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[Schwerpunkt: Lösungen für Finanzberater]

[partner:] Was ist besser: Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung? R. Lößl: Das kann man nicht so einfach beantworten. Haben Sie eine Person (z.B. Partner oder Kinder), der Sie vollständig vertrauen können, würde ich eine Vollmacht vorziehen. Ihr Bevollmächtigter steht dann nicht unter der Kontrolle des Betreuungsgerichts und kann z.B. über die Verwendung von Versiche-

geregelt, aber wer kann eigentlich – wenn der Chef ausfällt – die Gehälter auszahlen? Wer, außer dem Chef, kennt Passwörter und kann auf alle E-Mails zugreifen? Wer im Betrieb weiß, welche privaten und betrieblichen Versicherungen vorhanden sind? Wie lauten die Versicherungsnummern und wo sind die Policen? All diese Informationen gehören in einen Notfallordner, der auch laufend – mindestens alle zwei Jahre – aktualisiert werden sollte. [partner:] Und wie setzen Sie den Notfallordner ein und was kostet er?

„Viele Ehepaare glauben, dass sie sich im Notfall gegenseitig vertreten können.“

rungsgeldern frei entscheiden. Übrigens: Experten gehen davon aus, dass 80% der bestehenden Vorsorgevollmachten fehlerhaft sind und sie im Notfall eine gerichtlich verfügte Betreuung nicht vermeiden. Wenn Sie allerdings keine geeignete Vertrauensperson haben, dann würde ich eine Betreuungsverfügung empfehlen. Sie legen damit im Vorfeld fest, wen das Gericht als Betreuer für Sie bestellen soll. [partner:] Gibt es noch weitere wichtige Formulare? R. Lößl: Da fällt mir natürlich die Patientenverfügung ein. Damit können Sie schriftlich Ihren Willen über die Art und Weise einer ärztlichen Behandlung festlegen. Der Gesetzgeber hat mit Wirkung vom 01.09.2009 die Patientenverfügung per Gesetz neu geregelt. Viele Kunden wissen das leider nicht und haben deshalb vielfach noch alte Patientenverfügungen, die dann heute im Notfall problematisch sein können. Übrigens: Eine Patientenverfügung ist für den Arzt rechtlich verbindlich. [partner:] Wie erfahren denn Helfer und Angehörige, ob eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung vorliegen?

R. Lößl: Für meine bestehenden Versicherungskunden ist der Notfallordner eine Dienstleistung ohne Berechnung. Er schafft dafür innige Kundenbindungen und neue Kunden. Wer kein Versicherungskunde werden möchte, für den kostet der Notfallordner für Privathaushalte 29 Euro und für Firmen 39 Euro. [partner:] Ein hilfreiches Instrument zur Kundenbindung und - gewinnung! Und wahrscheinlich werden selbst aus den anfangs zögerllichen „Nur-Notfallordner-Kunden“ im Laufe der Zeit auch Versicherungskunden. Wer alles sollte heutzutage einen Notfallordner besitzen? R. Lößl: Alle Personen über 18 Jahre. Denn niemand, der volljährig ist, kann ohne Vollmacht von einer anderen Person vertreten werden. Das betrifft sowohl Ehepaare untereinander, aber auch Eltern für Kinder oder Kinder für Eltern.

Das Interview führte unser Partnerbetreuer Matthias Köster. Zu Herrn Lößl stellt Ihnen das Team Partnerbetreuung zum Erfahrungsaustausch gern auch einen persönlichen Kontakt her. Sprechen Sie uns an! ] [pma:]

Matthias Köster (Team Partnerbetreuung)

R. Lößl: Hierzu hat die Bundesnotarkammer ein zentrales Vorsorgeregister eingerichtet. Dort können Sie für 13 Euro per Internetmeldung vorhandene Vollmachten und Ihren Bevollmächtigten registrieren lassen. Im Notfall wird von amtlichen Stellen dort nachgefragt und Ihr Bevollmächtigter kann so sehr schnell ermittelt werden. [partner:] Und damit ist der Notfallordner fertig? R. Lößl: Nein – das waren nur die wichtigsten Elemente. Diese betreffen Privatpersonen und Chefs gleichermaßen. Für den Notfall haben zwar die meisten Chefs das laufende Tagesgeschäft [partner:]

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[pma:] Partnermagazin Nr. 32  

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