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Raumgattungen Treppenhaus


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1.0

Der Raum als Motiv

1.1

Raumgeschichten

2.0

Elemente des Raumes

2.1

Die Dinge des Raumes

2.2

Lage des Raumes innerhalb des Hauses

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1.0

Der Raum als Motiv in der Kunst

Für Künstler die mit zweidimensionalem Medium arbeiten, ist die Verwendung von Stufen und Treppen ein wirkungsvolles Kompositionsmittel. Künstler und Illustratoren haben die dekorativen und interessanten Bereiche und Aspekte, die Symmetrie und den Schwung von Stufen und Treppen in Gemälden verwendet und sie häufig zum beherrschenden Moment oder sogar zum Hauptgegenstand eines Bildes gemacht. Oft enthält der Titel eines Kunstwerkes die Wörter Stufen und Treppen. Treppen haben starke symbolische Bedeutung. Wenige Stufen schon, die zu einem Altarblock, zu einem Chorraum oder zu einem Thron hinaufführen, bilden ein Ehrenzeichnen.

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Die Treppe kann Symbol des Aufstieges zu höherer Würde, aber auch zu seelischer Läuterung und geistiger Vollkommenheit sein. Sie erscheint, besteigbar, bei Wallfahrtsanlagen, in bildlicher Symbolik, als ein Ort der mühseligen Buße, insbesondere natürlich in den Nachbildungen der Heiligen Treppe aus der Passionsgeschichte Christi. Ein Symbol im weiteren Sinne des Wortes, ein Statussymbol, ist die Treppe im Profanbau des Mittelalters wie der Neuzeit. Nicht weniger als vier verschiedene Treppenanlagen zeigt die Zeichnung „Die Heilige Familie mit Joseph als Zimmermann“ von Jean de Gourmont, einem französischen Maler, der von 1506 bis 1551 tätig war. Sie soll wohl die Hoffnung des Menschen auf seine Auferstehung symbolisch darstellen.

> „Die Heilige Familie mit Joseph als Zimmermann“ von Jean de Gourmont.

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In der Studie von Leonardo da Vinci mit Figuren und einer Architektur, die mehrere Stufen und Treppen enthält ist die Anbetung der Drei KÜnige (Florenz, Uffizien) dargestellt.

> Studie von Leonardo da Vinci.

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Der Maler Francis Bacon, 1909 in Irland geboren, hat die qualvollen Augenblicke auf die Stufen von Odessa aus dem Einstein- Film „Panzerkreuzer Potemkin“ von 1925 als einen der wichtigsten Einflüsse auf seine Arbeit bezeichnet, in der Verzweiflung, Gewalt, Terror und Isolierung immer wiederkehrende Themen sind. Die Darstellung eines Mannes angesichts einer bedrohlichen Treppe bildet die mittlere Tafel eines Triptychons.

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Der viktorianische Maler Edward Burne - Jones (1833 bis 1898) wählte eine geschwungene Treppe ohne Geländer für die unbeeinträchtigte Darstellung aller seiner schönen Modelle. Gemälde hieß zuerst „ Die Hochzeit des Königs“ und „Orchester auf der Treppe“, wurde aber schließlich berühmt als „die goldene Treppe“

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In 1912 weigerte sich der 28. Salon des Independants in Paris, das Bild „ Akt eine Treppe hinabsteigend“ von Marcel Duchamp auszustellen, und ein Jahr danach schockierte das Bild die Öffentlichkeit auf der Armory Show in New York.

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1.1 Raumgeschichten Auch das Theater in seinen komplexen Erscheinungsformen könnte ohne Stufen nicht bestehen. Auch der Film hat sich der Stufen und Treppen bedient. Sowohl Fred Astaire als auch Shirley Temple steppten zahllose dekorative Treppen hinauf und hinunter, Scarlett O`hara fiel eine denkwürdige, mit rotem Teppich belegte Treppen hinab. Douglas Fairbanks kämpfte in den Drei Musketieren (1921) auf prunkvollen Palasttreppen. Zahllose Westernhelden haben sich mit Schurken auf den Stufen und Treppen der Salons herumgeschlagen. In den Film- Musicals der vierziger und fünfziger Jahre beherrschten gewöhnliche monumentale und imposante Treppenläufe die entscheidenden Szenen, in denen oft Hunderte von Revuegirls die Treppen hinauf- und hinunterparadierten.

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> „ Die drei Muskietere“

> „Zwei Schwestern aus Boston“ Oper.

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Die Wendeltreppe im Tromperturm der Burg Helsingör aus dem 16. Jahrhundert, bei Shakespeare der Wohnsitz des Prinzen Hamlet, zeigt besonders deutlich eine Konstruktion, bei der Trittstufen, Setzstufen und Spindel aus einem Stück bestehen.

> „Hamlet“ 1949

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2.0

Elemente des Raumes

Treppenhaus es ist ein Gebäudeteil oder ein Raum in einem Gebäude, in dem sich eine Treppe befindet, die mehrere Geschosse vertikal miteinander verbindet. Es ist ein funktionaler Bestandteil vom mehrgeschossigen Gebäude. Im oder am Treppenhaus sind oft die Zugänge zu den Aufzugsanlagen. Treppenhaus: die Gesamtanlage, die einen Treppenlauf oder Treppenläufe zusammen mit dem tragenden Gerüst, den Podest, den Geländerstäben, dem Handlauf usw. enthält

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2.1

Die Dinge des Raumes ( Mobiliar + Inventar))

Geländer: Handlauf in passender Höhe, an dem man sich beim Aufwärts oder Abwärtsseteigen festhalten kann Podest:

Plattform zwischen Treppenläufen, die beim Aufsteigen ein Ausruhen erlaubt oder der Treppe einen Richtungswechsel ermöglicht,

Baluster:

eine der kleinen Säulen, die den Handlauf tragen

Balustrade: Handlauf, der von einer Reihe von Baluster getragen wird

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2.2 Lage des Raumes innerhalb des Hauses Aufgrund der Lage gibt es: Innenliegendes Treppenhaus: - innerhalb der Gebäudestruktur, - kein Wand zur Außenseite und damit keine Möglichkeit f für natürliches Licht, natürliche Belüftung und Entrauchung, Aussenliegendes Treppenhaus: - liegen an einer Außenwand und können damit natürlich belichtet, belüftet und entraucht werden

> Residenz Würzburg

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Raumgattungen

Seminararbeit Sommer 2010 Bearbeiter: Zuzanna Gnacek

RWTH Aachen Lehrgebiet Bauplanung und Baurealisierung Univ. Prof. Sabine Br端ck

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