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ARCHITECTURAL DIGEST. Stil, Design, Kunst & Architektur

Deutschland  Dezember & Januar 2020 / 8 Euro

Des Sofas neue Kleider

Überraschende Fresh-ups für Lieblingsstücke im besten Alter

AD Design Award 2019 Das sind die Gewinner!

Messeguide 2020

Ein Ausblick aufs Designjahr

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Nur die Ruhe Bergwinter im Zillertal, in Graubünden und den Dolomiten – und geniale Geschenke für jeden Typ!


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PA R I S

KÖ L N

S T. M O R I T Z


Inhalt Dezember & Januar 124

Herrschaftszeiten

39

Zehn Seiten Freude

107

Architektur 108

Projekt Berlin-Lichtenberg: In einem Gerüst von vorgestern erfand ein visionäres Gestalterteam die Zukunft der Arbeit.

Cover: Krista Keltanen / Features & More; Fotos: Alessandra Ianniello / Living Inside; © Vitra; Montblanc; Porträt: Markus Burke

25 Editorial 26 Agenda 30 Impressum 35 Wunderkammer 37 AD stellt vor

39

Stil 40

Geschenke Vom tragbaren Ofen bis zur modernen Krippe: die schönsten Stil-Präsente zum Fest!

74

Studio

114 Radar

Zweiter Frühling: Ein gut gearbeitetes Möbel hat viele Leben – wenn man es gelegentlich neu polstern und beziehen lässt. Tipps für eine Typveränderung.

Porträt

82 Praxis Bad

Ein Besuch bei Leicht, wo aus Küchenschränken Räume werden und Sonderwünsche nichts Besonderes sind.

84

120 Interview Fuksas

Wir – und Sie! – haben gewählt: Hier kommen die Preisträger des AD Design Summits 2019 in fünf Kategorien.

123

AD Design Award

96 Messe-Guide 58 Thema Eisheilige

Projekt

00

Synergie-Effekt: Louis Vuitton inszeniert seine jährlichen Cruise Shows vor den spektakulärsten Architekturen.

124

Geschenke

Das Bündner Dorf Valendas stand stets im Schatten von Flims und Laax. Gut so! Denn es blieb vom Tourismus verschont.

136

Kunst Der Brite Edward Bawden war ein vielschichtiger Künstler: im Leben spröde, im Werk vor Witz sprühend und charmant.

66

Adresse

70 Projekt Minotti

Panorama Reise

60

Tapisserie und Moderne? So bestrickend ist die Symbiose aus Art & Craft.

116

152

Oliver Heilmer

142 Ausstellungen 146 Bücher 152 Mobil


Inhalt Dezember & Januar 157

Leben 158

Rausch der Stille Retreat im Berg: Die Raumgestalter von Holzrausch haben ihr erstes Haus gebaut. Zu Besuch im Holzturm der Familie Petri in Zell am Ziller.

168

From Canada with Love Viel mehr als nur Bed and Breakfast: Wie eine Designexpertin und ein Filmemacher einem alten Gasthaus in Wellington neues Leben schenkten.

176

Nomade mit festen Wurzeln Seine Kunst führt Not Vital durch die ganze Welt. Zu Hause aber ist er im Unterengadin. Dort hat er Schloss Tarasp zum Teil seines famosen Werks gemacht.

176

Lichtburg

186

Schnee, der auf Zypressen fällt Wie der Winter in einem Park am Gardasee antike Dramen heraufbeschwor, erzählt uns Conte Agostino Rizzardi.

168

Wonderland

Fotos: Federico Ciamei; © Vitra; Porträt: Krista Keltanen / Features & More

194

Paradies ist ein Wort aus dem Persischen … und für Farah Ebrahimi liegt es in Iran. Mit ihrem Mann Philipp Mainzer und den Kindern fliegt sie jedes Jahr nach Kaschan.

202

Das Raue vorm Himmel Robust, aber sanft, rustikal und doch modern: Mitten in den Dolomiten schuf sich eine Familie einen wohligen Ort aus alten Hölzern und frischen Akzenten.

It’s Nelson Time! 83

210 Summaries 214 Apropos 216 Genie & Spleen


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„Not Vitals Kunst erzählt mit leisem Lächeln vom Ort einer Sehnsucht: unserem Zuhause.“

Foto: Federico Ciamei; Porträt: René Fietzek

M an weiß nie, wo er als Nächstes auftaucht. Not Vital ist gefühlt immer in Bewegung. Wenn Sie, sagen wir im Spätsommer, das Schloss Tarasp (siehe oben und S. 176) besichtigen, das der Unter­ engadiner Konzeptkünstler vor einiger Zeit gekauft hat, und Sie gerade wieder ins Freie treten auf den steil abfallenden Hof, kann es gut sein, dass er Ihnen gerade mit leichtem Schritt entgegen­ kommt. Sie erkennen ihn an einem seiner charakteristischen Hüte, die er immer trägt. Mit einem kurzen Gruß schlüpft er an Ihnen vorbei. „Allegra!“, weg ist er. Nur um Ihnen dann einige Stunden später, ein paar Kilometer weiter im Bergdörfchen Ardez vor sei­ nem dortigen Anwesen, dem schönsten Haus am Platz, wiederzu­ begegnen, einen Apfel kauend. Manchmal entsteigt er gar dem Boden, mitten auf einer Wiese im Dörfchen Sent, wo sein Eltern­ haus steht und das seines Bruders Duri Vital. Duri ist Architekt, keiner kennt die traditionelle Architektur der alten Unterengadi­ ner Häuser wohl besser als er. Er restauriert sie mit zauberhaft sicherer Hand wie ja­panische Tempelbaumeister ihre Schreine. Duri und Not, der Architekt und der Künstler, beide zutiefst ver­ wurzelt in ihrem heimatlichen Boden, Not (übrigens mit einem

ganz schnellen, kurzen o ausgesprochen) zugleich immer unter­ wegs auf der ganzen Welt, in China, Afrika, überall – ein Nomade, der, egal wo er sich niederlässt, ob kurz oder länger, eine magische Anziehungskraft entfaltet auf Menschen. Er ist auch als Künstler ein leiser Erzähler, verspielt zugleich, mit hintersinniger Fabu­ lierlust, die sich aus dem Ort seiner Herkunft speist und mit der ruhigen, poetischen, jahrhundertealten Strenge asiatischer Ferne aufgeladen wird. Kuhfladen in Bronze gegossen, riesige Rinder­ zungen aus Stahl, meterhohe Lotusblüten, Schneebälle unter Glas eingeschlossen wie in Bernstein, die Gipfel der Bergmassive in drei genial gefetzte Klebestreifen auf Papier übersetzt. Die Kunst Not Vitals bringt Sie mitunter zum Lächeln, wenn Sie etwa in schwindelnder Höhe über seine Eselsbrücke balancie­ ren, eine lange Reihe dünner Stahlstelen, auf denen oben ein Esels­ kopf sitzt, in seinem verwunschenen „Parkin Not dal Mot“, dem Skulpturenpark, den Not und Duri 1998 in Sent angelegt haben. Vor allem ist sie aber ein ungeheuer starkes Bekenntnis zu jener Landschaft und Kultur, die sein Zuhause ist. Ein Zuhause, an dem Not seine Besucher gern teilhaben lässt und das einen nie wieder loslässt, wenn man einmal dort gewesen ist. Fahren Sie hin diesen Winter und halten Sie Ausschau. Vielleicht öffnet sich die Schnee­ decke, und es erscheint plötzlich ein Hut.

O liver Jahn

25


AD Agenda

Wer, wie, was? Redak tion Johanna Hänsch und Karin Jaeger

Nicht verpassen! „Hermès at Work“, Stuttgart Handwerksfestival in der Staatsgalerie, bis 17.11. herme s.com

Thonet in der Kunst Eigens fürs 200. Jubiläum entworfen: Künstler wie Monica Bonvicini oder Gerhard Merz (hier: „Der Stuhl des Architekten“, bestehend aus Teppich und Stuhl „209“) zeigen in der Schau „Thonet Re-Imagined“ ihre Interpretationen der Designklassiker. Bis Ende Januar 2020 bei Schellmann Art + Furniture.

Design Miami Internationale Designmesse 3.–8.12. miami 2 0 1 9.de signmiami.com

schellmannar t .com

„Design from the Alps“, Meran Design aus Tirol, Südtirol und dem Trentino, bis 12.1.2020 kuns tmeranoar te.org

„After the Wall“, Weil am Rhein Design seit 1989 im Vitra Schaudepot, bis 23.2.2020 de sign -museum.de

„Very Ralph“ Dokumentarfilm über Ralph Lauren auf Sky Germany sk y.de

Drei Fragen an Regina Hoefter

Genie Zum 25. Geburtstag ehrt das Groninger Museum seinen Schöpfer Alessandro Mendini. Der Architekt und Designer kuratierte die Schau „Mondo Mendini“ (o. Vase „Abissina“, 2018) kurz vor seinem Tod. Bis 5.5.2020 groningermuseum.nl

26

Was haben Sie noch vor? Ich möchte eine Art „Shoppable Apartment“ gründen, in dem spannende Kooperationen mit Galerien, Designern, Innenarchitekten und Künstlern entstehen sollen. Wessen Wohnung oder Haus würden Sie denn gerne einmal einrichten? Meine New Yorker WG mit Iris Apfel und jedem, der darin mitwohnen möchte. Die Interiordesignerin Regina Hoefter eröffnete Anfang 2019 ihr eigenes Büro in München. Neben der Planung von Einbauten, Möblierung und Sonderanfertigungen berät sie ihre Kunden auch bei der Auswahl von Kunstwerken und Vintage-Möbeln. Und sie hat ein exzellentes Handwerkerteam an der Hand. r e g i n a h o e f t e r. d e

Fotos: © Schellmann Art; Marta Sansoni; Porträt: Quentin Strohmeier

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben? Meine Entwürfe basieren auf dem Spiel mit Kontrasten. Lieblingsstücke der Kunden mischen sich mit Zeitgeist, Minimalismus wird mit Expressivem aufgeladen.


AD Agenda

… im Dezember / Januar

Wieder da!

Säule des Designs Linde Freya Tangelder (o. li.) aka destroyers / builders wurde jüngst zu Belgiens Designerin des Jahres gekürt. Zur Feier zeigt das Interieurhuis in Kortrijk vom 13. bis 15.12. eine Solo-Show mit Werken wie dem „Bolder Chair“ (o. re.).

Nach neun Monaten Umbau präsentiert sich Cartier am angestammten Platz in Münchens Maximilianstraße so mondän wie frisch. Sand- und Sonnentöne prägen den Prestige Salon im ersten Stock – er ist der Haute Joaillerie vorbehalten. c ar tier.com

de s troyer sbuilder s.com

Neu eröffnet Europa-Premiere: Möbel, Mode, Kunst und Juwelen in Annabelle Selldorfs Flagship-Design. Carlos Place 15 therow.com

Rimadesio, Hamburg Monobrand-Store bei Flagstone im Katharinenhof, Zippelhaus 2 rimade sio.com

Brunello Cucinelli, München

Guide für Gastgeber Als Gaggenau-Chef Peter Bruns zum ersten Mal für Freunde kochte, stand er den ganzen Tag lang in der Küche. „Um Mitternacht war ich endlich fertig, da gingen die ersten Gäste schon nach Hause.“ Gut, dass es im ersten Kochbuch des Hausgeräteherstellers vor allem um Gerichte aus dem Dampfbackofen geht (o. gegrillte Ananas mit Sauerrahmreis) – und um die Kunst des Vorbereitens. Tre Torri, 26 0 S eiten, 6 9, 9 0 Euro.

28

Von der 10 in die 27: Brunello ­Cucinelli zieht in der Maximilianstraße ein paar Häuser weiter brunello cucinelli.com

Sattler Optik, Wien Cooles Shopdesign von Stephanie Thatenhorst, Mariahilferstr. 113 sat tler- optik.at

Porträt: destroyers / builders; Fotos: Alexander Popelier; Cartier; © Thorsten kleine Holthaus für Tre Torri Verlag (2)

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ARCHITECTURAL DIGEST. STIL, DESIGN, KUNST & ARCHITEKTUR erscheint in der Condé Nast Germany GmbH Oskar-von-Miller-Ring 20, 80333 München Telefon 089 38104-0 mail@condenast.de, www.condenast.de ad@admagazin.de, www.admagazin.de

Chefredakteur Oliver Jahn

Redaktion Stv. Chefredakteur & Style Director Dr. Simone Herrmann Art Director Inka Baron Textchef & Kunst Barbara Gärtner Managing Editor Eike Schrimm Interior / Küche / Bad Karin Jaeger Textredaktion Andreas Kühnlein, Florian Siebeck Stil Sally Fuls (Ltg.), Mona Bergers, Nina Luisa Vesic, Friederike Weißbach Bildredaktion Thomas Skroch (Ltg.), Isa Lim, Samantha Taruvinga Art Department Viviana Tapia (Stv. Art Director), Selina Lang, Anastasia Novikova (Trainee) Assistenz der Chefredaktion Johanna Hänsch Mitarbeiter dieser Ausgabe Reinhard Krause, Sophia Lierl, Iain Reynolds Autoren dieser Ausgabe Gesine Borcherdt, Ulrich Clewing, Susanna Koeberle Fotografen dieser Ausgabe Felix Brandl, Markus Burke, Matteo Carassale, Federico Ciamei, Sima Dehgani, Stefania Giorgi, Ramon Haindl, Alessandra Ianniello, Oliver Jaist, Krista Keltanen, Thomas Skroch Illustrator dieser Ausgabe Emiliano Ponzi Stylist dieser Ausgabe Nina Luisa Vesic

Büro Mailand Anna Riva, Paola Dörpinghaus Tel. +39 02 29000718, p.dorpinghaus@condenast.it Büro New York Christina Schuhbeck Tel. +1 212 2866856, christina_schuhbeck@condenast.com Schlussredaktion / Dokumentation Lektornet Syndication syndication@condenast.de Redaktion admagazin.de Andreas Kühnlein (Ltg.), Valerie Präkelt (Feature & Social Media Ltg.), Clara Westhoff (Trainee)

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt   Oliver Jahn

Vertrieb Abonnement-Betreuung Deutschland und Österreich: AD ARCHITECTURAL DIGEST Leserservice Postfach 290, 77649 Offenburg Tel. 0781 6394509 E-Mail: abo@ad-magazin.de, www.ad-magazin.de/abo Jahresabonnement: 68 € ; Studenten (gegen Nachweis): 34 € Schweiz: AD ARCHITECTURAL DIGEST Leserservice Postfach, 6002 Luzern, Tel. +41 41 3292244 E-Mail: ad@leserservice.ch, Jahresabonnement: 115 sfr Andere Länder: Adresse siehe Deutschland, Preise auf Anfrage AD ARCHITECTURAL DIGEST (German) (USPS no 24066) is published monthly by Condé Nast Germany. Known Office of Publication: Data Media (A division of Cover-All Computer Services Corp.), 660 Howard Street, Buffalo, NY 14206. Periodicals postage is paid at Buffalo, NY 14205. Postmaster: Send address changes to AD ARCHITECTURAL DIGEST, Data Media, P.O. Box 155, Buffalo, NY 14205-0155. E-Mail: service@roltek.com, toll free: 1-877-776-5835 Bestellung von Einzelheften Preise, Verfügbarkeit und Bestellung unter abo.ad-magazin.de/einzelhefte Für weitere Fragen: Tel. 01806 012906


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Publisher André Pollmann

Anzeigen / Vermarktung Sales Christina Linder, Head of Sales christina.linder@condenast.de, Tel. -430 Christine Weinsheimer, Head of Digital Sales christine.weinsheimer@condenast.de, Tel. -466 Brand Advertising Andrea Latten, Brand Director Vogue & AD andrea.latten@condenast.de, Tel. -276 (verantwortlich für Anzeigen) Marketing Angela Reipschläger, Head of Marketing angela.reipschlaeger@condenast.de, Tel. -793 Ingrid Hedley, Marketing Director ingrid.hedley@condenast.de, Tel. -142 Kathrin Ölscher, Marketing Director kathrin.oelscher@condenast.de, Tel. -746 Creative Studio Carsten Schilkowski, Head of Creative Studio carsten.schilkowski@condenast.de, Tel. -365 Advertising Operations Katharina Schumm, Head of Revenue Management, Ad & Marketing Service katharina.schumm@condenast.de, Tel. -135

Vertrieb Alima Longatti, Head of Direct Marketing & CRM alima.longatti@condenast.de, Tel. -301 Einzelverkauf MZV GmbH & Co. KG, Karsten Reißner (Bereichsleitung)

Herstellung Leitung Lars Reinecke, Director Production Digitale Vorstufe / Druck Mohn Media, Mohndruck GmbH Carl-Bertelsmann-Straße 161 m, 33311 Gütersloh

Esstisch ADLER Naturstein Orobico Black

www.draenert.de

Unternehmenskommunikation / PR Henrike Zock, Leitung Corporate Communications presse@condenast.de, Tel. -413

Finanzen Roland Riedesser, Finanzdirektor

Geschäftsführerin und Herausgeberin Jessica Peppel-Schulz

Zurzeit gilt die An­­zei­­gen­­preis­­l iste Nr.  23 vom 1.  1.  2019. Al­­le Rech­­te vor­­behal­­ten. Die Zeit­­schrift und al­­le darin ent­­hal­­te­­nen Bei­­t rä­­ge und Ab­­bil­­dun­­gen sind ur­­­heber­­recht­­l ich ge­­schützt. Mit Aus­­nah­­me der ge­­setz­­l ich zu­­ge­­las­­se­­nen Fäl­­le ist ei­­ne Ver­­wer­­t ung oh­­ne Ein­­w il­­ ligung des Ver­­lags straf­­bar. Für un­­ver­­langt ein­­­gesand­­tes Text- und Bild­­mate­­r i­­a l wird kei­­ne Haf­­t ung über­­nom­­men. ISSN-Nr. 1433-1764

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Foto: Daniel Vieser

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„Schmuckkästchen“ – so nannten die Bad Wildbader ihr heiß geliebtes Kurtheater am Rande des Parks. Ein königliches Schauspielhaus in neobarockem Stil, auf dessen Bühne schon Willy Reichert gastierte. Goldene Zeiten, bevor der Bau in den 60ern geschlossen und vergessen wurde. Nach 13 Jah­ren Sanierung wurde er 2014 wieder eröffnet: als Schatzkammer in Pfirsich, Koralle und Mint! SF e ggerkolb -architek ten.de, kh -architek ten.de

35


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Bettina Schneuer blickt gern in die Zukunft. Zum sechsten Mal betreute die Berliner Autorin unsere Immobilien-Beilage, weil es sie reizt, „Partituren zu entdecken, wie wir leben könnten“. Sie selbst würde das am liebsten im lichtdurchlässigen Brillhart House, das „lokale Bautradition mon­dän und ökologisch zugleich interpretiert“. Doch noch vor Mut und Gestaltung kommt es für die Expertin beim Immo­ bilienkauf vor allem auf dreierlei an: „Lage, Lage, Lage! Das ist das Einzige, was sich an einem Haus nicht ändern lässt.“ Beilage Immobilien

Sima Dehgani

Fotos: Ralph Stieglitz; Sima Dehgani; Thomas Skroch

reiste in die Vergangen­ heit: „Die Architektur in Kaschan ist nicht nur wun­derschön, sie ver­ setzt einen in die Zeiten des alten Orients!“ Ge­ meinsam mit Designerin Farah Ebrahimi (li., samt Mann Philipp Mainzer und den Kindern) doku­ mentierte die Fotografin (Mitte) vier Tage lang die Magie des Morgenlan­ des – unter anderem in der Wüste, wo sie „Kame­ le in freier Wildbahn und ein köstliches Abendes­ sen unter Sternenhimmel“ genießen durfte. S. 194

Felix Brandl hat in den letzten 17 Jahren rund 40-mal Weihnachten gefeiert. Jahr für Jahr setzt der Münchner Fotograf Festtags­ motive ins Bild – weswegen es bei Brandl dann zu Hause umso schlichter sein darf: „Ich brauche nicht mal einen Baum, die Shootings sprengen da meinen Bedarf.“ Nur unseres nicht. „Das war wirk-­ lich überhaupt nicht kitschig!“ Ab S. 44

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Stil

Foto: Felix Brandl / Studio Condé Nast; Produktion: Nina Luisa Vesic

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Schöne Hülle für die Fülle In der Elfenwerkstatt am Comer See wurden sie gewebt, die neuen Damaste und Jacquards von Dedar (von li.: „Deli­ cious Manners“ in Grün, „Electric Dreams“ als Stulpe, „Silkbird“ in Ziegelrot). Und an unserem Kamin (über Historische Baumaterialien, 1200 Euro) warten sie nun als Weihnachtsstrümpfe auf den Nikolaus. So bleibt alles in der Familie. de dar.com, his torischebaumaterialien -ardehali.com

Redak tion Simone Herrmann und Sally Fuls

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2

1

3

Stilles für die

Stube

Wie bringt man Frischluftfanatiker nicht mehr vom Ofen weg? So! Mit diesen Präsenten bleiben sie gern im Warmen.

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4 1 Innere

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Am Puls

der Zeit

Festromantik? Das ist nichts für Freigeister. Doch über diese famosen Avant-Gaben geraten selbst sie in Weihnachtsstimmung.

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2 1

4

7

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2 Für „Tooth Paste“ ist nicht nur ein Kraut gewachsen, 19 Euro drlhotka.com 3 „Object No. 139“ zaubert das Meer ans Ohr! Aus Treibholz,

690 Euro ing ys to ckholm.com 4 Hommage an die Farben Mexikos: Vasen „Isla“ in Kollaboration mit Nouvel Studio julierichoz .com 5 Limitierte Teekanne „Mono Classic Edition IJM“ aus Edelstahl, Glas, Kunststoff, 295 Euro mono.de 6 Es werde bunt! Kerzenhalter „ZigZag“ aus Borosilikatglas, 390 Euro jo chenholz .com 7 Ein Minimalist: Beuteltasche „Swing“ aus Sattelleder, 595 Euro sophiehulme.com

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Fotos: Marc Wouters (2); Dr. Lhotka; Ingy Stockholm; Julie Richoz; © Mirka Pflüger; Seeds Gallery London; Sophie Hulme

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1

2

It’s so disco …

But I like it!

Für alle, die ihre Glücksmomente mit Fashion, Beauty, Design gern posten. Es heißt ja auch: Geteilte Freude ist doppelte Freude!

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3

1 Disco! Ashley Williams' Haarpins mit Kristallbesatz (Set 120 Pfund) über shop.dover s tre e tmarke t .com 2 Bringt Glück: Anhänger „Dra-

gon Tassel“ aus Kalbsleder, 350 Euro lo ewe.com 3 Arteks Hocker als Kunstedition „Untitled (Kiss)“ des Institute of Contemporary Art, 400 Pfund ic a -b o oks tore.myshopif y.com 4 Besticktes Seidenmix-Kissen „Octavia“, ab 250 Euro armani.com /c asa 5 Edler Tiegel: Creme „Orchidée Impériale Black“, 590 Euro guerlain.com 6 Made to order: „Double Match“-Hemd, 990 Euro prada.com 7 Götterbotin: Hermès' Pumps „Victoire 105“ aus Velours, 590 Euro hermes.com 8 Tischspiegel „Hoffmann“ mit Holzsockel, 179 Euro objek teunserertage.com

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Fotos: Ashley Williams; Loewe; Todd White; Armani  Casa; Guerlain; Prada; Hermès; Objekte unserer Tage

7


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2

1

4 3 Ein Fest für

Freigänger Wenn der Atem zu Eis wird und der Schnee unterm Schuh knirscht: Mit diesen Gaben wird auch Outdoorfans ganz warm ums Herz!

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6 7 1 Dr.

Jaglas' Glühweinelixir (35 Euro) wird pur oder mit Champagner getrunken – oder in den Rotkohl zur Gans gegeben dr-jaglas.de wattierte Skijacke (519 Euro) von colmar.it 3 Wurzelreich! Garden Glorys Baumständer „Back to the roots“ aus Aluminium, 295 Euro gardenglor y.com 4 Pingpong-Kellen mit Lederbezug und Nussbaumgriff (2er-Set 860 Euro) von tif fany.de 5 Nooris Outdoorherd „V01“ aus emailliertem Stahl und recyceltem Holz, 3000 Euro no ori.com.br 6 Cecilie Manz entwarf den trag­ baren Speaker „Beoplay P6“ aus eloxiertem Aluminium (400 Euro, limitierte Edition) für bang - oluf sen.com 7 Mohairschal (195 Euro) von lo ewe.com 8 Plateau – ho, ho, ho: Damenschuh „Beaubourg Derby“, Kalbsleder und Monogram Canvas, 850 Euro louisvuit ton.com 2 Eighties-Revival:

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Fotos: Dr. Jaglas; Colmar Ski; Garden Glory; Tiffany & Co.; Caio Palazzo; Bang & Olufsen; Loewe; Louis Vuitton

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Foto: Felix Brandl / Studio Condé Nast; Produktion: Nina Luisa Vesic

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Das freut den

Denker!

Historiker, Professorin, Bücherwurm? Diese sieben Sachen lassen sogar die selbstvergessensten Gelehrten jubeln.

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Fotos: Boucheron; Montblanc; UU Market; Thomas Duval; Siren Song; Hieronymus; Sara Magni

7 6 1 Dreifacharmband

oder Kette? „Jack de Boucheron“ aus Gelbgold mit Diamanten, 14 200 Euro b oucheron.com 2 Goldfeder: „Meisterstück Solitaire Calligraphy“, 1700 Euro montblanc.com 3 Die Tonvasen „Amphora“ zeigen Figuren bei Alltagstätigkeiten, je 900 Euro uumarke t .f i 4 Säulen des guten Geschmacks! Gewürzmühlen „Granville“ in versilbertem Messing, 1730 Euro puiforc at .com 5 Mini-­ Tablett „Sculptura“, 3er-Set 55 Dollar sirensongcuriositie s.com 6 Für rechts und links: Brieföffner aus vergoldetem Messing, 860 Euro hieronymus- cp.com 7 Krug „The Cold“, Kanne „The Hot“ und Glas „The Coldest“ (287, 336 bzw. 35 Euro) aus Borosilikatglas paolac.com

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Fotos: Mepal; © Vitra; Papier Tigre; Nikokoneko; Hadaki; Wild & Wolf; Uuio

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Fotos: Getty Images / EyeEm; Bond Hardware; UU Market; Andreas Omvik; Courtesy Neha Dani; Claudia Ferri; Susan Fang

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1 Harz und Glas sind zum Regal „4 Tier Cinder Block“ erstarrt b ondhardware.com 2 Katerina Kroten­ kos Glasvase „Shaped by Fire“, 755 Euro uumarke t .f i 3 Pulver­ schneebeschichtet? Tisch „Your Pri­vate Sky“ reflektiert das Licht in Edelstahl und Beton p e t ter sen h ein.c om 4 Funkelnd wie Glet­ schereis: Mondsteine und Diaman­ ten auf dem Weißgold-Armreif „Aialik“, 48 000 Dollar n e hadani. c om 5 Eisscholle aus Marmor – Ablage „Asteroid“, 2400 Euro je 5er-Set riogrande.x y z 6 Für rau­ schende Polarnächte! Die „Bubble ­Jellyfish Bag“ mit Kris­tallperlen, 566 Pfund susanfang­o f f icial.com


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Stil Projekt TWA Flight Center

Fashioning the world Louis Vuittons Cruise Shows sind viel mehr als Defilees. Ein Gespräch mit CEO Michael Burke über die kreativen Synergien von Mode und Architektur der Extraklasse. Inter view Oliver Jahn

A lle Gebäude, an denen die LV Cruise Shows in den letzten Jahren stattfanden, sind Ikonen der Architekturgeschichte – ob nun das John Lautner-Anwesen von Bob und Dolores Hope in Palm Springs, das Miho Museum von Ieoh Ming Pei in Kyoto, im vergangenen Jahr die Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence oder zuletzt Eero Saarinens legendäres TWA Flight Center am New Yorker JFK-Flughafen.

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Was ist die Idee dahinter? Eine der größten Herausforderungen unserer Branche ist der rasend schnelle Rhythmus, der unbarmherzige Druck des Fa­shion-­ ­Kalenders. Es gibt kaum Mög­lichkei­ten, sich zu regenerieren. Die Cruise Shows sind da ein Moment der Freiheit. Keinerlei Pflichtprogramm – weder beim Ort, beim Datum noch beim Inhalt. Diese Freiheit

Fotos: Grégoire Vieille (2); Courtesy of Louis Vuitton

Seine Cruise Show 2020 (u.) zeigte Louis Vuitton adäquat retrofuturistisch im TWA Flight Center, dem einstigen Terminal 5 von New Yorks JFK Airport (li.). Eero Saarinen entwarf die 1962 eingeweihte Ikone des Space Age in Form eines vom Boden abhebenden weißen Vogels (ganz u. die Außenansicht). Nach der Show nahm hier das „TWA Hotel“ seinen Bodenservice auf.


setzt viel neue Energie frei und bietet auch sche Terminal, das wir aus so vielen FilRaum für ein klein wenig Naivität und Un- men kennen mit seinen roten Bänken, wird schuld, Faktoren, die eminent wichtig sind dessen Lobby. Es war also jetzt genau diefür den magischen Prozess der Kreativität. ser eine Augenblick davor. Die richtige Welche Rolle spielt dabei die Auswahl Location zum richtigen Zeitpunkt zu finder Architektur? den, das ist die Herausforderung. Und dann Den Dingen einen besonderen Sinn zu ver- für diesen Anlass eine Kollektion zu entleihen, daran arbeite ich gern. Das ist sehr werfen, die intelligent und verführerisch greifbar. Das Wichtigste ist für mich, begeis- auf diesen Kontext reagiert. terungsfähig zu sein, entflammbar. Wenn Sehen Sie das Gebäude vor allem als Sie jung sind, sind Sie das immer. Aber die Bühne, als Kulisse, oder tauchen Herausforderung besteht darin, begeiste- Sie richtig in seine Geschichte ein? rungsfähig zu bleiben. Es muss auf jeden Fall mehr sein als bloße Das TWA-Terminal hier in New York Bühne. Es geht um Kultur, um Relevanz. dürfte Sie da nicht enttäuscht haben. Auch die tagesaktuellen Umstände spielen Die Arbeit mit dem TWA-Terminal war ein eine Rolle. Als wir 2015 etwa im John Lautlabour of love. Sie brauchen schon etwas ner-Anwesen unsere Show zeigten, war das Mut und auch eine gewisse Verspieltheit, auch ein Statement, Kalifornien zurück auf ausgerechnet hier eine Show zu veranstal- das Radar der Branche zu bringen. Es bietet ten. Im Grunde gilt das für alle Gebäude, in auch die Möglichkeit, das ein oder andere denen wir die Cruise Shows präsentiert Stereotyp zu unterlaufen. Kalifornien, da haben – es hatte ein bisschen das Air der denkt so mancher an big hair und miesen Unmöglichkeit. Bernard Arnault, Nicolas Geschmack. Dann wurde das Midcentury Ghesquière und ich führen darüber einen Modern dort wiederentdeckt. Und denken intensiven Austausch. Die Chance, immer Sie daran, welchen impact das Coachella-­ wieder diesen einzigartigen Moment zu Musik- und -Kunstfestival entfaltet hat. Für kreieren, reizt uns ungemein. Das TWA uns war es damals genau der richtige Zeitwird künftig ein Hotel sein, und das ikoni- punkt, dort zu sein. Genau wie wir ein Jahr

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Niterói Contemporary Art Museum Nicht minder spektakulär war der Rahmen, den CEO Michael Burke (u.) mit Kreativkopf Nicolas Ghesquière und Konzernchef Bernard Arnault für LVs dritte Cruise Show 2017 auswählte: Oscar Niemeyers Niterói Contemporary Art Museum (oben) bei Rio de Janeiro. 20 Jahre nach seiner Einweihung feierte das UFO mit den catwalkartigen Aufgängen zugleich Wiedereröffnung.

Foto: Courtesy of Louis Vuitton; Porträt: Denis Rouvre / Louis Vuitton

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Fondation Maeght Warum in die Ferne schweifen, wenn auch vor der Haustür grandiose Architektur steht? In puncto Kühnheit kann es die Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence getrost mit der dort seit 1964 gezeigten Kunst von Miró bis Giacometti aufnehmen. Josep Lluís Serts Museumsbau mit den skulpturalen Dachtrögen (o.) war Inspirator für Louis Vuittons Cruise Show 2019.

darauf unbedingt in Rio de Janeiro sein wollten, im Niterói-Museum, zu einer Zeit politischer Unsicherheiten, um mit unseren Mitteln zu zeigen: Es gibt eine Zukunft! Das Erbe der Marke spielt eine große Rolle, spätestens seit Gaston-Louis Vuitton in den 30er-Jahren den Charakter Ihres Hauses geprägt hat. Wenn ich an das Strandhaus von Charlotte Perriand denke, das Sie mit enormem Aufwand für die Art Basel Miami zum Leben erweckt haben und aktuell auf der Per­riand-Retrospektive in der Fonda­ tion ­Louis Vuitton wieder zeigen – welche Bedeutung haben solche Projekte? Wir müssen vermitteln, wer wir sind und wie wir dazu beitragen können, Kultur mitzuprägen. Kultur ist natürlich viel mehr als Kommerz, Letzterer ist ein Teil von Kultur, aber er prägt diese eben auch. Gaston-Louis Vuitton war extrem mutig, manche Gralshüter dachten, er richte damit vor allem Schaden an. Sein Weg ist aber gerade der richtige. Er sprengte Schablonen auf. Als wir die Kooperation mit Supreme gemacht haben, war das ein Statement über das Verhältnis der Straße zur Couture. Eine Brücke zwischen den Generationen und verschiedenen Teilen der Gesellschaft, die kaum im Austausch sind in Zeiten von In-

stagram, Snapchat und Co. Denn es gibt Dinge, die weit besser funktionieren als die Kommunikation der Generationen, schließ­lich müssen sich Kinder immer von ihren Eltern absetzen. Durch die Zusammenarbeit mit Supreme entstand ein Diskurs darüber, wer man ist oder sein will. Mit Ihren Cruise Shows in solche Landmark-Architekturen zu gehen, ist das im digitalen Zeitalter nicht auch ein Bekenntnis zur physischen Welt, nicht zuletzt auch der des Ladengeschäfts? Shopping ist in erster Linie eine soziale Aktivität. Die Menschen gehen seit jeher auf den Marktplatz – natürlich um einzukaufen, aber vielmehr doch, um sich auszutauschen, sich unter die Leute zu mischen, ihren künftigen Partner zu treffen, Freunde zu sehen. Im Store geht es um soziale Interaktion. Es schadet natürlich nicht, wenn Sie dann on top noch etwas verkaufen. Aber was die Architektur angeht: Beileibe nicht jeder kennt Saarinen, Lautner oder Niemeyer. Den Fokus auf solche Orte zu lenken erschließt Wissen für jüngere Generationen. Im Idealfall muss man es schaffen, eine Geschichte zu kreieren, die bleibt. Wie Sie die Geschichte erzählen, ist nicht so wichtig wie ihr Inhalt, der substanzielle Punkt, den Sie umkreisen wollen.

Miho Museum

Fotos: © Archives Fondation Maeght; Grégoire Vieille

Um zu I. M. Peis Miho Museum (1997) in einem entlegenen Tal südwestlich von Kyoto zu gelangen, muss der Besucher im Stahltunnel einen Berg durchqueren. Dann erwartet ihn eine Welt, die alter Kunst, moderner Architektur und generell der Schönheit gewidmet ist. Für LVs Cruise Show 2018 also der ideale Ort.

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Stil Adresse

Tapisserie und Moderne? Wie bestrickend die Symbiose von Handwerk und Kunst in den letzten 100 Jahren war (und ist!), zeigt die Schau der Kunsthalle München.

Tex t Simone Herrmann

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D Die Probe oben für Pablo Picassos monumentale Tapisserie „Frauen bei ihrer Toilette“ (in der französischen Botschaft in Madrid) stellt das Spiegelbild seiner Geliebten Dora Maar dar. Oder ist es der Künstler selbst? Spiegelt sich Dora Maar in ihm? Das Gesicht jedenfalls zwinkert uns zweideutig zu.

ie Ranke blinzelt, dann blinzelt noch eine zweite, und aus der Tapetenblüte schaut einem plötzlich ein Gesicht entgegen. Kinder sehen sie oft, diese verborgenen Gestalten, kurz vor dem Einschlafen, wenn sich die Ansichten vermischen – wenn das Auge auf der Nase sitzt und der Mund wie eine zerrissene Blume lächelt. So hat Picasso in seiner Probe zur großen Tapisserie „­Frauen bei ihrer Toilette“, die er 1969 nach seinem Gemälde von der Gobelin-Manufaktur hat fertigen lassen, seine Geliebte Dora Maar dargestellt. Mit blauer Schnurr-

Fotos: Françoise Baussan; Muriel Cinqpeyres; Isabelle Bideau

Im Fadenkreuz der Kunst


bartranke. Oder ist er es selbst, Maars Spie­ Verdure, neu begelbild? Denn die kleine Tapisserie ist ein lebt: Der „Sommer“ Ausschnitt aus dem großen Fadengemälde, (u.) ge­hört zu Jean Lur­çats „Jahres­in dem er Dora Maar vor einem Spiegel zeiten“-­Zyklus, den zeigt. „Wir sind sehr stolz, dass wir dieses der Vater der moMeisterwerk, das in der französischen Bot­ dernen Tapisserie schaft in Madrid hängt, zusammen mit der 1941 für Aubusson Probe hier bei uns zeigen dürfen“, sagt Ro­ schuf. Pinselspuren ger Diederen, Direktor der Kunsthalle Mün­ der Ölmalerei sind auf Alain Séchas’ chen. „Au fil du siècle“ hieß die Ausstellung Tapisserie „Eine Karin der Pariser Galerie des Gobelins, die ihn te Ja­pans“ rechts im letzten Jahr zu seiner neu kuratierten zu erkennen. Aber die virtuos pastose Schau „Fäden der Moderne“ inspirierte. „Ich war, wie soll ich sagen …“, Diederen, „Garn-­Malerei“ wurein eloquenter Niederländer, der zuletzt de 2012 bis 2018 in der Gobelin-Mamit den Ausstellungen „Die Lust der Täu­ nufaktur gefertigt. schung“ und „Samu­ rai“ Erfolge feierte, sucht nach Worten und sagt dann: „be­ zaubert. Keine verstaubten Schäferszenen mehr, sondern Farbe, Relief, Charisma! Die Werke schauen uns an, direkt, ohne dass sie der Vermittlung bedürften, wir müssen nur zurückschauen.“ Gobelins aus 100 Jahren. Von 1918 bis 2018. Wobei die meisten Ta­ pisserien der Schau zwar in der namensge­ benden Manufacture des Gobelins, einige aber auch in den drei anderen historischen

Pariser Manufakturen Aubusson, Beauvais, die Teppiche wiede­ rum in der Manufacture de la Savonnerie gewirkt wurden. Von den detailverliebten Panoramen Edmond Yarz' („Seine Pyrenäenland­ schaft“, sagt Diederen, „entfaltet eine solche Sogwirkung, dass ich jedes Mal denke, ich sei dort!“) über Werke von Picasso, Matisse und Miró, dem „Jahreszeiten“-Zyklus des großen Jean Lurçat bis zu Alain Séchas' Tapisserie aus dem Jahr 2018. Es ist das jüngste Werk der Schau und doch eines der sprechendsten. Die Finger zucken, weil die Augen nicht glauben wollen, dass die pastosen Farbauf­ träge, jene fliegenfeinen Schlieren, nicht gemalt, sondern mit der


Stil Adresse Vom Gestus zum Garnknäuel – Jean Messagiers Tapis­ serie „Die Gleich­ förmigkeit des schönen Wetters“ von 1971 (li.). Auf einer Illustrierten­ abbildung seines Gemäldes „Die Lau­ tenspielerin“ krit­ zelte Henri Matisse einen beschwing­ ten Rahmen – es war der Entwurf für seine Tapisserie von 1949 (unten).

Roger Die deren

Fotos: Isabelle Bideau

„Die Entwicklung der Tapisserie zeichnet den Parcours der modernen Kunst nach.“

Fliete gewirkt sind. „Das Können der Handwerker übersteigt alles, was ich je gesehen habe“, sagt Diederen. Nach dem Entwurf des Künstlers wird der Karton erstellt, gespiegelt, dann gehen die Weber ans Werk: über Kopf und per Hand. Stunden-, tage-, monate-, jahrelang. Eine Arbeit, die keinen Fehler erlaubt, jeder Farbton muss sitzen, zehntelmillimetergenau. Die schnelle ma­ lerische Geste – berechnet, seziert und in Tausenden Arbeitsstunden reproduziert. Und doch sind es Kunstwerke aus eigenem Recht. „Durch ihre Materialität und Ästhetik“, sagt Diederen, „werden künstlerische Aussagen verdichtet, neue assoziative und sensuelle Verbindungen geknüpft. Angewandte Kunst“, erklärt er dann, „ist in Frankreich Staatsauftrag, und Kunsthandwerk eine nationale Angelegenheit.“ Dass alle vier Tapisserie-­Manufakturen, de­ren wirtschaftliche Blüte auf Louis XIV zurückgeht, noch heute bestehen, sei das Verdienst des Mobilier national, einer staatli-

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Foto: T. Eichkorn, Pool-Aesthetics

chen Institution, die über den Fortbestand des Handwerks und sein Gedeihen wacht. Künstler und artisans arbeiten dabei Hand in Hand, auch dies eine französische Spezialität. Denn seit den 1930er-Jahren stattet das Mobilier national Ämter, Ministerien, Botschaften und den Élysée-Palast mit ihren Bildwerken aus. Zu viel Prachtentfaltung in einer Zeit der sozialen Ausgrenzung, murrte die Gelbwestenbewegung 2018. Schönheit sei nur etwas für Eliten. In Frankreich geht der Vorwurf (fast) ins Leere. Denn wo sonst könnte man im Alltag, auf dem Amt oder Konsulat, einem Picasso begegnen? Und zudem einem, den französische Handwerker, die ouvriers de France, gefertigt haben! Dass allerdings die „Lautenspielerin“ von Henri Matisse (der weiße Batist ihres Kleids knistert vor dem Rot der Tapisserie noch begehrlicher als auf seinem Gemälde) samt Meisterwerken von Le Corbusier, Calder, Delaunay, Dufy oder Messagier so lange im Depot verschwunden sind? Das sei einer der Gründe, erklärt Roger Diederen, „warum die Pariser diese Ausstellung gerade im letzten Jahr auf den Weg brachten“. Tapisserie ist eben ein eminent politisches Thema. Bezeichnend, dass sich die Nationalsozialisten beim Einmarsch in Paris sofort der Manufakturen bemächtigten, geradezu obszön riesige Tapisserien anfertigen ließen. Eine ziemlich hausbackene Fruchtbarkeitsgöttin mit Ochsengespann ist denn auch in der Kunsthalle zu sehen. „Verführung“, meint Diederen, „geht anders.“ Welche Höhen dagegen die Symbiose von Kunst und Handwerk erklimmen kann, zeigt das Werk von Jean Lurçat. Glühender Kom- Der Ort, an dem almunist, war er derjenige, der die Tapisserie in den 1940er-Jahren les be- und gewirkt vor dem Vergessen bewahrte. Ein Mann. Denn selbst am Bauhaus, wird: Blick in den Jahrzehnte vor ihm, wirkten (sic!) ausschließlich Frauen, Anni Al- „Garten der Gobelinbers, Gunta Stölzl. Auch Lurçat glaubte an die Tapisserie als Mittel Manufaktur“ (o. li., 2012), Chris­tophe zum Zweck – Erweckung zum Sozialismus. Aber er wäre nicht Cuzins Hommage Franzose, wenn er nicht noch glühender an die Gemeinschaft von an das Raster des Künstler und Handwerker geglaubt hätte. Sein Zyklus der Jahres- Kartons. Louise zeiten etwa macht Türen auf, Heckenräume, hinter denen die Son- Bour­geois’ „Heilige ne aufgeht. Golden und hoffnungsvoll. Und egal, ob er nun die Sebastiana“ (oben, Sonne des Sozialismus meint – sie scheint für alle Besucher der 1997) zeigt heute im französischen Münchner Ausstellung gleich: traumschön. „Die Fäden der Moderne. Matisse, Picasso, Miró … und die französischen Gobelins“, 6. Dezember 2019 bis 8. März 2020. hyp o -ku n s th a l l e.de

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Minottis Metamorphose Die italienische Möbelmarke öffnet ihre Tore für die internationale Designelite – und entdeckt in dieser kulturellen Pluralität ihre Italianità wieder neu. Tex t Nina Luisa Vesic

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Christophe Delcourts Sofasystem „Daniels“ (g. o.) lässt originelle Kom­positionen zu. Sessel „Angie“ von GamFratesi umarmt ein flü­ gelförmiges Kernlederelement (o.). Raffinierte Eleganz für den Au­ ßenbereich u. li.: Tisch „Quadrado“ von Architekt Marcio Kogan mit Nendos „Tape Cord“-Stühlen. U. re.: Art Director Rodolfo Dordoni.

Fotos: Minotti

angsam fährt das Auge eine Rundung nach, steigt erst eine Anhöhe, dann noch eine hinauf, balanciert auf dem Vorsprung, bevor es steil hinabgeht – aufgefangen von großen, weichen Polsterkissen! Man mag sich in einem Landschaftsarchitekturprojekt wähnen und liegt damit nicht falsch, so dynamisch und spannungsreich sind die Formen des Sitzsystems „Daniels“, entworfen vom Pariser Designer Christophe Delcourt. Wohnbereiche in strukturierte Innenlandschaften zu verwandeln, dafür ist die italienische Möbelmanufaktur Minotti berühmt. Das Jahr 2018 aber bedeutete den nächsten Evolutionsschritt für die Marke. 1948 von Alberto Minotti in Meda gegründet, entwickelt sich aus dem bescheidenen Handwerksbetrieb

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the show

. 2 . 1 1 — O 7. — 2 O 2 S K O LO OD GO Menschen entwerfen die Zukunft. Die Ambiente gestaltet den Konsumgütermarkt. Kreativität und Innovationskraft, internationales Know-how und Anspruch treffen zusammen. Die Branche erneuert sich auf ihrer weltweit wichtigsten Messe.

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Li.: Wie eine Skulptur wirkt Esstisch „Wedge“ des Japaners Nendo. Seine halbkreisförmigen Beine werden im Schrägschnitt verfeinert, so als würde er auf Zehenspitzen balancieren.

Auch Dordonis Entwurf „West“ besteht aus variabel zusammenstellbaren Sitzmodulen (re.). Die ideale Stilkontinuität von Innenzu Außenbereich ist Minotti wichtig – dafür hat Nendo den Outdoor-Sessel „­Tape Cord“ aus Metall und Schnurgeflecht kreiert (u.).

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Rob er to Minot ti

„2018 war ein wichtiger Wendepunkt hin zu einem multikulturellen Projekt.“ Stil aufzugreifen, ihn jedoch mit ihrer eigenen Note, ihrem eigenen Twist zu bereichern. „Kogan ist ein Visionär, voller Fantasie. Er liebt Filme. Deshalb bestehen seine Storyboards aus realen häuslichen Szenen“, erzählt Minotti. „Sein brasilianischer Spirit scheint in der ,Quadrado‘-Linie – helle, warme Hölzer und große Proportionen – auf.“ Dagegen sind die Entwürfe des Japaners Nendo „leicht und frisch. Er meditiert lange über seine Idee, fällt dann aber schnell eine Entscheidung. Das gefällt mir. So machen wir es in Meda auch.“ Mit Minottis letzter Entscheidung hat ein neuer Weg begonnen, die Saga weiterzuerzählen. „Dabei ist jeder Designer wie ein Musiker, der sein Instrument meisterhaft spielt, aber die Symphonie ist immer dieselbe.“ Eine große italienische Komposition.

Fotos: Minotti

dank des Wirtschaftsaufschwungs der 1960er-Jahre ein Möbel-Unternehmen. Als seine Söhne Roberto und Renato in den 1990ern die Leitung der Firma übernehmen, wird Minotti zum globalen Marktführer. Damals wie heute stehen die Produkte für zeitlose Eleganz, handwerkliches Können, das mit neuster Technologie verschmilzt, präzise Details und erlesene Materialien. 1997 holen die Brüder Rodolfo Dordoni ins Boot, bis heute Art Director der Marke, der Minottis strategische Vision bestimmt. Statt den Fokus wie bisher auf das Entwerfen einzelner Produkte zu legen, erschafft Minotti nun ganze Atmosphären, durchgängige Wohnkonzepte, einen Lebensstil! Nur eines wird immer gewahrt: die DNA der Marke. Innovation im Zeichen der Kontinuität lautet der unumstößliche Code des Unternehmens. Da ist es ein gewagter Schritt, sich für die Kollektion 2018 erstmals in der Firmen­ geschichte einer Zusammenarbeit mit international renommierten Designern zu öffnen – Nendo, Marcio Kogan, Christophe Delcourt. „Es geht um eine Fusion unterschiedlicher Stile, Persönlichkeiten und De­ signsprachen, aber auch um die visuelle Stimulation durch andere Kulturen“, erklärt Roberto Minotti. 2019 kommt GamFratesi dazu. Für die italienische Manufaktur „interpretiert das Duo skandinavischen Minimalismus neu“. Dank Dordonis Koordination gelingt es allen vier Designern, den unverkennbaren Minotti-­


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Stil Studio

Tex t Karin Jaeger

Zweiter Frühling Ein gut gearbeitetes Möbel hat viele Leben – wenn man es gelegentlich neu polstern und beziehen lässt. Tipps für eine Typveränderung.

Schicke Cocktails: Beata Heuman mixt in London Dessins und Tex­ turen – das Sofa trägt Samt, der Sessel rechts „Tibet“-Leinen von Clarence House. Rechte Seite oben: Margherita Missoni Amos hüllte ihre Vintage-Möbel in einen Dschungel-Print von Braquenié, geblümte Baumwolle von Décors Barbares und Rubelli-Samt.


Fotos: Graham Atkins-Hughes; Matthieu Salvaing; Christina Stivali; ClassiCon / © Aram Design

E in Möbel neu beziehen zu lassen ist selten eine sachliche, nüchter­ ne Entscheidung. Oft hat man viele Jahre zusammen verbracht, der fadenscheinige Bezug erzählt von gemeinsamer Geschichte; gera­ de Erbstücke sind oft verbunden mit Erinnerungen, die man gern für immer festhalten würde. „Wenn Kunden ein Stück erst vor Kurzem geerbt haben, dann wollen sie oft am liebsten genau den gleichen Stoff wieder, damit es weiter aussieht wie bei der Oma“, erzählt Julia Hauber, die eine Polsterei in München betreibt. An­ dererseits sähen Kunden in einem frischen Bezug aber auch oft die Chance für einen Neuanfang: Einem Flohmarktfund mit un­be­ kann­tem Vorleben könne man so ein eigenes Gepräge geben – so­ dass „nichts Altes mehr dranhängt und es ganz meins ist“. Ob nun Altersschwäche oder ein Besitzerwechsel der Grund ist oder ob sich die Einrichtung durch Umzug oder einfach mit der Zeit so verändert hat, dass ein Sofa oder Sessel nicht mehr ins Ensemble passt: Ein neuer Bezug kann den Charakter eines Stücks grundlegend verändern – und für lange Zeit: „Einen Designklassi­ ker, der fachgerecht aufgearbeitet wurde, müssen erst Ihre Kinder oder Enkel wieder neu beziehen“, sagt Mirza Music-Zander, Raum­ ausstatter und Co-Geschäftsführer von Unique Factory Berlin. Damit die neue Fassung dauerhaft Freude macht, sollte man des­ halb einiges prinzipiell bedenken: Wie stark wird der Bezug bean­ sprucht? Ein viel genutzter Fernsehsessel braucht einen Stoff mit hoher Scheuerbeständigkeit, steht ein Cocktail­sessel im Schlaf­ zimmer und es wird nur abends das Sakko darü­ bergeworfen, genügt unter Umständen ein Gewebe, das eigentlich für Vorhän­ ge gedacht ist. Gibt es im Haushalt Tiere oder Kleinkinder? Wird das Möbel star­ ker UV-­Strahlung ausgesetzt? In diesen Fällen sollte man Textilien mit Kunst­ faser­anteil erwägen. Sie gelten als pfle­

geleicht und bleichen kaum aus – sind allerdings nicht sonderlich „be­ziehungsfähig“. Anders Naturmaterialien: Sie fassen sich ange­ nehmer an, und mit der Zeit zeigen sie Spuren, entwickeln Patina: Ihr feiner Flor wird platt gedrückt oder abgewetzt, bei Samt etwa bildet sich irgendwann ein sogenannter Sitzspiegel, und Salzund-Pfeffer-Gewebe wirken zunehmend monochrom. Sind die technischen Ansprüche geklärt, stellt sich schließlich die Frage nach der Optik. Wehmut oder Übermut? Uni oder Mus­ ter? Möchte man historisch korrekt sein oder den Look gegen den Strich bürsten? Soll das Möbel sich einfügen oder darf es aus der Reihe tanzen? Oder gar beides? Auf den folgenden Seiten haben wir ein paar erste Anregungen zusammengestellt.

Für Gisbert Pöppler bezog Unique Factory (mehr Information auf ad-magazin. de) den Sessel re. mit „Vagues“ von Le Manach. Statt Le­der oder Canvas: Eileen Grays Daybed (u., von ClassiCon) steht auch Kvadrats auber­gine­­far­bener Samt „Harald 3“ gut.

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Stil Studio

Javier Carvajals Nussbaum-Stuhl von 1959 klaute Loewe-Designer Jonathan Anderson das Polster – und machte die Ledergurtung zum Hingucker. Im Schlafzimmer g. u. platzierte Interior­ designer Stephan Eicker ein „Greyhound“-Sofa von Howe, das Einblick ins Innenleben erlaubt.

Apropos

Deconstructed „Ein klassisch geprägtes Interior etwas aufzubrechen ist schwierig“, sagt Mirza Music-Zander. Ein möglicher Weg ist Dekonstruktion: Klassisch gepolsterte Möbel verbergen unter ihrem eigentlichen Bezug die aus verschiedenen Schichten aufgebaute „Fasson“. Diese partiell sichtbar zu machen kann einen eigenen Reiz haben. Gerade im traditionsbewussten England arbeiten Interiordesigner wie Harding & Read gern mit Möbeln, die die Holzkonstruktion mit Jutegewebe oder Polsterleinen zeigen (die Firmen Howe und Crearte Collections bieten sie sogar neu an), oder beziehen etwa eine Chaiselongue statt mit Samt mit grobem Matrat­ zen­drell. Damit es als Spiel mit dem „Dresscode“ verstanden wird und nicht einfach shabby aussieht, empfiehlt es sich aber, dies nur als willkommenen Bruch bei Interiors einzusetzen, die sich sonst an Regeln halten. Und Jute nur für Dekorteile zu verwenden, denn, kleine Warnung von Julia Hauber, „sie fusselt enorm“.

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Um die Ansätze zwischen den einzelnen Teilen eines Möbelbezugs zu verdecken, werden üblicherweise sogenannte Keder aufgenäht, also schlanke, mit Stoff umhüllte Plastikprofile, meist in der Hauptfarbe des Bezugs (u. ein Beispiel von Unique Factory). An den Übergängen vom Stoff zum Rahmen arbeitet man traditionell mit Borten, Gimpen oder Kordeln. Die Jende Posamenten Manufaktur in Berlin, jende-manufaktur.de , oder Posamenten-Müller in München, posamenten-mueller.de , bieten sie in zahllosen Varianten an, auf Anfrage sogar maßgefertigt. Auch dicht gereihte Ziernägel sind eine traditionelle Methode, vor allem die Beinabschlüsse von Stühlen oder Sesseln zu verdecken und zugleich zu verzieren (ganz unten flach gewölbte Metallnägel von Houlès, über hoyer-kast.com ). „Gerade bei Leder kann das toll aussehen“, sagt Polsterin Julia Hauber. „Aber leider finden meine Kunden das momentan oft zu altbacken oder rus­ tikal.“ Ähnliches gelte für Kordeln. Eine Alternative sind Doppelkeder, even­tuell in einer Kontrastfarbe. „Das ist ein moderner, dezenter Abschluss“, findet Hauber.

Fotos: Loewe; Crearte Collections; Houlès (3); James McDonald; Christina Stivali

Besatz und Garnierung


Make it your home ! USM pflegt die wohlüberlegte Reduktion: klassisches Design, klare Formen, unaufdringliche Eleganz.

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Stil Studio

Gegen den Strich Selbst die bekanntesten Designklassiker können noch überraschen – wenn man beim Bezug neue Wege geht. Warum Midcentury-Möbel immer brav historisch korrekt mit uni Mohairsamt oder Leder beziehen, wenn man auch Leo, Ikat oder Oversize-Blüten probieren kann? Wichtig: Der Rapport darf nicht zu groß für die Fläche sein. „Das Muster muss leben können“, sagt Music-Zander, „es muss sich durch das Möbelstück ausdrücken dürfen.“ Keine Sorge, dass dadurch die Einrichtung außer Rand und Band gerät: „Alles, was man als unruhig empfindet, wirkt auf einer großen Fläche ruhiger.“ Wer seine Antiquitäten ins Heute holen, ihnen aber keine gar so radikale Veränderung zumuten möchte, dem empfehlen MusicZander und Hauber zwei All-time Favourites: Das Programm von Backhausen basiert auf Jugendstil-Dessins und wirkt doch frisch, und Kvadrats Wollstoff „Hallingdal“, seit 1965 erhältlich, bleibt durch immer wieder neue Nuancen zeitgemäß.

Affront oder Frischekick? Architekt Hannes Peer ließ den Prototyp eines Eames Lounge Chair mit Tigersamt von Nobilis beziehen. Die zwei „Superleggera“-Stühle von Ponti oben rechts tragen „Lasso“ von Vincent Darré für Pierre Frey.

„Lutetia“ (Baumwolle mit Seide) Rapport 1,38 m, 548 Euro / m creat ions-met aphores.com

„Vision“ (Jacquard) Rapport 34 cm, 133 Euro / m l op if icio.it

„Margaritas“ (Viskose-Leinen-Mix) Rapport 66,5 cm, 225 Euro / m dedar.com

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Fotos: Helenio Barbetta / Living Inside; Pierre Frey; Créations Métaphores; Rubelli; l’Opificio; Dedar

„Monet“ (Chenille) Rapport 1,12 m, 256 Euro / m r u b el l i.com


ORIGINS COMPLE TE

Fold

Designed by Sebastian Herkner

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Unterschiedliche Textilien in einem Bezug zu verbinden kann eine schöne Idee sein. Nicht nur weil sich so eventuell übrige Stoffreste verarbeiten lassen, sondern auch weil gut gesetzte Kontraste Möbel frisch und lebendig erscheinen lassen. Der Rücken eines Bananensofas, das mitten im Raum steht, kann einen anderen Bezug bekommen als der Sitz, ein Streifen antiker Kelim kann durch ähnlich festes Uni-Gewebe flankiert werden. Und typisches Patchwork? „Wenn man in einem sehr schlichten Raum nur ein Patch­work-Möbel in einer Ecke hat, dann wirkt das ein bisschen verloren“, sagt Music-Zander. Damit ein bunter Mix nicht ge­wollt pfiffig aussieht, sollte er also als Konzept den ganzen Raum prägen (wie in dem Wohnzimmer von Retrouvius rechts).

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Fotos: Rachel Whiting; Montse Garriga; Créations Métaphores; Bute Fabrics; Kvadrat; Alicia Taylor; Bokja; © Jo Bridges; Christina Stivali

Teamwork

Für die Sessel oben ergänzte Jane Churchill zwei schmale VintageIkats mit Uni-Stoff. Re. Sessel von Bokja, u. ein Raum von Retrouvius mit Patchwork-Ottomane. Das Vintage-Sofa li. unten bezog Unique Factory mit „Duet“ von Holland & Sherry und „Stick Tree“ von Kvadrat.


Stil Studio

Herdentrieb Die bisherigen Vorschläge waren Ihnen zu fancy? Dann ist vielleicht das Prinzip „Gespannte Ruhe“ etwas für Sie – eine Bezugswahl, mit der man fast nichts falsch machen kann. Ob man sich an Pierre Yovanovitch oder Axel Vervoordt orientiert, Minimalismus, Hygge oder Wabi Sabi propagiert: Mit Offwhite, Creme- und Greigenuancen, mehr oder weniger monochrom, doch in unterschiedlichen Texturen, lässt sich – ganz klar – Wärme schaffen. Entscheidend: Nicht nur die (Nicht-)Farben, auch die Materialien sollten natürlich sein, etwa Naturleinen, Schaffell, Mohair oder Wollbouclé (viel Auswahl gibt's bei Dedar und Pierre Frey). Ein No-nonsense-Look für den, der in sich ruht – oder sich noch nicht festlegen will. „Gerade bei jungen Kunden geht's überraschenderweise meist in Richtung grauer Wollstoff“, hat Julia Hauber beobachtet. „Und den orangefarbenen Mohair verkaufe ich dann 80-jährigen Damen. Die haben schon viele Wohnungen eingerichtet – sie wissen, was sie wollen!“ Das Apartment in Madrid o. re. hielt Architekt Iker Ochotorena ganz in Naturtönen und -materialien. U. zwei „Ring Chairs“ von Nanna und Jørgen Ditzel aus den 50ern in Pierre Freys Bouclé „Louison“.

„Argo 2“ Mohair 602 Euro / m kvadr at.de

„Storr“ Wollbouclé Preis auf Anfrage bu tefab r ics.com

„Deauville“ Leinenmix 253 Euro / m cre at ions-met aphores.com


Bad des Monats Redak tion Karin Jaeger

D e signer:

Hubert Zandberg O r t: Ibiza Materialien:

· Badewanne in Flechtkorboptik von Wooden Baths aus geschwärzter Eiche, ihre Innenbeschichtung ist aus glasverstärktem Kunstharz · Armaturen: „Elan Vital“ von Watermark Collection · Boden: blaugrauer Travertin Einrichtung: · Schilfrohr-Hocker und Korb

in Kalebassenform von Hubert Zandberg Interiors

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Das macht e s b e sonder s:

Im Kontrast zum Meer aus Blautönen, in das Zandberg die Sommervilla eines britischen Paars tauchte, wirkt das Bad wie ein Fels in der Brandung. „Vor dem monochromen Hintergrund“, sagt er, „bilden die skulpturalen Formen starke Silhouetten.“


1 #picobello

Fotos: Elsa Young / Frank Features; AEG; Leff Amsterdam; Lemnos; Normann Copenhagen; © Vitra; Inter Ikea Systems B.V.2019; Minimalux; Mondaine Watch; Alessi; Qlocktwo

U ups, ein Klecks! Was soll’s, denkt man notgedrungen und versucht, ent­ spannt darüber hinwegzusehen. No­ bo­dy's perfect – wo geknabbert wird, fallen halt Krümel. Die Wasch­ ma­ schi­­ne wird's schon richten. Denn wer versucht, Schoko- oder Glüh­ weinflecken mal schnell aus Kleidung oder Teppich zu entfernen, macht die Sache oft noch schlimmer. „Tup­ fen, nicht reiben!“, war­nen Experten – sonst verteilt man den Schmutz nur im Gewebe. Die alte Regel gilt nicht mehr, verspricht nun AEG – wenn man den neuen „Expert Touch“ zu Hilfe nimmt (ae g.de ). Feuchtet man relativ frische Flecken mit Wasser und etwas Wasch- oder Spülmittel an und lässt dann den silberfarbenen Stift sanft darüberkreisen, wird der Schmutz mit Ultraschall gelöst. Und tatsächlich: Unter leisem Knis­­tern verblassen die meisten Flecken deut­ lich, manche verschwinden sogar ganz – und unsere anfängliche Skep­ sis gleich mit. Taugt als Erste Hilfe, Vor­be­handlung vor dem eigentlichen Wa­schen oder – bei Ob­jek­ten, die sich schwer in die Wasch­maschine bug­ sieren lassen – als an­sehnlicher Er­ satz für eine aufwändige Reinigung. Der Haken an der Sache: Die Welt ist plötzlich voller Flecken, die dringend entfernt werden müssten. KJ

Stil Praxis

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Wanduhren

Es ist nie zu spät 1 Facettenreich: Holzuhr „Scope“, 189 Euro le f fams terdam.com 2 Pusteblumen statt

Ziffern hat Nendos „Dandelion“, um 75 Euro lemnos.jp 3 „Bold“ aus pulverbeschich­ tetem Aluminium misst 35 cm. Auch in Grau oder Schwarz-Weiß, 63 Euro normann cop enhagen.com 4 „Sunburst Clock“ von Midcentury-Master George Nelson, vier Farbstellungen, je 395 Euro vitra.com 5 Aus Virgil Ablohs neuer „Mar­kerad“-Kol­ lek­tion, ab 7. November ikea.com 6 Die 18 cm kleine Wanduhr kann auch aufge­ stellt werden. Hier im Finish „Black-Nickel“, 393 Euro minimalux.com 7 Kann nur Schwei­zern einfallen: PVD-vergoldete Bahnhofsuhr, 219 Euro mondaine.com 8 Seit 1965 tickt „Fi­ren­ze“ von Achille Castiglioni, 62 Euro ale s si.com 9 „Metamorphite“ lässt die Uhrzeit durch Schiefer schimmern. 45 cm breit, 1780 Euro qlo ck t wo.com

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AD Design Summit

Design Summit Design Award 2019 Unsere Preisträger sind dieses Jahr nicht nur visionäre Gestalter – sondern auch ökologische Visionäre. Gewählt wurden sie von Design-Doyenne Rossana Orlandi, Interiordesignerin Maria Speake, AD-Chefredakteur Oliver Jahn und: von Ihnen!

Readers’ Award

Tex t Sally Fuls

„You can’t sit with us! Unless …“ Auf der Stockholmer Designmesse erteilte MUS per Kol­lek­tionsname Sitzverbot an jeden, der nicht an einem zir­ kulären Kreislauf mitarbeitet.

S chwe den

Im Norden nichts Neues! So will es das offizielle Manifest des schwedischen Designkollektivs Malmö Upcycling Service: „Unsere Produkte entstehen nur aus alten oder überschüssigen Materialien“, erklärt Gründerin Anna Gudmundsdottir (links, Mitte). „Unser Ziel ist ein Produktionskreislauf ohne Anfang oder Ende.“ Die Gruppe selbst ist so organisch wie ihr Thema: Mal sind MUS zu fünft, zu sechst oder (aktuell) zu acht. In jedem Fall sind sie „zusammen immer am stärksten“. malmoup cycling ser vice.com

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Fotos: Malin Falk; MUS

Malmö Upcycling Service


Foto: Gregor Titze

the merwyn collection by sebastian herkner

MERWYN DINING CHAIR und MERWYN DINING TABLE von Sebastian Herkner.

www.wittmann.at


AD Design Summit

Architektur

„Das Projekt begann mit einem Inferno!“ Denn: Ein Feuer brannte die alte Kirche in Våler nieder. Surnevik errichtete einen pyramidalen Neubau aus Pinienholz und schuf – so der norwegische Volksmund – eine „Kathedrale des Waldes“.

Nor wegen

Nostalgie – würde man den gebauten Geometrien des norwegischen Architekten gerade nicht unterstellen. Und doch findet Surnevik Inspiration in der Vergangenheit: „Handgemachte Materialien, die seit Jahren vor Ort verbaut werden – das ist doch ein fast romantischer Link zur Geschichte.“ Zukunftsfähig werden seine Entwürfe durch neuste Technologien, etwa obligatorische CO2-neutrale Beheizung per Kamin (siehe die „PAN-Cabin“ ganz links). „Gefühlsbasierte neue Regionalarchitektur“ nennt Surnevik das Resultat. Eine britische TV-Produktion da­ rüber ist bereits abgedreht. e sp ensurnevik.no

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Fotos: Rasmus Norlander; Anne Bråtveit (2)

Espen Surnevik


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Interiordesign

AD Design Summit

Die renovierte Bibliothek des schwedischen Nationalmuseums soll ein Ort „der Ruhe und Reflektion“ sein. Die Balance aus altem Interior und neuen Elementen gelang der Designerin vor allem durch das verbindende „typische Leseraumgrün“.

Emma Olbers „Geht es um Möbelproduktion, resultieren 50 Prozent der freigesetzten Treibhausgase aus dem falschen Material.“ Weshalb die Stockholmer Designerin sich in ihrer Arbeit besonders mit der Wahl des richtigen befasst. Bei der Neugestaltung der Bibliothek des schwedischen Nationalmuseums für Kunst und Design wählte sie daher Birke, Pinien- und Eichenholz und CO2-neutrale, schnell nachwachsende Materialien wie Bambus, Hanf und Seegras für die Ausstattung. „Ich liebe es, Probleme zu lösen“, meint Olbers, die deswegen auch bei Ikea in der Forschungsgruppe für Nachhaltigkeit saß. Zeitgemäß, aber „down to earth“ soll es für Olbers nämlich sein. emmaolb er s.com

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Foto: Andy Liffner; Porträt: Christopher Hunt

S chwe den


.. Opera.. Interior Consultant GmbH - Beatrix Brossling-Weese Furstenberger Strabe 231 A - 60323 Frankfurt/Main Tel 0049 (0) 69-97 20 28 80 - Mobil 0049 (0) 172-6750999 www.opera-interior.de - info@opera-interior.de Angelo Cappellini & C. srl - Showroom via Turati, 4 - Cabiate (CO) Italy - www.operacontemporary.com


Bestes Konzept

AD Design Summit

Gemeinsam sind Arne Petersen und Axel Kufus (u. von li.) OH Studio. Unterstützt von Weber Technik, entwickelten die zwei ein speziell ausgestattetes Lastenfahrrad, mit dem sie in zwei Tagen 67 (insgesamt stolze 974 Kilogramm wiegende) Pakete über 70 Berliner Kilometer fuhren. „Uns eint die gemeinsame Freude am frischen Wind statt staubigem Diesel.“

D eut schland

Als Axel Kufus' „FNP“-Regal (entworfen für Nils Holger Moormann) dieses Jahr 30. Geburtstag feierte, schaute der Designer nicht zurück, sondern fragte sich: Wird es in der Zukunft noch Bücherregale geben? „Wir waren so frei zu entscheiden: ja!“ Nur der Vertrieb, der schien von gestern. Zusammen mit Gestalter Arne Petersen entwickelte Kufus die Idee zu „Pop-Hub“. Ein temporäres Zwischenlager, von dem das Produkt in sparsamer Verpackung per (extra angefertigtem) Lastenrad ausgeliefert wird. „Ohne CO2, ohne Stau, ohne Staub.“ Nach zwei Tagen Testfahrt dann lautete das Fazit: „Radwege sind holperig, SUVs überholen sehr knapp, und den Ampeln fehlt noch die Velopathie. Aber es bewegt sich was im Kleinen, und das macht Mut fürs Nächstliegende.“ Und vor allem: „Ein neuer Tanz mit Ü-30-Klassikern lohnt sich, und zwar sehr.“ oh -s tudio.de

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Fotos: Moormann

Pop-Hub


Produktdesign

AD Design Summit

Den menschlichen Einfluss nutzen, um die Umwelt zu schonen: Für die „Trending Terrazzo“-Kollektion nahm das Duo Altglas aus Sansibar und fügte die Scher­ben mit weißem Zement zu Terrazzo zusammen.

Super Local Im Designstudium erfinde man Probleme, nur um die Lösung präsentieren zu können. „So ein Blödsinn!“, resümierten Luc van Hoeckel und Pim van Baarsen nach ihrer Zeit in Eindhoven. Also zog es die beiden nach Ruanda, wo sie nach umfassender Recherche mittlerweile knapp 90 lokale Handwerksbetriebe rekrutiert haben, die von Anfang bis Ende die Produktionsprozesse begleiten. „Manchmal reicht ein winziger technischer Dreh, etwa ein traditionelles Web­muster, das wir auf Sofagröße hochskalieren, um loszulegen.“ Und loslegen, finden beide, das sollte man. „Think big and start small. Just start.“ sup er- lo c al.c om

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Fotos: Jeroen van der Wielen; Porträt: Super Local

Nie derlande


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Virtuose Kreativität Österreichische Handwerkskunst: Die Tischlerei Pfeffer aus Reith bei Kitzbühel entwirft Möbel und Häuser aus Holz und führt so das traditionsreiche Erbe der Ebenisten fort

S 

eit seiner Kindheit begeisterte sich Roland Pfeffer für Holz und seine gestalterischen Möglichkeiten. „Es ist so wandelbar, vielseitig und doch individuell“, erklärt der Gründer der Tischlerei Pfeffer, der bei seinen Entwürfen stets eine kompromisslose ästhetische Vision im Blick behält. So hat sich die Tischlerei seit ihrer Gründung 1997 zu einer der erfolgreichsten ihrer Zunft entwickelt und steht längst für moderne Holzkunst. In der hauseigenen Planungsabteilung wird das Alles-aus-einer-Hand-Prinzip großgeschrieben, denn bei Roland Pfeffer und seinen Mitarbeitern laufen sämtliche Planungsstränge eines Projekts zusammen.


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Fotos: Markus Mitterer; Einreichplanung Ing. Werner Aschaber/Kitzbühel

Sie übernehmen auch für andere Handwerker die Verantwortung und wählen jedes Element und Material für die gesamte Inneneinrichtung sorgfältig aus. „Mit meinem Team von echten Handwerkern, die ihren Beruf lieben, tüfteln wir an jedem Detail und geben uns erst zufrieden, wenn wir überzeugt sind.“ Inspiriert von der Natur und getreu dem Firmenmotto „Durch Kreativität entsteht Einzigartiges“ wagen sich die Designer auch an ungewöhnliche Materialkombinationen. So entsteht ein zeitgenössischer und ungemein stilsicherer Balanceakt. Traditionelle Materialien treffen auf moderne Elemente und erzeugen ein spannendes Ensemble im Raum. Dabei ist Roland Pfeffer für seine Kunden stets auf der Suche nach dem Einzigartigen. So besticht sein jüngstes Bauprojekt, ein Berg-Chalet nahe Kitzbühel, durch einen Rundumblick auf das Alpenpanorama. Auch dieses Projekt verantwortete die Tischlerei bis ins kleinste Detail und legte den Fokus konsequent auf die Wünsche der Kunden und das optimale Wohlbefinden der zukünftigen Bewohner. Unter www.der-pfeffer.com oder tischlerei@der-pfeffer.com erfahren Interessierte mehr über dieses einzigartige Berg-Chalet, das zum Verkauf steht.

Mit dem heimeligen Berg-Chalet in der Nähe von Kitzbühel schuf Roland Pfeffer einen Ort, der sich auf das Wesentliche konzentriert: moderne Gemütlichkeit. Den Blick auf das umliegende Alpenpanorama genießt man am besten aus dem privaten Pool, in der ruhigen Lounge laden handgefertigte Unikate zu erholsamen Stunden ein.


AD Messe-Guide 30.1. bis 2.2. India Art Fair

Alles für die Agenda Bitte notieren: Die aufregendsten Termine in den Bereichen Architektur, Interior, Design und Kunst füllen schon jetzt die Kalender des neuen Jahres. Tex t Friederike Weißbach

Messe für zeitgenössische Kunst, Neu-Delhi Schaufenster eines Subkontinents: Plattform für indische Institutionen und internationale Galerien. i ndi aa r tfa ir.i n

F   ebruar 4. bis 8.2. Stockholm Furniture and Light Fair Fach- und Publikumsmesse für Möbel, Stockholm Die wichtigste Messe für skandinavisches Design zeitgleich zur Stockholm Design Week. stock hol m fu r ni t u rel ig ht fair.se

7. bis 11.2. Ambiente Fachmesse für Konsumgüter, Frankfurt Die über 4500 Aussteller gliedern sich in die Bereiche Tischkultur, Schenken und Dekoration. am b iente. messef r a nk fur t .com

14. bis 16.2. Frieze Los Angeles Messe für zeitgenössische Kunst, L. A. Neuster Ableger der Frieze-Messen, der die Bedeutung von L. A. für Kunst und Sammler beweist. f r i eze.com

26.2. bis 1.3. ARCO Madrid Messe für zeitgenössische Kunst, Madrid Rund 200 ausgewählte Galerien aus 30 Ländern, die Messe gilt als Brücke nach Lateinamerika. i fema .es /arco-m adr i d

Die PAD gibt es gleich zweimal, Anfang April im Pariser Jardin des Tuileries, (oben Opera Gallery), Anfang Oktober dann in London.

M   ärz

Januar

Messe für zeitgenössisches Design, Brüssel col l ec t ib l e.desig n

13. bis 19.1. IMM Cologne

17. bis 21.1. Maison & Objet

Fach- und Publikumsmesse für Einrichtung, Köln i mm-co l o gn e.de

Fachmesse für Möbel und Design, Paris m a i so n-o b j et.com

Deutschlands größte Messe für Möbel und Dekoration mit internationaler Bedeutung. Vor allem die deutschen Hersteller präsentieren schon hier ihre Neuheiten für das Jahr. Zeitgleich gibt es in zahlreichen Showrooms in der Stadt viel zu entdecken. In den letzten drei Tagen öffnet die zu Beginn dem Fachpublikum vorbehaltene Messe ihre Tore auch für interessierte Besucher.

Zweimal im Jahr zelebriert die Messe im lichten Parc des Expositions ihre Ausstellerkategorisierung nach Produkt (Objet) und Einrichtungsstil (Maison).

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26.1. bis 2.2. BRAFA Messe für Kunst, Brüssel 133 internationale Galerien zeigen moderne und zeitgenössische Werke, Antiquitäten und Design. b r a fa .a r t

Die ausschließlich zeitgenössischem Design des 21. Jahrhunderts vorbehal­ tene Messe wird erst zum dritten Mal veranstaltet, weckt aber hohe Erwartungen. Auf den sechs zum Atrium of­ fenen Stockwerken des VanderborghtGebäudes präsentieren Galerien und Designer Unikate, Sonderanfertigungen und kleine Editionen. Die Exponate – alle zum Verkauf – verwischen die Grenze zwischen Kunst und Design.

Fotos: Francis Amiand; Jacques Pépion; Louis Vuitton; Eduardo Perez / © Vitra

5. bis 8.3. Collectible


Die ganze Pracht von 7000 Jahren Kultur (rechts Keramiken) zelebriert die TEFAF in Maastricht.

21. bis 26.4. Salone del Mobile Messe für Möbel, Mailand sal on emilano. it

5. bis 8.3. The Armory Show Messe für Kunst, New York Fokus der Ausstellung ist moderne und zeitgenössische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. th e a r m o r ysh ow.co m

7. bis 15.3. TEFAF Messe für Kunsthandwerk, Maastricht te fa f.co m

The European Fine Art Fair versammelt einige der wichtigsten Werke auf dem Kunstmarkt in ihren Hallen. Imposant ist die Bandbreite: von Antiquitäten, alten Meistern, Skulpturen, Schmuck bis zu modernem Design – rund 7000 Jahre Kunstgeschichte. 7. bis 15.3. Munich Creative Business Week Eventreihe für Kreativität, München Ambitionierte Plattform für designaffine Unternehmen, Gestalter und Designagenturen. m c bw.d e

8. bis 13.3. Light + Building Fachmesse für Licht- und Haustechnik, Frankfurt l i gh t-bui ldi n g. m es sef r a n k fu r t .co m

Die alle zwei Jahre stattfindende Messe gilt mit 220 000 Fachbesuchern und 2700 Ausstellern als Leitevent der Lichtindustrie und Trendgeber für Gebäudeautomation und Haustechnik. 12. bis 15.3. Münchner Stoff Frühling Fachmesse für Stoffe, München In Showrooms und Locations in der ganzen Stadt stellen Stoffediteure ihre neuen Kollektionen vor. s to ff-fr ueh li n g.de

19. bis 21.3. Art Basel Hong Kong Messe für Kunst, Hongkong Ableger der Art Basel für den asiatischen Raum mit Fokus auf Galerien mit regionalem Sitz. a r tba se l.co m / h o n g- ko n g

25. bis 28.3. Art Dubai Messe für Kunst, Dubai Neben moderner und zeitgenössischer Kunst gibt es einen kuratierten Bereich für Werke aus Lateinamerika, Afrika, dem Mittleren Osten und Asien. a r tduba i .ae

A   pril 1. bis 5.4. PAD Paris Messe für Kunst, Antiquitäten und Design, Paris p ad-fair s.com/p ar is

Die Paris Art + Design eröffnet unter ihrem Zeltdach im schönen Jardin des Tuileries jedes Jahr den Dialog zwischen moderner Kunst, historischem und zeitgenössischem Design und Schmuck aller Epochen. Die exklusivsten, hauptsächlich französischen Galerien präsentieren ausgewählte Exponate interessierten Besuchern und potenziellen Sammlern.

Die weltweit größte und wichtigste Möbelmesse lockt mehr als 370 000 Fachbesucher auf das Gelände der Fiera Milano in Rho. Hier werden die Neu­ heiten sämtlicher Hersteller präsentiert, Trends deutlich und Kontakte gepflegt. Zugleich sind viele der Aus­stellungen, Installationen und Events im Stadt­ zentrum auch dem Publikum geöffnet. Sie verwandeln Mailand für eine Woche in einen wahren Designzirkus. 23. bis 26.4. Art Cologne Messe für Kunst, Köln ar tcol ogne.com

Die Messe für moderne und zeitge­ nössische Kunst hat in 50 Jahren ihre Größe auf 180 Aussteller verzehnfacht. Renommierte, aber auch aufstrebende, junge Galerien offerieren die Werke von mehr als 2000 Künstlern.

4. und 5.4. Design Icons Amsterdam Verkaufsmesse für Vintage-Design, Amsterdam Mehr als 70 Händler aus ganz Europa bieten ausgewählte Interior-Objekte aus den 1930er- bis 1980er-Jahren an. Zu den Käufern zählen sowohl professionelle Einrichter als auch Designfans. des i gn -icons.com

Sämtliche Möbel-Neuheiten präsentiert der Salone del Mobile in Mailand. Zu sehen war zuletzt auch „Bulbo“ (o.), ein sonnenknolliger Sessel der Campana-Brüder für die Objets Nomades-Kollektion von Louis Vuitton. U.: Stühlestapeln mit Artek.


AD Messe-Guide 14. bis 16.5. 3 Days of Design Messe für Design und Möbel, Kopenhagen Dänische Hersteller und Designer zeigen Prototypen und Neuheiten und geben Studioeinblicke. 3daysofdesign.dk

23.5. bis 29.11. Architektur-Biennale Ausstellung für Architektur, Venedig lab iennal e.org

Hashim Sarkis, Architekt und Theo­ retiker, ist der Kurator der 17. Architek­tur-­Biennale. Er stellt die Schau unter das Motto: „How will we live together?“ Das Thema wird von den teilnehmenden Nationen in den 29 Länderpavillons der Giardini landesspezifisch inter­ pretiert und umgesetzt. Das historische Zen­trum und die Hallen des Arsenale beherbergen weitere temporäre Pavillons mit Länderbeiträgen und themarelevanten Projekten.

J   uni

25. bis 29.4. SIHH

1. bis 3.5. Gallery Weekend

Fach- und Publikumsmesse für Uhren, Genf s i hh.o rg

Eventverbund für zeitgenössische Kunst, Berlin Fast 50 in der Stadt verteilte Galerien und Institutionen stellen Werke und Ausstellungen aus. Gerade die Privatsammlungen verdienen Beachtung. ga l l er y-weekend-b er l in.de

Messe für zeitgenössisches Design, Neapel Die Ausstellung bietet handwerklichen Designern und kleineren Manufakturen einen Auftritt. editnap ol i.com

9. bis 31.5. Schloß Hollenegg

16. bis 21.6. Art Basel (und Design Miami / Basel)

Ausstellung für zeitgenössisches Design, bei Graz sc h l o s s ho l l enegg.at

Messe für Kunst, Basel ar tb asel.com

Das Designers in Residence-Programm der Schlossherren lädt aufstrebende junge Designer dazu ein, eine Zeit auf Hollenegg zu leben und zu arbeiten. Die dort entstehenden Werke werden in der jährlichen Ausstellung gefeiert.

Das Original! Die Messe in Halle 2 hat einen weltweiten Art Fair-Boom aus­gelöst, auch die Art Basel hat in­ zwischen Ableger in Hongkong und Miami Beach. Nach Basel pilgern über 290 erstklas­sige Galerien, potente Sammler aus ­aller Welt und mehr als 93 000 Kunst­fans. Die Bandbreite reicht von Ma­lerei, Installation und Fotografie bis Videokunst, mit Werken vom An­fang des 20. Jahrhunderts bis zu jüngsten Stücken der Gegenwart. Parallel findet in der Halle 1 die Partnermesse Design Miami / Basel statt und trägt ­ihren Teil zur Anziehungskraft bei.

Rund 30 Uhrenmanufakturen zeigen beim Salon International de la Haute Horlogerie – ursprünglich Haus­messe des Richemont-Konzerns – ausgewählten Gästen ihre Neuheiten. Am letzten Tag sind auch Besucher willkommen. 30.4. bis 5.5. Baselworld Fach- und Publikumsmesse für Uhren, Basel Das Großereignis der Branche fokussiert neben Zeitmessern auch Schmuck und Edelsteine. ba se l wo r l d.co m

M   ai 1. bis 3.5. Art Monte Carlo Messe für Kunst, Monte Carlo a r tmo n te ca r l o.c h

Newcomer: Voraussichtlich rund 100 renommierte Galerien füllen die Aus­ stellung im Kongresszentrum mit zeitgenössischer und moderner Kunst. Die Sammlermesse steht unter der Schirm­ herrschaft des Fürsten von Monaco.

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12. bis 20.5. NYC x DESIGN Festival für Design, New York ICFF, Sight Unseen Offsite, Wanted Design: New York zelebriert zeitgenössisches Design mit unzäh­ ligen Ausstellungen, Installationen und Messen. nycxdes i g n.com

5. bis 7.6. Edit Napoli

Fotos: Simone Sandahl; Anne-Emmanuelle Thion

Mix and match: Auf Schloß Hollenegg können Designtalente nicht nur einen Monat in imposanter Gesellschaft ausstellen wie re., sondern dank des Stipendiums auch arbeiten. Unten: Skandi-Tischkultur von 101 Copenhagen bei der Pariser Maison & Objet.


W W W. M E I S S E N . C O M


AD Messe-Guide 25.6. bis Ende Oktober Design Parade

Showrooms laden zum Entdecken ein. Vor allem die London Design Fair (17.–20.9.) in der Old Truman Brewery bietet mit allein 550 kleinen Ausstel­ lern viel Neues und innovative Ansätze noch unbekannter Designer.

Festival für Produkt- und Interiordesign, Toulon und Hyères vi l la n o a i l l e s -hyeres.co m

Die Designparade gilt als Talentschau der europäischen Designszene. Eine hochkarätige Jury kürt die Gewinner des von der Villa Noailles ausgeschrie­ benen Wettbewerbs. In Hyères geht es um Produktdesign, die Aspiranten im Bereich Interiordesign zeigen ihr Können in Toulon. Die Siegerehrung der Gewinner auf dem Marktplatz ist ein Volksfest. Beide Ausstellungen sind Besuchern bis zum Herbst zugänglich.

25.6. bis 1.7. Masterpiece

17. bis 20.9.

Europa. In den von namhaften Künst­ lern, Interi­ordesignern und Architek­ ten kuratierten Ausstellungen lassen sich Hand­werker der verschiedensten Metiers über die Schulter blicken. Die besten Gei­genbauer, Emailleure, Kunst­sticker, Sattler oder Stein­schnei­ der zeigen ihr Können und Fä­hig­­keiten, die für kommende Ge­ne­ra­ti­ onen bewahrt werden müssen.

Messe für Kunst, Antiquitäten, Schmuck, London ma s te r pi e ce fai r.co m

Über 150 Aussteller bringen ihre ex­ klusiven Schätze in das als Teil des Royal Hospital Chelsea getarnte Zelt. Diese umfassen Teppiche, Skulpturen, Möbel, Porzellan, aber auch Gemälde und Schmuck, von der Antike bis zur Ge­genwart. Dabei muss jedes Exponat die kritische Untersuchung durch ein Expertenteam bestehen, damit Wert und Authentizität garantiert sind.

Beirut Design Fair Messe für zeitgenössisches Design, Beirut Die Schau mit den wichtigsten libanesischen Designern, Kunsthandwerkern, Galerien und Produzenten ist mit der Beirut Art Fair terminiert. b eir u t-design-fair.com

Voraussichtlich Ende September House of Crafts Möbel, Keramik, Glas, Papier, Schmuck – AD stellt feines Handwerk und seine Macher vor. Die erste Hausmesse von AD war in Berlin. Und die zweite Auflage kommt wohl nach – Wien! ad-magazin.de

12. bis 20.9. London Design Festival

25.9. bis 4.10. Vienna Design Week

Festival für zeitgenössisches Design, London lo n do ndes i gnfest ival.com

Festival für Design, Wien Die vielfältigen Veranstaltungen in der ganzen Stadt rücken das Schaffen und die Qualität der heimischen Designszene in den Fokus. vien nadesignweek.at

Zehn „Design Districts“, vier Messen, Museen und unzählige Galerien und

S   eptember 3. bis 13.9. Helsinki Design Week Festival für Design, Helsinki Rund um die Hauptausstellung zeitgenössischer Designs im Erottaja 2 gibt es über 200 Events. he l s i n ki d e s i gnweek.co m

4. bis 8.9. Maison & Objet Fachmesse für Möbel und Design, Paris Zweite Ausgabe der im Januar stattfindenden Messe für Einrichtung und Dekoration. ma i so n -o bj e t.co m

10.9. bis 11.10. Homo Faber Messe für Kunsthandwerk, Venedig homo fa be reve n t .co m

Zum zweiten Mal verwandelt die Michelangelo Foundation die Insel San Giorgio Maggiore für einige Wochen im Herbst in eine Gegenwartsschau für Kunsthandwerk aus ganz

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Auf der Homo Faber in Venedig präsentiert sich die Elite des Kunsthandwerks, aber auch des Interiordesigns. Oben: 2018 gestaltete India Mahdavi Räume mit Dedar-Samt und Tapeten von de Gournay. Bitte lächeln: Lucia Massari zeigte zum jüngsten London Design Festival ganz oben einen Spiegel.


N   ovember

Oops! Den Shop der Design Parade gestaltete Pierre Yovanovitch, und auch 2020 ist Hyères wieder State of the Art des Interiordesigns.

5. bis 8.11. Artissima Messe für zeitgenössische Kunst, Turin Neben den Ausstellungen von 200 renommierten, aber auch jungen, aufstrebenden Galerien gibt es eigene Themenbereiche, z. B. Talente, Pioniere der zeitgenössischen Kunst oder Zeichnungen. ar t issima.ar t

O   ktober 2. bis 5.10. Frieze Art Fair Messe für Kunst, London fr i e ze.co m

Verbunden durch den Skulpturenpark der Frieze Sculpture, laden die Frieze London und Frieze Masters Kunstfans in den Regent’s Park. Während Erstere mit 160 ausgewählten Ausstellern aus 35 Ländern rein auf zeitgenössi­ sche Kunst spezialisiert ist, stellen die 130 selektierten Galerien der Frieze Masters Kunstwerke aus der Antike alten Meistern und moderner Kunst ­gegenüber. Über 60 000 Besucher, da­runter Kuratoren, Künstler, Sammler, Galeristen und Kritiker, verzeichnen die beiden Veranstaltungen gemeinsam. 5. bis 11.10. PAD London Messe für moderne Kunst und Design, London Schwesterveranstaltung zu der im Frühjahr in Paris beheimateten Schau mit Fokus auf Fotografie, Design und Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts. pad -fa i r s.co m / lon do n

21.10 bis 25.10 Highlights

Fotos: Damian Griffiths; Alessandra Chemollo; Jérôme Galland; Scott Rudd

Messe für Antiquitäten und Kunst, München mun i c h h i gh li gh t s .co m

Knapp 50 lokale, aber auch internatio­ nal renommierte Galerien präsentieren auf der Boutiquemesse in der Residenz ihre Schätze. Skulpturen der Antike und des Mittelalters, alte Meister, Kunst des 19. Jahrhunderts und der Moderne stehen neben Schmuck, Silber, Möbeln und Kunstkammerobjekten. 22. bis 25.10. FIAC Messe für Kunst, Paris Mit 200 Ausstellern versammelt die Foire inter­nationale d’art contemporain zeitgenössische Kunst aller Medien im Grand Palais. f i ac.co m

23. bis 25.10. Grassimesse Messe für Design und Handwerk, Leipzig gr a s s i m esse.de

12. bis 15.11. Paris Photo

Die rund 100 Aussteller der im Grassi Museum für Angewandte Kunst ins­ tallierten Verkaufsmesse werden von einer Fachjury selektiert. Künstler, Kunsthandwerker und Designer bieten Kunstobjekte, Unikate und Kleinserien aus den Bereichen Keramik, Glas, Schmuck, Textil, Leder und Möbel an.

Messe für künstlerische Fotografie, Paris 60 000 Besucher lockt die der Fotografie gewidmete Messe mit 200 Ausstellern ins Grand Palais. p ar isp hoto.com

Voraussichtlich Ende November Cologne Fine Arts & Design Messe für Kunst und Design, Köln Die auf Antiquitäten spezialisierte Messe wählt und überprüft Aussteller und Exponate sorgfältig. col ogn ef inear t.de

27. bis 31.10. Orgatec Fachmesse für modernes Arbeiten, Köln 750 Aussteller aus den Bereichen Akustik, Möbel, Beleuchtung, Boden, IT und Planung präsentieren ihre Innovationen für das Büro der Zukunft. o rgatec.com

Voraussichtlich Ende Oktober Next Design Perspectives Konferenz für Design, Mailand n ex tdesignp er sp ect ives.com

Konferenz mit Vorträgen und Panel­ diskussionen zum Einfluss von Design auf globale Themen wie Mobilität und Mode in Zeiten des Klimawandels, neue Wohn- und Arbeitsplatzmodelle sowie die Veränderung der Esskultur. Es treten prominente Redner aus Design, Architektur und Industrie auf.

D   ezember 2. bis 6.12. Design Miami (und Art Basel / Miami Beach) Messe für zeitgenössisches Design, Miami design miami.com

Die Ausstellung der renommiertesten De­signgalerien umfasst Möbel, Leuch­ten und Kunstobjekte des 20. und 21. Jahr­ hunderts in Museumsqualität. Zeit­ gleich (3.–6.12.) feiert im benach­bar­ten Kongresszentrum und in der ganzen Stadt die Schwestermesse der Art Basel wie jedes Jahr mit Performan­ces, Er­öff­ nungen und Events eine große Party.

Zum Jahresende verwandelt die Art Basel Miami Beach die Stadt in eine Vernissageparty. Am Stand von Victoria Miro unten lässt es Yayoi Kusama blühen.


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Architektur Projekt, Radar, Porträt und Interview

Alles unter einem Dach Konzerte und Theater, Konferenzen, Messen, Ausstellungen: Das Palaluxottica im italienischen Agordo kann all das und mehr. Am Fuß der Dolomiten überdacht die auf einem klassischen Holztragwerk ruhende Konstruktion unterbrechungs­los insgesamt 6400 Quadratmeter und überträgt traditionelle Alpenarchitektur in einen neuen Maßstab. Die Glasfront gibt den Blick auf gezackte Berge frei – und heizt im Winter mit.

Foto: Simone Bossi

s tudiob ot ter.it , s tudiobre s san.ne t

Redak tion Andreas Kühnlein

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Neue Kollektive

Ein Plattenbau in Berlin-Lichtenberg erwacht zu neuem Leben: In einem Gerüst von vorgestern erfand ein visionäres Gestalterteam die Zukunft der Arbeit. Tex t Andreas Kühnlein

Fotos Ariel Huber


Architektur Projekt

M an hat die freie Auswahl. Ein Industrial-­ Panorama aus Rohren und Leitungen auf der einen Seite, auf der anderen zieht lautlos der Fluss vorbei. Am Ufer dümpeln Boote, in der Ferne wiegt sich der Wald. Die Dachterrasse der „Platte“, wie sie die Planer liebevoll nennen, ist wohl der spektakulärste Ort von Marina Marina, dem neuen Gemeinschaftsprojekt von Realace und SLOW in Berlin-Lichtenberg. Von hier hat man den Blick über das Gelände und das, was hier entstehen soll: ein Kreativ­ hub samt Ateliers, Büroräumen, Restaurant, Gästequartier und „Ritualraum“. Die Gegend wacht gerade erst auf, in ersten Baulücken herrscht Betriebsamkeit, dazwischen schläfrige Stille. In einem baugleichen Plattenbau ein paar Häuser weiter hat Deichkind gerade gedreht. Lichtenbergs Süden liegt noch weit genug ab, um nicht gleich in den Verdacht der Gentrifizierung zu kommen – allzu viel existierende Struktur gibt es hier am Spree­ufer nicht, und Wohnen ist in der Bann­meile um das Heizkraftwerk Klingenberg ohnehin nicht erlaubt. Man sei dem Projekt mit viel Wohlwollen begegnet, erzählen die Realace-­Partner und Initiatoren des Projekts Daniel Bormann und Edzard Brahms, die mit ihrem Team die archi­tektonische Gestaltung übernahmen. „Die Leute sind froh, dass endlich einer etwas aus dem Ort macht.“ Was genau, da waren sich Ämter und Banken lange Zeit nicht so ganz sicher. Warum den alten, seit Jahrzehnten leer stehenden Plattenbau nicht abreißen, was bitte ist ein Ritualraum, und überhaupt: wieso nicht gleich viel dichter bauen? „Campus“, sagt Claus Sendlinger, „das ist das richtige Wort.“ Ein Ort soll hier entstehen, an dem Leute zusammenkommen und sich von einer geteilten Idee leiten las­ sen. Sendlinger, ehemals Design Hotels-­ Chef, ist Hospitality-Pionier, Universalgestalter und Guru einer jungen, digitalen Kreativavantgarde, die die Verbindung aus Leben und Arbeiten sucht und Nachhaltigkeit zum Leitbegriff erkoren hat. Der Mann mit dem absoluten Geschmack hat den Ruf nach Authentizität, nach Anfassbarem und Selbsterfahrung früh erkannt und ein Geschäftsmodell daraus entwickelt. Seine gerade gegründete Firma SLOW macht die Entschleunigung zum Prinzip und zum

Reverenz an alte Raster: Die Original-Fassadenelemente hängten die Architekten von Realace vor der neuen, großzügig verglasten Front oben ein. Scheinbar schwerelos dreht sich die Betontür, die das SLOW-Büro in zwei Teile teilt (li. S.).

Akronym: sensibel, lokal, organisch, weise; übersetzt in schöne Räume gibt es das bereits in Tulum und auf Ibiza, nun also auch in Berlin. Das Projekt Marina Marina ist so etwas wie die businesslastigere Variante seiner Farm La Granja, eines Wabi Sabi-inspirierten Offsite-Paradieses, an dem die Gestalter von morgen die Entscheider von gestern abgelöst haben. Mit dem Umbau der Platte wollen Da­ niel Bormann und Niklas Rösemann, der

bei Realace die Bauleitung übernahm, auch ein viel geschmähtes Konzept rehabilitieren und vorführen, was sich aus der alten Substanz alles machen lässt. „Das Prinzip“, sagt Rösemann, „ist eigentlich genial: ein tragendes Gerüst aus Stahlbeton, der Rest frei verschiebbar, die Fassadenelemente einfach eingehängt.“ Sie versetzten den Bau aus den Sechzigern komplett in den Rohbauzustand, dann kamen Wände hi­ nein und mit der neuen, sanft geneigten

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Architektur Projekt Dachkonstruktion – das Vorbild lieferte eine Markthalle von Kengo Kuma – zwei weitere Etagen obendrauf. Die vormals ­rosafarbenen Fassadenelemente ließ das Team sandstrahlen und als gleichmäßiges Raster vor die neue, gedämmte Fassade hängen. Drinnen dominieren roher Beton, alte Putzreste, Graffiti aus der Leerstands­ phase. „Bleibt“, ist noch auf einer der Wän­ de gesprayt, die nicht angetastet werden durften. „Mit der Vorgabe ‚Noch mal, aber nicht so sauber‘ mussten sich die Handwer­ ker auf der Baustelle erst mal anfreunden“, erzählt Niklas Rösemann und lacht. Unre­ gelmäßigkeiten im Putz bekommen sie ge­ meinhin in Regressverfahren serviert; hier sind sie Konzept. Dabei gingen die Bauherren in der Plat­ te nie den leichten Weg. Wenn Wände nicht die gewünschte Wirkung erzielten, dann fielen sie wieder. Für einen wochenlangen Baustopp sorgte das Material für die Dach­ konstruktion, das (auch aus Brandschutz­ gründen) sich von Reet zu Holzschindeln und schließlich zu dänischen Betonziegeln wandelte. Die strenge Askese setzt sich in der Möblierung des neuen SLOW-­Head­ quarters im Erdgeschoss fort. Spärlich, ja radikal minimalistisch, dafür durchgestal­ tet bis zum letzten Kaffeebecher: handge­ machte Nussbaummöbel aus Japan, tief­ blaue Sofas von MVN&I, Einbauregale hinter monochromen Ölbildern des belgi­

Sakrale Ruhe: Die wenigen Möbel bei SLOW o. sind Maßanfertigungen, das Farbkonzept bestimmt von Blautönen rund um die Marina – bis 1950 befand sich hier eine der ersten Flussbadeanstalten Berlins. Ein Teil der alten Wände blieb unberührt – inklusive der Graffitis li. aus Jahrzehnten des Leerstands.

schen Künstlers Tom Van Puyvelde. „Das Konzept für die Gestaltung war schon fertig“, erzählt Sendlinger. „Und dann kam Tom. Und seine Ideen wa­ ren einfach besser.“ Als Bauherren haben er und SLOW-Partner Peter Conrads eine klare Vision, aber auch die Offenheit, „das Ego beiseitezulas­ sen“, wenn es nötig ist. „Also haben

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wir alles umgeschmissen.“ Dabei, das Ganze auch praktisch umsetzbar zu machen, half Armin Fischer von der Augsburger Agentur Dreimeta. Sol­ che Konstellationen meint Sendlin­ ger, wenn er von „neuen Kollektiven“ spricht; Gedanken und Ideen, die sich gegenseitig befruchten. So hat im Fall der Platte der Entwurfsprozess funk­


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Architektur Projekt

Realace & SLOW Architekten und Planer

Konzept plus Stil: Gute Orte sind die gemeinsame Idee, die SLOWChef Claus Sendlinger (links) und ­Realace-Partner Daniel Bormann (re.) eint und die sie in unverwechselbare Räume samt Nutzungsprogramm über­setzen. Gemeinsam arbeiteten sie bereits am Bikini Berlin. realace.de

tioniert, so sollen der Bau und sein Umfeld nun auch genutzt werden. „Und das ist doch das Eigentliche“, sagt Edzard Brahms. Nicht die Architektur um eines Stils willen. Sondern Ort und Konzept und im Mittelpunkt der Nutzer selbst. Alles andere ist zweitrangig. In diesem Fall ging es auch um sie selbst – gleich neben SLOW haben die Planer ein kleines Offsite-­ Büro eingerichtet für Workshops und kreative Freitage. Damit Leben und Arbeiten zusammenpassen, kommt ins denkmalgeschützte alte Bootshaus nebenan noch ein Restaurant – nebst Koch, „für den Essen soziale Verantwortung ist“, sagt Sendlinger; den Umbau übernimmt ebenfalls Realace. Und der Ritualraum? Der kommt neu dazu, zum Wasser hin, mit Reetdach und halb in den Boden versenkt. Man könnte ihn wohl auch Tagungsstätte nennen. Aber das wäre doch nur halb so poetisch.

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Porträts: Björn Ceder; Jonas Holthaus

Das Bild o. malte Tom Van Puyvelde nach einem Foto der Spree. Auf die drei Etagen des Plattenbaus setzten die Realace-Architekten eine sanft geneigte Dachkonstruk­ tion mit zwei weiteren Stockwerken (re.).


Die rahmenlosen Schiebefenster des Schweizer Herstellers Sky-Frame gehen schwellenlos in ihre Umgebung über. Innenräume verwandeln sich so zu Aussenräumen und ermöglichen eine einzigartige Wohnatmosphäre: SKY-FRAME.COM


Architektur Radar Solarkraftwerk im hohen Norden Pro Jahr 500 000 kWh: Snøhettas Powerhouse Brattørkaia (links) in Trondheim erzeugt in seiner Lebenszeit doppelt so viel Strom, wie es verbraucht, die Erbauung eingerechnet, unter anderem durch 3000 m2 Solarpanels, die das Dach (u.) überziehen. snohe t ta.com, p owerhouse.no

Glühendes Herz 2000 Jahre alt ist die Tradition der handgefertigten Keramik im chinesischen Qiancheng. Nun soll sie neu befeuert werden: mit der Porzellanmanufaktur unten. Der tempelartige Betonbau umschließt einen nach altem Vorbild gemauerten Ofen (g. u.), der nie verglüht. azlarchite c t s.com

The Haunting of Hill House Ein Wasserschaden ist schuld: Nun soll die Restaurierung des berühmten Hill House (u.) von Charles Rennie Mackintosh ganze 15 Jahre dauern. Damit es der einzige bleibt, haben Carmody Groarke dem Bau im schottischen Helensburgh eine transparente Schutzhülle aus Stahlgitter verpasst. c armo dygroarke.com, nt s.org.uk

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Redak tion Andreas Kühnlein


Sie haben es in der Hand. Made in Brakel, Germany: Formschöne Tür- und Fenstergriffe aus Aluminium, Edelstahl, Messing und Bronze. www.fsb.de

Wohnmaschine Vom nachhaltigen Wasserkreislauf über Wärmepumpen bis zur Photovoltaikanlage: Unter der Cortenstahl-Haut des Wohnhauses in Kalifornien (unten) integrierten die Architekten eine Vielzahl kluger Details. Außerdem: helle, offene Räume, die über zwei Etagen reichen (o.).

Fotos: Ivar Kvaal (2); Joe Fletcher (2); Matthes & Seitz Berlin; Johan Dehlin; Yao Li (2)

faulknerarchite c t s.com

Klein, aber Heim Von Thoreau bis zum Unabomber: Petra Ahne porträtiert „Hütten“ (132 Seiten, 28 Euro) und ihre Bewohner. Vor allem aber geht sie der Manifestation einer Lebenshaltung nach: Vier Wände und ein Dach sind alles, was man dafür braucht. mat the s-seitz-b erlin.de


Tex t Karin Jaeger Fotos Ramon Haindl

Eine Frage der Fugen K체che kann mehr als an der Wand stehen! Ein Besuch bei Leicht, wo aus Schr채nken R채ume werden und Sonderw체nsche nichts Besonderes sind.


Architektur Porträt

A n einem Sonntagnachmittag im Oktober ist Stefan Waldenmaier ausnahmsweise zu Hause und schaut eine Dokumentation auf Arte: Es geht um Kultur und Kü­che der fran­zösischen Dauphiné. Eine Nuss­tarte weckt seine Neugierde, also besorgt er frische Walnüsse aus dem Garten seiner Eltern und backt den Kuchen spontan nach. Begeistert erzählt er bei unserem Besuch von seiner kulinarischen Entdeckung und der gelungenen Überraschung für seine Familie. Dass das Back-Abenteuer in einer Leicht-­Küche stattfand oder gar nur in einer solchen so gut gelingen konnte, erwähnt er nicht. Und damit ist schon viel gesagt über ihn und über die Marke, die er seit 17 Jahren leitet und erfolgreich im Premiumsegment etabliert hat. Als Waldenmaier 2002 den Vorstandsvorsitz übernahm, war Leicht gut eingeführt, doch es fehlte ein klares Profil. „Wir haben uns kaum unterschieden von anderen Herstellern. Warum sollte es uns also unbedingt im Markt geben?“ Die Lösung fand Waldenmaier in dem, was er heute „Architekturküche“ nennt. Gemeint sind nicht jene Küchen, die von namhaften Architekten gestaltet werden, um mit deren Renommee um designbewusste Kunden zu werben, sondern „eine moderne, zeitlose Formensprache, die sich an das Bauhaus anlehnt“. Dazu gehört ein besonderes Augenmerk auf Proportionen, auf enge Radien der Fronten, auf ein schmales Fugenbild. Ein disziplinierter Umgang mit Materialien, ein ruhiges Gesamtbild. Ein Anspruch, den man von einer Marke, die aus einer 1928 gegründeten schwäbischen Tischlerei hervorgegangen ist, nicht unbedingt erwartet, der aber sein ganzes Potenzial erst entfaltet im Zusammenspiel mit einer zwei­ten Besonderheit: Zur Idee der „Architekturküche“ gehört auch, dass der Planer – und letztlich der Bauherr – ungewöhnlich frei, ja spielerisch vorgehen kann. „Wir sind in der Lage, auf sehr viele Sonderwünsche problemlos einzugehen“, sagt Waldenmaier. „Es lassen sich nicht nur Abmessungen von Schränken ändern, sondern auch komplett neue Ideen, die ein Architekt an uns heranträgt, umsetzen.“ Die Bauteile sind nicht auf Standardmaße begrenzt, sondern millimetergenau variabel. So müssen keine Blenden eingefügt werden, wenn

Vielfalt fällt ihm leicht: CEO Stefan Walden­maier im Showroom in Waldstetten. Li. S.: Hochschrank des Konzepts „Classic-FS“ mit Fronten in Eichenrelief.

ein Einbaugerät nicht exakt ins Raster industrie, das sich zwischen Münster und passt – die Front wird einfach entspre- Hannover ballt. „Wir sind hier weit weg chend verlängert oder verkürzt. Fronten von den Zulieferern“, erklärt Waldenmaier. kön­nen auch bis zum Boden gezogen und „Also mussten unsere Werke so sein, dass so hoch gefertigt werden, dass sie zu Türen wir alles selber können.“ Und so kennen und Zwischenwänden werden. Lösungen die Sä­gen in Waldstetten keine Blaupausen, wie der 2017 eingeführte „Raum im Raum“ – son­­dern werden für jeden Auftrag mit fridie Möblierung gliedert den offenen Raum schen Daten gefüttert. In der eigenen Laund umschließt eine verborgene Haus­wirt­ ckiererei im nahen Kirchheim unter Teck schafts­kammer – lassen die Küchenplanung können die Fronten dann in 15 Le Corbunahtlos in den Innenausbau übergehen. sier-Tönen und allen RAL- oder NCS-FarMöglich macht all das eine hoch auto- ben lackiert werden, und die Griffe gleich matisierte und extrem flexible Fertigung. passend dazu. So ist jede Küche im Grunde Ursprünglich war es eine Notlösung: Auf ein One-off – ausgerechnet ein Hightech-­ der Schwäbischen Alb liegt man ziemlich Gerätepark (unterstützt von 650 Mitarbeiabseits vom Gros der deutschen Küchen­ tern) liefert Lösungen, die sonst fast nur

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Architektur Porträt

Blick in den Baukasten: In die Schübe der „Avance“Insel links greift man von unten, im Hintergrund Schränke mit Betonfinish. Oben die ebenfalls grifflose Linie „Contino“ mit umlaufender Massivholzkante. Innen­beleuchtung bietet Leicht für alle Schubladen an.

Stef a n Wa lden m a ier

„Unsere Stilistik entspringt einer zeitlosen Architektur.“ Schreiner so individuell anbieten können. Wobei zu Waldenmaiers Bedauern viele Auf­träge die Möglichkeiten gar nicht ausschöpfen. Gerade farbliche Extravaganzen hielten sich im doch recht konservativen Küchenmarkt in Grenzen. Die Stapel der lackierten Fronten im Werk zeigen deutlich: Weiß, Creme und Greige sind noch immer am beliebtesten in Deutschland (die Pakete für den Export enthalten mehr Schwarz). Doch immerhin: „Magnolie ist endlich tot“,

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freut sich Waldenmaier. Das jahrzehnte- ist so elastisch, dass man eine individuellang beliebte gelb­stichige Hoch­glanzweiß le Küche schon für 12 000, aber auch für scheint passé – stattdessen setzen sich mat- 120 000 Euro planen kann. te, samtige Oberflächen, bei Leicht schon Es mag Hersteller geben, die mit noch seit Jahren im Fokus, mehr und mehr durch. mehr Raffinesse in manchen Details aufAuf solche Entwicklungen reagiert man warten können – gerade in Italien habe in Waldstetten regelmäßig mit Neuheiten. man da einen historisch gewachsenen VorJedes Jahr stellt das Unternehmen, das üb- sprung, „eine andere Lockerheit im Umrigens gerade als „klimaneutraler Möbel- gang mit Design“, gibt Waldenmaier neidhersteller“ zertifiziert wurde, eine aktuelle los zu. Doch sich und sein Team sieht er „Kollektion“ vor. Mal bedeutet das ein ganz mit Recht auf einem guten, eigenen Weg: neues Planungskonzept, mal nur Ergän- „Wir nehmen es als unsere Verantwortung zungen bestehender Linien, etwa Oberflä- wahr, unseren Baukasten mit den richtigen chen, De­kore oder eine Tüftelei wie den Teilen zu füllen. So ermöglichen wir allen, Spülenschrank für Wassersprudler. Das die damit umgehen können, ein tolles ProPortfolio wird dabei stets durchlässig ge- dukt zu machen.“ Das Wort „perfekt“, sonst halten – „durchgängig“, heißt es bei Leicht. ein Lieblingsbegriff der Branche, vermeidet „Man kann fast alles über Kreuz kombinie- er angenehmerweise. Um Perfektion geht ren“, sagt Waldenmaier, der selbst oft Ideen es auch nicht primär bei seiner Vision von von seinen vielen Reisen mit- und ein- Küche: Was er gern mal herausfinden würbringt. Fronten in Beton mit Griffmulde de, sagt Stefan Waldenmaier, sei, „wie inunten; in Nussbaum mit Eingriff oben und tensiv eigentlich in unseren Küchen geschwebender Platte aus Hightech-Keramik; kocht wird. Unsere Händler bauen so oder einfach Laminat mit Griffen aus pul- schöne Küchen – ich hoffe, dass in ihnen verbeschichtetem Aluminium? Das System auch entsprechend gelebt wird!“


EINE LIEBESERKLÄRUNG AN DAS BESONDERE Besuchen Sie uns auf villeroyboch.com/signature


Architektur Interview

Ein Caffè mit Fuksas Alles dröhnt und flimmert, Massimiliano Fuksas aber ist die Ruhe selbst. Über die Stadt der Zukunft, Rom und sein Symbol für Unendlichkeit. Inter view Ulrich Clewing

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A ngeblich ist der Mann schon 75, doch wenn auf jemanden das Attribut „alterslos“ zu­ trifft, dann auf Massimiliano Fuksas. Etwas müde sei er, gestand der Architekt kurz vor Eröffnung der IFA in Berlin. Davon war bald nichts mehr zu sehen. Herr Fuksas, normalerweise entwerfen Sie Flughäfen und Kongresszentren. Jetzt haben Sie auf der IFA den Stand von LG Signature designt – wie unterscheidet sich eine solche Arbeit von den großen Projekten? Eigentlich gar nicht. Wir fangen immer da­ mit an (nimmt ein Stück Papier und zieht

schwungvoll ein paar Linien). Mit Ideen, In­ spirationen. Und der Hoffnung, so bei an­ deren positive Emotionen zu wecken. Ob das ein Kaffeelöffel ist oder ein Flughafen, ist da erst mal egal. Für die Präsentation der LG Signature Line haben Sie hier auf der IFA ein ­Motiv verwendet, das an Ihren Gebäuden immer wieder auftaucht, das Sechseck. Was hat es damit auf sich? Es ist ein Symbol der Unendlichkeit, für die unendlich vielen Möglichkeiten, die wir künftig haben werden, unser Leben zu ge­ stalten. Und die wir jetzt schon haben. Wie stellen Sie sich die Stadt der Zukunft vor? Ich träume von Häusern, die nicht mehr durch Räume definiert sind, sondern durch


Massimiliano Fuksas (re.) gestaltete auf der diesjährigen IFA in Berlin die Präsentation für die Premiumgeräte von LG ­Signature (unten). Sonst baut er mit seinen Mitarbeitern Gebäude wie das EUR Convention Centre in Rom oder den neuen Flughafen von Shenzhen im Perlfluss­delta (u. re.).

Bildschirme und Images. Die uns nicht mehr zwingen, auf sie zu reagieren, son­ dern die sich nach uns und unseren Be­ dürfnissen richten. Screens wie diese (deutet hinter sich an die Wand) sind dafür natürlich ideal … War das für Sie der Grund, mit LG ­Signature zu kollaborieren? Es war jedenfalls eine wesentliche Moti­ vation. Sie liefern mir die Tools, die mir ­meine architektonischen und gesellschaft­ lichen Träumereien ermöglichen. Ich schät­ ze avancierte Technologie sehr, sie wird un­ser Leben besser machen.

Auf die Bar, in der Sie Ihren Caffè trinken, wollen Sie aber nicht verzichten, oder? Und das ist ein konkreter Raum. Selbstverständlich ist sie das, und ich möchte sie nicht missen. Aber auch die­ se Bar wird künftig anders aussehen, mehr Möglichkeiten bieten als bisher. Wenn man immer nur pragmatisch denkt, wird Ar­ chitektur selten gut. Unsere Auftraggeber wol­len überrascht werden, ein Teil von un­ seren Imaginationen sein. Nehmen Sie den Airport in Shenzhen: Das Dach ist kein Dach mehr, es ist eine Landschaft. Sie sind gebürtiger Römer, haben noch eines Ihrer fünf Büros in der Stadt, in der Geschichte enorm präsent ist. Wie gehen Sie bei Ihrer Arbeit damit um? Das Besondere an Rom ist ja, dass dort die Geschichte immer die Gegenwart ist. Ken­ nen Sie das Teatro di Marcello? Das antike Amphitheater, das als Vorbild für das Kolosseum diente? Erst war es eine Arena, dann eine Festung, irgendwann hat es die Familie Orsini zum Palast umgebaut, und schließlich hat man auf den Zuschauerrängen Wohnungen ein­ gerichtet. Natürlich gibt es gute Argumen­ te, historische Gebäude so zu erhalten, wie sie gebaut wurden. Aber wenn Architektur wirklich stark ist, dann hält sie auch Verän­ derungen aus. Wir bauen zwar ausdrück­ lich in der Architektursprache von heute, aber die Geschichte ist nicht mein Feind. Ich bin ein Teil von ihr.

Fotos: Courtesy of LG Signature; Leonardo Finotti; Porträt: Gianmarco Chieregato

Ma s si m i l i a no Fu k s a s

„Wenn man nur pragmatisch denkt, wird Architektur selten gut.“


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Panorama

Fotos: Karma, @monkpictures / instagram.com

Reise, Kunst, Bücher und Mobil

Die Rechnung, bitte! Jonathan Monk hat schon viele kluge, manchmal auch klamaukige Werke über den Warenwert von Kunst geschaffen. Für seine „Restaurant Drawings“ zahlen die Sammler wortwörtlich Essen, Getränke und den Kaffee. Die Quittungen, ergänzt um gezeichnete Hul­digungen an (von o. li.) Ellsworth Kelly, Ed Ruscha, Martin Kippenberger oder Andy Warhol, verkauft er auf Instagram. Zum Preis des Essens. Wer leer ausgeht: Gerade ist die Serie bei Karma als Buch erschienen (Edition von 1000, 552 Seiten, 50 Dollar). BG @monkpic ture s, karmakarma.org

Redak tion Barbara G är tner, Andreas Kühnlein und Florian Siebeck

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Herrschaftszeiten

Tex t Florian Siebeck Fotos Alessandra Ianniello

Fotos: Alessandra Ianniello / Living Inside

Das Bündner Bauerndorf Valendas stand stets im Schatten seiner Nachbarn Flims und Laax. Gut so: Es ist vom Tourismus verschont geblieben. Nun öffnet sich das prächtigste Haus am Platz für Gäste.


Panorama Reise

Zuletzt wohnte im Türalihus (o.) ein Ziegenhirte mit seinen Tieren, dann stand das Gebäude 70 Jahre lang leer. Die Architekten Gordian Blumenthal und Ramun Capaul (u., v. li.) gaben dem herrschaftlichen Haus in knapp siebenjähriger Arbeit seine Würde zurück: Sie beließen fast alles beim Alten und machten doch alles neu – gut zu sehen ist das etwa in der kunstvoll getäfelten Stube (li. S.).

E s ist noch nicht allzu lang her, da dachten viele Menschen in Valendas: Ihr Dorf stirbt. Auf der anderen Seite des Tals brachte die Wintersonne die Skipisten von Flims und Laax zum Strahlen, Valendas aber ließ sie im Schatten liegen. Wie viele Schweizer Gemeinden litt das Bergdorf unter Landflucht; die Häuser lagen verlassen da, und der Ortskern verödete. Kaum jemand traf sich noch am Dorfplatz, den alle nur „bim Brunna“ nennen, wegen des großen Holzbrunnens, dessen Stock seit seiner Errichtung 1760 eine doppelschwänzige Meerjungfrau mit Florentiner Hut krönt. Warum sie da sitzt, weiß niemand so genau. Vielleicht, weil man in Valendas schon immer ein Auge für das Schöne hatte. Etwas zurückgesetzt vom Dorfplatz steht das Türalihus, das stattlichste Gebäude am Ort, und kündet von besseren Zeiten.

Das herrschaftliche Wohnhaus wurde 1485 „Wir hatten gemerkt, dass im Dorf nichts erbaut, es hat Glaubens- und Bauernkriege mehr geht“, sagt der frühere Gemeindepräüberstanden und die Pest, die 1594 beinahe sident Benedikt Bühler. „Und was macht das ganze Dorf dahinraffte. Am Ende wäre man, wenn man nicht weiterweiß? Man es fast vom Zahn der Zeit zernagt worden – gründet einen Verein.“ Die Initiative „Vahätten sich die Bewohner von Valendas lendas Impuls“ gab eine Machbarkeitsstunicht entschlossen, das nicht zuzulassen. die in Auftrag und holte die damals noch junge Stiftung „Ferien im Baudenkmal“ des Schweizer Heimatschutzes ins Boot. Nach Vorbild des englischen „Landmark Trust“ will sie bedrohte Baudenkmäler vor dem Zerfall retten und aus „altem Ghütt“ ansehnliche Ferienwohnungen machen. Doch das Türalihus sah traurig aus, ein Schandfleck, 70 Jahre stand es zuletzt leer. Das Büro Capaul & Blumenthal Architects aus dem benachbarten Ilanz soll das Haus renovieren, oder wie Ramun Capaul sagt: „Uns wurde anvertraut, das alte Haus wiederzubeleben.“ Capaul und sein Kompa­ gnon Gordian Blumenthal kommen schnell zur Einsicht, dass jede Sanierung mit großen Verlusten verbunden wäre: Auf der

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Panorama Reise Fassade waren unter altem Besenputz im­ mer mehr Fragmente älterer Schichten zum Vorschein gekommen. Die Architek­ ten hatten anfänglich vorgeschlagen, sich auf die letzte wichtige Bauphase von 1775 zu konzentrieren. Über fünf Etappen war das Haus aus dem 15. Jahrhundert sukzes­ sive um Anbauten erweitert worden, der Treppenturm, der ihm seinen Namen gibt (Türalihus heißt „Türmchenhaus“), wurde in der letzten Etappe angebaut, als das Türalihus um eine Etage aufgestockt wur­ de und die Fassade vorgeritzte Ecklisenen bekam. „Uns gefiel die große Zeitspanne, die am Gebäude ablesbar ist“, sagt Capaul.

Valendas ist Teil der Gemeinde Safiental, die mit ihren Fähren-, Fichten- und Buchen­ wäldern (re.) etwa so groß wie das Fürstentum Liechtenstein ist. „Nur finanziell haben wir andere Sorgen“, sagt der frühere Gemeindepräsident Benedikt Bühler.

Doch wie restauriert, repariert man ein Haus, ohne die zeitliche Dimension des jahrhundertealten Bauwerks zu verlieren? Mit Mut zum Fragmentarischen, den man für gewöhnlich nur von der Restauration von Reliquien kennt: Alle Spuren, die grö­ ßer als eine Fünf-Franken-Münze waren, wurden erhalten, die weiße Löschkalkfas­ sade nach alter Handwerkstradition aufge­

Ramun Capaul

„Es wäre ein Verlust, die Fragmente früherer Epochen zu überdecken.“

putzt. Auch innen blieben die von der Ge­ schichte gezeichneten Holzvertäfelungen und Mauern fast unberührt, behielten die Architekten die ausgetretenen Steinstufen bei. Im Alkoven reparierten sie etwa die Holztäfelung und kaschierten die Stellen nicht, sondern zeigen sie. „Eine Haltung zugunsten des Originals, die auch das handwerkliche Können des Schreiners zeigt“, meint Capaul. Allfällige Eingriffe in die Bausubstanz beschränkten sich auf ein Minimum, die für einen komfortablen Auf­ enthalt notwendig gewordenen Einbauten in Küche und Bad grenzen sich durch ihre zeitgenössische Formensprache ab. Auch die schlichten Möbelklassiker der großen Schweizer Designer fügen sich so selbst­ verständlich in die mit fein geschreinerten Holzprofilen getäfelte Stube ein, als hätten sie Max Bill, Ernst Ambühler, Werner Max Moser und Andreas Christen eigens für diesen Ort entworfen. Hie und da erinnern noch ganz konkre­ te Relikte an die früheren Besitzer; die Wand des Esszimmers ziert etwa das Alli­ anzwappen der großbürgerlichen Familien „von Marchion – von Arms“. Die Marchions waren eine angesehene Ämter- und Offi­ ziersfamilie, die durch Landwirtschaft, Passhandel und Solddienste zu Reichtum kam. Valendas lag an einer wichtigen Han­ delsstraße von Zürich nach Mailand, denn Die Gäste schlafen heute in den früheren Lagerräumen des Hauses (links). Damit es im Winter nicht zu kalt wird, wurden nicht etwa die Fenster gedämmt, sondern – wie ehedem üblich – Vorfenster angebracht.

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und bewohnbar gemacht. Es gibt jetzt ein „Gasthaus am Brunnen“ mit ganz hervorra­ gender Küche, und plötzlich interessieren sich auch die Nachbarn in Laax und Flims, die ihrerseits viele alte Häuser und Bauern­ höfe verloren haben, für Valendas. Es ist ein wundersam intaktes Dorf, in dem sich kein Bauer dem Tourismus unter­ ordnen muss, mit prächtigen Patrizierhäu­ sern, Bauernhäusern, kunstvoll verzierten Stallungen. Die Brunnenplätze sind keinen Parkplätzen gewichen, und es gibt ein altes „Backhüsli“, das nicht wie die meisten ande­ ren als Garage dient, sondern wo die Dorf­ bewohner einmal im Monat den Ofen ein­ feuern. Valendas ist idealer Ausgangspunkt für Wanderungen zur Rheinschlucht, deren Felswände sich jeden Tag in einem anderen Licht zeigen; zum Skigebiet Laax sind es 20 Minuten, Peter Zumthors Therme Vals liegt gleich vor der Haustür, auch Valerio Olgiatis Gelbes Haus in Flims. Oder man bleibt einfach in der baro­ cken Stube sitzen, die Decke weit nach oben gezogen, und hört das Feuer im wuchtigen Turmofen knistern. Entkoppelt von der Welt da draußen, denn WLAN gibt es nicht; das Telefon hat den Kampf gegen die dicken Mauern aufgegeben. So tief in der Geschichte und doch ganz in der Ge­ genwart. Es ist ein Segen. Das Türalihus ist in zwei Wohnungen aufgeteilt; die untere für vier Personen (ab 992 sFr. pro Woche), die obere für sieben (ab 1615 sFr.). mag nif icasa.c h

Ramun Capaul

„Wir haben der Erosion ein gestalterisches ‚Recht‘ gegeben.“ hier ließen sich die Zollstationen des Bi­ Als sich die Handelsrouten bald änderten schofs umgehen. Im Türalihus wurde Ware und 1908 schließlich die Eisenbahn kam, eingelagert, während nebenan die Pferde zogen die Reichen weg. Zurück blieben die gestallt wurden, erzählt Benedikt Bühler. Bauern, das Dorf verarmte. „Doch überhas­ Der Treppenturm diente nur Repräsenta­ tete Sanierungen durch fehlenden touristi­ tionszwecken. „Die Marchions waren als schen Druck blieben aus, wodurch viele politische Vertreter des Kantons auch in alte Häuser in ihrem ursprünglichen Zu­ Italien zu Geld gekommen, weshalb Va­ stand erhalten wurden“, sagt Ramun Ca­ lendas zuweilen sehr italienisch wirkt.“ Ei­ paul. Dank des Engagements der Bewoh­ nige Häuser im Ort wirken tatsächlich wie ner sind heute alle Häuser fertig renoviert Palazzi, mit herrschaftlichen Toren zur Kochen wie vor 500 Jahren: Die Wände Straße hin. „Man hat damals gestritten, wo der Küchen re. tragen den Ruß der Jahrdie Straße entlangführt, deshalb macht sie hunderte; auch eine offene Feuerstelle viele Bögen durchs Dorf.“ Wer etwas auf kann genutzt werden. Die frei stehende sich hielt, wollte schließlich trockenen Fu­ Vintage-Badewanne im getäfelten Badezimmer oben ist nicht ganz so alt. ßes von der Kutsche ins Haus kommen.

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Foto oben: Florian Siebeck

Panorama Reise


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Dem Himmel so nah Mit der „MSC Grandiosa“ lief jetzt der jüngste und größte Kreuzfahrtriese der MSC-Flotte vom Stapel. Ein architektonisches Meisterwerk mit spektakulärer Indoor-Promenade, Kunst, Kulinarik und Kabinen der Extraklasse im „MSC Yacht Club“, der als Schiff im Schiff oben auf dem Vordeck thront

V

on Swarovski-Kristallen übersäte Treppen und ein atemberaubendes Firmament aus wechselnden LED-Installationen, das als längstes seiner Art die Flaniermeile mit mondänen Boutiquen, Cafés, Bars und Lokalen überwölbt – das sind die sichtbaren Symbole des Glanzes, mit dem die „MSC Grandiosa“ ihre Passagiere empfängt. Doch das neueste Flaggschiff der „Meraviglia“Klasse wartet noch mit ganz anderen Wundern wie zwei exklusiven Shows des Cirque du Soleil oder einer Dauerausstellung mit 26 Originalzeichnungen von Edgar Degas auf. Gipfel der Finesse ist der „MSC Yacht Club“, dessen Gäste neben persönlichem Butlerservice und maßgeschneiderten Landausflügen ungestörte Privatsphäre

genießen. In den großzügigen Designersuiten mit Marmorbad, Bettwäsche aus feinster ägyptischer Baumwolle und eigenem Balkon. Oder in der „Top Sail Lounge“ mit einmaligem Panoramablick und am clubeigenen Pool, der nach abwechslungsreichen Stunden an Bord mit Shopping, Fitness, Tangokurs, Formel-1-Simulation, Oper, Musical oder Shows im Broadway-Stil eine Oase der Ruhe bietet; genau wie das „MSC Aurea Spa“, wo Seele und Körper bei balinesischen Massagen, Wellness und Beauty-Treatments in Einklang kommen. Vielfältige kulinarische Freuden locken in allen zwölf Bord-Restaurants sowie im eigens für Passagiere des „MSC Yacht Club“ reservierten Gourmetlokal ohne feste Zeiten. msc-kreuzfahrten.de


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Frankreich Marseille (Provence) Spanien

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Italien

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Mittelmeer Valetta

Malta

Veranstalter: MSC Cruises S.A., Avenue Eugène-Pittard 40, 1206 Genf (Schweiz)

Auf der li. Seite der Hafen von Marseille. Diese Seite: die Mittelmeer-Route (li. o.). Die „Royal Suiten“ (li.) mit separatem Wohnbereich haben einen Balkon mit Jacuzzi. Streifzüge durch idyllische Landschaften (o.) oder malerische Hafenorte wie Taormina (u.) machen das Kreuzfahrtglück perfekt.

Nach der festlichen Schiffstaufe am 9. November kreuzt die „MSC Grandiosa“ nun durchs westliche Mittelmeer. AD-Leser, die für sieben Nächte in Barcelona oder Genua an Bord gehen, um Kunst und Kultur, Natur und Strände von Marseille bis Malta zu erkunden, sind im Sommer 2020 bereits ab 1 999 € pro Person dabei. Spa-Paket mit Massage und beruhigender Gesichtsbehandlung von je 30 Minuten sowie ein 20-minütiges Ganzkörperpeeling inklusive. Mehr Infos im Reisebüro, unter 089 203048173 oder auf msc-kreuzfahrten.de. Buchungscode: MSC Special Leserreise AD


Panorama Reise Eine Klasse für sich Die Schweizer nennen ihren „Glacier Express“ zwischen St. Moritz und Zermatt den „langsamsten Schnellzug der Welt“. Mit der Excellence Class lässt es sich jetzt noch komfortabler reisen: Die 291 Brücken und 91 Tunnel auf der acht Stunden langen Fahrt bleiben dieselben, dafür sind Fensterplatz und Fünf-Gänge-Menü inklusive (ab 688 sFr.). ad-magazin.de/glacierexpre s s

Vom Leben in Lachsrosa Zum 10. Geburtstag schenkte Pierre Yovanovitch dem Sternerestaurant „Hélène Darroze at The Connaught“ in London ein neues Antlitz. Dunkle Wandvertäfelungen wichen frischem Lachsrosa und hellen Eichenholzverkleidungen am „Chef’s Table“, fast alle Böden, Möbel, Leuchten wurden eigens entworfen. Und Darroze? Ist hin und weg: „Der Hauch von Weiblichkeit und Leichtigkeit, den er in das Restaurant gebracht hat, erlaubt es mir, meine Menüs von ihrer besten Seite zu zeigen.“ the - connaught .co.uk

Schöner warten

Unter Vielfliegern herrscht weitgehend Einigkeit, dass Cathay Pacific mit seinen eleganten Lounges an Flughäfen neue Standards gesetzt hat. Der Dank gebührt Ilse Crawford: Acht Cathay-Lounges hat sie schon beseelt, jüngst in Shanghai.

Für treue Kunden der kolumbianischen Airline Avianca hat das spanische Designbüro Francesc Rifé eine monochrome Raumstation in Bogotá errichtet. Die zurückhaltend graue Farbpalette soll müde Flieger wieder munter machen.

Wie Finnair anderen Airlines die Kunden abgräbt? Mit kürzeren Flugzeiten nach Asien (dank schneller Nordroute) und einer modernisierten Lounge in Helsinki. Die ist ganz in Weiß und Blau gehalten, und hat – selbstverständlich – auch eine Sauna.

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f innair.com

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Redak tion Florian Siebeck

Fotos: Jérôme Galland; Glacier Express; Finnair; David Zarzoso; Cathay Pacific

Alles auf Abflug


Panorama Reise

Glück auf Stelzen Wer im Winter Lust auf einen Long Island Iced Beach hat, sollte am runderneuerten „Sound View“ nicht vorbeifahren: Studio Tack verwandelte das seelenlose Midcentury-Motel in ein apartes Hideaway (DZ ab 195 Dollar), das die Hamptons alt aussehen lässt. soundviewgre enp or t .com

Moon im Orient-Express Seit drei Jahren bittet Louis Vuitton Fotografen aus aller Welt, uns unseren Kosmos mit ihren Augen zu zeigen. Neu im Reigen sind Sarah Moons Aufnahmen aus dem König aller Züge: dem Orient-Express. louisvuit ton.com

Zwischen Japan und Skandinavien liegt nur ein einziges Land, zugegebenermaßen ein sehr großes. Im „Izumi“ in Kopenhagen kommen die Nachbarn sich näher. Kulinarisch und gestalterisch. izumi.dk

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Fotos: Read McKendree (2); Yuta Sawamura; Sarah Moon; Louis Vuitton (2)

Nippon by Nature


Uneinigkeit und Recht und Freiheit. Einigkeit ist das Schlimmste, das einer Debatte passieren kann.– Daher finden Sie seit 70 Jahren täglich kontroverse Standpunkte und diskursfähige Positionen in der Frankfurter Allgemeinen.

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Frankfurter Allgemeine

Freiheit beginnt im Kopf.


Menschenfeind mit Kinderseele Der Brite Edward Bawden war ein vielschichtiger Künstler: im Leben spröde, im Werk vor Witz sprühend und charmant. Tex t Reinhard Krause

E in farbiger Linolschnitt von 1960 mit einer enormen Breite von fast 1,50 Metern: Ka­ thedralenartig überspannt ein Kuppeldach aus Eisenträgern und Glas Londons Liver­ pool Street Station. Am unteren Bildrand ist ein Zug eingefahren, Menschen strömen heraus, doch anders als die Dampfschwa­ den, die durch die hohe Bahnhofshalle ­stieben, ist die Lok kaum auszumachen. Urbanes Gewimmel in einem Tempel der Industrialisierung. Oder eine Tuschzeichnung für ein Koch­ buch, das im Jahr 1932 erschien: ein Erd­ beer­beet in einem ummauerten Garten, im Vordergrund Forke und Schaufel, ein Korb mit Früchten, eine Schubkarre. Gegen Vö­ gel sind die Beete durch Netze geschützt, zwei Kinder allerdings sind darunterge­ krabbelt und stopfen sich die Backen voll. Ein Idyll? Oder aber eine Falle: Von hinten eilt mit grimmiger Miene eine Frau in vik­ torianischer Kleidung herbei.

Fotos: Bridgeman Images, © Estate of Edward Bawden; Porträt: © Geoffrey Ireland / National Portrait Gallery, London

Panorama Kunst


Gekrächze in frem­ dem Federkleid: Edward Bawden il­ lustrierte immer wieder die Fabeln des Äsop, etwa „Daw in Borrowed Feathers“ (1970, li. Seite o.). Darunter sitzt er inmitten selbst entworfener Tapeten im Wohn­ zimmer seines Brick House in ­Great Bardfield, Essex.

Schon früh baute Bawden eine um­ fangreiche grafi­ sche Bibliothek auf. Für den Linoldruck „The Pagoda, Kew Garden“ re. nahm er 1963 virtuos ­Anleihen beim japa­ nischen Farbholzschnitt. „Ein Detek­ tiv bräuchte sein ganzes Leben, um alle Spuren zu fin­ den“, vermutete er.

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Menschen sind bei Edward Bawden oft nur Staffage – für die Collage „York Races“ von 1961 (oben) reichen ihm zehn Personen im Vor­dergrund und ein versteckter afrikanischer Prinz, um eine Massenszene beim Pferderennen anzulegen; auf dem Wochenmarkt u. li. („The Blue Plough, Saffron Walden“) spielt ein Traktor die Hauptrolle. U. re. ein klassischer Linolschnitt, „Tyger Tyger“ von 1974. Für Fortnum & Mason schuf Bawden in den 50ern ein Katalog-Cover (rechte Seite oben), bei dem er sich einen Spaß daraus machte, alle königlichen Wappenschilde des Hoflieferanten seit Queen Anne auf Santas Schlitten zu laden, auch den von Edward VIII.

E dw a rd B awden

„Ich habe gar kein Formgefühl. Ich bin ein Mustermaler.“ 138


Fotos: © The Fine Art Society, London UK / Bridgeman Images, © Estate of Edward Bawden; © Fortnum & Mason & Estate of Edward Bawden; Bridgeman Images, © Estate of Edward Bawden

Panorama Kunst Edward Bawden war ein Meister der Atmosphäre, seine Werke entführen in eine anheimelnde, nostalgische Welt, die zugleich mit einer unterschwelligen Spannung aufgeladen ist. Jederzeit könnte etwas passieren, aber nichts ganz und gar Schlimmes. Seine Bilder zu betrachten ist wie Agatha Christie lesen: Das Böse mag unter der Sonne lauern, doch in Bawdens Begleitung fühlen wir uns an die Hand genommen. Bawden, das ist England at its best. Einen, der solche Bilder schafft, würde man gern näher kennen. Denkt man und sitzt – snap! – selbst in der Falle. Der Maler und Illustrator aus Essex, der sich Designer nannte, war nämlich höchst eigenwillig. 1903 wurde er in einer Kleinstadt mit dem wunderbar surrealen Namen Braintree geboren. Die methodistischen Eltern (der Vater war Eisenkrämer) impften den Sohn mit ihrem Dünkel: Mit Kindern von niedrigerem Stand durfte er nicht spielen, die anderen zeigten kein Interesse an ihm. So blieb er am liebsten für sich und entwickelte eine Schüchternheit, die an Menschenscheu grenzte. Noch während der Ausbildung an der Cambridge School of Art und später am Londoner Royal College of Art ging er stets zu Fuß oder nahm das Rad statt den Bus. Auch den Führerschein machte er nie, und als einer seiner Assistenten sich eine Jolle und später ein Auto kaufte, herrschte er ihn an: „Was kommt als

Nächstes? Ein Flugzeug?“ Überschwängli- Frau Charlotte 1970 zog er zwölf Meilen che Menschen waren ihm ein Gräuel; noch weiter nach Saffron Walden, wo er 1989 im Alter konnte es passieren, dass er auf auch starb. Und doch ist das Werk Bawdens ein freundliches „Good morning!“ mit ei- keineswegs eng oder betulich – davor benem schroffen „I don’t think so“ konterte. wahrte ihn schon seine bestens ausgestatSpeziell Kinder, es muss gesagt sein, konn- tete Referenzbibliothek, die er als seine te er nicht ausstehen. „visuelle Bank“ ansah. Das zeichnerische Bawdens Lebenshorizont blieb über- Genie und seine völlige Hingabe an die sichtlich. Vom Studium und seinem Ein- angewandte Kunst machten aus ihm einen satz als Kriegsmaler im Zweiten Weltkrieg Mann, dem scheinbar alles gelang und der abgesehen, war er extrem standorttreu: sich selbst in der Nachfolge des Gesamt1932 ließ er sich im Flecken Great Bard- künstlers William Morris sah. Kein Auftrag field nieder, ganze neun Meilen von seinem war ihm zu abgeschmackt. Er gestaltete Geburtsort entfernt; nach dem Tod seiner erfolgreiche Werbekampagnen für Shell

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und die Londoner U-Bahn, entwarf Tapeten und Kinoplakate, Muster für Stoffe und Wedgwood-Service, er schuf unzählige Wandbilder, illustrierte Koch- und Gartenbücher ebenso gern wie Belletristik. Einmal konstruierte er einen Gartenstuhl und merkte: „Ich habe überhaupt kein Formgefühl. Ich bin ein Mustermaler.“ Sein Metier, so beschreibt es sein Biograf Malcolm ­Yorke, war „der Kontrast aus realistischer Zeichnung und abstrakter Farbe“. Die Kunst des Eigenbrötlers Edward Bawden ist zugänglich, weit entfernt von avantgardistischer Erratik. Nur zweimal wagte er sich auf Neuland. Während des Studiums, drei Jahrzehnte vor Yves Klein, bemalte er sich mit Farbe und presste seinen Körper auf Papier. Die Rückseite gelang ganz gut, fand er – und ließ fortan die Finger von derlei Eskapaden. Und 1971 erhielt er den Auftrag für ein Wandbild in Birmingham, das er nicht malte, sondern aus 20 000 Nägeln zimmerte, ein gegenständlicher Uecker. „Mein Vater, der Eisenkrämer“, sagte er, „wäre stolz auf mich.“ Einzig der Zweite Weltkrieg katapultierte ihn aus der Spur. Und wieder auch nicht. Bawden war als Kriegsmaler in Dünkirchen, Kairo, Khartum, Addis Abeba und Bengasi und erkrankte mehrfach schwer an Malaria; das Schiff, das ihn von Südafrika „Life Guards“ (o.) war Bawdens Beitrag zu den Krönungsfeierlichkeiten von Elisabeth II, raffiniert fragmentiert in sechs Helme und Mäntel, zwei Degen, drei Pferde. Farb­ lithografien blieben ein rares Experimentierfeld des Künstlers (links im Jahr 1980).

in die Heimat zurückbringen sollte, wurde Zurück in Great Bardfield, fand Bawden torpediert und sank; er wurde in Marokko schnell wieder ins gewohnte Gleis. Eins interniert – und trotzdem siegte im Rück- seiner ersten Werke nach dem Krieg war blick die professionelle Perspektive: „Es eine wunderschöne pastorale Radierfolge war aufregend. Es war eine wunderbare „Life in an English Village“, ganz ohne MenGelegenheit und äußerst lehrreich.“ Denn schen. Zweimal übrigens wurde der selbst im Krieg war alles Antrainierte obsolet. erklärte Kinderfeind Vater – much to his Die körperliche Nähe zu anderen ließ sich chagrin, möchte man annehmen. Joanna und nicht umgehen, sinnliche Eindrücke muss- Richard Bawden wuchsen weitgehend in ten schnell zu Papier gebracht und konnten Internaten auf, aber die räumliche Entfernicht im Studio nachbereitet werden. Und nung ließ doch auch Nähe wachsen. WähBawden, für den Personen sonst meist nur rend des Kriegs etwa malte Bawden für sie Staffage waren, ließ sich erstmals auf das sechs kleine Büchlein voll fantastisch-abPorträtieren ein. Ihm kam entgegen, dass surder Abenteuer. Die Hauptfiguren waren es sich oft um Menschen handelte, mit de- unter anderem eine Ameise, ein Käfer und nen ein Einverständnis nur über Gesten eine Flohfamilie. Unterm Chitinpanzer aus hergestellt werden konnte, Reden sinnlos. Sprödigkeit verbarg sich ein Exzentriker Seine Kriegsporträts sind psychologischer, mit ungemein feinen Antennen. fokussierter – und doch besitzen auch sie Die Higgins Art Gallery & Museum in Bedford zeigt diese unerklärliche Spannung, die exzellen- bis 26.1.2020 „Edward Bawden. Home and Abroad“. te Illustrationen auszeichnet. thehigginsb edford.org.u k

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Foto: Courtesy of Stockholms Auktionsverk, © Estate of Edward Bawden; Porträt: Aubrey Hart / Evening Standard / Hulton Archive / Getty Images

Panorama Kunst


VIA PROJEKT N° 16

Die Bühne des Lebens – VIA Platten für gutes Bauen. ZEMENTMOSAIKPLATTEN | TERRAZZOPLATTEN | TROTTOIRPLATTEN | KREIDEFARBE

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Panorama Kunst

Der Tod steht ihr gut Das Frauenbild war drastisch: Hexe, Hure, Heilige. Hans Baldung, seit seiner Zeit in Dürers Werkstatt auch Grien, der Grüne, zelebrierte das Memento mori am liebsten als Tête-à-tête wie li. „Der Tod und die Frau“, um 1520 / 25. Sechs Jahrzehnte liegt die letzte Retrospektive des eigenwilligen Renaissance-Genies zurück – auch damals war sie in der Kunsthalle Karlsruhe. 3 0.11 .– 8 . 3 . 2 0 2 0, kuns thalle -karlsruhe.de

Kantenkomposition Schon seine Möbel waren eckig, mit den Bildern (o. „Konstruktion mit zwei Zentren (Zwei dezentralisierte Dominanten – Dezentralisierte Quadrate)“, 1944) schuf Camille Graeser kantige Melodien der Linie. Das Züricher Haus Konstruktiv zeigt bis 12.1.2020 seinen Weg in die Kunst. hauskons truk tiv.ch

Künstler mit anderen Mitteln

Wer redet beim Literaturnobelpreis noch über Literatur? Eben. Schauen wir uns also die Kunst an! Günter Grass mochte auch bei Plastiken und Grafiken (o. „Disteln“) das Archaische. galerie -hunold.de

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Redak tion Barbara G är tner

Herta Müller dichtet mit Klappschere und Papier luftig schwebende Collagen (oben „Sommerstaub“, 2012 / 2016). Als Buch erschienen beim Hanser Verlag, für die Wand gibt es sie bei Lumas. lumas.de

Peter Handke schuf seine Zeichnungen, oben „Eisnadeln am Flugzeugfenster über Europa“, wie Notizen, Ameisenhaufen werden zur Abstraktion. Nun publiziert von Schirmer / Mosel. galerie frie se.de

Fotos: Kunstmuseum Basel; Camille Graeser Stiftung; Courtesy Galerie Klaus Gerrit Friese /  © Sophie Semin Handke; Courtesy Lumas; Courtesy Galerie Hunold

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Panorama Kunst

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2 Geschenke mit Geschichte

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Sind Galerien die neuen Museumsshops? Vielleicht. Hier das Schönste aus beiden Welten: Editionen zum Spülen und Spielen.

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Redak tion Barbara G är tner

1 Dass sich kein Museum um das Werk von Christoph Schlingensief kümmert, ist ein Skandal. Einen Platz in der Küche hat er sicher – als Tea Towel (35 Euro) hau se r wir th.com 2 Fader Abend? Cameo-Kamee von Cindy Sherman, Edition von 50, 2019 (22 500 Dollar) liz works.n e t 3 Hottie für den Hals, Seidenschal „Clipping Scarf“ von Kunstmarktliebling Jonas Wood, 100er-­ Edition (1500 Dollar) g ag o sian sh op.c om 4 Kunsterziehung: Vermeers „Dienstmagd mit Milchkrug“ in Playmobil (4,95 Euro) über rijksmu seum sh op.nl 5 Die Ausstellung im Haus der Kunst war ein Erfolg, nun gibt es die handkolorierte Radierung ­„Sooner“ (Auflage von 45 + 6 AP + 3 PP) von Kiki Smith (1800 Euro) für zu Hause haus derkun s t .de 6 „Tear Drop“ von Michael Sailstorfer (Edition von 100 + 30 AP, 300 Euro) p errotin.com 7 Gegenwartsdiagnose für einen guten Zweck, Glenn Ligons „Black Rage“ (100er-Edition + 20 AP, 2000 Dollar) treatmentac tiongroup.org

Fotos: Courtesy Hauser & Wirth; © Lizworks, 2019; Image courtesy of the artist and Massif Central; Courtesy Rijksmuseum; Courtesy Haus der Kunst; Courtesy Perrotin store; Courtesy of the artist

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DIE WELT DES TAKASHI MURAKAMI Einmal im Jahr gestaltet ein zeitgenössischer Künstler DIE WELT. Am 11. Dezember 2019 erscheint die zehnte Künstlerausgabe.

Shangri-La Shangri-La Shangri-La, 2016, Acrylic and platinum leaf on canvas mounted on aluminum frame, 2000 × 2000 mm, ©︎ 2016 Takashi Murakami/Kaikai Kiki Co.,Ltd. All Rights Reserved.


Panorama Bücher

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Leseprobe

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Redak tion Oliver Jahn und Florian Siebeck

1 Architektur In Deutschland versiegelte der Brutalismus die Wunden des Krieges, im Osten war er Sinnbild sozialistischer Utopien. 878 verstörend betörende Bauwerke von Lina Bo Bardi bis Peter Zumthor versammelt dieser „Atlas brutalistischer Architektur“, der durchaus als Rote Liste bedrohter Baukunst verstanden werden kann. Phaidon, 5 6 0 S ., 1 2 5 Euro.

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2 Bildhauerei Lange wurden die Plastiken von Henri Matisse (oben re. „Madeleine I“, 1901) als „private Studien“ im Zuge der Malerei abgetan, nicht zuletzt durch späte Äußerungen des Künstlers. Mittlerweile findet das schmale, eindrückliche Œuvre (darunter zahlreiche Akte) zu eigenem Recht. Muss Matisse neu gedacht werden? Scheidegger & Spie s s, 2 3 2 S ., 4 8 Euro.

3 Malerei Rembrandt, Vermeer, Rubens: Das 17. Jahrhundert brachte in den Niederlanden unzählige Meister hervor. Der Kunsthistoriker Norbert Wolf nimmt seine Leser mit auf einen konzentrierten Spaziergang durch gewaltige Landschaften, Stillleben und Porträts, verneigt sich vor der „goldenen“ Epoche und huldigt ihren Genies.

4 Design Weil der 29 Jahre junge Luke Edward Hall es wagt, den allgegenwärtigen Minimalismus mit Camp-Flamboyanz alt aussehen zu lassen, wird er bei ­Instagram gefeiert wie ein Star. Nun gibt der Künstler und Designer sein erstes Buch heraus: die Anthologie „Greco Disco“ mit literarischen Einlassungen, Fotografien, Skizzen, Collagen.

Pre s tel, 2 7 2 S ., 9 9 Euro.

Te Neue s, 2 24 S ., 5 0 Euro.

Cover- und Innenabbildungen: Phaidon; © Succession Henri Matisse / 2019 ProLitteris, Zürich; Scheidegger & Spiess; Prestel; Artwork © 2019 Luke Edward Hall; © Greco Disco / TeNeues

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40 JAHRE VOGUE DEUTSCHLAND

X VERONIKA HEILBRUNNER

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5 Vertrautheit Cy Twombly, schreibt Florian Illies in diesem Buch, „war nie unser Zeitgenosse. Er war nur Gast in unserer Gegenwart.“ Ein schüchterner obendrein. Umso erstaunlicher ist es, wie oft er Fotografen private Einblicke in sein Leben gab. Wenn er es denn nicht selbst fotografierte, wie o. während der Arbeit im Gaetaer Studio. S chir-

6 Wahrhaftigkeit Zeigen, was ist: Wie keine Epoche zuvor sind die wechselhaften Jahre der Weimarer Republik in Fotografien festgehalten worden (o. Otto Dix 1929 von Hugo Erfurth). Von ihrer Wirkmacht haben die Zeugnisse des Weimarer Alltags bis heute nichts verloren. Vielmehr scheint es, als hätten sie an Zauber nur gewonnen.

7 8 Sinnlichkeit Schönheit Die einzige Macht, die dem Italien hat die Oper erfunden, Bildhauer Xavier Corberó Ein- die Renaissance und den Bahalt gebieten konnte, war die rock. Doch nach Galileo Galilei Physik. Sein Haus bei Barcelo- ist die Hegemonie dieses grona o. beschrieb er als „Zuhause, ßen Landes irgendwie zu Ende in dem der geistige Raum zählt, gegangen. Italienkenner Volker nicht der tatsächliche“. Das gilt Reinhardt erkundet über Kunst, für alle Häuser, die „Kinfolk“ Architektur, Oper, Kulinarik die und das Architekturbüro Norm „Italianità“ und mit ihr die Seele in diesem Buch für und über eines Volkes, das bis heute die Sinne gesammelt haben. nicht im Reinen mit sich ist.

mer / M osel, 26 4 S ., 5 8 Euro.

Hirmer, 26 4 S ., 3 9, 9 0 Euro.

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Cover- und Innenabbildungen: Schirmer / Mosel; Cy Twombly; Hirmer; Gestalten 2019; Salva López / Kinfolk und Norm Architects; C.H.Beck; Porträt: 1929 LVR-LandesMuseum Bonn

Panorama Bücher


Transitional Spaces

Inspiration aus London – die AD × sk+ Trendsafari


in Kooperation mit sk+

Innovationskultur und nachhaltiges Wachstum brauchen Menschen, die wie Unternehmer denken. Wir helfen Ihnen, den richtigen Raum dafür zu schaffen.

19.—21.2.2020

Transitional Spaces — die AD × sk+ Trendsafari nach London

Foto: Benjamin Davies/Unsplash; Porträts: René Fietzek; SK+ (3)

Die Art, wie wir arbeiten, verändert sich. Die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit verschwimmen, wir sind immer in Bewegung und passen uns ständig an variierende Um­fel­der an. Dazu brauchen wir auch eine neue Art von Räumen; Orte, die eine Kultur des permanenten Austauschs fördern und die Anpassung an die sich verändernden Rahmenbedingungen ermöglichen. Wir führen Sie an solche Transitional Spaces – und zu den Menschen dahinter. In unseren Trendsafaris zeigen wir Ihnen, wie Räume und Design zu einem wichtigen Bestandteil einer zukunftsfähigen Unternehmenskultur werden. AD und sk+ bringen Sie hinter die Kulissen spannender Orte, an denen die neue Kultur der Zusammenarbeit bereits gelebt wird. Gemein­sam mit Ihnen besuchen wir faszinierende

Zwei Tage intensives Programm und exklusives Networking-Dinner mit Oliver Jahn & Marc Sasserath Die Trendsafari kostet €6000 (inkl. MwSt.) und beinhaltet zwei Übernachtungen im Luxus-Hotel inkl. Frühstück, Lunch, Dinner und aller Transfers (exkl. An- und Abreise). Mehr Informationen und Reservierung unter trendsafari@admagazin.de

Oliver Jahn

Chefredakteur von AD Architectural Digest

Marc Sasserath Founder & Chairman sk+

Menschen und Arbeitsräume in den wichtigsten Innovationshubs weltweit. Der Auftakt: London London ist Innovationsmaschine und -magnet zugleich, ein vibrierendes Ökosystem für neue Ideen. Hier entstehen Hypes, werden erst Trends, dann globaler Mainstream. Begleiten Sie uns in eine Stadt von Kreativen, Unternehmern, Investoren und Wissenschaftlern, die fortwährend neue Ideen generiert.

Simon Loebel

Founder & Managing Partner sk+

Anna Lüders Senior Brand Consultant sk+

ARCHITECTURAL DIGEST. Stil, Design, Kunst & Architektur


Panorama Mobil Vertrauter Pionier: Technologisch basiert der neue MINI Cooper SE teilweise auf dem BMW i3 – ohne dessen expressives Äußeres und Materialkonzept. Ein Statement ist der urbane Dreitürer trotzdem; wer mag, darf dieses mit Farbakzenten in „Energetic ­Yellow“ noch ein wenig mehr betonen.

Kleiner Stromer Bald gibt es den Mini endlich komplett elektrisch. Chefdesigner Oliver Heilmer über frischen Wind und neue Energie für die kleinste Ikone der BMW Group.

Inter view Andreas Kühnlein Produk tion Isa Lim Fotos Markus Burke


Die fast komplett geschlossenen Räder li. verbessern die Aerodynamik – und sind das auffallendste Detail der Seitenansicht. Der Kühlergrill u. ist bis auf einen schmalen Schlitz geschlossen. Viel wichtiger für Oliver Heilmer (o.): Der Neue fährt sich absolut Mini!

Location: Mit freundlicher Genehmigung von Hirmer Immobilien GmbH & Co.KG; Foto Assistent: Lorraine Hellwig

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immer noch einen Mini. Deshalb sind die Farbakzente in „Energetic Yellow“, die den Elektroantrieb zusätzlich betonen, optional … Warum eigentlich Gelb? Haben wir nicht gelernt, dass Elek­ as ist – in Sachen Design – eigentlich neu am neuen Mini? tromobilität immer blau zu leuchten hat? Wir haben vor allem funktionale Elemente verändert: Am Grill ist Bei BMW i ist das der Fall, aber der Mini ist für uns ein wärmeres nur noch ein schmaler Schlitz geöffnet, wie bei einem modernen Kon­zept, deshalb war unsere erste Assoziation dazu Sonnenlicht. Fön – mehr braucht die E-Maschine hier nicht. Die Außenspiegel Als kleine Akzente gibt es das schon in der Plug-in-Hybrid-Varianhaben zwei neue Kanten; nicht sehr auffällig, aber für die Aerody- te des Countryman, daraus wurde nun ein prägendes Stilelement. namik extrem wichtig. Auch wenn es Grundprinzipien gibt – wie Nachhaltigkeit als Fashion Statement? sich das am Ende wirklich auswirkt, sieht man erst im Windkanal. Sicher auch das. Aber egal wohin sich die Technologie entwiZumindest optisch ziemlich ungewohnt sind auch die Räder … ckelt, ein kleines Auto mit Elektroantrieb ist ja gerade in der Stadt Bei einem Elektroauto kommt es ganz besonders auf die Aerody- absolut sinnvoll. Und ehrlich gesagt, es macht auch einfach Spaß. namik an. Wir haben uns verschiedene DeDer vollelektrische Mini fühlt sich einfach tails angeschaut, die da verbessert werden knackig an. Bei Mini geht es nicht nur um können. Das Trägerrad etwa ist mit Alueinbloße Fahrwerte, sondern vor allem um das legern fast komplett geschlossen, um VerGefühl, das sich beim Fahren einstellt. wirbelungen zu minimieren. Das verbindet Kommt Mini mit dem Elektroantrieb sich mit einem komplett neuen Styling, das also erst so richtig zu sich selbst? für den MINI Cooper SE charakteristisch Könnte man sagen, ja. Hätte Issigonis 1959 sein soll. Von der Seite betrachtet, sind ja über diese Technologie verfügen können, die Räder eigentlich das auffälligste Detail. ich glaube, er hätte genau dasselbe damit Inwieweit ist es für Sie als Designer reizgemacht wie wir jetzt. Insofern setzt sich voll, solche Details herauszuarbeiten? das Erbe hier wirklich logisch fort. Die Basis des MINI Cooper SE ist der ikoWas war für Sie die größte Herausfornische Dreitürer, ein gutes und funktioniederung im Design? rendes Konzept. Darauf wollten wir aufDurch die Batterien im Boden steht der bauen. Auch wenn die Antriebstechnologie Wa­gen etwa 18 Millimeter höher, und das neu ist, am Ende wollen unsere Kunden zu kaschieren ist schwieriger, als es sich

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Panorama Mobil

O liver Heilmer

„Eine Ikone ist eine Ikone – aber auch sie entwickelt sich weiter. Mini ist vor allem ein Gefühl!“ Ein kleines bisschen höher, sonst ganz und gar Mini: Die Elektroversion oben macht auch Traditionalisten den Übergang ins Stromzeitalter leicht. Nur eines braucht der Kleine nicht mehr: ein Endrohr (li.). Drinnen kommt ein neues Infotainment-System dazu (u.) – und ein Rekuperationsschalter: Damit gewinnt das Auto Energie zurück, sobald man vom Gas geht, und bremst fast von selbst.

anhört. Das Wichtigste, gerade bei einem so kleinen Fahrzeug, ist die Proportion. Es darf ja nicht aussehen wie auf Stelzen. Die Lösung waren minimal angepasste Radausläufe. Wie sieht es drinnen aus? Wer Mini kennt, wird sich sofort zurechtfinden. Neu ist das digitale Kombi-Instrument, das Reichweite und Batterieladung anzeigt. Und der Rekuperationstaster – im Prinzip muss man im MINI Coo­per SE kaum mehr bremsen, in 90 Prozent der Fälle reicht es, vom Gas zu gehen. Das Simple, auch das ist Mini. Ein Pedal, fertig. Warum die Vollelektrifizierung eigentlich gerade mit dem Kleinsten in der Familie starten? Mini ist eine urbane Marke, da fängt Mini an, da fangen auch wir an. Was im kleinsten Modell funktioniert, lässt sich auf die größeren umso leichter übertragen. Außerdem ist der Kleinste die Ikone: knackig, wendig, sympathisch. Mini eben!

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THE PREMIER EVENT FOR LUXURY BUSINESS AND CREATIVE LEADERS 2020 marks 30 years of extraordinary social and economic change in Central and Eastern Europe. Together with speakers from around the world, and my Condé Nast colleagues, I plan to explore how economic development in the CEE region is creating opportunities for the global luxury and fashion industry. We will also explore the crucial global topics of inclusivity, sustainability, and the emergence of new sources of creativity. Vienna is the perfect setting for our discussions, with its history as a meeting point, and – of course – its famed coffeehouse culture! I hope you will join me to discover ‘Gateways to Luxury’.

Suzy Menkes, Editor, Vogue International

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Leben

Foto: Krista Keltanen / Features  & More

in Zell am Ziller, Wellington, Tarasp, Bardolino, Kaschan und Cortina d’Ampezzo

Schöner Schock! Eigentlich wollte Shelley Durnin aus Wellington nur schauen, was unter der Tapete im Treppenhaus schlummerte. Tadaa: die Originalfarbe von 1839 – oder was davon übrig blieb. Queen Victoria, damals gerade frisch im Amt, blickt skeptisch. Liegt's am Geweih?

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Rausch

Retreat im Berg: Die MĂźnchner Raumgestalter von Holzrausch haben ihr erstes Haus gebaut. Ein Besuch im Holzturm der Familie Petri.


der

Stille Tex t Andreas Kühnlein

Por trät Thomas Skroch

Fotos Oliver Jais t

Zell am Ziller

Eine dunkle Sonne von Walter Maurer geht über dem Konstantin Grcic-­ Sofa in der Gästewohnung auf (li. S.). Küchenblock und Kamin sind direkt aus dem Betonkern des Holzhauses gegossen. Drei der sechs Etagen des Holzturms erheben sich aus dem Hang des Gerlosbergs, der Rest verschwindet in seinem Inneren.

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Vorfabrizierte, sägerau belassene Brettstapelwände setzen die Ästhetik der Fassade auf den oberen Etagen ins Innere fort (rechts). Der Essplatz u. ging erst über die gan­ze Breite des Hauses, doch dem Loungebereich zuliebe – und zum Leidwesen seines Schreiners – ließ Tobias Petri (oben, mit Ehefrau Simone und den Kindern Max und Marie) den maßgefertigten Esstisch zersägen und als Quadrat neu zusammensetzen.

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Tobias Pe tri

„Gemütlichkeit fernab der üblichen Alpen-Urigkeit – genau das haben wir hier ausprobiert. Und es funktioniert!“

20 000 Meilen unter dem Meer auf 1261 Meter Höhe: Den Spabereich versteckten Petri und die Architekten von Grün­ecker Reichelt nicht im Keller, sondern verteilten ihn im ganzen Haus. Die Sauna verbirgt sich auf Ebene drei, die tiefblaue Dampfdusche ganz oben unterm Dach.


Tobias Pe tri

„Das Haus bietet viel Platz – und wirkt von außen doch nicht riesig. Aus der Ferne könnte es tatsächlich eine Scheune sein.“


Hinter dem Küchenblock u. windet sich die hölzerne, voll verkleidete Treppe um den Betonkern des Hauses nach oben – bis ins Dachgeschoss ganz u., in dem Arbeitsplatz, Bibliothek und Schlafbereich der Petris ineinander übergehen. Die verspiegelte Box enthält auf einer Seite Stauraum, auf der anderen das Badezimmer mit Dampfdusche.

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Im fünften Stock brachten die Architekten die beiden Kinderzimmer unter, getrennt durch die von beiden Seiten aus nutzbare Schrankwand unten – sämtliche Einbauten sind Maßanfertigungen aus den Holzrausch-Werkstätten. Von der unterirdischen Garage gelangt man über den Treppenaufgang g. u. li. in die Wohnetagen des Turmbaus daneben.

Rechte Seite: Acht Meter lange Dielen, hier in der Gästeetage, laufen unter­­brechungslos über die ganze Gebäudebreite. In die Ein­bau­möbel rechts integ­rierten die Archi­ tekten eine Ein-Per­sonenSau­na und Schlafplätze für vier Personen. Die Samtsessel gehören zu den wenigen Vin­­tageObjekten im Haus.

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Panorama statt Selbst足 reflexion: Statt in den Spie足 gel geht der morgendliche Blick vom Bad der Hausher足 ren hinaus aufs Gerlostal. Die Waschbassins sind aus den Findlingen geschnitten, die die Architekten aus der Baugrube holten, die Arma足 turen kommen von Boffi.


S

tille. Das ist der allererste Eindruck, der sich einstellt, wenn man das Tal hinter sich gelassen hat, auf den Berg und dann in ihn hineingefahren ist. Leise schließt sich das Tor, dann ist jedes Geräusch dahin. Daran wird sich nichts ändern, auch wenn man ein paar Minuten und sechs Stockwerke später unterm Dach angelangt ist und sich vor breiten, fast deckenhohen Fenstern das Panorama als romantisches Gemälde in Cinemascope ausbreitet. Seinen Ausgang aber nimmt der Weg in Tobias Petris wundersam stillen Turm ganz unten, tief in der sanftgrünen Flanke des Gerlosbergs. Vor fünf Jahren kaufte der Mitgründer des Münchner Schreinerund Interiorstudios Holzrausch den kleinen Fleck am Hang. „Eigentlich“, sagt er, „wollten wir hier immer eine alte, urige Hütte haben.“ Weil die nicht zu bekommen war, wurde es am Ende doch ein Neubau. Zum Glück, denn auf den sechs Etagen des Turmhauses konnte sich der Holzrausch-Chef gemeinsam mit den Architekten von Grünecker Reichelt austoben wie kaum je; von den sägerauen Brettstapelwänden aus Weißtanne bis zu den handgeschmiedeten Schrankgriffen. Acht mal acht Meter misst die sichtbare Grundfläche, nur die Garage auf der untersten, in den Hang gegrabenen Ebene nimmt fast das Doppelte ein. Seine Großzügigkeit entfaltet das Haus nicht in der Horizontalen, sondern in der Vertikalen, erschlossen durch Treppen, die sich wendelartig um den schlanken Betonkern in die Höhe schrauben. Ihn errichteten die Architekten zuerst, bevor drum herum der eigentliche Holzbau wuchs. In seinem Inneren verbergen sich der Schornstein und ein Lastenaufzug; zugleich wird die tragende Säule selbst zum Möbel: Einen der Küchenblöcke etwa und eine kleine Bar ließen die Architekten buchstäblich in einem Guss aus dem simplen, aber mit großer Präzision verarbeiteten Ortbeton wachsen, inklusive ausgefallener Details wie den passgenauen Nischen, in denen sich handgeschmiedetes Kaminbesteck verbirgt. Von der Garage im Berg führt der Weg über einen zweigliedrigen Treppenaufgang nach oben, vorbei am Herrenzimmer mit Billardsalon und Weinkeller, in die Gästewohnung, die rückwärts noch im Hang verschwindet, nach vorn aber bereits den Ausblick auf bewaldete Hänge und grüne Wipfel freigibt. Den Beton ließ Petri hier in mattem Schwarz streichen. „Vorher erschien er mir doch zu roh“, erklärt er. Vier Personen finden auf der Etage, die sich durch eine bündig in die Wand eingelassene Tür vom Rest des Hauses abtrennen lässt, bequem Platz; Schlafplätze, Kamin und eine kleine, in die Holzeinbauten integrierte Sauna inklusive. Das eigentliche Erdgeschoss liegt einen Stock darüber. Hier brachten die Architekten eine offene Küche und einen in zwei Zonen getrennten Ess- und Loungeplatz samt zweitem Kamin unter. „Der ideale Ort, um einen Wintertag nach dem Skifahren gemütlich ausklingen zu lassen“, sagt Petri. Nach Norden öffnet sich der Raum auf eine kleine Terrasse, nach Südwesten in eine windgeschützte Loggia; eine von insgesamt drei auf den oberen Etagen, die den ansonsten streng kubischen Bau gliedern und um Freisitze in alle Himmelsrichtungen ergänzen. Zum Schutz vor dem Wetter

kann man sie mit hölzernen Schiebeläden verschließen, was die Kubatur von außen wieder komplettiert – und an die typischen Scheunen im Zillertal erinnert, die überhaupt das unverkennbare Vorbild für den Holzbau lieferten. Zusammen mit dem Architekturfotografen Florian Holzherr hatte Petri eine ganze Reihe der historischen Holzbauten in der Region besucht und dokumentiert; die großformatigen Bilder hängen heute an den Wänden der Kellertreppe. Von diesen Scheunen übernahmen Petri, sein Holzrausch-Compagnon Sven Petzold und die Architekten auch die Fassadenstruktur aus überlappenden Holzlagen, die die jeweils darunterliegende Schicht vor dem Regen schützen. Das Turmhaus am Gerlosberg ist der erste Komplettbau von Holzrausch, und in Philipp Reichelt fanden die Interiorspezialisten einen idealen Sparringspartner. „Weil wir die gleiche Sprache sprechen“, sagt Petri, „und mit einem ähnlichen Verständnis für Materialität und Details an das Projekt herangingen.“ Und mit derselben Lust am Experimentieren, was sich hier in unendlich vielen großen und kleinen Dingen manifestiert; von Türstoppern, die ein Magnet aus dem Boden schnappen lässt, bis hin zum Sichtschutz aus Papier, der das Deckenfenster im Gästebad abschirmt. Möbliert ist das Haus – neben Holzrausch-typischen Einbauten und „Architekturmöbeln“ aus passgenau verarbeiteter Lärche – weitgehend mit eigenen Maßanfertigungen und zeitgenössischem Design, vom Grcic-Sofa bis zu japanischer Keramik. „Wir wollten zeigen, dass es weder die klassische Berghüttenurigkeit braucht noch die üblichen Vintage-Klassiker, um einen Raum mit Atmosphäre zu gestalten“, erklärt der Hausherr. Ein Detail, auf das er besonders stolz ist, sind die Steinfußböden im Erdgeschoss, für die er Felsbrocken aus der Baugrube zu Platten schneiden ließ. „Lokaler kann man kaum bauen, oder?“, schmunzelt er und streicht über die massiven Arbeitsplatten und die Spüle in der Küche, die ebenfalls aus dem grauen Innsbrucker Quarzphyllit gefertigt sind; glatt poliert und mit einer Maserung, die an dunklen Marmor erinnert. Darüber schließen sich Kinderzimmer nebst eigenem Bad an, bevor man schließlich, direkt unterm Dach, im offenen Schlafzimmer anlangt. Als einziger Raumtrenner dient hier eine verspiegelte, nicht ganz deckenhohe Box, die auf einer Seite Stauraum bietet und auf der anderen Bad und Dampfdusche enthält. Zugleich werfen die großen Spiegelflächen Licht in den Raum und umgekehrt den Blick aus verschiedensten Winkeln hinaus ins Freie. Ob sein Turmhaus sein bislang ambitioniertestes Projekt ist, lässt Petri offen; es würde auch nicht ganz passen zu Holzrausch, die sich jedem Auftrag mit derselben unbedingten Hingabe widmen. Ganz sicher aber ist es sein bislang persönlichstes. Ein Haus zum Wohnen, eins, in dem die Zeit ein wenig langsamer läuft und wo er und seine Familie, zwischen Billardtisch und knisternden Kaminen, unvergleichliche Ruhe finden.

Tobias Pe tri

„Auch wenn sich hier eine Menge Funktionen verstecken – nichts davon ist Selbstzweck, alles ist dazu da, das Leben zu erleichtern.“ 167


Wellington

Viel mehr als nur Bed and Breakfast: Wie eine Designexpertin und ein Filmemacher einem heruntergekommenen Gasthaus neues Leben schenkten. Und dabei die alte Pracht bewahrten.

Inter view Ulrich Clewing

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Produk tion Wilma Cus ter s

Fotos Kris ta Keltanen

Fotos: Krista Keltanen / Features & More; Produktion: Wilma Custers / Features & More

From Canada with Love


Was lange währt … Shelley Durnin und Ian Letts (linke Seite, mit den Hunden Arthur und Mei-zee vor ihrem Haus) haben die ehemalige Frühstückspension lange renoviert. Nun stehen im heiter eleganten Esszimmer Cherner-Chairs von 1958. Der Leinenüberwurf stammt aus dem Concept-Store Kokito in Bloomfield, in dem Shelley Durnin kanadisches Kunsthandwerk offeriert. Die Holzbank ist aus den 1840er-Jahren und damit fast so alt wie das Haus, den Blumenlüster schuf Alison Westlake von Coriander Girl, Toronto.


Ia n L e t t s

„Shelley hat viel Fantasie, sie sah sofort, dass sich da ein Juwel verbarg.“

Moroccan living: Der Teppich, ein Beni Ourain, kommt von dort, ebenso die Kissen, die mit Stoffen von Hochzeitsdecken und Boucherouite-Teppichen bezogen sind. Auch die Leuchte stammt aus Nordafrika, sie ist maßgefertigt von Zween Project ­Management aus Marrakesch. Die Decken aus Kunstfell sind von Restoration Hardware aus Corte Madera, Kalifornien.


Das Haus ist für kanadische Verhältnisse alt: Es wurde zwischen 1837 und 1839 errichtet. Im Masterbedroom u. li.: Neben Eero Saarinens „Womb“-Chair (Knoll) steht Anna Castelli Ferrieris Sidetable „Componibile“, über Kartell. Darüber leuchtet „Tolomeo“ von Artemide. Das Bücherregal im Living u. re. ist eine Auftragsarbeit nach einem Foto, das Ian Letts (o.) in einem schwedischen Designmagazin entdeckte.

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Das Bad baute Sam Elbadawi vom Büro Structural Anomaly im Prince Edward County, Stone Tile aus Toronto lieferte die nachtblauen Kacheln. Armaturen von Waterworks, den Teppich kauften die Hausherren bei Royal Antique Rugs, auch in Toronto. Re. S.: Im Treppenhaus im ersten Stock steht ein Klappstuhl von Hans J. Wegner, auf dem Ian Letts schon als kleiner Junge saß.

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Shel ley D u r n i n

„Die ersten Jahre waren nicht nur lustig, da befanden wir uns im demolition mode.“


Im Masterbedroom li. liegt eine Decke von MacAusland’s Woollen Mills, über kokito.ca, der Überwurf aus Samt darunter ist von David Zrihen von Lake House Linens. Die mundgeblasene Leuchte schufen Cali Balles und Don McLennan. Re.: Die originalen Ziegel kamen einst aus Amerika – das kanadische Standardmaß ist zwei Zentimeter breiter, was das Sanieren von Fehlstellen erheblich erschwerte.

D unst liegt über dem Lake Ontario. Vielleicht, sagt Ian Letts, kommt später noch die Sonne durch. Er war gerade mit den Hunden draußen, jetzt ist er kurz in der Küche, heißes Wasser aufsetzen. Seine Frau Shelley Durnin hat es sich schon auf dem Sofa bequem gemacht. Beide haben eine Woche frei, und gäbe es ein Foto, das diesen Moment festhält, würde man darauf auf jeden Fall eine Menge Kissen sehen. Wenn Cozyness ein Zustand ist, dann ist das hier seine Kathedrale. Da kommt Ian mit dem Tee. Tolles Winterwetter! Haben Sie immer so viel Schnee? Shelley Durnin: Ja, das ist recht typisch für die Gegend, obwohl wir auch schon Winter mit viel weniger Schnee hatten. Das Prince Edward County ist ja eigentlich eine Halbinsel, deswegen herrscht hier ein milderes Klima, fast ein wenig mediterran. Ian Letts: Die „New York Times“ schrieb einmal, die Region sei so etwas wie die Hamptons von Toronto, das hat uns natürlich geschmeichelt. Und hier beginnt auch das „Wine Country“. Den Wein, der dort angebaut wird, kann man sogar trinken.

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Wie haben Sie denn dieses Haus entdeckt? SD: Als wir von Toronto hierhergezogen sind, wohnten wir erst in einem kleinen Cottage ganz in der Nähe, und ich bin oft hier an diesem Anwesen vorbeigefahren. Irgendwann sagte ich zu Ian, ich glaube, wir kaufen jetzt ein Haus. IL: Es war vorher ein Bed and Breakfast, das man mit etwas weniger gutem Willen auch als Lager für alles mögliche Gerümpel bezeichnen konnte. Aber Shelley hat viel Fantasie und einen guten Blick. Sie wusste gleich, dass sich dahinter ein Juwel verbarg. Sie haben hier alles selbst umgebaut? IL: Wir hatten selbstverständlich eine Architektin für alles Technische, die Leitungen, die dringend erneuert werden mussten. Aber im Großen und Ganzen stammen Konzept und Interiordesign von uns. Und das heißt eigentlich: von Shelley. SD: Ich würde sagen, es stammt von uns beiden. Ian ist Filmemacher und trifft daher ständig ästhetische Entscheidungen. Und ich habe einen Shop in Bloomfield, Kokito, in dem meine Geschäftspartnerin und ich Dinge verkaufen, die wir selbst gerne hätten. In Toronto existiert eine sehr lebendige Arts and Crafts-Szene, da findet man tolles Kunsthandwerk. Manchmal denke ich, dass wir selbst unsere besten Kunden sind. Aber Tatsache ist auch, dass wir


Für das Bad li. legten Shelley Durnin und Ian Letts im ersten Stock zwei kleine Zimmer zusammen. Im Ganzen hat das Haus neun Zimmer auf 450 Quadratmetern. Die frei stehende Badewanne hatte sich die Hausherrin gewünscht. Re.: Kunst am Arbeitsplatz – und die englische Tapete stammt aus einer Sanierung von Anfang der 1970er-Jahre. Den beiden gefiel sie so gut, dass sie sie erhalten wollten.

für Umbau und Einrichtung eigentlich keinen Masterplan hatten. Wirklich? Das müssen Sie bitte noch etwas genauer erklären. IL: Wir waren die erste Zeit hauptsächlich damit beschäftigt, die Einbauten der Vorbesitzer rückgängig zu machen. Es waren auch noch viele originale Details erhalten, die Türrahmen und der Stuck zum Beispiel. Danach haben wir das Haus einfach eingelebt. Manche Dinge haben wirklich Jahre gedauert. Im Esszimmer zum Beispiel haben wir noch immer keine Leuchte, weil wir uns nicht entscheiden können, welche wir nehmen. Für mich sieht das aus wie ein fantastischer Mix aus allem … SD: Das liegt wahrscheinlich daran, dass das Haus unser Leben widerspiegelt. Die Gegenstände erinnern uns an Dinge, die wir zusammen unternommen und erlebt haben. IL: Wir verreisen gern und häufig, die Teppiche und die Leuchte im Wohnzimmer haben wir aus Marokko mitgebracht. Die Stoffe dort sind aus Indien und die Masken aus dem Kongo, wir haben sie auf einem Markt in Kapstadt gekauft, als wir in Südafrika waren. SD: Wir mögen es, in Länder zu fahren, in denen man ganz andere Dinge erlebt als bei uns, das ist immer sehr anregend. Gab es während des Umbaus auch Situationen, in denen Sie sich nicht so einig waren, wie es jetzt wirkt?

SD: Die gab es natürlich schon hin und wieder, doch. Bei einem Haus mit viel Geschichte stellt man sich immer wieder die Frage, wie viel Neues es verträgt. Ich mag es gern so komfortabel und bequem wie möglich, Ian wollte mehr viktorianische Möbel, eben wegen der Geschichte des Hauses, um seine historische Ausstrahlung nicht zu zerstören. Darüber kann man dann schon mal etwas länger diskutieren. IL: Ein entscheidender Moment war, als du beschlossen hattest, die Wand im Erdgeschoss einzureißen. SD: Ja, komisch, nicht? Danach hatten wir beide das Gefühl, das Haus würde aufatmen. Auf einmal öffnete sich alles. Wer von Ihnen hatte die Idee, den Eingang und das Treppenhaus so unregelmäßig grün zu streichen? SD: Das war auch ich, und das ist kein neuer Anstrich, sondern die alte grüne Farbe von 1839, oder vielmehr was noch von ihr übrig ist. Ian war damals gerade in Los Angeles auf einem Dreh – und ich wollte nur ein kleines bisschen an der Tapete zupfen, um zu sehen, was darunter war. Als er ein paar Tage später zurückkam, war ich damit schon recht weit gekommen. Das war ein schöner Schock für ihn, das totale Chaos! Manche Leute fragen mich immer noch, wann das endlich fertig wird (lacht).

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Der Schalk im Schloss: Not Vital ist nicht oft zu Hause, er unterhält Ateliers in Peking und Rio de Janeiro, seine Ausstellungen führen ihn um die Welt. Im Unterengadin verteilt sich der Sitz seiner Stiftung gleich auf drei Anwesen, darunter Schloss Tarasp, das er 2016 mit der Auflage kaufte, es öffentlich zugänglich zu machen. Das Rot-Weiß ist original und er­ innert an die österreichische Herrschaft in diesem Dorf.

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Nomade mit festen Wurzeln Seine Kunst führt Not Vital durch die ganze Welt. Zu Hause aber ist er in einem Tal im Unterengadin. Dort hat er das Schloss Tarasp zum Teil seines famosen Werks gemacht. Tex t Susanna Koeberle Fotos Federico Ciamei

Not Vital ist im benachbarten Sent aufgewachsen, dort in seinem Geburtshaus wohnt er, wenn er in der Gegend ist. Im Schloss präsentiert er Kunst. Seine eigene und die von ihm geschätzter Kollegen. Die vergoldete „Golden Duck“ schuf er 2009 nach den Olympischen Spielen in Peking – er fand, die Sieger sollten statt der Medaille eine Ente gewinnen – oder, besser, einen Entenbraten, die Pekingente gilt in China als Delikatesse.

Tarasp


Not Vit a l

„Ich habe im Schloss ganz oben einen Ort gefunden, an dem ich mich wohlfühle.“

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Zwischen Schloss und Winterwehrgang hat Not Vital eine Version seines „New York Calming Room“ von 2007 installiert. Das Licht dringt durch 108 Löcher, die er in Astknoten bohren ließ. 2020 zeigt er seine Arbeiten bei Hauser & Wirth in Somerset (Januar), in Venedig (Mai), São Pau­lo (September), und im November hat er eine Schau im Museum der Moderne in Salzburg.

Streifzüge (re. S.): Das Boot­skelett „Lo único permanente“ links ist eine Arbeit (von 1998) des kubanischen Künstlers Kcho und behandelt das Thema Migration. Re. daneben eine Hommage an den Vorbesitzer des Schlosses, den Odol-Erfinder Karl August Lingner. U. li. stapft Vital zum Schloss hinauf. U ­ nten re.: An der Kassettendecke des Frauenschlafzi­mmers stehen Tugenden – jene, die man sich früher von Frauen wünschte.


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Aus Sicherheitsgründen darf nur noch der Schöp­ fer aufs „House to Watch the Sun­set“ (2018) hinauf­ klettern. Der Turm hat weltweit zwei Geschwis­ ter, zwei weitere sind in Planung – alle in verschie­ denen Materia­lien ge­ fertigt. Not Vital bezeich­ net sie als „­Scarch“ eine Kombination von „Sculp­ ture“ und „Architecture“.

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Vital hat wenig an der Ein­ richtung verändert. Die Ge­ genwartskunst gesellt sich kongenial zum historischen Mobiliar, das der Vorbesit­ zer Karl August Lingner et­ wa aus Bündner Patrizier­ häusern zusammenkaufte. In der Kammer (re. Seite) fügte Not Vital nur noch sei­ ne Arbeiten „Pavilion for Notona ­Island“ (re., 2009) und „Ice“ (li., 2009) hinzu.


Not Vit a l

„Das Engadiner Haus ist unter der alpinen Architektur das intelligenteste.“


Ein Schloss für alle – die Führungen durch die Ausstellung werden rege gebucht, und der Festsaal lässt sich sogar für private Feiern mieten. Zu sehen ist dann auch Rirkrit Tiravanijas „Untitled“ (u.) von 2015. Auf den Ziegeln steht ausgerechnet „Arbeitet niemals“.


D iesen Sommer hat Not Vital geheiratet – und zwar sein Pferd. Es war dem Künstler durchaus ernst damit, er trug eine weiße, tur­ banartige Kopfbedeckung, dazu eine cremefarbene chinesische Seidenrobe, passend zum geliebten Schimmel. Die Feier war im Schloss Tarasp im Unterengadin, das ihm seit 2016 gehört. Der imposante Bau thront auf einem Hügel und ist weithin sichtbar. Auch vom höher gelegenen Sent, dem Dorf, in dem Not Vital 1948 geboren wurde. Tarasp ist bis heute das einzige katholische Dorf im Tal, eine der letzten österreichischen Enklaven in der Region. Im protestantischen Sent aufgewachsen, steht das Schloss für Vi­ tal seit seiner Kindheit für das „andere“, das Fremde. Wie viele sei­ ner Engadiner Vorfahren, die man auf Rätoromanisch, Vitals Mut­ tersprache, „Randulins“ (Schwalben) nannte, zog es ihn früh in die Ferne: nach Paris, New York, Lucca, Kairo, Niger, Peking, Rio de Janeiro oder Patagonien. Vital, nomadisch gesinnt, ist stets unter­ wegs, getrieben von kindlicher Neugier und sich treiben lassend von abenteuerlichen Zufällen. So macht er die unterschiedlichsten Orte zu seinem Habitat – und zu seinem künstlerischen Kosmos. Doch wie die Schwalben kehrt auch er immer wieder in die Heimat zurück, im Unterengadin hat er mehrere Häuser. Meist wohnt er in seinem Geburtshaus in Sent, wo er 1998 den Skulptu­ renpark „Parkin Not dal Mot“ errichtete. Dort findet man einige der sonderlichsten Arbeiten, etwa eine Brücke aus Eselsköpfen oder ein Haus, das sich per Knopfdruck im Boden versenken lässt – in seiner Welt ist nichts unmöglich. In Ardez unweit von Sent kaufte er das prächtigste Gebäude im Dorf; dort ist seit 2006 (neben dem Park in Sent) der Sitz der „Fun­ daziun Not Vital“, die auch eine Sammlung alter rätoromanischer Schrif­ten beherbergt. Jeden Sommer zeigt Vital hier Arbeiten von befreundeten oder von ihm verehrten Künstlern. Reist zur Vernis­ sage eine bunte Schar von Kunstinteressierten an, ist keiner er­ staunt, wenn Vital spontan zum Wettrennen mit einem jungen Mann aus dem Dorf aufruft – Not Vital ist ein Mann mit Humor und einer kindlichen Seite, man würde ihm kaum 71 Jahre geben, wenn man ihn wie einen Lausbuben durchs Dorf rennen sieht. Seit 2018 finden die Sommerausstellungen auch im Schloss Tarasp statt, dem dritten Sitz seiner Stiftung. Das Schloss wurde um das Jahr 1040 von den Herren von Tarasp erbaut. Nach einigen Besitzerwechseln erwarb es der Dresdner Industrielle Karl August Lingner. Der Erfinder des Odol-Mundwassers renovierte den Bau und stattete ihn mit historischem Mobiliar aus. Außerdem ließ der Musikliebhaber in der Waffenkammer eine Dresdner Jehmlich-Or­ gel einbauen, heute die größte in europäischem Privatsitz. Nach seinem Tod ging das Schloss an den deutschen Adel, das Haus Hessen, dem es Not Vital dann schließlich abkaufte. Auch der Künstler ist angetan vom historischen Requisit in sei­ ner Residenz. Wenn er durchs Schloss führt und dabei allerlei Anek­doten erzählt, kann es vorkommen, dass er sich an die Orgel setzt und Kirchenmusik spielt. Mit Hut (man sieht ihn nie ohne) und gestreiftem Pullover wirkt Vital eher wie eine Figur aus ei­ nem Kinderbuch. Zusammen mit seinem Bruder, dem Architekten Duri Vital, begann er mit einer sanften Auffrischung des Schlos­ ses. Da die historische Bausubstanz unter Denkmalschutz steht, waren nur minimale Eingriffe erlaubt. So wurde der Innenhof neu

gepflastert, die Küche renoviert, viel Mobiliar entfernt. Mit seinem Bruder Duri arbeitet Vital oft zusammen, die beiden Engadiner Charakterköpfe sehen fast wie Zwillinge aus. In Sent sind sie Nachbarn und sich auch sonst sehr nahe. Nomade hin oder her – Not Vital pflegt seine Wurzeln. Und während die Kunst von Not (übrigens ein durchaus gebräuchlicher Vorname der Gegend) auch von Humor und Fabulierkunst lebt, ist es die Sensibilität, die die Arbeiten von Duri Vital und dem Büro Men Duri Arquint Archi­ tekten auszeichnet. Nur mit Respekt vor der lokalen Bauweise und dem regionalen Handwerk kann man die bauliche Intelligenz die­ ser Häuser wieder zutage bringen – und zugleich eine Brücke in die Neuzeit schaffen. Auch deshalb sind im Schloss Veränderun­ gen reversibel. Eine große Wirkung haben die Kunstwerke, die Not Vital in und rund um das Schloss installierte, darunter eigene Ar­ beiten, aber auch Werke geistesverwandter Künstler. Vital konnte das Schloss nur unter der Auflage kaufen, dass es weiterhin öffentlich zugänglich bleibt, dafür beteiligt sich die Ge­ meinde an den Betriebskosten. Führungen durchs Haus werden rege besucht, offenbar sprechen Vitals spielerischer Umgang mit Kunst und seine universellen Themen unterschiedlichste Men­ schen an. Auf manche Werke konnte man zur Eröffnung sogar hinaufklettern, wie beim „House to Watch the Sunset“, einem Schlüsselwerk. Eine Version steht seit letztem Jahr auch in Tarasp. Hier wurde der 13 Meter hohe, dreistöckige und über drei Treppen erschlossene Bau aus Beton gegossen. In Niger gibt es das „House to Watch the Sunset“ aus Lehm, in Brasilien aus Holz. Zwei weite­ re sind in Planung, in der Mongolei (Eisen) und in Tonga (Alumi­ nium). Vital nennt sie „Scarch“, eine Kombination aus „Sculpture“ und „Architecture“, sie verdeutlichen seine Faszination für Häuser als Orte, die den reinen Zweck des Wohnens transzendieren. Weshalb er überall auf der Welt Häuser baut, kann Not Vital nicht genau sagen. Er braucht nicht für alles eine Erklärung, das wird klar, wenn man sich mit ihm unterhält. Seiner nasal-singen­ den Stimme könnte man endlos zuhören, der Künstler ist ein be­ gnadeter Geschichtenerzähler. Das faszinierte ihn auch an den Nomaden, als er in Afrika lebte. „In Niger sitzt man täglich ums Feuer, nicht vor dem Fernseher. Die Männer beginnen die Ge­ schichte jedes Mal gleich, doch plötzlich nimmt sie eine ganz neue Wendung“, sagt Vital. Auch über die daoistische Idee von „Wu Wei“ erzählt er gern. Sie bedeutet „Handeln durch Nichthandeln“ oder „Nichtstun“. Von „Wu Wei“ gebe es auch eine rätoromanische Vari­ ante, erzählt Vital: die Wendung „Perche da nöa“ („Weil eben nein“). „So haben wir früher dem Lehrer geantwortet, wenn er uns fragte, warum wir die Hausaufgaben nicht gemacht hätten“, lacht er. Wa­ rum? Darum! Diese Haltung findet der Künstler in Peking wieder. In seinem Studio, das er 2008 gründete, realisieren Handwerker für Vital die verrücktesten und scheinbar kaum machbaren Skulp­ turen wie etwa fünf Meter hohe Zungen aus Stahl – eine davon steht übrigens auch im Schlosshof in Tarasp. Das Schloss ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem Not Vital die Geschichte des Ortes mit seiner eigenen verwebt. So wie bei sei­ ner Hochzeit: Die Geschichte mit dem Pferd geht nämlich auf ein Erlebnis eines seiner Vorfahren zurück. Als dieser aus dem Val d’Uina erstmals nach Sent reiste, um in die Kirche zu gehen, stand ein Pferd davor und schlug aus. Nie wieder werde er nach Sent kommen, das sei viel zu gefährlich, berichtete er daheim. Wenn Not Vital diese Geschichte erzählt, wird Kunst daraus.

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Schnee, der auf Zypressen fällt

Am Ende der Zypressenallee stehen sich zwei Eibenstelen gegenüber, als hielten sie geheime Zwiesprache. In den Nischen des Tempietto (re. Seite) betört Diana den Löwenbändiger Herkules. Oder schielt er nach Venus, die ihm von der anderen Seite des Tempelchens zulächelt?


Bardolino Wie der Winter im Park von Pojega antike Dramen heraufbeschwor, erzählt Conte Agostino Rizzardi. Ein Märchen ist der Garten sowieso. Tex t Simone Herrmann

Fotos Mat teo Carassale

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Was für ein Schauspiel! Im Teatro halten sich die heitere und die tragische Muse, Thalia und Melpomene, in den Armen. Und das Gewirr der kahlen Zweige formiert sich zum Chor (li. Seite). Kuben aus geschnittener Eibe gehen in die Reihe der hundertjährigen Buchen über, und ganz am Ende der Viale dei Carpini führt die Skulptur des Flussgottes Acheloos in die Gefilde der römischen Mythologie zurück.

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Ihr zu Füßen … Vor der Treppe des Belvedere steht links eine Männerfigur in Toga und mit ­einem Blätterkranz im Haar – die Allegorie des Wissens, auf der anderen Seite ein junger Mann mit dem Füllhorn der Pracht. Und in der zen­tralen Nische, bekrönt mit Lorbeer: Concordia, die Eintracht. p oje ga.it


S chnee liegt auf den Schultern der Musen, aber Thalia und Melpomene frösteln nicht. Seit über 200 Jahren schauen sie sich im Teatro di Verzura des Parks von Pojega in die Augen, die heitere und die tragische Mu­se. Hier, in den Hügeln von Valpolicella, wo der Garten in den konzentrischen Rei­ hen der Reben wie in einer Muschel verbor­ gen liegt. 54 000 Quadratmeter Parkland, ein klassizistischer italienischer Gar­­ten, mit terrassierten Buchscarrés, Belvedere, Gartentempeln, Nymphäum, Zypressenund Buchenalleen und einem verwunsche­ nen Wäldchen. Bevölkert von einer Schar

römischer Götter, Sagengestalten, Nym­ phen und Genien. Schon im zeitigen Früh­ jahr ist er voller Sommerahnungen, um­ flirrt von den blauen Schatten des nahen Gardasees. Aber in diesen Märztagen 2018 ist alles anders: Über Nacht hat es ­geschneit. „Wir sind an kalte Wintertage gewöhnt, aber Schnee ist selten“, erzählt Agostino Rizzar­ di, dessen Urahn den Park zwischen 1783 und 1796 mitten in den Weinbergen der Familie anlegen ließ. „Es war wie ein Foto­ negativ. Das Dunkle bekam weiße Schat­ ten. Wie in einer Gegenwelt, ein surrealer Kontrast.“ Überhaupt seien Gegensätze das große Thema des Gartens: Licht und Ge­ heimnis, Venus und Mars, Liebe und Stärke, Geist und Macht, Drama und Heiterkeit,

Klassik und Romantik. „Das war das Pro­ gramm des Gartens, den sich mein Ahn­ herr Antonio Rizzardi wünschte. Dafür hat er Luigi Trezza (1752–1823) engagiert, der Ende des 18. Jahrhunderts einer der be­ rühmtesten Architekten in Verona und im Veneto war, umschwärmt von der Aristo­ kratie, très à la mode. Natürlich ging es für meinen Urahn darum, seinesgleichen zu imponieren“, erklärt Rizzardi, „aber er war auch Trendsetter, Pojega zählt zu den letz­ ten großen formalen Gärten in Italien und ist gleichzeitig eines der ersten Beispiele für den romantischen Geist einer neuen Epoche. Insofern war der Garten schon da­ mals eine Sehenswürdigkeit. Besonders die 16 Statuen, die der Veroneser Bildhauer

Im Frühjahr sprudelt wieder Wasser aus der Groteskenmaske – jetzt schweigt der Wassergeist. Auch Neptun (u. li.), der im Wassertheater des geheimen Gartens sitzt, wirkt steif vor Kälte. Die Reihe der hundertjährigen Hainbuchen liegt zwischen dem formalen Garten von Pojega mit seinen terrassierten Buchsgeometrien (re. S. li.) und dem romantischen Teil. Im Teatro trägt Minerva (re.) ein Cape aus Moos.

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Pietro Muttoni für Trezzas Gartenarchitek­ turen schuf.“ Im klassizistischen Stil er­ dacht, hat die Romantik heute längst den Sieg über Muttonis Götterreigen davon­ getragen: Stockflecken, Grün­ span und Flechten sprenkeln ihre Gewänder, der Stein bröckelt, und um manche Schulter schmiegt sich ein Pelz aus Moos. Nun tragen die Musen Hermelinstolen aus Schnee. In wirbelnden Flöckchen sinkt er nieder, „tagelang“, sagt Rizzardi, habe es geschneit. Der Schnee bedeckt die Terras­ sen, Stufen und Böschungen des Parks und setzt sich in steifen, blütenartigen Rispen auf den Zweigen fest. Nur auf dem Belvede­ re, dem höchsten Punkt des Gartens, lehnt sich die Concordia in heiterem Gleichmut zurück, geschützt in ihrer Bogennische. Schwärzer als je stehen sich die hohen Zy­ pressen in der Allee gegenüber, die den formalen Garten mit dem Theater verbin­ den. Schnee deckt auch das Wäldchen, wo große steinerne Hunde im Dickicht lauern – ein romantisches Capriccio. „Als Kind wag­ te ich mich nie dort hinein“, erzählt Rizzar­

di, der im nahen Bardolino im Haus seiner Großmutter aufwuchs. Weiß und Schwarz, hier und da welkes Buchenbraun – „so hat­ te ich den Garten noch nie gesehen“. Und dann diese Stille. Ein weites, wunderbares Schweigen, sagt Rizzardi, habe sich über alles gebreitet. „Der ganze Park wirkte wie eine weiß verhängte Theaterbühne, auf der die Götterfiguren ihr Stück aufführten. So lebendig, dass es schon fast unheimlich war. Im kleinen Tempel ging es zwischen Herkules und Venus, Apollo und Diana, zwischen Brutalität und Leidenschaft, Har­ monie und Keuschheit über Kreuz. Ein Kammerspiel mit Special Effects – denn durch das offene Dach rieselte der Schnee. Vollends dramatisch wurde es im gehei­ men Garten des Nymphäums, wo der un­ glückliche Aktaion Diana im Bad über­ rascht, von ihr in einen Hirsch verwandelt und von seinen Hunden zu Tode gehetzt wird. Eigentlich sind es nur zwei Statuen“, erklärt Rizzardi, „aber in diesem Winter konnte man die ganze Geschichte sehen.“ In der Fantasie, schwarz auf weiß.

A gos t i no R i zz a rd i

„Im Theater liegen sich die heitere und die tragische Muse in den Armen. Dann ist der Garten zu Ende.“

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Paradies ist ein Wort aus dem Persischen

Kaschan Farah Ebrahimi (rechte Seite) am Abend mit ihrem Mann Philipp Mainzer und den Kindern Anton und Anouk vor der Agha Bozorg-Moschee in Kaschan (diese Seite). „Man kann durch die Moschee hindurchblicken“, sagt sie, „und läuft nicht in ein großes, dunkles Nichts. Das mag ich, es fällt überall Licht rein.“

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… und für Farah Ebrahimi liegt es in Iran. Dort ist sie aufgewachsen, mit ihrem Mann Philipp Mainzer hat sie später die Möbel von e15 zu Ikonen gemacht. Gemeinsam fährt die ganze Familie jedes Jahr nach Kaschan. Dieses Mal hat sie uns mitgenommen. Protokoll Florian Siebeck

Fotos Sima Dehgani


Vom Dach des Basars aus eröffnet sich eine neue Welt: Besonders beeindruckend sind die Deckenkuppeln des Sultan Amir Ahmad-Badehauses aus dem 16. Jahrhundert (links). In sie sind konvexe Linsen verbaut. So gelangt genug Licht ins Innere, und die Badenden sind vor neugierigen Blicken geschützt.

Auf ihren Reisen in die iranische Wüste machen Mainzer, Ebrahimi und ihre Kinder (ganz oben) immer im „Manouchehri House“ (rechte S.) halt. Saba Manouchehri hat das Haus gekauft und aufwändig restauriert, auf der Terrasse erinnern „Diamond Chairs“ von Harry Bertoia (o.) an liberalere Zeiten.

Egal was man kauft, sei es Brot oder Obst: Bei der Frage nach dem Preis lautet die Antwort meist: „Ghabeli nadaareh“, übersetzt etwa: „Das ist deiner nicht würdig.“ Der Käufer muss dann darauf bestehen, die Ware zu bezahlen. Diese altgediente Form der Etikette hat den Namen „Taarof“.

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Farah Ebrahimi

„Iran ist ein oft missverstandenes Land mit großer Geschichte und reicher Kultur. Iraner lieben das gute Leben.“

Der Basar von Kaschan ist mehr als tausend Jahre alt. Seine Arme sind über mehrere überdachte Kuppelwege mitei­nander verbunden, jeder Bereich ist einem anderen Gewerk gewidmet: ein Basar für Teppiche, einer für Lebensmittel, ein anderer für Antiquitäten. Diese Händler verkaufen Wolle.

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Die Seele eines Landes: „Oft, wenn ich spät in Teheran ankomme und dem Taxifahrer den Namen meines Hotels sage, antwortet er: ‚Das ist aber sehr teuer – schlaf doch bei uns! Meine Frau wird etwas kochen, du musst nicht bezahlen.‘ Das ist persische Gastfreundschaft.“ „In Kaschan nahmen wir ein Taxi, und ich machte irgendeine Bemerkung, als der Taxifahrer plötzlich begann, alte Gedichte von Sohrab Sepehri zu rezitieren. 70 Jahre alte Poesie! Der Stolz auf die eigene Kultur ist es, der einen großen Teil des Charmes dieses Landes ausmacht“, sagt Ebrahimi.

Das Herz der Stadt: Die Aminoddole-Karawanserei im Basar (u.) war einst wichtiger Treffpunkt entlang der Seidenstraße. Heute kommen unter dem großen Gewölbe des zen­ tralen Platzes nur noch Basarbesucher zusammen, um die Sonne zu genießen, sich auszu­ ruhen oder Tee (unten links) zu trinken.

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Die Agha Bozorg-Moschee, durch die Ebrahimi hier mit Anouk spaziert, wurde vom persischen Architekten Ustad Ali Maryam im 18. Jahrhundert gebaut. „Es ist eine ‚fröhliche Moschee‘“, sagt Ebrahimi – es gibt sogar einen Volleyballplatz. Rechts Seite: ein Motorradfahrer in der Altstadt von Kaschan.


E s gibt ein Phänomen in Iran, das ich das „beiläufige Drama des Alltäglichen“ nenne. Kaum jemand beherrscht es so gut wie Ira­ ner. In Moscheen etwa werden schwere Vorhänge in der Mitte zusammengebunden, was im Zusammenspiel mit den industriell gefertigten Gebetsteppichen und Monoblocs ein erstaunliches Ta­ bleau ergibt. Oder im Basar. Da gibt es einen Mann, der Geschirr für Hochzeiten und Feiern vermietet. Sein Laden ist winzig, ein Schuhkarton. Die Teller hat er waghalsig vom Boden bis zur Decke gestapelt. Wenn man sein Geschäft in der Fondazione Prada zeigen würde, wäre es Kunst. In Iran ist es Alltag. Ich bin in Kerman im Süden des Landes aufgewachsen und komme aus einer angesehenen Familie, die der Kadscharen-Dy­ nastie angehörte und dort den Pistazienanbau etabliert hat. Die Erinnerung an diese Tage und an unseren bescheidenen Lebensstil trage ich bis heute in mir. Während der Jahre vor der Revolution nahmen mich meine Eltern aber auch manchmal auf Partys nach Teheran mit, wo elegante Iranerinnen die neusten Entwürfe von Yves Saint Laurent und Valentino trugen. 1978, ein Jahr vor der Islamischen Revolution, ging ich nach Los Angeles – und blieb. Ich studierte Kunstge­ schichte und Mode an der Otis / Parsons School of Art and Design, später traf ich Phi­ lipp in New York, wo er als Architekt arbei­ tete. Er kam ursprünglich aus Hamburg und hatte in London am Central Saint Martins Produktdesign studiert und Architektur an der Architectural Association. Schon einige Jahre zuvor hatte Philipp e15 gegründet, später haben wir uns dann zusammengetan und sind nach Deutschland gezogen. Obwohl wir seit 18 Jahren in Frankfurt leben, prägen mich diese Kindheitsjahre bis heute. Der persische Sinn für das Schöne und Poetische, der Can-do-Spirit meiner Jahre in Amerika, aber auch die Kultur Europas. Doch je älter ich werde, umso mehr seh­ ne ich mich nach Iran. Das Land wird oft missverstanden; die ­politische Lage wirft einen dunklen Schatten auf die Jahrtausen­ de kulturellen Reichtums, von der frühen Pracht Persepolis’ hin zu den Palästen der Kadscharen- und Pahlavi-Ära. Die Schönheit Irans, diese Landschaft mit ihren bergigen Wüsten – wenn man einmal durchs Land reist, wird es fast zur Sucht. Iran ist eine Schatztruhe, die Wiege der islamischen Architektur, die sich über die arabische Halbinsel bis nach Spanien, Marokko und Indien verbreitete. Der Taj Mahal wurde von Persern gebaut. Es gibt hier keine Dekoration um der Dekoration willen. Ich habe famose isla­ mische Bauten in Marokko und in Spanien gesehen, aber in Iran werden sie auf ihr Minimum reduziert. Als hätte John Pawson die islamische Architektur hier neu interpretiert. Mit Philipp, Anton und Anouk mache ich mich jedes Jahr auf die Reise. Erste Station ist immer Kaschan: Ich nenne es das Palm Springs Irans, weil es in der Wüste liegt und auf kleinstem Raum Dutzende architektonische Meisterwerke versammelt, historische Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert ebenso wie jahrtausende­

alte Gebäude in Lehmziegelarchitektur. Seit 2500 Jahren werden in Kaschan Ziegel, Keramik, Samt und Seide hergestellt, die Stadt ist auch bekannt für ihr Rosenwasser. Die Damaszener Rosen, die Chanel für seine Düfte kauft, wachsen gleich vor der Stadt. Wenn man, umgeben von mannshohen Mauern, durch die schmalen Gassen Kaschans läuft und dann durch eine der engen Türen tritt, folgt das Auge einem langen Durchgang, an dessen ­Ende sich plötzlich ein himmlischer Ort auf Erden auftut. Diese so bewusste wie unprätentiöse Dramatik gehört zu den Grundfesten der persischen Architektur, im Gegensatz zum Westen, wo das im­ posante Äußere schon über eine weite, grüne Auffahrt hinweg zu sehen ist. In Iran nähert man sich einer eher bescheidenen Fassade, um dann immer stärker in Ehrfurcht zu verfallen, während man durch verschiedene Höfe weiter und weiter hineingeht; crescendo, diminuendo, wie in der Musik. Persische Architektur zelebriert die Dichotomie zwischen privatem und öffentlichem Raum, zwischen innen und außen. Bleiglasfenster erleuchten Räume in strahlenden Farben, und Leinwandvorhänge im Garten schützen die Loggia vor der harten Sonne. Zur Mittagszeit werden sie heruntergelassen und abends wieder geöffnet. Es ist ein atemberau­ bendes Spektakel aus reiner Zweckmäßigkeit. Wer es sich leisten kann, ein Haus zu bau­ en, geht von den funktionalen Aspekten des Lebens aus, nicht davon, die Nachbarn zu beeindrucken. Innen ist der Stil ganz auf Funktion und Freude ausgerichtet; die Archi­ tektur, gebaut für schwüle Sommertage und Winterkälte, regt die Menschen an, im Haus herumzuwandern – wie das „Manouchehri House“ in Kaschan. Das Hotel fühlt sich an wie mein zweites Zuhause. Wir erfreuen uns an der Architektur aus natürlichen Materia­ lien, aber auch an der Ruhe und dem köstli­ chen hausgemachten Essen. Die Kinder spa­ zieren herum, als wäre es ihr Haus. Es gibt kein Chichi, niemand schaut dich schief an wie in manchem Fünfsternehotel. Um ein kleines Becken herum wachsen Granatäpfel- und Feigenbäume im Hof, und am Nachmittag, wenn eine leichte Brise weht, beginnen die Vögel ihr Konzert. Gärten sind das iranische Seelenheil; es ist kein Zufall, dass das Wort Paradies aus dem Persischen stammt. Saba Manouchehri, die aus einer bekannten Familie stammt, hat das Kaufmannshaus aus dem 19. Jahrhundert restauriert und 2011 als Hotel eröffnet. Dass sich Kaschan in den vergangenen Jahren stark entwickelt hat, ist zu großen Teilen ihr Verdienst. Sie ist mei­ ne Heldin, weil sie wieder Leben nach Kaschan gebracht hat: En­ gagierte Leute putzen die Altstadt heraus, und so wie die Pari­ser nach Marrakesch strömen, zieht es die Teheranis nach Kaschan. Ein interessantes Relikt vergangener Zeiten sind drei „Diamond Chairs“ von Harry Bertoia, die auf der Terrasse des „Manouchehri House“ stehen. Sie stammen noch aus den 70er-Jahren, als man im ganzen Land Knoll, USM und Cassina fand. Selbst Gio Ponti baute eine Villa in Teheran. Iran war eine Spielwiese für viele Designer und Künstler der Moderne. Das ist nun 40 Jahre her, doch an Or­ ten wie diesem lebt der Geist der alten Zeit noch auf. Egal wie viele Jahre verstreichen; egal wie viele Leute ihn auszumerzen versuchen. Es wird nicht gelingen. Der Geist spukt weiter.

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Das Raue

Tex t G esine B orcherdt

Produk tion Leonardo Mariani

Fotos Stefania Giorgi

Fotos: Stefania Giorgi / Living Inside; Produktion: Leonardo Mariani / Living Inside

Cortina d’Ampezzo


vorm Himmel Ludovica Rubbini und Riccardo Gas­ pari (links, mit Töch­ tern Clementina und Cecilia) haben fast ausschließlich antike Hölzer ver­ baut, wie die Türen (hinter ihnen und linke Seite), die sie bei Falegnameria Menardi gefunden haben. Die Eisen­ elemente im Haus fertigte der lokale Kunstschmied Gian­ carlo Candeago.

Robust, aber sanft, rustikal und doch modern: Mitten in den Dolomiten hat sich eine Familie einen wohligen Ort geschaffen. Aus alten Hölzern und frischen Akzenten. 203


Ludov ic a Rubbi n i

„Wir lieben offene Räume, schlichte Möbel und vor allem: die gedeckten Töne des Waldes, wie wir sie auch vor dem Fenster haben.“

Raum für Fantasie: Im schlicht möblierten Kinderzimmer können die beiden Töchter ihr PlüschLangohr auf einen tiefergelegten „Wire Chair“ von Eames setzen. Dazu (li. um die Ecke) zwei Einzelbetten und ansonsten: Holz vom Scheitel bis zur Sohle.


Der Herd von Smeg unten wurde passend zum Taubenblau der Küche ausgewählt. Ein Ton, der schon die Originalküche (15. Jahrhundert) dominierte. Anders unten rechts im Elternschlafzimmer, in dem das alte Deckenholz weiß gestrichen wurde, damit mehr Licht in die verwinkelte Kammer gelangt.

W enn es draußen schneit und stürmt, wenn die Berg­ wipfel im Schnee verschwinden und die Welt im Weiß versinkt – dann braucht man ein Heim, das sich an­ fühlt wie ein Kokon. Das Haus von Ric­cardo Gaspari und Ludovica Rubbini ist so ein Schutzraum. Gelegen am Waldrand, kaum zwei Kilometer vom Stadtzen­ trum des berühmten Skiortes Cortina d’Ampezzo ent­ fernt, ragt es ruhig und sicher aus den Hügeln empor. Es ist still hier, nur leises Plätschern und Blätterrau­ schen dringen ans Ohr. Mal geht der Blick ins Dickicht hinein, dann wieder schweift er über den Fluss und das atemberaubende Panorama der Berge. Meditativ ist er immer. Die Gasparis haben jeden Tag das Beste die­ ser überirdisch schönen Gegend genau vor der Nase. Man kann hier einatmen, ausatmen – und das Leben in genau diesem Moment großartig finden. „Ich komme aus Bologna. In Cortina wollte ich ei­ gentlich nur Urlaub machen“, erzählt Ludovica Rubbini und lacht. „Aber dann lernte ich hier meinen Mann

kennen. Wir waren blutjung, ich hatte gerade die Schu­ le beendet. Mit 25 haben wir dann geheiratet und kurz nacheinander unsere beiden Töchter bekommen.“ Es klingt, als habe Ludovica Rubbini nicht eine Sekunde lang gezweifelt – weder an ihrer großen Liebe noch da­ ran, ihr Leben von der Emilia-Romagna in die Alpen zu verlegen. Zu verlockend war die Aussicht, hier über den Wolken. Dazu gehörte, gemeinsam mit ihrem Mann zu arbeiten, dessen Eltern im Ort einen Agriturismo und ein Restaurant betreiben. Hier hat Riccardo Gaspari sein Handwerk gelernt. Inzwischen kocht er in seinem eigenen Lokal, dem „Sanbrite“ – doch sich von der Fa­ milie zu lösen? Das kam für den Italiener nicht infrage. Als Koch geht er mit dem Geist und dem Gespür seiner Ahnen ans Werk, mit dem Duft der Kühe und des Wal­ des – und mit einer Opferbereitschaft, die er von sei­ nem Vater gelernt habe. Vielleicht nennen wir es lieber Hingabe. Denn Gaspari ist ein Mann voller Leiden­ schaft, der seine Heimat liebt wie seine Familie. Und doch steht das „Sanbrite“ ganz für ihn selbst – und für seine Frau, die hier das Management betreut: schnör­ kelloses Design, gedämpfte Farben, große Fenster. Es

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Ludov ic a Rubbi n i

„Wir wollten den Stil der Region respektieren und zugleich nordische Elemente integrieren.“


Ganz schön schräg: Das Gästeschlafzimmer oben wurde unter die gemütliche Dachschräge gebaut, zu erreichen nur per Leiter. Mehr Luft und Licht gibt es im Wohnzimmer u. rechts, wo ein Eames-­Sessel und eine Jieldé-Leuchte zur Sofa­ecke kom­biniert wurden.

Rusti-cool und cozy: Den Esstisch (li. S.) fer­tigte der Schmied Giancar­lo Candeago aus Cortina, die weißen Decken­strahler („Mira“) über der Luke entwarf Davide Grop­pi. Dem Sitzsolitär im Stil von Tapio Wirkkala wurde ein ­Anstrich in winter­­lichem Rauchweiß verpasst.

ist ein junges, lichtes Restaurant von ruraler Eleganz, die weit über den Alpenrand hinausreicht. Mit ebendiesem Gespür – und mit der Hilfe dersel­ ben Architekten, Interiordesigner und Handwerker – renovierte das junge Paar auch das Bauernhaus der Familie: eine Hütte aus dem 15. Jahrhundert, mit Kuh­ stall und Strohspeicher, wo man einst mit den Tieren Wand an Wand lebte. Vorne, wo der Wohnbereich war, bestand sie aus Mauerwerk. Hinten, wo Heu und Kü­ he unterkamen, aus Holz. Heute leben im Erdgeschoss Gasparis Eltern, in den ersten Stock sind sein Bruder und dessen Frau eingezogen. Riccardo und Ludovica wählten das Dachgeschoss – und entwarfen ein Refu­ gium, das den klassisch urigen Alpencharme in ein reduziertes Allover aus klaren Linien und hellsanften Farben transformiert. Dass das Ensemble fast skan­ dinavisch wirkt, war Ludovica Rubbinis Idee. Sie be­ gleitete jeden Schritt, mit dem das Architekturbüro ­Outlinestudio 74 das Haus bis auf die Grundmauern abtrug, alles reinigte und die Struktur neu hochzog, bevor Knowhowstudio das Interiordesign entwarf. Doch es war die Hausherrin selbst, die intuitiv wuss­ te, was sie wollte. Es ging ihr um die Mischung von Modernität und Wärme, Helligkeit und Tradition, wie sie auch das „Sanbrite“ jung hält. Wäre da nicht das Alpenglühen, könnte das Restaurant glatt in Dänemark stehen. „Es war wichtig, den Stil der Region zu respek­ tieren“, sagt Ludovica Rubbini. „Aber ich war auch schon immer von der nor­ dischen Architektur fasziniert.“ Sie ist so etwas wie der Leitfaden ihres Le­ bensstils geworden: eine Mischung aus behaglichem Minimalismus und Natur­ verbundenheit, in der sich die ganze Familie zu Hause fühlt. Betritt man das Dach des alten Ge­ mäuers, findet man sich in einem lich­ ten Domizil von knapp 150 Quadratme­ tern wieder, das sich kaum noch nach Bauernhaus anfühlt – was mit seinen kleinen Fenstern und verwinkelten

Zimmern ja schnell etwas Beklemmendes haben kann. „Wir lieben offene Räume, schlichte Möbel und Natur­ farben. Bei uns dominieren die gedeckten Töne des Waldes, genauso wie wir ihn vor dem Fenster haben“, sagt Ludovica Rubbini. Tatsächlich schimmern die Zementwände, die dem Holz ein industrielles Paroli bieten, sanft und beruhi­ gend in den Farben der Natur: Moos, Hellbraun, Grün und Grau. Manche Wände sind Glasfronten in dunklen Stahlrahmen gewichen, was ein Gefühl von Weite ver­ mittelt. Und auch das Holz wurde aufgefrischt. „In den Kammern haben wir die Decken weiß gestrichen und Oberlichter eingezogen, um dem Ganzen mehr Licht zu geben. Wir sind 34 Jahre alt und wollten ein junges Haus, in dem man ein Gefühl von Freiheit hat.“ Das sei ihnen allein schon wegen der Kinder wichtig gewesen. Für die gibt es in ihrem Zimmer viel Raum, um sich frei zu bewegen und zu spielen. „Und im Wohnzimmer steht dieses große Sofa, auf dem wir alle herumlüm­ meln, wenn wir zu Hause sind. Sogar unsere Gäste haben hier Platz. Wir wollten kein repräsentatives Haus für Gäste, sondern einfach nur unser eigenes.“ Am besten spürt man das in der Küche. Als Koch sei es ihrem Mann wichtig gewesen, dass man sich hier wohlfühlt und Spaß hat, sagt Ludovica Rubbini. Also habe er für die Wände ein leuchtendes Blau gewählt, die Farbe von Cortina d’Ampezzo, wie sie in der la­ dinischen Flagge auftaucht. Auch das frühere Haus seiner Familie habe eine blaue Küche gehabt. Wie das aussah, kann man sich in etwa anhand der alten Holztür mit weißen Inschriften und floralen Verzie­ rungen vorstellen. „Ein Geschenk unseres Schreiners. Sie stammt aus einer Scheune.“ Es ist diese Kombination aus authentischen und neuen Elementen, die das Zuhause der jungen Familie zu einem Ort macht, von dem man sich gar nicht wegbe­wegen will. Gemütlichkeit und Eleganz unter ein Dach zu bringen ist in den Alpen keine Selbstver­ ständlichkeit. Hier gelingt es. Mit dem Kopf in den Wolken – und mit beiden Beinen im Leben.

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AD Summaries

Zell am Ziller (p. 158) Modern cocoon: a Munich-based family gains a bespoke bolthole in the Alps.

After failing to find a cozy old chalet in the right area, Tobias Petri, cofounder of interior outfitters Holzrausch, had to set­ tle for building from scratch on a modest mountainside plot. From these unprom­­­­ ising beginnings, Petri and his architects Grün­ecker Reich­elt succeeded in creating a unique timber mini tower that both nes­ tles into and rises up from the slope. Aside from the larger basement garage, which extends underground, the house is just eight by eight meters in footprint – yet contains not ­only an open-plan living / dining area, master suite, and two chil­ dren’s bedrooms but also a billiard room and bijou guest apartment for four. The six floors are accessed by means of a stair­case that winds around a slender con­ crete core; containing the service lift and chimney, the latter is cleverly integrated into the interiors, providing handy alcoves here and a black-painted feature wall there. Otherwise wood is the dominant decorat­ ive theme, featuring in everything from full-length floorboards and custom furni­ ture to internal cladding made from rough-­ sawn ­silver fir.

Wellington (p. 168) Two Canadians bring a cozy look and feel to a one-time B&B by Lake Ontario.

Dating from 1839, Shelley Durnin and Ian Letts' home was formerly a guesthouse, but had seemingly also served as a repos­ itory for all kinds of junk. Durnin, though, could see that underneath lay a gem that just needed polishing. Aside from techni­ cal aspects requiring the attention of an architect, the couple took charge of its renovation themselves, albeit without even drawing up a master plan. Instead, they simply set about reversing the previ­ ous owner’s alterations, preserving period details such as the door frames and plaster moldings. The original green paintwork of the staircase and hallway was also re­ tained, or at least what’s left of it. “People still ask us when it’s finally going to be finished,” says Durnin, who runs a con­ cept store nearby. The eclectic furnishings, meanwhile, reflect their tastes and experiences, mix­ ing travel souvenirs (from Congo­ lese masks to Moroccan cush­ions) with 20th-­

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century classics such as Eero ­Saarinen's “Womb” chair and a “Componibile” side table by Anna Castelli Ferrieri.

Tarasp (p. 176) Not Vital turns a Swiss medieval castle into a showcase for contemporary art.

says Rizzardi. “It was like a photographic negative, a surreal alternative world.”

Kashan (p. 194) Paradise is a Persian word: why e15’s Farah Ebrahimi keeps going back to Iran.

“Although we've lived in Frankfurt for Perched high on a hill, Schloss Tarasp 18 years, my Iranian childhood still shapes looms above the Lower Engadine, visible who I am. I grew up in Kerman, in the south from far and wide. For artist Not Vital, who of the country, but left in 1978 for America, grew up nearby, it long represented the where I studied art history and fashion. ­other – Tarasp being the sole Catholic vill­ ­Later I met Philipp [e15 founder Phil­ipp age in the valley. Now, though, the castle is Mainz­er] in New York and moved with him one of three sites used by his own founda­ to Germany. As I grow older, though, I in­ tion. Before buying the place in 2016, Vital creasingly yearn for my homeland. had to agree to maintain public access and Every year, I go back there with Philipp to limit himself to minor alterations. Work­ and the kids, and our first port of call is ing with his brother Duri, an architect re­ always Kashan, a desert city full of 18thnowned for his sensitive approach, he thus and 19th-century buildings. One of them, gave it the lightest of revamps, making a former merchant’s residence, is now the mostly easily reversible changes and clear­ ‘Manouchehri House’ hotel. It's like a home ing out furniture. from home for me. I love the natural ma­ The real transformation, though, lies in terials, but also the food, the quiet, and the this erstwhile fortress’ new role as a space courtyard with its pomegranates and figs. for contemporary art, with work by other On the terrace are three Harry Bertoia artists (such as a Rirkrit Tiravanija installa­ ‘Diamond Chairs’, relics from before the tion) exhibited alongside pieces by Vital revolution, when Iran was a playground himself – among them 2009’s “Gold­en for modernist designers and artists (Gio Duck", created in response to the Beijing Ponti even built a villa in Tehran). That’s Olympics, and a concrete iteration of his history now, but in places like this, the “House to Watch the Sunset". spirit of those days still lives on."

Bardolino (p. 186)

Cortina d’Ampezzo (p. 202)

Veneto’s Giardino di Pojega is almost otherworldly – all the more so in snow.

A Dolomite farmhouse is reborn as a celebration of Nordic-style simplicity.

Nestled in the vine-covered Valpolicella hills, this 5.4-hectare garden is, even un­ der normal circumstances, a landscape of contrasts, a juxtaposition of light and mystery, love and war, classicism and Ro­ manticism. Laid out between 1783 and 1796, it was designed for the Rizzardi fam­ ily by architect Luigi Trezza, who com­ bined geo­metric box topiary, a teatro di verzura complete with Roman gods and goddesses, and a small grove populated by stone beasts. By early spring, this magical place would usually be foretelling the coming of summer, but one night in March 2018, the season took an unexpected turn – it snowed. “We are used to cold winter days,” says Agostino Rizzardi, a descendant of the garden’s creator, “but not snow.” And yet it fell for days, turning green­ery white and blanketing terraces, steps, and statu­ ary. “Something I'd never seen before,”

Owners of an airily elegant restaurant in the famed ski resort of Cortina ­d’Ampezzo, Ludo­v ica Rubbini and Riccardo G ­ aspari have now brought their pared-down aes­ thetic to the Gaspari family farmhouse, a short hop from the town. Today, the reno­ vated 15th-century building, which had to be taken apart, cleaned and reassembled, is home to three gen­erations, with Gas­ pari’s parents at ground level, his brother and sister-in-law above, then Ludovica, Riccardo, and their daughters at the top. In their 150 sq m loft, the couple have married modern elegance and rustic Alp­ ine charm, juxtaposing soft-hued cement walls and clean-lined furniture with most­ly antique wood, while the kitchen's brighter blue is echoed by a matching Smeg cooker. “It was important to respect the local style,” says Rubbini, “but at the same time I’ve always been fascinated by Scandinavian architecture.”

B y Iain Reynolds


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New Natives / Folge 1

Chief Executive Officer Roger Lynch Chief Operating Officer & President, International Wolfgang Blau Global Chief Revenue Officer & President, U.S. Revenue Pamela Drucker Mann U.S. Artistic Director and Global Content Advisor Anna Wintour Chief of Staff Samantha Morgan Chief Data Officer Karthic Bala Chief Client Officer Jamie Jouning CONDÉ NAST ENTERTAINMENT President Oren Katzeff Executive Vice President–Alternative Programming Joe LaBracio Executive Vice President–CNÉ Studios Al Edgington Executive Vice President–General Manager of Operations Kathryn Friedrich CHAIRMAN OF THE BOARD Jonathan Newhouse WORLDWIDE EDITIONS

Urheber- und Reproduktionsrechte © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 S. 26: Gerhard Merz, Stuhl und Teppich S. 62: Oscar Niemeyer, Architektur S. 67: Jean Lurçat, Tapisserie S. 67: Alain Séchas, Tapisserie S. 68: Jean Messagier, Tapisserie S. 69: Christophe Cuzin, Tapisserie S. 75: Andrea Branzi, Regal S. 81: Pierre Jeanneret, Daybed S. 81: Charlotte Perriand, Hocker S. 84: Anna Gudmundsdottir, Möbel S. 96: Claude Lalanne, Stuhl S. 97: Fernando Campana, Sessel S. 97: Humberto Campana, Sessel S. 144: Michael Sailstorfer, Skulptur

214

© Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 S. 66: Pablo Picasso, Tapisserie © Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 S. 68: Henri Matisse, Tapisserie S. 146: Henri Matisse, Skulptur © The Easton Foundation / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 S. 69: Louise Bourgeois, Tapisserie © The Estate of Yves Klein / VG Bild-Kunst, Bonn 2019 S. 96: Yves Klein, Tisch © Camille Graeser Stiftung /  VG Bild-Kunst, Bonn 2019 S. 142: Camille Graeser, Gemälde

PUBLISHED UNDER JOINT VENTURE Brazil Casa Vogue, Glamour, GQ, Vogue Russia AD, Glamour, Glamour Style Book, GQ, GQ Style, Tatler, Vogue PUBLISHED UNDER LICENSE OR COPYRIGHT COOPERATION Australia GQ, Vogue, Vogue Living Bulgaria Glamour China AD, Condé Nast Center of Fashion & Design, Condé Nast Traveler, GQ, GQ Style, Vogue, Vogue Film, Vogue Me Czech Republic and Slovakia La Cucina Italiana, Vogue Germany GQ Bar Berlin Greece Vogue Hong Kong Vogue Hungary Glamour Iceland Glamour Korea Allure, GQ, Vogue Middle East AD, Condé Nast Traveller, GQ, Vogue, Vogue Café Riyadh, Wired Poland Glamour, Vogue Portugal GQ, Vogue, Vogue Café Porto Romania Glamour Russia Tatler Club, Vogue Café Moscow Serbia La Cucina Italiana South Africa Glamour, Glamour Hair, GQ, GQ Style, House & Garden, House & Garden Gourmet Thailand GQ, Vogue The Netherlands Glamour, Vogue, Vogue Living, Vogue Man, Vogue The Book Turkey GQ, La Cucina Italiana, Vogue Ukraine Vogue, Vogue Café Kiev Condé Nast is a global media company producing premium content with a footprint of more than 1 billion consumers in 31 markets.

condenast.com

Fotos: Franz Becker

Wie wohnen die Kreativen, die gerade Deutschlands Pop- und Subkultur prägen? Mit der neuen Videoserie „New Natives“ finden wir es heraus. In der Pilotfolge enthüllt der Berliner Rapper Prinz Pi (o. li.) unerwartet häusliche Seiten, führt uns durch sein selbst entwor­ fenes Studio (o.) und zeigt seine imposante Bücher­sammlung (links).

France AD, AD Collector, Glamour, GQ, Vanity Fair, Vogue, Vogue Collections, Vogue Hommes Germany AD, Glamour, GQ, GQ Style, Vogue India AD, Condé Nast Traveller, GQ, Vogue Italy AD, Condé Nast Traveller, Experienceis, Glamour, GQ, La Cucina Italiana, Vanity Fair, Vogue, Wired Japan GQ, Rumor Me, Vogue, Vogue Girl, Vogue Wedding, Wired Mexico and Latin America AD Mexico, Glamour Mexico, GQ Mexico and Latin America, Vogue Mexico and Latin America Spain AD, Condé Nast College Spain, Condé Nast Traveler, Glamour, GQ, Vanity Fair, Vogue, Vogue Niños, Vogue Novias Taiwan GQ, Interculture, Vogue United Kingdom London: HQ, Condé Nast College of Fashion and Design, Vogue Business; Britain: Condé Nast Johansens, Condé Nast Traveller, Glamour, GQ, GQ Style, House & Garden, LOVE, Tatler, The World of Interiors, Vanity Fair, Vogue, Wired United States Allure, Architectural Digest, Ars Technica, basically, Bon Appétit, Clever, Condé Nast Traveler, epicurious, Glamour, GQ, GQ Style, healthyish, HIVE, Pitchfork, Self, Teen Vogue, them., The New Yorker, The Scene, Vanity Fair, Vogue, Wired


AD Genie & Spleen

Illus tration Emiliano Ponzi

Die Kunst und der Ersatz

Es ist so eine Sache mit Statthaltern – am Ende wissen sie wohl selbst nicht mehr, was echt ist, was Surrogat. Als Salvador Dalí seiner Frau Gala 1968 eine Burg nahe Cadaqués schenkte, ließ sie sich schon einige Zeit von Amanda Lear vertreten, die die Rolle der strahlenden Frau an der Seite des Genies eher leidlich ausfüllte. Ein guter Tausch für Gala? Schloss Púbol jedenfalls durfte er nur auf schriftliche Einladung betreten. Unverdrossen richtete er ihr (oder dem Bild seiner Verehrung?) dort einen veritablen Thronraum ein, der in seiner betonten Kulissenhaftigkeit absolut surreal wirkt. Ein echter Dalí! RK

Die Februar-Ausgabe erscheint am 8. Januar 2020 216


Sonderheft Dezember / Januar 2020

Immobilien Special Die schönsten Kaufobjekte 2019 /  20


DARCSTUDIO FOR EUROBODEN

LEISER LUXUS VON DAVID CHIPPERFIELD


EUROBODEN ARCHITEKTURKULTUR

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KOLBERGER 5 EIN ZEITGENÖSSISCHES STADTPALAIS

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I m m o b i l i e n 2 0 1 9   /  2 0

Architectural Digest. Stil, Design, Kunst & Architektur erscheint in der Condé Nast Germany GmbH Oskar-von-Miller-Ring 20, 80333 München Telefon 089 38104-0 mail@condenast.de, www.condenast.de ad@admagazin.de, www.admagazin.de Chefredakteur Oliver Jahn Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt Redaktion Stv. Chefredakteur & Style Director Dr. Simone Herrmann Art Director Inka Baron Managing Editor Eike Schrimm Stil Mona Bergers, Nina Luisa Vesic Bildredaktion Thomas Skroch (Ltg.), Isa Lim, Samantha Taruvinga Art Department Viviana Tapia (Stv. Art Director), Selina Lang, Anastasia Novikova (Trainee) Assistenz der Chefredaktion Johanna Hänsch Mitarbeiter dieser Ausgabe Reinhard Krause, Sophia Lierl Autoren dieser Ausgabe Larissa Beham, Bettina Schneuer Fotograf dieser Ausgabe Divya Pande Büro Mailand Anna Riva, Paola Dörpinghaus Tel. +39 02 29000718, p.dorpinghaus@condenast.it Büro New York Christina Schuhbeck Tel. +1 212 2866856, christina_schuhbeck@condenast.com Schlussredaktion / Dokumentation Lektornet Syndication syndication@condenast.de Redaktion admagazin.de Andreas Kühnlein (Ltg.), Valerie Präkelt (Feature & Social Media Ltg.), Clara Westhoff (Trainee) Publisher André Pollmann

Inhalt 6 Kaufobjekte Vom Glaspalast im Taunus bis zum kleinen Eiland im schwedischen Schärengarten, vom Traum-Chalet in Trois Vallées bis zum fünf Etagen einnehmenden Penthouse in New Yorks Woolworth Building von 1913 – wir zeigen die schönsten und spektakulärsten Immobilien auf dem Markt. 1 0 E i n N e u b a u - C h a l e t i n Ve r b i e r 16

24 Stilelite am Ufer Euroboden, Entwickler ambitionierter Architekturen, präsentiert sein neues Berliner Büro im Palais Eger.

26 Texanische Hochzeit Bei zwei Luxusprojekten in Houston trifft italienisches „fatto a mano“ auf den American Way. Eine starke Allianz!

Ein Schloss im Burgund

2 0 V i l l a C o r r a d o i m P i e m o n t

3 4  I n t e r n a t i o n a l e s I m p r e s s u m

Anzeigen / Vermarktung Sales Christina Linder, Head of Sales christina.linder@condenast.de, Tel. -430 Christine Weinsheimer, Head of Digital Sales christine.weinsheimer@condenast.de, Tel. -466 Brand Advertising Andrea Latten, Brand Director Vogue & AD andrea.latten@condenast.de, Tel. -276 (verantwortlich für Anzeigen) Marketing Angela Reipschläger, Head of Marketing angela.reipschlaeger@condenast.de, Tel. -793 Ingrid Hedley, Marketing Director ingrid.hedley@condenast.de, Tel. -142 Kathrin Ölscher, Marketing Director kathrin.oelscher@condenast.de, Tel. -746 Creative Studio Carsten Schilkowski, Head of Creative Studio carsten.schilkowski@condenast.de, Tel. -365 Advertising Operations Katharina Schumm, Head of Revenue Management, Ad & Marketing Service katharina.schumm@condenast.de, Tel. -135 Vertrieb Alima Longatti, Head of Direct Marketing & CRM alima.longatti@condenast.de, Tel. -301 Einzelverkauf MZV GmbH & Co. KG, Karsten Reißner (Bereichsleitung) Herstellung Leitung Lars Reinecke, Director Production Digitale Vorstufe / Druck Mohn Media, Mohndruck GmbH Carl-Bertelsmann-Straße 161 m, 33311 Gütersloh Unternehmenskommunikation / PR Henrike Zock, Leitung Corporate Communications presse@condenast.de, Tel. -413 Finanzen Roland Riedesser, Finanzdirektor Geschäftsführerin und Herausgeberin Jessica Peppel-Schulz

Cover: Sweden Sotheby’s International Realty; Foto: Divya Pande

26 Giorgetti in Houston


Immobilien 2 0 1 9   /   2 0

Kö n i g s t e i n L a n d s i t z D E W F 6 5 0  m 2 6,7 Mio. EUR villareichenbach.com

Als wär's ein Expo-Pavillon von Sep Ruf: Klare Kanten zeigt der geplante Neubau von Brammer Etchegorry (BE Architecture) in feinster Falkensteinlage. Zwei Geschosse legen sich um ein Patio und beherbergen lichtdurchflutete Raumschnitte. Das Areal mit über 4800 Quadratmetern bietet einen Infinity Pool, einen Teich und ein Waldstück.

Naturschauspiel Im größten Skigebiet der Welt, in Trois Vallées, entsteht eine neue Chaletanlage: Rasant getürmt auf fünf Ebenen, präsentiert sich dieses großzügige Winterdomizil, ausgestattet mit einem Kamin im Wohnsalon, dazu kommen für die Indoor-Fitness Spa, Gym und Sauna sowie fünf Schlafzimmer plus zugeordneten Bädern und Balkons mit atemberaubender Bergsicht. 6

R e d a k t i o n & Te x t B e t t i n a S c h n e u e r

C o u r c h e v e l C h a l e t FR W F 3 6 0  m 2 5 , 9 9 M i o .  E U R knightfrank.com

Fotos: Annika Grabold & Florian Zenk /  Fantastic Frank (3); Knight Frank

Glaspalast


Residenz

In der Premium-Wohnresidenz in München-Alt-Bogenhausen entstehen für die Generation 60 plus 2- und 3-Zimmer-Eigentumswohnungen mit 50 – 153 m² Wohnfläche.

BARER HÖFE MÜNCHENM A X V O R STA DT

10 Neubau-Wohnungen 2 bis 5 Zimmer 67 – 180 m² Wohnfläche

W W W . L E G AT- L I V I N G . D E · T E L .

49 89 25 54 6666


Das Haus mit eisenoxidroten Fas­ saden aus Stahl und Zedernholz teilt sich nach Süden hin in zwei Baukörper und formt so ein Y – Architekt Steven Holl entwarf 1997 eine bewohnbare Wünschelrute. Hinter den weit auskragenden Bal­ konen sorgen segmentierte Glas­ fronten und Eschenholz für lichte Tiefe; der mehrstufige Grundriss verleiht den Räumen vielschichti­ ge Dimensionen. Ab New York City sind es nur drei Stunden in die postmoderne Hügelidylle. Catskill Mountains Wo c h e n e n d h a u s US W F 2 7 0  m 2 1 , 6 M i o .  U S D lilliek team.com

Triplex am Hang Alpen-Bestlage am Sonnberg: Unter dem beeindruckenden Sichtdachstuhl kontrastieren sam­ tiger Naturstein und naturbe­ lassene, nur geseifte Eichendielen. Hochwertige Maßeinbauten, itali­ enisches Mo­biliar und feinste Stoffe dekorieren alle drei Ebenen. Dazu: sehr große Outdoorsitzberei­ che und ein einladender Wellness­ komplex mit Sauna, Dampfbad, Erlebnisdusche – und sogar Kino. K i t z b ü h e l C h a l e t AT W F 3 9 0 m 2 Preis auf Anfrage marschall.at

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Fotos: Alon Koppel (2); Jamie McGregor Smith; Urheber- und Reproduktionsrechte: Le Corbusier, © F.L.C. /  VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Alles auf Rot!


Schweizerisches Gespür für Schnee Ve r b i e r C h a l e t C H W F 5 7 0 m 2 Preis auf Anfrage s o t h e b y s r e a l t y. c o m

Ski-in, ski-out Richtung Weltklassepisten der Quatre Vallées: In feinster Lage breitet sich dieser imposante Neubau aus, der dank kluger Materialauswahl wirkt, als habe er sich hier schon immer an den Hang geschmiegt. Sechs Schlafzimmer und sechs Bäder heißen Großfamilien wie Freundesgruppen willkommen; nach dem Einkehrschwung entspannt man am Kamin, in Sauna und Jacuzzi – oder auf den großzügigen Sonnenterrassen mit Alpenpanorama. Und im Sommer? Golf, Tennis, Klettern …

„Trois Toits“ heißt dieses hochalpine LuxusChalet, unter dessen drei Dächern altes Holz und rauer Stein eine würdige Stilsprache entwickelt haben, die zu jener des weltberühmten Walliser Kurorts passt.

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Fotos: Steiger & Cie in partnership with Cardis Immobilier /  S otheby’s International Realty

Immobilien 2 0 1 9   /   2 0


Chic in the City Außergewöhnliches Hôtel par­ ticulier von 1700 mit rarem, üppig-stillem Garten im ältes­ ten 5. Arrondissement, gekonnt renoviert: Heute bietet es neben dem eleganten, inei­nan­ der­fließenden Erdgeschoss­ bereich für Wohnen, Kochen und Essen fünf Schlafzimmer in den drei Etagen darüber – und oben unterm Dach noch ein Appartement für les amis. Im Untergeschoss befinden sich Heimkino und Weinkeller.

Fotos: Belles demeures de France /  C hristie’s International Real Estate (2); Madonna & Phillips Real Estate Group at Sotheby’s Realty; Rendering: Archlab

P a r i s S t a d t h a u s F R W F 4 5 0 m 2 Preis auf Anfrage christiesrealestate.com

Haus der Pioniere Stahl, Feldsteine und riesige Glasfronten rund­ herum, innen Korkdecken und als Mittelpunkt des Wohnbereichs sein Signature-Kamin in Baum­ stammform aus scharriertem Beton: Das Gagarin House I entwarf Marcel Breuer 1956 für eine Fa­ milie mit vier Kindern, die oft auf den Terrassen und im riesigen Garten Partys feierte. Die wunder­­­bare Substanz wurde mit großem Respekt renoviert.

C o n n e c t i c u t L a n d h a u s US W F 4 2 0 m 2 3 , 8 M i o .  U S D madonnaphillipsgroup.com

Ostseeperle Die Villa Schwan ist Teil des klassizistischen Ensembles im Seebad Heiligendamm, be­ rühmt für sein mildes Klima. Sie entstand um 1860; nun wird sie, wie die anderen schaumweißen Baudenkmäler entlang des Strands, aufwändig restauriert – zu edlen (Ferien-)Domizilen der Luxusklasse. H e i l i g e n d a m m Wo h n u n g e n D E W F a b 9 9 m 2 a b 1 , 8 8 4 M i o .  E U R dwsam.de

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Immobilien 2 0 1 9   /   2 0

Tropical Box Zurück zur historischen Breezeway-Architektur wollte das Gestalterpaar Brillhart: 2014 entstand die reduzierte Wohnbox, die Stahlstelzen und Stufen schweben lassen. Deckenhohe Schiebetüren als Längsseiten verwischen die Grenzen zwischen innen und außen. Die Terrasse lässt sich mittels Lamellenläden aus Rotzeder schließen: gegen Sonne, Regen und für größere Intimität. Innen setzt sich die klare Geometrie perfekt fort: rechts ein open plan-Bereich zum Leben, links zwei Schlafzimmer mit anschließenden Bädern.

Fr a n k f u r t A p a r t m e n t s DE W F 8 7–2 2 0  m 2 Preis auf Anfrage 1 6 0 p a r k v i e w. d e

Hoch über dem Park Das mit 96 Metern höchste Wohngebäude im West­end entsteht in begehrter Citylage am Grüneburgpark. Der größere der beiden von KSP Jürgen Engel Architekten elegant umgestalteten Türme bietet auf 26 Etagen 129 lichte, luxuriöse Apart­ments mit unverbaubaren Panoramablicken auf die Sky­line und die Natur ringsum: Spessart, Taunus, Odenwald. 12

Fotos: Claudia Uribe; Renderings: Dr. Than Immobilien (2); Urheber- und Reproduktionsrechte: Serge Mouille, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

M i a m i B u n g a l o w US W F 1 4 0  m 2 1 , 7 8 M i o .  U S D brillhar thouse.com


Mid Mod beim Meer André Lefèvre-Devaux war der Meister einer „Architektur des Verschwindens“: Seine Bauten verschmelzen mit der Landschaft – auch dieses Meisterwerk von 1972 am Cap Bénat. Lokaler Stein und Holz prägen den minimalistischen Bau mit maximalen Ausblicken von der riesigen Dachterrasse und den Veranden. Der über 2800 Qua­dratmeter große Garten am Kliff mit Stufen bis zum Strand wurde von Jean Mus angelegt. P r o v e n c e H a u s FR WF 236 m2 Preis auf Anfrage l e x p l o r e u r. c o m

B e r l i n Wo h n u n g D E W F 1 6 4  m 2 1, 235 Mio. EUR fantasticfrank.de

Klassiker der Gründerzeit Rarität in Charlottenburg, ums Eck vom Lietzensee: Stuck, Eichenparkett, geölte Dielen, Bleiglas, Flügeltüren, Spros­ senfenster und Wandtäfelungen – diese historischen Elemente wurden perfekt aufgearbeitet und gehen mit der neuen Küche und dem En suite-Bad eine Stilsymbiose ein. Weiter Hauptstadtblick vom Westbalkon dank viertem Lift-Stock.

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Fotos: L’Exploreur; Arnt Haug (2); Sweden Sotheby’s International Realty; Khuong Nguyen /  Fantastic Frank; Urheber- und Reproduktionsrechte: Le Corbusier, © F.L.C. /  VG Bild-Kunst, Bonn 2019

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Juwel an der Alster

Idyllisch gelegen auf der Uhlenhorst und mit eigenem Wasserzugang vom Südgarten: Am Feenteich steht eine Villenperle im viktorianischen Stil mit 17 Zimmern. 1860 entwarf sie Auguste de Meuron, Urgroßvater des Elbphilharmonie-Architekten. Nahezu alle Details sind erhalten, auch der CarraraBoden im Foyer, alles Technische ist saniert.

Hamburg Villa DE WF 6 52 m2 Preis auf Anfrage h a m b u r g - s o t h e b y s r e a l t y. d e

Der private Archipel

S ö d e r h a m n S c h ä r e n - A n w e s e n SE W F 2 1 5  m 2 1,39 Mio EUR s o t h e b y s r e a l t y. c o m

Das Ostseeinselchen Gåsharskäret umfasst nur 1100 Quadrat­ meter. Sensibel und kleinteilig angelegt, splitten sich Wohn- und Nutzflächen auf fünf Gebäude. Auch ganzjährig nutzbar dank Sauna, Hot Tub, Specksteinöfen und Fußbodenheizung – dazu Öko-Klos von Cinderella. Eigener Bootsanleger auch am 100 Meter entfernten Festland.


Burgund, grünes Land Alles in XXL auf 235 Hektar Grund: Der Landschaftspark umfasst vier kleine Seen und einen Wald – sowie gleich zwei Golfplätze samt Clubhaus. Und natürlich das gewaltige Schloss mit Kapelle und zig Schlafgemächern. Nebenan: Glockenturm, Herrenhaus, Reitplatz, Scheune, dazu geräumige Nebengebäude. Im Inneren der neogotischen Schönheit aus dem 19. Jahrhundert muss zwar vieles restauriert werden, jedoch ist die Grundsubstanz noch immer herausragend. Ein Grand Cru der Region! 16

Eine märchenhafte Steintreppe rankt sich durch das Château; die prächtige Bibliothek und die eigene Kapelle dienen der Kontemplation, der Pool beim Herrenhaus der Entspannung.

Burgund Schlossanlage FR W F 9 0 0 0  m 2 7, 4 2 M i o .   E U R christiesrealestate.com

Fotos: Maxwell-Baynes Real Estate, affiliate of Christie’s International Real Estate

Immobilien 2 0 1 9   /   2 0


Immobilien 2 0 1 9   /   2 0

Highest Standards Am Broadway ragt seit 1913 das Woolworth Building 241 Meter empor. Es wurde als „Kathedrale des Kommerz“ und Weltwunder gefeiert; seine opulenten Fassadenornamente verbrauchten rund 7500 Tonnen Terrakotta. Nun werden in den oberen 30 Etagen aus alten Büros 32 neue Luxusapartments – gekrönt vom Penthouse, das 900 Quadratmeter auf fünf Ebenen in der Turmspitze umfassen wird.

Klassische Schönheit … Harmonie, das Streben nach Vollkommenheit: Dieses Ideal einer südlichen Villa vereint Hafen-, Meerund Bergblick, Nähe zum Trubel in Port d’Andratx und Leben im Stillen auf einem 4,5 Hektar-Grundstück mit riesigen Terrassen. Makelloser Zustand der fünf Schlafzimmer und fünf Bäder, Top-Küche. Pool und zauberhaftes Outdoor-Barbecue; Dreifachverglasung und Klimaanlage. Mallorca Sonnenhaus ES W F 7 2 0  m 2 16,9 Mio. EUR firstmallorca.com

Fotos: Travis Mark (2); José Luis Zarauz /  F irst Mallorca (2)

N e w Yo r k Hochhaus-Apar tments US W F a b 1 2 0 m 2 Preis auf Anfrage t h e w o o l w o r t h t o w e r. c o m


Design Summit Design Award 2019

How to Live/ Sustainable Elegance The greener living summit: how stylemakers can help craft a better future.

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Immobilien 2 0 1 9   /   2 0

Originale Böden aus diversen regionalen Natursteinen (g. li.) erden die bis vier Meter hohen Räume. Im Obergeschoss befinden sich vier Schlafzimmer, unter dem Dach drei weitere.

La villa è bella Ein wirkliches Kleinod zwischen Mailand und Turin in der Po-Ebene: Die Villa Corrado selbst (u.) ist in fabelhaftem Zustand mit vielen fantastischen Baudetails – das 350 Qua­dratmeter große Gästehaus dagegen, aktuell noch ein raues Loft, wartet darauf, wachgeküsst zu wer­den. Romantisch angelegtes Parkareal mit drei herrlichen Terrassen.

Fotos: Fantastic Frank

Piemont Landsitz I T W F 7 5 0 m 2 1 , 8 M i o .  E U R fantasticfrank.it


Reif für diese Insel

Ibiza Inselhaus ES WF 703 m2 Preis auf Anfrage chris tie sreale s tate.c om

Makellose Proportionen vermählte der belgische Formenzauberer Bruno Erpicum mit raffinierten Materialien. Das riesige Raumvolumen ist klar gegliedert, der ­Beton aufgelockert durch warmtonige Holzeinbauten. Mit dem Gästeannex, den Terrassen und subterran-kühlen Nutzräumen (Kino, Gym, Spielezimmer) stehen fast 1000 bebaute Quadratmeter zur Verfügung. Auf dem Grundstück von sechs Hek­tar liegt eine Plantage mit Feigen, Kiwis, Granatäpfeln und Zitronen.

Fotos: Estela Exclusive Homes (4); Legat Living (2); Urheber- und Reproduktionsrechte: Le Corbusier, © F.L.C. /  VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Dem Kunsthimmel so nah … sind die Barer Höfe in Münchens Maxvorstadt – die zehn eleganten Eigentumswohnungen liegen nur einen Steinwurf entfernt vom Museumsareal mit seinen Pinakotheken. Ihr Äußeres ist von minimalistischer Klarheit, die sich im Inneren in den großzügigen, offen gestalteten und lichtdurchfluteten Räumen fortsetzt. Der abgestufte Baukörper schafft exklusive Südwest-Terrassen und verwandelt das Wohnobjekt in einen spannungsvollen Rückzugsort. 

München A par tments DE W F 6 7 b i s 1 8 1  m 2 Preis auf Anfrage le gat-living.de

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Connecticut Landhaus U S W F 5 2 2  m 2 7, 8 M i o .  U S D s o t h e b y s r e a l t y. c o m

Wiley House ist quasi ein Cousin von Philip Johnsons nahe gelegenem eigenen Wohnsitz: ein verglaster, fast fünf Meter hoher Würfel, der versetzt über ein Sockelgeschoss aus Feldsteinen auskragt – unten die Schlafräume, oben Kochen, Wohnen, Essen. Ein in den Hang gebautes Poolhaus ergänzt das kreis­ runde Schwimmbecken. Uralte Hickory-Bäume um­ ringen das 2,5 Hektar große Anwesen von 1952.

B e r k s h i r e L a n d h a u s UK W F 4 2 0 m 2 3 , 2 5 M i o .   G B P themodernhouse.com

Stallschick „Der wahrscheinlich coolste Stall von England“, schrieb die „Times“ über diesen Umbau, der mit brillantem Ma­terialeinsatz realisiert wurde: Schwar­zer Stahl, polierter Beton, Valchromat und Tadelakt bieten Balken, Backstein und viktorianischen Fenstern Paroli. Top-Schulen in der Nähe.

Fotos: Lane Coder, Courtesy William Pitt Sotheby’s International Realty; Simon Upton /  B anda Property; Taran Wilkhu /  B anda Property; The Modern House; Urheber- und Reproduktionsrechte: Pierre Jeanneret, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Lichtgedicht


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Best of Bayswater Die Platanen am Leinster Square wurden noch zur Zeit von Queen Victoria gepflanzt – auch die schmalen, hohen Townhäuser entstanden damals. Nun wird ein Septett in einer row saniert und neu definiert als 15 luxuriös-­individuelle Wohnungen, darunter zwei Penthouses und fünf Maisonetten. Ein weiterer Coup des jungen britischen Boutique-Developers Edo Mapelli Mozzi.

Fotos: xxxxxxxxxx

L o n d o n Wo h n u n g e n U K W F a b 2 2 0 m 2 a b 5 , 9 M i o .  G B P 1 3 -1 9 l e i n s t e r s q u a r e . c o m

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Immobilien 2 0 1 9   /   2 0

Stilelite am Ufer Euroboden, Entwickler ambitionierter Architekturen, zeigt das neue Berliner Büro.

E

ine Biografie, so wechselvoll wie der Plot einer Netflix-Saga: Das Palais Eger durchlief in bald 140 Jahren diverse Metamorphosen; heute dient es dem Immobilienentwickler Euroboden als Berlinrepräsentanz und verknüpft wie­ dererweckte Pracht mit zeitgenössischer Finesse. Rückblende: Als Architekten noch unverzagt mit opulenten Formen spielten, entstand 1881 diese dekorverliebte Villa. Sie barg bloß zwei Wohnungen übereinander, doch die umfassten je 17 Zimmer. Täfelungen aus Eiche, Intarsienparkett, fein geschnitzte Holzdecken, Verkleidungen aus Carrara-Marmor – die Gebrüder Eger, reiche Holzhändler, ließen sich ihr Domizil am Landwehrkanal sagenhafte 300 000 Goldmark kosten. Doch schon 1924 wurde massiv umgebaut: Aufstockung um sechs Etagen! Büros zogen ein, in den 50ern Umnutzung u. a. zur Schneiderei, in den 70ern zum Arbeiterwohnheim, 20 Jahre später zur Flüchtlingsunterkunft – in jeder Etappe deckten mehr Schichten das Schöne zu. Dann die Erlösung: 2001 wurde der heruntergekommene Bau saniert. Heute: Im Hochparterre residiert nun Euroboden; mit dem Londoner Büro David Kohn Architects und Nord Studio entstand ein fulminanter Mix aus Office, Showroom Markant ist der flächiund Salon. Die DNA des 1999 gegründe- ge Farbeinsatz (o. li. ten Unternehmens materialisiert sich in und o.): Jeden Raum prägen zwei Wandtö­der zeitlosen Modernität des Interieurs: ne und erzeugen so – Leuchten von Viabizzuno und Flos setzen als Reinterpretation die his­torische Hülle wie das heutige Mo- der klassischen Täfe­ lung – stark kontrasbiliar von Desalto, Vitra, Knoll und Pausti- tierende Stimmungen. an ebenbürtig in Szene. Eine neue aufre- Links: Tisch „Clay“ von Desalto im Foyer; gende Staffel im Architektur-Streaming Car­lo Scarpa entwarf der Berliner Baukultur! den prächtigen Lüster.

Fotos: Hiepler, Brunier; Planmaterial: David Kohn Architects

Te x t B e t t i n a S c h n e u e r


Einst Speisezimmer, heute Loungesalon: Originale Holzelemente, geschnitzt und bemalt, rahmen oben das Modulsofa von Paustian. Unten: Arbeitsräume zum Landwehrkanal mit Arbeiten von Hubertus Hamm.

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Texanische Hochzeit Bei zwei Luxusprojekten in Houston trifft italienisches „fatto a mano“ auf den American Way. Eine starke Allianz! Te x t L a r i s s a B e h a m

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Fotos Div ya Pande


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Oben: Ab ins Gästehaus! Wo heute die Küchenvorrichtungen hinter Giorgettis Holzverkleidung verschwinden, befanden sich ursprünglich Stallungen. Hier waren Pferde, Hühner und Ziegen untergebracht. Unten ein Blick ins Wohnzimmer: Das ShakerBlau­grau der Wände („Stormy Sky“ von Benjamin Moore) nehmen die Stühle „Mobius“ und das Sofa „Urban“ in ihren Bezügen und der Teppich „Match“ in seinem Dessin auf. Die angrenzende Veranda (linke Seite) entstand nach Originalplänen von 1909.

D

er Pas de deux der signalroten Kunststoff-Mohnblüten vor der Ostfassade verrät das Bündnis bereits: Die skulpturalen Lampenschirme zweier Außenleuchten umtändeln einander, wie es jahrhundertelang die Alte und die Neue Welt taten. Wie Italien und Texas. Hier, in #6 Courtlandt Place in Houston, ließ sich ein Investmentbanker 1909 eine prächtige Villa in der Hochzeitstorten-Ästhetik des Kolonialstils bauen. Sie gehörte zu einem elitären, privaten Straßenzug, der etwa zeitgleich entstand und in großen Teilen noch heute erhalten ist. Doch die eigentliche transatlantische Liebesgeschichte, von der die Rede ist, begann vor acht Jahren mit einem Sessel der italienischen Möbelmanufaktur Giorgetti: dem ikonischen „Progetti“. Den hatten die Immobilienentwickler Jerry Hooker und Jacob Sud­ hoff für das Foyer ihres damaligen Zuhauses ausersehen. „Er war bald das Stück, über das alle Besucher sprachen“, erinnert sich Hooker. Einige Zeit später entwarf das Paar, Hooker ist der Interior-,


Immobilien 2 0 1 9   /   2 0

J e r r y H o o ke r

„Das Haus hat Platz für viele Kinder!“ Und hinter weißen Stäben – eine Welt! Das Treppenhaus mit den gedrechselten Holzstreben (re.) lässt an die luftige Schlichtheit des New England ­Style denken. Auch die Holzverkleidungen in der Küche (unten, Geräte von La Cornue und Gaggenau) erinnern daran – sind aber made by Giorgetti. Im Esszimmer (re. S.) gibt es: Poesie an der Wand. David Zalbens Werk war ein Geschenk von Hooker an Sudhoff. Hinter dem Esstisch „Mizar“ mit „Diana“-Sesselchen leh­nen die XXL-Aquarelle „Piety“ und „Desire“ von Cornelia White Swann. Von der kassettierten Decke schwebt der Lüster „Kendama“.

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Italienische Momente: Am antiken Frühstückstisch (li.) mit geschnitzten Hundeköpfen – ein Erbstück von Jerry Hooker – parlieren Giorgettis „Ale­xa“-Stühle. Darüber strahlt der „Yellow Traveler“ von Yvan Genest. 360 Grad-Vision: Jedes der fünf Bäder ist mit einer anderen Marmor­s orte ausgekleidet. Beim Masterbath­room (rechts) fiel die Wahl auf Arabescato (Hookers Lieblingssorte) und eine frei stehende Wanne von MTI.

Sudhoff der Immobilienexperte, ein Konzept, um Eigentumswoh­ Küche, über Terrassenmöbel bis hin zu Accessoires, die Atmo­ nungen in Houston zu bauen – und einzurichten. Der Stil sollte sphäre schaffen. Dank unserer Erfahrung und dem Können un­ dem einer einzigen Marke folgen. Dem von Giorgetti. „Es war eine serer Designer und Handwerker hat Giorgetti hier alle charakte­ Herzensangelegenheit von Jacob und mir“, rekapituliert Hooker. ristischen Details des Projekts bestimmt.“ Die Begeisterung von „Wir fanden den Baugrund im Upper Kirby District, entwickel­ Hooker und Sudhoff für die formvollendeten Schwünge und Kan­ ten das Konzept zu einem siebenstöcki­ ten von Giorgetti flutete schließlich gen Haus, stellten es in Italien vor – und auch ihre persönliche Umgebung, mehr J e r r y H o o ke r ­Giorgetti Houston war geboren.“ noch: ihr Zuhause. 2016 gelang es Hoo­ Anders als bei vergleichbaren Objek­ ker mit viel Überredungskunst, den Ei­ ten, die mit dem Attribut „branded“ wer­ gentümern von #6 Courtlandt Place das ben, hat Giorgetti nicht nur Maßanfer­ Haus abzuringen, in das er sich schon tigungen für das Interieur entwickelt, mehr als zehn Jahre zuvor verguckt hat­ sondern auch der Architektur Giorgettis te. „Das Gebäude war kurz davor einzu­ Formensprache aufgeprägt. So spielen et­ stürzen. Wir trugen es bis auf die rohen wa die Proportionen der Fassade mit den Grundmauern ab und rekonstruierten Vorgaben, die das „Origami“-Sideboard den Großteil nach dem historischen von Giorgetti macht. Innen tragen Schrankbauten und Wand­ Vorbild“, berichtet Hooker. Das Unterfangen verschlang zwei Jahre elemente die Signatur der Firma aus der lombardischen Brianza. Bauzeit und das Doppelte des vorgesehenen Budgets. Giovanni del Vecchio, CEO von Giorgetti, formuliert es so: Man beließ es bei wenigen architektonischen Abwandlungen: „Bei Giorgetti Houston zeigen wir, wie sich moderner Lifestyle Allein ein Laubengang wurde der früheren Remise einverleibt. durch traditionelles Handwerk realisieren lässt. Bei uns wird je­ Stuckarbeiten, das Holzdekor und die Details von Balustraden, des einzelne Stück entworfen, um einen Raum zu definieren, eine Simsen und Dachvorsprüngen entstanden dafür umso minutiöser 360 Grad-Vision zu geben – vom Herz eines jeden Hauses, der nach den Originalplänen. Die Recherche und das Interiordesign in

„Unsere Muse? Das war sofort klar: Italien!“

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Immobilien 2 0 1 9   /   2 0

Vor dem originalen Kamin aus Marmor und Holz von 1909 stehen sich die beiden Canapés „Drive“ auf dem Seidenteppich „Mirror“ ­g egenüber; in dieser kühl-grausilbrigen Art déco-Atmosphäre wir­ ken die „Lady“-Sesselchen vor den hohen Sprossenfenstern wie Sonnenkringel. Fein restaurierte Stuckfriese und Sockelleisten lassen die Jahrhundertwende-Grandezza des Hauses neu aufscheinen.

Transatlantischer Pakt

Jerry Hooker (links, stehend) ist eigentlich Landschafts­architekt. Er wollte früher Golf­p lätze bauen. Jacob ­S udhoff (li., sitzend) arbeitete am 9/11 Memorial in New York mit. Als Immobilienent­ wickler entwarfen und kuratierten sie jüngst den Luxus­komplex Giorgetti Houston und ihr Zuhause #6 Courtlandt Place. Die ­italienische Manufaktur Giorgetti (re. CEO Giovanni del Vecchio) ­lieferte für beide Projekte Möbel und Maßanfertigungen.

Zusammenarbeit mit Giorgetti übernahm Jerry Hooker, der als gelernter Landschaftsarchitekt auch den Garten gestaltete. „Ich mag ­einfache Pflanzen, die etwas Besonderes haben: wie Osman­ thus ­fragrans, ein Busch mit wunderbar duftenden Blüten, mit dem ich – versteckt gepflanzt – den ganzen Garten parfümiert habe.“ Drinnen stehen dem Paar, ihrer acht Monate alten Tochter ­Brinley und den Hunden Bella und Buddy beinahe 1000 Quadratmeter zur Verfügung. In etlichen Räumen ist 180 Jahre alte französische Eiche verlegt, an den Wänden hängt zeitgenössische Kunst. Die Gemälde setzen dem Weiß, dem lichten Taubenblau oder sanften Seegrün der Räume kräftige Farbflächen entgegen. In den fünf Badezimmern herrscht jeweils eine andere italienische Marmorsorte vor. Und viele der Lichtinstallationen im Haus sind, wie auch die Mohnblumen-Leuchten vor der Wohnzimmer-Veranda, von Viabizzuno: „In puncto Licht sind sie einfach die Besten. Überhaupt sind wir besessen von italienischen Produkten. Giorgetti ist und bleibt unsere absolute Kultmarke. Gerade weil sie ihr tradi­tionsreiches Handwerk immer weiterentwickeln, hin zu höchstem Komfort – das ist ideal für unseren Altbau. Alles wirkt warm und einladend.“ Das gilt auch für die eiförmige Korbwiege, die Giorgetti eigens für die kleine Brinley entwarf. Ihr bronzener Sockel in Form eines Stahlträgers ist eine Hommage der Italiener an die beiden Väter und ihre Arbeit im Baugewerbe. 31


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