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Jahresbericht 2012


Inhalte ADRA - wer sind wir 3 / Wort des Geschäftsleiters 4 / Wo arbeiten wir? 6 / Afrika 8 / Asien 10 / Osteuropa 14 / Österreich 16 / Erneuerbare Energien 17 / Finanzielle Schwerpunkte, Finanzabrechnung 18 / Projektabrechnung 20 / Vorstand und Partner 22

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Titelbild: Roma-Mädchen in ADRAs Projekt in Albanien


Über ADRA Österreich Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) Österreich arbeitet mit Menschen in Armut und Bedrängnis, um gerechte und positive Veränderung durch aufbauende Partnerschaft und verantwortungsvolle Aktion zu schaffen. ADRA arbeitet zusammen mit Regierungen, Organisationen und Dorfgemeinschaften, um es ihnen zu ermöglichen, einzelne Menschen und Familien aus Armut und Elend zu befreien. ADRA Österreich engagiert sich in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe in Osteuropa, Afrika, Asien und Mittelamerika sowie in sozialen Projekten in Österreich. ADRA Österreich engagiert sich neben der Katastrophenhilfe schwerpunktmässig in den Sektoren Bildung, Einkommensförderung sowie alternative Energien. ADRA setzt sich dafür ein, menschliches Leid zu lindern, ohne bei Volksgruppen, Ethnien, politischer oder religiöser Zugehörigkeit Grenzen zu ziehen.

Vision ADRA ist ein professionelles, lernendes und effizient arbeitendes Netzwerk, das Integrität und Transparenz verkörpert. ADRA überquert Grenzen, baut die Vergessenen auf und spricht für sie, um messbare, dokumentierte und nachhaltige Veränderungen im Leben der Einzelnen und in der Gesellschaft zu bewirken.

Unsere Werte Mitgefühl Integrität Transparenz Zusammenarbeit Würde Innovation Mut

ADRA Österreich ist Mitglied der Österreichischen NRO Plattform Globale Verantwortung und erhält öffentliche Förderungen verschiedener Bundesländer sowie der Austrian Development Agency ADA. ADRA Österreich ist Teil des weltweiten ADRA Netzwerks mit Büros in 125 Ländern. ADRA ist der weltweite humanitäre Arm der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten und hat den General Consultative Status von der Economic and Social Council (ECOSOC) der Vereinten Nationen zugesprochen bekommen. In Österreich ist ADRA seit 1992 als Hilfsorganisation registriert und trägt seit 2002 das Spendengütesiegel. Spenden an ADRA sind steuerabzugsfähig.

Gebet Bedachtheit

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Liebe Freunde und Förderer von ADRA, Veränderungen im Leben von Menschen in Zahlen zu fassen ist mehr Kunst als Wissenschaft. Natürlich sind die Ziele in unseren Projekten mit messbaren Indikatoren hinterlegt, aber wenn wir direkt mit den Menschen zu tun haben, in deren Leben sich etwas verändert, scheinen diese Zahlen sehr steril. Statistiken fassen kaum das gesamte Bild, was ADRA mit Ihren Spenden in 2012 im Leben von Menschen hat realisieren können. Für eine ganze Zahl von Projekten wurden im Dezember 2011 und Jänner/Februar 2013 Zahlungen getätigt, die 2012 in unseren Projekten umgesetzt wurden, so dass das Projektvolumen 2012 sehr klein aussieht. Sehr viele Aktivitäten fanden tatsächlich 2012 vor Ort in den Projekten statt. Die sorgfältige Planung von Projekten mit der Bevölkerung vor Ort braucht zuweilen Zeit, sichert aber auch, dass Ihre Spenden effektiv und nachhaltig vor Ort eingesetzt werden. Wir glauben fest daran, dass das Ausbilden von Dorfgemeinschaften und damit das Verändern von Leben Teil unseres christlichen Glaubens ist – und wir sind dankbar, dass unsere Spender diese Sicht teilen. Ein großes „DANKE“ möchten wir all denen aussprechen, die großzügig für unsere Arbeit gespendet haben. Das Verfassen und verfeinern interner Richtlinien war ein Thema des Jahres. Diese sind wichtig, um in Zukunft auch größere Geldgeber kontaktieren zu können. Im Bereich „Erneuerbare Energie“ konnten wir wichtige technische Aufbauarbeit leisten, um ADRA für die Zukunft in diesem immer wichtiger werdenden Sektor zu platzieren. Energie ist heute ein Kernthema, um die Lebenssituation von Menschen schnell und nachhaltig zu verbessern.

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In Haiti haben zwei Siedlungen eine öffentliche Toilettenanlage bekommen, obwohl sich jede einzelne Familie eine eigene Toilette gewünscht hatte. Der Mehrwert ist eine Biogasanlage, die nun Gas für das tägliche Kochen produziert. Anfänglich war Skepsis vorhanden. Mittlerweile stoppen die Bewohner jeden durchfahrenden Bus, damit die Reisenden ihre Biogasanlage füllen ... und die Reisenden im Gegenzug schätzen es sehr, eine saubere Toilette zu haben. Dieser Mehrwert lässt sich nicht monetär ausdrücken, denn die einzelnen Familien sind näher zusammengerückt, kochen gemeinsam, und schlagen kein Feuerholz mehr von den ohnehin kahlen Hängen. Durch die Übersiedlung in neue Büroräume am Stadtrand von Wien haben wir mehr Platz und können in unseren Büroalltag immer mehr ehrenamtliche Helfer integrieren. Sie kommen zum Teil mehrere Tage pro Woche ins Büro, betreuen einzelne Projekte oder helfen uns in der Administration. Ganz herzlich möchte ich ihnen natürlich auch an dieser Stelle danken! Dankeschön Ihnen allen, die sich für ADRA in 2012 eingesetzt haben – die Geschichte dieses Jahres ist auch Ihre Geschichte! Gemeinsam haben wir ganz konkret Lichtblicke im Leben sehr vieler Menschen geschaffen. Herzlichst,

Marcel Wagner, Geschäftsleiter ADRA Österreich

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Wo arbeiten wir? Österreich

ADRA Ortsgruppenarbeit (Dauer: andauernd) Aktion Kinder helfen Kindern 2012 (Dauer: 04/2012 03/2013, 7.500 Begünstigte) Aktion Kinder helfen Kindern 2011 (Dauer: 04/2011-03 2012, 7.500 Begünstigte) ADRA XL Freiwilligenprogramm (Dauer: andauernd) St. Lorenz Steiermark Mure (Dauer: 09/2012) Entwicklungspolitische Bildung (Dauer: andauernd) Überschwemmung Lavamünd (Dauer: 11/2012 - 12/2012) Lungau Freiwilligeneinsatz (Dauer: 10/2012 - 09/2013, 7 Begünstigte)

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Afrika

Senegal - Nahrungssicherung durch Gartenbau (Dauer: 12/2011-12/2012, 940 Begünstigte) Äthiopien - Schulbau Dongora (Dauer: 12/2011-03/2012, 1500 Begünstigte) Kenia - Frauen Ausbildungsprojekt Belbur (Dauer: 02/2011 - 03/2012, 120 Begünstigte plus deren Familien) Kenia - Nahrungsmittelhilfe Kajiado (Dauer: 12/2011 05/2012, 180 Begünstigte) Kenia - Schulprojekt Annemarie Waich (Dauer: 12/2012 03/2013, 26 Begünstigte) Kongo - Flüchtlingshilfe in Goma (Dauer: 12/2012 12/2012, 9.000 Begünstigte) Senegal - Nahrungsmittelhilfe Gartenbau (Dauer: 01/2012 - 01/2013, 2.750 Begünstigte) Somalia - Nahrungsmittel Soforthilfe (Dauer: 09/2011 01/2012, 2.200Begünstigte) Südsudan - Landwirtschaftsschule (Dauer: andauernd) Jordanien - Syrische Flüchtlingshilfe Hilfspakete (Dauer: 10/2012 - 12/2012, 80 Begünstigte) Jordanien - Schulsachen für syrische Flüchtlingskinder (Dauer: andauernd) Togo - Einkommensförderung durch Landwirtschaft (Dauer: 03/2011 - 02/2012)


Asien

China - Saubere Energie Programmaufbau (Dauer: 11/2010 - 08/2012) China - Biogasanlage (Dauer: 03/2012 - 02/2013, 100 Begünstigte) China - Durchführbarkeitsstudie (Dauer: 11/2012 05/2013) Indien - Hebammenausbildung und Trinkwasser in Ranchi (Dauer: 11/2010 - 02/2012, 5000 Begünstigte) Indien - Ausbildung Waisenheim Kolkata (Dauer: 07/2011 - 06/2013, Begünstigte: 20-40 pro Jahr) Indien - Aufbauhilfe durch Patrick Tichy (Dauer: 06/2011 - 09/2012, 260 Begünstigte) Indien - Living India Patenschaften (Dauer: andauernd, Begünstigte: 130 Kinder) Indien - Einkommensförderung Ranchi (Dauer: 01/2012 12/2012, 120 Begünstigte) Indien - Firmenaufbau durch Dan Malarek (Dauer: 01/2012 - 12/2012) Pakistan - Fluthilfe und medizinische Teams für die Flutopfer (Dauer: 08-12/2010, 28.000 Begünstigte) Pakistan - Wiederaufbau Gesundheitsstruktur (Dauer: 08/2012 - 10/2012, 150.000 Begünstigte) Nepal - Alphabetisierung und Rechte für Frauen (Dauer: 01/2012-12/2012, 900 Begünstigte) Philippinen - Hochwasser Washi (Dauer: 01/201203/2012, 4000 Begünstigte) Philippinen - Monsoon in Luzon (Dauer: 08/201210/2012, 6000 Begünstigte) Philippinen - Taifun Bopha (Dauer: 12/2012-01/2013, 16.000 Begünstigte)

Mittel/Südamerika

Haiti - WASH II, Wasser und Hygieneinfrastruktur mit Biogas (Dauer: 09/2011 - 06/2012, 2420Begünstigte)

Osteuropa

Albanien - REFLECT Bildungsprojekt (Dauer: andauernd, 120 Familien) Albanien - Roma Bildungsprojekt (Dauer: 08/2011 09/2012, 120 Begünstigte) Albanien - Selbsthilfegruppen für Krebspatientinnen (Dauer: 07/2011 - 12/2013) Rep. Moldau - Kinderkrebsklinik Chisinau (Dauer: 01/2010 - 12/2012, gemeinsam mit Hope87) Rep. Moldau - Happy Rooms (Dauer: 03/2012 - 12/2012, 241 Begünstigte) Ukraine - Tagessozialzentrum für Familien in Krisen (Dauer: 12/2009 - 12/2010, 300 Begünstigte) Serbien - Erdbebenhilfe in Kraljevo (Dauer: 11/2010 05/2011, 2.250 Begünstigte) Rumänien - Roma Ausbildungsprojekt (Dauer: 01/2011 06/2012, 20 Familien) Russland - Entsalzungsanlage für Kinderheim (Dauer: 10/2011 - 05/2012, 25 Begünstigte)

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Afrika Afrika – ein Kontinent, der auch als die „Wiege der Menschheit“ bezeichnet wird. Faszinierende Fauna und Flora machen ihn zum Traum vieler Urlaubsreisender, doch die Lebenswirklichkeit ist vielerorts geprägt von Hunger, Armut, Krankheiten und Wasserknappheit. Kriege und soziale Unruhen bringen zusätzliches Leid über die Menschen. 2012 haben wir uns mit Projekten in Kenia, Kongo, Senegal, Somalia, Südsudan, Tanzania und Togo engagiert. Im Südsudan, der 2011 die Unabhängigkeit erreicht hat, konnten wir eine Landwirtschaftsschule unterstützen. Dadurch lernen die Menschen, wie Felder bessere Erträge bringen können. Unsere besondere Aufmerksamkeit galt der Sahelzone. Viele Menschen litten dort unter Hunger. 8


Unser Dorfgarten ist eine sehr gute Lösung. In der von der Dürre gebeutelten Region Matam, im Norden Senegals, unterstützt ADRA Familien beim Anlegen von Gemüsegärten. Oft mussten die Familien bis zu 30 km zum nächsten Markt fahren, wo es wenn sie Glück hatten, ein paar Tomaten zu kaufen gab. Nun können sie im Dorf frisches Gemüse anbauen. Sapawo, 12 Jahre alt, besucht die Schule von Ouro Sidi, Matam/Senegal und freut sich. Früher haben die Ziegen und Kühe rund um ihre Schule alles plattgetrampelt und abgefressen. Dank eines neuen Zauns, der das Schulgelände abschirmt, können die Kinder nun mit ihren Lehrern und Eltern rund um die Schule Gemüse anbauen. Oft essen sie Reis und Fisch zu Mittag, nun gibt es auch Gemüse dazu. Madame Houleye Samba Sow, die Leiterin einer Frauengruppe in Diokhere Indamme erzählt: „Ich bin Mutter und Großmutter vieler Kinder. Ich baue während des Jahres viele verschiedene Gemüsesorten an: Kohl, Süßkartoffeln, Gumbo, Auberginen, aber auch Erdnüsse und Niébé Bohnen. Unser Dorfgarten nun ist eine sehr gute Lösung. Hier können wir auch anbauen, wenn kein Regen fällt, da wir einen Wassertank haben, der durch die Wasserleitung des Dorfes gespeist wird. Wir Frauen hier stehen vor vielen Herausforderungen. Wir werden sehr früh verheiratet, nur wenige von uns können lesen und schreiben. Viele hier leiden unter der hohen Arbeitslosigkeit und Migration und sie würden gerne Kenntnisse lernen, mit denen sie Geld verdienen könnten, z. B. Färben von Stoffen, Haare schneiden und flechten, nähen.“

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Asien Ein faszinierender Kontinent, voller Gegensätze, reich an Kultur und Geschichte – aber auch an Armut und Not: in Asien gibt es nach Afrika die meisten Entwicklungsländer. Kriege und Misswirtschaft haben ihre Spuren hinterlassen. Fehlende Bildung, mangelnde Hygiene und Gesundheitsversorgung, nicht gesicherte Landrechte prägen das Leben der Menschen und viele tun sich schwer mit dem täglichen Existenzkampf. Asien wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. 2012 trifft es die Philippinen mit gleich zwei Tropenstürmen. ADRA Österreich hilft den Betroffenen mit Mitteln aus dem Katastrophenfond. In Afghanistan haben wir mit der Planung eines Wasserkraftwerkes begonnen, um ein Krankenhaus mit Strom zu versorgen. Im südlichen Nepal bekommen Frauen die Möglichkeit, einen Alphabetisierungskurs zu besuchen und die Dorfbewohner haben viele Eigeninitiativen zur Verbesserung ihrer Lage gestartet.

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Heute kann ich mit euch sprechen. Gemeinsam mit 30 Frauen zwischen 16 und 64 Jahren alt sitze ich in einer Lehmhütte mit Strohdach. Hier drinnen ist es gefühlte 50°C heiß, die Luftfeuchtigkeit bei 85% – alle im Dorf bangen den ersten Regentropfen des Monsuns entgegen. 42-44°C im Schatten sind auch hier Rekordtemperaturen, und die Reissetzlinge brauchen dringend Wasser. Seit 3 Monaten findet hier im Dorf Tharu, Nepal, an 6 Tagen pro Woche von 19-21.30 Uhr das dritte Modul von ADRAs Alphabetisierungsprogramm statt. Ein normaler Arbeitsalltag der Frauen beginnt um 4 Uhr morgens. Abends lernen sie nun lesen und schreiben.Wie vielmehr sich dadurch getan hat, das hätte ich nicht zu träumen gewagt! Was mich begeistert, ist die Initiative, die sich im Dorf breitgemacht hat. Angeleitet durch das Lehrmaterial führen die Frauen gemeinsam mit ihren Männern monatliche Kampagnen durch: Der Bau von Toiletten für jede Familie (traditionell verrichtet man sein „Geschäft“ draußen in der Natur), die Einschulung der Kinder und das Pflegen eines Waldstücks, das nicht für Feuerholz abgeschlagen wird. Chati Jordan, 40 Jahre alt, berichtet, wie stolz ihr Mann jetzt auf sie ist, da sie ihn besser unterstützen kann, da sie nun mit dem Geld haushalten und sogar regelmäßig Hühner zu einem guten Preis verkauft. „Wir sind viel selbstbewusster geworden. Heute kann ich mit euch sprechen! Heute sind wir als Gruppe stark. Vor einigen Wochen erlaubte ein Ehemann seiner Frau nicht mehr, am Training teilzunehmen. Gemeinsam sind wir 30 Frauen zum Haus der Familie gegangen und diskutierten so lange mit ihm, bis seine Frau wieder zur Gruppe zurückkehren durfte.“ Genauso handelten sie, als eine Frau unter ihnen von häuslicher Gewalt betroffen war. - Corinna Wagner

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Süd-/Osteuropa Kaum ein anderer Kontinent hat die Welt so geprägt wie Europa. Spuren europäischer Kultur und Geschichte finden sich auf dem ganzen Globus. Doch der alte Kontinent kämpft selbst mit manchen Problemen. Vor allem im Osten und Süden machen Armut und soziale Umbrüche den Menschen zu schaffen. Insbesondere das Leben der ethnischen Minderheiten ist durch soziale Diskriminierung und Ausgrenzung gekennzeichnet. 2012 konnten wir das Ausbildungsprojekt für Roma in Albanien erweitern. Nun können neben den Frauen auch Männer und Kinder an einem Analphabetisierungs - und sozialen Bildungsprogramm teilnehmen. Ein Kinderheim in Moldawien haben wir mit der Hilfe Freiwilliger zu einem kindergerechten Wohlfühlort umgestaltet. Die praktischen Fähigkeiten der Kinder konnten wir durch Freizeitaktivitäten fördern.

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Eine Multiplikatorin. Die Roma Gemeinschaft in Albanien lebt unter schwersten Bedingungen am Rande der Gesellschaft. Aufgrund der patriachalischen Familienstruktur leben viele Frauen in Isolation, werden von der Bildung ausgeschlossen, um im Haushalt zu arbeiten. Das REFLECT Projekt ermöglicht es den Frauen die fehlende Bildung zu erhalten und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Marsela, 23 Jahre alt (Bild ganz rechts), erzählt stolz, was das REFLECT Projekt in ihrem Leben bewirkt hat. „Wir haben gelernt, wie wir uns verhalten sollen, wie wir mit unseren Kindern, mit unseren Familien und Freunden umgehen. Wir haben in der ADRA Schule auch das Schreiben und Lesen gelernt, einfach alles.“ Marsela, eine junge Mutter, kam als Analphabetin zum REFLECT Project, sie konnte weder ihren Namen schreiben, noch die albanische Landessprache sprechen. Aufgrund ihres Engagements und Willens etwas in ihrem Leben zu ändern, wurde sie zur Multiplikatorin im Projekt, vermittelte und half uns bei jeglichen Angelegenheiten. Marsela bekam die einmalige Gelegenheit, als Repräsentantin des ADRA Projekts im albanischen Fernsehen aufzutreten und ihre positiven Erlebnisse zu teilen. Danach erfuhren wir, wie sehr Marsela für diesen Auftritt in ihrer sehr traditionellen Familie gekämpft hatte. Gescheitert wäre das Fernsehinterview fast an einem Paar Schuhen. Um auftreten zu können, war Marsela bereit, ihr gesamtes Geld für Schuhe auszugeben, da sie keine besaß. Dieser feste Wille die Zukunft zu verändern und Perspektiven zu schaffen beeindruckt uns!

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Österreich An rund 60 Orten in Österreich gibt es ADRA Ortsgruppen mit Freiwilligen, die sich sozial in der Gesellschaft engagieren. Gemeinsam mit diesen Gruppen suchen wir nach Wegen, als Christen sozial relevant in unserem Umfeld zu sein. Jedem, der sich direkt für Menschen hier in Österreich engagieren möchte, stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Seite. In 2012 konnten wir durch gezielt erhaltene Spenden nach dem Murenabgang in St. Lorenzen und nach den Überschwemmungen in Lavamünd helfen. In Wien erleuchten Freiwillige durch regelmässige Besuche in einem Behindertenheim den Anwohnern den Alltag. Kinder in Bogenhofen musizierten für ADRA und in Klagenfurt verkauften sie Marmelade und andere Leckereien gegen eine Spende. Auch die ADRA „Aktion Kinder helfen Kindern“, bei dem Kinder und Ältere in Österreich ein Weihnachtspaket für Kinder in Osteuropa packen, ist zur lieben Tradition geworden. 2012 konnten so 7852 Kinder in Lettlandund Albanien beschenkt werden. Wichtiges Ziel dieser Aktion ist es, Kinder hier in Österreich für die Nöte von Kindern in anderen Regionen dieser Welt zu sensibilisieren, sie zum ganz praktischen Teilen anzuleiten. Als wichtige Aufgabe sehen wir auch die entwicklungspolitische Bildung. Was sind die Aufgaben humanitärer Hilfe, wie schaut effektive Entwicklungszusammenarbeit aus, die vor Ort Menschen frei macht, nicht abhängig und passiv. Zu verschiedenen Themen haben wir daher Vorträge in Gemeindezentren, Schulen und bei anderen Gelegenheiten gehalten. Die Hilfsorganisation ADRA ist auf Spenden angewiesen. Wir sind dankbar über jeden, der nicht nur selber spendet, sondern auch bei Freunden und Bekannten für unsere Projekte Werbung macht. Nur dadurch können wir unsere Projekte realisieren.


Erneuerbare Energien In vielen Entwicklungsländern lässt der Mangel an Energie die Bevölkerung zu inadäquaten Energiequellen greifen. Dies hemmt nicht nur die Entwicklung jener Länder, sondern bringt auch Gefahren für Gesundheit und Umwelt mit sich. Abholzung für Feuerholz trägt dazu bei, dass Brunnen versiegen, ganze Regionen erodieren, sich Wüsten ausweiten, Hunger und Krankheit an der Substanz der Menschen nagen. Erneuerbare Energien bieten sich als nachhaltige Lösung für diese Probleme an, um die Lebenssituation dieser Menschen langfristig zu verbessern. Daher möchten die ADRA in Zukunft vermehrt auf solche Projekte setzen. In Petit Goâve, Haiti, baute ADRA eine Biogasanlage. Schmunzelnd haben wir vom ADRA Haiti Direktor berichtet bekommen, dass die Bewohner so begeistert von dieser sind, dass sie sogar vorbeikommende Autobusse anhalten, damit die daran gekoppelte öffentliche Toilettenanlage rege genutzt wird und so möglichst viel Gas zum Kochen produziert. In Chengdu, China, leitet ADRA Österreich zurzeit eine über die Schweizer REPIC finanzierteMachbarkeitsstudie zum Bau von Biomasse-Anlagen. Ziel ist es, der 10-Millionenstadt eine nachhaltige Technologie zu bieten, die biologische Abfälle in Strom und Dünger verwandelt.

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Prüfung/Revision

BILANZ

am 31.Dezember 2012, alle Angaben in Euro

AKTIVA

2012

2011

593,10

0,00

404.494,43

255.160,23

74.483,36

54.348,74

478.977,79

309.508,97

479.570,89

309.508,97

Verbindlichkeiten kurzfristig

6.712,38

10.080,27

Summe: Laufende Verbindlichkeiten

6.712,38

10.080,27

Reservefonds nicht verbrauchte freie Spenden

284.786,47

197.257,18

Reservefonds nicht verbrauchte zweckbestimmte Spenden (lfd. Projekte)

188.072,04

102.171,52

Summe: Kapital und Reservefds.

472.858,51

299.428,70

479.570,89

309.508,97

ANLAGEVERMÖGEN Einrichtungen UMLAUFVERMÖGEN Post/Bank/Kassa Forderungen kurzfristig Summe: Umlaufvermögen GESAMT AKTIVA PASSIVA LAUFENDE VERBINDLICHKEITEN

KAPITAL UND RESERVEFONDS

GESAMT PASSIVA

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ADRA Österreich wird von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer bezüglich einer sorgfältigen Haushaltsund Buchführung, sowie bezüglich der ordnungsgemäßen Verwendung der Spenden und Zuwendungen überprüft. Die Unterlagen sowie Empfehlung des Wirtschafsprüfers werden an die Kammer der Wirtschafstreuhänder zur Verleihung des Spendengütesiegels sowie an das Finanzamt zur steuerlichen Absetzbarkeit der Spenden weitergeleitet.


Mittelherkunft/-verwendung zum 31.Dezember 2012, alle Angaben in Euro

Mittelherkunft

2012

I. Ertrag aus Verbrauch von Spenden a) ungewidmete Spenden b) gewidmete Spenden c) Spende Kirche der STA in Österreich

63.185,09 196.868,26 42.553,00

d) Spenden anderer Institutionen

700,00

e) Spenden ADRA Netzwerk (Kofinanzierung)

4.574,94

f ) Spenden für Kalender/Standartikel

1.790,80 309.972,09

II. Mitgliedsbeiträge

0,00

III. Betriebliche Einnahmen a) Betriebliche Einnahmen aus öffentlichen Mitteln

0,00

b) sonstige betriebliche Einnahmen

0,00

IV. Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand

300,00

V. Sonstige Einnahmen a) Vermögensverwaltung

1.127,66

b) sonstige andere Einnahmen sofern nicht unter Punkt I bis IV festgehalten VI. Auflösung von Rücklagen und Verwendung von zweckgewidmeten Mitteln Gesamtsumme der eingenommen Mittel

0,00 4.488,42 315.588,17

Mittelverwendung I. Leistungen für die statutarisch festgelegten Zwecke Ausgleich negativer Projektfonds aus dem Vorjahr

213.823,67 28.849,62

II. Spendenwerbung*

32.588,26

III. Verwaltungsaufwand **

36.317,44

IV. Sonstiger Aufwand sofern nicht unter Punkt I bis III festgehalten V. Zuführung zu Rücklagen und Zweckwidmungen Gesamtsumme der verwendeten Mittel

0,00 4.009,18 315.588,17

* 20.453,47 EUR wurden durch Spendengelder abgedeckt, der Restbetrag durch den Zuschuss der Kirche der STA gedeckt. ** Der Verwaltungsaufwand wurde durch die Spende der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich getragen.

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Finanzbericht Erläuterung Seit 2012 werden alle Spenden zuerst in der Bilanz unter „Noch nicht verbrauchte Spendenmittel“ (mit jeweiligem Verwendungszweck) gebucht. Sobald diese Spenden für passende Projekte benötigt werden, werden sie in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „Unterstützung und Einnahmen“ aktiviert. Somit sind die 2012 in der GuV dargestellten Einnahmen nur die „Spendenerträge (satzungsgemäß verwendete Spenden)“, aber nicht der Gesamtbetrag der vereinnahmten Spendengelder, der darüber lag. Überleitungsrechnung zwischen verreinnahmten Spenden (eingegangenen Spendengeldern) und Spendenerträgen (Satzungsgemäß verwendete Spenden): Vereinnahmte Spenden 2012: 384.643,54 - Spendenerträge 2012: 260.063,35 - Deckung offene Fonds 2011: 28.849,62 Saldo: 153.429,81 Dieser Saldo reflektiert sich im Anstieg der Spenden-Reservefonds um 153.429,81 EUR in der Bilanz. Rücklagen: Die Rücklagen wurden 2012 nicht mehr wie in der Vergangenheit vom Bilanz-Reservefonds in die GuV/Projekte aufgelöst und zum Jahresende wieder auf die Bilanz-Reservefonds verbucht. Da die Spenden zunächst in die Bilanz-Fonds gebucht wurden, wurden die Pro-

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jektausgaben (Kostenträger) in der GuV nur noch durch eine Buchung zum Projektabschluss oder Jahresende durch Spendengelder ausgeglichen. Verwaltungsaufwand: dieser wurde zur Gänze durch einen Zuschuss der Kirche der STA und diverse andere Einnahmen gedeckt (keine privaten Spendengelder). Aufwand für Spendenwerbung: 20.453,47 EUR wurden durch Spendengelder abgedeckt, der Restbetrag wurde durch selbigen Zuschuss der Kirche der STA gedeckt.


Projektausgaben: Bezeichnung

SH EZA MT*

Projektausgaben 2012

Bezeichnung Österreich - Ortsgruppenarbeit

SH EZA MT*

Projektausgaben 2012

MT

10.535,65

ADRA XL - Freiwilligenprogramm Projekte:

Österreich - Kinder helfen Kindern 2011

Transporte diverse

3.036,30 MT

9.874,78

Österreich - Entwicklungspolitische Bildung

748,29

Südsudan - Eyira Landwirtschaftsschule

EZA

5.517,72

Österreich - Kinder helfen Kindern 2012

MT

20.682,19

Senegal - Nahrungssicherung durch Gemüsegärten

EZA

14.254,10

Österreich -Steiermark Mure Palental St. Lorenzen

SH

849,98

Togo - Landwirtschaftsprojekt

EZA

60,93

Österreich - Hochwasser Lavamünd Kärnten

SH

5.448,60

Benin - Ausbildung für ländl. Entwicklung

EZA

5.178,94

Österreich - Hilfseinsatz Hausdämmung Sbg.

MT

236,87

DR Kongo - Goma Flüchtlingshilfe Dez. 2012

SH

5.882,45

Österreich - Haussammlung

Äthiopien - Schulbau Dongora Jänner 2012

EZA

131,62

Haiti - Wasser, Hygiene und Biogas

EZA

7.104,05

12,70

Somalia - Hungerhilfe 2 ADRA Österreich

SH

3.010,42

Philippinen - Taifun Washi Jan 2012

SH

3.374,21

Kenia - Alphabetisierung und Einkommensförderung von Frauen, Belbur

EZA

4.755,58

Philippinen - Monsun Überschwemmungen Luzon Aug 2012

SH

5.399,57

Kenia - Kajiado Mädchenheim

EZA

2.502,03

Philippinen - Taifun Bopha/Pablo Dez 2012

SH

5.504,37

Kenia Belbur Phase II

EZA

1.207,03

Russland - Wasserentsalzung

EZA

254,99

Kenia - Kajiado Mädchenheim Nahrungshilfe

SH

182,77

Japan - Tsunami Nothilfeprojekt

SH

1.845,34

Kenia - Kajiado Mädchenheim Nahrungshilfe 2012-13

SH

1.633,55

Japan - Tsunami Fischereihafen

SH

1.558,70

Kenia - KenduBay Behindertenheim

EZA

9.352,06

China - Capacity Building Clean Energy

EZA

37,49

Tansania - Freiwilligen-Bau-Einsatz Kibidula

EZA

8.348,72

China- Biogasanlage (Projektbeteiligung 2012)

EZA

4.595,58

Uganda - Zahnklinik Pro Homine

EZA

20.954,77

China - Machbarkeits-Studie REPIC

EZA

1.858.39

Swaziland - Nahrungssicherung für von HIV/ AIDS betroffenen Familien

EZA

121,84

Indien - Hebammenschule/Brunnen bei Ranchi

EZA

1.673,41

Albanien - Alphabetisierung Romafrauen

EZA

4.396,92

Indien - Berufsausbildung Waisenhaus Kolkata

EZA

6.538,46

Albanien - Aufbau Selbsthilfegruppe Brustkrebs

EZA

191,77

Indien - Einsatz P. Tichy - Kapazitätsförderung

EZA

4.475,90

Albanien - REFLECT Projekt

EZA

1.645,30

Moldawien - Kinderkrebsklinik Chisinau

EZA

192,91

Afghanistan - Wasserkraftwerk Panjab

EZA

1.027,36

Georgien - Programmaufbau Energieprojekt

EZA

71,41

Österreich - Freiwilligendienst Balance Wien

MT

743,19

Indien - Living India Patenschaft

SH

32,90

Indien - Einsatz D. Malarek, Aufbau Firma Ranchi

EZA

946,97

Indien - Einkommensförderung Ranchi

EZA

9.757,76

Jordanien - Syrische Flüchtlingshilfe ADRA CH

SH

5.547,54

Nepal - Alphabetisierung von Frauen

EZA

5.628,24

* SH (Soforthilfe), EZA (Entwicklungszusammenarbeit, MT (mildtätig)

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Vorstand zum 31. Dezember 2012

Herbert Brugger, Präsident

Ing. Christian Gerer, Finanzen

Marcel Wagner, Schriftführer

Unsere institutionellen Partner Unsere Partner sind die regionalen ADRA Vertretungen in Europa, Australien, Afrika, in verschiedenen Regionen Asiens, sowie in Nord- und Süd-Amerika und die ADRA-Partnerbüros in zurzeit 120 Ländern, die ihre Projekte und Programme selbst entwickeln. Ein weiterer Partner ist die Siebenten-Tags-Adventisten in über 180 Ländern der Erde, deren kirchliche Strukturen von ADRA genutzt werden können. ADRA Österreich arbeitet zusammen mit Kommunen, staatlichen Einrichtungen, Nicht-RegierungsOrganisationen (NROs) in Österreich und in den Entwicklungsländern. Auf internationaler Ebene UNHCR United Nations High Commissioner for Refugees UNO ADRA International hat einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen, New York, USA WFP Rahmenabkommen mit dem WFP (World Food Programm), Rom, Italien

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Mag. Oliver Fichtberger, Ing. Helmut Kopa, Mitglied Mitglied

Auf europäischer Ebene Concord Confédération européenne des ONG d’urgence et de développement, Bruxelles/European NGO confederation for relief and development, Brussels. Zusammenschluss von Nicht-Regierungs-Organisationen aus dem Bereich der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe auf europäischer Ebene. Sitz in Brüssel, Belgien. In Österreich Globale Verantwortung - Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und Humanitäre Hilfe Austrian Development Agency Land Oberösterreich City of Vienna international Land Steiermark Wohlfahrtswerk der Adventmission Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten


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ADRA Österreich Jahresbericht 2012  

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