegealltags üben. „Es ist wichtig, die Pflegekräfte ausreichend zu schulen, um die Versorgungsqualität hochzuhalten, auch in Zeiten von Personalmangel“, erklärt
„Wir wollen die Qualität in der Pflege und in der Gesundheitsausbildung weiter steigern.“
Gottfried Pototschnig
Nicole Preschern, Projektverantwortliche im HealthCare Skills- & SimulationCenter. „Unser Ziel ist es Abläufe zu automatisieren, damit im Arbeitsalltag auch unter Druck weniger Fehler passieren.“
„Der Wandel in der Pflege ist enorm, und die Kompetenzen und das Berufsbild verändern sich stetig.“
Nicole Preschern
Simulationstraining verbessert Pflegealltag Um eine solche Automatisierung zu ermöglichen, ist das Trainieren und Üben von Abläufen und Pflegehandlungen essenziell. Das neue HealthCare Skills- & Simulation-Center bietet dafür ein in Kärnten einzigartiges Setting, in dem sowohl Skills – also Tätigkeiten und Handgriffe – als auch Simulationen in einer realistischen Pflegeumgebung geübt werden können. Herzstück des Centers sind Nursing Anne, eine hochentwickelte Trainingspuppe, und Pepper, ein Serviceund Kommunikationsroboter. Besonders Anne ist von zentraler Bedeutung für Fortbildungen im Pflegebereich. So ist die Puppe mit menschenähnlichen Merkmalen wie realistischem Gewicht, detailgetreuen Körperteilen oder austauschbaren Wunden ausgestattet – sie atmet, hat einen fühlbaren Puls und kann vom Computer aus in ihren Vitalfunktionen gesteuert werden. Notfälle wie Herzinfarkte oder Atemprobleme können dadurch ebenso simuliert werden wie Pflegehandlungen – etwa das Durchführen von Lagerungen, Stomapflege, das Legen von Venenwegen oder Inkontinenzversorgung.
Der große Vorteil dieses Settings: Hier dürfen Fehler passieren – und genau daraus wird gelernt. Anders als im Pflegealltag können Übungen in einem geschützten Rahmen stattfinden – ganz ohne Konsequenzen für den Pflegealltag. Ein unschätzbarer Vorteil, wie Gottfried
Pototschnig, Geschäftsführer des bfiKärnten, findet: „Wir haben durch dieses Setting die Möglichkeit, die Theorie gut abzuarbeiten, die Praxis durch ‚Angreifen‘ zu üben – und in der Simulation Situationen zu erproben, die in der Realität genau so passieren können. Jemand, der diese Erfahrung selbst gemacht hat, ist danach viel gefestigter, als wenn er es nur irgendwo gelesen oder im Lehrsaal gehört hat.“
Empathie und Verständnis stärken
Neben Anne ist auch der Roboter Pepper ein Beispiel für digitale Unterstützung in der Pflege. „Pepper kann Aufgaben im Animationsbereich übernehmen, um das Fachpersonal freizustellen“, erklärt Gabriele Krobath, Abteilungsleiterin für das Bildungsprogramm am bfi-Kärnten. In Deutschland unterhält der Roboter schon jetzt erfolgreich Gruppen in Pflege einrichtungen durch singen, tanzen oder gemeinsame Spiele. Ergänzt wird das innovative Angebot am bfi durch den AgeMan-Anzug – mithilfe von Gewichten, Brillen oder Kopfhörern können sich Pflegekräfte damit in die Rolle alter Menschen versetzen, die beispielsweise einen Schlaganfall hinter sich haben. Ein wichtiger Beitrag für mehr Empathie und Verständnis in der Pflege, wie die Expert:innen betonen.
Für Profis und Private
In mehr als 30 Jahren hat das bfi umfassende Kompetenzen im Bereich der Pflege aufgebaut. Nicht zuletzt durch die Pflegeassistenz-Ausbildung am bfi-Kla-
genfurt und Villach konnte zudem ein enges Netzwerk im gesamten Kärntner Pflegebereich geknüpft werden. Die Investition in das HealthCare Skills- & Simulation Center möchte das bfi daher nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen: „Wir wollen die Qualität in der Pflege und in der Gesundheitsausbildung weiter steigern – nicht nur an unseren eigenen Standorten, sondern in ganz Kärnten“, so Pototschnig.
„Die
Entwicklung unserer Module steht erst am Beginn.“
Gabriele Krobath
Ab Herbst starten nun vier Module zu den Themenbereichen Herz-KreislaufSystem, Atemwege, Pflegealltag und Kommunikation sowie Neurologie. Das Angebot richtet sich an den professionellen Pflegebereich – etwa Krankenhäuser oder die mobile Pflege – ebenso wie an pflegende Angehörige oder Community Nurses. Schon jetzt stehen zahlreiche Pläne, etwa Fortbildungen zur Berufsorientierung oder mobile Angebote in anderen Teilen Kärntens, im Raum. „Die Entwicklung unserer Module steht erst am Beginn“, so Krobath. Der Bedarf an modernen und innovativen Kursangeboten dieser Art ist jedenfalls gesichert –nicht zuletzt durch die gesetzliche Fortbildungspflicht im Pflegebereich, wie Preschern betont: „Der Wandel in der Pflege ist enorm, und die Kompetenzen und das Berufsbild verändern sich stetig.“ |
Die digitale Transformation hat in der Medizin längst Einzug gehalten. Wie Digital Health unser Gesundheitswesen neu formt – und wie Patient:innen davon profitieren.
Von Anja Fuchs
Digitale Technologien prägen mittlerweile unseren gesamten Alltag. Dabei machen sie selbstverständlich auch vor der Medizin nicht Halt. Seit der Pandemie sind digitale Gesundheitslösungen so verständlich wie unverzichtbar – und werden künftig
noch mehr an Bedeutung gewinnen. Um die Schwächen des österreichischen Gesundheitssystems – lange Wartezeiten, Personalmangel, hohe Kosten – abzufedern, wird der Digital-Health-Bereich im Rahmen der Gesundheitsreform konsequent ausgebaut. advantage hat bei
Expert:innen nachgefragt und beleuchtet aktuelle Entwicklungen in Kärnten und der Steiermark.
Effizienz und Qualität steigern „Wir sind dabei, eHealth und digitale Gesundheitsangebote zu einem fixen Teil des österreichischen Gesundheitssystems zu machen“, betont Kärntens Gesundheitslandesrätin Beate Prettner und unterstreicht die zahlreichen Vorteile digitaler Anwendungen: „Sie sollen die Versorgung qualitätsvoller, die Diagnosen gesicherter, die Wege schneller und die Bürokratie effizienter machen. Unser Ziel ist es, die Patient:innen zu unterstützen und die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen und in der Pflege zu entlasten.“ Eine zentrale Funktion, auch in puncto Pati-
„Krebs ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit.
Dank der digitalen
Pathologie können
Gewebeproben heute hochauflösend gescannt und mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz analysiert werden.“
Iva Brcic, Med Uni Graz
ent:innen-Lenkung, kommt dabei der Gesundheitshotline 1450 zu, die österreichweit stark ausgebaut werden soll und neue, innovative Möglichkeiten wie Terminbuchungen oder Videokonsultationen bieten wird.
Karlheinz Kornhäusl, Gesundheitslandesrat der Steiermark, verweist dabei auf den Leitsatz ‚Digital vor ambulant vor stationär‘. „Die Digitalisierung im Gesundheitsbereich ist eine Herausforderung, aber gleichzeitig eine große Chance, die wir in der Steiermark wahrnehmen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Mit Unterstützung von digitalen Maßnahmen werden bereits unterschiedliche Programme umgesetzt, etwa die Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen, mittels telemedizinischer Unterstützung bei Hauterkrankungen oder im Bereich des Wundmanagements.“ Durch den Ausbau der elektronischen Gesundheitsakte ELGA sehen Patient:innen und Gesundheitspersonal die wichtigsten Daten auf einen Blick. Die bessere Verfügbarkeit dieser Daten – inklusive sämtlicher Befunde, Bilder und Medikamente – erleichtern auch die Diagnosestellung.
Ein weiterer Schritt zur Optimierung von Prozessen sowie zur Analyse medizinischer Daten ist der Einsatz künstlicher Intelligenz, um medizinisches Personal zu unterstützen – zum Beispiel bei der Er-
stellung personalisierter Behandlungspläne. Eines steht für Kornhäusl jedoch außer Zweifel. „Die KI kann keine menschliche Zuwendung und eine App keine Berührung ersetzen, daher ist und bleibt der Mensch im Gesundheitswesen unersetzlich.“
Herzgesundheit neu gedacht
Ein Bereich, in dem digitale Gesundheitsanwendungen enormes Potenzial offenbaren, ist die Prävention. Indem sie Symptome und Risikomuster frühzeitig erfassen und entsprechend warnen, können sie helfen, schwerwiegende Folgen zu vermeiden. Zu den aktuellen laufenden eHealth-Projekten in Kärnten und der Steiermark zählt u. a. HERZmobil – ein Telemonitoring und die telemedizinische Versorgung für Patient:innen mit Herzinsuffizienz, das die Lebensqualität verbessern und eine stationäre Wiederaufnahme verhindern soll. Patient:innen erfahren dabei eine drei Monate lange, umfassende Begleitung, getragen von einem Netzwerk aus Pflegeexpert:innen, Ärzt:innen und digitalen Tools. Studien zufolge empfanden 95 % der Teilnehmer:innen eine gesteigerte Lebensqualität und die Rehospitalisierungsraten konnten von 30 auf vier Prozent deutlich gesenkt werden. (Quelle: gesundheitswirtschaft.at).
Dem Thema präventive Herzgesundheit widmet sich auch die Forschungsgruppe rund um Gernot Plank an der Med Uni Graz: Anhand realer Bild- und Funktionsdaten entstehen dort digitale Zwillinge des Herzens – sprich, virtuelle Herzmodelle, die das elektrische Verhalten eines individuellen Herzens möglichst genau nachbilden. Diese digitalen Nachbildungen sollen helfen, Symptome wie Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern schneller zu erkennen. Langfristig
könnten digitale Herzmodelle in Kliniken als Entscheidungshilfe dienen – sei es zur präziseren Diagnose, zur Auswahl der passenden Therapie oder zur individuellen Nachsorge.
KI als Partner der Pathologie
Die digitale Pathologie ist ein Bereich, der die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen nutzt, um enorme Mengen medizinischer Daten effizient und präzise zu analysieren. Dies ermöglicht eine schnellere Diagnostik, eine höhere Genauigkeit und eine deutliche Reduzierung von Fehlerquellen. In den Krankenanstalten Südösterreichs wurden Projekte zur Digitalisierung der Pathologie in den letzten Jahren laufend vorangetrieben.
Ein neues Projekt der Med Uni Graz namens „DigiPath-Krebskampf“ bringt die digitale Pathologie nun sogar in die steirischen Klassenzimmer. „Krebs ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Dank technologischer Fortschritte wie der digitalen Pathologie können Gewebeproben heute hochauflösend gescannt und mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz analysiert werden“, erklärt Projektleiterin Iva Brcic. „Wir wollen Schüler:innen ermöglichen, sich aktiv mit diesen innovativen Methoden auseinanderzusetzen.“ Im Rahmen von Workshops, Praxisübungen und Exkursionen werden die Schüler:innen dabei durch erfahrene Mentor:innen aus den Bereichen Pathologie, Biobanking und Informatik begleitet, lernen mit digitalen Mikroskopen umzugehen und können sogar an der Entwicklung von Algorhithmen zur Krebsdiagnose mitwirken.
Wenn Daten Nähe schaffen
Auch im Bereich der Pflege sind digitale Systeme mittlerweile
nicht mehr wegzudenken. Vor allem, wenn es darum geht, mehr Zeit für persönlichen Kontakt zwischen Pflegepersonal und Patient:innen zu schaffen. Ein Best-Practice-Beispiel für den erfolgreichen Einsatz einer App ist das Sprachdokumentations-System „voize“ in den Altenwohn- und Pflegeheimen der Diakonie de La Tour. Das intelligente, KI-gestützte System ermöglicht eine sprachgesteuerte Dokumentation von Gesundheitsdaten und Vitalwerten der Heimbe-
„Durch das voize System profitieren die Mitarbeitenden von einer Zeitersparnis von bis zu einer halben Stunde pro Tag. Zeit, die stattdessen für die Bewohner:innen der Pflegeheime zur Verfügung steht.“
Melanie Maier, Diakonie de La Tour
wohner:innen direkt über das Mobiltelefon. Lebenswichtige Daten werden automatisch in die bestehende Pflegedokumentation übertragen und sind somit für das gesamte Pflegepersonal verfügbar. „Der Einsatz des voize-Systems ist ein Gewinn für Pflegekräfte und Bewohner:innen“, erklärt Melanie Maier, Leiterin des Fachbereichs Pflege.Hospiz-Beratung der Diakonie de La Tour. „Denn die Mitarbeitenden profitieren von einer Zeitersparnis von bis zu einer halben Stunde pro Tag im Vergleich zur Pflegedokumentation am PC. Zeit, die stattdessen für die Bewohner:innen der Pflegeheime zur Verfügung steht.“ |
Ein starkes Zeichen für die Jugendgesundheit
Das Österreichische Jugendrotkreuz Kärnten freut sich über die großzügige Unterstützung der „100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung“, die das Projekt „Psychische Erste Hilfe“ mit 150.000 Euro über drei Jahre fördert.
Diese Partnerschaft ist ein bedeutender Schritt zur Stärkung der psychischen Gesundheit junger Menschen in Kärnten und ein starkes Signal in einer Zeit wachsender Herausforderungen für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen.
Ein herzliches Dankeschön an die „100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung“ Herbert Torta, Landesleiter des Jugendrotkreuzes freut sich: „Wir danken der ,100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftun‘ herzlich für ihr Vertrauen und ihr Engagement. Gemeinsam leisten wir einen nachhaltigen Beitrag für die mentale Gesundheit junger Menschen in Kärnten.“
Ein Projekt, das dort ansetzt, wo Hilfe dringend gebraucht wird
Psychische Belastungen bei Jugendlichen nehmen seit Jahren dramatisch zu. Studien zeigen:
• Einer von vier Jugendlichen leidet unter Symptomen psychischer Belastung – Tendenz steigend.
• 50 % aller psychischen Erkrankungen beginnen bereits vor dem 14. Lebensjahr.
• Suizid ist bei Jugendlichen die zweithäufigste Todesursache, noch vor Verkehrsunfällen.
Der Bedarf an frühzeitiger, niederschwelliger Unterstützung ist enorm –
„Diese Förderung ermöglicht uns nicht nur die Weiterführung, sondern auch den gezielten Ausbau unseres Angebots für Jugendliche, Lehrkräfte und Fachkräfte.“
Dr. Martin Pirz, Präsident Rotes Kreuz Kärnten
und das Projekt „Psychische Erste Hilfe“ bietet genau das:
• Workshops für Schüler:innen ab 12 Jahren
• Schulungen für Lehrkräfte, Jugendgruppenbetreuer:innen und Fachkräfte
• Thematische Module zu Suizidprävention, Mobbing, selbstverletzendem Verhalten und mehr
• Online-Vernetzungen mit Expert:innen
9.000 erreichte Personen pro Jahr – und es sollen mehr werden
Seit dem Start des Projekts im Jahr 2022 wurden jährlich rund 9.000 Personen in Kärnten erreicht. Die Inhalte basieren auf dem international anerkannten WHOModell „Look – Listen – Link“ und werden von Expert:innen aus Psychologie, Psychotherapie und Familienarbeit begleitet. Die Förderung der Kelag-Stiftung ermöglicht es, weitere Module zu ent -
wickeln, mehr Schulen zu erreichen und die langfristige Wirkung des Projekts abzusichern.
„Frühzeitige Unterstützung ist entscheidend, um psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Mit unserer Unterstützung für das Jugendrotkreuz-Projekt ‚Psychische Erste Hilfe für Kinder und Jugendliche‘ möchten wir präventive Maßnahmen stärken und jungen Menschen helfen, ihre seelische Gesundheit langfristig zu schützen“, Andreas Grießer, Mitglied des Vorstands der „100 Jahre Kelag Gemeinnützige Privatstiftung“. |
KONTAKT
Jugendrotkreuz Kärnten Grete-Bittner-Straße 9 9020 Klagenfurt am Wörthersee www.jugendrotkreuz.at/kaernten
Coaching unterstützt, entlastet, motiviert und stärkt!
ÖZIV SUPPORT ist ein Coachingangebot für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen im arbeitsfähigen Alter.
ÖZIV Support Coaching & Beratung bedeutet, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen im erwerbsfähigen Alter, die sich in herausfordernden Lebenslagen befinden zu unterstützen, zu begleiten und zu beraten.
Gemeinsam Lösungen finden
„Zu uns kommen Menschen mit körperlichen Behinderungen, psychischen oder chronischen Erkrankungen, die in ihrem Beruf und ihrem Alltag beeinträchtigt sind“, erklärt Patricia Weitensfelder, ÖZIV-Support. Können Sie die gestellten Anforderungen nicht mehr oder nur eingeschränkt bewältigen? „Wir arbeiten im Coaching gemeinsam mit Ihnen daran, dass Sie eigene
oeziv.org/support
Büro Klagenfurt
Kumpfgasse 23–25, 9020 Klagenfurt
Patricia Weitensfelder
T +43 (0) 664 88 00 54 97
Sabine Miksche
T +43 (0) 660/22 35 200
Büro Villach
Gerbergasse 32, 9500 Villach
Claudia Griehsnig
T +43 (0) 699/15 66 00 94
Elisabeth Jansa
T +43 (0) 699/15 66 00 90
Gefördert von:
Gemeinsam neue Wege für’s Berufs- und Privatleben finden
Lösungsmöglichkeiten finden, ihre persönlichen Stärken entdecken und ihre Selbstreflexion und -wahrnehmung fördern. Melden Sie sich gerne und vereinbaren Sie einen Termin für ein unverbindliches Gespräch!“ |
SUPPORT Kärnten
Coaching und Beratung
Für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen
Wir unterstützen Sie: beim (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben bei der Klärung von Problemen in Berufs- und Privatleben bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung/Behinderung bei der Entdeckung von Talenten und Fähigkeiten
mit Jürgen Hartinger, Vorstandsvorsitzender der Kärntner Landesversicherung
Gemeinschaftsstark für alles, was uns wichtig ist!
Die aktuelle Kampagne #gemeinschaftsstark rückt die Verbindung der Kärntner Landesversicherung (KLV) zu ihren Kund:innen authentisch in den Fokus.
advantage: Wofür steht die KLV als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit?
Jürgen Hartinger: Das Entscheidende ist, unsere Kund:innen sind die Eigentümer und dadurch haben wir den Fokus auf dem Produkt, auf dem bestmöglichen Service. Das oberste Ziel ist nicht Gewinnmaximierung, sondern der absolut beste Versicherungsschutz für unsere Kund:innen. Der Gewinn bleibt im Haus, wird für unsere Weiterentwicklung verwendet und nicht – wie etwa in einer AG – als Dividende ausgeschüttet. Ich glaube, das macht es einfach für uns möglich, ehrlich und fair zu arbeiten. Deswegen bereitet mir die Arbeit bei der KLV nach 20 Jahren immer noch Freude und macht mich stolz.
Durch welche Werte zeichnet sich die KLV aus?
Wir sind stark von Werten geprägt, denn Produkte sind leicht kopierbar, aber unsere Kultur nicht. Die Nähe zu den Kund:innen ist für uns ein wichtiges Thema. Verlässlichkeit und Verantwortung spielen eine zentrale Rolle, natürlich in allen Bereichen – im ökonomischen, im ökologischen wie auch im sozialen Bereich.
Wie wichtig ist der persönliche Kontakt – speziell in Zeiten von KI?
KI wird auch bei uns bereits im Hinter-
grund zur Unterstützung eingesetzt, um Prozesse zu verbessern, Geld zu sparen und Prämien zu reduzieren. Aber dort, wo es um die Kund:innen geht – im Beratungsfall und in der Leistung –, da sind wir ganz klar überzeugt, dass nur echte Menschen für echte Menschen die optimale Betreuung bieten können. Deswegen bauen wir unsere Kundenbetreuung massiv aus. Das ist für uns sehr, sehr wichtig, weil wir im Schadenfall einfach schneller sein wollen. Wir sind flächendeckend stark in allen Kärntner Regionen verwurzelt und können – von KFZ-Versicherung über Cyberversicherung bis zur Vorsorge – 360 Grad absichern.
Was steckt hinter der Kampagne #gemeinschaftsstark?
Entstanden ist die Idee letztes Jahr bei unserem 125-Jahr-Jubiläum, das wir von Mörtschach bis Bleiburg in allen Kärntner Regionen bei insgesamt 13 Festen mit rund 5.000 Menschen gefeiert haben. Vor Ort haben wir viele Gespräche geführt und da ist uns wieder einmal bewusst geworden, welche Wertschätzung die Kärntner:innen uns entgegenbringen. So wurde die Idee geboren, diese Kund:innen und Partnerschaften herzuzeigen –mit echten Menschen und nicht mit FakeRecruitings. Es geht darum, die Verbindung, die unsere Kundenbetreuer:innen mit unseren Kund:innen haben, sichtbar zu machen.
„Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit sind wir stark von Werten geprägt, denn Produkte sind leicht kopierbar, aber unsere Kultur ist einzigartig.“
Jürgen Hartinger
Was bedeutet „gemeinschaftsstark“ für Sie persönlich?
Gemeinschaftsstark trifft den Kern unserer Werte. Ich kann so sein wie ich bin –vollkommen individuell und frei, ohne dass mir jemand in mein Leben hineinredet und trotzdem habe ich den Schutz der Gemeinschaft. Ich weiß, wenn etwas passiert, bin ich geschützt. Es ist diese Individualität mit dem Halt der Gemeinschaft, die das Ganze so einzigartig macht. Wie ein bunter Garten – alle Pflanzen sind miteinander verwurzelt und das gibt ihnen den Halt. Jede kann über der Erde so wachsen und blühen, wie sie will. Aber unter der Erde ist man verwurzelt und gibt sich gegenseitig Halt. Das drückt für mich am besten aus, was wir als KLV unter #gemeinschaftsstark verstehen. |
KONTAKT
KÄRNTNER
LANDESVERSICHERUNG aG Domgasse 21 9020 Klagenfurt am Wörthersee T: +43 463 5818 anfragen@klv.at www.klv.at
Immer online, aber nie wirklich bei uns selbst: Wie das Smartphone unseren Alltag diktiert und wie wir Wege aus der digitalen Dauerschleife finden.
Von Anja Fuchs
Das Summen in der Tasche, ein leises „Pling“, das Aufleuchten des Displays im Dunkeln –kaum etwas reißt uns so zuverlässig aus dem Moment, fordert unsere Aufmerksamkeit so permanent ein wie das Smartphone. Mobilgeräte sind längst kein reines Werkzeug mehr – vielmehr sind sie zum Taktgeber unseres Alltags geworden.
In Symbiose mit dem Screen Eine aktuelle Studie unter SmartphoneNutzer:innen in Österreich zeigt: Im Schnitt greifen wir rund 36-mal täglich zum Handy. Fast ein Drittel verbringt sogar mindestens vier Stunden pro Tag damit. Mehr als ein Viertel der 14- bis 29-Jährigen hat das Gerät täglich mehr als fünf Stunden in Verwendung. Selbst wenn viele Menschen den digitalen Konsum zunehmend kritisch sehen und fast zwei Drittel diesen künftig einschränken möchten, zeigen die Umfrageergebnisse: Viele leben in Symbiose mit dem Bildschirm. Selbst jene, die bewusst mit Bildschirmzeit umgehen, tappen hin und wieder in die Scrolling-Falle – und schon werden aus Sekunden ungewollt Minuten und aus Minuten Stunden. Obwohl man oft längst spürt: Mit der digitalen Nähe schaffen wir Distanz zu uns selbst.
(Quelle: deloitte.com)
DIGITAL DETOX: Ausschalten zum Abschalten
Nervensystem in Hochspannung
Die Gründe dafür sind mannigfaltig: Indem wir permanent online sind, zerreißen wir unter anderem unseren inneren Rhythmus, erklärt Gudrun Umbauer, Gründerin des Instituts für Gesundheit & Entwicklung in Graz und Judenburg. „Anstatt Winter, Frühling, Sommer, Herbst im Inneren zu erleben, gibt es nur einen endlosen ,Sommer‘ der Reize – weil wir andauernd im Außen, sprich im Reizmodus verharren.“ Diese „inneren Jahreszeiten“ beim Menschen bezeichnen die körperlichen und psychischen Veränderungen im Laufe des Lebens, die sich im
„Permanente Bildschirmnutzung versetzt unser Nervensystem in Alarmzustand, hält den Sympathikus und den Dopaminspiegel hoch. Das führt auf Dauer zu Schlafproblemen, Nervosität und Erschöpfung.“
Gudrun Umbauer
Einklang mit den externen Jahreszeiten verändern und oft mit dem weiblichen Menstruationszyklus verglichen werden: Dabei steht der Frühling für Neubeginn und steigende Energie, der Sommer für Aktivität und Fruchtbarkeit, der Herbst für einen Rückzug und die Vorbereitung
„Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen.”
François de La Rochefoucauld
auf Ruhe, und der Winter für Ruhe und Regeneration. Regeneration, die wir unserem Körper oft nicht geben, denn: „Permanente Bildschirmnutzung versetzt unser Nervensystem in Alarmzustand, hält den Sympathikus und den Dopaminspiegel hoch. Das führt auf Dauer zu Schlafproblemen, Nervosität und Erschöpfung”, so Umbauer. „Ständiges Scrollen am Smartphone fragmentiert außerdem: Weil man dabei im ständigen ,Nächsten‘ gefangen ist, verliert man die zyklische Tiefe der eigenen Seele. Zusätzlich erfolgt eine Trennung vom Körper: Online-Sein ist kopflastig, sprich, der Körper wird übergangen – so lange, bis er sich irgendwann mit Symptomen bemerkbar macht.“
Flugmodus für die Seele
Für viele ist vor allem das Smartphone bereits zum konstanten Begleiter von früh bis spät geworden – so dass es unglaublich schwerfällt, sich davon zu trennen. Wie es trotzdem gelingen kann, digitale Pausen in den Alltag zu integrieren bzw. sogar zur Gewohnheit werden zu lassen? Die Gesundheitsexpertin hat dafür folgende Tipps parat:
❶ Automatisches
Ein- & Ausschalten
Feste Zeiten einrichten, zu denen das Smartphone automatisch in den Ruhemodus geht – zum Beispiel nachts oder während der „inneren Winterzeiten“. Damit übergibt man die Verantwortung an die Technik, statt selbst ständig kämpfen zu müssen. Das Nervensystem darf lernen: Es gibt Momente ohne Reize –und diese sind sicher. Um nicht auf das Handy als Wecker im Schlafzimmer angewiesen zu sein, empfiehlt sich ein Lichtwecker, der den Tag-Nacht-Rhyth-
INFOS
deinegesundheit.at und www.yavida.at
Wir sind da. Gemeinsam für psychische Gesundheit an den Schulen.
mus simuliert und ein natürliches Aufwachen unterstützt.
❷ Stressregulation bewusst erforschen
Vor allem für analytische Typen eignen sich Gadgets, um zu beobachten, wie sich der Körper bei Bildschirmnutzung bzw. in Online-Phasen verhält (zum Beispiel Stress-Tracker oder HRV-Messung). Dabei wird erfahrbar: Langeweile entspannt das Nervensystem. Es hilft, den Prozess spielerisch zu betrachten: sich Schritt für Schritt mit einem ruhigeren, manchmal fast „langweiligen“ Leben anzufreunden – und darin neue Freiheit zu entdecken.
❸ Ohne Smartphone unterwegs Simpel, aber effektiv: Öfters ganz bewusst ohne Mobiltelefon außer Haus gehen oder es einfach einmal im Auto lassen – sei
es beim Spazierengehen, bei einem Treffen mit Freunden oder bei einem Besuch im Café. Dabei nachspüren, wie sich der Raum verändert, wenn man voll präsent ist – ohne ständige Erreichbarkeit.
ZUR PERSON
Gudrun Umbauer ist Bewusstseinstherapeutin, Unternehmensberaterin im Bereich Stressmanagement und Gründerin des Instituts für Gesundheit & Entwicklung in Graz und Judenburg sowie des Vereins für Selfempowerment & Souveränität.
unterstützt von:
MEHR
GLOSSE
von Hans Lach
Die Wahrheit ist schwer zu ertragen, weil sie Illusionen zerstören kann
Jeder Mensch betrachtet die Welt durch seine eigenen Augen - aus Erfahrungen, Werten und Überzeugungen. Allerdings: Die Lüge kommt heute in den Kleidern der Wahrheit daher. Die Welt hat keine Lust, der nackten Wahrheit zu begegnen.
Wie war das doch gleich? Vor der Nationalratswahl im September 2024 war es nicht möglich, den Schuldenstand von Österreich festzustellen, erst kurz danach. Wie war das mit der Invasion der USA unter Präsident George W. Bush in den Irak 2003 als „Reaktion“ auf die Terroranschläge am 11. September 2001?
Die Lüge ist in unserer Zeit omnipräsent. Man kann sich nur wundern, was die Menschen alles glauben. Im Netz ist eine Parabel eines unbekannten Verfassers zu finden: „Da treffen sich eines Tages die Wahrheit und die Lüge. Die Lüge sagt zur Wahrheit: ,Heute ist ein schöner Tag!‘ Die Wahrheit schaut zum Himmel – es war wirklich ein schöner Tag. Sie verbringen viel Zeit miteinander und kommen schließlich an einen Brunnen. Die Lüge sagt zur Wahrheit: ,Das Wasser ist sehr schön, lass uns zusammen baden!‘ Die Wahrheit, etwas misstrauisch, fühlt das Wasser und stellt fest, dass es wirklich sehr angenehm war. Sie ziehen sich aus und beginnen zu baden. Plötzlich steigt die Lüge aus dem Wasser, zieht die Kleider der Wahrheit an und rennt davon. Die Wahrheit kommt wütend aus dem Brunnen und rennt umher, um die Lüge zu finden und ihre Kleider wieder zu bekommen. Die Welt, die die Wahrheit nackt sieht, wendet ihren Blick mit Verachtung ab. Die arme Wahrheit kehrt zum Brunnen zurück und verschwindet für immer, um ihre Schande zu verbergen. Seitdem reist die Lüge als Wahrheit verkleidet um die Welt und befriedigt die Bedürfnisse der Gesellschaft, denn die Welt hat keine Lust, der nackten Wahrheit zu begegnen.“
Interessant die Erkenntnis von Carl Edward Sagan (1934–1996), ein US-amerikanischer Astronom, Astrophysiker, Exobiologe, Fernsehmoderator, Sachbuchautor und Schriftsteller, zum Thema Wahrheit: „Wenn wir lange genug beschwindelt werden, weisen
wir jeden Zweifel daran zurück, dass wir hereinge legt worden sind. Wir sind nicht mehr daran interessiert, die Wahrheit herauszufinden. Die Schwindelei hat uns eingefangen. Es ist ein fach zu schmerzhaft einzugestehen – auch uns selbst –, dass wir hereingelegt worden sind. Wenn du einmal einem Scharlatan Macht über dich gegeben hast, bekommst du sie nie wieder zurück.“
Da hatte der britische Polarforscher Ernest Shackleton, der für seine Antarktis-Expedition eine Crew für sein Schiff „Endurance“ suchte, der Wahrheit die Ehre gegeben. Auf seine Stel lenanzeige in der „Times“ haben sich viele Men schen gemeldet: „Männer gesucht für gefährliche Reise. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate in vollständiger Dunkelheit, konstante Gefahr, sichere Rückkehr zweifelhaft. Ehre und Anerkennung im Er folgsfall.“ 1914 brach Shackleton mit seinen Männern in die Antarktis auf. Das Schiff wurde von Eis umschlossen und sank. Die Crew wurde gerettet.
Freiheit und Wahrheit
Freiheit und Wahrheit sind untrennbar miteinander verbunden. Friedrich Nietzsche (1844–1900) wird folgender Satz zugeschrieben: „Manchmal wollen die Menschen die Wahrheit nicht hören, weil sie nicht wollen, dass ihre Illusionen zerstört werden.“
Niemand auf dieser Welt ist im Besitz der einzigen Wahrheit. Obwohl wir glauben, vielleicht sogar überzeugt sind, bestens informiert zu sein, wissen wir nur das, was man uns wissen lässt. Was würde aber passieren, wenn wir all das weglassen, was uns von außen eingepflanzt wurde und wird: Religion, Politik, Weltbild? Ideologien lenken uns, ohne dass wir es merken. Eine Veränderung ist meist nicht bequem, aber notwendig. |
ZUR PERSON HANS LACH Autor und Verleger office@alpenadria-verlag.at
13-mal pro Woche von Klagenfurt nach
Wien und weiter in die Welt
Austrian Airlines bindet den Wirtschaftsraum sowie das Tourismusland Kärnten über das Drehkreuz Wien-Schwechat an Ziele in Europa und der ganzen Welt an.
Die direkte Flugverbindung ermöglicht es Geschäftsreisenden, effizient zwischen Kärnten und internationalen Wirtschaftszentren zu pendeln. Städtetrips zu den spannendsten Metropolen lassen sich mit einmaligem Umsteigen perfekt planen. Gleichzeitig profitieren internationale Touristen von der schnellen Erreichbarkeit der Region, die sowohl im Sommer als auch im Winter ein beliebtes Urlaubsziel darstellt.
Attraktives Angebot für Business und Freizeit
Die sehr guten Connecting Times ermöglichen es Reisenden, ihre Weiterflüge ohne
lange Wartezeiten zu erreichen. Vor allem der Frühflug um 05:45 Uhr ab Klagenfurt garantiert die optimale Erreichbarkeit von Weiterflügen in Europa und weltweit ebenso wie der späte Anschlussflug um 22:35 Uhr ab Wien mit Ankunft um 23:25 Uhr in Klagenfurt für die Rückreise.
Die Buchung der Umsteigeverbindungen gestaltet sich denkbar einfach. Reisende können ihre gewünschten Verbindungen entweder direkt in den Kärntner Reisebüros oder bequem online über www.austrian.com buchen.
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Bequem und direkt ab Klagenfurt über Wien mit Austrian Airlines fliegen. Zu über 80 Ziele mit kurzer Umsteigezeit. Lassen Sie sich inspirieren!
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Herbstgenuss im Hotel Stoiser: Mein Moment der Ruhe
Ankommen, durchatmen, entschleunigen – schon beim Betreten des Hotels Stoiser in Loipersdorf ist die besondere Bedeutung dieser Jahreszeit spürbar. Und genau das wollte ich ausprobieren: mehr Ruhe, mehr Regeneration, mehr Genuss im steirischen Thermen- & Vulkanland.
Von Isabella Schöndorfer
Die Pauschale „Stoiser Auszeit“ war für meinen Aufenthalt ideal. Neben regionalem Genuss-Frühstück und abendlichem Menü erwartete mich eine wohltuende Massage sowie der freie Zugang zum hoteleigenen Bade- und SaunaReich. Schon nach wenigen Stunden war klar: Dieses Paket hält, was es verspricht – Entspannung auf allen Ebenen.
Herbstvielfalt auf dem Teller
Kulinarisch zeigt sich das Stoiser im Herbst von seiner besten Seite. Kürbisgerichte, Wildspezialitäten und aromatische Kräuter sorgten dafür, dass jeder Teller 100% nach der Jahreszeit schmeckte. Themenabende und regionale Weinempfehlungen rundeten das Tagesende ab. Besonders ansprechend empfand ich die Balance zwischen bodenständiger Regionalität und liebevoll inszenierten Buffets.
Auch im Wellness- und GesundheitsReich zeigt sich die herbstliche Handschrift. Eine wärmende Kräuterstempelmassage ließ mich den Alltag vergessen, duftende Sauna-Aufgüsse mit Zirbe und Orange-Zimt schufen ein wohliges Gefühl von Wärme. Gerade an kühleren Tagen war diese Abstimmung auf die Jahreszeit ein besonderes Highlight.
Goldener Herbst im Vulkanland Das Umfeld lädt ein, aktiv zu werden oder einfach achtsam zu genießen. Zwischen Wanderungen durch das farbenfrohe Vulkanland, Radausflügen und Besuchen bei Buschenschänken mit regionalem Wein war die Auswahl groß. Wer Lust auf Kultur hat, findet mit der Riegersburg oder dem Zotter Schokoladentheater lohnende Ziele. Ein exklusiver Vorteil für Gäste ist das „Morgenschwimmen“. Bereits ab 7 Uhr,
Unter dem Motto „Mein Moment“ lädt das familiengeführte Haus in dritter Generation dazu ein, bewusste Auszeiten zu nehmen.
zwei Stunden vor Öffnung für das Publikum, konnte ich in aller Ruhe meine Bahnen in der Therme Loipersdorf ziehen. Diese Stille war unvergleichlich –und das Gefühl, den Tag auf diese Weise zu beginnen, bleibt mir in Erinnerung. Mit 125 komfortablen Zimmern, einem 3.500 m² großen Wellness- & GesundheitsReich und einem herzlichen Team bietet das Stoiser alles, was es für bewusste Genießer braucht. Für mich war dieser Aufenthalt mehr als ein Hoteltest – es war mein Moment. |
KONTAKT
4* Hotel Stoiser An der Therme 153 8282 Bad Loipersdorf T: 03382 8212
Wir alle erleben, wie rasant künstliche Intelligenz und Digitalisierung unseren Alltag durchdringen. Ob im Beruf oder in der Freizeit – digitale Technologien sind längst ständige Begleiter. Wir fragen digitale Assistenten nach dem Wetter, lassen uns Routen berechnen, setzen KI-Programme ein, um Texte, Bilder oder Datenanalysen zu erstellen. Das geschieht selbstverständlich, spielerisch. Manchmal fühlen sich diese Systeme an wie ein guter Freund, der zuhört, antwortet, uns Arbeit abnimmt.
Und doch: Dieser „Freund“ funktioniert ausschließlich nach den Regeln der Technik. Immer 0 oder 1. Immer Ja oder Nein. Immer berechenbar, niemals wirklich menschlich.
Gesellschaft in schwarz-weiß
Das Faszinierende wie das Gefährliche daran ist, dass sich dieses Muster längst nicht mehr nur auf die Technologie beschränkt. Auch in unserer Gesellschaft hat sich eine Art „digitale Logik“ ausgebreitet: Schwarz oder Weiß, für oder gegen, Zustimmung oder Ablehnung. In Interviews, Schlagzeilen und Debatten wird selten nach Zwischentönen gefragt. Bist du für Trump oder gegen ihn? Für Sanktionen oder dagegen? Für Israel oder für humanitäre Hilfe in Gaza? Die Komplexität der Wirklichkeit wird zunehmend auf 0 oder 1 verkürzt.
umarmten, als spürbar wurde, dass hier Menschen stolz sind auf das, was sie gemeinsam geschaffen haben. Diese Kraft lässt sich nicht in 0 oder 1 darstellen. Sie ist Ausdruck jener Dreidimensionalität, die unsere Welt im Kern ausmacht.
Nachhaltigkeit braucht die dritte Dimension Genau hier liegt die Verbindung zu Nachhaltigkeit und Verantwortung. Nachhaltigkeit ist nicht allein ein Zahlenwerk oder ein Bericht über CO₂-Reduktion. Sie ist ein Versprechen an die Zukunft, getragen von Werten, Empathie und Gemeinschaft. Unternehmen, die Verantwortung ernst nehmen, achten auf ihre Kultur, auf ihre tatsächliche Wirkung nach innen und außen und auf den Sinn, den Menschen in ihrer Arbeit finden. Das ist die „dritte Dimension“, die sich nicht in binären Kategorien ausdrücken lässt – und die dennoch entscheidend ist.
Menschlichkeit im digitalen Zeitalter
Digitale Technologien sind mächtige Werkzeuge. Sie können Prozesse beschleunigen, Ressourcen schonen und Innovation fördern. Aber sie kennen keine Freude, keine Trauer, kein Mitgefühl. Das bleibt uns Menschen vorbehalten.
ZUR PERSON
IRIS STRASSER leitet Verantwortung zeigen! (VZ), ein Unternehmensnetzwerk für Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft und lehrt Nachhaltigkeit an mehreren Hochschulen. Sie erreichen die Autorin unter iris.strasser@ verantwortungzeigen.at
Doch unser Leben ist nicht binär. Menschliches Handeln und Empfinden findet zwischen den Polen statt, in Grautönen, in der Tiefe. Der differenzierte Zwischenraum, das Abwägen, das Suchen nach Kompromissen – all das droht verloren zu gehen.
Ein Moment jenseits der Zahlen
Ein Erlebnis hat mir das zuletzt vor Augen geführt: Bei einem 20-jährigen Firmenjubiläum wurden wie üblich Zahlen präsentiert – Umsätze, Wachstumsraten, Beschäftigtenzahlen. Der eigentliche Erfolg offenbarte sich in einem ganz anderen Moment: als Mitarbeiter:innen ihre Geschäftsführerin spontan
Unsere Aufgabe ist es, die Vorteile der Digitalisierung mit unserer ureigenen Stärke zu verbinden: Empathie, Kreativität, Verantwortung. Unternehmerische Verantwortung bedeutet, Räume zu bewahren, in denen Dialog nicht auf „für oder gegen“ reduziert wird, sondern Vielfalt an Perspektiven Platz hat.
Zwischen 0 und 1 liegt die Zukunft
Die Gefahr liegt nicht darin, dass KI uns Aufgaben abnimmt. Die Gefahr liegt darin, dass wir selbst beginnen, die Welt nur noch binär zu betrachten. Unsere menschliche Wirklichkeit entfaltet sich allerdings zwischen 0 und 1.
In dieser dritten Dimension finden wir das, was uns berührt, hilft und trägt: Gemeinschaft, Vertrauen, Hoffnung und Sinn. |
Best of Service Award 2025 für das Autohaus Kaposi
Das Autohaus Kaposi in Klagenfurt darf sich über eine besondere Auszeichnung freuen: Mercedes-Benz Österreich hat dem Betrieb den Best of Service Award 2025 verliehen.
Mit diesem Preis würdigt die Marke jene Partnerbetriebe, die durch konsequent hohe Servicequalität und eine besonders kundenorientierte Arbeitsweise überzeugen.
Exzellente Servicequalität Entscheidend für die Auszeichnung war vor allem das Zusammenspiel des gesamten Teams. Von der Serviceannahme über die Werkstatt bis zum Verkauf arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich Hand in Hand, um den hohen Erwartungen der Kundinnen und Kunden gerecht zu werden – und diese im besten Fall zu übertreffen. Die Anerkennung zeigt, dass es gelungen ist, die hohen Standards von MercedesBenz nicht nur zu erfüllen, sondern
auch in einer persönlichen und vertrauensvollen Atmosphäre umzusetzen.
Engagement und Teamgeist Für die Geschäftsleitung ist der Award ein wichtiger Beweis dafür, dass Engagement und Teamgeist den entscheidenden Unterschied machen. Er soll zugleich Ansporn sein, das Serviceangebot weiterzuentwickeln und den eingeschlagenen Weg konsequent fortzuführen.
Das Autohaus Kaposi bedankt sich bei allen Kundinnen und Kunden für ihr Vertrauen – und bei seinem Team, das mit Fachkompetenz, Einsatzbereitschaft und Leidenschaft täglich dafür sorgt, dass Service mehr ist als nur ein Versprechen. |