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Architektur Projekt

Nur nicht für die Ewigkeit Respekt vor der Vergangenheit – und vor der Zukunft: Nicht weit von Vicenza entstand auf einem Hof aus dem 19. Jahrhundert eine gelungene Melange aus Hightech und low impact. Tex t Andreas Kühnlein

W

Fotos Alessandra Chemollo

wird ein Großteil landwirtschaftlich genutzt. Wenn Giovanni Traverso Gäste in sein neus­tes Projekt knapp drei Kilometer enn man sich die Waldbestände Europas östlich vom Stadtzentrum Vicenzas führt, aus der Vogelperspektive ansieht, dann dann ist ein Waldspaziergang Pflichtprostößt man südlich der Alpen auf einen gramm. „Damit hat alles begonnen“, sagt er, ­weißen Fleck. Als hätte einer die Gegend „und nur so versteht man Corte Bertesina.“ gründlich ausradiert, bis auf den allerletzVor mittlerweile 20 Jahren begannen ten Baum. Die Abholzung des fruchtbaren die Besitzer der gut 17 Hektar Land, die Landstrichs begann schon mit den Römern, zu dem Gehöft aus dem 19. Jahrhundert gesystematisch gab das Mittelalter den Auen- hören, ihr privates Aufforstungsprogramm. wäldern der Po-Ebene den Rest. Heute Ausschließlich mit autochthonen Sorten,

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vor allem Ahorn, Esche, Ulme, Weide. Der junge Wald ist eine Seltenheit in der Gegend und ein magischer Ort; kaum zu glauben, dass gleich dahinter Fabriken liegen und eine Kaserne, die Randbezirke von Vicenza. Aber Corte Bertesina ist noch mehr, viel mehr – in den Wald eingebettet liegen kleine Felder, auf denen Biogemüse gedeiht, es gibt einen Laden für die Produkte des Hofs, auf dem Menschen mit Downsyndrom beschäftigt sind, einen Veranstaltungsraum für Bildungs- und Kultur­

AD 04/2018  

AD Architectural Digest Germany, April 2018 – "Italien"

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