Südösterreich als Wirtschaftsstandort im Herzen Europas.
Wirtschaftsraum Südösterreich
Synergien sinnvoll nutzen
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Alpen-Adria-Region.
Nachhaltige Kurskorrektur
Weniger Bürokratie für Unternehmen mit dem EU-Omnibuspaket.
Zukunft neu denken
Generationenübergreifender Dialog beim VZ Thementag.
GEMEINSAM NEUE WEGE GEHEN
Veränderung, Wachstum, mutige Entscheidungen –wer ein Unternehmen führt, gestaltet tagtäglich Zukunft.
Gerade in Zeiten des Wandels sind Vision, Klarheit und verlässliche Partnerschaften gefragt. Unternehmer:innen sind gefordert, neue Chancen zu erkennen und aktiv zu nutzen. Und wer vorangeht, weiß: Neue Wege geht man am besten gemeinsam. So wie jene neun Unternehmer:innen, die sich mit Hermann Maier auf eine Expedition durch eine Höhle begeben haben – ein echtes Abenteuer, das sinnbildlich steht für die Entschlossenheit, neue Perspektiven zu entdecken. Einer von ihnen: Der Kärntner Unternehmer Sandro Piroutz, Geschäftsführer der woody GmbH.
IN VIERTER GENERATION
Sandro Piroutz leitet das Familienunternehmen in vierter Generation – mit Innovationskraft, einem ausgeprägten Nachhaltigkeitsbewusstsein und viel Leidenschaft. Woody produziert biegsame Holzschuhe aus natürlichen Materialien wie Holz und Leder und verbindet dabei traditionelles Handwerk mit internationalem Design. Für Piroutz ist klar: Wer gestalten will, braucht Offenheit für Neues und starke Partner an seiner Seite. „Neue Wege geht man besser nicht allein“, bringt er es auf den Punkt.
„Wir erleben täglich, wie viel Energie und Verantwortung es braucht, ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Gerade in dynamischen Zeiten ist es entscheidend, die richtigen Weichen zu stellen. Dabei verstehen wir uns als verlässlicher Partner an der Seite der Kärntner Wirtschaft.“ Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten.
Und genau das ist unser Anspruch als Bank. Raiffeisen Kärnten steht Unternehmer:innen mit Engagement, Fachkompetenz und persönlicher Beratung zur Seite – über alle Unternehmensphasen hinweg. Nah am Markt, nah an den Menschen, mit einem echten Verständnis für das, was Unternehmen bewegt.
Als führender Bankpartner in Kärnten bieten wir individuelle Finanzierungslösungen, die Entwicklung ermöglichen – für Investitionen, Wachstum und Innovation. Unsere Expert:innen für Förderberatung unterstützen gezielt mit passenden Programmen und holen so das Maximum für Ihre Investitionen heraus. Mit leistungsstarken Services im Zahlungsverkehr und fundierter Unterstützung im Exportgeschäft schaffen wir Perspektiven – regional wie international.
Was uns besonders macht? Wir hören zu. Wir denken mit. Und wir handeln lösungsorientiert – auf Augenhöhe. Denn echte Stärke entsteht dort, wo Vertrauen auf Kompetenz trifft. ■
GEMEINSAM
NEUE WEGE GEHEN
Sie möchten Ihr Unternehmen weiterentwickeln? Neue Chancen nutzen? Dann lassen Sie uns gemeinsam neue Wege gehen. Unsere Expert:innen im Firmenkundengeschäft beraten Sie persönlich, denken unternehmerisch und begleiten Sie partnerschaftlich bei jedem Schritt. Vereinbaren Sie ein Gespräch mit Ihrer Raiffeisenbank in Kärnten. WIR macht’s möglich. Zum Beratungstermin →
Vorwort Inhalt
Neu denken!
Wie kann jeder Einzelne einen kleinen, aber doch sehr wichtigen Teil dazu beitragen, damit eine gute Zukunft gelingt!? Eine Frage, der wir im Rahmen des „Verantwortung zeigen! Thementages“ auf Schloss Hollenegg bei Deutschlandsberg nachgegangen sind.
Im Fokus: Die „next generation“ –Future Minds! Junge kritische Kräfte, die in Zukunft mehr Gehör bekommen müssen! Sie stehen für einen Wertekatalog, der sich sehen lassen kann.
Demnach hat Arbeiten ganz stark mit Identität und Sinnstiftung zu tun.
Große Fortschritte passieren dann, wenn Menschen über das hinausgehen, was erwartbar war. Darum haben wir im Süden Österreichs einige dieser Spitzen in Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport !
Ich möchte mit einem treffenden Zitat, das KWFVorstand Roland Waldner geteilt hat, für den Sommer 2025 schließen: Führung heißt, andere erfolgreich machen!
Fazit: Ein WIR vor dem Ich!
Ihr Walter Rumpler
In Vielfalt vereint
Im Mai begab sich eine AlpenAdriaDelegation unter der Leitung von WKKPräsident Jürgen Mandl nach Brüssel, um Bewusstsein für Zukunftsthemen auf EUEbene zu schaffen.
Gemeinsam mit Kärntner Medienkolleg:innen durfte ich vor Ort mit dabei sein.
Neben wertvollen Eindrücken hat die Reise auch meine Lebensphilosophie bestärkt: Nur mit Zusammenarbeit und gemeinsamen Werten kann Zukunft gelingen – Grenzen gibt es nur im Kopf! Und so nehmen wir dies zum Anlass, um in der aktuellen Ausgabe einen Blick über die Grenzen hinaus zu wagen. Vor 30 Jahren ist Österreich der EU beigetreten – eine Entscheidung, die Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig geprägt hat.
Es ist demnach höchst an der Zeit zu verinnerlichen, dass wir ein Teil des großen Ganzen sind – ein Wirtschaftsstandort im Herzen Europas!
In diesem Sinne wünschen wir eine spannende Lektüre!
Maria Kollmann ist weltweit an der Schnittstelle Forschung, Technologie und Innovation bei AVL tätig.
6 Starkes Europa
Das erwarten sich Südösterreichs Nachwuchsführungskräfte in Zukunft von der EU.
14 Alpen-Adria-Netzwerk
Wirtschaftsvertreter:innen sprachen sich in Brüssel für die Schaffung einer EUMakroregion aus.
22 Verantwortung zeigen!
Der diesjährige Thementag in der Steiermark bot Raum für neues Denken.
38 Nachhaltiger Korrekturkurs
Die EU plant Vereinfachungen in punkto Berichterstattung, LieferkettenRichtlinie und Taxonomie.
50 Begegnung in Bewegung Erasmus+ fördert Bildung und Zusammenhalt über nationale Grenzen hinweg.
56 Den Menschen als Ganzes betrachten
PEFC/06-42-28 Durch die Beschaffung von
PEFC/06-39-364/11
PEFC-zertifiziert Dieses Produkt stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen www.pefc.at
OFFENLEGUNG nach § 5 ECG, § 14 UGB, § 24 , 25 Mediengesetz. IMPRESSUM: Gründung 1997. Herausgeber: Walter Rumpler, w.rumpler@advantage.at. Verlag & Medieninhaber: advantage Media GmbH. Geschäftsführung: Walter Rumpler. Chefredaktion: Petra Plimon, petra@plimon.at. Redaktion: Anja Fuchs, Barbara Pachler, Monika Unegg. Anzeigenleitung: Walter Rumpler. Fotos: advantage, pixelio.de, pixabay.com, unsplash.com bzw. beigestellt lt. FN. Adresse: advantage Media GmbH, Villacher Ring 37, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, T: +43 (0)650 7303400. Die Meinungen von Gastkommentatoren müssen sich nicht mit der Meinung der advantageRedaktion decken. Alle Rechte, auch Übernahme von Beiträgen gem. §44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. AGB/Haftungsausschluss/rechtlicher Hinweis: www.advantage.at
Die Traditionelle Europäische Medizin (TEM) gewinnt immer mehr an Beliebtheit.
60 Gemeinsam Grenzenlos Gorizia und Nova Gorica sind zusammen Europäische Kulturhauptstadt 2025.
mit Maria Kollmann, Vize-Präsidentin Government Affairs bei AVL List GmbH in Graz
„Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit gehen Hand in Hand“
Von der Wirtschaftsdiplomatie in die Industrie: Als VizePräsidentin Government Affairs ist die gebürtige Lavanttalerin Maria Kollmann weltweit an der Schnittstelle Forschung, Technologie und Innovation bei AVL tätig. Von Petra Plimon
Im Zukunftsgespräch mit advantage spricht Maria Kollmann über Europa, die Bedeutung von Kollaboration und warum das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachtet werden muss.
30 Jahre Österreich in der EU:
Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für den Wirtschaftsstandort?
Maria Kollmann: Der Europagedanke ist extrem wichtig. Er war immer wichtig und muss weiterhin wichtig bleiben. Ein großes Thema ist derzeit die Wettbewerbsfähigkeit. Wir wissen, wir sind in Österreich, in Europa – aufgrund der hohen Lohn und Energiekosten, aber auch aufgrund der vielen Regularien und der überbordenden Bürokratie – im globalen Wettbewerb strukturell benachteiligt. Da muss einerseits die Politik etwas tun. Andererseits glauben wir, dass man nur mit Innovation und Forschung punkten kann. Und da müssen wir gemeinsam ansetzen, denn eine weitere Produktionsverlagerung darf nicht passieren!
Stichwort Mobilitätswende:
Wie kann die Transformation gelingen?
„Die Koralmbahn ist extrem wichtig. Das öffnet uns wieder, denn es geht um den gesamten Süden!“
Maria Kollmann
Wir müssen offen sein in alle Richtungen. Mobilität wird oft nur mit Fahrzeugen in Verbindung gebracht, doch wir müssen es ganzheitlich sehen – stets in Kombination mit Energiebereitstellung, Ressourcenverfügbarkeit und Digitalisierung –systemisch und sektorübergreifend. Das gilt auch für das Thema Nachhaltigkeit,
d. h. bezogen auf den gesamten Lebenszyklus: von der Produktion über die Anwendung inklusive Recycling. Am AVL Battery Innovation Center in Graz arbeiten wir daran, den Fertigungsprozess von Batterien zu optimieren und den CO2Fußabdruck zu reduzieren.
Wir sehen Nachhaltigkeit als eine Chance und nicht als das Problem, denn das bringt uns zu mehr Innovation und zu innovativeren Geschäftsmodellen. Es ist ein Paradigmenwechsel. Aber wir dürfen Nachhaltigkeit nicht ohne die Wettbewerbsfähigkeit denken!
Welche Rolle spielt die Wasserstoff-Technologie?
Wir arbeiten bei AVL entlang der gesamten WasserstoffWertschöpfungskette –von der Erzeugung bis zur Anwendung. Unser Fokus liegt derzeit bei der Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse, speziell für schwer elektrifizierbare Bereiche, d. h. Industrie und chemische Prozesse. In der SOECHochtemperaturElektrolyse sehen wir enormes Potenzial.
Wir wenden Wasserstoff aber auch an, etwa bei den Antrieben. Luftfahrt und Schifffahrt sind große Themen, sowie
„Wir sehen Nachhaltigkeit als eine Chance und nicht als das Problem, denn das bringt uns zu mehr Innovation.“
Maria Kollmann
stationäre Anwendungen für Energie. In diesen Bereichen, so glauben wir, wird Wasserstoff eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Zukunft spielen.
AVL ist eines der Gründungsunternehmen des AC Styria Mobilitätsclusters, der heuer sein 30-jähriges Jubiläum feierte. Wie wichtig ist der Faktor Kollaboration?
Kollaboration hat für uns als AVL einen hohen Stellenwert – sowohl auf vertikaler, als auch auf horizontaler Ebene. Denn die Themen unserer Zeit sind zu komplex, um sie allein anzugehen. Vertikal umfasst die Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – mit Industrie, KMUs, Wissenschaft, Politik, aber auch in den Clustern – wie AC Styria, der uns als Gründungsmitglied besonders am Herzen liegt. Wir glauben, dass der gesamte Südraum durch die Synergieeffekte aus der Automobilindustrie auch in anderen Branchen wie Luft und Bahnfahrt profitiert.
Und das zweite ist die horizontale Ebene, nämlich mit den Mitbewerbern zu kooperieren im vorwettbewerblichen Bereich – insbesondere auf europäischer Ebene bei kollaborativen Forschungsprojekten. Das funktioniert extrem gut und hilft sowohl den Einzelstaaten wie Österreich, als auch Europa als Gesamtes.
Wie wirkt sich Vielfalt auf den Unternehmenserfolg aus?
AVL beschäftigt rund 12.200 Mitarbeiter:innen an über 90 Standorten in 30 Ländern. Allein in Graz arbeiten 4.000 Mitarbeiter:innen aus 50 Nationen für eine grünere, sicherere und bessere Welt der Mobilität.
Wir sind davon überzeugt, dass wir uns global aufstellen müssen, um von der Stärke der Vielfalt (sprich: unterschiedliche Länder, aber auch Frauen und Männer unterschiedlichen Alters) zu profitieren. Wir merken deutlich: Diverse Teams sind kreativer und damit innovativer, weil sie unterschiedliche Blickwinkel einbringen.
Welche Bedeutung hat die Förderung von Frauen in der Technik bei AVL?
Wir sind in einer Branche tätig, in der es nach wie vor zu wenige Frauen gibt. AVL tut da einiges und wir sehen das vielschichtig. Einerseits disziplinarisch und
fachlich. Da haben wir immer mehr Frauen, die Business Field Leader, z. B. im Bereich ADAS und Automatisiertes Fahren oder auch Lead Engineers sind. Um mehr Mädchen für technische Berufe zu begeistern, müssen wir andererseits bereits frühzeitig aufzeigen, was möglich ist. Es gilt, speziell die MINTFächer von Kindesbeinen an zu stärken. AVL betreibt in Graz einen internationalen Kindergarten am Firmengelände und setzt dahingehend einen großen Schwerpunkt. Wir sind davon überzeugt, dass wir den Samen von Anfang an setzen müssen! |
WISSENSWERT
Bei AVL steht die Entwicklung, Simulation und das Testen in der Automobilindustrie und in anderen Branchen wie Bahn, Schifffahrt und Energie im Fokus. Basierend auf umfassenden eigenen Forschungstätigkeiten, liefert AVL Konzepte, Technologielösungen, Methodiken und Entwicklungswerkzeuge für eine grüne, sichere und bessere Welt der Mobilität und darüber hinaus.
IN VIELFALT VEREINT –
Gemeinsam für ein starkes EUROPA!
Am 1. Jänner 2025 jährte sich der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union (EU) zum
30. Mal: Drei Jahrzehnte EU-Mitgliedschaft haben Österreich nachhaltig geprägt.
Von Petra Plimon
30 Jahre Österreich in der EU! In der aktuellen advantage Ausgabe blicken wir aus der Perspektive des „großen Ganzen“ auf Südösterreich: Mit der Erö nung der Koralmbahn wachsen Kärnten und die Steiermark zu einem Wirtschafts- und Lebensstandort im Herzen Europas zusammen. Doch was bringt uns die EU und wie kann es gelingen, dass Europa wettbewerbsfähiger wird? Und vor allem: Was erwartet sich die jüngere Generation in Zukunft von der EU? Wir haben Nachwuchsführungskräfte aus Kärnten und der Steiermark zu Wort gebeten.
NIKA BASIC
Landesvorsitzende Junge Wirtscha Kärnten und Vizepräsidentin der Wirtscha skammer Kärnten
Landesvorsitzender der Jungen Wirtscha Steiermark „30 Jahre EUMitgliedschaft bedeuten für Südösterreich 30 Jahre voller Chancen: ein offener Markt, grenzenloser Handel, Investitionen in Infrastruktur, Forschung und Innovation. Unsere Betriebe profitieren vom Binnenmarkt, qualifizierten Fachkräften und gemeinsamen Standards, die Planungssicherheit geben. Gleichzeitig stehen wir vor Herausforderungen: überbordende Bürokratie, praxisferne Regelungen und fehlende Flexibilität. Für die Zukunft wünschen wir uns eine unternehmerfreundlichere EU, die regionale Besonderheiten anerkennt und KMU gezielt unterstützt. Ein zentraler Wunsch: ein echter europäischer Kapitalmarkt. Trotz freiem Kapitalverkehr verhindern derzeit nationale Hürden eine einheitliche Finanzierungslösung für Unternehmen. Weniger Regulierung, mehr Vision! Die EU soll Partner sein – nicht nur Regelsetzer. Gemeinsam sichern wir Europas wirtschaftliche Stärke.“
Geschä sführer der IAB Industrieanlagenbau und für die IV im Vorstand des Europahaus Klagenfurt
„Für Südösterreich ist die EU viel mehr als ein politisches Konstrukt, sie ist die Basis für wirtschaftliche Stabilität, Innovation und Zusammenhalt.
Besonders im AlpenAdriaRaum erleben wir tagtäglich, wie Europa im besten Sinne funktioniert. Grenzen, die früher getrennt haben, verbinden heute. Kooperationen bringen neue Märkte und frische Impulse. Als Unternehmer und überzeugter Europäer sehe ich die vielen Vorteile, die der Binnenmarkt, EUFörderungen und der freie Personenverkehr bieten. Das reicht von der Fachkräftegewinnung bis zur Expansion über Landesgrenzen hinweg. Gleichzeitig bringt die EU aber auch Herausforderungen mit sich: Bürokratie bremst oft, wo eigentlich Dynamik gefragt wäre, und die Förderprogramme sind teils zu komplex.
Was ich mir von der EU für die Zukunft wünsche? Weniger Bürokratie und Reglementierung in der EU, mehr Stärke nach außen, Mut zur Vereinfachung und eine echte Nähe zu den Regionen, sowohl finanziell als auch politisch. Die EU darf kein entfernter Player sein, sondern muss noch mehr ein echter Partner vor Ort werden.“
Zwei Drittel der Österreicher:innen hat am 12. Juni 1994 im Rahmen einer Volksabstimmung für den EU-Beitritt votiert.
Die Integration in den EU-Binnenmarkt führte u. a. zu einem Wegfall von Zollkontrollen und Wartezeiten und damit zu erheblichen Kosteneinsparungen für die Unternehmen.
Seit der EU-Mitgliedschaft ist Österreichs Wirtschaft im Schnitt um +0,7 Prozent pro Jahr stärker gewachsen. Die österreichischen Exporte in andere EU-Länder haben sich mehr als vervierfacht. Von 1995 bis 2027 flossen bzw. fließen knapp 8 Mrd. Euro an EU-Förderungen in regionalpolitische Projekte in Österreich. Zusammen mit nationalen Mitteln wird damit ein Gesamtinvestitionsvolumen von fast 29 Mrd. Euro erreicht. Quelle: WKÖ
BARBARA WROLICH
Projekt Managerin, Slowenischer Wirtscha sverband Kärnten
Geld- und Fiskalpolitik sind eng miteinander verwoben, insbesondere in einer Währungsunion wie der Eurozone.
Von Petra Plimon
Der Euro hat viele Krisen überstanden, die bei seiner Gründung bis Ende 2024 unvorstellbar waren.
Klaus Masuch – bis Ende 2024 Principal Adviser bei der EZB – spricht im Interview mit advantage über Herausforderungen, Entwicklung und Zukunft des Euro.
advantage: Was hat der Euro Menschen und Wirtschaft in der EU gebracht?
Klaus Masuch: Die Länder haben alles in allem wirtschaftlich profitiert vom Euro. Die Frage ist: Was wäre die Alternative? Denn ohne den Euro hätte es – gerade, wenn es Krisen gibt – große Wechselkursverwerfungen gegeben und die hätten wiederum politische Konsequenzen gehabt. Insgesamt bin ich überzeugt, dass der Euro und auch die EU wunderbare Institutionen sind. Europa hätte nichts Besseres passieren können nach dem Zweiten Weltkrieg, als die EU zu bekommen und dann auch den Euro.
WISSENSWERT
Am 1. Januar 1999 wurde der Euro – zunächst als Buchgeld – ins Leben gerufen. Münzen und Banknoten wurden am 1. Januar 2002 eingeführt. Der Euro (€) ist aktuell die o�zielle Währung von 20 der 27 Mitgliedsländer der Europäischen Union. Diese bilden den Euro-Raum.
Vor welchen Herausforderungen stehen wir aktuell?
Es gibt noch eine ganze Reihe von Reformen und politischen Entscheidungen auf EUEbene, die notwendig sind, um den Euro dauerhaft besser abzusichern und krisenfester zu machen.
Zentral ist aber, dass der Wohlstand der Menschen in Europa ganz maßgeblich von anderen Faktoren als dem Euro allein abhängt. Wichtige Fragen sind: Wie flexibel sind unsere Märkte? Wird die Marktwirtschaft und damit unser Wohlstand durch zu viel Bürokratie und zu hohe Steuern behindert? Ist es für junge Menschen möglich, Unternehmen aufzubauen oder werden zu viele Hindernisse in den Weg gelegt? Und da muss man schon sagen, dass wir in der EU bzw. in den europäischen Ländern von der Struktur her zu viel Regulierung und zu viele staatliche Gesetze haben, die die Wirtschaft, das Gründen von Unternehmen und das Schaffen neuer Arbeitsplätze behindern.
Was sind die Vorteile einer gemeinsamen Währung?
Jeder kann mit dem Euro in 20 Ländern der EU zahlen. Das hilft den Bürger:innen, das hilft den Unternehmen – weniger Transaktionskosten, weniger Umtauschkosten, weniger Währungssicherungskosten, keine Wechselkursrisiken innerhalb des EuroRaumes. Zudem ist der Euro auch ein immens wichtiges politisches Projekt. Der Euro hilft, den freien Warenaustausch, den Binnenmarkt abzusichern.
„Europa hätte nichts
Besseres passieren können nach dem Zweiten Weltkrieg, als die EU zu bekommen und dann auch den Euro.“
Klaus Masuch
Worum geht es in Ihrem Buch?
Mit dem Buch wollen wir helfen, Euro und EU zu verbessern sowie zur Diskussion institutioneller Reformen beizutragen. Es wird spezifisch auf die Interaktion zwischen der Geldpolitik der EZB und der staatlichen Finanzpolitik eingegangen. Ein wichtiges Thema ist, dass es nicht auf Dauer durchhaltbar ist, dass die EZB Anleihen kauft von Mitgliedsstaaten mit hohen Schulden und finanziellen Problemen, bzw. solche Käufe in Aussicht stellt, und damit die Regierung und Investoren rettet. Das setzt falsche Anreize. In einer funktionierenden Demokratie müssten solche Entscheidungen stattdessen von den Parlamenten, Finanzministern und Regierungschefs der Mitgliedstaaten bzw. der EU gefällt, und nicht von der EZB. Dafür wurde der ESM (EURettungsschirm) gegründet. |
BUCHTIPP
„Crisis Cycle: Challenges, Evolution, and Future of the Euro“ von Klaus Masuch, John H. Cochrane und Luis Garicano. ISBN 978-0-691-27160-6
Starke Stimme in Brüssel
Das EU-Verbindungsbüro vertritt die Interessen Kärntens gegenüber EU-Entscheidungsträger:innen etwa in der Europäischen Kommission oder dem Europäischen Parlament – und das mit Erfolg.
Die Regionen Europas sind in vielen Bereichen ein zentraler Schlüssel dafür, dass die EU und ihre Gesetze funktionieren und darüber hinaus auch wichtiges Bindeglied zu den EUBürger:innen. „Wir müssen als Verbindungsbüro somit natürlich ein wachsames Auge auf alle möglicherweise relevanten EUGesetzesvorhaben und EUInitiativen haben sowie die entsprechenden Informationen dann entsprechend nach Kärnten tragen. Wir sind somit vielseitige Anlauf, Vernetzungs, und Unterstützungsstelle für das Land Kärnten und seine Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Sozialpartnerschaft“, erklärt die Leiterin des EUVerbindungsbüros Martina Rattinger.
Ausschuss der Regionen
Seit 1994 ermöglicht der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) als eigenständige EU Institution eine offizielle direkte Teilhabe der Regionen und Gemeinden am EUGesetzgebungsprozess und EUInitiativen. Er bietet den 329
Mitgliedern, darunter LH Peter Kaiser als Kärntens AdRVertreter, die Möglichkeit zum regelmäßigen Austausch und kann mit seinen mehrheitlich verabschiedeten Stellungnahmen wichtige Signale von der lokalen und regionalen Ebene abgeben. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Jahr mit der Fachkommission ECON den gewichtigen Fachausschuss für Wirtschaftspolitik des AdR nach Kärnten holen konnten. Das bietet uns eine zusätzliche Chance, den Kärntner:innen die EU näherzubringen. Aber natürlich konnten wir dadurch umgekehrt den zahlreichen angereisten Politiker:innen aus fast allen EUMitgliedsstaaten auch unser Bundesland von seiner besten Seite präsentieren“, so Rattinger.
Junge Menschen begeistern
Das EU Bewusstsein und EU Wissen junger Menschen weiter zu fördern zählt ebenfalls zu den zentralen Anliegen des EUVerbindungsbüros. „Wir freuen uns sehr, dass immer mehr Kärntner Schulklassen und Studierende auf Exkursionen
„Ich würde mir manchmal mehr Pragmatismus und Mut von der EU und damit ihren Entscheidungsträger:innen wünschen.“
Martina Rattinger
nach Brüssel kommen“, betont Rattinger. Allein in diesem Jahr waren bereits 17 solcher Gruppen und damit über 500 junge Besucher:innen im Verbindungsbüro zu Gast – von Mittelschulen über Gymnasien und HAKs bis hin zu HLWs, HTLs oder landwirtschaftlichen Fachschulen, aber natürlich auch die Universität Klagenfurt und die FH Kärnten. „Die von uns gebotene Aufklärungsarbeit über das sicher nicht auf den ersten Blick immer so einfache System EU, gemeinsam mit der Möglichkeit die Institutionen und Personen persönlich kennenzulernen, bringt einen einzigartigen Mehrwert“, so Rattinger.
30 Jahre Österreich in der EU
Die Welt ist seit 1995 nicht ruhiger geworden. Dass sich das damals postulierte „End of History“ nicht so schnell einstellen wird, wissen wir heute. „Die EU muss nun weiter erwachsen werden und sicher mehr Eigenverantwortung für die Sicherheit und Resilienz in Europa übernehmen, auch wenn wir natürlich weiterhin wichtige globale Partnerschaften pflegen sollten“, ist Rattinger sicher: „Ich würde mir dafür manchmal mehr Pragmatismus und Mut von der EU und damit ihren Entscheidungsträger:innen wünschen. Und natürlich, dass unsere direkte Einbindung als Land Kärnten für ein echtes Europa der Regionen weiter gestärkt wird!“ |
13-mal pro Woche von Klagenfurt nach
Wien und weiter in die Welt
Austrian Airlines bindet den Wirtschaftsraum sowie das Tourismusland Kärnten über das Drehkreuz Wien-Schwechat an Ziele in Europa und der ganzen Welt an.
Die direkte Flugverbindung ermöglicht es Geschäftsreisenden, effizient zwischen Kärnten und internationalen Wirtschaftszentren zu pendeln. Städtetrips zu den spannendsten Metropolen lassen sich mit einmaligem Umsteigen perfekt planen. Gleichzeitig profitieren internationale Touristen von der schnellen Erreichbarkeit der Region, die sowohl im Sommer als auch im Winter ein beliebtes Urlaubsziel darstellt.
Attraktives Angebot für Business und Freizeit
Die sehr guten Connecting Times ermöglichen es Reisenden, ihre Weiterflüge ohne
lange Wartezeiten zu erreichen. Vor allem der Frühflug um 05:45 Uhr ab Klagenfurt garantiert die optimale Erreichbarkeit von Weiterflügen in Europa und weltweit ebenso wie der späte Anschlussflug um 22:35 Uhr ab Wien mit Ankunft um 23:25 Uhr in Klagenfurt für die Rückreise.
Die Buchung der Umsteigeverbindungen gestaltet sich denkbar einfach. Reisende können ihre gewünschten Verbindungen entweder direkt in den Kärntner Reisebüros oder bequem online über www.austrian.com buchen.
Durch die häufige Frequenz und die optimale Taktung bietet Austrian Airlines
eine flexible und zeitsparende Option sowohl für Geschäftsreisende als auch für Urlauber:innen. Mit einer attraktiven Preisgestaltung und hoher Servicequalität bleibt die Verbindung KlagenfurtWien ein unverzichtbarer Bestandteil der regionalen Infrastruktur. |
WICHTIGER BUCHUNGSTIPP
Klagenfurt als Abflughafen eingeben und die besten Verbindungen und Preise entdecken!
Bequem und direkt ab Klagenfurt über Wien mit Austrian Airlines fliegen. Zu über 80 Ziele mit kurzer Umsteigezeit. Lassen Sie sich inspirieren!
mit Edwin Moehlig, Honorarkonsul von Österreich in Belgien
Kooperation als Erfolgsfaktor
Ein Besuch am Hafen Antwerpen-Zeebrugge (POAB) macht deutlich: Die Zukunft der Logistik ist digital, vernetzt und nachhaltig. Von Petra Plimon
„Ein wichtiger Teil der Energiewende wird Wasserstoff sein. POAB versucht über Partnerschaften in diesem Bereich Fuß zu fassen.“
Edwin Moehlig, Honorarkonsul
Honorarkonsul Edwin Moehlig arbeitet seit 1988 mit dem Hafen von Antwerpen zusammen: Zu Beginn als Trader, danach als Vertreter einer großen StückgutReederei und ab dem Jahr 2000 als Bahnlogistiker. Seit 2015 agiert Moehlig in enger Kooperation mit der Rail Cargo Group, die Antwerpen über Linz mit Österreich und den Nachbarländern verbindet.
advantage: Was ist aus Ihrer Sicht das Erfolgsrezept des Hafens?
Edwin Moehlig: Der größte Unterschied ist die Mentalität. Die Häfen von AntwerpenZeebrugge (POAB) sind offene Häfen. Nicht weil sie frei zugänglich sind, sondern weil die Unternehmen vor Ort –darunter viele KMUs und die Vertreter
der internationalen Reedereien – als Partner lösungsorientiert zusammenarbeiten. Daraus ergibt sich eine einzigartige Marktposition.
Welche Schwerpunkte werden gesetzt?
Hier befindet sich der größte Chemiecluster in Europa. Gas kommt sowohl über Zeebrugge als auch über Antwerpen herein und wird wöchentlich per Bahn via Linz nach Österreich geliefert.
POAB ist auch der größte Containerhafen in Europa und hat im ersten Quartal 2025 Rotterdam überholt. Es gibt zudem viele spezialisierte Terminals, die Stückgut umschlagen und lagern, sowie Produkte in und aus Containern umpacken können. Erfahrenes Hafenpersonal in Kombination mit bester Infrastruktur sorgt für ein breites und qualitatives Angebot.
Welche Großinvestitionen aus Österreich sind in Planung?
Der Petrochemiekonzern Borealis errichtet eine neue Produktionsanlage. Am BorealisGelände könnte eine OMVProduktion entstehen. Das Projekt läuft noch. Im Holzbereich und im Recyclingbereich zeigen österreichische Unternehmen Interesse am Standort.
POAB möchte sich zum nachhaltigsten Hafen der Welt entwickeln. Wie kann das gelingen?
Wirtschaft ohne Menschen und ohne ein gutes Klima hat keine Zukunft. Wirtschaft, Menschen und Klima müssen daher Hand in Hand gehen. Das ist aber eine große Herausförderung. Alle Partner müssen hier mitspielen. Ein wichtiger Teil der Energiewende wird Wasserstoff sein. POAB versucht über Partnerschaften – hauptsächlich mit belgischen Unternehmen – in diesem Bereich Fuß zu fassen. Wir haben Innovationstreiber wie CMB.Tech vor Ort, die Pioniere im Bereich der Wasserstofftechnologie sind. Zudem werden Versuche mit Schleppboten durchgeführt, die mit LNG, Wasserstoff oder Akku angetrieben werden. Das alles sind Schritte, um den CO2Fußabdruck im Hafen stark zu reduzieren. |
Das Interview entstand im Rahmen der NAANDelegationsreise mit der Wirtschaftskammer Kärnten im Mai 2025.
WISSENSWERT
2022 fusionierten die Häfen von Antwerpen und Zeebrugge. Die Gesamtfläche beträgt rund 150.000 m2 Antwerpen-Zebrugge ist zweitgrößter europäischer Seehafen (nach Rotterdam) und Sitz von 1.400 Unternehmen. Im Jahr 2024 konnte ein Containerumschlag in Höhe von rund 13,5 Mio. TEU verzeichnet werden.
Gemeinsames Bekenntnis zur Alpen-Adria-Region in Brüssel
Vertreter:innen von Wirtschafts- und Handwerkskammern aus Österreich, Italien, Slowenien und Kroatien sprechen sich auf EU-Ebene für die Schaffung einer Makroregion aus. Von Petra Plimon
Um die wirtschaftliche Entwicklung des Alpen Adria Raumes grenzüberschreitend zu forcieren, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen seitens der EU. Unter der Leitung von Kärntens Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl absolvierte im Mai eine hochrangige Delegation des transnationalen Netzwerks NAAN (New Alpe Adria Network of Chambers) einen Besuch in Brüssel und positionierte gemeinsam ihre Anliegen.
„One Voice for Alpe-Adria“
Das NAAN Netzwerk wurde 2007 gegründet und besteht mittlerweile aus zehn Wirtschafts und Handwerkskammern in Kärnten, der Steiermark, Slowenien, Kroatien, dem Veneto, FriaulJulisch Venetien und Südtirol. Gemeinsam erhob man im Mai in Brüssel die Stimme für knapp eine Million Unternehmen in vier Ländern mit
„Gemeinsam wollen wir unserem übergeordneten Ziel, der offiziellen Anerkennung als EU-Makroregion, nun einen Schritt näherkommen.“
Jürgen Mandl, NAANVorsitzender und Präsident der WK Kärnten
nahezu zehn Millionen Menschen. Die Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, die Entwicklung von transnationalen Verkehrsachsen sowie der Bürokratieabbau auf EUEbene zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit waren Kernthemen.
„Gemeinsam wollen wir unserem übergeordneten Ziel, der offiziellen Anerkennung als EU Makroregion, nun einen
Schritt näherkommen“, bekräftigte NAANVorsitzender Jürgen Mandl im Rahmen eines Pressegesprächs im AT 60, dem Haus der österreichischen Wirtschaft, gemeinsam mit Massimiliano Ciarrocchi (Vizepräsident Handelskammer Venezia Giulia – Trieste Gorizia), Alessandro Tollon (Vorstandsmitglied Handelskammer PordenoneUdine), Luca Filippi (Vizegeneralsekretär Handelskammer Bozen), Violeta Jelić (Generalsekretärin Handwerkskammer Kroatien), Nina Vrabelj (Direktorin Industrie und Handelskammer Oberkrain), Danijel Lampergar (Generaldirektor Handwerks und Kleinunternehmerkammer Slowenien), KarlHeinz Dernoscheg (Direktor WKO Steiermark) und Meinrad Höfferer (Direktor WK Kärnten).
Area Süd als Motor Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn
im Dezember werden vielfältige Impulse erwartet. „Für mich endet die Koralmbahn nicht in Klagenfurt oder Villach. Die Jahrhundertchance wird definitiv über Kärnten und die Steiermark hinaus – im gesamten AlpenAdriaRaum – strahlen“, so Mandl. Um diese Effekte auszuweiten, sei es unerlässlich, die anhaltende Entwicklung fortzusetzen. Infrastruktur bilde das Rückgrat der NAANRegion, welche mit Koper, Rijeka, Pula, Triest und Venedig zudem fünf Häfen beheimatet.
NAAN spielt als Netzwerk auch für die Steiermark eine bedeutende Rolle, da sich damit unmittelbare Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit den nächsten Nachbarn ergeben, so KarlHeinz Dernoscheg, Direktor der WKO Steiermark: „Die Bedeutung steigt mit der permanenten Weiterentwicklung der Area Süd zwischen Kärnten und Steiermark noch einmal stark an.“
„Für mich endet die Koralmbahn nicht in Klagenfurt oder Villach. Die Jahrhundertchance wird definitiv über Kärnten und die Steiermark hinaus – im gesamten Alpen-Adria-Raum –strahlen.“
Jürgen Mandl, NAANVorsitzender und Präsident der WK Kärnten
Powering Europe from the Regions
„Für uns in Slowenien trägt NAAN dazu bei, unsere regionale Stimme bei wichtigen Themen wie der Reduktion des Verwaltungsaufwands, der Sicherstellung strategischer Infrastrukturinvestitionen
und einer stabilen Unterstützung für die Kammern, insbesondere im politischen Entscheidungsprozess, zu verstärken. Gemeinsam reagieren wir nicht nur auf die EUPolitik – wir gestalten sie mit“, bekräftigte Nina Vrabelj, Direktorin Industrieund Handelskammer Oberkrain.
Vor allem aber beweise NAAN, dass es bei der Zusammenarbeit nicht nur um geografische Aspekte geht, sondern um das gemeinsame Streben nach einem besser vernetzten und wettbewerbsfähigen Europa. „Wenn wir zusammenarbeiten, sind wir stärker und können auf EUEbene zentrale Anliegen gemeinsam vertreten, wie etwa die Verkehrsführung in der gesamten Region oder Projekte im Tourismus“, betonte Alessandro Tollon, Vorstandsmitglied der Handelskammer PordenoneUdine.
Auch Luca Filippi, Vizegeneralsekretär der Handelskammer Bozen,
ist davon überzeugt, dass das NAANNetzwerk ein wichtiger Kanal für die beteiligten Kammern ist: „Sowohl im Hinblick auf die Umsetzung von EUProjekten als auch, um gemeinsame Interessen bei der Europäischen Kommission anzubringen – mit dem Ziel, speziell die Wettbewerbsfähigkeit von KMUs sowie den gesamten Wohlstand in der AlpenAdriaRegion zu stärken.“
Neuer EU-Haushalt 2028+
Die grenzüberschreitende Kooperation im AlpenAdriaRaum ist historisch bedingt und hat lange Tradition. Mit Hilfe von EUFördermitteln will das NAANNetzwerk diese in Zukunft gezielt vertiefen. Derzeit fehlen noch die entsprechenden Rahmenbedingungen seitens der EU, um neben bilateralen InterregProjekten auch
gemeinsame grenzüberschreitende Projekte zwischen drei oder mehr Ländern zu realisieren.
Um die transnationale Zusammenarbeit speziell in den Grenzregionen voranzutreiben, plant man in der EU nachzuschärfen. In Zeiten globaler Unsicherheit sei die Stärkung des EUBinnenmarktes ein wesentlicher Faktor. Laut Moray Gilland, Referatsleiter für Makroregionen und interregionale Zusammenarbeit in der Europäischen Kommission, soll in der neuen EUFörderperiode (2028–2034) ein Fokus in diese Richtung gesetzt werden. |
Das Artikel entstand im Rahmen der NAANDelegationsreise mit der Wirtschaftskammer Kärnten im Mai 2025!
WISSENSWERT
NAAN: Gemeinsame Stimme für 1 Mio. Unternehmen im Alpen-Adria-Raum
NAAN (New Alpe Adria Network of Chambers) ist ein transnationales Netzwerk, das 850.000 Unternehmen in vier Ländern mit einem Markt von neun Mio. Menschen im Alpen-AdriaRaum repräsentiert. NAAN ist ein Zusammenschluss von zehn Wirtschafts- und Handwerkskammern aus Österreich, Italien, Slowenien und Kroatien. Den Vorsitz hält aktuell Kärntens Wirtschaftskammer Präsident Jürgen Mandl.
CARINTHIA
SLOVENIA
ISTRIA
CROATIA
VENETO
STYRIA
ALTO ADIGE
INTERVIEW
mit Univ. Prof. Martin Wagner, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Institut für Höhere Studien Wien
„Europäisierung zusätzlich zu Globalisierung lautet die Devise“
Ökonom Martin Wagner sieht aufgrund der Vielfalt des Alpen-Adria-Raumes und des Kooperationswillens der Wirtschafts- und Handwerkskammern (NAAN) großes Potenzial für die Zukunft. Von Petra Plimon
advantage: Vor welchen Herausforderungen steht Europa aktuell und wie könnten diese bewältigt werden?
Martin Wagner: Eines unserer größten Probleme in (Mittel)Europa ist der demografische Wandel. Mehr räumliche Mobilität der europäischen Arbeitnehmer:innen würde wahrscheinlich in manchen Regionen und Branchen zu einer Abschwächung des Fachkräftemangels beitragen können.
Zudem kommt in den letzten Jahren immer wieder die eine oder andere Krise hinzu: Covid, Krieg, Energiekrise, Trump’sche Zollpolitik. Die Unsicherheit ist groß. Gerade deshalb sollten wir in Europa jetzt auf unsere eigenen Möglichkeiten schauen.
Welche Bedeutung hat der europäische Binnenmarkt aus Ihrer Sicht?
Jetzt mehr, denn je zuvor. Österreich hat wie jede offene Volkswirtschaft – sprich: Länder, die stark exportabhängig sind –insgesamt als Volkswirtschaft nur Vorteile von offenen Grenzen. Österreich ist ein Hochlohnland, damit ist Österreich ein Hochkostenland. Um das bleiben zu können, muss Österreich in der Lage sein, immer werthaltigere Güter und Dienstleistungen anzubieten, die auf anderen Märkten auch nachgefragt werden.
Wodurch zeichnet sich der Alpen-Adria-Gedanke aus?
Das geht weit über das rein Ökonomische hinaus. Die EU wurde ja gegründet, damit es innerhalb quasi undenkbar ist, dass wir Krieg gegeneinander führen. Wenn man sich die Historie anschaut – Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg und vorher schon alle möglichen Verwirrungen – ist es gerade vor diesem Hintergrund schön zu sehen, dass eine Region wie AlpenAdria mit so einer belasteten Geschichte eben auch wieder zusammenfindet. Weil im Endeffekt: Ökonomischer Erfolg ist ja kein Selbstzweck, sondern eine wesentliche Grundlage dafür, dass Menschen ein gelungenes, zufriedenes und glückliches Leben führen können.
Welche Rolle spielt in diesem Kontext das transnationale
Netzwerk NAAN (New Alpe Adria Network of Chambers)?
Historisch betrachtet ist der AlpenAdriaRaum eine sehr interessante Region, die von verschiedenen Kulturen und Sprachen geprägt ist. Aufgrund der Diversität besteht die Chance durch stärkere Integration die Potenziale weiter zu heben. Europäisierung zusätzlich zu Globalisierung lautet die Devise. Und wenn das in der NAANRegion gelingt, dann kann das auch in anderen Regionen mit einer komplexen Gemengelage gelingen. NAAN hat
„Die NAAN-Region hat das Potenzial, zu einem Vorzeigebeispiel in Europa zu werden.“
Ökonom Martin Wagner, AAU und IHS Wien
demnach das Potenzial zu einem Vorzeigebeispiel in Europa zu werden. Ich bin froh, dass gerade hier speziell aus Kärnten so viel Energie in diese vielversprechende Initiative gesteckt wird und ich freue mich, das unterstützen zu dürfen.
Das Ziel einer EUMakroregion ist sehr erstrebenswert, weil es helfen kann weitere Integrationsschritte zu beschleunigen. Als EU Makroregion, die mehrere Länder umspannt, ist es zudem leichter Förderungen zu bekommen für Projekte, die über Ländergrenzen hinweg gehen. Eigentlich ist es ja erstaunlich, dass fast 70 Jahre nach der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) Förderungen immer noch großteils nach nationalen Grenzen aufgeteilt werden. |
STEUERTIPP
von Mag. Gerda Oborny
Exportgeschäfte und Umsatzsteuer
Unternehmen mit Sitz in Österreich sind häufig international tätig und exportieren regelmäßig Waren. Neben Lieferungen in die Europäische Union werden Waren auch in Drittländer versendet.
n beiden Fällen können unter bestimmten Bedingungen Umsatzsteuerbefreiungen zur Anwendung kommen, es gilt dabei jedoch unterschiedliche Regelungen und Anforderungen zu beachten.
Innergemeinschaftliche Lieferungen
Warenlieferungen zwischen Unternehmen innerhalb der Europäischen Union sind in der Regel von der Umsatzsteuer befreit. Voraussetzung dafür ist, dass die Ware durch Beförderung oder Versendung tatsächlich von einem Mitgliedsstaat in einen anderen Mitgliedsstaat gelangt. Diese Umstände sind durch einen sogenannten Buchnachweis mittels geeigneter Belege nachvollziehbar zu dokumentieren.
Dieses System funktioniert allerdings (mit Ausnahme der Lieferung von neuen Fahrzeugen) nur zwischen Unternehmern. Als Nachweis für die Unternehmereigenschaft muss auf der Rechnung eine Umsatzsteueridentifikationsnummer (kurz „UIDNummer“) von beiden beteiligten Unternehmen angegeben werden. Diese Registrierungsnummer wird von den jeweils zuständigen nationalen Finanzbehörden vergeben. Die Richtigkeit und Gültigkeit dieser UIDNummer kann in einem zweistufigen Verfahren mithilfe der MIASSelbstabfrage (das elektronische Mehrwertsteueraustauschsystem der EU) kontrolliert werden. Ohne gültige UID
Nummer des ausländischen Unternehmers ist die Steuerfreiheit der innergemeinschaftlichen Lieferung nicht anwendbar – die Lieferung unterliegt dann der österreichischen Umsatzsteuer. Der liefernde Unternehmer hat innergemeinschaftliche Lieferungen in der Umsatzsteuervoranmeldung sowie zusätzlich vollständig und ordnungsgemäß in der zusammenfassenden Meldung an das Finanzamt zu melden.
Der Erwerber im EUAusland erklärt an die nationale Finanzbehörde ebenfalls seine innergemeinschaftlichen Erwerbe. Diese von zwei Seiten zu erstattenden Meldungen eröffnen den beteiligten Staaten durch Datenaustausch eine gewisse Kontrollmöglichkeit.
Ausfuhrlieferungen
Werden Waren in Gebiete außerhalb der EU, also in sogenannte „Drittlandsgebiete“, exportiert, so spricht man im Umsatzsteuergesetz von Ausfuhrlieferungen. Diese sind steuerfrei, wenn die Gegenstände ins Drittland befördert oder versendet werden und ein Ausfuhrnachweis vorliegt. Auch für Ausfuhrlieferungen ist ein Buchnachweis erforderlich.
Im Gegensatz zu den innergemeinschaftlichen Lieferungen kann der ausländische Abnehmer aus dem Drittland auch eine private Person sein. Wird ein Gegenstand im persönlichen Reisegepäck ausgeführt und dies vom Zoll auf einer
Ausfuhrbescheinigung bestätigt, kann die Rechnung ohne österreichische Umsatzsteuer ausgestellt werden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Touristenexport“.
Die steuerfreien Ausfuhrlieferungen sind durch den inländischen Unternehmer in der Umsatzsteuervoranmeldung der Finanzbehörde zu melden.
Die Umsatzsteuerfreiheit bezieht sich jedoch nur auf Österreich. Der ausländische Abnehmer muss im Drittland eine den dortigen gesetzlichen Vorschriften entsprechende Einfuhrumsatzsteuer entrichten.
Steuerliche Risiken
Wird eine Lieferung irrtümlich als steuerfrei behandelt, obwohl die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, kann dies zu einer nachträglichen Steuerpflicht im Inland führen. Eine sorgfältige Dokumentation, regelmäßige UIDPrüfungen sowie fristgerechte Meldungen an das Finanzamt sind daher zur Vermeidung von Steuernachzahlungen unumgänglich. |
Das Leuchtturmprojekt fungiert seit 2005 als wichtiger Impulsgeber im Innovationsökosystem Südösterreich. Gemeinsam mit Wegbegleiter:innen wurde das Jubiläum feierlich begangen.
Der Lakeside Science & Technology Park Klagenfurt blickt 2025 auf zwei erfolgreiche Jahrzehnte zurück. Im Fokus steht die enge Vernetzung des Dreiecks Bildung, Forschung und Unternehmen. Der Lakeside Park fungiert österreich und europaweit als Vorzeigebeispiel mit dem Ziel nicht nur den Standort, sondern das gesamte Technologieland Kärnten positiv weiterzuentwickeln.
Technologie triff t Vielfalt
Jubiläumshighlight bildete eine zweitägige Fachkonferenz Ende Juni. Internationale Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung diskutierten, wie Arbeitswelten von morgen gestaltet sein müssen – im Spannungsfeld von technologischer Entwicklung, gesellschaftlicher Diversität und demografischem Wandel. Mit einer Keynote von Frank Leyhausen zu „100 Years of Life Expectancy: Are We Ready?“, Ignite Talks, Workshops, einer PanelDiskussion „Change as Opportunity“ und begleitenden SideEvents war das Programm sehr vielseitig.
Innovationsräume der Zukunft
LHStv. Gaby Schaunig würdigte den Weg vom ambitionierten Projekt hin zum
Leuchtturmstandort: „Das Land Kärnten hat – gemeinsam mit dem Bund – den Lakeside Park von seinen kleinen Anfängen zu einem nunmehrigen Vorzeigeprojekt entwickelt. Vor allem seit 2013 konnten wir entscheidende Schritte setzen, die den Park nachhaltig verändert haben: von einem vorwiegend als Bürofläche genutzten Areal hin zu einem Ort, der heute mit Leben, Wissenschaft und Technologie erfüllt ist. Mit gezielten Maßnahmen und Förderungen haben wir Räume geschaffen, in denen Innovation nicht nur möglich, sondern ausdrücklich gewollt ist. Das stärkt Kärnten als Technologieland mit Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus und positioniert uns als modernen Lebens und Arbeitsraum“.
Von der Vision zum Leuchtturm
Die Entwicklung des Parks schreitet voran, wie Geschäftsführer Bernhard Lamprecht betont: „Unser Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem Forschung, Bildung und Wirtschaft auf Augenhöhe kooperieren und Innovationen geschaffen werden. Heute sehen wir: Diese Vision ist Realität geworden – und sie wächst weiter.“ Mit derzeit 14 Gebäuden, zwei im
„Unser Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem Forschung, Bildung und Wirtschaft auf Augenhöhe kooperieren und Innovationen geschaffen werden. Heute sehen wir: Diese Vision ist Realität geworden – und sie wächst weiter.“
Bernhard Lamprecht, Geschäftsführer
Bau befindlichen Erweiterungen und über 70 Unternehmen auf 38.000 Quadratmetern ist der Park ein Erfolgsmodell. Rund 1.800 Mitarbeiter:innen arbeiten täglich an der Zukunft – in Bereichen der Informations und Kommunikationstechnologie wie Drohnenforschung, Robotik, Künstliche Intelligenz, Bildungstechnologie oder nachhaltige Mobilität.
Neben dem Lakeside Park in Klagenfurt und dem Technologiepark Villach entsteht derzeit in unmittelbarer Nähe des neuen KoralmBahnhofs in St. Paul im Lavanttal Kärntens dritter Technologiepark – ein wichtiges Signal für das strategische Commitment des Landes zur Innovationsförderung. |
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INTERVIEW
mit Unternehmensgründer Mario Theissl
Vom Spin-Off zum Technologieführer
THEISSL systems hat sich zum Innovationstreiber in der Automobilindustrie entwickelt und leistet Pionierarbeit im Bereich der minimalinvasiven Messtechnik. Im Koralmpark setzt man ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit. Von Anja Fuchs
„Das hochmoderne Werk im Koralmpark bietet mit 1.400 m2 viel Platz und die Möglichkeit, Innovationen voranzutreiben und unser Wachstum weiter zu forcieren.“
Mario Theissl
Im Interview mit advantage gibt Unternehmensgründer Mario Theissl Einblick in den Weg von der Idee zur Innovation – und in eine Zukunft, die Technik und Verantwortung verbindet.
advantage: Wie kam es zur Gründung von THEISSL systems?
Mario Theissl: Neben meinem Masterstudium war ich mehrere Jahre lang als Projektmitarbeiter an der TU Graz am Institut für Maschinenelemente und Ent
wicklungsmethodik tätig. Nach Abschluss des Studiums habe ich direkt als Universitätsassistent, also mit dem Doktorat, begonnen. Und bin jetzt noch dabei – weil 2021 die Gründung von THEISSL systems dazwischengekommen ist. (lacht) Das Unternehmen entstand quasi aus dem Doktoratsthema heraus: Im Zuge meiner Masterarbeit wurde meine Technologie – ein minimalinvasiver Strömungssensor zur Messung des Ölangebots in einem Getriebe – von der TU Graz zum Patent eingereicht und schließlich das Patent dazu erteilt. In dieser Zeit war ich schon mitten in der Dissertation. Die TU bot mir zwei Möglichkeiten an: Entweder, das Patent zu veräußern oder mich damit selbstständig zu machen, sprich, es selbst zu verwerten. Ich habe mich für Letzteres entschieden. Das war der Startschuss für THEISSL systems.
Welche Bereiche umfasst der Betrieb aktuell und wie groß ist
Ihr Team?
Unsere Kernkompetenz liegt in der Forschung, Entwicklung und Produktion minimalinvasiver, drahtloser und kabelgebundener Sensorsysteme zur Temperatur, Strömungs und Flüssigkeitsverteilungsmessung für die Automobilindustrie.
Der neue Standort von THEISSL systems in Groß St. Florian wird zeitgleich mit der Koralmbahn im Dezember eröffnet.
Aktuell haben wir 13 Mitarbeiter:innen, davon rund acht Vollzeitequivalente. Viele unserer Mitarbeitenden arbeiten Teilzeit, weil sie Studierende sind und demnächst mit dem Studium fertig werden.
Was unterscheidet THEISSL systems vom Mitbewerb?
Um es möglichst kurz zu formulieren: Wir machen Messtechnik, mit der man Temperatur und Drehmoment messen kann. Diese Technik gibt es von anderen Herstellern auch. Allerdings ist diese meist formgebunden – sprich, die Automobilhersteller müssen erst eigene Gehäuse herstellen, um die Messtechnik unterzubringen. Wir wiederum bauen unsere Technik individuell und so klein wie möglich – so dass der Kunde nichts an seinen Bauteilen verändern muss, um sie integrieren zu können. Das nennt man minimalinvasive, projektspezifische Messtechnik. Der Bauraum wird bei jedem Projekt neu angepasst. Als erster Schritt erfolgt eine Machbarkeitsanalyse, erst dann folgt das Angebot. Dann wird die Messtechnik basierend auf den Bauteilen des Kunden gefertigt und bei uns im Haus geprüft. Schließlich schickt uns der Kunde dann seine Bauteile zum
Test – so können wir garantieren, dass alles zu 100 % funktioniert. Danach schicken wir die Teile zum Kunden und helfen beim Zusammenbau und bei der Inbetriebnahme. So ist er nie auf sich alleine gestellt und hat stets unsere Unterstützung. Das ist so sicher nicht gewöhnlich. Dazu kommen weitere Spezifikationen wie extrem temperaturbeständige Materialien, die wir für unsere Messtechnik verwenden – und nicht zuletzt die Kompetenz, die dahintersteckt.
THEISSL systems war 2024 der erste Betrieb, der den Spatenstich im neuen Koralmpark –gegenüber des Bahnhofes Weststeiermark – gesetzt hat. Warum ein neuer Standort?
Wir haben als SpinOff der TU Graz gestartet, sind durch unseren Kooperationsvertrag hier als Unternehmen integriert und haben auch Flächen von der TU gemietet. Aktuell sind das 150 m2 Betriebsfläche – was viel zu wenig ist. Wir werden diesen Standort auch künftig nutzen und als Kooperationslabor mit der TU weiterführen. Das hochmoderne Werk im Koralmpark bietet jedoch mit 1.400 m2 nicht nur viel mehr Platz, sondern auch die Möglichkeit, Innovationen voranzu
„Nachhaltigkeit macht einen großen Teil unserer Firmenphilosophie aus.“
Mario Theissl
treiben und unser Wachstum weiter zu forcieren. Der Standort nahe des neuen Bahnhofs Weststeiermark zwischen Graz und Klagenfurt bringt Vorteile auf vielen Ebenen. Dass man beide Städte in kürzester Zeit mit der Bahn erreichen kann, ist nachhaltig und spart Zeit. Damit spricht man auch eine deutlich größere Zielgruppe an Mitarbeiter:innen an.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit beim Bau des neuen Gebäudes?
Nachhaltigkeit macht einen großen Teil unserer Firmenphilosophie aus. Wir sind auch bei der GreenDealFörderung der SFG mit dabei. Diese schreibt vor, dass das Produkt, oder die Dienstleistung, die man vertreibt, klimaneutral ist. Das war mir aber nicht genug. Mein Anspruch war, ein klimaneutrales bzw. emissionsfreies Firmengebäude zu bauen. Und das schaffen wir auch: Durch das ausgeklügelte Energiemanagement des Standorts wird die Energie der PhotovoltaikModu
le am Dach und der Batteriespeicher für den emissionsfreien Betrieb von Heizung, Kühlung, Lüftung und Produktion genutzt. Der Standort ist außerdem so geplant, dass man ihn in zwei Phasen ausbauen kann, ohne dabei die Grundfläche zu erweitern. Dadurch ist das Gebäude besonders bodenschonend. Und: Um in die Region zu investieren, setzen wir beim Bau bewusst auf Unternehmen aus der Weststeiermark. |
ZUR PERSON
MARIO THEISSL
Nach der HTL für Maschinenbau und Automatisierungstechnik in Kaindorf an der Sulm absolvierte Mario Theissl diverse Praktika bei Bosch. Es folgte ein ElektrotechnikStudium an der TU Graz, neben dem er als studentischer Mitarbeiter bei AVL Graz in der Sondermesstechnik tätig war. Während des Masterstudiums arbeitete er als Projektmitarbeiter am Institut für Maschinenelemente und Entwicklungsmethodik, wo er seit Abschluss des Studiums als Doktorand tätig ist. 2021 gründete er THEISSL systems in Kooperation mit der TU Graz.
www.theissl-systems.com
INSPIRATION FÜR NEUES DENKEN
Mehr als 80 Führungskräfte und future minds^ nahmen sich im Ambiente des Schlosses Hollenegg nahe Deutschlandberg einen Tag lang Zeit für strategische Perspektiven.
Unter dem Motto „Neu denken“ lud das Netzwerk Verantwortung zeigen! im Juli zum diesjährigen
Thementag. Der Vormittag war geprägt durch eine Serie von kompakten und intensiven Denkanstößen, der Nachmittag lud die Teilnehmer:innen ein, jene Themen, die sie am meisten bewegen, gemeinsam mit anderen in Gruppen weiterzudenken.
Starkes Netzwerk
„Dynamische Zeiten brauchen neues Denken besonders. Und so ist es gut, dass wir uns in so großer Runde über die Zukunft von Unternehmen und Gesellschaft
Gedanken machen“, freuten sich Geschäftsführerin von VZ Iris Straßer und Martin Straßer, der Leiter der VZ future
minds^ bei der Eröffnung des Thementages im Freskensaal des Schlosses Hollenegg. „Zukunft passiert damit nicht nur, sie entsteht, indem wir sie gemeinsam bauen, entwickeln, sie uns erarbeiten und auch erkämpfen.“ Verantwortung zeigen! ist dafür ein guter Boden.
„Der Tag ist so intensiv vorbereitet wie noch nie. So viel Zeit, so viele Gedanken, so viel Kraft liegen schon jetzt diesem Tag zugrunde. Diese Kraft können sie alle mitnehmen, miteinander teilen – und vielleicht auch einfach genießen.“
Denk-Stück in acht Szenen Erfolg formt sich aus vielen Blickwinkeln und Perspektiven. Dem Zuhören, dem Nach und Weiterdenken kommt dabei große Bedeutung zu; neues Denken
braucht diese Qualitäten, die im Alltag oft zu kurz kommen. Der Tag lud ein, sich dafür Zeit zu nehmen.
Der Vormittag wurde erstmals als „Denk Stück in acht Szenen“ gestaltet. Die Teilnehmer:innen erwartete dabei ein kraftvoller Reigen von Inspirationen: Brandreden, Geschichten, Fragen, offene und versteckte Antworten, dazwischen Stille und Murmelrunden. Als Kernaussagen durchzogen alle Inspirationen: Es braucht uns alle für eine gute Zukunft. Neues Denken braucht Richtung, Haltung und Führung.
Zulassen, Zusammenhalt, Zutrauen
Nach dem Mittagessen im Rosstall des Schlosses lud der Nachmittag in den
Parkanlagen und Arkadengängen dazu ein, gemeinsam mit anderen in Gruppen jene Themen, die sie am meisten bewegen, weiterzudenken. So fanden sich Entscheidungsträger:innen, Umsetzer:innen, future minds^ und gemischte Gruppen an stimmungsvollen Plätzen zusammen,
advantage
um Schwerpunkte des neuen Denkens zu vertiefen.
Das wesentlichste Ergebnis des Tages: Der generationenübergreifende Dialog etablierter und künftiger Führungskräfte bereichert und der offene strategische Austausch über Branchengrenzen hinweg erweitert den eigenen Handlungsspielraum und Horizont. |
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„Zukunft passiert nicht nur, sie entsteht. Indem wir sie gemeinsam bauen, entwickeln, sie uns erarbeiten und auch erkämpfen.“
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GASTKOMMENTAR
von Martin Straßer
Fordern und Leisten zwischen den Generationen
Die Trägheit komplexer Systeme wie der Klimakrise oder der Innovation des eigenen Geschäftsmodells bremst Wirtschaft und Gesellschaft zu oft aus – was tun?
Gute Ideen und motivierte Initiativen werden zumeist im Keim erstickt. Die vermeintlichen Ursachen sind vielfältig, ob man der Wissenschaft oder den Mainstreammedien zuhört.
Ein Schattendasein jenseits gegenseitigen Schuldzuschiebens führt die konstruktive (!) Diskussion der Frage der intergenerationalen Verantwortung für das Lösen all dieser Herausforderungen. Das Spannungsfeld dieser unterschiedlichen Ebenen von Generationen spannt sich zwischen den etablierten Führungskräften von heute und der nächsten Welle an Entscheidungsträger:innen, die durch ihre Sozialisation in unterschiedlichen Zeiten unweigerlich andere Wertestrukturen verinnerlicht und objektive Krisen subjektiv wahrnehmen und dementsprechend handeln.
Die Stimme der zukünftigen Führungsgeneration
Diesem Themenfeld haben wir uns bei Verantwortung zeigen! Mitte letzten Jahres angenommen und ein unabhängiges, unpolitisches Netzwerk aus angehenden und zukünftigen Führungskräften aufgebaut. Die Runde der future minds^, besetzt aus Mitarbeitenden aus Industrieunternehmen, Tourismus, Handel, Energieversorgern, Institutionen wie der Wirtschaftskammer, AMS und KWF und aus sozialen Organisationen, gestaltet durch branchenvielfältige Vernetzung die Zu
kunft auf nachhaltige Weise mit. Sie ermöglicht es, alle Perspektiven der Gesellschaft und Wirtschaft zu verbinden, Wissen und Erfahrungen horizontal zu bündeln (um es damit konzentriert dem Generationendialog zugänglich zu machen). Bei unserem jährlichen Denktag im Verantwortung zeigen! Netzwerk haben wir erstmals beide Netzwerkebenen, die future minds^ und die Riege der Führungskräfte, auf Schloss Hollenegg verbunden. Das Ergebnis stimmt gleichzeitig optimistisch als auch herausfordernd: Die etablierten Entscheidungsträger:innen waren äußerst offen und neugierig, wie die „Jungen“ Themen wie Leistung, Sinn und moderne Führung empfinden –natürlich mit der dementsprechenden LeitungspositionsBrille: „Das kann unter den gegebenen Rahmenbedingungen so kaum funktionieren“. Die lauten Forderungen der nachrückenden Generation prallten so auf die harte Realität der schwierigen Umsetzbarkeit in der Praxis. An diesem Punkt wurde jedoch der Austausch nicht abgebrochen, sondern intensiviert. Das Resultat der Diskussionen überraschte. Wir haben keine andere Option, als uns gegenseitig aufeinander einzulassen, die Werte hinter den Argumentationslinien zu verstehen und von beiden Seiten mit Wertschätzung und Verständnis die Positionen anzuerkennen – auch wenn es aufwendig und voller Mehrdeutigkeit ist (Stichwort „Ambiguitätstoleranz“).
Handlungskompass statt leere Phrasen
Dieses allgemein klingende Resultat strahlte eine ungemeine Energie aus: Wirklich ehrliche Offenheit einer Geschäftsführung einem jungen Mitarbeiter gegenüber. Das tatsächliche VerstehenWollen, das hinter den Forderungen steht auf der einen Seite – das ebenso wichtige Verständnis für notwendige Abwägungen, klare Strukturen und Rahmenbedingungen auf der anderen Seite lassen eine essenzielle Durchlässigkeit zu, die allen im Unternehmen und der Gesellschaft das Gefühl geben kann, mitzuentscheiden und einen Unterschied zu machen.
Fordern und leisten muss tatsächlich in beide Richtungen möglich sein und auch eingefordert werden dürfen – die Kultur, Fehler machen zu dürfen, diese einzugestehen und nicht verurteilt zu werden muss kultiviert werden. Nur so gelingt es, alle mitzunehmen und Veränderung in komplexen Systemen zu schaffen! |
ZUR PERSON
MARTIN STRASSER leitet die VZ future minds^. Sie erreichen den Autor unter martin.strasser@ verantwortungzeigen.at
VERANTWORTUNG ZEIGEN!
#THINKABOUT
von Iris Straßer
Kriegen
wir eine gute Zukunft hin? Sicher!
Dieser Beitrag greift Aussagen des Thementages des Verantwortung zeigen! Netzwerks auf und möchte den Leser: innen des advantage Magazins als Sommerlektüre und Anregung dienen.
Denn neues Denken braucht und verbindet jedenfalls dreierlei: Richtung – Haltung – Führung.
WACHSTUM
Die Frage „Wachstum wohin“ beantwortet die Theologin und Rektorin der Diakonie de La Tour Astrid Körner mit einer Gegenfrage: Wie können wir als Unternehmen so wachsen, dass auch die Gesellschaft im Ganzen daran wächst?“
VIELFALT
Der Arbeitsmediziner Georg Wultsch betont: Gerade in vermeintlich prekären Zeiten irrt der Spruch, der/die Stärkste gewinnt, enorm. Fehlende Diversität bildet vor allem Ängste, Sorgen, empfundene Benachteiligungen, Unfähigkeiten und Schwächen ab, niemals jedoch die reale Struktur von Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Stakeholdern und schon gar nicht den realen Markt in seiner verwertbaren Gesamtheit. Vielfalt ist kein „Nice to have“, sie sichert den Zugang zum Markt.
INNOVATION
Innovation ist Führung. KWFVorstand Roland Waldner lenkt den Blick auf den
IRIS STRASSER
leitet Verantwortung zeigen! (VZ), ein Unternehmensnetzwerk für Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft und lehrt Nachhaltigkeit an mehreren Hochschulen. Sie erreichen die Autorin unter iris.strasser@ verantwortung-zeigen.at
wichtigsten Faktor für Innovation: den Menschen. Sie entscheiden, ob Veränderung gelingt. „Systeme kann man managen, Menschen sollte man führen“. Und damit gelingt Innovation nur durch Führung. Denn Veränderung braucht keine Helden. Sie braucht Vertrauen.
ORGANISATION
Welches Puzzleteil wurde dir übertragen? Das fragt Eva Slamanig, Prokuristin der Kelag: „In Unternehmen arbeiten viele Menschen in unterschiedlichen Bereichen an ihren Aufgaben. Teamarbeit ist alles“, betont sie. Entwicklung und Erfolg gelingen nur, wenn die Zahnräder ineinandergreifen und jedem klar ist, welchen Teil am Gesamten er trägt. Also: Welches Puzzleteil hältst du in der Hand?
GESCHÄFTSMODELL
Stefan Pirker, Circular Economy Innovation OMV, betont, dass Wirtschaften ein Managen von scheinbaren Widersprüchlichkeiten und von Ungleichzeitigkeiten sei. „Wir möchten heute Benzin tanken, aber morgen in einer dekarbonisierten Welt leben und arbeiten. Heute keine fossilen Treibstoffe mehr zu produzieren, ist damit nicht die Lösung.“ Daher geht es um radikale Veränderungen IM Geschäftsmodell. Jedes Unternehmen und jede Branche soll für sich prüfen, was dies bedeutet.
Gibt es eine Hidden Agenda hinter Verantwortung zeigen? Ja, die gibt es. Wir wollen beweisen, dass
sich viele Menschen in verantwortlichen Positionen um eine gute Zukunft bemühen, was manchmal mühsam und schwer ist. Ihnen zu zeigen, dass es viele Gleichgesinnte gibt, sie sichtbar zu machen und ihnen den Rücken zu stärken, ist unser Ziel. Denn (nur) wenn viele miteinander Verantwortung zeigen, gehen unser Land und unsere Wirtschaft in eine gute Zukunft.
Und was hat das alles mit Nachhaltigkeit zu tun?
Alles! Nachhaltiges Wirtschaften sorgt für gutes Unternehmertum heute und für die langfristige Zukunftssicherung des Unternehmens und seiner Umgebung morgen. All das jenseits der aktuellen Unsicherheiten und Entwicklungen rund um die EU Regulatorik, um alte und neue Vorgaben und Pflichten; die sind, wie sie sind. |
NEU DENKEN
Für die VZ future minds^, die Jungen quer durch Branchen und Unternehmen, beginnt gute Führung nicht mit Antworten. Sie beginnt mit der Bereitschaft, sich selbst zu hinterfragen und mit ehrlicher Wertschätzung. Weil:
„Leistung ist mehr als Kontrolle.“
„Zukunft entsteht durch Vertrauen.“
„Sinn ist kein Luxus –er ist notwendig.“
„Nicht irgendwann, nicht irgendwer. Sondern jetzt, wir alle.“
Bündelung der Kräfte für ein optimales Kundenerlebnis
Um noch zukunftsfitter aufgestellt zu sein und vor allem auch, um den geänderten Kundenbedürfnissen Rechnung zu tragen, bündelt Raiffeisen Mittelkärnten die Kräfte.
Es erfolgt eine Verstärkung der Teams an ausgewählten Standorten und der Aufbau eines InHouseKundenkontaktCenters.
„Um auch in Zukunft stark, persönlich und leistungsfähig in der Region Mittelkärnten da zu sein, bündeln wir unsere Kräfte an ausgewählten und gut erreichbaren Standorten“, erklärt Roland Krall, Vorstand von Raiffeisen Mittelkärnten.
Die größte Raiffeisenbank in Kärnten mit 122 Mitarbeiter:innen und einer Bilanzsumme von rund 919 Mio. Euro möchte ihren rund 32.000 Kund:innen noch mehr Qualität und mehr Zeit für Beratung bieten und auch die digitalen Leistungen und Kompetenzen ausbauen.
Professionalisierung in der digitalen Kundenbetreuung
So befindet man sich gerade im Aufbau eines InHouseKundenkontaktCenters, um rasch auf Anliegen und Wünsche von Kund:innen zu reagieren. Die so genannte „Digitale Bankstelle“ soll die mediale Kundenberatung und servicierung unterstützen und zeitgemäße und moderne Möglichkeiten bieten. Man möchte somit auf das geänderte Kundenverhalten und konkrete Kundenwünsche eingehen und noch zielgerichteter agieren. „Wir verzeichnen bereits jetzt jährlich rund 300.000 digitale Kundenkontakte, sei es über das Telefon, per Email, SMS oder über Mein ELBA. Wir wollen als regionaler Bankdienstleister unsere Kund:innen nicht nur in unseren Kompetenzcentern und Bankstellen ideal beraten und servicieren, sondern auch über diese neue Schiene, die immer stärker gefragt ist“, so
„Um auch in Zukunft stark, persönlich und leistungsfähig in der Region Mittelkärnten da zu sein, bündeln wir unsere Kräfte an ausgewählten und gut erreichbaren Standorten.“
Vorstand Roland Krall
Vorstände
Vorstand Daniel Gradenegger. „Zudem beobachten wir, dass immer mehr junge Menschen stark digital agieren. Wir gestalten und interpretieren Nähe neu, zeitgemäß und zukunftsfit“, ist auch Vorstand Nikolaus Primessnig überzeugt.
Neue Möglichkeiten und Perspektiven durch schlagkräftigere Teams vor Ort
Durch stärkere und schlagkräftigere Beratungsteams an ausgewählten Standorten möchte man den Kund:innen noch mehr Qualität und Zeit für Beratung und Spezialisierung bieten. „Das geht nur, wenn
wir genügend Mitarbeiter:innen an unseren Standorten haben. Deshalb bündeln wir unsere Kräfte und stärken so die persönliche Nähe in der Beratung und die digitalen Services“, so Krall. „Konkret legen wir einige unserer Standorte zusammen, wo wir bisher personalmäßig nur schwach aufgestellt waren. Dadurch ergeben sich Vorteile für die Kund:innen und die Mitarbeiter:innen“, so Krall weiter.
„Wir sind in unserer Region ein wichtiger und v.a. auch verlässlicher Partner für die Wirtschaft, verschiedene Vereine, Sport, Kultur, Kirchen, Schulen, Feuerwehren und anderen Organisationen.“
Vorstand Nikolaus Primessnig
Weitherhin gleiche SB-Ausstattung und Bargeldversorgung mit dichtestem Bankstellennetz
Auch mit der Zusammenlegung der Bankstellen ist Raiffeisen Mittelkärnten der finanzielle Nahversorger in den Bezirken St. Veit und Feldkirchen und hat das dichteste Bankstellennetz. „Unsere Standorte sind nur innerhalb weniger Kilometer untereinander erreichbar. Die SBAusstattung/Infrastruktur der Bankstellen und die Bargeldversorgung mit Überweisungsmöglichkeiten bleiben an allen Standorten bis auf Weiteres erhalten“, erklärt Primessnig.
Nachhaltige Weiterentwicklung Man will den erfolgreich eingeschlagenen Weg nachhaltig weiterentwickeln. „Der Weg, der vor uns liegt, wird durch die zunehmende Regulatorik, die Digitalisierung und das geänderte Kundenverhalten geprägt sein“, so Gradenegger. „Wir wollen die damit verbundenen Chancen zum Wohle unserer Kund:innen nutzen und in der Region weiterhin erster Ansprechpartner in allen Finanzfragen sein.“ Eben
„Der Weg, der vor uns liegt, wird durch die zunehmende Regulatorik, die Digitalisierung und das geänderte Kundenverhalten geprägt sein.“
Vorstand Daniel Gradenegger
so schreiten die Bautätigkeiten für die Erweiterung des Kompetenzcenters in St. Veit und auch der Neubau des Kompetenzcenters in Althofen zügig voran. „Beim Bau sind v. a. regionale und heimische Firmen beschäftigt und wir freuen uns, dass wir im Herbst die Eröffnung
beider Häuser vornehmen können,“ so Gradenegger. Damit wird die Beratungskompetenz gebündelt, aber auch die Risiko und Abwicklungsbereiche werden zusammengeführt.
Genossenschaftliches Wertesystem
Bei allen geplanten Schwerpunkten und Entwicklungen werden die genossenschaftlichen Werte und damit verbunden die Wahrnehmung des Förderauftrages großgeschrieben. „Wir sind in unserer Region ein wichtiger und v. a. auch verlässlicher Partner für die Wirtschaft, verschiedene Vereine, Sport, Kultur, Kirchen, Schulen, Feuerwehren und anderen Organisationen. Viele unserer Mitarbeiter:innen sind auch aktiv in Vereinen tätig“, freut sich Primessnig. „Damit legen wir ein klares Bekenntnis zu unserer Region ab, und interpretieren Nähe nicht nur über räumliche Entfernung, sondern darüber, wie man miteinander verbunden ist“, fasst Primessnig zusammen. |
WISSENSWERT
32.000 Kund:innen mit 1,9 Mrd. Euro verwalteten Kundengeldern
122 Mitarbeiter:innen
8 Standorte, davon - 3 Kompetenzcenter mit Spezialisten für Wohnbau, Veranlagung, Firmenkunden und Landwirte in Althofen, Feldkirchen und St. Veit
- 5 Beratungs-Bankstellen mit persönlicher Beratung in Althofen am Hauptplatz, Metnitz, Sirnitz, Straßburg und Wieting
LAND LEUTE LEBEN
G’schichteln, Geschichten und Geschichte aus der heimischen Wirtschaftswelt,
gesammelt von Isabella Schöndorfer
Andreas Köhazy startet als Impact-Kommunikator durch
Der Wiener Andreas Köhazy hat sich nach einer internationalen Karriere in der Nachhaltigkeitsbranche selbstständig gemacht.
So-Strom stärkt Energiegemeinschaften in Kärnten & Steiermark
Das Grazer Startup SoStrom ist auf dem Vormarsch: In Kärnten entstanden bereits drei Energiegemeinschaften, darunter die Energiegemeinschaft NaßfeldGartnerkofel, während in der Steiermark 29 Projekte erfolgreich umgesetzt oder betreut werden. Als AllInServicepartner begleitet SoStrom von der Gründung bis zur steuerlichen Abwicklung und bietet mit seinem digitalen Verwaltungstool höchste Effizienz. Ziel ist es, regionale Energieunabhängigkeit zu fördern und leistbare, nachhaltige Energiekonzepte zu ermöglichen.
Die Heidi Alm am Falkert feierte ihr 30jähriges Bestehen mit einem unvergesslichen Fest unter strahlender Sonne. Zahlreiche Besucher:innen genossen ein buntes Programm mit Musik der Trachtenkapelle Patergassen, Alphornbläsern und den Schuhplattlern TiebelBuam und Dirndln aus Himmelberg. Ein besonderer Moment war die Segnung des neuen Baumhauses im Freizeitpark durch Pfarrer Wojciech. Die Ehrengäste, darunter Landesrätin Sara Schaar, die Bürgermeister Karl Lessiak und Michael Meier, Klaus Ehrenbrandtner von der Kärnten Werbung sowie Bettina DorferPauschenwein und Klaus Kert von der Wirtschaftskammer, würdigten die Unternehmerfamilie Köfer für ihren Einsatz. Künstler Herbert Labusga, der die ersten HeidiFiguren schuf, reiste extra aus Köln an. Highlights wie das HeidiQuiz mit Übernachtungspreis im Heidi Hotel und die 360°Fiestabox von Ramon Lopez sorgten für Begeisterung. Familie Köfer: „Dieser Tag zeigt uns, wie sehr die Heidi Alm im Herzen der Menschen verankert ist.“
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Hier geht’s zum Kindererlebnispark: www.heidialm.at
Maskottchen Heidi und Peter brachten Groß und Klein zum Strahlen.
Das dänische Versorgungsunternehmen Kredsløb hat ANDRITZ als Lieferanten für eine große CO₂Abscheideanlage in Aarhus beauftragt. Ziel ist die Abscheidung von jährlich rund 435.000 Tonnen CO₂ aus den Abgasen eines Fernwärmewerks – ein bedeutender Schritt in Richtung CO₂Neutralität der Stadt. ANDRITZ übernimmt zunächst das PreEngineering der Anlage, basierend auf der OASE® blueTechnologie von BASF. Die finale Umsetzung hängt von staatlichen Fördermitteln ab, über die 2026 entschieden wird.
70 Jahre Erfolg: Barbara SeidlBein feierte mit 300 Gästen ein rauschendes Jubiläum in St. Veit. Die „Piazza Vipresso“ bot den perfekten Rahmen für das „Fest der Freu(n)de“. Bürgermeister Martin Kulmer ehrte Hair & Beauty Bein mit dem Stadtwappen, die FriseurInnung mit einer Urkunde. Seit 20 Jahren führt SeidlBein das Familienunternehmen in dritter Generation. Musik von The Roletts und ein Gewinnspiel rundeten die Feier ab.
„Schmale Flasche“ beim Gustav Mahler-Komponierhäuschen
Im Rahmen des Mahler Forums 2025 ist Toni Schmales Skulptur „Schmale Flasche“ noch bis 31. Oktober in Maiernigg frei zugänglich. Die aus Metall gefertigte Arbeit interpretiert die sogenannte Kleinsche Flasche neu – eine mathematische Figur, die zwischen innen und außen keinen Unterschied kennt. Schmale greift diesen Gedanken auf und verwandelt ihn in eine sinnlich erfahrbare Reflexion über Grenzen, Orientierung und Beziehung. Am Waldrand platziert, wird die Skulptur selbst zum Denkraum über das Zuhören, das Trennen – und das Verknüpfen.
Ideen, komplexes Wissen und vernetzte Teams sind notwendig, damit Umwelt- und andere Projekte realisiert werden können. Am Beispiel Alpacem in Wietersdorf.
Planung braucht Weitblick
Die Politik verordnet laufend neue Normen und Vorschriften und die technischen Abteilungen müssen liefern. Dabei arbeiten die AlpacemTechniker eng vernetzt mit anderen Abteilungen zusammen. „Es ist ein Wechselspiel“, erklärt Adrian Auer, Leiter der Technischen Planung bei der Alpacem Zement GmbH in Wietersdorf.
Die Abteilung besteht aus drei Personen plus einen Werkstudenten und fungiert als Zentrum des Netzwerks von Experten aus vielen anderen Bereichen wie Produktion, Instandhaltung oder Bergbau. Sie alle bringen ihr Wissen und ihre Erfahrung ein, damit sich ein Projekt entwickeln kann. Daher ist es für Auer unvorstellbar, die technische Planung outzusourcen, was in anderen Unternehmen bereits geschieht. „Erst wer mitten im Geschehen ist, wird erfolgreich Projekte im Zementwerk umsetzen. Es ergeben sich täglich neue Herausforderungen und wir lernen alle täglich dazu“, erklärt er. Ideen werden aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und bearbeitet. „Das macht unsere Stärke aus. Und man erhält auch gleich das Feedback und kann bei Bedarf rasch und flexibel nachbessern.“ Durch diese gute Kenntnis der Quer
schnittmaterie haben auch viele Karrieren in der Technischen Planung begonnen.
Oft werden spezifische Fragestellungen formuliert und als Forschungsaufträge an Universitäten, speziell die Montanuniversität Leoben, vergeben.
Vorausdenken
Was die Planung heute zusätzlich herausfordernd macht, ist die Geschwindigkeit. Änderten sich die Normen früher maximal alle fünf Jahre, so muss man sich jetzt auf Intervalle von zwei Jahren einstellen. „Daher hat sich auch die Geschwindigkeit, in der sich unser Produkt weiterentwickelt, verfünffacht“, hat Auer festgestellt.
„Wir müssen viele Schritte vorausdenken und bereits Maßnahmen vorwegnehmen. Da wir wissen, in welche Richtung es geht, können wir uns auch entsprechend vorbereiten“, sagt er. Beim Zementwerk Alpacem ist es derzeit die Modernisierung der Mahltechnik. Das heißt für die AlpacemTechniker, die Anlage so flexibel wie möglich zu planen.
3-D-Planung und ZEUS
Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind Tools zur Unterstützung der Planung, doch die Ideen müssen in den
„In der Planung ergeben sich täglich neue Herausforderungen.“
Adrian Auer, Leiter der Technischen Abteilung bei Alpacem
Köpfen entstehen. „Sehr hilfreich hingegen ist die 3DPlanung, die sich in den vergangenen Jahren massiv verbessert hat“, weiß der Techniker.
Rund 50 Projekte – von ganz kleinen bis zu großen, die über einen längeren Zeitraum laufen – werden bei Alpacem pro Jahr abgewickelt. Das größte Vorhaben derzeit ist ZEUS. Der Name des griechischen Göttervaters ist das Akronym für „Zementmahlung energieeffizient umweltbewusst stärken“ und trägt zur Dekarbonisierung der Produktion bei. „ZEUS ist keine singuläre Anlage, die man hinstellt, das Projekt reicht in alle Bereiche des Werks hinein“, sagt Auer und unterstreicht damit die Bedeutung der Vernetzung. Erste Ideen und Bleistiftzeichnungen entstanden im Jahr 2019, nun befindet es sich mitten in der Umsetzung. |
von Werner Stein, Präsident der Kärntner Notariatskammer und Katharina Haiden-Fill, Vizepräsidentin der Kärntner Notariatskammer
Vorausdenken für Generationen
Ein Notariatsakt sichert Personen und Unternehmen bestmöglich für alle Eventualitäten ab und sorgt dafür, dass alles in geregelten Bahnen läuft. Von Monika Unegg
„Die Aufgabe von Notar:innen ist, Menschen in Ausnahmesituationen zu begleiten, in sachlicher Weise zu unterstützen und damit Rechtssicherheit zu schaffen“, umreißt es Werner Stein, Präsident der Kärntner Notariatskammer. Ausnahmesituationen können auch positiv sein: Die Gründung eines Unternehmens, die Hereinnahme eines Partners, der Erwerb des ersten Eigenheims, die Übergabe des Vermögens in die nächste Generation, Vertragsabschlüsse aller Arten. Notar:innen recherchieren gewissenhaft, agieren objektiv und unparteiisch und beugen so Streitfällen vor.
„Wir denken mit und weit voraus.“
Notarin Katharina Haiden-Fill
Denken für Generationen
„Wir denken mit und wir denken weit voraus, für Generationen, welche Lebenssituationen eintreten und wo Streitpunkte entstehen und vermieden werden können, damit unsere Klient:innen informiert Vorsorge treffen können“, ergänzt Katharina HaidenFill, Vizepräsidentin der Kärntner Notariatskammer. Absicherungen seien essenziell für den Weiterbestand eines Unternehmens und häufig eine existenzielle Frage für die gesamte Familie.
„Doch wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Unternehmer:innen die eigenen Bedürfnisse am wenigsten wahrnehmen oder sie wegschieben. Es ist ein unangenehmes Thema, daran zu denken, dass der Fall eintreten könnte, nicht mehr oder eine Zeitlang nicht entscheidungsfähig zu sein“, weiß Notar Stein aus Erfahrung.
„Notar:innen agieren objektiv und unparteiisch“
Notar Werner Stein
Die Lösung lautet: Aufklären. „Aufklärung endet nie“, sagt Notarin HaidenFill. Im Zweifelsfall hilft ein Gespräch in einem der 42 Notariate, die in allen Kärntner Bezirken flächendeckend verfügbar sind. Das Erstgespräch, in dem sich Klient:innen einen Überblick schaffen können, ist kostenlos.
Objektiv und digital Notariatsakte sind öffentliche Urkunden. Was Parteien in einem Vertrag in einem Notariat besiegeln, ist unverrückbar. Darüber hinaus sind Notar:innen verpflichtet, auf mögliche Übervorteilungen hinzuweisen und dürfen sie gar nicht beurkunden.
In den Kärntner Notariaten können alle Verträge mittlerweile digital oder in
hybrider Form erstellt werden. Ist es beispielsweise Vertragspartner:innen nicht möglich, persönlich zu erscheinen, werden sie über Video zugeschaltet und können mittels Digitalsignatur ihre Unterschrift leisten. „Wir sind damit europaweit Vorreiter und agieren so auch als Brückenbauer zwischen den Generationen“, freuen sich Stein und HaidenFill.
Eine weitere Sicherheit bei der Abwicklung von Geschäften bietet die Treuhandbank, auf der die vereinbarten Summen sicher verwahrt werden, bis alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Sie wurde in den 1990er Jahren installiert und wird völlig transparent betrieben.
Notar:innen stehen bei allen diesen Fragen mit Rat und Tat zur Seite – und dies mit einer kostenlosen ersten Auskunft. |
KONTAKT
Die Kärntner Notar:innen stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung: www.ihr-notariat.at
Im Fokus des dritten Kärntner Wasserstoff-Gipfels stand der SouthH2-Korridor, eine internationale Pipeline, die auch Kärnten künftig mit grünem Wasserstoff versorgen soll. Von Petra Plimon
Als flexibler Energieträger ist Wasserstoff ein AllroundTalent, das sich in verschiedenen Anwendungsbereichen entlang der gesamten Wertschöpfungskette einsetzen lässt. Der aus erneuerbaren Energien erzeugte Wasserstoff (sogenannter „grüner Wasserstoff“) ist notwendiger Teil der Energiewende, und kommt in allen wichtigen Sektoren – etwa als Treibstoff in der Mobilität oder als Speicher und Prozessmedium in Energie und Industrie – zur Anwendung.
Für einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Standort gewinnt der Einsatz von sauberem Wasserstoff in Wirtschaft, Industrie und Mobilität auch in Kärnten immer mehr an Bedeutung. Mit einer eigenen Wasserstoff Strategie setzt das Land seit vielen Jahren verstärkt auf diese Zukunftstechnologie und ist – gemeinsam mit der Steiermark und Oberösterreich – Teil des österreichweit ersten Hydrogen Valleys, bei dem bis 2030 rund eine halbe Mrd. an Investitionen durch die Wirtschaft in die Wasserstofftechno
logie geplant sind. Die erste WasserstoffBusflotte in Kärnten startet 2026.
SouthH2-Korridor
Ende Mai versammelten sich hochrangige Expert:innen aus Politik, Wirtschaft und Industrie beim dritten Kärntner WasserstoffGipfel. Im Zentrum stand u. a. der geplante SouthH2 Korridor, eine 3.300 Kilometer lange WasserstoffPipeline von Nordafrika über Kärnten bis nach Süddeutschland, die Europa mit Wasserstoff versorgen soll. „Diese Pipeline ist weit mehr als ein Infrastrukturprojekt. Sie ist eine europäische Wert
schöpfungsachse für nachhaltige Energieversorgung. Kärnten liegt dabei nicht am Rand, sondern mitten im Herzen der wirtschaftlichen Chance für den Standort“, bekräftigt Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig. Für den erfolgreichen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Kärnten sei es jetzt aber notwendig, weitere Rahmenbedingungen zu schaffen. „Kärnten kann und wird eine aktive Rolle in der österreichischen und europäischen WasserstoffZukunft spielen”, so Schuschnig: „Aber das gelingt nur, wenn wir heute die Infrastruktur von morgen planen.“
Dekarbonisierung der Industrie
Dafür soll in Kärnten ein eigenes regionales WasserstoffVerteilnetz errichtet werden. Kärnten Netz (KNG) arbeitet dazu an einem Konzept. „Um der Kärntner Industrie die Möglichkeit zu bieten, künftig grünen Wasserstoff zu nutzen, arbeiten wir als Netzbetreiber daran die entsprechende Infrastruktur bereit zu stellen. Der SouthH2Korridor ist strategisch ein wichtiges Projekt für uns, weil
„Der SouthH2-Korridor ist weit mehr als ein Infrastrukturprojekt. Er ist eine europäische Wertschöpfungsachse für nachhaltige Energieversorgung.“
wir das Glück haben, dass wir genau an dieser Trassenführung liegen und den Mehrwert für Kärnten entsprechend ausschöpfen wollen“, erklärt Robert Schmaranz, Leiter Systemführung & Gase /Technische Services bei Kärnten Netz. Demnach könnten ab 2030 erste Wasserstoffmengen über den SouthH2Korridor nach Kärnten transportiert und über ein eigenes Verteilnetz für industrielle Anwendungen verwendet werden.
Aufnahme in den ÖNIP
Die Industrie in Kärnten sieht Wasserstoff als ein zukunftsweisendes Thema, das für den Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen, Innovationen und nachhaltiger Produktion essenziell ist. Um Zugang zu Förderungen und nationaler Planungssicherheit zu erhalten, müsse Kärnten allerdings Teil des Österreichischen Netzinfrastrukturplans (ÖNIP2030) werden. „Aktuelle Planungen im ÖNIP sehen eine Einbindung Kärntens, ebenso wie Salzburg, Tirol und Vorarlberg, in das staatliche Fördermodell
„Eine Nichtberücksichtigung in der bevorstehenden GWG-Novelle würde eine massive Benachteiligung der Kärntner Industrie bedeuten, die zunehmend auf eine klimaneutrale Energieversorgung angewiesen ist.“
Claudia Mischensky
nicht vor. Das führt dazu, dass die betroffenen Regionen von den notwendigen staatlichen Förderungen ausgeschlossen sind, was die Realisierung der Wasserstoffinfrastruktur stark erschwert“, betont Claudia Mischensky, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung (IV) Kärnten.
Die H2 Roadmap 2.0 der Austrian Gas Grid Management AG (AGGM) zeige klar den Bedarf an Wasserstoffleitungen gerade in Kärnten auf. „Eine Nichtberücksichtigung in der bevorstehenden GWG Novelle würde eine massive Benachteiligung der Kärntner Industrie bedeuten, die zunehmend auf eine klimaneutrale Energieversorgung angewiesen ist“, so Mischensky.
Ohne die Aufnahme Kärntens in das nationale H2Startnetz drohen der heimischen Industrie erhebliche Standortnachteile, die sich negativ auf Beschäftigung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit auswirken. „Es sind daher dringend notwendige Anpassungen der Rahmenbedingungen sowie die Einbindung in das
„Um der Kärntner Industrie die Möglichkeit zu bieten, künftig grünen Wasserstoff zu nutzen, arbeiten wir als Netzbetreiber daran die entsprechende Infrastruktur bereit zu stellen.“
Robert Schmaranz
staatliche Fördermodell erforderlich. Nur so kann die Wasserstoffinfrastruktur in Kärnten realistisch und leistbar umgesetzt werden“, so Mischensky. |
WISSENSWERT
Der SoutH2-Korridor ist eine 3.300 km lange Wasserstoff-Pipeline, die Nordafrika, Italien, Österreich und Deutschland verbindet und von den internationalen Netzbetreibern Snam, TAG, GCA und bayernets bereitgestellt wird.
PMSEigentümer und Geschäftsführer Franz Grünwald ist stets offen für neue Ideen und so wurde aus der PMS Elektro und Automationstechnik GmbH in nur 20 Jahren die PMS Group mit mehreren Tochterunternehmen, mehr als 600 Beschäftigten und Standorten in ganz Österreich.
Und die rasante Fahrt geht weiter. In St. Stefan im Lavanttal wird gleich in mehreren Bereichen an zukunftsweisenden Themen gearbeitet. Ein Beispiel dafür ist die AC/DC PowerSphere, ein Joint Venture mit dem niederösterreichischen Unternehmen Electrify. Beide Partner verbindet eine ähnliche DNA: familiengeführt, regional verankert und hochinnovativ.
Maßgeschneiderte Gesamtlösungen
In dem neuen Joint Venture bündeln die beiden Unternehmen ihre Kernkompetenzen. Electrify bringt Knowhow im Bereich der EMobilität, Speichertechnologie und PhotovoltaikGroßanlagen ein während PMS die Stärken im Bereich der Energieversorgungsanlagen mit intelligenten, hochverfügbaren Trafostationen, Mittelspannungs und Niederspannungsschaltanlagen sowie der Automationstechnik einbringt. Gemeinsam und mit über 1.000 Mitarbeiter:innen können für Kunden aus allen Branchen und Größen zukunftsweisende Komplettlösungen im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung umgesetzt werden.
Das Ziel ist, erneuerbare Energiequellen aus Sonne und Wind, Batteriespeicher und moderne Ladeinfrastruktur zu vernetzen – intelligent, skalierbar und kundenorientiert. Ob Stromspeicherung, Ladeparks für E Mobilität oder EnergieManagement, AC/DC bringt Technologie, Knowhow und Marktverständnis unter ein Dach.
PMS Group denkt Energie neu
Die Lavanttaler PMS Group GmbH entwickelt sich rasant weiter und beschäftigt sich zunehmend mit intelligenten und nachhaltigen Energielösungen. Von Monika Unegg
„Wir bieten diese Gesamtlösungen nicht nur am österreichischen Markt, sondern auch europaweit an. Die Transformation des Stromnetzes mit dem Einsatz erneuerbarer Energiequellen und der Möglichkeit von Speichern im MegaWattBereich ergeben große Herausforderungen und Chancen für EVUs und deren Großabnehmer in Industrie, Gewerbe und vielem mehr und genau hier bringen wir unsere umfangreichen Erfahrungen ein“, erklärt der Firmenchef.
„Wir bieten Gesamtlösungen an.“
Franz Grünwald
Unternehmen werden gezielt beraten und auf Basis der Analyse werden intelligente Energiekonzepte erarbeitet. Das komplette Knowhow von der Planung über die Fertigung von Trafostationen, Mittelspannungstechnik, Verteiler, bis hin zur Montage, Inbetriebnahme und Wartung ist in AC/DC PowerSphere abrufbar. „Auf Wunsch können wir die Anlage auch betreiben. Da gibt es für die Zukunft Modelle, die wir aktiv mitgestalten. Mithilfe von künstlicher Intelligenz können wir den Energieverbrauch optimieren“, weiß Grünwald, der auch hier weiterdenkt.
Am Standort in St. Stefan entsteht einer der modernsten Energieparks. Die Überdachung der Firmenparkplätze mit PV Modulen, die Nutzung von Wind
energie und der Einsatz KI optimierter und intelligenter Batteriespeichersysteme ermöglichen eine nachhaltige, kostengünstige und klimafreundliche Energieversorgung für das Unternehmen. Ganz nebenbei ist es auch ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduktion von CO2. Die Nutzung von Windenergie ohne massiven Eingriff in die Natur ist Franz Grünwald ein persönliches Anliegen und hier wird intensiv entwickelt und geforscht. Der Markt dafür ist sehr groß und geht weit über Europa hinaus.
„Auch in den USA besteht ein großes Potenzial, überall dort, wo flexible Energiesysteme gebraucht werden“, weiß er.
Der intelligente Biomassekessel
Ein weiterer erneuerbarer Energieträger steht im Fokus der PMS AES. AES steht für Alternative Energiesysteme und entwickelt einen Biomassekessel in einer Größenordnung von zwei bis acht Megawatt zur Wärmeversorgung von Kommunen, Sägewerken, Hotels und Ähnlichem. Für dieses Projekt gibt es ebenfalls ein klar definiertes Ziel: nämlich den „intelligenten Biomassekessel“ zu bauen. Das soll mit einer vollautomatisierten, KIunterstützten Software erreicht werden. Für größere Anlagen von mehr als acht Megawatt hat PMS auch schon einen Partner, ein holländisches Familienunternehmen, gefunden. Mit diesem Partner können auch Lösungen im Bereich Wasserstofferzeugung, Biogasanlagen und Carbon CaptureAnlagen angeboten werden.
KI-unterstützte Drohnen-Wartung
In der PMS SAS GmbH, die in diesem Frühjahr gegründet wurde, setzt das Unternehmen ebenfalls auf künstliche Intelligenz. Für die Wartung und Instandhaltung von Großanlagen werden Drohnen eingesetzt, die Millionen von Aufnahmen liefern. Mit Hilfe der KI können exakt jene Bilder gefiltert werden, die Schwachstellen und Problemfelder aufzeigen. So können Fehler im System rasch gefunden und gezielt behoben werden. Das System ist auch in vielen anderen Bereichen einsetzbar, wie zum Beispiel für Vermessungen, oder bei Wildbächen zum schnellen Auffinden von Verklausungen und vielem mehr.
Deutscher Markt
Die PMSGroup ist weiter auf Expansionskurs und hat ihre Fühler bereits nach Deutschland ausgestreckt. Gesucht wird ein Unternehmen, das von der Größe und dem Portfolio in die Gruppe passen könnte. „Der deutsche Markt ist für uns höchst interessant, nicht nur weil wir die gleiche Sprache sprechen und auch kulturell sehr ähnlich sind, sondern weil auch Projekte mit sehr hohen Investitionssummen für Gesamtlösungsanbieter wie PMS am Markt vorhanden sind“, erklärt
Grünwald. Und so wickelt PMS derzeit in Deutschland den größten Auftrag seiner Geschichte ab. Das Lavanttaler Unternehmen hat für ein Stahlerzeugungsunternehmen die Elektromontage mit einem Auftragsvolumen von rund 25 Mio. Euro übernommen. |
WISSENSWERT
Die PMS-Group
- PMS Elektro- und Automationstechnik GmbH
- PMS Competence Center Schaltanlagen GmbH
- PMS valveTec GmbH
- PMS Digital Solutions GmbH
- PMS Alternative Energie Systeme GmbH
- PSI Powerful Solutions International GmbH
- PMS Technikum Lavanttal GmbH
- PMS SAS GmbH
- AC/DC PowerSphere GmbH
INTERVIEW
mit Franz Grünwald, Eigentümer und geschäftsführender Gesellschafter der PMS Group
„Wir wollen enkelfit sein“
PMS setzt bereits auf die nächste Generation.
Auf welcher Basis werden die Tochterunternehmen der PMS-Group entwickelt?
Der Grundgedanke ist stets, das gesamte Potenzial der Gruppe in erfolgreiche Kundenlösungen einfließen zu lassen.
Wie entstehen die Projekte?
Es geht darum, den Kunden zu verstehen, um so seine Bedürfnisse in einer nachhaltig erfolgreichen Lösung zu berücksichtigen. Das hebt uns von anderen ab.
Sie engagieren sich immer stärker im Bereich nachhaltiger Energiesysteme.
Genau jetzt ist die richtige Zeit dafür. Die neue Generation von Energiesystemen wird sehr vernetzt, hoch intelligent und die Summe vieler nachhaltiger Energiequellen sein. Wir als PMS wollen diese Zukunft nicht nur mitgestalten, sondern bei diversen Entwicklungen ganz vorne dabei sein.
Was ist das langfristige Ziel des Unternehmens?
Unser Ziel ist, das Unternehmen „enkelfit“ zu machen. Wir haben sehr gut ausgebildete Nachwuchsführungskräfte und somit bereits die nächste Generation ins Boot geholt. Ihre Motivation und ihre neuen Ideen werden in den nächsten Jahren sicherlich einen weiteren großen Wandel für eine erfolgreiche Zukunft ergeben. |
Franz Grünwald engagiert sich mit seiner PMS Group stark im Bereich alternativer Energiesysteme.
Unsere Lösungen für Immobilienbüros, Shops, Showrooms. Mach‘ dein Schaufenster zum Kunden-Stopper! Mit leuchtstarken Bildern und Videos auf Semi-Outdoor-Screens von WALLERIE erweckst du deine Produkte zum Leben.
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Der SchaufensterScreen bei RIEDER Zillertal sorgt rund um die Uhr für Aufmerksamkeit.
Im Schaufenster, auf der Messe oder direkt am POS: Digitale Screens von Wallerie, eine Marke der LANNER Media Group, erobern sich in immer mehr Branchen einen Fixplatz im Instore-Marketing.
„Ein digitaler Screen ist wie ein zusätzlicher Verkäufer – er ist immer präsent, informiert rund um die Uhr und macht aktuelle Angebote sichtbar.“ Wallerie Geschäftsführer Sebastian Lanner weiß, warum POSWerbung durch moderne Displays gerade ein smartes Update erlebt. „Dort, wo Kaufinteresse auf relevante Inhalte trifft, entsteht echte Wirkung. Und SchaufensterScreens, LEDTotems oder IndoorDisplays können diese Wirkung mit dynamischen Inhalten noch verstärken.“ Außerdem sorgen sie für weniger Aufwand, mehr Aktualität und einen professionellen Auftritt – egal ob im Einzelhandel, im Showroom oder auf Messen.
Emotionen wecken
Ein Beispiel aus der Praxis: Gaby Gugganig nutzt in ihrem Immobilienbüro in Lienz digitale Screens, um Exposés und Visualisierungen gezielt zu präsentieren. „Gerade bei hochwertigen Immobilien ist es entscheidend, Emotionen zu wecken und schnell reagieren zu können. Mit professionellen Bildern und Videos gelingt das über die Screens deutlich besser.“
Die Immobilien werden zudem automatisiert per OpenImmo Schnittstelle mit Hilfe definierter Filter (z. B. neueste Immobilien, Wohnungen, Häuser, etc.) angezeigt – dazwischen laufen ergänzend Videos oder Spots.
Das Tiroler Traditionsunternehmen RIEDER Zillertal setzt ebenfalls auf einen digitalen Auftritt im Schauraum. „Wir wollten keine herkömmliche Lösung, sondern eine moderne, dynamische Präsentation – auffällig, flexibel und einfach zu bespielen“, betont Anna Guggenberger vom Marketing.
Auch als digitale Messeaufsteller oder Displays am POS liefern Digital Signage Systeme von Wallerie genau die Info, die sich Kund:innen wünschen – optisch ansprechend, klar strukturiert und aktuell. Lanner gibt jedoch zu bedenken: „Nicht die Technik allein ist entscheidend. Es braucht ein stimmiges Gesamtkonzept, von der Positionierung bis zur Contentplanung.“ Wallerie bietet deshalb ganzheitliche Lösungen – individuell betreut, einfach zu bedienen und mit der Erfahrung aus hunderten realisierten Projekten. |
„Emotionen lassen sich mit digitalen Screens einfach besser transportieren."
Omnibus & Bürokratieabbau: Europa auf Korrekturkurs
Die Europäische Union plant weitreichende Vereinfachungen in punkto Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD), Lieferketten-Richtlinie (CSDDD) und Taxonomie. Von Petra Plimon
INTERVIEW
mit Marlene Lales, Abt. Europapolitik, Wirtschaftskammer Österreich
Die neue EUKommission unter Ursula von der Leyen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2029 den Bürokratieaufwand für alle Unternehmen um mindestens 25 % und für KMU um mindestens 35 % zu reduzieren. Das soll zu konkreten Bürokratieeinsparungen für Unternehmen in der Höhe von 37,5 Mrd. Euro europaweit führen. advantage hat in der Abteilung Europapolitik der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) nachgefragt, wie sich die geplanten Maßnahmen auf die heimischen Unternehmen auswirken werden.
advantage: Welche Bereiche sind betroffen?
Marlene Lales: Unter dem Schlagwort „Simpler and Faster Europe“ verfolgt die EUKommission eine breite „Vereinfachungsagenda“. Das heißt, jeder EUKommissar ist in seinem jeweiligen Politikbereich angehalten, bestehende Regeln einem StressTest zu unterziehen, in einen verstärkten Dialog mit Stakeholdern einzutreten und konkrete Vereinfachungsvorschläge im EURecht vorzuschlagen. Parallel hat die EUKommission sogenannte OmnibusPakete vorgelegt, mittels derer in einem Verfahren mehrere Rechtsakte gleichzeitig geändert und vereinfacht werden sollen.
• Omnibus I zu Nachhaltigkeit (davon umfasst sind die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und EUTaxonomie, die LieferkettenRichtlinie und der CO2Grenzausgleichsmechanismus)
• Omnibus II zu EUInvestitionsprogrammen
• Omnibus III zur gemeinsamen Agrarpolitik
• Omnibus IV zu Small MidCaps und zur Digitalisierung in der Produktgesetzgebung
• Omnibus V im Verteidigungsbereich
• Omnibus VI im Chemikalienbereich
Weitere OmnibusPakete werden voraussichtlich im Umweltbereich sowie im Digitalisierungsbereich bis zum Ende des Jahres erwartet.
Wie soll das umgesetzt werden und mit welchem Zeithorizont ist zu rechnen?
Mit den OmnibusVorschlägen sollen bürokratische Hürden abgebaut werden –u. a. durch erleichterte Berichtsstandards, weniger berichtspflichtige Unternehmen, Beschränkung der Sorgfaltspflichten auf direkte Geschäftspartner, weniger häufige Berichtspflichten, Begrenzung der Informationsanforderungen an KMU, Erleichterung durch digitale Formate und Tools in der Berichtserstattung.
Wichtig ist festzuhalten, dass es sich bei den bisher vorliegenden OmnibusVereinfachungen um Vorschläge der EUKommission handelt. Diese werden derzeit vom EUParlament und den Mitgliedstaaten im Rat diskutiert, geprüft und können auch noch abgeändert werden. Trotz hohem Verhandlungstempo und dem allgemeinen Bekenntnis zur Wichtigkeit von Bürokratieabbau ist frühestens im vierten Quartal 2025 mit einem inhaltlichen Beschluss zum ersten Omnibus zu Nachhaltigkeit zu rechnen. Mit einer Ausnahme: die zeitliche Verschiebung der Anwendung im Hinblick auf CSRD und CSDDD – der sogenannte „StoptheClock“Vorschlag – wurde bereits beschlossen:
• CSRD: Demzufolge verschiebt sich die verpflichtende Nachhaltigkeits
„Die Omnibusse seitens der EU-Kommission sind gestartet, und jetzt braucht es gemeinsame Anstrengungen von EUParlament und Rat sowie den Mitgliedstaaten, um diese auch tatsächlich ans Bürokratieabbauziel zu bringen.“
Marlene Lales, Abt. Europapolitik, WKÖ
berichterstattung für große Unternehmen, die noch nicht mit der Berichterstattung begonnen haben, und für börsennotierte KMU um zwei Jahre. Erstere müssen im Jahr 2028 erstmals über das Berichtsjahr 2027, börsennotierte KMU im Jahr 2029 erstmals über das Berichtsjahr 2028 einen Nachhaltigkeitsbericht gemäß CSRDVorgaben veröffentlichen.
• CSDDD: Die EUMitgliedstaaten haben bis zum 26. Juli 2027 Zeit, die CSDDD in nationales Recht umzusetzen; betroffene Unternehmen müssen die CSDDD ab Juli 2028 anwenden; Leitlinien der EUKommission werden bis Juli 2026 herausgegeben.
Mit anderen Worten, die Omnibusse seitens der EUKommission sind gestartet, und jetzt braucht es gemeinsame Anstrengungen von EUParlament und Rat/Mitgliedstaaten,
um diese auch tatsächlich ans Bürokratieabbauziel zu bringen bzw. zu vermeiden, dass sie von nationalen Regelungen –Stichwort: Gold Plating – wieder gebremst werden.
Welche Unternehmen sind betroffen?
99 % der Unternehmen in der EU sind Klein und Kleinstbetriebe (KMU) mit weniger als 50 Mitarbeitenden. Generell sind KMU überproportional vom Bürokratieaufwand betroffen. Sie haben klarerweise keine Rechts und ComplianceAbteilungen, um ausufernde Berichtspflichten zu erfüllen. Laut einer Umfrage des Market Instituts vom Frühjahr 2024 muss ein österreichisches KMU im Durchschnitt fast 20 Stunden pro Woche für Bürokratie aufwenden, rund zwei Drittel der KMU fühlen sich durch Bürokratie stark belastet.
Hinzu kommt, dass in einigen Bereichen KMU zwar keinen direkten Verpflichtungen unterliegen – wie bspw. in der CSDDD – dennoch können sie indirekt betroffen sein, wenn große Unternehmen entlang der Lieferkette Informationen anfordern, um ihren Sorgfaltspflichten nachzukommen. Diesem sogenannten „TrickleDownEffekt“ möchte die EU Kommission mit dem ersten OmnibusPaket entgegenwirken und hier die Informationsanforderungen an KMU beschränken.
Welche Effekte sind zu erwarten?
Durch die OmnibusVorschläge erwarten wir einerseits konkrete Erleichterungen für Unternehmen durch vereinfachte Berichtspflichten und eine pragmatische, praxisnahe Umsetzung von bestehenden EUVorschriften. Auch hoffen wir, dass das Momentum auf EUEbene für Vereinfachungen anhält und die Mitgliedstaaten und das EUParlament möglichst
„Die österreichische Wirtschaft bekennt sich zu nachhaltigem und verantwortungsvollem Wirtschaften, jedoch müssen die Ziele auf eine praxistauglichere und weniger belastende Weise erreicht werden, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen zu stärken.“
Marlene Lales, Abt. Europapolitik, WKÖ
bald zu einer Einigung zu den einzelnen OmnibusPaketen kommen. Denn Unternehmen benötigen rasch Planungsund Rechtssicherheit, damit sie sich frühzeitig auf die jeweilige Rechtslage einstellen können.
Aus Sicht der heimischen Wirtschaft ist zudem die Verschiebung des Anwendungsbeginns von CSRD und CSDDD ein wichtiger Zeitgewinn. Dieser muss dafür genutzt werden, auch inhaltliche Vereinfachungen zu erzielen.
Zusätzlich müssen weitere EURechtsakte des Green Deals – wie z. B. die EUEntwaldungsverordnung oder die ÖkodesignVerordnung – überprüft und angepasst werden, um Mehrfachbelastungen zu reduzieren und substanziell zu vereinfachen.
Bürokratieabbau wäre darüber hinaus ein sofort wirksamer, nachhaltiger Booster für die Konjunktur – und kostet nichts. Laut einer Studie von EcoAustria würde jeder Euro, den Unternehmen weniger für Informations und Erfüllungspflichten aufwenden müssen, das BIP mittel bis langfristig in Österreich um 1,62 Euro erhöhen.
Welche Auswirkungen hat diese Kurskorrektur auf die Erreichung der Klimaziele? Es geht bei den OmnibusVorschlägen
nicht um Deregulierung, sondern darum, bestehende politische Ziele auf möglichst effiziente und intelligente Weise zu erreichen, ohne Unternehmen mit überschießender Regulierung zu belasten. Die österreichische Wirtschaft bekennt sich zu nachhaltigem und verantwortungsvollem Wirtschaften, jedoch müssen die Ziele auf eine praxistauglichere und weniger belastende Weise erreicht werden, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen zu stärken.
Wie die EU Kommission betont, stehen die politischen Ziele des Europäischen Green Deals nicht zur Diskussion, sehr wohl aber der Weg dorthin. Wir brauchen dafür mehr Flexibilität, mehr Pragmatismus und weniger starre, überbordende Regulierungen, damit der Wandel auch für alle Unternehmen und insbesondere KMU tatsächlich machbar ist und wir damit auch Wachstum, Wohlstand und Innovation fördern und zu unseren internationalen Mitbewerbern wieder aufschließen können. |
WISSENSWERT
Gesetzliche Vorgaben für Nachhaltiges Wirtschaften:
CSRD = Corporate Sustainability Reporting Directive= EU-Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen
CSDDD = Corporate Sustainability Due Diligence Directive = „EU-Lieferkettengesetz“
GEMEINSAM
für nachhaltige
Waldbewirtschaftung
Mit dem Start des PEFC-Botschafter-Programms setzt PEFC ein starkes Zeichen für die Förderung nachhaltiger Waldbewirtschaftung und die Bekanntheit des PEFC-Siegels.
Das Programm verfolgt das Ziel, PEFCzertifizierte Produkte bekannter zu machen und den Konsum von Holzprodukten aus gesicherter und nachhaltiger Herkunft aktiv zu fördern. Getragen wird dieses Programm von heimischen, authentischen Persönlichkeiten mit Engagement, die als Botschafter:innen das Siegel und seine Werte in die Öffentlichkeit bringen.
Das gfallt dem Wald
Das Programm wird ins Leben gerufen, um die Sichtbarkeit des PEFCSiegels in einer breiten Öffentlichkeit zu erhöhen und die Glaubwürdigkeit durch persönliche Expertise der Botschafter:innen zu stärken. Dabei werden die Botschafter:innen gezielt unterstützt, um ihre Multi
plikatorFunktion und Vorbildrolle in der Gesellschaft optimal auszufüllen. So tragen sie dazu bei, komplexe Themen allgemeinverständlich zu kommunizieren und die Bedeutung des heimischen, nachwachsenden Rohstoffs Holz – nicht zuletzt auch für die Erreichung von Klimazielen – zu unterstreichen.
Vorbilder in Wirtschaft und Gesellschaft
PEFC spricht dazu Persönlichkeiten mit einer starken Affinität zur Marke und zum Produkt an – sowohl aus der eigenen Branche, aber vor allem auch aus Wirtschaft und Gesellschaft. Praktische Erfahrung in der Branche oder Expertise in nachhaltiger Waldbewirtschaftung sind hilfreich, aber keine zwingende Voraus
„PEFC-Botschafter:innen sind Vorbilder für verantwortungsvolles Handeln, weil sie das Siegel sowie zertifizierte Holzprodukte sichtbarer und verständlicher machen.“
PEFC-Obmann Kurt Ramskogler
setzung. Entscheidend sind vielmehr Kommunikationsfähigkeit, Engagement und ein breites Netzwerk in relevanten Bereichen.
Die vorgesehene Amtsperiode eines PEFCBotschafters beträgt drei Jahre, mit Option auf Verlängerung. Jährlich sollen zusätzliche neue Botschafter:innen feierlich eingeführt werden. Ziel ist es, 2025 mit 18 Botschafter:innen zu starten – das langfristige Ziel sind 183 Botschafter:innen aus ganz Österreich.
Durch das Programm sollen Reichweite und Vertrauen in nachhaltige Waldbewirtschaftung vergrößert werden. Die PEFCBotschafter:innen tragen dazu bei, das Siegel und zertifizierte Holzprodukte sichtbarer und verständlicher zu machen und setzen sich als Vorbilder für verantwortungsvolles Handeln ein. |
WISSENSWERT
Neugierig geworden?
Mehr Infos zu PEFC finden Sie auf www.pefc.at
NACHHALTIG KEIT kennt keine GREN ZEN
Vom Labor bis zur Bank: Jede Branche kann ihren Teil zur grünen Transformation beitragen – wie diese Best-Practice-Beispiele aus Südösterreich eindrucksvoll beweisen. Von Anja Fuchs
Ob Lebensmittelauswahl, Energieversorgung, Reinigung oder Abfallwirtschaft:
Seit Generationen setzt das familiengeführte Hotel Gollner in Graz auf umweltfreundliche Lösungen, die den ökologischen Fußabdruck minimieren. Im Rahmen der Zertifizierung für das Österreichische Umweltzeichen wurde ein ControllingSystem entwickelt, mit dem das Hotel relevante Daten zu Abfall, Energieverbrauch und Mobilität kontinuierlich erfassen und auswerten kann. So entsteht eine interne CO2Bilanz, durch die der CO2Ausstoß und die Wirkung von Maßnahmen gezielt beobachtet wird. Durch die Umstellung auf Fernwärme werden jährlich rund 550 Tonnen CO2 eingespart. Ein Highlight des Hotels ist auch der Rosengarten, der mit seinem alten Pflanzenbestand einen Beitrag zum Erhalt des Stadtklimas leistet und den Grünraumanteil erhöht.
Effizienz durch „Brains for Buildings“ Unter dem Motto „Brains for Buildings“ entwickelt EAM Systems in Graz seit 1976 effizient arbeitende Gebäudetechnik. Hard und Software zielen darauf ab, Wärme, Kälte, alternative Energien und den Energieeinsatz intelligent zu regeln, die technische Betriebsführung nachhaltig zu verbessern und den Lebenszyklus von Gebäuden zu verlängern. Begleitet von der Wirtschaftsinitiative Nachhaltige Steiermark (WIN) erarbeitete EAM einen Maßnahmenplan, von dem bereits zahlreiche Punkte umgesetzt wurden –u. a. ein Energiemanagementsystem, eine Dachbegrünung und PVAnlage auf dem 2022 errichteten Bürogebäudeteil, Wärmegewinnung durch Luft/Wasser und Luft/LuftWärmepumpen und RecyclingMaterialien in den Büros. Zudem setzt Geschäftsführer Jürgen Wolf auf die freiwilligen Nachhaltigkeitsberichte nach CSRD, um Stakeholdern den Effekt des Leistungsspektrums auf Umwelt und Gesellschaft zur Verfügung zu stellen.
„Green Lab“ auf allen Ebenen
Der Gesundheitssektor ist für rund 7 % der CO2Emissionen in Österreich verantwortlich. Mit dem Projekt „The Green Lab“ setzt Christian Berghold vom gleichnamigen Labor in Graz ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit im Laborbereich. Mit den Nachhaltigkeitsexpert:innen von Strateco nahmen die Mitarbeiter:innen Brennpunkte wie Stromverbrauch, Abfall und Verpackungssysteme unter die Lupe – mit dem Ziel, umweltschonende Alternativen zu finden. Mittlerweile setzt das Labor auf nachhaltige, regionale Stromversorgung mit Fokus auf eine erneuerbare Energiegemeinschaft sowie Stromspeicherlösungen. Auch die Mobilität des Teams zu optimieren, ist Teil des Projekts. Zudem wurden den Mitarbeiter:innen Möglichkeiten aufgezeigt, ihren persönlichen CO2Footprint zu verringern.
Nachhaltigkeit ist in der Unternehmensstrategie der BKS Bank fest verankert. Die ESGStrategie der Bank basiert auf drei zentralen Säulen: Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance). Dabei bietet die BKS auch ihren Kund:innen die Möglichkeit, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten – etwa mit dem „Natur & Zukunft“Konto. Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Umweltzeichen für nachhaltige Finanzprodukte, hat das Kontomodell in den letzten Jahren die Aufforstung heimischer Wälder unterstützt. Nun widmet es sich auch dem Erhalt der Biodiversität: Der Naturschutzbund Kärnten hat eine natürliche Blumenwiese in Galizien angekauft, die langfristig geschützt werden soll. Finanziert wurde der Ankauf der rund 0,46 Hektar durch die BKS. In Form von Volunteeringtagen, in denen die Trockenwiese gemäht oder geschwendet wird, trägt auch das Team der Bank zum Erhalt der Artenvielfalt bei.
Nachhaltigkeit ist bei Kärntnermilch seit jeher Teil der Unternehmensphilosophie. Seit bald 100 Jahren setzt die bäuerliche Genossenschaft mit Sitz in Spittal an der Drau intensiv auf Regionalität, Qualität sowie Biodiversität. Bereits vor vier Jahren wurde das gesamte Sortiment an flüssigen Milchprodukten auf 93 % pflanzenbasiertes Verpackungsmaterial umgestellt. Zusätzlich zu den bestehenden PVAnlagen auf den Molkereigebäuden in Spittal entsteht mit dem von der Kelag errichteten BiomasseHeizwerk nun ein Vorzeigeprojekt, das Synergien für die gesamte Region mit sich bringt. Das nachhaltige Engagement von Kärntnermilch wurde im Vorjahr mit dem TrigosAward belohnt – dem österreichischen Preis für Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility.
Innovative Recyclinglösungen für Kunststoffe
Seit mehr als 30 Jahren entwickelt Steinbeis Polyvert zeitgemäße Recyclinglösungen und zählt zu den führenden KunststoffrecyclingUnternehmen Europas mit Standorten in Deutschland und Österreich. Für André Aßmann, Geschäftsführer am Standort Völkermarkt, bedeutet „Recycling heute nicht mehr bloß stoffliche Verwertung, sondern intelligente Rohstoffrückgewinnung.“ In der Kärntner Niederlassung wurden kürzlich 36 Mio. Euro in eine neue PolyoefinRezyklatAnlage investiert. Die neue Produktionslinie ist eine der modernsten Kunststoffrecyclinganlagen Österreichs. Die Anlage verarbeitet stündlich bis zu fünf Tonnen Kunststoffabfälle und nutzt modernste Sortiertechnologien, bei der KI selbst schwer identifizierbare Materialien erkennt und separiert. So entstehen jährlich mehr als 50.000 Tonnen Rezyklat in höchster Qualität.
Heimische Wertschöpfung, Qualität und Nachhaltigkeit prägen die Unternehmenskultur
Ein zweites Leben für Reststoffe
Im Interreg-Projekt InterWASTE entwickelt
Wood Kplus in St. Veit Second-Life Produkte aus Reststoffen und vernetzt Partnerunternehmen.
Aus Reststoffen entstehen im Interreg-Projekt InterWASTE neue Produkte.
Konkret sind es die Reststoffe der Brillen, Möbel und Holzindustrie, die im Fokus dieses EUProjekts stehen. „Diese Branchen sind in den Projektregionen Kärnten mit Holz und Veneto mit der Brillenproduktion stark verwurzelt“, erklärt Projektleiterin Katrin Fradler. Daher fallen hier ausreichend Reststoffe an, denen ein zweites Leben in Form eines hochwertigen Produkts eingehaucht werden kann. Damit kann in den Regionen auch zusätzlich Wertschöpfung generiert werden. Weite Transportwege sollen vermieden werden, auch das ist Teil des nachhaltigen Konzepts.
Bisher landet ein Großteil dieser Reststoffe auf Deponien oder wird verbrannt. Das sind Steinmehl aus der Möbelerzeugung (Arbeitsplatten), Rinde und Sägemehl aus der Holzindustrie sowie die nicht mehr verwendbaren Schleifkörper der Brillenbearbeitung. Diese Schleifkörper sind entweder Keramikbasiert oder bestehen aus Holz mit einer abrasiven Paste. Es werden nun Verfahren entwickelt, um diese Abfallstoffe zu trennen, damit die einzelnen Komponenten wei
terverarbeitet werden können. So könnte die anorganische Paste beispielsweise für Schleifpapiere einsetzbar sein.
Projektpartner
Erste Entwicklungen sind bereits vielversprechend. So wurden aus Zirbenspänen Verbundplatten entwickelt und aus den Stoffen, die bei der Brillenproduktion anfallen, können Verbundplatten entstehen, aus denen wiederum Brillenfassungen gefräst werden.
Projektpartner sind in den Regionen Kärnten und Veneto das Forschungsinstitut Wood Kplus, das Prüfinstitut Certottica Scrl als LeadPartner, Elite Ambiente srl, ein Spezialist im Recycling von Kunststoffen und Metallen, sowie der assoziierte Partner aus Tirol Organoid Technologies GmbH, der die Laminate aus Zirbenspänen herstellt.
Workshop zur Vernetzung
Bei einem Workshop bei Wood Kplus am 27. November 2025 werden die bisher erarbeiteten Projekte vorgestellt. Interessenten, bei denen die genannten Reststoffe
„Wenn wir aus Reststoffen hochwertige Produkte produzieren, schaffen wir zusätzlich Wertschöpfung in den Regionen.
Katrin Fradler, Leiterin des Interreg-Projekts InterWASTE
anfallen, und Betriebe, die diese Sekundärrohstoffe verarbeiten könnten und darin Potenziale sehen, haben die Chance, sich zu vernetzen und Neues zu entwickeln.
Die Organisator:innen hoffen auf viele Unternehmer:innen, die sich für Kreislaufwirtschaft und innovative Produkte interessieren und neugierig sind, Neues kennenzulernen und zu probieren.
Das Programm zum Workshop wird unter News auf der Wood Kplus Website veröffentlicht. |
mit Edith Zikulnig-Rusch, Wood K plus, Bereichsleiterin Smarte Composite & Oberflächen
„Es
darf Neues entstehen“
Edith Zikulnig-Rusch leitet den Bereich Smarte Composite & Oberflächen im Forschungszentrum Wood Kplus, Kompetenzzentrum Holz GmbH. Von Monika Unegg
advantage: Was sind die primären Aufgaben von Wood Kplus?
Zikulnig-Rusch: In unserem Forschungszentrum forschen wir an nachwachsenden Rohstoffen, entwickeln Ideen, erarbeiten innovative Verfahren und vernetzen Partner. Im Fall unseres InterregProjektes InterWASTE ist es das Thema Kreislaufwirtschaft. Wir wollen weg vom AbfallDenken, sondern sehen die bisher ungenutzten Reststoffe als Wertstoffe, aus denen wieder sinnvolle Produkte entstehen. Im Workshop im November stellen
wir die BestPracticeBeispiele vor und erstellen darüber hinaus einen Leitfaden, anhand dessen auch neue Lösungen erarbeitet werden können. Das heißt, es kann, darf und soll auch Neues entstehen.
Wen möchten Sie mit diesem Workshop erreichen?
Alle Unternehmen, die sich bei dem Thema Kreislaufwirtschaft angesprochen fühlen, die interessiert sind, etwas Neues zu entwickeln. Für dieses Thema kommen auch kleinstrukturierte Betriebe in Frage. Es geht darum, die Unternehmen
MINA: Neues Lernnetzwerk für
Nachhaltigkeit gestartet
Wirtschaftskammer, Land Kärnten und das Netzwerk Verantwortung zeigen! riefen ein branchenübergreifendes Lernnetzwerk für KMU ins Leben.
MINA – „Mittelstand nachhaltig transformieren“ soll künftig kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei unterstützen, sich in Sachen Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln. „Gemeinsam mit 15 engagierten Unternehmen legten wir den Grundstein für ein Netzwerk, das nachhaltige Entwicklung nicht nur thematisiert, sondern konkret ermöglicht. MINA, das sich an mittelständische Betriebe mit etwa 20 bis 250 Mitarbeitenden richtet, unterstützt dabei,strategischeNachhaltigkeitindenUnternehmensalltag zu integrieren – fachlich fundiert,
in den Partnerregionen zu vernetzen und regional verankerte Wirtschaftsleistung zu kreieren. Mit dem Interreg Projekt bieten wir die Plattform dazu.
Welche Voraussetzungen müssen die neuen Produkte erfüllen?
Die Produkte, die aus den Reststoffen entstehen, müssen die Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen. Neben einer sinnvollen Nutzung von sonst entsorgten Rohstoffen wird unter anderem die biologische Abbaubarkeit der neuen Produkte getestet. |
praxisnah und branchenübergreifend“, erklärt WK Vizepräsidentin Astrid Legner.
Best-Practice-Beispiele
Drei Unternehmen demonstrierten bei der Auftaktveranstaltung, wie Nachhaltigkeit konkret umgesetzt werden kann. So verfolgt beispielsweise Riedergarten Immobilien einen ganzheitlichen Ansatz im Wohnbau Bereich: „Wir bauen für die Zukunft – ressourcenschonend, energieeffizient und langlebig“, betont Geschäftsführer Stefan Oberhauser.
Bei der HASSLACHER Gruppe steht Kreislaufwirtschaft im Zentrum der Firmenphilosophie: „Wir verstehen Nachhaltigkeit als strategischen Kern unseres Handelns“, erklärt Nachhaltigkeitsmanagerin Silvia Schneeweiß. Und auch in der Wimitz Brauerei spielt Kreislaufwirtschaft gemeinsam mit Regionalität eine wichtige Rolle. Gründer Josef Habich: „Unser Bier ist ehrlich gebraut – ohne Kompromisse bei Ressourcen, Qualität oder Herkunft. Nachhaltigkeit muss nachvollziehbar und glaubwürdig sein, sonst verliert sie jede Wirkung.“ |
INTERVIEW
mit Eva Slamanig, Prokuristin und Leiterin des Bereichs Accounting, Finance, Taxes & Sustainability in der Kelag
„Wir wollen bis 2040 CO2neutral werden“
Die Kelag setzt sich für nachhaltiges Wirtschaften über die Unternehmensgrenzen hinweg ein. Von Monika Unegg
„Nachhaltigkeit ist unsere DNA“ lautet ein Leitspruch der Kelag. Wie nachhaltig ist die Kelag?
Eva Slamanig: Die Kelag ist seit ihrer Gründung im Jahr 1923 ein nachhaltiges Unternehmen. Wasserkraft ist eine unserer Kernkompetenzen. Unsere Stromerzeugung erfolgt bereits zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern. Aber zum KelagKonzern gehört ja viel mehr: die Netzinfrastruktur, Wärmeerzeugung, Dienstleistungen wie E Mobilität, PVLösungen, Smart Home oder der Ausbau des Breitbandnetzes. In allen Geschäftssegmenten ist Nachhaltigkeit sowohl auf der inhaltlichen, energiewirtschaftlichen Ebene als auch hinsichtlich sozialer und regulatorischer Aspekte fest verankert. Das neue Element ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Was sind die konkreten Ziele?
Die Kelag verpflichtet sich, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette NettoNull Treibhausgasemissionen zu erreichen, also CO2neutral zu werden. Darauf basieren unsere Strategie, unser gesamtes Investitionsprogramm sowie unser tägliches Handeln.
Wie schafft man die Umsetzung?
Diese Strategie ist für uns keine neue Richtung. Unser Unternehmenszweck ist
dem Grunde nach bereits auf diese Zielsetzung ausgerichtet. Die Berichterstattung unterstützt die Sichtbarkeit. Dafür haben wir eine Sekundärorganisation implementiert. Eine Gruppe, die bei diesem Thema mit Herzblut dabei ist und es innerhalb der Organisation weiterträgt. Denn, das Gelingen der Dekarbonisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon, an dem alle Mitarbeitenden beteiligt sind. Dazu bauen wir erneuerbare Energiequellen, wie Wasser, Wind, Sonne und Biomasse gezielt aus und setzen uns aktiv für nachhaltiges Wirtschaften über unsere Unternehmensgrenzen hinweg ein. Wir sind stolz darauf, dass die weltweit renommierte Science Based Targets initiative (SBTi) die Emissionsreduktionsziele der Kelag als ambitioniert und realistisch anerkannt hat.
Sie haben 2024 erstmals einen ESRS-konformen Geschäftsbericht erstellt. Was bedeutet dies und wie aufwendig ist ein solcher Bericht?
Der Geschäftsbericht 2024 mit der integrierten Nachhaltigkeitserklärung ist ein sehr umfassendes Nachschlagewerk, der nur mit der Mitarbeit von vielen Unternehmensbereichen gelungen ist. Der ESRSkonforme Bericht basiert auf einer EU Verordnung und muss nach
einer vorgegebenen Struktur erstellt werden. Der Rahmen der Berichterstattung wird durch Fokusthemen gesetzt, welche vorab im Zuge einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert werden. Klar definierte Kennzahlen sollen Greenwashing vermeiden.
Was kann man sich darunter vorstellen?
Man kann sie als Risikoanalyse mit Perspektivenwechsel verstehen. Klassisch werden die finanziellen Risiken betrachtet, mit denen das Unternehmen im Zuge der Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit befasst ist. Die Wesentlichkeitsanalyse ergänzt
diese „OutsideinSicht“ um die „InsideOutPerspektive“, bei der die Auswirkungen des Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft mitberücksichtigt werden. Dazu werden Auswirkungen, Risiken und Chancen der Geschäftstätigkeit dargelegt.
Können Sie Beispiele nennen?
Auf der ProSeite stehen beispielsweise die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, die Stärkung der regionalen und lokalen Wirtschaft, die Versorgungssicherheit mit lokalen Energieträgern und die Unabhängigkeit von teuren Energieimporten aus dem Ausland. Auf der ContraSeite stehen etwa notwendige Eingriffe in die Natur im Zuge von Baumaßnahmen, die jedoch so schonend wie möglich und nach den höchsten Standards umgesetzt werden. Für jedes identifizierte, wesentliche Thema bedarf es einer klaren Strategie mit messbaren Zielen und entsprechenden Maßnahmen, die regelmäßig evaluiert werden.
Das heißt, auch erneuerbare Energiequellen werden auf Nachhaltigkeit hin geprüft?
Ja, auch bei der Errichtung erneuerbarer Energieerzeugungsanlagen wird auf die geringstmögliche Veränderung von Naturräumen geachtet. So werden bei
spielsweise Photovoltaikflächen als Schafweiden oder für die Hühnerzucht genutzt. Das sichert die ökologische Diversität und die Tiere haben wettergeschützte Bereiche unter den stromerzeugenden Modulen.
Wie war es möglich, in relativ kurzer Zeit die notwendigen Daten zu erfassen und zu dokumentieren?
Durch unsere Sekundärorganisation, die in alle Geschäftsbereiche der Kelag hinein vernetzt ist, hatten wir bereits die perfekte Voraussetzung. So konnten wir die gewünschten Daten und Informationen aus insgesamt 110 Gesellschaften in 15 Ländern mit rund 2.000 Mitarbeitenden gezielt abrufen und aufbereiten.
Welche Erkenntnisse haben Sie daraus gewonnen?
Durch die nun klar definierten Daten können wir sichtbar machen, welchen Beitrag wir als Unternehmen leisten, indem wir ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Wir konnten belegen, dass auch die vielen kleinen Maßnahmen wie flächendeckende Mülltrennung, Recyclingkonzepte, soziale EngagementMaßnahmen oder spielerische Nachhaltigkeitsinputs –in einem großen Konzern hohe Wirkung
erzeugen. Außerdem hat die gemeinsame Arbeit an dem Projekt ESRSkonforme Berichterstattung den sehr guten bereichsübergreifenden Zusammenhalt der Mitarbeitenden einmal mehr unter Beweis gestellt. Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Berichterstattung viele Folgethemen, Projekte und Zwischenziele auf dem Weg zu einer leistbaren, erneuerbaren Energiezukunft definiert.
Können Sie dafür Beispiele nennen?
Zwischenziele auf dem Weg in die Energiezukunft sind beispielsweise konkrete Meilensteine bei einzelnen Infrastrukturprojekten wie die Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung für den Netzraum Mittelkärnten oder der Baubeginn für die Erhöhung des Wurtendamms im laufenden Geschäftsjahr. Darüber hinaus haben wir uns zum Beispiel vorgenommen, in den nächsten Jahren rund 40.000 neue Nutzungseinheiten im Glasfasernetz zu realisieren. Ein wiederkehrendes Thema ist die Aufrechterhaltung einer hohen Arbeitssicherheit, Schulungsprogramme für bestehende und neue Mitarbeitende werden laufend durchgeführt. All unsere Ziele und Maßnahmen haben eine Sache gemeinsam: Sie sind auf eine nachhaltige Energiezukunft ausgerichtet. |
Digitale Helfer im Dienst von Mensch und Umwelt
Ein Forschungsteam der JOANNEUM RESEARCH erforscht den Einsatz von KI-basierter Robotik bei Katstrophenfällen.
Umweltkatastrophen nehmen weltweit zu und verursachen Jahr für Jahr enorme Schäden. Allein in Europa fallen jährlich bis zu 500.000 Hektar Wald Bränden zum Opfer. Angesichts dieser Entwicklung wird an Technologien geforscht, um die Einsatzteams vor Ort zu entlasten. Ein innovatives Konzept – der Einsatz KIbasierter Robotik – ist Forschungsthema bei JOANNEUM RESEARCH DIGITAL.
Autonome „Multitasker“ Im Projekt „KISecAssist“ entwickeln Markus Bergen und sein Team KIgestützte Assistenzsysteme für Einsatzkräfte. Die unbemannten Luft und Bodenfahrzeuge generieren Lagebilder und agieren als „Multitasker“. So liefern autonome Drohnen in Echtzeit Daten über Verletzte, Brandsituation sowie Temperaturund Gaswerte. Daraus entsteht ein präziser Statusbericht für Einsatzteams, um zielgerichtet und effizient zu arbeiten. Auch könnten die Roboter künftig helfen, die Evakuierungskapazität in Gefahrengebieten zu steigern und das Risiko für Einsatzkräfte zu reduzieren.
Zudem arbeitet KISecAssist an einem System, das Aufgaben und Ziele priorisiert und die autonomen Systeme optimal koordiniert. „Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine wird so optimiert, dass Gefahren besser eingeschätzt und schneller bekämpft werden können“, so der Projektleiter. Wie ein bewusster Umgang mit KI in der Forschung gelingt, erklärt Bergen im Folgenden.
advantage: Was braucht es für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI in Projekten wie KI-SecAssist?
Markus Bergen: Wesentlich sind klare Zuständigkeiten, vorausschauende Planung und sorgfältige Risikoabschätzungen. Denn rasch wechselnde Situationen machen es schwierig, automatisierte Entscheidungen in Echtzeit nachzuvollziehen. Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind ebenso wesentlich wie ein verlässlicher rechtlicher Rahmen. Zentral ist auch die Datenqualität – und zwar schon bei der Modellentwicklung: Nur mit repräsentativen, unverzerrten Trainingsdaten kann die KI faire, robuste
KI-gestützte Roboter könnten künftig zum Schutz von Natur und Mensch beitragen.
„Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine wird so optimiert, dass Gefahren besser eingeschätzt und schneller bekämpft werden können.“
Markus Bergen, Senior Senior Researcher DIGITAL bei JOANNEUM RESEARCH und Projektleiter von KI-SecAssist
Entscheidungen treffen. Zudem braucht es laufende Qualitätsprozesse und menschliche Kontrolle.
Wie verhält es sich mit ökologischen und ethischen Faktoren?
Auch Umwelt und Gesellschaft dürfen nicht außer Acht gelassen werden. KISysteme wie Drohnen dürfen weder sensible Naturräume beeinträchtigen noch unbeteiligte Personen stören. Auch der enorme Energieverbrauch vieler KIAnwendungen sollte bei Planung und Einsatz berücksichtigt werden. Zudem sind Datenschutz und ethische Leitlinien die Grundlage für Vertrauen und Akzeptanz – gerade dort, wo Menschen direkt betroffen sind. |
Das Projekt KI-SecAssist wurde im Rahmen des Programms KIRAS durch das Bundesministerium für Finanzen gefördert bzw. finanziert und von der Österreichischen Forschungs förderungsgesellschaft abgewickelt.
Das druckfrische WIFI-Kursbuch für das kommende Bildungsjahr 2025/2026 umfasst wieder mehr als 1.000 verschiedene Weiterbildungsangebote. Das vielfältige Programm steht ganz unter dem Motto „Neugier hat viele Seiten“.
Mit einem starken Signal für Innovation und Praxisnähe startet
das WIFI Kärnten ins neue Bildungsjahr: Das druckfrische Kursbuch 2025/26 ist erschienen – 416 Seiten voller beruflicher Chancen, neuer Technologien und praxisnaher Weiterbildung. Über 1.000 Bildungsangebote zeigen, wie vielfältig moderne Erwachsenenbildung heute sein kann.
Ein besonderer Fokus liegt dieses Jahr auf zwei Zukunftsfeldern: KI und Elementarpädagogik. So bietet das WIFI unter anderem einen neuen, modularen KIFührerschein, der nicht nur Grundlagen vermittelt, sondern auch speziali
sierte Praxisworkshops umfasst – von „Copywriting mit KI“ bis hin zu „Smart Marketing“. Gleichzeitig wurde das Weiterbildungsangebot im Bereich der frühkindlichen Bildung deutlich ausgebaut.
Ein Mix aus Handwerk und Digitalisierung
Das WIFI Kärnten setzt konsequent auf moderne Lerntechnologien, um Teilnehmenden in allen Lebenslagen größtmögliche Flexibilität zu bieten. Viele Kurse sind als ELearningAngebote verfügbar: Sie sind flexibel, ortsunabhängig und sofort nach der Buchung zugänglich. Ergänzend wird der kostenlose Kurs „Ler
nen lernen” angeboten, um die eigene Lernkompetenz gezielt zu fördern. „Der praxisorientierte Zugang bleibt unser Markenzeichen. Wir verbinden Tradition mit Zukunft, klassisches Handwerk mit digitalen Kompetenzen“, betont WIFIGeschäftsführer Andreas Görgei.
Mit der Abschlussgarantie bietet das WIFI zusätzlich Sicherheit: Wer die Prüfung nicht besteht, kann den Vorbereitungskurs kostenfrei wiederholen. |
Alle WIFI-Kurse online buchen unter www.wifikaernten.at/ kursangebot →
Alles begann in den 1950er Jahren mit der Idee einer italienischen Rechts und Erziehungswissenschaftlerin. Sofia Corradi, heute auch „Mamma Erasmus“ genannt, hatte im Rahmen ihres Studiums einen FulbrightAufenthalt in New York absolviert – der dort erworbene Masterabschluss wurde ihr in Italien allerdings nicht anerkannt. 1969 verfasste Corradi ein Memorandum, in dem sie die Gleichwertigkeit und Anrechenbarkeit im Ausland absolvierter Ausbildungszeiten forderte. Zunächst geschah nichts – doch fast 20 Jahre später, im Jahr 1987, mündete Corradis Initiative schließlich in ein neues Mobilitäts
Die große Besonderheit des Programms ist die finanzielle Unterstützung, die sämtliche Teilnehmer:innen erhalten – so wird allen jungen EUBürger:innen, unabhängig von Herkunft und finanziellen Möglichkeiten, ein Auslandsaufenthalt ermöglicht. Dank der Vorarbeit von „Mamma Erasmus“ Corradi können sich Studierende die meisten im Ausland absolvierten Kurse auch an ihrer eigenen Universität anrechnen lassen.
Von Ostbelgien bis an die Adria Ein lebendes Beispiel dafür, wie umfassend das Angebot von Erasmus+ genutzt werden kann, ist die Kärntnerin Leonie
in BEWEGUNG
Seit bald 40 Jahren fördert die Europäische Union über das Programm Erasmus+ die Mobilität und Vernetzung ihrer Bürger:innen. Die Kärntnerin Leonie Loipold und der Portugiese Gonçalo Silva zeigen vor, wie es geht. Von Barbara Pachler
die Reisebeschränkungen aufgehoben, brach Loipold wieder auf. Ihren dritten Erasmus Aufenthalt absolvierte sie in Triest, wo sie ein Jahr lebte und ein Praktikum im Bereich Deutsch als Fremdsprache an der Triestiner Universität absolvierte.
All diese Aufenthalte, Erlebnisse und Freundschaften, so Loipold, hätte es ohne Erasmus nicht gegeben. Auch mit einer normalen Reise sei das Programm nicht zu vergleichen: „Es ist ein Unterschied, ob man ein paar Wochen Urlaub im Ausland macht oder ob man wirklich dort lebt. Denn dann muss man sich auch mit Alltagsdingen beschäftigen: Wohnungssuche, Gas anmelden, Rechnungen zahlen.“ Erasmus sei in dieser Hinsicht eine gute Möglichkeit, sich auch in einer fremden Umgebung immer auf ein unterstützendes Netzwerk verlassen zu können.
Von Portugal nach Kärnten
programm namens Erasmus, das im Laufe der nächsten Jahrzehnte Millionen von Studierenden einen Auslandsaufenthalt ermöglichen sollte.
Endlose Möglichkeiten
Heute fördert das Mobilitätsprogramm unter dem Namen Erasmus+ nicht nur studienbezogene Aufenthalte, sondern auch eine Bandbreite weiterer Mobilitätsformen – etwa für Schüler:innen, Pädagog:innen oder Lehrlinge. Darüber hinaus gibt es Trainings, Jugendbegegnungen sowie den Europäischen Solidaritätskorps (ESK), und auch Auslandspraktika während oder kurz nach dem Studium werden von Erasmus+ gefördert.
Loipold. Ihren ersten Auslandsaufenthalt absolvierte Loipold direkt nach der Schule – im Rahmen eines Freiwilligendienstes verbrachte sie zehn Monate in Eupen, einer Stadt im deutschsprachigen Teil Belgiens. Dort arbeitete sie in einer Nachmittagsbetreuung. Die Unterkunft und ein Taschengeld wurden ihr zur Verfügung gestellt, und auch Organisation und Reisekosten übernahm das Erasmus
Netzwerk.
Wenig später zog es Loipold erneut ins Ausland: Ein Jahr verbrachte sie in Zadar, studierte an der örtlichen Universität und lernte das Leben an der kroatischen Küste kennen. Kurz nach ihrer Rückkehr begann die Pandemie – doch kaum waren
Diese Ansicht teilt auch der Portugiese Gonçalo Silva, der kürzlich ein von Erasmus+ gefördertes Praktikum an der FH Kärnten in Villach absolvierte. Dort war er für das Marketing der Fachhochschule zuständig und brachte sich insbesondere im Büro der European Universities Initiative ACE2 EU ein. Auch Silvas Hochschule in Santarém ist Teil dieses Netzwerks – die Empfehlung seiner dortigen Vorgesetzten brachte ihn auf die Idee, nach seinem Abschluss ein halbes Jahr in Villach zu verbringen. Am Anfang war es nicht einfach für ihn, in der neuen Umgebung Anschluss zu finden: „Es war ein Kulturschock. Die Menschen sind sehr anders als in Portugal und ich habe anfangs viel Zeit allein verbracht“, erzählt Silva. Doch auch für ihn war das Praktikum in Villach nicht der erste Erasmus Aufenthalt. Schon während seines Bachelors studierte er für ein Semester in Sevilla. Eine
Erfahrung, die seinen Blick auf die Welt grundlegend verändert hat: „Durch Erasmus haben sich meine Prioritäten geändert. Ich habe gelernt, dass gute Dinge passieren, sobald ich meine Komfortzone verlasse. Veränderung macht mir keine Angst mehr.“
Mit dieser Einstellung schaffte Silva es schnell, das Beste aus der Anfangszeit in der ungewohnten Umgebung zu machen. Er lebte sich in Kärnten ein, lernte neue Freund:innen kennen und genau wie bei seinem ersten ErasmusSemester war er auch diesmal traurig, als sein Aufenthalt schließlich zu Ende ging: „Ich sehe schon, es wird mir wieder das Herz brechen“, erklärte er lachend kurz vor seiner Rückkehr nach Portugal.
„Durch Erasmus haben sich meine Prioritäten geändert. Ich habe gelernt, dass gute Dinge passieren, sobald ich meine Komfortzone verlasse. Veränderung macht mir keine Angst mehr.“
Gonçalo Silva
Verbunden in Vielfalt
Europa, Freiheit, Reisen, Sprachen und interkultureller Austausch – all das sind Werte und Erfahrungen, die mit Erasmus in Verbindung gebracht werden. Das Zentrum ihrer Auslandsaufenthalte bilden für Silva und Loipold jedoch ganz klar die Menschen. „Für mich steht Erasmus für all die Freundschaften, die währenddessen entstanden sind“, erzählt Silva, und auch Leonie Loipold ist nach Jahren noch mit internationalen Freund:innen aus ihren ErasmusAufenthalten in Kontakt. Nach fast 40 Jahren Erasmus umspannt Europa ein dichtes
Netz aus Freundschaften – unzählige Beziehungen nahmen ihren Anfang auf ErasmusPartys in allen Ecken der EU, die ältesten „ErasmusBabys“ sind heute über 20 Jahre alt.
Die Vorstellung, allein in einem fremden Land zu leben, womöglich ohne Sprachkenntnisse und ohne soziales Netz, mag für manche einschüchternd wirken. Doch dass sich der Sprung ins kalte Wasser lohnt, steht für Loipold und Silva außer Frage. „Diese Möglichkeit kommt nicht wieder – es gibt sie nur, wenn du jung bist“, appelliert Silva an alle ErasmusInteressierten. Und auch Loipold spricht eine klare Empfehlung aus: „Ins Ausland zu gehen, sich ein neues Umfeld, einen Freundeskreis aufzubauen, das ist schon mutig. Aber das, was man dafür bekommt, ist es absolut wert.“
Generation Erasmus
Es ist das erklärte Ziel des ErasmusProgramms, das gegenseitige Verständnis, die Verbundenheit mit Europa und den Zusammenhalt der EU Bürger:innen über nationale Grenzen hinweg zu fördern. Dass dieses Ziel aufgeht, zeigen nicht nur die Geschichten von Leonie Loipold und Gonçalo Silva. Europaweiten Erhebungen zufolge fühlen sich
„Ich fühle mich weder als Gen Z noch als Millenial –aber ich finde es schön, dass ich Teil der Generation Erasmus bin.“
Leonie Loipold
83 % der Erasmus Geförderten stark mit Europa verbunden. 81 % von ihnen beteiligten sich im Jahr 2014 an der Europawahl – die europaweite Wahlbeteiligung lag im Vergleich bei nur 43 %. Heute in ihren Zwanzigern, sind Loipold und Silva zu jung für ein Europa der geschlossenen Grenzen. Dass die EU der Schlüssel zu ihren Abenteuern im Ausland ist, ist beiden dennoch mehr als bewusst. Dafür sei sie sehr dankbar, resümiert Loipold, und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich fühle mich weder als Gen Z noch als Millenial – aber ich finde es schön, dass ich Teil der Generation Erasmus bin.“ |
WISSENSWERT
Im Jahr 1987 beteiligten sich elf europäische Länder am Austauschprogramm Erasmus – 3.244 Studierende nutzten damals die neue Möglichkeit für ein Studium im Ausland. Mittlerweile sind alle 27 EU-Staaten sowie Norwegen, Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Serbien und die Türkei Teil des Mobilitätsprogramms. Allein in Österreich nahmen zwischen dem EU-Beitritt und dem Jahr 2022 mehr als 350.000 Menschen an Erasmus+ geförderten Projekten teil, europaweit sind es heute bereits mehr als 16 Mio. Teilnehmer:innen.
Weiterbildung für Berufstätige – voller Erfolg der Werkmeisterausbildung
Die Werkmeisterausbildung an der HTL Wolfsberg erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und zeigt eindrucksvoll, wie praxisnahe Weiterbildung in Kärnten funktioniert.
Im Schuljahr 2024/25 konnten 43 Teilnehmer:innen ihre zweijährige berufsbegleitende Ausbildung erfolgreich abschließen – ein deutliches Zeichen für die hohe Qualität und Relevanz des Angebots. Ende Juni erfolgte die Übergabe der Abschlusszeugnisse im Festsaal des Bundesschulzentrum Wolfsberg.
Praxisnah und zukunftsweisend Erstmals wurde die Ausbildung in Kooperation mit der Firma Glock durchgeführt. Diese Zusammenarbeit erwies sich als gro
ßer Gewinn für alle Beteiligten: Insgesamt 15 Personen aus dem Unternehmen durften sich nach zwei Jahren intensiver Ausbildung nun Absolvent:innen der Werkmeisterschule der HTL Wolfsberg nennen. Die enge Verknüpfung zwischen Schule und Industrie wirkt sich sowohl positiv auf die Qualität des Unterrichts als auch auf die betriebliche Praxis aus. Glock profitierte von hochqualifizierten Fachkräften, während die HTL durch praxisnahe Einblicke und konkrete Anwendungsfälle ihren Unterricht bereichern konnte. |
MEHR INFOS
Neuer Werkmeister-Lehrgang startet im Herbst Interessierte mit einer abgeschlossenen fachlichen Lehrausbildung können sich ab sofort anmelden.
Die Anmeldung ist möglich über die Website www.htl-wolfsberg.at oder direkt per E-Mail an harald. weilguni@htl-wolfsberg.at
mit Horst Bischof (Rektor TU Graz) und Peter Granig (Rektor FH Kärnten)
Kräfte bündeln im Hochschulraum
Südösterreich
TU Graz und FH Kärnten kooperieren seit vielen Jahren. Mit der Eröffnung der Koralmbahn ergeben sich neue Chancen auf beiden Seiten. Von Petra Plimon
Zwischen der Technischen Universität Graz (TU) und der Fachhochschule Kärnten (FH) wurde bereits 2017 ein Promotionsabkommen unterzeichnet. FHAbsolvent:innen und Mitarbeiter:innen können problemlos nach einem festgelegten Procedere an der TU Graz ihr Studium zur Erlangung des Doktoratstitels fortsetzen. Kooperationen in Forschung und Lehre runden die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beiden Hochschulen ab. Im Interview mit advantage sprechen Rektor Horst Bischof (TU Graz) und Rektor Peter Granig (FH Kärnten) über den bundesländerübergreifenden Wissens und Technologietransfer, der mit der Eröffnung der Koralmbahn intensiviert werden soll.
Kooperation auf Augenhöhe
Was die langjährige Kooperation zwischen TU Graz und FH Kärnten auszeichnet, ist die Tatsache, dass man auf Augenhöhe zusammenarbeitet und sich in den unterschiedlichsten Bereichen sinnvoll ergänzt, wie Peter Granig, Rektor FH Kärnten betont: „Eine gute Basis ist da – Wertschätzung, Vertrauen und in
haltliche Kohärenz. Dadurch kann man mit sehr offenem Visier an die Projekte herangehen und gemeinsam Lösungen finden.“
Um das gesamte Bildungs und Forschungsthema auf ein neues Niveau zu heben, gilt es die Kräfte weiter zu bündeln, ist Horst Bischof, Rektor TU Graz, überzeugt: „Wir sind im Südraum viel zu klein, um unabhängig voneinander zu agieren. Wir müssen uns zusammentun, um eine gewisse Sichtbarkeit – in Wien wie auch international – zu erreichen. Dann machen wir den Kuchen größer. Letzten Endes muss es unser Interesse sein, das gesamte Land weiterbringen. Dafür sind wir als Hochschulen da.“
Koralmbahn als Turbo
Gerade durch die Koralmbahn sei man eingeladen und gefordert, die beiden Hochschulräume zusammenwachsen zu lassen. „Nicht zuletzt aufgrund der Unterschiedlichkeit der Strukturen und der Inhalte kann es gelingen, dass wir in Zukunft einen großen Mehrwert für alle Beteiligten stiften. Von der gemeinsamen Hochschulkonferenz werden weitere Im
pulse ausgehen. Das nächste Treffen ist im Oktober“, erklärt Granig. Bischof ergänzt: „Das Schöne ist, dass wir schon eine langjährige Kooperation haben. Das heißt, wir können jetzt überlegen, wie man die neue Infrastruktur als Zusatz nutzen kann. Die Koralmbahn wird ermöglichen, dass wir uns öfter treffen und neue Ideen entwickeln.“
Neue Perspektiven
Ein wichtiger Schlüssel liegt bei den Wirtschaftskooperationen. Speziell im Bereich Halbleiter und Green Tech arbeiten beide Hochschulen bereits intensiv mit Leitbetrieben in der Region wie Infineon zusammen. Eine engere Kooperation mit den bundesländerübergreifenden Cluster Initiativen (z. B. Silicon Alps, Green Tech) wäre ein nächster Schritt. Die Eröffnung der Koralmbahn bietet vielfältige Chancen, um das bestehende Promotionsabkommen zwischen TU Graz und FH Kärnten zu erweitern. Durch die wesentlich kürzeren Fahrzeiten ist etwa eine gemeinsame Nutzung der Laborínfrastruktur möglich. Bischof: „Wenn man nur 45 Minuten in eine Rich
„Wir haben uns in den letzten Jahren ein sehr gutes Fundament aufgebaut. Darauf können wir aufsetzen und das Bildungshaus Südösterreich weiterentwickeln.“
Peter Granig, Rektor FH Kärnten
tung unterwegs ist, macht es sicher Sinn, darüber nachzudenken.“ Granig: „Es hätte auch den Effekt, dass es für unsere FH Masterabsolvent:innen einfacher wird, konkret ein Promotionsvorhaben zu entwickeln.“
Potenzial sieht man auch im Bereich Weiterbildung – eine klassische WinWinSituation, um ein breiteres Angebot zu schaffen, so Bischof: „Das macht es attraktiver für alle Beteiligten, wir bekommen mehr Zulauf und es hilft uns wieder allen. Das sind genau die Dinge, auf die wir in Zukunft schauen müssen.“
Zudem ist das berufsbegleitende Studium ein Zukunftsmodell, mit dem die FH Kärnten seit Jahren punktet, wie Granig betont: „Da können wir durchaus attraktiv sein für ein größeres Einzugsgebiet: 45 Minuten, das schafft man auch als
Tagespendler.“ Gleichzeitig ist berufsbegleitendes Studieren ein Trend, den eine Universität in dieser Form nicht anbieten könne. „Das geht sich einfach ressourcentechnisch nicht aus. Da ist eine FH natürlich perfekt aufgestellt“, so Bischof.
Internationalisierung im Fokus
Neben der Zusammenarbeit in Lehre, Forschung und Weiterbildung wäre auch eine stärkere Verschränkung im Bereich Internationalisierung denkbar. Sowohl die TU Graz, als auch die FH Kärnten sind Teil des transnationalen European UniversityProgrammes. Internationalisierung ist beiden Hochschulen ein zentrales Anliegen. „Wir kennen alle unsere demografischen Entwicklungen, d. h. wir müssen uns so aufstellen, dass wir möglichst attraktiv für internationale Studierende sind. Und dann ist es eigentlich schon wieder egal, wo der Studierende als Erster aufschlägt. Unser Ziel muss es sein, die Leute mittel und langfristig im Land zu halten.“ Daher gilt es attraktive Angebote zu schaffen und das könne nur gemeinsam gelingen. „Wir haben uns in den letzten Jahren ein sehr gutes Funda
„Wir müssen uns im Südraum zusammentun, um eine gewisse Sichtbarkeit zu erreichen. Dann machen wir den Kuchen größer.“
Horst Bischof, Rektor TU Graz
ment aufgebaut. Darauf können wir aufsetzen und das Bildungshaus Südösterreich weiterentwickeln“, so Granig abschließend. |
WISSENSWERT
European University –Internationalisierung als Antwort auf den demografischen Wandel: Die TU Graz ist seit 2022 Mitglied der Allianz „Unite!“, dem University Network for Innovation, Technology and Engineering. Die FH Kärnten gehört seit 2024 der Allianz „Applied, Connected, Entrepreneurial and Engaged – European University“, kurz ACE2-EU, an.
mit Dina Theresia Rahman, Pharmazeutin und Expertin für alternative Heilmethoden
Den MENSCHEN als GANZES betrachten
Mit dem steigenden Bewusstsein für ganzheitliche Gesundheit gewinnt auch die Traditionelle Europäische Medizin (TEM) immer mehr an Beliebtheit. Von Anja Fuchs
Neben der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) fristete die Traditionelle Europäische Medizin (TEM) in der öffentlichen Wahrnehmung lange Zeit eher ein Schattendasein. Inzwischen wurde das jahrhundertealte Heilwissen des westlichen Kulturkreises wiederentdeckt und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dabei werden Kneippen, Klostermedizin oder Pflanzenheilkunde nicht nur als alternative Heilmethode eingesetzt, sondern auch vermehrt als wertvolle Ergänzung zur konventionellen Medizin – und nicht zuletzt als effektives Instrument, um Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Stichwort: Prävention.
Dina Theresia Rahman ist Pharmazeutin in Graz und Expertin für alternative Heilmethoden, darunter TCM und TEM. Im Interview gibt sie Einblicke in die Kraft der Traditionellen Europäischen Heilkunde und erklärt, warum der Gesundheitszustand immer ein Spiegelbild der Seele ist.
YAvida: Was macht die TEM aus?
Dina Theresia Rahman: Viele wissen nicht, dass die Ursprünge der TEM min
destens so weit zurückliegen wie bei der TCM. Früher sprach man von 3.000 Jahren – neue Untersuchungen an der Eis
„Bei traditionellen Heilmethoden geht es immer um Eigenverantwortung. Etwas, das angesichts der Probleme unseres Gesundheitssystems immer mehr an Bedeutung gewinnt.“
Dina Theresia Rahman
mumie „Ötzi“ zeigen jedoch, dass er schon vor 5.000 Jahren mit Akupunktur behandelt wurde. Die genadelten Punkte entsprechen den heutigen Reflexpunkten der TEM. In ihren Methoden ist die TEM breit gefächert, von Homöopathie über Phytotherapie bis hin zur Humorallehre als Basis, auch VierSäfteLehre genannt. Sie unterscheidet die vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle), die wiederum mit den vier Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft und vier menschlichen Temperamenten in Verbindung gebracht werden: Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker und Choleriker.
Im Vergleich dazu sind es bei der TCM fünf Elemente. Genau, da sind es die Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Im Grunde genommen haben aber alle traditionellen Heilmethoden eines gemein: Sie betrachten den Menschen stets als Ganzes. In der Humorallehre ist der Mensch demnach gesund, wenn alle vier Säfte ausgeglichen und wir in Balance sind. Gerät eine der vier Säulen aus dem Gleichgewicht, beeinflusst
WISSENSWERT
Der Heilkraft heimischer Pflanzen kommt in der Traditionellen Europäischen Medizin hohe Bedeutung zu.
Die TEM ist stark in der europäischen Geschichte und Kultur verankert. Ihre Wurzeln liegen in der ägyptischen, keltischen und griechischen Medizin. Bekannte TEM-Vertreter sind Paracelsus, Samuel Hahneman, Rudolf Steiner (Anthroposophische Medizin) und Sebastian Kneipp. TEM-Methoden umfassen u. a. die Klostermedizin, Homöopathie, Spagyrik und Kneipp-Medizin. Zu den wesentlichen Elementen der TEM zählt das Einbeziehen persönlicher Lebensumstände und Vorlieben, der körperlichen Konstitution und der Wesensmerkmale eines Menschen, woraus sich die individuelle Behandlung ergibt.
das auch alle anderen Komponenten. Bei der TEM wird stets die Grundkonstitution des Menschen berücksichtigt – sprich, auch die seelische Komponente. Um die Gesundheit eines Menschen beurteilen zu können, sollte man ihn als Ganzes und mit allen Sinnen wahrnehmen: Wie geht er, wie spricht er, wie viel gibt er von sich preis, wie ist seine Vergangenheit? Sogar die Art und Intensität eines Handschlags spiegelt den Energiezustand einer Person wider. Für unsere Vorfahren war es in der Medizin normal, den Menschen als Ganzes zu betrachten und wahrzunehmen, ob er eher künstlerisch, flatterhaft, in den
Lüften oder geerdet ist. In der TEM wird stets auf individuelle Eigenschaften und Lebensumstände einer Person eingegangen und darauf geachtet, wie der Körper damit in Resonanz geht.
Heilmethoden wie die TEM fokussieren generell weniger auf Krankheiten als auf den Erhalt der Gesundheit. Was können wir davon lernen?
Traditionelle Heilmethoden setzen stark auf Eigenverantwortung. Etwas, das angesichts der Probleme unseres Gesundheitssystems immer mehr an Bedeutung gewinnt. Denn wer Verantwortung für seine Gesundheit übernimmt, betreibt automatisch Prävention. Es geht darum, sich bewusst zu machen, dass unser Körper das Spiegelbild unserer Seele ist und dass Krankheiten bzw. Symptome ein Ungleichgewicht aufzeigen. Unser Körper gibt uns ständig Signale – wir sollten lernen, aufmerksam zuzuhören. Auch unser Lebensstil trägt mehr zu unserer Gesundheit bei, als vielen bewusst ist. Dazu zählt, ob wir etwas von Herzen gerne machen oder ob uns unser tägliches Tun belastet,
„Wird die Natur geschützt, so ist sie es selbst, die alle Krankheiten heilt, denn sie weiß, wie sie heilen soll.“
Paracelsus
sprich krank macht. Hier können wir viel von ärmeren Gegenden lernen, wo Menschen noch mehr mit dem Herzen als mit dem Verstand leben.
YA ZUM LEBEN!
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YAvida widmet sich lebensbejahenden Themenstellungen unserer Zeit! Ja zum Leben sagen und den Moment, das Hier und Jetzt (er-)leben. Es ist eine Haltung und Lebenseinstellung, die Mut macht, das Wunderbare im Unscheinbaren zu erkennen.
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Gemeinsam grenzenlos
Gorizia und Nova Gorica sind zusammen Europäische Kulturhauptstadt 2025. Eine Premiere – denn zwischen den beiden Städten verläuft eigentlich eine europäische Staatsgrenze. Von Barbara Pachler
Dass Grenzen nicht nur trennen, sondern auch oft genug verbinden, ist eine Tatsache, die gerne übersehen wird. Rund 40 Kilometer nördlich von Triest liegen zwei Städte, deren gemeinsamer Alltag den besten Beweis für die doppelte Natur von Grenzen liefert. Die eine auf italienischem, die andere auf slowenischem Staatsgebiet, stehen Gorizia und Nova Gorica heute in ständigem Austausch. Diese Besonderheit hat den Zwillingsstädten den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 eingebracht. Inzwischen sind sie zu einem
Symbol europäischen Zusammenhalts geworden.
Europäische Geschichte
Die Vergangenheit der Stadt Gorizia reicht bis ins Mittelalter zurück. Zunächst Residenz ansässiger Grafen, kam sie um das Jahr 1500 unter die Herrschaft der Habsburger und blieb dort mit einer kurzen Unterbrechung im 19. Jahrhundert für mehr als 400 Jahre. Damals war die Stadt unter dem Namen Görz bekannt – gesprochen wurde Italienisch ebenso wie Slowenisch, Friulanisch und Deutsch. Erst nach dem Ersten Weltkrieg und infolge der Kämpfe am nahen Isonzo wurde die Stadt ein Teil von Italien.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen neue Grenzkonflikte auf die Region zu, als die kürzlich gegründete jugoslawische Republik Anspruch auf Gorizia erhob. 1947 wurde der Ostteil der Stadt, der aus kleinen, ländlich geprägten Siedlungen bestand, Jugoslawien zugesprochen. Durch ein Gebiet, das jahrhundertelang selbstverständlich in interkulturellem Austausch gelebt hatte, wurde plötzlich eine Grenze gezogen, die sich als Eiserner Vorhang durch halb Europa fortsetzte.
Auf der anderen Seite: Urbanismus vom Reißbrett Unmittelbar nach dieser Grenzziehung begann der jugoslawische Staat, im ehemaligen OstGorizia eine sozialistische Planstadt zu errichten. Der renommierte Architekt und Stadtplaner Edvard Ravnikar wurde mit der Planung beauftragt. Schon 1948 wurde der Grundstein für die neue Stadt Nova Gorica gelegt, die als gezieltes Urbanismusprojekt ein neues Zentrum und später auch Universitätsstadt werden sollte. Der Plan ging auf –ein deutlicher Bevölkerungsanstieg ließ die Stadt mit der Zeit zu einem florierenden regionalen Zentrum werden, das heute inklusive Umlandgemeinden fast 32.000 Einwohner:innen zählt.
„Dieser Titel bringt unsere Zwillingsstädte auf die Bühne Europas –nicht nur als kulturelle Sehenswürdigkeit, sondern als Labor gemeinsamen Lebens und Arbeitens.“
Romina Kocina
In den ersten Jahren nach 1947 war die Grenze für Bürger:innen der Region unpassierbar. Später wurde sie durchlässiger – etwa durch den Lasciapassare/ Prepustnica, einen Pass, mit dem die Menschen sich zwischen Gorizia und Nova Gorica bewegen durften. Auch Waren wurden häufig über die Grenze geschmuggelt – Geschichten, die heute ein lokales Grenzmuseum erzählt. Wirklich offen ist die Grenze allerdings erst seit Anfang der 2000er Jahre, als Slowenien zuerst der EU und schließlich auch dem Schengenraum beitrat.
Wendepunkt Pandemie
Eine neue Wendung nahm die Geschichte der Städte während der COVID19Pandemie. Aus gesundheitlichen Gründen wurde die Grenze plötzlich wieder dicht gemacht: Ein Bauzaun teilte den Bahnhofsvorplatz Trg Evrope/Piazza Transalpina, den Berührungspunkt der beiden Städte, wie früher in zwei Hälften. Für die Menschen, die sich längst daran gewöhnt hatten, ihre Verwandten und Freund:innen auf der anderen Seite der Grenze zu besuchen oder
„Für mich ist es eine einmalige Gelegenheit, zu zeigen, wie zwei Städte, zwei Länder, zwei Sprachen zusammen als eine Gemeinschaft agieren können.“
Romina Kocina
schnell „hinüber“ zu fahren, um etwa italienische Spaghetti oder slowenisches Bier zu kaufen, war die erneute Trennung ein Schock.
Doch die Menschen der beiden Städte ließen sich nicht mehr so leicht auseinanderdividieren. Sie verabredeten sich am Bauzaun, trafen sich dort auf ein Getränk, spielten über die Grenze hinweg Ball. Romina Kocina, Direktorin der grenzüberschreitenden Organisation EGTC GO, erinnert sich gut an diese besondere Zeit: „Als die Absperrungen 2020 zurückkehrten, machte uns das die Verbundenheit unserer Städte erst so richtig bewusst. Dieser Bruch verdeutlichte uns, wie sehr wir zusammengewachsen waren.“
Grenzüberschreitende
Transformation
Mithilfe dieser Energie und Verbundenheit schafften es die beiden Städte schließlich, in der damals bereits laufenden Bewerbungsphase für die Europäische Kulturhauptstadt das Rennen zu machen. Unter dem Motto GO! Borderless sind die beiden Städte nun gemeinsam Europäische Kulturhauptstadt 2025 – für die periphere Grenzgegend eine wichtige Chance: „In wirtschaftlicher Hinsicht ist unsere Region mit vielen für Grenzregionen typischen Herausforderungen konfrontiert: Bevölkerungsrückgang, fehlende Investitionen und Brain Drain. GO! 2025 hilft uns, diesen Trend umzukehren – durch Förderungen, verbesserte Infrastruktur und neu geschaffene Arbeitsplätze. Das betrifft nicht nur den Kulturbereich, sondern auch Tourismus, Bauwirtschaft und Dienstleistungen“, erzählt Kocina.
Der gemeinsame Raum der Nachbarstädte Gorizia und Nova Gorica sei lange Zeit von Trennung geprägt gewesen –„doch in den letzten Jahrzehnten haben wir aktiv Brücken gebaut. Als jemand, der in dieser einzigartigen Grenzregion lebt und arbeitet, kann ich sagen, dass sich die Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 zutiefst symbolisch und unglaublich motivierend anfühlt.“
Die von Kocina geleitete Organisation EGTC GO wurde 2011 von den Nachbargemeinden Gorizia, Nova Gorica und Šempeter Vrtojba gegründet, um die grenzüberschreitende Entwicklung der Region voranzutreiben. EGTCs (European Groupings of Territorial Cooperation) sind zum jetzigen Zeitpunkt innerhalb der EU das einzige rechtliche Instrument, das die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Gemeinden über staatliche und kommunale Grenzen hinweg ermöglicht. Seit der Gründung wurden bereits einige Projekte umgesetzt – etwa eine neue Brücke über den Fluss Isonzo/Soča. Auch der Bahnhofsvorplatz Piazza Transalpina/ Trg Evrope direkt auf der Staatsgrenze soll langfristig umgestaltet werden und sich zu einem neuen Zentrum der verbundenen Städte entwickeln.
Auf der Bühne Europas
Geschichte und Gegenwart der Städte an der italienischslowenischen Grenze machen deutlich: Gorizia und Nova Gorica sind ein echtes Beispiel für grenzüberschreitendes europäisches Zusammenleben. Mehrsprachigkeit war und ist Teil des Alltags, eine strikte Trennung der Lebensbereiche, wie sie von Staatsgrenzen
suggeriert wird, existiert in dieser Form nicht. Dass die Arbeit, die EGTC GO seit Jahren in das Zusammenwachsen der Städte investiert, nun Resonanz in Form der Europäischen Kulturhauptstadt erfährt, ist für Romina Kocina eine große Anerkennung: „Dieser Titel bringt unsere Zwillingsstädte auf die Bühne Europas –nicht nur als kulturelle Sehenswürdigkeit, sondern auch als ein Labor gemeinsamen Lebens und Arbeitens. Für mich ist es e ine einmalige Gelegenheit, zu zeigen, wie zwei Städte, zwei Länder, zwei Sprachen zusammen als eine Gemeinschaft agieren können.“
Für alle Interessierten bietet sich noch bis Ende des Jahres die Gelegenheit, den zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen des KulturhauptstadtJahres beizuwohnen. Doch auch in Zukunft wird sich ein Besuch der grenzenlosen Städte mit Sicherheit lohnen. |
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Im Kulturhauptstadt-Jahr 2025 bieten die Zwillingsstädte ein breit gefächertes Programm. Schmuggeln sowie Krieg und Frieden stehen als Themen ebenso im Fokus wie die Erschaffung des Neuen und das Motto Sehr Grün, das auf den Fluss Isonzo/Soča anspielt. Mehr dazu unter www.go2025.eu /en/whats-up/ events →
Art beyond the visible: BSVK-Präsident Heinz E. Pfeifer gemeinsam mit Igor Miljavec von der lokalen Interessensvertretung im Tastmuseum der europäischen Kulturhauptstadt Nova Gorica.
Das Museum der Zukunft:
Vision
oder Realität?
Mehr als die Betrachtung von Ausstellungsstücken:
Im Museum der Zukunft soll die Welt durch interaktive Erfahrungen für alle Sinne erlebbar gemacht werden.
Das Smartphone hat unsere Gesellschaft verändert. Streaming Angebote und SocialMedia beherrschen den Alltag. Bequem können wir uns Wissen und Unterhaltungsangebote „auf die Hand“ und in unser Haus holen. Die ganze Welt ist quasi auf einen Wisch verfügbar.
Warum also noch die Mühe auf sich nehmen und in eine Ausstellung oder in ein Museum gehen? Es kostet Zeit, es kostet Geld und in der Nähe gibt es oft nur sehr eingeschränkte Angebote.
Der Mensch ist Mehr
Die moderne Kommunikationstechnik hat vieles erleichtert und neue Möglichkeiten geschaffen. Doch sie hat noch einen entscheidenden Nachteil: Es wird meist nur der Sehsinn und ein wenig der Hörsinn angesprochen!
Aber der Mensch ist mehr: Er selbst ist ein einzigartiges Sinnesorgan – der Mensch ist neugierig, spielt gerne und sucht Herausforderungen. Erst durch die Kombination aus Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken kreieren wir uns ein ganzheitliches Bild von der Welt!
Erlebnisse
Das Museum der Zukunft schafft den
„Ohne Hören, Riechen, Tasten und Schmecken wird die Welt nicht erlebt. Der Mensch ist mehr als seine Augen. Und dieses Mehr ist das Potenzial des Museums der Zukunft.“
Heinz E. Pfeifer, Präsident BSVK – Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten
Raum, um die Welt mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Dabei geht es um mehr als die bloße Betrachtung von Ausstellungsstücken. Denn Gegenstände haben einen besonderen Klang. Indem wir sie ertasten, entsteht eine einzigartige Wahrnehmung der Welt. Und der Geruch der Welt macht unser „Sinnesbild“ erst komplett.
Mehrwert für Alle
Gleichzeitig gibt es zahlreiche Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte, die sich für das Museum der Zukunft wunderbar nutzen lassen: Ein sprechender Stift zum Beispiel, mit dem Ausstellungsstücke Punkt für Punkt erforscht werden können. Der TaktonomReader bringt den
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Im Mercator Center Nova Gorica befindet sich noch bis 30. März 2026 die größte internationale taktile Galerie in Slowenien – ein Museum, das speziell auf das Tasterlebnis ausgerichtet ist! Die Beschreibung der Exponate ist seit kurzem – zusätzlich zu Italienisch, Slowenisch und Englisch – per QR-Code auch in deutscher Sprache verfügbar. Möglich macht dies eine inklusive AlpenAdria-Kulturkooperation: Der Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten stellte die Beschreibungen auf Deutsch bereit!
eigenen Finger zum Sprechen. Die Welt wird mit dem Tastsinn erforscht und erlebt. In Kombination mit Tastvorlagen tauchen die Besucher:innen in die Welt der Dinge und erleben die Exponate auf eine völlig neue Weise.
Ohne Hören, Riechen, Tasten und Schmecken wird die Welt nicht erlebt. Der Mensch ist mehr als seine Augen. Und dieses Mehr ist das Potenzial des Museums der Zukunft. Wenn es um die Vielfalt der Sinne geht, sind blinde und sehbehinderte Menschen wahre Expert:innen. Mit ihrem speziellen Blick haben auch „Sehende“ die Chance, die Welt neu zu erleben. |
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Hier gibt es weitere Infos zum Tastmuseum in Nova Gorica: WEITERE
Forum Anthropozän: Alternative Intelligenzen im Fokus
Beim internationalen Klima- und Umweltforum im Nationalpark Hohe Tauern widmeten sich zahlreiche Expert:innen dem verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Von Petra Plimon
Das Forum Anthropozän, das heuer bereits zum achten Mal ausgetragen wurde, stand diesmal unter dem Motto „AI – Alternative Intelligenzen – Neue Ideen und Wege in der Klimaökologie“. In Mallnitz wurde ein vielfältiges Programm mit KlimaWorkshops, Impulsvorträgen und internationalen Podiumsdiskussionen geboten. „Es
„KI durchdringt alle Lebensbereiche, doch die unterschiedlichen Wissenslagen und wirtschaftlichen Interessen polarisieren. Wir wollen globale, systemische Zusammenhänge sichtbar machen und gemeinsam nachhaltige Lösungen entwickeln.“
Sabine Seidler, Initiatorin Forum Anthropozän
ist sicher eines der herausforderndsten Themen überhaupt. KI durchdringt alle Lebensbereiche, doch die unterschiedlichen Wissenslagen und wirtschaftlichen Interessen polarisieren. Wir wollen globale, systemische Zusammenhänge sichtbar machen und gemeinsam nachhaltige Lösungen entwickeln. KI ist gekommen, um zu bleiben. Insofern müssen wir uns damit beschäftigen“, bekräftigt Sabine Seidler, Initiatorin Forum Anthropozän.
KI zum Wohle der Menschheit einsetzen
Umweltlandesrätin Sara Schaar, Nationalpark Direktorin Barbara Pucker, Bgm. Günther Novak, AIESVizepräsidentin Christine Muttonen und Initiatorin Sabine Seidler freuten sich, im BIOS Nationalparkzentrum in Mallnitz das zahlreich erschienene, internationale Publikum zu begrüßen. Die dreitägige Veranstaltung wurde mit einem ZEIT Gespräch – moderiert von Fritz Habekuß –
eingeläutet. Über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Umgang mit KI diskutierten Klimaforscher Sebastian Lehner, Biotechnologe Diethard Mattanovich, ITRechtsexpertin Eva Vonau, Bildungsexpertin Katja Wengler und der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx.
KI, Klima und Wetter Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen können aufgrund der riesigen Menge an verfügbaren Wetter und Klimadaten, welche für das Trainieren von KI essentiell sind, erfolgreich für die Modellierung von verschiedensten Zusammenhängen im Erdsystem verwendet werden, wie Klimaforscher Sebastian Lehner von Geosphere erläuterte. „Dabei sind sowohl die Anwendungen, als auch etwaige Verbesserungen von klassischen Wettermodellen vielfältig und beinhalten zum Beispiel höhere Genauigkeit für spezialisierte Anwendungen wie die Vor
hersage der Bewegung tropischer Wirbelstürme, oder effizientere Berechnungen von atmosphärischen Zusammenhängen, da klassische Wettermodelle oftmals sehr ressourcenintensiv sind. Es ist wichtig zu betonen, dass Erfolge in KI auf Berechnungen aus Wetter und Klimamodellen aufbauen und dadurch diese nicht vollständig ersetzen, sondern einander ergänzen. Dies betrifft vor allem die Modellierung von Klimaänderungen, worin aktuell noch eine große Schwäche von KI besteht.“
Bildung neu denken
Katja Wengler von der DHBW Karlsruhe unterstrich die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit KI im Bildungsbereich. „Wir müssen als Lehrende und Lernende gemeinsam Bildung neu denken, damit die KI nicht uns bestimmt, sondern wir gemeinsam mit der KI innovativ und kreativ bleiben können. Bildung kann das Fundament für verantwortungsbewusstes Handeln legen, KI sinnvoll in Verbindung mit Nachhaltigkeit und Ethik einzusetzen. Denn Wissen ist der Schlüssel, um KIgestützte Systeme so einzusetzen, dass wir gemeinsam mit KI vieles (sowohl ökologisch, sozial oder ökonomisch) in der Gesellschaft und Arbeitswelt verbessern und nachhaltiger machen können.“
Zukunft entsteht in jedem Moment
Zukunftsforscher Matthias Horx skizzierte anhand des Trend GegentrendModells, wie KI uns wieder auf unsere Menschlichkeit zurückführen wird. „Man kann auf eines vertrauen: Es gibt bei jedem Trend eine Gegenbewegung. Das Erscheinen der KI erzwingt ein humankognitives Upgrade. Das ist ihre – vielleicht im metaphysischen Sinne – wirkliche Aufgabe: uns als Menschen überhaupt in die Selbstdefinition zu zwingen und die Grenzen zu definieren zwischen Mensch und Maschine.“
Vielfältiges Programm
Passend zum Leitthema ist es auch gelungen, die österreichische Kunstpreisträgerin 2024 Ursula Endlicher für eine Kunstintervention zu gewinnen. Zu den hochkarätigen Speaker:innen gehörten u. a. die estnische Ständige Vertretung bei der OSZE Kaja Tael, Club of Rome Mitglied J. Daniel Dahm und Umweltmediziner Hans Peter Hutter. Ein weiteres Highlight des 8. Forum Anthropozän bildete ein „Philosophisches Frühstück“ mit Reflexion über Ethik, Freiheit und Verantwortung im KIZeitalter initiiert von Liz Hirn. |
Zwischen Gletschern und digitalen Visionen öffnete sich in Mallnitz ein außergewöhnlicher
Der Begriff Anthropozän (dt. Menschenzeit) – 2000 von Paul J. Crutzen in den wissenschaftlichen Diskurs eingeführt – wurde zum Symbol für den planetaren Wandel und geht von der Beobachtung aus, dass die Oberfläche der Erde und damit auch die Lebensbedingungen für Flora und Fauna durch die Handlungen von Menschen global verändert werden. Daraus ergibt sich ein neuer Blick auf die Erde als Lebensraum, der eine Herausforderung für viele akademische Fachrichtungen, aber auch Wirtschaft und Gesellschaft darstellt.
SAVE THE DATE:
Das 9. Forum Anthropozän findet vom 11.–13. Juni 2026 in Heiligenblut am Großglockner statt! Weitere Informationen: www.forum-anthropozaen. com
von Hans Lach
Wer glaubt, alles zu wissen, für den ist das Leben ganz einfach
An einer gespaltenen Gesellschaft haben nur jene Interesse, die ihre Machtspielchen veranstalten wollen. Vertrauen, Wertschätzung, Meinungsfreiheit, Wahrhaftigkeit oder Verantwortung werden zunehmend bedeutungsloser.
Der Tonfall ist in den letzten Jahren gereizter geworden. Es gibt Gesprächspartner, die wohl eine Meinung einfordern, aber nur ihre eigene akzeptieren. Ist man nun für oder gegen Trump, findet man die derzeitige politische Konstellation für gut oder schlecht oder ist die CO2Steuer wirklich das, als das sie uns „verkauft“ wird? Wer mit seiner Antwort zögert oder gar zu differenzieren beginnt, muss damit rechnen, sich ins Abseits zu manövrieren. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Mit diesem Satz wird jeglicher Meinungsaustausch schon im Keim erstickt. Es ist schwierig, sich in der Mitte zu bewegen. Mit einem Menschen zu diskutieren, dessen TVSchirm größer ist als seine Bibliothek, ist vollkommen sinnlos. Wie ist es möglich, dass Menschen felsenfest überzeugt sind, mit ihrer Wahrnehmung im Besitz der politischen, geschichtlichen, religiösen oder auch wissenschaftlichen Wahrheit zu sein?
Mediale Macht
ZUR PERSON
HANS LACH
Autor und Verleger o�ce@alpenadria-verlag.at
Die größte Propagandamacht auf dieser Erde sind die Massenmedien. Wahrscheinlich gab es noch nie ein gefährlicheres Instrument, um die Menschen zu beeinflussen und einzuordnen. Mittlerweile existiert bereits eine Generation von Menschen, die nichts anderes kennt als das, was sie via Bildschirm bzw. Smartphone gezeigt bekommen. Medien haben die Macht, Personen zu Ikonen hochzujubeln oder zu dämonisieren. Wer auf Basis dieser „Informationen“ der Überzeugung ist, alles zu wissen, für den ist das Leben besonders einfach. Wer nichts hinterfragt und kein Wissen hat, muss allerdings alles glauben, was erzählt wird.
Der irische Dramatiker, Satiriker und Musikkritiker George Bernard Shaw (1856–1950) formulierte
folgend: „Propaganda ist nicht darauf ausgelegt, aus Menschen Idioten zu machen. Sie ist von Anfang an auf Idioten ausgelegt.“
Das Fernsehen und die digitalen Medien präsentieren den Menschen keineswegs die Wahrheit. Sie sind lediglich ein Rummelplatz. Gaukler, Märchenerzähler, Sportler, Propagandisten usw. treten hier auf. Die Medien haben die Funktion, uns die Zeit zu vertreiben bzw. zu stehlen. Die Menschen orientieren sich nach VorBildern, die ihnen permanent gezeigt werden: zerrissene Kleidung ist in „Mode“; unterschiedliche Körperstellen werden mit Symbolen „verziert“ und Metall„Accessoires“ an verschiedenen Körperstellen implantiert; SilikonBrustvergrößerungen sowie BotoxLippen usw. sind längst in der Masse angekommen. Auch unsere Kinder werden nach Vorgaben erzogen, die uns via Medien vermittelt werden.
Man muss nicht einmal genau hinschauen, um festzustellen, dass wir in einer Zeit der Orientierungslosigkeit leben. Das gilt für die Politik genau so wie für Religionen. Die Sprache ist allgemein „flacher“ geworden. Bei Gesprächen sind die Menschen mit ihrer Meinung vorsichtiger geworden. Auch bei Beiträgen im Netz.
Nur noch wenige sind der Meinung, dass die Stimme der Menschen zählt und das ihr Einsatz etwas positiv verändert. Der Kreis jener, die mit ihrem Engagement zum Wohle der künftigen Generationen sich einsetzen woll(t)en, wird immer kleiner. Ein offener Diskurs ist mit den MedienGläubigen kaum möglich.
Den Worten des amerikanischer Schriftstellers Mark Twain (1835–1910) ist nichts hinzuzufügen:
„Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen – vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir!“ |
Volksbank Kärnten zieht positive Bilanz
Die Volksbank Kärnten eG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück und rückt 2025 das Thema Gesundheit in den Vordergrund.
Trotz vieler Herausforderungen kann das Vorstandsteam, bestehend aus Johannes Jelenik (Vorstandsvorsitzender) und Alfred Holzer (Vorstand), auf eine sehr erfolgreiche Bilanz 2024 zurückblicken, welche im Rahmen der Mitgliederversammlung im Mai präsentiert wurde.
Bestes Betriebsergebnis seit Zusammenschluss Während sich das Einlagengeschäft im Jahr 2024 mit einem Zuwachs von vier Prozent auf 1.435 Mio. EUR gut entwickelte, war das Kreditgeschäft stark geprägt von der zurückhaltenden Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Der Anteil an Wohnbaufinanzierungen blieb allerdings ungeachtet der KIM-Verordnung und der hohen Baukosten stabil. Besonders hervorzuheben ist das beste Betriebsergebnis seit dem Zusammenschluss im Jahr 2016. Mit 21,07 Mio. EUR konnte dieses um knapp 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr ge steigert werden.
„Die Eigenmittel zeigen, wie erfolgreich ein Unternehmen ist. Mit einer Eigenmittelquote von 18,77 Prozent liegt die Volksbank Kärnten deutlich über dem gesetzlichen Erfordernis von 8 Prozent.“
Vorstandsvorsitzender Johannes Jelenik
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT), konnte von 16,81 Mio. EUR auf 17,73 Mio. EUR oder 5,5 Prozent ebenso deutlich zulegen. Wirtschaftlich bedeutend ist für die Volksbank auch die Entwicklung des Kernkapitals, welches von 16,8 auf 18,0 anstieg. „Die Eigenmittel zeigen, wie erfolgreich ein Unternehmen ist. Mit einer Eigenmittelquote von 18,77 Prozent liegt die Volksbank Kärnten deutlich über dem gesetzlichen Erfordernis von 8 Prozent“, erklärt Vorstandsvorsitzender Johannes Jelenik.
In seiner Funktion als Vorstand präsentierte Jelenik das letzte Mal die erfolgreichen Bilanzdaten. Mit 1.1.2026 übernimmt sein Vorstandsmandat Wolfgang Mandl, der gemeinsam mit dem bestehenden zweiten, langjährigen Vorstand Alfred Holzer ab dem kommenden Jahr die Führung der Regionalbank verantworten wird. Jelenik verabschiedet
Das Vorstandsteam der Volksbank Kärnten eG VDir. Mag. Alfred Holzer (Vorstand) und VDir. Johannes Jelenik (Vorstandsvorsitzender) mit Gastreferent Marcus Lauk (Langlebigkeitsforscher und Bestsellerautor) sowie Dr. Wilfried Aichinger (Aufsichtsratsvorsitzender).
sich mit Jahresende, nach beeindruckenden 51 Jahren in der Volksbank, in den wohlverdienten Ruhestand.
Umsetzung regionaler Projekte
Mehr als 25.000 Genossenschaftsmitglieder zählt die Volksbank Kärnten aktuell. Sie alle sind ihre Eigentümer und jeder Anteil stärkt sie als regionale Genossenschaftsbank. Im Jahr 2024 erfolgreich umgesetzt wurde etwa die Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Klagenfurt. Die unlängst mit dem Österreichischen Kulturfundraising Award ausgezeichnete Kooperation „Jugend triff t Kultur“ erlaubt allen unter 27-Jährigen den kostenlosen Besuch von Veranstaltungen im Stadttheater und wird in der neuen Spielsaison fortgesetzt.
Gesundheitsvorsorge im Fokus
„In Zukunft guthaben“ lautet das Thema des neuen Schwerpunktes. Wie eng finanzielle, physische und psychische Fitness oft beieinander liegen und sich wechselseitig beeinfl ussen, belegen zahlreiche Studien. Ab Oktober lädt die Volksbank Kärnten zu vier Veranstaltungen ein. Dabei geht es sowohl um die finanzielle Vorsorge als auch um den Gesundheitsaspekt, welcher von renommierten Kärntner Mediziner:innen beleuchtet wird.
Der Auftakt zur Veranstaltungsreihe erfolgte in der Mitgliederversammlung. „Mehr Gesundheit. Mehr Glück. Mehr Leben. So profi tieren Sie von den Geheimnissen der 100Jährigen“, lautete der Titel des diesjährigen Gastvortrages von Langlebigkeitsforscher Marcus Lauk. Er bereiste jene Regionen der Welt, in welchen mehr 100-jährige leben und sammelte deren Erfolgsgeheimnisse, die er am Abend dem Publikum verriet. Sein Fazit lautet: „Diese Welt schenkt uns alles, was wir für ein langes, gesundes Leben brauchen –es wird Zeit, dass wir diese Dinge wiederentdecken.“ |
VOLKSBANK. Vertrauen verbindet.
Aufwind für neue Strategien.
„Eine herzliche Atmosphäre und aufmerksame Gastfreundlichkeit zeichnen das familiär geführte Hotel seit drei Generationen aus.
‚Dei Wohlfühlhotel‘ am Wörthersee verbindet Tradition mit Modernem. Werte, die auch wir mit unserer Hausbank teilen.“
René Schneider
Hotel Schönblick Schneider GmbH | Velden am Wörthersee
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Von Menschen mit Visionen bis zu Erfolgsgeschichten über Generationen - der nächste Schritt beginnt mit einem Beratungsgespräch! VOLKSBANK - an der Seite von Unternehmen.