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die zeit s chr if t d er act i v e c o mmunic at io n g mb h

aus g a b e d e zemb er 2010

Froh alle e Weih s Li ebe nachte nu und Gut nd f端r e... s ne u

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inha lt.

Editorial

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Bericht ALUNA

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Mit Symbolen geht’s einfacher

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Rückblick UK-Symposium 2010

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UK Safari 2011

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Kurskalender 2011

I M P R E S S U M Ausgabe 03 / 2010 Redaktion Active Communication GmbH Sumpfstrasse 28 6300 Zug layout SIDLERDESIGN, Cham Fotos Active Communication GmbH

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Jegliche Kopie des Inhaltes, auch nur Auszugsweise, ist nur mit Genehmigung der Redaktion erlaubt. Die in der Zeitschrift veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Warenzeichen sind Eigentum der betreffenden Firma. Aus Gründen der guten Lesbarkeit unserer Texte haben wir auf die Aufführung beider Formen, der weiblichen und männlichen, verzichtet. Selbstverständlich sind immer auch weibliche Personen gemeint. Wir bitten um Ihr Verständnis.


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edi tor i a l .

Fiore Capone Geschäftsführer Active Communication GmbH

Liebe AACtivity-Leserinnen und -Leser Mitten in dem Weihnachtstrubel tut es gut wieder einmal stehen zu bleiben, Inne zu halten und sich Gedanken zu machen ... ... über das Glück in der Schweiz zu leben. Menschen mit einer Behinderung haben hier sichere Sozialversicherungen, welche ihnen ein besseres Leben ermöglicht. In anderen Ländern wie Kolumbien ist das Angebot leider nicht so stark ausgebaut. Deshalb denke ich gerne an die Heilpädagogische Schule ALUNA in Kolumbien mit ihrem grossen Engagement Kindern mit einer Behinderung eine Perspektive zu geben. Dieser Schule konnte Active Communication eine grosse Freude bereiten in dem wir Hilfsmittel wie die Boardmaker Software gesponsert haben. Dankend haben wir Fotos und spannende Berichte erhalten, die erzählen wie gut sie den Boardmaker im Alltag einsetzen können und dass sich dadurch Vieles für sie verändert hat. ... über die Barrieren in der wir in unserer Welt täglich begegnen. Denn kommunizieren kann nicht nur für Menschen mit einer eingeschränkten Lautsprache ein Hindernis sein. Im humorvollen Bericht mit dem Titel «mit Symbolen geht’s einfacher» erfahren Sie mehr darüber.

... über das vergangene Jahr. Dabei denke ich besonders gerne an das 2. UK-Symposium zurück. Es war ein sehr spannender Event und es freut mich sehr, dass das Thema Unterstützte Kommunikation so viele Menschen bewegen kann. ... über die Zukunft. Neugierig schaue ich auf das folgende Jahr und sehe die tolle Safari, die Active Communication vor sich hat. Auch Sie sind eingeladen diese Safari zu begleiten, dass Sie neue Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation (UK) entdecken. Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und auch ein wenig Zeit, ab und zu einen Moment inne halten zu können.

Im Namen des Active-Teams

Fiore Capone


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Un t er s t ü t z t e Kommunik at ion im Heilpä dago gi s chen Bildung s zen t rum A LUN A .

Die schöne Seite von Cartagena de Indias.

ALUNA ist ein Heilpädagogisches Bildungszentrum für rund 500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer geistigen Behinderung in Cartagena de Indias, Kolumbien. Gegründet wurde es 1999 von Pascal Affolter, der heute Rektor der Schweizer Schule in Bogotá ist. Von 1996 bis 1999 organisierte Pascal Affolter im Auftrag für die Grupo Colombo-Suizo (www.grupocs.org) Kurse in Heilpädagogik für angehende Lehrer. Diese Kurse und weitere Weiterbildungsanlässe fanden in Zusammenarbeit mit der Universität in Cartagena statt. Cartagena Cartagena de Indias liegt an der Karibikküste und ist eine Stadt mit über einer Million Einwohnern. Man schätzt, dass 70 % der Bevölkerung unter Armutsbedingungen leben, eine verlässliche Volkszählung besteht nicht und es ziehen täglich Menschen in die Stadt, die auf der Flucht vor den bewaffneten Konflikten im Land sind. Das historische Zentrum mit seinen wunderschönen und gut gepflegten Kolonialbauten wurde 1985 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Cartagena ist mit seinen Stränden, dem historischen Zentrum wichtigster touristischer Anziehungspunkt des Landes. Die Stadt hat zwei Gesichter, ein sehr reizvolles, gastfreundliches und ein trauriges von Armut geprägtes. Leitgedanken zu unserer Arbeit in Cartagena Wo Armut und Behinderung aufeinandertreffen entsteht eine besonders ausweglose Situation. Wir vertreten «Pedagogía Especial» (Heilpädagogik) als eine Theorie von Erziehung und Förderung all jener Kinder und Jugendlichen, die aus persönlichen oder sozialen Gründen einer entsprechend besonders qualifizierten pädagogischen Zuwendungen bedürfen, die über den Rahmen der «Normalpädagogik» hinausgeht. Wir unterstützen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger und mehrfacher Behinderung, sowie von Randständigkeit bedrohte Kinder. Für diese existiert im öffentlichen Erziehungswesen lediglich ein sehr begrenztes Angebot. Wir vertreten eine Heilpädagogik, in der es die Würde des Menschen zu achten und zu schützen gilt. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es uns wichtig, dass wir die Arbeits- und Praktikumstellen

kolumbianischen Berufsleuten und Studenten zur Verfügung stellen und damit auf Volontärarbeit von Ausländern verzichten. Die einzige Ausnahme bilden Einsätze von Schweizer Fachpersonen zur Weiterbildung des einheimischen Teams. Seit der Gründung von ALUNA war die stetige Weiterbildung des pädagogisch-therapeutischen Teams eine der Grundlagen für den Aufbau der Institution. Die Grupo Colombo-Suizo engagiert darum regelmässig Fachleute aus der Schweiz , die zu bestimmten Themen praktische und theoretische Weiterbildungen durchführen. Zusätzlich zu den Facheinsätzen unterstützt ALUNA seine Mitarbeiter auch beim Besuch von Weiterbildungsangeboten an lokalen Ausbildungsinstituten. 2006 leistete Frau Iren Schrama einen sechsmonatigen Facheinsatz und bildete das Lehrerteam in den Themen der geistigen und mehrfachen Behinderung aus. Einen Schwerpunkt ihres Facheinsatzes bildete die Unterstützte Kommunikation. Die Firma Active Communication hat ALUNA eine spanische Version des Boardmakerprogramms zur Verfügung gestellt. Für die Einführung der Unterstützten Kommunikation war das Boardmakerprogramm ein sehr wichtiges Instrument, das von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit fünf Jahren rege eingesetzt wird. Eine Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich intensiv in die Unterstützte Kommunikation eingearbeitet haben, stehen heute dem Gesamtteam von hundert Personen beratend zur Verfügung. Im ersten Semester 2010 machte Lukas Riedo, Schulischer Heilpädaogoge, einen Facheinsatz in ALUNA und konnte mit einer neuen Version des Boardmakerprogramms, die Unterstützte Kommunikation mit den ALUNA-Mitarbeitern weiter vertiefen. Auf den folgenden Seiten berichtet er selbst über seine Arbeit. Der Firma Active Communication danke ich im Namen der Grupo Colombo-Suizo de Pedagogía Especial und im Namen des ganzen ALUNA-Teams sehr herzlich dafür, dass sie unsere Arbeit mit den Spenden des Boardmakers unterstützen.

Ursula Schläppi, Pädagogische Leitung ALUNA


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Fachein s at z in A LUN A . v o n Lu k a s R i e d o

Während meines sechsmonatigen Facheinsatzes in ALUNA arbeitete ich unter anderem mit dem CAA-Team (comunicación aumentativa y alternativa, deutsch: Unterstützte Kommunikation) zusammen. Gemeinsam organisierten wir Weiterbildungen für das Gesamtteam von ALUNA, gründeten eine Arbeitsgruppe bestehend aus Lehrpersonen und TherapeutInnen und arbeiteten im Schulalltag gemeinsam mit den Kindern mit Schwierigkeiten in der Kommunikation. Die zwei Lehrerinnen, die hauptverantwortlich für die Unterstützte Kommunikation in ALUNA sind, bieten sowohl kleine Werkstätten für die ganze Klasse an wie auch Förderunterricht von 30 Minuten mit einzelnen Kindern. Ein ganz grosses Ziel ist es, dass die Lehpersonen die Inputs der Werkstätten und die Ideen der CAA-Verantwortlichen im Schulalltag übernehmen. Aus Gründen der Infrastruktur sind die CAA-Verantwortlichen auch für die Herstellung aller Boardmakersymbole verantwortlich. Die Lehrpersonen haben also die Möglichkeit, die Materialien bei der CAA-Gruppe zu bestellen. Für das Laminieren ist eine in der Werkstatt für Erwachsene betreute Frau verantwortlich, die diese Arbeit einmal pro Woche einen halben Tag verrichtet.

Ein wichtiges Instrument für Sonderschulen sind die Piktogramme des Boardmakerprogramms.

Ein Ziel meines Facheinsatzes war es, die Gebärden in ALUNA den Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung anzupassen. Bisher haben sie sich mit der Gebärdensprache der Gehörlosen Kolumbiens verständigt. Da diese jedoch für die SchülerInnen mit einer geistigen Behinderung in ALUNA sehr komplex ist, haben wir gemeinsam mit der CAAGruppe zentrale Begriffe herausgesucht und diese dann einfacheren Gebärden zugeordnet. Als Referenz für die Auswahl der einzelnen Gebärden bezogen wir uns auf die Gebärdensammlung der kolumbianischen Gehörlosensprache, diejenige der Stiftung Tanne wie auch auf die Gebärden von Anita Portmann für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Gemeinsam haben wir diese durch Fotos dokumentiert und jeweils 5 Gebärden an der wöchentlichen Mittwochssitzung vorgestellt. Nebst der Vereinfachung der Gebärden ging es auch darum, dass nicht ganze Sätze gebärdet werden müssen, sondern vor allem die zentralen Begriffe lautsprachlich unterstützt gebärdet werden. Zur Sensibilisierung des Gesamtteams haben wir jeden Monat eine Weiterbildung von je einer Stunde für alle Lehrpersonen organisiert. Hier ging es darum, den Lehrpersonen die Wichtigkeit der unterstützten Kommunikation zu vermitteln. Es ging sowohl

Die Gebärde für «Zähne putzen».

Spielsituation mit Boardmakermaterial.

darum, die Gebärden für Menschen mit einer geistigen Behinderung anzupassen, als auch die Möglichkeiten das Boardmakerprogramm vorzustellen und einzuführen. Wir haben den Lehrpersonen auch aufgezeigt, dass man auf verschiedenen Ebenen arbeiten kann, vom konkreten Gegenstand als Gegenstand der Kommunikation bis zur abstrakten Schrift. Ein wichtiges Instrument für Sonderschulen sind die Piktogramme des Boardmakerprogramms. Da die Piktogramme auch beschriftet sind, kann man sie auf verschiedenen Ebenen brauchen. In den folgenden Abschnitten möchte ich einige Beispiele aufzeigen, wie das Boardmakerprogramm im Alltag umgesetzt wird.


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Fachein s at z in A LUN A . v o n Lu k a s R i e d o

Beim Singen in der Bienvenida (Morgenkreis) Der Schulalltag beginnt in jeder Aula mit der Bienvenida. Hier wird vorwiegend gesungen. Damit die Kinder, die nicht sprechen können auch die Möglichkeit haben, ein Lied auszuwählen, haben wir von der CAA-Gruppe Boardmakersymbole gestaltet, die den Liednamen oder den Kerninhalt symbolisieren. Je nach Alter und Schweregrad der Behinderung werden den Schülern zwei oder mehrere Boardmakerkarten zur Auswahl gegeben. Zu den Bordmaker-Karten wurden auch zu jedem Lied einige wenige einfache Gebärden eingefürhrt. Dies ermöglicht den Kindern, aktiv am Singen teilzunehmen.

kann man sehr verständlich mit den Bildern darstellen. Einzig als die Lehrperson das Bild der Mango des Boardmakerprogramms sah, war sie nicht zufreiden. Dieses Bild würden die Schüler der Karibikküste nicht erkennen. Umso glücklicher war sie, als sie die Funktion des neuen Programms entdeckte, bei der es nun möglich ist, selber Fotos einzufügen.

Tagesstruktur transparent machen Damit die Schüler auch genau wissen, was am jeweiligen Schultag alles gemacht wird, haben wir die Tagesstruktur in einzelnen Klassen eingeführt. Jeweils am Anfang des Schultages in der Bienvenida (Morgenkreis) werden die einzelnen Aktivitäten des Tages entweder mit Boardmakersymbolen, Fotos, oder konkreten Gegenständen und je nach dem mit der dazugehörigen Gebärde vorgestellt. Wie auch in einer Regelklasse, wird den Schülern den Stundenplan des Schulalltags vorgestellt. Die Arbeit mit der Tagesstruktur ermöglicht den Kindern eine bessere Organisation sowie eigene Wünsche durch Gebärden oder anhand der Boardmakersymbolen zu äussern. Rezepte In der Aula Calidad de vivir (Wohnschule) machen die Jugendlichen und Erwachsenen jeweils die Merienda (das Zvieri) selber. Nun haben wir die Rezepte dazu jeweils mit Boardmakersymbolen gestaltet, damit sie es auch selber lesen können und die Meriendas immer selbständiger zubereiten können. Wir haben uns für die ersten Wochen auf 5 «Menus» beschränkt. Der Fruchtsalat eignet sich besonders gut für die Herstellung eines Rezeptes mit Boardmakersymbolen. Die Früchte, das Schneiden und das Hineingeben der Früchte in eine Schüssel

Die Lehrperson und Verantwortliche der Unterstützten Kommunikation erläutert die Aktivitäten des Tages.

Ausserdem werden in Calidad de vivir verschiedene Werkstätten durchgeführt. Es werden Kleider gewaschen, geputzt, aufgeräumt, Handarbeitsateliers, Sportateliers, Kochateliers und andere Angebote durchgeführt. Die Lehrpersonen teilen die 15 Erwachsene jeweils in zwei oder mehr Gruppen ein und ausserdem verrichten sie auch einzelne Ämtlis. Dies war an der Wandtafel jeweils angegeben, jedoch in Schriftsprache. Da sie aber nicht lesen konnten, war dieses System überhaupt nicht adäquat. Anhand des Boardmakers und den Fotos der Erwachsenen konnten wir die Tafel so gestalten, dass sie selber schauen konnten, mit wem sie heute in der Gruppe sind, was sie für eine Werkstätte machen und ob sie heute ein Ämtli machen müssen. Kommunikationstafeln Es werden verschiedene Kommunikationstafeln den jeweiligen Bedürfnissen der Schülerinnen angepasst. Meistens kleben sie dem Schüler entsprechende Boardmakersymbole auf einen Karton und überziehen das ganze mit einer Klebefolie. Diese werden dann auch bewusst im Unterricht eingesetzt und je nachdem angepasst. Einem Schüler machten sie auch eine Kommunikationstafel mit Boardmakersymbolen. Da er im Bereich der Hände in seiner Bewegung sehr eingeschränkt ist, haben sie ihm eine Tafel gemacht, mit der er mit den Füssen kommunizieren kann. Aufgrund dieser Kommunikationstafel haben sie gemerkt, dass dieses Kind kognitiv stark unterschätzt wurde und folglich der Lehrplan für den Knaben neu gemacht werden musste, mit Anforderungen die seinen Fähigkeiten entsprechen.


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Mi t Sy mb olen geh t ’ s einfacher . v o n j e a n n e t t e f i s ch e r

Auch wenn die meisten Menschen über eine natürliche Lautsprache verfügen, wäre es dennoch gut in gewissen Situationen auf Methoden der Unterstützten Kommunikation zurückgreifen zu können. Denn wer kennt es nicht: man ist im Ausland und kann sich überhaupt nicht ausdrücken. Klar, wir können uns mit Händen und Füssen verständigen, wie man umgangssprachlich so schön sagt, doch auch dies hat seine Grenzen. Wollen wir beispielsweise einem Araber oder jemandem im Iran mit Gesten mitteilen, dass alles in Ordnung ist machen wir eine Faust und zeigen mit dem Daumen nach oben. Für diese Kulturkreise ist diese Geste gleichbedeutend wie bei uns der «Stinkefinger», also Vorsicht auch mit Gesten.

Klar, könnten wir uns auch dazu entscheiden die wichtigsten Ausdrücke in der Landessprache zu lernen, bevor es ab in die Ferien geht. Ein guter Vorsatz, doch mit nur sehr wenig Wortschatz ist es auch schwierig nach dem Weg oder einem guten Restaurant zu fragen. Weiter sind auch wörtliche Übersetzungen der Muttersprache ein gutes Sammelbecken für Missverständnisse. Dieser Fehler unterläuft gar grossen Firmen wie das Beispiel am Inserat von Electrolux zeigt (siehe Box).

Viele bezeichnen heute Englisch als die Allerweltssprache und vergessen, dass es noch eine viel universellere Sprache gibt, für die auch nicht fremde Buchstaben und Schriften gelernt werden muss: Symbole. Wenn ich eine Toilette suche halte ich ganz automatisch Ausschau nach dem entsprechenden Symbol. Dies kann ich überall auf der Welt tun und gelange sicher immer in eine Damentoilette. Mit Symbolen können ganze Sätze gebildet werden und ob ich nun aus Frankreich, aus Japan oder aus dem Iran komme: ich verstehe es. Unterstützte Kommunikation könnten wir somit auch oft in den Ferien gebrauchen, so dass wir die Informationen bekommen, die wir möchten und nicht am Schluss die Menschen noch beleidigen, die uns nur helfen möchten. Lernen auch Sie die universelle Sprache der Symbole kennen. Seinen Ursprung hatten diese Symbole für die Unterstütze Kommunikation wohl bei den PCS-Symbolen (Picture Communication Symbols). Diese wurden 1980 von Roxie Johnson, einer Sprachtherapeutin aus Amerika, entwickelt. Sie gründete mit ihrem Mann daraufhin die Firma Mayer Johnson, welche dieses Symbolsystem in Form der Boardmaker Software bis heute herstellt. Heute gibt es weltweit viele verschiedene Programme und Symbolsammlungen wie Boardmaker, SymbolStix, Metacom und viele mehr. Falls Sie mehr über diese Symbolsammlungen erfahren möchten besuchen Sie www.activecommunication.ch

Beispiel Electrolux Dass man vor allem Werbetexte nicht wörtlich übersetzen sollte, zeigte sich in den 1960er Jahren bei der schwedischen Haushaltswarenfirma Electrolux, die ihre Staubsauger mit dem sehr bekannten Spruch «Nichts saugt wie ein Electrolux» in den deutschsprachigen Ländern bewarb. Leider wurde daraus für den englischsprachigen Markt: «Nothing sucks like an Electrolux», was vor allem in Amerika eher «Nichts ist so scheisse, wie ein Electrolux» bedeutet.


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Rüc k blic k UK- Sy mp o sium 2010. E i n B e r i ch t v o n S i by l l e W u n d e r l e

BARRIEREN IM KOPF(-STEINPFLASTER) Das Symposium für Unterstützte Kommunikation (UK) am 17. September 2010 stand unter dem Motto «Barrieren überwinden». An den Workshops und der Podiumsdiskussion nahmen über 200 Personen – Betroffene, Angehörige und Fachleute – teil. Die Tagung wurde von Active Communication (AC), einer Anbieterin für elektronische Hilfsmittel in der Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem buk (Büro für Unterstützte Kommunikation) organisiert. Die Ausstellung in den Vorhallen bot verschiedensten Firmen, Institutionen und Vereinen Raum für Information und Austausch.

In der Schweiz erfüllten wenige Lokale die baulichen und logistischen Voraussetzungen, einen Anlass dieser Art und Grösse zu veranstalten, eröffnete Ivan Zavagni, der Moderator von AC, das Podiumsgespräch am späteren Nachmittag. Behindertengerechte Zugänge seien in der Schweiz noch lange nicht selbstverständlich. Als Kompromiss mussten die Rollstuhl fahrenden Podiumsteilnehmer über den Hintereingang auf die Bühne gelangen. Hürden überwinden ... Ein eindrückliches Beispiel, welche Barrieren Menschen mit Behinderung überwinden müssen, zeigte der Erfahrungsbericht von Katrin Lemler, der Frau «die mit den Augen spricht». Ihr Vortrag wurde von einer Computerstimme gesprochen. Den Ablauf und die Illustrationen steuerte sie über Blickbewegungen. Öffentlichkeitsarbeit für Unterstützte Kommunikation ist für Katrin Lemler ein wichtiges Anliegen. Zu den Möglichkeiten von UK für Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen, die nicht über Lautsprache verfügen, gehören neben elektronischen Hilfsmitteln auch körpereigene Kommunikationsmöglichkeiten wie Gebärden, Bilder (Fotos und Piktogramme), Ich-Bücher, Symboltafeln und Schriftsprache.

Der erste Schritt fällt manchmal schwer. Zur Realität der Rollstuhl fahrenden Katrin Lemler, die rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen ist, gehört auch heute noch, dass ihr fremde Leute auf der Strasse mitleidig über den Kopf streicheln, oder ihr in bester Absicht beim Einkaufen Gummibärchen oder Wursträdchen zustecken. Gemäss ihrer Erfahrung sind die Barrieren in den Köpfen der Mitmenschen oft schwieriger zu überwinden als z.B. eine Bordsteinkante. Gefragt über ihren Eindruck von der Schweiz in Bezug auf Barrieren erzählte sie von einem Erlebnis auf der Zugfahrt: ihre offensichtliche Behinderung wurde beim Grenzübertritt angezweifelt mit dem Hinweis, dass der deutsche Behindertenausweis und somit das Billet für die begleitende Person in unserem Land nicht gültig sei! Dabei und während der Schlussdiskussion wurden Frau Lemlers Beiträge von einem Assistenten virtuos und beinahe ohne zeitliche Verzögerung übersetzt, wobei sie mit den Augen eine imaginäre Buchstabentafel anwählte.

... macht stark! Die Studentin der Erziehungswissenschaften nahm die Zuhörer mit ihrer lockeren und direkten Art für sich ein. Sie schilderte ihren Weg von einer Förderschule ans Gymnasium, ihre Berufswahl und welche Hindernisse sie dabei mit welchen Hilfen und Unterstützungen überwunden hatte. Die Umwege betrachtet sie aus heutiger Sicht als Chance, indem sie Zeit hatte, auszuprobieren, eigene Erfahrungen zu machen und Kontakte zu knüpfen, die ihr im zukünftigen (Berufs-) Leben zu gute kommen werden.

Wechsel und Übergänge gehören zum Leben Die Teilnehmenden verliessen das UK-Symposium mit einer Fülle von Ideen zur Förderung der Kommunikation und Lebensgestaltung in der Betreuung von Menschen mit motorischer und/oder kognitiver Beeinträchtigung. Mir persönlich wurde wieder einmal bewusst, dass zum Leben jedes Menschen Wechsel und Übergänge gehören. Deren erfolgreiche Bewältigung durch Interaktion mit anderen Menschen sowie der Umwelt ermöglicht Reifung und Entwicklung von Individualität und Identität.


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uk- s afar i 2011.

Das Active Jahr 2011 steht ganz unter dem Motto Safari. Sie mögen sich nun bestimmt fragen wie man im Hilfsmittelbereich auf ein solches Thema kommt. Safari hat bei Active Communication nichts mit Grosswildjagd oder Tourismus zu tun, sondern bedeutet, dass wir für Menschen mit einer Behinderung auf Entdeckungsreise gehen um immer bessere Lösungen zu finden.

Für Sie entdecken wir jeden Tag neue Möglichkeiten. Sie können Active Communication dabei unterstützen. Denn nur durch einen ständigen Erfahrungsaustausch und die Weiterverbreitung von Unterstützter Kommunikation (UK) können in der Schweiz die Möglichkeiten für Menschen mit ungenügender Lautsprache oder einer geistigen Behinderung noch weiter verbessert werden. Die Safari mit Active Communication beinhaltet viele neue Angebote und Produkte für 2011. Beispielsweise kommen wir im Rahmen von aimline vor Ort im nächsten Jahr kostenlos in Ihre Institution und bringen Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Thema UK etwas näher. Bei aimline on the Road kommen wir zu Ihnen und machen eine Präsentation zum Thema UK und Hilfsmitteleinsatz. Anschliessend können die Teilnehmenden in der Produktausstellung gleich Möglichkeiten für die konkrete Umsetzung im Alltag kennenlernen. Auf diese Weise können Sie den Experten Ihre Fragen stellen und erhalten einen guten Überblick zur UK.

Natürlich soll ein solcher Input nicht nur Betreuern, Fach- und Lehrpersonen vorbehalten bleiben, sondern auch Eltern sollen im Jahr 2011 mehr Erfahrungen im Einsatz von UK erhalten. Die aimdays Bastelnachmittage sollen genau diesen Input ermöglichen. Die aimdays Bastelnachmittage können an Ihrer Institution stattfinden, so dass Sie Eltern und Betreuer Ihrer Schülerinnen und Schüler einladen können. Dann wird gemeinsam beispielsweise eigene Knetmasse hergestellt, etwas zusammen gebacken oder gepflanzt. Mehr zum Angebot von aimline vor Ort finden Sie auf www.aimline.ch Dies ist nicht alles, was Sie im Jahr 2011 erwartet. Lassen Sie sich überraschen und vergessen Sie nicht den Newsletter auf www.activecommunication.ch zu abonnieren, so dass Sie immer auf dem Laufenden sind und nichts von der spannenden Safari verpassen!


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K ur sk a lender 2011.

HILFSMITTELKURSE NEU

Boardmaker v.6 für Windows

Einsatz dynamischer Hilfsmittel im Alltag

Endlich wissen, wie Boardmaker funktioniert – der ideale Kurs für Einsteiger! Sie lernen die grundlegenden Funktionen des Programms sowie Tipps und Tricks für einen effizienten Umgang kennen. Keine Vorkenntnisse notwendig.

Dieser Kurs richtet sich an Bezugspersonen von DynaVox-Benutzern wie Lehrkräfte, BetreuerInnen, PraktikantInnen, Eltern, usw. Dynamische Geräte wie das multifunktionale Kommunikationsgerät DynaVox bieten viele Möglichkeiten für den Einsatz im Alltag.

Zug: 26. Januar 2011 Oensingen: 15. Juni 2011 St. Gallen: 2. November 2011

Gemeinsam eruieren wir Einsatzmöglichkeiten für die Schule, Arbeit, Freizeit oder für Zuhause. Auf bereits erworbenen Kenntnissen über einfache Anpassungen am Gerät wird aufgebaut. Der persönliche Erfahrungsaustausch steht dabei besonders im Zentrum.

Boardmaker – Ideenkurs Sie suchen Ideen zum Boardmaker? An diesem Kurs zeigen wir Ihnen viele Ideen und Möglichkeiten, wie der Boardmaker zum Einsatz kommen kann: Kreieren Sie individuelle Stundenpläne, Ämtlipläne, Rezepte oder Lernziel-Diplome für Ihre Schüler.

Zug: 11. Mai 2011 St. Gallen: 9. November 2011

Zug: 18. Mai 2011 und 26. Oktober 2011

Kernvokabular auf dynamischem Display

Lern - und Fördersoftware

NEU

Dank den richtigen Programmen kann der Computer sehr einfach zum Lernen oder auch für die Förderung verwendet werden. In diesem Kurs werden Sie erfahren, warum sich der Computer für die Wissensvermittlung und zur Förderung so gut eignet und was sinnvolle Program-me auszeichnet. Sie werden Beispiele für Lern- und Fördersoftware aus folgenden Bereichen kennenlernen: Frühförderung, Kulturtechniken erlernen (Lesen, Schreiben, Rechnen), Konzentrationstraining und Arbeitsgedächnistraining.

Zug: 25. Mai 2011

NEU

Wo steckt denn da das Kernvokabular? Anhand der DynaVox-Kommunikationsstrategie wird in diesem Kurs aufgezeigt, wie und wo auf einem dynamischen Display Kern- und Randvokabular abrufbar ist. Viele praktische Beispiele geben Ihnen die Möglichkeit, selber einfache bis komplexe Aussagen auf dem Kommunikationsgerät zusammenzusetzen. Gemeinsam entwickeln wir Ideen zum Einsatz im Alltag. Dabei werden unterschiedliche Nutzerprofile berücksichtigt.

Zug: 16. März 2011 Flawil: 18. März 2011

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K ur sk a lender 2011.

aimline-kurse aimschool

aimschool+

Mit dieser Schulung bieten wir Schulen und anderen Institutionen eine Weiterbildung zum Thema Kommunikation und Partizipation durch Sprachanbahnung an. Sie erhalten einen Überblick über sämtliche Ideen und Materialien zur Sprachanbahnung inklusive Auslieferung des aimschoolSet.

aimschool+ beinhaltet aimschool. Das PLUS steht für das Thema Institutionalisierung der UK.

Die Daten für diese Halbtages-Schulung machen wir gerne individuell mit Ihnen ab.

Wir zeigen Ihnen anhand von verschiedenen Beispielen und Ideen, wie Sie an Ihrer Schule UK für alle einführen und institutionalisieren können. Inklusive Auslieferung des aimschool+Set.

aimteacher – Tagesorganisation mit UK Dieser Kurs zeigt Möglichkeiten zur Gestaltung der Tagesorganisation an einer Heilpädagogischen Schule wie auch einer Regelschule auf. Die Besprechung eines Tagesplanes, Ideen zur Organisation von Ämtli oder Kommunikationsmöglichkeiten im Schulalltag werden aufgezeigt.

Die Daten für diese Ganztages-Schulung machen wir gerne individuell mit Ihnen ab.

aimday - Basteltage

Zug: 4. Mai 2011

aimchild – Drücken, Spielen, Lernen Fehlt Ihnen das passende Spieltier für Ihren Kindergartenzoo? Möchten Sie das Lieblingsspielzeug ihres Patenkindes tastertauglich machen? In diesem Kurs zeigen wir Ihnen, wie Sie Batteriespielsachen selber und auf einfache Art für die Benutzung mit einem Schalter adaptieren können. Weiter erhalten Sie viele Ideen, wo und wie die adaptierten Spielsachen im Alltag eingesetzt und welche Lernziele (wie Ursache-Wirkungszusammenhang verstehen) Sie gemeinsam mit den Kindern erreichen können.

Kostenlos

Geniessen Sie ein Erlebnis zusammen mit Ihrem Kind mit einer Behinderung! An einem Nachmittag können gemeinsam ein Osternest oder ein Muttertagsgeschenk gebastelt, oder im Winter Grittibänze gebacken werden. Ziel des Nachmittages ist es, dass Sie als Eltern oder Bezugsperson von Betroffenen neue Inputs zur Kommunikation erhalten und neue Geräte ausprobieren können. Da diverse Hilfsmittel vor Ort sind, haben die Teilnehmer die Gelegenheit mit ihren eigenen oder neuen Hilfsmitteln mitzumachen.

Diesen Event veranstalten wir gerne kostenlos an Ihrer Institution. Die Eltern und Kinder werden begeistert sein! Melden Sie sich auf info@activecommunication.ch oder Tel. 041 747 03 03.

Zug: 8. Juni 2011

Kurse zu spezifischen Krankheitsbildern Elektronische Hilfsmittel und ALS

NEU

In diesem Kurs erhalten Sie einen vertieften Einblick in das Krankheitsbild ALS und die sehr unterschiedlichen Krankheitsverläufe. Weiter erhalten Sie ebenfalls viele Ideen, wie die Selbständigkeit und damit oft auch das Selbstwertgefühl der Erkrankten erhalten werden kann. Ihnen werden Massnahmen und Methoden wie auch Hilfsmittel aufgezeigt, mit denen die Betroffenen einen Teil Ihrer Selbständigkeit bewahren können. In einem letzten Teil des Kurses wird Thomas Unteregger, Betroffener und Co-Präsident der ALS-Vereinigung Schweiz, über seine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse mit der Erkrankung erzählen und gerne Fragen beantworten.

St. Gallen: 23. März 2011 Bern: 16. November 2011

Kommunikation bei Menschen mit Autismus: Einsatz von Hilfsmitteln und Symbolen Dieser Einführungskurs zeigt Möglichkeiten auf, wie man auf die speziellen kommunikativen Bedürfnisse von Menschen mit frühkindlichem Autismus eingehen kann. Der Fokus liegt im Einsatz von Symbolen, Piktogrammen und Kommunikationshilfsmitteln in verschiedenen Situationen in der Schule und zu Hause. Der Kurs wird in Zusammenarbeit mit step-by durchgeführt.

Urdorf: 14. September 2011


E-AACtivity 04