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advantage Ausgabe Nr. 2 / Mai - Juni 2025

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Wirtschaftsraum Südösterreich

LEISTUNG NEU DENKEN

Wirtschaft im Wertewandel

Vorsorge statt Nachsorge

Prävention als zentraler Hebel zur Transformation des Gesundheitssystems.

Neustart mit Bestand

Betriebsnachfolge als Entwicklungschance für die Generationen.

Mit Verantwortung, Engagement und Kompetenz zu einem nachhaltigen Leistungsbewusstsein.

Leistungsfaktor Motivation

Die besten Lehrlinge auf dem Weg zu den EuroSkills.

Der einzigartig schonende Herstellungsprozess macht den Unterschied: In der „MiLK fit“ Milch bleiben gesunde Inhaltsstoffe fast zur Gänze im Originalzustand erhalten!

NEUE VITAMINREICHE PRODUKTLINIE VON KÄRNTNERMILCH

Mit „MiLK fit“ hat die Kärntnermilch im April eine neue Produktlinie auf den Markt gebracht, die sich an die Bedürfnisse gesundheitsbewusster Konsument:innen richtet.

„MiLK fit“ kombiniert höchste Qualität mit einem gezielten Plus an essenziellen Vitaminen und Mineralstoffen – perfekt für alle, die ihren Körper optimal versorgen möchten und Wert auf eine ausgewogene Ernährung legen.

Gesunder Genuss für jeden Tag

Seit April im Handel:

„MiLK fit“ ist seit April in ausgewählten Supermärkten in ganz Österreich sowie in den Genuss Meiereien der Kärntnermilch erhältlich.

„MiLK fit“ wurde entwickelt, um den täglichen Nährstoffbedarf auf köstliche Art und Weise zu unterstützen – sei es für mehr Energie im Alltag oder als Erfrischung nach dem Sport.

Die neue Produktlinie richtet sich an gesundheitsbewusste Verbraucher:innen, die eine ausgewogene Ernährung schätzen, sowie an Sportler:innen und Fitnessbegeisterte, die ihre Leistungsfähigkeit mit essenziellen Nährstoffen unterstützen möchten.

Familien profitieren von den nährstoffreichen und zugleich schmackhaften Produkten, die eine gesunde Alternative für Kinder bieten. Auch Berufstätige, die einen schnellen, praktischen und zugleich gesunden Snack für unterwegs oder im Büro suchen, gehören

zur Zielgruppe. Zudem sind die leicht verdaulichen und vitaminreichen Produkte ideal für Senior:innen, die ihre Ernährung gezielt auf ihre Gesundheitsbedürfnisse anpassen möchten.

Vier köstliche Vitaminbomben „MiLK fit“ enthält elf wichtige Vitamine und Mineralstoffe, darunter Vitamin B6 zur Unterstützung des Immunsystems, Vitamin D zur Erhaltung von Zähnen und Knochen, Magnesium für eine normale Muskel- und Nervenfunktion und Zink zur Erhaltung der normalen Sehkraft und eines normalen Vitamin-A-Stoffwechsel. Angeboten werden vier Geschmacksrichtungen:

• Vitaminmilch (3,5 % Fett): Die klassische Milch mit einem Plus an Nährstoffen – ideal für den täglichen Verzehr. Sie unterstützt eine ausgewogene Ernährung und liefert wertvolle Nährstoffe.

• Vitamin Buttermilch (1 % Fett): Leichte Erfrischung, die Sportler:innen und aktive Menschen optimal unterstützt.

• Vitamin Joghurtdrink Erdbeere (1 % Fett im Milchanteil): Fruchtig und praktisch –perfekt für den schnellen Vitaminkick unterwegs.

• Vitamin Joghurtdrink Banane (1 % Fett im Milchanteil) : Eine nährstoffreiche und leckere Option für die ganze Familie, ideal für einen gesunden Start in den Tag.

Vielseitig, nahrhaft, natürlich „MiLK fit“ hebt sich mehrfach von herkömmlichen Milchprodukten ab. Durch eine sorgfältig abgestimmte Kombination von Vitaminen (u. a. A, D3, B-Vitamine) und Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium und Zink unterstützt „MiLK fit“ eine bewusste Ernährung. Durch innovative Herstellungsverfahren bleiben die Vitamine und Mineralstoffe bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum stabil, sodass Konsument:innen langfristig von den positiven Effekten profitieren. Trotz der Anreicherung mit wertvollen Nährstoffen bleibt der natürliche Geschmack erhalten – ohne künstliche Zusatzstoffe oder Kompromisse bei der Qualität.

KONTAKT

Kärntnermilch reg.Gen.m.b.H. Villacher Straße 92 9800 Spittal an der Drau +43 4762 610 61-0 www.kaerntnermilch.at www.milk-fit.at

Ob als erfrischende Buttermilch nach dem Sport, als cremiger Joghurtdrink für unterwegs oder als nahrhafte Vitaminmilch für die ganze Familie – „MiLK fit“ bietet die passende Option. Nur 200 ml „MiLK fit“ decken bereits 30 % des Tagesbedarfs an Vitaminen und Mineralstoffen. |

Wissenswert:

Nur 200 ml „MiLK fit“ decken bereits 30 % des Tagesbedarfs an Vitaminen und Mineralstoffen!

NEU IM KÜHLREGAL!

FiTAMiiiiii iiiNE, FiTAMiiiiii iiiiiiiiNE!

Ich bin Milkfit und helfe dir, fit zu bleiben. Durch einen ein- zigartig schonenden Herstellungsprozess bleiben meine gesunden Inhaltsstoffe fast zur Gänze im Originalzustand erhalten und ich kann dich mit 30 % deines Tagesbedarfs an Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium, Zink und vielen wichtigen Vitaminen versorgen.

(1) Alle Infos über meine gesunden Inhaltsstoffe findest du hier:

Vorwort Inhalt

Wieviel Wertschätzung

erfährt Leistung wirklich? Arbeit im Wandel!

Wie gibt man Menschen die Freude an Ihrem Beruf zurück, die sie an ihrem ersten Arbeitstag verspürt haben und wie werden ihre Rahmenbedingungen verbessert?

Ein Aspekt, der großes Potenzial in sich birgt, ist echte Wertschätzung. Gelebte Anerkennung für die Leistung, die tatsächlich erbracht wird.

Es ist höchste Zeit, umzudenken. Fakt ist: Trotz hoher Belastungen lohnt sich Leistung nicht für alle im selben Ausmaß, die Leistungsgesellschaft ist ein Mythos. Ähnliches gilt für Menschen in Pflegeberufen, Servicekräfte in der Gastronomie und vergleichbare Berufsgruppen. Ohne dieses Personal würde unser System kollabieren. Die Liste ließe sich ewig fortsetzen.

Es wird daher notwendig sein, über den Tellerrand hinauszublicken. Was tragen wir zum Wohlstand für die Zukunft bei? Was bedeutet das für die nächste(n) Generation(en)? Das alles wird auch KI nicht für uns beantworten.

Ihr Walter Rumpler

Prävention heißt

Eigenverantwortung

Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen – und zwar auch im ökonomischen Kontext. Österreich zählt zu jenen Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf, wobei der größte Anteil in die stationäre Versorgung fließt.

Aufgrund des demographischen Wandels wird unser Gesundheitssystem künftig mit weiteren Herausforderungen konfrontiert – die Zahl der Älteren wächst massiv an und damit auch die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Neben kurativen Ansätzen gewinnt Prävention daher massiv an Bedeutung. Prävention betrifft jedoch alle Lebensbereiche – Prozesse, Partnerschaften und Infrastrukturen vorausschauend aufbauen lautet die Devise. Heute den Mut aufbringen und Entscheidungen treffen, die uns die Krisen von Morgen ersparen. Denn: Nachhaltig Leistung erbringen kann nur, wer gesund bleibt und gut auf sich schaut.

In diesem Sinne wünschen wir eine spannende Lektüre!

Herzlichst, Petra Plimon

SOCIAL MEDIA: Advantage Wirtschaftsmagazin | advantage Wirtschaftsmagazin advantage.magazin | www.advantage.at COVER: Grafik: Werk1. © AdobeStock

4 Zukunftsgespräch Infineon-CEO Sabine Herlitschka über den Wandel des Leistungsbegriffs.

6 Gelebte Werte

Bei Philips Klagenfurt steht der Mensch in vielerlei Hinsicht im Mittelpunkt.

10 Branche mit Visionen

Die Baubranche bemüht sich aktiv um den Nachwuchs und trotzt der Krise.

19 Arbeitsmarkt Süd Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn wird sich auch der Arbeitsmarkt verändern.

32 Unter neuer Flagge

Gelungene Betriebsübergaben als Erfolgsfaktor für den Wirtschafts- und Lebensstandort.

42 Vorsorge und Prävention Vorausschauendes Handeln minimiert Risikofaktoren sowie Belastungen.

50 Ja zum Leben

Ganzheitliche und naturbezogene Gesundheitsvorsorge im Fokus.

58 Motivation als Motor

PEFC/06-42-28

Durch die Beschaffung von PEFC-zertifiziertem

PEFC/06-39-364/11

aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen

www.pefc.at

OFFENLEGUNG nach § 5 ECG, § 14 UGB, § 24 , 25 Mediengesetz. IMPRESSUM: Gründung 1997. Herausgeber: Walter Rumpler, w.rumpler@advantage.at. Verlag & Medieninhaber: advantage Media GmbH. Geschäftsführung: Walter Rumpler. Chefredaktion: Petra Plimon, petra@plimon.at. Redaktion: Anja Fuchs, Romana Piiroja, Monika Unegg. Anzeigenleitung: Walter Rumpler. Fotos: advantage, pixelio.de, pixabay.com, unsplash.com bzw. beigestellt lt. FN. Adresse: advantage Media GmbH, Villacher Ring 37, 9020 Klagenfurt am Wörthersee, T: +43 (0)650 7303400. Die Meinungen von Gastkommentatoren müssen sich nicht mit der Meinung der advantageRedaktion decken. Alle Rechte, auch Übernahme von Beiträgen gem. §44 Abs. 1 Urheberrechtsgesetz, vorbehalten. AGB/Haftungsausschluss/rechtlicher Hinweis: www.advantage.at

Die Qualität der Lehrlingsausbildung avanciert zum Wettbewerbsfaktor.

70 From waste to value Im Fokus der Premiere der CIRPLEX stand die Kreislaufwirtschaft.

© marygoodfoto | Maria Wawrzyniak
© marygoodfoto | Maria Wawrzyniak

ZUKUNFTSGESPRÄCH

mit

Leistung ermöglichen und fördern

Im Interview mit advantage spricht Infineon-Vorstandsvorsitzende Sabine Herlitschka über den Wandel des Leistungsbegriffs. Von Petra Plimon

advantage: Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Leistung hat sich verändert. Weshalb ist das aus Ihrer Sicht so?

Sabine Herlitschka: Die Art, wie wir Leistung wahrnehmen, hat sich deutlich geändert. Früher war es besonders wichtig, hart zu arbeiten und Ergebnisse zu liefern. Heute sind Ergebnisse zumindest genauso wichtig. Um dorthin zu kommen, zählen Fähigkeiten wie Kreativität, Teamarbeit und Anpassungsfähigkeit weitaus mehr. Digitalisierung und Automatisierung haben viele Routineaufgaben übernommen: Es geht nicht mehr darum, wer am härtesten arbeitet, sondern wer gute Lösungen oder die besten Ideen entwickelt und in der Lage ist, zur Umsetzung beizutragen.

„Leistung ist für mich das Produkt aus drei Faktoren: Verantwortung, Engagement und Kompetenz!“

Wie kann der Leistungsbegriff neu definiert werden?

Wenn wir uns von der technischen Definition lösen, ist Leistung für mich das Produkt aus drei Faktoren: Verantwortung, Engagement und Kompetenz. Wenn diese zusammenkommen, dann entsteht das, was ich als echte Leistung wahrnehme. Menschen, die Verantwortung für eine Situation, ein Problem übernehmen – ob das nun jemand ist, der unsere Hilfe braucht, ein technisches Pro-

blem, das es zu lösen gilt, oder das Erreichen eines Ziels. Verantwortung übernehmen heißt nicht auf andere warten, sondern selbst aktiv werden. Dazu gehört Engagement – also der Entschluss hinzugreifen, zu tun, sich aktiv einzusetzen. Und das ist im Kern eine Entscheidung. Und letztlich braucht es Kompetenz, denn Betroffenheit oder Empörung reicht nicht, um Probleme zu lösen. Man muss tun und man muss wissen, was man tut.

Welche Schritte werden bei Infineon in diese Richtung gesetzt?

Verantwortung, Engagement und Kompetenz sind bei Infineon in der Unternehmenskultur verankert. Unsere Verantwortung sehen wir darin, mit Technolo-

Seit 2014 ist Sabine Herlitschka Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG. © Infineon Austria

gien einen positiven Beitrag zur Zukunft zu leisten. Engagement zeigen wir durch unseren Einsatz, uns weiterzuentwickeln und innovative Lösungen zu finden. Kompetenz ist unser Fundament, auf das wir bauen: Wir investieren kontinuierlich in Weiterbildung und fördern eine Kultur des lebenslangen Lernens. Dabei spielt auch Sinnstiftung eine wichtige Rolle. Wir zeigen, dass unsere Technologien mehr sind, als ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor – vielmehr ein Mittel, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Bei Infineon legen wir großen Wert darauf, Leistung nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern.

Wie kann speziell die junge Generation motiviert werden?

Viele junge Menschen, und nicht nur die, suchen eben mehr als nur einen Job – sie suchen sinnstiftende Tätigkeiten, die sie begeistern. Leistung zeigt sich häufig im Umgang mit Herausforderungen. Wenn wir genau hinschauen, dann wachsen wir durch unsere Leistungen. Herausforderungen können uns dazu bringen, alles herauszuholen, „was in uns steckt“. Was uns aber wirklich wachsen lässt, ist, wenn wir die Herausforderung bewältigen, wenn wir etwas geleistet haben. Solche „Bewältigungserlebnisse“ schenken uns Selbstvertrauen, verringern Ängste und geben uns die Kraft, uns neuen Aufgaben zu stellen. Wir müssen daher Rahmenbedingungen schaffen, die Leistung ermöglichen und fördern.

Welche Rolle spielt Wertschätzung?

Ich möchte es anhand eines Beispiels zeigen: Ein Bereich, in dem wir den Leistungsbegriff wertschätzen, ist der Sport. Hier sind Anstrengung, intensive Arbeit, hohes Engagement und die Entwicklung besonderer Fähigkeiten und Kompetenzen ganz selbstverständlich gefordert. Man könnte sich schon fragen, ob Spitzensportler für uns alle das Leistungsthema ein Stück weit übernehmen. Gleichzeitig können wir von ihnen lernen: Menschen, die im Sport mit extremen Leistungsanforderungen umgehen, zeigen uns, wie wichtig es ist, die Balance zwischen Anstrengung, Regeneration und Motivation zu finden. Wertschätzung für Leistung ist in allen Bereichen ein wesentlicher Aspekt, der uns vorantreibt.

Wie kann eine gute Zukunft gelingen? Welche strukturellen Verbesserungen sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit bzw. den Standort Kärnten zu stärken?

Technologie ist einer der wichtigsten Hebel, um eine gute Zukunft zu schaffen.

„Es geht nicht mehr darum, wer am härtesten arbeitet, sondern wer gute Lösungen oder die besten Ideen entwickelt und in der Lage ist, zur Umsetzung beizutragen.“

Dafür braucht es die richtigen Rahmenbedingungen. Erstens müssen wir weiterhin in zeitgemäße Bildung investieren –und zwar nicht nur in technische Kenntnisse, sondern auch in Problemlösungsund digitale Kompetenzen. Zweitens brauchen wir ein innovationsfreundliches Umfeld, das Unternehmen Möglichkeiten für globale Wettbewerbsfähigkeit eröffnet, das heißt Bürokratieabbau, geringere Energie- und Arbeitskosten, wie auch innovationsförderliche Maßnahmen. Drittens müssen wir auch die Infrastruktur stärken – von der Digitalisierung bis hin zu Energieversorgung. Kärnten hat hier Potenzial, besonders durch seine starke Verbindung zwischen Industrie und Forschung. |

WISSENSWERT

Die Geschichte von Infineon Austria startete 1970 unter dem Namen Siemens Bauelemente OHG in Villach. Was als verlängerte Werkbank begann, entwickelte sich zum Vorreiter der Digitalisierung. Heute hat sich Infineon Austria erfolgreich als Global Player am Halbleitermarkt etabliert und gilt als das forschungsstärkste Industrieunternehmen Österreichs.

(links) Geschäftsführer Johannes Ebner, HR-Managerin Ilse Rapatz, Site Manager Hans-Peter Rammel. © Philips Klagenfurt (unten) Philips Klagenfurt ist Kompetenzzentrum für Zahnbürstenköpfe. © Philips Klagenfurt

Gelebte Werte als

Basis für nachhaltigen Erfolg

Bei Philips Klagenfurt steht der Mensch im Mittelpunkt: Nicht nur in Bezug auf Produktinnovationen, sondern auch was die Unternehmenskultur betrifft. Von Petra Plimon

Seit 1962 werden in Klagenfurt Elektronikprodukte hergestellt, die das Leben der Menschen erleichtern sollen. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Philips-Niederlassung im Süden Österreichs vom Haushaltsgerätewerk zum Kompetenzzentrum für Oral Healthcare und Consumer Lifestyle gewandelt.

Innovationen für den Weltmarkt Aktuell werden am Hightech-Standort Bürstenköpfe für elektrische Zahnbürsten sowie Schneidelemente für Barttrimmer, Rasierer und Epilierer entwickelt und gefertigt. „Das Herz vieler Philips-Produkte kommt nach wie vor aus Klagenfurt“,

betont Site Manager Hans-Peter Rammel. „Wir vereinen das komplette Wissen von der Entwicklung bis zur Produktion unter einem Dach. Der Riesenvorteil: Extrem kurze Loops im Entwicklungsprozess.“

Der Mensch im Fokus

Das Team in Klagenfurt ist ein wichtiger Umsatzbringer und Kompetenzträger innerhalb von Philips Österreich, wie Geschäftsführer Johannes Ebner betont: „Das garantiert uns, dass wir nach wie vor als Leitbetrieb angesehen werden. Wir sind ein Team, das zusammenhält.“ Was Philips Klagenfurt auszeichnet, ist eine Unternehmenskultur, die auf ein Mitein-

Hochintegrierte Fertigung, Industrie 4.0 und smart Automation: Am PhilipsStandort in der Koningsbergerstraße in Klagenfurt werden Innovationen für den Weltmarkt entwickelt und produziert. © Philips Klagenfurt

„Das Herz vieler Philips-Produkte kommt nach wie vor aus Klagenfurt.“

Hans-Peter Rammel, Site Manager

ander auf Augenhöhe setzt. „Ob es um eine Betriebsvereinbarung oder eine Arbeitsplatzbeschreibung geht: Es gibt kein Top-Down oder eine Hidden Agenda, sondern wirklich ein gemeinsames Erarbeiten“, so Rammel. Man versuche stets alle – Mitarbeiter:innen, Vorgesetzte und den Betriebsrat – ins Boot zu holen. „Vor rund acht Jahren wurde gemeinsam ein Leitbild für den Standort erarbeitet, das unsere gelebten Werte

LEISTUNG NEU

widerspiegelt“, erzählt HR-Managerin Ilse Rapatz. Die zentralen Aspekte: Handschlagqualität, Leidenschaft und eine Kultur des Anerkennens.

Handschlagqualität

„Our word is our bound. Wenn ich mit einem Kunden oder einem Mitarbeiter etwas ausmache, muss ich als professioneller Partner dahinterstehen“, bekräftigt Rammel. Damit einher gehe der Faktor Vertrauen. „Es ist immer eine Balance zwischen Geben und Nehmen. Wenn ich eine Win-Win-Situation haben möchte, muss ich meine Hand ausstrecken, dann streckt das Gegenüber sie auch aus. Das ist unsere Philosophie.“

Des Weiteren habe man lange daran gearbeitet, Offenheit und Transparenz innerhalb der Belegschaft zu fördern. „Es ist wichtig, auch zu sagen, wenn man etwas nicht hinbekommt oder ein Fehler passiert ist. Denn wenn man rechtzeitig eingreifen kann, kann man auch helfen“, betont Rapatz.

Mit Leidenschaft und Kompetenz

Bemerkenswert ist auch, wie verbunden sich viele Mitarbeiter:innen mit dem Standort fühlen. „Wir beschäftigen wirklich sehr viele Menschen mit Loyalität und Herz für Philips Klagenfurt, die sich zu 100 % mit dem, was wir tun und wie

wir es tun identifizieren“, so Rammel. Gleichzeitig haben die Mitarbeiter:innen die Freiheit, sich zu entfalten. „Das kann auf alle Ebenen sein: Ob es darum geht, einen Arbeitsablauf zu verbessern, Ideen einzubringen in einem Entwicklungsprozess oder umweltschutztechnisch. Viele unserer Einsparungspotenziale sind entstanden, weil Mitarbeiter:innen gesagt haben, das könnten wir ja viel besser lösen“, so Rapatz.

Stolz und Dankbarkeit

Bei Philips Klagenfurt wird zudem eine Kultur des Anerkennens gepflegt. „Ein ehrliches Danke auszusprechen, das ist bei uns gang und gäbe. Wenn ein Mitarbeiter etwas gut gemacht hat, ist ein Lob dafür selbstverständlich“, so Rammel. „Einfach stolz sein auf die eigenen Leistungen. Das ist völlig normal bei uns“, ergänzt Rapatz.

Leistung wird belohnt

Gleichzeitig setzt man auf ein konsequentes Performance Management. „Neben dem positiven Schulterklopfen haben die Vorgesetzten auch die Aufgabe, mit schlechter performenden Mitarbeiter:innen umzugehen. Wichtig ist, dass es fair und basierend auf Zahlen, Daten, Fakten und nicht auf Gerüchten abläuft.“ Denn um am Weltmarkt zu bestehen, gilt es immer einen Schritt voraus zu sein.

„Das Team in Klagenfurt ist ein wichtiger Umsatzbringer und Kompetenzträger innerhalb von Philips Österreich.“

Johannes Ebner, Geschäftsführer Philips Austria

„Das schafft man nur mit bester Leistung und bester Qualifikation. Und da investieren wir. Das refundieren wir auch wieder, weil die Menschen bei uns entsprechend verdienen und gute Arbeitsbedingungen vorfinden“, so Rapatz. Um als Standort wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse man in Europa an einem Strang ziehen, ist sich Rammel sicher: „Das beginnt im Großen und endet im Kleinen, im Betrieb. Wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten, dass wir permanent besser werden, sind wir der Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus.“ |

WISSENSWERT

1962 gegründet und seit 1970 zum internationalen Philips Konzern gehörend, entwickelte sich aus dem ehemaligen Haushaltsgerätewerk ein Kompetenzzentrum für Oral Healthcare und Consumer Lifestyle. Aktuell werden Schlüsselkomponenten, wie Schneidelemente für Bart- und Haarschneider, Epilierköpfe sowie Schwingköpfe für die Schall-Zahnbürste Sonicare in Klagenfurt gefertigt.

INTERVIEW

mit Jürgen Mandl, WK-Präsident

Unternehmer sein heißt: Verantwortung übernehmen!

Am 30. April feierte die Kärntner Wirtschaft zum 13. Mal den „Tag der Arbeitgeber“.

Ein Tag, der das Engagement von Unternehmer:innen sichtbar macht –besonders in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. WK-Präsident Jürgen Mandl über Leistung, Bürokratie, Unternehmergeist und den Weg aus der Rezession.

advantage: Herr Präsident Mandl, die Wirtschaftskammer rief auch heuer wieder den 30. April als „Tag der Arbeitgeber“ aus. Warum braucht es diesen Tag mehr denn je?

Jürgen Mandl: Weil wir in einer Zeit leben, in der unternehmerische Leistung oft als selbstverständlich hingenommen –manchmal sogar misstrauisch beäugt –wird. Dabei leisten die mehr als 38.000 Unternehmer:innen in Kärnten tagtäglich Unglaubliches: Sie schaffen Arbeitsplätze, investieren trotz unsicherer Rahmenbedingungen und tragen mit ihren Abgaben wesentlich zu unserem Sozialsystem bei. Das verdient Anerkennung. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen viele Betriebe mit Rezession, Bürokratie und massivem Fachkräftemangel kämpfen, ist es wichtig, ihnen öffentlich den Rücken zu stärken.

Die Wirtschaft steckt tief in der Krise. Wie erleben das die Unternehmer:innen?

Gerade kleine und mittlere Unternehmen berichten uns, dass sie mehr Zeit mit Formularen, Berichtspflichten und Genehmigungsverfahren verbringen als mit

Kund:innen oder Innovationen. So kann es nicht weitergehen. Wir haben der Politik längst konkrete Reformvorschläge gemacht – es braucht endlich Entlastung, Tempo und eine wirtschaftsfreundliche Haltung. Sonst gefährden wir nicht nur Arbeitsplätze, sondern langfristig auch den Wohlstand in unserem Land. Unternehmer:innen brauchen endlich wieder mehr Rücken- statt Gegenwind. Wer Leistung erbringt, muss auch spüren, dass sich Leistung lohnt.

Sie sprechen oft von einem Wertewandel –was meinen Sie damit?

Es geht um eine Rückbesinnung auf den Wert der Arbeit, und der Begriff der Work-Life-Balance ist ein Missverständnis. Arbeit ist nicht das Gegenteil von Leben, sondern ein wesentlicher Teil davon. Wir brauchen wieder mehr Leistungsbereitschaft, weniger Anspruchsdenken und vor allem ein Steuersystem, das Arbeit belohnt und nicht bestraft. Wenn wir wollen, dass dieses Land aus der Krise findet, dann müssen wir denen, die es tragen, auch den nötigen Respekt entgegenbringen.

Dennoch setzen Sie auf Optimismus – warum?

Ohne Optimismus gibt es keine Zukunft. Wer nicht positiv denkt, kommt nicht weiter, und Unternehmer:innen denken lösungsorientiert. Sie packen an, auch wenn es schwierig ist. In Kärnten erleben wir immer wieder Mut, Kreativität und

„Unternehmer:innen brauchen endlich wieder mehr Rücken- statt Gegenwind. Wer Leistung erbringt, muss auch spüren, dass sich Leistung lohnt.“

Jürgen Mandl, WK-Präsident

Durchhaltevermögen. Genau diese Mentalität brauchen wir jetzt mehr denn je, um aus der Krise zu kommen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes?

Weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in die Wirtschaft, ein faires Steuersystem, das Leistung belohnt – und eine Politik, die Unternehmen als Partner und nicht als Problem sieht. Die Inbetriebnahme der Koralmbahn und die damit entstehende AREA Süd werden Kärnten wirtschaftlich in eine neue Ära führen. Es entsteht ein neuer Ballungsraum mit 1,8 Mio. Menschen, 770.000 Beschäftigten und 150.000 Unternehmen. Das bietet unserem Bundesland enorme Chancen, sich zu einem Innovations- und Logistikzentrum im Alpen-Adria-Raum zu entwickeln. Dafür braucht es aber die richtigen Rahmenbedingungen, die die Politik jetzt schaffen muss, damit sich neue Unternehmen ansiedeln und Investitionen getätigt werden. |

Exzellente Kundenzufriedenheit und konstantes Wachstum

Zum 190. Geburtstag präsentiert die Kärntner Sparkasse ein sehr erfreuliches Jahresergebnis und ist weiterhin auf Wachstumskurs.

Solide Bilanzzahlen kann die Kärntner Sparkasse AG für das Jahr 2024 vorweisen. Durch die gute operative Performance mit einem neuerlich starken Kundenwachstum (+6.078 Kund:innen) und einem günstigen Zinsumfeld hielt sie das Betriebsergebnis mit 78,0 Mio. Euro auf sehr hohem Niveau. Mit einem Jahresgewinn von 52,4 Mio. Euro erreichte das Institut wiederum einen guten Geschäftserfolg. Das Kreditvolumen stieg im Jahresvergleich um 2,5% auf 3,4 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen wuchsen um 9,5 % auf 4,5 Milliarden Euro.

„Die Kapitalposition der Kärntner Sparkasse bleibt stark, das wiederum sinkende Zinsniveau führt zu einer Steigerung der Investitionstätigkeit der privaten Haushalte und Unternehmen.“

Vorstandsdirektorin

Mag. Ulrike Resei

Die Kärntner Sparkasse-Vorstände Michael Koren, Mag. Ulrike Resei und Mag. Siegfried Huber (Vorstandssprecher) sind stolz auf das anhaltende Kundenwachstum. © Gernot Gleiss

„Durch ein erneut starkes Wachstum im Kundengeschäft haben wir auch 2024 ein gutes Ergebnis erzielt. Mit unserer starken Eigenkapitalausstattung stehen wir der Kärntner Wirtschaft als bestens aufgestellter Partner für Zukunftsinvestitionen zur Verfügung“.

Vorstandssprecher

Mag. Siegfried Huber

Bei den Wohnbaukrediten beträgt das Bestandsvolumen 1,47 Milliarden Euro, das Neugeschäft steigerte sich um 33,1%. Vor allem im zweiten Halbjahr zog das Finanzierungsvolumen im Wohnbau wieder kraftvoll an.

Hohe Kundenzufriedenheit

Bereits zum zwölften Mal wurde die Kärntner Sparkasse für ihre Kundenorientierung mit dem „RecommenderAward“ ausgezeichnet, im Vorjahr mit

„Der stete Zugewinn von neuen Kund:innen zur Kärntner Sparkasse ist die Bestätigung unserer umfangreichen Initiativen für „Financial Health“ in Verbindung mit kompetenter, persönlicher Betreuung in unseren 49 Filialen in ganz Kärnten“

Vorstandsdirektor Michael Koren

dem allerhöchsten Gütesiegel für „Exzellente Kundenorientierung“. Damit wurde sie einmal mehr als „Beste Regionalbank Österreichs“ ausgezeichnet.

Filialen & Finanzielle Gesundheit

George ist die Erfolgsgeschichte in der Sparkassengruppe. Die digitalen Services werden ständig erweitert und bieten den Kundinnen und Kunden einen einfachen Zugang zu ihrem Geldleben rund um die Uhr und über alle Channels. Einen wesentlichen Ankerpunkt stellt aber die persönliche, direkte Betreuung in den Filialen der Kärntner Sparkasse dar. „Financial Health“ – also die finanzielle Gesundheit und der verantwortungsvolle Umgang mit Geld –steht im Fokus.

Insgesamt betreuen die Kärntner Sparkasse und der Konzern Banka Sparkasse an 62 Standorten über 320.000 Kund:innen. Das Erfolgskonzept ist die Symbiose aus qualitativ hochwertiger, persönlicher Beratung, den „Wohlfühlfilialen“ sowie den digitalen Services mit „George“. |

Die Zukunft des Bauens im Fokus

Expert:innen und Young Professionals trafen sich beim „Tag der Kärntner Bauwirtschaft“ an der Fachhochschule in Villach, um über die Entwicklungen der Branche zu diskutieren. Von Petra Plimon

Am FH Campus in Villach matchten Vertreter:innen der heimischen Bauwirtschaft mit Schüler:innen und Studierenden. © Knauder Fotografie

Unter dem Motto „Wandel und Aufbruch: Die Zukunft der Bauwirtschaft in Kärnten gestalten“ fand Ende Feber die vierte Auflage des Bauforums in Villach statt. 350 Teilnehmer:innen ließen sich am Campus der Fachhochschule Kärnten von einer Mischung aus innovativen Fachvorträgen und spannenden Networking-Möglichkeiten inspirieren.

→ Ein Highlight des Bauforums am FH Campus Villach war die „Lebende Baustelle“. ©

Chance für den Nachwuchs

Organisiert wurde das Bauforum vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein (ÖIAV) Regionalverein Süd.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass sich die Baubranche aktiv um den Nachwuchs bemüht und vielfältige Zukunftsperspektiven für ihre Mitarbeiter:innen – vom Handwerker bis zum Akademiker – eröffnet.

Zudem zeigte das Bauforum auf, was die Branche in ihrer Gesamtheit leistet, dass sie Visionen hat und Krisen gemeinsam meistert. Eingebettet in globale Mechanismen rund um Energie, Rohstoffe und Zinsproblematik versucht die heimische Bauwirtschaft den aktuellen Herausforderungen zu trotzen. Gleichzeitig ist die öffentliche Hand bemüht, bei Investitionen nicht zu sparen, weil man weiß, man braucht sie.

Wertschätzung – ein Commitment

„Ich glaube, dass wir derzeit genau an einem Wendepunkt sind.

Wir haben diese schwierige Phase, diese Delle hinter uns.

Wir sind am Beginn einer Phase, wo es wieder aufwärts geht.

Der beste Baustoff, den es gibt, ist Optimismus.“

Andreas Geiger, Swietelsky

Für Andreas Geiger, Swietelsky, soll die Veranstaltung einen positiven Impuls setzen und ein Anknüpfen der Schüler:innen und Studierenden an die Bauwirtschaft ermöglichen: „Speziell bei diesem Forum geht es darum darzustellen, was in Kärnten geleistet wird: Top Vortragende aus Kärnten eingebettet in Soft Skills Themen.“ Als Keynote Speakerin konnte u. a. die renommierte Arbeitspsychologin Viktoria Lanthier gewonnen werden, die sich dem Thema Wertschätzung als unterschätzte Superkraft widmete. „Das Wertschätzungsthema ist auch eine Wertschätzung für die Teilnehmer:innen. Wir geben ihnen etwas mit, was nicht Bauwesen ist. Etwas, das für sie persönlich

Führungspersönlichkeiten von Strabag, PORR und Swietelsky diskutierten gemeinsam mit Raiffeisen über die Zukunft der Bauwirtschaft in Kärnten.

© Knauder Fotografie

bereichernd sein soll“, bekräftigt Geiger. „Das Thema ist bei den Mitarbeiter:innen heute angekommen, aber auch bei den Chefs! Es ist ein Commitment, dass man es hört, ohne dass man es anspricht. Die Mitarbeiter:innen wissen es, die Chefs wissen es.“

Miteinander auf Augenhöhe

Eine Podiumsdiskussion mit Führungskräften von Strabag, PORR, Swietelsky und Raiffeisen beleuchtete die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in der Baubranche. „Klimawandel, Digitalisierung, KI und der akute Fachkräftemangel sind Themen, die für uns Herausforderungen, zugleich aber auch Chancen sind. Das Bauforum bietet eine perfekte Plattform, um einerseits Schüler:innen und Studierende als zukünftige Mitarbeiter:innen der Branche anzusprechen und andererseits das Bewusstsein unserer Auftraggeber für diese Themen zu schärfen“, betonte Günther Hartweger, Technischer Direktionsleiter Strabag.

Dass Veranstaltungen wie diese für die Vernetzung der Bauwirtschaft in Kärnten von hoher Bedeutung sind, hob auch PORR COO Josef-Dieter Deix hervor: „Gerade wenn es darum geht, die Mitarbeiter:innen von Morgen für uns zu gewinnen und uns über aktuelle Herausforderungen wie nachhaltiges Bauen und die Digitalisierung der Baustellen auszutauschen, bietet der Tag der Kärntner Bauwirtschaft eine wertvolle Plattform.“

Martin Pucher, Swietelsky, unterstrich die Rolle der Nachwuchsförderung. „Es ist wichtig, dass man die Angst nimmt und Perspektiven aufzeigt.“ Die Koralmbahn sieht er als große Chance.

Als führender Finanzierungspartner war auch Raiffeisen vor Ort präsent, um direkt mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen, aktuelle Herausforderungen zu verstehen und gemeinsam Perspektiven für zukünftige Projekte zu erörtern, wie Guido Philipp, Leitung Abteilung Immobilien & Projektfinanzierung der Raiffeisen Landesbank Kärnten, betont: „Das Bauforum 2025 war eine gelungene Veranstaltung und setzte wichtige Impulse für die Kärntner Bauwirtschaft.“

„Wenn gebaut wird, profitiert das ganze Land. Vom Handwerksbetrieb über die Zulieferer bis hin zu den Gemeinden –die Wertschöpfung bleibt in Kärnten. Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Weichen zu stellen, damit die Investitio-

nen wieder anspringen und die Bauwirtschaft wieder zum Wachstumsmotor wird,“ so WK-Präsident Jürgen Mandl. |

WISSENSWERT

Mit rund 5.000 Unternehmen, einer Gesamtwertschöpfung von 2,7 Mrd. Euro und rund 40.000 Beschäftigten ist die Baubranche eine zentrale Säule der Kärntner Wirtschaft. Zudem ist sie auch der größte Lehrlingsausbildner: Mehr als 2.000 Lehrlinge werden in Bau- und Technikberufen ausgebildet – was rund einem Drittel aller Lehrlinge in Kärnten entspricht.

INTERVIEW

mit Harald Kainz, Vorstand OIAV Österreichischer Ingenieur- und Architekten-Verein – Regionalverein Süd

„Klimafreundliches Bauen ist ein Prozess“

Durch die Fertigstellung der Koralmbahn wachsen Kärnten und die Steiermark näher zusammen. Der ÖIAV agiert bereits bundesländerübergreifend.

advantage: Welche Bedeutung hat das Bauforum an der FH Villach für den ÖIAV?

Harald Kainz: Es soll eine Plattform bieten, wo wir der Bauwirtschaft einerseits die Möglichkeit geben zu zeigen, was sie alles kann. Wir haben in Österreich eine extrem innovative Bauwirtschaft. Viele Entwicklungen in den Bauweisen – ob im Bereich Tunnelbau oder Holzbau – gehen von Österreich aus und erobern die ganze Welt.

Andererseits ist es wichtig, dass wir die Baufirmen mit den Industriepartnern und Banken, aber vor allem mit den Schüler:innen und Studierenden zusammenbringen, um die Begeisterung für das Thema zu entfachen! Wichtig ist uns, dass es interdisziplinär ist und wir keine Landesgrenzen aufziehen.

Das Bauwesen ist für 38 % des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Wie kann die Branche klimafreundlicher werden?

Wir müssen vieles umstellen technologisch, die entsprechenden Materialauswahlen tätigen – die Prozesse sind im Gang. Die Gebäude heute – sowohl in der Herstellung, als auch im Betrieb –sind vielfach schon klimaschonend. Es geht aber auch darum, dass wir eine komplette Kreislaufwirtschaft im Baubereich

auf ziehen. Es ist ein Prozess, der sich nicht in zehn oder 20 Jahren abschließen lässt. Letztendlich geht es nur mit einer gemeinsamen Aufgabe der Baufirmen, Planer und Nutzer. Das Ganze muss natürlich auch so sein, dass es am Markt konkurrenzfähig ist vom Preis her. Denn es nützt ja die Technologie nichts, wenn keiner dafür bezahlen will.

Wie steht es um die Fachkräfte in der Baubranche?

Der Wettbewerb um die besten Köpfe, das ist das Match, vor dem wir stehen. Zum Teil kann man durch Automatisierung und Technologie auf der Personalseite einsparen. Alle Gebäude sind unterschiedlich und somit Unikate. Bei diesen Hightech- und Innovationslösungen braucht es Menschen, die gut ausgebildet sind, die bereit sind, sich zu engagieren. Das wird die große Herausforderung der nächsten Jahrzehnte. Von der Lehre bis zum Hochschulstudium – wir brauchen alle Beteiligten. Wir müssen auf die jungen Leute setzen. Es ist ganz wichtig, ihnen den Freiraum und die Unterstützung zu geben, dass sie ihre Visionen entsprechend umsetzen können!

Welche Chancen bringt die Koralmbahn aus Ihrer Sicht? Ich glaube, dass es für beide Seiten eine

„De facto geht es darum, dass wir in Europa eine Kultur im Bauen entwickeln, die nachhaltig und klimaschonend ist und die ein hohes Lohnniveau zulässt.“

Harald Kainz, Vorstand ÖIAV Regionalverein Süd

extrem befruchtende Geschichte ist. Das war für uns auch der Anlass, dass wir die beiden ÖIAV-Landesvereine Kärnten und Steiermark zusammengelegt haben zum Regionalverein Süd. Derzeit sind wir 250 Architekt:innen und Ingenieur:innen in Südösterreich. Wir machen viele Aktivitäten gemeinsam und hoffen, dass wir in den nächsten Jahren deutlich Mitglieder und Einfluss gewinnen können. |

WISSENSWERT

Der Österreichische Ingenieur- und ArchitektenVerein (ÖIAV) wurde 1848 in Wien ins Leben gerufen. Gegründet mit der Vision, technisches Wissen zu bündeln und den Fortschritt aktiv mitzugestalten, entwickelte sich der ÖIAV zu einem der ältesten und einflussreichsten Ingenieurvereine Europas.

LEISTUNG NEU DENKEN

In Touch mit der Zukunft

Von der Kleinstunternehmerin bis zur Spitzenmanagerin –auf Einladung von „Frau in der Wirtschaft“ trafen Mitte Mai rund 500 Unternehmerinnen in Villach zusammen.

Der 8. österreichische Unternehmerinnenkongress vereinte alle Branchen und Unternehmensgrößen. „Knapp 150.000 Unternehmerinnen setzen unverzichtbare Impulse für den Wirtschaftsstandort Österreich, sie stehen für Innovation und Wertschöpfung und sichern Arbeitsplätze. Fast jedes zweite Unternehmen wird mittlerweile von einer Frau gegründet,“ erläutert WKÖ-Vizepräsidentin und Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft (FiW) Martha Schultz.

Starke Frauen stärken Frauen Zum ersten Mal fand die hochkarätige Netzwerkveranstaltung von „Frau in der

Wirtschaft Österreich“ in Kärnten statt. Mit der Alpen-AdriaWelcome-Night – organisiert von „Frau in der Wirtschaft Kärnten“ – wurde am 14. Mai im Stift Ossiach ein würdiger Auftakt gefeiert.

von links: WKÖ-Präs. Harald Mahrer, LHStv.in Gaby Schaunig, WKK-Vizepräs. Astrid Legner, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz und WKK-Präs. Jürgen Mandl © Büro LHStv.in Schaunig

Am 15. Mai erwartete die Teilnehmenden im Congress Center Villach inspirierende Keynotes, praxisnahe Panels und jede Menge geballte Frauenpower.

Mit dabei waren u. a. Katja Porsch, Maximilian Lude, Martina Reuter, Marisa Mühlböck sowie die Gründerin des Jahres 2024 Nadina Ruedl. Ein besonderes Highlight bildete die Paneldiskussion

Innovieren ist menschlich

Im Rahmen des KWF-Innovationsevents wurde Ende April der Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten verliehen.

Ausgezeichnet wurden Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die mit außergewöhnlichen Leistungen in den Bereichen Forschung und Entwicklung punkten.

„Bei der Preisverleihung geht es nicht nur ums Gewinnen, schon durch ihre Einreichung haben die einzelnen Teams herausragendes Engagement bewiesen“, betont KWF-Vorstand Roland Waldner, der sich über 30 eingereichte Projekte freute: „Es braucht mutige Menschen, die bereit sind, Risiken einzugehen, aus Fehlern zu lernen und Rückschläge als Chance zur Weiterentwicklung zu begreifen. Ohne diese wäre nachhaltige Innova-

tion nicht möglich. Diese Menschen sind die wahren Helden der Wirtschaft.“

Kärntens Innovationstreiber

mit Generalmajor Sylvia Sperandio, Philosophin Melanie Wolfers und Unternehmerin Renate Sandhofer. Am 16. Mai öffneten renommierte Kärntner Betriebe exklusiv ihre Türen. |

→ Den ganzen Artikel inkl. Fotogalerie können Sie online hier nachlesen!

Am 30. April fand die Preisverleihung des Innovations- und Forschungspreis des Landes Kärnten im Lakeside Park statt © LPD Kärnten/Kuess

In der Kategorie „Kleinstunternehmen“ setzte sich das Klagenfurter Startup PiktID FlexCo durch. CISC Semiconductor GmbH aus Klagenfurt überzeugte in der Kategorie „Klein- und Mittelunternehmen“. Die Fundermax GmbH aus St. Veit wurde in der Kategorie „Großunternehmen“ ausgezeichnet. Die Silicon Austria Labs GmbH aus

Villach konnte sich mit dem Projekt „Qarinthia“ in der Kategorie „Forschungseinrichtungen“ durchsetzen. Der Spezialpreis „Innovationen im Handwerk“ ging an die Unterwaditzer GmbH aus Berg im Drautal. Die Enixi GmbH aus Klagenfurt konnte den Spezialpreis „Innovationen mit sozialer und regionaler Wirkung“ mit nach Hause nehmen. |

In der PMS Gruppe sind es die Menschen, die den Unterschied machen. ©

Leistung als gemeinsamer Erfolg

Bei PMS steht Leistung nicht für Druck oder Überlastung, sondern für Zusammenarbeit, Innovation und persönliche Weiterentwicklung.

Leistung ist nichts Negatives, sondern ein gemeinsamer Weg, um Innovation, Wohlstand und den Wirtschaftsstandort zu sichern. Bei PMS wird dieser Weg seit der Gründung des Unternehmens 2005 mit Leidenschaft, Teamgeist und Verantwortung gestaltet.

Der Mensch im Mittelpunkt

Jeder trägt mit seinen Stärken zum Erfolg bei – sei es in der Fertigung, im Engineering oder auf der Montage. Das steigert nicht nur den Unternehmenserfolg, sondern auch die Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit. „Unser Erfolg basiert auf dem Know-how, dem Engagement und der Innovationskraft unserer Teams. Deshalb legen wir großen Wert auf eine Unternehmenskultur, die Leistung fördert, aber auch Wertschätzung und Zusammenhalt in den Vordergrund stellt“, betont CEO Franz Grünwald.

Denn nur wer sich auf Augenhöhe begegnet und anerkannt und unterstützt fühlt, kann sein volles Potenzial entfalten. Die-

„Wir legen großen Wert auf eine Unternehmenskultur, die Leistung fördert, aber auch Wertschätzung und Zusammenhalt in den Vordergrund stellt.“

Franz Grünwald, Gründer, Eigentümer und Geschäftsführer der PMS Gruppe

ses gemeinsame Verständnis haben wir im Wertekompass der PMS Gruppe verankert.

Leistung als Standortfaktor Leistung heißt bei PMS gleichzeitig, Verantwortung für morgen zu übernehmen. Für eine sichere und lebenswerte Zukunft der Mitarbeiter:innen und deren Familien in der Region und weit darüber hinaus. „Unser Beitrag zur Energiewende, unsere nachhaltigen Technologien und

unser hoher Qualitätsanspruch sichern nicht nur unseren eigenen Erfolg, sondern stärken auch den Wirtschaftsstandort“, bekräftigt Grünwald.

Förderung und Weiterbildung

Mit dem PMS Technikum Lavanttal wurde innerhalb der Unternehmensgruppe ein eigenständiges Unternehmen mit Schwerpunkt Aus- und Weiterbildung geschaffen, das einen mehrstufigen Ansatz verfolgt:

1 Früh beginnen: PMS investiert bewusst in die Lehrlingsausbildung und wird in der hauseigenen Lehrwerkstätte zukünftig bis zu 80 Lehrlinge ausbilden.

2 Gezielt weiterentwickeln: Mit maßgeschneiderten Weiterbildungsprogrammen und Coaching-Angeboten werden individuelle Entwicklungspfade geschaffen – sowohl fachlich als auch persönlich.

3 Gemeinsam und voneinander lernen: Die Programme sind auch extern zugänglich. Das PMS Technikum Lavanttal versteht sich als Kaderschmiede sowohl für die Unternehmensgruppe als auch für die gesamte Region.

Bei PMS gehen Leistung und Wertschätzung Hand in Hand. „Wir sind überzeugt: Nur wenn wir unseren Arbeitsund Lebensraum aktiv gestalten und unsere Mitarbeiter:innen bestmöglich unterstützen, können wir als Unternehmen weiterwachsen und Innovationen vorantreiben“, so Grünwald. |

KONTAKT

PMS Group GmbH

PMS-Straße 1 9431 St. Stefan im Lavanttal

T: +43 50 7670

E: office @ pms.at www.pms.at

Arbeiten mit Weitblick

Am Flughafen Klagenfurt entstehen flexible Businessflächen für Büros, Ordinationen und Gastronomie.

Neben dem Ausbau des Flugangebotes setzt der Airport verstärkt auf infrastrukturelle Modernisierung. Ab Herbst stehen rund 700 Quadratmeter neue, flexible Mietflächen für Unternehmen zur Verfügung.

Zentral, vernetzt & gut versorgt

„Die neuen Flächen eignen sich ideal für Büros, Ordinationen oder gastronomische Betriebe“, erklärt Michael Stonitsch, zuständig für Business Development am Flughafen Klagenfurt. Die zukünftigen Mieter profitieren nicht nur von modernen Räumlichkeiten, sondern auch von einer außergewöhnlichen Lage. Die Büros bieten freien Blick auf das Vorfeld

sowie Start- und Landebahn – ein Alleinstellungsmerkmal, das Arbeitsatmosphäre und Standortimage gleichermaßen hebt.

Auch die verkehrstechnische Anbindung spricht für den Standort: Mit direkter Zufahrt zur Südautobahn A2, guter Erreichbarkeit über den öffentlichen Verkehr und ausreichend Parkplätzen direkt vor dem Gebäude ist der Flughafen optimal in die Infrastruktur der Landeshauptstadt eingebettet. Das Klagenfurter Stadtzentrum liegt nur vier Kilometer entfernt. Abgerundet wird das Angebot durch eine moderne Infrastruktur: Mit dem neu gestalteten Bistro UDO & ROY sowie der regionalen AckerBox gibt es auch kulinarisch viel zu entdecken. Künftig

MIETEN AM FLUGHAFEN

sollen auch regelmäßige After-WorkEvents für eine lebendige Community am Standort sorgen. |

WISSENSWERT

Bereits jetzt können interessierte Mieter ihre individuellen Wünsche bei der Planung und Gestaltung einbringen. So entstehen maßgeschneiderte Lösungen in einem exklusiven Umfeld.

Kontakt

E: vermietung@klu-airport.at

Benefits am Standort:

Ö entliche Anbindung

Gastronomie Parkplatz

Michael Stonitsch, zuständig für Business Development am Flughafen Klagenfurt © Airport Klagenfurt

Fernwärmebaustelle (links) und Strombaustelle (rechts) © Stabentheiner; STW

Investitionen für ein lebenswertes Klagenfurt

Die Klagenfurter Stadtwerke AG investiert in diesem Jahr 70 Millionen Euro in Ausbau und Erneuerung der Infrastruktur und belebt damit auch die heimische Wirtschaft.

„Wir machen Klagenfurt zukunftsfit, denn wir haben die Vision, unsere Landeshauptstadt zur Lebensstadt zu machen“, erklärt Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole. Die Investitionen sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erhalten, die Versorgungsqualität sicherstellen, Stabilität schaffen und die Lebensqualität der Bevölkerung sichern. „Damit werden wir auch in den kommenden Jahren auf gesunden Beinen stehen, ein verlässlicher und sicherer Arbeitgeber bleiben und somit auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen“, so Smole. Die nachhaltige Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit Energie, Wärme, Wasser und Telekommunikation sowie die Anforderungen der Energiewende sind die Treiber des Investitionsprogramms der Stadtwerke und ihrer 100-prozentigen Tochter „Energie Klagenfurt“. Rund 19 Mio. der 70 Mio. Euro fließen in das Stromnetz und die notwendige Transformation der Energiewende, denn PhotovoltaikAn lagen, Wärmepumpen und Elektroautos erfordern eine Verdoppelung des Stromnetzes.

Umwegrentabilität

In den Ausbau der Fernwärmeversorgung, die österreichweit mit einem Bio masseAnteil von mehr als 90 Prozent einen Spitzenwert erzielt, werden rund 16 Mio. Euro investiert. Mit dem Ausbau des Fernwärmeangebots wird eine nachhaltige Option zum Ausstieg aus Öl und Gas geboten und die klimapolitischen Ziele der Stadt Klagenfurt sowie der Bundesregierung werden unterstützt. Für die Erneuerung des Klagenfurter Wassernetzes stehen rund elf Mio. Euro zur Verfügung.

Das Investitionsvolumen von 70 Mio. Euro erzeugt eine Umwegrentabilität von rund 280 Mio. Euro. „Damit sind die Stadtwerke auch ein wichtiger Motor der heimischen Wirtschaft. Wir sichern auf diese Weise Arbeitsplätze in unserem Land“, sagt Vorstand Smole.

25 Jahre Stadtwerke AG

Vor 25 Jahren wurden die Klagenfurter Stadtwerke in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. „Wir versorgen die Klagenfurter:innen als regionaler und verlässlicher Anbieter in vielen Bereichen und sind ein

„Wir sichern die Versorgung der Bevölkerung und sind ein wichtiger Motor der heimischen Wirtschaft.“

Erwin Smole, Vorstand der Klagenfurter Stadtwerke AG

Garant für Versorgungssicherheit, Innovation und Handschlagqualität“, beschreibt Smole die Unternehmensphilosophie. Zum breitgefächerten Aufgabenbereich zählen neben Strom, Wärme, Gas und Wasser der öffentliche Verkehr in Klagenfurt, die Bestattung und die Wörthersee-Strandbäder. Moderne Internet-Technologien und Außenwerbung sind ebenfalls Teil des Angebots.

„Den Erfolg unseres Unternehmens verdanken wir vor allem unseren Mitarbeiter:innen. Sie geben täglich ihr Bestes, um die Lebensqualität in Klagenfurt zu sichern“, so der Stadtwerke-Vorstand. Mit rund 1.100 Beschäftigten zählen die Stadtwerke auch zu einem der größten Arbeitgeber in der Region. |

© Tine Steinthaler

AM WORT

SPÖ-Landesparteivorsitzender Landeshauptmann Peter Kaiser

Ein neues Leistungsverständnis für eine gerechtere Gesellschaft

Leistung ist ein breit definierter Begriff, unterschiedlich interpretierbar, aber jedenfalls keine Einbahnstraße.

„Eine ehrliche Diskussion über Leistung sollte auch den Mut haben, über ein neues Bewusstsein und das dafür nötige Selbstbewusstsein auf beiden Seiten zu sprechen.“

Die Forderung nach mehr Leistung und höherer Leistungsbereitschaft wird immer wieder laut – allerdings fast ausschließlich in Richtung der arbeitenden Bevölkerung. Doch ist es wirklich gerecht, den Begriff der Leistung so eindimensional zu betrachten?

Es wäre zudem an der Zeit, sich ehrlich mit der Frage auseinanderzusetzen: Wer gibt und wer nimmt hier eigentlich? Die Begriffe „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“ sind in ihrer gängigen Verwendung nicht nur irreführend, sondern eine regelrechte Bedeutungsumkehr. Eine ehrliche Diskussion über Leistung sollte auch den Mut haben, über ein neues Bewusstsein und das dafür nötige Selbstbewusstsein auf beiden Seiten zu sprechen.

Die unsichtbare Leistungsgesellschaft

Leistung darf keine Einbahnstraße sein

Noch problematischer ist, dass eine ganze Gruppe von Leistungserbringer:innen in der aktuellen Diskussion völlig ausgeblendet wird: Jene Menschen, die täglich unbezahlte Arbeit leisten. Ob in Blaulichtorganisationen, in Sport- und Kulturvereinen oder im sozialen Ehrenamt – Millionen von Menschen investieren ihre Zeit, ihre Energie und ihre Fähigkeiten, ohne dafür finanziellen Ausgleich zu erhalten. Ihre Leistung ist für unsere Gesellschaft und damit auch für Wirtschaft und Industrie unverzichtbar. In unserer Gesellschaft wird der Arbeitsbegriff jedoch nahezu ausschließlich auf „Erwerbs- und oder Lohnarbeit“ beschränkt. Arbeit ist aber mehr, wie es die bereits angeführte Ehrenamtlichkeit, Freiwilligkeit und gesellschaftliches Engagement nachhaltig beweisen.

Leistung kann und darf nicht nur bedeuten, dass Arbeitnehmer:innen– unabhängig ob schon aktiv oder wie unsere Kinder und Jugendlichen erst vor dem Eintritt in die Arbeitswelt stehend – immer mehr geben müssen – sei es durch längere Arbeitszeiten, größere Flexibilität oder eine schier grenzenlose Verfügbarkeit. Wer über mehr Leistungsbereitschaft spricht, wer fordert, dass Beschäftigte flexibler, belastbarer und leistungsfähiger sein sollen, muss auch bereit sein, über die erwartete Leistung jener zu diskutieren, die von den erbrachten Arbeitsleistungen profitieren: Unternehmen, Aufsichtsräte, Wirtschaftstreibende, Industrie. Wer über Leistung spricht, muss auch darüber reden, ob Unternehmensverantwortliche auch bereit sind, in ihren Zuständigkeiten erweiterte Leistungen einzubringen – wie zum Beispiel faire Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechte Verteilung des Wohlstands.

Ein Plädoyer für Fairness und Gerechtigkeit Leistung darf kein einseitiges Konzept sein. Es ist höchst an der Zeit, den Leistungsbegriff von Grund auf kritisch zu hinterfragen und gerechter zu definieren – für eine Gesellschaft, die Leistung in all ihren Formen wertschätzt und auch deren Nutznießer ist. |

Wirtschaftsraum Südösterreich

Kürzlich fand in Wolfsberg ein erstes Vernetzungstreffen von AMS Kärnten und AMS Steiermark statt, um die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit zu forcieren.

© AMS Kärnten

Arbeitsmärkte verbinden und entwickeln

Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn wird sich auch der Arbeitsmarkt in Südösterreich nachhaltig verändern. Von Petra Plimon

Ab Mitte Dezember wird man in nur 45 Minuten mit dem Zug von Klagenfurt in Graz sein – und umgekehrt. Das bringt auch Effekte für den Arbeitsmarkt in Kärnten und der Steiermark mit sich. „Es wird eine zusätzliche Dynamik in den regionalen Arbeitsmärkten induziert, wobei gerade Beschäftigte im produzierenden Bereich, aber auch Unternehmen aus der Sachgütererzeugung das Potenzial haben, profitieren zu können“, erklärt Eric Kirschner, JOANNEUM RESEARCH.

„Das Angebot an Arbeitsplätzen sowie die Beteiligung am Arbeitsmarkt wirken signifikant positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit.“

Eric Kirschner, JOANNEUM RESEARCH

Gemeinsamer Arbeitsmarkt Süd Für Beschäftigte dehnt sich der Suchradius aus – für sie wird es möglich, neue und bessere Arbeitsplätze in derzeit nicht in Tagespendlerdistanz liegenden Regionen anzunehmen. Die Möglichkeiten, eine adäquate Beschäftigung anzunehmen, steigen signifikant. Für die Unternehmen (insbesondere in den Bezirken Deutschlandsberg und Wolfsberg) erweitert sich das „Einzugsgebiet“ an potenziellen Arbeitskräften, was die Chancen erhöht, spezifisches Humankapital und Schlüsselkräfte für sich zu gewinnen. Mit

der zusätzlichen Dynamik, von der insbesondere die Gemeinden betroffen sind, die sich direkt vor Ort bzw. im nahen Einzugsgebiet der kommenden Bahnstrecke befinden, wird auch ein verstärkter Wettbewerb einsetzen. „Das Angebot an Arbeitsplätzen sowie die Beteiligung am Arbeitsmarkt wirken signifikant positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit“, betont Kirschner.

Demografischer Wandel

Der Süden von Österreich sei außerdem besonders vom demographischen Wandel betroffen – die Zahl an Personen im erwerbsfähigen Alter, also jene der 18–65-Jährigen, sinkt kontinuierlich, in allen Regionen. „Unsere Analysen haben gezeigt, dass das Vor-

1,1 Mio. Menschen im neuen Ballungsraum

Davon mehr als

0,5 Mio. Beschäftigte

handensein eines Bahnhofs mit einem um 2,86 Prozent-Punkte höheren Bevölkerungswachstum einhergehen kann. Wenn ein Bahnhof im Radius von zehn bis 15 Minuten in der Nähe ist, dann ergibt sich immer noch ein demographisches Potenzial von Plus knapp zwei Prozent-Punkten“, so Kirschner. Diese Ergebnisse seien vor allem für die mit Bevölkerungsschwund konfrontierten Bezirke Wolfsberg und Völkermarkt, aber auch für Deutschlandsberg von wesentlicher Bedeutung. „Um diese neuen Potenziale auch nutzen zu können, muss etwa Wohnraum geschaffen, die klein regionalen Erreichbarkeiten verbessert werden –Stichwort ‚Letzte Meile‘“, so Kirschner.

Eric Kirschner hat mehrere Studien rund um den Wirtschaftsraum Südösterreich publiziert und die Auswirkungen der Koralmbahn auf Kärnten und die Steiermark untersucht. © JOANNEUM RESEARCH

130.000 im produzierenden Bereich

50 Minuten effektive Reisezeit Graz-Klagenfurt

35 % Anstieg der Pendelverflechtungen

„Es ist das Gebot der Stunde, diese Arbeitsmärkte ab sofort im Sinne eines gemeinsamen Arbeitsmarktes Süd ganzheitlich zu betrachten und zu erschließen.“

AMS-Kärnten-Geschäftsführer Peter Wedenig und AMSSteiermark-Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe

Chancen für Arbeitssuchende und Unternehmen

Insgesamt ist eine Vielzahl an aufeinander abgestimmten Maßnahmen notwendig. Um Möglichkeiten und Potenziale einer engeren Zusammenarbeit der AMSGeschäftsstellen entlang der Koralmbahn auszuloten, trafen sich im März erstmals Vertreter:innen von AMS Kärnten und Steiermark in Wolfsberg. Im Fokus standen die Arbeitsmarktbezirke Villach, Klagenfurt, Völkermarkt und Wolfsberg sowie Deutschlandsberg, Leibnitz, Graz und Voitsberg. AMS-Kärnten-Geschäfts-

führer Peter Wedenig und AMS-Steiermark-Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe waren sich einig: „Es ist das Gebot der Stunde, diese Arbeitsmärkte ab sofort im Sinne eines gemeinsamen Arbeitsmarktes Süd ganzheitlich zu betrachten und zu erschließen. Gemeinsam planen wir, Ideen für eine engere Zusammenarbeit zu entwickeln und umzusetzen – von der Anpassung der Vermittlung bis zu gemeinsamen Bildungsmaßnahmen und Qualifizierungen. Wir sind überzeugt: Hier werden neue Chancen für unsere Kund:innen – Arbeitsuchende und Unternehmen – entstehen.“

Vielfältige Perspektiven

Das Zusammenwachsen der einzelnen Regionen zu einem größeren Wirtschaftsraum und gemeinsamen Arbeitsmarkt werde auch zu mehr Sichtbarkeit nach außen führen; ein Wettbewerbsvorteil beispielsweise für künftige Betriebsansiedelungen. „Wir erwarten außerdem eine höhere Dynamik am Arbeitsmarkt“, so Wedenig und Snobe. „Mit Blick auf die demographische Entwicklung und das sinkende Erwerbspotenzial, sind die neuen Perspektiven, die durch die Koralmbahn entstehen, von besonderer Bedeutung.“ |

Koralmbahn: BKS Bank

lud zum Vernetzungsevent

Über 100 Kund:innen und Stakeholder trafen sich kürzlich in Lannach, um über die Chancen der AREA Süd zu diskutieren.

Die Leiter der BKS Bank-Direktionen Steiermark und Kärnten, Manfred Geiger und Diethmar Wölle, zeigten sich erfreut über das große Interesse. Als Bankpartner stehe die BKS Bank Unternehmen, Gründer:innen sowie Gemeinden mit Expertise, Finanzierungslösungen und ihrer langjährigen Erfahrung beratend zur Seite. „Neben der Verkürzung der Fahrzeit zwischen Klagenfurt und Graz auf nur 45 Minuten schafft die Koralmbahn eine Metropolregion mit gut einer Million Menschen, 155.000 Unternehmen und 770.000 Beschäftigten. Damit entsteht der zweitgrößte Ballungs- und Wirtschaftsraum

Österreichs. Wenn man bedenkt, dass im deutschsprachigen Raum sonst nur noch Berlin, Wien, München, Hamburg und Köln mehr als eine Million Einwohner:innen haben, wird einem die internationale Bedeutung dieses Jahrhundertprojektes erst so richtig bewusst“, betont Nikolaus Juhász, Vorstandsvorsitzender der BKS Bank.

Große Resonanz

(von links): Joseph Albrecher (Filialleiter BKS Deutschlandsberg), Manfred Geiger (Leiter BKS Bank-Direktion Steiermark), Christoph Ludwig (Geschäftsführer SFG), Roland Waldner (Vorstand KWF), Diethmar Wölle (Leiter BKS Bank-Direktion Kärnten), Karlheinz Schwaiger (Filialleiter BKS Wolfsberg). © Fotofischer

Eine spannende Keynote von Jürgen Egger (ÖBB Infrastruktur AG) bot einen

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fundierten Einstieg in das Thema. Die zahlreichen Chancen für Unternehmen, die sich durch die Koralmbahn eröffnen, kamen im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Sprache. Die Unternehmer Mario Theissl (THEISSL systems GmbH), Hermann Grundnig (SMB Gruppe) sowie KWF-Vorstand Roland Waldner und SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig tauschten dabei ihre Perspektiven aus. |

Landesdirektion Kärnten-Osttirol

T +43 463 5829 0, office.ktn.at@generali.com

*Diese Mindestprämie gilt beispielhaft für eine 22-jährige versicherte Person, die ASVG-sozialversichert ist. Die Prämie für Generali MedSTART ist im Einzelfall abhängig von Alter und Gesundheitszustand und wird nach einer Gesundheitsprüfung berechnet. Mindestbindung 3 Jahre. Mehr über unser Angebot und die dafür geltenden Bedingungen erfahren Sie unter www.generali.at/medstart

30 Jahre ACstyria: Gipfeltreffen der Mobilität

Beim Jubiläumsevent CONTACT30 wurde der Hangar des Flughafens Graz zum zentralen Schauplatz der steirischen Mobilitätsindustrie.

Anlässlich seines 30-jährigen Bestehens rückte der ACstyria Mobilitätscluster die Steiermark als eine der führenden Innovationsregionen Europas ins Rampenlicht. Mehr als 700 Teilnehmer:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik folgten der Einladung zur Jubiläumsveranstaltung CONTACT30 am 8. Mai 2025 im Hangar des Grazer Flughafens. Im Fokus des Kongresses, der unter dem Motto „Die Transformation der Mobilitätsindustrie“ stattfand, standen die aktuellen Herausforderungen und Potenziale im Zuge eines tiefgreifenden Branchenwandels.

Wege in die mobile Zukunft

Ein vielseitiges Programm mit hochkarätigen Keynotes, themenspezifischen Panels (AUTOCONTACT, AIRCONTACT, RAILCONTACT) und der Dialog mit internationalen Expert:innen bot Raum für Inspiration und Austausch. Besonderes Highlight: die Impulsvorträge internationaler Top-Speaker, die unterschiedliche Perspektiven auf die Mobilität der Zukunft beleuchteten. Beiträge von global agierenden Unternehmen wie Mahindra, Rheinmetall, BMW oder Siemens Mobility lieferten wertvolle Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Trends der Mobilitätsindustrie.

(links) Die sieben Gesellschafter von ACstyria (v.l.n.r.): Manfred Kainz (TCM International), Anna Sampl (Spring Components), Christoph Ludwig (SFG), Christa Zengerer (ACstyria), Maria Kollmann (AVL List), Thomas Starzer (voestalpine), Gernot Trüchler (MAGNA STEYR)

„Unser Ziel ist es, die Weichen für die nächsten 30 Jahre zu stellen und die Mobilitätswende mit unseren Partnerunternehmen aktiv mitzugestalten.“

Christa Zengerer, Geschäftsführerin ACstyria Mobilitätscluster

Regionale Innovationen im Rampenlicht

Neben dem 30-jährigen Jubiläum des ACstyria Mobilitätsclusters bildete die Leistungsschau von 87 Unternehmen und Institutionen des Cluster-Netzwerks einen zentralen Programmpunkt – und stellte die Kompetenz der steirischen Mobilitätsbranche wirkungsvoll unter Beweis. Christa Zengerer, Geschäftsführerin

„Der ACstyria Mobilitätscluster zeigt eindrucksvoll, wie stark unsere Region aufgestellt ist –und wie wir gemeinsam die Mobilität von morgen gestalten können.“

Willibald Ehrenhöfer, Landesrat für Wirtschaft und Innovation, Steiermark

von ACstyria: „Mit der Leistungsschau zeigen wir, was die Steiermark als Mobilitätsstandort ausmacht: Innovationsstärke, Zusammenarbeit und internationales Denken. Unser Ziel ist es, die Weichen für die nächsten 30 Jahre zu stellen und die Mobilitätswende mit unseren Partnerunternehmen aktiv mitzugestalten.“ Willibald Ehrenhöfer, Landesrat für Wirtschaft und Innovation, ergänzt: „Die steirische Mobilitätsindustrie ist ein Motor für Innovation, Beschäftigung und Nachhaltigkeit. Der ACstyria Mobilitätscluster zeigt eindrucksvoll, wie stark unsere Region aufgestellt ist – und wie wir gemeinsam die Mobilität von morgen gestalten können.“

Neues Zukunftsfeld im Visier

Im Zuge der Transformation der Mobilitätsbranche prüft ACstyria das bisherige Branchenportfolio – bestehend aus Automotive, Aerospace und Rail Systems –um den Bereich „Security & Defense“ zu erweitern. Zahlreiche Unternehmen im Netzwerk sondieren derzeit neue Geschäftsfelder, um ihre technologische Kompetenz auch in stabilen Wachstumssegmenten zu verankern. Mit Blick auf die europäische Sicherheitsstrategie ergeben sich vor allem im sicherheits- und verteidigungsnahen Umfeld vielversprechende Perspektiven. Durch Netzwerkbildung, Wissenstransfer und gezielte Technologieförderung sollen in diesem Bereich nachhaltige Impulse für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gesetzt werden. Die Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft AICAT der Wirtschaftskammer Österreich ist ein erster konkreter Schritt in diese Richtung. |

KONTAKT

ACstyria Mobilitätscluster GmbH Parkring 1 8074 Raaba-Grambach www.acstyria.com

CONTACT30: ACstyria Mobilitätskongress – Leistungsschau der steirischen Mobilitätsindustrie am Hangar in Graz. © photoworkers/ACstyria

WISSENSWERT

Der Mobilitätscluster ACstyria entstand 1995 aus den drei Leitunternehmen AVL List, Steyr Daimler Puch Fahrzeugtechnik und dem Chrysler Eurostar Werk. Mittlerweile umfasst das Netzwerk mehr als über 300 Unternehmen der steirischen Mobilitätsbranche und agiert als Innovations- und Kooperationsplattform zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. ACstyria ist die älteste und europaweit einzige Clusterorganisation, die die Branchen Automotive, Aerospace und Rail Systems in einer Organisation vereint.

NÄCHSTER HALT: ZUKUNFT

Mehr Leistung.

Mehr Wachstum.

Mehr Wirtschaftskraft.

150.000 Betriebe.

770.000 Beschäftigte.

70 Milliarden Euro Wertschöpfung.

Strahlende Premiere der BFC FUTURE EXPO 2025

© Kärntner Messen/Zangerle, BFC/Sadnikar

BFC Future Expo war ein voller Erfolg

Zum 25. Geburtstag lud das Business Frauen Center (BFC) zu einem inspirierenden Event für Zukunftsoptimist:innen.

Das Business Frauen Center (BFC), Südösterreichs führendes weibliches Wirtschaftsnetzwerk, feiert heuer das 25-jährige Bestehen. Highlight im Jubiläumsjahr ist zweifelsohne die BFC FUTURE EXPO, die im Mai erstmals in Klagenfurt über die Bühne ging. Über 2.000 Besucher:innen feierten Zukunft, Vielfalt und Feminismus. „Wir sind überwältigt vom großartigen Feedback und der Energie dieser Premiere“, freut sich BFC-Gründerin und Geschäftsführerin Daniela Stein. „Unser Anspruch war es, ein zukunftsorientiertes Format für Gleichstellung, Innovation und gesellschaftliche Relevanz zu schaffen – das ist uns gelungen.“

Mehr als eine Messe

Auf die Besucher: innen warteten über 70 verschiedene Formate zu den Themen Career, Finance, Health, Innovation und Lifestyle. Neben spannenden PodiumsDiskussionen zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen gab es inspirierende

Key-Notes internationaler Top-Speaker:innen wie Tijen Onaran, Ali Mahlodji und Tina Ruseva. Zahlreiche namhafte

Unternehmen und Organisationen rundeten das Programm ab und präsentierten sich vor Ort nicht nur als attraktive Arbeitgeber:innen, sondern stellten auch ihre Zukunftsvisionen vor. Ein Highlight war die Second-Hand Modenschau der Sozialen Betriebe Kärnten (SBK).

Heroes of Feminism

Im Rahmen der BFC FUTURE EXPO wurde erstmals der „Hero of Feminism“ verliehen. Mit dem Award wurden Männer ausgezeichnet, die sich außerordentlich für Chancengleichheit engagieren und Frauen in Unternehmen sichtbar machen. Aus allen Einreichungen wählte eine hochkarätige Jury die Gewinner in folgenden Kategorien:

• Top Management in Großunternehmen: Ferdinand Bucher (Wiener Städtische)

• Eigentümer eines KMUs: Hermann Sporrer (Sheconomy)

• Männliche Führungskraft und Caretaker: Philipp Smole (Die Grünen Kärnten)

• Mitarbeiter in einem frauendominierten Berufsfeld: Michael Steinbrugger (Hilfswerk)

„Gerade jetzt sind innovative Ansätze gefragt, die die Handschrift von Frauen tragen.“

Daniela Stein

• Medien und Kultur: Florian Klenk (Falter)

• Aktive BFC-Beiräte: Danny Güthlein (Kelag) und Harald Kogler (Hirsch Servo)

Positive Resonanz

Die BFC FUTURE EXPO 2025 hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn Mut, Vernetzung und Vision aufeinandertreffen. „Wir wollten ein Leuchtturmprojekt für den Süden Österreichs schaffen – mit Relevanz, Emotion und Perspektive“, so Stein abschließend. „Die Resonanz bestätigt: Die Zukunft beginnt genau hier.“ Bernhard Erler, Geschäftsführer der Kärntner Messen: „Die BFC FUTURE EXPO wird es nach dieser großartigen Premiere auch in der Zukunft geben – wir freuen uns bereits auf die nächste Ausgabe 2026.“ |

20 JAHRE LAKESIDE PARK:

Wo Technologie auf Vielfalt trifft

Seit seiner Eröffnung 2005 hat sich der Klagenfurter Lakeside Park zu einem Leuchtturmprojekt im Herzen Südösterreichs entwickelt. Das Jubiläum wird am 26. Juni mit einer Fachkonferenz gefeiert.

Was vor über 20 Jahren mit einer Vision begann, ist aus dem Innovationsökosystem Südösterreichs nicht mehr wegzudenken. Mit dem Ziel, die Innovationskultur und Wettbewerbsfähigkeit der Region zu fördern, avancierte der Lakeside Science & Technology Park zu einem Ort des Austauschs von Wissen und Technologie zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Die siebte Baustufe ist voll im Gange.

„Mit rund 70 Unternehmen, zahlreichen Forschungseinrichtungen und Bildungsinitiativen ist der Lakeside

Park heute ein zentraler Impulsgeber für den Technologiestandort Kärnten. Das 20-jährige Jubiläum ist Anlass, Erreichtes zu feiern und zugleich den Blick nach vorne zu richten – auf neue Ideen, Projekte und Partnerschaften, die die Zukunft gestalten werden“, freut sich Geschäftsführer Bernhard Lamprecht.

Rückkehrer:innen als Innovationstreiber

Für rund 1.800 Menschen ist der Lakeside Park Arbeits- und Lebensraum, unter ihnen zahlreiche Kärnten-Rückkehrer:innen. Sie haben vielerorts Erfahrungen gesammelt, die sie nun mit frischer Perspektive am Standort einbringen – leben-

Aus dem Innovationsökosystem Südösterreichs nicht mehr wegzudenken: der Lakeside Park © Lakeside Park

diger Beweis für die Anziehungskraft des Parks als attraktive Arbeitsumgebung und Innovationszentrum.

Corinna Bergman kehrte nach Studium und Arbeit in der Steiermark und der Schweiz nach Kärnten zurück. „Hauptausschlaggebend dafür waren das einzigartige Angebot rund um den Wörthersee, die beeindruckende Berglandschaft und das mediterrane Flair von Klagenfurt“, so Bergman, Senior Talent Acquisition Advisor bei Dynatrace. Am Lakeside Park schätzt sie besonders die Lage nähe Wörthersee und Stadtzentrum. „Diese Verbindung von Natur und urbanem Flair schafft eine einzigartige Lebensqualität für mich.“ Gemeinsam mit der exzellenten Verkehrsanbindung, den modernen und ästhetisch ansprechenden Gebäuden, die auch ein angenehmes Arbeits- und Wohnklima fördern, mache das den Lakeside Park für sie zum idealen Arbeitsort.

Auch Christian Kofler kehrte nach dem Studium in Graz und rund zehn Jahren bei der Voestalpine in Linz nach Kärnten zurück, um mehr Zeit mit Kind und Fa-

„Für mich ist der Lakeside Park so etwas wie das ,Silicon Valley‘ Österreichs.“

Christian Kofler

milie zu haben. Durch seine Reisen und Auslandseinsätze habe er insbesondere ein „innovatives und inspirierendes Umfeld wie im Lakeside Park“ noch mehr schätzen gelernt. Mit seinem hervorragenden Ruf weit über Kärnten hinaus ist er so etwas wie das „Silicon Valley“ Österreichs für ihn. „Ich mag den Gedanken, Teil davon zu sein und mit meiner Arbeit etwas beizutragen“, erklärt der heimatverbundene Kärntner, der für die Lakeside Science & Technology Park GmbH tätig ist. Als besondere Standortstärke sieht er die Bündelung von Innovationskraft mit einem starken Netzwerk attraktiver Arbeitgeber.

„Lakeside-Spirit“ auf Erfolgskurs

Die Vision eines inspirierenden Arbeitsund Lebensraumes wird konsequent weiterverfolgt. So werden Infrastruktur, Büro-, Coworking- und Laborflächen ausgebaut und weitere Bildungsinitiativen gefördert. Mit zusätzlichen Begegnungszonen, einem „Marktplatz” und der noch stärkeren Vernetzung der Unternehmen werden Zusammenarbeit und Austausch von Wissen und Ideen weiter forciert. All das macht den Lakeside Park auch zukünftig zu einem Ort, an dem Technologie und Vielfalt aufeinandertreffen, um innovative Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu schaffen. Und: Neben dem Lakeside Park und dem tpv Technologiepark Villach entsteht

„Diese Verbindung von Natur und urbanem Flair schaff t eine einzigartige Lebensqualität für mich.“

Corinna Bergman

im Lavanttal gerade Kärntens dritter Technologiepark.

Save the Date: Innovationsräume der Zukunft

Wie müssen Räume gestaltet sein, um den Herausforderungen des demografischen Wandels, technologischen Fortschritts und gesellschaftlicher Vielfalt gerecht zu werden? Diese und weitere aktuelle Fragen stehen im Fokus der Fachkonferenz am 26. Juni – ein Höhepunkt im Lakeside-Jubiläumsjahr. Die Veranstaltung schafft Raum für Austausch, Perspektivenvielfalt und neue Ideen zur Gestaltung der nächsten 20 Jahre.

Unter dem Motto „Technologie trifft Vielfalt“ werden die neuesten Entwicklungen und Visionen in den Bereichen Technologie, Innovation und Bildung präsentiert. „Mit Keynotes, Impulsen und Workshops entsteht ein Raum für Perspektivenwechsel und praxisnahe Strategien. Vielfalt wird dabei nicht nur thematisiert, sondern als zentrale Ressource für zukunftsfähige Innovationsräume erfahrbar gemacht,“ fasst Geschäftsführer Bernhard Lamprecht das spannende Programm zusammen. |

„Mit rund 70 Unternehmen, zahlreichen Forschungseinrichtungen und Bildungsinitiativen ist der Lakeside Park heute ein zentraler Impulsgeber für den Technologiestandort Kärnten.“

Bernhard Lamprecht

→ Weitere Infos zur Fachkonferenz

am 26. Juni:

SAVE THE DATE FACHKONFERENZ

„Innovationsräume der Zukunft: Technologie trifft Vielfalt“

26. Juni, 9:00 Uhr Lakeside Park, Klagenfurt

PROGRAMM:

• Keynote Frank Leyhausen: „100 Years of Life Expectancy: Are We Ready?“

• Ignite Talks mit Impulsen zu Demografie, Bildung und Innovation

• Workshops mit Fokus auf „Diversity in Innovation“ –praktische Ansätze für inklusive, zukunftsfähige Arbeitswelten

• Panel-Diskussion: „Change as Opportunity“ –Stimmen aus Wirtschaft, Forschung und Bildung

Side-Events am 25. und 27. Juni bieten zusätzliche Möglichkeiten, sich über die neuesten Entwicklungen auszutauschen.

LAND LEUTE LEBEN

G’schichteln, Geschichten und Geschichte aus der heimischen Wirtschaftswelt,

gesammelt von Isabella Schöndorfer

Mit Mehl und Mut nach New York

Grazer Natursauerteigbrot erobert die USA. 2025 eröffnet die Bäckerei Martin Auer eine Schaubäckerei in New York City – und bringt damit echtes steirisches Natursauerteigbrot über den Atlantik. Gebacken wird 100 % österreichisches Bio-Roggenmehl, ganz ohne Hefe. Der „bio Landbrot Laib“ heißt dort „RYE“ – und soll mit Aroma, Frische und Bekömmlichkeit auch die Herzen der New Yorker:innen erobern.

© Martin Auer

Toni Schmale, Bildhauerin und deutsche Ex-Bundesligaspielerin, ist bekannt für kraftvolle Arbeiten zwischen Skulptur und Performance. ©

Blütenkraft für Körper und Seele

Der Kärntner TCM-Mediziner Florian Boschi nutzt die Kraft von ChakraBlüten, um emotionale Blockaden zu lösen und das Wohlbefinden zu steigern. Er lädt zum „Seelenputz“ ein: Mit seiner Chakra-Tiefenanalyse (Test auch auf seiner Website!) bietet er individuelle Impulse für innere Balance, Klarheit und erfüllte Beziehungen. Seine Methode verbindet fernöstliche Heilkunst mit moderner Energiearbeit. www.einheitskraft.com

Mahler Forum 2025: Zuhören als Kraft des Wandels

Am 13. und 14. Juni 2025 lädt das Mahler Forum für Musik und Gesellschaft in Klagenfurt unter dem Motto „The Sound of Listening“ dazu ein, Zuhören als kreative, soziale und politische Kraft zu entdecken. Kuratiert von Felicitas Thun-Hohenstein und dem Kurator:innen-Kollektiv section.a, zeigt das nunmehr fünfte Forum in Gesprächen, Klangperformances und künstlerischen Beiträgen, wie aktives Zuhören Brücken bauen und gesellschaftlichen Wandel fördern kann. Ein Höhepunkt: Toni Schmale entwickelt eine ortsspezifische Arbeit rund um das Mahlerhäuschen in Maiernigg. Die Soziologin Iris Dankemeyer, der Philosoph Martin Mettin sowie Musiker Ivan Beaufils sorgen für weitere spannende Impulse. Die Uraufführung eines Werks von Tinkara Zupan – powered by Kelag –und die langjährige Kulturpartnerschaft mit dem Energieunternehmen unterstreichen die regionale Verankerung des Formats. Das Mahler Forum lädt ein: Hören Sie zu, denken Sie mit, gestalten Sie mit! ↓ Freier Eintritt bei Anmeldung unter mahler-forum.org

Apollonia Theresa Bitzan
Florian Boschi aus Moosburg begleitet Menschen auf dem Weg zu mehr innerer Balance. © Einheitskraft

LAND LEUTE LEBEN

Heidi Reiter veröffentlicht Debütroman: „Everlasting Love – Schuld war Facebook“

Die in Klagenfurt geborene Künstlerin Anna Rubin gilt als die einzige professionelle Drachenbauerin Österreichs.

© Stefan Reichmann

Die Pörtschacherin Heidi Reiter, eigentlich bekannt für ihre energetische Arbeit mit ätherischen Ölen, Klangschalen und Holistic Pulsing, hat ihre zweite Leidenschaft zum Beruf gemacht: das Schreiben. Nun erschien ihr erster Liebesroman als Selfpublisherin. Mit viel Herz, Humor und Lebensfreude erzählt Reiter von Neuanfängen und digitalen Zufällen. Erhältlich in ihrem Webshop www.pulseoflife.at

© Heidi Reiter

Vizepräsidentin Maria Pein (links), Agrarfluencerin Marion Moser-Reinisch (2. v. l.), Andrea Kessler-Dietl (3.v.l.), Landesbäuerin Viktoria Brandner (rechts) und Farmfluencerin Melanie Haas (vorne) © LK Steiermark-Danner

Steirische Farmfluencerinnen machen Landwirtschaft sichtbar

Sie posten, pflanzen, pflügen – und erreichen Tausende: Junge Bäuerinnen zeigen online authentisch ihren Arbeitsalltag am Hof und prägen ein modernes Bild der Landwirtschaft. „Sie schlagen eine Brücke zwischen Landwirtschaft und Öffentlichkeit“, so Landesbäuerin Viktoria Brandner über die selbstbewussten Botschafterinnen, die vor allem junge Menschen für Landwirtschaft mit Herz und Hirn begeistern.

„Kunst im Kraftwerk“ zeigt modernes Mobile Noch bis 29. Juni 2025 zeigt die Kärntner Künstlerin Anna Rubin ihre Installation „Im Wind scheinen“ im Rahmen der Kelag-Reihe „Wasser.Licht.Luft.Kraft.“, kuratiert von Tanja Prušnik. Inmitten der technischen Kulisse visualisieren reflektierende Materialien das Element Wind auf faszinierende Weise. Die Ausstellung im Schau-Kraftwerk Forstsee kann täglich von 10–18 Uhr bei freiem Eintritt besucht werden.

Grenzgängerin zwischen Fantasie und Realität

Mit ihrer Neuerscheinung „ZWEI.Zwischen. Welten“ veröffentlicht Bettina Messner einen fesselnden Roman über zwei seelenverwandte Figuren aus Parallelwelten, gespickt mit originellen Wendungen. Die Grazer Autorin erzählt nicht nur mit viel Gefühl, sondern verbindet auch philosophische Fragen mit Spannung, Gesellschaftskritik und poetischer Leichtigkeit. In prägnanten Absätzen entfaltet sich eine vielschichtige Geschichte, die Genregrenzen sprengt. Eine Fortsetzung ist bereits geplant. Mehr unter: www.bettinamessner.at © Peter Brandstätter

INTERVIEW

mit Andreas Lanner, Geschäftsführer monitorwerbung Kärnten

monitorwerbung Kärnten ist das erste klimaneutrale Medienunternehmen Österreichs. © monitorwerbung

„Wer DOOH bucht, investiert in Kärnten statt im Silicon Valley“

Aktuelle Zahlen belegen: Über 86 % aller digitalen Werbespendings fließen in die Taschen globaler Plattformen wie Google, Meta oder TikTok – mit gravierenden Folgen für die heimische Medienlandschaft und Unternehmen.

Jahr für Jahr ziehen Big-TechKonzerne Milliarden an Werbegeldern aus Österreich ab. Die Alternative? Werbung, die digital, aber regional funktioniert und die Wertschöpfung im Land hält. Im Interview erklärt Andreas Lanner, Geschäftsführer von

monitor werbung Kärnten, warum es höchste Zeit ist, sich bewusst zu machen, dass jede Buchungsentscheidung auch eine Entscheidung für oder gegen den Standort Österreich ist und weshalb Digital-out-of-Home (DOOH) eine echte Alternative mit regionaler Wirkungskraft ist.

advantage: Bei digitalen Werbeausgaben bleibt aktuell wenig übrig für heimische Medienhäuser. Warum wird das zum Problem?

Andreas Lanner: Weil es nicht nur dem österreichischen Medienstandort schadet. Auch Unternehmen unterstützen damit ein Ungleichgewicht, das sie langfristig schwächt: Sie verlieren Transparenz und Kontrolle für ihre Werbung.

Warum?

Social Media wirkt schnell, ist aber oft intransparent. Unternehmen wissen kaum, wo ihre Werbung erscheint oder neben welchen Inhalten.

„DOOH ist digital, aber regional und nachhaltig. Wir sind dort präsent, wo sich Menschen bewegen: auf Straßen, Plätzen, im Alltag.“

Andreas Lanner

Wie kann digitale Außenwerbung hier dagegenhalten?

Unsere Kund:innen sehen genau, wann und wo ihre Spots laufen – ohne Blackbox, ohne fragwürdiges Umfeld. DOOH ist also digital, aber regional und nachhaltig. Wir sind dort präsent, wo sich Menschen bewegen: auf Straßen, Plätzen, im Alltag. Und wir liefern Sichtbarkeit, die sich nicht wegklicken lässt.

„Wenn Unternehmen

DOOH als festen Bestandteil im Media-Mix verankern, können wir einen echten Gegenpol zu globalen Plattformen schaffen.“

Andreas Lanner

Wo sehen Sie das größte Potenzial für DOOH?

Anders als Print oder lineares TV steigen unsere Reichweiten. Wir haben die Standorte, die Sichtbarkeit und die Chance, dass Werbegeld im Land bleibt, statt ins Silicon Valley abzuwandern. Wenn Unternehmen DOOH als festen Bestandteil im Media-Mix verankern, können wir einen echten Gegenpol zu globalen Plattformen schaffen.

Was wünschen Sie sich sonst noch?

Mehr Bewusstsein für den Impact jeder Budgetentscheidung. Und dafür, dass digitale Außenwerbung das neue Massenmedium schlechthin ist. Speziell in Kärnten genießt digitale Außenwerbung laut aktueller Ambient Meter Studie hohe Akzeptanz und gilt als Top-Performer bei Reichweite und emotionaler Wirkung im Österreich-Vergleich. |

KONTAKT

monitorwerbung

Hauptstraße 42

9620 Hermagor

T: +43 4282 29777

www.monitorwerbung.at

WUSSTEN SIE, DASS ...

• 86 %* der digitalen Werbegelder zu Google, Meta & Co fließen?

• Digitale Außenwerbung –speziell bei monitorwerbung als 100 % österreichisches Unternehmen –eine wirksame Alternative darstellt?

• Kärnten im Österreich-Vergleich ein Top-Performer bei Reichweite und emotionaler Wirkung von großflächigen LED-Screens ist?

• Ein Großteil (67,3%**) der Befragten in Kärnten die Screens sehr bzw. eher sympathisch empfindet?

• Der Bekanntheitsgrad von großflächigen LED Screens bei 63,6 %** liegt?

• monitorwerbung Kärnten das erste klimaneutrale Medienunternehmen Österreichs ist (ISO 14068-1 zertifiziert)?

• Digitale Außenwerbung (DOOH) zu den nachhaltigsten Werbeformen überhaupt zählt? Die CO2-Emissionen je 1.000 Kontakte liegen bei… DOOH <9 m2: 5 g DOOH <2 m2: 6 g

Zum Vergleich: Online Bewegtbild 284 g

* Quelle: „MOMENTUM Spendingstudie 2024 und

Neustart mit Bestand

Betriebsübergaben schaffen Raum für Innovation und unternehmerisches Wachstum – und sind ein zentraler Schlüssel für die Zukunft der heimischen Wirtschaft. Von Anja Fuchs

Die Übergabe von Betrieben wird für die wirtschaftliche Stabilität und den Erhalt von Arbeitsplätzen innerhalb Österreichs wichtiger denn je. In den nächsten Jahren steht eine Übergabewelle an: Prognosen zufolge suchen bis 2029 rund 51.500 Unternehmen eine Nachfolge, davon etwa 7.000 in Kärnten und 6.400 in der Steiermark. Österreichweit entspricht dies knapp 23 Prozent aller Arbeitgeberunternehmen, mit denen mehr als 692.000 Arbeitsplätze verbunden sind. Aktuell werden jährlich ca. 450 Betriebe in Kärnten und 900 Firmen in der Steiermark in neue Hände übergeben. advantage hat zwei Unternehmerinnen zu ihren Erfahrungen mit der Nachfolge befragt.

„Wir wachsen Schritt für Schritt in unsere Rollen hinein“

Gemeinsam mit ihrem Partner übernahm Victoria Gailer kürzlich die Landmaschinenfirma ihres Vaters. Firmensitz von Maschinen Gailer ist Kötschach-Mauthen, der Betrieb zählt 40 Mitarbeitende.

advantage: Wie kam es dazu, dass Sie den Betrieb Ihres Vaters übernommen haben?

Victoria Gailer: Ich bin praktisch im Betrieb aufgewachsen, habe von klein auf immer mitgeholfen – sei es im Marketing, im Verkauf oder auf Messen. So habe ich das Unternehmen und die Branche von der Pike auf kennengelernt. Die Entscheidung zur Übernahme fiel 2022, als wir gemeinsam mit anderen regionalen Unternehmen eine leerstehende Lagerhalle gekauft haben. Das Projekt hat mir gezeigt, wie viel Potenzial in der Region und im eigenen Betrieb steckt.

Wie lange dauert(e) der Prozess?

Die Übernahme ist ein fließender, schleichender Prozess. Mein Partner und ich sind vor rund drei Jahren ins Unter-

nehmen eingestiegen, allerdings ohne fertigen Masterplan. Wir wachsen Schritt für Schritt in unsere Rollen hinein, übernehmen nach und nach mehr Verantwortung und entwickeln gemeinsam neue Ideen für die Zukunft. Mit 1. Mai haben wir offiziell die Geschäftsführung übernommen.

Was waren die größten Herausforderungen?

Die richtige Balance zwischen Vertrauen, Führung und klaren Strukturen im Umgang mit Mitarbeiter:innen zu finden, ist nicht immer einfach. Gleichzeitig ist es eine enorme Aufgabe, alle betrieblichen Abläufe wirklich bis ins Detail zu verstehen: vom Einkauf über Werkstattorganisation, Finanzen bis hin zum Kundenservice. Die Vielfalt der Aufgaben erfordert neben

„Die Übernahme ist ein fließender, schleichender Prozess. Wir übernehmen nach und nach mehr Verant wortung.“

Victoria Gailer, Maschinen Gailer

Fachwissen Organisationstalent und Fingerspitzengefühl. Mein Vater hatte außerdem einen anderen Führungsstil als wir. Hier unseren eigenen Weg zu finden und umzusetzen, benötigt ebenso Zeit.

Welche Chancen bringt eine Betriebsübernahme mit sich?

Man kann eigene Ideen einbringen, die Firmenentwicklung aktiv gestalten und

Vor allem für angehende Unternehmer:innen ist die Übernahme eines bestehenden Betriebs mit eingespieltem Team und Kundenstamm oft eine attraktive Alternative zur Neugründung. © Adobe Stock

Entscheidungen oft schneller und flexibler treffen als in großen Konzernen. Jede Herausforderung, die auf uns zukommt, ist gleichzeitig eine Möglichkeit zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Besonders schön finde ich, dass man eigene Werte umsetzen und seine persönliche Handschrift hinterlassen kann.

Wie sehen die Zukunftspläne aus?

Unser Ziel ist es, den Betrieb langfristig erfolgreich weiterzuführen – allerdings ohne Fokus auf schnelles Wachstum. Stattdessen setzen wir auf Qualität, Verlässlichkeit und gute Unternehmenskultur. Wir möchten Dienstleistungen und Produkte laufend verbessern, Abläufe optimieren und dabei trotzdem bodenständig bleiben. Für uns stehen die Zufriedenheit der Kund:innen, ein gutes Arbeitsumfeld und nachhaltiges Wirtschaften im Vordergrund. |

„Sich vorab umfassend zu informieren, ist das A und O“

2024 übernahm die gelernte Uhrmacherin Andrea Maria Neumann das Juweliergeschäft Time & Design – ein Traditionsbetrieb, der auf eine fast 150-jährige Geschichte im steirischen Judenburg zurückblickt.

„Ich hätte nie erwartet, von der Stadt so umfassend bei meinem Neustart unterstützt zu werden“

Andrea Maria Neumann, Time & Design

advantage: Was hat Sie zur Betriebsübernahme motiviert?

Andrea Maria Neumann: Als ich mit 18 in Klagenfurt in einem kleinen Geschäft gearbeitet habe, das auch diesen besonderen Charme hatte – ein kleines Gewölbe mitten in der Stadt – begann ich davon zu träumen, selbst einmal einen solchen Shop zu führen. Im November 2023 habe ich durch Zufall davon erfahren, dass dieses Juweliergeschäft zur Übergabe freisteht – und Ende November hatte ich bereits gekündigt. Kein halbes Jahr später war die Übergabe erfolgt.

Was waren die wichtigsten Schritte für eine erfolgreiche Übernahme?

Sich vorab umfassend zu informieren, ist das A und O. Ich kannte den Vorbesitzer des Geschäfts bereits, da wir vor 20 Jahren bereits Kollegen waren. Wir haben

uns im Rahmen des Übergabeprozesses einmal wöchentlich getroffen. Dabei haben wir alles Wichtige besprochen –vom Handling mit Kund:innen über Bestellungen, allgemeine Abläufe bis hin zu Sicherheitsvorkehrungen etc.

Was waren die größten Herausforderungen?

Meinen alten Job an den Nagel zu hängen, war tatsächlich herausfordernder als die Entwicklung des neuen Konzepts und einer klaren Markenlinie. Auch die vielen Fristen und Förderanträge haben mich mehr auf Trab gehalten als die eigentliche Übergabe. Wichtig ist, sämtliche Termine stets schriftlich zu vereinbaren. Handwerkstermine würde ich mit dem jetzigen Wissen früher ansetzen, ebenso wie Lieferungen – weil es sonst zeitlich sehr knapp werden kann, wenn die Eröffnung ansteht. In jedem Fall sollte man den Eröffnungstermin erst nach außen kommunizieren, wenn alles zu 100 Prozent steht.

Was hat Ihnen am meisten Rückenwind gegeben?

Im Rückblick bin ich sehr dankbar für die ersten informativen Gespräche mit dem Stadtmarketing. Ich hätte nie erwartet, so umfassend bei meinem Neustart unterstützt zu werden, auch seitens der anderen Wirtschaftstreibenden in der Stadt. Zum Glück ist mir auch meine Familie stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Und heute höre ich oft von Kund:innen, wie froh sie sind, dass das Geschäft weiterbesteht. So viel Wertschätzung habe ich in früheren Positionen nie erlebt. |

Gut begleitet bei der Betriebsübergabe

Die Wirtschaftskammer Kärnten hilft bei der Suche nach Betriebsnachfolger:innen und unterstützt die Übergabe.

Jedes Jahr stehen in Kärnten rund 450 Betriebe vor der Übergabe, österreichweit sind es an die 6000. „Viele Punkte müssen beachtet werden, damit der Wechsel friktionslos erfolgen kann. Daher unterstützt die Wirtschaftskammer die Unternehmer:innen mit einem umfassenden Serviceangebot“, erklärt Lucija Wakounig, Teamleiterin des Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten. Die ExpertsGroup Übergabe Consultants begleiten die Unternehmer:innen bei allen Schritten des Prozesses. Sie sind Unternehmensberater:innen mit außergewöhnlichen Problemlösungsfähigkeiten im komplexen Themenfeld des Generationenwechsels. Das Beratungsangebot reicht vom Übergabekonzept über die strategische Neuausrichtung bis hin zur Prozess- und Geschäftsmodelldigitalisierung sowie Vertrieb und Marketing. Auch Mediation wird angeboten. Bis zu zehn Stunden werden gefördert.

„Für den Standort Kärnten und für die Bevölkerung ist jeder Betrieb, der weitergeführt wird, ein Gewinn. Es bleiben Arbeitsplätze und das Angebot für die Menschen im Land bestehen“, erklärt

WKK Präsident Jürgen Mandl. Daher ist die Wirtschaftskammer bemüht, möglichst viele Betriebe zu erhalten und hilft

„Jeder Betrieb, der weiterbesteht, ist ein Gewinn für das Land“ Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten

den Unternehmer:innen geeignete Nachfolger:innen zu finden.

WKO Nachfolgebörse

Dafür gibt es die WKO-Nachfolgebörse, auf der sowohl potenzielle Jungunternehmer:innen als auch Betriebe zur Übernahme gesucht werden und Interessenten miteinander in Kontakt treten können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Inserate in der „Kärntner Wirtschaft“ und den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen der Wirtschaftskammer kostenlos und auf Wunsch auch anonym zu schalten.

Forum Betriebsnachfolge

Um ein Zueinander zu fördern und das gegenseitige Kennenlernen zu unterstützen, lud die Wirtschaftskammer im Mai erstmals zum „Forum Betriebsnachfolge“ ins Casineum Velden. Das wirtschaftliche Speeddating war aufgrund der guten Vorbereitung ein großer Erfolg.

Beim „Forum Betriebsnachfolge“ stand die zukunftsweisende Verbindung zwischen Betriebsübergebern und potenziellen Nachfolgern im Mittelpunkt. Von li nach re: Toni Ferk, Geschäftsführung Sales Teams & more, KommR Astrid Legner, Vizepräsidentin der WK Kärnten, Nika Basic, Landesvorsitzende der JW Kärnten, Lucija Wakounig, Leiterin Gründerservice, Steffen Geßner, Sprecher der ExpertsGroup Übergabe Consultants, Bernhard Fink, Präsident der Rechtsanwaltskammer für Kärnten, Ingrid Gritschacher, Vizepräsidentin der Kammer der Steuerberater:innen & Wirtschaftsprüfer:innen Kärnten und Harald Baier, Leiter GründerCenter der Kärntner Sparkasse. © WKK | Alexander Wieselthaler

So bewirkte das gezielte Matching, dass die geeigneten Partner für die jeweiligen Branchen zusammengebracht wurden. Angehende Jungunternehmer:innen konnten wertvolle Kontakte mit Branchenkolleg:innen knüpfen und ein erstes Netzwerk aufbauen. |

KONTAKT

Gründerservice Wirtschaftskammer Kärnten, Servicezentrum Europaplatz 1 9021 Klagenfurt am Wörthersee +43 5 90904 777 gruenderservice@wkk.or.at www.gruenderservice.at

INTERVIEW

mit Steffen Geßner, Sprecher der ExpertsGroup Übergabe Consultants

„Die Chance, vom Start weg erfolgreich zu sein“

Übergabe-Consultants sind die erste Anlaufstelle für Übergeber:innen, Nachfolger:innen und Übernehmer:innen.

advantage: Welches sind die häufigsten Probleme bzw. Hürden, die bei einer Betriebsübergabe auftreten?

Steffen Geßner: Die Herausforderungen sind je nach Situation unterschiedlich. Bei der Weitergabe an Interne (Familienmitglieder, aber auch Mitarbeiter:innen) ist die Staffelübergabe und die Übernahme der vollen Verantwortung entscheidend. Dies ist ein Prozess, der häufig auch konfliktbeladen ist und viel Kommunikation bedarf. Bei externen Übergaben ist derzeit – auch bei wertvollen und zukunftsfitten Betrieben – die größte Herausforderung, geeignete und motivierte Übernehmer:innen zu finden.

Welche Voraussetzungen müssen aus Ihrer Sicht gegeben sein, damit eine Übergabe funktioniert und der Betrieb langfristig weiterbesteht?

Die drei wichtigsten Faktoren sind Zeit, Motivation und Finanzierung. Die Motivation – ein bestehendes Lebenswerk zu übernehmen und nach eigenem Gusto weiterzuentwickeln bringt andere Herausforderungen mit sich als eine Eröffnung auf „grüner Wiese“. Allerdings –und ich werde nicht müde dies zu betonen – ist die Chance auch ungleich höher, erfolgreich zu werden. Denn viele Fehler wurden bereits begangen und in vielen Fällen gelingt es so, vom Start weg Geld zu verdienen und erfolgreich zu sein.

Ob die Betriebe dann langfristig bestehen, ist eine andere Geschichte. Jede Übernahme ist de facto eine Gründung und für deren langfristiges Bestehen gibt es viele Klippen zu umschiffen. Hier ist unternehmerisches Geschick, kaufmännische Umsetzungsstärke und vor allem Flexibilität im Umgang mit Veränderungen gefragt.

Was ist mit dem Faktor Zeit gemeint?

Viele kommen schlicht und ergreifend zu spät auf den Gedanken, ihre Übergabe zu organisieren. Wir gehen davon aus, dass für eine Übernahme fünf Jahre und davon zwei Jahre konkret zur Umsetzung notwendig sind. Im Rahmen der Beratungsfälle in Kärnten haben wir häufig die Situation, dass erst unmittelbar vor dem Pensionsantritt, manchmal auch erst viel später, die Nachfolge organisiert wird.

Wie sieht die Finanzierung idealerweise aus?

Leider erlebe ich auch immer wieder, dass – wie bei allen Gründungen – die Finanzierung nicht steht. Wichtig ist hier eine faire und zurückhaltende Gestaltung seitens der Übergebenden auf Basis belastbarer Werte (Substanz und Gewinn) sowie eine positive Bonität auf Seite der Übernehmenden.

Wie entwickelt sich die Nachfrage nach dem Beratungs-

„Jede Übernahme ist de facto eine Gründung und für deren langfristiges Bestehen gibt es viele Klippen zu umschiffen.“

Steffen Geßner, Expert Group Übergabe Consultants

angebot durch die ExpertsGroup Übergabe Consultants? Wie viele Übergaben haben Sie bereits begleitet?

Wir begleiten über das – relativ junge –Angebot der Wirtschaftskammer zwischen 50 und 100 Betriebe pro Jahr. Dadurch nimmt die Nachfrage stetig zu. Besonders freut mich, dass meine Kolleg:innen zunehmend auch für kurze Impulsvorträge durch einzelne Sparten angefragt werden.

Nennen Sie bitte ein Beispiel für eine erfolgreiche Übergabe –Übernahme.

Es wäre jetzt vermessen, einzelne Übergaben unserer Arbeit zuzuschreiben. Es kommt immer darauf an, dass alle Beteiligten eine erfolgreiche Fortführung anstreben. Mit einem Beispiel war ich 2024 auch auf der Bühne: „Mein Wertvolles“ in Möllbrücke. Hier hat eine Jungunternehmerin sehr erfolgreich ein bestehendes Café übernommen und entwickelt dieses stetig weiter – immer mit dem Ohr am Markt. Das gefällt mir besonders gut, weil die Voraussetzungen ideal genutzt wurden. |

STEUERTIPP

von Mag. Gerda Oborny

Generationenwechsel im Familienbetrieb

Die Generation der Babyboomer erreicht bereits seit einiger Zeit das Pensionsalter und immer mehr Betriebe in Österreich stehen vor der Übergabe. Eine unentgeltliche Betriebsübertragung bringt auch steuerliche Vorteile mit sich.

Die Übertragung von Einzelunternehmen erfolgt im Familienverband häufig unentgeltlich. Wer von steuerlichen Begünstigungen umfassend profitieren will, sollte die Nachfolgeplanung rechtzeitig und mit fachkundiger Begleitung angehen.

Einkommensteuer

Das zentrale Instrument zur steuerlichen Entlastung bei unentgeltlichen Betriebsübertragungen ist die Buchwertfortführung. Die stillen Reserven bleiben dabei unversteuert und werden an den Übernehmer weitergegeben. Es entsteht kein Veräußerungs- oder Aufgabegewinn.

Voraussetzung ist eine tatsächliche und fortgesetzte Betriebsausübung. Wird die Tätigkeit nicht im bisherigen Umfang fortgeführt oder kommt es zu einer Realisierung stiller Reserven, kann die Begünstigung entfallen.

Umsatzsteuer

Die unentgeltliche Übertragung von Betrieben unter Lebenden unterliegt der Umsatzsteuer. Sie stellt einen Entnahmeeigenverbrauch dar, jedoch nur insoweit, als dass die übertragenen, einzelnen Wirtschaftsgüter zuvor zum Vorsteuerabzug berechtigt haben. Damit der Nachfolger

die entrichtete Vorsteuer geltend machen kann, muss eine Rechnung ausgestellt werden.

Die Umsatzsteuerschuld entsteht im Monat der Betriebsübergabe und ist am 15. des darauf zweitfolgenden Monats an das Finanzamt zu melden und zu entrichten. Alternativ kann beim Finanzamt ein Überrechnungsantrag gestellt werden, dabei wird die Umsatzsteuerschuld des Übergebers mit der Vorsteuergutschrift des Übernehmers direkt verrechnet.

Grunderwerbs- und Immobilienertragssteuer

Ein weiteres wesentliches Privileg iZm der Übertragung von Grundstücken im Betriebsvermögen betrifft die Grunderwerbsteuer: Bei unentgeltlichen Übertragungen im Familienverband gilt ein begünstigter Stufentarif. Besonders bedeutsam ist der Freibetrag in Höhe von EUR 900.000 vom Grundstückswert, dieser Freibetrag ist auch bei teilentgeltlichen Übertragungen aliquot ansetzbar.

Die Immobilienertragssteuer erfasst nur entgeltliche Vorgänge. Werden Grundstücke (Grund und Boden sowie Gebäude) unentgeltlich weitergegeben, so kommt es zu keiner Besteuerung. Der Übergeber kann sich Betriebsgrundstücke auch selbst zurückbehalten, die

Entnahme aus dem Anlagevermögen ist seit Juli 2023 ebenfalls steuerneutral zum Buchwert möglich.

Schenkungsmeldung

Zuwendungen, die unentgeltlich unter Lebenden erfolgen und gewisse Grenzen übersteigen, müssen gemäß § 121a BAO beim Finanzamt angezeigt werden. Diese sogenannte „Schenkungsmeldung“ hat binnen drei Monaten ab dem Erwerb zu erfolgen. Zur Anzeige verpflichtet sind dabei der Erwerber, der Zuwendende aber auch Notar:innen oder Rechtsanwält:innen, die an der Erstellung von Verträgen mitgewirkt haben. Eine unterlassene Meldung kann mit einer Geldstrafe von bis zu zehn Prozent des zugewendeten Vermögens geahndet werden. Eine gut geplante und durchdachte Übergabe sichert nicht nur steuerliche Vorteile, sondern legt auch den Grundstein für den Fortbestand des Familienbetriebes. |

KONTAKT

Mag. Gerda Oborny

CPA Aicher Steuerberater GmbH & Co KG

T: 04212/2211

office@aicher.biz

INTERVIEW

Rechtssicherheit bei der Betriebsnachfolge

Die Kärntner Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte begleiten kompetent bei einer Übergabe des Unternehmens, um Stolpersteine zu vermeiden.

advantage: Welche Rolle spielt die rechtliche Beratung durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt beim Thema Betriebsnachfolge?

Bernhard Fink: Sie ist entscheidend, da sie sicherstellt, dass der Übergabeprozess rechtssicher gestaltet wird. Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte erstellen und prüfen Kaufverträge, Schenkungsverträge oder Gesellschaftsverträge, um den rechtssicheren Übergang eines Unternehmens zu gewährleisten. Sie klären Fragen zur erbrechtlichen Gestaltung und unterstützen bei der Erstellung von Testamenten oder Erbverträgen. Aufgrund ihrer großen Prozesserfahrung können Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte aber auch mögliche Haftungsrisiken analysieren und zugleich minimieren.

Wie unterscheidet sich die Übergabe eines EPUs von jener einer Personengesellschaft oder einer Kapitalgesellschaft?

Ein Einzelunternehmen gehört vollständig einer Person, wodurch die Übergabe vergleichsweise unkompliziert, aber auch risikobehaftet sein kann. Kapitalgesellschaften bieten durch die juristische Eigenständigkeit Vorteile, haben jedoch komplexere formale Anforderungen. Bei Personengesellschaften erfordern Verträge und Haftungsfragen besondere Aufmerksamkeit. Die Anforderungen an die Übergabe unterscheiden sich je nach Rechtsform des Unternehmens erheblich.

Welche Punkte muss ein Übergabevertrag enthalten, um spätere Konflikte zu vermeiden?

Ein gut gestalteter Übergabevertrag ist jedenfalls entscheidend, um spätere Konflikte bei der Betriebsnachfolge zu vermeiden. Eine detaillierte Auflistung, was übergeben wird (Maschinen, Immobilien, Markenrechte, Kundenstamm) und eine klare Regelung, welche Verbindlichkeiten der Nachfolgende übernimmt, ist vielfach notwendig. Zu klären sind auch Personalfragen, die allfällige Aufnahme von Wettbewerbs- und Vertraulichkeitsklauseln.

Welche Punkte sind abzuarbeiten, um sicherzustellen, dass alle relevanten Bereiche abgedeckt sind?

Eine gut strukturierte Checkliste hilft sicherzustellen, dass alle Aspekte der Unternehmensnachfolge abgedeckt sind und der Übergabeprozess reibungslos verläuft. Am wichtigsten ist die Klärung, was mit der Übergabe erreicht werden soll, etwa Fortbestand des Unternehmens, finanzielle Absicherung oder die Übergabe innerhalb der Familie.

Welche Maßnahmen sollten Übergebende ergreifen, um Haftungsrisiken nach der Übergabe zu minimieren?

Übergebende sollten Haftungsrisiken durch umfassende Vertragsgestaltung, rechtzeitige Prüfung aller Unternehmens-

„Ein gut gestalteter Übergabevertrag ist jedenfalls entscheidend, um spätere Konflikte bei der Betriebsnachfolge zu vermeiden.“

Bernhard Fink

bereiche und Absicherung der eigenen Position minimieren.

Wie können alle wesentlichen Verträge wie Miet-, Arbeits- und Lieferverträge rechtlich korrekt vom Übergebenden auf den Nachfolgenden übertragen werden?

Eine sorgfältige Prüfung aller Verträge, die Zustimmung der Vertragspartner sowie die Zusammenarbeit mit erfahrenen Beraterinnen und Beratern minimieren rechtliche Risiken und sorgen für einen reibungslosen Übergang. Dabei ist die Einbeziehung erbrechtlicher Gesichtspunkte ebenfalls essenziell. |

KONTAKT Rechtsanwaltskammer für Kärnten Theatergasse 4, 9020 Klagenfurt T: 0463 512425, F: 0463 512425-15 kammer@rechtsanwaelte-kaernten.at rechtsanwaelte-kaernten.at

Neue Rektorin der Universität

Klagenfurt inauguriert

Ada Pellert übernahm offiziell die Amtskette von Oliver Vitouch und ist nach 55 Jahren die erste Frau in der Geschichte der Universität Klagenfurt in diesem Amt.

Zahlreiche Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung wohnten der Inauguration von Ada Pellert im März bei. Neben BM Eva-Maria Holzleitner gratulierten seitens der Kärntner Landesregierung LHStv. Peter Kaiser, LHStv.in Gaby Schaunig, LHStv. Martin Gruber, LR.in Beate Prettner und LR.in Sara Schaar.

Hochschule im Wandel

„Kennen Sie dieses Gefühl, wenn man spürt, nun schließt sich ein Kreis an der richtigen Stelle? Das ist bei mir heute der Fall.“ Mit diesen Worten begann die neue

Rektorin ihre Inaugurationsrede. Universitäten würden, wenn alles richtig laufe, dabei helfen, eigenständig zu denken. Pellert appellierte zudem für „disziplinäre Mehrsprachigkeit“. Vernetzung ist der neuen Rektorin ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Sie führte die Zusammenarbeit mit der Steiermark – Stichwort Koralmbahn – und im Alpen-Adria-Raum an. Als epochale Herausforderungen sprach Pellert den Klimawandel und Künstliche Intelligenz an. Ohne Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Universitäten seien diese nicht zu bewältigen. Auch die Studierenden stehen hinter der neuen

Rektorin, wie ÖH-Vorsitzende Lena Zachmann unterstrich: „Man merkt, dass Sie sich wirklich für uns Studierende interessieren. Und Sie haben die Reihe der weißen Männer in der Uniführung durchbrochen.“ |

→ Den ganzen Artikel können Sie online hier nachlesen!

Frischer Wind im Rektorat der Universität Klagenfurt © aau/Thomas Hude

EXPERTENTIPP

Unternehmervorsorge im Fokus

Die Kärntner Notar:innen begleiten Unternehmer:innen bei Vorsorge und Übergabe. Beides ist essenziell für den Weiterbestand des Betriebes.

Wir alle kennen das ja! Jeder von uns ist der Meinung, er wäre unsterblich bzw. ihm werde schon nichts passieren! Eine weitverbreitete Meinung, die insbesondere bei Unternehmer:innen gang und gäbe ist! Außerdem haben wir alle ja viel zu viel zu tun und für solche Dinge keine Zeit, weil man als Unternehmer so und so ständig im Dauerstress ist – und alles andere Vorrang hat!

Wenn dann das Schicksal zuschlägt sind es meistens die nahen Angehörigen, die nicht verstehen, wie ein umsichtiger und erfolgreicher Unternehmer so fahrlässig handeln konnte und dabei seine Nächsten, aber natürlich auch das Unternehmen in eine unzumutbare und oft ausweglose Situation bringen konnte?

Thema Testament

Da gibt es zum einen das Thema Testament! Der Gesetzgeber regelt zwar wer was und wieviel im Ableben einer Unter-

nehmerin zu bekommen hat, aber die gesetzliche Erbfolge ist nur ganz selten das, was sinnvoll für die Erben und das Unternehmen ist. Denn oft erben mehrere Personen, zum Beispiel Kinder oder Ehegatte quotenmäßig und machen allein durch diese Quoten das Unternehmen unführbar. Oder haben aufgrund ihrer anderen beruflichen Ausbildung nicht die Eignung den Betrieb erfolgreich weiter zu führen.

Auch minderjährige Erben, die durch das Gericht vertreten werden sind Garant dafür, dass ein Unternehmen ins Wanken geraten kann!

Wie einfach wäre es, mittels Testament die entsprechenden Weichen zu stellen und durch entsprechende Pflichtteilsverzichtsverträge den Bestand des Unternehmens abzusichern!

Auch kaum eine Unternehmerin denkt daran, dass nicht nur Tod, sondern auch andere Schicksalsschläge, wie Unfall, Koma oder Demenz die Existenz des Betriebes und sohin der Familie bedrohen könnten!

Da die meisten Unternehmen Einzelunternehmen, oder „Einmann-GmbHs“ sind, stellt sich hier immer die Frage, wer vertritt das Unternehmen im Fall der Fälle?

Unternehmervorsorgevollmacht

Eine Unternehmervorsorgevollmacht kann hier hilfreich sein und führt dazu, dass eine Vertrauensperson alle Geschäfte und Maßnahmen weiterführt, bzw. setzen kann, die in der jeweiligen Situation

notwendig und nützlich sind. Wer das nicht hat, läuft Gefahr, dass im Falle der Geschäftsunfähigkeit des Unternehmers das Gericht einen Erwachsenenvertreter, vormals Sachwalter, bestellt, der dann die Geschicke des Unternehmens – immer nach Rücksprache mit dem Gericht –lenkt, wobei dies naturgemäß langwierig und durchaus komplex ist!

Gesellschaftsvertrag des Unternehmens

Ebenso in der Verantwortung eines Unternehmers liegt es den Gesellschaftsvertrag des Unternehmens im Auge zu haben. Ein Standardvertrag ist nur in den wenigsten Fällen genügend! Daher sollte man den Gesellschaftsvertrag von seinem Notar entsprechend ausgestalten lassen und auf die jeweilige Einzelsituation anpassen. Auch hier gilt, dass eine Routinekontrolle alle paar Jahre Sinn macht, da sich Unternehmen verändern und auch die jeweiligen Beteiligten.

Aus all dem Gesagten ergibt sich, dass ein verantwortungsvoller Unternehmer sich die Zeit nehmen sollte die jeweiligen Regelungen mit seinem Notar zu besprechen, um eben immer im jeweiligen Fall bestens abgesichert zu sein! |

KONTAKT

Die Kärntner Notar:innen stehen Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung: www.ihr-notariat.at

Notariatskammer für Kärnten: 0463/ 51 27 97

Notar Mag. Werner Stein © kk

INTERVIEW

mit Manfred Wilhelmer, Obmann der Sparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Kärnten und Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten.

„Wir erwarten uns Wachstumsimpulse“

Manfred Wilhelmer wurde im Rahmen der Spartenkonferenz der Wirtschaftskammer Kärnten kürzlich erneut zum Obmann der Sparte Bank und Versicherung gewählt.

advantage: Welches ist aktuell das brennendste Thema im Bereich der Banken?

Manfred Wilhelmer: Ganz klar: die Bankenabgabe. Diese Sondersteuer für eine Branche stellt einen massiven Eingriff in die Eigentumsverhältnisse der Bankunternehmen dar. Ursprünglich wurde im Zuge der Finanzkrise 2008 die Stabilitätsabgabe eingeführt – mit klarem Zweck: den Sektor im Krisenfall abzusichern. Seither zahlen die Institute regelmäßig in den Einlagensicherungs- und Abwicklungsfonds ein, der aktuell über 4,4 Mrd. Euro verfügt. Das heißt, bei einer neuerlichen Krise könnten sich die Banken selbst retten. Durch die neue, zusätzliche Abgabe fließen 500 Mio. Euro jährlich ohne Zweckbindung ins Budget und schwächen die Eigenkapitalbasis, die aber entscheidend ist für die Kreditvergabe. Die Banken sorgen für Stabilität im Wirtschaftskreislauf und sind mit einer Eigenkapitalquote von durchschnittlich 19 Prozent gut aufgestellt. Sie zu schwächen, ist eine schlechte Entscheidung.

Wie sehen Sie die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in Österreich?

Das wirtschaftliche Umfeld befindet sich in einer ernsten Phase. Es gibt wenig Wachstumsimpulse. Die Privathaushalte agieren verhalten und abwartend. Da-

„Unser Ziel ist es, Kärnten als attraktiven Finanz- und

Wirtschaftsstandort zu stärken.“

Manfred Wilhelmer, Obmann der Sparte Bank und Versicherung der WK Kärnten

durch fehlt der private Konsum in der Wirtschaftsleistung. So beträgt die Sparquote derzeit 11,7 Prozent, regulär liegt sie bei acht Prozent. Die Menschen sind vorsichtig und diesen Eindruck hat man auch bei den Unternehmen. Sie investieren sehr zurückhaltend. Verstärkt wird die Situation durch die aktuelle Diskussion um die Zölle – das beeinflusst die Stimmungslage insgesamt.

Wie wird sich die Lage in den nächsten Monaten entwickeln?

Es gibt durchaus Anzeichen für eine positive Entwicklung. Mit Ende des zweiten Halbjahres, spätestens mit Anfang 2026 erwarten wir eine spürbare Trendwende. Die Finanzierungsnachfrage im privaten Wohnbau steigt. Aufgrund der KIM-Verordnung mit den starren Vorgaben zu Eigenmittelquote und Kreditlaufzeiten sowie Schuldendienstquote gab es einen massiven Rückgang bei den privaten Wohnraumfinanzierungen. Diese Verordnung läuft mit Ende Juni dieses Jahres aus. Dadurch und auch bedingt durch

Manfred Wilhelmer wurde als Spartenobmann der Wirtschaftskammer Kärnten bestätigt. © Raiffeisen Landesbank Kärnten

die niedrigen Zinsen gibt es wieder mehr Bewegung im Wohnbau. Zudem sind einige Branchen im Gewerbe gut ausgelastet.

Welche Bereiche verzeichnen die positive Entwicklung?

Besonders gut entwickeln sich derzeit viele Handwerksbetriebe und das verarbeitende Gewerbe. Schwieriger ist die Situation hingegen bei den größeren Industriebetrieben, die international tätig sind. Sie kämpfen mit sinkender Wettbewerbsfähigkeit– nicht zuletzt aufgrund hoher Energiekosten, wachsender Bürokratie und im internationalen Vergleich deutlich höheren Lohnabschlüssen. Die Lohnabschlüsse in Österreich waren beispielsweise um zehn Prozent höher als in Deutschland. Österreich und auch Kärnten bieten kein unternehmerfreundliches Umfeld, das betrifft Genehmigungsverfahren ebenso wie die Auflagenthematik. Unternehmer:innen werden vielfach als Bittsteller gesehen. Doch es braucht hier ein Umdenken. Schließlich geht es um Wohlstand, um Arbeitsplätze.

Welche Maßnahmen wären zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation notwendig? Der wichtigste Schritt wäre eine Entlastung auf allen Ebenen. Allen voran

„Wir setzen Initiativen, um die Jugend möglichst früh im Bereich Finanzen und Versicherungen zu informieren.“

Manfred Wilhelmer, Obmann der Sparte Bank und Versicherung der WK Kärnten

müssen die Lohnnebenkosten gesenkt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Weiters wäre eine Eindämmung der überbordenden Bürokratie notwendig. Zu den nationalen Regulatorien kommen auch noch die EU-Bestimmungen, das alles hemmt die wirtschaftliche Entwicklung. In den vergangenen Jahren wurden Arbeitsplätze in erster Linie im öffentlichen Bereich geschaffen. Wir haben mittlerweile ein System, das sich selbst verwaltet. Umdenken ist gefragt. Die Kurskorrektur beim Green Deal der EU ist ein erstes wichtiges Signal für mehr wirtschaftliche Vernunft. Generell sollte die öffentliche Hand als Dienstleister agieren, die Rahmenbedingungen für private Initiativen verbessern und gezielt Anreize für Unternehmensgründungen und Wachstum setzen.

Welche Initiativen setzt die Sparte Bank und Versicherung?

Ein zentrales Anliegen ist die Finanzbildung junger Menschen. Sie sollte möglichst früh beginnen, tatsächlich findet sie heute kaum noch statt. Genau hier setzen wir an: Wir vernetzen uns mit Lehrkräften, gehen aktiv in Schulen und vermitteln den bewussten Umgang mit Geld –und warum Banken und Versicherungen in einer Gesellschaft so wichtig sind. Ein konkretes Beispiel sind digitale Taschengeldmodelle, mit denen bereits die Jüngsten erste Erfahrungen im Umgang mit Geld sammeln können – sicher, praxisnah und altersgerecht.

Was ist das aktuelle Thema im Bereich Versicherungen?

Derzeit ist der Katastrophenschutz eines der drängendsten Themen im Versicherungsbereich. Haus und Eigentum sind im Falle von Naturereignissen wie Murenabgängen, Überschwemmungen oder Erdbeben bislang nur unzureichend abgesichert. Die österreichischen Versicherer setzen sich daher für eine gesetzliche Anpassung des Versicherungsvertragsgesetzes ein, mit dem Ziel, Natur-

katastrophen künftig standardmäßig in der Feuerversicherung für Eigenheime mitzuversichern.

Was erwarten Sie von der Politik, von der neuen Regierung? Wir erwarten uns Wachstumsimpulse, durch die Investitionen gezielt gefördert werden. Das können vorzeitige Abschreibungen oder Investitionsprämien sein. In jedem Fall müssen sie sich lohnen, damit die Wirtschaft wieder angekurbelt wird. |

WISSENSWERT

Die Sparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Kärnten vertritt die Belange aller Banken und Versicherungen im Bundesland Kärnten. Die Unternehmen dieser Sparte beschäftigen in Kärnten mehr als 5.000 Mitarbeiter:innen. Mit einer Bruttowertschöpfung von mehr als 1,07 Mrd. Euro trägt sie rund 4,5 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung des Bundeslandes bei.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Prävention trägt zur Gesundheitsförderung bei und minimiert Risikofaktoren sowie Belastungen. Von Petra Plimon PRÄVENTION UND VORSORGE

Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen – und zwar auch im ökonomischen Kontext. Österreich zählt zu jenen Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf, wobei der größte Anteil in die stationäre Versorgung fließt. Aufgrund des demographischen Wandels wird unser Gesundheitssystem künftig mit weiteren Herausforderungen konfrontiert – die Zahl der Älteren wächst massiv an und damit auch die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Neben kurativen Ansätzen gewinnt Prävention demnach immer mehr an Bedeutung. advantage hat Persönlichkeiten aus der Wirtschaft befragt, welche Rolle Prävention in Zukunft für eine nachhaltige Transformation des Gesundheitssystems spielt und welchen Stellenwert Prävention in ihrem Tätigkeitsbereich einnimmt.

HERWIG OSTERMANN

Geschäftsführer Gesundheit

Österreich GmbH, Wien

„Präventionsmaßnahmen sind besonders wirksam, wenn sie gesellschaftlich akzeptiert und breit getragen werden. Darüber hinaus hat nicht jeder Mensch die gleichen Möglichkeiten präventiv zu handeln, hier spielen berufsbedingte, soziale und umweltbedingte Faktoren eine Rolle. Als Public Health Institut verfolgen wir daher einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz, der auf eine umfassende Transformation abstellt. Das bedeutet nicht nur eine ständige Weiterentwicklung des Gesundheitssystems, sondern vieler weiterer Politikbereiche. Wir wollen unsere gesellschaftlichen Systeme so gestalten, dass sie möglichst gesundheitsfördernd sind. Gemeinsam mit nationalen und internationalen Partner:innen arbeiten wir daran, Schritt zu halten und wenn möglich auch etwas voraus zu sein, um mit geeigneten Maßnahmen steuern zu können.“ © R. Ettl

LEJLA POCK

Geschäftsführerin

Humantechnologie-Cluster

Styria (HTS), Graz

„Prävention wird in der Transformation des Gesundheitssystems eine Schlüsselrolle einnehmen –medizinisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Ein System, das Krankheiten vermeidet statt sie zu reparieren, ist nicht nur menschlicher, sondern auch nachhaltiger. Genau hier setzen viele Unternehmen und Projekte im steirischen Life Science Cluster an. Von digitaler Diagnostik über vernetzte Sensorik bis hin zu KI-gestützten Trainings- und Therapieangeboten: Prävention wird in Südösterreich aktiv gestaltet – innovativ, interdisziplinär und immer mit Blick auf den Menschen.“ © Thomas Luef

HELGA THUN-HOHENSTEIN

Gründerin und Geschäftsführerin ionis Spagyrik GmbH, Grafenstein „Um Menschen die Prävention als eine Möglichkeit zur Erhaltung ihrer Gesundheit näher zu bringen, ist das bewusste Wahrnehmen der eigenen Persönlichkeit mit all seinen Ebenen von Emotionen und Gefühlen und das Eingestehen ihrer Auswirkung davon auf den Körper wichtig. Je genauer wir verstehen lernen, wie das Zusammenspiel von Geist, Seele und Körper funktioniert, desto effektiver greift angewandte Vorsorge. Wir bei ionis Spagyrik produzieren und leben quasi Prävention. Spagyrische Essenzen haben einen einzigartigen Platz in der Verwendung als präventive Medizin. ‚Liebe ist die höchste Medizin‘ sagt Paracelsus. So versuchen wir durch täglich aufmerksames Beobachten unseres Betriebsklimas und des Umgangs miteinander, Veränderungen schnell zu erkennen und wirken diesen mit persönlichen Gesprächen und mit Anwendung unserer eigenen und auch fremden Erzeugnisse entgegen. ,Heile den Geist, dann wird der Körper gesunden‘ ist auch von Paracelsus. Übersetzt: ,Habe den Mut, belastende Situationen anzusprechen und zu klären, damit sie Dich nicht krank machen.‘ Die beste Prävention!“ © ionis Spagyrik GmbH

IRENE MITTERBACHER

Fachgruppenobfrau Personenberatung und Personenbetreuung, Wirtschaftskammer Kärnten

„Psychosoziale Beratung zählt zu den Säulen der Gesundheitsvorsorge in Österreich und trägt mittlerweile auch immer mehr zum Erfolg von Unternehmen bei. Psychosoziale Berater:innen unterstützen Menschen dabei, nicht in eine Krankheit zu kommen. Der Weg vor der Krankheit ist der bessere und auch der billigere. Daher ist es empfehlenswert, professionelle Angebote frühzeitig in Anspruch zu nehmen und zu beginnen, bevor es zu spät ist. Es geht oft um das Erkennen und die Bereitschaft aktiv etwas in seinem Leben zu verändern.

Denn Stress und Konflikte im Berufs- als auch im Privatleben können das Wohlbefinden stark beeinträchtigen und auf Dauer sogar krank machen. Hier setzt psychosoziale Beratung auch im Unternehmen an. Ob Stressmanagement, Burnout-Prävention oder Supervision: Psychosoziale Berater:innen bieten professionelle Unterstützung bei persönlichen und beruflichen Herausforderungen und sind der Schlüssel zu gelebter Prävention.“ © WK Kärnten

FERDINAND BUCHER

Landesdirektor der Wiener Städtischen in Kärnten/Osttirol

„Vorsorge bedeutet, nicht erst zu handeln, wenn es notwendig wird, sondern klug und vorausschauend zu agieren, bevor Risiken überhaupt entstehen. Genau darin zeigt sich die Kraft von Prävention: Sie schafft Stabilität, bevor Belastungen spürbar werden. Für die Wiener Städtische ist Vorsorge weit mehr als nur ein Teil des Produktportfolios – sie ist Ausdruck unserer Haltung und unseres Verständnisses von Verantwortung. Wir begleiten Menschen dabei, frühzeitig finanzielle und gesundheitliche Sicherheit aufzubauen. Denn wer vorausdenkt, stärkt nicht nur die eigene Lebensqualität, sondern entlastet auch das Pensionsund Gesundheitssystem. Eine echte Transformation unseres Sozialsystems gelingt nämlich nur dann, wenn individuelle Verantwortung auf stabile, verlässliche Strukturen trifft. Und: Wenn wir den Mut aufbringen, heute Entscheidungen zu treffen, die uns die Krisen von Morgen ersparen.“ © Gernot Gleiss

ANDREA KURZ

Rektorin der Medizinischen Universität Graz

„Prävention ist der zentrale Schlüssel zur nachhaltigen Transformation unseres Gesundheitssystems – sie wirkt vorausschauend, stärkt eine breite Eigenverantwortung und Gesundheitskompetenz und entlastet langfristig medizinische Strukturen.

An der Med Uni Graz ist Prävention daher ein integraler Bestandteil von Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation. Wir setzen gezielt auf evidenzbasierte Gesundheitsinformation – sowohl im Bildungsangebot für Studierende als auch in der Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in Richtung Öffentlichkeit. Unsere Initiativen in Forschung und Lehre verfolgen das Ziel, Vertrauen durch nachvollziehbare, fundierte Information zu schaffen. Denn eine informierte Gesellschaft ist Voraussetzung dafür, dass präventive Maßnahmen wirksam greifen können.“ © Med Uni Graz/Lunghammer

WOLFGANG WARUM

Managing Director CTO WILD Gruppe, Völkermarkt

„Eine nachhaltige Transformation des Gesundheitssystems kann nur gelingen, wenn Vorsorge zur tragenden Säule wird. Dafür braucht es mehr Gesundheitswissen in der Bevölkerung, gezielte Angebote für gefährdete Gruppen und modernste Technik zur Früherkennung. Digitale Helfer wie KI, Wearables oder Gesundheits-Apps können hier viel erreichen, weil sie individuelle Risikofaktoren berücksichtigen. Auch genetische Informationen helfen, Risiken früh zu erkennen und Maßnahmen individuell anzupassen. So wird Prävention personalisierter, wirksamer und effizienter. Die WILD Gruppe hat eine Vielzahl von Projekten, die sich der Prävention widmen. In der Augenmedizin sind wir seit über 20 Jahren Technologiepartner führender europäischer Hersteller. Die Lasertechnologie spielt dabei eine zentrale Rolle. Ein Highlight ist die Produktion eines RetinaTomographen mit OCT-Technologie zur Untersuchung des Augenhintergrunds. Das Gerät gilt als Goldstandard in der Diagnostik und ist essenziell für die Glaukomfrüherkennung.“ © WILD

ELISA BÖHM UND JOHANNES SMOLLE

Gründer des Startups „manadental“, Graz „Wissenschaftlich fundierte Prävention ist der Schlüssel zur Nachhaltigkeit unseres Gesundheitssystems angesichts einer älter werdenden Gesellschaft und steigender chronischer Erkrankungen. Sie ist Investition in gesunde Lebensjahre und reduziert volkswirtschaftliche Lasten. Prävention ist das wissenschaftliche Fundament von manadental. Wir adressieren die ineffektive Mundhygiene – die eigentliche Wurzel gravierender Parodontalerkrankungen. Klinische Studien belegen eine signifikante Verbesserung der Zahnfleischgesundheit um durchschnittlich 49,4 % nach nur vier Wochen Anwendung. Angesichts jährlicher Kosten von 2,54 Mrd. Euro allein in Europa durch Munderkrankungen etabliert manadental einen neuen, wissenschaftlich validierten Standard für verlässliche Mundpflege und leistet so einen substanziellen Beitrag zur präventiven Gesundheitsversorgung.“ © manadental

WISSENSWERT

Nach dem Prinzip der Salutogenese ist Gesundheit kein Zustand, sondern ein dynamischer Prozess. Im Zentrum des auf den Medizinsoziologen Aaron Antonovsky zurückgehenden Modells steht die Frage: „Wie entsteht Gesundheit und was fördert sie?“ Demnach wird Gesundheit nicht bloß als Abwesenheit von Krankheit, sondern als etwas Aktives, Gestaltbares definiert. Etwas, das nicht erst in den Arztpraxen, sondern in der Mitte unserer Gesellschaft, im Alltag jedes Einzelnen beginnt.

Veranlagen mit Herz und Verstand

Rund 150 Kund:innen trafen sich auf Einladung von Raiffeisen Mittelkärnten zu einer exklusiven Wertpapier-Veranstaltung für Frauen.

Unter dem Motto „Veranlagen. Mit Herz und Verstand – Weil ich weiß, was ich will“ erwartete die Gäste auf Schloss Töscheldorf bei Althofen ein Abend voller Finanzwissen, persönlichem Austausch und Empowerment. Finanzielle Unabhängigkeit und die Kontrolle über die eigene finanzielle Zukunft standen im Fokus. Zum Infoabend geladen hatten die Vorstände der Raiffeisen Mittelkärnten Daniel Gradenegger, Roland Krall und Nikolaus Primessnig.

Selbstvertrauen als Schlüssel

Ida-Marie Stoegerer – Unternehmerin, Coach und Beraterin – begeisterte mit ihrer Keynote „Vertrau dir selbst. Du bist die wertvollste Währung in deinem Leben“. Sie zeigte auf, wie Frauen innere Hürden

überwinden und ihre Potenziale entfalten können. Sylvia Kubicek von Raiffeisen Capital Management bot in ihrem Vortrag klare Strategien für die finanzielle Absicherung der eigenen Zukunft und gab professionelle Tipps im Umgang mit Geld. Mit viel Humor und Fachwissen sprach sie über Wege zur finanziellen Unabhängigkeit.

Beim abschließenden Talk diskutierten Unternehmerin Edith Jandl, Privatkundenberaterin Sarah Krall und die Vortragenden über Finanzentscheidungen und Vorsorgestrategien. Abgerundet wurde der Abend mit kulinarischen Highlights aus der Schlossküche, Schokoladen der Konditorei Craigher und der Möglichkeit, handgefertigten Schmuck von Angelika Brunner zu erwerben. |

Geballte Frauenpower bei Raiffeisen Mittelkärnten © Hude

↑ Den ganzen Artikel können Sie online hier nachlesen!

SICHER VERSORGT.

Individuelle Lösungen für ein sicheres Leben

Die Kärntner Landesversicherung (KLV), die ihre Zentrale gerade in eine moderne Arbeitswelt umbaut, orientiert ihr Angebot an den Bedürfnissen der Menschen. Ein Schwerpunkt ist daher die Altersvorsorge.

nser großes Anliegen ist seit der Gründung des Unternehmens vor mehr als 125 Jahren die Absicherung der Menschen in diesem Land. Entsprechend zu den sich stets ändernden Bedürfnissen wird das Angebot laufend weiterentwickelt“, erklärt Vorstandsvorsitzender Jürgen Hartinger. So sind aktuell die brennendsten Themen Naturkatastrophen, Altersarmut, speziell bei Frauen, und die Absicherung von Gründerinnen.

„Altersvorsorge wird immer wichtiger. Hier gibt es keine Standardlösungen, denn jede Situation ist anders. Daher entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kund:innen maßgeschneiderte Vorsorgepläne, die ganz auf ihre persönlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten abgestimmt sind“, sagt Hartinger.

Tipps für eine persönliche Vorsorgestrategie finden Interessierte auch online. In wenigen Minuten können sie sich unter https://beratung.klv.at/kaerntnerzukunftspolster-fonds-all/ einen Überblick schaffen und dann von den KLV-Expert:innen das ideale Modell ausarbeiten lassen.

Persönliche Betreuung

Mit insgesamt 14 Kundenbüros im ganzen Bundesland setzt die KLV auf persönliche Betreuung. „So sind wir auch im Schadenfall sofort zur Stelle und sind in das Leben in den Regionen eingebunden.

Wir treffen alle Entscheidungen vor Ort – schnell, unbürokratisch und zum Wohle unserer Versicherten“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende die Philosophie des Kärntner Unternehmens. Darüber hinaus setzt die KLV auch auf Prävention nach der Devise: „Der beste Schaden ist der, der erst gar nicht eintritt“. Daher nimmt die KLV als Themenführer und Vorreiter bei der Vorsorge zur Reduzierung von Risiken ihre Verantwortung wahr und möchte auf diese Weise dazu beitragen, das Land sicherer zu machen.

Attraktive Arbeitgeberin

Ihre Verantwortung nimmt die KLV auch als Arbeitgeberin für rund 200 Mitarbeiter:innen wahr. Für sie wird mit dem Umbau der Firmenzentrale in Klagenfurt ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld geschaffen. Dabei vereint die KLV bewusst Tradition und Innovation. Mit der Sanierung anstelle eines Neubaus setzt sie auf einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Bestehenden – sowohl im baulichen als auch im unternehmerischen Sinn.

„Es entsteht ein Ort, der die über 125jährige Geschichte der KLV widerspiegelt und gleichzeitig Raum für moderne Arbeitswelten, digitale Infrastruktur und zukunftsfähige Prozesse bietet“, freut sich Vorstandsdirektor Hartinger.

Die KLV zählt zu den attraktivsten Arbeitgeber:innen in der Region, mit einer Unternehmenskultur, geprägt von

„Wir wollen das Leben der Menschen sicherer machen und entwickeln dafür individuelle Lösungen“

Jürgen Hartinger, Vorstandsvorsitzender der Kärntner Landesversicherung (KLV)

Vertrauen, Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten – das wurde ihr mit dem kununu-Siegel „Top Company“ bescheinigt. Nur rund fünf Prozent aller Unternehmen erhalten diese Auszeichnung, die auf anonymen Bewertungen von Mitarbeitenden basiert. |

KONTAKT

KÄRNTNER

LANDESVERSICHERUNG aG Domgasse 21

9020 Klagenfurt am Wörthersee T: +43 463 5818

anfragen@klv.at www.klv.at

© KLV/ Jost & Bayer

Betriebliche Vorsorge – eine Investition in die Zukunft

Eine attraktive betriebliche Vorsorge kann ein wesentliches Argument für Arbeitgeber sein, um qualifizierte Mitarbeiter:innen zu gewinnen und langfristig zu binden.

B„Die Auswahl der passenden betrieblichen Vorsorgekasse sowie eine Evaluierung von bestehenden Lösungen kann nicht nur Kosten sparen, sondern auch für Mitarbeiter:innen mehr Kapital am Ende bedeuten.“

Mag. Thomas Hassler, Geschäftsführer BAV KOBAN GmbH

Betriebliche Vorsorgekassen in unruhigen Zeiten

Seit 2003 haben die betrieblichen Vorsorgekassen das alte System der Abfertigung ersetzt. Im neuen System, auch

etriebliche Vorsorge umfasst die Altersvorsorge, die Abfertigungen und die betriebliche Vorsorgekasse als auch Unfall- und Gesundheitsvorsorgen. Wo in der betrieblichen Altersvorsorge sowie Abfertigungsvorsorge neben dem Vorsorgecharakter auch steuerliche Aspekte mitspielen, sind bei Unfallund Gesundheitsvorsorgen vor allem günstige Gruppenlösungen attraktiv. Die derzeitige Arbeitsmarktsituation macht es für Betriebe immer wichtiger, die richtigen Anreize für potenzielle als auch bestehende Arbeitnehmer:innen zu setzen. Entsprechende Lösungen bieten dabei sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer:innen steuerliche Vorteile. Die BAV Koban GmbH ist dabei als Teil der KOBAN SÜDVERS Gruppe auf angepasste Lösungen für Kleinstunternehmen bis hin zu internationalen Konzernen spezialisiert und bietet je nach rechtlicher Voraussetzung und Kundenwunsch das gesamte Portfolio der in Österreich möglichen betrieblichen Vorsorge an.

„Abfertigung NEU“ genannt, werden die Beiträge des Arbeitgebers treuhändisch in den Vorsorgekassen angelegt. Dabei unterliegen die Vorsorgekassen strengen Veranlagungsvorschriften, um eine hohe Sicherheit im Hinblick auf die angelegten Gelder zu gewährleisten.

Derzeit gibt es acht Vorsorgekassen, wobei die fair-finance Vorsorgekasse AG im vergangenen Jahr von der BONUS Vorsorgekasse AG übernommen wurde. Die drei größten Vorsorgekassen nach veranlagtem Vermögen sind die VBVVorsorgekasse, gefolgt von der ValidaVorsorgekasse und der Allianz-Vorsorgekasse.

Wie wählt man als Arbeitgeber beziehungsweise Betriebsrat die richtige Vorsorgekasse für die Mitarbeiter:innen? Dabei sollten mehrere Kennzahlen berücksichtigt werden. Neben der Performance sind auch Volatilität, Kosten, Marktanteil sowie Garantien und Sicher-

Veranlagungsperformance der Betrieblichen Vorsorgekassen in %

heiten der Vorsorgekasse wichtige Größen. Angesichts der derzeitigen Marktsituation werden auch die Anlagestrategie der einzelnen Vorsorgekassen beziehungsweise die Reaktionen auf die Marktsituationen zu beurteilen sein.

Die Auswahl der passenden betrieblichen Vorsorgekasse sowie eine Evaluierung von bestehenden Lösungen kann nicht nur Kosten sparen, sondern auch für Mitarbeiter:innen mehr Kapital am Ende bedeuten.

Gruppenversicherungen zur Absicherung von Gesundheitsrisiken Laut Angaben des Versicherungsverbands Österreich haben weniger als die Hälfte aller Österreicher:innen keine private Unfallversicherung. Die gesetzliche Unfallversicherung erfasst nur Wege- und Arbeitsunfälle. Das bedeutet, dass Freizeitunfälle, welche den größten Anteil an Unfällen ausmachen, nicht gedeckt sind.

Veranlagungsperformance der Vorsorgekassen. Quelle: OeKB

„Arbeitgeber können für Ihre Mitarbeiter:innen die Möglichkeit schaffen, von günstigen Gruppenlösungen zu profitieren.“

Mag. Thomas Hassler, Geschäftsführer BAV KOBAN GmbH

Immer mehr Arbeitgeber schaffen für Ihre Mitarbeiter:innen die Möglichkeit von günstigen Gruppenlösungen zu profitieren. Dabei übernehmen einige Arbeitgeber auch die Kosten für die Grunddeckung aller Mitarbeiter:innen, mit der Möglichkeit diese Deckung privat finanziert zu erhöhen und Angehörige zu selbigen günstigen Konditionen mitzuversichern.

Aber auch Risikoablebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen als Gruppenlösungen stellen für Arbeitgeber attrak-

tive Möglichkeiten dar, ihren Mitarbeiter:innen zusätzlich Benefits zu bieten.

Das führt dazu, dass oftmals lange Fehlzeiten von Mitarbeiter:innen, durch zum Beispiel eine schnelle Unterstützung bei Unfällen, vorgebeugt werden können. Aber auch die Fluktuation der Mitarbeiter:innen kann mit diesen Lösungen verringert und die Bindung an das Unternehmen gestärkt werden. |

KONTAKT

KOBAN SÜDVERS ist eines der führenden Versicherungsmaklerund Beratungsunternehmen. Die Beratung zum wichtigen Thema der „Betrieblichen Vorsorge“ erfolgt österreichweit.

office.bav@kobangroup.at

Ansprechpartner:

Mag. Thomas Hassler

Quelle: OeKB

PRÄVENTION heißt Eigenverantwortung

Wie man selbst einen Beitrag dazu leisten kann, um Körper, Seele und Geist nachhaltig gesund zu halten.

Von Petra Plimon

Ja zum Leben heißt gleichzeitig auch Ja zu sich selbst zu sagen.

© Johanna Dulnigg

Unser westlicher Lebensstil begünstigt die Entstehung von Zivilisationskrankheiten – allen voran Herz-KreislaufBeschwerden, Krebs und Diabetes. Als Hauptursachen gelten Fehlernährung, Bewegungsmangel und Umweltbelastungen. Zudem nimmt u. a. aufgrund von Stress die Zahl von psychischen Erkrankungen signifikant zu. Die Folgewirkung: Steigende Gesundheitsausgaben und eine Überlastung des Systems. Viele Menschen verstehen Spitalsambulanzen allzu oft als „All Inclusive“ Servicestellen. Gleichzeitig bleiben immer mehr Hausarztstellen unbesetzt.

Mens sana in corpore sano

Unser Gesundheitswesen zielt primär darauf ab, Krankheiten zu bekämpfen. Betroffene sind es gewohnt, Verantwortung abzugeben. Was es demnach braucht, ist ein zeitgemäßes Verständnis von Gesundheit und Gemeinwohl. Prävention spielt in diesem Kontext eine wesentliche Rolle und ist eng gekoppelt mit dem Faktor Eigenverantwortung.

Aktuell mangelt es oft noch am Bewusstsein, die persönliche Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Heißt konkret: ein Gespür für sich selbst zu entwickeln, aus der Opferhaltung auszusteigen und in die Eigenverantwortung zu gehen. Verantwortung übernehmen für Gedanken, Worte und Taten.

Die eigene Gesundheit fördern

Durch eine ganzheitliche und naturbezogene Gesundheitsvorsorge können Körper, Seele und Geist dabei unterstützt werden, in Balance zu bleiben.

NATUR: Der Gang in die Natur hilft nicht nur dabei zu entschleunigen, die Natur ist auch eine wichtige

„Humor ist die Medizin, die am wenigsten kostet und am sichersten hilft.“ Sprichwort

Lehrmeisterin für unsere Gesundheit. Das Zusammenspielt der Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde sorgt für Balance.

MINDSET: Wie wir denken und welche Werte- und Moralvorstellungen und Überzeugungen wir vertreten, prägt die Art und Weise, wie wir handeln und mit der Außenwelt und unseren Mitmenschen kommunizieren. Ja zum Leben heißt gleichzeitig auch Ja zu sich selbst zu sagen.

LEBENSORDNUNG: Gesundheitsschädigend wirkt alles, was durch Art und Intensität die individuelle Belastbarkeit überfordert. Gleichzeitig kann aber auch eine zu geringe Belastung (bsp. zu geringe körperliche Tätigkeit oder zu geringe geistige Forderung im Sinne einer Unterforderung) zur Störung des Wohlbefindens führen.

ERNÄHRUNG: Beim Essen und Trinken auf die Subtilität der Lebensmittel achten. Je besser die Qualität, desto energiegeladener und fröhlicher sind wir. Selbst zubereitete Speisen aus hochwertigen, regionalen Lebensmitteln gegenüber industriell gefertigten Produkten bevorzugen.

BEWEGUNG: Bewegung und Ruhe in ein Gleichgewicht bringen. Es geht dabei um das „richtige“ Maß an Spannung und Entspannung. Nach Phasen von Hektik und Stress benötigen wir wieder Pausen. Der Sonntag sollte Ruhetag sein und nicht zum stressigen Freizeittag ausarten.

SCHLAFEN: Schlafen und Wachen regulieren. Schlaf ist keine vergeudete Zeit, sondern dringend notwendige Ruhezeit, um die Tageserlebnisse zu verarbeiten und sich eine verdiente Pause gönnen. Jeder Mensch hat ein unterschiedliches Schlafbedürfnis und sollte nachspüren, was für ihn das richtige Maß ist.

DETOX: Wir nehmen täglich mehr oder weniger Schadstoffe über Umwelt und Nahrung zu uns. Durch unser Verhalten und über unsere Gedanken produzieren wir zudem selbst Verunreinigungen. Diese lagern sich etwa als Schlacken im Bindegewebe, im Blut und im Fett ab, und wir sollten sie regelmäßig z. B. durch Fasten, spezielle Kuren und Psychohygiene ausleiten.

Auch der achtsame Umgang mit Smartphone und Co. hat positive Effekte auf die Gesundheit. Digital Detox muss nicht immer als kompletter Verzicht v erstanden werden. Im Fokus steht die Reduktion der „inneren Alarmbereitschaft“.

*Quellen: Das große Kneipp-Gesundheitshandbuch/Tschebull, Maertens; Einfach gesund/ Pregenzer, Schmidle; Digital Detox im Arbeitsleben/ Welledits et al., Elementare Heilkräfte der Traditionellen Europäischen Medizin/ Hofmeister.

WISSENSWERT!

Mehr dazu unter: www.yavida.at

YAvida widmet sich lebensbejahenden Themenstellungen unserer Zeit! Ja zum Leben sagen und den Moment, das Hier und Jetzt (er-)leben. Es ist eine Haltung und Lebenseinstellung, die Mut macht, das Wunderbare im Unscheinbaren zu erkennen.

Gemeinsam in BEWEGUNG kommen

Zukunftsfaktor Vorsorge: Kärnten denkt

Gesundheitsförderung neu und setzt auf Prävention als tragende Säule eines nachhaltigen Gesundheitssystems. Von Anja Fuchs

Präventive Ansätze, die sich auf die Erhaltung und Förderung der Gesundheit konzentrieren, gewinnen auch in der Gesundheitspolitik zusehends an Bedeutung. Krankheiten frühzeitig zu verhindern, anstatt sie später behandeln zu müssen, wirkt der Überlastung der Gesundheitssysteme entgegen und fördert die Lebensqualität der Gesellschaft, indem die Anzahl gesunder Lebensjahre erhöht wird. Das Land Kärnten verfolgt gesundheitspolitisch mehrere Ansätze, um Prävention als nachhaltiges Zukunftsprinzip des Gesundheitswesens zu etablieren.

Einer dieser Ansätze ist das Programm „Gesundheit fördern, Kärnten bewegen“. Initiiert von Gesundheitslandesrätin Beate Prettner und getragen von der Unterabteilung für Gesundheitsförderung setzt die Initiative seit 2024 auf niederschwellige Angebote, um Menschen jeden Alters zu mehr Bewegung zu animieren und somit sowohl das physische als auch das psychische Wohlbefinden zu steigern. Seitens WHO werden mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche empfohlen – Studien zufolge bleibt jedoch die Hälfte aller Erwachsenen in Österreich unter dieser Marke. Das soll sich durch die Initiative ändern, wie die Gesundheitslandesrätin betont: „Unser Ziel ist es, die

150 Minuten Bewegung pro Woche gelten als „gesundes Minimum“. Die Initiative „Gesundheit fördern, Kärnten bewegen“ soll dazu animieren, mehr Aktivität in den Alltag zu integrieren. © Büro LR.in Prettner

Menschen in Kärnten zu mehr Bewegung zu motivieren – denn Bewegung ist die Basis für ein gesundes Leben. Mit ,Gesundheit fördern, Kärnten bewegen‘ investieren wir nicht nur in die Gesundheit der Menschen, sondern auch in ein nachhaltiges Gesundheitssystem, indem wir präventiv Erkrankungen entgegenwirken.“

Dabei sein ist alles Neben den positiven Effekten auf die Gesundheit versteht das Programm Bewegung auch als integrativen Akt, der dem sozialen Miteinander dient. Ob bei geführten Wanderungen, Radausflügen oder Veranstaltungen wie dem „Airport Run“, der den Flughafen Klagenfurt zur Laufstrecke umfunktioniert oder bei Standup-Paddling-Workouts an den Kärntner Seen, begleitet von erfahrenen Profis – die kollektive Erfahrung soll motivieren und gleichzeitig sozialer Isolation entgegenwirken. Mit einem bunten

Mix an Events deckt das Programm sämtliche Alters- und Bedarfsgruppen ab. „Frei nach dem Motto ,Dabei sein ist alles‘ steht bei unserer Bewegungsinitiative nicht die Leistung, sondern das Mitmachen im Vordergrund“, wie Sarah Pucker, Leiterin der Unterabteilung Gesundheitsförderung, betont.

Der soziale Charakter der Initiative wird auch durch die Kooperation mit Benefizevents sowie durch die Einbindung regionaler Partner wie der Naturfreunde Kärnten deutlich. Besonderes Augenmerk liegt außerdem auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Programms: So soll etwa die neue „10.000er-Challenge“ spielerisch dazu motivieren, übers Jahr verteilt 10.000 Höhenmeter zu bewältigen – sei es zu Fuß, auf dem Fahrrad oder beim Klettern. Fortschritte können online dokumentiert werden, kleine Belohnungen wie Medaillen oder Patches stärken den Anreiz zur Teilnahme zusätzlich. Unterstützt wird das Projekt zudem

von jungen Vorbildern wie Kletterer Felix Mader, der Bewegung vor allem als Ausgleich zum digitalen Alltag hervorhebt.

Frauen im Fokus

Neben der Bewegung richtet Kärnten den Fokus im Gesundheitsbereich zunehmend auf geschlechtsspezifische Aspekte. So wurde 2023 ein eigener Fachbereich für Frauengesundheit geschaffen. Die 2024 etablierte Koordinationsstelle für geschlechterspezifische Medizin macht Kärnten zur Modellregion im Bereich Gendermedizin, die der medizinischen Versorgung von Frauen und Mädchen mehr Relevanz gibt. „Der österreichische Frauengesundheitsbericht zeigt auf, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer haben, gleichzeitig aber mehr Lebensjahre bei schlechterer Gesundheit. Mit dem neuen Schwerpunkt ‚Frauengesundheit‘ wollten wir dieser Tatsache entgegenwirken,“ so Prettner. Dabei wer-

„Mit ,Gesundheit fördern, Kärnten bewegen‘ investieren wir nicht nur in die Gesundheit der Menschen, sondern auch in ein nachhaltiges Gesundheitssystem, indem wir präventiv Erkrankungen entgegenwirken.“

Beate Prettner, Gesundheitslandesrätin Kärnten

den spezifische Maßnahmen für unterschiedliche Altersgruppen angeboten –mit vielfältigen Themenbereichen von Sport- und Bewegungsangeboten über Stärkung des Selbstbewusstseins bis hin zum aktiven Altern, Menopause und Geburtsvorbereitung.

Offen zum Thema machen

In diesem Kontext entstand auch das neue Veranstaltungsformat „Frauen-Talk“ – eine Plattform zur Aufklärung, Vernetzung und zum Austausch, wo Themen wie PMS, Endometriose, Osteoporose oder die Wechseljahre offen angesprochen werden. Der Startschuss fällt am 28. Mai im Lakeside Park in Klagenfurt, begleitet von der Filmvorführung „The M Factor“ und anschließender Podiumsdiskussion mit Expert:innen aus Medizin, Psychologie und Arbeitsrecht. |

WISSENSWERT

Einen Überblick aller aktuellen Initiativen und Projekte gibt es auf www.gesundeskaernten.at

Wenn zu Hause Unterstützung gebraucht wird.

Wir machen pflegebedürftigen Menschen ihr selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden möglich. r pflege@k.roteskreuz.at u 050 9144 1064

Pflege braucht Zukunft – und Unterstützung

Das Rote Kreuz Kärnten plant gemeinsam mit der FH Kärnten ein innovatives Schulungsformat für pflegende Angehörige.

Ziel ist es, Menschen zu stärken, die zu Hause regelmäßig Pflege leisten –oft still, meist unentgeltlich und ohne professionelle Ausbildung. Die künftige Workshopreihe soll nicht nur alltagstaugliches Wissen vermitteln, sondern auch als Plattform für Austausch, Selbstfürsorge und Vernetzung dienen. „Pflegende Angehörige sind das Rückgrat der Betreuung zu Hause. Wir wollen ihnen zeigen: Ihr seid nicht allein – und ihr macht einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft“, betont Brigitte Pekastnig, Dritte Vizepräsidentin des Roten Kreuzes Kärnten und Referentin für Gesundheits- und Soziale Dienste.

Brücken bauen

Die geplanten Abendworkshops finden direkt in den Bezirksstellen des Roten Kreuzes statt – barrierefrei, wohnortnah und kostenlos. Auch begleitende Lernvideos auf dem YouTube-Kanal der FH Kärnten sind vorgesehen – für maximale Flexibilität und nachhaltigen Lernerfolg. Die Inhalte reichen von sicherem Heben und Lagern über rückenschonendes Arbeiten bis hin zu Sturzprävention, ergonomischer Selbstfürsorge und Tipps für die eigene Gesundheit. Ergänzt werden die Module durch Hinweise auf regionale Entlastungsangebote – etwa auf die Hauskrankenpflege des Roten Kreuzes. Damit entsteht eine wichtige Brücke zwischen familiärer Pflege und

Viele Menschen wünschen sich in den eigenen vier Wänden älter zu werden. Pflege und Betreuung daheim gewinnt immer mehr an Bedeutung. © Rene Knabl

professioneller Unterstützung – ganz ohne Schwellenangst.

Menschlich, praxisnah und gemeinsam

Im Fokus stehen Menschen, die in belastenden Pflegesituationen kaum Zeit für sich selbst finden. Gerade für sie sollen die Workshops niederschwellig zugänglich und sofort hilfreich sein. Eine einfache Anmeldung per Telefon oder Onlineformular ist geplant – ganz im Sinne eines offenen Zugangs.

„Unser Ziel ist ein möglichst einfacher Zugang zu professionellem Wissen –ohne Hürden, ohne Druck“, ergänzt Martin Pirz, Präsident des Roten Kreuzes Kärnten. „Gleichzeitig möchten wir pflegenden Angehörigen zeigen, dass es Unterstützung gibt – und dass sie das Recht haben, diese auch in Anspruch zu nehmen.“

„Pflegende Angehörige sind das Rückgrat der Betreuung zu Hause. Wir wollen ihnen zeigen: Ihr seid nicht allein –und ihr macht einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft.“

Brigitte Pekastnig, Dritte Vizepräsidentin des Roten Kreuzes Kärnten

Noch ist dieses Projekt Zukunftsmusik – doch die Richtung ist klar: Pflege braucht nicht nur Pflegekräfte, sondern ein starkes Umfeld. Mit diesem Angebot möchte das Rote Kreuz Kärnten einen Impuls setzen, wie Pflege in Zukunft besser gelingen kann – menschlich, praxisnah und gemeinsam. |

KONTAKT

Österreichisches Rotes Kreuz Landesverband Kärnten

Grete-Bittner-Straße 9

9020 Klagenfurt am Wörthersee www.roteskreuz.at/kaernten

Digitale Impulse für ein gesundes, langes Leben

Das Projekt PräNUDGE entwickelt ein innovatives Tool, das gesundes Verhalten fördert und die Präventionsarbeit unterstützt.

Während die Lebenserwartung steigt, bleiben gesunde Lebensjahre rar – eine Herausforderung, die das österreichische Gesundheitssystem zusehends unter Druck bringt. Genau hier setzt ein neues Projekt von JOANNEUM RESEARCH

HEALTH an: Ziel von PräNUDGE ist es, die Anzahl gesunder Lebensjahre in der österreichischen Bevölkerung durch gezielte digitale Anstöße zu erhöhen. Dabei bildet „Nudging“, sprich das sanfte „Schubsen“ in eine gewünschte Richtung, die Basis für einen neuen Zugang zur Gesundheitsförderung.

Gemeinschaftlicher Nutzen

„Wir entwickeln im Rahmen des Projekts PräNUDGE eine Plattform zur Integration standardisierter Lebensstildaten aus Apps. So sollen Gesundheitsdienstleister und öffentliche Institutionen verfügbare Daten besser für die Präventionsarbeit nutzen können und eine nachhaltige präventive Gesundheitspolitik gefördert werden“, so Projekt- und Institutsleiter Franz Feichtner. Im Gegensatz zu kommerziellen Fitness-Apps steht bei PräNUDGE nicht der Profit, sondern der kollektive Nutzen im Vordergrund. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine nicht-kommerzielle, interoperable Plattform, die Gesundheitsdaten aus verschiedenen Apps bündelt. Die Daten stammen etwa aus Bereichen wie Bewegung, Ernährung oder Schlaf. Ein Qualifizierungsprozess für Gesundheits-Apps soll sowohl die Quali-

Die neue digitale Plattform bündelt Gesundheitsdaten aus Bereichen wie Bewegung, Ernährung oder Schlaf. © iStock

tät als auch das Vertrauen in die digitalen Helfer stärken.

„Nudging“ als neuer Ansatz

Ein wesentlicher Teil von PräNUDGE ist der sogenannte „Digital Nudging“Ansatz. Unter der Leitung von Susann Fiedler (WU Wien) werden personalisierte, motivierende Ansprachen für die Apps entwickelt – auf wissenschaftlicher Grundlage und mit aktiver Beteiligung der Bevölkerung. Langfristig soll PräNUDGE ins öffentliche Gesundheitssystem eingebettet werden. Begleitet wird dieser Prozess vom Future Health Lab (FHL) und dem Gesundheitsministerium. In einem Multi-Stakeholder-Prozess wird an der nachhaltigen politischen und praktischen Verankerung gearbeitet.

HEALTH, das Institut für Biomedizinische Forschung und Technologien der JOANNEUM RESEARCH, unterstützt das Projekt mit seiner Expertise in den Bereichen Datenanalyse, künstliche Intelligenz und digitale Gesundheitslösungen. „Wir erstellen im Projekt ein Konzept für einen Austrian Lifestyle Health Data Space, der Daten aus bestehenden Datensilos integrieren soll“, erklärt Feichtner.

Medizinischer Mehrwert

Anhand systematisch erfasster Daten zu Bewegung, Ernährung, Schlaf oder psychischer Gesundheit soll PräNUDGE medizinisches Personal in Zukunft dabei unterstützen, fundiertere Entscheidungen zu treffen. Der Fokus liegt zunächst auf

„Wir entwickeln eine Plattform zur Integration standardisierter Lebensstildaten aus Apps, die Gesundheitsdienstleister und öffentliche Institutionen bei der Präventionsarbeit unterstützt.“

Franz Feichtner, Direktor HEALTH, JOANNEUM RESEARCH

Kindern und Jugendlichen, Arbeitslosen und Berufstätigen sowie auf Erkrankungen mit hoher Systemrelevanz: Diabetes, Darmkrebs, Depression und COPD. Langfristig lässt sich die Plattform auf weitere Zielgruppen und Krankheitsbilder ausweiten. |

WISSENSWERT

PräNUDGE ist ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt mit Beteiligung von 14 Partnern aus Wissenschaft, Gesundheit und Technologie. Es wird von der die Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt.

Mehr Infos →

Coaching unterstützt, entlastet, motiviert und stärkt!

ÖZIV SUPPORT ist ein Coachingangebot für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen im arbeitsfähigen Alter.

ÖZIV Support Coaching & Beratung bedeutet, Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen im erwerbsfähigen Alter, die sich in herausfordernden Lebenslagen befinden zu unterstützen, zu begleiten und zu beraten.

Gemeinsam Lösungen finden

„Zu uns kommen Menschen mit körperlichen Behinderungen, psychischen oder chronischen Erkrankungen, die in ihrem Beruf und ihrem Alltag beeinträchtigt sind“, erklärt Patricia Weitensfelder, ÖZIV-Support. Können Sie die gestellten Anforderungen nicht mehr oder nur eingeschränkt bewältigen? „Wir arbeiten im Coaching gemeinsam mit Ihnen daran, dass Sie eigene

oeziv.org/support

Büro Klagenfurt

Kumpfgasse 23–25, 9020 Klagenfurt

Patricia Weitensfelder

T +43 (0) 664 88 00 54 97

Sabine Miksche

T +43 (0) 660/22 35 200

Büro Villach

Gerbergasse 32, 9500 Villach

Claudia Griehsnig

T +43 (0) 699/15 66 00 94

Elisabeth Jansa

T +43 (0) 699/15 66 00 90

Gefördert von:

Gemeinsam neue Wege für’s Berufs- und Privatleben finden

Lösungsmöglichkeiten finden, ihre persönlichen Stärken entdecken und ihre Selbstreflexion und -wahrnehmung fördern.

Melden Sie sich gerne und vereinbaren Sie einen Termin für ein unverbindliches Gespräch!“ |

SUPPORT Kärnten

Coaching und Beratung

Für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen

Wir unterstützen Sie: beim (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben bei der Klärung von Problemen in Berufs- und Privatleben bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung/Behinderung bei der Entdeckung von Talenten und Fähigkeiten

Gerne klären wir Ihre Anliegen!

ÖZIV SUPPORT Kärnten (von links): Elisabeth Jansa, Claudia Griehsnig, Sabine Miksche, Patricia Weitensfelder. © ÖZIV

FACHKOMMENTAR

von Heinz E. Pfeifer, Obmann BSVK – Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten

Unsichtbare Gefahren für das Licht der Augen

Obwohl ein Leben ohne Augenlicht kaum vorstellbar ist, gehen wir nachlässig, oft auch fahrlässig mit unseren Augen um.

Altersbedingt schwindet die Sehkraft von Jahr zu Jahr. 20-Jährige verfügen über eine Sehkraft von 150 % und mehr. 60-Jährige sehen nur noch 60–100 % und jeder Zweite über 80 ist sehbehindert. Sehbehinderungen entwickeln sich zumeist erst im Laufe des Lebens. Entweder krankheitsbedingt, als Folge einer ungesunden Lebensführung, mangelnder Sorgfalt oder fahrlässigem Verhalten.

Gefahrenquelle trockene Augen

Klimatisierte und beheizte Räume sowie stundenlange Arbeit an Monitoren führen zu trockenen Augen. Rötungen, Jucken, Nackenschmerzen und Augenschädigungen sind die Folge. Die optimale Raumfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 % liegen. Regelmäßiges Blinzeln, „Sehpausen“ und die Verwendung von entsprechenden Augentropfen helfen, die Augen feucht und gesund zu halten.

Gefahrenquelle mangelnde Hygiene

Werden Kontaktlinsen schlampig herausgenommen, kann es laufend zu kleinen, sogenannten „Mikro-Verletzungen“ an der Hornhaut kommen. Die Folge sind Vernarbungen, die sich zu einer Sehbehinderung auswachsen können. Mangelnde Hygiene bei der Pflege von Kontaktlinsen führt ebenso zu Infektionen wie eine Kontaminierung durch ungewaschene Finger. Besonders gefährlich, wenn damit Fieberblasen ins Auge ge -

„Achten

wir auf unsere Augen. Sie sind nicht nur das Fenster in unsere Herzen – sie sind auch das Tor in unsere Welt.“

Heinz E. Pfeifer, Obmann Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten

bracht werden. Letzteres kann zum totalen Sehverlust führen. Zum Schutz bitte immer sorgfältig die Hände waschen und erst dann die Augen berühren.

Gefahrenquelle Sonnenlicht

Die UV-Strahlen des Sonnenlichts sind für die Augen ebenso gefährlich wie für die Haut. Bei einer Pigmentdurchlässigkeitsmessung lässt sich feststellen, wie empfindlich die Hornhaut, und damit die Gefahr von Netzhautschädigungen ist. Die Augen müssen – so wie die Haut – vor starken Sonnenlicht geschützt werden. Nur die konsequente Verwendung von hochwertigen Sonnenbrillen bietet guten Schutz. Besonders beim Hantieren mit Chemikalien, bei gefährlichen Arbeiten und beim Sport müssen ent sprechende Schutzbrillen getragen werden. Vorsicht schützt vor Nachsicht, also dem Verlust der Sehkraft.

Gefahrenquelle Überanstrengung

Unsere Netzhaut ist die am besten durchblutete Körperregion. Durch Über anstrengung fallen freie Radikale und

80 % der bewussten Wahrnehmung erfahren wir über unsere Augen. © BSVK

Stoffwechselprodukte an. Intensive „Augenarbeit“ führt zur Überlastung und fördert vorzeitige Alterung und Krankheiten der Augen. Regelmäßige Pausen sowie Auftanken in der Natur helfen der Augen gesundheit ebenso wie gesunde ErnährungunddaseineoderandereNahrungsergänzungsmittel.

Gefahrenquelle mangelnde Vorsorge

„Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!“ In diesem Sinne sollte der Besuch beim Augenarzt alle zwei Jahre am Programm stehen. Regelmäßige Kontrolle hilft bei der Früherkennung und gewährleistet bei Brillen- bzw. Kontaktlinsentragenden die optimale Sehhilfe.

Vieles wissen wir erst zu schätzen, wenn wir es verlieren. Besonders beim Sehvermögen agieren wir oft all zu sorglos. Achten wir auf unsere Augen. Sie sind nicht nur das Fenster in unsere Herzen – sie sind auch das Tor in unsere Welt. |

MOTIVATION als Motor der Lehre

Was macht eine gute Lehrausbildung aus und wie begeistert man junge Talente? advantage hat drei Expert:innen zu Wort gebeten. Von Anja Fuchs

Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels rückt die Lehrlingsausbildung immer mehr in den Fokus von Betrieben bzw. des gesamten Wirtschaftsstandorts. Beeindruckende Erfolge bei Lehrlingswettbewerben, Staatsmeisterschaften und internationalen Wettbewerben wie den EuroSkills machen deutlich: Das Image der Lehre befindet sich im Aufwind –und hochqualifizierte, spezialisierte Arbeitskräfte sind gefragter denn je. Im Gespräch mit advantage beleuchten Expert:innen aus Kärnten und der Steiermark aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Ausbildungsbereich.

Zukunftsthema

Lehre – ein Erfolgsweg für Betriebe und junge Talente.

Auf die Extrameile kommt es an Kathrin Zerza engagiert sich intensiv für die Förderung junger Fachkräfte in der Gastronomie und Hotellerie. Ihre Karriere startete sie mit einer Lehre zur Restaurantfachfrau. Nach mehreren Jahren im Servicebereich im In- und Ausland und einem Studium der Ernährungspädagogik unterrichtet sie nun an der Fachberufsschule für Tourismus Warmbad Villach. Zudem ist sie als Coachin, Mentorin und Jurorin bei Wettbewerben wie den AustrianSkills und EuroSkills tätig, hat früher selbst an internationalen Berufsmeisterschaften teilgenommen und wurde 2010 Europameisterin im Restaurantservice. Als Schlüsselfaktor, um junge Auszubildende zu motivieren, nennt Zerza Vorbilder. „In Kärnten gibt es viele talentierte

junge Menschen, die bereits große Erfolge vorweisen können. Damit zeigen sie, was man mit einer Lehre erreichen kann und inspirieren andere Jugendliche. Ebenso wichtig ist auch, als Ausbilder:in Vorbildfunktion zu übernehmen – indem man mit Herzblut dabei ist und authentisch bleibt.“ Hinter einer der größten Herausforderungen im Ausbildungsbereich sieht Zerza ein gesellschaftliches Problem: „Inzwischen entsteht fast überall, vor allem auf Social Media, der Eindruck, dass man mit wenig Aufwand viel erreichen kann –was viele Jugendliche glauben. Die Wahrheit sieht jedoch anders aus: Diejenigen, die bereit sind, die Extrameile zu gehen und dranbleiben, auch wenn sie einmal scheitern, sind diejenigen, die weiterkommen. Umso wichtiger sind Vorbilder und Mentor:innen, die Jugendlichen dies vermitteln und sie aufbauen.“ Auch bei Berufswettbewerben ist Ausdauer das A und O: „Wer über Durchhaltevermögen verfügt, hat am Ende Erfolg.“

Lob, Kommunikation und klare Perspektiven Manfred Vallant ist Geschäftsführer und Ausbilder an der Technischen Akademie (TAK) in St. Andrä im Lavanttal. Neben der kontinuierlichen Modernisierung der Ausbildungsinfrastruktur für junge Menschen setzt sich Vallant für die Förderung von Mädchen in technischen Berufen ein. Mit Initiativen wie „Girls Go Technik“ möchte er traditionelle Rollenbilder aufbrechen und mehr junge Frauen für Technik begeistern. Worin er die größten Herausforderungen im Umgang mit jungen Menschen sieht? „Da Jugendliche oft noch auf der Suche nach Orientierung und beruflicher Identität sind,

„Junge Menschen benötigen Unterstützung, um Verantwortung zu übernehmen und realistische Erwartungen zu entwickeln.“

Manfred Vallant, Geschäftsführer TAK St. Andrä im Lavanttal

erfordert der Umgang mit jungen Menschen viel Geduld und Verständnis. Junge Menschen benötigen Unterstützung, um Verantwortung zu übernehmen und realistische Erwartungen zu entwickeln. Die Herausforderung liegt darin, ihre Bedürfnisse mit den Anforderungen der Ausbildung in Einklang zu bringen und gleichzeitig ihre Motivation zu fördern.“ Diese Motivation entsteht Vallant zufolge aus einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: „Um junge Talente langfristig zu begeistern, sind praxisorientierte Ausbildungsmethoden und klare Entwicklungsperspektiven entscheidend. Abwechslungsreiche Aufgaben und die Integration modernster Technologien wecken Interesse und fördern die Begeisterung für den Beruf. Zudem tragen Lob und gezielte Entwicklung dazu bei, dass sich das Selbstbewusstsein der Lehrlinge steigert und sie sich kontinuierlich weiterentwickeln. Auch ein gutes Arbeitsumfeld, in dem Teamarbeit und offene Kommunikation gefördert wird, schafft eine gute Grundlage für den Erfolg der Fachkräfte von morgen.“

Qualität als Wettbewerbsfaktor

Christian Kolbl leitet die Lehrlings-,

„Unternehmen müssen Werte und Visionen klar kommunizieren – denn der Wettbewerb um Lehrlinge wird zunehmend intensiver.“

Christian Kolbl, Leiter Lehrlingsstelle der WKO Steiermark

Meisterprüfungs- und Ingenieur-Zertifizierungsstelle der WKO Steiermark. Bei der Entwicklung der Lehrausbildung stechen für Kolbl folgende Aspekte hervor: „Auffällig ist die zunehmende Integration von Technologie in viele Berufe. Digitale Kompetenzen sind heute unverzichtbarer Bestandteil nahezu jeder Ausbildung. Auch Soft Skills sind inzwischen so wichtig wie das Fachwissen selbst und werden deshalb gezielt gefördert. Ein weiterer Trend: module Lehrberufe, durch die Auszubildende ihre berufliche Richtung nach Interesse und aktuellen Entwicklungen anpassen können.“ In einem wettbewerbsintensiven Umfeld ist auch die Qualität der Ausbildung entscheidend, wie Kolbl betont. Monitoring, Feedbacksysteme und standardisierte Lehrabschlussprüfungen tragen dazu bei, die Ausbildungsqualität hoch zu halten. „Für junge Menschen ist der Sinn ihrer Arbeit ein entscheidender Faktor“, betont Kolbl. „Sie möchten wissen, warum sie etwas tun und welchen Beitrag ihre Arbeit leistet. Unternehmen müssen Werte und Visionen klar kommunizieren, denn der Wettbewerb um Lehrlinge wird zunehmend intensiver. Deshalb nutzen viele Firmen soziale Medien, Schulbesu-

„Wichtig ist, als Ausbilder:in Vorbildfunktion zu übernehmen – indem man mit Herzblut dabei ist und authentisch bleibt.“

Kathrin Zerza, Coachin und Mentorin für Lehrlinge im Tourismus, Kärnten

che und Lehrlingsmessen, um ihr Ausbildungsangebot zu präsentieren. Die Qualität der Ausbildung und die Attraktivität des Unternehmens spielen dabei eine zentrale Rolle. Dazu zählen flexible Arbeitszeiten, ein angenehmes Arbeitsumfeld und moderne Technik, aber auch Wertschätzung, Mitgestaltungsmöglichkeiten, Verantwortung und Entwicklungsperspektiven. Zudem müssen Unternehmen die Sozialkompetenzen ihrer Auszubildenden fördern und ein Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen. Wichtig ist auch, dass Ausbilder:innen, die mit den jungen Menschen arbeiten, sich kontinuierlich fort- und weiterbilden, um eine bestmögliche Betreuung zu gewährleisten.“ |

WISSENSWERT

Mit über 200 unterschiedlichen Lehrberufen zeigt die duale Ausbildung ihre Vielfältigkeit. Zählt man die unterschiedlichen Module, Schwerpunkte und Spezialisierungen zusammen, entstehen über 500 Auswahlmöglichkeiten.

Andreas Paduretu ist Kärntner Lehrling des Jahres 2024

Aus 44 Talenten wurde der 17-jährige Netzwerktechniker, der sich im zweiten Lehrjahr bei addIT in Klagenfurt befindet, zum Sieger gekürt.

WK-Präsident Jürgen Mandl, WKÖ-Vizepräsidentin Carmen Goby sowie Wirtschaftsreferent Sebastian Schuschnig und Bildungsreferent Daniel Fellner überreichten die Siegertrophäe und einen Gutschein für eine Reise zu den EuroSkills 2025 in Herning, Dänemark.

Leidenschaft für Netzwerktechnik

In seiner Tätigkeit bei addIT in Klagenfurt ist Andreas Paduretu auf Cyber-Security spezialisiert. „Ich habe in der IT meinen Platz gefunden. Besonders die Netzwerktechnik fasziniert mich, da sie die Grundlage für die moderne Kommunikation bildet. Es erfüllt mich, zu wissen, dass ich dazu beitrage, dass Menschen und Unternehmen weltweit vernetzt bleiben“, erklärt Paduretu. Seine tägliche Arbeit hält immer neue Herausforderungen bereit. Sie umfasst unter anderem die Entwicklung präventiver Maßnahmen gegen Hackerangriffe und das frühzeitige Erkennen potenzieller Bedrohungen. „Würde ich hier etwas übersehen, könnten viele unserer Kund:innen den Gefahren des Internets ausgesetzt sein“, so der junge Netzwerktechniker. Seine Begeisterung für den Job ist spürbar, seine Freude über die Auszeichnung riesengroß. |

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Industrie holte junge Talente vor den Vorhang

Der 15. inlehre-Lehrlingswettbewerb der IV Kärnten fand im März am Ausbildungscampus der Kelag in St. Veit statt.

Für viele Ausbildner:innen und ihre Lehrlinge in den Kärntner Industriebetrieben ist der Lehrlingswettbewerb der IV Kärnten bereits ein Fixtermin. Entwickelt wurde der inlehre-Bewerb vor mehr als 15 Jahren vom Arbeitskreis Lehrlingsausbildung der IV Kärnten, um das Image der Lehre gegenüber der Ausbildung an weiterführenden Schulen zu verbessern. „Unsere Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen. Wenn wir gut ausgebildete Mitarbeiter:innen wollen, müssen wir in die Lehre investieren. Die hohe Ausbildungsqualität in unseren Industriebetrieben bildet dafür die beste Grundlage“, betont IV Kärnten-Präsident Timo Springer.

Feedback von den Profis

Auch heuer konnte wieder eine Reihe von jungen Menschen die Jury von ihren Leistungen überzeugen. 69 Nachwuchsfachkräfte aus 23 Kärntner Industriebetrieben zeigten beim inlehre-Lehrlingswettbewerb ihr Können in Deutsch, Mathematik und Englisch. Platz eins in Deutsch ging an Ajla Midzan von der Starmann Group GmbH, erster in Englisch wurde Fabian Jungwirt von der Kelag AG und der Sieger in Mathematik ist Sebastian Samitz von der Infineon Technologies AG. |

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Groß war die Freude bei den Spartensiegern. © WKK | Eventbox
Timo Springer, Sebastian Samitz, Ajla Midzan, Fabian Jungwirt, Claudia Mischensky (GF IV-Kärnten), LH Peter Kaiser (von links) © IV Kärnten

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Mit Zielstrebigkeit zu den EuroSkills

Zwei Kärntner werden bei den EuroSkills 2025 in Dänemark dabei sein und stellen damit die hohe Qualität der Ausbildung in den Betrieben des Landes unter Beweis.

Der Berufswettbewerb EuroSkills findet seit 2008 alle zwei Jahre an verschiedenen Orten Europas statt. In diesem Jahr ist die dänische Stadt Herning Gastgeberin. Die Europameisterschaft, an der junge Fachkräfte im Alter von bis zu 25 Jahren teilnehmen können, wird in 38 Berufen ausgetragen. An fünf Wettbewerbstagen kommen junge Leute aus den unterschiedlichen Branchen aus mehr als 30 Ländern zusammen und erbringen Spitzenleistungen. In kurzer Zeit müssen sie die gestellten Aufgaben meistern, haben die Chance, Erfahrungen zu sammeln und sich mit den Besten ihres Fachs zu messen.

Rund 600 junge Fachkräfte aus ganz Europa werden von 9. bis 13. September

dieses Jahres in Dänemark erwartet. Rund 100.000 Besucher:innen werden sich von der Kompetenz und dem Engagement der Teilnehmer:innen überzeugen können.

„Ich erwarte mir von den EuroSkills einen spannenden und fairen Wettkampf.“
Leon Korak

Herausragende Leistungen

1 Johanna Stabentheiner und Bettina Veratschnig holten bei der letzten Berufs-EM 2023 in Danzig zwei Medaillen nach Kärnten. © Talenteakademie

2 Die beiden Kärntner MechatronikTalente Leon Korak und Noah Scheriau von FLEX Althofen haben sich für die EuroSkills 2025 im dänischen Herning qualifiziert © Skills Austria

3 Bei den EuroSkills messen sich die besten Lehrlinge Europas, darunter auch zahlreiche Talente aus Österreich.

© Skills Austria

Österreich ist bei diesem Wettbewerb stets prominent vertreten und wird auch diesmal mit einem großen Teilnehmerfeld anreisen. Zwei der 44 Fachkräfte kommen aus Kärnten: die beiden Mechatroniker Leon Korak und Noah Scheriau von Flex Althofen möchten diesmal bei der Vergabe der Medaillen mitmischen. Sie haben sich mit herausragenden Leistungen bei nationalen Qualifikationsbewerben einen Platz auf dem internationalen Parkett gesichert. „Wir sind unglaublich stolz und dankbar für diese Chance. Es ist eine einmalige Gelegenheit, unser Können unter Beweis zu stellen und uns mit den Besten Europas zu messen“, freuen sich Korak und Scheriau.

Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, gratuliert den beiden Teilnehmern und zeigt sich beeindruckt von ihrem Engagement. „Die

Teilnahme der beiden Mechatroniker an den EuroSkills ist aber auch ein hervorragender Beweis für das hohe Niveau der dualen Ausbildung in Kärnten. Sie zeigt, dass unser Bundesland nicht nur starke Unternehmen, sondern auch hervorragend ausgebildete Nachwuchskräfte hervorbringt“, sagt der WK-Präsident.

Vorbereitung läuft

In den kommenden Monaten werden sich die beiden Talente mit Unterstützung ihrer Trainer:innen und der Wirtschaftskammer Kärnten intensiv auf den Wettkampf vorbereiten. Neben der technischen Ausbildung stehen auch mentale Stärke und Stressbewältigung im Mittelpunkt. Im Wettbewerb werden sie dann anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen haben: Komplexe industrielle Systeme müssen geplant, programmiert und in Betrieb genommen werden. Dabei sind höchste Präzision, Problemlösungskompetenz und Teamarbeit gefragt.

Ein Duo will an die Spitze

Leon Korak und Noah Scheriau blicken ihrem Auftritt bei den EuroSkills mit Freude und Spannung entgegen.

„Ich möchte neue Dinge kennenlernen und meine technischen Kenntnisse erweitern.“
Noah Scheriau

Leon Korak, 18 Jahre alt, kommt aus Brückl und absolviert seine Ausbildung bei Flextronics International in Althofen. „Ich bin zielstrebig und engagiert“, sagt Korak, der in seiner Freizeit Motocross fährt. „Maschinen zu warten und zu pflegen, liegt mir einfach“, erzählt er. Sein Weg führte ihn über die Fachberufsschule Villach direkt in die Praxis. Heute sorgt er für Wartung und Instandsetzung unterschiedlichster Anlagen. Seine größten Stärken? „Risikobereitschaft, neue Wege erkennen – und natürlich: Aufgeben gibt’s nicht.“

Teamkollege Noah Scheriau aus St. Urban bringt ähnliche Eigenschaften mit: Zielstrebigkeit, Ehrgeiz – und den Wunsch, täglich ein Stück besser zu werden. Der 18-Jährige, der ebenfalls bei Flextronics arbeitet, liebt die Abwechslung in seinem Beruf: „In der Mechatronik lernt man unglaublich viel – vom

Programmieren bis zur komplexen Wartung. Dieses breite Wissen fasziniert mich.“ Auch privat ist er vielseitig unterwegs: Sport, Lesen und ständige Weiterbildung gehören für ihn dazu.

Das Duo weiß: Der Weg zum Erfolg bei den EuroSkills wird steinig. Vier intensive Wettkampftage, komplexe Aufgaben und die besten Mechatroniker Europas warten auf sie. Doch Korak und Scheriau haben schon mehrfach bewiesen, dass sie dem Druck gewachsen sind: Gemeinsam holten sie den Vizestaatsmeistertitel bei den Staatsmeisterschaften der Berufe „AustrianSkills 2023“ – und lösten damit ihr Ticket für Dänemark.

„Ich freue mich besonders auf die fordernden Aufgabenstellungen“, sagt Korak. Scheriau ergänzt: „Und darauf, neue Menschen kennenzulernen und über mich hinauszuwachsen.“ |

KONTAKT

Wirtschaftskammer Kärnten Bildungspolitik

Lastenstraße 26

9020 Klagenfurt am Wörthersee

T +43 (0)5 90 90 4-381

carina.hromada@wkk.or.at

Digitale Ausbildung mit Mehrwert

Seit 25 Jahren werden im bfi-IT-L@B Jugendliche zu IT-Fachkräften ausgebildet. 700 junge Menschen haben dieses Programm seither erfolgreich abgeschlossen und sind begehrte Arbeitskräfte.

Jugendliche, die es im ersten Anlauf am Arbeitsmarkt nicht zu einer Lehrausbildung geschafft haben, erhalten am Kärntner Berufsförderungsinstitut (bfi-Kärnten) im Rahmen von bfi-ITL@B nicht nur eine zweite Chance, sondern auch eine hochwertige Ausbildung, die ihnen weitreichende Karrierechancen

25 JAHRE

BFI-IT-L@B

Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums präsentiert sich das bfi-ITL@B an den drei Standorten Klagenfurt, Villach/St. Magdalen und Wolfsberg/St. Stefan im Lavanttal bei einem Tag der offenen Tür. Bei den Pop-up-Lehrwerkstätten in den Einkaufszentren City Arkaden in Klagenfurt, Atrio in Villach und Tenorio in Wolfsberg werden die bfi-IT-L@B zeigen, was sie können und das Publikum zum Mitmachen animieren.

Tag der offenen Tür: St. Stefan: Mittwoch, 11.06.2025

Klagenfurt: Dienstag, 24.06.2025

Villach: Mittwoch, 25.06.2025

Pop-up Lehrwerkstätten:

Atrio: Samstag, 14.06.2025 City Arkaden: Freitag, 27.06.2025

Tenorio: Samstag, 28.06.2025

eröffnet. Die Mädchen und Burschen werden in erster Linie vom AMS vermittelt.

„Unser Auftrag lautet, dass sie nach zwei Jahren in den Arbeitsmarkt integriert sind, in dem Partnerbetrieb ihren Lehrabschluss machen und dort dauerhaft eine Beschäftigung finden“, erklärt Daniela Zöchmann, Abteilungsleiterin für Lehre und Berufsausbildung im bfi-Kärnten, die Zielsetzung des Programms. Und die Erfolgsquote kann sich sehen lassen: 70 Prozent aller Anfänger schaffen den Abschluss. Damit konnten in Kärnten in den vergangenen 25 Jahren 700 IT-Stellen mit hochqualifizierten Expert:innen besetzt werden.

Triales Ausbildungssystem

Kernpunkt ist das triale Ausbildungssystem. Es ist ein Zusammenwirken von Berufsschule, betreutem Betriebspraktikum und dem bfi-IT-L@B. An den drei Bildungszentren Klagenfurt, Villach und St. Stefan im Lavanttal und in vier Fachrichtungen wird der IT-Nachwuchs für die Wirtschaft ausgebildet und gefördert.

Nach einer achtwöchigen Berufsvorbereitung, in der die Jugendlichen ihre Talente und Interessen entdecken können, entscheiden sie sich zwischen vier Berufsbildern: Informationstechnologie –Systemtechnik/Betriebstechnik, Applikationsentwicklung – Coding, E-Commerce, sowie Medienfachleute mit der breiten Palette von Grafik über OnlineMarketing bis Webdevelopment und audiovisuelle Medien.

„bfi-IT-L@B ist einzigartig. Daher kommen häufig interessierte

Bildungseinrichtungen aus anderen Bundesländern, um sich dieses Modell anzuschauen.“

Daniela Zöchmann, Abteilungsleiterin für Lehre und Berufsbildung im bfi-Kärnten

Individuelle Unterstützung

Sie werden während ihrer Ausbildungszeit rundum betreut. „Es ist ein All-inPaket“, beschreibt es Zöchmann. Die Begleitung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen und Begabungen und reicht von der Unterstützung in der Berufsschule über sozialpädagogische Betreuung bis hin zu Einzelcoachings nach den Prinzipien der Ermöglichungsdidaktik. Damit werden die jungen Menschen unterstützt, selbstgesteuert und selbstbestimmt ihren Weg zu gehen. Pro Jahr gibt es 54 Ausbildungsplätze.

Die Lehrbeauftragten vermitteln auch die Praktikumsplätze und verfügen mittlerweile über ein Netzwerk von über 100 Partnerbetrieben, in denen die Jugendlichen ihr umfangreiches theoretisches Wissen, das sie im bfi-IT-L@B überbetrieblich vermittelt erhielten, umsetzen können.

Auch die Unternehmen profitieren von diesem System, weil sie auf diese Weise gut vorbereitete Lehrlinge bekommen. Darüber hinaus können die Inhalte der

„Wir sind glücklich und stolz, dass wir dieses Programm seit bereits 25 Jahren auf hohem Niveau weiterentwickeln konnten.“

Gottfried Pototschnig, Geschäftsführer bfi-Kärnten

weiterführenden Ausbildung mit den Lehrkräften besprochen werden, die sie dann individuell auf die Erfordernisse im Unternehmen abstimmen und die Lehrlinge zielgerichtet unterstützen können.

Die rasche Entwicklung auf dem IT-Sektor stellt auch das bfi-Kärnten vor große Herausforderungen. „Wir investieren viel in die Ausbildung unserer Lehrkräfte und sind sehr stolz darauf, dass wir Expert:innen haben, die weitaus höhere Angebote aus der Wirtschaft haben und dennoch mit großem sozialem Engagement hier arbeiten, um den jungen Menschen eine hochwertige Ausbildung zu garantieren. Darüber hinaus haben wir auch Trainer:innen aus der Wirtschaft, die wissen was gebraucht wird“, erzählt Zöchmann. |

KONTAKT

Kärntner Berufsförderungsinstitut GmbH

INTERVIEW

mit Gottfried Pototschnig, Geschäftsführer bfi-Kärnten

„Wir sehen uns als Lösungsanbieter“

An drei bfi-Standorten wird der IT-Nachwuchs für Wirtschaft und Industrie ausgebildet und gefördert.

Gottfried Pototschnig, Geschäftsführer bfi-Kärnten und Daniela Zöchmann, Abteilungsleiterin für Lehre und Berufsbildung im bfi-Kärnten © bfi-Kärnten

Bahnhofstraße 44 | 9020 Klagenfurt am Wörthersee

T +43 (0)5 78 78 | info@bfi-kaernten.at www.bfi-kaernten.at

advantage: Was war der Hintergrund der Gründung des bfi-IT-L@B?

Gottfried Pototschnig: bfi-IT-L@B wurde im Jahr 2000 vom Land Kärnten als innovatives Modellprojekt gegen den IT-Fachkräftemangel ins Leben gerufen und wir haben es mit viel Herzblut verfolgt. Denn Facharbeiterund Lehrlingsausbildung hatte für das bfi-Kärnten immer einen hohen Stellenwert. Digitalisierung findet man in allen Berufssparten, sie stellt die Jugendlichen oft vor große Herausforderungen. Wir sehen uns hier als Lösungsanbieter. bfi-IT-L@B ist quasi die dritte Säule in dem System.

Was ist die Zielgruppe?

Das sind primär Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, die am Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen konnten. Ihnen eine fundierte Ausbildung zu bieten, ist eine unserer Herzensangelegenheiten. Wir sind glücklich und stolz, dass wir dieses Programm seit bereits 25 Jahren auf hohem Niveau weiterentwickeln konnten und neue Ideen für die Zukunft haben. Wichtig dabei sind natürlich starke Partner, die uns finanziell unterstützen. Das sind das Land Kärnten und das AMS.

Wie schaut die Weiterentwicklung aus?

Aufbauend auf der Erfahrung von 25 Jahren stellen wir die Weiterentwicklung breit auf, damit jeder in diesem Land die Möglichkeit hat, sich die digitale Kompetenz unspektakulär anzueignen. So haben wir beispielsweise ein Modulsystem entwickelt, aus dem jedes Unternehmen aber auch jede Einzelperson einzelne Module zukaufen kann. Sie sind alters- und branchenunabhängig. Auch haben wir an unseren drei Ausbildungszentren die neuesten Geräte installiert und sind nun in diesem Bereich „State of the Art“. |

Das hochkarätig besetzte Klima- und Umweltforum steht diesmal unter dem Leitthema „AI. Alternative Intelligenzen – Auf der Suche nach neuen Ideen und Wegen“.

Vom 12. bis 14. Juni 2025 wird im Bios Nationalparkzentrum Mallnitz, Nationalpark Hohe Tauern intensiv darüber diskutiert, welche Rolle technologische, biologische und soziale Intelligenzen in der Bewältigung globaler Herausforderungen spielen können.

Denn die fortschreitende Entwicklung von KI stellt uns nicht nur vor technologische Herausforderungen, sondern wirft auch grundlegende Fragen über das Wesen menschlicher Erkenntnis, Autonomie und Verantwortung auf. Zu den Top Speaker:innen, die mit ihrem Wissen neue Perspektiven eröffnen werden, zählen u. a. Zukunftsforscher Matthias Horx, KI-Expertin in Arbeits- und Hochschulwelt Katja Wengler, Klimaforscher

Das „Forum Anthropozän“ versteht sich als internationale Plattform, die sich transdisziplinär dem Klimawandel und den damit einhergehenden Wechselwirkungen widmet

Sebastian Lehner, Biotechnologe

Diethard Mattanovich, IT-Rechtsexpertin Eva Vonau, Umweltmediziner HansPeter Hutter, die estnische Ständige Vertretung bei der OSZE Kaja Tael, Club of

Rome Mitglied J. Daniel Dahm, Philosophin Lisz Hirn und die international renommierte Künstlerin Ursula Endlicher.

Teilnahme & Registrierung

Die Veranstaltung richtet sich an Entscheidungsträger:innen, Unternehmer:innen, Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und interessierte Bürger:innen, die sich qualitativ mit den Transformationsprozessen unserer Zeit auseinandersetzen möchten. Aufgrund begrenzter Plätze ist eine Anmeldung erforderlich! |

Tickets & Anmeldung: www.forumanthropozaen.com →

INTERVIEW

mit Sven Fisler, Rektor der Pädagogischen Hochschule Kärnten Viktor Frankl Hochschule

„Wir schaffen die Voraussetzungen für die Zukunft“

Die Pädagogische Hochschule Kärnten – Viktor Frankl Hochschule rüstet sich für die gesellschaftlichen Herausforderungen, startete im Mai mit einer neuen Organisationsstruktur und einem modernen Außenauftritt.

advantage: Welche Herausforderungen sehen Sie für die Pädagogischen Hochschulen?

Sven Fisler: Grundsätzlich befinden wir uns in einem umfassenden gesellschaftlichen Wandel, der weitreichende Auswirkungen auf Lern- und Bildungsprozesse hat. Die Anforderungen in den Schulen nehmen zu, die Problemstellungen werden komplexer. Entsprechend können wir als Pädagogische Hochschule nicht mehr wie vor 20 oder noch zehn Jahren arbeiten und müssen uns weiterentwickeln. Wir müssen als lernende Organisation in Bewegung bleiben, zunehmend durch Forschung und Entwicklung Innovationen für das Bildungswesen generieren sowie die Pädagog:innen auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft mit neuen Formaten und praxisnahen Konzepten qualifizieren und begleiten. Dabei müssen wir in der Entwicklung unserer Projekte und Angebote zunehmend nach dem jeweiligen Nutzen für die Pädagog:innen fragen und insgesamt anwendungsorientierter werden.

Wie wollen Sie diese Herausforderungen bewältigen?

Wir schaffen zunächst in unserer Organisation die Voraussetzungen und starteten im Mai mit einer neuen Organisationsstruktur. Wir haben insbesondere ein Hochschulzentrum für Pädagog:innen-

bildung als Kompetenz- und Servicestelle im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung gegründet, mit Ansprechstellen für Studierende sowie für Schulleitungen und Pädagog:innen aller Schultypen. Zudem haben wir 20 fachliche Arbeitsbereiche aufgebaut, um in diesen fachlichen Teams praktische Fragestellungen aus dem Bildungswesen wissenschaftsbasiert sowie zielorientiert zu bearbeiten und für einen raschen Wissenstransfer in die Schulen zu sorgen.

Wie sieht die neue Kommunikation der Pädagogischen Hochschule aus?

Wir haben ein modernes Corporate Design erarbeitet und wollen uns mit unserer neuen Website (www.phk.ac.at) regional, national wie international offensiver positionieren sowie eine bessere Information sowie Kommunikation mit unseren Anspruchsgruppen und Kooperationspartnern ermöglichen. Diese können mit zwei bis drei Klicks die wesentlichen Informationen über unsere Projekte sowie Angebote in Aus-, Fort-, Weiterbildung und Beratung mit den entsprechenden Ansprechpersonen erhalten.

Wir wollen zudem eine neue Serviceund Dialogkultur etablieren und den Austausch sowohl mit Studierenden, Schulleitungen und Pädagog:innen als auch mit Stakeholdern aus Wissenschaft

„Wir arbeiten bereis intensiv an dem nächsten historischen Meilenstein, unseren Umzug in den Lakeside Park im Jahr 2027.“

Rektor Sven Fisler

und Wirtschaft über Herausforderungen und Konzepte für die Zukunft vertiefen. Das moderne Corporate Design und die neue Website sind entlang unserer Mission und Entwicklungsziele sowie auf der Basis unserer Organisationsentwicklung erarbeitet worden. Dies sind wichtige Meilensteine in der Entwicklung unserer Hochschule, denn damit schaffen wir zentrale Voraussetzungen und förderliche Rahmenbedingungen für die nächsten Jahrzehnte. Zugleich arbeiten wir bereits intensiv an dem nächsten historischen Meilenstein, unseren Umzug in den Lakeside Park im Jahr 2027.

Was möchten Sie mit dem neuen Corporate Design ausdrücken?

Die zentralen Botschaften sind: „Wir sind als lernende Organisation in Bewegung und schaffen Wissen für Pädagog:innen“, „Bildung bewegt“, was auch im neuen, dynamischen Logo abgebildet wird. Weltoffenes Denken, Neugier ermöglichen, gemeinsam lernen, miteinander wachsen, Gesellschaft gestalten – das ist die PH, die wir zukünftig gestalten wollen. |

INTERVIEW

„Es ist wichtig, den Wandel zu gewährleisten“

Siegfried Spanz hat die Entwicklung der Fachhochschule Kärnten in den letzten zwei Jahrzehnten als Geschäftsführer maßgeblich mitgeprägt.

Im Interview mit advantage spricht Siegfried Spanz (61) über Meilensteine, Herausforderungen sowie Chancen durch die Koralmbahn.

advantage: Sie sind seit 2007 Geschäftsführer der FH Kärnten. Was hat sich seitdem verändert?

Siegfried Spanz: Als ich begonnen habe, hatten wir rund 1.000 Studierende und 170 Mitarbeiter:innen. Jetzt liegen wir bei 2.600 Studierenden, über 1.000 Teilnehmer:innen in unseren Weiterbildungslehrgängen sowie 500 Mitarbeiter:innen.

Wir haben als FH Kärnten in einer regionalen, österreichweiten Randlage dasselbe Wachstum erreicht wie andere FH's in Zentralbereichen. Unsere Campusse haben sich hervorragend entwickelt und funktionieren gut. Das Studienangebot wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Wir sind forschungsmäßig unter den TOP DREI und eine von wenigen „European Universities“ am FH-Sektor.

Wie war der Weg dorthin?

Als ich an die FH gekommen bin, gab es keine Hochschulstrategie. Wir haben dann gleich 2007 die erste Strategie geschrieben – damals noch Hochschulentwicklungsplan (HEP 1), dann nach sechs

Jahren HEP 2. Jetzt haben wir die „Strategie 23-30“ verabschiedet, die 2021/22 erarbeitet wurde. Ich bin überzeugt, dass eine klare Strategie ein zentrales Erfolgselement ist.

„Als FH haben wir gesellschaftliche Verantwortung. Das ist unser erster Auftrag – daher machen wir Lehre und daher forschen wir.“

Siegfried Spanz, Geschäftsführer FH Kärnten

Welche Schwerpunkte wurden gesetzt?

Wir wollten in der Forschung mehr tun –daraus ist eine abgeleitete Forschungsstrategie entstanden. Uns ist es wichtig, stets am Stand der Wissenschaft zu lehren. Das kannst du nur machen, wenn sich Lehrende auch an Forschungsprojekten beteiligen und das letztendlich in die Lehre einfließen lassen. Da sind wir top aufgestellt.

Zudem wurde eine Internationalisierungsstrategie implementiert, wo mit der European University ein wichtiger Meilenstein erreicht werden konnte.

Wie sehen Sie die Rolle der FH in Kärnten?

Wir haben gesellschaftliche Verantwortung. Das ist unser erster Auftrag – daher machen wir Lehre und daher forschen wir. Wir sehen uns als Mitentwickler der Kärntner Wirtschaft und Gesellschaft. Ein aktiver Bezug mit dem Umfeld ist uns wichtig – eben genau das Gegenteil von einem Elfenbeinturm.

Wir sind in Kärnten glaube ich ein nicht mehr wegzudenkender Hochschulpartner und das Commitment zur FH Kärnten ist riesig groß – seitens der Wirtschaft, seitens der Industrie. Wir sind gesellschaftlich verankert. Darauf lege ich Wert, genauso muss es sein. Wir müssen sozusagen auch vor der Hochschultür wirksam sein!

Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie?

Mit der Pandemie einher ging ein Quantensprung in der Digitalisierung, der letztendlich auch einen massiven Einfluss auf die Lehre hatte. Heute getraue ich mich zu sagen, wir waren schon vor der Pandemie im Bereich der Digitalisierung sehr gut aufgestellt. Wir haben immer Wert auf Didaktikentwicklung gelegt. Das hat uns damals bei der Online-Lehre geholfen. Denn es ist nicht nur wichtig, was wir lehren. sondern auch wie wir lehren. Die FH Kärnten entwickelt sich immer mehr zu einer Hochschule, die sehr stark begleitet und unterstützt. Das zeigt auch die Nachfrage der berufsbegleitenden Studierenden – wir sehen uns wirklich als Lernpartner!

Wie wird Nachhaltigkeit an der FH Kärnten umgesetzt? Nachhaltigkeit ist eine Querschnittsmaterie, die wir mittlerweile in unserer DNA

„Es werden sich durch die Koralmbahn
Chancen auftun, an die wir heute vielleicht noch gar nicht denken.“

Siegfried Spanz, Geschäftsführer FH Kärnten

und in allen Curricula verankert haben. Dabei geht es sowohl um soziale, als auch um ökologische Nachhaltigkeit. Entrepreneurship, ein Stärkefeld, das die Hochschule seit vielen Jahren prägt, ist ja auch etwas Nachhaltiges. Es nur zu lehren, ist aber zu wenig - man muss es leben. Und das Ganze immer im Kontext von Wirtschaft und Gesellschaft. Sonst funktioniert es nicht.

Welche Potenziale sehen Sie durch die Koralmbahn?

Die Koralmbahn wird eine neue Ära der Kooperation einleiten. Wir arbeiten als

Kärntner Hochschulkonferenz ja bereits mit der steirischen Hochschulkonferenz zusammen. Ich gehe davon aus, dass der gegenseitige Austausch sich intensivieren wird. Wir werden ganz sicher auch die Chance nutzen, um mit unseren Studienangeboten noch stärker die Steirer anzusprechen. Was ich mir vor allem erwarte, ist Kooperationen im Forschungsbereich stärker auszubauen, und vielleicht auch längerfristig gemeinsame Bildungsprodukte zu entwickeln.

Die Chancen durch die Koralmbahn sind da. Man wird strategisch in Kärnten aber noch nachschärfen müssen. Allein neben der Bahnhaltestelle einen Technologiepark zu errichten, ist für mich noch keine Strategie. Die Frage wird sein, wie kann man intelligent versuchen die Assets, die Kärnten hat, zu positionieren.

Ende 2025 scheiden Sie aus Ihrer Funktion als Geschäftsführer aus. Ist Ihnen der Schritt leicht gefallen?

Ich komme ja aus der Organisationsentwicklung. Man muss wissen, wann man den nächsten Schritt geht. Es ist wichtig, den Wandel zu gewährleisten. Die eigene Wirksamkeit in Systemen nimmt mit der Zeit ab. Daher muss man sich selbst permanent neu erfinden und gleichzeitig zur richtigen Zeit das Zepter in neue Hände geben. Ich hätte nochmal noch eine Periode verlängern können bis zu meinem 65. Geburtstag. Auf eigenen Wunsch tue ich das nicht mehr. Ich glaube, es ist ein guter Zeitpunkt.

Die FH Kärnten ist für die weitere Entwicklung sehr gut aufgestellt – davon bin ich zutiefst überzeugt. Die Grundpfeiler stehen. Wir setzen auf Qualität, sind eine auf Forschung basierte Hochschule und als European University international angebunden. Das sind Ausgangsvoraussetzungen für die Zukunft, die in Österreich nicht viele haben. Unsere Arbeit trägt Früchte. Ich kann ein gut bestelltes Feld übergeben, das zukünftig noch mehr Früchte tragen wird. |

WISSENSWERT

Die Fachhochschule Kärnten wurde 1995 gegründet und feiert heuer ihr 30-jähriges Bestehen.

Weitere Informationen: www.fh-kaernten.at

Gelungene Premiere der CIRPLEX in Klagenfurt

Am 14. und 15. Mai stand in Klagenfurt die Premiere der CIRPLEX, einer internationalen Kongress-Fachmesse für Kunststoffrecycling und Kreislaufwirtschaft, am Programm. Von Petra Plimon

← Im Fokus der CIRPLEX standen innovative Lösungsansätze für eine nachhaltige und zirkuläre Kunststoffwirtschaft

© Kärntner Messen/Zangerle, advantage Media GmbH

Mit dem „Circular Plastics Experience Summit –Alpen-Adria (CIRPLEX)“ wurde unter dem Motto „From waste to value“ eine neue Ära in Sachen Kunststoffrecycling und Kreislaufwirtschaft eingeleitet. Die CIRPLEX – eine Kombination aus Fachmesse, Kongress, Networking-Plattform und Live-Erlebnisprogramm – lockte im Mai 1.800 Expert:innen und Entscheidungsträger:innen aus der europäischen Kunststoffindustrie und dem Alpen- AdriaRaum auf das Klagenfurter Messegelände.

„Die CIRPLEX 2025 hat wichtige Impulse gesetzt, neue Netzwerke geschaffen und deutlich gemacht, dass nachhaltige Kunststofflösungen nicht nur möglich, sondern wirtschaftlich sinnvoll sind“, so Harald Kogler, Aufsichtsratsvorsitzender der Kärntner Messen. „Durch das gezielte Zusammenführen von Wissen, Ressourcen und Netzwerken wird die Wettbewerbsfähigkeit der Branche gestärkt – in Kärnten und weit darüber hinaus.“

Kunststoffe sind Wertstoffe

Kärnten nimmt als Wirtschaftsstandort bereits eine Vorreiterrolle im Kunststoffrecycling ein: Der Bezirk Völker -

„Die CIRPLEX 2025 hat wichtige Impulse gesetzt, neue Netzwerke geschaffen und deutlich gemacht, dass nachhaltige Kunststofflösungen nicht nur möglich, sondern wirtschaftlich sinnvoll sind.“

markt verzeichnet die höchste Kunststoffrecyclingquote Europas. „Mit der CIRPLEX zeigen wir, dass Abfall nicht nur eine lästige Sache ist, sondern man daraus wieder Rohstoffe erzeugen kann, die man sonst importieren muss“, erklärt Mr. Recycling und Mitinitiator der CIRPLEX, Werner Kruschitz, der seit 40 Jahren in der Branche tätig ist. Demnach sei es wichtig, mehr Bewusstsein für Kunststoff zu schaffen. „Es ist eine Kunst, diesen Stoff herzustellen, ihn zu verarbeiten, zu recyceln und wieder in den Kreislauf zu bringen“, betont Sabine Nadherny-Borutin, Generalsekretärin von Plastics Europe Austria. „Wenn wir uns heute überlegen: In den ersten 20 Minuten unseres Daseins haben wir ungefähr 17 verschiedene Kunststoffarten in der Hand – von der Matratze über das Handy bis zur Zahnbürste, Licht, Leitungen usw. Wir können eine Gesellschaft, wie wir sie heute leben, ohne Kunststoff gar nicht mehr durchführen.“

Zukunft gestalten

In Anlehnung an den Europäischen Green Deal und den Circular Economy Action Plan der EU unterstreicht die CIRPLEX, wie Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähig sein kann. In inspirierenden Keynotes, fundierten Fachvorträgen und praxisnahen Diskussionsrunden widmeten sich renommierte Expert:innen wie Thomas Rau den drängenden Fragen unserer Zeit. Als starke Stimme der europäischen Kunststoffindustrie brachte Virginia Janssens, Managing Director Plastics Europe, ihre Sichtweise zur Rolle Europas im globalen Wettbewerb ein: „Wir alle müssen die Zukunft einer zirkulären und wettbewerbsfähigen Kunststoffindustrie gestalten, die durch neue Standards und Rahmenbedingungen unterstützt wird.“

Nachhaltige Transformation

Im Rahmen der Fachausstellung wurde die gesamte Wertschöpfungskette der zirkulären Kunststoffwirtschaft sichtbar –von der Kunststoff-, Verpackungs- und Chemieindustrie über Recycling und Maschinenbau bis hin zur Abfallwirtschaft. Ziel der Kongress-Fachmesse war es auch, Kooperationen anzustoßen und einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Kunststoffindustrie zu leisten. „Kreislaufwirtschaft gelingt nur durch das Zusammenspiel aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette. Die CIRPLEX schafft genau

dafür den nötigen Rahmen – für Dialog, Zusammenarbeit und zukunftsfähige Lösungen, die wir als ,Plattform Verpackung mit Zukunft‘ aktiv mitgestalten“, betont Sandra Pechac, Geschäftsführerin, Plattform Verpackung mit Zukunft.

Für das Circular Economy Forum Austria ist die CIRPLEX ebenfalls ein starkes Signal, wie Valerie Schönberg betont:

„Der Wandel hin zu einer ressourcenschonenden, regenerativen Kunststoffwirtschaft ist nicht nur möglich – er hat längst begonnen, geht weit über Recycling hinaus und birgt enormes Potenzial für die heimische Wirtschaft.“

Als großartige Gelegenheit, sich der Industrie und dem Markt zu präsentieren, sieht Miriam Olivi, Präsidentin von Women in Plastics Italy, die CIRPLEX:

„Wir möchten Frauen in weiteren Nationen dazu motivieren, ihre Energie für eine nachhaltigere Zukunft zu bündeln.“

Exklusive Betriebsbesichtigungen

Zu den Highlights der CIRPLEX zählten auch „Live-Experience-Tours“ zu namhaften Kärntner Unternehmen wie LindnerRecyclingtech in Spittal/Drau, Hirsch Servo in Glanegg und KRM Kunststoff Recycling-Maschinen in Kühnsdorf. „Kreislaufwirtschaft ist fester Bestandteil unserer DNA. Wir sind stolz, dass wir im Rahmen der Life Experience Tour noch näher und detaillierter erläutern konnten, wie man heute mit Technologie einen

„Mit der CIRPLEX zeigen wir, dass Abfall nicht nur eine lästige Sache ist, sondern man daraus wieder Rohstoffe erzeugen kann, die man sonst importieren muss.“
Werner Kruschitz

Teil des Abfallproblems lösen kann“, betont Matthias Egarter, CEO LindnerRecyclingtech, der sich als international gefragter Equipment- und Technologielieferant ebenso freute, bei der Premiere der CIRPLEX mit dabei zu sein.

Auch Studierende der FH Kärnten sowie Schüler:innen der HTBLA Ferlach zeigten großes Interesse und nutzten die Gelegenheit, bei den Betriebsbesichtigungen Eindrücke aus erster Hand zu erhalten.

Plattform der Kreislaufwirtschaft

Auf 3.200 Quadratmetern stellten rund 80 Unternehmen und Institutionen aus neun Nationen ihre Innovationen potenziellen Kund:innen sowie Entscheidungsträger:innen aus der Alpen-Adria-Region vor - darunter das Forschungszentrum WoodKPlus mit Sitz in St. Veit/Glan. Edith Zikulnig-Rusch, Bereichsleiterin Smarte Composite & Oberflächen: „Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling. Es geht um einen gesamtheitlichen Ansatz der Stoffnutzung und um das Vor-

ausdenken bereits bei der Entwicklung von neuen Materialien oder Produkten.“

Im Herzen der AlpenAdria Region

Kärnten präsentierte sich bei der CIRPLEXPremiere als starker Standort für nachhaltige Industrieentwicklung und festigte die Rolle als Knotenpunkt in der AlpenAdria-Region weiter, wie Markus Hornböck, Geschäftsführer der Kärntner Betriebsansiedlungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H (BABEG) bekräftigt: „Besonders erfreulich war der intensive Austausch zwischen etablierten Industrieunternehmen, Start-Ups und Forschungseinrichtungen – genau dort entstehen neue Ideen, Kooperationen und Investitionen. Diesen Schwung nehmen wir mit zu ,Carinthia innovates‘ am 11. November 2025. Dort setzen wir den Fokus auf Halbleiter, Energiewende und internationale Vernetzung. Save the Date – wir freuen uns auf einen weiteren Tag voller Innovation und Zusammenarbeit.“ |

SAVE THE DATE

Die CIRPLEX wird im Mai 2027 erneut Fachleute, Unternehmen und Interessierte aus der Kunststoffbranche in Klagenfurt zusammenbringen!

© Kärntner Messen/Zangerle, advantage Media GmbH

Ein Multitalent in Sachen Ressourcenschonung

Die hohe Recyclingfähigkeit von EPS-Verpackungen macht das Material zu einem zentralen Baustein in einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

EPS (Expandiertes Polystyrol bzw. Styropor) wird im Hausbau zur Wärmedämmung eingesetzt. Dabei werden Dämmplatten auf die richtige Größe zugeschnitten. Will man die dabei anfallenden Reste im Sinne einer echten Kreislaufwirtschaft wieder zu neuen Platten verarbeiten, braucht man ein effizientes System zur Rückholung des Materials. Ein solches hat das Konsortium des FFG-Forschungsprojekts „EPSolutely“ unter der Leitung von Fraunhofer Austria entwickelt und einen Pilotversuch gestartet. An der österreichweit koordinierten Sammlung der Dämmplatten-Verschnitte waren beteiligt: HIRSCH Porozell

GmbH, Austrotherm mit den Standorten Pinkafeld und Purbach, Austyrol Dämmstoffe GmbH mit Standort in Mödling, Flatz GmbH in Lauterach, Steinbacher Dämmstoff GmbH in Erpfendorf, sowie swisspor Österreich in Gleiß.

Absolut kreislauff ähig

Im Rahmen der CIRPLEX-Messe wurde das Projekt als Best Practise-Beispiel vorgestellt. „Das Projekt EPSolutely hat deutlich gemacht: Eine echte Kreislaufwirtschaft funktioniert nur durch enge Zusammenarbeit entlang der gesamten

9.5.–26.10.25

Mit dem Forschungsprojekt „EPSolutely“ wurde ein österreichweiter Pilotversuch gestartet, um EPS-Abfälle im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zu recyceln. © GPH/Pepo Schuster

Wertschöpfungskette – von Rohstoffherstellern über Verarbeiter, Logistikpartner und Händler bis hin zum Konsumenten, der durch bewusstes Entsorgen einen entscheidenden Beitrag leistet“, erklärt Markus Kraft, der in der HIRSCH Servo Gruppe neben den Bereichen des Rohstoff- und Energieeinkaufs auch die ESG-Agenden verantwortet. |

INTERVIEW

„Power Electronics“, Silicon Alps Cluster (SAC)

Recycling reloaded

Die steigende Nachfrage an Batterien macht deutlich: Batterierecycling ist eine Schlüsseldisziplin der Zukunft. Der Silicon Alps Cluster fungiert als Innovationsplattform für die Entwicklung zukunftsweisender Batterietechnologien.

Durch verstärkte Investitionen in Forschung und Entwicklung festigt Österreich seine Position als Vorreiter für nachhaltige Energie-, Mobilitäts- und Recyclingtechnologien. Der in Kärnten und der Steiermark beheimatete Silicon Alps Cluster (SAC) spielt dabei eine zentrale Rolle, indem er Wirtschaft, Forschung und Politik miteinander vernetzt. Mit der Veröffentlichung des ersten

WISSENSWERT

Silicon Alps ist ein österreichischer Technologieund Innovationscluster für elektronikbasierte Systeme. Das Netzwerk verbindet Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen in Kärnten und der Steiermark durch Kooperationen, Innovation und den Austausch von Wissen, um die regionale Wirtschaft und Technologieentwicklung zu fördern. Getragen wird der Cluster von rund 140 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen der Electronic und Software Based Systems (ESBS) sowie von Interessensvertretungen und den Bundesländern Steiermark und Kärnten.

Mehr Infos: www.silicon-alps.at

„Battery Trend Reports“ positioniert sich der Silicon Alps Cluster nun einmal mehr als Unterstützer und Trendscout auf diesem Gebiet. Entstanden unter derLeitung von Benjamin Rammel, Ressortleiter des Geschäftsbereichs „Power Electronics“, bündelt der Report aktuelle Tendenzen und Entwicklungen im Bereich der E-Mobilität mit Fokus auf innovative Batterielösungen. Damit dient er der Branche als nützlicher Kompass, der Trends und Dynamiken nicht nur auflistet, sondern sie auch zeitlich nachvollziehbar macht. Im Interview mit advantage gibt Rammel Einblicke in die aktuelle Forschungslage und wirft einen Blick in die Zukunft des Batterierecyclings.

advantage: Warum ist der Bereich des Batterierecyclings so wichtig und herausfordernd zugleich?

Benjamin Rammel: Batterierecycling ist derzeit eines der zentralen Themen, wenn es um Nachhaltigkeit, Rohstoffsicherheit und europäische Wertschöpfung geht. Die steigende Nachfrage, vor allem durch Elektromobilität und stationäre Speicherlösungen, bringt enorme Mengen an Altbatterien mit sich. Zudem sind Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Nickel nicht unbegrenzt verfügbar und stark an geopolitische Abhängigkeiten geknüpft. Die Frage liegt weniger im „Ob“, sondern im „Wie“: Es braucht effiziente, wirtschaftlich tragfähige Recyclingprozesse,

„Die Stärken Kärntens und der Steiermark liegen in der Kombination aus industrieller Fertigungskompetenz, anwendungsnaher Forschung und kurzen Entscheidungswegen.“

Benjamin Rammel

die auch in der Breite funktionieren. Viele Technologien sind noch im Pilotstadium, es fehlt oft an standardisierten Rücknahme-, Test- und Logistiksystemen. Zusätzlich braucht es mehr Transparenz über die Zusammensetzung von Batterien. Hier werden digitale Produktpässe eine wichtige Rolle spielen.

Wie sieht die aktuelle Forschungslage in Kärnten und der Steiermark aus?

In beiden Regionen gibt es ein wachsendes Interesse am Thema Batterie- und Kreislaufwirtschaft – sowohl aus technologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht. Erste Initiativen beschäftigen sich mit Fragen der Sammlung, Diagnose und Wiederverwertung, aber auch mit der Entwicklung neuer Prozesse für eine

© Daniel Waschnig Photography

ressourcenschonende Rückgewinnung von Materialien. Die regionalen Stärken liegen sicherlich in der Kombination aus industrieller Fertigungskompetenz, anwendungsnaher Forschung und kurzen Entscheidungswegen. Im internationalen Vergleich können Kärnten und die Steiermark dort punkten, wo es um agile Pilotierungen, Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie technologieoffene Herangehensweisen geht. Gleichzeitig ist klar: Beim Aufbau größerer Recyclingkapazitäten und bei der Skalierung wird es darauf ankommen, bestehende Ansätze konsequent weiterzuentwickeln und strategisch zu vernetzen.

Wie funktioniert das „Second Life“-Konzept für Batterien?

Das Second-Life-Konzept verfolgt das Ziel, Batterien nach dem primären Einsatz – etwa in E-Autos – für stationäre Speicherlösungen weiterzuverwenden. Obwohl die Leistungsfähigkeit für die Mobilität nicht mehr ausreicht, können solche Batterien in Gebäuden, Industrieanlagen oder als Puffer für erneuerbare Energie noch mehrere Jahre wertvolle Dienste leisten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Nutzungsdauer der Batterie

Als Drehscheibe für Wissen, Forschung und Fortschritt treibt der Silicon Alps Cluster Innovationen im Bereich Batterietechnologie voran. Der „Battery Trend Report“ liefert einen fundierten Überblick aktueller Trends und Entwicklungen. © Adobe Stock

wird verlängert, die Umweltbilanz verbessert sich und gleichzeitig sinken die Kosten für Speicherlösungen. Kooperative Forschungs- und Innovationsprojekte wie „SecondLifeBatteries4Storage“ und „BetterBatteries“ sind hier nur zwei Beispiele, wie sich Konsortien aus Industrieund Forschungspartnern diesem Thema annehmen. Aber auch förderseitig wird die Dringlichkeit des Themas gesehen. So ist ein Schwerpunkt der Energieforschungsausschreibung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), welche seit April 2025 geöffnet ist, die Kreislaufwirtschaft und die Versorgungssicherheit. Mit dem „Pilotprojekt Batterie“ hat auch die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG einen wichtigen Impuls gesetzt, um die Weiterentwicklung dieses Zukunftsfeldes voranzutreiben.

Können Sie einen Ausblick in die Zukunft des Batterierecyclings geben?

Wir stehen am Anfang einer dynamischen Entwicklung. In den nächsten Jahren wird es eine zunehmende Differenzierung im Recycling geben – etwa durch spezialisierte Verfahren für unterschiedliche Zellchemien oder durch neue Tech-

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Prozesse, Partnerschaften und Infrastrukturen vorausschauend aufzubauen. Wenn das gelingt, können wir ökologisch und wirtschaftlich profitieren.“

Benjamin Rammel

nologien zur direkten Wiederverwertung von Kathodenmaterialien. Auch die Digitalisierung wird immer wichtiger, etwa bei der Rückverfolgbarkeit durch digitale Produktpässe oder bei der automatisierten Sortierung mithilfe von KI. Damit Recycling wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden kann, braucht es jedoch auch eine gewisse Rücklaufmenge. Ein Blick auf die Photovoltaik zeigt, wie lange es dauern kann, bis sich entsprechende Volumina an Altmaterial überhaupt aufbauen. Auch bei Batterien erwarten wir relevante Mengen an ausgedienten Systemen erst im kommenden Jahrzehnt, vor allem aus der Elektromobilität. Demnach ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um Prozesse, Partnerschaften und Infrastrukturen vorausschauend aufzubauen. Wenn das gelingt, können wir nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich profitieren – und die Grundlage für eine funktionierende, europäische Kreislaufwirtschaft schaffen. |

→ Hier geht es zum aktuellen Battery Trend Report.

Biodiversität als Basis für eine lebenswerte Zukunft

Die Privatstiftung Kärntner Sparkasse setzt sich verstärkt für den Erhalt der Vielfalt in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt ein. 2025 wird erneut „Die goldene Apis“ verliehen.

Artenvielfalt umfasst alle Lebewesen, Gene und Ökosysteme, die unsere Erde bewohnen. Der Verlust von Biodiversität hat nicht nur Auswirkungen auf unser gegenwärtiges Umfeld, sondern auch Konsequenzen für zukünftige Generationen. Durch eine Vielzahl von Förderungen nimmt die Kärntner Sparkasse ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und unterstützt Initiativen zum Erhalt der Artenvielfalt. Ziel ist es, den Wirtschaftsraum Kärnten langfristig zu stärken und positiv zu gestalten.

Goldene Apis

Um nachhaltige Projekte sichtbar zu machen, wurde 2024 erstmals „Die goldene Apis“ als Kärntner Biodiversitätspreis vergeben. Auch in diesem Jahr werden wieder innovative Projekte und Initiativen gesucht. “Wir wollen aufzeigen, dass Nachhaltigkeit und erfolgreiche Unternehmensführung Hand in Hand gehen können und sich nicht ausschließen“, betont Siegfried Huber, Vorstandssprecher der Kärntner Sparkasse. Im Vorjahr gab es 90 Einreichungen –angesichts dieser beeindruckenden An -

2024 wurde der Kärntner Biodiversitätspreis seitens der Privatstiftung Kärntner Sparkasse erstmals verliehen.

© Simone Attisani

zahl und der zunehmenden Bedeutung des Themas Biodiversität ist „Die goldene Apis“ 2025 mit 100.000 Euro dotiert. Durch die Erweiterung der Kategorien kann ein noch breiteres Spektrum an Projekten abgedeckt werden. So sind diesmal sowohl landwirtschaftliche Betriebe als auch Unternehmen, Vereine, Schulen, Kindergärten, Bildungsinstitu tionen, Hobbyforscher:innen und Gemeinden eingeladen, ihre Konzepte bis 13. Juni 2025 einzureichen. Neben einer detaillierten Beschreibung des Projekts sollten die Bewerbungen auch die Zielsetzungen, die bisher erzielten Ergebnisse sowie die geplanten zukünftigen Maßnahmen umfassen. Bewertet werden die Einreichungen von einer unabhängigen Jury, bestehend aus Expert:innen im Bereich Biodiversität und Umweltschutz. Zu den Kriterien zählen Innovationskraft, Nachhaltigkeit, Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität und die gesellschaftliche Relevanz der Projekte. “

Im Zeichen der Forschung An der FH Kärnten entsteht mit dem I.C.E.B – (Interdisciplinary Centre for Ecosystem Services and Biodiversity) zudem das österreichweit erste Forschungs-

Das Metschacher Moos: Ein Forschungsgebiet inmitten der Natur. © Manfred Auer

„Wir wollen aufzeigen, dass Nachhaltigkeit und erfolgreiche Unternehmensführung Hand in Hand gehen können und sich nicht ausschließen.“

Siegfried Huber, Vorstandssprecher der Kärntner Sparkasse

zentrum, das Biodiversität datenbasiert messbar und wirtschaftlich nutzbar macht. Das Leuchtturmprojekt, das vielschichtige Potenziale für Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung eröffnet, wurde ebenfalls in Kooperation mit der Privat-

stiftung der Kärntner Sparkasse initiiert. Studierende, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sollen gleichermaßen von praxisnaher Forschung und interdisziplinären Anwendungen profitieren, wie Siegfried Spanz, Geschäftsführer der FH Kärnten, erläutert: „Mittelfristige Vision ist es, mit Partnern aus der Wirtschaft und anderen Hochschulen das erste Comet-Zentrum im Bereich der Biodiversitätstechnologien in Kärnten zu errichten.“

Metschacher Moos

Zudem verfügt die FH Kärnten mit dem Metschacher Moos bereits über ein For-

Wettbewerb

für nachhaltige, umweltbewusste Projekte und Initiativen in Kärnten. Jetzt Projekt einreichen.

„Wie schützen wir unsere Umwelt und die Artenvielfalt unseres Kärntner Lebensraumes für die Zukunft?“

Einreichschluss: 13. Juni 2025

schungsgebiet inmitten der Natur, das von der Privatstiftung der Kärntner Sparkasse zur Verfügung gestellt wird. Die Durchführung von Langzeitmonitoring-Projekten ist aufgrund modernster Technologien wie Sensornetzen und Drohnen möglich. Renaturierungsprozesse können beobachtet und gezielt gesteuert werden. Mobile Forschungseinheiten ermöglichen es zudem, diese Erkenntnisse auf andere Gebiete zu übertragen und vergleichbare Daten zu generieren. Die gewonnenen Forschungsergebnisse sollen direkt in das neue Zentrum einfließen und dessen wissenschaftliche Grundlagen stärken. |

MercedesTrophy in Dellach – Ein Treffen der Golfbegeisterten

Das Autohaus Kaposi lud wieder zur traditionellen MercedesTrophy auf den ebenso traditionsreichen Golfplatz Dellach.

Bei der traditionellen Turnierserie, die heuer in die 36. Runde geht, schlugen golfbegeisterte Mercedes Benz-Kunden im Kärntner Golfclub Dellach ab.© advantage Media / Spanlang

Veranstalter der renommierten Trophy ist Mercedes Benz Österreich, für die Einladung der Spieler:innen und die Betreuung vor Ort ist in Kärnten das Team des Autohauses Kaposi in Klagenfurt zuständig.

Bevor es losging, trafen die Amateur-Golfer:innen einander zu einem gemütlichen Frühstück im Clubhaus. Christian Ratheiser, Geschäftsleiter des Autohauses Kaposi Hofmeester Holding GmbH, und Verkaufsleiter Klaus Tengg waren die charmanten und gut gelaunten Gastgeber für die 80 Golfbegeisterten, die sich von dem kühlen Wetter nicht abschrecken ließen.

Für Kaposi-Kund:innen

„Wir möchten unseren treuen Kund:innen einen Tag in entspannter Atmosphäre, ein fröhliches und unbeschwertes Miteinander bieten“, sagt Ratheiser, der die Leitung des Autohauses Kaposi in Klagenfurt mit Beginn des Jahres übernommen hat. „So eine Gemeinschaft, wie sie das Autohaus Kaposi mit seinen Kund:innen lebt, ist nicht selbstverständlich. Uns ist es sehr wichtig, sie zu pflegen“, meint er. „Der Golfplatz Dellach, am Wörthersee und mit Blick auf den Pyramidenkogel gelegen, ist einer der schönsten Golfplätze Österreichs und er ist ein würdiger Rahmen für unser exklusives Turnier. Wir freuen uns sehr, hier Gast zu sein“, so der Geschäftsleiter.

Für Kaposi-Verkaufsleiter Tengg ist die MercedesTrophy unter anderem auch ein „Dankeschön an unsere langjährigen Kunden“ und ein „Treffen unter Freunden“. Mit vielen ist er als begeisterter Golfer auch immer wieder auf dem Golfkurs unterwegs. „Ich freue mich jedes Jahr auf dieses Turnier, um in entspannter Atmosphäre mit den Menschen zu plaudern“, sagt er und springt immer wieder auf, um Neuankömmlinge zu begrüßen.

Gesellschaftliches Ereignis

Gleich am Eingang erhielten die Teilnehmer:innen ein Mercedes Golf-Käppi als Geschenk. Rund um das Clubhaus waren auch die neuesten Mercedes-Modelle zu bewundern und die Experten des Autohauses Kaposi gaben gern fachliche Auskünfte. Nach dem Kanonenstart um 11 Uhr wurden die Sportler:innen auf dem Kurs laufend betreut und mit Getränken versorgt.

Die Mercedes-Trophy in Dellach ist nicht nur ein sportliches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis. Dazu gehört ein würdiger Abschluss mit einem feierlichen Dinner. Und traditionsgemäß dauert das Ausklingen meist bis in die späten Abendstunden.

Exklusives Einladungsturnier

Die MercedesTrophy, das exklusive Einladungsturnier für Mercedes-Kund:innen, ging heuer in die 36. Runde. Im Laufe

des Sommers werden rund 60.000 Spieler:innen in mehr als 60 Ländern abschlagen und versuchen, sich bis zum Welt-Finale vorzukämpfen. Zu Beginn finden Einladungsturniere auf lokaler Ebene statt, bei denen man sich für das nationale Finale qualifizieren kann. Das Autohaus Kaposi gestaltete mit dem Turnier am 9. Mai in Dellach auch den Auftakt der lokalen Turniere in Österreich. Bis 12. Juli folgen weitere acht Einladungsturniere in den anderen Bundesländern. Das Österreich-Finale findet von 1. bis 3. August im Golf & Country Club Schloss Pichlarn in der Steiermark statt.

Der Höhepunkt ist das Welt-Finale, das heuer von 28. September bis 2. Oktober im Fünf-Sterner-Superior-Resort „Der Öschberghof“, zwischen dem Schwarzwald, der Schweiz und dem Bodensee gelegen, ausgetragen wird. Alle Spieler, die das nationale Finale in ihren Ländern in einer der drei Wertungsklassen gewonnen haben, sind bei diesem einmaligen Erlebnis dabei. |

„Was wäre, wenn...“

Um bei den über die Medien verbreiteten Ängsten mitmachen zu können, muss man stets wissen, welche Angst im Moment aktuell ist. Obwohl wir auf das weltweite Geschehen keinen Einfluss haben, werden wir permanent damit behelligt.

Ängste sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig.

In den Schriften der griechisch-römischen Antike wie auch im Alten Testament werden Angst und Furcht als Empfindungen beschrieben, die aufgrund einer Erwartung eines bevorstehenden Übels entstehen. Vor allem Religionsgemeinschaften haben zur Kultivierung von Angstzuständen beigetragen. Das funktioniert auch in der sogenannten aufgeklärten Zeit. „Wichtig ist, dass man immer weiß, welche Angst momentan aktuell ist. Denn wenn man zum falschen Zeitpunkt bei einer von den Medien verkündeten und propagierten Angst ist, kann man nicht mitmachen“, stellte der Schweizer Friedensforscher und Publizist Daniele Ganser in einem seiner zahlreichen Vorträge pointiert fest.

Es ist nicht leicht, sich in der überbordenden Informationsflut zurecht zu finden. Was ist Propaganda, was ist wahre Information? Wo ist der Nutzen der Nachrichten für mich persönlich? Welchen Einfluss haben wir auf das Geschehen in der Welt, wenn wir mit bestimmten Nachrichten versorgt werden? Mit jeder Information werden wir „neu formatiert“, glauben, alles ganz genau zu wissen und sind überzeugt, auf Grundlage der erhaltenen Information die richtige Meinung zu haben.

Sicherheit als zentraler Wertebegriff

Nie in der Geschichte haben Menschen gewaltigere Anstrengungen unternommen, um sich gegen Krieg, Terrorbedrohung, Erderwärmung, soziale Probleme, Epidemien, Krankheiten, Tod usw. abzusichern. In den Medien werden uns permanent Ereignisse präsentiert, die in uns Ängste mobilisieren.

Selbst wenn es um die eingebildete Gefahr geht, wächst die Angst. Der Bedarf an Sicherheit steigt. Um dem Eskalationsprozess zu entgehen, wird nach immer perfekteren technisch-organisatorischen Sicherheitsleistungen gesucht. Angst wird auch benutzt,

durchsetzen

um gewisse politisch motivierte Maßnahmen durchsetzen zu können. Dazu ein Beispiel: Die Akzeptanz der Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen ist nur möglich, weil das Argument Sicherheit im Spiel ist. Wenn es darum geht, Gefahren für unsere Sicherheit abzuwehren, opfern wir unsere Freiheit. Wer allerdings für die Sicherheit die Freiheit aufgibt, wird beides verlieren.

Wie war das mit dem „Großen Bruder“?

Hat möglicherweise George Orwell mit seinem Buch „1984“ schon Ereignisse vorweggenommen? Er beschreibt eine dystopische Welt voller Angst und Schrecken, in der Überwachung, Folter und Unterdrückung als Normalität gesehen werden. Die Parolen „Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei und Unwissenheit ist Stärke“ sind in der Gesellschaft implementiert. Jene, die hier nicht mitmachen, werden diskriminiert und bekämpft.

Angst wirkt sich auf mehreren Ebenen aus. Einmal in Gang gesetzt, beginnt die negative Gedankenspirale und die Reaktions- und Entscheidungsfähigkeit wird herabgesetzt bzw. verlangsamt. Das kennt man auch als „Was wäre, wenn“-Spirale. Menschen von heute wollen Sicherheit. Diese wird uns über Parteiprogramme, politische Lageberichte, Um fragen, Zeitungen, Rundfunk und TV auch entsprechend offeriert. Über den Begriff Sicherheit können – und werden auch – Menschen perfekt einjustiert.

Vieles ist unklar und vor allem unverständlich, was in der Gegenwart passiert. Da bliebe selbst für den in der TV-Serie ermittelnden Inspektor Colombo (Peter Falk) in seinem schnuddeligen Trenchcoat einiges unbeantwortet, wenn er schon fast bei der Tür wäre und sich umdrehte: „Eine Frage hätte ich noch!“ |

ZUR PERSON HANS LACH Autor und Verleger office@alpenadria-verlag.at

#THINKABOUT

Von Luftballonen und Berichten

Nachhaltigkeitsberichte sollten dem Weg in eine gute Zukunft dienen. So wie bunte Luftballons einem gelingenden Fest dienen können – aber nur wenn klar ist: Es geht um das Fest.

Die Luft ist draußen ...

Als wäre in einen Luftballon hineingestochen und die bunte Kugel zerplatzt, so fühlt sich an vielen Stellen das Thema Nachhaltigkeit in den Unternehmen an. Mit dem EU Clean Industrial Deal kommt eine starke Reduktion bürokratischer Bürden, minus 25 % für große Unternehmen, minus 35 % für KMU mit enormen Erleichterungen für Betriebe mit 250 bis 1.000 Mitarbeitenden, die aus den Berichtspflichten herausfallen. Klingt gut: weniger Bürokratie, wichtig in wirtschaftlich schwierigen Phasen mit politischer Unsicherheit und offenen Fragen, wie es weitergeht mit Zöllen und Sanktionen.

Das ist wirklich keine Zeit, sich mit ökologischen und sozialen Fragen auseinanderzusetzen. „Wir sehen keine Zukunft im Thema Nachhaltigkeit und setzen hierauf keinen Fokus für die nächsten Jahre.“

Diese Aussage stammt vom Vorstand einer Bank, den ich kenne – und er ist nicht der einzige mit dieser Meinung.

Brauchen wir nicht mehr

Aber ... sind die Nachhaltigkeitsthemen nicht wettbewerbsrelevant, gerade für eine Bank, weil sie die wirtschaftliche Zukunft ihrer Kund:innen unmittelbar betreffen?

– Und was bedeutet es für Versicherungen, wenn sie gewisse Leistungen nicht mehr anbieten können? Produkte und Geschäftsmodelle stehen am Prüfstand.

– Gärtner:innen verändern ihr Produktsortiment (Stichwort Thujen), Waldbesitzer:innen spüren gravierende Veränderungen. Veränderter Materialeinsatz, angepasste Beschaffung, Forschungsinvestitionen.

– Mehr Hitzetage bedeuten für Krankenhäuser, Pflegewohnhäuser stärkere Belastungen für Patient:innen und Mitarbeitende – und Investitionen. Einbau von Klimasystemen, Umbaumaßnahmen.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, es trifft alle Branchen.

Es geht um die wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft

Vorausschauendes Risikomanagement bietet Chancen – für Banken in der Finanzierung der Investitionen, für Unternehmen Produktinnovation, mehr Stabilität in der Lieferkette, mehr Sicherheit in der Kostenentwicklung.

ZUR PERSON

IRIS STRASSER leitet Verantwortung zeigen! (VZ), ein Unternehmensnetzwerk für Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft und lehrt Nachhaltigkeit an mehreren Hochschulen. Sie erreichen die Autorin unter iris.strasser@ verantwortungzeigen.at

– Was, wenn die nächste Überschwemmung den Firmenstandort für Wochen außer Betrieb setzt? Wetterextreme gefährden die Betriebsfähigkeit. Umbaumaßnahmen, Investitionsnotwendigkeiten.

– Was, wenn sich aufgrund von Hitzeperioden Produktpreise für Obst und Gemüse und damit die Kalkulationen in Gastronomie und Handel ändern? Lieferkettenmanagement rechnet sich. Regionalität ebenfalls.

– Ist Unternehmen bewusst, dass Versicherungen umweltbedingte Schäden bald nicht mehr oder nur zu enorm hohen Preisen versichern? Kosten für betriebsrelevante Leistungen steigen.

Szenarien, die durchgedacht sind, neue Wege, die von einem Pilotteam schon einmal erkundet wurden, lassen sich leichter gehen. Es ist eine Zeit, in der Investitionen wichtig sind. Die Aussage, dass Nachhaltigkeit keine Relevanz mehr hat, ist allein wirtschaftlich gesehen schlichtweg falsch. Aber vielleicht liegt es einfach daran, dass das Verständnis, das hinter diesem Begriff strategisch steckt, in manchen Köpfen nie angekommen ist?

Es geht nicht um den Luftballon, sondern um das Fest, für dessen Gelingen er aufgeblasen wurde. Es soll ein schönes Fest werden, darum geht es – mit und ohne Luftballon. Im Unternehmen geht es um den sicheren Weg in die Zukunft, mit und ohne bürokratische Pflichten. |

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