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AUTO

Das Magazin des Automobil Club der Schweiz | Edition Deutschschweiz

Ausgabe 04/2020

Caravan

Neuheiten

Technik

NEUE VORTEILE FÜR DIE MITGLIEDER

HALBLINGE FÜRS GUTE GEWISSEN

HÜRDENLAUF DER SYSTEME: DER VERGLEICH

Mobilität verbindet: Der ACS und der Schweizerische Camping- und Caravaning Verband wollen ihre Synergien nutzen und vereinbaren eine Partnerschaft

SUVs erfreuen sich in der Schweiz ­einer hohen Nachfrage. Viele bevorzugen die rollenden Hochsitze

Unser Experte wagt einen tiefen ­Einblick in die Antriebstechniken der nahen Zukunft


Erstes Netz öffentlicher Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Fahren Sie mit der Gewissheit, dass unterwegs immer eine Ladestation in der Nähe ist. • Grösstes Ladenetz der Schweiz mit mehr als 1600 Stationen mit integrierten Kabeln und Steckern, die für alle Arten von Elektrofahrzeugen geeignet sind • Zertifizierte erneuerbare und lokale Energie • evpass-App, um schnell die nächste verfügbare Ladestation zu finden Als ACS Mitglied erhalten Sie ein Jahr kostenloses EXPLORER Abonnement ! CHF 59.00/Jahr Preis pro Ladevorgang CHF 0.45/kWh Verlangen Sie Ihre Karte kostenlos !

info@acs.ch


EDITORIAL

KLIMASCHUTZ IM EINKLANG MIT DER MOBILITÄT? Die Debatte zur Totalrevision des CO2-Gesetzes nach 2020 hat die vergangene Sommersession der eidgenössischen Räte dominiert. Beim ersten Anlauf im Dezember 2018 hatte das bürgerliche Lager noch die Oberhand und konnte so die Forderungen nach einer massiven Treibstoffpreiserhöhung noch abwenden. ­Eineinhalb Jahre später sieht es ganz anders aus. Sämtliche Forderungen für ­zusätzliche Abgaben fanden im Rat eine Mehrheit.

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ährend der Sondersession im Mai haben Bundesrat und Parlament ein Finanzierungspaket in historischer Höhe zur Unterstützung der gebeutelten Wirtschaft genehmigt. Eine rasche Erholung unserer Wirtschaft ist in unser aller Interesse. Aus Sicht des ACS hätten deshalb die diversen Massnahmen, welche in der Totalrevision des CO2-Gesetzes vorgesehen waren, dem durch die Coronakrise bedingten, neuen wirtschaftlichen Umfeld angepasst werden müssen. Wie sinnvoll ist es, die Wirtschaft auf der einen Seite mit Bundesgeldern zu unterstützen, damit sie sich schneller erholt und sie dann auf der anderen Seite kurz darauf durch zusätzliche Abgaben für Konsumenten und Unternehmen gleich wieder zu schwächen? Leider sah das Parlament offenbar keinen Bedarf für Anpassungen. Zudem wollte es mit der Debatte und Verabschiedung der Gesetzesrevision nicht länger zuwarten. Während der letzten Legislatur standen die Zeichen für einen eher wirtschafts- und konsumentenfreundlichen Kurs bei der Totalrevision des CO2-Gesetzes noch gut. Beispielsweise konnte der ACS nach intensiver Lobbyingarbeit in Zusammenarbeit mit «strasseschweiz» die Verankerung einer Deckelung bei der Treibstoffpreiserhöhung im Gesetzesentwurf durchsetzen. Ein Teilsieg, auf den wir stolz sein können, denn die Deckelung wurde anschliessend nie mehr in Frage gestellt und ist somit auch Bestandteil der in dieser Sommersession verabschiedeten Gesetzesversion. Was die Erhöhung der Treibstoffpreise anbelangt, hat sich der ACS für die Beibehaltung der im bestehenden CO2-Gesetz vorgesehenen maximal 5 Rappen pro Liter eingesetzt. Hier mussten wir im Laufe der Verhandlungen und Beratungen in den Kommissionen einen Kompromiss eingehen und die von bürgerlicher Seite vorgeschlagene Maximalerhöhung von 8 Rappen pro Liter unterstützen. Um eine Mehrheit für die Deckelung der Preiserhöhung zu gewinnen, war dieser Kompromiss unumgänglich.

Nach den eidgenössischen Wahlen im Herbst 2019 und der Klimaschutzbewegung hat aber der Wind auch in den Debatten zur Totalrevision des CO2-Gesetzes gedreht. Den bürgerlichen Anliegen blies von da an eine steife Brise entgegen. So kam es nicht überraschend dazu, dass der Nationalrat in dieser Sommersession eine Erhöhung der Treibstoffpreise ab Ende 2021 bis Ende 2024 von 10 Rappen pro Liter und ab Anfang 2025 von 12 Rappen pro Liter beschlossen hat. Selbstverständlich sind wir vom ACS darüber nicht glücklich, haben wir uns doch, zusammen mit den diversen Strassenverbänden, bis zum Schluss auf allen Ebenen dafür eingesetzt, einer Maximalerhöhung von 8 Rappen pro Liter zum Durchbruch zu verhelfen. Aufgrund der herrschenden Mehrheiten im Nationalrat hatte dieses bürgerliche Ansinnen aber leider keine Chance. Unsere individuelle Mobilität im Allgemeinen und der motorisierte Individualverkehr im Speziellen werden dadurch im Namen des Klimaschutzes massiv verteuert. Somit kann man leider nicht von Klimaschutz im Einklang mit der Mobilität sprechen. Zum Schluss noch eine gute Nachricht im Rahmen der ganzen Debatte rund um das Thema Treibstoffpreise: Als Mitglied unseres Clubs haben Sie die Möglichkeit, mit einer Migrol- oder einer Agip Card an den entsprechenden Tankstellen zu Spezialkonditionen zu tanken und können so von einem Rabatt von bis zu 4 respektive 4,5 Rappen pro Liter Benzin oder Diesel profitieren. Mehr Informationen zu diesem Angebot finden Sie unter www.acs.ch In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin allzeit gute Fahrt mit dem ACS.

Ihr Thomas Hurter Zentralpräsident

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INHALT

FAHRBERICHTE

S.17

EXKLUSIV AUF DER ACS WEBSITE Im April hat der ACS seinen neuen Webauftritt acs.ch freigeschaltet. Die Mitglieder dürfen sich über viele neue Dienstleistungen und eine deutlich verbesserte Bedienerfreundlichkeit freuen. Ebenfalls neu sind die Fahrberichte, welche mit vielen Bildern, Videos und technischen Daten unter der Rubrik «Interessantes» in drei Sprachen publiziert werden.

KOLUMNE

CARAVAN

S.06

S.16

DAS FEUER LODERT IMMER NOCH ACS Botschafter Tom Lüthi, der erfolgreiche Moto2-Motorradpilot, reflektiert in exklusiven Kolumnen sein Leben als Sportler und Privatmensch. In dieser Ausgabe verrät der Berner, weshalb er immer noch grosse Lust auf den Rennsport verspürt, auch wenn er die Zeit während des Corona-Lockdowns mit seiner Familie und Freunden sehr genossen hat.

MOBILITÄT VERBINDET – NEUE PARTNERSCHAFT Der ACS und der SCCV (Schweizerischer Camping- und Caravaning Verband) wollen die vorhandenen Synergien in Zukunft besser nützen und gehen deshalb eine interessante Partnerschaft ein. Dabei sollen sowohl die Mitglieder des ACS als auch des SCCV in den Genuss der Mitgliedschaftsvorteile des jeweils anderen Verbands kommen. Lesen Sie unser Interview mit SCCV-Präsident Roland Wyss.

NEUHEITEN

S.8

HONDA JAZZ E:HEV

BMW 4ER

HYUNDAI SANTA FE SUV IST NICHT GLEICH SUV SUV sind gross, haben dicke Motoren, saufen viel Sprit. Und doch kaufen viele Autofahrer die Hochsitze auf vier Rädern. Aber SUV ist nicht gleich SUV. Inzwischen gibt es reichlich kompaktere Alternativen, die das schlechte Öko-Image aufpolieren und das Gewissen besänftigen. Wir zeigen Ihnen eine Übersicht der wichtigsten Modelle auf dem Schweizer Markt. Im Bild sehen Sie den neuen Opel Mokka, der Anfang 2021 auch als 136 PS starke Elektroversion auf die Strasse rollt. 4

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CORVETTE STINGRAY


inhalt

REISEN

LA I Z SP E S.27 E S I RE rom er Wass

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und S

t

Impressum Verlag ACS AUTO © Automobil Club der Schweiz (ACS) Wasserwerkgasse 39 CH-3000 Bern 13 Tel. +41 31 328 31 11 Fax +41 31 311 03 10 www.acs.ch, info@acs.ch Chefredaktion/ Anzeigenverkauf Markus Rutishauser Romanshornerstrasse 62B CH-8280 Kreuzlingen Mobile +41 79 406 90 23 markus.rutishauser@acs.ch

IM LAND DER STEINBÖCKE Der Kanton Graubünden ist ein Paradies für Naturliebhaber und Entdecker. Geheimnisvolle Schluchten, kristallklare Gewässer, herrliche Berglandschaften und verborgene Täler machen es zum traumhaften Ausflugs- und Ferienziel.

MITGLIEDERREISE

S.16

VERKEHRSSICHERHEIT

S.32

ERLEBEN & GENIESSEN IM SÜDTIROL Einzigartige Ausfahrten bis in die Dolomiten und Genuss pur in einem der besten 5-SterneHotels in Meran – das bietet die exklusive ACS Mitgliederreise ins Südtirol vom 1. bis 4. Oktober 2020.

DAS BESTE FÜR DIE SICHERHEIT DER KINDER Der ACS hat seine Verkehrsbildungsangebote und Lernmittel komplett überarbeitet und setzt neu für den Verkehrsunterricht in Schulen auch Fahrzeuge mit Hybridmotoren ein. Neuer Partner ist Volvo.

RATGEBER

TECHNIK

S.15

S.20

SO REISEN SIE SICHER Mit dem Auto in die Ferien zu fahren, ist gerade in diesem Sommer eine beliebte Alternative. Der ACS gibt Tipps für ein entspanntes Ankommen im vollgepackten Familienauto.

CLASSIC

S.24/28

MÜNCHNER HAIE «Sharknose» - so lautet der Kosename der BMWCoupés mit der Front, die einem Haifischmaul ähnlich sieht. Und wie der Hai sind auch diese Sportwagen erfolgreiche Jäger.

Produktion Bodan AG Druckerei und Verlag Zelgstrasse 1 CH-8280 Kreuzlingen Tel. +41 71 686 52 52 www.bodan-ag.ch, druck@bodan-ag.ch Berichte Titelbild und Testbericht können einem Advertorial entsprechen, wobei die Redaktion jeglicher Verpflichtung freibleibend und ohne Fremdeinsprache die Beurteilung des Objektes vornimmt. Für unaufgefordert zugesandte Berichte, Manuskripte, Bilder/ Fotos und Dateien übernimmt die Redaktion keine Verantwortung bzw. Haftung. Erscheinungsweise 8 Ausgaben pro Jahr. Für die ACS Mitglieder in den Clubleistungen enthalten. Auflage 71 875 Exemplare (WEMF-beglaubigt 2019) Nachdruck nur unter Quellenangabe und mit Bewilligung des Verlages gestattet. Titelbild Opel Zafira Life / Bild Werk

HÜRDENLAUF DER SYSTEME Unser Technik-Experte Stephan Hauri durchleuchtet die Antriebstechnik der nahen Zukunft. Er vergleicht unter dem Titel «Hürdenlauf der Systeme» die Vor- und Nachteile der reinen Verbrennungs-, Hybrid- und Elektromotoren.

produziert mit  naturstrom

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CARAVAN

Liebling der Schweizer Caravanfamilie: Der VW T6 California taugt sowohl als Reisemobil als auch für den Alltag.

NEUE PARTNERSCHAFT

MOBILITÄT VERBINDET Der Automobil Club der Schweiz (ACS) und der Schweizerische Camping- und Caravaning Verband (SCCV) nutzen ihre Synergien und gehen eine Partnerschaft ein. Die Mitglieder beider Verbände verbindet die Mobilität und das Engagement für Camping und Caravaning in der Schweiz. Deshalb möchte man enger zusammenarbeiten. Dabei sollen sowohl die Mitglieder des ACS als auch diejenigen des SCCV in den Genuss der Mitgliedschaftsvorteile des jeweils anderen Verbands kommen.

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erade in Zeiten, wo Ferien im terer Mehrwert erhalten die Mitglieder Zudem wird der ACS am Suisse Caravan Ausland in Frage gestellt sind, beider Verbände einen Spezialrabatt auf Salon in Bern (22.–26. Oktober 2020) als wird der Boom im Schweizer die angebotenen Fahrkurse. Es ist geplant, Mehrwertpartner des SCCV an dessen Campingsport sich noch wei- auch gemeinsame Fahrkurse anzubieten. Stand präsent sein. SCCV-Verbandspräsident Roland ter verstärken. Von der neuen PartnerWyss begrüsst diese Partnerschaft sehr: schaft zwischen dem ACS und dem SCCV «Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit sollen die Mitglieder beider Verbände ACS CAMPING CARD und hoffen auf eine interessante Zeit. Wir profitieren. So werden ACS Mitglieder, Als ACS Mitglied profitieren Sie für nur CHF sind stolz, für unsere Mitglieder weitere die im Besitz einer ACS Camping Card 35.–/Jahr von der ACS Camping Card. Diese Vorteile und auch Sicherheit geschaffen sind, zukünftig dieselben Leistungen berechtigt zu attraktiven Taxermässigunzu haben.» Genauso sieht das der ACS Geerhalten, wie die Mitglieder des SCCV. gen auf vielen Campingplätzen im In- und neralsekretär Fabien Produit: «Mit dieser Umgekehrt kommen die Mitglieder des Ausland. Dazu gilt er bei der Campingplatzverwaltung als offizieller Personalausweis. Partnerschaft können wir einen grossen SCCV in den Genuss von SonderkonditioWeiter sind mit der ACS Camping Card Mehrwert für unsere Camping-affinen nen, wenn Sie dem ACS beitreten. Die ACS der/die Karteninhaber/in und die MitreiMitglieder schaffen. Wir freuen uns auf Mitgliedschaft beinhaltet unter anderem senden (maximal elf Personen) durch eine diese Zusammenarbeit, die für beide Seiauch den Pannendienst für CampingfahrHaftpflichtversicherung für Körper- und ten eine Win-win-Situation ist.» zeuge bis 9 Tonnen. Sachschäden an Drittpersonen gedeckt. Informieren Sie sich ausführlich über die Wir haben uns mit dem SCCV-PräsiZusätzlich werden die beiden Partner vielfältigen Vorteile der ACS Camping Card denten Roland Wyss über seinen Verband, in den Verbandszeitschriften des jeweils auf unserer Website www.acs.ch den Campingboom und den Lockdown unanderen die Mitglieder mit Fachberichten terhalten: und Expertentipps unterstützen. Als wei-

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Campingferien: Perfekt für Familien.

Die Schweiz bietet viele schön gelegene, gut ausgestattete Campingplätze.

Stellen Sie uns den SCCV bitte kurz vor.

pingplätzen im 2019 unterstreichen den Trend. Wir rechnen in diesem Jahr, trotz verkürzter Saison, sogar mit vielen Neueinsteigern. Denn was gibt es Schöneres, als draussen in der Natur mit seinem Camping-Equipment Ferien zu machen?

Roland Wyss: Der SCCV ist der Landesverband in der Schweiz und wurde 1934 gegründet. Ihm angegliedert sind regionale Camping-Clubs aus allen Landesteilen und einige Campingplätze. Der SCCV ist als Non-Profit-Organisation und für alle aktiven Camper eine Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Camping. Der SCCV-Vorstand setzt sich aus fünf bis sieben leidenschaftlichen Campern aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammen. Aktuell hat der Verband rund 2300 Mitglieder. Wir sind sehr zuversichtlich mit unserer Ausrichtung und unserem Engagement noch mehr Camper für eine Mitgliedschaft begeistern zu können. Welche Werte verbinden den SCCV und den ACS? Und was hat Sie zur Zusammenarbeit bewogen?

Seit 6. Juni sind die Campingplätze wieder geöffnet. Wie haben Sie das erste Wochenende erlebt?

Roland Wyss: Zum Glück. Und das ist gut so! Am ersten Wochenende hielt das schlechte Wetter noch viele Camper davon ab, loszufahren. Grundsätzlich denke ich aber, wird es – den Umständen angepasst – immer noch eine gute Campingsaison 2020 geben. Wie beeinflusste der Lockdown das Verbandsleben des SCCV?

Roland Wyss: Während des Lockdowns Roland Wyss: Ich denke, einer der Werte, wurden wir förmlich überflutet mit Frader uns mit dem ACS verbindet, ist die Mo- gen von Campern. Dadurch beschäftigte bilität. Oder einfach gesagt, das Auto, mit sich fast der gesamte Vorstand täglich mit dem wir meistens zum Campen unterwegs der aktuellen Lage. Dabei zeigte sich, wie sind. Also die gemeinsame Idee, mobil zu sein und zu bleiben. Immer auch unter Berücksichtigung eines möglichst ökologischen Individualverkehrs. Dazu sehe ich für die Mitglieder beider Organisationen viele interessante Vorteile wie Shops, Partner, Reisevorteile und vieles mehr. Nicht zu vergessen der Pannendienst (dépannage) von Wohnmobilen über 7,5 Tonnen, den der ACS leisten kann. Also eine rundum interessante Partnerschaft, welche in Zukunft mit gemeinsamen Events und Auftritten weiter ergänzt werden soll. Das Caravaning erlebt einen Boom – auch in der Schweiz. Worauf führen Sie dies zurück?

Roland Wyss, SCCV-Präsident

JETZT UPGRADEN! Ferienzeit ist Reisezeit! Wer mit dem Privatauto, dem Motorrad oder dem Wohnmobil in den Urlaub fährt, sollte sich vorab gegen alle Eventualitäten gut absichern. Vor einer Panne ist leider niemand gefeit. Ein Upgrade der ACS Mitgliedschaft von Light auf Classic kann viele Probleme lösen und die Freude am Urlaub erhalten. Profitieren Sie von unserer europaweiten Pannenhilfe! Versichert gegen Pannen, Unfall und Diebstahl sind alle im gleichen Haushalt lebenden Personen. Dazu profitieren Sie von zahlreichen Partnervorteilen und Clubleistungen. Sie können das Upgrade online unkompliziert selbst abschliessen unter https://www. acs.ch/de/mein-konto/upgrade.php

dass sich dabei auch einige «wild» von ihrem Müll getrennt haben. Worauf muss man beim Campieren in der Schweiz derzeit besonders achten?

Roland Wyss: Jeder sollte beim Campen mit der nötigen Eigenverantwortung handeln und die Massnahmen der Campingplatzbetreiber strikt einhalten. Dann steht dem unbeschwerten und erholsamen Campen nichts im Wege. Camping ist die sicherste Form, um Ferien zu erleben, wenn man die notwendige Distanz und Schutzmassnahmen einhält. Soll man bereits wieder zum Campieren ins Ausland – zum Beispiel nach Italien oder Frankreich – reisen?

Roland Wyss: Bevor man ins Ausland fährt, sollte man sich genau erkundigen. Auch wenn die Grenzen wieder offen sind, können Behörden im Reiseland jederzeit neue Auflagen und Anordnungen treffen. Ich plane nach Frankreich zu fahren und kläre deshalb rechtzeitig ab, was mich auf dem dortigen Campingplatz an Vorschriften und Schutzmassnahmen erwartet. So gibt es keine negativen Überraschungen vor Ort.

wichtig es ist, dass es den SCCV gibt. So konnten wir auch beim Entwickeln der Roland Wyss: Ja, das Camping erlebt Schutzmassnahmen auf Campingplätzen schon seit einigen Jahren einen Boom. In aktiv mitarbeiten und unsere Erfahrung der Schweiz sind aktuell rund 65 000 einbringen. Leider hielten sich nicht alle Wohnmobile und über 30 000 Wohn- Camper an die Empfehlung «Wir bleiben wagen eingelöst. Aber auch Camper mit zu Hause!», für die auch der SCCV einstand. Zelten, Zeltklappanhängern bis hin zum So konnte man noch vor dem 6. Juni HunAuto-Dachzelt auf dem Jeep prägen das derte Wohnmobile in fast allen Landestei- Vielen Dank für das Gespräch! Wachstum in der Branche. Rund 3,5 Milli- len beim Wildcampen sehen, was ich peronen Übernachtungen auf Schweizer Cam- sönlich nicht für korrekt hielt. Kam dazu, Interview Markus Rutishauser / Bilder zVg

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NEUHEITEN

ACS MARKTÜBERSICHT

HALBLINGE FÜRS GUTE GEWISSEN SUV sind gross. SUV haben dicke Motoren. SUV saufen zu viel Sprit. Und doch wollen alle die rollenden Hochsitze fahren. Aber SUV ist nicht gleich SUV. Für diejenigen, die angesichts des schlechten Öko-Images das Gewissen beisst, gibt’s inzwischen reichlich Alternativen.

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enn die Industrie hat längst erkannt, dass viele zwar einen SUV fahren wollen, auf das ganze Geländewagen-Gedöns mit Untersetzungsgetriebe, Wattiefe, Böschungs- und Rampenwinkel aber gut verzichten können. Robuste Optik und leicht erhöhte Sitzposition reicht den meisten ja schon. Und wenn’s doch mal rutschig wird, hilft auch eine elektronische Traktionskontrolle. Alles andere ist überflüssiger Ballast, der die Fuhre nur schwerer macht, Treibstoff frisst und Geld kostet. Wenn dann noch die Masse auf sozial­ verträgliche Dimensionen zurechtgeschrumpft werden, fällt das Gefährt auch gar nicht mehr so auf. Und so schummeln sich immer mehr SUV in die grosse Schar der Geländewagen, die zwar irgendwie so aussehen, aber gar keine sind – und auch nicht sein wollen. Entweder weil sie von vornherein ganz ohne Offroad-Qualitäten und Allradantrieb entwickelt wurden oder diese nur gegen Extra-Franken in den höheren Ausstattungsstufen anbieten. PIONIER DER MINI-SUV Zur ersten Kategorie gehören zum Beispiel die Mini-SUV-Modelle des PSA-Konzerns, die als Peugeot 2008, Citroen C3 Aircross und DS3 Crossback, mit Abstrichen auch in der deutschen Variante als SUV-Van-Zwitter Opel Crossland X zu haben sind. Mit dem Konzept des höher gelegten Kompaktwagens hatten die Franzosen schon 2013 das richtige Näschen bewiesen, Citroen C3 Aircross

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Peugeot 2008 als sie mit dem Peugeot 2008 die Klasse der Mini-SUV mit aus der Taufe hoben. In der aktuellen Version nun wuchs der kleine Löwen-SUV (ebenso wie seine Konzernbrüder C3 Aircross und DS3) auf stattliche 4,30 Meter heran und damit fast aus dem Segment der Mini-SUV heraus. Mit Ecken und Kanten gibt er sich optisch als rustikaler Geselle, einen Allradantrieb gibt es deswegen allerdings immer noch nicht. Nach wie vor zieht eine erweiterte Traktionsfunktion des ESP, von Peugeot plakativ Grip Control System genannt, den Wagen bei Bedarf über fünf verschiedene Fahrmodi (Standard, Schnee, Gelände, ESP off) aus dem Schlamassel. Das spart Gewicht, Sprit und Kosten. Die Preisliste startet ab CHF 25 850.– für einen Drei-Zylinder-Benziner mit 102 PS, den es auch mit 131 PS (ab CHF 28 150.–) und 100-PS-Turbodiesel (ab CHF 27 650.–) gibt. Die Benzin-Mixverbräuche sollen dabei zwischen 6,0 und 6,7 Litern, die Diesel sogar nur 5,2 Liter erreichen. Apropos: Die Rolle des ökologischen Leisetreters spielt darüber hinaus die Elektro-Variante e-2008 (ab CHF 42 650.–) mit 136 PS und 50-kWh-Batterie, die bis zu 320 Kilome-

ter Reichweite ermöglichen soll. Derselbe Antrieb arbeitet auch (wenn auch gut CHF 2500.– teurer) im DS3 Crossback E-Tense. MINI-SUV-MARKTFÜHRER Spät, dafür umso präsenter schöpft ein weiteres Konzern-Trio das Potenzial der allradlosen SUV aus. Mit dem Seat Arona, dem Skoda Kamiq sowie dem VW T-Cross hat Volkswagen gleich drei SUV-Halblinge im Markt. Das Motorenprogramm ist mit je drei Benzinern (95 PS, 115 PS, 150 PS) und einem Diesel (95 PS) identisch und begnügt sich beim Verbrauch mit Normwerten zwischen vier und fünf Litern. Noch umweltfreundlicher fahren Seat und Skoda mit ihrer bivalenten Benzin-Erdgas-Version. Nach Listenpreisen stellt der Spanier ab CHF 19 850.– das günstigste Angebot, daVW T-Cross


Neuheiten

für der Tscheche (ab CHF 23 840.–) – mal wieder – die grössere Geräumigkeit und der Wolfsburger Stammhalter (ab CHF 21 900.–) als Kürzester (4,11 Meter) in der Runde den höchsten Wiederverkaufswert. Der Renault Captur ist auch so ein Schein-SUV, in dem man dank grösserer Bodenfreiheit und höheren Hauptes das urbane Verkehrsgewusel überblickt. Ähnlich wie der Peugeot, inzwischen in zweiter Generation um gute zehn Zentimeter auf 4,23 Meter gewachsen, basiert der Crossover auf dem Kleinwagen Clio und wurde ohne Allradantrieb entwickelt. Drei Turbo-Benziner von 100 PS (ab CHF 19 500.–) bis 155 PS plus ein Diesel mit 116 PS (ab CHF 27 500.–) dienen als Antrieb. Auch hier bewegen sich die Normverbräuche bei den Benzinern um die fünf, beim Diesel um die vier Liter. Ausser-

Renault Captur Hause sind der Fiat 500X und der Jeep Renegade. Auch hier wird standardmässig nur die Vorderachse angetrieben, auf allen vieren krabbelt allein der Italo-Amerikaner und nur mit dessen höchsten Motorisierungen. Der Fiat 500X startet als Urban und Frontantrieb ab CHF 23 990.– mit zwei Fiat 500X

dem bieten die Franzosen eine Plug-in-Hybrid-Variante an, die bereits bestellt werden kann und im September auf die Schweizer Strassen rollt. Rein elektrisch schafft die Captur-E-Tech-Variante bis zu 65 km und kostet ab CHF 41 800.–. Allianzpartner Nissan hat mit dem Juke aus einem Mini-SUV gleich ein Coupé geformt und damit einen Bestseller gelandet. Auch hier ist Ende 2019 gerade die zweite Generation gestartet, im Design nicht mehr ganz so polarisierend, dafür auf 4,21 Meter gestreckt mit deutlich mehr Platz für Rückbänkler und Gepäck. Alle bisherigen Benziner und Diesel flogen aus dem Programm. Ein einziger Drei-Zylinder-Turbobenziner mit 117 PS (ab CHF 21 490.–) und 4,9 Liter nach Norm soll die Bedürfnisse der meisten Käufer abdecken.

neuen Turbobenzinern (120 und 150 PS) und Mixverbräuchen um die sechs Liter pro 100 K ­ ilometer. Den beiden Turbodieseln mit identischen Leistungen (je 120 PS) sollen 4,6 und 5,0 Liter reichen. Sie kosten ab CHF 25 790.–. Ein Allradantrieb bleibt allerdings allein dem Technik-Klon Jeep

Renegade (ab CHF 24 200.–) vorbehalten. Dieser ist sowohl für den 180 PS starken Top-Benziner (ab CHF 34 500.–) als auch für die beiden Turbodiesel mit 140 und 170 PS (ab CHF 33 500.–) erhältlich. Mit 44-Antrieb will er dann aber auch mit 5,8 und 6,6 Litern nach Norm einen grösseren Schluck aus der Pulle. Als einer der ersten Japaner hatte ­Honda bereits von 1999 bis 2005 mit dem HR-V auf den Trend der allradlosen Mini-SUV gesetzt. Allerdings war das «High Recreational Vehicle» damals noch ein seltsamer Mix aus aufgebocktem Kombi und SUV, die keiner so richtig verstanden und noch weniger kaufen wollte. In der Neuauflage ist daraus nun auch ein klassischer Mini-SUV von 4,30 Meter Länge auf Basis des Kleinwagens Jazz geworden. Erneut ohne Allradantrieb, dafür mit sehr variabel klappbarem Innenraum und guter Serienausstattung (Klimaautomatik, Tempomat, LED-Scheinwerfer und 16-Zoll-Alufelgen). Angetrieben wird der HR-V wahlweise von einem 130-PS-Benziner (ab CHF 25 100.–), der mit Turbounterstützung (ab CHF 34 900.–) satte 182 PS mobilisiert. Trotz der PS-Power sollen die Motoren dafür laut Honda nicht mehr als 5,9 Liter nach Norm verlangen.

Jeep Renegade

TRENDSETTER HONDA Noch so ein optisch komplett ungleiches SUV-Zwillingspärchen aus einem

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Nissan Juke MEISTER DER MINIATURISIERUNG Apropos Japan: Während Toyota unterhalb der 4,30-Meter-Grenze bislang nichts zu bieten hat und erst im kommenden Jahr mit dem Yaris Cross ein erstes Zeichen setzt, fährt Mazda mit dem CX-3 schon seit 2015 in der Erfolgsspur. Der äusserst dy­ namisch gezeichnete Mini-SUV stellt inzwischen fast ein Viertel des Gesamtabsatzes der Marke. Zu einem Basispreis von CHF 19 990.– ist in der Schweiz ausschliesslich der 2.0-Liter-Skyactiv-Benziner mit 121 PS, manuellem 6-Gang-Getriebe und Frontantrieb im Angebot. Eine Ausnahmeerscheinung in jeder Hinsicht ist Suzuki mit seinen Modellen. Der Kleinwagenspezialist ist ein Meister der Miniaturisierung im Karosseriebau. So zählt etwa der 2015 neu aufgelegte Klassiker Vitara mit seinen 4,17 Metern schon zu den grösseren SUV im Programm. Ab CHF 29 190.– startet hier das Angebot. Angetrieben wird der Vitara von einem 1,4-Liter-Turbo-Benziner mit 129 PS (Hybrid, 6-Gang-Schaltgetriebe) oder 140 PS (6-Gang-Automatik). Die Durchschnittsverbräuche liegen hier nach Norm bei 6,4 Liter (Hybrid) und 7,6 Liter (Automatik).

Suzuki Jimny

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DIE ULTIMATIVEN MINI-SUV Die ultimativen Mini-SUV allerdings sind die beiden Modelle Jimny und Ignis, ersterer 3,65 Meter, letzterer 3,70 Meter kurz. Beide fahren jeweils nur mit einem

gen leistet das 1,5-Liter-Aggregat ordentliche 102 PS und der zuschaltbare Allradantrieb mit Reduktionsgetriebe (2-mal 5 Gänge) ist immer Serie, wodurch Suzuki einen Normverbrauch von 7,9 l/100 km angeben muss. Konkurrenz aus Fernost gibt es aber inzwischen auch aus Korea, wobei besonders der Hyundai Kona den hiesigen Mini-SUV-Grössen in die Parade fährt. Mit zwei Benzinern (120 PS/177 PS) und einem Dieselmotor (136 PS) zu Basispreisen ab CHF 19 990.–, einer Hybridversion (141 PS) ab CHF 31 900.– (minus Prämien) sowie einem Elektro-Modell (ab CHF 32 990.–) mit zwei verschiedenen Leistungen (100 und 150 kW), Batteriegrössen und Reichweiten bietet der 4,17 Meter kurze SUV die gröss-

Hyundai Kona Benziner. Im Ignis ist das ein 1,2-Liter-Direkteinspritzer mit Mild-Hybrid-Technologie, 90 PS und Allrad (ab CHF 19 080.–). Der Mixverbrauch soll hier bei nur 4,3 l/100 km liegen. Im Jimny (ab CHF 26 480.–) hinge-

te Antriebsvielfalt im Segment. Die Normverbräuche rangieren dabei zwischen 4,3 Liter bei Diesel und Hybrid und 7,1 Liter beim 177-PS-Benziner, der ebenso wie der 136-PS-Diesel mit Allradantrieb zu haben ist. Die rein elektrisch angetriebenen Varianten sollen mit ihren unterschiedlich grossen Batterie-Kapazitäten von 39,2 und 64 kWh Normreichweiten von 289 und 449 Kilometer ermöglichen. Schwesterfirma Kia dreht mit dem 4,14 Meter kurzen Stonic seinen Mini-SUV mehr in Richtung Crossover. Die Motorenpalette beschränkt sich dabei auf einen Dreizylinder-Turbobenziner mit 120 PS, wahlweise mit Schaltgetriebe oder 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT). Der Durst des reinen Fronttrieblers bewegt sich bei rund sechs Litern nach Norm. Der Basispreis beträgt CHF 21 200.–. Viel Erfolgspotenzial besitzt auch der 25 Zentimeter längere XCeed, der mit drei Benzinern (1.0-Drei-


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zylinder 120 PS, 1.4/140 PS und 1.6/204 PS) sowie einem 1,6-Liter-Diesel-Mild-Hybrid (136 PS/320 Nm) in der Konfigurationsliste steht. Das Dreizylinder-Basismodell kostet ab CHF 23 950.–. ATTRAKTIVER BERGLÖWE Eines der erfolgreichsten Mini-SUV der letzten Jahre ist der Ford Eco Sport. Nun gehen die Kölner einen komplett neuen Weg. Sie lancierten Anfang Jahr den neuen fünftürigen Crossover Puma. Ihn gibt es – wie viele seiner Konkurrenten – ausschliesslich mit Frontantrieb. Die Topmotorisierung ist ein 1.0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit dem 48-Volt-Mild-Hybridsystem und 155 PS (ab CHF 27 800.–). Als Basismodell figuriert ein 125-PS-Dreizylinder-Benziner, der ab CHF 23 590.– kostet. Alle Versionen sind mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet; eine Automatik gibt es keine. NEUER MOKKA KOMMT 2021 Wenn es um die Mini-SUV-Bestseller geht, darf der Opel Mokka nicht fehlen. Seit 2012 gehören die Rüsselsheimer mit ihrem 4,28 Meter kurzen Klein-Geländewagen wie Peugeot 2008 oder Nissan Juke zu den Pionieren des Segments. Von der aktuellen Version mit dem Zusatz-Kürzel X stehen aber bestenfalls nur noch vereinzelte Modelle bei den Händlern. Produziert wird der Mokka X nicht mehr. Anfang 2021 soll dann die Neuauflage erscheinen, dann wieder ohne X, allerdings auch ohne Allrad. Zwar gibt es ihn auch mit Benzin- und Dieselmotoren, den Auftakt bestreitet aber die reine Elektroversion mit einem 136 PS starken E-Motor und einem 50-kWh-Akku sowie einer WLTP-Reichweite von bis zu 320 Kilometern (Preis ab CHF 34 990.–). Als Al-

Ford Puma

Opel Mokka

Honda HR-V

Kia Stonic ternative bietet Opel aktuell den Crossland X 1.2 mit 110 PS ab CHF 22 400.– an. Bleibt zum Schluss ein Blick auf die so genannten Premium-Hersteller. Doch

weder Mercedes noch BMW schaffen mit ihren Modellen GLA und X1 den Mini-SUVLimbo unter die 4,30-Marke. Einzig der Audi Q2 bleibt mit 4,19 Meter darunter. Mit vier Benzinern und zwei Diesel-Varianten bietet der Ingolstädter dazu eine üppige Motorenvielfalt. In den unteren Rängen noch mit jeweils 116 PS und 150 PS sowie Verbräuchen zwischen 4,5 und 5,4 Litern unterwegs, schlagen die Leistungen beim 2,0-Liter-Benziner mit 190 PS und 300 PS hier jedoch etwas aus dem Rahmen. Gleiches gilt selbstredend auch bei den Preisen, die ab CHF 32 400.– und bis CHF 45 700.– so gar nicht mehr mini ausfallen. Text Markus Rutishauser / Frank Wald Bilder Werk

Audi Q2

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Neuheiten

BMW 4ER

DIESE OPTIK P ­ OLARISIERT Kontroverse Diskussionen sind dem Design von BMW nicht fremd, seit vor knapp 20 Jahren der berüchtigte von Chris ­Bangle und Adrian van Hooydonk gezeichnete 7er vorgestellt wurde. Das gilt ebenso für den «Turnschuh» Z3 Coupé oder den elektrischen i3. Mit dem neuen 4er-Coupé steht die BMW-Welt jetzt wieder vor einem ähnlichen Ereignis: Im Fokus steht die Frontpartie, die von zwei vertikalen Nieren akzentuiert wird. Das ist aber ohnehin primär Geschmackssache. Der Gesamteindruck des zweitürigen Coupés, das ab 24.Oktober in der Schweiz erhältlich ist, darf als klar und reduziert bezeichnet werden. Die Palette von Ottomotoren umfasst den 184 PS starken 2.0-Li-

ter-Vierzylinder im 420i (ab CHF 54 700.–); der gleiche Motor leistet im 430i 258 PS, während der M440i mit 374 PS starkem 3,0-Liter-Reihen-Sechszylinder und 48-Volt-Hybridisierung als Spitzenmodell fungiert (ab CHF 79 600.–). Bei den Selbstzündern gibt es zunächst den 190 PS starken 420d. Im nächsten Jahr folgen mit dem 430d (286 PS) und dem M440d (340 PS) zwei Dieselvarianten mit 3,0-Liter-Reihen-Sechszylindern. Alle Sechszylinder kommen mit Allradantrieb. Prinzipiell ist der 4er aber ein Hecktriebler. Die 8-Gang-Automatik ist serienmässig. Nur das spätere Spitzenmodell M4 soll es wieder mit einer manuellen Schaltung geben. Text Jens Meiners / Bild Werk

CHEVROLET CORVETTE STINGRAY

CORVETTE KEHRT 2021 ZURÜCK

HYUNDAI SANTA FE

NOCH MEHR PREMIUM Seit 2001 bietet Hyundai mit dem Santa Fe sein erstes grosses SUV-Modell in Europa an. Im September rollt die 3. Generation auf einer neuen Plattform auf die Strasse. Mit einem geschärften, sportlich-eleganten neuen Design, einem grosszügigen Raumangebot und noch mehr Premiumausstattung. Erstmals bietet Hyundai im Santa Fe ein spezielles Luxuspaket an. Zu den Motorisierungen wollen sich die Koreaner erst zu einem späteren Zeitpunkt äussern. Nur so viel weiss man bereits: Der grosse SUV wird auch mit einem Mildhybrid (230 PS/350 Nm) und Plug-in-Hybrid erhältlich sein. Dazu wird es einen 2.2-Liter-Turbodiesel (202 PS/ 440 Nm) geben. Die Preise stehen noch nicht fest. Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

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AUTO

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Die neue Chevrolet Corvette Stingray rollt in rund einem Jahr nach Europa und somit auch zu den Schweizer Händlern. Herzstück des Mittelmotor-Sportwagens ist die nächste Generation des 6,2-Liter-Small-Block-V8-LT2-Motors, des einzigen V8-Saugers in diesem Segment. Mit der Performance-Auspuffanlage des Z51-Pakets kombiniert, leistet das an ein neues 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelte Aggregat 495 PS (369 kW) und ein maximales Drehmoment von 637 Nm und macht damit die neue Mittelmotor-Corvette zur stärksten Stingray aller Zeiten. Die Verkaufspreise für die grosszügig ausgestatteten Launch Editions starten in der Schweiz bei CHF 113 690.– für das Coupé und bei CHF 120 760.– für das Cabriolet. Text Markus Rutishauser / Bild Werk


Neuheiten

HONDA JAZZ E:HEV

EFFIZIENTES STADTAUTO Honda schickt die vierte Generation seines Van-artigen Jazz auf die Strasse. Zur Auswahl stehen eine urbane Version und der rustikalere Crosstar.

SECHS ELEKTRO-AUTOS BIS 2022

Honda Jazz Crosstar: mit Zweifarben-Lackierung, Kunststoffverkleidungen, Dachreling und Frontgrill.

G

leich sechs elektrifizierte Volumenmodelle will Honda bis 2022 lancieren. Den Anfang machen der Jazz und der Jazz Crosstar. Die bisher verbauten Benzinmotoren mit 102 PS und 130 PS haben ausgedient. Den 4,04 Meter kurzen neuen Jazz gibt es nur noch mit einem 1,5-Liter-Hybridantrieb, ohne Aufladung, dafür mit sparsamem Atkinson-Laufzyklus sowie einem elektrischen Antriebsmotor und einem ebenfalls elektrischen Generator ohne Antriebsfunktion. Der WLTP-Mixverbrauch soll bei 4,5 l/100 km liegen, was einem CO2-Ausstoss von 102 g/km entspricht. Der eine Elektromotor unterstützt mit 109 PS (80 kW) den Benziner, der andere erzeugt ausschliesslich Strom, der vom Verbrennungsmotor produziert wird. Das Benzinaggregat ist deshalb meistens von den Rädern entkoppelt. Ein herkömmliches Getriebe gibt es nicht mehr. Dafür aber eine Überbrückungskupplung, die zusammen mit einer ausgeklügelten Regel­ elektronik die jeweiligen Antriebe hinzuund abschalten. Entweder einzeln oder im Verbund. Allradantrieb ist nicht erhältlich. In einem ersten Praxistest funktioniert der Hybrid einwandfrei. Der Honda Jazz e:HEV ist ein idealer Fronttriebler für

die Stadt. Dort wird er primär von seinem Elektromotor fortbewegt. Zwischen 40 und 80 km/h schaltet der Honda dann in den Hybrid-Modus, wobei der Elektroanteil immer noch rund die Hälfte ausmacht. Zwischen 80 und 120 km/h kommt exklusiv der Benzinmotor zu Einsatz. Grundsätzlich hinterlässt der neue Jazz aber auf der Landstrasse oder der Autobahn ebenfalls einen sehr ordentlichen Eindruck. Etwas hemdsärmelig-kernig tönt der kompakte Japaner einzig, wenn man ihn bei Überholmanövern oder auf Passstrassen unter Volllast setzt. Das Aufheulen des Motors bewegt sich dank der guten Lärm­ isolierung und -dämmung aber noch in erträglichem Rahmen.

Das Interieur ist zeitgemäss modern und bietet ein neues Multimediasystem und neu einen WLAN-Hotspot.

Honda Jazz in der Basisversion: unspektakulär, aber mit praktischen Tugenden.

Besonders aufgerüstet hat Honda den Jazz in Sachen Sicherheit. Gleich zehn Airbags schützen die Insassen – und das serienmässig. Dazugehören erstmalig Seitenairbags für den Fond, ein Luftsack dient als Knieschutz für den Fahrer. Zudem befindet sich neu ein zentraler Frontairbag zwischen dem Fahrer und Beifahrer, der die Köpfe bei einem Seitenaufprall besser schützt. Ordentlich zugelegt hat der Jazz ebenso bei den Fahrassistenzsystemen. Neu sind der adaptive Tempomat und ein Stauassistent, der bei stockendem Verkehr dem vorausfahrenden Fahrzeug automatisch folgt. Ebenfalls neu an Bord ist ein Kollisionswarner, der Fussgänger und Velofahrer selbst in der Nacht erkennt. Für die grosse Zahl an Assistenzsystemen wird nur eine einzige Weitwinkelkamera genutzt. Im Interieur fällt die neu konstruierte A-Säule auf. Die Sicht nach vorn und schräg-seitlich ist jetzt viel besser. Auch das Platzangebot ist für ein Kompaktauto üppig. Deutlich aufgewertet wurde der Sitzkomfort dank dickeren Polstern. Dagegen fällt das Stauvolumen mit 304 bis 1205 Litern leicht geringer aus als beim Vorgänger. Die Preise für den neuen Honda Jazz e:HEV, der bereits beim Händler steht, beginnen bei CHF 23 900.– für die Basisversion Comfort. Das urbane Modell ist in drei Ausstattungsversionen erhältlich. Das Spitzenmodell Crosstar Executive kostet mindestens CHF 30 050.–. Text Markus Rutishauser / Bilder Werk

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AUTO

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WUSSTEN SIE SCHON? Ratgeber RATGEBER

REISEN IN EUROPA

REISEN IN EUROPA Vor dem Start zu einer Urlaubsreise ist es hilfreich, nützliche Informationen zu sammeln, damit die Fahrt möglichst stress- und sorgenfrei wird. Der ACS begleitet Sie in ganz Europa und garantiert seinen Mitgliedern auch ausserhalb der Schweiz einen sicheren und effizienten Pannendienst. Es ist jedoch wesentlich, die gültigen Verkehrsregeln in den einzelnen Ländern zu kennen, um diese befolgen zu können. In unserer Tabelle finden Sie die wichtigsten Informationen, länderspezifisch zusammengefasst. Welche Leistungen Ihre Mitgliedschaftsstufe umfasst, können Sie online n ­ achlesen unter www.acs.ch/de/mitgliedschaft Der ACS wünscht Ihnen schöne und ­erholsame Ferien sowie eine sichere Fahrt! Geschwindigkeitsbeschränkung in km/h

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Dänemark

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Estland

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* Das Mitführen der grünen Versicherungskarte ist in allen Ländern Pflicht 0.22 ja nein ja nein nein

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Ratgeber

MIT KIND UND KEGEL IN DIE FERIEN

SO REISEN SIE SICHER Mit dem Auto in die Ferien zu fahren ist gerade in diesem Sommer eine geschätzte Alternative. Eine gute Reisevorbereitung ­beginnt rechtzeitig vor dem Start. Der ACS gibt Tipps für ein entspanntes Ankommen im vollgepackten Familienauto.

V

or dem Start in die schönsten Wochen des Jahres sollte das Fahrzeug gründlich gecheckt werden, denn grosse Strecken und viel Gepäck fordern das Auto. Dabei stehen Motor, Bremsen, Lenkung und Achsen sowie Motoröl und Bremsflüssigkeit im Fokus. Der Zustand der Reifen sollte hier auch überprüft werden. Neben dem Luftdruck wird auch die Profiltiefe gemessen. 1,6 Millimeter sind das vorgeschriebene Minimum, mit mindestens 3 Millimetern ist man auf der sicheren Seite. Ein der Fahrzeugauslastung angepasster Luftdruck verkürzt den Bremsweg und verbessert das Fahrverhalten und die Kurvenstabilität. Der Garagenbetrieb schaut auch auf das Alter und nach Beschädigungen der Pneus. Im Test eingeschlossen sind Reserverad oder Pannenspray. Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Fahrzeug-Checkliste ist eine intakte Beleuchtung. Der Garagenbetrieb prüft alle Leuchten und die Scheinwerfereinstellung. Sie muss bei voll beladenem Fahrzeug angepasst werden, sofern kein automatisches System an Bord ist. Es folgt der Blick auf die

Wischergummis und das Scheibenwisch­ Darüber hinaus sollte die Grüne Versiwasser. Die Gummis sollten schlierenfrei cherungskarte mitgeführt werden. Sie ist wischen, fehlende Flüssigkeit wird mit der der Nachweis dafür, dass für das Fahrzeug passenden Sommermischung aufgefüllt. eine Autohaftpflicht mit ausreichend hoDamit es auch bei warmen Temperaturen her Deckung besteht und gilt international. im Auto angenehm kühl bleibt, wird die Grundsätzlich griffbereit sollte auch das Klimaanlage gecheckt, das Kältemittel ge- Europäische Unfallprotokoll sein. Mit dem gebenenfalls gereinigt und aufgefüllt. standardisierten Formular nimmt man den Unfallhergang auf. Und vor allem hilft es, RICHTIG BEPACKEN an alle nötigen Informationen zu denken. Bei der Urlaubsreise wird das Auto Vor Antritt der Reise sollten Fahrer zum Lastesel, der richtig bepackt werden und Beifahrer ausreichend schlafen. Fehwill: Die schweren Sachen kommen ganz lender Schlaf macht ungeduldig und agunten in den Kofferraum und möglichst gressiv, dies gilt für Fahrer wie Beifahrer. nah an die Rücksitzbank. Über die Höhe Empfohlen wird, lange Fahrten in den der Rücksitzlehne hinaus sollte nur gepackt frühen Morgenstunden anzutreten. Auch werden, wenn ein stabiles Trenngitter zur die Sitzposition im Auto ist wichtig: Wer Verfügung steht. Auf Nummer sicher geht, während der Fahrt nicht optimal sitzt, riswer das Gepäck mit speziellen Koffernetzen kiert gerade bei längeren Urlaubsreisen oder Spanngurten verzurrt. Hierzu bieten Kopfschmerzen oder Verspannungen im viele Fahrzeuge extra Ösen im Kofferraum Nacken und Rücken. Eine gut ausgestattean. Das weitere Gepäck sollte so ineinander te Reiseapotheke kann im medizinischen gestapelt werden, dass der gesamte Platz Notfall helfen. ausgenutzt und gefüllt wird. Kleine und lose Dinge sollten in einer Transportbox PAUSEN EINPLANEN verstaut werden. Bei der Beladung sollten Beim Fahren sollten sich mehrere PerAutofahrer auch das zulässige Gesamtge- sonen abwechseln und ausreichend Pausen wicht ihres Fahrzeugs berücksichtigen. einplanen. Möglichst alle eineinhalb bis Verbandkasten, Warndreieck und Warn- zwei Stunden sollte eine kurze Rast eingewesten müssen im Auto ausserdem immer legt werden, damit die Kinder sich austogriffbereit sein. Das Gleiche gilt für den ben können. Während der Fahrt bieten geFahrzeugausweis und den Führerschein. meinsame Spiele die Chance, dass die Reise für die ganze Familie stressfrei verläuft. Auch Getränke und leichte Speisen helfen, die Urlaubsfahrt angenehmer zu gestalJETZT UPGRADEN! ten. Als Snack sind Obst und rohes Gemüse Auf unserer neuen Website www.acs.ch praktisch. finden Sie unter der Rubrik «MitgliedBei den Getränken löschen am besten schaft» eine Übersicht, welche Leistungen in Ihrer ACS Mitgliedschaft inbegriffen Wasser sowie Früchtetees und Fruchtsaftsind. Falls gewünscht, können Sie ein schorle den Durst. So vorbereitet und ausUpgrade für noch bessere Leistungen gerüstet, gelingt der Start in die schönsten über «Mein Konto» einfach und unkomWochen des Jahres. pliziert online vornehmen – oder sich bei allfälligen Fragen an Ihre Sektion wenden.

Text deg / Bild zVg

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AUTO

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IN KÜRZE TOM’S KOLUMNE

DAS FEUER LODERT IMMER NOCH

D

ie Leidenschaft brennt noch immer. Seit gut 18 Jahren bin ich nun als Motorradrennfahrer in der Weltmeisterschaft unterwegs. Was für mich damals als kleiner Junge spielerisch mit einem Pocket Bike begonnen hat, wurde zu meinem Beruf: Mit 15 Jahren fuhr ich meine erste vollständige WM-Saison. Das bedeutet natürlich, dass ich wahnsinnig viel reisen darf – Jahr für Jahr besuche ich die Rennstrecken dieser Welt, sammle Erfahrungen, lerne viele neue Menschen kennen und darf an jedem Rennweek­ end das tun, was ich liebe: Motorradfahren. Dennoch ist natürlich nicht alles Gold, was glänzt. Der Beruf als Motorradrennfahrer bringt auch schattigere Seiten mit sich. Man ist kaum zuhause, sieht seine Familie teilweise monatelang nicht. Verletzungen gehören bei solch einem Sport dazu. Mit Rückschlägen, Karrieretiefs und Niederlagen muss man lernen umzugehen. Oftmals werde ich gefragt, wie lange ich das denn noch machen möchte. Ich sei jetzt doch schon so lange dabei, irgendwann werde das Reisen sicher anstrengend. Und ja – das Reisen ist anstrengend. Vielleicht wurde es über die Jahre sogar intensiver, da wir mehr Rennweekends pro Saison absolvieren, öfters testen und das Niveau in der Weltmeisterschaft stetig höher wird. Seit dem Rennwochenende in Katar im März 2020 war ich nun zuhause. Das sind etwas mehr als drei Monate, und es wird noch einige Wochen dauern, bis wir wieder reisen und somit Rennen fahren können. Ich war also nun so lange in der Nähe von Freunden und Familie, zuhause im Emmental, wie wohl noch nie seit meinem Eintritt in die WM 2003. Diese Zeit habe ich genossen, ich war viel draussen in der Natur unterwegs, habe, seit es wieder möglich ist, Freunde getroffen, Zeit mit der Familie verbracht, mich um die Sponsoren und Partner hier in der Schweiz gekümmert – ohne immer alles zwischen die Reisen und Rennweekends packen zu müssen. Doch sosehr ich mein Zuhause schätze und liebe, hat mir diese Zeit vor allem eines gezeigt: Das Benzin im Blut und die Leidenschaft zum Motorradfahren ist noch da. Die Motivation dafür, mit meinem Team in der Box zu stehen und uns auf den einen entscheidenden Moment am Sonntagnachmittag vorzubereiten – genau das habe ich vermisst. Diese Pause hat mir mehr als manch anderes gezeigt, wie sehr ich diesen Sport noch immer liebe, auch wenn ich daran nie gezweifelt habe. Und ich freue mich mit dem Wissen, meine Partner, Sponsoren, Fans und Family im Rücken zu haben, zusammen mit einem grossartigen Team bald wieder auf den Rennstrecken dieser Welt um den Sieg kämpfen zu können.

ERLEBEN & GENIESSEN IM SÜDTIROL

E

inzigartige Ausfahrten bis in die Dolomiten und Verwöhnung pur in einem der besten 5-Sterne-Hotel in Meran – das bietet die exklusive ACS Mitgliederreise ins Südtirol. Entsprechend gross war die Resonanz auf die Ausschreibung, weshalb wir gleich zwei Reisen einplanten. Bedingt durch die besonderen Umstände haben wir umdisponiert: Eine Reise führen wir vom 1. bis 4. Oktober 2020 durch, bei der es noch wenig freie Plätze hat. Bereits ausgebucht ist die zweite Reise vom 9. bis 12. Mai 2021. Das attraktive Programm umfasst u.a. zwei genussvolle Touren durch die Weinberge (150 km) und in die Dolomiten (250 km), dazu Relaxen, feine Kulinarik geniessen und Wohlfühlen im Hotel Ansitz Plantitscherhof in Meran.

Wer im Herbst noch eine herrliche Ausfahrt geniessen möchte, der melde sich bitte ­umgehend bei Reiseleiter Christoph Bleile, 079 666 92 69, c.bleile@bluewin.ch für weitere Informationen. Text Christoph Bleile / Bilder zVg

All-in-Angebot für ACS Mitglieder • 3 Übernachtungen in einer Suite • Frühstücks-Buffet •3  Nachtessen inklusive Getränke •2  Mittagessen inklusive Getränke • Welcome-Apéro • P arking in der Garage • Roadbook und Betreuung • Technischer Support •S  pezial-Preis pro Person/Suite: CHF 1350.–, Zuschlag Einzelbenützung CHF 350.– • Gruppe von 18 bis 24 Teilnehmern • ­A nnulations- und Reiseversicherung ist Sache der Teilnehmer

Ihr Tom Lüthi, ACS Botschafter

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• Reiseveranstalter: ACS Schweiz


ACS.CH

Kia XCeed

Peugeot 2008 GT

SEHR VIEL AUTO FÜRS GELD

VORSICHT VOR DER KATZE!

Höher, bequemer, mehr Platz – die Crossover-Version des Kia Ceed mit dem X in der Modellbezeichnung bietet sehr viel Auto fürs Geld. Mit der 204 PS starken Topversion 1.6 T-GDi Style und dem 7-Gang-DCT avanciert der Koreaner zu einem komfortablen Reisemobil.

Der Peugeot 2008 ist kaum mehr wiederzuerkennen. Die CrossoverElemente des Vorgängers gingen gänzlich in ein zeitgemässes SUV-­ Konzept über, das in der Peugeot-Designsprache eine Mischung aus 3008 und 208 darstellt.

FAHRBERICHTE JETZT ONLINE

DS7 E-Tense 4x4

DIE WAHL DES PRÄSIDENTEN Als Spitzenmodell, das auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gerne fährt, will sich der DS7 Crossback E-Tense 4x4 mit Plug-in-Hybridtechnik und Allrad im Premiumsegment gegen die primär deutsche Konkurrenz behaupten.

Der ACS hat seinen Onlineauftritt neu aufgestellt. Dieser wird kontinuierlich ausgebaut. Es kommen in den nächsten Wochen und Monaten neue Funktionen und Angebote hinzu. Neu werden auch Fahrberichte exklusiv auf der Website publiziert. Unsere Experten bewegen Neuheiten bis zu 1000 km weit. In Wort, Bildern und Video halten sie ihre Eindrücke fest. Die Fahrberichte sind sowohl für Desktops, Laptops als auch für mobile Endgeräte ideal aufbereitet. Auf dieser Seite finden Sie die bereits getesteten Fahrzeuge abgebildet. Schauen Sie herein unter www.acs.ch/interessantes

Alpine A110 S

VW T-Roc R

SPORTLER UND PRAKTIKER Die Wolfsburger haben mit der R-Version die Modellreihe des Crossovers T-Roc gekrönt. Das mindestens 49 400 CHF teure Topmodell bietet satte 300 PS, Allradantrieb und Fahrleistungen der Extraklasse.

Porsche 718 Spyder

DIE SCHÄRFSTE ALPINE ALLER ZEITEN

HERAUSRAGENDER FAHRSPASS

292 statt 252 PS, ein noch sportlicher abgestimmtes Fahrwerk und eine exklusive Mattlackierung – Alpine hat die A110 mit der S-Version (ab CHF 74 800.–) noch einmal geschärft. Lohnt sich der Aufpreis von CHF 7500.– gegenüber der Legende?

Mit dem Spyder und Cayman GT4 hat Porsche zwei Topversionen an die Spitze der 718er Baureihe gestellt. Wir haben den offenen Mittelmotor-Heissblüter gefahren. Und es war Liebe von der ersten Fahrminute an!

Toyota GR Supra 3.0

Skoda Superp iV

SPORTWAGEN VOM FEINSTEN

STROMANSCHLUSS FÜR DAS FLAGGSCHIFF

Beinahe zwei Jahrzehnte lang mussten die Supra-Hardcorefans auf die Wiederauferstehung der Sportwagen-Legende warten. Im Sommer hatte die Durststrecke ein Ende. Wir haben der japanischen Mini-Viper mit BMW-Z4-Genen auf rund 700 Testkilometern den Puls gefühlt.

Seit Anfang 2020 bietet Skoda mit dem Superb iV den ersten Plug-in-Hybrid in seiner Geschichte an. Er steht am Anfang einer Elektrooffensive. Noch in diesem Jahr soll auch der Bestseller Octavia stromunterstützt anrollen.

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! i e r f r e d e i W

Hotel & Apartments Kirchbühl THE ORIGINALS COLLECTION

Aufatmen, durchatmen, die freie, weite Natur geniessen. Zwar wird der Urlaub dieses Jahr sicherlich ein etwas anderer als gewohnt, denn es gelten natürlich die aktuellen Abstandsregeln und Hygienemassnahmen, aber vielleicht entdecken Sie Ihre Schweiz mit den The Originals Hotels in diesem Jahr einmal ganz neu. Mit unseren herzlichen Gastgebern in Grindelwald, Adelboden, Blatten im Lötschental, Minusio-Locarno und in Ronco-Bedretto kann der nächste Urlaub mit Abstand der Schönste werden!

Boutique-Hotel Remorino THE ORIGINALS RELAIS

Alles wurde bis ins Detail durchdacht und arrangiert und alle sanitären Schutzmassnahmen getroffen, um Ihren Aufenthalt zu einem ganz besonders schönen Erlebnis zu machen.

Hotel Edelweiss THE ORIGINALS RELAIS

Hotel Bristol THE ORIGINALS RELAIS

Exclusiv-Angebot für ACS Mitglieder 12% Ermässigung auf den Zimmerpreis, je nach Verfügbarkeit, in den 500 Hotels The Originals, Human Hotels & Resorts in Frankreich und in Europa. Bei der online-Buchung über www.theoriginalshotels.com einfach den Promocode “ACS1898” angeben und von der Ermässigung profitieren. Weitere Informationen auf www.acs.ch

Chalet & SPA Stella Alpina THE ORIGINALS RELAIS


ACS

YVES MEYER NEUER ACS BOTSCHAFTER

EIN STARKES TEAM Der ACS und Drift-Champion Yves Meyer haben eine Partnerschaft vereinbart. Der 29-jährige Luzerner fährt ab diesem Jahr neu in der amerikanischen Formula Drift – der Champions League für Drifter.

D

er Fahrsicherheitsinstruktor freut sich über die Partnerschaft: «Meine ersten Erfahrungen im Motorsport habe ich auf den Slaloms, Trackdays und beim Lizenzkurs in Hockenheim gesammelt. Der ACS bedeutet für mich nicht nur tolle Events, sondern auch Freunde zu ­treffen und einzigartige Momente zu erleben!» Nach zwei erfolgreichen Saisons in der «Drift Kings of Europe» bestreitet Yves Meyer in diesem Jahr erstmals Wettkämpfe in den USA. In der «Formula Drift» wird auf Speedways, Circuits und Stadtrundkursen gefahren. Anders als in Europa werden die professionellen Drift-Events in den USA jeweils von Zehntausenden Zuschauern an der Strecke und einem Millionenpubli-

kum online verfolgt. Wie sich Yves Meyer gegenüber autosprint.ch äusserte, sieht er 2020 als Lehrjahr: «Im einen oder anderen Qualifikationsrun will ich mich beweisen, aber für die Battles wird es hart. Mein Ziel ist es, bester der rund 20 erwarteten Rookies zu werden.» Meyer wird mit dem bei Helftec optimierten BMW F22 Eurofighter an den Start gehen. Wer mehr über das grosse Drift-Talent Yves Meyer erfahren möchte, dem sei der professionell gemachte Film «Drift Force – Beyond a Dream» auf Youtube empfohlen. Weitere Informationen zum neuen ACS Botschafter Yves Meyer finden Sie auf www.acs.ch. Text Markus Rutishauser / Bilder zVg

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TECHNIK

EIN VERGLEICH: VERBRENNER, HYBRIDE UND ELEKTRO

HÜRDENLAUF DER SYSTEME

Auch das renommierte Motorensymposium Wien fiel in diesem Jahr der Coronakrise zum Opfer. Trotzdem haben die vielen Referenten ihre ­Beiträge geliefert – und sie erlauben uns einen tiefen Einblick in die ­Antriebstechnik der nahen Zukunft.

B

ereits zum 41. Mal stand im Frühling in der Wiener Hofburg das internationale Motorensymposium auf dem Programm – und musste aus hinlänglich bekanntem Grund im letzten Moment abgesagt werden. Trotzdem haben die vorgesehenen mehr als 60 Referenten der Technikertagung, die Jahr für Jahr von gut 1000 Experten besucht wird, über neue Entwicklungen im Antriebsstrang von Personenwagen und Nutzfahrzeugen berichtet. Der Österreichische Verein für Kraftfahrtechnik (ÖVK) als Organisator

dieses Gipfeltreffens der Ingenieure ist auf eine virtuelle Tagung mit Referaten und Videokonferenzen ausgewichen. Der ÖVK-Vorsitzende und Symposiumsleiter Professor Bernhard Geringer wies auf die grosse Themenvielfalt hin und präzisierte: «In den vergangenen Jahren hat sich der Hauptentwicklungsfokus von Leistung, Kraftstoffverbrauch sowie Komfort und Emotionen deutlich hin zu Klimaschutz, Emissionen und Treibhausgasausstoss verlagert.» So entfielen beim virtuellen «Wien 2020» erstmals zwei Drittel der Vorträge auf die Elektrifizierung

der Antriebe. Im Zentrum steht nach wie vor die Frage nach dem Antriebskonzept der Zukunft. Einig sind sich die Experten darin, dass es aus heutiger Sicht keinen Königsweg gibt. Das heisst, es werden neben den Elektromotoren noch während vieler Jahre auch Verbrennungsmotoren im Einsatz sein – zunehmend natürlich eingebunden in Hybridsysteme. ENTSCHEIDEND IST DER ENERGIEMIX Um eine optimale Vergleichbarkeit der verschiedenen Antriebsformen zu ermöglichen, fordern Techniker seit langem, dass in der Umweltbilanz der gesamte Lebenszyklus eines Autos und nicht nur der Weg des Treibstoffs vom Tank bis zum Auspuff betrachtet werden soll. Es müssten also auch jene Schadstoff- und CO2-Emissionen berücksichtigt werden, die bei der Fahrzeugherstellung und bei der Entsorgung anfallen. Wenn es gelingt, die Energie vollständig aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, bietet sich ein neues

Noch lange werden Autoantriebsstränge sehr unterschiedlich sein – je nach Region, Leistungsanforderung und Preisklasse.

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AUTO

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Technik

Bild, denn dann wird die Klimabilanz aller Antriebstechnologien vergleichbar. Entscheidend ist schliesslich der Anteil der erneuerbaren Energieträger und weniger die Antriebstechnik. Daher ist es wichtig, dass Technologieoffenheit gewährleistet bleibt. Stefan Hartung, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions bei der Robert Bosch GmbH, hält den batterieelektrischen Antrieb für die «Schlüsseltechnik für viele Fahrzeuge, insbesondere in urbanen Zonen». Und ergänzt: «Einen weiteren Beitrag zur CO2-Reduzierung kann im Transportsektor auch die Brennstoffzelle leisten, die aus unserer Sicht zuerst im LKW in den Markt finden wird». Heute ist auch Wasserstoff für Verbrennungsmotoren wieder ein Thema. Nach den wenig erfolgreichen Vorstössen von BMW und Mazda Mitte der Nullerjahre lassen die fortgeschrittene Technik und die verschärften gesetzlichen Zwänge Wasserstoff-Verbrennungsmotoren wieder attraktiv erscheinen. Auch bei dieser Antriebsart werden schwere Nutzfahrzeuge den Weg bereiten: Motorenbauer wie Deutz und Liebherr sowie die Zulieferer Bosch und Keyou fahren entsprechende Versuche. Wird der Wasserstoff mit erneuerbarer Energie erzeugt, können Verbrenner damit nahezu CO2-neutral betrieben werden. Mit «sauberem» Wasserstoff und CO2 aus der Luft oder aus Industrieanlagen lassen sich im Übrigen beliebige synthetische Treibstoffe für Benzin-, Diesel- und Gasmotoren massschneidern. IM HYBRIDVERBUND Die Hybridisierung mit 48-Volt-Systemen erlaubt eine vergleichsweise kostengünstige Reduktion der CO2-Emissionen von Verbrennungsmotoren um bis zu 15 Prozent durch Rückgewinnung von Brems­ energie und den Einsatz der Elektromaschine zur Entlastung des Verbrennungsmotors. Andreas Wolf, Geschäftsführer

Das Rennen der Antriebstechnologien (ICE: Verbrennungsmotor, BEV: Batterie-Elektroauto, FCEV: Brennstoffzellen-Elektroauto).

von Vitesco Technologies, erwartet, dass in Europa vor allem der 48-Volt-Mild­ hybrid erfolgreich sein wird, weil er «bei geringen Zusatzkosten und wenig Aufwand für die Integration im Antriebsstrang den CO2-Ausstoss entscheidend senken hilft».

Voraussichtliche Verbreitung der Systeme bis zum Ende des Jahrzehnts.

Gleichzeitig würden aber auch reine Elektroautos und Plug-in-Hybride schnell zulegen, zumal das Modellangebot jetzt schnell grösser und kostenseitig attraktiver werde, glaubt Wolf. Plug-in-Hybride mit Spannungen von 700 bis 800 Volt sind auch nach Ansicht des Bosch-Experten Hartung ideal, da sie «die täglich anfallenden Wegstrecken elektrisch effizient be-

wältigen und zudem die notwendige Flexibilität bieten, auch längere Distanzen ohne Unterbrechung zurückzulegen». TECHNOLOGISCHE ­H ERAUSFORDERUNGEN Paul Kapus, Leiter Entwicklung Ottomotoren und Konzeptfahrzeuge beim österreichischen Entwicklungsunternehmen AVL List GmbH, hält die technologischen Herausforderungen für sehr anspruchsvoll und glaubt, dass ein klarer Sieger im «Rennen der Technologien» aufgrund der unterschiedlichen Technologiereifegrade nicht eindeutig ausgemacht werden kann. Ebenso wenig eindeutig stellen sich laut Kapus die künftigen regionalen Unterschiede bei Energieträgern und Mobilitätskonzepten dar. Grössere Effizienzfortschritte erwartet Kapus von optimierten Hybridsystemen. Dabei rückt er die sogenannt dedizierten Hybridmotoren ins Zentrum, also Verbrenner, die «nicht alles allein können müssen». Da Elektromotoren für viel Drehmoment bei niedrigsten Drehzahlen, gutes Ansprechverhalten und den Antrieb von Nebenaggregaten sorgen, kann der Verbrenner anders ausgelegt werden, was einen stark verbesserten Wirkungsgrad und niedrigere Kosten ermöglicht. Die derzeit besten Hybridmotoren weisen rund 41 Prozent Bestwirkungsgrad auf. Mit weiteren Verbesserungen hält Kapus in Zukunft mehr als 50 Prozent für machbar. Schliesslich gilt auch beim sauberen Autoantrieb: Die Kosten sind das grösste Thema, wenn es um den Durchbruch neuer Technologien geht. Die Autohersteller sind also bemüht, durch die Ausnützung von Skaleneffekten möglichst kostengünstige elektrifizierte Antriebe zu realisieren. Text Stephan Hauri / Bilder zVg

Einfluss von Technologie- und Skaleneffekten auf Kosten von elektrifizierten Antriebssträngen (Annahme: 450 km Reichweite im WLTP, 120 kW bei BEV und FCEV, 110 kW bei ICE 48-V-Hybrid).

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JURISTISCHER RATGEBER

VERSTÖSSE GEGEN DAS STRASSENVERKEHRSGESETZ (SVG)

ZWEI VERFAHREN

E

in Verstoss gegen das Strassenverkehrsgesetz ist insofern ein Sonderfall, weil es zwei parallellaufende Verfahren auslöst. Einerseits ein Strafverfahren, das von der Staatsanwaltschaft geleitet wird, mit dem Ziel, den fehlbaren Lenker zu bestrafen. Im Falle einer nachgewiesenen Schuld kann die Sanktion zu einer Geldstrafe oder, in den schwersten Fällen (Art. 90 ff SVG), zu einer Freiheitsstrafe führen. Andererseits muss ein Verfahren, geleitet von der Verwaltungsbehörde, die mit der Ausstellung der Führerscheine beauftragt ist, entscheiden, ob die Notwendigkeit einer Verwaltungsmassnahme gegeben ist. Diese kann bei einem leichten Vergehen (Art. 16a SVG) eine Verwarnung, bei einem mittelschweren Vergehen (Art. 16b SVG) oder einem schweren Vergehen (Art. 16b SVG) den Entzug des Führerausweises zur Folge haben. Diese Massnahme basiert auf dem Prinzip der Erziehung und Prävention im Bereich der Verkehrssicherheit mit dem Ziel, die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Zur Vermeidung von widersprüchlichen Entscheiden – der Strafrichter befreit den Angeklagten von jeglicher Anklage, während die Verwaltungsbehörde einen Entzug des Führerscheins verfügt – wurden für die beiden Verfahren gewisse Abstimmungsrichtlinien eingeführt. Grundsätzlich ist die Verwaltungsbehörde an den Sachverhalt, der von der Strafbehörde festgestellt wird, gebunden. Hingegen steht es ihr frei, ihre eigene rechtliche Beurteilung anzubringen. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung lässt Abweichungen von diesem Prinzip nur sehr restriktiv zu. So kann zum Beispiel die Verwaltungsbehörde von den in einem Strafurteil festgehaltenen Tatsachen nur abweichen, falls die Strafbehörde nicht alle relevanten Tatsachen kennen konnte oder falls sie gewisse stichhaltige Elemente offenkundig verkennt hat. In Anbetracht dieser Tatsachen setzt die Verwaltungsbehörde generell die Beweisaufnahme eines Verwaltungsverfahrens bis zum Entscheid über den strafrechtlichen Aspekt des Falls aus. Danach prüft

die Verwaltungsbehörde auf Grundlage der Tatsachen, die im Strafurteil in Betracht gezogen wurden (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft oder Urteil eines Gerichts), ob und in welcher Form eine Massnahme zu ergreifen ist (Verwarnung, Entzug des Führerscheins, psychiatrisches Gutachten oder sogar Annullierung des Führerscheins). Es muss beachtet werden, dass das geltende Recht im Wiederholungsfall eine Erhöhung der Mindestdauer des Entzugs vorsieht. Folglich ist es von grosser Bedeutung, seine Rechte von Beginn des ersten Verfahrens an auf korrekte Art und Weise geltend zu machen, damit im Falle einer weiteren Verfehlung zu einem späteren Zeitpunkt nicht mit einem längeren Entzug gerechnet werden muss.

Man muss hier darauf hinweisen, dass die Automobilisten auch über Rechte verfügen. So können sie die Akte einsehen, ihre Argumente vorbringen und die Vorlage von Beweisen verlangen. In der Praxis muss ein Autofahrer, der eine Anschuldigung wegen eines Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz anfechten will, in einem ersten Schritt alle seine Argumente im Rahmen des Strafverfahrens vorbringen. Aus diesem Grund ist es zwingend nötig, innerhalb von zehn Tagen nach Erhalt des Strafbefehls Einspruch zu erheben. Andernfalls wird er wirksam und es kann schwierig werden, die Urteilsverkündung einer Verwaltungsmassnahme zu vermeiden. Im Falle eines Einspruchs ist die Strafbehörde verpflichtet, den Fall zu untersuchen und sowohl die angegebenen Argumente wie auch die vorgebrachten

Beweise zu prüfen. Aus diesem Grund wird immer angeraten, eine Akteneinsicht, bei Geschwindigkeitsüberschreitungen vor allem das Foto zu verlangen, bevor man der Polizei Auskunft gibt. Zur Erinnerung: Eine Person, der ein Verstoss vorgeworfen wird, hat jederzeit das Recht, eine Frage nicht zu beantworten oder sich zu weigern, einen Angehörigen zu belasten. Abschliessend muss ein Bluttest immer von einer Strafbehörde angeordnet werden, auch wenn der Beschuldigte damit einverstanden ist. Wenn eine strafrechtliche Entscheidung definitiv ist, prüft die Verwaltungsbehörde, ob eine Massnahme anzuordnen sei – was fast immer der Fall ist – und falls ja, welche Massnahme. Im Rahmen dieses Verfahrens hat der beschuldigte Autofahrer das Recht, seine Argumente vorzubringen. Trotzdem kann er, angesichts des oben Erwähnten, die aufgeführten Tatsachen im Prinzip nicht mehr in Frage stellen. Andrerseits kann er die Einstufung des Vergehens (leicht, mittel oder schwer) sowie die Art und die Dauer der verhängten Massnahme anfechten, da diese die Grundsätze der Rechtmässigkeit und Verhältnismässigkeit einhalten muss. Zusammenfassend kann man sagen, dass es im Falle einer Anzeige durch die Polizei aufgrund eines Verstosses gegen das SVG unerlässlich ist, bei Beginn des Verfahrens seine Argumente zuhanden der Strafbehörde vorzubringen. Zudem sollte keine Stellungnahme abgegeben werden, bevor die Beweise zur Anschuldigung des Autofahrers nicht eingesehen werden konnten. Im Zweifelsfall muss das Recht, die Fragen nicht zu beantworten, geltend gemacht werden. Schliesslich ist bei gewissen Verkehrsdelikten, die man als rücksichtslose Fahrverstösse bezeichnet (namentlich besonders schwerwiegende Geschwindigkeitsüberschreitungen, rücksichtsloses Überholen oder Teilnahme an Rennen mit unerlaubter Geschwindigkeit), der Rechtsbeistand durch einen Anwalt zwingend, sofern eine Haftstrafe droht. Text Xavier de Haller Generalsekretär ACS Waadt Mitglied der Anwaltskammer, Rechtsanwalt

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CLASSIC

SO ELEGANT WIE ERFOLGREICH – DIE 6-ZYLINDER-COUPÉS VON BMW

MÜNCHNER HAIE

Ihr Jagdrevier sind die Rennpisten: 3.0 CSL (links) und 635 CSi (rechts).

«Sharknose» – so der Nickname der BMW-Coupés mit der Front, die einem ­Haifischmaul gleicht. Und wie der Hai sind diese Sportwagen erfolgreiche Jäger. Zahlreiche Rennsiege und gewonnene Meisterschaften zeugen davon.

B

asierend auf der neuen bitionen manifestierte der CSL äusserlich Optisch gilt der 3.0 CSL als wohl Oberklasse der Modellreihe durch aerodynamische Massnahmen wie schönster Tourenwagen aller Zeiten. Und (E3), lancierte BMW Ende Front- und Motorhauben-Spoilern und als einer der erfolgreichsten, gewann er 1968 ein elegantes Coupé, einem imposanten Heckflügel. Dieses Mo- doch in den Jahren 1973–1979 sechsmal angetrieben vom feinlaufenden 2,8-Li- dell bildete den Auftakt der neu gegründe- die europäische Tourenwagen-Meisterter-Reihen-Sechszylinder-Motor mit 170 ten BMW Motorsport GmbH und gilt so als schaft. Um kompetitiv zu bleiben, wurde PS. Im Herbst 1971 ergänzte der stärke- erstes «M»-Modell von BMW. 1974 der Hubraum auf 3498 cm 3 erhöht re 3.0 CSi mit 200 PS das Modellangebot. Mit über 8000 gebauten Fahrzeugen bis zum Produktionsende 1975 war es das volumenstärkste CS-Modell. Mit nur 169 gebauten Exemplaren, die für viel Furore sorgten, wurde 1973 der legendäre 3.0 CSL mit 3,153 Liter Hubraum und 206 PS für den Tourenwagensport aufgelegt. Das Kürzel CSL (Coupé Sport Leicht) war Programm, da die Motorleistung nicht gesteigert, dafür das Gewicht durch hintere Plexiglasscheiben sowie Türen und Motorhauben aus leichtem Aluminium reduziert wurden. Seine sportlichen Am- Schön und schnell: Christian Traber im 3.0 CSL auf dem Circuit Paul Ricard bei Le Castellet/F.

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Classic

3,0 CSL (E9) 1973–1975

3.0 CSL Gruppe 2 1975

635 CSi (E24) 1976–1989

635 CSi Gruppe A 1985

Hubraum

3153 cm3

3498 cm3

3453 cm3

3453 cm3

Leistung

206 PS – 4300/min

440 PS – 8500/min

218 PS – 5200/min

ca. 300 PS

0–100 km/h

7,6 sec

4 sec

7,6 sec

n.b.

Spitze

220 km/h

275 km/h

225 km/h

250 km/h

Imposanter CSL Heckflügel, der auch das Serienmodell «zierte».

und dem Motor ein Vierventilzylinderkopf spendiert. Das Resultat: 440 PS, 0–100 km/h in 4 Sekunden und ein Top-Speed von 275 km/h. Und die CSL siegen noch heute: So gewann Christian Traber von der Graber Sportgarage in Münsingen auf seinem wunderschönen weissen CSL mit den legendären M Sport Stripes überlegen den Heritage Touring Cup 2018 und 2019. Als Nachfolge für die CS-Modelle präsentiert BMW 1976 das neue 6er Coupé (E24). Um den höheren Anforderungen in der passiven Sicherheit zu genügen, wurde der elegante Bayer grösser, schwerer und deutlich steifer. Ein interessantes Design-Detail ist die mit schwarzem Kunststoff verkleidete B-Säule. Sie macht sich dadurch unscheinbar und erweckt den Eindruck einer durchgehenden Fensterfläche, wie sie der Vorgänger hatte.

635 CSi Gruppe A.

Aus jedem Blickwinkel strahlt der 635 CSi zeitlose Eleganz und Dynamk aus.

Weitere Ähnlichkeiten finden sich an der Front, die wieder dem Haifischmaul gleich nach unten eingezogen ist. Die vier Rundscheinwerfer manifestieren ihre Jägerambitionen. Gänzlich neu gestaltet ist im 6er Coupé der grosszügige Innenraum mit dem grossen, zum Fahrer hin geneigten Cockpit. Ein funktionales Designelement, das BMW bei allen Serienmodellen über 25 Jahre beibehalten hat – aus Freude am Fahren eben. Gleiches gilt für den legendären, seidenweich laufenden 6-Zylinder-Reihenmotor. Er spricht auf jeden Gasbefehl spontan an und unterstreicht seine Leistung mit einem sonoren, wohlklingenden Sound. Trotz seiner Grösse fühlt sich der 635 CSi sehr agil an. Das Getriebe lässt sich präzise und schnell schalten. Die Lenkung spricht spontan und direkt an. Aber aufgepasst, bei sehr sportlicher Fahrt kann das Heck schon mal leicht ausbrechen. Dieses sportive Handling und der bewährte,

standfeste Motor waren beste Voraussetzungen, um die Erfolge im Motorsport weiterzuführen. So gewann der 635 CSi unter anderem dreimal die Tourenwagen-Europameisterschaft und brillierte in zahlreichen 24-Sunden-Rennen wie am Nürburgring oder in Spa-Francorchamps. «Sechs sells» – besonders in schöner Form. Über 86 000 Coupés wurden im Produktionszeitraum von 13 Jahren gebaut. Damit ist der E24 die am längsten gelaufene Modellreihe von BMW. Empfehlenswert sind die Fahrzeuge ab der ersten Modellpflege 1982 mit der modernen Motronic. Und besonders gesucht ist das rare, ab 1984 erhältliche M-Modell mit satten 286 PS – ein Bayern-Express par excellence für all jene, denen ein 911er zu eng und aufwendig war. Text Christoph Bleile Bilder Christoph Bleile, Markus Straub, Graber Sportgarage

Trotz seiner Grösse fährt sich das 6er Coupé sehr agil.

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RÜCKSPIEGEL

SURPRISE-BERGRENNEN? Eigenartige automobilsportliche Anlässe waren Anfang der 50er-Jahre bis in die späten 60er-Jahre populär. Die Sportkommissionen verschiedener ACS Sektionen luden die ambitionierten Mitglieder zu so genannten ­«Surprise-Bergrennen» ein. Was steckte dahinter?

K

ürzlich kam mir eine Zinnkanne mit der Gravierung «ACS Surprise 1969» in die Hände. Um den Grund für diese «Überraschungs-Trophäe» herauszufinden, habe ich in alten Clubchroniken gestöbert. So fand sich dann im AUTO, dem offiziellen ACS Cluborgan, vom November 1953 erstmals Folgendes nachzulesen: Die Sektion Zürich organisierte ein Surprise-Bergrennen auf dem «1500 m langen Bergsträsschen von Wirzwil zu Ghöch, das 135 Meter Höhendifferenz überwindet. Das Weglein mit Naturbelag, zum Teil ziemlich weichen Rändern und etlichen giftigen Kurven stellte an die Fahrer und Fahrerinnen allerhand Ansprüche». Die 57 Konkurrenten versammelten sich an einem Ort mit einem grossen Parkplatz ohne zu wissen, welche Bergstrecke es dann wirklich zu bezwingen gab. Die Strecke wurde kurz talwärts befahren, also vom Ziel zum Start. Ein Starter und ein Zeitnehmer mit Stopp­ uhr am Ziel und als einziger Funktionär ein zuverlässiger Helfer, welcher die wenigen Autos kurz anhielt, welche talwärts fahren wollten. Die Fahrzeuge waren in vier Klassen eingeteilt. Bei den Tourenwagen bis 1500 ccm siegte «Quax» auf einem Dyna-Panhard, über 1500 ccm schlug Walter Bosshard auf einem Citroën den bekannten Hermann Helbling mit einem Ford. Die Sportwagenklassen gewannen Hans Fehr

Der Autor Bernhard Taeschler ist ACS Ehren­mitglied und passionierter Sammler von ACS ­A rtikeln. Für den Erhalt von mobilem Kulturgut setzt er sich als Präsident des Dachverbandes der «Swiss Historic Vehicle Federation» ein. www.shvf.ch

auf einem Fehr-Fiat und Aldo Minoretti auf einem Alfa Romeo. Die Sektionen St.Gallen-Appenzell und Thurgau organisierten für 60 Teilnehmer im gleichen Jahr ein Sur­ priseBergrennen. «Die Strecke befand sich in unmittelbarer Nähe von Weinfelden und führte in nördlicher Richtung über Neuhaus-Oberschürli nach dem Stelzenhof.» Die Höhendifferenz betrug 200 m bei einer Streckenlänge von 2,5 km mit «über zwei Dutzend Kurven aller Varianten». Um die Tagesbestzeit gab es einen harten Kampf unter den zwei Sektionen, die separat gewertet wurden. Bei den Tourenwagen bis 1500 ccm lag auch an diesem Anlass der Dyna-Panhard von «Quax» vorne. Über 1500 ccm gewann E. Seiler auf Alfa Romeo. Die Sportwagenklassen dominierten A. Heuberger auf Porsche und F. Meister auf BMW. Auch die Sektion Aargau organisierte mehrere Surprisen, die später dann auch «Bergprüfungsfahrt auf unbekannter Strecke» genannt wurden. Eine davon gar auf fremdem Kantonsgebiet auf der Strecke von Mosen nach Schwarzenbach LU am Hallwilersee. Der Treffpunkt war am 29. September 1956 beim Schlosshotel Brestenberg in Seengen, wo dann auch die Preisverteilung stattfand. Zitat aus der Einladung: «Wiewohl es sich um ein Zeitfahren handelt,

ist es nicht unsere Absicht, ein Rennen im üblichen Sinne abzuhalten.» Das Nenngeld betrug CHF 10.– pro Auto. Nur die Fahrer von offenen Fahrzeugen waren verpflichtet, einen Sturzhelm zu tragen. Eine Rangliste von diesem Anlass habe ich leider noch nicht gefunden. Solche Surprise-Anlässe muss es also bis mindestens 1969 noch gegeben haben. Es ist verständlich, dass über diese Art von «geheimen» Anlässen nur wenig geschrieben wurde. Heutzutage ist das undenkbar: keine Bewilligung, keine ausgebildeten Streckenposten, keine S+R-Staffel und kein Rettungsfahrzeug. Man würde wohl als «Autoposer» – einem ganz neuen Ausdruck – betitelt. Und ganz viele Leute würden ihr Handy zücken und die Polizei umgehend über ein wildes Rennen informieren. Zum Glück gab es vor 50 Jahren noch keine Mobiltelefone! Text und Bild Bernhard Taeschler

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ACS MITGLIEDERREISE

WASSER UND STROM AT E S H EIE H FR NOC Z E! PL ÄT

Mitteldeck-Kabine mit französischem Balkon.

Einladend: Bar mit Panorama-Sicht im Bug.

Eindrücklich: Opel-Werk in Rüsselsheim.

Luxuriöse 5-Tages-Schifffahrt auf dem Rhein vom 19. bis 23. September 2020. Von Basel via Speyer nach Frankfurt mit exklusivem Besuch des OpelWerkes und wieder rheinaufwärts zurück nach Basel.

D

er Name ist Programm: Das Top-Schiff von Thurgau Travel, die MS Thurgau Prestige begeistert auf der Reise mit 5-Sterne-Komfort. Alle angebotenen Kabinen und Suiten sind hochwertig ausgestattet und verfügen über einen französischen Balkon. Die doppelt so grossen Master-Suiten verwöhnen zusätzlich mit begehbarem Schrank, Badewanne und Sofa. Ebenso ist Kulinarik auf dem edlen Schiff grossgeschrieben. Nach einem reichhaltigen Frühstück werden mittags und abends mehrgängige Menüs serviert. Wer es leichter mag, geniesst über den Mittag einen kleinen Lunch im Panorama-Salon. Entspannen auf dem grossen Sonnendeck im Liegestuhl oder im Whirlpool und abends geselliges Beisammensein machen die kurzweilige Schifffahrt jederzeit zu einem luxuriösen Vergnügen der besonderen Art. Unterwegs besteht die Option zu einem Besuch von Heidelberg und Baden-Baden. In Frankfurt haben die ACS Mitglie-

der die Möglichkeit zu einem exklusiven Besuch im Opel-Werk. Neben spannenden Informationen zur Historie und Produktion stehen den ACS Gästen die neuesten Elektromodelle für eine kurze Testfahrt zur Verfügung. ANMELDUNG Die ACS Mitglieder-Teilnehmerzahl ist beschränkt auf 24 Personen. Wir bitten Sie um umgehende Anmeldung an Christoph Bleile, Redaktor AUTO ACS per eMail an c.bleile@bluewin.ch mit Angabe von Namen, Adresse, Telefon sowie der ACS Mitgliedernummer und der gewünschten Kabinenkategorie. Die Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt. Für weitere Informationen stehen Ihnen Christoph Bleile, +41 79 666 92 69 ­sowie Thurgau Travel, +41 71 552 40 00, info@ thurgautravel.ch, gerne zur Verfügung. Text Christoph Bleile

ANGEBOT / ­LEISTUNGEN für ACS Mitglieder • Die Reise startet am Samstag, 19. September 2020, ab Basel mit ­Einschiffung ab 15 Uhr • Optionale Ausflüge nach Heidelberg und Baden-Baden stehen auf dem Programm • Zurück in Basel ist die MS Thurgau ­Prestige am Mittwochmorgen, 23. September 2020 Leistungen gemäss Programm, inklusive Vollpension und Besuch des Opel-Werks 2-Bett-Kabine Mitteldeck, franz. Balkon  ACS Spezialpreis CHF 940.– /pro Person  (Listenpreis CHF 1240.–) Master-Suite Oberdeck, franz. Balkon ACS Spezialpreis CHF 1240.– /pro Person  (Listenpreis CHF 1540.–) Zuschlag für Einzelbenutzung Mitteldeck  CHF 390.– * Ausflugspaket Heidelberg und Baden-Baden  CHF 90.– • ­Annulations- und Reiseversicherung ist Sache der Teilnehmer • ­Reiseveranstalter: Thurgau Travel

Bilder Opel / Thurgau Travel

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ALTES BLECH (ER)FAHREN WIE'S GEFÄLLT

DEM OLDTIMER-­ VIRUS VERFALLEN!

Zum Abheben: Rendez-vous mit dem TVR 3000M (1977) und dem Golf 1600 (1989) im Rallye-Trim auf der Flying Ranch in Triengen LU.

War früher die Oldtimerszene eine reine Männerbastion, so finden immer mehr Frauen Gefallen am automobilen Kulturgut. Denn Oldtimer fahren bereichert und ­fasziniert nachhaltig.

EWIGE LIEBE AUF lich wäre. «Die Beschleunigung raubte mir DEN ERSTEN BLICK schlicht den Atem, ich kam aus dem StauSo beginnen Märchen: Es war an ei- nen gar nicht mehr heraus! Auch der kraftnem schönen, freien Nachmittag, als die volle Sound des Dreiliter-V6-Motors und junge Botschaftsangestellte mit ihrer die schwergängige Kupplung begeisterFreundin und dem kürzlich erworbenen ten – ich hatte mich verliebt!», beschreibt roten Triumph Spitfire 1600 mit offenem ­Monique ihr erstes Treffen mit dem TVR. Dach durch die reizvolle Landschaft der Der noch keine dreimonatig alte Spitfire Surrey Hills kurvte. Seit je war Monique wurde dort gelassen und sie nahm den TVR Bättig eine leidenschaftliche Autofahrerin sofort mit – natürlich gegen Aufpreis. und Formel-1-Fan. Die beiden genossen Auf der Suche nach Gleichgesinnten die Fahrt in vollen Zügen. Unterwegs pas- trat Monique Bättig erst dem englischen sierten sie eine Garage, vor der ein königs- Club bei. Wieder in der Schweiz wurde blauer TVR 3000M stand. Monique war so 1980 der TVR Club Schweiz gegründet. reude am Fahren, dabei fasziniert, dass sie sich die TelefonnumEine Frau galt in den 70er Jahren in Neues entdecken, Liebge- mer notierte und ein paar Tage später den diesen Kreisen als Exotin, weshalb Mowonnenes hegen und sich Händler anfragte, ob eine Spritzfahrt mög- nique ihr Auto «Lady» nannte. Die englimit Gleichgesinnten austauschen – Oldtimerfahren ist eine stetige Bereicherung. Und wer einmal infiziert ist, möchte die tollen Erfahrungen nicht mehr missen. Mannigfaltig sind die zahlreichen Events. Sozusagen eine grandiose Menükarte, aus der jede(r) das Passende herauspicken kann, ganz nach eigenem Gusto. Das trifft auch auf die Damen zu, die erzählen, warum sie der Faszination Oldtimer erlegen sind. 3-Liter-V6 mit satten 140 PS bei nur 960 kg und offenem Dach – ein himmlisches Vergnügen!

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Tipps für Einsteigerinnen • Zum Schnuppern sich einen Oldtimer ausleihen oder mieten (www.rentaclassic.swiss) • Einen «Rallye-Einführungskurs» ­besuchen (www.rallye-yors.ch) • L earning by Doing – Einfach für eine Rallye anmelden und Spass haben • Einem Club beitreten, der eine Classic-Sektion bietet (z.B. diverse ACS ­S ektionen)

Drumherum, so wäre die Wunsch-Rallye von D ­ enise Engler. LADY DRIVERS FAHREN ODER FÜHREN Die Gründung der Sektion «LadyDrivers» innerhalb des SMVC (Schweizer hinter den Schalensitzen, z.B. für WinterMotor-Veteranen-Club) 2012 war ein reifen mit Spikes. längst fälliges Zeichen, um dem etwas Möglichst viel fahren auf reizvolanderen Anspruch der Ladys am Kulturlen Nebenstrassen, schön gespickt mit gut Automobil Rechnung zu tragen. Ganz anspruchsvollen Prüfungen und wenig spannende Ansprüche wurden da laut: Fahrkurse, Oldtimertechnik und deren Wartung, Kaufberatung etc., eben Themen, die ein erfülltes Oldtimerleben so mit sich bringen. Selbstverständlich finden Mode, ­Life­style, Kultur und Genuss ebenso ihren Platz. «Heute sind wir über 90 Lady Drivers, Tendenz weiter steigend. Dieser Erfolg gibt uns recht. Wir sind nicht mehr nur Summertime mit dem TR6. die begehrten Navigatoren, sondern eben aktive «Driverinnen», sagt Uschi Bachmann. Für den Alltag und kurze Fahrten liebt sie ihren hellblauen Cinquecento. Für längere Fahrten hingegen ist der schwarze Morgan angesagt. Mehr Infos auf der Website www.smvc-ladydrivers.ch

Geschafft: Zieleinfahrt an der Winter RAID 2020 in St. Moritz vom Damenteam D. Engler  /  D. Kaiser.

sche Sportwagen-Marke TVR war damals weitgehend unbekannt, ebenso deren Leistungsfähigkeit. Und so hatte Monique jeweils ihren Spass, wenn beim Beschleunigen der Kontrahent im Rückspiegel kleiner wurde. Die gut 200 km/h schnelle «Lady» mit Rechtslenkung fährt die Luzernerin nur im Sommer und freut sich auf jede Ausfahrt mit ihrem wunderschönen TVR – ein unzertrennliches Paar! KNIFFLIGE PRÜFUNGEN SIND DAS SALZ EINER RALLYE Ganz andere Ambitionen hegt Denise Engler. Angesteckt durch ihre Familie, die etliche Oldies im Fuhrpark haben, liebt sie bei Oldtimerevents die Herausforderungen der Spezialprüfungen. Versteckte Zeitmessungen und Schlauchprüfungen zeitgenau zu passieren, knifflige Roadbooks richtig zu lesen, um am Schluss der Etappe möglichst wenig Strafpunkte zu haben. Das macht für die Baslerin den besonderen Reiz einer Rallye aus. Dabei verlässt sie sich je auf eine Co-Pilotin für den Sommer und Winter. Primär hat das aber mit der zeitlichen Verfügbarkeit ihrer Navigatoren zu tun. Ebenso unterschiedlich sind die eingesetzten Fahrzeuge. Im Sommer darf es gerne ein offener alter Engländer sein wie der Triumph TR6 von 1973. Im Winter hingegen bei salznassen, rutschigen und schneebedeckten Strassen bevorzugt Denise doch lieber ein jüngeres Fahrzeug wie den Golf 1600, mit Jahrgang 1989, Frontantrieb und kompletter Rallye-Ausrüstung. Ein weiterer Vorteil des Wolfsburgers mit den Martini Stripes ist dessen Stauraum

Text Christoph Bleile

Lady-Drivers-Präsidentin Uschi Bachmann.

Bilder Christoph Bleile, Organisation RAID, LadyDrivers

Oldies fahren begeistert. Golf 1600 Rallye von Denise Engler (links) und TVR 3000M von Monique Bättig.

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REISEN GRAUBÜNDEN

IM LAND DER STEINBÖCKE Steinböcke in Pontresina

Graubünden ist ein Paradies für ­Naturliebhaber und Entdecker. Geheimnisvolle Schluchten, glasklare Seen, atem­beraubende Berge und verborgene Täler machen es zum ­traumhaften Ausflugsund Ferienziel.

D

en Massen zu entkommen, dürfte im Kanton Graubünden auch dieses Jahr nicht schwerfallen, denn Platz hat es im flächenmässig grössten Kanton der Schweiz. TIERISCHE ERLEBNISSE Wer kennt sie nicht, die beiden Kult­ steinböcke Gian und Giachen? Von Graubünden Tourismus werbewirksam in Szene gesetzt, zaubern sie ihren Zuschauern und Zuhörern oft ein breites Grinsen ins Gesicht. Beinahe auf Tuchfühlung gehen kann man mit dem Bündner Wappentier

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Das Jurtenhotel auf der Alp Flix ...

... und so sieht es im Innern aus.

in Pontresina. Oberhalb des Ortes, am Piz Albris, lebt eine der grössten Steinbock­ kolonien der Alpen. Im Frühling kommen die Tiere hinunter an den Dorfrand. Ein eindrückliches Naturerlebnis, das jährlich die Besucher anzieht. Ein pfiffiges Erlebnis führt ins romantische Bregalgatal, etwas unterhalb von Juf, dem höchstgelegenen, ganzjährig bewohnten Ort der Schweiz. Hier windet sich ein breiter, kinderwagengängiger Weg in sanften Kurven in das Tal. Auf dem kurzweiligen und lehrreichen Murmeltierlehrpfad lassen sich die grossen Nagetiere, zum Entzücken der Zuschauer, immer wieder hören und beobachten.

WANDERPARADIES Aber tierische Erlebnisse sind bei weitem nicht alles, was der Kanton Graubünden zu bieten hat. Mit seinen tiefen Schluchten, versteckten Tälern und hohen Bergen ist er ein Paradies für Wanderer. Ein tolles Erlebnis ist es, sich auf einer Mehrtageswanderung auf die Spuren der Walser zu begeben, die sich im 13. Jahrhundert vom Wallis kommend in Graubünden angesiedelt haben. Ihre Spuren in Form der typischen Walserhäuser und Stallscheunen prägen bis heute das Landschaftsbild. Man bemüht sich um den Erhalt der Walserkultur. So auch im Safiental, wo die Schindelmacherin Martina Gredig nach dem Vorbild der Walser auf traditionelle Weise Holzschindeln für die Safientaler Stallscheunen herstellt. Wer möchte, der darf in ihrer Werkstatt auch mal selbst Hand anlegen. Der Walserweg führt durch einige der spektakulärsten Landschaften Graubündens. Gut 300 km misst er und kann in 19 Tagesetappen erwandert werden.

Schindelmacherin Martina Gredig.

RAUSCHENDES WASSER Tosend rauscht klares, kühles Wasser durch die Bündner Schluchten. Manche


Reisen

von ihnen erinnern gar ein wenig an den Grand Canyon. Während einige, wie zum Beispiel die Rheinschlucht bei Versam, ganz offensichtlich zu entdecken sind, liegen andere eher im Verborgenen. Eine unauffällige Holztüre im Restaurant Rofflaschlucht führt auf eine Felsgalerie, die neben und teilweise auch unter dem tosenden Rhein verläuft. Eine überraschende Entdeckung, die man hinter einer einfachen Türe so nicht erwarten würde. Der Weg durch die Rofflaschlucht ist das sichtbare Ergebnis der Geschichte von Christian Pitschen-Melchior, einem Vorfahren der heutigen Eigentümer. Genö-

Die Rofflaschlucht.

tigt von Existenzängsten, zog er Ende des 19. Jahrhunderts nach New York, um dort sein Glück zu finden. Er fand es aber nicht und kehrte deshalb nach einigen Jahren zurück. Inspiriert von den Niagara-Wasserfällen, sprengte er die Felsgalerie in die Schlucht und schaffte sich und den folgenden Generationen seiner Familie eine gute Existenzgrundlage. Warum also das Glück in der Ferne suchen, wenn es direkt vor der Haustüre liegt? REGIONALER GENUSS Auch kulinarisch kann der Kanton Graubünden mit mancher Überraschung aufwarten. Nusstorte, Capuns, Pizzoccheri und Gerstensuppe sind die bekannten Stars der Bündner Küche. Doch sie hat noch weitaus mehr zu bieten. Wo lassen sich diese Köstlichkeiten besser geniessen als bei Bündnern zu Hause in einer Walserstube? Doris und Peter Flütsch öffnen im Dörfchen Fajauna im Prättigau regelmässig ihre liebevoll dekorierte Stube für Fremde. Mit saisonalen, einheimischen und hofeigenen Produkten verwöhnen sie die Gaumen ihrer Gäste mit einem Festessen. Begleitet werden die kuli-

Die Rheinschlucht.

narischen Genüsse von edlen lokalen Weinen. Die Gäste sitzen dabei an grossen Tischen zusammen und geniessen, während sich Doris und Peter als perfekte Gastgeber erweisen. Als Fremde kommen und als Freunde gehen trifft hier den Nagel auf den Kopf. Tavolata heisst diese Form der geselligen Tafelrunde in privaten Stuben, die eine schöne Alternative zum üblichen Restaurantbesuch bildet. Weinliebhaber kommen in der Bündner Herrschaft voll und ganz auf ihre Kosten. Dort, wo der Rhein noch wild und ungestüm durch das Tal rauscht, wachsen die Trauben für die erlesenen Tropfen. Auf dem Weinwanderweg von Maienfeld nach Fläsch und zurück geniessen nicht nur Wanderer die Tatsache, dass das Rheintal bevorzugt von der Sonne geküsst wird. Die Trauben reifen hier besonders gut. In der Eckstrasse in Maienfeld lässt die sympathische Winzerin Heidi Steiner Interessierte ihren Wein «Cantunada» degustieren. Cantunada ist Rätoromanisch und heisst auf Deutsch Ecke. «Wein und

Winzerin Heidi Steiner in Maienfeld.

Sein» lautet das Motto bei Heidi. «Früher bin ich durch die Welt gereist, heute kommt die Welt halt zu mir», schwärmt die ehemalige Flugbegleiterin. Auch sie hat ihr Glück zu Hause im Bündnerland gefunden. Wenn man in ihrem lauschigen Garten unter dem riesigen Magnolienbaum bei einem Gläschen Wein ins Plaudern kommt, kann man ihr das nicht verdenken.

Juf, die höchstgelegene ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz.

UNGEWÖHNLICH ÜBERNACHTEN Für Gäste, die gerne länger bleiben möchten, ist die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten in Graubünden unerschöpflich. Von der einfachen Berghütte bis hin zum 5-Sterne-Hotel ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas Passendes zu finden. Besonders originell übernachtet man auf der Alp Flix, im Parc Ela, dem grössten Naturpark der Schweiz. Auf dem Hochplateau, das durchaus ein wenig an die Mongolei erinnert, befindet sich das Jurtenhotel von Cotti Agricultura. Fünf mongolische Jurten stehen hier für Gäste bereit. Nicht entgehen lassen sollte man sich dabei einen Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel, der so hoch oben, auf etwa 2000 Metern über Meer, zum Greifen nah scheint. Urig und doch stilvoll geht es im B&B Nühus in Bruschgaleschg zu. Der Bündner Architekt Rudolf Olgiati hat das Walserhaus aus dem Jahre 1803 in den sechziger Jahren umgebaut. Entstanden ist ein echtes Schmuckstück, das neben sensationellen Aussichten auf das Safiental in sechs Zimmern Platz für insgesamt zwölf Personen bietet. Zeit sollte man unbedingt mitbringen, wenn man nach Graubünden reist – Zeit, sich auf die Natur und die kulinarischen Genüsse der Region einzulassen. Wer sich Zeit lässt, dem wird es vermutlich wie vielen Bündnern gehen. Es zieht einen immer wieder zurück in das Land der Steinböcke, der Berge und der Schluchten. Text und Bilder Ellen Gromann

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VERKEHRSSICHERHEIT

Von links: Anita Brechtbühl (Leiterin Verkehrssicherheit ACS), Miguel Leitão (Verkaufsleiter Volvo Cars Bern), Reto Braun (Geschäftsführer Volvo Cars Bern), Stefanie Gilgen (Projektassistentin Verkehrssicherheit ACS).

FÜR DIE SICHERHEIT DER KINDER DAS BESTE Die Digitalisierung und der technologische Fortschritt machen auch vor dem Bildungswesen nicht halt. So wurde gerade der neue Lehrplan 21 an Deutschschweizer Schulen eingeführt. Der ACS hat deshalb seine kompletten Verkehrsbildungsangebote und Lernmittel überarbeitet und setzt neu für den Verkehrsunterricht in Schulen auch Fahrzeuge mit Hybrid-Motor ein. Die Geräuscharmut von Elektro-Motoren ist gerade für Kinder eine grosse Herausforderung im Strassenverkehr. Unterstützt wird der ACS bei dieser wichtigen Bildungsaufgabe von Volvo Car Bern. Mit Volvo hat der ACS e­ inen Partner an seiner Seite, der seit jeher für Sicherheit steht und sich bereits vor über 55 Jahren mit dem Thema Kindersicherheit aktiv beschäftigt hat. WAS IST NEU? Der Verkehrsunterricht an den Schulen wird sich ab Sommer 2020 an dem neuen Lehrplan 21 orientieren müssen. Es geht nicht mehr nur darum, Wissen zu vermitteln. Neu liegt der Fokus auf dem Bilden von Kompetenzen. Methodisch und didaktisch erfordert dies neue Ansätze. Inhaltlich geht es im Verkehrsunterricht nach wie vor um die elementaren Dinge für eine

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sichere Teilnahme am Strassenverkehr: Welche Gefahren gibt es im Strassenverkehr, welche Regeln muss man einhalten, wie verhält man sich auf dem Schulweg richtig, wie überquert man sicher eine Fahrbahn, welche Verkehrsteilnehmer gibt es, gegenseitige Rücksichtnahme, usw. Mit unseren Lektionen fördern wir Entwicklungszugänge wie Wahrnehmung, räumliche Orientierung, Zusammenhän-

ge und Gesetzmässigkeiten, Lernen und Reflexion, Eigenständigkeit und soziales Handeln. In der Folge wurden alle Lernmittel komplett überarbeitet und zeitgemäss modern gestaltet:

• Neuer Look für den «Weissen Raben» des ACS. Im pfiffigen Federkleid ist er als bester Freund der Kinder unterwegs. • Alle schulischen Lektionen für die Ver-


VERKEHRSSICHERHEIT

kehrsbildung stehen neu unter dem Kampagnenlabel «Achtung, Fertig, Sicher!». • Die gesamten Lernmittel sind neu entwickelt worden. Sie entsprechen den heutigen Anforderungen gemäss Lehrplan 21, der auf die Kompetenzbildung ausgerichtet ist. • Nebst dem Unterricht durch die Polizei gibt es neu auch Vor- und Nachbereitungslektionen für die Lehrpersonen. Denn die Verkehrsbildung ist im Lehrplan als Aufgabe verankert. (acs.ch/bildung) • Für Eltern gibt es spannende Lernmittel, um ihre Kinder auf den Schulweg und eine sichere Teilnahme am Strassenverkehr vorzubereiten. STARKE PARTNER AN DER SEITE Gemeinsam mit den Verkehrsinstruktoren der Gemeinde-, Stadt- und Kantonspolizeien verteilen wir in einem Jahr über 250 000 St. didaktisches Material. Mehr als 200 Polizisten arbeiten mit den Lernmitteln des ACS und gestalten so einen spannenden, nachhaltigen und kompetenzorientierten Unterricht. Die ergänzenden Lernmittel für Lehrpersonen und Eltern sind alle im Shop des ACS erhältlich (acs.ch/bildung). Dank der wertvollen Unterstützung durch den Fonds für Verkehrssicherheit können wir diese Lernmittel kostenlos anbieten. Mit Volvo Car Bern haben wir einen Partner an unserer Seite, der uns beim kompetenzorientierten Unterricht unterstützt. Dank den

Unter diesem Label finden künftig die ­schulischen Lektionen statt.

Eddie und Léonie begleiten die kleineren Kinder auf ihrem Weg der Verkehrsbildung. Damit sie sicher im Strassenverkehr unterwegs sind.

ausgewählten Fahrzeugen des Modells Volvo XC40 verfügen wir in unserer Flotte von Schulungsfahrzeugen auch über Modelle mit Hybrid-Motoren. Dies ermöglicht es den Verkehrsinstruktoren, auf das heikle Thema der Geräuscharmut von Elektro-Fahrzeugen einzugehen. Kleine Kinder lernen nach wie vor, sich nach dem Leitsatz «warte – luege – lose – laufe» am Fahrbahnrand zu verhalten. Dort, wo grosse Blumentröge, parkierte Autos oder infrastrukturelle Verbauungen die Sicht von kleinen Kindern einschränkt und sie sich deshalb ganz besonders auf das Gehör konzentrieren, wird das «lose» gerade schwierig. Fahrzeuge, die kaum Lärm machen, sind in solchen Fällen nur ganz schwierig auszumachen. Hier hilft die Polizei den Kindern mit dem Aufzeigen und Üben des richtigen, sicheren Verhaltens. WARUM VOLVO? Die Marke steht seit jeher für Sicherheit. Fahrer, Beifahrer, andere Verkeh r stei lneh mer und natürlich Fussgänger haben oberste Priorität. Bei Sicherheitsinnovationen hatte Volvo von Anfang an die Nase vorn und Pioniergeist bewiesen. Bereits 1964 führte Volvo die ersten Tests

mit rückwärts gerichteten Kindersitzen durch und konnte durch die Forschungsergebnisse laufend die Sicherheit, den Komfort und die bequeme Handhabung von Rückhaltesystemen und Kindersitzen weiterentwickeln. Heute sind innovative Lösungen und hohe Standards der Sicherheitsausstattung bei Volvo serienmässig vorhanden. Intelligente Systeme erhöhen die Fahrer- und Mitfahrersicherheit erheblich. Volvo Car bekennt sich denn auch zur Vision, dass niemand mehr in einem neuen Volvo schwer verletzt werden oder ums Leben kommen soll. Die Zusammenarbeit mit Volvo Car Bern zeichnet sich durch Professionalität und Zuverlässigkeit aus. Als Automobil Club der Schweiz haben Qualität und Transparenz für uns oberstes Gebot. Volvo Car Bern erfüllt diese hohen Erwartungen und bietet in der Zusammenarbeit Standards, auf welchen wir eine langfristige Partnerschaft aufbauen können. Text Anita Brechtbühl / Bilder zVg

Lernmittel für Eltern und Lehrpersonen sind in unserem Onlineshop auf acs.ch/bildung zu finden oder via ­Website acs.ch

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Off Road Drive (4×4) Besitzen Sie ein Off-Road-Fahrzeug und können auf Schweizer Strassen seine Möglichkeiten nicht austesten? Dann lernen Sie die Grenzen Ihres Fahrzeugs auf der abgesperrten Piste in Ederswiler JU unter fachmännischen Anweisungen kennen.

Kursort

Fahrzeug

Trainingsgelände in Ederswiler JU

Fahrzeuge ohne Reduktionsgetriebe (Gelände-Untersetzung) sind nur bei genügender Bodenfreiheit zugelassen. Absprache empfehlenswert.

Kursdaten Samstag, Samstag,

22. August 19. September

2020 2020

Kurskosten (pro Fahrer mit eigenem Fahrzeug)

Theorie Bodenfreiheit, Böschungs- und Rampenwinkel, Schwerpunkt, Fahrwerk, Achsverschränkung,Kippgrenze,Motordrehmoment und Leistung, Geländereduktion, Antriebssysteme, Differenzialsperren und andere Traktionshilfen, Bereifung und Luftdruck je nach Einsatz und Witterung.

CHF 375.– für ACS Mitglieder CHF 405.– für Nichtmitglieder

Besitzen Sie kein 4×4-Fahrzeug? Der ACS organisiert für Sie ein Off-Road-Fahrzeug. Für mehr Infos kontaktieren Sie uns. Instruktor Gérard Bodenheimer

Pro Fahrzeug kann ein Beifahrer (nicht fahrberechtigt) angemeldet werden: CHF 60.–. Verpflegung ist im Kursgeld nicht inbegriffen. Sie haben jedoch die Möglichkeit, sich im nahegelegenen Restaurant zu verpflegen.

Praxis Fahrzeughandling, Sperren, Reduktionsgetriebe, Fahren in leichtem und schwierigem Gelände, Gangwahl, Bremsen mit oder ohne ABS, Befahren von Steigungen und Gefällen an der Traktionsgrenze, Fahren quer zum Hang, Spurverhalten über Brücken, Einschätzen des Schwierigkeitsgrades je nach Witterungsbedingung.

Aus Sicherheitsgründen sind Kinder unter 16 Jahren als Begleitperson nicht zugelassen.

Erfahrene Offroader fahren stets nach dem Motto: So gleichmässig wie möglich und nur so schnell wie nötig!

Anmeldelink https://www.acs.ch/de/motorsport-und-classic-cars/fahrerlebnis/offroad.php

Weitere Infos finden Sie unter: www.acs.ch/offroad | Tel. 031 328 31 11 47107_ACS_Off_Road_Anzeige_210x145_2020indd.indd 1

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ACS QUIZ 4/2020

LÖSUNGSWORT

1. Wenn man etwas nicht mehr zulässt, dann zieht man es aus dem … B Tunnel

F Verkehr

G

Schlamassel

E

Utility

Preis: Zwei Übernachtungen inkl. Frühstück im Hotel Weissbad Lodge im wunderschönen ­A ppenzellerland. Sie übernachten in einem der modernen Doppelzimmer. Im Wert von rund 400 CHF.

2. Was bedeutet das U im Begriff SUV? O Utilary

I

Ugly

3. Welches Fahrzeug ist in der Regel immer vortrittsberechtigt? S Reisecar

D Tram

N

Taxi

E

konvex

4. Wie sind Auto-Rückspiegel oft gekrümmt? T kompakt

A komplex

5. Die Geschwindigkeit von 1 km pro Stunde entspricht … R 0.278 m/s

S 1.9 m/s

N

3.6 m/s

6. Welche dieser Automarke stammt aus China? U Geely

E Tata

O

Rajah

7. Wo verläuft der Eurotunnel? L Strasse von Le Havre R Strasse von Calais N Strasse von Dover 8. Was steckt oft in einem Slotcar? Z Fladenmotor

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G Pfannkuchenmotor Laugenmotor T

Teilnahmebedingungen: Mit der Teilnahme akzeptiert der Teilnehmer diese Teilnahmebedingungen. Teilnahmeberechtigt sind ausschliesslich Mitglieder des Automobil Clubs der Schweiz. Der Gewinner wird persönlich vom Automobil Club der Schweiz benachrichtigt. Barauszahlung und Rechtsweg sind ausgeschlossen. Teilnahmeschluss ist der 14. August 2020 ­(Poststempel).

Senden Sie uns eine Postkarte mit dem Vermerk «ACS Rätsel» und dem Lösungswort, Ihrer Mitgliedsnummer und Adresse an unten stehende Adresse, oder senden Sie uns das Lösungswort online unter www.acs.ch/auto-raetsel zu. Automobil Club der Schweiz Wasserwerkgasse 39 CH-3000 Bern 13 Lösungswort Ausgabe 03/20 REISEBUS


Geniessen mit der ACS Reisen AG

Live in Moskau und Wien Sp e z i a l re i s e n z u d e n G a s t s pi e l e n d e s Ton h a l l e - O rc h e s te r s Zü r i c h u n te r Pa av o Jä r v i . Mo s k au 0 9 . – 1 3 . 1 1 . 2 0 2 0 / Wi e n 1 3 . – 1 6 . 1 1 . 2 0 2 0

© Gaetan Bally

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Das Magazin des Automobil Club der Schweiz | Edition Deutschschweiz  

Ausgabe 04/2020

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