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AUTO

Das Magazin des Automobil Club der Schweiz | Edition Deutschschweiz

Ausgabe 05/2020

Technik

Neuheiten

Classic

WICHTIGE ROLLE FÜR WASSERSTOFF

STARTSCHUSS ZUR GROSSEN OFFENSIVE

BRITISCHER TRENDSETTER FÜR ALLE FÄLLE

H2 als Energieträger könnte vor einer grossen Zukunft ­stehen – auf der Strasse, in der Luft und auf dem Wasser. Das Tankstellennetz in der Schweiz wird zeitnah verdoppelt

Mit der Einführung des ID.3 hat für Volkswagen offiziell sein neues Elektro-Zeitalter eingeläutet

Seit fünfzig Jahren fühlt sich der Range Rover auf jedem ­Untergrund zu Hause


FĂźr Ihren Versicherungsschutz engagiert. Als Mitglied des ACS profitieren Sie und Ihre Familie von attraktiven Vorteilen auf diverse Zusatzversicherungen. Erfahren Sie mehr unter helsana.ch/acs


EDITORIAL

VERREISEN MIT DEN EIGENEN VIER WÄNDEN Camping und Caravaning sind in den letzten Jahren in der Gunst von Herrn und Frau Schweizer stark gestiegen. In diesem Sommer scheint sich dieser Boom noch akzentuiert zu haben. Um für die campingaffinen Mitglieder des ACS einen weiteren Mehrwert zu schaffen, ist unser Club eine Partnerschaft mit dem Schweizerischen Camping- und Caravaning Verband SCCV eingegangen.

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ass Camping und Caravaning in den letzten Jahren in der Gunst von Herrn und Frau Schweizer stark gestiegen sind, ist längst kein Geheimnis mehr. In Zeiten, wo viele Ferien im Ausland aufgrund der aktuellen Lage skeptisch gegenüberstehen, war damit zu rechnen, dass dieser Boom sich noch weiter verstärken würde. Und es scheint tatsächlich so zu sein, dass in diesem Sommer so viele Schweizerinnen und Schweizer wie noch nie mit ihren eigenen vier Wänden in die Ferien gereist sind und das hauptsächlich im eigenen Land. Noch gibt es keine offiziellen Zahlen dazu, aber ich bin während meiner Sommerferien sozusagen selber Zeuge des Camping- und Caravaning-Booms geworden. Im Juli war ich ein paar Tage in Brigels GR, das ich schon seit Kindertagen kenne. Als ich mit meiner Familie einen Spaziergang an den See machte, staunte ich nicht schlecht, denn so viele Wohnmobile, wie in diesem Jahr, habe ich dort bei Weitem noch nie gesehen. Der ACS ist ja schon seit Langem auch der Club der Campingund Caravaning-Fans. Mit unserem europaweiten Pannendienst für Wohnmobile bis 9 Tonnen ist unser Club der optimale Partner für Reisen im In- und Ausland. Ergänzt wird das Angebot mit der attraktiven Camping-Card, mit welcher unsere Mitglieder von Tax­ ermässigungen auf vielen Campingplätzen in der Schweiz und im Ausland profitieren können. Zudem dient die Karte bei der Campingplatzverwaltung anstelle des Reisespasses oder der Identitätskarte als offizieller Personalausweis. Zusätzlich sind die Karteninhaberinnen und -inhaber und bis maximal elf Mitreisende mit der ACS Camping Card durch eine Haftpflichtversicherung für Körper- oder Sachschäden an Drittpersonen gedeckt. Last but not least beinhaltet das ACS Camping Card Package auch ein Gratis­

abonnement der «Camping-Revue» des Schweizerischen Campingund Caravaning Verbands SCCV sowie Preisvergünstigungen auf Campingartikel des SCCV. Der ACS ist sogar in der internationalen Caravaning-Szene vertreten, denn unser Generalsekretär Fabien Produit ist seit über drei Jahren im Vorstand der «Fédération Internationale de Camping, Caravaning et Autocaravaning», F.I.C.C. In dieser Funktion vertritt er die Interessen der Schweizer Camping- und Caravaning-Begeisterten auf dem internationalen Parkett. Er war es auch, der zusammen mit dem Team der Zentralverwaltung dafür gesorgt hat, dass der ACS ab diesem Sommer eine engere Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Camping- und Caravaning Verband SCCV eingegangen ist. Dies mit dem Ziel, die gemeinsamen Synergien besser zu nutzen. Neu kommen sowohl die Mitglieder des ACS als auch diejenigen des SCCV in den Genuss der Mitgliederschaftsvorteile des jeweils anderen Verbands. Mit dieser Partnerschaft können wir für unsere camping­ affinen Mitglieder einen grossen Mehrwert schaffen. Übrigens ist Fabien Produit in diesem Sommer selber unter die Caravaner gegangen und war begeistert von seinen ersten Ferien mit dem fahrenden Zuhause. Sicher haben wir unter unseren Mitgliedern noch weitere, die seit diesem Sommer neu zur Camping- und Caravaning-Gemeinde gehören. Sie alle können von den entsprechenden Clubvorteilen profitieren.

Ihr Thomas Hurter Zentralpräsident

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+41 44 283 33 77

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INHALT

KOLUMNE S.24 ALLES ANDERE ALS NORMALITÄT ACS Botschafter Tom Lüthi, der bodenständige Moto2-Motorradpilot, reflektiert in exklusiven Kolumnen sein Leben als Sportler und Privatmensch. In dieser Ausgabe verrät der Berner, weshalb die ersten Saisonrennen für die Rennfahrer, Teams und Mitarbeiter der MotoGP alles andere als Normalität waren.

FAHRBERICHTE

TECHNIK

S.06

S.25

NEU AUF ACS.CH Vor rund vier Monaten wurde der neue Internetauftritt www.acs.ch lanciert. Die ACS Mitglieder dürfen sich über viele neue Dienstleistungen freuen. Ebenfalls neu sind die Fahrberichte, welche mit vielen Bildern, Videos und technischen Daten unter der Rubrik «Interessantes» in drei Sprachen publiziert werden.

WASSER-STOFF, AUS DEM DIE TRÄUME SIND Die automobile Zukunft wird beim Thema Antrieb definitiv eine vielfacettige sein: Nicht wenige Experten trauen auch dem Wasserstoff für den Betrieb von Brennstoffzellen-Elektroautos oder als Treibstoff für Verbrennungsmotoren eine vielversprechende Zukunft zu. Unser Land spielt dabei eine Pionierrolle. Bis Ende Jahr werden bereits 50 mit grünem Wasserstoff betriebene Hyundai-Lastwagen auf Schweizer Strassen verkehren. Im 2021 wird diese Zahl verdreifacht. Gleichzeitig baut ein Förderverein mit den Anbietern Avia, Agrola, Coop/CMA, Migrol, Shell, Socar und Tamoil das Tank­stellennetz schnell aus. Wir haben den Hyundai NEXO während zehn Tagen Probe gefahren und waren überrascht.

NEUHEITEN

S.10

VOLKSWAGEN ID.3

PORSCHE CAYENNE GTS

RENAULT HYBRID

AUDI E-TRON S SPORTBACK

PORSCHE 911 TARGA

TOYOTA YARIS

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inhalt

REISEN

AC S MEL E R O F IENC R E E X P S.28

S.16

Impressum Verlag ACS AUTO © Automobil Club der Schweiz (ACS) Wasserwerkgasse 39 CH-3000 Bern 13 Tel. +41 31 328 31 11 www.acs.ch, info@acs.ch

WANDELND DURCH DIE WAADT Die Region zwischen Lausanne und Montreux wird auch als «Schweizer Riviera» bezeichnet. Zu Recht – denn als Besucher wähnt man sich dank Palmen und Gemütlichkeit im sehnsuchtsvollen Süden.

CLASSIC

RATGEBER

S.20 / 22

S.19

50 JAHRE RANGE ROVER Seit 50 Jahren ist der Range Rover auf jedem Terrain zu Hause. Gerne macht er sich dabei auch mal schmutzig, denn seine Geländegängigkeit ist geradezu legendär. Ebenso glänzt der Brite jedoch auch mit seinem zeitlosen Design, das mehrfach höchste Auszeichnungen erhielt.

Für unaufgefordert zugesandte Berichte, Manuskripte, Bilder/ Fotos und Dateien übernimmt die Redaktion keine Verantwortung bzw. Haftung. Erscheinungsweise 8 Ausgaben pro Jahr. Für die ACS Mitglieder in den Clubleistungen enthalten. Auflage 71 875 Exemplare (WEMF-beglaubigt 2019) Nachdruck nur unter Quellenangabe und mit Bewilligung des Verlages gestattet.

S.30

NEUER VERKEHRSUNTERRICHT Die Einführung des neuen Lehrplans in der Deutschschweiz ist in aller Munde. Fluch oder Segen? – Da scheiden sich die Geister. Der ACS ist sich indes sicher, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um sein komplettes Verkehrsbildungsangebot für Schülerinnen und Schüler von 6 bis 15 Jahre zu überarbeiten. Zeitgemäss, auf die aktuellen Anforderungen abgestimmt und digital starten wir ins neue Schuljahr.

Produktion Bodan AG Druckerei und Verlag Zelgstrasse 1 CH-8280 Kreuzlingen Tel. +41 71 686 52 52 www.bodan-ag.ch, druck@bodan-ag.ch Berichte Titelbild und Testbericht können einem Advertorial entsprechen, wobei die Redaktion jeglicher Verpflichtung freibleibend und ohne Fremdeinsprache die Beurteilung des Objektes vornimmt.

DREI TURBO-IKONEN Mehr Leistung bei Bedarf und höhere Effizienz – das bietet die Turbotechnologie. BMW war einer der ersten Hersteller, der aufgeladene Triebwerke vorerst im Motorsport einsetzte. Und heute, 50 Jahre später, gibt es kaum noch Verbrennungsmotoren ohne angepasste Turboaufladung.

VERKEHRSSICHERHEIT

Chefredaktion/ Anzeigenverkauf Markus Rutishauser Romanshornerstrasse 62B CH-8280 Kreuzlingen Mobile +41 79 406 90 23 markus.rutishauser@acs.ch

HUNDE OPTIMAL SCHÜTZEN Ein Hund auf dem Beifahrersitz, die flatternden Ohren am geöffneten Fenster im Fahrtwind? Das ist keine gute Idee: Denn im Falle eines plötz­ lichen Brems- oder Ausweichmanövers drohen massive Verletzungsgefahren für Mensch und Tier. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihren Vierbeiner am besten schützen.

Titelbild Hyundai NEXO Bilder: Markus Rutishauser, Hyundai Suisse

produziert mit  naturstrom

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TECHNIK

WASSERSTOFF FÜR DEN AUTOANTRIEB

WASSER-STOFF, AUS DEM DIE TRÄUME SIND Für den Betrieb von Brennstoffzellen-Elektroautos oder als Treibstoff für Verbrennungsmotoren könnte Wasserstoff als Energieträger vor einer grossen Zukunft stehen – auf der Strasse, in der Luft und auf dem Wasser.

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in Auto mit Wasser anzutreiben, ist ein zwar verlockendes, aber leider illusorisches Vorhaben. Mit Wasserstoff dagegen gelingt ein solches Unterfangen. Der Haken dabei: Der Schritt vom Wasser zum Wasserstoff ist aufwendig und energieintensiv. Ausserdem sind das Betanken und Speichern im Fahrzeug nicht ganz problemlos. Trotz alledem aber wird Wasserstoff für den Antrieb unterschiedlicher Transportmittel der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Grundsätzlich sind drei Hauptrichtungen im Fokus der Energiestrategen: Wasserstoff kann entweder in der Brennstoffzelle Strom für Elektroautos erzeugen oder direkt in Verbrennungsmotoren eingesetzt werden. Ausserdem lassen sich damit synthetische Treibstoffe herstellen, die den CO2-neutralen Betrieb von Otto- und Dieselmotoren ermöglichen. HERSTELLUNG ENTSCHEIDEND Weil Wasserstoff (H respektive H2) in der Natur nicht in reiner Form vorkommt, muss er aus einem Trägermaterial gelöst werden – und dazu ist stets Energie aufzuwenden. Heute wird er noch fast aus-

schliesslich aus fossilen Materialien, meistens Erdgas, gewonnen. Aus Erdgas (CH4, Methan) wird durch Dampfreformierung «grauer Wasserstoff», denn dabei entsteht auch CO2. Für den Einsatz als Treibstoff in Fahrzeugen, wo es gilt, den CO2-Ausstoss signifikant zu reduzieren, muss «grüner Wasserstoff» hergestellt werden. Das geschieht vorzugsweise durch Elektrolyse, indem Wasser mit Wind- oder Solarstrom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgeteilt wird. Da der extrem leichte Wasserstoff gegenüber konventionellen Treibstoffen wie Benzin und Diesel eine sehr hohe gravimetrische, aber eine nur niedrige volumetrische Energiedichte aufweist, sind Transport und Speicherung an Bord eines Fahrzeugs mit etwelchen Problemen verbunden. Heute wird H2 meistens noch auf der Strasse transportiert. Gasförmig lassen sich in einem LKW rund 500 bis 1000 Kilogramm H2 im Drucktank mitnehmen, in flüssiger Form in einem Kryotank (bei rund –250°C) rund 4000 Kilogramm. Effizienter wäre jedoch der Transport durch Pipelines. Davon gibt es zwar in den USA und in wenigen europäischen Ländern bereits ein kleines Netz. Das muss jedoch

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2 Wasserstoff (Hydrogenium, also «Wassererzeuger») ist das häufigste und leichteste Element, rund 14 Mal leichter als Sauerstoff (O). Bei Raumtemperatur besteht das farblose Gas aus chemisch stabilen H2 -Molekülen.

noch wesentlich erweitert werden – was viel Zeit beansprucht und beträchtliche Kosten verursacht. WASSERSTOFF IM AUTO Druckgespeicherter Wasserstoff wird in Zukunft auch als Treibstoff für Strassenfahrzeuge dienen. Dies können Nutzfahrzeuge und Personenwagen sein, die mit Brennstoffzellen-Stacks ausgestattet sind und von Elektromotoren angetrieben werden. Neben den Strassenfahrzeugen werden Brennstoffzellensysteme derzeit auch in Schienenfahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen erprobt. Ausserdem dürfte dem H2-betriebenen Verbrennungsmotor eine Renaissance bevorstehen: erst in LKW, später auch in Personenwagen.

Wasserstoff für Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge ermöglicht bei kurzen Tankzeiten grosse Reichweiten.

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Technik

BMW plant für 2022 eine Kleinserie von Brennstoffzellen-Fahrzeu-

Vor 25 Jahren waren erste Exemplare des Mazda RX-8 Hydrogen RE

gen auf Basis des X5. Die Systemleistung von Brennstoffzelle und

für Fahrtests bereit. Wasserstoff wurde in einem 2-Scheiben-Wankel-

­Pufferbatterie soll bei 275 kW liegen.

motor verarbeitet.

Aktuell ist das Modellangebot an Brennstoffzellenfahrzeugen noch marginal. Als Serienfahrzeuge sind nur gerade der Hyundai Nexo und der Toyota Mirai

Motorenbauer Deutz und Entwicklungspartner Keyou haben einen H2 -betriebenen Sechszylinder-Verbrennungsmotor konstruiert, der zurzeit noch in Erprobung ist.

verfügbar, während in Japan und in den USA Honda zusätzlich den Clarity anbietet. Im neuen Hyundai-LKW XCient, der demnächst in der Schweiz auf die Strassen

rollt, werden 33 Kilogramm H2 unter 350 bar gespeichert, so dass mit 350-kW-Elek­ tromotor und zwei 95-kW-Brennstoffzellen rund 400 km Reichweite möglich sein werden. Ganz neu im Angebot ist der Zweisitzer Gumpert Nathalie, der nicht nur Supersportwagen-Fahrleistungen bieten soll, sondern auch mit einer neuen Art der Wasserstoffspeicherung arbeitet. In Gumperts Sportwagen erzeugt ein zusätzlicher Reformer den Wasserstoff für die Brennstoffzelle aus Methanol. Dieses lässt sich auf konventionelle Art tanken und drucklos an Bord speichern. Wird das Methanol jedoch nicht regenerativ erzeugt, fällt noch eine kleine Menge an fossilem CO2 an. Wasserstoff im Verbrennungsmotor wurde schon in den 1990er-Jahren erprobt, beispielsweise von BMW, Ford und Mazda – bei den Japanern sogar im Wankelmotor. Nun wird dies aufgrund der rigorosen CO2-Zielwerte wieder zum Thema. Auch Zulieferunternehmen sind auf diesem Gebiet aktiv. So hält Stefan Hartung, Geschäftsführer der Bosch, in seinem Referat für das (verschobene) Wiener Motorensymposium fest: «Die erzielbaren Wirkungsgrade des gesamten Antriebsstrangs

Hydrierte Pflanzenöle (HVO) können konven­ tionellen Treibstoffen beigemischt werden oder diese sogar vollständig ersetzen.

– Tank to Wheel – liegen im H2-Verbrenner bei vergleichbaren Werten wie in Brennstoffzellensystemen.» Bei Bosch und beim deutschen Entwicklungsunternehmen Keyou werden derzeit H2-Verbrennungsmotoren für schwere Nutzfahrzeuge entwickelt. Sie lassen sich von bestehenden Dieselaggregaten ableiten und ermöglichen annähernd CO2-freien Betrieb. Mit Emissionen von weniger als 1 Gramm CO2 pro Kilometer gilt ein LKW nach EU-Vorgaben als Zero Emission Heavy Duty Vehicle. TANKSTELLENNETZ Grösserer Entwicklungsbedarf besteht noch beim H2-Tankstellennetz. Derzeit gibt es europaweit noch keine 200 Tankstellen – und nur gerade drei in der Schweiz. Mit der demnächst beginnenden Einführung einer grösseren Anzahl von Brennstoffzellen-Lastwagen wird sich dies jedoch bald ändern. Der Wasserstoff kann gasförmig bei der Tankstelle angeliefert und gespeichert oder aber dort direkt mittels Elektrolyse produziert werden. Schliesslich muss er auf einen Betankungsdruck von bis 1000 bar gebracht werden. Damit verbunden ist ein beträchtlicher Energieaufwand für Kompression und Kühlung.

Bis 2025 will Hyundai 1600 Lastwagen mit Brennstoffzellenantrieb auf die Strasse bringen. Noch im laufenden Jahr sollen in der Schweiz 50 XCient in Verkehr gesetzt werden.

Text Stephan Hauri / Bilder zVg

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Technik

FAHRBERICHT HYUNDAI NEXO

EINFACHER ALS ERWARTET Der NEXO von Hyundai zählt zu den Exoten auf Schweizer Strassen. Das hat primär mit dem (noch) nicht vorhandenen feinmaschigen Wasserstoff-Tankstellennetz zu tun. Denn sonst spricht kaum etwas gegen die Anschaffung eines H2-Autos. Wir haben den koreanischen SUV zehn Tage lang getestet. griffe. Bei unserem Testauto (Titel­bild) kam noch die auffällige Folierung dazu, damit auch jede Passantin und jeder Passant sofort Bescheid wusste: Hier kommt ein ganz spezielles Auto! Innen ist der NEXO dagegen ausgestattet wie viele SUVs. Speziell ist einzig die extrem breite Mittelkonsole mit zahlreichen Bedienungselementen, so wie man es beispielsweise aus einem Porsche kennt. Auch bezüglich Fahrassistenzsystemen ist der Koreaner auf der Höhe der Zeit. 1

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1 Der NEXO ist auch für die Kantonspolizei Zürich im Einsatz. 2 Der Kofferraum schluckt 461 bis 1466 Liter. 3 Die Betankung mit Wasserstoff ist einfach und dauert rund drei Minuten.

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er NEXO hat eine kurze Geschichte. Im Januar 2018 vorgestellt, rollte er ein halbes Jahr später in die Schweiz. Sie ersetzte das erste, bereits in die Jahre gekommene Brennstoffzellen-SUV der Koreaner, den etwas kleineren und schwächeren ix35 Fuel Cell (100 kW/136 PS), der von 2013 bis 2018 in Kleinserie in Ulsan/ Südkorea produziert wurde. Hyundai will seine Vorreiterrolle beim Einsatz umweltfreundlicher Antriebstechnologien zeitnah ausbauen. In den nächsten fünf Jahren sollen noch 18 weitere umweltfreundliche Hyundai-Modelle auf den Markt kommen.

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FÜR DIE POLIZEI IM EINSATZ Der NEXO ist in der Schweiz definitiv ein Exot. Gerade mal 23 Fahrzeuge wurden von Januar bis Juli 2020 immatrikuliert. Ein Exemplar wird aktuell von der Kantonspolizei Zürich getestet. Bis zum Erreichen der 300 000 gefahrenen Kilometern sollen die genauen Betriebskosten ermittelt und die Einsatztauglichkeit im Polizeialltag sowie die Lebensdauer geprüft werden. Ein Hingucker ist der 4,67 Meter lange Kompakt-SUV NEXO allemal – auch ohne Blaulicht. Nicht zuletzt wegen des durchgezogenen Leuchtenbands an der Front, oder der elektrisch aus- und einfahrenden Tür-

EIGENES KRAFTWERK Anders als bei einem mittels Akku betriebenen Elektroauto besitzt ein Wasserstofffahrzeug ein eigenes Kraftwerk, welches den Fahrstrom produziert. In der Brennstoffzelle gibt es eine chemische Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff, dabei entsteht Strom, der den Motor antreibt. Als Emission gibt es nur Wasserdampf. Um Stromspitzen bewältigen zu können, ist zudem ein kleiner Akku verbaut, der primär über die Rekuperation gespeist wird. ENTSPANNTES GLEITEN Beim Fahren merkt man von den energietechnischen Abläufen nichts. Der NEXO fährt sich wie ein batteriebetriebenes Elektroauto. Es ist also viel eher ein entspanntes Gleiten denn ein Fahren. Der 120 kW (163 PS) starke Motor beschleunigt den 1,9-Tönner in knapp unter zehn Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Zwischenspurts von 40 auf 60 km/h liegen dem Koreaner allerdings besser, weil in diesem Bereich das maximale Drehmoment von 395 Nm am besten zur Geltung kommt. Auch auf der Autobahn fährt sich der NEXO äusserst souverän. Er beschleunigt bei Überholma-


Technik

növern sehr ordentlich. Ein durchaus nützliches Feature ist der Abbiegeassistent. Das Kamerabild im Digitalcockpit, aktiviert durch das Setzen des Blinkers, erhöht beim Überholen oder Abbiegen die Sicherheit noch einmal. STATTLICHE REICHWEITE Ein Problem mit der Reichweite kennt der NEXO nicht. Mit einer Tankfüllung schafft er laut WLTP-Messung stattliche 666 Kilometer. Innerhalb von fünf Minuten lässt sich der Tank an einer Wasserstoff-Tankstelle wieder auffüllen. Aktuell gibt es allerdings nur gerade drei Tankstellen in der ganzen Schweiz: in Dübendorf (Empa), in Hunzenschwil AG (Coop) und seit Juli in St. Gallen (Avia). Bis Ende des Jahres kommen vier weitere in Rümlang ZH, Zofingen AG, Bern und Crissier VD dazu. In Deutschland sollen bis dahin bereits 100 Stationen in Betrieb sein. SCHNELLES TANKEN Das Tanken des gasförmigen Wasserstoffs ähnelt jenem von Erdgas. Nachdem man den Tankdeckel geöffnet und den Rüssel auf den Stutzen gesteckt und verriegelt hat, erfolgt zuerst der Druckausgleich. Anschliessend werden bis zu 6,33 Kilogramm Wasserstoff mit 700 Bar in die total drei im Unterboden und unter der Rückbank verbauten Tanks gepresst, die eine Wandstärke von 4,5 (!) Zentimetern besitzen. Ist der Tankvorgang abgeschlossen, hört der zuvor gedrückte Startknopf auf zu leuchten. Der Schlauch kann danach problemlos entfernt werden. FAZIT Wer bereits mit einem Elektroauto vertraut ist, für den wird auch die Handhabung eines H2-Fahrzeugs keine Herausforderung sein. Das Tanken ist einfacher als erwartet. Wer lokal CO2-neutral unterwegs sein und trotzdem eine komfortable Reichweite haben möchte, der kann sich bedenkenlos einen Hyundai NEXO anschaffen. Dazu kommt das gute Gefühl, dass hinten nur Wasserdampf rauskommt. Allerdings gibt es zwei Hürden: Den stattlichen Preis (ab CHF 89 900.–) und das grobmaschige Tankstellennetz in der Schweiz. Text Markus Rutishauser / Bilder mru / zVg

Solarflug-Pionier und Abenteurer Bertrand Piccard zeigt sich überzeugt von der Zukunft der Wasserstoffautos.

NETZ WIRD AUSGEBAUT Im Juli wurde in St. Gallen die erste Wasserstoff-Tankstelle der Avia in Betrieb genommen. Sie ist der Startschuss zu einer H2-Offensive: Bis Ende Jahr werden noch vier weitere Tankstellen in Rümlang ZH, Zofingen AG, Bern und Lausanne-Crissier VD hinzukommen. Bis 2025 sollen es bereits 75 Stationen sein. Damit wird die Schweiz zum Pionierland für Fahrzeuge mit diesem sauberen Antrieb. Bislang war es kaum attraktiv, ein Brennstoffzellen-Fahrzeug zu erwerben. Schon gar nicht für Privatkunden. Das lag daran, dass es in der ganzen Schweiz lange Zeit nur zwei Tankstellen gab: eine halböffentliche in Dübendorf ZH (Empa) und eine in Hunzenschwil AG (Coop). Bereits in diesem Jahr soll aber dank der vier zusätzlichen Stationen eine H2-Fahrt vom Bodensee bis an den Genfersee problemlos möglich sein. Dazu haben sich die Anbieter Avia, Agrola, Coop/ CMA, Migrol, Shell, Socar und Tamoil zu einem Förderverein zusammengeschlossen. In der Schweiz wird ausschliesslich grüner Wasserstoff mit erneuerbarer Energie (Wasser, Sonne, Wind) produziert. In einem ersten Schritt ist das ein Meilenstein für Wasserstoff-Lastwagen. Bereits Ende dieses Jahres werden 50 H2-Lastwagen des Typs Hyundai XCIENT Fuel Cell (36-Tonnen-Anhängerzüge) für die Migros, Coop und Galliker unterwegs sein. Sie haben eine Reichweite von 400 km pro Tankfüllung. Bereits 2021 sollen schon 150 H2-Lastwagen in der Schweiz in Betrieb

sein. Mit dem ausgebauten Tankstellennetz dürfte auch der Verkauf von Brennstoffzellen-Personenwagen signifikant steigen. Die vielerorts noch verbreitete Angst vor Wasserstoff ist unbegründet. H2 ist 14-mal leichter als Luft und verflüchtigt sich nach einem allfälligen Austritt sofort. Somit kann es gar nicht zu einer Konzentration kommen, die so explosiv wäre wie Benzindampf. Die Tanks in den Wasserstoff-Autos sind sehr sicher. So wurde der Hyundai NEXO im europäischen Crashtest mit der Bestnote von fünf Sternen ausgezeichnet. Bei den Treibstoffkosten für 100 Kilometer Fahrt liegen H2 und Benzin praktisch gleichauf. Text Markus Rutishauser / Bilder mru / zVg

Das Tanken dauert bei einem Personenwagen nur rund drei Minuten.

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NEUHEITEN

Der ID.3 Pro Performance mit der 58-kWh-Batterie und Heckantrieb leistet 204 PS/310 Nm und beschleunigt den 1,8-Tönner in 3,4 Sekunden aus dem Stand auf 60 km/h.

VOLKSWAGEN ID.3

JETZT GEHT'S LOS Für Volkswagen hat jetzt offiziell ein neues Elektro-Zeitalter begonnen. Der Autobauer startete Ende Juli den Verkauf seines ID.3. Die ersten Fahrzeuge werden im 4. Quartal 2020 in der Schweiz erwartet. Die Preise beginnen bei CHF 32 000.–.

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m Zuge der E-Offensive will Volkswagen bis 2022 Elektroautos in allen wesentlichen Fahrzeug-Segmenten anbieten. Der deutsche Autobauer möchte so zum Weltmarktführer in der E-Mobilität werden und investiert dafür bis 2024 konzernweit insgesamt 33 Milliarden Euro, davon allein 11 Milliarden bei der Marke VW. Für 2025 rechnet die Marke Volkswagen bereits mit 1,5 Millionen produzierten E-Autos. Nach einigen Schwierigkeiten und Verzögerungen ist mit dem ID.3 das erste Modell jetzt endlich bereit. VIEL AUSWAHL In der Schweiz stehen sechs vorkonfigurierte Modelle des ID.3 mit der mittleren Batterie (58 kWh), einer Leistung von jeweils 150 kW (204 PS) und einem maximalen Drehmoment von 310 Nm zur Wahl. Wir konnten am 23. Juli erste Fahreindrücke mit dem VW-Stromer in der Region von Hannover sammeln – und waren durchwegs beeindruckt. Der Hecktriebler beschleunigt die 1,8 Tonnen sportlich in 3,4 Sekunden von 0

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auf 60 km/h. Eher straff ausgelegt ist das Fahrwerk, das spürt man bei gröberen Unebenheiten deutlich. Insgesamt fühlt sich der ID.3 aber sehr handlich an. Sein harmonisch orchestrierter Vorwärtsdrang endet auf deutschen Autobahnen erst bei 160 km/h. Die Lenkung ist leichtgängig und präzise. Dank tiefem Schwerpunkt sind auch zügige Kurvenfahrten keine besondere Herausforderung. Wir schätzen, dass im Alltag mit der 58-kWh-Batterie eine Reichweite von 350 km realistischer ist als der WLTP-Wert von 420 km.

Etwas gewöhnungsbedürftig: Die Heckklappe aus Kunststoff ist weit heruntergezogen. Die Dachlinie wirkt coupéhaft und trägt zur guten Aerodynamik bei.

Der Innenraum des 4,26 Meter langen Elektro-VWs ist sehr luftig und muss einen Vergleich mit dem deutlich grösseren Passat nicht scheuen. Vieles hat uns gefallen im neuen ID.3, nicht aber die Haptik. Zu viel Hartplastik wurde verbaut – Kostendruck sei Dank! Gewöhnungsbedürftig sind auch die seitlich rechts am Fahrdisplay befestigten, fummeligen Tasten für die Gangwahl. Dafür sind alle Modelle mit der automatischen Distanzregelung ACC, dem Komfort- und Infotainment-Paket mit Navigationssystem für reichweitenoptimiertes Navigieren an Bord sowie einer induktiven Ladestation für Mobiltelefone ausgestattet. Wer seinen ID.3 bereits im 4. Quartal ausgeliefert erhält, bekommt ein kostenloses Software-Update für die beiden Digitalfunktionen AppConnect und den Fernbereich des futuristischen Augmented-Reality-Head-Up-Displays (Letzteres beim Modell «Tech») ab dem 1. Quartal 2021. Diese Funktionen hat VW nicht mehr rechtzeitig fertig bekommen. Für das Update ist ein Garagenbesuch notwendig.


Neuheiten

Bei einer Auslieferung im 1. Quartal 2021 verfügen dann alle Modelle bereits über sämtliche Funktionen. Alle Modelle haben zudem die Schnellladefunktion für bis zu 125 kW an Bord. Im besten Fall zapft der ID.3 so binnen 30 Minuten Strom für 290 weitere Kilometer. DIE SECHS VERSIONEN • ID.3 Life: Diese Version richtet sich mit Komfort- und Infotainment-Paket an alle, die einen günstigen Einstieg suchen, aber Komfort nicht missen möchten. Das Komfort-Paket beinhaltet z.B. ein beheizbares Lenkrad, Sitzheizung und zwei zusätzliche USB-C-Anschlüsse. – Preis: CHF 39 450.–/ Reichweite: bis zu 420 km (WLTP). • ID.3 Style: Für Stilbewusste gibt es die Version «Style» mit dem grossen Designpaket inklusive Matrix-LED-Scheinwerfern, LED-Rücklichtern mit dynamischer Blinkleuchte und Panoramaglasdach. – Preis: CHF 42 750.–/Reichweite: bis zu 420 km (WLTP). • ID.3 Business: Ein typischer Alleskönner ist der ID.3 «Business» mit dem kleinen Designpaket inklusive Matrix-LED-Scheinwerfern und getönter Scheiben sowie Assistenzpaket mit Rückfahrkamera und schlüssellosem Zugangssystem «Keyless Access». – Preis: CHF 43 150.–/Reichweite: bis zu 420 km (WLTP). • ID.3 Family: Die Version ID.3 «Family» bietet viel Platz, Licht und Komfort mit dem Designpaket «Plus» inklusive Matrix-LED-Scheinwerfern und eines grossen

Das Cockpit gibt auch Anlass zur Kritik. Dafür können über «Hallo ID» fast alle Einstellung wie Temperatur, Navigation, Telefon, Musik und mehr per Sprachsteuerung eingestellt werden.

Panoramaglasdachs, dem Komfortpaket «Plus» mit 2-Zonen-«Air Care»-Klimaanlage sowie dem Assistenzpaket mit Rückfahrkamera und «Keyless Access». Eine Wärmepumpe zur Reichweitenoptimierung ist ausserdem serienmässig ab dem ID.3 «Family» mit an Bord. – Preis: CHF 45 550.–/Reichweite: bis zu 420 km (WLTP). • ID.3 Tech: Technikliebhaber werden sich für das augmentierte und assistierte Fahren im ID.3 «Tech» begeistern: Mit dem Designpaket «Plus» inklusive Matrix-LED-Scheinwerfern, dem Assistenzpaket «Plus» mit «Travel Assist», «Side Assist» und «Emergency Assist» und dem Infotainment-Paket «Plus» inklusive eines Augmented-Reality-Head-up-Displays ist der ID.3 «Tech» erhältlich. – Preis: CHF 47 350.–/Reichweite: bis zu 420 km (WLTP). ID.3 Tour: Die Version mit dem grössten Akku (77 kWh) und der grössten Reichweite

sowie einer Ladeleistung von bis zu 125-kW (DC) ist ebenfalls bereits bestellbar, wird aber voraussichtlich erst im Januar 2021 ausgeliefert. Der «Tour» bietet unter anderem das Augmented-Realtiy-Head-up-Display, die Matrix-LED-Scheinwerfer und das Komfortpaktet «Plus». Inklusive sind auch das Assistenzpaket «Plus» mit allen Fahrassistenzsystemen, einer Wärmepumpe und 19-Zoll-Alufelgen. – Preis: CHF 51 100.–/Reichweite: bis zu 550 km (WLTP). Das Einstiegsmodell ID.3 Pure mit dem 45-kWh-Akku und einer Reichweite von bis zu 330 km (WLTP) ist für CHF 32 000.– voraussichtlich erst Ende dieses Jahres bestellbar. Hier steht die finale Ausstattung noch nicht fest. Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

TOYOTA YARIS In Sachen sparsamer Antrieb fährt der Toyota Yaris als bislang einziges Hybridmodell in der Kleinwagenklasse schon lange vorne weg. In der vierten Neuauflage, die jetzt zum Händler rollt, schenken ihm die Japaner nun auch eine deutlich sportlichere Optik. Wie bisher startet der Yaris mit einem 1,0-Liter-Drei-Zylinder-Basisbenziner, dessen Leistung auf 72 PS angehoben wurde und der ab CHF 17 900.– in der Preisliste steht. Dazu gibt es einen weiteren Dreizylinder-Benziner, jedoch mit 1,5-Liter Hubraum und 125 PS zum Preis ab CHF 22 400.–. Leistungsmässig dazwischen rangiert der Hybridantrieb mit einer Systemleistung von 116 PS, der sich mit 3,8 l/100 km (WLTP) begnügen soll. Er kostet mindestens CHF 23 900.– CITROEN C4 Das vom Hersteller versprochene «starke Comeback» ist der neuen Generation des Citroën C4 so gut wie sicher. Denn der Kompakte, der mit Benzin- und Dieselmotoren bis 155 PS sowie als vollelektrischer e-C4 angeboten wird, schaut blendend aus. Der 4,36 Meter lange Franzose verfügt in der Elektroversion über das aus dem Corsa-e bekannte Antriebsmodul mit 100 kW/136 PS. Die Energie aus dem 50-kWh-Akku soll für bis zu 350 km reichen. Neben dem Head-upDisplay und Keyless-System bietet der C4 einen aktiven Spurhalteassistenten, Frontkollisionswarner mit aktivem Notbremsassistenten, eine Verkehrszeichenerkennung und den Müdigkeitswarner. Bestellbar sind C4 und e-C4 ab September 2020. Zu den Preisen machten die Franzosen noch keine Angaben.  Texte mru / Bilder Werk NR. 05/2020

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Neuheiten

AUDI E-TRON S SPORTBACK

AUS ZWEI MACH DREI Die Leistungswerte des Audi e-tron S Sportback sind mehr als bloss beachtlich. Bis zu 973 Newtonmeter sind bei Bedarf abrufbar. Statt zwei treiben neu drei Elektromotoren den Bayer an.

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isher hiess er einfach e-tron. Inzwischen hat sich ein «S» zur Typenbezeichnung dazu gesellt. Und genau dieser Buchstabe hat es in sich. Der elektrisch betriebene Audi e-tron S Sportback stellt eine Weiterentwicklung des Stromers aus Ingolstadt dar. Äusserlich und im Interieur gab es beim e-tron S Sportback lediglich ein paar Retuschen, unter dem Blech hat sich hingegen einiges getan. Die S-Serie verfügt über ein neu entwickeltes Antriebssystem mit einer 95 kWh starken Batterie als Herzstück. Dieses liefert aus 36 Zellmodulen knapp 400 Volt Spannung an die Bordsysteme und laut Hersteller sorgt es für eine Reichweite von etwa 360 Kilometer. Auf den ersten Blick schaut das zwar ähnlich wie bei anderen Elektrofahrzeugen aus. Nichts Neues im Westen also? Von wegen: Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass der Audi von drei statt bloss von zwei Elektromotoren angetrieben wird. Und das lässt die Leistungswerte durch die ­Decke gehen.

Hochauflösender Touchscreen, edle ­Materialien.

UNGESTÜMER VORWÄRTSDRANG Der direkte Konkurrent des EQC von Mercedes-Benz stellt bereits im Normalbetrieb 435 PS (320 kW) und ein Drehmoment von 808 Nm bereit, das Elektromotor­ typisch sogleich verfügbar ist. Mehr noch: Wird die Fahrstufe «Sport» eingerastet, schnellen die Leistungswerte auf über 500 PS (370 kW) und die Antriebskraft auf sagenhafte 973 Nm hoch. Den Spurt aus dem

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Im Sportmodus wird ein Drehmoment von brachialen 973 Nm erreicht. Innen präsentiert sich der Audi-Stromer gewohnt sportlich.

Stand zur Tempo-100-Marke schafft der e-tron S in nur 4,5 Sekunden und dem ungestümen Vorwärtsdrang wird erst bei 210 km/h Einhalt geboten. LEICHT STEUERBAR Eine erste Testfahrt auf deutschen Autobahnen im Grossraum Ingolstadt zeigt, dass Audi bei diesen Leistungswerten nicht zu hoch stapelt. Die Beschleunigungswerte des 2,6 Tönners sind beeindruckend. Der e-tron S schafft Tempo 210 spielend und bleibt dabei erstaunlich fahrstabil und leicht steuerbar. Dies gilt besonders für Kurven, wie Schussfahrten durch Haarnadelkurven auf dem Testgelände von Audi vor Augen führt. Da kann das neue Torque-Vectoring-System seine Trümpfe im Verbund mit der vernetzten Antriebs-, Allrad- und Bremsregelung voll ausspielen. Die Anlage regelt innerhalb von Sekundenbruchteilen die Verteilung der Antriebskraft auf alle Räder, was viel Stabilität herbeiführt. Es sorgt ausserdem für ein harmonisches Zusammenspiel zwischen den Elektromotoren, einer sitzt auf der Vorderachse, zwei auf der Hinterachse. Es erfordert eine betont rüde Fahrweise, um dem rund CHF 100 000.– teuren Stromer ausgangs einer Kurve zumindest ein leichtes Untersteuern abtrotzen zu können.

Geladen werden kann die Batterie des e-tron S entweder mit Wechsel- oder mit bis zu 150 kW Gleichstrom. Letzteres verkürzt die Standzeiten am Kabel erheblich. Laut Audi zeigt die «Tankanzeige» des Energiespeichers in «unter Idealbedingungen», wie es heisst, innerhalb einer halben Stunde wieder 80 Prozent an. Der Stromer bezieht gemäss Herstellerangaben – je nach Fahrweise – auf 100 Kilometer zwischen 27 und 29 kWh Energie aus der Batterie. A3 NEU AUCH ALS MILDHYBRID Audi setzt seine Elektrifizierungsstrategie aber auch beim Erfolgsmodell A3 fort, der jetzt mit einem Mildhybrid-Antrieb ausgestattet worden ist. Der Elektromotor hilft beim Anfahren und bei der Beschleunigung, was eine Kraftstoffersparnis nach sich zieht und den CO2-Ausstoss etwas senkt. In der Schweiz ist die Limousine ab CHF 37 650.– zu haben. Die Leistungspalette der vier Benzin- und drei Turbodieselmotoren reicht von 150 (110 kW) bis hin zur sportlich veredelten S3-Variante mit 310 PS (228 PS). Text Dario Morandi / Bilder Werk


Neuheiten

Renault Clio E-Tech und Captur E-Tech vor der wunderschönen Rheinkulisse im Zürcher Unterland.

RENAULT E-TECH

IM HYBRID-MODUS Neu setzt Renault unter der Bezeichnung E-Tech gleich bei drei ­Modellen auf Hybridantrieb. Der Clio steht als Voll-Hybrid in den Start­ löchern, das Kompakt-SUV Captur und der Kombi Mégane Grandtour können auch an die Steckdose.

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it dem Zoe hat Renault die souveräne Position des Marktleaders bei den Elektroflitzern eingenommen. Kein anderes E-Auto verkauft sich in Europa so häufig. Bei den Hybriden sind die Franzosen hingegen der Konkurrenz lange hinterhergehinkt. Jetzt drückt man dafür mit gleich drei Teilzeit-Stromern aufs Gaspedal. Sie sind der Startschuss zu einer Hybrid-Offensive. Bis 2022 soll das Angebot zwölf Modelle umfassen. NEUES CLIO-TOPMODELL Den Einstieg bildet der Clio E-Tech. Mit einer Systemleistung von 140 PS (103

kW) katapultiert er sich gleich an die Leistungsspitze seiner Modellreihe. Claude Gregorini, seit 1. Januar 2020 neuer Markenchef (Country Operations Director) der Renault Suisse SA in Urdorf, zeigt sich vom grossen Potenzial der E-Tech-Reihe überzeugt: «Ich rechne damit, dass sich zukünftig in der Schweiz bis zu 80 Prozent der Clio-Kunden für dieses Modell entscheiden werden!» Alle Versionen sind mit dem neuen, selbst entwickelten Multi-Mode-Automatikgetriebe ausgerüstet. Dieses kommt bei der Kraftübertragung ohne Kupplung aus, weshalb ein zusätzlicher Elektromotor für die jeweils ideale Motorendrehzahl sorgt. Der 4,06 Meter kurze Clio E-Tech soll in 80 Prozent aller Fälle stromern und dank seiner hohen Rekuperation in der Stadt stolze 40 Prozent sparsamer sein als ein Verbrenner. Als Mixverbrauch gibt Renault 3,6 l/100 km an. Je

Der Renault Mégane Grandtour E-Tech

nach Ausstattungsversion bewegt sich der Preis zwischen CHF 22 000.– (ZEN) und CHF 29 400.– (INITIALE). AUCH AN DIE STECKDOSE Der Kompakt-SUV und der vor allem auch bei Flottenkunden beliebte Mégane Grandtour werden ausschliesslich als Plug-in-Hybride angeboten. Grundsätzlich nutzen sie den gleichen Antriebsstrang wie der Clio E-Tech. Die Kombination aus 1,6-Liter-Saugbenziner in Verbindung mit dem Elektromotor sowie dem Multi-Mode-Automatikgetriebe verfügt über eine Systemleistung von 158 PS. Dazu ist die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie mit 9,8 kWh deutlich grösser als jene des Clio (1,5 kWh). Die rein elektrischen Reichweiten mit vollen Akkus betragen 52 km (Captur) bzw. 54 km (Mégane), die Mixverbräuche nach WLTP liegen bei 1,3 l/100 km (Captur) bzw. 1,5 l/100 km (Mégane). An einer Ladestation mit 3,6 kW Leistung sind die Batterien in drei Stunden wieder voll geladen, an einer normalen Haushaltsteckdose braucht es dafür fünf Stunden. Der Captur E-Tech startet bei CHF 34 100.– und der Mégane Grandtour E-Tech bei CHF 33 200.–. Text Markus Rutishauser / Bilder Renault Suisse

­stromert bis zu 54 km weit.

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Neuheiten

EXKLUSIV IN DER SCHWEIZ

FLEXIBLES LEASING FÜR TAYCAN 4S

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orsche bietet seit dem 1. August 2020 ein neues, besonders flexibles Leasing für Interessenten des Taycan in der Schweiz an: Für sechs Monate können Kunden den Taycan 4S als Leasingfahrzeug testen und sich vom ersten rein elektrischen Sportwagen der Marke überzeugen. Das Leasing basiert auf 36 Monaten, jedoch besteht nach einem halben Jahr die Möglichkeit, es ohne weitere Kosten zu beenden oder weiter fortzuführen. Das neue und zeitlich befristete Angebot kann bis Ende Oktober in allen teilnehmenden Schweizer Porsche-Zentren genutzt werden. Im Taycan Flex-Leasing ist die Kostenübernahme für die Installation einer Ladestation zu Hause in Höhe von bis zu CHF 2000.– inkludiert. Der Porsche Charging Service, mit dem ohne zusätzliche Anmeldung beim jeweiligen Anbieter einfach und bequem geladen werden kann, ist ebenfalls im Angebot enthalten. Der Service ist für Taycan-Kunden grundsätzlich drei Jahre lang kostenfrei und ermöglicht ebenfalls den grundgebührenfreien Zugang zu den Schnellladestationen von IONITY für nur CHF 0,37 pro Kilowattstunde.

«Wir merken, dass der Taycan grosse Begeisterung bei den Schweizer Kundinnen und Kunden hervorruft, hören aber auch Stimmen, die sich zwar für Elektromobilität begeistern, jedoch noch viele Fragen zu deren Alltagstauglichkeit haben», sagt Michael Glinski, CEO Porsche Schweiz. «Wie und wo kann ich den Taycan laden? Wie funktioniert der Porsche Charging Service und die Abrechnung der Ladekosten? All diese Fragen lassen sich am besten beantworten, indem man das rein elektrische Fahren über ein paar Monate ausprobiert. Vor diesem Hintergrund haben wir das Porsche Taycan Flex-Leasing auf den Markt gebracht», so Glinski. Text pd / Bilder Werk

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Der Cayenne GTS kann auch als Coupé-Version (rechts unten) bestellt werden.

PORSCHE CAYENNE GTS

FLEHEN ERHÖRT Porsche bietet den Cayenne GTS wieder mit einem ­Achtzylinder-Herz an. Der Vierliter-Biturbo-Benziner leistet satte 460 PS und 620 Nm. Für welche Karosserieform man sich entscheidet, ist reine Geschmackssache.

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ie Zuffenhausener haben ihre Cayenne-Reihe mit zwei neuen Modellen ergänzt, die neben ihren praktischen Tugenden wie komfortable Platzverhältnisse, grosser Stauraum, viel Zugkraft (bis 3,5 t) und hohe Sitzposition auch auf maximale Fahrperformance ausgelegt sind. Besonders beliebt ist der Cayenne GTS nicht zuletzt deshalb, weil er bereits viele Extras in einem serienmässigen Gesamtpaket bündelt. Dazu zählen ein sportlich ausgelegtes und um 20 mm tiefergelegtes Fahrwerk, eine Fahrdynamik-optimierte Dämpferregelung, schwarz akzentuierte 21 Zoll grosse RS Spyder-Design-Räder sowie schwarze Schriftzüge und Logos. Im Interieur gibt es unter anderem hervorragende Sportsitze, Alcantara-Applikationen und dunkles Aluminium. EINDRUCKSVOLLER KLANG Wir durften die beiden neuen GTS-Versionen im Schwarzwald Probe fahren. Anstelle des 3,6-Liter-V6-Biturbo werden sie von einem Vierliter-Biturbo befeuert, der in einer etwas stärkeren Spezifikation den Cayenne Turbo antreibt. Das GTS-Schwergewicht (2,1 Tonnen) macht nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf kurvigen Strassen und über Pässe eine richtig gute Figur. Aus dem Stand dauert es nur 4,5 Sekunden, bis Tempo 100 erreicht ist. Begleitet wird die Beschleunigungsorgie, orchestriert von einer perfekt abgestimmten

8-Stufen-Wandlerautomatik, von einem eindrucksvollen V8-Klangbild. Fürs Gelände ist der allradgetriebene SUV natürlich auch gerüstet, allerdings nützt kaum ein Porsche-Fahrer die Offroad-Talente je einmal. Die optionale Hinterachslenkung ist vor allem dann empfehlenswert, wenn der Cayenne oft in der Stadt bewegt und in enge Parklücken dirigiert werden muss. Ob man sich für die reguläre Karosserieform oder für das Coupé entscheidet, ist Geschmackssache. Die Platzverhältnisse sind nahezu identisch. Das Glasdach ist beim Coupé serienmässig, weil es die Dachwölbung kaschiert und eine seitliche Linienführung ähnlich jener des 911ers möglich macht. Wer sich für das Sport-Leichtbaupaket entscheidet, erhält statt Glas eine Kohlefaser-Dachkonstruktion. VIELE EXTRAS OHNE AUFPREIS Die Preise für den Cayenne GTS beginnen bei CHF 142 200.–. Das Coupé kostet CHF 147 300.–. In der Schweiz profitieren die Kunden zudem von kostenlosen Extras wie der Adaptiven Luftfederung inklusive Porsche Active Suspension Management (PASM), dem ParkAssistent vorne und hinten sowie einer Rückfahrkamera, 360-Grad-Sicht und abgedunkelten LED-Matrix-Hauptscheinwerfer. Zudem gibt es exklusiv für die Schweiz eine Garantieverlängerung um zwei auf vier Jahre. Text Markus Rutishauser / Bilder Werk


Neuheiten

PORSCHE 911 TARGA

FAHRSPASS MIT STIL In diesem Monat hat Porsche den neuen Targa lanciert. Die Stilikone ist als 911 Targa 4 (385 PS) und als 911 Targa 4S (450 PS) erhältlich. Dazu gibt es das auf 992 Exemplare limitierte Sammlerstück «Heritage Design Edition».

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er markenrechtlich geschützte Begriff Targa entstand aus Targa Florio, ein von 1906 bis 1977 auf öffentlichen Bergstrassen in Sizilien durchgeführter Langstrecken-Klassiker (teilweise mit WM-Status), bei dem die Zuffenhäuser viele prestigeträchtige Erfolge erringen konnten. Der Siegeszug des Targa begann im September 1965 auf der IAA. Im Gegensatz zum erst in den 1980er Jahren vorgestellten komplett offenen Porsche 911 Cabriolet gab es ein Überrollschutzsystem (Targa-Bügel), wodurch das so entstandene «Sicherheitscabriolet» den strengeren Zulassungsrichtlinien des für Porsche wichtigen US-Marktes entsprach.

Ein Hingucker: der Porsche 911 Targa.

der-Boxermotor leistet im 911 Targa 4 jetzt 385 PS (283 kW) und sprintet mit dem aufpreispflichtigen Sport Chrono-Paket in 4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h (bisher 4,3 Sek.). Gleich vier Zehntelsekunden schneller als sein Vorgänger ist der 911 Targa 4S mit 3,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeiten liegen bei 289 km/h (Targa 4) und 304 km/h (Targa 4S). Die Preise starten bei CHF 158 600.– bzw. 177 900.–. INTELLIGENTER ALLRAD Bei diesen Daten ist herausragender Fahrspass natürlich garantiert – wie bei allen Elfer-Modellen. In beiden Targa-Versionen sorgt ein serienmässiges 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) für extrem flinke Schaltvorgänge. Die Kraft wird dabei an das weiter optimierte Allradantrieb Porsche Traction Management (PTM) weitergeleitet. Alternativ kann der 911 Targa 4S auch mit dem neu entwickelten 7-Gang-Schaltgetriebe, einschliesslich Sport Chrono-Paket, geordert werden. Ebenfalls eine neue Evolutionsstufe erreicht das elektronisch geregelte variable Dämpfersystem (PASM). Dieses passt die Dämpfereigenschaften in Bezug auf Fahrkomfort und Handling autonom an

VOLLAUTOMATISCHES DACH Jetzt komplettiert Porsche mit dem Targa auch seine aktuelle 911-Modellreihe. Nach Coupé und Cabriolet ist der Targa die dritte Karosserievariante der neuen Generation. Prägendes Merkmal bleibt das Dachsystem. Es besteht, wie schon beim Ur-Targa von 1965, aus dem breiten Bügel, einem beweglichen Dachteil über den Vordersitzen und der umlaufenden Heckscheibe. In 19 Sekunden lässt sich das Dachteil per Tastendruck vollautomatisch öffnen oder schliessen – wegen des Gewichts allerdings nur im Stand. Natürlich haben die Zuffenhäuser beim Antrieb noch einmal eine Schippe draufgelegt. Der aufgeladene 3.0-Liter-Sechszylin- Exklusives Sammlerstück: die «Heritage Design Edition».

Sportlich-elegant: das Interieur des Elfers.

die jeweilige Fahrsituation an und verfügt über zwei manuell einstellbare Kennfelder (Normal oder Sport). Beim Targa 4S serienmässig verbaut ist das Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus) inklusive elektronisch geregelter Hinterachs-Quersperre mit vollvariabler Momentenverteilung. EXKLUSIVER CHRONOGRAPH Auf den Punkt gebracht: Der Porsche Targa vermittelt in beiden Versionen unglaublich viel Fahrspass. Dazu passt die extravagante Optik. Getoppt wird diese noch von der limitierten Sonderserie «Heritage Design Edition», die eine Hommage an die Targa-Tradition bei Porsche abbilden soll. Mit der exkusiven Lackierung in Cherrymetallic sowie vier weiteren verfügbaren Exterieurfarben und goldfarbenen Schriftzügen entsteht ein authentischer Look im Stil der 50er Jahre. Der Preis startet bei CHF 226 600.–. Dazu können nur die Besitzer des limitierten Sondermodells einen exklusiven Porsche-Chronographen zum Preis von CHF 12 911.– erwerben. Text Markus Rutishauser / Bilder Porsche

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REISEN

Das Schloss Chillon unweit von Montreux entführt einen in eine Welt längst vergangener Tage.

Die Region zwischen Lausanne und Montreux wird auch als «Schweizer Riviera» bezeichnet. Zu Recht – denn als Besucher wähnt man sich dank Palmen und Gemütlichkeit im sehnsuchtsvollen Süden. Für einen krassen Gegensatz sorgt der Hausberg von Montreux, der Rochers-de-Naye.

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ie von Zauberhand geführt, gleiten die zwei Dohlen durch die Luft und vollführen einen magischen Tanz. Dann werden sie von einer dicken Nebelwand verschluckt und nur noch ihr freches Kreischen hallt immer wieder durch die Luft. Viel mehr als grau ist auf der Aussichtsplattform auf dem Rochers-de-Naye, dem 2042 Meter hohen Hausberg von Montreux, an diesem Tag Mitte Juni nicht zu sehen. Doch

Hoch über Lausanne: die Notre-Dame mit ihrer Fensterrose aus dem 13. Jahrhundert.

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plötzlich reisst der Himmel auf und gibt durch ein aus Nebel geformtes Fenster einen Blick frei. Auf Montreux, die umliegenden Dörfer, den Lac Léman und sogar bis über die Grenze hinaus nach Frankreich. Das Schauspiel ist von kurzer Dauer, die Eindrücke jedoch sind bleibend. Und es werden an diesem Wochenende nicht die letzten sein, denn die Region zwischen Lausanne und Montreux ist voller Überraschungen. Das zeigt ein Besuch an der «Schweizer Riviera». RUCKELND NACH OBEN Bereits die Fahrt ab Montreux auf den Gipfel Rochers-de-Naye ist ein Spektakel. Die alt ehrwürdige Zahnradbahn der Montreux Oberland Bernois ruckelt einmal in der Stunde in gemütlichem Tempo auf der steilen Strecke nach oben und bewältigt dabei 1600 Höhenmeter. Die 55 Minuten Fahrtzeit vergehen wie im Flug, kein Wunder bei dieser Aussicht. Um diese zu geniessen, kann beim Einsteigen übrigens getrost auf einen Kampf um einen Platz links oder rechts verzichtet werden. Denn während der ganzen Fahrt öffnet sich auf

beiden Seiten immer das herrliche Panorama mit dem Lac Léman als der Hingucker. Noch ein letzter Blick auf die an den Süden erinnernde Landschaft und dann geht es in den Tunnel. Nach der Ausfahrt wähnt man sich in einer anderen Welt. Statt Sonne, Bäume und Wasser dominieren jetzt Wiesen, Nebelschwaden und Berge das Bild. Oben angekommen, gelangt man durch einen ehemaligen Armeestollen auf eine der Aussichtsplattformen. Der Rochers-de-Naye ist ein beliebtes Ausflugs-

Hier lässt es sich gut schlafen: das Grand Hotel Suisse Majestic in Montreux.


Im Olympischen Museum in Lausanne sind die Fackeln aller Olympischen Spiele ausgestellt.

Die «Escaliers du Marché» in Lausanne.

ziel und Start wie auch Ziel vieler Wander­ ungen. Nach dem glücklichen Fotoerlebnis geht es ebenso ruckelnd und ebenso wunderbar entspannend wieder runter nach Montreux. FLANIEREND ZUM SCHLOSS Montreux, romantisch umgeben von See, Bergen und Weinbergen, ist dank des Montreux Jazz Festival ein Begriff auf der ganzen Welt. Bei schönstem Wetter lockt ein rund 45 minütiger Spaziergang entlang der Uferpromenade zum Schloss Chillon. Vorbei an der Statue von Queen-Sänger Freddie Mercury, der mehrere Jahre in Montreux lebte, säumen Blumen und Palmen den Weg. Immer wieder ist das Schloss Chillon zu sehen, bevor es dann in Veytaux plötzlich vor einem steht und einen in eine andere Zeit versetzt. Für Besucher, die mit dem Auto unterwegs sind, finden sich gratis Parkplätze vor Ort. Es muss jedoch eine ebenfalls kostenlose Parkkarte an der Kasse bezogen werden. Erstmals schriftlich erwähnt im Jahr 1150, wurde das Schloss auf einer vor Angreifern gut geschützten Felseninsel gebaut und hat deren ovale Form übernommen. Der Felsen diente auch gleich als Namensgeber; «Chillon» bedeutet nämlich Felsplatte. Das Schloss Chillon hat eine bewegte Geschichte hinter sich und stand mehrmals unter wechselnder Herrschaft. In der Zeit

Übernachten in Lausanne Hotel Alpha-Palmiers **** www.byfassbind.com

Hotel Beau-Rivage Palace ***** www.brp.ch

Übernachten in Montreux

Grand Hotel Suisse-Majestic ****sup www.suisse-majestic.ch Fairmont - Montreux Palace ***** www.fairmont.com/montreux

Montreux: umgeben von Wasser und Bergen.

der Ersterwähnung befand sich das Schloss im Besitz der Savoyen. 1536 übernahmen nach einer dreiwöchigen Belagerung die Berner, ehe ihnen am 10. Januar 1798 Patrioten der Städte Vevey und Montreux das Schloss Chillon wieder entrissen. Zwei Wochen später wurde die Unabhängigkeit des Waadtlands ausgerufen. Heute kann das meist besuchte Baudenkmal der Schweiz geführt oder mit einem Audioguide auf eigene Faust erkundet werden. AUF- UND ABSTEIGEND DURCH LAUSANNE Zeuge bewegter Geschichten von imposanten Bauten wird man auch in der Kantonshauptstadt Lausanne. Hoch oben auf dem Cité-Hügel thront die 1275 geweihte Kathedrale Notre-Dame. Früher führte eine Strasse durch ihren hinteren Teil. Jetzt steht dort auf der Erhöhung eine 40 Tonnen schwere Orgel mit 6737 Pfeifen. Ebenso überwältigend ist die Nachtwächter-Tradition. Seit über 600 Jahren ruft ein Nachtwächter von einem der Kirchtürme von 22 bis 2 Uhr immer zur vollen Stunde die Uhrzeit in alle vier Himmelsrichtungen. Vom Altstadthügel La Cité geht es zu den tiefer gelegenen Hügeln Le Bourg und Saint-Laurent. Wer sich auf einem

Stadtrundgang durch Lausanne befindet, merkt schnell: Da geht es ganz schön rauf und runter. Kein Wunder, denn die Stadt wurde einst von einem Gletscher geformt. Vom tiefsten bis zum höchsten Punkt sind es gut 500 Höhenmeter. Da könnte man schon beim Gedanken daran ins Schwitzen kommen. Doch die Lausanner haben vorgesorgt: Die Metro verbindet Lausanne Ouchy am Seeufer, von wo aus man übrigens gmütlich zu Fuss oder mit dem Bus zum berühmten Olympischen Museum gelangt, mit dem Aquatis Aquarium in Croisettes. Damit lassen sich ein paar steile Treppen und Strassen elegant umgehen. Das spart Energie: Denn es gibt noch viel mehr zu entdecken an der Schweizer Riviera. Text Markus Fässler Bilder Markus Fässler / OTV / Suisse Majestic

Fast kitschig: der Sonnenuntergang mit Blick auf den Lac Léman von Haute de Caux aus.

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Ratgeber RATGEBER

E-AUTOS VERBRAUCHEN MEHR ALS ANGEZEIGT Elektroautos sind beim Verbrauch eine Mogelpackung. Das jedenfalls fanden unabhängige Experten heraus. Bordcomputer in Elektroautos lieferten nämlich kein reales Abbild der Energiebilanz, da sie Verluste beim Ladevorgang nicht mit einrechnen. Das Ergebnis eines Tests mit 15 E-Autos ergab, dass je nach Fahrzeug zehn bis 25 Prozent auf den angezeigten Verbrauch gerechnet werden müssen. Die Messsysteme im E-Auto können die beim Aufladen anfallenden Verluste nicht erfassen. Ladeverluste entstehen beim Laden in der vorgelagerten Elektroinstallation und der Ladestation, im Bordladegerät des Fahrzeuges und in der Antriebsbatterie. Laut den Experten muss man beim Tesla Model 3 LR knapp 25 % zur Bordcomputer-Angabe addieren, beim Seat Mii Electric knapp 21 % und beim Jaguar i-Pace gute 17 %. Aber auch die Mittelklasse-Wagen Renault Zoe (knapp 19 %), Nissan Leaf (17,6 %) und VW E-Up (15,6 %) zeigen ein deutliches Plus. Lediglich der Kia e-Niro (9,9 %) bleibt unter der Zehn-Prozent-­

Marke. Die Experten fordern von den Herstellern, nicht nur die Verbrauchswerte, sondern auch die Ladeverluste in Prozent bei den technischen Angaben aufzuführen. Ausserdem sollten sie bei der Entwicklung

nicht nur auf effiziente Antriebe, sondern auch auf Ladesysteme mit niedrigen Verlusten achten. Text deg/mru / Bilder zVg

VORSICHT BEIM OCCASIONSKAUF Die Corona-Beschränkungen haben sich im Juni/Juli gelockert, die Mobilität nimmt wieder zu und auch der Automarkt kommt langsam wieder in Fahrt, die Preise sind günstig. Wer jetzt vorhat, ein Occa­ sionsfahrzeug zu kaufen, sollte allerdings den Tacho genau unter die Lupe nehmen: Manipulationen am Kilometerzähler können den Preis kräftig in die Höhe treiben. Laut Experten wird von unseriösen Händlern durchaus mal der Tacho manipuliert. Der falsche Kilometerstand führt so pro Fahrzeug im Durchschnitt zu einer illegalen Wertsteigerung von mehreren Tausend Schweizer Franken. Tests haben ergeben, dass so gut wie keiner der aktuellen Gebrauchtwagen manipulationssicher ist. Bei der Mehrzahl der Autos kann der Kilometerstand mit Hilfe

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einer Software beliebig verstellt werden – durch Anschluss eines Manipulationsgerätes an die Diagnose-Schnittstelle, die seit etwa dem Baujahr 2000 Vorschrift ist. Die ACS Experten raten deshalb, sich anhand von Reparatur-Rechnungen, dem Inspektionsheft und dem letzten Ölwechsel ein Bild vom Kilometerstand zu machen. Beim Kauf bei einem Occasionshändler kann versucht werden, Kontakt mit dem Vorbesitzer aufzunehmen. Sein Name steht in der Zulassungsbescheinigung. Mit welcher Laufleistung wurde das Fahrzeug verkauft? Weitere Vorbesitzer stehen zum Teil im Serviceheft. Auch ein Occasionscheck bei einem Sachverständigen oder einer Prüforganisation kann Aufschluss über die zurückgelegten Kilometer eines Fahrzeugs geben.

Man sollte sich nicht auf Verkäuferangaben wie «Kilometerstand abgelesen» oder «laut Tacho» verlassen, sondern auf der schriftlichen Angabe der «tatsächlichen Laufleistung» im Kaufvertrag bestehen, rät der ACS. Doch beim Gebrauchtwagen spielt nicht nur der Kilometerstand eine Rolle. Der ACS empfiehlt, auch auf den Pflegezustand und die Betriebsbedingungen bei den Vorbesitzern zu achten. Ein Occasionsfahrzeug mit wenigen Kilometern, die auf Verschleiss fördernden Kurzstrecken-Fahrten absolviert wurden, kann stärker strapaziert worden sein als ein Fahrzeug mit vielen Kilometern, die vor allem schonend auf Langstrecken gefahren wurden. Text jri/mru


Ratgeber

AUSWEICHMANÖVER MIT HUND AN BORD

VIERBEINER SCHÜTZEN

Ungesichert auf dem Beifahrersitz sieht zwar lustig aus, ist aber keine gute Idee.

Ein Hund auf dem Beifahrersitz, die flatternden Ohren am geöffneten F ­ enster im Fahrtwind? Das ist keine gute Idee: Denn im Falle eines p ­ lötzlichen Brems- oder Ausweichmanövers und Unfällen drohen massive ­Verletzungsgefahren für Mensch und Tier.

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ei verschiedenen Versuchsfahrten des Expertenteams mit einem – ungesicherten – Hunde-Dummy zeigte sich, dass die Risiken an jedem Platz im Fahrzeug gross sind. Auf dem Beifahrersitz platziert, droht ein Hund bei einem Ausweichmanöver vom Beifahrersitz auf den Schoss des Fahrers zu fliegen und sich mit dem Kopf zwischen Lenkrad und dem Oberschenkel des Fahrers zu verkeilen – mit der Folge, dass das Auto unkontrollierbar wird. So geschehen im Test. Im realen Strassenverkehr wäre ein schwerer Unfall die kaum vermeidbare Folge gewesen. Ein ungesicherter Hund auf der Rücksitzbank gefährdet dagegen das Tier selbst erheblich, weil dieses bei einem plötzlichen Aus-

weichmanöver gegen beide Türen schlägt. Auch das passierte während der Versuchsfahrten mit Hunde-Dummy.

Die Decke verhindert das Verschmutzen des Rücksitzes, schützt aber nicht ausreichend bei Brems- oder Ausweichmanövern.

Liegt der Hund ungesichert auf der Ladefläche im Kofferraum, ist zwar das Verletzungsrisiko für die Insassen geringer, weil der Hund in der Regel durch die Rücksitzlehne zurückgehalten wird. Allerdings wird ihm auch hier Schaden zugefügt, wenn er, wie bei den Tests, bei einem plötzlichen Ausweich- oder Bremsmanöver an die Seitenwände oder die Rückenlehne knallt. Auch für die Rettung und Bergung nach einem Unfall ist die Sicherung des Tiers entscheidend: Ein ungesicherter Hund, der bei einem Autounfall verletzt wird, kann für Ersthelfer zur ernsten Gefahr werden. Oft sind nämlich die Vierbei-

Beide Hunde (hier Dummys) sind in ihren Boxen sicher aufbewahrt.

ner nach einem Unfall traumatisiert und aggressiv. Dadurch kann sich die Rettung aller Unfallopfer verzögern, weil zuerst das Tier unter Kontrolle gebracht werden muss. Für die Experten sind Autogeschirre die Grundvoraussetzung für den sicheren Transport. Boxen für den Kofferraum sind aber die bessere Lösung. Wichtig ist, dass das Grössenverhältnis zwischen Box und Hund stimmt und dass die Box mit Spanngurten an den Verzurrösen befestigt wird. Viele Hundebesitzer wählen eine grössere Box, um ihrem Vierbeiner mehr Bewegungsfreiheit zu bieten. Dies kann jedoch dazu führen, dass das Tier in der Box herumgeschleudert und dadurch verletzt wird. Besonders für kleine Hunde sind spezielle Körbchen eine gute Lösung. Das

So reist Struppi sicher. Die kleine Box ist gut verstaut, bei Brems- und Ausweichmanövern droht Hund und Mensch kein Schaden.

Körbchen wird mit einem Fahrzeuggurt auf der Rücksitzbank befestigt. Wichtig ist allerdings, dass ein zusätzliches Sicherungssystem genutzt wird, etwa ein stabiler Brustgurt für das Tier. Noch sicherer ist die Unterbringung in einer entsprechenden Box hinter dem Beifahrersitz. Text jri / Bilder zVg

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CLASSIC

Beim Range Rover wurden Charakter und Design über 50 Jahre erfolgreich gepflegt.

50 JAHRE RANGE ROVER

TRENDSETTER FÜR JEDES TERRAIN Seit 50 Jahren ist der Range Rover auf jedem Terrain zu Hause. Gerne macht er sich dabei auch mal schmutzig, denn seine Geländegängigkeit ist legendär. So siegte er bei der Rallye Paris – Dakar. Ebenso glänzt der Brite mit einem zeitlosen Design, das mehrfach höchste Auszeichnungen erhielt.

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it dem zunehmenden Wohlstand Ende der 60er Jahre stiegen die Bedürfnisse und Anforderungen an ein Automobil. So genügte den Gutbesitzern ein rustikaler Land Rover nicht mehr. Mehr Komfort und luxuriösere Ausstattung waren gefragt, gepaart mit einem geländegängigen Fahrwerk und bulligen Antrieb also die Mischung einer noblen Limousine mit den Fahreigenschaften eines Geländewagens. Genau diese Synthese lieferte der Range Rover, der im Sommer 1970 in Produktion ging, und somit als Begründer der luxuriösen Geländewagen und SUV gilt. Die erste Range Rover Generation wurde von 1970 bis 1996 produziert. Sein permanenter Allradantrieb, die Schraubenfederung und der bullige 3,5 Liter V8-Motor waren revolutionär im Segment der Geländewagen und liessen den Range Rover von

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Beginn weg zu einer Erfolgsstory werden. Zunächst war der britische Alleskönner nur dreitürig erhältlich, da der Hersteller nicht über die Mittel verfügte, gleichzeitig eine fünftürige Version zu entwickeln, obwohl die Nachfrage für ein solches Modell gross war. Dank der Initiative des Schweizer Importeurs Emil Frey präsentierte Monteverdi auf dem Genfer Automobilsalon 1980 einen fünftürigen Prototyp, der später in Kleinse-

Wüstenfuchs: Range Rover siegte 1979 und 1981 bei der Rallye Paris – Dakar.

rie bei der italienischen Carrozzeria Fissore in Savigliano gebaut wurde. Allerdings war der Preis für diese Sonderversion so extrem teuer, dass sich Land Rover entschied, ab Herbst 1981 selber einen fünftürigen Range Rover zu bauen, basierend auf der Konstruktion von Monteverdi – aber zu marktgerechten Preisen. Die zweite Modellgeneration des Range Rovers erschien 1994 und zeigte vertraute Merkmale: die Silhouette mit «schwebendem» Dach, die schalenförmige Motorhaube, die praktische zweigeteilte Heckklappe und die durchgehende Gürtellinie. Charakteristische Designzüge, wie sie auch der heutige Range Rover besitzt. Neu bei der zweiten Modellgeneration war ein höhenverstellbares Fahrwerk, das die Allroundeigenschaften und den Komfort weiter steigerte. Ebenso wurde die Antriebspalette mit einem 2,5-Liter-Diesel und einem


Classic

Range Rover

1. Generation

2. Generation

3. Generation

4. Generation

Produktion

1970 - 1995

1994 - 2002

2002 - 2012

seit 2012

Motoren

Benzin V8 3,5 – 4,2 Liter 127 – 202 PS Diesel R6 2,4 Liter 106 PS

Benzin V8 4.0 – 4.6 Liter 185 – 224 PS Diesel R6 2,5 Liter 136 PS

Benzin V8 4,2 – 5,0 Liter 286 – 510 PS Diesel R6 + V8 3,0 – 4,4 Liter 177 – 313 PS

Benzin V8 3,0 – 4,4 Liter 258 – 339 PS Benzin Hybrid 2,0 Liter 404 PS Diesel Hybrid 3,0 Liter 340 – 354 PS

Länge

4445 – 4648 mm

4712 mm

4972 mm

4999 – 5199 mm

Breite

1780 mm

1950 mm

2034 mm

1983 – 1998 mm

Höhe

1780 mm

1819 mm

1988 mm

1835 – 1840 mm

Radstand

2530 – 2743 mm

2745 mm

2880 mm

2922 – 3120 mm

Leergewicht

1892 – 2075 kg

2115 – 2340 kg

2684 – 2858 kg

2215 – 2671 kg

Der fünftürige Range Rover entstand aus einer Entwicklung von Monteverdi.

leistungsstarken 4,6 Liter V8-Benziner erweitert. Mit der 2001 vorgestellten dritten Generation machte der Range Rover einen gewaltigen Satz vorwärts und setzte neue Massstäbe. Dazu zählten vor allem ein torsionsfestes Monocoque Chassis, welches den im Geländewagenbau üblichen Leiterrahmens ersetzte sowie die unabhängige Einzelradaufhängung mit Luftfederung – ein Novum, denn zu jener Zeit besassen fast alle Offroader noch ungeteilte Achsen. Neben den zahlreichen technischen Neuerungen wurde auch der Innenraum des Range Rovers aufgewertet durch eine luxuriösere Ausstattung und grosszügige Platzverhältnisse. Zwölf Jahre später wurde die vierte Generation des Range Rovers präsentiert. Ein von Grund auf neu entwickeltes SUV, das als Novität über eine leichte Vollaluminium-Monocoque-Karosserie verfügt, die das neue Modell bis zu 420 Kilogramm leichter macht. Hochmoderne elektronische Fahrhilfen wie die automatische Terrain Response 2-Steuerung, oder die Geschwindigkeitsregelung ATPC (All-Terrain Progress Control) sind weitere Innovationen der vierten Generation. Fortschrittliche

Weiterentwickelte 2. Generation ab 1994.

Die 3. Generation ab 2002 war rundum neu.

Motoren wie die elektrifizierten Ingenium Antriebe, ein Plug-in Hybrid, innovative Infotainment-Systeme und ein grosses Paket hochentwickelter Sicherheits- und Assistenzsysteme runden das Portfolio des aktuellen Range Rovers ab. In den letzten 50 Jahren erlebte der Range Rover eine Vielzahl von Besitzerwechseln. Seit 2008 gehören Jaguar und

Land Rover zur indischen Tata Motors. Zum grossen Glück konnte der Range Rover stets seine Position als einzigartiger Leader im Segment der luxuriösen SUV und Offroader behaupten, ganz im Sinne von: Lang lebe der König! Text Christoph Bleile / Bilder zVg

Der Range Rover begeistert durch seine Souveränität und mit seinem zeitlosen Design.

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Classic CLASSIC

POWER VON DEN ABGASEN

TURBO IKONEN

Der Zeit voraus: Saab 900 Turbo16 Aero, BMW 2002 Turbo, Porsche 911 Turbo (930) 3.3.

Mehr Leistung bei Bedarf und höhere Effizienz – das bietet die Turbotechnologie. BMW war einer der ersten Hersteller, der aufgeladene Triebwerke vorerst im Motorsport einsetzte. Und heute, 50 Jahre später, gibt es kaum noch Verbrennungs­ motoren ohne angepasste ­Turboaufladung.

E

in Schweizer Ingenieur hat den Turbolader erfunden. Bereits 1905 meldete Alfred Büchi ein Patent über die Gleichdruck- oder auch Stauaufladung an. Erste Strassenfahrzeuge, die über eine Turboaufladung verfügten, waren Diesel-Lastwagen der Adolph Saurer AG aus Arbon aus dem Jahre 1938. Der schneckenförmige Turbolader ist ein Bestandteil der Abgasanlage. Dabei beschleunigen die ausströmenden Abgase eine Turbine, die mit einem Verdichter

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verbunden ist. So angetrieben, presst dieser ein Mehrfaches an Luft und Sauerstoff in den Ansaugtrakt und erhöht damit den Füllgrad in den Zylindern, was zu mehr Leistung führt. BMW SETZT ALS ERSTE AUF TURBO Um gegen die aufkommende Konkurrenz den Titel in der Tourenwagen-Europameisterschaft 1969 erfolgreich verteidigen zu können, suchte BMW nach einer Leistungssteigerung. Allerdings war der 2 Liter Saugmotor im 2002 tii ausgereizt und das Reglemente liess keine Motoren mit mehr Hubraum zu. So entschied sich BMW, den ersten Renntourenwagen mit einem Turbomotor einzusetzen. Ein wegweisender Entscheid – und promt gewann Dieter Quester im 2002 ti den Titel erneut. Massgeblich zur Entwicklung des Turbomotors und dessen Erfolg beigetragen ­hatte BMW

Rennmotoren-Papst Paul Rosche. Sein Meisterstück lieferte er allerdings in der Königsklasse, der Formel 1. So gewann Nelson Piquet 1983 auf einem Brabham BMW BT52 als erster mit einem Turbomotor die F1-Weltmeisterschaft. Sein 1,5 Liter Turbomotor leistete im Rennmodus brachiale 1000 PS, kurzzeitig für das Qualifying sogar sagenhafte 1400 PS! Naheliegend, dass BMW entschloss, bei ihren 02-Mittelklasse-Modellen das gleiche Prinzip anzuwenden. Als neues Top-of-the-line wurde 1973 der BMW 2002 Turbo vorgestellt. Mit einer Leistung von 170 PS übertraf der den 2002 tii um satte 40 PS. Und seine Power versteckte der Turbo nicht. Mit Kotflügelverbreiterungen, Spoiler vorn und hinten sowie ein sportliches Interieur mit Sportsitzen unterstrich er seine Performance und erweckte den Anschein, als käme er soeben von der Rennstrecke.

Wurde 1970 Tourenwagen-Europameister:

Nelson Piquet, F1 Weltmeister 1983 im

BMW 2002 Ti mit Turbomotor.

­Brabham BMW BT52.


Classic

Doch die Feinabstimmung für die alltägliche Nutzung liess zu wünschen übrig. Einerseits war der Benzinverbrauch sehr hoch – im Zeichen der Ölkrise eher suboptimal. Ebenso war er nicht volllasttauglich, sprich lange Autobahnfahrten im Topspeed-Bereich führten zu Motorschäden. Somit blieb der BMW 2002 Turbo ein exklusiver Strassen- und Boulevard-Renner, dessen Produktion bereits nach einem Jahr im November 1974 eingestellt wurde. Roger Waber, BMW (re) und Raphael Brunner, Porsche (mi) lassen sich von Fritz Leuenberger Insgesamt wurden 1672 Turbomodelle her- die Technik des 16-Ventiler-Turbomotors im Saab 900 erklären. gestellt. Für die Zukunft setzte BMW für die Topmodelle der neuen 3-er Reihe auf Porsche den 930 mit einem 3,3 Liter Motor erinnert, eine Wucht. Gleiches gilt für das 6-Zylindermotoren. an mit 300 PS. Erlebnis beim Beschleunigen. Bei tiefen Kernstück der Kraftmaschine war der Tourenzahlen noch lahmfromm, gibt’s PORSCHE 911 TURBO – 3-Liter 6-Zylinder-Boxermotor aus dem beim Beschleunigen einen gewaltigen DER ÜBERFLIEGER Carrera RS 3.0, der abgasseitig mit einem Bums. Bei Kurvenfahrten ist dieser schub­ Wesentlich länger als der BMW wur- KKK-Turbolader aufgerüstet wurde und so artige Einsatz der Power mit Respekt zu de der Porsche 911 Turbo gebaut. Ziel eine Leistung von 260 PS erreichte. Wegen handhaben, macht hingegen süchtig, stevon Porsche war es, einen Sportwagen zu der höheren Leistung musste das Fahrwerk hen die Räder gerade. konstruieren, der leistungsmässig den angepasst werden. Die vorderen und hintestärksten Sportwagen paroli bieten konn- ren Radaufhängungen stammten von der SAAB 900 TURBO 16 – DAS ERSTE te. Einen komplett neuen Sportwagen auf Carrera Rennversion, die Radlager vom GROSSSERIE-MODELL die Beine zu stellen, konnte sich Porsche 917. Ebenso wurde die schon breite KarosSaab gilt als der Turbo-Pionier. Früher zu dieser Zeit nicht leisten. Da bot sich ein serie des 911 Carrera RS übernommen und gab es nur Turbomotoren in kleiner Stück911er mit Turbomotor und Elementen aus nochmals um 50 mm verbreitert, um für zahl für Spezialserien oder Sportwagen. den Rennsportwagen an. Wegen seiner die üppige Bereifung auf den klassischen Und da Saab über keinen Sechszylinder zahlreichen Modifikation und umfassen- Fuchs-Leichtmetallfelgen Platz zu schaffen. verfügte, musste der Turbo-Vierzylinder den Anpassungen an die Mehrleistung erOptisch ist der 911 mit seinen brei- die Rolle der Topmotorisierung im Modellhielt die Turboversion mit 930 eine eigen- ten Backen und dem charakteristischen programm einnehmen. ständige Typenbezeichnung. Ab 1978 bot Heckflügel, der an eine Walschwanzflosse Die Ingenieure aus Trollhättan verstanden es, aus dem ursprünglichen Saab 99 Turbo ein sportliches Mittelklasse Modell zu schaffen, das mit einer sehr harmonischen Leistungsentwicklung überzeugt. Um einen akzeptablen Benzinverbrauch und die Langlebigkeit des Motors zu gewährleisten, entwickelte Saab das APC System (Automatic Performance Control), bei dem der Ladedruck permanent überwacht und geregelt wird. So zieht der Schwede mit dem eigenwilligen Design Heckspoiler muss sein bei soviel Turbo-Power. souverän seine Bahnen und ist auf langen Strecken zu Hause. Heute ist der Saab 900 Turbo16 geBMW 2002 Turbo Porsche 911 Turbo 3.0 Saab 900 Turbo16 S sucht, ganz besonders die Aero Version mit Herstellungsjahr 1973 – 1974 1974 – 1977 19832 – 1990 den in Wagenfarbe lackierten StossstanMotor 4 Zyl. – 1990 ccm 6-Zyl. – 3.0 Liter 4 Zyl. – 1985 ccm gen und sportlichen Accessoires. PS / min 170 / 5800 260 / 5500 175 / 5500 «Only prestige can kill the Turbo», Nm / min 240 / 4000 343 / 4000 273 / 3000 sagte Per Gillbrand, der Motorenchef von Getriebe 5-Gang 4-Gang 5-Gang Saab bei der Vorstellung des Saab 900 Turbo16. Eine visionäre Aussage, die sich 0 – 100 km/h 7,2 sec 5,5 sec 8,7 sec voll bestätigte! Höchstgeschwind. 211 km/h 250 km/h 210 km/h Leergewicht

1080 kg

1195 kg

1320 kg

Verbrauch

15 l/100 km

20 l/100 km

9,5 l/100 km

Heutiger Marktwert

~ CHF 120 000.–

~ CHF 150 000.–

~ CHF 40 000.–

Text Christoph Bleile Bilder Christoph Bleile, zVg

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IN KÜRZE TOM’S KOLUMNE

JETZT MITMACHEN UND GEWINNEN! Die EcoDrive Rallye geht am 7. September 2020 in die letzte Runde. Wiederum warten neue Fragen, 600 wertvolle Sofortpreise, 16 attraktive Wochenpreise und als Hauptpreis ein TOYOTA NEW Yaris 1.5 Hybrid Premium im Wert von CHF 34 745.-. Machen Sie also mit bei der EcoDrive Rallye und gewinnen Sie! rallye.ecodrive.ch

MITFAHRER GESUCHT Lieber Oldtimer-Fan, hättest Du Interesse, mich bei Fahrten mit meinem TVR3000m (Jg. 1977) zu begleiten? Meine «Lady» und ich hätten Freude, wenn Du mit uns im Raume Sursee oder Innerschweiz ab und zu Ausflüge unternehmen würdest. Freue mich auf einen TVR-Begleiter mit etwas technischem Flair! Melde Dich doch bitte per Mail moniquebaettig@hotmail.com

NEWS • Der Fiat Panda Hybrid ist ab sofort in zwei Karosserievarianten verfügbar – zusätzlich zur Offroad-inspirierten Version «Cross» auch im Design «Urban». Der Panda Hybrid in der Version Urban bietet alle Vorteile der effizienten, kompakten, leichten und technisch wenig komplexen Mild-Hybrid-Antriebstechnologie. Die neue Karosserievariante erweitert das Angebot der elektrifizierten Modelle Fiat Panda Hybrid Cross, Fiat 500 Hybrid und der batterieelektrische Fiat 500. • Als Vorboten künftiger Elektroautos hat Cadillac das Showcar Lyriq präsentiert. Das mächtige SUV gibt zugleich einen Ausblick auf das künftige Markengesicht. Einzelheiten zum Motor wurden nicht genannt, aber die spätere Serienversion soll eine Normreichweite von rund 480 Kilometern (100 kWh Batterie) haben. • Der erste grosse MEB-Streich von Skoda lässt noch bis zum 1. September auf seine Premiere warten. Zu erwarten ist ein SUV ähnlich dem Kodiaq. Genannt Enyaq iV, bietet die Neuheit von Skoda sowohl Hinter- als auch Allradantrieb. Er ist in fünf Leistungsstufen und mit drei Batteriegrössen erhältlich. Bis zu 500 km soll Skodas erster Stromer im WLTP-Zyklus schaffen.

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ALLES ANDERE ALS NORMAL

achdem «die schönste Nebensache der Welt» die monatelange Zwangspause hinter sich gelassen hat, können die Fans des Motorsports endlich wieder regelmässige Rennaction geniessen. Während vor dem TV aber beinahe alles beim Alten ist, erleben die Rennfahrer, Teams und Mitarbeiter der MotoGP jedoch alles andere als Normalität. Die Monate zu Hause waren wirklich nicht einfach. Ich konnte zwar viel Zeit mit der Familie und mit Freunden geniessen, war vor allem während den letzten Wochen viel in der Schweiz unterwegs und habe Sponsoren besucht. Aber natürlich hat mir das Motorradfahren und die Rennaction extrem gefehlt. Als wir dann endlich wieder loslegen konnten, war die Freude riesig – obwohl ich schon sagen muss, dass wir nun in diesen beiden Wochen eine ganz neue Art von Rennsport erlebt haben. Erstmal wurden die Teams schon lange vor dem ersten Testtag in Jerez darüber informiert, dass nur eine limitierte Anzahl Personen zugelassen wird. Einige Teammitglieder mussten also zu Hause bleiben. Wir hatten aber das Glück, dass bei uns die wichtigsten Personen hinsichtlich Technik und Renngeschehen dabei sein konnten. Den Zutritt ins Paddock erhält man natürlich nur mit einem negativen Corona-Testergebnis und einmal im Paddock angekommen, hat man dann nur noch sehr eingeschränkte Bewegungsfreiheiten. Da ich selber jeweils in einem GP-Room übernachte, also einem kleinen Abteil in einem der Wohnmobile, kam ich nicht weiter als einmal quer durchs Paddock und zum Glück ab und zu aufs Motorrad. Andere, die in den Hotels wohnten, kamen abends zwar aus dem Paddock – alles andere als die Fahrt zum Hotel und zurück wurde aber untersagt. Dennoch konnte ich meinen Job genauso machen wie sonst auch. Nicht zuletzt, weil die DORNA, die IRTA und natürlich die Teams das hervorragend organisiert und geplant haben. Alles in allem hat es sich schon etwas so angefühlt, als wäre man einfach zwei Wochen eingesperrt. Zudem war die Atmosphäre komplett anders als sonst: Der Trubel an den Rennweekends mit der Presse, den Sponsoren, Gästen, Familien und Freunden war plötzlich ganz weit weg. Es waren nur wenige Kameras vor Ort, die meisten Journalisten wurden via Zoom zu den Pressekonferenzen zugeschalten. Die sonst so vollen Hospitalities waren nicht vor Ort und die Startaufstellung war so leer wie wahrscheinlich noch nie in meiner WM-Karriere. Wir haben in diesen zwei Wochen eine komplett neue MotoGP-Welt kennengelernt und obwohl ich froh bin, dass wir nun endlich wieder fahren können, schwingt dennoch irgendwo eine Unsicherheit mit, ob und wann wir wieder ein ganz normales Rennweekend erleben dürfen: mit Gästen, Presse, Fans und dem ganzen Trubel, der dazugehört.

Ihr Tom Lüthi, ACS Botschafter


ACS.CH ACS.CH

Seat Tarraco 2.0 TSI 4Drive

Ford Kuga 2.5 Plug-in-Hybrid

ALLRAD-SUV ZUM FAIREN PREIS

Allrad-SUVs können vernünftig sein: Das beweist die spanische VW-Tochter Seat mit dem Tarraco. Wir haben den 190 PS starken Zweiliter-TSI-Benziner, den es nur in der Topversion XCellence gibt, getestet. Der blendend aussehende Spanier bietet viel Auto fürs Geld.

EFFIZIENTES RAUMWUNDER

Bei der 3. Generation des im Frühjahr 2008 erstmals vorgestellten und inzwischen in Europa bereits über eine Million Mal verkauften Ford Kuga haben die Entwickler tief in die Technikkiste gegriffen. Sie haben ein SUV auf die Räder gestellt, das in seiner Liga ganz vorne mitspielt.

FAHRBERICHTE JETZT ONLINE

Opel Grandland X Hybrid4

BLITZ GEHT AN DEN STECKER

Bis 2024 soll es jedes Opel-Modell auch als elektrifizierte Variante geben. Von dieser E-Offensive der Rüsselsheimer ist das SUV Grandland X nicht ausgenommen. Der Plug-in-Hybrid, der erste in der Geschichte der Marke mit dem Blitz und bildet quasi die Speerspitze der Grandland-Palette.

Der ACS hat seinen Onlineauftritt neu aufgestellt. Dieser wird kontinuierlich ausgebaut. Es kommen in den nächsten Wochen und Monaten neue Funktionen und Angebote hinzu. Neu werden auch Fahrberichte exklusiv auf der Website publiziert. Unsere Experten bewegen Neuheiten bis zu 1000 km weit. In Wort, Bildern und Videos halten sie ihre Eindrücke fest. Die Fahrberichte sind sowohl für Desktops, Laptops als auch für mobile Endgeräte ideal aufbereitet. Auf dieser Seite finden Sie die bereits getesteten Fahrzeuge abgebildet. Schauen Sie herein unter www.acs.ch/interessantes

Tesla Model 3

KNAPP AN DER PLATZREIFE VORBEI

Zugegeben, das Elektroauto liegt auch bei uns in einer Schublade, die man (noch?) nicht gern öffnet. Da kommt ein starker Tesla Model 3 Long Range Performance gerade recht, um sich kurz von alt hergebrachten Werten zu verabschieden.

Maserati Quattroporte SQ4

SPORTLICHER LUXUS AUS ITALIEN

Allradantrieb, V6-Biturbo-Benzinmotor mit 430 PS, gediegenes Leder/ Holz-Ambiente und ein unvergleichlicher Motorensound – das sind die wichtigsten Attribute, mit denen Maserati beim Quattroporte SQ4 die Interessenten überzeugen will. Wir haben ihm auf den Zahn gefühlt.

Honda NSX

JAPANISCHE PERFEKTION

Die Sportwagenikone Honda NSX erhielt letztes Jahr eine umfassende Modellpflege. Mit einer ausgeklügelten Hybridtechnik und vielen weiteren Verbesserungen wurde er fit getrimmt für die Zukunft. Exklusiv ist der 581-PS-Bolide ohnehin.

Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid

EINE INTERESSANTE ALTERNATIVE

Sicherer, digitaler, komfortabler – der gründlich überarbeitete Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid möchte für all jene Autofahrer eine Alternative zum Verbrennungsmotor darstellen, die sich (noch) nicht für ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug entscheiden können oder wollen.

Renault Mégane R.S. Trophy R

EIN RADIKALER TYP

Mit dem Trophy-R hat Renault den ohnehin schon sportlichen Mégane R.S. maximal geschärft. Weniger Gewicht, rennsporttaugliches Fahrwerk und höherer Anpressdruck – das sind die wichtigsten Talente. Der Franzose ist Rundenrekordhalter auf der Nürburgring-Nordschleife.

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FOKUS

AUTOMARKT SCHWEIZ

GROSSES MINUS Laut Statistik von auto schweiz musste der Neuwagenmarkt Schweiz/­Liechtenstein in den ersten sieben Monaten des Jahres mit 125 842 ­immatrikulierten Fahrzeugen einen COVID-19-bedingten Rückgang von 31,1 Prozent hinnehmen. Zu den wenigen Gewinnern zählen die alternativen Antriebe (+37,9 %) und Porsche (+19,9 %).

D

ie Importeure und Autohändler in der Schweiz leiden. Gegenüber der gleichen Periode im Vorjahr wurden beinahe 57000 Fahrzeuge weniger verkauft. Getroffen hat es alle Marken – bis auf eine: Porsche verzeichnet von Januar bis Juli mit 2215 Fahrzeugen ein Plus von 19,9 Prozent. Besonders hart getroffen hat es von den Herstellern mit relevanten Verkaufszahlen hingegen Citroën (- 51,9 %) Honda (- 65,5 %), Jaguar (- 66,1 %), Nissan (- 51,0 %), Opel (- 58,8 %), Subaru (- 61,9 %) und Suzuki (- 53,9 %). Einen markanten Rückgang musste auch Tesla (- 38,5 %) hinnehmen. Bei den Marken die Nummer 1 bleibt Volkswagen (14 374 Fahrzeuge) vor Mercedes-Benz (12 259), BMW (11 4 48), Škoda (10 412), Audi (7413), Seat (6262), Renault (6013), Ford (5121) und Toyota (4915). '

4X4-ANTEIL GEHT ZURÜCK Bei den Antrieben befindet sich der Dieselmotor mit einem Minus von beinahe 40 Prozent weiter auf Talfahrt. Dasselbe gilt auch für den 44-Anteil (- 30,5 %) und

Erdgas-Autos (- 30,2 %). Ansonsten haben jedoch sämtliche alternativen Antriebe zugelegt. Insbesondere der Plug-in-Hybrid (PHEV) mit 211,7 % oder die Voll-/Mildhybride mit 36,1 %. Praktisch auf Vorjahrsniveau bewegten sich in den ersten sieben Monaten 2020 die Verkäufe von Elektroautos (+ 0,1 % auf 6692). OCTAVIA BLEIBT NUMMER 1 Bei den Modellen hat die Schweiz weiterhin den gleichen Liebling: Der Škoda Octavia führt die Top-10-Rangliste mit 3688 immatrikulierten Fahrzeugen in den ersten sieben Monaten des Jahres deutlich an vor dem VW Tiguan (2759) und dem VW Golf (2081). Erstaunlich und wohl einmalig für ganz Europa: Auf Platz vier folgt bereits der VW T6 (1893) noch vor der neuen A-Klasse von Mercedes-Benz (1848). Die Top 10 des Schweizer Neuwagenmarktes komplettieren der Škoda Karoq (1840), der Volvo XC40 (1832), der BMW X3 (1755), der Audi Q3 (1735) und die GLC-Klasse von Mercedes Benz (1729). Text Markus Rutishauser / Bilder zVg

Der Liebling von Herr und Frau Schweizer: Škoda Octavia (hier als Version Scout).

Christoph Wolnik

Kein Geld, mehr Zeit «Die gesamte Schweizer Automobilbranche – vom Zulieferbetrieb bis zum Markenhändler – ächzt unter den Auswirkungen der Coronakrise», fasst auto-schweiz-Mediensprecher Christoph Wolnik die angespannte Lage zusammen. «Der Marktrückgang von fast einem Drittel sorgt allerorten für massive Umsatzeinbrüche. Schon jetzt sind viele Arbeitsplätze durch die Krise in Gefahr geraten.» Die Branche verlange aber keine speziellen, finanziellen Unterstützungen beim Wiederhochlauf, die über die Corona-Massnahmen des Bundes hinausgingen, obwohl sie mit zehntausenden Arbeitsplätzen rund 10 Prozent zum Schweizer Bruttoinlandprodukt beitrage. KAUM PRÄMIEN «Nicht akzeptabel sind für uns aber zusätzliche Belastungen, die sich aus höheren CO2-Sanktionen für das laufende Jahr ergeben», so Wolnik weiter. Durch Pandemie-bedingte Verzögerungen bei Markteinführungen oder die verminderte Zuteilung von hocheffizienten Elektro-Modellen müssten viele Importeure ihre ursprünglichen CO2-Ziele fallen lassen. «In zahlreichen Nachbarländern gibt es hohe Prämien für den Kauf neuer Elektrofahrzeuge, hierzulande haben nur wenige Kantone ähnliche Massnahmen eingeführt. Durch die Coronakrise hat sich die Situation verschärft, weil die verfügbaren Stückzahlen durch lange Werksschliessungen reduziert sind.» Man wolle die CO2-Reduktionsziele an sich nicht in Frage stellen, so Christoph Wolnik: «Wir wollen kein Geld, wir brauchen einfach ein Jahr mehr Zeit. Niemand würde es verstehen, wenn die Verwaltung und die Politiker es für normal hielten, dass die Automobilbranche aufgrund des Coronavirus bestraft wird.»

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ACS

AC S EL M R O F NCE E I R E X PE

RACEN WIE VETTEL & CO.

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ollten Sie schon immer einmal wissen, wie es sich in einem Formel-Auto fährt? Die massive Beschleunigung und die seitlichen Fliehkräfte (G-Kräfte) am eigenen Körper spüren? Von Profis die optimale Linienwahl erklärt bekommen? Oder einfach mit erfahrenen Piloten und Gleichgesinnten in lockerer Atmosphäre ausgiebig fachsimpeln? Dann sollten Sie den 18. September 2020 in Ihrer Agenda dick anstreichen. An diesem Freitagnachmittag organisiert der ACS in Kooperation mit Fredy Barth – Motorsport & Events in Kemptthal ZH erstmals die exklusive ACS Formel Experience auf der attraktiven, mit einem frischen Belag ausgestatteten Rennstrecke des Anneau du Rhin. Diese liegt rund 60 Kilometer nördlich von Basel zwischen Mulhouse (mit seinem bekannten Oldtimer-Museum Cité de l’Automobile) und Colmar. Der Anlass dauert von 15.30 bis circa 20.30 Uhr. Das wunderschöne Elsass bietet sich übrigens auch für ein erholsames Genuss-Wochenende an. FAHRSPASS GARANTIERT Gefahren wird in Anneau du Rhin in nur 455 Kilogramm schweren, 3,9 Meter langen Monoposti mit Carbon-Monocoque. Diese werden von 140 PS starken 1200er-Motoren angetrieben und beschleunigen in rund 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Kraftübertragung erfolgt dabei über ein sequenzielles 6-Gang-Getriebe auf die Hinterachse. Bereift sind die leistungsstarken Rennwagen mit profillosen Hankook-Slicks. Das Leistungsgewichtverhältnis von 3,25 kg/PS garantiert nahezu grenzenlosen Fahrspass. Mit diesen Bo-

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liden verdienten sich übrigens einst auch die Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und Nico Rosberg sowie der Schweizer Formel-E-Champion und Le Mans-Sieger Sébastien Buemi ihre ersten Sporen im Automobilrennsport ab. VON PROFIS GESCHULT Die Teilnehmer werden vom Team um den Rennprofi und Event-Verantwortlichen Fredy Barth eingeschult und eingekleidet. Der langjährige Spitzenpilot schult die Teilnehmer. Die Ausrüstung wie Overall, Helm und das vorgeschriebene HANS-System (Kopf-und-Nacken-Stütze) wird den Teilnehmern vom Veranstalter zur Verfügung gestellt. Falls vorhanden, kann selbstverständlich auch die eigene Ausrüstung mitgenommen werden. Neben der reinen Fahrzeit von circa 45 Minuten im Monoposti-Formel-Auto offeriert der ACS und Fredy Barth – Motorsport & Events den Teilnehmern eine zusätzliche spektakuläre Taxifahrt in einem VW Scirocco R Cup.

Im Pauschalpreis von CHF 890.– sind die Getränke und der abschliessende Apéro inbegriffen. Die Unfallversicherung (UVG) ist Sache der Teilnehmer. Der maximale Selbstbehalt im Fall eines Fahrzeugschadens beträgt CHF 2500.–. Für Fragen steht Ihnen der Veranstalter Fredy Barth – Motorsport & Events gerne zu Verfügung: Telefon +41 44 558 37 75 oder E-Mail info@fredybarth.ch. Anmeldungen müssen schriftlich erfolgen per E-Mail oder per Briefpost mit Name/ Vorname, Wohnadresse und ACS Mitgliedsnummer. Anschliessend erhalten Sie die Anmeldebestätigung, das Programm und die Rechnung. Anmeldeschluss ist der 14. September 2020 (Posteingang). Wichtig: Die ACS Formel Experience findet aus Sicherheitsgründen nur bei trockener Witterung und mindestens zwölf Teilnehmern statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 18 Personen beschränkt. Verschiebedatum: Donnerstag, 15. Oktober 2020. Text Markus Rutishauser / Bild zVg

FAKTEN & ANMELDUNG Wann

Freitag, 18. September 2020, 15.30 bis 20.30 Uhr

Wo

Rennstrecke Anneau du Rhin (FRA/60 km nördlich von Basel)

Preis

CHF 890.– (inkl. Getränke/Apéro und Taxifahrt)

Versicherung

Unfallversicherung ist Sache der Teilnehmer; Selbstbehalt bei Unfall-/Fahrzeugschaden maximal CHF 2500.–

Anmeldung

E-Mail info@fredybarth.ch oder Fredy Barth – Motorsport & Events, Kemptpark 3, 8310 Kemptthal – Name/Adresse/Mobile/ACS Mitgliedsnummer

Anmeldeschluss

Montag, 14. September 2020 (Posteingang)

Hinweis

Der Event findet nur bei trockener Witterung statt

Verschiebedatum

Donnerstag, 15. Oktober 2020


RATGEBER

EIN REALER VERKEHRSRECHTSCHUTZFALL DER CAP

WIE EIN AUGENBLICK EIN LEBEN VERÄNDERTE

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er kennt sie nicht, die Radiomeldungen, mit denen auf Falschfahrer aufmerksam gemacht wird. Man hofft, dass es nicht gerade die Strecke betrifft, auf der man selber unterwegs ist. Dieses Glück hatte eine CAP-Versicherte nicht, als sie in ihrem Personenwagen zusammen mit ihrem Mann auf einer Autostrasse unterwegs war. Ein anderes Fahrzeug kam ihnen auf ihrer Fahrbahn entgegen. Unsere Versicherte konnte noch so gut es ging abbremsen, jedoch war die Kollision unvermeidlich. Im nächsten Moment verliert sich die Erinnerung unserer Versicherten. Was genau war geschehen? Ein mit 1.7 Promille stark alkoholisierter Lenker war mit seinem Personenwagen auf die Gegenfahrbahn geraten und in voller Fahrt ungebremst frontal mit dem PersoWas nun folgte, war ein langer, harnenwagen unserer Versicherten kollidiert. Unsere Versicherte erlitt schwere Ver- ziger und aufwändiger Kampf ums Recht, letzungen, ihr Mann leichtere. Eine län- bei dem die CAP die Versicherte während gere Hospitalisierung war die Folge, der 15 Jahren unterstützte. Mit Hilfe des von anschliessende Heilungsverlauf bei ihr der CAP beigezogenen Anwaltes wurde langwierig. Zudem plagten unsere Versi- der Vorfall zuletzt einem Gericht zur Becherte Erinnerungen an den Vorfall. Sie urteilung vorgelegt. Die Richter teilten war traumatisiert und durchlitt die Kolli- glücklicherweise die Ansicht der Versision immer und immer wieder, was alles cherten und veranlassten die gegnerische zuletzt zu einer dauernden Arbeitsunfä- Haftpflichtversicherung schliesslich im higkeit führte. Auch im Arbeits- und Fa- Rahmen eines gerichtlichen Vergleiches milienleben hatte dies massive zusätzliche zur Zahlung von CHF 500 000.– für den der Versicherten entstandenen Schaden. Kosten und Aufwände zur Folge. Zahlte nun immerhin die Haftpflicht- Auch die Gerichtskosten wurden der Haftversicherung des Unfallverursachers? pflichtversicherung auferlegt. Die körperlichen und emotionalen Keineswegs. Die Versicherung bestritt den Unfallhergang und die Folgen daraus fast Wunden der Versicherten lassen sich auch bis in jedes Detail und zeigte sich lediglich mit Geld nicht heilen. Mit Unterstützung dazu bereit, der Versicherten eine pau- der CAP konnte die Versicherte zumindest schale Entschädigung von CHF 50 000.– ihre rechtlichen und finanziellen Ansprüzu bezahlen. Zur Begründung führte die che mit Erfolg durchsetzen und das Zehngegnerische Haftpflichtversicherung teil- fache der zunächst angebotenen Entschäweise fadenscheinige Argumente an, wie digung für den ihr entstandenen Schaden zum Beispiel die Einflüsse aus einem Un- erzielen. Daneben konnte die CAP zusätzfall aus der Kindheit der Versicherten oder lich den über die gleiche Police rechtsschutzversicherten und weniger schwer deren Gewicht.

verletzten Ehemann unterstützen; auch er erhielt im Rahmen eines Vergleiches einen namhaften Entschädigungsbetrag. WELCHE KOSTEN SIND IM KAMPF UMS RECHT ANGEFALLEN? Die Kosten des eigenen Anwaltes betrugen rund CHF 32 000.–. Hinzu kamen Gerichtskosten im Betrag von CHF 12 500.– und Gutachterkosten von CHF 750.–. Alle diese Kosten hatte die CAP vorfinanziert und für die Versicherte übernommen. An ihr und auch ihrem Ehemann, bei welchem Kosten in der gleichen Grössenordnung angefallen waren, blieben dank Verkehrsrechtsschutzversicherung keinerlei Kosten hängen. Fazit: Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering erscheinen mag, dass sich ein derartiges Risiko verwirklicht, so zeigt sich doch deutlich, dass es sich im Fall der Fälle mehr als lohnt, eine Rechtsschutzversicherung an seiner Seite zu wissen, die einem im Kampf ums Recht unterstützt. Text CAP / Bild Stock Image

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VERKEHRSSICHERHEIT

NEUER VERKEHRSUNTERRICHT ZUM SCHULBEGINN Die Einführung des neuen Lehrplans in der deutschsprachigen Schweiz ist in aller Munde. Fluch oder Segen? – Da scheiden sich die Geister. Der ACS ist sich indes sicher, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um sein komplettes Verkehrsbildungsangebot für Schülerinnen und Schüler von 6 bis 15 Jahre zu überarbeiten. Zeitgemäss, auf die ­aktuellen Anforderungen abgestimmt und digital starten wir nun ins neue Schuljahr.

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olitisch war der Lehrplan 21 lange umstritten. Man will damit vor allem das Schulsystem in der Deutschschweiz harmonisieren. Also egal, ob ein Kind in Basel oder Graubünden zur Schule geht, der Schulstoff und die Lernziele sind dieselben und über die Kantonsgrenzen hinaus harmonisiert. In einer Zeit, in der oftmals Arbeitsstelle und Wohnort nicht mehr während der gesamten Schulzeit unverändert bleiben und Kinder öfters die Schule wechseln, macht die Harmonisierung des Schulsystems durchaus Sinn. WAS IST NEU AM LEHRPLAN 21? Es geht nicht mehr nur darum, Wissen zu vermitteln und in Prüfungen abzufragen. Vielmehr will der neue Lehrplan die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler fördern. Also Fähigkeiten, Fertigkeiten und natürlich auch Wissen, aber eben auch Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen, über welche die Schülerinnen und Schüler verfügen sollen, um neuen Anforderungssituationen gewachsen zu sein. Für die Verkehrsbildung bedeutet dies, dass Kinder nicht nur Regeln kennen sollen, sondern das richtige Verhalten im Strassenverkehr erklären und begründen können. Sie veranschaulichen anhand von Beispielen und praktischen Übungen, ob sie den Unterrichtsstoff verstanden haben. Mit der obligatorischen Reflexion wird gemeinsam in Gruppen oder zu zweit über das Gelernte reflektiert, Erkenntnisse geteilt, Erlebtes erzählt, aber auch offene Fragen besprochen. Im neuen Lehrplan geht es auch um die Bereitschaft, aufeinander Rücksicht

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Eddie und Léonie sind zusammen für die Kindersicherheit im Strassenverkehr unterwegs.

zu nehmen, sich gegenseitig zu helfen, zu unterstützen und zu respektieren. Gerade auf dem Weg zur Schule ist es wichtig, dass Kinder ein gutes Erlebnis vom gemeinsamen Schulweg mitnehmen. VERKEHRSSICHERHEIT FEST IM LEHRPLAN VERANKERT Der ACS hat seine Lernmittel methodisch und visuell ins Heute transformiert. Dabei entstanden sind neue didaktische

Ansätze, wie etwa die Kinder beim Entwickeln ihrer räumlichen Orientierung oder dem Erkennen von Zusammenhängen und Gesetzmässigkeiten des Strassenverkehrs zu unterstützen. Inhaltlich bleibt es indes beim Bekannten: Die Schulkinder sollen die Gefahren und Regeln des Strassenverkehrs erkennen, verstehen und sich richtig verhalten können. In Zukunft übernehmen die Lehrpersonen ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um die Verkehrsbildung von


VERKEHRSSICHERHEIT

Malkarte für das kreative Gestalten von Erlebnissen aus dem Verkehrsunterricht und mit wichtigen Informationen für Eltern und Betreuungspersonen.

Schülerinnen und Schülern geht. So will es der neue Lehrplan. Da dieses Gebiet für ganz viele Lehrerinnen und Lehrer Neuland ist, hat der ACS sein Bildungskonzept überarbeitet. ARBEITEN MIT DEM BILDUNGSKREIS Das Bildungskonzept des ACS baut auf dem Bildungskreis auf. Er besteht aus den drei Elementen Eltern, Lehrpersonen swoie Verkehrsinstruktorinnen und Verkehrsinstruktoren der Schweizer Polizei. Im Zentrum steht das Kind. Sie alle tragen zur Entwicklung der heute notwendigen Kompetenzen von Kindern für eine sichere Teilnahme am Strassenverkehr bei. Mit den kostenlosen kompletten Lektionen des ACS können Lehrpersonen in Zukunft den Verkehrsunterricht der Polizei optimal vor- respektive nachbereiten. ELTERN UND ERWACHSENE ÜBERNEHMEN EINE WICHTIGE AUFGABE Während die Kinder in den Schulen in Zusammenarbeit mit der Polizei für den Schulweg ausgebildet werden, sollten auch Eltern ihren Teil dazu beitragen. Sie sind die direkten Vorbilder. Der ACS empfiehlt Eltern, ihren Kindern den Weg zur Schule zu Fuss zu ermöglichen und auf Elterntaxis zu verzichten. Er ist für die Entwicklung der Kinder aus mehreren Gründen wichtig, zum Beispiel für die Entwicklung der Sozialkompetenzen. Auf dem Schulweg schmieden sie Freundschaften, sie teilen Erlebnisse untereinander, nehmen Rücksicht aufeinander und der Schulweg bietet zudem regelmässig Bewegung an der frischen Luft. Wer die Schulzeit hinter sich hat, dient als Vorbild für die Kleinen

– ob gewollt oder nicht. Sie schauen den Grossen zu und kopieren richtiges wie falsches Verhalten. Gerade zum Schulbeginn und nach langen Ferien, wenn Verhaltensregeln noch nicht richtig gelernt oder wieder vergessen sind, sollte man sich dessen bewusst sein. Kinder lernen im Verkehrsunterricht, die Strasse erst zu überqueren, wenn das Fahrzeug vor dem Fussgängerstreifen stillsteht. Sie sollen nicht etwa Handzeichen von Autolenkenden befolgen, die langsam auf den Übergang zurollen. Erst wenn sie ganz sicher sind, dass alle heranfahrenden Fahrzeuge ganz angehalten haben, überqueren die Kinder die Strasse. DER WEISSE RABE HEISST JETZT EDDIE Im Zuge der Modernisierung des Bildungsangebotes des ACS wurde der seit 1956 im Dienst des ACS stehende weisse Rabe umbenannt und erhielt einen neuen Look. Als Eddie ist er cool und informiert humorvoll – wenn nötig auch bestimmt

Reflektierender Kleber zum Aufkleben auf den Schulsack, Rucksack oder auch Kleidung.

und streng. Er weiss unglaublich viel und ist den Kindern ein Freund und Begleiter. Als Experte für Sicherheit im Strassenverkehr begleitet Eddie im Federkleid die Schulkinder im Verkehrsunterricht unter anderem auf Lehrmitteln, als Spielfigur oder auch auf den Schulungsfahrzeugen. Unter dem Kampagnenmotto und -label «Achtung, Fertig, Sicher!» unterstützt er die Kinder beim Lernen, bis diese selbst zu Verkehrsexperten werden. Eltern, Lehrpersonen und andere Betreuungspersonen finden spielerisches und leicht zu vermittelndes Material kostenlos auf acs.ch/bildung. Haben Sie Fragen zur Sicherheit Ihres Kindes im Strassenverkehr? Dann schreiben Sie uns an info@acs.ch. Text Anita Brechtbühl / Bilder zVg

Ausmalblätter zu den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden und drei Fahrbahn­ überquerungen, die für Kinder eine besondere Herausforderung darstellen.

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CHARMANTES STADTHOTEL Das Baseltor v­ erbindet sympathische ­Gast­freundschaft mit anregender Atmosphäre und bietet neben ­Boutique-Zimmern, einer mediterranen ­Küche mit lokalen ­Zutaten auch zahlreiche feine Tropfen aus der Schweiz und Europa.

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rei Hotellerie-Suisse-Sterne sowie die Mitgliedschaft bei Swiss Historic Hotels zeichnen das Hotel Basel­ tor im Herzen der Solothurner Altstadt aus. Die Zimmer präsentieren sich gross­ zügig und mit vielen Design-Klassikern. Weiche, gedämpfte Farbtöne, Riemenböden aus Eichen- oder Tannenholz sowie moderne, schlicht gehaltene Bäder prägen die ruhigen Zimmer. Die Einrichtung harmoniert bestens mit dem Altstadtbau aus dem 17. Jahrhundert, der seit 1874 als Restaurant und Hotel genutzt wird. Jedes Zimmer ist vom Grundriss über die Farbgebung und Möblierung individuell. Das Baseltor ist eines der Häuser, die man immer wieder gerne besucht. Das liegt einerseits an der gradlinigen Slow Food Küche, die auf Qualität, lokale Bio-Produk-

te und Kochhandwerk setzt und anderseits an den urgemütlichen Gaststuben, Terrassen und dem charmanten Innenhof. Die Genossenschaftsbeiz hat es verstanden, sich über die Jahrzehnte immer weiter zu entwickeln.

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2. Von wann bis wann kann man werktags in der Blauen Zone parkieren? A 8 bis 18 Uhr

U 9 bis 22 Uhr

O

8 bis 24 Uhr

H

Schlepper

3. Ein anderer Name für einen Traktor ist … N Träger

T Zieher

4. Welche Ortschaft wurde 2018 zur velofreundlichsten Stadt gekürt? O Basel

I

Genf

R

Burgdorf

Kofferraum

Teilnahmebedingungen: Mit der Teilnahme akzeptiert der Teilnehmer diese Teilnahmebedingungen. Teilnahmeberechtigt sind ausschliesslich Mitglieder des Automobil Clubs der Schweiz. Der Gewinner wird persönlich vom Automobil Club der Schweiz benachrichtigt. Barauszahlung und Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Maya

Teilnahmeschluss ist der 18. September 2020 ­(Poststempel).

5. Einziger Güterverkehr auf den Schweizer Seen sind normalerweise …. E Kiestransporte N Tiertransporte S

Autotransporte

6. Welches Auto ist nicht im Museum of Modern Art in New York ausgestellt? L Fiat 500

O Porsche 911

R

Monteverdi Hai

7. Wo befindet sich «der Schweller» bei einem Automobil? E Lenkrad

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Türen

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8. Welches Volk baute «die Königsstrasse der Anden»? N Inka

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L Azteken

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Senden Sie uns eine Postkarte mit dem Vermerk «ACS Rätsel» und dem Lösungswort, Ihrer Mitgliedsnummer und Adresse an unten stehende Adresse, oder senden Sie uns das Lösungswort online unter www.acs.ch/auto-raetsel zu. Automobil Club der Schweiz Wasserwerkgasse 39 CH-3000 Bern 13 Lösungswort Ausgabe 04/20 FEDERUNG

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Das Magazin des Automobil Club der Schweiz | Edition Deutschschweiz  

Ausgabe 05/2020

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