Page 1

07

Raumgattungen Wohnzimmer


2


1.0

Der Raum als Motiv

1.1

Raumgeschichten

2.0

Elemente des Raumes

2.1

Die Dinge des Raumes

2.2

Lage des Raumes innerhalb des Hauses

3


BILDRECHTE: VERSO: DRUCK U. VERLAG V. F. & W. IN L. 271/421. P.K.V. SIGNET. STEMPEL: SCHILLERHAUS WEIMAR. NICHT GELAUFEN.

4


1.0

Der Raum als Motiv in der Kunst

Das Wohnzimmer, wie wir es heute kennen, existiert noch gar nicht so lange. Erst etwa seit der Biedermeierzeit, also zu Beginn des 19. Jahrhunderts kann man von einem Wohnzimmer sprechen, welches nichtmehr die Repräsentation sondern das häusliche Glück in vier Wänden in den Vordergrund stellt. Demnach gibt es auch erst seit dieser Zeit Künstler, die das Wohnzimmer als ihr Objekt sahen. Zuvor gab es die so genannte „Salonkultur“, welcher dann auch einige Kunststücke zugrunde lagen. Die Salons waren Treffpunkte für adlige und intellektuelle Kreise, die hier dann ihre Gedanken über verschie-

5


denste Künste austauschten. Auf dem hier gezeigten Gemälde von Henri de Touluose Lautrece wird ein solcher Salon abgebildet. Er war der repräsentative Bereiche eines Hauses, der auch als Gesellschaftszimmer galt. Er stand für einen großen, reich dekorierten, von Säulen getragenen Saal, der häufig auch zwei Stockwerke umfasste. Alle Salons zeichneten sich dadurch aus, dass sie von hochgebildeten Frauen organisiert wurden, welche es verstanden, Menschen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Kreisen ins Gespräch zu bringen. Es wurde philosophiert, diskutiert und debatiert.

Im 19. Jahrundert wurde die Küche dann in den hintersten Winkel der Wohnung verlegt und das Wohnzimmer entstand, welches nun weder der Repräsentation noch der Arbeit dienen sollte. Stefan Jäger malte einige Bilder über das Wohnzimmer, stellte sie jedoch alle unbewohnt dar. Sie waren eher ein Schau- und Schmuckstück, welche er mit besonderer Detailgetreue behandelte.

6


HENRI DE TOULOUSE LAUTRECE „IM SALON DER RUE DE MOULIN“ FERIGGESTELLT 1894

STEFAN JÄGER „DIE GUTE STUBE“

QUELLEN: WWW.STEFAN-JAEGER.NET WWW.IBIBLIO.ORG

7


Der Raum als Motiv im Film Es gibt einige Filme, in denen das Wohnzimmer zeitweiliger Schauplatz für das Geschehen ist. Als ein Beispiel findet sich eine Szene aus Loriot, in der die Familie Hoppenstedt, besser gesagt Frau Hoppenstedt, Besuch von 3 Vertretern bekommt. Zunächst fängt Weinverkäufer Blümel sie im Treppenhaus ab, daraufhin klingeln Staubsaugervertreter Jürgens und Versicherungsvertreter Schober an der Tür. Hier ist es sehr deutlich, dass das Wohnzimmer als erster Anlaufspunkt für Besucher gilt. Alle drei steuern geradewegs auf das Wohnzimmer zu und setzen sich bequem auf das Sofa. Schnell herrscht hier eine gemütliche Stimmung. Die Couch um einen Tisch gruppiert und die Schrankwand im Hintergrund.

AUSSCHNITT AUS „WEIHNACHTEN BEI HOPPENSTEDTS“ -VERTRETERBESUCH

8


1.1

Raumgeschichten

Allgemein lässt sich sagen, dass das Wohnzimmer sowohl in Kunst und Literatur, als auch in Theater und Film selten Hauptschauplatz ist. Dies mag daran liegen, dass das Wohnzimmer eher weniger ein Ort der Tat, als mehr ein Ort des Aufenthalts und der Gemütlichkeit ist. In allen anderen Räumen des Hauses findet mehr Handlung statt. So wäscht man sich im Bad, arbeitet im Arbeitszimmer, kocht und isst in der Küche etc. Dem Wohnzimmer liegt keine besondere Tätigkeit zugrunde. In Filmen ist das Wohnzimmer jedoch eher vorhanden. So spielen beispielsweise einige Sitcoms oder

9


Komödien an diesem Ort. Es gilt dann als Schauplatz für Unterhaltungen, Parties, Albereien etc. Das Wohnzimmer ist also eher ein Schauplatz für gemütliche Szenen, nicht für „Action“ und Spannung.

Im Bereich Theater findet sich als Beispiel das Stück „Party für eine Leiche“ von Patrick Hamilton. Dieses Stück wurde ebenso als Kriminaldrama von Alfred Hitchcock verfilmt. Hier dient das Wohnzimmer als Schauplatz während der gesamten Handlung. Die Geschehnisse: Zwei Studenten planen einen perfekten Mord. Sie strangulieren ihren Klassenkameraden und verstecken die Leiche in einer Truhe in ihrem Apartment. Um die Tat und ihre Überlegenheit zu feiern, veranstalten sie noch am selben Abend eine Feier, zu der sie die Freundin des Toten, einen guten Freund und den Vater des Opfers einladen. Das Buffet wird auf der Truhe serviert, in dem der Tote liegt....

QUELLEN: WWW.WIKIPEDIA.DE

10


2.0

Elemente des Raumes

Das heutige Wohnzimmer zeichnet sich oft dadurch aus, dass es einen hohen Teil der gesamten Wohnfläche ausmacht. Es ist der Raum des Aufenthalts, des Beisammenseins und der Ruhe. Genau dies spiegelt sich auch in Architektur wieder. Meist ist es ein großer Raum ohne weitere Trennwände, sodass eine Großzügigkeit entsteht. Falls möglich, besticht er durch große Fensterflächen, die in vielen Fällen auch zum Garten oder dem Balkon öffenbar sind. In einigen nobleren Fällen gibt es sogar einen Anschluss an einen Wintergarten, der sowohl im Som-

11


mer als auch im Winter Bezug nach Außen herstellt. Um eine gewisse Behaglichkeit herzustellen, ist das Wohnzimmer oft Richtung Süden ausgerichtet, um der Sonne Einlass zu gewähren. Als festes „architektonisches“ Element könnte man in einigen Fällen den Kamin nennen. Dieser ist oft gemauert, wird aber mittlerweile auch häufig als nachträglich installierbares Element verkauft. Neben seinem optischen Charme sorgt er auch noch für eine wohlige Behaglichkeit im Winter. Neben dem Kamin besitzt das Wohnzimmer keine weiteren architektonischen Elemente. Es wird jedoch immer großzügig, hell und offen geplant. Meist mit Bezug zu einer Außenfläche.

QUELLEN: WWW.FEWO-DIREKT.DE

12


2.1

Dinge des Raumes

Die Anfangszeit des Wohnzimmers unterscheidet sich klar zu den modernen Wohnzimmern unserer Zeit. Nachdem das Wohnzimmer nur noch ein Raum der Gemütlichkeit und nicht der Arbeit war, befand sich im Mittelpunkt der Ofen oder die Feuerstelle. Hier wurde gemütlich zusammen gesessen und das Familienleben genossen. Das Zentrum des Wohnzimmers, nämlich der damalige Ofen, änderte sich mit der Zeit der Technik. Es rückte der Fernseher in den Mittelpunkt des Geschehens. Seitdem richtete sich sämtliches Mobiliar nach ihm aus. Das heutige deutsche Wohnzimmer zeichnet sich durch große Sitzlandschaften aus, die oft um einen Wohnzimmertisch gruppiert und in Richtung Fernseher positioniert sind. Hier werden oft die Abende verbracht, vom Fernseher berieselt. Oft findet man auch weitere technische Gerät wie DVD-Player, Spielekonsolen, Stereoanlagen. Des weiteren sind oft eine große Schrankwand oder andere Schrank-, Regalelemte zu finden, die einen Großteil der Wandflächen in Anspruch nehmen. Hier werden dann Bücher, feines Geschirr und Gläser etc. aufbewahrt.

13


Oft kann man im Wohnzimmer auch Teppiche finden, die zum Beispiel unter der Sitzgarnitur liegen. Die Wände sind bei den einen schlicht und eher kahl gehalten, die anderen hängen sämtliche Familienfotos auf. Das Wohnzimmer ist außerdem oft ein Platz für Pflanzen, denen das eher warme Klima dort zum einen gut tut, zum anderen sind sie natürlich wiederum ein Element der Behaglichkeit.

„ANTIKES WOHNZIMMER“ BILDRECHTE: BRUNO GALLETTA

MODERNES WOHNZIMMER WWW.DREAMSTIME.COM

14


2.2

Lage des Raumes innerhalb des Hauses

Das Wonzimmer ist oft neben der Küche ein zentraler Anlaufpunkt im Haus. Dies spiegelt sich auch in der Lage im Haus wieder. In mehrgeschossigen Häusern (z.B. Einfamilienhaus) ist das Wohnzimmer meist im Erdgeschoss angeordnet und hat Verbindungen zu einem Flur, der Küche und oft einer Terrasse oder einem Balkon. So ist es sowohl direkt nach dem Betreten des Hausflures zugänglich, als auch aus der Küche. Der Zutritt zu einem Freiraum bietet zusätzlichen Wohnkomfort. Das Wohnzimmer muss nicht zwangsläufig als einzelner Raum bestehen. Es gibt auch Kombinationen. So ist zum Beispiel auch die Wohnküche eine Form des Wohnzimmers, welche neben der offenen Kochstelle auch Platz zur Gemütlichkeit bietet - oft durch Mobiliar ein wenig abgetrennt. Auch das Ess- und Wohnzimmer ist eine mögliche Kombination, welche in einigen Haushalten vorherrscht.

QUELLEN: NEUFERT, 38. AUFLAGE

15


Raumgattungen

Seminararbeit Sommer 2010 Bearbeiter: Raphaela Mersmann

RWTH Aachen Lehrgebiet Bauplanung und Baurealisierung Univ. Prof. Sabine Br端ck

16

07 Wohnzimmer Raumgattungen  

Seminar Raumgattungen Wohnzimmer 07

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you