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JAHRBUCH 2008 Das offi zielle Buch der DTM


JAHRBUCH 2008 Das offi zielle Buch der DTM


Vierfacher Vorsprung.

Audi gewinnt die DTM 2008.

Vier von vier – eine Traumquote für Audi. Mit dem Gesamtsieg der DTM konnte unser Motorsportteam auch die letzte Serie gewinnen, in der wir dieses Jahr an den Start gingen. Die 24 Stunden von Le Mans, die amerikanische Le Mans-Serie ALMS, die europäische Le Mans-Serie LMS und jetzt die DTM – ein Saisonergebnis, das nur noch einen einzigen Wunsch offenlässt: eine Wiederholung im nächsten Jahr. Sehen Sie die Highlights jetzt auf Audi tv.


Vorsprung durch Technik www.audi.de/tv

Und die 24 Stunden von Le Mans. Und die amerikanische Le Mans-Serie. Und die europ채ische Le Mans-Serie.


Impressum

Inhalt 20

28

36

44

Herausgeber, Produktion und Vertrieb Speedpool Multimedia-Service GmbH Pickhuben 6, D-20457 Hamburg T: +49 40 300682-0

52

F: +49 40 300682-22 E-Mail: info@speedpool.com

5 Vorwort

Internet: www.speedpool.com

Text und Redaktion

60

Thomas Voigt

6 Momentaufnahmen 12 Saison 2008

Fotos Hoch Zwei/Jürgen Tap, Michael Kunkel, CAT, Burkhard Kasan, Bildagentur Kräling, Ralf Lienert, Petra Reker,

68

Wolfgang Wilhelm, Werke, ITR

20 Hockenheim 28 Oschersleben

Layout

36 Mugello

Jana Herbst, Clemens Kügler, Isabel Maass, Thomas Wildelau

76 44 EuroSpeedway

Druckvorstufe Carina Chowanek, Julien Gradtke,

52 Norisring

Benjamin Schröder

Schlussredaktion

84

Iris Wedekind

60 Zandvoort 68 Nürburgring

Koordination Sandra Herrmann

92 Druck Hansmann Verlag Sponholtz Druck GmbH,

84 Barcelona

Hemmingen

Vertrieb Patrick Ziegler

In Kooperation mit ITR e.V.

76 Brands Hatch

100

92 Le Mans 100 Finale Hockenheim

Printed in Germany ISBN 978-3-940672-10-0

4

107

Statistik


Ralf Schumacher

Vorwort

„Ich hatte eine Menge Spaß“

L

iebe DTM-Fans,

meine erste Saison in der DTM liegt hinter mir. Mein Fazit fällt kurz und knapp aus: Ich hatte eine Menge Spaß, ich habe eine Menge gelernt, aber es gibt in der DTM auch noch genügend Herausforderungen für mich. Wie ich bereits vor knapp einem Jahr nach meiner ersten Testfahrt in einem DTM-Auto gesagt habe, steigt man hier auch als ehemaliger Formel-1-Fahrer nicht einfach ein und zeigt den anderen, wo es langgeht. Ich bin bei Mercedes-Benz und bei meinem Team Mücke Motorsport hervorragend aufgenommen worden – das hat mir sehr viel Spaß gemacht und mich sehr gefreut. Es gab nie ein böses Wort, sondern immer einen wirklich respektvollen, konstruktiven und menschlichen Umgang, kurz gesagt: Teamgeist pur. Zu Beginn der Saison, nachdem Audi die ersten beiden Rennen gewonnen hatte, konnten sich viele nur schwer vorstellen, dass wir mit Mercedes-Benz ein grandioses Comeback hinlegen würden. Aber wir haben den Anschluss so gut geschafft, dass es in Hockenheim zwischen Timo Scheider und Paul di Resta zu einem wirklichen Bilderbuch-Finale kommen konnte. Ein Finale vor einer Rekordkulisse von insgesamt 165.000 Zuschauern an drei Tagen, das ich so noch nie erlebt habe. Die ganze Faszination DTM, die viel mehr ist als nur die Rennen, konnte man in Hockenheim erleben: ein Rahmenprogramm mit LiveKonzerten, Fahraktionen und einer großen Markenwelt, in der jeder Zuschauer auf seine Kosten kam – und das alles bei einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. Natürlich sage ich als Mercedes-Pilot, dass es schade ist, dass Paul di Resta den Titel am Ende nicht gewonnen hat, aber Timo Scheider kenne ich schon seit vielen Jahren sehr gut und gönne ihm diesen Sieg – er hat ihn sich hart und lange erarbeitet. Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß, wenn Sie hier im offiziellen DTM-Jahrbuch die spannende Saison noch einmal Revue passieren lassen.

Herzlichst, Ihr

Ralf Schumacher

5


Evergreen DTM-Rekordmeister Bernd Schneider

6


Momentaufnahmen

Kavaliersstart Timo Scheider beim Verlassen der Box

7


Radierung Das Ergebnis von Seite 7 ...

8


Momentaufnahmen

Party-Stimmung Riesenjubel bei Audi nach dem siegreichen Deb端t des neuen A4

9


Eine Marke der Daimler AG. www.mercedes-amg.com

Luftwiderstand zw SL 63 AMG. A different fast.

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,9 l/100 km, auĂ&#x;erorts: 9,5 l/100 km, innerorts: 21,4 l/100 km; CO2 -Emission kombiniert: 330 g/km. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen.


ecklos.


Zehn plus neun Audi ging auch 2008 mit einem zehnköpfigen Fahrerkader an den Start, Mercedes-Benz mit einem Auto weniger

Ein Fall für 2, Teil 3 Zum dritten Mal in Folge duellierten sich mit Audi und Mercedes-Benz zwei deutsche Premium-Hersteller um die DTM-Krone. Die Ingolstädter peilten mit der Rennversion des neuen Audi A4 die erfolgreiche Titelverteidigung an, die Stuttgarter setzten auf eine Weiterentwicklung der aktuellen C-Klasse. Mit Ralf Schumacher präsentierte Mercedes-Benz einen prominenten Neuzugang. Nachfolger von Mika Häkkinen im Eliteteam HWA wurde jedoch Nachwuchspilot Paul di Resta – eine weise Wahl ...

12


Die Saison 2008

Sparringspartner Audi setzte auf den neuen A4, Mercedes-Benz auf eine Weiterentwicklung der C-Klasse Begehrt Die DTMTroph채e 2008

13


Tom Kristensen

Martin Tomczyk

Mattias Ekström

Markus Winkelhock

Timo Scheider

Oliver Jarvis

Alexandre Prémat

Drei Neuzugänge Audi änderte seinen erfolgreichen Fahrerkader gegenüber 2007 nur minimal

DTM extrem Mit dem neuen A4 DTM präsentierte Audi Sport das aerodynamisch progressivste Fahrzeug seit Wiedereinführung der DTM. Für den Betrachter besonders auffällig war die extreme Gestaltung der hinteren Radkästen. Noch intensiver feilten die Audi-Ingenieure an der Durchströmung des Fahrzeugs. Den Einsatz der aktuellen A4 übernahm erneut das Abt-Team. Das Fahrerquartett blieb mit Titelverteidiger Mattias Ekström, Tom Kristensen, Timo Scheider und Martin Tomczyk ebenfalls unverändert. Markus Winkelhock erhielt erstmals einen Werksvertrag. Mit Oliver Jarvis und Katherine Legge verpflichtete Audi zwei neue Piloten, das Kundenteam Futurecom TME holte Christijan Albers in die DTM zurück.

Verlängerung Mit dem dicken Auspuffendrohr erfüllte Audi die Vorgaben des Reglements

Diktat des Windes Der Aerodynamik zuliebe blieb beim neuen A4 von den hinteren Türen nicht mehr viel übrig

14


Die Saison 2008

DIE AUDI-FLOTTE

1 Mattias Ekström (Abt)

Mike Rockenfeller

2 Martin Tomczyk (Abt)

Christijan Albers

9 Tom Kristensen (Abt)

10 Timo Scheider (Abt) Katherine Legge

Schöne Augen Audi übernahm das LED-Tagfahrlicht des neuen Serien-A4 für die DTM-Version 14 Alexandre Prémat (Phoenix)

15 Oliver Jarvis (Phoenix)

18 Mike Rockenfeller (Rosberg)

Gewohntes Bild Das Cockpit des neuen A4 DTM blieb gegenüber dem Vorjahresmodell nahezu unverändert 19 Markus Winkelhock (Rosberg)

20 Katherine Legge (Futurecom TME)

21 Christijan Albers (Futurecom TME)

15


Alle Neune Die Mercedes-Benz-Piloten des Jahres 2008

Gary Paffett

Maro Engel

Oldie Bernd Schneider, mit 44 Jahren der 채lteste Pilot der DTM 2008

16

Susie Stoddart

Bruno Spengler Mathias Lauda

Update Die aktuelle C-Klasse wurde f체r ihre zweite DTM-Saison weiterentwickelt


Die Saison 2008

DIE MERCEDES-FLOTTE

Neuer Star für die Sterne Mit der Verpflichtung des ehemaligen Formel-1-Stars Ralf Schumacher gelang es Mercedes-Benz, die durch den Rücktritt von Mika Häkkinen entstandene Lücke

3 Bruno Spengler (HWA)

zu schließen. Für sein Lehrjahr in der DTM wählte „Schumi 2“ allerdings ein Vorjahresauto. Das verwaiste Häkkinen-Cockpit im HWA-Team übernahm der Schotte Paul di Resta, der 2007 in seiner Debütsaison mit einer zwei Jahre alten C-Klasse geglänzt hatte. Insgesamt reduzierte Mercedes-Benz das Aufgebot von zehn auf neun Fahrzeuge. Zweiter Neuzugang war der 22-jährige Deutsche Maro Engel. Die 2008er-C-Klasse war eine Weiterentwicklung des Vorjahresmodells. Nach

4 Paul di Resta (HWA)

dem starken Saisonstart von Audi waren die Schwaben jedoch gezwungen, im Laufe des Jahres nachzulegen.

Ralf Schumacher

Bernd Schneider

Paul di Resta

5 Jamie Green (HWA)

Jamie Green

6 Bernd Schneider (HWA)

7 Gary Paffett (Persson)

8 Mathias Lauda (Persson)

11 Ralf Schumacher (Mücke)

Junge Sterne Paul di Resta (links) und Formel-1-Pilot Lewis Hamilton

12 Maro Engel (Mücke)

16 Susie Stoddart (Persson)

17


Erfolgreiche Titelverteidigung Erstmals seit 1990/1991 gelang es Audi, den Titel erfolgreich zu verteidigen. Mann des Jahres war Timo Scheider, der 2008 nicht nur seinen ersten Sieg feierte, sondern am Ende auch das Titelduell gegen Mercedes-Benz-Pilot Paul di Resta gewann

N

ach den ersten beiden Rennen

sitions und sechs Siege machten den Audi

fehlten dem Schotten am Ende zum Titel-

der DTM-Saison 2008 hätte kaum

dennoch zum erfolgreichsten Fahrzeug des

gewinn.

einer darauf gewettet, dass die Entschei-

Jahres.

Die verlor er gleich zu Saisonbeginn

dung im Titelkampf wieder erst beim Finale

Nach den Vorfällen gegen Ende der Sai-

in Hockenheim, als an seiner C-Klasse

fallen würde. Zu überlegen wirkte der neue

son 2007 wurden Teamorder in der DTM

beim Boxenstopp die Kupplung nicht richtig

Audi A4 DTM, mit dem die Ingolstädter die

verboten und die Boxenstoppfenster so de-

trennte. Doch auch alle anderen Titelkandi-

Konkurrenz aus Stuttgart überraschten. Bei

finiert, dass Vorjahresfahrzeuge weniger für

daten verbuchten in der Saison 2008 Nullrunden: Timo Scheider verspielte in Mugello

Mercedes-Benz hatte man nicht erwartet, dass Audi mit dem neuen Modell ein derart großer Entwicklungsschritt gelingen würde. Der A4 des Modelljahres 2008 war das radikalste DTM-Fahrzeug seit dem Comeback der Serie im Jahr 2000 – vor allem

Timo Scheider war von Anfang an der stärkste Audi-Fahrer

einen möglichen Sieg durch einen Frühstart. Mattias Ekström wurde in Barcelona nach einer rüden Attacke auf Jamie Green aus der Wertung genommen. Green blieb in der Regenschlacht von Le Mans ohne Punkte.

aerodynamisch. Mithilfe von CFD-Berech-

Der Brite schien zu Saisonbeginn die

nungen am Computer wurde die Durch- und

besten Karten innerhalb der HWA-Mann-

Umströmung des Fahrzeugs optimiert. Dem

taktische Maßnahmen missbraucht werden

schaft zu haben. Mit Siegen in Mugello und

Diktat des Windkanals fielen sogar weitge-

konnten. 2008 kam es mehr auf den reinen

auf dem Norisring rückte er bis auf einen

hend die hinteren Türen zum Opfer, die nur

Speed an als in den Jahren zuvor.

Punkt an Tabellenführer Timo Scheider her-

noch aus Fragmenten bestanden. Durch die

Den hatten vor allem Timo Scheider und

an. In der zweiten Saisonhälfte stand er je-

vorderen Lufteinlässe konnte man bis ans

Paul di Resta, die den Titel beim großen

doch im Schatten von Paul di Resta, der bei

Heck des A4 blicken.

Finale in Hockenheim vor einer Rekordku-

den letzten fünf Rennen nie schlechter fuhr

Nachdem Audi mit einem Dreifach­

lisse von 165.000 Zuschauern unter sich

als auf den zweiten Rang.

triumph in Hockenheim in die Saison star-

ausmachten. Scheider war von Anfang an

Dem jungen Schotten gelangen ebenfalls

tete und eine Woche später in Oschersleben

der stärkste Audi-Fahrer, was er mit drei

zwei Siege – auf dem EuroSpeedway und in

einen Doppelsieg folgen ließ, drohte der

aufeinanderfolgenden Pole-Positions bei den

Barcelona. Siebenmal stand er auf dem Po-

DTM ein Durchmarsch der Ingolstädter, der

ersten drei Rennen unterstrich. Di Resta be-

dium. Schwächen zeigte er nur in Zandvoort

sich jedoch nicht konkretisierte. Mit einer

stätigte sein Ausnahmetalent, das er 2007

und auf dem Norisring, wo er sich unter

Energieleistung gelang es Mercedes-Benz,

am Steuer einer zwei Jahre alten C-Klasse

Druck von Audi-Pilot Tom Kristensen einen

den technischen Rückstand während der

des Persson-Teams angedeutet hatte.

halben Dreher leistete und sich mit Platz fünf begnügen musste. Den fünften Sieg für MercedesBenz steuerte Bernd Schneider bei, der 2008 seine letzte DTM-Saison fuhr. Der DTM-Rekordmeister­blieb am Nürburgring bei immer stärker werdendem Regen mit Slicks auf der Strecke und siegte so vor Paul

Duell des Jahres Scheider gegen di Resta

Der Meister Erster Sieg und erster Titel für Timo Scheider

di Resta. Bruno Spengler, 2006 mit vier Siegen noch der erfolgreichste

18

laufenden Saison aufzuholen und den Titel-

2008 rückte der 22-Jährige in der

Mercedes-Benz-Pilot und 2007 nur knapp

kampf bis zum letzten Rennen offenzuhalten.

Mercedes-Benz-Hierarchie in das Top-Team

von Mattias Ekström geschlagen, blieb da-

Am Ende war die weiterentwickelte C-Klasse

HWA auf und bedankte sich mit zwei Siegen

gegen genauso ohne Sieg wie bei Audi Tom

dem neuen A4 ebenbürtig. Acht Pole-Po-

und vier zweiten Plätzen. Nur vier Punkte

Kristensen und Martin Tomczyk. Kristensen


Die Saison 2008

holte zwei Pole-Positions und drei dritte Plätze, war in den Rennen aber zu unbeständig. Tomczyk gelang nur ein

Stark Paul di Resta hielt den Titelkampf bis zum Finale offen

Lehrjahr DTM-Neuling Ralf Schumacher

einziges Podiumsergebnis. Die Kohlen für Audi aus dem Feuer

Teamkollegen im Titelkampf zu unterstützen,

holten Timo Scheider und Mattias Ekström

denn auch Ekström selbst hatte bei seinen

mit je drei Siegen. Die beiden waren ähnlich

beiden Titeln 2004 und 2007 Hilfe aus dem

schnell und lagen in den Rennen oft dicht

eigenen Lager erhalten. Hilfe für Scheider wäre gar nicht nötig

setzte sich Ekström gegen Scheider durch.

gewesen, hätte sich Audi am Nürburgring

Am Norisring und auf dem Nürburgring ge-

und in Le Mans nicht zweimal bei der Reifen-

lang es Scheider jeweils in der letzten Run-

wahl vergriffen. Dadurch schmolz Scheiders

de, seinen Teamkollegen zu überholen. Eine

Vorsprung vor dem Finale auf magere zwei

Vorentscheidung im Audi-internen Duell fiel

Punkte zusammen. Doch der 29-Jährige hielt

in Brands Hatch, als bei Ekström im Qualify-

dem großen Druck in Hockenheim stand und

ing ein Getriebeproblem auftrat und er sich

holte sich den Titel mit seinem dritten Sieg.

Paul di Resta wäre zweifellos ein genauso würdiger DTM-Champion gewesen wie Timo Scheider im Rennen vom achten auf den dritten Platz

Er schlug Paul di Resta knapp, der zweifellos

nach vorn kämpfen musste. In Barcelona

ein genauso würdiger DTM-Champion gewe-

versuchte er in der letzten Runde ein Ge-

sen wäre wie Timo Scheider.

waltmanöver gegen Jamie Green, das letzt-

Die ersten acht Plätze in der Gesamt-

endlich beide um die Titelchancen brachte.

wertung gingen an Fahrer der aktuellen

Im direkten Vergleich mit Scheider war der

Fahrzeuge. Als bester Pilot eines 2007er-

Vorjahres-Champion vor allem im Qualifying

Modells präsentierte sich Gary Paffett, der

schwächer, weshalb er sich mehrmals selbst

mit seiner C-Klasse insgesamt 13 Punkte

in der Startphase in kritische Situationen

holte. Das einzige Podiumsergebnis mit

brachte. Am Ende musste sich der Schwede

einem Vorjahreswagen gelang Audi-Pilot

mit dem dritten Tabellenrang begnügen.

Alexandre Prémat in Le Mans. Bester „Roo-

Bei den letzten Rennen stellte sich Ek­

kie“ war Oliver Jarvis, der in seiner ersten

ström in den Dienst von Timo Scheider, was

DTM-Saison wesentlich mehr Highlights hat-

im Lager von Mercedes-Benz mächtig die

te als Ralf Schumacher, der prominenteste

Gemüter erhitzte. Besonders auffällig war

Neuzugang.

Ekströms Hilfestellung beim Finale in Ho-

Insgesamt taten sich die Fahrer der

ckenheim, als er Paul di Resta in der ersten

Vorjahresfahrzeuge in der Saison 2008

Runde fast vier Sekunden kostete. Für den

schwer  – die neuen Modelle, allen voran der

Schweden war es selbstverständlich, seinen

neue Audi A4, waren einfach zu stark.

2008

beieinander. In Hockenheim und Zandvoort

19


Eins, zwei, drei ... A4

Nach einem Unfall bei Testfahrten in Oschersleben musste für Mattias Ekström innerhalb einer Woche ein neues Auto aufgebaut werden. Trotzdem siegte der Titelverteidiger beim Saisonauftakt. Und nicht nur das: Der neue Audi A4 DTM war auf dem Hockenheimring eine Klasse für sich. Timo Scheider und Tom Kristensen komplettierten einen Dreifachsieg der Ingolstädter. Mercedes-Benz blieb das Podium auf der Hausstrecke verwehrt

Perfekter Start Mattias Ekström gewann das Startduell gegen seinen Teamkollegen Timo Scheider und siegte wie im Vorjahr

20


01

Hockenheim

Drei Richtige Tom Kristensen, Mattias EkstrĂśm und Timo Scheider sorgten fĂźr einen AudiDreifachsieg

21


Blitzlicht-Gewitter Ralf Schumacher stand bei seinem DTM-Debüt im Mittelpunkt des Medieninteresses

DAS RENNEN

Perfektes Debüt Audi gelang mit dem neuen A4 DTM ein perfektes Debüt: Platz eins und zwei im Qualifying, Dreifachsieg im Rennen. Bruno Spengler hatte nach 37 Runden als bester MercedesBenz-Pilot bereits über 20 Sekunden Rückstand auf Sieger Mattias Ekström. Nur mit Mühe konnte der Kanadier in der Schlussphase Martin Tomczyk im vierten neuen Audi A4 DTM hinter sich halten – sonst wäre die Klatsche für die Schwaben beim Heimrennen noch deftiger ausgefallen. Einziger Lichtblick für Mercedes-Benz war Paul di Resta, der bei seinem ersten DTM-Rennen mit einem aktuellen Fahrzeug die schnellste Runde fuhr und Chancen auf den dritten Platz auf dem Podium hatte. Weil beim zweiten Boxenstopp die Kupplung seiner C-Klasse nicht richtig trennte, fiel der Schotte jedoch auf den 13. Platz zurück. Damit war das Rennen für den schnellsten Mercedes gelaufen. Im Audi-internen Duell um den Sieg fiel die Entscheidung bereits am Start: Mattias Ekström kam besser weg als der Trainingsschnellste Timo Scheider, der die Hinterräder seines A4 etwas zu stark Schumi, gib Gummi Klare Botschaft der Fans auf der Mercedes-Tribüne

durchdrehen ließ. Scheider folgte Ekström wie ein Schatten, der Schwede machte jedoch keinen Fehler und wiederholte so seinen Auftaktsieg von 2007. Tom Kristensen stand ein Jahr nach seinem schweren Unfall erstmals wieder auf dem Siegerpodest. Der Däne startete als Fünfter und überholte Bruno Spengler beim zweiten Boxenstopp. Damit war der Audi-Dreifachsieg perfekt.

22

Schwieriges Debüt Sein erstes DTM-Rennen begann der sechsfache Grand-Prix-Sieger von Startplatz 15

Problemloses Debüt Gattin Cora hatte als DTM.tv-Moderatorin weniger Mühe


01

Hockenheim

Rückstand Die C-Klasse war dem neuen A4 in Hockenheim nicht ebenbürtig

Die Sache hatte einen Haken Der Freitag endete für „Schumi 2“ nach einem technischen Defekt vorzeitig

Zuschauer Bernd Schneider verpasste den Einzug in das letzte Qualifying-Segment

Doppelter Einstand Die DTM erlebte gleich ein doppeltes Schumacher-Debüt: Ralf Schumacher bestritt das erste DTM-Rennen seiner Laufbahn, gleichzeitig betrat Gattin Cora die DTMBühne als Moderatorin für den neuen InternetFernsehkanal www.dtm.tv. Um beide

Von eins auf zwei Timo Scheider eroberte die erste Pole-Position des Jahres, verlor das Rennen jedoch am Start

war der Hype vergleichbar groß. Autogramme des

Hartes Brot Gary Paffett holte als einziger Fahrer eines Jahreswagens Punkte

Glamour-Paars waren besonders gefragt, obwohl es sportlich für „Schumi 2“ nicht wunschgemäß lief: am Freitag technische Probleme, am Samstag an der Hürde des ersten Qualifyings gescheitert und am Sonntag Platz 14 im Rennen.

23


Lichtblick Paul di Resta holte am Freitag eine Bestzeit im Regen und fuhr im Rennen die schnellste Runde

Medien-Interesse Ralf Schumacher lockte viele zusätzliche Reporter an die Strecke

Gast aus Nigeria Oba Erediauwa, König von Benin, zu Besuch bei Katherine Legge

Horror-Trip Für Susie Stoddart begann die Saison 2008 mit einem Feuer am Freitag. Am Samstag folgte ein Unfall im Qualifying, am Sonntag streikte die Servolenkung 24


01

Hockenheim

Best Buddy DTM-Neuling Oliver Jarvis war im Qualifying bester Fahrer eines Vorjahres-Fahrzeugs

HOCKENHEIM FACTS Pole-Position und Dreifachsieg für den neuen Audi A4 DTM bei seinem Debüt +++ Dritte Pole-Position in der DTM für Timo Scheider +++ Elfter DTM-Sieg für Mattias Ekström +++ DTM-Debüt von Ralf Schumacher +++ DTM-Comeback von Christijan Albers +++ Erstes DTM-Rennen für Maro Engel, Oliver Jarvis und Katherine Legge +++ Oliver Jarvis beim DTM-Debüt auf Anhieb im letzten Qualifying-Segment +++ Gary Paffett mit einem Vorjahresfahrzeug in den Punkterängen +++ Susie Stoddart wegen eines Problems an der Servolenkung aus der Boxengasse gestartet +++ Nur ein Ausfall im Rennen (Christijan Albers nach Kollision mit Ralf Schumacher) +++

Premiere für DTM.tv In mehr als 50 Ländern und erstmals auf vier Kontinenten (Afrika, Amerika, Asien und Europa) waren die Rennen der DTM 2008 live im Fernsehen zu sehen. In Deutschland setzte die ARD ihre Live-Berichterstattung fort, DSF und n-tv sendeten Zusammenfassungen. Eine Premiere feierte in Hockenheim DTM.tv. Der eigene Internet-TV-Sender der DTM startete mit Hintergrund-Reportagen, Porträts, historischen Beiträgen und LiveÜbertragungen vom Freien Training und den offiziellen Pressekonferenzen nach dem Qualifying und dem Rennen. Auch die Automobilhersteller nutzten ihre Internet-TVPlattformen, um ausgiebig über die DTM zu berichten.

Großes Kino Kameramann von Audi TV beim Einsatz in der Startaufstellung 25


01

Hockenheim

Beliebtes Motiv Grid-Girls im Outfit der Deutschen Post Auf Kundenfang Die Deutsche Post nutzte die DTM-Bühne von Anfang an konsequent Comeback Nach drei Jahren in der Formel 1 kehrte Christijan Albers in die DTM zurück

Jetzt geht die Post ab Den Vermarktern der DTM gelang es, einen großen neuen Serienpartner für die populärste internationale TourenwagenRennserie zu gewinnen: die Deutsche Post. In Hockenheim war der „gelbe Riese“ erstmals omnipräsent: auf den DTMFahrzeugen genauso wie rund um die Rennstrecke. Mit einer „Business Lounge“ schaffte die Deutsche Post einen neuen B-to-B-Treff im Fahrerlager – und mit den nun in Post-Gelb gekleideten Grid-Girls attraktive neue Motive für die Fotografen, die sogar den Playboy-Bunnys Konkurrenz machten.

Wissen, wie der Hase läuft Markus Winkelhock hatte wenig Mühe, sich mit seinem neuen Sponsor anzufreunden

26

DTM Jahrbuch 2008  

DTM Jahrbuch 2008

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