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Das Straßennetz in China wird ständig weiter ausgebaut. Mittlerweile gibt es eine durchgehende Autobahnverbindung von Süden (Hongkong) nach Norden entlang der Ostküste bis nach Dalian Die Höchstgeschwindigkeit auf den Autobahnen ist auf 120 km/h begrenzt. Es gibt häufig Radarkontrollen. In China dürfen Ausländer nur mit einem chinesischen Führerschein am Straßenverkehr aktiv teilnehmen. Werden ausländische noch internationale Führerschein werden in China anerkannt. Ausländer können einen chinesischen Führerschein beantragen, wenn sie mehr als 6 Monate in China bleiben und an einer theoretischen Prüfung teilnehmen. Für einen Aufenthalt bis zu 3 Monaten kann man einen temporären Führerschein beantragen. Am Flughafen in Beijing, Terminal 3 kann man diesen z.B. bei Vorlage des ausländischen Führerscheins beantragen, Das Verhalten der chinesischen Autofahrer und –innen ist anders als das was man in Europa oder Amerika so kennt. Chinesen reagieren zeitverzögert, können Geschwindigkeit und Entfernung schlechter einschätzen und hupen sofort wenn ihnen irgendetwas nicht passt. Man sollte alle Verkehrsteilnehmer hinter, neben und vor dem Fahrzeug aufmerksamer beobachten als man von zuhause gewöhnt ist. Auch reagieren Fußgänger und Fahrradfahrer manchmal selbstmörderisch. Es gibt ein theoretisch gutes Verkehrsregelwerk in China, das aber kaum beachtet wird. Am riskantesten verhalten sich die Autofahrer in der Provinz Zhejiang. Dort wird beidseitig überholt, auch der Standstreifen ist nicht tabu. Man schnallt sich auf den Autobahnen nur an, weil es vorgeschrieben ist und man ständig auf Videos aufgezeichnet wird. Sobald man die Autobahn verlässt schnallen sich viele Chinesen wieder los. Die Sicherheitsgurte auf den Rücksitzen sind oft jungfräulich in den Ritzen vergraben und die ausländischen Bemühungen diese auszugraben, werden oft mit Kopfschütteln seitens der chinesischen Fahrer kommentiert. Wozu, es ist doch nicht vorgeschrieben auf den hinteren Bänken angeschnallt zu sitzen… Ein weiterer Grund spricht gegen das aktive Teilnehmen am chinesischen Straßenverkehr. Die Beschilderung ist vorwiegend in chinesischen Schriftzeichen – nur in Megastädten werden die Hauptrichtungen in Englisch angezeigt. Es gibt zwar Navigationssysteme, die aber ständig aktualisiert werden müssten, da sich quasi wöchentlich neue Straßenwege auftun. Es kommt also häufig vor, daß sich die chinesischen Fahrer verfahren und zigmal Passanten fragen, um in einen neuen Stadtteil oder ein Industriegebiet zu gelangen. Ebenso können die chinesischen Schriftzeichen von den Fahrern nicht so schnell erkannt und verstanden werden, wie das mit alphabetischen Begriffen möglich ist. Das führt oft dazu, daß chinesische Fahrer vor den Schildern abbremsen, manche bleiben auf der Fahrbahn davor stehen und schlimmer noch, viele legen den Rückwärtsgang ein, wenn sie merken, daß sie eine Abfahrt verpaßt haben. Deshalb, sollten Sie dennoch todesmutig selbst fahren wollen, rechnen Sie mit allem, auch mit dem Undenkbaren bei den anderen Teilnehmern. Man kann ich China grundsätzlich preiswert mit Taxen fahren. Man sollte aber nur Taxen nehmen, die an den offiziell ausgewiesenen Plätzen warten. Alle Personen, die sich auf Flughäfen, Bahnhöfen, Messen usw. selbst aufdrängen unbedingt ignorieren. Entweder wird die Fahrt am Ende doppelt so teuer oder man wird irgendwohin gebracht, wo uns der Taxifahrer gerne hinbringen würde, weil er dort für jeden abgelieferten Ausländer ein Zubrot verdienen kann. Über längere Strecken bieten sich Privatleute an, die sich inklusive ihrem Auto zu einem fairen Preis vermieten. Die meisten Lieferanten kennen jemanden und können Ihnen solche Fahrer vermitteln. Ein sehr populäres Straßenverkehrsmittel sind die Fernbusse. In allen Orten und Städten gibt es Busbahnhöfe, die oft größer sind als die Bahnhöfe mittlerer und größerer Städte in Europa. Sie fahren pünktlich und sind auf Gepäck eingerichtet. Die Fahrpreise sind niedrig und der Standard der Busse ist komfortabel. Gewöhnungsbedürftig sind allerdings die Liegebusse, in denen man nur liegend auf Pritschen längere Strecken zurücklegt. Im finsteren Nordosten Chinas – in der Gegend um Mudanjiang – verbrachte ich einmal etwa 6 Stunden in einem solchen Nachtliegebus. Schräg vor mir lagerten zwei Frauen aus Region. Sie brachten Unmengen Verpflegung i n Plastiktüten mit, aßen am Beginn der Fahrt sehr viel davon, nach 1-2 Stunden würgten sie alles wieder in anderer Form in die besagten Plastiktüten aus, knoteten diese sorgsam zu und hängten si e an ihr Bettgestänge auf, wo sie den Rest der Fahrt hin und her baumelten. Meine Stoßgebete (laß sie nicht platzen) wurden erhört, aber das kollektive Urinieren auf freier Strecke (weiblein rechts, Männlein links) blieb mir nicht erspart. In der Provinz Guangdong sind Mitarbeiter der Fa. Hein Marketing bereits zweimal während der Busfahrt bestohlen worden. Einmal wurden zwei Mitarbeiter vermutlich mittels einer gezielt unter dem Sitz platzierten Betäubungstablette in einen Minutenschlaf versetzt um währenddessen ein Laptop aus der Gepäckablage zu stehlen. Das sind aber sicherlich Ausnahmen, dennoch sollte man in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und auf der Straße die wichtigsten Reisepapiere und Kreditkarten direkt am Körper tragen.

In der Anlage ist ein Bild vom chinesischen Straßennetz.



Hein Marketing - Reisen auf der Strasse in China