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AUTO

Das Magazin des Automobil Club der Schweiz | Edition Deutschschweiz

Ausgabe 02/2020

Neuheiten

Autosalon

Classic

EIN ELEKTROAUTO FÜR DAS VOLK

KURZFRISTIGE ABSAGE WIRFT HOHE WELLEN

DAS MEKKA FÜR DIE FAHRKULTUR

Die Marke mit dem Blitz lanciert ihr erstes E-Auto der jüngeren Geschichte: Der Opel Corsa-e sieht gut aus, bietet eine stattliche Reichweite und ist auch für Otto Normalverbraucher erschwinglich

Wir zeigen eine Auswahl der ­geplanten Neuheiten. Dazu gibt es einen kritischen Gastkommentar

4000 historische Fahrzeuge ­begeisterten an der Retro Classic 2020 in Stuttgart


EDER I L G T I CS M A R Ü F 020 2 T B O I B S S E : AC ANG E L D A I O Z C E O SP OM R P M E MIT D

SWISS INDOORS BASEL 24. OKTOBER – 1. NOVEMBER 2020 TICKETVORVERKAUF Ticket-Hotline Ticket-Online

AB 2. APRIL 2020 Tel. +41 (0)900 552 225, CHF 1.19/Min. swissindoorsbasel.ch

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EDITORIAL

STAUREDUKTION DANK HOMEOFFICE Das Coronavirus bestimmt unser Leben. Wir müssen uns einschränken und Gewohnheiten ändern. Unter anderem arbeiten viele jetzt im Homeoffice. Eine Massnahme, die Chancen hat, sich als neues Arbeitsmodell durchzusetzen und dazu beizutragen, die Stausituation zu entschärfen. Die Offenheit für neue Arbeitsmodelle, um Verkehrsspitzen zu brechen, fordert der ACS schon seit langem.

I

n jeder Krise stecken auch Chancen. Das mag sich in der aktuellen Situation auf den ersten Blick etwas zynisch anhören, aber auch in Krisenzeiten ist es wichtig, nach vorne zu schauen. Das Coronavirus hat das Leben für die meisten von uns fast lahmgelegt. Wir sind aufgefordert, wenn immer möglich, zuhause zu bleiben. Neben Social Distancing ist Home­ office das Instrument der Stunde, um unsere persönlichen, sozialen Kontakte auf ein Minimum und damit das Risiko einer Infizierung mit dem Coronavirus zu reduzieren. Vor der Coronakrise fristete das Homeoffice als Arbeitsmodell leider ein eher stiefmütterliches Dasein. Im Hinblick auf die grossen Herausforderungen, wie zum Beispiel die individuelle Mobilität, fordert der ACS schon seit langem Massnahmen wie flexible Arbeitsmodelle, um die Verkehrsspitzen zu den Stosszeiten zu brechen. Bisher war das Feedback aus der Wirtschaft jeweils eher ablehnend. Die internen Abläufe würden Homeoffice auf breiteren Ebenen nicht zulassen. Dies hängt sicher auch mit einem gewissen Misstrauen der Arbeitgeber zusammen, die befürchten, dass ihre Mitarbeitenden im Homeoffice weniger produktiv sind als im Firmenbüro. Jetzt, wo die Mehrheit der Mitarbeitenden im Homeoffice tätig ist und das vermutlich über längere Zeit sein wird, in einer Zeit also, in der dieses Arbeitsmodell sozusagen flächendeckend eingesetzt wird, können die Kritiker von Homeoffice eines Besseren belehrt werden. Und hier sieht der ACS die Chance, dass das Arbeiten von zuhause aus sich auch nach Corona als valables und flexibles Modell durchsetzen könnte. Damit könnte längerfristig sichergestellt werden, dass nicht alle zu den gleichen Tageszeiten unsere Verkehrsinfrastruktur nutzen und sich damit die Nutzung besser über den ganzen Tag verteilt. Dies gilt sowohl für unsere Strasseninfrastruktur als auch für die Struktur des Schienenverkehrs. Im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr gab es Mitte März gute Nachrichten, die im Fokus auf die ausserordentliche Situation fast untergegangen sind. 2019 sank die Zahl der Verkehrs­ toten in der Schweiz mit 187 auf den tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung dieser Daten. Selbstverständlich ist jedes der

187 Todesopfer eines zu viel. Wenn man aber bedenkt, dass Anfang der 1970er Jahre jährlich über 1700 Personen im Schweizer Strassenverkehr ums Leben gekommen sind, sehen wir, wie viel sicherer der Strassenverkehr in den letzten fünfzig Jahren geworden ist. Die Schweiz nimmt hier eine führende Rolle ein, worauf wir stolz sein können. Vor allem auch, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen weltweit weiter steigt. 2018 starben insgesamt 1,35 Mio. Menschen im weltweiten Strassenverkehr. Das sind 3699 Menschen täglich. Dass bei uns die Unfallstatistiken in die positive Richtung zeigen, hängt meines Erachtens mit mehreren Faktoren zusammen. Einerseits greifen der technologische Fortschritt bei den Fahrzeugen mit den neuen Assistenzsystemen sowie die vertiefte, verbesserte Fahrausbildung und andererseits die gute Verkehrsinfrastruktur sowie die Massnahmen im Rahmen von Via Sicura. In diesem Sinne, geben Sie auf sich acht und bleiben Sie gesund!

Ihr Thomas Hurter Zentralpräsident

WIR SIND FÜR SIE DA! Die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben auch Auswirkungen auf traditionsreiche Anlässe des ACS. Mehrere Events mussten bereits abgesagt werden und finden erst wieder im nächsten Jahr statt. Dazu gehören die ­beiden beliebten Motorsportevents in Frauenfeld und Reitnau. Über den aktuellsten Stand der Planung können Sie sich auf unserer Website www.acs.ch informieren. Selbstverständlich übernimmt auch der ACS seine soziale Verantwortung, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Viele Mitarbeitende haben auf Homeoffice umgestellt. Aber auch so werden sie weiterhin alles daran setzen, um ­Ihnen die Betreuung und den Topservice zu bieten, den Sie sich vom ACS gewohnt sind. Weitere Informationen oder Antworten zu Versicherungsfragen finden Sie online unter www.allianz-assistance.ch/de/

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INHALT

AUTOSALON

SPECIAL S.10

S.06

g abgesa

t!

POLARSTERN IM WANDEL Polestar hat sich nach seiner Lancierung in den neunziger Jahren inzwischen zur elektrischen Performance-Marke und zum Innovationslab der Volvo Car Group und Geely Holding gewandelt.

RÜCKSPIEGEL

S.19

WER HAT’S ERFUNGEN? Der ACS hat in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts viele der ersten Spezial- und Warntafeln aufgebaut.

MOTORSPORT

S.29

RENNKALENDER 2020 Eine Übersicht der wichtigsten Motorsportanlässe auf Schweizer Boden. Bis am 23. März 2020 fielen bereits viele Events der Coronavirus-Pandemie zum Opfer.

ABSAGE DER GIMS EIN SCHOCK FÜR ALLE AUSSTELLER UND AUTOFANS Viel wurde vorgängig darüber spekuliert. Als die Absage der Geneva International Motor Show (GIMS) drei Tage vor der Eröffnung durch die Medienvertreter aber Tatsache wurde, war die Ernüchterung trotzdem gross. Die Organisatoren wehrten sich bis zur bundesrätlichen Verordnung vom 28. Februar 2020 gegen die Absage, während diverse grosse Aussteller bereits angekündigt hatten, entweder gar nicht nach Genf zu kommen oder ihren Auftritt zumindest zu beschränken. Diverse Mitglieder der automobilen Führungsriege wären wegen der Coronaviruskrise ohnehin nicht in die Calvinstadt gereist. Wir stellen eine Auswahl der geplanten Neuheiten trotzdem vor. Dazu gibt es einen Gastkommentar von Jens Meiners, einem renommierten Autojournalisten und Mitglied der Jury «World Car Of The Year».

NEUHEITEN

S.12

VW T-ROC CABRIOLET

CUPRA ATECA

ŠKODA OCTAVIA

PORSCHE 911 TURBO S

OPEL CORSA-E

VW CADDY

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AUTO

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inhalt

REISEN

N IER E T I F PRO ! S.35 SIE en r biet r tne r teile re Pa Unse h mehr Vo noc

S.30

Impressum

MAURITIUS – DAS FARBENFROHE PARADIES IM INDISCHEN OZEAN Mauritius ist vor allem bekannt für seine herrlichen Strände. Aber die rund 2040 km2 grosse Insel im Südwesten des Indischen Ozeans, 870 Kilometer östlich von Madagaskar, mit seinen liebenswürdigen Menschen hat auch sonst unglaublich viel Abwechslung zu bieten.

VERKEHRSSICHERHEIT

S.26

CLASSIC

S.22

Berichte Titelbild und Testbericht können einem Advertorial entsprechen, wobei die Redaktion jeglicher Verpflichtung freibleibend und ohne Fremdeinsprache die Beurteilung des Objektes vornimmt.

S.24

OPEL CORSA DER GROSSE GEWINNER Der neue Opel Corsa war der grosse Sieger der AUTOBEST-Gala in Mainz. Der modulare Kleinwagen belegte den 1. Platz in der wichtigsten Kategorie «Best Buy Car of Europe 2020». Opel-Chef Michael Lohscheller (links) wurde als Manager des Jahres ausgezeichnet.

Chefredaktion/ Anzeigenverkauf Markus Rutishauser Romanshornerstrasse 62B CH-8280 Kreuzlingen Mobile +41 79 406 90 23 markus.rutishauser@acs.ch Produktion Bodan AG Druckerei und Verlag Zelgstrasse 1 CH-8280 Kreuzlingen Tel. +41 71 686 52 52 www.bodan-ag.ch, druck@bodan-ag.ch

NEUE ONLINE-PLATTFORM Seit mehreren Jahren bietet der ACS mit seinen Kampagnen «Routinier – Fahren mit Weitblick» und «Routinier 70 plus» interessierten Fahrzeuglenkern eine spannende Möglichkeit, die eigenen Theoriekenntnisse im Internet einfach aufzufrischen.

SPECIAL

Verlag ACS AUTO © Automobil Club der Schweiz (ACS) Wasserwerkgasse 39 CH-3000 Bern 13 Tel. +41 31 328 31 11 Fax +41 31 311 03 10 www.acs.ch, info@acs.ch

MEKKA FÜR FAHRKULTUR 4000 historische Automobile auf einer Ausstellungsfläche von 140 000 m2 oder rund 20 Fussballfeldern, erstklassige Sonderschauen und Rahmenprogramm sowie eine riesige Verkaufsbörse begeisterten an der weltgrössten Retro-Classic-Messe in Stuttgart.

KOLUMNE

S.21

RÜCKHALT UND PLANUNG ACS Botschafter Tom Lüthi, der bodenständige und erfolgreiche Moto2-Pilot aus dem Berner Mittelland, schreibt in seiner exklusiven Kolumne über seinen Sport, aber auch andere Themen, die ihn beschäftigen und begleiten. In dieser Ausgabe über die besonderen Herausforderungen in dieser Zeit der Unsicherheit.

Erscheinungsweise 8 Ausgaben pro Jahr. Für die ACS Mitglieder in den Clubleistungen enthalten. Auflage 71 875 Exemplare (WEMF-beglaubigt 2019) Nachdruck nur unter Quellenangabe und mit Bewilligung des Verlages gestattet. Für unverlangt eingesandtes Manuskript- und Bildmaterial übernehmen Verlag und Redaktion keine Haftung. Titelbild Werk

produziert mit  naturstrom

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AUTOSALON

VW GOLF Am Genfer Autosalon waren die Weltpremieren des neuen Golf GTI (245 PS/370 Nm), Golf GTD (200 PS/400 Nm) und Golf GTE (Plug-in-Hybrid, 245 PS/400 Nm/60 km rein elektrisch) geplant. Die Frontpartien der sportlichen Kompakten aus Wolfsburg sind durch eine geänderte Frontpartie mit tief angeordneten LED-Scheinwerfern erkennbar. Unter der Motorhaube verläuft eine Kante in modellspezifischen Farben: Rot beim GTI, Blau beim GTE und Silber beim GTD. Ein neues Multifunktions-Sportlederlenkrad mit Touchbedienung und optional ­integrierter Travel-Assist-Taste ermöglicht assistiertes Fahren bis 210 km/h.  Texte Markus Rutishauser/pd / Bilder Werk AUDI A3 SPORTBACK Mit dem A3 hat Audi 1996 das Segment der PremiumKompaktklasse begründet. Jetzt kommt das Erfolgsmodell in der 4. Generation auf den Markt – sportlich, digitalisiert und rundum vernetzt. Unter der progressiv designten Karosserie des neuen A3 Sportback stecken viele Innovationen aus der Oberklasse. Zum Start stehen ein 1.5 TFSI und ein 2.0 TDI mit jeweils 150 PS zur Auswahl. Kurz darauf folgen eine zweite Version des 1.5 TFSI mit einem Mild-Hybrid-System sowie weitere Motorisierungen inklusive quattro-Allrad­ antrieb. Bestellbar ab sofort ab 36 400 CHF.

SUZUKI IGNIS Der erste und einzige Micro-SUV wurde rundum optisch aufgefrischt, kommt neu bulliger, dynamischer und moderner daher. Der neue Ignis ist ausschliesslich mit dem 12V-Hybridantrieb der zweiten Generation erhältlich, wahlweise auch mit dem in der Schweiz äusserst beliebten Allgrip-44-Antrieb. Er steht ab 14 990 CHF bzw. 17 990 CHF (44) ab sofort beim Händler. 6

AUTO

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KIA SORENTO Seine Publikumspremiere gefeiert hätte im Palexpo auch der neue Kia Sorento. Die vierte Modellgeneration basiert auf einer komplett neuen Plattform und bekommt einen 230-PS-Hybridantrieb. Das neue Design ist durch schärfere Linien und ununterbrochene Oberflächen geprägt. Hinzukommen moderne geometrische Details und dynamisch verlängerte Proportionen. Der «Tigernase» genannte Grill ist breiter und ausladender als beim Vorgänger. Völlig neu gestaltet ist auch der hochwertige Innenraum mit grossflächigen Digitaldisplays.


Autosalon

KOMMENTAR

GENFER SALON – EIN NACHRUF?

S

ie war eine zähe Angelegenheit, die Absage des heurigen Genfer Autosalons, und noch in der offiziellen Pressemeldung klingt an, wie genervt die Organisatoren sind: «Die Sanktion erfolgt drei Tage vor der Eröffnung der GIMS für die Medienvertreter.» Die Sanktion? Der Schweizer Bundesrat hatte ob der Sturheit der Organisatoren die Reissleine gezogen und Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen untersagt. «Die Organisatoren akzeptieren diese Entscheidung», hiess es dann, was auch sonst, während man nachsetzt: «Noch während der Pressekonferenzen zur Ankündigung der Ausgabe 2020 eine Woche davor deutete nichts darauf hin, dass eine solche Massnahme notwendig wäre.» Wie bitte? Industrie und Journalisten fragten sich spätestens seit der Absage der Mobilfunkmesse in Barcelona MWC (24.– 27.2.) am 12. Februar, was denn nun die Genfer Veranstalter zu tun gedächten?

prüfen. Ja, Genf war die schönste aller Automessen, auf neutralem Boden, mit einer besonders grossen Zahl von Karossiers und Kleinserienherstellern. Hier herrschte nicht nationale Dominanz, sondern

UNGASTLICH UND ÜBERTEUERT

kratie erschwert zum Beispiel den Einsatz werkseigener Shuttlefahrzeuge erheblich: Die könne man doch auch in der Schweiz mieten, wird einreisenden Fahrern schon mal an der Grenze beschieden. Und das Pressezentrum auf dem Palexpo-Gelände? Dort wird den arbeitenden Journalisten am (ausgesprochen zeitigen) Tagesschluss jedes Mal mit minutiöser Pünktlichkeit das Licht ausgeknipst.

SZENARIO GEISTERMESSE Gleichberechtigung der Marken. Und nach Während sich die Veranstalter bis der Verschiebung der Detroiter Messe in zum allerletzten Moment Zeit gelassen haden Juni markierte Genf auch den Start ins ben, hatten sich manche Aussteller schon automobile Jahr, denn so kann die CES in tagelang auf ein Ausstiegsszenario vorbeLas Vegas als Elektronikmesse ja im Kon- reitet – notfalls auch im Alleingang. Kaum zert der Automessen nicht mithalten. Chinesen und Italiener, reihenweise AbsaSo viel zum Positiven. Doch es gibt gen von Journalisten und Managern, der auch negative Seiten. Denn als Autolieb- Rückzug der ersten Zulieferer und wohl haber und Messebesucher kann man sich auch verschiedener Autohersteller hätte kaum eine ungastlichere Stadt als Genf den Salon 2020 zur Geistermesse werden vorstellen. Einmal abgesehen von der ge- lassen. Über diese Messe hätte sich eine radezu grotesken Kriminalisierung von dunkle Wolke gelegt. Ein Fehler, nicht Geschwindigkeitsüberschreitungen in schon viel früher aufzugeben – oder zuder Eidgenossenschaft: Die Genfer Hote- mindest zu verschieben. liers nutzen ihre Stellung gnadenlos aus Sehr viele Premieren liefen als Folge SCHÖNSTE ALLER und verlangen exorbitante Preise sowie der Absage virtuell ab, und die Industrie teils mehrtägige Buchungen; der Verkehr wird aufmerksam beobachten, ob dieses AUTOMESSEN ist dank «Pförtnerampeln» und konfuser Notformat der Berichterstattung überStreckenführung nur als katastrophal zu haupt abträglich ist. Nur die Genfer Hotels «Die Situation änderte sich mit dem bezeichnen. können sich freuen: Sie sitzen auf den lukAuftreten der ersten bestätigten ErkranAuch den Ausstellern wird es schwer- rativen Buchungsverträgen und kassieren. kungen durch das Coronavirus in der gemacht, denn die penible Schweizer Büro- Vielleicht zum letzten Mal. Schweiz und der Verfügung des Bundesrates vom 28.02.2020», behauptet die Messe. Und versetzt patzig: «Die Veranstaltung Der Autor wird aufgrund dieses Entscheides abgeJens Meiners ist Direktor und Mitglied der sagt.» Nicht wegen des Virus. Obwohl dieser World Car of the Year Jury. Er hat in seinem gleich um die Ecke, nämlich in Norditalien, Kommentar die kurzfristige Absage der schon in alarmierendem Umfang wütete. GIMS 2020 aus Sicht eines ausländischen

GENFER ZWIESPALT Die Autoindustrie dürfte den Vorgang zum Anlass nehmen, ihr zukünftiges Engagement in Genf grundsätzlich zu über-

Journalisten gewertet.

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Autosalon

VW-PREMIEREN Weil der Genfer Salon abgesagt wurde, zeigt VW seine Autopremieren einfach online. Etwa den nächsten Vertreter der ID.-Familie mit der Ziffer 4. Als «konkreten Ausblick» auf das erste rein elektrische SUV der Marke bezeichnen die Niedersachsen den ID.4, der noch im Jahr 2020 voll durchstarten soll. «Analog zum ID.3 wird auch der ID.4 als bilanziell CO 2 -neutrales Fahrzeug auf den Markt kommen», so Ralf Brandstätter, Chief Operating Officer der Marke. Je nach AntriebsPackage wird die Reichweite bis zu 500 Kilometer betragen. Zum Start ist die Version mit Heckantrieb vorgesehen, ­später wird eine mit elektrischem Allradantrieb folgen.

SEAT LEON Seat bringt Ende April den neuen Leon in die Schweiz. Die vierte Generation ist in der Länge auf 4,37 m (Fünftürer/+8,6 cm) bzw. auf 4,64 m (Sportstourer/+9,3 cm) gewachsen, anderthalb Zentimeter schmaler und drei Zentimeter niedriger. Der Zuwachs kommt vor allem dem Platzangebot im Fond bzw. dem Kofferraumvolumen zugute. Dazu gibt es neue Antriebskonzepte mit 110 bis 150 PS, Mildhybrid (eTSI) und Plug-in-Hybrid (eHybrid) sowie eine umfangreiche digitale Vernetzung. Der Startpreis: ab 24 950 CHF. Der Leon wird im Seat-Werk in Martorell bei Barcelona produziert.

PEUGEOT 208 Eine Experten-Jury wählte den kürzlich gestarteten Kleinwagen zum «Car of the Year 2020». Auf den Plätzen zwei und drei landeten das Modell 3 von Tesla und der Porsche Taycan. Bei ihrer Entscheidung hoben die Juroren laut Peugeot als besonders lobenswert hervor, dass die Kunden die freie Wahl bei der Motorisierung hätten. Diese können sich beim 208 zwischen Elektro-, Benzin- und Diesel-Antrieb entscheiden. Weitere Argumente für den Erfolg des neuen Stadtautos seien das mutige Design und die moderne Technologie.

VOLVO XC40 R Er soll bis zu 400 Kilometer am Stück schaffen, er lädt sehr fix mit bis zu 150 kW und bringt es auf ein maximales Drehmoment von 660 Nm: Der XC40 Recharge P8 AWD ist das erste rein elektrisch angetriebene Modell von Volvo. Ab sofort ist er bestellbar – zu Preisen ab 64 500 CHF. Das schicke Kompakt-SUV verfügt über je einen E-Motor pro Achse mit einer Leistung von je 150 kW/204 PS. Die maximale gebremste Anhängelast liegt bei 1500 Kilo. 8

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CITROËN AMI Ein kleines Elektroauto für zwei. 101 Jahre, nachdem André Citroën das Automobil für alle erfunden hatte, präsentiert die Marke ihr erstes reines Elektroauto für die Serie. Ein 6 kW starkes Elektromotörchen beschleunigt den 485 Kilo leichten Kleinsten im PSA-Konzern auf eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Bei voll aufgeladener Lithium-Ionen-Batterie mit 5,5 kWh verspricht Citroën eine Reichweite von 70 Kilometer. Der voraussichtliche Preis, falls er auch in die Schweiz rollt: rund 6400 CHF.


Autosalon

MCLAREN 765 LT

Der britische Sportwagenhersteller erweitert seine Longtail-Modelle um den 765 LT. Der mit einem doppelt aufgeladenen V8-Motor bestückte, auf 399 Exemplare limitierte Supersportwagen leistet 765 PS (663 kW) und erreicht ein maximales Drehmoment von 800 Nm. In 2,8 Sekunden beschleunigt der 1339 Kilogramm schwere 765 LT auf 100 km/h, in 7,2 Sekunden sind Tempo 200 km/h erreicht. Das Trockengewicht von nur 1229 Kilogramm wurde unter anderem durch eine 40 Prozent leichtere Titanauspuffanlage, dünneres Glas und Polycarbonatscheiben erreicht. Der Preis dürfte mindestens 350 000 CHF betragen.  Texte Markus Rutishauser/pd / Bilder Werk

DS 9 Mit dem DS 9 wollte die französische Edelmarke ihre 4,93 Meter lange Oberklasse-Limousine zeigen. Sie basiert auf der neuesten Version der EMP2-Plattform und verfügt über einen langen Radstand, was primär dem hinteren Fahrgastraum zugutekommt. Der DS 9 wird zuerst mit einem Plug-in-­ Hybridantrieb mit einer Systemleistung von 225 PS und einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 50 km angeboten. Später folgen eine 250-PS-Version mit Frontantrieb und eine 360 PS starke Allradversion.

CUPRA FORMENTOR Seats Performancemarke Cupra wollte in Genf die Serienversion der Studie Formentor vorstellen. Der Crossover ist das erste eigenständige Modell von Cupra und kommt als Plug-in-Hybrid. Rein elektrisch soll der 245 PS starke Hybrid-Formentor bis zu 50 km weit kommen. Damit nicht genug an Weltpremieren: Ihr Debüt in Genf hätten auch der neue Leon und der Tarraco FR im Sportdress sowie der Cupra Leon und der Cupra e-Racer für den elektrischen Tourenwagensport geben sollen.

GIULIA GTA Alfa Romeo wird 110 – und beschenkt seine Fans mit einem auf 500 Exemplare streng limitierten Sondermodell. Dessen Buchstabenkürzel GTA verweist laut den Italienern «auf eines der legendärsten Fahrzeuge aus den 1960er Jahren» – das von der Rennsport­ abteilung Autodelta entwickelte Leichtbau-Coupé Alfa Romeo Giulia Sprint GTA. Die Giulia GTA der Jetztzeit setzt aufs bisherige Spitzenmodell Quadrifoglio in Sachen Leistung noch eins drauf. Der 2,9-Liter-V6-Biturbo erstarkte auf 397 kW/540 PS. Durch die intensive Verwendung von Hightech-Materialien wurde das Leistungsgewicht auf 2,82 Kilo je PS verbessert. Reservierungen sind ab sofort möglich. Der Preis: wir schätzen rund 150 000 CHF.

MAZDA MX-30 Mazda bricht ins Elektrozeitalter auf. Die Japaner wollten in Genf den MX-30 vorstellen. Das Batteriefahrzeug soll dank 35,5 kWh grossem Lithiumionen-Akku eine WLTP-Reichweite von 200 Kilometern haben. An den RX-8, das vorerst letzte Wankelmodell der Marke, erinnern die hinteren und schmaleren «Freestyle»-Türen, die sich entgegengesetzt der Fahrtrichtung öffnen und dank fehlender B-Säule den Einstieg in den Fond erleichtern sollen. Der Preis (First Edition): ab 36 990 CHF inklusive Wallbox.

HYUNDAI I30 Hyundai hat den i30 überarbeitet. Das Facelift bekommt Benzin- und Dieselmotoren mit einem 48-Volt-Mildhybrid-System, effizientere Getriebe, erweiterte Smart-Sense-Sicherheits- und Komfortfunktionen sowie ein aufgewertetes Aussen- und Innendesign. Mit dem neuen Aussendesign soll der i30 elegant, schlank und sportlich erscheinen. Durch die neu gestaltete Frontschürze sowie den modifizierten Kühlergrill mit neuer 3D-Wabenstruktur soll er zudem optisch breiter und kraftvoller wirken. Ergänzt wird dieser Eindruck von neuen LED-Scheinwerfern und integrierten LED-Tagfahrleuchten in V-Form. Erstmals ist die Ausstattungslinie N Line künftig zusätzlich zum i30-Fünftürer und i30 Fastback auch für den überarbeiteten i30-Kombi erhältlich. NR. 02/2020

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SPECIAL

POLESTAR

LEUCHTENDER STERN IM WANDEL

Der Precept ist eine realistische Studie, welche Design-Elemente, Nachhaltigkeit und digitale Technologie kommender Polestar-Modelle aufzeigt.

Mit dem Anspruch, Gutes noch besser zu machen, hat sich Polestar (auf Deutsch: Polarstern) in den neunziger Jahren einen Namen geschaffen, die Autos aus Göteborg schöner, stärker und schneller zu machen. Im Wandel der Zeit wurde Polestar zur ­elektrischen Performance-Marke und Innovationslab innerhalb der Volvo Car Group und Geely Holding umfunktioniert.

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olestar hat ihren Sitz in Göteborg und verfügt seit letztem Jahr über ein hochmodernes, nachhaltig erstelltes Fertigungszentrum im chinesischen Chengdu. Durch die vorteilhafte Konstellation als Volvo-Tochtergesellschaft profitiert Polestar bei der technischen Entwicklung von Synergien sowie von erheblichen Skaleneffekten bei Einkauf und der Produktion. Die Marke mit dem leuchtenden Stern startete ihre neue Mission als Hersteller von leistungsstarken Elektromobilen 2017 mit

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Schwedenhammer: Volvo 850 im Renntrimm, 1996.

dem Polestar 1, einem in Kleinserie gefertigten Hybrid-GT mit 609 PS und einer rein elektrischen Reichweite von 124 km WLTP – dem besten Wert eines Hybridautos weltweit. 2019 wurde der Polestar 2 als erstes voll­elektrisches Premiumfahrzeug mit hohem Produktionsvolumen vorgestellt. Nächstes Modell in der Pipeline ist der Polestar 3, ein vollelektrisches, leistungsstarkes SUV. Und mit der Studie Precept geben die Macher aus Göteborg einen realistischen Ausblick auf zukünftige Modelle in Bezug auf deren Design, Nachhaltigkeit und Digital-Technologie.


Special

Polestar 2: Kräftiger Schub und 4-Rad-Antrieb.

Dabei erkennt das Auto den Fahrer über sein Mobile Phone und passt sich ihm automatisch an, beispielsweise durch die EinFreude herrscht: Christoph Hess von der Aaretal-Garage in Münsingen (rechts) übergibt an stellung der bevorzugten Sitzposition, die ACS Redaktor Christoph Bleile einen V60 T6 Polestar Engineered. Aufschaltung der am häufigsten genutzten Startbildschirm-Apps, usw. Eine weitere Fahrbereich um 10 % angehoben werden Novität ist die Kommunikation über die naSTART IM MOTORSPORT Blenden wir zurück. Zum ersten Mal und die Spitzenleistung steigt von 310 auf türliche Spracherkennung des Fahrers, sei so richtig aufmerksam wurde die Autowelt neu 326 PS. Der edle Kombi, der von Haus dies für die Navigation und Einstellung des auf Polestar, als diese 1996 mit dem Volvo aus kein Leichtgewicht ist, fühlt sich da- Autos wie für alle Funktionen und Applika850 Kombi in den viel beachteten Touren- mit weitaus agiler an. Er reagiert beim tionen seines Mobile Phones. Weave Tech wagen-Rennsport einstiegen und einige Beschleunigen spontaner und kraftvoller heisst der vegane Stoff im hochwertigen beachtliche Resultate erzielten. Polestar – ohne dabei den Verbrauch zu erhöhen – Interieur – ein weiteres Beispiel für die kreentwickelte sich in den nächsten Jahren besser geht Optimieren nicht. ative Innovationskraft und Nachhaltigkeit. zum Werks-Tuner von Volvo-Automobilen. Angetrieben wird der Polestar 2 von POLESTAR 2: je einem Elektromotor an der Vorder- und INNOVATIV UND NACHHALTIG POLESTAR ENGINEERED Hinterachse mit einer Gesamtleistung von Die stark ansteigende Nachfrage 408 PS und mit 660 Nm. Die im Wagenbo2015 übernahm Volvo Cars Polestar Performance mit dem Ziel, das Portfo- nach Elektromobilität und Nachhaltigkeit den verbaute 78-KWh-Lithium-Ionen-Batlio durch sportive Modelle nach oben zu bewog Volvo, ihrer Tochtergesellschaft terie besteht aus 27 Modulen und ermögergänzen. Mit dem Volvo S60 und V60 Polestar eine Vorreiterrolle zu geben für licht eine Reichweite von bis zu 470 km Pole­star werden heute zwei 367 PS starke die Entwicklung und Vermarktung von (WLPT). Mittels Schnelllader lässt sich die Strassensportwagen angeboten, in denen Elektroautos sowie als kreatives Innova- Batterie in 35 bis 45 Minuten bis zu 80% im Vergleich zu «gewöhnlichen» Volvo- tionslab innerhalb der Volvo Car Group zu aufladen. Modellen mehr als 250 Teile und Elemente wirken. Das erste Resultat nach nur zwei weiterentwickelt wurden. Darüber hinaus Jahren Entwicklungszeit ist der Polestar 2, ATTRAKTIVER PREIS UND bietet Volvo unter dem Label «Polestar ein leistungsstarkes Fastback (Fliessheck- SCHLANKES VERTRIEBSSYSTEM Engineered» leistungssteigernde Upgra- Limousine) im skandinavischen, coolen Die Schweiz zählt zu den zehn ersten des für bestehende Volvo-Modelle an, also Design. Er ist auf der universellen CMA- Lancierungsländern und wird über eine klassisches Tuning der feinen Art. So kann Plattform (Compact Modular Architec- schlanke, kosteneffiziente Organisation beispielsweise bei einem V60 T6 durch ture) aufgebaut und weist viele Innovatio- betreut. So kann der CHF 57 900 teure diese Massnahmen die Leistung und das nen auf, wie die erstmalige Nutzung eines Polestar 2 vom Interessenten direkt über Drehmoment im vielgenutzten mittleren Android-basierten Infotainment-Systems. das Internet konfiguriert, bestellt und mit einer Anzahlung von CHF 1000 reser1 viert werden. Für weitere Informationen stehen sogenannte Spaces (Polestar-Marken-Showrooms) zur Verfügung. Die Auslieferung der ersten Polestar-2-Fahrzeuge erfolgt dann Ende 2020 bei einem Space oder direkt beim Kunden. Sollten Garantiearbeiten, Services oder Updates anstehen, so werden diese durch Polestar autorisierte Stützpunkte innerhalb des Volvo-Service-Netzes vorgenommen. 2 3 4 Dass Polestar mit seinem Konzept und dessen Umsetzung für nachhaltige Mobilität richtigliegt, zeigt die grosse Nachfrage weltweit innert kürzester Zeit und lässt den Polarstern noch stärker leuchten. 1 Cooles und praktisches Fastback-Design beim Polestar 2 Grosse Heckklappe, elegant verpackt 3 Funktionales Cockpit mit Android-basiertem Infotainment 4 Einzigartig: veganes Interieur.

Text Christoph Bleile Bilder Christoph Bleile / Werk

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neuheiten NEUHEITEN

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1 Vor den Passagieren breitet sich das aus dem normalen T-Roc bekannte Cockpit aus; es verfügt gegen Aufpreis über die vielfach konfigurierbaren TFT-Bildschirme. 2 Das kompakte SUV-Cabriolet (L/B/H 4,27/1,81/1,52 m) sieht auch bei geschlossenem Stoffdach toll aus. 3 Das Fahren im T-Roc Cabriolet bereitet viel Freude: Fahrer und Beifahrer sitzen komfortabel und mit viel Seitenhalt. Auch die Fondpassagiere haben viel Platz.

VW T-ROC CABRIOLET

OFFEN FÜR ALLES Ein SUV als Cabrio? Der Versuch, unterschiedliche Fahrzeugkonzepte unter einen Hut zu bringen, ist in der Vergangenheit immer wieder schiefgegangen. Obwohl der Grundgedanke durchaus überzeugt: Die Präferenzen der Kundschaft verlagern sich von klassischen Autos hin zum Crossover-SUV, ein Golf Cabrio gibt es nicht mehr. ­Warum nicht den erfolgreichen T-Roc als Basis für einen Cabrio-Umbau nehmen?

T

atsächlich nimmt schon der erste Eindruck der Kritik den Wind aus den Segeln: Der Cabrio-Umbau steht dem T-Roc gar nicht schlecht. Mit seinen zwei Türen, der coupéhaften Dachlinie und seinem kleinen Heckbürzel wirkt der Wolfsburger sportlich und kräftig, der hohe Aufbau wird durch breite Kotflügel und horizontale Linien gut kaschiert. Zum Öffnen das Dachs muss ein zentraler Knopf heruntergedrückt werden. Das Öffnen geht in nur 9 Sekunden vonstatten, und zwar bis zu einem Tempo von 30 km/h. Der Schliessvorgang dauert 11 Sekunden. Wir sind den T-Roc mit dem grösseren Motor gefahren, einem 150 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder, der an eine exakt geführte und leichtgängige Sechsgang-Handschaltung gekoppelt ist. Gegen Aufpreis gibt es eine Doppelkupplungs-Automatik (DSG). Als Einstiegsmodell bietet VW das T-Roc Cabriolet auch mit einem 115 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder an. Wir raten jedenfalls zum Vierzylinder: Er

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sprintet in 9,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, das ist mehr als 2 Sekunden flotter als der Dreizylinder. Die deutlich besseren Fahrleistungen korrespondieren dabei keineswegs mit einem höheren Verbrauch: Mit 5,5 Litern auf 100 Kilometer ist er praktisch identisch mit dem Konsumverhalten des Dreizylinders.

ÜBERZEUGENDER ALS ERWARTET Zum Rennwagen wird das T-Roc Cabriolet allerdings auch mit dem stärkeren Motor nicht. Kein Wunder, denn er bringt mehr als anderthalb Tonnen auf die Waage. Und so begnügt sich der Cabriofahrer mit lustvollem Gleiten, wissend, dass sich im Bedarfsfall erhebliche Leistungsreserven mobilisieren lassen. Die können auch problemlos auf die Strasse gebracht werden, denn das Fahrwerk glänzt mit straff-harmonischer Abstimmung. Wir sind das

T-Roc Cabriolet mit der optionalen Fahrwerksregelung gefahren, wobei uns der Comfort-Modus besonders gut zum Charakter des Autos zu passen scheint. Etwas enttäuscht hat uns die Materialqualität im Interieur. Während die Türverkleidungen immerhin mit aufgepolstertem Kunstleder bezogen sind, blickt das Auge direkt nach vorn auf einen Armaturenträger aus Hartplastik. Es wäre den Wolfsburgern zu wünschen, sich in dieser Hinsicht wieder auf die Ära Piëch zu besinnen, in der man Premium-Marke sein wollte. Damit würde man auch den sonstigen Qualitäten des T-Roc Cabriolet gerecht. Denn das Konzept, so viel steht nach der ersten vergnüglichen Ausfahrt fest, ist viel überzeugender, als wir ursprünglich erwartet hatten. Zumal der Einstandspreis sich in Grenzen hält: Schon bei 35 750 CHF geht es los, die 1,5-Liter-Variante kostet ab 39 900 CHF (DSG 2300 CHF). Text Matthias Knödler/mru / Bilder Werk


neuheiten

PORSCHE 911 TURBO S

NEUER KÖNIGSELFER Als Spitzenmodell der legendären Baureihe bringt Porsche den 911 Turbo S auf den Markt. Der neue 3,8-Liter-Boxermotor mit zwei Turboladern bringt es auf 650 PS (478 kW), das sind 70 PS (51 kW) mehr als beim Vorgänger.

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as maximale Drehmoment des Sechszylinders beträgt 800 Nm (plus 50 Nm). Der Sprint von null auf 100 km/h verkürzt sich mit dem Turbo-spezifischen Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe auf 2,7 Sekunden (minus 0,2), die Höchstgeschwindigkeit liegt unverändert bei 330 km/h. Dank des weiterentwickelten Allradantriebs kann das Verteilergetriebe deutlich mehr Drehmoment übertragen. Bis zu 500 Nm gelangen an die Vorderräder. Der neu geformte pneumatisch ausfahrbare Bugspoiler und der vergrösserte Heckflügel erreichen ein um 15 Prozent höheres Abtriebsniveau. Zu den neuen Ausstattungsoptionen des Allrad-Elfers gehören das Active-Suspension-Management-Sportfahrwerk mit zehn Millimeter Tieferlegung und die Sportabgasanlage mit verstellbaren Klappen. Der Boxermotor wird durch eine neue Saugstrecke beatmet. Dazu wurde die

Besonders deutlich wird der Leistungssprung beim Spurt aus dem Stand auf Tempo 200: Hier nimmt der neue 911 Turbo S seinem Vorgänger mit 8,9 Sekunden eine volle Sekunde ab.

bisherige Führung von Prozessluft und Ladeluftkühlung getauscht: Durch die charakteristischen Turbo-Lufteinlässe im Fondseitenteil strömt jetzt ein Teil der Prozessluft. Vor den nun in den hinteren Kotflügeln angeordneten Luftfiltern kommen zwei weitere Luftströme durch das

NOCH 70 PS DRAUFGELEGT Heckdeckelgitter hinzu. Damit verfügt der neue 911 Turbo S über vier Ansaugstellen mit grösserem Gesamtquerschnitt und geringerem Widerstand, was dem Wirkungsgrad des Motors zugutekommt. Zwei spiegelbildlich aufgebaute Turbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG) und grösseren Abmessungen lösen die bishe-

Die Cabrio-Version des 911 Turbo S wird für 288 500 CHF angeboten.

Der Centerscreen des Porsche-Communication-Managementsystems ist jetzt 10,9 Zoll gross. Darüber hinaus sind das GT-Sport­ lenkrad und das Sport-Chrono-Paket mit integrierter Track-App an Bord.

rigen Gleichteile ab. Zur Serienausstattung zählen die Volllederausstattung in Bi-Color und Zierleisten in Lightsilver mit Dekorblenden in Carbon. Zur Wahl steht ausserdem die neue Lederausstattung der Porsche-Exclusive-Manufaktur, die sich durch ein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel von Farben, Materialien und individuellen Veredelungen auszeichnet. Die Sitzlehnen der 18-Wege-Sportsitze sind als Hommage an den ersten 911 Turbo (Typ 930) gesteppt. Der Centerscreen des Porsche-Communication-Managementsystems ist jetzt 10,9 Zoll gross. Darüber hinaus sind das GT-Sportlenkrad und das Sport-Chrono-Paket mit integrierter Track-App an Bord. Der Porsche 911 Turbo S steht ab Mai beim Händler und kostet 271 600 CHF. Text jri/mru / Bilder Werk

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NEUHEITEN

CUPRA LEON

EIGENSTÄNDIG UND ELEKTRIFIZIERT

I

m 4. Quartal 2020 erfolgt die Markteinführung des CUPRA Leon mit effizienteren und leistungsfähigeren Antriebskonzepten. Sein Vorgänger war ein Bestseller. Weltweit verkaufte Seats Performance-­ Marke rund 44 000 Cupra Leon. «Mit der neuen Generation wollen wir nicht nur unsere Marke weiter stärken, sondern diesem Kultmodell auch eine völlig neue Identität verleihen», sagt CUPRA-Chef Wayne Griffiths. Zur sportlichen Optik gesellt sich eine hochwertige Ausstattung, unter anderem Sportschalensitze, Sportfahrwerk, schlüsselloser Zugang, Ambientebeleuchtung und als durchgängiges Leuchtband gestaltete Voll-LED-Rücklichter. Für den Antrieb wählten die Entwickler drei Benzinmotoren und einen eHybrid. Die Topmotorisierung, ein Zweiliter-TSI-Vierzylinder mit 310 PS, ist der Allradversion vorbehalten. Diese schafft den Sprint von 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden. Der auf Wirtschaftlichkeit ausgelegte eHybrid kombiniert einen 150 PS starken 1,4-Liter-TSI-Motor mit einem 115 PS starken Elektromotor. Die Systemleistung beträgt 245 PS (400 Nm). Rein elektrisch soll der Plug-in-Hybrid eine Reichweite von 60 Kilometer ermöglichen. Zudem lässt sich der CO2-Ausstoss so auf weniger als 50 g/km senken. «Mit dem Hybrid unterstreichen wir unsere Verpflichtung, die Elektrifizierung auch in das Hochleistungssegment zu bringen», erklärt CUPRA-Entwicklungschef Axel Andorff. Text mru/ww / Bilder Werk

CUPRA Leon Sportstourer.

CUPRA Leon Fünftürer.

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Sportliche Performance auch auf Schnee. Akrapovic-Sport-Abgasanlage mit vier Endrohren zieren das Heck.

CUPRA ATECA LIMITED EDITION

KRÄFTIG NACHGEWÜRZT Die spanische Performancemarke CUPRA hat seinen SUV-Bestseller Ateca einer Fitnesskur unterzogen: Die auf 1999 Exemplare beschränkte Limited Edition erfuhr eine Leistungssteigerung auf 350 PS und 440 Nm. Dazu gibt es eine schärfere Optik und ein exklusives Interieur. Das 44-Sondermodell ist ab 58 950 CHF erhältlich.

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ie Seat-Tochter CUPRA ist ambitioniert: Für die Präsentation des neuen Ateca-Flaggschiffs wählten die Spanier nicht etwa eine pulsierende Metropole, sondern Davos, die mit 1560 m ü. M. höchstgelegene Stadt Europas. Nicht zuletzt dank des Performance-Ateca konnte CUPRA im letzten Jahr seine Absatzzahlen um 71,8 Prozent auf 24 700 Fahrzeuge massiv steigern. Die in Martorell bei Barcelona angesiedelte Marke startet in diesem Jahr mit der Elektrifizierung. Gleich drei Neuheiten rollen auf die Strasse. Allesamt werden sie auch mit einem Plug-in-Hybrid-Antrieb erhältlich sein. Das SUVCoupé CUPRA Formentor wird über dem Ateca positioniert sein. Rein elektrisch angetrieben soll der Formentor bis zu 50 km schaffen. Zuerst einmal beglückt CUPRA die Anhänger sportlicher SUVs aber mit einer 350-PS-Version des Ateca. Nur 251 Exemplare rollen in die Schweiz. Mitte Februar waren bereits 100 Fahrzeuge

Exklusive 20-Zoll-Leichtmetallfelgen im Kupferlook.

verkauft. Der Schweizer Importeur lässt die Limited Edition mit der ABT-Version verschmelzen, was die Sonderserie noch exklusiver macht. Dazu zählen etwa die neuen 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, die exklusiven Kupfer-Karbonfaserelemente sowie die Akrapovic-Abgasanlage und die Brembo-Bremsen. Für die sportlichen Gangwechsel sorgt ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe. Drei Farben stehen zur Auswahl: Energy Blue (Serie), Rhodium Grey (+800 CHF) und Graphene Grey (+960 CHF). Text Markus Rutishauser / Bilder Werk


NEUHEITEN

OPEL CORSA-E

STROMER FÜR DAS VOLK Mit dem Corsa-e lanciert Opel seine Elektro-Offensive. Der bereits mehrfach ausgezeichnete Kompaktwagen sieht gut aus, bietet reichlich Reichweite (bis 337 km) und ist mit einem Basispreis von 34 990 CHF auch für Otto Normalverbraucher erschwinglich.

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ie Rüsselsheimer haben sich für die Fahrpräsentation ihre ersten Elektroautos für das Volk einen besonderen Ort ausgesucht: den EUREF-Campus (Abkürzung für Europäisches Energieforum) in Berlin-Schöneberg. Auf einer Fläche 55 000 m 2 wird ein intelligenter Stadtteil für Arbeiten, Forschen, Bilden und Wohnen entwickelt. Ein Zukunftsort, bei dem energetisch optimierte Gebäude, ein lokales «Micro Smart Grid» sowie geringe Betriebskosten durch Nutzung regenerativer Energien im Mittelpunkt der Entwicklung stehen. Neben der TU Berlin, die auf dem EUREF-Campus fünf Masterstudiengänge anbietet, haben sich renommierte Unternehmen wie Cisco Systems (Telekommunikation), Schneider Electric (Elektrotechnik) oder die Deutsche Bahn angesiedelt. Derzeit arbeiten, studieren und wohnen rund 3500 Leute in mehr als 150 Firmen, Institutionen und Startups in Fachgebieten der Energie, Mobilität und Nachhaltigkeit auf dem Campus. Dazu zählt auch inno2grid, mit der Opel und DS bei Wallboxen für Elektroautos kooperiert. Der Corsa-e ist auf der neuen Multi-Energy-Plattform aufgebaut, die auch für seine Brüder mit konventionellen Motoren genutzt wird. Er läuft im PSA-Werk in Saragossa/Spanien vom gleichen Band. Die sechste Corsa-Generation ist auf eine Länge von 4,06 m gewachsen und bietet komfortabel Platz für vier Passagiere und Gepäck. Der Stromer verbindet traditionelle Stärken mit einem CO2-freien

Ein perfektes Stadtauto: wendig, geräumig und emissionsfrei. Davon durften wir uns auf Berlins Strassen (hier beim Brandenburger Tor) selbst überzeugen.

Der Corsa-e bietet ein aufgeräumtes, ­modernes Interieur.

Betrieb. Der 50-kW-Akku (216 Zellen in 18 Modulen, Gewicht 345 kg) erlaubt im Eco-Modus eine Reichweite von bis zu 337 km nach realitätsnahem WLTP-Zyklus. An einer Schnellladestation (DC Charger) kann die Batterie in nur 30 Minuten wieder auf 80 % aufgeladen werden. Neben Eco gibt es die beiden zusätzlichen Fahrmodi Normal und Sport (höhere Fahrdynamik). Im Sport-Modus beschleunigt der Corsa-e (136 PS/260 Nm) in nur 2,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 50. Von 0 auf 100 km/h vergehen 8,1 Sekunden. Die elektronisch abgeriegelte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h. Neben Bis 2024 will Opel in Kaiserslautern in Kooperation mit TOTAL eine eigene ­B atteriefabrik bauen, die auf 500 000 ­Einheiten pro Jahr ausgelegt ist.

seiner sportlichen Performance überzeugt der Corsa-e dank seines niedrigen Schwerpunkts ebenso mit einem dynamischen Fahrverhalten. Äusserlich unterscheidet sich der Elektro-Corsa eigentlich nur durch das «e» im Logo von seinen Brüdern mit konventionellen Motoren. Auch bezüglich Komfort und Sicherheit müssen keine Kompromisse eingegangen werden. Der Corsa-e ist ein durch und durch komfortabler Kleinwagen auf der Höhe der Zeit. Ob digitales Cockpit, Ledersitze, Panorama-Glasdach, Klimaautomatik, LED-Matrix-Licht, schlüsselloses Starten oder Parkpilot – alles erhältlich. Teilweise allerdings nur gegen Aufpreis. Die Einstiegsversion des Opel Corsa-e ist in der Schweiz ab 34 990 CHF erhältlich. Wir haben ihn uns mit einigen Ausstattungsfeatures, auf die man im Normalfall nicht verzichten will, konfiguriert. Realistisch scheint uns deshalb ein Preis von rund 39 000 CHF. Text Markus Rutishauser / Bilder mru/Werk

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NEUHEITEN

ŠKODA OCTAVIA

MEHR PLATZ UND KOMFORT Škoda bringt die vierte Generation des Octavia auf den Markt. Neben effizienten Benzin-, Diesel- und Erdgas-Motoren ­stehen auch Hybrid-­ Antriebe zur Auswahl.

M

it einer Länge von 4,69 Metern wird der Bestseller der Marke 2,2 Zentimeter länger. In der Breite legt das Modell auf 1,83 Meter zu. Damit wächst der grösste Kofferraum im Segment auf 640 bis maximal 1700 Liter. Sämtliche Scheinwerfer und Leuchten sind in LED-Technik ausgeführt. Im umgestalteten Innenraum finden sich ein neues Zwei-Speichen-Lenkrad sowie eine neu konzipierte Instrumententafel in verschiedenen Ebenen und mit einem grossen, freistehenden Zentraldisplay. Erstmals wird es optional zertifizierte Ergonomiesitze, ein Head-up-Display und 1

Volldigitalisiertes Armaturenbrett.

eine Drei-Zonen-Klimaautomatik geben. Der Octavia nutzt als erster Škoda die Shift-by-Wire-Technologie für die Bedienung des Doppelkupplungsgetriebes.

4. GENERATION DES BESTSELLERS Sie überträgt die Fahrstufenauswahl des Fahrers elektronisch an das Getriebe. Den Wählhebel ersetzt in der Mittelkonsole ein neues Bedienmodul mit einer kleinen Wippe für die Auswahl der Fahrstufen sowie 2

3

1 Auf Wunsch sind besonders rückenfreundliche Ergo-Sitze erhältlich. 2 Das Direktschaltgetriebe mit Shift-by-Wire-Technologie überträgt die Stufenwahl des Fahrers elektronisch an das Getriebe. 3 Das meistverkaufte Auto der Schweiz der letzten drei Jahre ist ab sofort ausschliesslich als Combi bestellbar.

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einer Taste für den Parkmodus. Die Motorenpalette umfasst neun verschiedene Antriebe vom 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 110 PS (81 kW) über einen 2,0-Liter-Diesel in zwei Leistungsstufen bis hin zum Plug-in-Hybrid RS iV mit 245 PS (180 kW) Systemleistung. Mit dabei sind auch zwei Mildhybride mit elektrischer Boostund Segelfunktion sowie eine CNG/Erdgas-Variante namens E-TEC. Die Sicherheitssysteme werden um Ausweich- und Abbiegeassistent, Ausstiegswarner und lokale Gefahrenwarnung erweitert. Das Area-View-System, der Spurwechsel- und adaptive Spurhalteassistent sowie der vorausschauende adaptive Abstandsassistent bilden zusammen mit der verbesserten Verkehrszeichenerkennung und dem Stauassistenten den «Travel Assist». Für den Octavia werden vier Infotainmentsysteme mit Bildschirmdiagonalen von 8,25 bis 10 Zoll angeboten. Sie lassen sich teilweise per Gesten- oder Sprachsteuerung über Škodas Digitalassistentin LAURA betätigen. Über eine integrierte SIM-Karte ist das Fahrzeug immer online. Neu im Reigen der «Simply Clever»Ideen ist der Komforteinfüllstutzen, der bei Dieselfahrzeugen das Nachtanken von AdBlue auch mit Lkw-Zapfpistolen ermöglicht. Ebenfalls Premiere haben zwei Ablagetaschen für Smartphones an den Rückenlehnen der Vordersitze sowie das optionale «Schlafpaket» für den Combi. Der Basispreis für die bereits bestellbaren Modelle beginnt (nach Abzug Clever-Bonus von 2000 CHF) bei 28 940 CHF für den 1.5 TSI mit 150 PS und 6-Gang-Handschaltung. Das vorläufige Topmodell 2.0 TDI Style mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (Mixverbrauch 5,4 l/100 km) kostet ab 36 840 CHF. Zur Markteinführung am 23. April 2020 ist der Octavia mit dem neuen 150 PS starken 1,5-Liter-TSI-Benziner mit Zylinderabschaltung sowie mit zwei neuen effizienten 2,0-Turbodiesel-Aggregaten (115 oder 150 PS) verfügbar. Die Plug-in-Hybrid- und Mild-Hybrid-Versionen sowie der G-TEC (Erdgas) und die Allradversionen folgen später. Text Markus Rutishauser/jri / Bilder mru/Werk


NEUHEITEN

Der neue VW Caddy als chicker Lifestyler oder als moderner Kleintransporter.

VW CADDY

ALLES NEU BEIM CADDY VW hat seinen Caddy in die digitale Neuzeit überführt. Die fünfte Generation wurde von Grund auf neu entwickelt und setzt Massstäbe im Segment.

B

isher war der Caddy dank seinem üppigen Raumangebot primär als Nutzfahrzeug gefragt. Mit der wie der Golf auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) basierenden fünften Auflage des Hochdachkombis gehen die Wolfsburger neue Wege und nehmen eine weitere wichtige Zielgruppe ins Visier: aktive Familien und Sportler, die ein modernes wie praktisches Auto für Freizeit und Alltag brauchen. Aus einem eher biederen Kleintransporter ist deshalb ein Lifestyle-Fahrzeug mit ansprechender Optik, modernster Technik, umfangreichen Fahrassistenzsystemen und noch vielfältigerem Nutzen geworden. Das stattliche Ladevolumen beträgt bis zu 3,3 Kubikmeter im Caddy und 4,0 Kubikmeter im um 35 cm gestreckten Caddy Max. Die Aussenmasse des Standard-Caddy sind bei Länge (4,50 m) und Breite (1,86 m) leicht gewachsen, dafür baut der Neue mit 1,80 m niedriger als sein Vorgänger. Sehr praktisch sind die beiden seitlichen Schiebetüren, wo jetzt auch eine Euro-Palette längst hineingefahren werden kann. Hinten passt eine solche quer hinein.

stehen 19 Assistenzsysteme im Einsatz. So der «Travel Assist», der den Spurhalteassistenten mit dem Abstandstempomaten kombiniert. Ebenfalls an Bord ist optional das MIB 3, das neben Informationen in Echtzeit auch den Konnektivitätsdienst «Volkswagen We» beinhaltet. Dazu gibt es optional einen Trail Assist, der das Rangieren mit dem Anhänger vereinfacht. Auf Wunsch gibt es einen voll digitalen Tacho Angeboten wird der VW Caddy 5 in und Infotainmentsysteme in den Formaten den drei Versionen Cargo, Kombi und Van 6,5 und 10 Zoll. mit bis zu sieben Sitzen. Der Cargo ist dabei klar als Nutzfahrzeug bzw. TransporIm Innenraum wird der Caddy nun ter ausgelegt. Bei den Antrieben setzen die vielmehr als Personenwagen denn als Nutz- Wolfsburger vorerst auf drei Dieselmotofahrzeug wahrgenommen. Auf Wunsch ren mit einem Leistungsspektrum von 75 gibt es sogar einen volldigitalen Tacho und bis 122 PS und einem Abgasreinigungssystem der neuesten Generation. Der Topdiesel kann mit einem 7-Gang-DSG und dem Allradantrieb 4Motion gekoppelt werden. SETZT MASSSTÄBE Hinzukommt zeitnah ein 116 PS starker Turbobenziner und ein aufgeladener ErdIM SEGMENT gasmotor auf gleichem Leistungsniveau. ein Infotainmentsystem in den Formaten Die Preise standen bei Redaktionsschluss 6,5 und 10 Zoll. Je nach Ausstattung lässt noch nicht fest. sich der Caddy 5 bis zum komfortablen Crossover umkonfigurieren. Auch das teil­ Text Markus Rutishauser / Bilder Werk autonome Fahren hält Einzug: Insgesamt

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neuheiten

MAXUS EV80

CHINA SPRINGT IN DIE BRESCHE Maxus ist die LieferwagenMarke des grossen chinesischen Automobilkonzerns SAIC Motor. Mit dem EV80 ist Maxus im Herbst 2019 auch in der Schweiz ­gestartet.

A

uf neue Player im gesättigten, europäischen Markt hat niemand gewartet, ausser sie hätten etwas wirklich Spezielles zu bieten. Das tut die Shanghai Automotive Industry Corporation SAIC, indem sie mit Maxus und dem EV80 auf den praktisch noch brachliegenden Markt der grossen, elektrischen Lieferwagen vorstösst. Der EV80 wird seit letztem Herbst durch die Maxomotive Schweiz AG importiert, die ein Unternehmen der belgischen AlcopaGruppe ist und bereits SsangYong aus Südkorea vertreibt. Der EV80 spielt in der Liga von Fiat Ducato und Mercedes Sprinter. Er ist als 1

Kastenwagen (5,7 m lang, 2,52 m hoch) sowie als Chassis-Cab im Angebot. Der neunplätzige Minibus ist ein Umbau eines Kastenwagens, den für die Schweiz die Firma Warpel in Düdingen FR vornimmt. Mit 92-kW-Elektromotor (125 PS) und 56-kWh-Batterie fährt der Wagen 154 km (WLTP) weit (NEFZ 192 km). Preislich hatte der EV80 mächtig für Bewegung gesorgt. Die westeuropäische Konkurrenz veranlasste umgehend Preisreduktionen, worauf auch Maxus reagierte und seinen Preis nochmals um 10 000 CHF senkte. So kostet der EV80 als Kastenwagen jetzt ab 54 900 CHF (ohne MwSt.) und

25 STANDORTE BIS ENDE 2020 liegt 5000 bis 15 000 CHF unter besagter Konkurrenz, ohne Abstriche bei Reichweite und Komfortausstattung. Während es bei den kleineren Lieferwagen bereits diverse Elektrovans gibt, beschränkte sich das Angebot bei den 3,5-Tönnern bislang auf den Renault Mas-

ter Z.E. und auf das Duo MAN eTGE/VW e-Crafter. Angekündigt sind E-Versionen von Mercedes Sprinter, Iveco Daily und aus dem PSA-Konzern, doch das geringe, real erhältliche Angebot öffnet jene Türe, welche es Maxus ermöglicht, in der Schweiz Fuss zu fassen. Die Lieferfristen betragen zwei Wochen, wenn eine Bestellung aus dem Maxus-Lager in Antwerpen bedient werden kann. Eine Lieferung aus China dauert hingegen vier Monate. Auf der Li­ thium-Ionen-Phosphate-Batterie wird acht Jahre/100 000 km Garantie gewährt und 5 Jahre/100 000 km aufs Fahrzeug selber. Der Aufbau der unabdingbaren Händlerund Service-Struktur ist in vollem Gange. Gemäss Nicole Sahlmann, General Manager von Maxomotive Schweiz, dürften die ersten 15 Standorte bis Ende Jahr auf 25 ausgebaut sein, inklusive der Westschweiz. Der EV80 ist übrigens nur ein erster Schritt. Gegen Mitte dieses Jahres ist mit dem eDelivery3 zu rechnen, der kompakter ­gebaut ist und gegen e-Vito und e-NV200 antritt. Im Herbst folgt der eDelivery9, welcher den EV80 ablösen soll. Text und Bilder Martin Schatzmann

3

2

1 Noch dauert die Schnellladung beim EV80 zwei Stunden, die bereits angekündigten zusätzlichen Modelle werden in 45 Minuten ladbar sein. 2 Bequemes, dreisitziges Cockpit; der zentrale Bildschirm dient auch der Rückfahrkamera. 3 Der 5,70 m lange Maxus EV80 ist ein Lieferwagen für die letzte Meile, mit 154 km Reichweite, maximal 910 kg Zuladung und bis zu 11,5 m3 Transportvolumen.

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RÜCKSPIEGEL

WER HAT’S ERFUNDEN? Der zunehmende ­Verkehr verlangte vor 100 Jahren nach Regeln. Primär aus Gründen der Verkehrssicherheit, aber auch zur Information der Autofahrer tauchten die ersten Verkehrsschilder auf. Wer hat diese erfunden? Natürlich der ACS.

K

ürzlich erhielt ich Post mit ein paar Bildern. Ich wurde gefragt, ob die früheren, aus Beton hergestellten Schilder mit der Angabe des Urhebers A.C.S. wohl noch stehen würden. Das Bild vom Julier muss aus den 50er Jahren stammen, das Schild selber ist aber wesentlich älter. Vielleicht steht da oder dort noch ein solches Exemplar. Die meisten dürften aber durch wesentlich modernere, blaue Schilder ersetzt worden sein. Diese Anfrage gab mir den Anstoss, noch weiter zurückzuschauen. In der Jubiläumsschrift «25 Jahre Automobil Club der Schweiz» von 1923 fand ich folgende Angaben: Als Geburtsjahr des modernen Automobils mit Verbrennungsmotor gilt das Jahr 1886. Im Jahr 1900 wurden in den 14 grössten Städten der Schweiz genau 176 Motorwagen gezählt. Die Motorisierung entwickelte sich schnell (siehe Tabelle). Im «Offiziellen Automobil-Führer der Schweiz», herausgegeben 1927 vom ACS, sind die «Spezialtafeln» und «Warnungstafeln» abgebildet. Offensichtlich hat der ACS viele von diesen Schildern bezahlt und auf-

Der Autor Bernhard Taeschler ist ACS Ehren­mitglied und passionierter Sammler von ACS ­A rtikeln. Für den Erhalt von mobilem Kulturgut setzt er sich als Präsident des Dachverbandes der «Swiss Historic Vehicle Federation» ein. www.shvf.ch

Jahr

Zugelassene PWs

ACS Mitglieder

1910

 2276

1200

1912

 4665

1700

1916

 5862

2170

1918

 6542

2200

1920

11 483

3230

1922

16 700

4200

gebaut. Jedenfalls sind diese oft mit A.C.S. signiert. Verglichen mit dem heutigen «Schil­ derwald» gab es nur sehr wenige Schilder, welche meistens auf Gefahren aufmerksam machten oder den Automobilisten den richtigen Weg zeigten. Auffallend ist, dass es noch keine runden Verbotsschilder gab! Die erlaubte Geschwindigkeit wurde punktuell ebenfalls auf Hinweisschildern angegeben. Diese trugen ein Kantonswappen und waren folglich amtlich. Die «Verordnung betreffend den Motorwagenverkehr in der Schweiz» galt 1909

erst auf dem Gebiete der Konkordatskantone, zu denen Graubünden, Thurgau und Uri noch nicht gehörten. In dieser Verordnung mit 16 Artikeln steht in Artikel 9: «Der Führer eines Motorwagens soll beständig seine Fahrgeschwindigkeit beherrschen und hat den Gang jedes Mal zu verlangsamen oder gar anzuhalten, wenn das Fahrzeug Anlass zu einem Unfall oder zu einem Verkehrshemmnis bieten könnte, sowie auch, wenn Reit-, Zug- oder Lasttiere oder Viehherden Scheu zeigen.» Die Höchstgeschwindigkeit in Städten, Dörfern und Weilern sowie auf Passstrassen war limitiert auf 10 km/h. Und die maximale Höchstgeschwindigkeit war «selbst in flachem Lande» auf 30 km/h angesetzt. In den Fahrzeugen waren keine Instru­ mente vorgeschrieben, die Geschwindigkeit musste man spüren. Hingegen waren in Art. 6 eine Hupe «mit tiefem Ton» und in Art. 7 zwei unabhängige Bremsen, die den Wagen bei jeder Geschwindigkeit anzuhalten vermögen, vorgeschrieben. Schliesslich brauchte es gemäss Art. 8 vorne zwei Laternen, eine mit weissem und eine mit grünem Licht, und hinten eine Laterne mit rotem Licht. Und mit diesen drei Artikeln waren die Ausrüstungsvorschriften bereits vollständig beschrieben! Mit dem zunehmenden Verkehr wurden die Signalisations- und Ausrüstungsvorschriften laufend angepasst, was zur heute bekannten Gesetzesflut führte! Und wir werden es erleben, dass der ganze Schilderwald abgeräumt werden kann, weil alle Fahrzeuge über GPS-gesteuerte Navigationsgeräte verfügen werden, die den Weg auch ohne Schilder finden und die vorgeschriebene Geschwindigkeit automatisch einhalten. Text Bernhard Taeschler / Bild zVg

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Geniessen mit der ACS Reisen AG

Salzburger Festspiele E x k l u s i v e Ku l tu r r e i s e S a l z b u r g 0 5 . 0 8 . - 0 8 . 0 8 . 2 0 2 0 . Anna Netrebko als Tosca, Don Giovanni mit Teodor Currentzis und die Wiener Philharmoniker unter Andris Nelsons garantieren musikalische Sternstunden.

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IN KÜRZE TOM’S KOLUMNE

DAS BACKUP IN DER KRISE – RÜCKHALT UND PLANUNG IN EINER ZEIT DER UNSICHERHEIT

W

ährend der letzten Wochen breitete sich das globale Chaos aus – auch die MotoGP bleibt davon nicht verschont. Nachdem das erste Moto2-Rennen der Saison 2020 zwar stattgefunden hatte, wurden alle folgenden Rennen in Thailand, Amerika und Argentinien verschoben. Der nächste Fixpunkt aktuell: das Rennen in Jerez. Auch für Tom Lüthi eine Zeit voller Unsicherheit, in der Rückhalt und Struktur umso wichtiger sind. Tom Lüthi: «Als wir in Qatar getestet haben, hat noch niemand dieses Ausmass auch nur im Geringsten erwartet. Als das MotoGP-Rennen abgesagt wurde, kam zwar Unsicherheit auf, die Stimmung war seltsam. Als wir aber zurück in der Schweiz waren und fast im Stundentakt neue Nachrichten zu Verschiebungen der Rennen eintrafen, wurde mir das Ausmass erst richtig bewusst. Noch zwei Wochen zuvor hatten wir uns auf den Saisonstart gefreut und wir waren mehr als bereit, in der WM anzugreifen. Als dann plötzlich alles über den Haufen geworfen wurde, wir keine Ahnung mehr hatten, ob und wann es weitergeht, stand ich schon kurz vor einem ziemlichen Loch. Der Fokus und die Vorfreude verschwanden von jetzt auf gleich und ich hatte kaum noch etwas, woran ich mich halten konnte. Gerade in diesem Moment war es extrem wichtig, dass ich meine Trainer, Coaches und mein Team um mich herum hatte, die mir halfen, wieder einen Weg zu finden und die Zeit zu überbrücken, bis wir wussten, wie es etwa weitergehen könnte. Gemeinsam mit meinem Trainer arbeitete ich relativ schnell einen neuen Plan aus. Somit geht das Training für mich vorerst weiter, als wäre es eben eine verlängerte Winterpause. Wie es aber genau weitergeht, weiss im Moment wohl niemand – schlussendlich ist jeder derselben Ohnmacht ausgeliefert. Genau deshalb, weil eben jeder genauso mit seiner eigenen Situation zu kämpfen hat, bin ich unglaublich dankbar, dass all meine Partner, Sponsoren und wie mein Team auch jetzt hinter mir stehen und mich zu 100% unterstützen. In den nächsten Wochen werden wir den Fokus nun vor allem darauf setzen, möglichst viel Substanz aufzubauen für die Zeit, in der die Rennen wieder losgehen. Denn wenn die MotoGP das ganze Programm wie geplant umsetzt, wird die Zeit ab dem Sommer, nach dem eigentlich zweiten Saisonstart, extrem intensiv und anstrengend. Aber das nehmen wir wohl alle gerne in Kauf, wenn wir dafür wieder in die Normalität und in den Rennalltag zurückkehren können. All meinen Partnern, Sponsoren und Fans wünsche ich nur das Beste für diese schwierige Zeit – bleibt gesund!

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Ihr Tom Lüthi ACS Botschafter

ACS Mitglieder können im Fanshop auf der Website von Tom Lüthi Fanartikel des Motorradstars zu Vorzugskonditionen beziehen. Sie profitieren bei den Produkten von einer Reduktion von 15 %. Viel Spass beim Shoppen! www.tomluethi-shop.ch Um von dieser Reduktion profitieren zu können, fordern Sie den entsprechenden Rabatt-Code bei uns an: Telefon +41 31 328 31 11 oder E-Mail: info@acs.ch

LEXUS

LC 500 ÖFFNET SICH Das Frischluft-Flaggschiff der Marke kommt im Sommer auf den Markt. Unter der Haube arbeitet der aus dem Coupé bekannte 5,0-Liter-V8-Motor. Das Verdeck des 4,76 Meter langen Cabriolets öffnet und schliesst in 15 bzw. 16 Sekunden. Das kann auch während der Fahrt bei bis zu 50 km/h erfolgen. Das Audiosystem passt die Akustik automatisch an, wenn das Dach geöffnet oder geschlossen wird. Ebenso berücksichtigen Klimaanlage, Sitz-, Nackenund Lenkradheizung automatisch, ob der LC 500 offen gefahren wird oder nicht. Der erwartete Preis: mindestens 130 000 CHF.

FIAT

500 FÄHRT ELEKTRISCH Beim Fiat 500 wird es etwas kompliziert: Neben dem bisher bekannten Modell, das gerade erst als Hybrid vorgestellt wurde, gibt es künftig auch eine reine Elektroversion. Sie sieht dem bisherigen Modell zum Verwechseln ähnlich, steht aber auf einer neuen und etwas grösseren Plattform. Es handelt sich um das erste Elektroauto im Fiat-Chrysler-Konzern. Die Lithium-Ionen-Batterien haben eine Kapazität von 42 kWh. Die Reichweite nach WLTP beträgt bis 320 Kilometer. Der Elektroantrieb hat eine Leistung von 118 PS (87 kW). Damit beschleunigt der Kleinstwagen in 3,1 Sekunden von null auf 50 km/h, Tempo 100 wird nach 9,0 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h begrenzt. Der erwartete Preis: ab rund 35 000 CHF. Text jri / Bild Werk

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CLASSIC

Extra-Klasse: ROFGO zeigte 26 Modelle aus der Gulf Heritage Collection.

RETRO CLASSICS 2020

MEKKA FÜR FAHRKULTUR 4000 historische Fahrzeuge auf 140 000 m2 Ausstellfläche, erstklassige Sonderschauen und Rahmenprogramme sowie eine riesige Verkaufsbörse prägen die RETRO CLASSICS in Stuttgart zur weltgrössten Messe ihrer Art.

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angiert vom in Europa angelangten Coronavirus, verzeichnete die 20ste Ausgabe der RETRO CLASSICS auf der Messe Stuttgart einen Besucherrückgang, machte dies jedoch wett mit hoher Kaufkraft der Besucher und bester Stimmung. Darunter waren viele Schweizer, die mit 25 % den höchsten Anteil ausländischer Besucher aufwiesen. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Sonderschau «In Vergessenheit geratene Schweizer Motorräder». Bei den rund 60 000 Besuchern stiessen die US-Cars, die Neo Classics sowie das Messe-Highlight, die einzigartige ROFGO

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Ohne Boxermotoren läuft nichts in Stuttgart.


Classic

Gulf Heritage Collection, auf besonders grosses Interesse. ROFGO bezieht sich auf deren Besitzer und Rennsportfan Roald F. Goethe, der mehr als die Hälfte seiner legendären orange-hellblauen Ikonen nach Stuttgart brachte. Im Mittelpunkt stand der Porsche 917 K, der vom Schweizer «Stumpen-Herbie» Herbert Müller und Richard Attwood im Jahre 1970 in Le Mans auf den zweiten Rang pilotiert wurde. Flankiert wurde der 917er von einem legendären Ford GT 40 und einem Porsche 908/3 – eine kompakte und wendige Spyder-Version, wie sie von Jo Siffert und Brian Redman bei ihrem Sieg 1970 an der Targa Florio in Sizilien gefahren wurde. SONDERSCHAU AVION-VOISIN Einen spannenden Gegenpol zu den Gulf-Rennboliden bildete die Sonderschau über die französische Vorkriegsmarke Avion-Voisin. Das 1906 vom Konstrukteur Gabriel Voisin gegründete Unternehmen begann mit dem Bau von Flugzeugen für den zivilen wie militärischen Bereich. Nach dem Ersten Weltkrieg konzentrierte sich Avion-Voisin auf die Herstellung von Automobilen in unterschiedlichen Konfigurationen, Ausprägungen und Antrieben. Diese Vielfalt an Modellen war vielleicht massge-

bend, dass Avion-Voisin eine Nischenmarke blieb. Kam dazu, dass Gabriel Voisin wohl ein ­kreativ visionärer Konstrukteur war, jedoch kein guter Vermarkter. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion 1939 eingestellt. Immerhin standen 16 interessante Voisin-Wagen in Stuttgart. Ein bemerkenswerter Erfolg, haben doch nur wenige Voisin-Automobile die letzten Jahrzehnte überlebt.

Jensen Interceptor MK III Cabrio, 1976, ­angeboten an der Classicbid-Auktion.

Jet auf breiten Walzen: Tourenwagen ­Mercedes 450 SLC AMG Mampe, 1978.

Reger Bazarbetrieb auf den Verkaufsflächen.

KAUFEN, VERKAUFEN UND CLUBLEBEN Es wurde nicht nur geschaut und gestaunt, sondern auch rege gekauft und verkauft. Da kam die zusätzliche Verkaufsfläche in Halle 8 sehr gelegen. Und wer beim Kaufen den Nervenkitzel liebt, kam bei der Classicbid-Auktion auf seine Kosten. Ebenso rege wurde der Austausch unter den zahlreich anwesenden Marken-Clubs gehegt und gepflegt. Zahlreiche unverkäufliche Bijous und reizvolle Raritäten wurden in diesem Sektor präsentiert, der für die Messe ein wichtiges Rückgrat bildet. Erstmals an der RETRO CLASSICS war die Gemeinschaft der deutschen Mercedes-Benz Markenclubs, die über 30 000 Mitglieder in ihren zwanzig anerkannten Clubs umfassen. Auf knapp 2000 m2 wurden mit 40 Fahrzeugen und über 200 Modellautos die Geschichte des automobilen Sterns eindrucksvoll präsentiert. Insgesamt überzeugt die RETRO CLASSICS mit einem facettenreichen Spektrum über alle Themen der Fahrkultur. Seit Jahren begeistert sie die Oldtimerfans und offeriert eine ideale Plattform für den Fachhandel. Ein sehr lohnenswerter Week­ endabstecher, der sich mit dem Besuch der grandiosen Museen von Mercedes und Porsche noch toppen lässt. Nächste Gelegenheit dazu bietet sich am 18.–21. März 2021 auf dem G ­ elände der Messe Stuttgart. Text Christoph Bleile / Bilder zVg

Vom Flugzeugbau inspirierter Avion-Voisin C25 Aerodyne, 1934.

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SPECIAL AUTOBEST-GALA 2020

OPEL CORSA TRIUMPHIERT Die sechste Generation des Opel Corsa war der grosse Sieger der 19. Ausgabe der AUTOBEST-Gala in Mainz. Er gewann die wichtigste Kategorie «Best Buy Car of Europe in 2020».

Der AUTOBEST-Vorsitzende Dan Vardie (links) führte zusammen mit der Fernsehmoderatorin Liv von Boetticher (RTL, n-tv) durch die Gala.

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ährend der Mainzer Mitglied in die «MANBEST Hall of Fame» «Es ist mir eine ganz besondere Ehre, nach Gala wurden mehrere für die weltweit besten Führungskräfte in Wolfgang Porsche und Ratan Tata, zwei herausragende Persönlichkeiten der globalen neue Initiativen des der Automobilindustrie aufgenommen. Autoindustrie, in diesen exklusiven Kreis AUTOBEST-Universums aufgenommen zu werden», freute sich der vorgestellt. Der AUTOBEST-Wohltätig- AUF TATA FOLGT TODT Ein mit Spannung erwarteter Moment 74-jährige Franzose. Besonders inspiriert keitsfonds hat das Ziel, junge Talente, die sich für Autos und Mobilität begeistern, der AUTOBEST-Gala in Mainz war die Auf- habe ihn auch die Gelegenheit, im Vorfeld auszuwählen und zu unterstützen, damit nahme von Jean Todt, dem FIA-Präsidenten der Gala mit den Mitgliedern der AUTOsich diese auf höchstem Niveau ausbilden und UNO-Sondergesandten für Verkehrssi- BEST-Jury zu diskutieren. «Es war ein interlassen können. «Wir werden den besten cherheit, in die «AUTOBEST Hall of Fame». essanter Dialog. Wir haben über Motorsport, aber auch über die Verkehrssicherheit und Talenten helfen, dieses wunderbare Meden Klimawandel gesprochen.» Dabei habe tier zu vertiefen», sagte Dan Vardie, Grüner grosse Einigkeit gespürt, dass nicht toder und Vorsitzender. AUTOBEST wird leriert werden könne, dass im letzten Jahr deshalb mit der School of Media and Perweltweit 1,4 Millionen Menschen auf den forming Arts der Universität Coventry/GB Strassen starben und 15 Millionen Persozusammenarbeiten. nen verletzt wurden und teilweise mit einer Behinderung weiterleben müssen. «Lassen ZWEI AWARDS FÜR DEN OPEL-CHEF Sie mich diesen Award deshalb denjenigen Die begehrte Auszeichnung «AUTOwidmen, die ihr Leben auf den Strassen verBEST – Best Buy Car of Europe» ging in loren haben. Und lassen Sie uns alle dafür diesem Jahr an den neuen Opel Corsa. «Der eintreten, die Strassen sicherer und besser neue Corsa ist mehr als nur ein weiterer zu machen», schloss Todt seine Dankesrede. Opel – er ist verdammt gut und aufregend», freute sich Opel-Chef Michael Lohscheller. AUFSTREBENDER AUTOHERSTELLER Es ist die dritte Corsa-Generation in Folge, FIA-Präsident Jean Todt (links) freute sich An Hans Oscarsson, CEO von Geely die diese begehrte Auszeichnung erhält. über die Aufnahme in den exklusiven Kreis Swedish Holdings, wurde der COMPANY Der Opel-Chef wurde zudem als neuestes der AUTOBEST Hall of Fame.

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Special

Zero› zu liefern. Vielen Dank im Namen der Menschen bei Jaguar Land Rover für diese wertvolle Auszeichnung. Ein kleines Team, mit sehr kreativen Ingenieuren und sehr kreativen Menschen.»

Opel-Chef Michael Lohscheller (links) durfte zwei Awards in Empfang nehmen: Als erfolgreicher Markenchef (Manbest) und für den neuen Opel Corsa (Best Buy Car of Europe).

BEST Award überreicht: «Es ist eine Ehre für mich, diese Auszeichnung im Namen unseres Gründers und Vorsitzenden Li Shufu und auch für die Mitarbeiter entgegenzunehmen.» Geely will für intelligente Technologien, hervorragende Qualität und Fahrbarkeit stehen – immer offen für bessere Lösungen. «Diese Auszeichnung gibt uns die Kraft, die Brücke zwischen Europa und China weiterzubauen und einen globalen Erfolg für die Autoindustrie zu entwickeln.» MEHR FÜR SICHERHEIT TUN Prof. Sir Ralf Speth, CEO von Jaguar Land Rover, sprach beim Empfang der SAFE­TYBEST-Trophäe die Herausforderungen der E-Mobilität an: «Die Probleme in der E-Mobilität sind so tief, so schwierig, so herausfordernd. Aber sie geben uns in der Automobilindustrie die Chance, voranzukommen, zu revolutionieren. Ich bin überzeugt, dass wir auch noch mehr für die Sicherheit tun müssen. Bei Jaguar Land Rover nennen wir es ‹Destination Zero›. Und wir haben in der Firma ein klares Ziel, ‹Destination

Bruder Florian Lauda (links) nahm den posthum an die am 20. Mai 2019 verstorbene Motorsport-Legende Niki Lauda verliehenen SPORTBEST-Award entgegen.

DOPPELT GRUND ZUM FEIERN Yasuhiro Aoyama, Präsident von Maz­ da Europe, bedankte sich für den Preis TECHNOBEST: «Es ist toll, dass wir diesen Preis im Jahr unseres 100. Geburtstags in Empfang nehmen dürfen. Ich denke, es ist verdient, weil unsere Skyactiv-X-Technologie die weltweit erste Ausführung der Kompression und Zündung im Benzinmotor ist.» BEGNADETER WELTBÜRGER In die «Hall of Fame für Autodesigner» aufgenommen wurde der Belgier Luc Donckerwolke, Chief Design Officer und Executive Vice President der Hyundai KIA Motor Group. Der 55-Jährige hinterliess zuvor auch schon bei Peugeot, Audi, Skoda, Lamborghini, Seat und Bentley seine Fussabdrücke. «Ich fühle mich geehrt. Ich bin ein belgischer Weltbürger, der in Peru geboren und in Afrika aufgewachsen ist. Bis zu meinem 18. Lebensjahr habe ich in zehn Ländern gelebt, immer umgeben von schöner und inspirierender Natur. Von meiner Kindheit an habe ich mich dabei für Autos interessiert. Daran hat sich bis heute nichts geändert, nur die Grösse meiner Spielzeuge. Ich hatte in der Vergangenheit das Privileg, mit den schönsten Spielzeugen der besten Marken zu spielen – entschuldigen Sie, zu entwerfen. Und tolle Herausforderungen wie das Entwerfen neuer Modelle für Hyundai, Kia und Genesis anzunehmen. Korea ist das 19. Land, in dem ich gelebt habe. Es war eine aufregende und fantastische Reise. Design ist Teamarbeit. Oder sogar Familienarbeit, denn mein Designteam auf der ganzen Welt ist meine Familie. Im Namen meiner weltweiten Familie nehme ich heute diesen Award gerne an.» LEUCHTTURM VON VOLKSWAGEN Um die wichtigste europäische Auszeichnung für grüne Technologien und beste Elektrofahrzeuge entgegenzunehmen, betrat Michael Bäcker, Leiter der Produktlinie VW E-Mobility, die Bühne: «Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung. Als Leiter des ID.3-Fahrzeugprojekts und vieler weiterer zukünftiger Projekte bin ich stolz darauf, im Namen von Volkswagen die ECOBEST-Auszeichnung für den ID.3,

Der belgische Designer Luc Donckerwolke (links) hinterliess schon bei ganz vielen Automobilmarken herausragende Fussabdrücke.

unseren Leuchtturm der Zukunft, entgegenzunehmen. Wir bei Volkswagen sind überzeugt, dass die Zukunft der Mobilität elektrisch ist! Es ist klar, dass wir, um die globale Erwärmung stoppen zu können, unter anderem den Verkehr CO2-frei machen müssen.» Die Elektromobilität sei die effizienteste Technologie, um dies zu erreichen. NIKI LAUDA POSTHUM GEEHRT Zum ersten Mal in ihrer Geschichte entschied die Jury, die Auszeichnung «SPORTBEST» posthum Niki Lauda, einer der Legenden des Motorsports, zuzuschreiben. Sein Bruder Florian Lauda war bei der Gala anwesend und sagte: «Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um den Organisatoren dieser fantastischen Veranstaltung und den Mitgliedern der AUTOBEST-Jury zu danken. Es ist mir eine grosse Ehre, diesen Preis im Namen meines Bruders Niki entgegenzunehmen!» Martin Preusker von der Skoda-Pressestelle erhielt den SMARTBEST-Award für die neue Sprachassistentin LAURA überreicht. Zum Abschluss des rund zweistündigen Events in Mainz kündigte der AUTOBEST-Vorsitzende Dan Vardie an, dass die Gala zum 20-Jahr-Jubiläum im Jahr 2021 in Frankreich stattfinden wird. Text ab/mru / Bilder zVg

Die AUTOBEST-Jury vereinigt 31 Automobil-Fachjournalisten aus allen europäischen Ländern sowie aus Russland, der Türkei und der Ukraine. Das Credo der Jurymitglieder ist es, die Verbraucher unabhängig und kompetent über die Entwicklungen in allen relevanten Bereichen des Automobils zu informieren. Die Schweiz wird dabei seit 2018 durch ACS AUTO-Chefredaktor Markus Rutishauser vertreten.

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VERKEHRSSICHERHEIT

NEUE ONLINE-PLATTFORM FÜR THEORIEQUIZ

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eit mehreren Jahren bietet der ACS mit seinen Kampagnen «Routinier – Fahren mit Weitblick» und «Routinier 70plus» interessierten Fahrzeuglenkenden eine Möglichkeit, die eigenen Theoriekenntnisse im Internet auf einfache Art und Weise aufzufrischen. Dies in Zusammenarbeit mit der Firma CTM Alder AG in Solothurn, welche sich auf das Gebiet der Fahrausbildung spezialisiert hat. Neu im Angebot von CTM Alder AG steht jetzt die Online-Plattform routinier24.ch. Sie bietet denn auch mehr als nur die Theoriefragen.

aktualisieren. Und schliesslich kann sicheres und umweltbewusstes Autofahren trainiert werden. Die Plattform gibt es in drei Sprachen (Deutsch, Französisch und Italienisch) und kann auf allen gängigen digitalen Geräten genutzt werden. Im Fokus stehen drei Anspruchsgruppen: Neulenkende, beruflich bedingte Vielfahrende sowie Seniorinnen und Senioren.

ROUTINIER24.CH ERKLÄRT Die neue Online-Plattform bietet Auffrischungsangebote für erfahrene Verkehrsteilnehmende. So lassen sich einfach und flexibel Kenntnisse zu Verkehrsregeln, Änderungen im Strassenverkehrsgesetz sowie anderen wichtigen Themen

Jetzt online zuschalten und vom Sondertarif für ACS Mitglieder profitieren. Bis zum 31. Mai 2020 kostet die Jahresgebühr für ACS Mitglieder statt CHF 29.– nur CHF 19.–. Einfach diesen Link anwählen und profitieren: www.routinier24.ch/acspromo

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SMARTE LÖSUNG FÜR ROUTINIER 70PLUS Für alle, die sich auf das Auffrischen der Theoriekenntnisse fokussieren möchten, steht auf der Webseite von Routinier 70plus eine smarte Lösung kostenlos zur Verfügung. Hier können 20 Fragen analog der Theorieprüfung in 25 Minuten beantwortet werden. Wie an der richtigen Prüfung sind Mehrfachantworten möglich, das bedeutet, mehrere der drei möglichen Antwortvorschläge können gleichzeitig richtig sein. Probieren Sie es gleich aus auf www.routinier70plus.ch Text Anita Brechtbühl / Bilder zVg


VERKEHRSSICHERHEIT

VERKEHRSREGELVERORDNUNG: GEPLANTE ÄNDERUNGEN

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urzeit werden verschiedene gesetzliche Änderungen im Strassenverkehr beim Bund diskutiert. Ziel ist es, mindestens einige davon noch in diesem Jahr einzuführen: beispielsweise das Bilden der Rettungsgasse, das erlaubte Fahrradfahren auf dem Trottoir für Kinder bis zwölf Jahre und das Rechtsvorbeifahren. Wann genau welche Änderungen vom Bund in Kraft gesetzt werden, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. RETTUNGSGASSE BILDEN Das Bilden einer Rettungsgasse bei Stau auf der Autobahn soll Pflicht werden. Nur wenn der Weg für die Rettungskräfte frei ist, kann rasch geholfen und oftmals Leben gerettet werden. Die Rettungsgasse erfolgt immer zwischen Überhol- und der Normalspur. Gibt es weitere Spuren rechts von der Normalspur, so reihen sich alle Fahrzeuge an den rechten Fahrbahnrand, ohne dabei die Notfallspur zu befahren.

KINDER MIT DEM FAHRRAD AUF DEM TROTTOIR Untersuchungen haben gezeigt, dass die Velobenützung bei Kindern in den letzten Jahren eher rückläufig ist. Damit dies wieder anders wird, hat das Parlament beschlossen, Kindern bis zwölf Jahre, die unbegleitet unterwegs sind, Fahrten auf dem Trottoir zu erlauben. Es handelt sich also um ein Recht und keine Pflicht. Diese neue Regel könnte Eltern von jüngeren Kindern dazu motivieren, ihren Nachwuchs eher mit dem Velo zur Schule fahren zu lassen. Wichtig ist hier die Aufklärung der Eltern, damit sie ihre Vorbildrolle und Verantwortung wahrnehmen und den Kindern den rücksichtsvollen Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmenden auf dem Gehweg, wie Fussgängerinnen und Fussgänger, lehren. Die Kinder dürfen dann das Trottoir nicht benutzen, wenn eine für Kinder geeignete Veloinfrastruktur zur Verfügung steht, also Radwege. Denn gemäss Artikel 33, Absatz 1 SSV

müssen Radwege benutzt werden, wenn sie vorhanden sind. RECHTSVORBEIFAHREN ODER RECHTS ÜBERHOLEN? Es macht einen Unterschied, ob dem Rechtsvorbeifahren ein Manöver vorausgeht, wie zum Beispiel ein Spurwechsel, oder nicht. Wird vor dem Rechtsvorbeifahren ein Spurwechsel vollzogen, gefolgt von einem Wiedereinbiegen in die vorherige Spur, so wird dies vom Gesetz als rechts überholen bewertet. Erlaubt sein soll Rechtsvorbeifahren beim parallelen Kolonnenverkehr, was zu weniger Stockungen und Staus im dichten Verkehr führen kann. Und was heute bereits gilt: Fahrzeuge mit anderem Fernziel dürfen ab der Signalisierung von verschiedenen Fahrtrichtungen rechts vorbeifahren. Ab da ist dann jedoch der Spurwechsel untersagt. Text Anita Brechtbühl / Bilder zVg

RETTUNGSGASSE RETTUNGSGASSE

WEG FREIHALTEN FÜR BLAULICHTFAHRZEUGE WEG FREIHALTEN FÜR BLAULICHTFAHRZEUGE NR. 02/2020

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TECHNIK

AUTONOMES FAHREN

SPÄTER ALS GEDACHT Die Zukunft beginnt wohl doch erst später als gedacht – zumindest was das autonome Fahren angeht. Zwar sind selbstfahrende Autos bereits auf Teststrecken unterwegs. Doch bis sie zum automobilen Alltag gehören werden, dürften nach Ansicht von Experten noch Jahrzehnte vergehen.

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as aber bremst den Fortschritt? Schliesslich sehen Branchenkenner die Technologie des autonomen Fahrens schon weiterentwickelt, als sich dies derzeit auf den Strassen zeigt. Experten zufolge hapert es jedoch an den notwendigen regulatorischen Rahmenbedingungen sowie bei der Akzeptanz und Nachfrage auf Seiten der Verbraucher. Zu den letztgenannten Defiziten trugen insbesondere schlagzeilenträchtige Unfälle von selbstfahrenden Autos bei: wie jener vor zwei Jahren in den USA, als ein Roboterauto des Fahrdienstanbieters Uber bei einer nächtlichen Testfahrt eine Fussgängerin, welche die Strasse kreuzte, tötete. Daraufhin erfolgte Untersuchungen ergaben, dass die Fahrzeug-Software die Frau, die ein Fahrrad schob, nicht rechtzeitig erkannt haben soll. Berichte über nicht unerhebliche Fehlfunktionen bei Tesla-Autos trugen ebenfalls nicht dazu bei, das Vertrauen auf Kundenseite zu fördern: Denn da ist zum Beispiel die Rede davon, dass der «Autopilot» plötzlich und ohne ersichtlichen Grund Vollbremsungen auslöst. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass zurzeit nur einer von fünf Befragten an die Sicherheit von autonomen Fahrzeugen glaubt. Auch in zwei anderen wichtigen Punkten scheint die Automobilindustrie die Verbraucherzustimmung zu autonomen Fahrzeugen überschätzt zu haben. So sollen laut einer sowohl das Interesse an hochautomatisierten und vollautonomen

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Fahrzeugen als auch die Bereitschaft, einen substanziellen Aufschlag für die neue Technik zu zahlen, deutlich geringer ausfallen als angenommen. Und das Kaufinteresse an autonomen Autos wird demnach in Zukunft sogar noch zurückgehen – zugunsten autonomer Ride-Hailing-Angebo-

te, also automatisch gesteuerter und individuell buchbarer Taxis on demand. Dies gilt demnach allerdings nur unter der Voraussetzung, dass diese Angebote in puncto Kosten mit dem Unterhalt des eigenen Autos mithalten können. Offene Fragen auf dem Weg zum autonomen Fahren sehen Automobilhersteller auch noch bei den rechtlichen Rahmenbedingungen: Zum Beispiel, was unterschiedliche nationale Bestimmungen zum automatisierten und autonomen Fahren betrifft. Hier wünscht sich die Branche einen international harmonisierten Rechtsrahmen. Und grundsätzlich müsse die Gesetzgebung mit der technischen Entwicklung Schritt halten, da sonst wichtige Innovationen beim automatisierten und

autonomen Fahren nicht auf die Strasse kommen könnten, heisst es etwa bei Daimler in Stuttgart. Ein anderes, immer noch diskutiertes Thema im Zusammenhang mit autonomem Fahren ist die Haftung. Solange nur Fahrzeuge unterwegs sind, bei denen Assistenzsysteme den Fahrer mehr oder weniger unterstützen, ist hier alles klar: Der Fahrer bzw. seine Versicherung haftet für selbst verursachte Schäden. Das gilt auch noch für teilautomatisierte Fahrzeuge, wenn der Fahrer nach wie vor die Hoheit über alle Systeme und das Auto hat. An diesem Prinzip soll sich laut Versicherungsexperten auch bei vollautomatisierten Fahrzeugen nichts ändern. Nur: Wenn es denn so käme, würde das die Haftungsfrage nicht vollständig beantworten. Denn in bestimmten Fällen könnte eine Produkthaftung gegen den Hersteller des Fahrzeugs bzw. der jeweiligen Software in dem autonomen Fahrzeug greifen. Dies soll aber aus Sicht der Versicherer dann ein Thema zwischen ihnen und den Herstellern sein. Doch solange diese Fragen noch nicht abschliessend sowie für den Verbraucher verständlich und nachvollziehbar geregelt sind, wird das die Skepsis der Kunden gegenüber dem autonomen Fahren nicht mindern. Und ohne Akzeptanz in der Bevölkerung wird sich die neue Technologie nicht durchsetzen können. Text deg / Bild Goslar Institut


MOTORSPORT

RENNKALENDER 2020 Datum

Was

Wo

Datum

Was

Wo

04.04.

Slalom Interlaken

abgesagt

Interlaken BE

29.–30.08.

Bergrennen Oberhallau

Oberhallau SH

17.–18.04.

Critérium Jurassien

abgesagt

Saignelégier JU

29.08.

Slalom Anneau du Rhin

Anneau du Rhin/F

25.–26.04.

Slalom Frauenfeld

abgesagt

Frauenfeld TG

03.–05.09.

Rallye Mont-Blanc–Morzine

Morzine/FRA

16.–17.05.

Slalom Automobil de Bière

abgesagt

Bière VD

03.–06.09.

Arosa Classic Car

Arosa GR

23.–24.05.

Slalom de Bure

Bure JU

12.–13.09.

Bergrennen Gurnigel

Gurnigel BE

28.–30.05.

Rallye du Chablais

Aigle VD

12.09.

Schweizer Kart-Meisterschaften

Wohlen AG

20.–21.06.

Bergrennen Hemberg

Hemberg SG

18.–20.09.

Bernina Gran Turismo

St. Moritz GR

20.–21.06.

Slalom de Romont

Romont FR

19.–20.09.

C.d.C. Châtel-St-Denis–Les Paccotes

Châtel-St-Denis

26.–27.06.

Rallye del Ticino

Lugano TI

26.–27.09.

Slalom de Drognens

Romont FR

27.–28.06.

Slalom de Chamblon

Chamblon VD

02.–04.10.

Alpine Challenge

Villars-sur-Ollon

28.06.

Bergrennen Reitnau

Reitnau AG

10.–11.10.

Slalom Ambri

Ambri TI

11.–12.07.

Course de Côte de Massongex

Massongex VS

11.10.

Slalom du Bas-Monsieur

La Chaux-de-Fonds

25.–26.07.

Course de Côte Ayent–Anzère

Anzère VS

15.–17.10.

Rallye International du Valais

Martigny VS

15.–16.08.

Course de Côte St-Ursanne–Les Rangiers

St-Ursanne JU

25.10.

Slalom Wangen

Wangen SZ

abgesagt

Stand 23. März 2020

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REISEN

FARBENFROHES INSELPARADIES MAURITIUS

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1 Die Sonne verabschiedet sich auf Mauritius mit atemberaubenden Sonnenuntergängen 2 Riesenseerosen im Jardin von Pamplemousses 3 Die Menschen auf Mauritius sind ausgesprochen freundlich und offen 4 Duftende Gewürze aus aller Welt werden auf dem Zentralmarkt in Port Louis verkauft.

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pringt, springt!«, ruft der Bootsführer laut. Hektik macht sich breit. Die Gäste am Bootsrand rücken ihre Taucherbrillen zurecht und lassen sich über den Bootsrand ins Wasser gleiten. «Schaut nach unten!», ruft es von hinten, während sie untertauchen. Unter ihnen flitzen zehn, zwanzig Delfine elegant durch das Wasser. «Ich bin im Paradies gelandet», mag es dem Einen oder Anderen durch den Kopf schiessen. So in etwa muss es aussehen, das Paradies. KLEINE INSEL MIT GROSSER VIELFALT Mauritius besticht schon bei der Ankunft mit saftigem Grün, markanten Bergen, weissen Sandstränden und dem Indischen Ozean, dessen endlose Blautöne am Horizont mit dem Himmel verschmelzen. Die Insel verzaubert durch eine unglaubliche Vielfalt auf einer Fläche kleiner als der Kanton Tessin. Historisch blickt der Inselstaat auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Niederländer, Franzosen und Briten

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hinterliessen ihre Spuren auf der vormals unbewohnten Insel. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung von Mauritius (rund 1,3 Millionen) sind Indomauritier. Ihre Vorfahren wanderten aus Indien ein. Sie prägen die Küche und Kultur der Insel massgeblich. Etwas mehr als ein Viertel sind Kreolen, Nachkommen der Sklaven aus Afrika und Madagaskar, vermischt mit Europäern. Ein kleiner Bevölkerungsanteil stammt aus China, gefolgt von einer weissen, meist französisch stämmigen Minderheit. «Mauritius ist die beste Mischung aus allem.» Das sagen die Einwohner von Mauritius selbst über ihre Insel. Zu Recht! Man lebt Toleranz, wie kaum in einem anderen Land auf dieser Welt. Die Kulturen und Religionen existieren nicht nur nebeneinander, sondern miteinander. Der Besucher erlebt eine bunte, fröhliche Gesellschaft, die es leicht macht, sich wohl zu fühlen. Die Menschen sind freundlich und offen. Gastfreundschaft wird ganz besonders grossgeschrieben. Das schlägt sich auch im Angebot vieler ausgezeichneter Hotels nieder.

Hier ist für und gegen jedes Zipperlein ein Kraut gewachsen.


Reisen

Das Leben in Port Louis ist bunt.

PUDERZUCKERSTRÄNDE UND BLAUES MEER Mauritius ist das Land der Puderzu­ ckerstrände. Es ist verlockend, die Tage faulenzend am Strand in der Sonne oder im oder auf dem badewannenwarmen Meer zu verbringen – mit einem Cocktail oder einer gekühlten Kokosnuss in der Hand. Einen Hauch von Robinson Crusoe gibt es auf einer Katamarantour. Begleitet von Seggea-Klängen, der Gute-Laune Musik aus Mauritius, geht es mit gesetzten Segeln raus aufs Meer. Wenn es Wind und Strömung zulassen, wird unterwegs gestoppt, um schnorchelnd in die bunte Unterwasserwelt einzutauchen. Grade dann, wenn man denkt, es ginge nicht schöner, taucht am Horizont die Ilot de Bernaches auf. Weisser Sandstrand und türkisblaues Wasser, soweit das Auge reicht. Das kommt dem Bild vom Paradies sehr nah! DAS BUNTE LEBEN IN PORT LOUIS In der quirligen Hauptstadt Port Louis mit seinen rund 150 000 Einwohnern herrscht das bunte Leben. Hier eröffnet sich die Vielfalt der Kulturen von Mauritius. Beschaulich geht es im Park Les Jardins de la Compagnie zu. Flughunde hängen kopfunter in den Ästen der gewaltigen Banyan-Bäume. Sie schauen den Besuchern zu, die im Schatten der Bäume flanieren und sich zur Mittagspause auf einer der schmiedeeisernen Parkbänke treffen.

Berge und Meer prägen das Landschaftsbild auf Mauritius.

Emsige Geschäftigkeit herrscht dagegen auf dem Zentralmarkt. Exotische Früchte und fremde Gemüsesorten, duftende Gewürze und Kräutertees für und gegen jedes Zipperlein wandern hier über den Ladentisch. Auf dem Markt findet ein alltägliches Fest an Formen, Farben und Gerüchen statt, das die Sinne der Besucher betört.

Oase. Es erinnert an Jurrassic Park, nur aufgeräumt und ohne gefährliche Tiere. Gefährliche Tiere gibt es auf Mauritius nämlich nicht. «Keine Schlangen, keine giftigen Spinnen, nur unzählige Vampire in den Wäldern», lacht der Taxifahrer Rishi auf dem Weg zurück zum Hotel. Einen Haken muss es im Paradies ja geben – und wenn es nur die Mücken sind.

BOTANISCHE VIELFALT Paradiesische Verhältnisse finden auch die Pflanzen auf Mauritius vor. Sie gedeihen besonders gut im warmen Inselklima. Im botanischen Garten von Pamplemousses zeigt sich die Fülle und Vielfalt in ihrer ganzen Pracht: riesige Wasserlilien, Baobabbäume, Palmen und vieles mehr. Doch nicht nur der botanische Garten, sondern ganz Mauritius ist eine tropische

Text und Bilder Ellen Gromann

Infos Unter dem Motto «Deep into Mauritius» bieten die fünf «Hôtels de Charme» der Veranda Resorts ihren Hotelgästen authentische und weitgehend nachhaltige Mauritius-­Erlebnisse für alle, die mehr vom Paradies erfahren möchten.

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VERKEHRSRECHT

DIE GESETZESUMGEBUNG UND IHRE KONSEQUENZEN Wie schnell passiert ein Unfall! Ausser den direkten Folgen, die ein Unfall haben kann ­(Immobilisierung des Fahrzeugs, Schäden usw.), ist sich der Automobilist oft nicht bewusst, dass sich ihm schnell einmal weitere Fragen und Probleme stellen werden.

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s ist unumgänglich, dass die Polizei den Autofahrer im Laufe der normalen Aufnahme des Unfallgeschehens einer allgemeinen Kontrolle und einem Alkoholtest unterzieht. Wer sich einer solchen Untersuchungsmassnahme widersetzt, verstösst gegen das Strafrecht. Die Behinderung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, wie Alkohol-, Blut- oder Urintests (Art. 91a SVG), wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldbusse bestraft. Das Vergehen kann eine einfache Weigerung sein, die Fahrunfähigkeit nachweisen zu lassen, ganz unabhängig davon, ob der Fahrer tatsächlich alkoholisiert war oder nicht! Die gesetzliche Anordnung ist aber nicht nur auf diesen Umstand beschränkt: Um zu vermeiden, dass der Fahrer, der sich der Kontrolle entzieht, besser behandelt wird als derjenige, der sich den Kontrollen stellt, bestraft Artikel 91a SVG auch den Autofahrer, der sich den Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit entzieht und somit einer Kontrolle entgeht, welcher er sich stellen sollte.

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Folgende konstituierende Elemente müssen dabei erfüllt sein: Erstens ist der Lenker verpflichtet, bei einem Unfall die Polizei zu informieren, ansonsten verletzt er eine andere Vorschrift zur Feststellung seiner Identität und zur Abklärung des Sachverhalts. Es handelt sich hier um die Pflichten bei einem Unfallgeschehen im Sinne von Art. 51 SVG. Selbstverständlich ist die Meldepflicht an die Polizei zwingend, wenn Verletzte vorhanden sind. Sie besteht aber auch, wenn nur materielle Schäden verursacht wurden. In diesem Fall muss der Lenker sofort mit dem Geschädigten Kontakt aufnehmen, sofern sich dieser nicht schon vor Ort befindet. Wenn also der Automobilist alleine ein anderes Fahrzeug, ein Verkehrsschild oder einen Laternenpfahl im öffentlichen Bereich beschädigt, muss er den Besitzer oder die betreffende Behörde unverzüglich darüber informieren. Falls dies nicht möglich ist, muss er sofort die Polizei benachrichtigen, wobei es keine Rolle spielt, ob der Lenker einen Fehler begangen hat oder nicht. Es genügt, wenn dieser – auch indirekt – in den Unfall verwickelt ist. In diesem Sinne ist der Geschädigte eine involvierte Person. Es muss beachtet werden, dass es nicht genügt, einfach eine Visitenkarte unter den Scheibenwischer zu klemmen. Der Hinweis muss sicherstellen, dass die Identität des

Lenkers festgestellt werden kann, er muss aber auch die Art und den Umfang des entstandenen Schadens aufführen. Die Anordnung, sich einer Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit zu unterziehen, muss unter den gegebenen Umständen objektiv als höchst begründet erscheinen. Der Zeitplan des Lenkers vor dem Unfall ist somit entscheidend. Eine Untersuchungsmassnahme ist zwingend, wenn ein Lenker um 03.oo Uhr morgens eine Bar verlässt und anschliessend alleine einen Unfall mit materiellem Schaden verursacht. Die Begründung ist nicht gegeben, wenn sich der Unfall auf einer verschneiten oder vereisten Strasse ereignet, auch nicht um 01.00 Uhr morgens. Die Untersuchungsmassnahme zur Feststellung der Fahruntüchtigkeit ist dann höchst begründet, wenn der Lenker, der einen Unfall verursacht hat und dann seinem Wohnsitz bis zum nächsten Tag fernbleibt, obwohl er bereits eine Vorgeschichte mit Trunkenheit oder Drogenkonsum aufweist. Es ist zu beachten, dass auch die Beihilfe zum Verlassen des Unfallortes durch den Fahrer eines Motorfahrzeugs, in voller Kenntnis der Sachlage, als Mittäterschaft strafbar ist. Text Me Julien Broquet, Rechtsanwalt und Mitglied des Netzwerks «Avocats de la Route»


RATGEBER ACS RÜCKENSCHMERZEN BEIM AUTOFAHREN

SO BEUGEN SIE VOR

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ie Evolution hat für den Menschen den aufrechten Gang als natürliche Körperhaltung vorgesehen. Auf dauerhaftes Sitzen reagiert der Körper dagegen mit Schmerzen. So kann auch die Anspannung während des Autofahrens zu Rückenschmerzen führen. Zudem muss sich der Autofahrer konzentrieren, was zu einer höheren Grundspannung in den Muskeln führt. Beine, Nacken, Schultern sowie die Lendenwirbelsäule können dadurch verkrampfen. Hinzukommt: Muskeln und Bandscheiben sind während des Fahrens zum Stillstand verdammt, sie leben aber von der Bewegung. Schlechte Sitze können ebenfalls zu Kreuzschmerzen beitragen. Doch jeder kann mit einfachen Mitteln dafür sorgen, Rückenschmerzen beim Autofahren zu vermeiden oder wenigstens einzudämmen. Basis von allem ist die richtige Einstellung des Autositzes. Die Rückenlehne sollte in einem Winkel von etwa 100 Grad zur Sitzfläche eingestellt sein. Das sorgt für eine leicht zurückgelehnte Haltung, die Muskulatur und Bandscheiben entlastet. Die Schultern sollten von der Rückenlehne unterstützt werden. Das Lenkrad sollte mit leicht angewinkelten Armen bedient werden.

Es empfiehlt sich, mit dem Gesäss so dicht wie möglich an die Rückenlehne heranzurücken, so dass die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Krümmung unterstützt wird. Hilfreich ist es auch, die Sitzfläche leicht ansteigend einzustellen, so dass die

Wer Auto fährt, sollte auf die richtige Sitzeinstellung achten.

Oberschenkel locker aufliegen und die Pedalen ohne grossen Kraftaufwand durchgetreten werden können. Die Länge der Sitzfläche wird am besten so eingestellt, dass zwischen Kniekehle und Sitzvorderkante zwei bis drei Zentimeter Freiraum vorhanden ist. Man sollte immer so hoch wie möglich sitzen. Wenn zwischen Kopf und Dachhimmel noch eine Handbreit Platz ist, dann hat man die beste Übersicht und positioniert zugleich das Becken richtig. Bei der Einstellung der Kopfstütze sollte darauf geachtet werden, dass sie den ganzen Kopf stützt. Dies ist gewährleistet, wenn die Oberkanten von Kopfstütze und Kopf übereinstimmen. Der Abstand zum Kopf sollte zwei Zentimeter betragen. Aber auch während der Fahrt können Autofahrer Schmerzen mit einfachen Übungen vorbeugen.

Unsere Tipps: • Pressen Sie den Rücken kurz in den Sitz oder ziehen Sie die Schultern zu den Ohren hoch. Spannen Sie so die Muskeln etwa zehn Sekunden an und lassen Sie sie anschliessend wieder locker. Dadurch werden sie wieder besser durchblutet. •B  ei längeren Wartezeiten, etwa im Stau, vor einer Ampel oder an Grenzübergängen, lassen sich auch etwas aufwändigere Übungen bewerkstelligen: Räkeln Sie sich im Sitz, strecken Sie die Arme hoch und drücken Sie mit den Händen gegen das Autodach. Den Druck dann drei bis sechs Sekunden halten, dann die Muskulatur lockern und tief durchatmen. Umfassen Sie in aufrechter Haltung mit beiden Händen das Lenkrad und versuchen es, zusammenzudrücken. Die Spannung drei bis sechs Sekunden halten und danach die Arme locker herunterhängen lassen. • Stellen Sie beide Füsse flach auf den Boden und drücken Sie kräftig dagegen. Dabei Gesäss- und Bauchmuskulatur fest anspannen und nach drei bis sechs Sekunden wieder entspannen. Fassen Sie mit beiden Händen hinter die Nackenstütze und ziehen Sie den Kopf an die Stütze heran. Wieder drei bis sechs Sekunden anspannen und dann wieder lockern.

Text jri / Bild zVg

NR. 02/2020

AUTO

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2. Ein Entschluss muss oft noch … I

Kreisen

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3. Welcher Ausdruck für Geschwindigkeit steht auch für Papiertaschentücher? S Rasanz

R

Tempo

N

Karacho

O

Motor

4. Wo findet man bei einem Auto die «Karkasse»? R Räder

A

Tank

5. Wo stehen erstmals in der Schweiz gendergerechte Verkehrsschilder? M Bern

N

Lugano

I

Genf

6. Welche Hersteller gab einst seinen Autos Namen aus Marine-Dienstgraden? E Opel

L Ford

S

Fiat

7. Wo im Bündnerland steht die Cascella-Autobahnbrücke? T Prättigau

R

Misox

A

Domleschg

8. Welcher Formel 1-Fahrer hat bis jetzt am meisten Pole-Positionen inne? G M. Schumacher

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AUTO

NR. 02/2020

N A. Senna

E

L. Hamilton

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Senden Sie uns eine Postkarte mit dem Vermerk «ACS-Rätsel» und dem Lösungswort, Ihrer Mitgliedsnummer und Adresse an unten stehende Adresse, oder senden Sie uns das Lösungswort online unter www.acs.ch/auto-raetsel zu. Automobil Club der Schweiz Wasserwerkgasse 39 CH-3000 Bern 13 Lösungswort Ausgabe 01/20 RUSHHOUR


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Das Magazin des Automobil Club der Schweiz | Edition Deutschschweiz  

Ausgabe 02/2020

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Ausgabe 02/2020

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