62 advantage | Umwelt INTERVIEW mit Eva Slamanig, Prokuristin und Leiterin Accounting, Finance, Taxes & Sustainability in der Kelag
Nachhaltigkeit als Steuerungsinstrument Eva Slamanig über Verantwortung, Wirtschaftlichkeit und konsequente Umsetzung von Nachhaltigkeit.
W
ohin geht die Reise? Für die Kelag zeigt der Kompass in Richtung grüner Energie zukunft, das Navigationssystem heißt ESG. Doch anders als oft angenommen ist Nachhaltigkeit dabei kein Blick in den Rückspiegel. Sie wird zum Steuerungsins trument: ESG hilft, Investitionen, Risiken und die langfristige Stabilität des Unter nehmens gezielt zu lenken. advantage: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Kelag und warum? Eva Slamanig: Nachhaltigkeit ist für uns kein isoliertes Berichtsthema, sondern integraler Bestandteil der Unternehmens steuerung. Wir machen uns den regulato rischen Rahmen zunutze, um ESG-Krite rien systematisch in Entscheidungs prozesse einfließen zu lassen. Das ver bessert unsere Entscheidungsqualität, erhöht die Resilienz des Unternehmens und stärkt das Vertrauen unserer Stake holder.
Wie sieht das konkret aus? Wie kann man sich das in der Praxis vorstellen? Die Kelag gestaltet die Energie zukunft aktiv mit. Das bedeutet: Wir investieren in erneuerbare Erzeugung, in Netzinfrastruktur und in Lösungen, die Kund:innen den Umstieg erleichtern. Für
inance heißt das: Wir betrachten diese F Investitionen nicht nur bilanziell oder finanziell. Wir bewerten sie im größeren Zusammenhang – wirtschaftlich, regulato risch, ökologisch und gesellschaftlich. Wir liefern also ein möglichst holistisches Bild, wenn es um Investitionsentscheidungen, Risikobewertungen und Finanzierungs fragen geht. Die erneuerbare Energie zukunft braucht nicht nur Technik und
Nachhaltigkeit wird wirksam, wenn sie Entscheidungen leitet – von der Natur bis ins System. © Kelag
Infrastruktur. Sie braucht auch finanzielle Steuerung, Transparenz und belastbare Entscheidungen. Bringt ihr Zugang zum Thema Nachhaltigkeit auch einen Wettbewerbsvorteil? Nachhaltigkeit verbessert den Zugang zu Kapital – und wird zunehmend zur Vor aussetzung am Markt. Unternehmen, die Nachhaltigkeit strategisch verankern, pro fitieren messbar: bessere Finanzierungs möglichkeiten, höhere Attraktivität für Investor:innen und eine gestärkte Markt position. ESG wird damit nicht nur zur regulatorischen Pflicht, sondern zu einem wirtschaftlichen Standort faktor.
Die Regulatorik spielt für die Kelag keine große Rolle mehr? Die Regulierung war ein wichtiger Impulsgeber und hat dem Thema Ver bindlichkeit gegeben. Rechtlich und Eva Slamanig verantwortet in der Kelag den Bereich Accounting, Finance, Taxes & Sustainability. © Kelag