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Formel StorY 2013

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2 Formel story Vorwort

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

E

ines hat diese Formel-1-Saison gezeigt: Sebastian Vettel ist der Fahrer seiner Generation. In seinem Red-Bull-Cockpit bricht der erst 26-Jährige einen Rekord nach dem anderen. Neben der Strecke ist er ein absolutes Vorbild, professionell und bodenständig. Wer sonst würde nach seinem vierten WM-Titel zu Hause erst mal den Rasen mähen? ­Vettel ist ein sympathischer, ein wahrer Champion. Aus deutscher Sicht hat auch Nico Hülkenberg einen gigantischen Job gemacht. Der Sauber-Pilot hat das Maximale aus seinen Möglichkeiten herausgeholt. Er gehört in ein Top-Team. Gut gefallen hat mir auch Nico Rosberg, für den ich mich besonders bei seinem Monaco-Heimsieg gefreut habe. Zu den positiven Überraschungen gehören für mich auch Kimi Räikkönen und Shootingstar Romain Grosjean von Lotus. Mehr erwartet habe von McLaren. Doch die Briten haben gute Chancen, in der nächsten Saison mit dem neuen Reglement zurückzuschlagen. Einen Mann für die Zukunft haben sie ja schon an Bord: Mit Kevin Magnussen verpflichtete McLaren den Meister der Formel Renault 3.5. Aber auch auf den Russen Daniil Kvyat bin ich gespannt, der den Sprung aus der GP3 ins F1-Team Toro Rosso geschafft hat. Mit der Formel Story 2013 können Sie diese Saison noch einmal Revue passieren lassen. Auch die Nachwuchsklassen nehmen die Autoren unter die Lupe. Alles garniert mit tollen Bildern der besten Motorsport-Fotografen. Ein ausführlicher Statistikteil rundet das Buch ab. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht

Michael M. Willms, Herausgeber


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Top-Fahrer Die fünf besten Rennfahrer-Asse des Jahres zwischen Formel 1 und Formel 3 im Porträt

14

Formel 1 Hintergrund Im letzten Jahr vor der technischen Revolution holt Sebastian Vettel unbeirrt den vierten WM-Titel

16

Formel 1 Teams Stärken und Schwächen: Elf Teams kämpfen um Siege, Punkte, Plätze und Millionen von Euro

28

Formel 1 Rennen 13 Saisonsiege pflastern Sebastian Vettels Weg zu seinem vierten F1-Titel. Doch hinter ihm geht es hoch her

128

Indycar Scott Dixon gewinnt zum dritten Mal den Titel in der US-Rennserie, Tony Kanaan den Saisonhöhepunkt Indy 500

134

GP2-Serie Im Unterhaus der Motorsport-Königsklasse hat Fabio Leimer von fünf Titelaspiranten den längsten Atem

140

Auto GP Der Italiener Vittorio Ghirelli setzt sich überraschend gegen deutlich namhaftere Fahrer durch

142

Formel Renault 3.5 Kevin Magnussen gewinnt eine der wichtigsten Nachwuchsserien und sichert sich ein F1-Cockpit

146

GP3-Serie Dank eines starken Saisonendspurts gewinnt der Russe Daniil Kvyat die Serie als Rookie und steigt in die F1 auf

In der letzten Formel-1Saison vor Beginn der Turbo-Ära zeigt Red Bull seine Dominanz

Formel 1

6

14

4 Formel Story Inhalt


Top-5-Fahrer

6

5

IndyCar

164 150 142 128

Nico Hülkenberg holt aus seinen Möglichkeiten das Maximale heraus

Scott Dixon holt zum dritten Mal den IndyCar-Titel

Formel Renault 3.5

Der Däne Kevin Magnussen ist nicht aufzuhalten

Formel-3-EM

Prema-Pilot Raffaele Marciello gewinnt die EM

ADAC Formel Masters

Mücke-Mann Alessio Picariello holt den Titel

Formel-3-EM 150 Raffaele Marciello krönt eine bärenstarke Saison mit dem Titel in der prestigeträchtigen Nachwuchsserie

ATS Formel 3 Cup 156 Im elften Jahr der Serie fällt bei der Lotus-Show dem Supertalent Marvin Kirchhöfer die Hauptrolle zu

F3-Einladungsrennen 160 Die Geschichte der beiden traditionsreichen Rennen in Zandvoort und Macau wird um ein Kapitel ergänzt

Formel Renault 2.0 162 Der Franzose Pierre Gasly triumphiert im Eurocup, Matt Parry aus Wales ist im NEC das Maß der Dinge

ADAC Formel Masters 164 Mücke Motorsport gewinnt mit Alessio Picariello die Fahrerwertung und sichert sich auch den Teamtitel

Formel International 168 Alles Wichtige zu den ­relevantesten ­Formel-Serien in Asien, Europa und Nordamerika

Sonderteil 170 Glückwunsch! Die Formel Story feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. Die besten Geschichten im Überblick

Statistik Formel 1 180 Zeiten, Plätze, Punkte, Bestmarken, Sieger – alle wichtigen Zahlen der Formel-1-Saison 2013

Statistik INTERNATIONAL & NATIONAL 202 Ergebnisse und Endstände der wichtigsten Monoposto-Serien neben der Formel 1


6 Top-Fahrer Saison 2013


7

Sebastian Vettel

01

Formel 1

2013 bläst dem Heppenheimer spürbarer Gegenwind ins Gesicht. Doch der Red-Bull-Pilot bleibt sich treu, holt Titel Nummer vier und bricht historische Rekorde

S

portlich ist Sebastian Vettel über jeden Zweifel erhaben. 2013 geht als sein Rekordjahr in die Geschichte ein. 13 Saisonsiege, neun Siege am Stück und vier WM-Titel mit erst 26 Jahren – bei dieser unglaublichen Leistung sollte eigentlich eitel Sonnenschein herrschen. Eigentlich. Doch Vettel umwehen 2013 auch viele negative Vibrationen. Die gesamte Welt liegt ihm nicht mehr zu Füßen. Dass er dennoch seine bislang wohl beste F1-Saison der Karriere hinlegt, ist ihm nicht hoch genug anzurechnen. Im Haifischbecken Formel 1 wird einem Fahrer die kleinste Schwäche schnell zum Verhängnis. Wer überleben will, muss Zähne zeigen. Das macht auch Vettel – und zwar nicht nur bei seinem gewinnenden Lächeln. Ohne sein umstrittenes MalaysiaManöver gegen Mark Webber hätte der Wahlschweizer die Schumacher-Bestmarke von 13 Siegen in einer Saison nicht geknackt. Vielleicht niemals. In Sepang rebelliert Vettel erfolgreich gegen die Teamorder und holt den Sieg. Nimmt man die Sportweisheit „Möge der bessere gewinnen“ zum Maßstab, hat der 26-Jährige alles richtig gemacht. Auch im Sinne der Zuschauer, die lieber reines Racing als taktische Sperenzchen sehen wollen. Doch Vettel polarisiert. Er eilt von Sieg zu Sieg,

fährt aber nicht in die Herzen aller Zuschauer. Zu spüren bekommt das der Red-Bull-Pilot in Monza und Singapur, wo er bei der Siegerehrung ausgebuht wird. Ob seiner außergewöhnlichen Leistungen springen ihm die F1-Experten zur Seite. „Nur für dieses Rennen würde ich Vettel den WM-Titel verleihen, so gut war er“, sagt etwa F1-Legende Niki Lauda nach dem Singapur-Grand-Prix. Vettel selbst lässt sich durch diese emotional schwierigen Erlebnisse („Man macht alles richtig und wird dann ausgepfiffen – das tut unheimlich weh.“) nicht aus der Bahn werfen. Er bleibt sich selbst treu, arbeitet wie besessen am Erfolg und liefert alle Antworten auf der Strecke. Unterstützung erhält er auch in seinem näheren Umfeld. Seine Familie und seine Jugendliebe Hanna, mit der es Hochzeitspläne gibt, geben ihm „die Kraft, um den anderen wieder Saures zu geben“. Das Selbstvertrauen eines viermaligen Weltmeisters, der Hang zum Perfektionismus, die Akribie, gepaart mit dem Verständnis des Fahrzeugs, heben den jüngsten viermaligen Weltmeister aller Zeiten bereits in jungen Jahren auf eine Stufe mit seinem Idol und F1-Rekordweltmeister Michael Schumacher. Der war zum Zeitpunkt seines vierten Titels übrigens sechs Jahre älter als Vettel. 

„Sebastian Vettel ist der beste RennfahrerCocktail“ Der dreimalige Weltmeister Niki Lauda zieht seine Mütze vor den Fähigkeiten des 26-Jährigen

Seine Stärken Bodenständigkeit Nach dem Gewinn des vierten F1-Titels mäht Vettel zu Hause erst mal den Rasen

Akribie Wenn in den Garagen der anderen Teams das Licht ausgeht, feilt Vettel mit seinen Jungs noch am optimalen Set-up

unbedingter Siegeswille Geht es um Erfolge, scheint er unersättlich; er enthält seinem Teamkollegen einen Sieg vor und kennt auch beim Backgammon keine Gnade


8 Top-Fahrer Saison 2013

02

Nico Hülkenberg

Formel 1

Der Deutsche avanciert vom Geheimfavoriten zu einem der besten F1-Piloten

E

r hat das Zeug zum Star – aber nicht das nötige Kleingeld. Weil Nico Hülkenberg kaum Sponsoren mitbringt, muss der ehemalige Williams- und Force-India-Fahrer in seiner dritten F1-Saison, nun bei Sauber, erneut auf ein Top-Auto verzichten. Angesichts der technischen Unterlegenheit des Sauber C32 kann der talentierte Emmericher die etablierte Konkurrenz aber trotzdem mächtig ärgern: Nach einer schwierigen ersten Saisonhälfte glänzt er in der zweiten. Ferrari streicht den 1,84 Meter großen Deutschen trotzdem von der Liste für ein mögliches 2014er-Cockpit. Und auch bei Lotus hängt er wochenlang in der Warteschleife, weil das Team auf einen neuen Investor wartet. Die Frage des Geldes versperrt „Hülki“ also schon wieder den Weg. „Nico hat eine gute Pace und ist unterbewertet. Er macht einen sehr guten Job und sollte das auch 2014 tun dürfen“, lobt McLaren-Pilot Jenson Button. In Südkorea trumpft Hülkenberg als Vierter mit seiner besten Saisonleistung weiter auf. Für Sauber holt er 51 von 57 Zählern und trägt maßgeblich zu Rang sieben in der Herstellerwertung bei. Als Gesamtzehnter ist er sogar besser als die beiden Force-IndiaPiloten Adrian Sutil und Paul Di Resta. Vielleicht ist es ja die perfekte Empfehlung für einen Verbleib in der Formel 1 ... ? 

Seine Stärken Clever Er spielt die Vorteile des C32 aus und hält in Südkorea Hamilton und Alonso bis zum Ziel hinter sich

Überlegt Er weiß, wann er zurückstecken muss, und ist für seine reifenschonende Fahrweise bekannt

Teamplayer Hülkenberg gilt als offener Mensch mit einem guten Draht zum Rennstall


10 Top-Fahrer Saison 2013

03

Daniil Kvyat

GP3-Serie

Mit dem GP3-Titel löst der Russe sein Formel-1-Ticket bei Toro Rosso

F

ür viele große Motorsporttalente bleibt die F­ ormel 1 ein unerfüllter Traum. Nicht für Daniil Kvyat. Der Youngster hat ihn geschafft – den Sprung in die Königsklasse. 2014 soll er mit erst 19 Jahren in Diensten von Toro Rosso sein erstes Rennen in der Formel 1 bestreiten. Karrieretechnisch befindet sich der Nachwuchsfahrer aus der russischen Millionenstadt Ufa schon lange auf der Überholspur. Starke Leistungen in der Formel BMW sichern ihm 2010 einen heiß begehrten Platz im Nachwuchskader von Red Bull. 2013 gelingt ihm sein bislang größter Wurf: Der Arden-Pilot holt mit einem furiosen Saisonendspurt den Titel in der GP3-Serie. Nach mäßigem Start gewinnt er bei den letzten drei Veranstaltungen alle Hauptrennen und entscheidet am Ende den Titelkampf mit 168 zu 138 Punkten gegen den Argentinier Facu Regalia für sich. Zudem schnuppert Kvyat erstmals Formel-1-­Luft beim Young Driver Test in Silverstone und fährt als Gaststarter in der FIA-Formel-3-EM fünf Pole-Positions inklusive Sieg in Zandvoort ein. Als begeisterter Eishockey-Fan bewahrt der Wahl-Römer auch abseits der Rennstrecken einen kühlen Kopf. Den braucht er auch, denn in der Königsklasse geht es noch heißer zur Sache. 

Seine Stärken kämpfer Auch wenn es wie in Saisonhälfte eins nicht läuft, Kvyat gibt den Titel nicht verloren reife Toro Rosso vertraut ihm bereits mit 19 Jahren ein F1-Cockpit an Vielsprachig Mit Russisch, Englisch, Italienisch und Spanisch ist er für eine internationale Karriere gut gewappnet


11

04

Raffaele Marciello

FIA-Formel-3-Europameisterschaft

Der Italiener wird Champion der FIA-Formel-3-EM

E

r könnte der nächste italienische Formel-1-Pilot bei Ferrari werden. Als Junior der Scuderia wird Raffaele Marciello systematisch auf ein KönigsklassenCockpit vorbereitet – und der Erfolg lässt ihn weiter hoffen. In diesem Jahr macht er mit dem Gewinn der FIA-Formel-3-­ Europameisterschaft den ersten großen Titelgewinn seiner Karriere klar. Zwar hat der in Zürich geborene Rennfahrer mit dem Schweden Felix Rosenqvist einen starken Konkurrenten im Kampf um die Meisterschaft. Aber auch der kann Marciello nicht aufhalten. Mit mehr als 40 Punkten Vorsprung sichert er sich am Ende souverän die Meisterschaft. Zu stark sind die Leistungen des Prema-Piloten, der in 30 Rennen 19-mal aufs Podium fährt und dabei 13 Siege erringt. Mit 1,82 Meter entspricht Marciellos Statur nicht gerade dem italienischen „Normalmaß“. Auch typisch südländische Temperamentsausbrüche sind ihm fremd: Er agiert überlegt und ruhig. Diese Qualitäten helfen ihm unter anderem, in hochklassigen Serien einen guten Eindruck zu hinterlassen: Am Saisonende ist er bei GP2-Testfahrten Schnellster, bei Probefahrten in der Formel Renault 3.5 empfiehlt er sich ebenfalls mit der besten Rundenzeit für ein Engagement 2014. 

Seine Stärken Speed Der Italiener holt im Kampf gegen die Uhr 15-mal die Bestzeit Mentale Stärke Nach zwei Nullern in Zandvoort kontert er bereits einen Lauf später mit einem Doppelsieg

Cleverness Marciello fährt überlegt und steckt für den Gesamterfolg auch mal zurück


12 Top-Fahrer Saison 2013

05

Marvin Kirchhöfer

ATS Formel 3 Cup

Im ATS Formel 3 Cup erweist sich der Leipziger als Ausnahmetalent

S

o beschäftigt war Marvin Kirchhöfer noch nie. Fernseh- und Radiosender reißen sich um den 19-jährigen Leipziger, der so außergewöhnlich gut und dabei doch so normal ist. „Ich bin nicht der Typ, der sich auf irgendetwas was einbildet“, erklärt der Sohn eines Autohausbetreibers. Dabei hätte der Blondschopf allen Grund, sich selbst ständig auf die Schulter zu klopfen. Kaum ist er vom deutschen ADAC-Kart-Meister 2011 zum ADAC-Formel-Masters-König und ADAC Motorsportler des Jahres 2012 aufgestiegen, da gewinnt er auch auf Anhieb den ATS Formel 3 Cup. Stets auf dem Treppchen, gewinnt der Senkrechtstarter aus dem Rennstall der Oscherslebener Motopark Academy mit einer fast fehlerfreien Leistung die Hälfte aller Rennen. Die Meisterschaft erobert er fünf Rennen vor Schluss. Experten sagen dem Ehrgeizling eine goldene Zukunft voraus – Kirchhöfer aber lernt vorsichtshalber weiter für den Abschluss seiner Industriekaufmann-Lehre. Auch in der Deutsche Post Speed Academy saugt sich der „Eliteschüler“ mit Wissen voll. Für den ATS-Formel-3-Cup-Meistertitel fließen ­ 20.000 Euro. Fördergeld, das Kirchhöfer dringend braucht, schließlich ist der Weg in die Königsklasse eine ziemlich teure ­Angelegenheit.

Seine Stärken Zweikampfstärke In der Lausitz kämpft Kirchhöfer sich zweimal von ganz hinten auf P2 und P3 nach vorn

Schnelligkeit 13 Pole-Positions und 17 schnellste Rennrunden sprechen eine deutliche Sprache

Nervenstärke Er macht auch unter Druck so gut wie keine Fehler


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14 Formel 1 Hintergrund

Enger Rahmen Vieles beim Alten in der Formel 1. Moderate Regeländerungen lassen dem Erfindergeist zwar weniger Spielraum, bescheren der Königsklasse aber dafür mehr Kontinuität für die Saison 2013


15

E

volution statt Revolution ist das Motto bei der Entwicklung der Autos für die Saison 2013. Schlupflöcher im Reglement stopfen und Sicherheit erhöhen, das steht im Mittelpunkt der wenigen Regeländerungen. Nicht ganz unwichtig angesichts des neuen Technischen Regelwerks, das 2014 in Kraft tritt und einschneidende Änderungen etwa in Sachen Motor und Antriebsstrang mit sich bringen wird. Weil die ­Vorbereitungen dafür bereits begonnen haben, ist 2013 unter technischen Gesichtspunkten ein Übergangsjahr. Auch ein Grund, warum Geistesblitze der Ingenieure, wie Doppeldiffusor, Coanda-Auspuff und F-duct-System, die in den letzten Jahren für Schlagzeilen und sportliche Überraschungen sorgten, diesmal ausbleiben. Damit ist aber auch klar, dass die Kräfteverhältnisse in der Königsklasse weitestgehend bleiben, wie sie sind. Einzig die Unberechenbarkeit der neuen Reifengeneration von Pirelli sorgt vor allem in der ersten Jahreshälfte für Überraschungen. Da dürfen sich auch noch Kimi Räikkönen, Nico Rosberg, Lewis Hamilton und Fernando Alonso als Sieger feiern lassen. Nach der Sommerpause gewinnt nur noch Sebastian Vettel. Er wird zum jüngsten Vierfach-Weltmeister aller Zeiten. Mit neun Siegen in Folge egalisiert er den Uralt-F1-Rekord von Alberto Ascari, den der Italiener saisonübergreifend in Sechs verschiedene Reifen liefert Pirelli der Formel 1, identifizierbar an den Farben

den Jahren 1952/53 aufgestellt hat. Mit 13 Saisonerfolgen stellt er auch die Bestleistung von Michael Schumacher aus dem Jahr 2004 ein. Allerdings schaffte Schumi das in nur 18 statt wie Vettel in 19 Rennen. Aber die Formel 1 rast auch auf einen Abgrund zu. Wie weit der Weg bis zur Kante ist, weiß niemand so genau. Sorgenfrei fahren nur die im Privatbesitz von Dietrich Mateschitz befindlichen Red Bull und Toro Rosso sowie die Werksrennställe Mercedes und Ferrari um die Wette. Alle anderen Teams kämpfen ums finanzielle Überleben. Der Branchendienst Formula Money rechnet vor, dass der Betrieb eines Rennstalls in der Königsklasse 1,5 Millionen Euro kostet – in der Woche. Was Wunder, wenn schon eine Radmutter mit 800 Euro zu Buche schlägt … Da trifft es sich schlecht, dass die jahrzehntelang kräftig sprudelnde Quelle Vermarktung durch die Abkehr vieler Großsponsoren weniger Geld abwirft. Auch, weil das Interesse an der Formel 1 abnimmt. Einer Untersuchung des US-Sportsenders ESPN zufolge verfolgen 2008 noch rund 600 Millionen Menschen weltweit die Formel 1 im TV. 2013 sind es weniger als 500 Millionen. Möglicherweise eine Folge der Red-Bull-Vettel-Überlegenheit. Das spürt auch RTL. Die Live-Übertragungen der 19 Rennen sehen beim Kölner Privatsender im Schnitt 5,28 Millionen Zuschauer. 2010 waren es noch 6,29 Millionen Fans. Der Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe der 14–49-Jährigen sinkt in diesem Zeitraum von 38,2 auf 35,4 Prozent. Auch bei der „Abstimmung“ an den Kassenhäuschen verliert die Formel 1 hierzulande trotz der Vettel-Erfolge immer mehr „Wähler“. 2011 pilgern noch 68.000 Fans an den Nürburgring. 2012 in Hockenheim sehen 59.000 Besucher den GP von Deutschland. 2013, wieder in der Eifel, sind es nur noch 52.000 Zuschauer.

Das ist 2013 neu Die Crashtests für Überrollbügel und Sicherheitszelle werden 2013 für noch mehr Sicherheit verschärft Damit sich Frontflügel während der Fahrt nicht mehr verformen, dürfen sie sich 2013 bei einem Druck von 100 Kilogramm auf die Außenseiten nur maximal um zehn Millimeter verbiegen Weil die neuen Reifen von Pirelli 500 Gramm schwerer sind, wird das Mindestgewicht der Autos von 640 auf 642 Kilogramm angehoben. Damit ändert sich auch die Lastenverteilung. Das Gewicht auf der Vorderachse muss mindestens 292 Kilogramm betragen, das auf der Hinterachse 343 Kilogramm Das DRS-System, bisher im Freien Training sowie im Qualifying frei einsetzbar, darf hier, wie zuvor auch schon in den Rennen, nur noch in fest definierten Zonen genutzt werden Kanäle zur Luftführung in den Autos sind nur noch erlaubt, wenn sie der Kühlung des Fahrers dienen. Als aerodynamische Hilfsmittel (F-duct-, oder Doppel-DRSSysteme) sind sie nun verboten Alle Autos bekommen ein neues Steuergerät für die Einheitselektronik von McLaren Die Zahl der Teammitglieder, die bei den Rennen im Einsatz sind, wird auf 60 Personen begrenzt. Die erlaubte Arbeitszeit donnerstags vor dem Rennen wird von sechs auf acht Stunden erhöht Eine Radaufhängung darf nur noch aus sechs Bauteilen bestehen. Das soll den Anbau von aerodynamischen Hilfen wie etwa Mini-Zusatzflügeln verhindern Die Konstruktion der Motoren ist mit Saisonbeginn festgeschrieben und darf nur noch mit „ausreichender Begründung“ verändert werden


16 Formel 1 Teams

Infiniti red bull racing

D

as Erfolgsgeheimnis von Red Bull ist gar keins. Kontinuität ist das größte Plus des Rennstalls. Alle Top-Positionen sind mit Top-Leuten besetzt – und das nicht erst seit gestern. Nach Dienstjahren jüngster im Team-Statistik Erfolgsteam ist Peter Prodomou. Der FranFormel 1 seit2005 F1-Rennen165 Siege47 zose kommt 2007 als Chefaerodynamiker Pole-Positions57 Konstrukteurs-Titel4 von McLaren zu Red Bull. Ausgerechnet auf dessen Dienste muss Red Bull 2014 verzichten. Prodomou kehrt zu McLaren zurück. Mit einem offiziellen Etat von 250 MillioChassis Red Bull RB9 Motor Renault RS27-2013 KERS Renault/Red Bull nen Euro und 640 Mitarbeitern betreibt Fahrer-Duell Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz den Training Rennen Vettel – Webber 17 : 2 18 : 1  größten Invest in seinen Sport. Das ermöglicht Red Bull einen unglaublichen Output in Sachen Entwicklung. Wenn andere Teams Sebastian Vettel (D) Mark Webber (AUS) Geboren 27. August 1976 Geboren 3. Juli 1987 einen neuen Frontflügel mit an die RennGeburtsort Queanbeyan (AUS) Geburtsort Heppenheim (D) Formel 1 seit2002 Formel 1 seit2007 strecke bringen, sind es bei Red Bull auch F1-Rennen215 F1-Rennen120 Pole-Positions13 Pole-Positions45 schon mal derer sechs. Drei am Freitag, drei Siege9 Siege39 Bester WM-Platz3 WM-Titel4 am Samstag. Und weil das Team nicht nur Teams bisher Minardi, Jaguar, Teams bisher BMW Sauber, Williams, Red Bull Toro Rosso, Red Bull über kluge Köpfe, sondern auch über einen modernen Windkanal verfügt, schlagen alle Neuerungen auch ein. Die Genialität des obersten Technikers bei Red Bull, Adrian Newey, erlaubt der Mannschaft auch spontane, nicht computerüberprüfte Änderungen am Design des Autos. Wie etwa in Monza, als er vom geteilten Profil des Frontflügels einfach die obere Führungspersonal

02

Mark Webber

01

Sebastian Vettel

Teamchef Christian Horner Technischer Direktor Adrian Newey Renningenieur Vettel Guillaume Rocquelin Renningenieur Webber Simon Rennie Wichtige Teammitglieder Dietrich Mateschitz (Besitzer), Jonathan Wheatley (Teammanager), Rob Marshall (Chefdesigner), Peter Prodromou (Chefaerodynamiker) Test-/Ersatzfahrer Sébastien Buemi (CH)

Klappe abschneiden lässt. Vom freien Training am Freitag zum Qualifying am Samstag verbessern die Red Bull so ihre Höchstgeschwindigkeit von 328 auf 335 km/h. Probleme hatte Red Bull 2013 nur mit dem anfälligen Getriebe und dem Hybridsystem KERS. Während alle anderen Teams auf einen KERS-Akku vertrauen, hat Red Bull zwei, aber dafür deutlich kleinere Aggregate. Nur die passen unter die aerodynamisch günstige flache Heckverkleidung. Weil sie dort aber nahe am glühend heißen Auspuff liegen, überhitzen sie öfter mal. Zum (fast immer) perfekten Auto gesellt sich mit Sebastian Vettel auch der perfekte Fahrer. Mit zunehmender Erfahrung scheint auch der Heppenheimer immer besser zu werden. Auf Fehler, die er sich noch im Jahr seines ersten WM-Titels leistet, hofft die Konkurrenz diesmal vergeblich. „Ich kann gar nicht glauben, was Vettel in diesem Jahr geschafft hat. Er ist überragend“, lobt Horner seinen Star, der seinen Vertrag im Sommer bis 2015 verlängert hat. Dass Mark Webber seine Formel-1-Karriere beendet, war schon lange ein offenes Geheimnis. Daniel Ricciardo aus dem Satellitenteam Toro Rosso rückt auf. Schwächer, darauf müssen sich Ferrari, Mercedes und Co schon mal einstellen, wird Red Bull dadurch nicht.


17

scuderia ferrari Führungspersonal Teamchef Stefano Domenicali Technischer Direktor Pat Fry und James Allison 1 Renningenieur Alonso Andrea Stella Renningenieur Massa Rob Smedley Wichtige Teammitglieder Luca di Montezemolo (Präsident), Luca Marmorini (Motoren- und Elektronikchef), Nikolas Tombazis (Chefdesigner), Massimo Rivola (Teammanager), Loïc Bigois (Chefaerodynamiker) Test-/Ersatzfahrer Marc Gené (E), Pedro de la Rosa (E), Davide Rigon (I) 1 

Ab September.

Team-Statistik Formel 1 seit1950 F1-Rennen870 Siege221 Pole-Positions207 Konstrukteurs-Titel16

1 

Ab September.

Chassis Ferrari F138 Motor Ferrari Tipo 056 KERS Ferrari

Fahrer-Duell

Training

Rennen

Alonso – Massa

11 : 8

17 : 2

04

Felipe Massa (BR) Geboren 25. April 1981 Geburtsort São Paulo (BR) Formel 1 seit2002 F1-Rennen191 Pole-Positions15 Siege11 Bester WM-Platz2 Teams bisher Sauber, Ferrari

Felipe Massa

Fernando Alonso (E) Geboren 29. Juli 1981 Geburtsort Oviedo (E) Formel 1 seit2001 F1-Rennen215 Pole-Positions22 Siege32 WM-Titel2 Teams bisher Minardi, Renault, McLaren, Ferrari

03

kein Krisenmanager. Mit seiner schlechten Laune demotiviert er sein Team. Aber auch der Technikerstab hat so seine Probleme. Der hauseigene Windkanal ist wegen Modernisierung geschlossen und steht erst im Herbst zur Verfügung. Getestet wird derweil in der einstigen Toyota-Anlage in Köln-Marsdorf. Innovative Lösungen bleiben bei der Entwicklung des Autos aber aus. Allein der sogenannte Affensitz, eine Ausbuchtung im Heckflügel für mehr Abtrieb, den Ferrari in Monaco zeigt, geht als Neuerung durch. Ansonsten liefern die Aerodynamiker Kopien. Den in Bahrain präsentierten Frontflügel sieht man schon am Lotus. Die in Spanien genutzte Motorabdeckung wird von McLaren „geklaut“. Schlitze in den Außenseiten der Profile des Ferrari-Frontflügels in Kanda hat Red Bull längst … Also geht Domenicali weiter auf Einkaufstour. Im September kommt James Allison von Lotus als Aerodynamikchef. Statt Felipe Massa soll 2014 Kimi Räikkönen Alonso Druck machen. Dennoch deutet sich auch für 2014 Ärger an. Der neue Turbomotor ist ein Schluckspecht. Ferrari hat bei der FIA die Erhöhung des dann festgelegten Verbauchslimits von 100 auf 110 Kilogramm beantragt. Echte Sorgen, oder bereitet Domenicali schon neue Ausreden vor?

Fernando Alonso

F

errari rüstet auf. Vor allem die Schwachstelle Aerodynamik will Teamchef Stefano Domenicali endlich in den Griff bekommen. Von Mercedes holt er den Leiter der Aerodynamik-Abteilung, Loïc Bigois, nach Maranello. Aus der Arbeitslosigkeit kommt Ex-Red-Bull-Aerodynamiker Ben Agathangelou. Gar aus dem Ruhestand wird Rory Byrne geholt, der einst die WeltmeisterAutos zu Schumi-Zeiten gebaut hat. Dennoch ist der F138 im Vergleich zum Red Bull ein einfaches Auto. Extreme Lösungen gibt es nicht. Das Auto, das zeigt die Saison, ist gut, aber nicht außergewöhnlich. Das reicht aber eben nicht, um Red Bull herauszufordern. Der zu Saisonbeginn noch hoffnungsvolle Respektabstand zum TopTeam wächst im Verlauf des Jahres immer mehr. Proportional dazu sinkt die Laune von Fernando Alonso. Die Hoffnungen des Spaniers auf seinen dritten WM-Titel nehmen von Rennen zu Rennen ab. Weshalb Alonso die Todsünde begeht, das Team öffentlich zu kritisieren. Beim Heimrennen in Monza kommt es zum Eklat, als er nach verpatztem Qualifying „Dummköpfe“ in Richtung Kommandostand flucht. Wieder einmal zeigt sich, dass Alonso zwar ein Virtuose beim Umgang mit Gaspedal und Lenkung ist, aber


18 Formel 1 Teams

vodafone mclaren mercedes

T

eamchef Martin Whitmarsh bringt die Saison von McLaren mit dürren Worten auf den Punkt: „Das war eine Saison zum Vergessen. Und genau das versuchen wir jetzt.“ Tasächlich erlebt der britische Rennstall Team-Statistik einen Absturz, bleibt gänzlich ohne PodiFormel 1 seit1966 F1-Rennen742 Siege182 umsplatzierung. Nur Platz vier von Jenson Pole-Positions155 Konstrukteurs-Titel8 Button in Brasilien verhindert die Schmach, dass 2013 als das schlechteste Jahr in die Formel-1-Bilanz des Rennstalls eingeht. Die Folgen des anhaltenden PersonalChassis McLaren MP 4-28 Motor Mercedes FO 108Z KERS Mercedes schwunds in den letzten Jahren schlagen Fahrer-Duell voll durch. Immer wieder wurden und wer Training Rennen Button – Pérez 9 : 10 13 : 6 den Top-Leute aus Woking von der Konkurrenz abgeworben. 2013 bedient sich Mercedes am McLaren-Personal. Star-Pilot Lewis Jenson Button (GB) Sergio Pérez (MEX) Geboren 26. Januar 1990 Geboren 19. Januar 1980 Hamilton greift 2013 ins Mercedes-Lenkrad Geburtsort Guadalajara (MEX) Geburtsort Frome (GB) Formel 1 seit2011 Formel 1 seit2000 und der Technische Direktor Paddy Lowe F1-Rennen56 F1-Rennen247 Bester Startplatz4 Pole-Positions8 wechselt ebenfalls zu den Silberpfeilen. Bestes Rennergebnis2 Siege15 Bester WM-Platz10 WM-Titel1 Schon zu Saisonbeginn fährt McLaren Teams bisher Sauber, McLaren Teams bisher Williams, Benetton, Renault, BAR, Honda, Brawn, der Spitze um rund zwei Sekunden hinterMcLaren her. Der neue Pirelli-Reifen macht dem MP4-28 zu schaffen. Der ist durch steifere Flanken deutlich kantiger als 2012. Deshalb walken die Pneus beim Fahren in schnellen Kurven weniger, was Einfluss auf die empfindliche Aerodynamik der Formel-1-Autos hat. Gripverlust vor allem in schnellen Kurven ist die Folge. Anders als die Top-Teams Führungspersonal

06

Sergio PÉrez Mendoza

05

Jenson Button

Teamchef Martin Whitmarsh Technischer Direktor Tim Goss Renningenieur Button Dave Robson Renningenieur Pérez Mark Temple Wichtige Teammitglieder Jonathan Neale (Geschäftsführer), Sam Michael (Sportdirektor), David Redding (Teammanager), Neil Oatley (Chefdesigner), Simon Roberts (Cheforganisator), Doug McKiernan /Aerodynamikchef) Test-/Ersatzfahrer Gary Paffett (GB), Oliver Turvey (GB)

Red Bull oder Mercedes hat der McLarenWindkanal kein aktives Fahrwerk, dass die Reifenbewegung in voller Fahrt simulieren kann. Deshalb fällt das Problem in der Vorbereitung nicht auf. Ein neuer Heckdiffursor, neue Seitenkästen und verbesserte Abgasführung ab China bringen nur bedingt Abhilfe. Das gilt ebenso für das Aero-Paket ab dem GP von Spanien. Auch hier zeigt sich der Qualitätsverlust beim Personal. Punktgenaue Verbesserung des Autos ist immer eine Stärke McLarens gewesen. Diesmal wird das Auto zwar Stück für Stück besser, aber nicht in den Schritten, die notwendig wären, um zur Spitze aufzuschließen. Für Erstaunen sorgt auch die Verpflichtung von Sergio Pérez als Hamilton-Ersatz. Das Fahrerlager spekuliert darüber, dass Pérez nur ein Lockvogel für seinen Förderer Carlos Slim ist. Den reichsten Mann der Welt würde McLaren gar zu gern als Ersatz für den nach der Saison 2013 aussteigenden Hauptsponsor Vodafone gewinnen. Immerhin eine gute Nachricht gibt es für das Team: Im Mai kündigt Honda sein Comeback in der Formel 1 für 2015 an. McLaren soll dann wie schon in den glorreichen 80er-Jahren Chassispartner der Japaner werden.


19

Lotus F1 Team Führungspersonal Teamchef Eric Boullier Technischer Direktor James Allison/Nick Chester 1 Renningenieur Räikkönen/Kovalainen Mark Slade Renningenieur Grosjean Ayao Komatsu Wichtige Teammitglieder Gérard Lopez (Eigentümer), Paul Seaby (Teammanager), Martin Tolliday (Chefdesigner), Dirk de Beer (Chefaerodynamiker), Alan Permane (Chefingenieur) Test-/Ersatzfahrer Jérôme D’Ambrosio (B), Davide Valsecchi (I), Nicolas Prost (F) 1 

Ab Mai.

Team-Statistik

Formel 1 seit 1958–1994 und 2012 F1-Rennen568 Siege81 Pole-Positions107 Konstrukteurs-Titel7

Chassis Lotus E21 Motor Renault RS27-2013 KERS Renault

Fahrer-Duell

Training

Räikkönen – Grosjean 10 : 7 Kovalainen – Grosjean (USA, Brasilien) 0 : 2

Rennen

11 : 6 1 : 1

Heikki Kovalainen (FIN) 2

Romain Grosjean (F)

Geboren 19. Oktober 1981 Geburtsort Suomussalmi (FIN) Formel 1 seit2007 F1-Rennen111 Pole-Positions1 Siege1 Bester WM-Platz7 Teams bisher Renault, McLaren, Caterham, Lotus

Geboren 17. April 1986 Geburtsort Genf (CH) Formel 1 seit2009 F1-Rennen45 Bester Startplatz2 Bestes Rennergebnis2 Bester WM-Platz7 Teams bisher Renault, Lotus

2 

08

Romain Grosjean

07

Ab November.

Heikki Kovalainen

07

In Sachen Aerodynamik gehört Lotus zu den fleißigsten Entwicklern, bringt lange Neuerungen ans Auto. Das ist erstaunlich, weil der Teambesitzer, die Investmentgesellschaft Genii Capital, den Geldhahn zudreht. Das Gehalt von Kimi Räikkönen kann Lotus irgendwann nicht mehr bezahlen. Der Finne droht mit Streik, verkündet dann seinen Wechsel zu Ferrari für 2014 und lässt sich zwei Rennen vor Schluss am Rücken operieren. Heikki Kovalainen ersetzt ihn. Gut läuft die Saison für Romain Grosjean. Seit Bekanntwerden des RäikkönenWechsels blüht der Franzose auf, fährt in den letzten sechs Rennen vier Mal aufs Podium. Sein Platz im Team für 2014 Kimi Räikkönen (FIN) Geboren 17. Oktober 1979 ist sicher. Ende Geburtsort Espoo (FIN) Formel 1 seit2001 November gibt Lotus F1-Rennen192 Pole-Positions16 bekannt, dass Wil- Siege20 WM-Titel1 liams-Pilot Pastor Teams bisher Sauber, McLaren, Ferrari, Lotus Maldonado Nachfolger von Räikkönen wird. Der 28-jährige Venezolaner bringt Sponsorenmillionen mit und sticht damit die konkurrierenden Piloten aus. Kimi rÄikkÖnen

L

otus zeigt auch in seiner zweiten Formel-1-Saison nach der Wiederbelebung, dass das Team wieder zu den Top-Adressen in der Königsklasse gehört. Nahezu problemlos bestätigt die Mannschaft Platz vier in der Kontrukteurswertung aus dem Vorjahr. Ungewohnt experimentierfreudig zeigt sich Lotus dabei bei der Entwicklung des beim Saisonauftakt in Australien siegreichen E21. Den gibt es zeitweilig als Kurz- und Langversion – also mit verlängertem Radstand. Die größere Distanz zwischen Vorder- und Hinterrädern erreicht Lotus durch eine veränderte Radaufhängung. Allerdings bleibt der erhoffte Zeitensprung von zwei Zehntelsekunden pro Runde mit der Langversion aus, vor allem, weil das Auto beim Einlenken zu heftigem Untersteuern neigt. Auch bei anderen technischen Feinheiten ist Lotus 2013 risikobereit. So ist man eines der ersten Teams, das Kühlluft an den hinteren Bremsen nach innen auf den Diffusor ableitet. Auch in Sachen Doppeldiffusor setzt Lotus früh auf ein passives System, das ab einer bestimmten Geschwindigkeit Luft über einen Kanal auf den Heckflügel leitet. Die sorgt da für einen Strömungsabriss und so für einen höheren Top-Speed.


20 Formel 1 Teams

Mercedes AMG Petronas F1 Team

B

ei wohl keinem anderen Team ist zu Saisonbeginn mehr Feuer unterm Dach als bei Mercedes AMG Petronas. Zu bescheiden sind die Erfolge seit dem Werkscomeback in der Formel 1 im Jahr Team-Statistik 2010. Ein einziger Sieg (Nico Rosberg 2012 Formel 1 seit 1954–1955, 2010 F1-Rennen89 Siege13 in Shanghai) steht zu Buche. Zeit für einen Pole-Positions17 Bester WM-Platz2 Umbruch. Der Vertrag mit Sportchef Norbert Haug wird nicht verlängert. Für ihn hat nun „Toto“ Wolff das Sagen. Teamchef bleibt zunächst Ross Brawn. Chassis Mercedes F1 WO4 Motor Mercedes FO 108Z KERS Mercedes Doch über beiden thront 2013 Niki Fahrer-Duell Lauda, als Vorsitzender des Aufsichtsgremi Training Rennen Rosberg – Hamilton 8 : 11 9 : 10 ums des Formel-1-Teams. Erste Amtshandlung des neuen „Chefaufpassers“ soll Insidern zu Folge die Einleitung des Rücktritts Nico Rosberg (D) Lewis Hamilton (GB) Geboren 7. Januar 1985 Geboren 27. Juni 1985 von Michael Schumacher sein. Für ihn Geburtsort Stevenage (GB) Geburtsort Wiesbaden (D) Formel 1 seit2007 Formel 1 seit2006 kommt Lewis Hamilton ins Team. Schon vor F1-Rennen129 F1-Rennen147 Pole-Positions31 Pole-Positions4 Saisonbeginn wird auch bekannt, dass die Siege22 Siege3 WM-Titel1 Bester WM-Platz6 Stuttgarter Paddy Lowe für 2014 von McLaTeams bisher McLaren, Teams bisher Williams, Mercedes Mercedes ren abgeworben haben. Tatsächlich nimmt der Brite dann schon im Juni seine Arbeit als Executive Director (technical) auf. Spätestens da ist klar, dass die Tage von Ross Brawn als Teamchef bei Mercedes gezählt sind. Offiziell verkündet wird die Trennung aber erst nach der Saison Ende November. Brawn kann sich in seiner Formel-1-Erfolgsvita aber immerhin noch ­gutschreiben, Führungspersonal

10

Lewis Hamilton

09

Nico Rosberg

Teamchef Ross Brawn Executive Director (technical) Paddy Lowe 1 Technischer Direktor Bob Bell Renningenieur Rosberg Tony Ross Renningenieur Hamilton Peter Bonnington Wichtige Teammitglieder Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef), Niki Lauda (Aufsichtsratsvorsitzender), Nick Fry (Geschäftsführer), Ron Meadows (Sportdirektor), Geoff Willis (Chefingenieur), Aldo Costa (Chefingenieur), John 1  Owen (Chefdesigner), Andy Cowell (Motorenchef) Ab Juni.

in seinem letzten Amtsjahr aus Mercedes ein Top-Team gemacht zu haben. Drei Saisonsiege fahren Nico Rosberg und Lewis Hamilton 2013 ein. Am Ende der Saison platziert sich Mercedes hinter den dominanten Red Bull auf Platz zwei bei den Konstrukteuren. Mehr noch zeigt sich der neue Speed der endlich wieder glänzenden Silberpfeile in den Qualifyings. Acht Mal startet ein Mercedes von der Pole-Position. Neben Mercdes fährt nur noch Red Bull Pole-Zeiten. Auch das ein Indiz für die Auferstehung des Sterns in der Königsklasse. Auch technisch hinkt die Mannschaft aktuellen Trends nicht mehr hinterher. 2013 perfektioniert man das seit 2011 eingesetzte FRIC-System, mit dem Hydraulikflüssigkeiten im Auto hin und her gepumpt werden können. Das garantiert eine konstante Fahrzeughöhe und erhöht die aerodynamische Balance. Zudem verbessert Mercedes die Effektivität bei der Entwicklung des Autos. Windkanal-Missverständnisse gibt es nicht mehr. Neuheiten wie ein neues Getriebegehäuse, das ab dem Grand Prix von Monaco als Befestigung der hinteren Radaufhängung dient, die Modifikation der Karosserie zum GP Kanada oder ein neuer Frontflügel in China bringen 2013 messbare Verbesserungen in der Rundenzeit.


21

Sauber F1 Team Führungspersonal Teamchefin Monisha Kaltenborn Betriebsdirektor Axel Kruse Renningenieur Hülkenberg Marco Schüpbach Renningenieur Gutièrrez Francesco Nenci Wichtige Teammitglieder Peter Sauber (Verwaltungsratspräsident), Beat Zehnder (Teammanager), Matt Morris (Chefdesigner), Giampaolo Dall’Ara (Chefingenieur), Willem Toet (Chefaerodynamiker), Eric Gandelin (Chefdesigner) Test-/Ersatzfahrer Robin Frijns (B)

Team-Statistik

Formel 1 seit1993 F1-Rennen360 Siege1 Pole-Positions1 Bester WM-Platz2

Chassis Sauber C32 Motor Ferrari Tipo 056 KERS Ferrari

Fahrer-Duell

Training

Rennen

Hülkenberg – Gutiérrez

18 : 1

14 : 4 1

1 

Hülkenberg in Australien nicht am Start.

12

Esteban Gutiérrez (MEX) Geboren 5. August 1991 Geburtsort Monterrey (MEX) Formel 1 seit2013 F1-Rennen19 Bester Startplatz8 Bestes Rennergebnis7 Bester WM-Platz16 Teams bisher Sauber

Esteban Gutiérrez

Nico Hülkenberg (D) Geboren 19. August 1987 Geburtsort Emmerich (D) Formel 1 seit2010 F1-Rennen57 Pole-Positions1 Bestes Rennergebnis4 Bester WM-Platz10 Teams bisher Williams, Force India, Sauber

11

mal über Untersteuern. Eine Lösung findet Sauber anfangs nicht. Die sich verschärfende finanzielle Situation – es soll in Hinwil sogar zu Zwangsvollstreckungen gekommen sein – bringt neue Unruhe. Chefinge­ nieur Morris wechselt zu McLaren. Nico Hülkenberg kündigt seinen Vertrag zum Saisonende wegen ausstehender Gehälter. Auf die Talfahrt reagiert Sauber in Ungarn mit einer B-Version des Autos. Luftführung, Auspuff und Diffusor sind neu und sorgen für berechenbares Fahrverhalten. Die Trendwende erfolgt aber erst nach der Sommerpause durch die neuen PirelliPneus. 44 seiner 51 WM-Punkte fährt Hülkenberg in der zweiten Saisonhälfte ein. Auch die finanzielle Lage beruhigt sich durch die Bekanntgabe einer Kooperation mit russischen Investoren. Dafür muss Sauber angeblich Sergey Sirotkin einsetzen. Der 17-Jährige ist der Sohn des Chefs des russischen Instituts für Luftfahrt und Technologie, einer der neuen Team-Partner. Bestätigt hat Sauber Sirotkin als Fahrer aber nicht. Auch Ex-F1-Pilot Vitaly Petrov gilt als Alternative. Im Raum steht aber auch der Satz von Peter Sauber, der „am liebsten mit den Fahrern wie bisher weitermachen würde“. Bei Sauber, so scheint es, kehrt auch 2014 keine Ruhe ein.

Nico Hülkenberg

D

em erfolgreichen Jahr 2012 folgt für das Schweizer Team eine schwere Saison. Das beginnt schon mit der Fahrerwahl. Sergio Pérez orientiert sich in Richtung McLaren. Als Ersatz holt Teamchefin Monisha Kaltenborn Esteban Gutiérrez an Bord. Der wird wie Pérez vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim gefördert und rettet Sauber geschätzte 20 Millionen Euro Sponsorengelder von dessen Telekommunika­ tionskonzern Telmex. Kamui Kobayashi muss gehen, weil Teaminhaber Peter Sauber seinen Wunschfahrer Nico Hülkenberg haben will. Bereits 2012 verlässt James Key, der den C31 konstruierte, das Team. Für den neuen Sauber zeichnet Chefingenieur Matt Morris verantwortlich. Zur Unruhe im Umfeld kommt ein schlechter Saisonstart. Auch der Sauber gehört zu den Autos, die mit den neuen Pirelli-Reifen nicht auf Touren kommen. Zudem kann Hülkenberg in Australien gar nicht starten. Wegen eines Problems mit der Benzinversorgung zieht das Team sein Auto aus Sicherheitsgründen zurück. Auch danach fährt Sauber den eigenen Ansprüchen hinterher. Modifikationen am Chassis bleiben ohne Wirkung. Die Piloten klagen je nach Rennstrecke mal über Ü ­ ber-,


22 Formel 1 Teams

Sahara force india F1 Team

D

ie Zielsetzung von Vijay Mallya vor der Saison ist bescheiden: „Wir wollen in kleinen Schritten vorwärtsgehen“, lautet die Devise des indischen Multiunternehmers und Teamchefs von Force India. Ziel Team-Statistik erreicht oder nicht, das ist nun die Frage. Formel 1 seit2008 F1-Rennen112 Bestes Rennergebnis2 109 Punkte sammelt das in Silverstone Pole-Positions1 Bester WM-Platz6 ansässige Team 2012. In dieser Saison sind es nur noch 77. Schlecht gemacht. Dafür verbessert sich Force India nach Platz sieben in der Konstrukteurs-WM am Ende des Chassis Force India VJM06 Motor Mercedes FO 108Z KERS Mercedes vergangenen Jahres 2013 auf Rang sechs. Fahrer-Duell Gut gemacht. Training Rennen Di Resta – Sutil 11 : 8 10 : 8  Dabei ist es vor der Saison lange verDoppelausfall in Malaysia nicht gezählt. dächtig ruhig um das Team. Mallyas Imperium, allen voran seine Fluglinie KingfisPaul Di Resta (GB) Adrian Sutil (D) Geboren 11. Januar 1983 Geboren 16. April 1986 her, steht vor der Pleite. Ein zweiter Fahrer Geburtsort Starnberg (D) Geburtsort Uphall (GB) Formel 1 seit2007 Formel 1 seit2011 neben Stammpilot Paul Di Resta ist selbst F1-Rennen109 F1-Rennen58 Bester Startplatz2 Bester Startplatz5 bei den Vorsaisontestfahrten nicht in Sicht. Bestes Rennergebnis4 Bestes Rennergebnis4 Bester WM-Platz9 Bester WM-Platz12 Dass letztlich Adrian Sutil den Vorzug vor Teams bisher Spyker, Force India Teams bisher Force India dem letzten verbliebenen Konkurrenten, Ferrari-Junior Jules Bianchi, bekommt, liegt sicher auch am sanften Druck aus Stuttgart. Immerhin nutzt Force India 2013 nicht nur wie bisher schon MercedesMotoren, sondern bezieht gleich den ganzen Antriebsstrang inklusive Getriebe von Mercedes-Benz. Ein kräftiger Rabatt auf den Preis von rund 15 Millionen Dollar für Führungspersonal

Teamchef Dr. Vijay Mallya Technischer Direktor Andrew Green Renningenieur Di Resta Gianpiero Lambiase Renningenieur Sutil Bradley Joyce Wichtige Teammitglieder Michiel Mol, Subrata Roy Sahara (beide Mitbesitzer), Otmar Szafnauer (Geschäftsführer), Robert Fernley (Teammanager), Andy Stevenson (Sportdirektor), Jakob Andreason (Chefingenieur) Test-/Ersatzfahrer James Calado (GB)

1

15

Adrian Sutil

14

Paul di Resta

1 

die Aggregate dürfte das Comeback des 2012 noch arbeitslosen Sutil bei dem Team, für das er bereits in den Jahren 2008 bis 2011 aktiv war, beschleunigt haben. Trotz aller Unsicherheit im Frühjahr kommt Force India gut aus den Startlöchern. Entscheidender Vorteil des vom Technischen Direktor Andy Green konstruierten neuen VJM06 ist die Tatsache, dass das Auto hervorragend mit den neuen Pirelli-Reifen harmoniert. Bis auf das Rennen in Malaysia, als beide Force India wegen Problemen mit den Radmuttern ausfallen, sammeln Di Resta und der nach seiner Pause erstaunlich starke Sutil regelmäßig Punkte. 59 sind es schon bis zum Grand Prix in Silverstone. Zeitweise ist die Mannschaft um Teammanager Robert Fernley hinter Red Bull und Mercedes sogar die dritte Kraft im Ranking der Teams. Der Einbruch folgt mit Einführung der neuen Reifenkonstruktion ab dem Deutschland-Rennen. Auf ganze 18 Zähler kommt Force India mit den neuen Pneus. Das verhagelt Mallya gründlich die Laune. „Natürlich können wir für die Reifen kein neues Auto bauen, aber deshalb einfach zu resignieren ist nicht Formel-1-würdig“, schimpft der Inder über sein Team. Immerhin, der kleine Schritt vorwärts ist gemacht.


23

Williams F1 Team Führungspersonal Teamchef Frank Williams Technischer Direktor Mike Coughlan/Pat Symmonds 1 Renningenieur Maldonado Andrew Murdoch Renningenieur Bottas Jonathan Eddols Wichtige Teammitglieder Patrick Head (Mitbesitzer), Claire Williams (Stellv. Teamchefin), Dickie Stanford (Teammanager), Jason Somerville (Chefaerodynamiker), Ed Wood (Chefdesigner), Xevi Pujolar (Chefingenieur) Test-/Ersatzfahrer Valtteri Bottas (FIN), Susie Wolff (GB) 1 

Ab August.

Team-Statistik Formel 1 seit 1969 (Williams Racing Cars, ab 77 Williams GP Engineering) F1-Rennen664 Siege114 Pole-Positions127 Konstrukteurs-Titel9

Chassis Williams FW35 Motor Renault RS27-2013 KERS Williams

Fahrer-Duell Training

Rennen

Maldonado – Bottas

7 : 12

10 : 9

Valtteri Bottas (FIN) Geboren 28. August 1989 Geburtsort Nastola (FIN) Formel 1 seit2013 F1-Rennen19 Bester Startplatz3 Bestes Rennergebnis8 Bester WM-Platz17 Teams bisher Williams

17

Pastor Maldonado (YV) Geboren 9. März 1985 Geburtsort Maracay (YV) Formel 1 seit2011 F1-Rennen58 Pole-Positions1 Siege1 Bester WM-Platz15 Teams bisher Williams

Valtteri Bottas

16

Dennoch versucht Williams verzweifelt bis zum Grand Prix von Singapur, mit ständigen technischen Neuerungen den Rückstand vom Saisonbeginn wettzumachen. Verschiedene Auspuffvarianten werden eingesetzt, die Luftführung am Auto durch wechselnde Luftleitbleche ständig verändert und diverse Heckflügelkonfigurationen ausprobiert, bis hin zum schon 2012 eingesetzten Leitwerk. Alles mit eher weniger Erfolg. Ab Singapur konzentriert sich das Team schließlich auf die Vorbereitung der Saison 2014. „Wir müssen darauf achten, dass unsere Versuche, uns 2013 zu verbessern, nicht dazu führen, dass das Auto für 2014 Schaden nimmt“, begründet Claire Williams die frühe Kapitulation. Dazu passt, dass sie die Verpflichtung des bei Ferrari aussortierten Felipe Massa als Fahrer für 2014 als größte Leistung des Jahres anpreist. Für den Brasilianer muss Pastor Maldonado das Cockpit räumen. Eine Antwort auf die Frage, wie der Rennstall dessen auf 20 bis 40 Millionen Euro geschätzte Sponsorenmitgift ersetzen will, hat Williams (noch) nicht. Bleibt als Lichtblick immerhin die unerwartet starke Vorstellung von Neuling Bottas, der mit seinen vier Punkten aus dem GP der USA in der Abschlusstabelle sogar vor Maldonado rangiert.

Pastor Maldonado

A

m Ende bleibt nur noch Galgenhumor. Der Traditionsrennstall Williams ist bei seiner Talfahrt (fast) auf dem Niveau von Caterham und Marussia angekommen. Ganze fünf Pünktchen sammeln Pastor Maldona und Valtteri Bottas, der als Ersatz für Bruno Senna vom Ersatz- zum Einsatzfahrer befördert wird. „Das Leben ist langweilig, wenn man immer nur Erfolg hat“, zieht Claire Williams nach einem bitteren Jahr 2013 Bilanz. Die Tochter von Sir Frank Williams, Teamgründer, 60-prozentiger Anteilseigner und Teamchef, fungiert seit März 2013 als stellvertretende Teamchefin. Die Hoffnung von Williams, dass der Österreicher Christian „Toto“ Wolff, der 15 Prozent Teamanteile hält, die Umstrukturierung der Mannschaft vorantreibt, erfüllt sich nicht. Wolff macht nur flugs seine Gattin, Ex-DTM-Pilotin Susie Wolff, zur Testfahrerin und wird dann lieber Nachfolger von Norbert Haug als Motorsportchef von Mercedes-Benz. Und noch eine Personalie bringt Unruhe ins Team. Weil die Autos von Saisonbeginn an den erhofften Speed vermissen lassen, wird Mike Coughlan als Technischer Direktor in der Sommerpause gefeuert und durch den von Marussia abgeworbenen Pat Symonds ersetzt.


24 Formel 1 Teams

scuderia toro rosso

K

ontinuität, heißt es bei der Scuderia Toro Rosso vor der Saison 2013. Franz Tost, Teamchef seit der ersten Stunde 2006, bestimmt weiter die Geschicke der zweiten Mannschaft von Red-Bull-Inhaber Dietrich Team-Statistik Mateschitz. Der Österreicher baut auf Formel 1 seit2006 F1-Rennen147 Siege1 bewährtes Personal. Im Cockpit der neuen Pole-Positions1 Bester WM-Platz6 STR8 sitzen mit Jean-Éric Vergne und Daniel Ricciardo die gleichen Fahrer wie in der Saison zuvor. Das Auto ist die erste Neukonstruktion Chassis Toro Rosso STR8 Motor Ferrari Tipo 056 KERS Ferrari von James Key. Der Brite war im September Fahrer-Duell 2012 zu der im italienischen Faenza behei Training Rennen Vergne – Ricciardo 4 : 15 8 : 11 mateten Mannschaft gestoßen. Tost ist angetan von seinem neuen Technik-Chef: „James hat bei uns viel bewegt“, lobt er den Jean-Éric Vergne (F) Daniel Ricciardo (AUS) Geboren 1. Juli 1989 Geboren 25. April 1990 Ingenieur zu Saisonbeginn. Im Formel-1-­ Geburtsort Perth (AUS) Geburtsort Pontoise (F) Formel 1 seit2011 Formel 1 seit2012 Fahrerlager ist es ein offenes Geheimnis, F1-Rennen50 F1-Rennen39 Bester Startplatz5 Bester Startplatz7 dass Key als Nachfolger von Red-Bull-Desig­ Bestes Rennergebnis7 Bestes Rennergebnis6 Bester WM-Platz14 Bester WM-Platz15 ner Adrian Newey aufgebaut werden soll. Teams bisher HRT, Toro Rosso Teams bisher Toro Rosso Es zeigt sich allerdings schnell, dass Key von der Genialität seines Landsmanns noch ein Stück weit entfernt ist. Als der große Wurf entpuppt sich der neue Toro Rosso nämlich nicht. Statt Anschluss an die Spitzengruppe zu gewinnen, fällt das Team ans untere Mittelfeld zurück, muss sich in der Abschlusstabelle noch hinter Sauber und Force India mit Rang acht in der KonstrukFührungspersonal

19

Daniel Ricciardo

18

Jean-Éric Vergne

Teamchef Franz Tost Technischer Direktor James Key Renningenieur Vergne Phil Charles Renningenieur Ricciardo  Marco Matassa Wichtige Teammitglieder Dietrich Mateschitz (Eigentümer), Steve Nielsen (Sportdirektor), Laurent Mekies (Chefingenieur), Nicolo Petrucci (Chefaerodynamiker) Test-/Ersatzfahrer -

teurswertung begnügen. Das ist deutlich hinter dem von Tost vor der Saison als Minimalziel ausgegeben Rang sechs. Das liegt vor allem daran, dass die Weiterentwicklung des Autos, nach dem KeyEinstand 2012 die Stärke des Teams, 2013 nicht wie erwartet funktioniert. Verbesserungen am Bodywork in Spanien und der Aerodynamik in Ungarn bringen kaum Zeit auf der Strecke. Das Ungarn-Update wird beim folgenden Rennen in Spa sogar zurückgebaut. Rang sechs von Vergne in Kanada bleibt das beste Saisonergebnis. Doch mehrheitlich ist es Daniel Ricciardo, der das Potenzial des Autos auszuschöpfen weiß. Das Qualifying-Duell gegen seinen Teamkollegen gewinnt er locker mit 15:4. Und auch in der WM-Endabrechnung hat er Dank zweier siebter Plätze in Shanghai und Italien mit 20:13 Punkten deutlich die Nase vorn. Kein Wunder, dass Christian Horner, Teamchef des Top-Teams Red Bull, dem jungen Australier den Vorzug gibt, als es darum geht, einen Nachfolger für den der Formel 1 den Rücken kehrenden Mark Webber zu finden. Ricciardo schaut schon aufgeregt Richtung 2014: „Ich hoffe, dass ich schnell auf dem Level von Sebastian Vettel sein werde.“ Muss er wohl auch. Sein Vertrag bei Red Bull läuft nur ein Jahr …


25

Caterham F1 Team Führungspersonal Teamchef Cyril Abiteboul  Technischer Direktor Mark Smith Renningenieur Pic Juan Pablo Ramirez Renningenieur van der Garde Gianluca Pisanello Wichtige Teammitglieder Tony Fernandes, Kamarudin Meranun (beide Vorsitzende), Riad Asmat (Geschäftsführer), Graham Watson (Teammanager), Lewis Buttler (Chefdesigner), Jody Egginton (Chefingenieur) Test-/Ersatzfahrer Heikki Kovalainen (FIN)1, Alexander Rossi (USA), 1  Qing Hua Ma (CN) Bis November.

Team-Statistik Formel 1 seit2010 F1-Rennen77 Bestes Rennergebnis11 Bester Startplatz15 Bester WM-Platz10

Chassis Caterham CT03 Motor Renault RS27-2013 KERS Red Bull

Fahrer-Duell

Training

Rennen

Pic – van der Garde

11 : 8

7 : 11 1

1 

Doppelausfall in Indien nicht gezählt.

21

Giedo van der Garde (NL) Geboren 25. April 1985 Geburtsort Rhenen (NL) Formel 1 seit2013 F1-Rennen19 Bester Startplatz14 Bestes Rennergebnis14 Bester WM-Platz22 Teams bisher Caterham

Giedo van der garde

Charles Pic (F) Geboren 15. Februar 1990 Geburtsort Montélimar (F) Formel 1 seit2012 F1-Rennen39 Bester Startplatz18 Bestes Rennergebnis12 Bester WM-Platz20 Teams bisher Marussia, Caterham

20

­ ustralien am Start steht, auch nur ein A runderneuter CT01. Auf den chronologisch logischen Namen CT02 für den zweiten Formel-Rennwagen von Caterham verzichtet der Rennstall, weil es bereits einen Seriensportwagen der Marke mit diesem Namen gibt. Mit der Entwicklung des Autos, das vor allem durch sein zickiges Fahrverhalten auffällt, tun sich die jungen Piloten schwer. Sie finden kein Set-up, welches das oft ruckartige Ausbrechen des Hecks beim Einlenken verhindert. Deshalb rudert Abiteboul in Sachen Fahrer zurück und holt Kovalainen ab dem Grand Prix von Bahrain als Freitagstester zurück ins Team. Auch weil ein technisches Update zum GP Spanien Fortschritte verspricht. Dafür rüstet Caterham sogar in der Fabrik auf. Die Zahl der Mitarbeiter steigt um 70 auf 350 – mehr als die ungleich erfolgreicheren Sauber oder Force India beschäftigen. Weil die SpanienVersion des Autos nicht den erhofften Erfolg bringt, kümmern sich viele davon bereits um die Entwicklung des Neuwagens für 2014. So bleibt Platz 14 in der Regenlotterie des Qualifyings von Spa für van der Garde das sportliche Highlight einer Saison, die Caterham noch hinter dem Abonnementsletzten Marussia beendet.

Charles Pic

F

ahrer, die zur Finanzierung des Teams beitragen – auch Caterham muss notgedrungen diesen Weg gehen. Statt Millionen für Gehälter von gestandenen Fahrern wie etwa Heikki Kovalainen auszugeben, engagiert der neue Teamchef Cyril Abiteboul, Nachfolger des Teaminhabers Tony Fer­ nandes, der sich vor Saisonbeginn aus dem operativen Geschäft zurückzieht, lieber Bezahlfahrer. Der Franzose Charles Pic soll angeblich rund acht Millionen Euro für seinen Job bezahlen, der Niederländer Giedo van der Garde gar deren zehn. Pic geht mit einem deutlichen Erfahrungsvorsprung in die Saison. Er hat bereits 20 Formel-1-Rennen für Marussia gefahren. Dagegen ist van der Garde der erste Niederländer in der Formel 1 seit Christijan Albers. Für Abiteboul sind seine Fahrer eine „Investition in die Zukunft.“ So jedenfalls verkauft er ihre Verpflichtung am Saisonbeginn. Die Entwicklung eines neuen Autos für 2013 kann sich das chronisch klamme Team trotz der Mitgift seiner Fahrer nicht leisten. Immerhin hat der Rennstall in den vergangenen beiden Jahren schon rund 60 Millionen Euro Verbindlichkeiten eingefahren. Deshalb ist der vollmundig CT03 getaufte grüne Renner, der beim ersten Lauf in


26 Formel 1 Teams

Marussia F1 Team

D

en ersten Rückschlag muss Marussia schon vor Saisonbeginn hinnehmen. Weil man sich bei einem Gesamtbudget von rund 40 Millionen Dollar das Drei-MillioBis Juli. nen-Euro-Gehalt des deutschen SympaTeam-Statistik thieträgers Timo Glock nicht mehr leisten Formel 1 seit2010 F1-Rennen77 Bestes Rennergebnis12 kann, wird der Vertrag mit dem OdenwälBester Startplatz15 Bester WM-Platz10 der in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Glock startet fortan in der DTM. „Das Team ist auf den Einsatz von zwei Bezahlfahrern angewiesen“, steht Team-Manager Chassis Marussia MR02 Motor Cosworth CA2013 KERS Williams Graeme Lowdon offen zu den finanziellen Fahrer-Duell Problemen des Rennstalls, der als einziger Training Rennen Bianchi – Chilton 17 : 2 14 : 5 seine Autos noch mit dem alten CosworthMotor in die Saison schickt. Einer dieser Paydriver soll Luis Razia Jules Bianchi (F) Max Chilton (GB) Geboren 21. April 1991 Geboren 3. August 1989 sein. Weil zugesagte brasilianische SponGeburtsort Reigate (GB) Geburtsort Nizza (F) Formel 1 seit2013 Formel 1 seit2013 sorengelder ausbleiben, wird der GP2­ F1-Rennen19 F1-Rennen19 Bester Startplatz16 Bester Startplatz15 Vizemeister von 2012 noch vor dem ersten Bestes Rennergebnis14 Bestes Rennergebnis13 Bester WM-Platz23 Bester WM-Platz19 Rennen durch den französischen FerrariTeams bisher Marussia Teams bisher Marussia Zögling Jules Bianchi ersetzt. „Das Auto ist gar nicht so schlecht. Wir müssen nur etwas mehr Abtrieb finden, dann können wir im Mittelfeld mitfahren“, geht der beim Saisonstart 23-Jährige das Abenteuer Formel 1 optimistisch an. Erfahrung mit der Königsklasse hat er bis dahin nur bei Tests mit Ferrari und Force India gesammelt. Ihm zur Seite steht 2013 Max Chilton. Der Brite, Führungspersonal

Teamchef John Booth Technik-Berater Pat Symonds 1 Renningenieur Bianchi Paul Davison Renningenieur Chilton Michael Harre Wichtige Teammitglieder Nikolay Fomenko (Miteigentümer), Andy Webb (Geschäftsführer), Graeme Lowdon (Sportdirektor), Dave Greenwood (Chefingenieur), John McQuilliam (Chefdesigner) Test-/Ersatzfahrer Rodolfo Gonzalez (YV)

24

Max Chilton

23

Jules Bianchi

1 

ebenfalls Formel-1-Rookie und seit 2012 als Testfahrer beim Team, wird zum Einsatzfahrer befördert. Vor allem wohl deshalb, weil sein Vater als stellvertretender Chef der Aon Cooperation als Sponsor zum Überleben des Rennstalls beiträgt. Die Hoffnung Bianchis auf Fortschritte bei der Entwicklung des Autos beruht zum einen darauf, dass Marussia erstmals das Energie-Rückgewinnungssystem KERS einsetzt und zum anderen, dass die Sperre von Pat Symonds nach der CrashgateAffäre in Singapur 2008 abgelaufen ist und er als Technischer Direktor des Teams arbeiten darf. Doch der Brite nutzt die erste Gelegenheit, um die Karriereleiter eine Sprosse höher zu klettern. Im Juni wird er Technischer Direktor bei Williams. Marussia versucht, das Loch mit unerfahrenen Nachwuchsingenieuren zu stopfen. Das, gepaart mit fehlendem Geld, lässt die Entwicklung des Autos nicht zu. Positiv an der Saison 2013 ist die Zuverlässigkeit des Marussia MR02. Chilton beendet alle 19 Rennen. Das hievt das Team erstmals vom letzten auf den vorletzten Platz der Konstrukteurswertung. Sonst ändert sich nur die Zahl der gefahrenen Grands Prix. Das sind jetzt 77. Der Rest: Pole-Positions: 0, Siege: 0, schnellste Runden: 0 Punkte: 0.


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28 Formel 1 Australien

So macht man das Der Iceman und das Gummi: Als einzigem TopPiloten gelingt Kimi Räikkönen in Melbourne der perfekte Umgang mit den umstrittenen Reifen. Es ist der Schlüssel zum Sieg beim Saisonauftakt


29


30 Formel 1 Australien

R

eifen, immer wieder Reifen. Seit Pirelli 2011 exklusiver Ausrüster der Formel 1 geworden ist, ist das schwarze Gummi in der Königsklasse ein Reizthema. Auch beim Sai­ sonauftakt 2013 beherrschen die italieni­ schen Pneus die Gespräche im Fahrerlager und die Medienlandschaft. Pirelli bringt gegenüber 2012 komplett neue Reifen­ mischungen nach Melbourne. Diese haben einen neuen Aufbau, sind weicher und sol­ len die Rundenzeiten um rund 0,5 Sekun­ den verbessern. Gleichzeitig sind sie jedoch weniger haltbar. Das Ziel von Pirelli: Min­ destens zwei Boxenstopps pro Fahrer im

Rennen und mehr Überholmanöver. „Wir wollen den Teams immer wieder neue Her­ ausforderungen stellen“, so Paul Hembrey, der Motorsportchef der Italiener. „2012 gab es sieben verschiedene Sieger in den ersten sieben Rennen, doch mit jedem Grand Prix lernten die Teams, die Reifen immer besser zu verstehen. Die Folge: Bei den letzten Ren­ nen gab es immer weniger Wettkämpfe und manchmal nur noch einen Boxenstopp.“ Verregnete Vorsaisontests erschweren den Teams das Kennenlernen der Pneus. Eine wirkliche Standortbestimmung ist daher vor Melbourne nicht möglich. „Wir wissen nicht, was passieren wird“, so der

Räikkönen stoppt auf dem Weg zum Sieg einmal weniger als die Konkurrenz

Trotz Pole-Position muss sich Sebastian Vettel in Australien mit Rang drei zufriedengeben

neue Mercedes-Werksfahrer Lewis Hamil­ ton. McLaren-Pilot Sergio Pérez befürchtet wegen des höheren Reifenverschleißes in Melbourne im Rennen bis zu sieben Boxen­ stopps pro Fahrer.

0

Rennrunden

lautet die Bilanz von Nico Hülkenberg nach seiner dritten Teilnahme beim Großen Preis von Australien. 2010 und 2012 scheidet der Deutsche nach einer Kollision in der ersten Runde aus, 2013 kann er wegen Problemen mit dem Benzinsystem noch nicht einmal starten.


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Zu Beginn des Wochenendes scheint Red Bull das Maß der Dinge zu sein. Titel­ verteidiger Sebastian Vettel ist der Schnellste am Freitag und auch im Qualifying beherrscht er das Geschehen. Dabei verläuft das Zeittraining alles andere als normal. Wegen starken Regens wird es am Samstag nach Q1 abgebrochen und erst – bei besse­ ren Bedingungen – am Sonntagmorgen fortgesetzt. Am Ende liegt Vettel mit einer Zeit von 1.27,407 Minuten 0,4 Sekunden vor Teamkollege Mark Webber. Hamilton ist als Dritter und bester „Nicht-Bulle“ bereits 0,6 Sekunden langsamer. Doch können die Blauen auch im Ren­ nen am Nachmittag dominieren? Die Ant­ wort lautet nein. Vettel bekommt bei den nasskalten Bedingungen wegen fehlender Balance die Reifen nie ins richtige, gegen­ über 2012 schmaler gewordene Temperatur­ fenster: Das Gummi baut schneller ab als erwartet. Am Ende muss sich der Heppen­ heimer mit Rang drei zufriedengeben. Team­ kollege Webber wird beim Heimspiel noch weiter durchgereicht. Er bekommt vor dem Start Probleme mit der Einheitselektronik und sieht einen ­Fahrer nach dem a­ nderen an

sich vorbeiziehen. Dass sein KERS bis zur 18. Runde nicht funktioniert, hilft bei der Auf­ holjagd auch nicht. In der zweiten Renn­ hälfte ist er so schnell wie Vettel, mehr als Rang sechs ist jedoch nicht mehr drin. Dominierender Fahrer des Rennens ist dagegen Kimi Räikkönen. Zwar führt der Finne das Feld nur 22 von 58 Runden an, doch das liegt daran, dass er sich zuerst von Startplatz sieben kommend an die Spitze des Feldes vorkämpfen muss. Doch kein anderer Top-Fahrer kommt am Sonntag mit den Pirelli-Pneus so gut zurecht wie der Lotus-Pilot. Sein Fahrzeug geht so behutsam mit den Reifen um, dass Räikkönen als ein­ ziger Fahrer in den Top Sechs nur zweimal stoppen muss. Trotzdem sind zum Renn­ ende seine Reifen noch so gut in Schuss, dass er in der drittletzten Runde die abso­ lute Bestzeit des Rennens aufstellt. Und das, obwohl die Reifen da bereits 22 Umläufe auf dem Buckel haben. Im Schnitt ist der Lotus im Rennen 0,5 Sekunden pro Runde schnel­ ler als die Red Bull. Räikkönen: „Ich habe beim Start ein paar Plätze gutgemacht, zwi­ schenzeitlich hatte ich einen schönen Kampf mit Hamilton, aber am Ende war das R ­ ennen

nicht schwierig. Das war einer meiner ein­ fachsten Siege in der Formel 1 überhaupt.“ Bei Rennfavorit Red Bull ist man beein­ druckt: „Wie der Lotus mit den Reifen umgeht, davon können wir nur träumen“, gibt Teamchef Christian Horner zu. Doch Alarmglocken schrillen noch nicht: „Ich bin nicht beunruhigt“, so Sebastian Vettel. „Manchmal muss man sich einfach eingeste­ hen, dass andere besser waren. Vom Ren­ nen in Melbourne konnte man wegen der speziellen Streckencharakteristik in der

„Wir haben eine solide Basis, auf der wir aufbauen können“

Der neue MercedesSportchef Toto Wolff sieht nach Platz fünf von Lewis Hamilton bei seinem Team weiteres Potenzial


32 Formel 1 Australien

Ein Jahr danach Rückblende: Melbourne, März 2012: McLaren-Pilot Jenson Button gewinnt den Saisonauftakt, Teamkollege Lewis Hamilton wird Dritter. Ein Jahr später gibt es beim britischen Traditionsteam dagegen betrübte Gesichter. Statt zum vierten Mal im Albert Park ganz oben auf dem Podest zu stehen, schafft Button als Neunter gerade so den Sprung in die Punkte. Seinem neuen Teamkollegen Sergio Pérez gelingt dies als Elfter nicht. Krisenstimmung bei McLaren. Der neue MP4/28 ist nicht der erhoffte Volltreffer. Das neue Auto, bei dem McLaren erstmals seit 1990 wieder zu einer ZugstrebenAufhängung vorn zurückkehrt, erzeugt zu wenig Abtrieb. Nur mit extrem wenig Bodenfreiheit lässt sich dieses Manko beheben, etwas, was auf dem welligen Kurs in Melbourne jedoch nicht machbar ist. „Es schmerzt zu sehen, dass unser Auto nicht wettbewerbsfähig ist“, so Button. Teamchef Martin Whitmarsh flüchtet sich in Zweckoptimismus: „Unsere Ingenieure sind die besten der Formel 1. Die finden eine Lösung.“ Gerüchte, McLaren könne schon bald zum 2012er-Auto zurückwechseln, werden daher sofort energisch abgestritten.

Platz neun statt Sieg – Jenson Button und McLaren fahren in Melbourne hinterher

Fernando Alonso startet mit Rang drei in die Saison

­ ergangenheit nur selten einen Trend ablei­ V ten.“ Zweiter wird beim Saisonauftakt Fer­ rari-Pilot Fernando Alonso, dessen Team – auch dank Platz vier von Felipe Massa – deutlich besser in die Saison startet als im Vorjahr. Der neue Rennwagen der Italiener kommt in Australien ebenfalls deutlich bes­ ser mit den Reifen zurecht als das Gros der Konkurrenz. Nach guten Zeiten im Training springt beim Neuanfang von Mercedes nur ein magerer fünfter Platz von Lewis Hamilton heraus, Teamkollege Nico Rosberg macht die Technik einen Strich durch die ­Rechnung:

Er kommt gar nicht erst ins Ziel. Dennoch gehören die beiden Silberpfeil-Piloten mit Sieger Kimi Räikkönen, Sebastian Vettel, Fernando Alonso, Felipe Massa und ForceIndia-Rückkehrer Adrian Sutil zu den sieben Piloten, die aufgrund der unterschiedlichen Reifenstrategien zwischenzeitlich das Feld anführen. Nur ein einziges Mal in der For­ mel-1-Geschichte, 1971 in Monza, waren es mehr. Der neue Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda ist davon jedoch nicht beein­ druckt: „90 Prozent der Renndistanz ver­ steht niemand, wer jetzt wirklich vorn liegt.


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Pinnwand GP Australien 1

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1 Als einziges Team tritt Marussia mit Max Chilton (l.) und Jules Bianchi (hier beim Yenga spielen) mit zwei Rookies an 2 Mark Webber verpasst beim Heimspiel wieder das Podest 3 Wegen starken Regens wird das Qualifying am Samstag abgebrochen und sonntags fortgesetzt 4 Nico Rosberg muss auf P3 liegend mit einem Elektronikproblem aufgeben

Rückkehrer Adrian Sutil sammelt erste Führungskilometer und wird am Ende Siebter

Wenn die weichen Reifen so weich bleiben, ist das schlecht für die Formel 1. Die Zuschauer kommen nicht mehr mit, wenn es mehr als zwei Boxenstopps gibt. Dieser Weg ist grundsätzlich falsch.“ Auch Mark Webber ist verärgert: „Alles dreht sich nur noch um die Reifen. So macht das keinen Spaß.“ Pirelli lässt die Kritik jedoch abprallen. „Wir hatten den spannendsten Grand Prix in Melbourne seit Jahren“, rechtfertigt sich Paul Hembrey mit einem Blick auf die Statis­ tik. „Sollen wir stattdessen für langweilige Rennen sorgen?“ 


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Eiszeit in den Tropen

Sebastian Vettel (hinten) widersetzt sich beim Hitze-GP in Malaysia den Anweisungen von Red Bull und stiehlt Teamkollege Mark Webber den Sieg. Schlechte Stimmung gibt es aber auch bei Mercedes


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ein, Freunde werden Sebastian Vettel und Teamkollege Mark Webber nicht mehr. Zu oft sind die Red-Bull-Piloten schon aneinandergeraten. Besonders in der Saison 2010 gab es mehrere Zwischenfälle: Mal kollidieren die beiden Streithähne auf der Strecke (Istanbul), mal gibt es Streit um neue Teile (Silverstone). „Spätestens seit Istanbul vertrauen sich beide nicht besonders“, gibt Red-Bull-Teamchef Christian Horner zu. Der Große Preis von Malaysia 2013 fügt der Dauerfehde ein weiteres Kapitel hinzu. Es ist die 44. Runde des zweiten Saisonrennens. Webber hat gerade seinen vierten und letzten Reifenwechsel absolviert, als der einen Umlauf vorher gestoppte Vettel am Ende der Start-ZielGerade zum Australier aufschließt. Vettel will die Gunst der Stunde nutzen und am Australier, der seine Pneus erstmal auf Betriebstemperatur bringen muss, vorbeigehen. Doch Webber wehrt die Angriffe vorerst ab. Sofort gibt die Red-Bull-Teamleitung die chiffrierte Anweisung: „Multi 21“ – im Klartext: Positionen halten. Webber Schlechte Stimmung – Mark Webber und Sebastian Vettel auf dem Podest in Sepang

58 Rennen musste Felipe Massa von Bahrain 2010 bis Malaysia 2013 warten, bis er wieder aus der ersten Reihe starten durfte. Damit stellte der Brasilianer einen neuen Negativrekord für Ferrari-Piloten auf.

nimmt sofort Tempo heraus, um sein Auto und die Reifen auf den letzten Runden zu schonen. Doch zwei Runden später greift Vettel erneut an. Mehrere Kurven lang liefern sich die beiden Rivalen ein Rad-anRad-Duell, bis sich Vettel in Turn 4 endgültig durchsetzt. Er fährt danach zu seinem ersten Saisonerfolg. Webber ist im Ziel ob des gestohlenen Sieges stinksauer. Er weigert sich anfangs sogar, an der Siegerehrung teilzunehmen. Vettel versucht sich unterdessen zu erklären: „Ich habe Mist gebaut und kann verstehen, wie sich Mark fühlt. Ich möchte mich entschuldigen.“ Doch selbst das Team tut sich schwer, Vettel Erklärung zu

­akzeptieren. „Das war ganz klar Absicht“, so Teamchef Christian Horner. „Sebastian wusste, was wir besprochen hatten und hat es bewusst ignoriert. Wir waren mit den Reifen am Limit und wollten am Ende kein Risiko mehr eingehen. Doch er hat seine Interessen über die des Teams gestellt. Ihm waren die sieben Punkte, die es für den Sieg mehr gibt, wichtiger.“ Aber auch Horner steht in der Kritik: Er habe seine Fahrer nicht unter Kontrolle, heißt es. Neben Red Bull gibt es in Malaysia einen zweiten Rennstall, bei dem in der Schlussphase das Thema Teamorder eine Rolle spielt. Das Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg ist beim


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T­ ropen-Grand-Prix das einzige, das mit den Red-Bull-Piloten einigermaßen mithalten kann. Als am Ende Rosberg auf seinen auf Rang drei liegenden Teamkollegen aufläuft und über Funk fordert, vorbeigelassen zu werden, lautet die Antwort über Teamfunk: „Negativ Nico, Lewis fährt genau so schnell, wie wir es von ihm wollen.“ Rosberg entgegnet, die Red Bull würden vielleicht Reifenprobleme bekommen, wenn man sie unter Druck setzt. Doch das Team wiederholt seine Anweisung. Im Ziel trennen den Deutschen 0,459 Sekunden vom ersten Podestplatz der Saison. Sofort gibt es Vermutungen, Mercedes habe Rosberg nicht vorbeigelassen, um Stareinkauf Hamilton nicht bereits im zweiten Rennen zu brüskieren. „Manchmal muss man harte Entscheidungen treffen“, so Teamchef Toto Wolff. „Für uns war es wichtig, beide Autos ins Ziel zu bringen und viele Punkte zu sammeln.“ Anders als bei Red Bull, wo sich das Team erst kurz vor dem dritten Rennen in Shanghai noch einmal ausspricht, schafft Mercedes den internen Zwist noch in Sepang aus der Welt. „Wir haben alles

Erste Saisonpunkte – Lotus-Pilot Romain Grosjean (rechts) wird Sechster, McLaren-Neuling Sergio Pérez fährt auf Rang neun


38 Formel 1 Malaysia

Update 1.0 Aus Kostengründen fahren Formel-1-Boliden seit 2008 mit Einheitselektronik. Hersteller und Lieferant der Steuereinheiten ist McLaren Electronic Systems (MES). Die sogenannten ECUs (Electronic Control Units) sind komplexe Steuereinheiten, die den Antriebsstrang, das DRS und das Daten-System des Autos steuern. In dieser Saison liefert der britische Hersteller nach fünf Jahren erstmals ein Update des Steuerelements. Im Vergleich zum Vorgänger kann das neue System das achtfache Datenvolumen speichern und ist bei direkter Datenübertragung um ein Vielfaches schneller. Auch der Arbeitsspeicher ist mit 512 MB um mehr als ein Zwölffaches größer geworden. Die neue Elektronik war eigentlich für die neuen 1,6-LiterTurbo-Motoren vorgesehen. Da deren Premiere jedoch auf 2014 verschoben wurde, kommt sie schon in dieser Saison bei den 2,4-LiterSaugern zum Einsatz. Nicht nur die Formel 1 wird von MES ausgerüstet. Die Briten liefern auch StandardSteuergeräte für die NASCAR- und Eine für alle – die neue die IndyCar-Serie. Einheitselektronik von McLaren

Sauber-Pilot Nico Hülkenberg wird in Malaysia Achter

geklärt. Unsere beiden Fahrer haben kein Problem miteinander. Es gibt keine Streitigkeiten.“ Während Felipe Masse als Fünfter wie schon in Melbourne kräftig punktet, kommt Ferrari-Teamkollege Fernando Alonso diesmal nicht ins Ziel. In der Startrunde beschädigt er sich am Heck von Vettels Red Bull den Frontflügel. Doch Ferrari holt ihn nicht in die Box. Als der Flügel nach der ersten Runde kurz vor der ersten Kurve bricht, ist der Spanier nur noch Passagier. „Wir hätten heute gewinnen können“, ärgert sich Alonso. Mit Kimi Räikkönen hat ein zweiter Pilot, der noch in Australien auf dem Podest stand, ein wenig erfolgreiches Rennen. Der Auftaktsieger wird in der Startaufstellung um drei Ränge auf Platz zehn zurückversetzt, da er im Qualifying Nico Rosberg blockiert hat. Im Rennen kommt er hinter


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Teamkollege Romain Grosjean als Siebter ins Ziel. „Wir hatten in der Anfangsphase, als die Stecke noch nass war, Probleme. Zudem habe ich früh einen Teil des Frontflügels verloren. Das hat es auch nicht einfacher gemacht.“ Das Krisenteam McLaren ist in Malaysia besser unterwegs als beim Auftakt. Doch am Ende springt erneut nur ein neunter Platz (diesmal von Sergio Pérez) heraus. Stallgefährte Jenson Button setzt anders als die Spitzengruppe auf nur drei Boxenstopps. Doch ausgerechnet beim letzten Halt wird ein Vorderrad nicht richtig festgeschraubt. Der Brite verliert zwei Minuten, da seine Mechaniker ihn zurück in die Box ziehen müssen. Später gibt er wegen Vibrationen auf. Button: „Ein Podestplatz wäre vielleicht drin gewesen, da wir einmal weniger gestoppt haben als die Mercedes.“

„Nico hätte meinen Podestplatz verdient gehabt. Er war einfach schneller“

Pinnwand GP Malaysia 1

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Lewis Hamilton zeigt nur verhaltene Freude über seinen ersten Podestplatz für Mercedes

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Gehorsam – Rosberg (links) darf nicht an Teamkollege Hamilton vorbei

1 Ferrari-Pilot Fernando Alonso strandet schon in der zweiten Runde mit einem gebrochenen Frontflügel 2 Nicole Scherziger freut sich über den Podestplatz ihres Noch-Freundes Lewis Hamilton 3 Beide Force India werden durch Defekte an den Schlagschraubern gestoppt 4 Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne holt als Zehnter einen WM-Zähler


216 Formel Story 2013 Verlag Adrenalin Verlag GmbH Bernhard-Nocht-Straße 99, D-20359 Hamburg Telefon +49 40 300682-70 info@adrenalin-verlag.com www.adrenalin-verlag.com Vertrieb Christof Rosenfeld Telefon +49 40 300682-71 vertrieb@adrenalin-verlag.com Redaktion, Produktion Speedpool, Hamburg www.speedpool.com Autoren Lars Krone (Leitung), Thomas Arndt, Marco Kraft, Volker Paulun, Thomas Rottluff, Susanne Scheller (Statistik), Sonja Schmidt, Torben Schröder, Alexander von Wegner, Roland Zumsande Schlussredaktion David Feist, Christoph Kirchner Grafik Oliver Breilmann, Tilmann Fabel, Hella Fassauer, Jana Herbst, Manuela Mrohs, Thomas Wildelau Druckvorstufe Julien Gradtke, Anke von Lübken, Kathrin Voß Koordination Carina Chowanek, Benjamin Hoffmann Fotos ADAC Motorsport, CGPM, DPPI, FIA F3, GP2 Series, Ferrari, Getty Images, Gepa, Hoch Zwei, Bildagentur Kräling, LAT Photographic, Christiano Marinelli, Marussia, Mercedes AMG, James Moy Photography, Pirelli, Red Bull, Renault Sport Italia, Sahara Force India, Sauber, Chris Schotanus, Thomas Suer, TAG, Steven Tee, Toro Rosso, Toyota Motor Sports, Alexander Trienitz, Twitter, Volkswagen Motorsport, Werke, Williams, Wolfgang Wilhelm Anzeigen G.F. MediaMarketing, Hamburg Telefon +49 40 239375-0 gf@gf-mediamarketing.de Druck Blattwerk Hannover ISBN 978-3-943861-19-8 © 2013 Adrenalin Verlag


Formel StorY 2013 Die Mercedes-Sterne Nico Rosberg und Lewis Hamilton, Ferrari-Grande Fernando Alonso, LotusQuerkopf Kimi Räikkönen – alle mühen sich, aber Sebastian Vettel hat die Nase seines Boliden wieder weit vorn. Neben „Super-Sebs“ Fahrt zum vierten WM-Titel beleuchtet die Formel Story als einziges Jahrbuch auch alle anderen wichtigen Formelserien weltweit. Kompetent geschrieben, eindrucksvoll bebildert und mit vielen Statistiken erscheint der Jahrbuch-Klassiker im 20. Jahr mit einem Jubiläums-Bonus: dem großen „Best of“-Rückblick.

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