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Magazin für Kultur und Bildung in Prenzlauer Berg

Abenteuer Bildung II Kulturverein Prenzlauer Berg e.V. – April / Mai 2014 – kostenlose Ausgabe


IN MITTENDRIN Das Letzte

Thema Abenteuer Bildung II Lernen mit allen Sinnen

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Wat? Wo steht denn ditte? Bilderrätsel

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Wohin im April/Mai? Veranstaltungen im ZENTRUM danziger50

Eine Kita auf Erkundungstour

Shortstories SommerSonnenWendeKunstMarkt

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Fête de la Musique im ZENTRUM danziger50

Gemeinsam Gast sein

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EDITORIAL „Indes sie forschten, röntgten, filmten, funkten, entstand von selbst die köstlichste Erfindung: der Umweg als die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten.“ (Erich Kästner)

Die Familienbereiche in den Kitas des Kulturvereins

Bildung to go

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Ein Kinder-Kunstspaziergang durch den Prenzlauer Berg

Kunst verträgt luftige Höhe

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Die Galerie unter der Treppe

Lasst uns staunen!

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Theater und Gesellschaft präsentiert Geld, Macht, Visionen

In eigener Sache

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Peter Aderhold sagt: Dankeschön und auf Wiedersehen

Bücher Höher, schneller, weiter

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Paul Verhaeghe: Und ich?

Erlesenes für Kinder

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Viele Bücher machen klücher…

Bildung ist ein Abenteuer! Ein so großes, dass wir ihr die zweite Ausgabe in Folge widmen. Für ihre Vermittlung gibt es kein Patentrezept und keinen richtigen Weg. Bildung umfasst viele Bereiche, ihre Förderung darf sich nicht nur auf „wirtschaftliche Innovationssektoren“ beschränken, die als MINT-Fächer in aller Munde sind. Neben Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik gehören auch Kunst und Kultur zu den unabdingbaren Motoren gesellschaftlicher Entwicklung, die unser Leben prägen und bereichern. Und die Möglichkeiten, kulturelle Bildung in den Kita-, Schul- und Familienalltag zu integrieren, sind vielfältig. Wie wäre es z.B. mit einem ausgedehnten Museumsbesuch in den Osterferien? Wir haben Ihnen eine Übersicht der schönsten und aufregendsten Kindermuseen Berlins zusammengestellt: ob Märchenwald, Nebelkammer oder Baustelle, hier gibt´s nichts, was es nicht gibt. Kunst lauert quasi überall und will entdeckt werden: eine schöne Möglichkeit, Kunst im „Vorbeigehen“ zu begegnen, bieten Kunstspaziergänge durch den Kiez. Natürlich kommen auch diesmal kleine und große Leseratten nicht zu kurz: Letzteren sei Paul Verhaeghes Buch Und ich? ans Herz gelegt, eine pointierte Abhandlung darüber, was passiert, wenn Schulen und Universitäten zu „Wissensbetrieben“, Krankenhäuser zu „Gesundheitsunternehmen“, kurz: alle Lebensbereiche dem Diktat der Ökonomie untergeordnet werden. Kleine Bücherfreunde finden in der Rubrik Erlesenes für Kinder vielleicht ihr neues Lieblingsbuch. Viel Spaß wünschen

Bildung

Barbara Schwarz und Frauke Niemann

Pädagogische Grenzerfahrung?

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Der Erzieherberuf in Ost und West. Drei Interviews.

Kulturelle Vielfalt und Teilhabe

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OASE Berlin: Integrationsprojekte für Migranten

(Redaktion MITTENDRIN – ein Magazin des Kulturvereins Prenzlauer Berg ) Wir freuen uns über jede Wortmeldung – ob Alltägliches oder Kurioses, kleine oder größere Aufreger, Lob oder Kritik. Ganze Artikel sind genauso willkommen wie Themenvorschläge, Leserbriefe, Hinweise auf inspirierende Lektüre oder spannende Veranstaltungen im Prenzlauer Berg. Ihre Beiträge senden Sie bitte an: mittendrin@kvpb.de. Der Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist der 10. Mai 2014.

(Kiez-)Kultur Kolumne: Der springende Punkt

Impressum

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Herausgeber: Kulturverein Prenzlauer Berg e.V. Danziger Str. 50, 10435 Berlin

Gestaltung: Frauke Niemann, Barbara Schwarz

Redaktion: Barbara Schwarz (bs)/Frauke Niemann (fn)

Satz: Thilo Schwarz-Schlüßler

…sucht nach Vorbildern

Neues Mitglied im Kulturverein?

Grundlayout: Edmund Cekanavicius

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La Paloma Pankow

Spielend lernen

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Kinder-Museen in Berlin

Drei Frauen, ein Phantom Die Berliner Lesebühne Rakete 2000

22-23

mittendrin@kvpb.de 030/43202067 Verantwortlich ViSdP: Der Vorstand

Druck: Jugendmedienwerkstatt Medienpoint Norbert Winkelmann Gleimstr. 49, 10437 Berlin


Thema

Abenteuer Bildung II Was meinen wir, wenn wir von Bildung sprechen? Vieles. Wir drängen auf Bildungsgerechtigkeit, attestieren Bildungslücken, vergeben Bildungsgutscheine, mahnen mehr Herzensbildung an oder widmen uns der Persönlichkeitsbildung. Wir fördern und fordern umfassende frühkindliche Bildung, Schulbildung, Erwachsenenbildung, Seniorenbildung. Wir sprechen von Bildung als Prozess des Sich-Bildens und vom Zustand des Gebildetseins. Sucht man den kleinsten gemeinsamen Nenner unzähliger Bildungstheorien und -phänomene, lässt sich Bildung vielleicht so fassen: als reflektiertes Verhältnis zu sich, zu anderen und zur Welt.

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Halten wir fest: Bildung ist vieles, Bildung ist Selbstzweck, Bildung ist ein lebenslanger Prozess, Bildung geht alle an, Bildung kostet. Aber nicht nur Geld, sondern auch Einsicht. Denn von Wissen allein, haben wir nichts, wenn wir es nicht nutzen, um die Fragen der Gegenwart zu stellen, die für das Bestehen in der Zukunft wichtig sind. Wir brauchen Menschen, die den Mut haben, die richtigen Fragen zu stellen. Die die richtige Unterstützung und den Rückhalt erfahren, dass diese Fragen nicht als Angriff gewertet werden. Denn Bildung dient der Entwicklung und der Freiheit des Menschen und sollte nicht missverstanden oder missbraucht werden von Vorlieben, Moden und Bedürfnissen, die sich schnell ändern und nur einigen wenigen nützen. (bs/fn)

ildung bedarf der Imagination, der inneren Vorstellungskraft, das macht schon die Wortherkunft des Begriffs deutlich. Er geht zurück auf das althochdeutsche „Bildunga“, das soviel bedeutete wie „Bildnis, Gestalt, Schöpfung, sinnliche Vorstellung“. Hier manifestiert sich bereits das aktive, kreative Moment der Bildung. In Anlehnung an Humboldt lässt sie sich als Aneignungstätigkeit beschreiben, mit der sich der Mensch ein Bild von der Welt macht. Dieser Aneignungsprozess beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. Dazwischen erfährt das Bild von sich selbst und anderen in der Welt, der Welt und ihrem Geschehen stetig Veränderung durch neue Eindrücke und Erlebnisse und dem, was wir daraus ziehen. Bildung ist letztendlich das Rüstzeug, um als Mensch sein Leben und die umgebende Welt selbstverantwortlich zu gestalten, die Fähigkeit, Ziele ins Auge zu fassen und gemäß seiner eigenen Erkenntnisse tätig werden zu können.

Ganzheitlicher Ansatz Bildung darf dementsprechend nicht eingleisig sein. Um einen Platz in der Welt zu finden, Vielfalt und Unterschiede wahrzunehmen, bedarf es nicht nur eines geschulten Intellekts, sondern auch geschulter Sinne. Dieser Annahme folgend rückte in den 1980er Jahren die sogenannte Kulturelle Bildung stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Kulturelle Bildung orientiert sich an der Erfahrung, der sinnlichen Wahrnehmung, ihr Ziel ist die Heranführung an ästhetisch-gestalterische Ausdrucksformen. Sie folgt einem ganzheitlichen Lernansatz mit Kopf, Herz, Hand und allen Sinnen. Meist wird kulturelle Bildung im Zusammenhang mit der Förderung von Kindern und Jugendlichen diskutiert. Ihr Anspruch wird in den Richtlinien des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) aus dem Jahr 2012 folgendermaßen gefasst: „Kulturelle Bildung soll Kinder und Jugendliche befähigen, sich mit Kunst, Kultur und Alltag phantasievoll auseinander zu setzen. Sie soll das gestalterisch-ästhetische Handeln in den Bereichen Bildende Kunst, Film, Fotografie, Literatur, elektronische Medien, Musik, Rhythmik, Spiel, Tanz, Theater, Video u.a. fördern.“ Der Aspekt des lebenslangen kulturellen Lernens fehlt in der öffentlichen Diskussion oft. Doch kulturelle Erwachsenenbildung ist mitnichten Luxus, sondern ein wichtiger Baustein, um den Alltag zu meistern und „an der Entwicklung einer humanen Gesellschaft mitzuwirken, die Bildung als langfristiges – und nicht als kurzfristig gewinnbringend vermarktbares – Gut schätzt“ (Richard Stang). Leider versiegen immer mehr Fördertöpfe für kulturelle Erwachsenenbildung, der Blick für das gesellschaftliche Zusammenwirken als Ganzes scheint getrübt. Bildungsinhalte müssen heute vor allem eines sein: ökonomisch verwertbar und arbeitsmarktrelevant. Sind sie das vordergründig nicht, geraten sie ins Hintertreffen. Es wundert also nicht, dass das Pfund, mit der die Kulturelle Bildung nach außen hin wuchert, diese Ökonomisierungstendenz bedient: Sie befördere „Soft Skills“ wie Teamfähigkeit oder Problemlösungskompetenz, heißt es in politischen Debatten um ihre Notwendigkeit. Aber sie ist mehr als eine zweckdienliche Fähigkeit zur Berufsausübung, zum Aufstieg auf der Karriereleiter. Sich ein Bild von der Welt machen? Ein Abenteuer! Cover- und Artikelfoto: Frauke Niemann

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Thema

Lernen mit allen Sinnen Eine Kita auf Erkundungstour

„Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie dir an.“ (Kurt Tucholsky)

Das lassen sich die kleinen Gleimstrolche aus der Kita in der Gleimstraße nicht zweimal sagen und gehen auf Erkundungstour in Prenzlauer Berg und Umgebung. Mit allen Sinnen lernen, Erfahrungen sammeln, Hypothesen über die Welt aufstellen, das heißt Denken lernen - im wahrsten Sinne des Wortes, vom eigenen „Begreifen“ hin zum „Begriff“. Vielfältige Anregungen gibt es in der Kindertagestätte selbst, noch mehr in der „großen weiten Welt“.

Learning by Doing

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in häufiges Ausflugsziel der Kita Gleimstrolche ist die Schule am Falkplatz direkt nebenan. Hier gibt es einiges zu entdecken: Nicht nur die Schulhündin Emma hat das Herz der Kinder im Sturm erobert, auch die hauseigene Ökologische Lernwerkstatt, die regelmäßig besucht wird, begeistert. Was man da machen kann? Lernen natürlich, schallt es unisono durch den Raum. Und zwar eine Menge. Über Feuer, Wasser, Luft und Erde. Alles kann selbst ausprobiert und erforscht werden. In welche Richtung dreht sich das Wasser beim Ablaufen im Waschbecken? Warum schwimmt die Papierente deutlich besser auf einer Korken-Schrauben-Konstruktion? Und wieso bringt der Fön eigentlich die Feder zum Tanzen? Die Lernwerkstatt der Schule am Falkplatz in der Gleimstraße ist vormittags und nachmittags geöffnet und kann von Lehrern, Schülern, Erziehern und Kitakindern aus dem Bezirk Pankow genutzt werden. Schwerpunkt sind ökologische Themen, aber auch didaktische Materialien zu Kinderrechten und Jüdischem Leben in Berlin von 1933-42 finden sich hier.

Je nach eigener Interessenslage, Lust und Laune können Kinder sich einer Thematik auf verschiedene Weise nähern und in der Kreativ-, Experiementier-, Info- oder Schreibecke ihre Neugierde stillen. Außerdem gibt es vorbereitete „Lernbeete“, die durch handlungsbezogene Aufgaben das praktische, eigenaktive Lernen fördern. Die Lernwerkstatt setzt auf freie Lernprozesse, auf das Selbsterfahren der Welt, das Selbsterschließen von Zusammenhängen. Für die kleinen Forscher sind das eindrucksvolle Erlebnisse, die nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Fotos: Frauke Niemann

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Thema

Lernen mit allen Sinnen Eine Kita auf Erkundungstour

„Ganz weit weg - und doch so nah!“ Ein anderer toller Ort, um Neues zu entdecken, ist das Labyrinth Kindermuseum Berlin, finden die Gleimstrolche (s. auch Seite 20/21: Kindermuseen in Berlin). In der Erlebnisausstellung Ganz weit weg - und doch so nah unternahmen sie eine regelrechte Weltreise. Was kleine Weltenbummler dort erwartet? Jede Menge Antworten auf unzählige Fragen: Wie leben Kinder in anderen Teilen der Welt? Was essen sie? Wie sehen ihre Häuser aus, wie ihr Alltag? Das Entdecken von Unterschieden und Gemeinsamkeiten macht Spaß! Spielzeugsushi wechselt die Teller, auf dem Verwandlungsbasar gibt es bunte Stoffe, mit denen sich nicht nur ein Turban wickeln lässt, und aus Röhren und Seilen lässt sich mit ein bisschen Geschick ein kleines Traumhaus bauen: Vielfalt ist Trumpf. (Phantasie-)Reisen, wie sie das Labyrinth Kindermuseum möglich macht, helfen dabei, andere zu verstehen. Sie erweitern den eigenen Horizont und machen kritisch: Wer „Anderssein“ von Anfang an als positiv und bereichernd erlebt, ist nicht empfänglich für Vorurteile gegenüber fremden Kulturen und Bräuchen. Die Gleimstrolche gehen auf jeden Fall weiter mit offenen Augen durch die Welt – und vielleicht bald in die Luft. Das nächste Ausflugsziel? Der Flughafen Schönefeld! (fn)

Labyrinth Kindermuseum Berlin

Schule am Falkplatz

Osloer Straße 12, 13359 Berlin Telefon: 030 / 800 93 11 50 www.labyrinth-kindermuseum.de

Gleimstraße 49, 10437 Berlin Telefon: 030 / 44 38 75 10 www.schule-am-falkplatz.de

Dieser Artikel fußt auf Interviews mit Kindern aus zwei Gruppen des Hauses 1 der Gleimstrolche. Es machte ihnen sichtlich Spaß über ihren Kitaalltag zu berichten. Für uns eine Möglichkeit der aktiven Teilhabe, wir bedanken uns für den Einblick. Fotos Frauke Niemann und KIta Gleimstrolche

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Shortstories

SommerSonnenWendeKunstMarkt Fête de la Musique im ZENTRUM danziger50 Am 21. Juni 2014 wird gefeiert, endlich Sommeranfang. Ein Ereignis, das in ganz Berlin auf unzähligen Bühnen und in spontanen Happenings im Rahmen der Fête de la Musique lautstark und bis tief in die Nacht zelebriert wird. Auch Haus und Hof des ZENTRUM danziger50 stehen im Zeichen von Sommer, Sonne und Musik. Parallel wird ein Kunstmarkt angeboten, 44 Stände im Haus und acht Marktstände im Garten bieten viel Platz für ein buntes, vielfältiges Angebot.

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ie Fête de la Musique wird 20. Das ZENTRUM danziger50 ist 2014 dabei und lädt ein zum Zuhören, Schauen und Stöbern. Natürlich gibt es pünktlich zum traditionellen Musikevent auch etwas auf die Ohren. Die Bühne im Hof ist von 17 bis 21 Uhr geöffnet, in der Kellerbar geht es ab 22 Uhr musikalisch weiter. Wer möchte, kann den Live-Sound mitnehmen und mit kleinen tragbaren Radios im Gepäck die Stände des Kunstmarkts unter die Lupe nehmen. CDs und Platten, antiquarische Bücher, coole kleine Modelabels, eingefleischte Privathändler – hier gibt es alles, was das Trödlerherz begehrt. Wirklich jeder Ort steht zur musikalischen Eroberung bereit. Selbst das Vordach des Kellereingangs wird zur Bühne. Die Feuertreppe? Ein idealer Platz für ambitionierte E-Gitarren-Solisten. Und Pausen zwischen den Konzerten? Das muss nun wirklich nicht sein. Instrumente schultern und durch die Stände laufen, heißt die Devise. Das ganze Spektakel wird live übertragen auf www.rockradio.de. (bs/fn)

Wer Lust hat, die Bühne zu beleben, einen Stand zu gestalten oder mehr Informationen möchte, kann sich gerne melden unter: presse@danziger50.de

Foto: designritter/ © Pixelio

Gemeinsam Gast sein Die Familienbereiche in den Kitas des Kulturvereins Mit Mitteln aus dem Förderbereich „Bildung im Quartier“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wurden die Familienbereiche „über-brücken“ ins Leben gerufen. Seit August 2013 gibt es zusätzlich zum Familienzentrum Kita Kiezeulen auch den Schauplatz im Haus 2 in der Kita Gleimstrolche.

Die nächsten Termine in den Familienbereichen:

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eben den bewährten Angeboten Kinder lesen für Kinder, Vorträge aus dem Programm Starke Eltern, starke Kinder, Märchenerzählerstunden und Kunst-Workshops für Familien, gibt es seit Beginn des Jahres auch eine Koch AG. Hier können Eltern und ihre Kinder alle zwei Wochen samstags von 11-14 Uhr gemeinsam kochen. Jedes Mal gibt es ein „Gastgeberland“, und gemeinsam wird eine landestypische Spezialität zubereitet. Zuletzt gab es ein „Interkulturelles Frühstück“ mit Leckereien aus Holland, Portugal, der Türkei und einigen Regionen Deutschlands.

Ort: GLEIMSTROLCHE, Gleimstraße 46, 10437 Berlin 3. April und 8. Mai.,16:30 Uhr: Kinder lesen für Kinder. 7. April, 12. Mai, 22. Mai, 16:30 Uhr: Kunst macht Spaß. Bildbetrachtung. 9. April, 16:30 Uhr: Märchenlesung. 26. April, 11 Uhr: Nachösterlicher Brunch. 10. Mai, 11-14 Uhr: Koch AG „Und was kochst Du?“

Alle nutzten die Zeit zum Spielen, für gegenseitigen Austausch oder Kennenlernen, Planungen für die kommenden Wochen und inhaltliche Gespräche. Der Familienbereich steht Eltern und Kindern aus beiden Häusern offen, und die Angebotspalette wächst stetig weiter. So wird es zukünftig ein Yogaangebot für Eltern und ihre Kinder geben. In allen Angeboten ist deutlich zu spüren, dass Zeit ein kostbares Gut ist, das gut genutzt etwas äußerst positives für Familien darstellt. Familienzentren ermöglichen diesen Mehrwert in ihren Konzepten. An der Langen Nacht der Familie am 25. Mai nehmen beide Familienbereiche teil. Ein Märchen-Kunst-Spaziergang macht den Brückenschlag und verbindet beide Orte in einem ca. 40minütigen abendlich-abenteuerlichen Fußmarsch vom Familienzentrum Kiezeulen bis zum Familienzentrum Gleimstrolche. An mehren Stationen können Kinder und ihre Eltern einem Märchenerzähler lauschen und kleine Straßenkunstwerke malen und so eine märchenhafte Spur hinterlassen. (bs)

Ort: KIEZEULEN, Eulerstraße 19, 13357 Berlin Jeden Dienstag und Donnerstag, 13-17 Uhr: Offene Familienbibliothek „Fachbuch und Kaffee“. 15. Mai, 16:30 Uhr: Kinder lesen für Kinder. 24. Mai, ab 17 Uhr: Lange Nacht der Familien (Ausklang in der Kita Gleimstrolche).

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Shortstories

Bildung to go Ein Kinder-Kunstspaziergang durch den Prenzlauer Berg Kulturvermittlung im Vorübergehen, geht das? Aber ja! Berlin ist reich an Kunstwerken. Skulpturen, Installationen und andere Kunstformen finden sich nicht nur im Museum, sondern an fast jeder Ecke: in Parkanlagen, an Häuserfassaden, auf öffentlichen Plätzen. Sie sind für jeden frei zugänglich. Ihre Betrachter müssen sich nicht an Öffnungszeiten halten und keinen Eintritt zahlen. Und Kunstwerke im öffentlichen Raum haben der Museumskunst noch etwas voraus: Sie können berührt werden. Eine Vorschulgruppe der Kita Gleimstrolche ging auf Tuchfühlung und machte eine Kunst-Entdeckertour im Prenzlauer Berg.

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ie Kinder unterm Regenschirm von Stefan Horota bilden den Anfang. Der Tröpfelbrunnen mit dem Geschwisterpaar aus älterer Schwester und jüngerem Bruder an der Danziger Straße wird in Augenschein genommen, nichts bleibt unentdeckt und unkommentiert: Der Zopf des Mädchens hat einen so schönen Schwung! Und jeder Zeh wird einzeln berührt: „Kalt und glatt fühlen die sich an!“

Guck mal, da ist noch Kunst! Weiter geht die Reise. Auf zum Bezirksamt Fröbelstraße. Auf dem Gelände gibt es einiges zu entdecken. Die Debütantin von Michael Klein z.B., für die Kinder einfach die „Tänzerin“. Auch Der stehende Knabe von Carin Kreuzberg, Die große Badende von Wieland Förster und die Mutter mit zwei Kindern von Käthe Kollwitz finden sich hier. Und wer glaubt, ein Kunstwerk auslassen zu können, hat die Rechnung ohne die Kinder gemacht. Schnell schärft sich der Blick: „Guck mal, da ist noch Kunst!“ Nach ausgiebiger Betrachtung geht es weiter. Vorbei an zwei von Gunther Demnig künstlerisch gestalteten Stolpersteinen, die dem Gedenken an das Schicksal jüdischer Mitbürger gewidmet sind. Ein nächster Halt wird auf dem Helmholtzplatz eingelegt. Hier erregen die beiden Spielenden Bären, ebenfalls von Stefan Horota, die Aufmerksamkeit der Kinder. Wieder ist der Tastsinn gefragt: Rau und hubbelig ist der Stein, aus dem die Bären sind, da sind sich alle einig. An allen Kunstwerken können die Kinder ein Musterbuch bestücken, indem sie die Oberfläche der Kunstwerke durch Schraffieren einfangen. Am Ende gibt es noch ein selbst hergestelltes Malbuch. Hier sind alle Kunstwerke abgebildet und kurze Informationen dazu zusammengestellt, sodass die Kinder ihren Eltern zuhause hautnah vom Erlebten berichten und das Gesehene zeigen konnten.

Kunstbetrachtung stärkt Bildungsfähigkeit Ein Kunstspaziergang kann viel bewirken und bleibt den Kindern lange im Gedächtnis. Kunstbetrachtung stärkt nachhaltig die Bildungsfähigkeit im Kindesalter und unterstützt Kinder dabei, ihre Phantasie zuzulassen, nachzudenken und die Gesetzmäßigkeiten der Welt zu hinterfragen. Sie ist ein komplexer Prozess, bei der viele Faktoren eine Rolle spielen. Denn Bildung wird erst durch Kulturerfahrung zu einem ganzheitlichen Erlebnis, in dem sich kreative, kognitive, ästhetische, sinnliche, emotionale und soziale Fähigkeiten vermischen. Kunstwerke können in jedem Bezirk, jedem Stadtteil und jedem Kiez entdeckt werden. Zu den Kunstspaziergängen wie auch zu den Kunstworkshops, die der Kulturverein Prenzlauer Berg anbietet, gibt es begleitendes Material, z.B. Aus- und Weitermalbücher, die die weitere Beschäftigung mit dem Gesehenen fördern und die eigene Kreativität anregen. (bs) Sie wollen mit Kindern Kunst entdecken? Infos und Anmeldung zum Kunstspaziergang im ZETRUM danziger50, Ansprechpartnerin: Barbara Schwarz, Tel: 030 – 43 20 20 67. Fotos: Magda Mazur-Winkler

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Shortstories

Kunst verträgt luftige Höhe Die Galerie unter der Treppe Kunst findet man manchmal dort, wo man sie nicht vermutet. Die „Galerie unter der Treppe“ im Treppenhaus des ZENTRUM danziger50 ist so ein Ort. Nur wer den Blick nach oben richtet, kommt in ihren Genuss. Wechselnde, an Stahlseilen befestigte Exponate schmücken alle Treppenunterseiten des dreistöckigen Gebäudes und laden zum Betrachten ein. Also: Kopf hoch, in den nächsten Monaten gibt es einiges zu sehen!

Bianka Sauer: „Erfurt-Sheffield-Berlin“

Norbert Winkelmann: „NEBEL und ALLES GUTE“

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Am 29. April lädt Bianka Sauer zur Vernissage ihrer Fotoausstellung Erfurt-Sheffield-Berlin ein. Ihre Bilder dokumentieren drei Städte, drei Lebensstationen, drei Gebäude-Ensemble, die exemplarisch sind für die Architektur, die Visionen und den Pragmatismus der 1960er bis 1980er Jahre. Alle Fotografien der Ausstellung entstanden während des bereits längeren Leerstandes der Gebäude und des teilweisen Abrisses. Sie zeigen eine Ästhetik des Verfalls, geben Einblicke und Stimmungen wieder, die die Künstlerin zu dieser Arbeit bewegt hat.

och bis zum 22. April sind in der Galerie unter der Treppe Fotografien von Nobert Winkelmann ausgestellt. Winkelmann ist Drucker und Fotografie-Autodidakt. In seiner ersten Ausstellung in der Galerie Olga Benario befasste er sich mit der Lebenssituation der Sinti und Roma in der Shutka, im ehemaligen Jugoslawien. Danach folgten Ausstellungen im Wohnzimmer und im ACUD. Er selbst bezeichnet sich als „Übergangsfotograf“ von analog zu digital.

NEBEL und ALLES GUTE - diese beiden Begriffe stehen im Zentrum der Ausstellung in der Galerie unter der Treppe. „Die NEBEL-Bilder entstanden in der Botanischen Anlage Blankenfelde“, so Norbert Winkelmann im Gespräch. „ALLES GUTE ist mir nach dem Besuch eines Gesundheitstages im Jobcenter Pankow widerfahren. Ich durchstreifte anschließend den Bezirk und stieß auf einen verlassenen Rolli mit Holzrädern, dazu ein selbstgemaltes Holzschild mit der Aufschrift: Wer es brauchen kann, bitte mitnehmen. Alles Gute. ALLES GUTE habe ich ursprünglich als Auftragsarbeit für das Nordstadtfest der Künste, Berlin trifft Velbert in Velbert bei Düsseldorf konzipiert. Jetzt kommt es in der Galerie unter der Treppe ein zweites Mal zur Ausstellung.“

Die Bilder stehen allesamt für den Wandel unserer Zeit, für Auf- & Umbruch und dem damit verbundenen Wechselspiel von Nostalgie und Fortschritt. Inhaltlich wird die Ausstellung begleitet durch Informationsmaterial zu den jeweiligen Orten, deren Historie und jetziger bzw. zukünftiger Nutzung. Außerdem wird sie ergänzt durch Detailfotografien, die in den jeweiligen Städten entstanden sind und einen individuellen sowie universellen Blick zulassen. Di, 29. April, 19 Uhr: Vernissage zur Foto-Ausstellung Erfurt-Sheffield-Berlin mit DJ-Set von DJ RamDon (eclectic mix of experimental music of all genres by artist Séamus O`Donnell), Ausstellungsdauer: 30. April 14 – 15. Juni 2014.

Galerie unter der Treppe. Ein Projekt von kulturbus.net e.V. Kontakt: Barbara Schwarz, Tel: 030 43202067, post@kulturbus.net

Fotos: Frauke Niemann, Bianka Sauer

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Shortstories

Lasst uns staunen! Theater und Gesellschaft präsentiert Geld, Macht, Visionen

Theater und Gesellschaft

„Visionen“ ist der dritte und letzte Teil der Trilogie „Geld, Macht, Visionen“. Und nomen est omen: Im Finale erschafft das spielfreudige Ensemble um Cathérine Welly und Evelyn Maguhn mit vollem Körpereinsatz surrealistisch anmutende wabernde Trug- und Traumbilder. „Visionen“ bildet den krönenden Abschluss einer thematisch und spielerisch ineinander verflochtenen Ménage-à-trois.

Darsteller: Saskia Recarda Adrian, Pasquale Bombacigno, Mary Braatz, Nicolas Dinkel, Ramona Eitel Villar, Anne-Kathrin Hertzsch, Mia Kaspari, Evelyn Maguhn, Fabian Regensburger, Gabriele Sander, Stefan Weigel Regie: Cathérine Welly Dramaturgie: Evelyn Maguhn Projektleitung: Thilo Schwarz-Schlüßler Technik: Klaus Kindling, Michael Dörner Sound: Alexander Zerning Komposition: „Jahrmarkt“: Fabian Regensburger Öffentlichkeitsarbeit: Andreas Bonal Cesar Philosophen: Hans Schulze, L. Micha

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en visionären Zuschauer erwartete gleißendes Weiß, fast als hätte der weiße Tod aus den ersten beiden Teilen der Triologie, Geld und Macht, gewonnen, indem er sich ausbreitet. Scheinbar ohne Zeit, Raum und Endlichkeit philosophieren die Figuren, ohne Angst, losgelöst von Zwängen: Denken dürfen, Reflektion, Innenschau. Ist das Freiheit? Die vierte Wand ist porös: Einige Schauspieler sitzen als Visionsträger mitten unter den Zuschauern und beginnen hier ihren Erkenntnisweg. Alles ist durchlässig, offen für eine Zukunft, die ein jeder mitgestalten kann – und sollte.

Visionen greift alle Themen aus den ersten beiden Teilen wieder auf, kombiniert sie neu und betrachtet sie aus anderen Blickwinkeln. Welche Macht hat Geld, und was macht es mit dem Einzelnen? Was macht uns glücklich? Sind wir der Spielball der Existenz oder sind wir die Gestalter? Wann hört der Mensch auf zu staunen? Hätte ich Wünsche frei, was würde ich wählen? Hab ich genug Platz für Visionen oder werden sie von Ängsten überdeckt? Theater und Gesellschaft ist ein Projekt des Kulturverein Prenzlauer Berg, dessen einjährige Förderung Ende März 2014 endet. Mit viel Enthusiasmus, Können, Phantasie und Durchhaltevermögen hat sich das Ensemble die drei von der Projektleitung vorgegebenen Begriffe Geld, Macht und Visionen zu eigen gemacht, sie erarbeitet, erkämpft, und erspielt. Dabei herausgekommen ist eine rasante Road-Trilogie, die bereits 400 Zuschauer zum Staunen und Nachdenken angeregt hat. (bs) Foto: Andreas Bonal Cesar

In eigener Sache Peter Aderhold sagt: Dankeschön und auf Wiedersehen! 18 Jahre und sieben Monate Kulturverein liegen hinter mir, was vor mir liegt, wird sich mir bald erschließen. Und meine Zukunft werde ich sicherlich nicht im Lehnstuhl vor dem Fernseher verbringen! Musik und Bewegung, Hobbys, Garten und vor allem: immer etwas für die Gesundheit tun! Ein ganz herzliches Dankeschön allen lieben Menschen, die meinen vorletzten „Arbeits“tag in fröhlicher Runde begleitet haben. Danke für viele Worte, die mich berührt haben, danke für Geschenke, die mich an Euch alle erinnern werden. Ich komme gern wieder vorbei, immerhin bin ich ja auch noch KV-Mitglied, möchte noch helfen, die Q vom Eise zu ziehen, und es interessiert mich auch, wie es „meinem“ (´tschuldigung) BeWo geht.

… heute ist ein ganz normaler Tag, oder? Eigentlich schon, aber auch wieder nicht, denn - - - heute ist mein letzter Arbeitstag. Was heißt letzter Arbeitstag? Ab morgen Urlaub? Ab morgen arbeitslos bzw. arbeitssuchend? Oder vielleicht krank? Nein, nichts von alledem: morgen beginnt mein neues Leben – ich bin Rentner! Ein noch recht eigenartiges Gefühl! Wie oft schon hatte ich gesagt: „Na, wenn ich Rentner bin, dann …“ Aber nun ist es plötzlich soweit.

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er gestrige Tag war sehr aufregend für mich, nicht im wörtlichen Sinne, denn aufgeregt habe ich mich ganz sicher nicht. Angesetzt war eine Zusammenkunft aller am Qualitätsmanagement des Kulturvereins Beteiligten, also Geschäftsführung, Vorstand, die Verwaltung und das Betreute Wohnen. Es lief auch alles in geordneten Bahnen; bis ich in die abbaubar im Keller der danziger50 komplimentiert wurde. Hier angekommen, erwarteten mich - außer den schon Anwesenden – die Leiterinnen der Kitas, der ehemalige Nachtdienst und eine ehemalige Mitarbeiterin des BeWo und … ein überaus üppiges Buffet vom Feinsten!

In alter und bewährter Verbundenheit bleibe ich also Euer (nun ehemaliger) Kollege

Peter Aderhold

Was dann passierte, überstieg aber bei Weitem meine kühnsten Erwartungen: meine lieben Kolleginnen sangen ein Lied für mich, wir stießen mit einem Glas Sekt an, und alle Anwesenden fanden liebevolle Worte für meine „arbeitsfreie“ Zukunft. Und nicht nur das. Ich wurde förmlich überschüttet mit wunderschönen Geschenken, Blumen, Gutscheinen für verschiedene Gelegenheiten, Büchern, Theaterkarten … Ich war recht ergriffen, und bei meinen spontanen Dankesworten saß mir ein ziemlicher Kloß im Halse!

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Bücher

Höher, schneller, weiter Paul Verhaeghe: Und ich? Identität? Gibt es nicht, sagt Paul Verhaeghe. „Wer wir werden, hängt größtenteils von unserem Umfeld ab.“ Und das scheint einen Wandel vollzogen zu haben, der uns nicht gut tut, betrachtet man die stetig steigende Zahl seelischer Krankheiten wie Burnout, Depression und Angststörungen. Auch Kindern wird immer häufiger ein Neben-der-Spur-sein attestiert, die Diagnose in unzähligen Fällen: ADHS, das sogenannte Zappelphilippsyndrom.

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Buchtipp

as ist da los? Überall nur eingebildete Kranke, Drückeberger und verwöhnte, aufmerksamkeitsheischende Gören? Nein, unser Seelenzustand ist laut Psychoanalytiker Verhaeghe die Folge eines Gesellschaftsmodells, das eine neue Identität mit anderen Werten und Normen hervorgebracht hat. Er nennt sie die „EnronGesellschaft“. Enron, die nach eigenem Dafürhalten „worl‘d greatest compagny“, steht Pate für ein sozialdarwinistisches Prinzip, dessen Primat die messbare Produktivität ist: Die Mitarbeiter mit der höchsten Produktivität erhalten sämtliche Boni, die mit der niedrigsten werden gefeuert – allerdings erst nach öffentlicher Demütigung: der Offenlegung der verfehlten Zielvorgaben mit Namen und Foto der Versager auf der Firmenseite.

Messbarkeit und die Mär von den unbegrenzten Möglichkeiten Mittlerweile sind solche Rank-and-Yank-Systeme allgegenwärtig: In allen gesellschaftlichen Bereichen wird gerankt, evaluiert und gebenchmarkt, was das Zeug hält. „Messung und Messbarkeit bestimmen, was Qualität ist, und was nicht messbar ist, zählt nicht.“ Paul Verhaeghe beschreibt präzise die absurden Auswüchse des Ökonomiediktats im Bildungsund Gesundheitswesen, entlarvt die Zahlenhörigkeit als fatal und gefährlich und die vermeintlichen Qualitätssteigerungen als Farce: „Sagt die Zahl der Sterbefälle etwas über die Qualität eines Krankenhauses aus? Oder eher etwas über die Art von Patienten, die dort aufgenommen werden? Wenn solche Zahlen Teil des Evaluierungssystems sind und damit die Subventionierung beeinflussen, wird so manches Krankenhaus nicht zögern, Patienten im Endstadium woanders unterzubringen.“ Das Evaluierungskarussell dreht sich munter weiter und macht auch vor uns selbst nicht halt. Aus vermeintlicher individueller Freiheit wird der Zwang zur Selbstoptimierung. Denn die neoliberale Maxime „Belohnt wird, wer tüchtig ist“ haben wir alle verinnerlicht. Jeder bekommt, was er verdient? So will man uns weismachen, urteilt Verhaeghe. Die vielbeschworene Chancengleichheit sei nur eine Illusion: „Die neoliberale Meritokratie gaukelt uns vor, dass Erfolg von den eigenen Anstrengungen und Talenten abhängt.“ Jeder trägt für alles selbst die Verantwortung, wer versagt, hat sich also nicht genug Mühe gegeben und ist selbst Schuld an seiner Situation. Oder mit anderen Worten: „Wenn Erfolg das Kriterium für eine normale Identität ist, dann wird das Versagen zum Symptom für eine gestörte.“ So haben laut Verhaeghe bezeichnenderweise fast alle bei Kindern diagnostizierten „psychischen Störungen“, wie das bereits erwähnte ADHS, etwas mit Schulversagen zu tun.

Unterm Strich Paul Verhaeghe gibt in seinem Buch Und ich? einen interessanten Einblick in die menschliche Identitätsgeschichte von Aristoteles bis heute. Auf dieser Grundlage entwickelt er den Befund vom krankmachenden Neoliberalismus - kein neuer Gedanke, sicherlich. Das macht Verhaeghes kritische Abhandlung aber nicht weniger lesenwert! Wer allerdings hofft, im letzten Kapitel Das gute Leben einen wirklichen Gegenentwurf präsentiert zu bekommen, wird leider enttäuscht. Hier bleibt Verhaeghe mehr als schwammig, fordert auf zu mehr „Bürgersinn“ und „Selbstsorge“. (fn) Paul Verhaeghe wurde 1955 im belgischen Roeselare geboren und ist klinischer Psychologe und Psychoanalytiker. Seit 1992 lehrt er Klinische Psychodiagnostik, Psychoanalytische Therapie und Geschlechterforschung an der Universität Gent. Der Freud- und Lacan-Spezialist ist Autor mehrerer Bücher, u.a. Liebe in Zeiten der Einsamkeit“ und Über Normalität und andere Erkrankungen.

Paul Verhaeghe: Und ich? Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft Verlag Antje Kunstmann, München 2013 252 Seiten, geb., 19,95 Euro © Verlag Antje Kunstmann

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Bücher

Erlesenes für Kinder Viele Bücher machen klücher… Diese Bücher wurden auf die Probe gestellt, haben gewissermaßen einen zweifachen Kinder-TÜV passiert. Seit einiger Zeit gibt es in den Familienbereichen der Kitas Kiezeulen und Gleimstrolche abwechselnd die Veranstaltung „Kinder lesen für Kinder“. Das Konzept ist einfach: Schulkinder lesen Kitakindern ihre Lieblingsbücher vor. Wir stellen ihnen ausgewählte Schätze vor. (fn)

Malwine in der Badewanne von Steven Kellogg

Es ist wieder soweit, Ulli hat Geburtstag. Und wie jedes Jahr bekommt er von seinem Onkel Mac Allister aus Schottland etwas für seine Naturkundesammlung. Diesmal eine rosa Kaulquappe aus dem fernen Loch-Ness. Ulli freut sich: Endlich ein eigenes Haustier! Er tauft die Kleine „Malwine“ und nimmt sie samt Wasserglas mit in die Schule. Seine Lehrerin erklärt Ulli und den anderen Kindern, wie sich die Metamorphose einer Kaulquappe zu einem Frosch vollzieht. Doch es ist merkwürdig, Malwine erweist sich als äußerst gefräßig und verputzt Käsebrot um Käsebrot. Anstalten, sich in einen Frosch zu verwandeln, macht sie nicht. Schnell wird ihr das Glas zu klein, dem Spülbecken und auch der heimischen Badewanne entwächst Malwine im Handumdrehen. Jetzt reicht es Ullis Eltern, Malwine muss in den Zoo. Doch das kommt nicht in Frage: Ulli setzt alle Hebel in Bewegung und steht für seine (mittlerweile riesige) Freundin ein. Ob er ein schönes Zuhause für Malwine findet? Und, auweia, der nächste Geburtstag steht auch schon vor der Tür! Malwine in der Badewanne ist ein wunderschön illustriertes Buch, das Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Spaß macht und die Themen Verantwortung und Freundschaft phantasievoll und ohne erhobenen Zeigefinger behandelt. Vorsicht, Malwine „mutiert“ ganz schnell zum Lieblingsbuch! Steven Kellogg: Malwine in der Badewanne. Oetinger Verlag. Ersterscheinung Februar 1979, 12 Euro, geb. Altersempfehlung: ab 4 Jahren.

© Oetinger Verlag

Kein Tag für Juli

von Jutta Bauer und Kirsten Boie Was für ein Misttag. Juli, eigentlich Julian, hat die Nase voll. Die Mädchen im Kindergarten lachen über ihn, weil er seine Hose nicht ordentlich zu bekommt, was ihm schon schwante, als er die doofe Jeans am Morgen anziehen musste. Er gerät in einem Boxkampf mit dem unerfreulicherweise deutlich stärkeren Kai, und auf seiner Stulle ist ekliger Reformhaus-Aufstrich. Als er nach Hause kommt wird’s auch nicht besser: Als wäre ein Baby im Haus nicht genug, sitzt seine Mama mit einem Haufen Minimenschen und ihren Müttern im Wohnzimmer. Um Juli kümmert sich keiner. Und zu allem Überfluss bleibt sein allerliebstes Kuschel-Glühwürmchen unauffindbar. Juli reicht´s, er macht sich aus dem Staub. Auf dem Spielplatz ist es gar nicht so übel. Und es wird noch besser. Als sich abends in Papas Armen der ganze Frust in Tränen verwandelt, und er sich richtig ausheulen kann, „hört der verquere Tag doch noch auf, verquer zu sein“: Da drüben im Gebüsch, da blinkt doch was? Jutta Bauer und Kirsten Boie: Kein Tag für Juli. Beltz & Gelberg Verlag. Ersterscheinung 2004, 5,95 Euro, broschiert. Altersempfehlung: ab 4 Jahren.

© Beltz & Gelberg Verlag

Komm, wir finden einen Schatz von JANOSCH

Was ist das größte Glück der Erde? Der kleine Tiger und der kleine Bär sind sich einig: Reichtum. Wer reich ist, kann sich Forellen kaufen und Bienenstich zum Nachtisch und hat keinen knurrenden Magen, wenn das Anglerglück mal ausbleibt. Und überhaupt, der kleine Tiger und der kleine Bär brauchen noch viele Dinge, um wirklich richtig glücklich zu sein: z.B. eine Hollywoodschaukel, ein Schlauchboot und eine rote Lampe. Ein Schatz muss her und zwar sofort. Der kleine Tiger und der kleine Bär machen sich auf den Weg. Mit vereinten Kräften werden Feld, Wald und Wiesen durchkämmt, Löcher in die Erde gegraben, Flüsse erkundet, Maulwurf, Löwe und Co. befragt. Doch alle Mühe scheint vergeblich, weit und breit kein Schatz in Sicht. Müde legen sich die beiden am Fuße eines großen Baums schlafen. Am nächsten Morgen trauen sie ihren Augen kaum: Die Äpfel des Baumes sind aus Gold. Sie sind reich! Doch der ersehnte Reichtum beschert ihnen eher Probleme als das große Glück. Am Ende der Reise ist es beiden klar: Das Glück findet sich ganz woanders. Janosch gelingt es, kleinen Menschen große, gewichtige Fragen näherzubringen, federleicht und mit einer ordentlichen Prise Humor. Bleibt nur eines festzuhalten: Komm, wir finden einen Schatz gehört in jedes Kinderbuchregal! JANOSCH: Komm, wir finden einen Schatz. Beltz & Gelberg Verlag. Ersterscheinung 1979, 5,95 Euro, broschiert. Altersempfehlung: ab 4 Jahren.

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Bildung

Pädagogische Grenzerfahrungen? Der Erzieherberuf in Ost und West. Drei Interviews. Natürlich. Wir hatten auch Psychologie und Spracherziehung, Deutsch, Musik und Naturwissenschaften. MITTENDRIN: Hattest du ein Lieblingsfach? Nein, eigentlich nicht. Am besten hat mir immer die praktische Arbeit mit den Kindern gefallen. Ich wollte schon immer beruflich etwas mit Kindern machen. Und fand es gut, dass der Praxisanteil von Anfang an sehr hoch war. Theorie und Praxis haben sich während der Lehre immer abgewechselt. Wir hatten drei Wochen Schule und waren dann wieder drei Wochen in unseren Einrichtungen, so dass wir immer Kontakt zu den Kindern hatten. MITTENDRIN: Was ihr in der Theorie gelernt habt… …konnten wir immer gleich anwenden. Und mit unseren Mentoren besprechen. Unsere Krippe war ja eine Ausbildungseinrichtung fürs erste bis dritte Lehrjahr. Die Lehrausbilder waren hier vor Ort. Und die Kollegen in den Gruppen waren sogenannte „Lehrbeauftragte“ , wie ich dann nachher auch. Die Fachschüler waren in den Praxiszeiten immer in ihrer eigenen Gruppe, so dass sie ihre Kinder kannten. Und wenn sie nach drei Wochen wiederkamen, wussten die Kinder das ganz genau und haben schon darauf gewartet. Im dritten Lehrjahr war dann der Praxisfokus noch stärker. Außerdem haben wir in der Lehrzeit mehrere Praktika absolvieren müssen. Ich war z.B. drei Wochen in der Mütterberatung. MITTENDRIN: Was kann man sich darunter vorstellen? Da musste jede Mutti mit ihrem Neugeborenen vorstellig werden. In der DDR war es so: Es gab einmal vor der Geburt Geld, dann zur Geburt und danach. Und nach der Geburt kriegtest du das Geld nur, wenn du in die Mütterberatung gegangen bist mit dem Kind. Zum Wiegen, zum Messen, zur Ernährungsberatung. Und die Mütterberatung ist auch in die Haushalte gekommen, um zu gucken, ob die Kinder richtig versorgt sind. In der Poliklinik war ich auch drei Wochen und dann noch in Königsheide im Kinderheim, was mich sehr beeindruckt hat.

Die Kita Dreikäsehoch in der Mandelstraße im Prenzlauer Berg gibt es seit über 50 Jahren. Christa Ihlenfeld hat hier vor der Wende ihre Ausbildung gemacht, und ist der Einrichtung, die seit 1996 in der Trägerschaft des Kulturverein Prenzlauer Berg steht, auch nach dem Mauerfall treu geblieben. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen im Erzieherberuf und erzählt von der Ausbildungssituation und Arbeitsweise in der ehemaligen DDR.

MITTENDRIN: Worauf wurde denn pädagogisch in der Ausbildung Wert gelegt? Namen, die mir in Erinnerung geblieben sind, sind z.B. Fröbel und Makarenko. Es gab natürlich auch ein Erziehungsprogramm. Im Gegensatz zu den heutigen Richtlinien, wie sie z.B. das Berliner Bildungsprogramm festlegt, war alles ein bisschen bestimmter und konkreter. Es war genau aufgelistet und nach Monaten gegliedert, was wann erreicht werden musste. Auch in ganz praktischen Belangen, die Kinder waren z.B. fast alle mit einem Jahr sauber. Es wurden insgesamt viel mehr Vorgaben gemacht, in allen Bereichen.

MITTENDRIN: Liebe Christa, du bist zwar nicht seit dem ersten Dreikäsehoch-Tag dabei, aber schon eine ziemlich lange Zeit Teil des Teams, oder? Christa Ihlenfeld: Ja, vor 45 Jahren, im September 1969, habe ich meine Ausbildung hier im Haus begonnen. Damals war es eine reine Krippe, der Kindergarten war nebenan. In der DDR waren das getrennte Einrichtungen und auch unterschiedliche Ausbildungen. Es gab Kinderkrippen für die Kleinsten und Kindergärten für die Dreibis Sechsjährigen. Mein Ausbildungsberuf hieß Krippenerzieherin. Das bedeutete zweieinhalb Jahre medizinische Fachschule. Ich hatte ganz viel Gesundheitserziehung, Krankheits- und Ernährungslehre und Anatomie. Natürlich auch Pädagogik. Aber der Schwerpunkt lag ganz klar auf dem Medizinischen. Die Krippen waren dem Gesundheitswesen zugeordnet, die Kindergärten an das Ministerium für Volksbildung angeschlossen.

MITTENDRIN: Hat sich das auf die Arbeitsweise ausgewirkt, war sie damals deutlich anders als heute? Was hat sich hier im Haus verändert? Das Haus selbst war innen völlig anders aufgeteilt, und wir hatten kleinere Gruppenräume. Es gab eine Säuglingsabteilung zu DDRZeiten, das war schon sehr anders. Wir haben die komplette Säuglingspflege gemacht, für die Kleinen gekocht, ihre Nägel geschnitten, die Ohren saubergemacht, sie gebadet. Und das Säuglingsbad war eine extra Prüfung. Es gab genaueste Vorschriften, wie das Baby genommen werden musste, wie gedreht, wie gewaschen, was man mit dem Handtuch macht usw. Eine Wissenschaft für sich. Kann man

MITTENDRIN: Gab es denn neben medizinischen und pädagogischen Fächern noch andere Unterrichtsinhalte?

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Pädagogische Grenzerfahrungen? Der Erzieherberuf in Ost und West. Drei Interviews. sich heute gar nicht mehr vorstellen. Außerdem kam der Krippenarzt einmal pro Woche zu uns. Die Kinder wurden hier behandelt, außer, wenn sie hohes Fieber hatten. Sie wurden auch hier geimpft, haben, wenn nötig, Medikamente bekommen, die die Apotheke uns angeliefert hat. Der Balkon hier am Haus wurde damals gebaut, damit die Säuglinge an der Frischluft liegen konnten. Sie wurden jeden Tag eingepackt – damals gab es viel mehr Personal – und haben draußen geschlafen. Für die Bronchitis-Kinder war das ganz toll. Nur wenn die Kinder richtig Fieber hatten, mussten sie zuhause bleiben.

MITTENDRIN: Mittlerweile werden bei den Dreikäsehochs ja nicht mehr nur die Kleinsten von null bis drei, sondern auch die Drei- bis Sechsjährigen betreut. Das bedeutete doch auch eine Umstellung für dich, oder? Ja, sicher. Und wir mussten auch nochmal zur Schule. Nach der Wende hatten wir ein Jahr lang einen ESF-Kurs, damit wir als gelernte Krippenerzieher auch die größeren Kinder betreuen durften. Ich fand das sehr interessant. Wir haben so auch einen Einblick in den Westteil bekommen, z.B. in die Arbeit der Kinderläden.

MITTENDRIN: Eine solche medizinische Betreuung findet im heutigen Kitaalltag gar nicht mehr statt?

MITTENDRIN: Was würdest Du jungen KollegInnen mitgeben, die den Beruf ergreifen wollen?

Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil. Wir dürfen keine eigenständigen medizinischen Heilbehandlungen durchführen. Nicht mal Nasentropfen geben oder so etwas. Aber Gesundheits- und Bewegungserziehung ist auch heute ein inhaltlicher Schwerpunkt unserer Arbeit und fest in alle Abläufe integriert. Und wir waren die erste Kita in Berlin mit eigener Sauna. Die haben wir seit Mitte der 90er Jahre. Das ist ja auch ein Stück Gesundheitserziehung.

Das Allerwichtigste ist, den Erzieherberuf nur zu ergreifen, wenn man auch wirklich mit Kindern arbeiten kann und will. Dafür braucht man gute Nerven. Und man sollte eine gewisse Lärmunempfindlichkeit mitbringen. Ich hatte natürlich auch zu Beginn keine richtige Vorstellung davon, was mich erwartet. Aber man sollte sich bewusst machen, dass dieser Beruf einen sehr fordert und sich die Frage, ob man dem gewachsen ist, auf jeden Fall ganz bewusst stellen.

Die Kita Gleimstrolche in der Gleimstraße unweit des Mauerparks gibt es seit 1983. Zu DDR-Zeiten war es eine kombinierte Einrichtung aus Krippe und Kindergarten. Heute ist es eine Kita mit zwei Häusern und unterschiedlichen pädagogischen Profilen. Der Kulturverein Prenzlauer Berg ist seit 2003 freier Träger der Kita. In beiden Häusern werden Kinder zwischen null und sechs Jahren betreut. Die Gleimstrolche-Erzieherin Anna Mühlens hat uns einen Einblick in ihre Erfahrungen im Erzieherberuf und die Ausbildungssituation und Arbeitsweise im Westteil Deutschlands gegeben. MITTENDRIN: Liebe Anna, du bist schon seit 2010 Erzieherin bei den Gleimstrolchen, seit 2012 im Haus 2. Wo hast du deine Ausbildung gemacht? Anna Mühlens: Am Robert-Wetzlar-Berufskolleg in Bonn. Erst war ich Rettungsassistentin. Das ließ sich aber mit zwei kleinen Kindern nicht wirklich gut vereinbaren, u.a. wegen der 24-Stunden-Dienste, die wir übernehmen mussten. Ich wollte also unbedingt in einen kinderkompatiblen Beruf wechseln, und da gibt es ja kaum etwas Besseres als Erzieherin. MITTENDRIN: Musstest du damals die komplette Ausbildung durchlaufen? Oder konntest du verkürzen? Die drei Jahre - zwei Jahre Schule und ein Anerkennungsjahr – habe ich ganz regulär durchlaufen. Normalerweise musste man aber vorher noch ein Jahr Praktikum in einem Kindergarten machen. Das war quasi die Voraussetzung für die Schulanmeldung. Bei mir haben dann drei Monate gereicht, zum einen weil ich Abitur und eben schon eine Ausbildung in einem sozialen Beruf hatte. Aber auch weil bei mir als Alleinerziehende mit zwei Kindern eine Härtefallregelung griff. So oder so ist es schwierig, denn diese Praktika im Vorfeld werden nicht vergütet. Und auch während der schulischen Ausbildung bekommt man kein Gehalt. Das muss man bedenken, wenn man diesen Beruf erlernen will. Fotos: Frauke Niemann

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Pädagogische Grenzerfahrungen? Der Erzieherberuf in Ost und West. Drei Interviews.

de nach – von der AWO klassifizierten – Bildungsbereichen gearbeitet: Körper, Bewegung, Gesundheit, Soziale und Kulturelle Umwelt und Werteerziehung, Sprache und Schrift, Bilden und Gestalten, Musik, Mathematische Grunderfahrung, Naturwissenschaft und technische Grunderfahrung. Es gab ein Qualitätsmanagement, das genau vermerkt und ausgewertet hat, welche Förderung wann und wie oft durchgeführt wurde. Das war aber auch für Bonn speziell, die AWO hatte da hohe Standards.

MITTENDRIN: Gibt es denn Fördermöglichkeiten? Beispielsweise für diejenigen, deren Eltern in dieser Zeit keine finanzielle Unterstützung leisten können? Anna Mühlens: Zumindest für die Zeit der schulischen Ausbildung kann man BAföG beantragen. Während des Praktikums greift das allerdings nicht. MITTENDRIN: Und inhaltlich? Worauf wurde Wert gelegt in deiner Ausbildung?

MITTENDRIN: Waren die Vorgaben dem Berliner Bildungsprogramm ähnlich?

Wir hatten ganz unterschiedliche Fächer: Recht und Politik, Methodik, Sport, Musik und Spiel. Es war ein wirklich umfangreiches Programm. Und alle Fächer wurden gleich ernst genommen und waren auf die pädagogische Anwendbarkeit hin ausgerichtet.

Schon. Aber im Berliner Bildungsprogramm steht sehr viel, was bei uns von der Ausbildung her als gegeben vorausgesetzt, als grundsätzliches Berufshandwerk verstanden wird, das man nicht noch einmal separat festhalten muss. Ausbildungsseitig gibt es einen großen Unterschied: In Berlin gibt es die zusätzlichen Fachausbildungen Integration und Sprachförderung. Das war in Bonn bereits in die Ausbildung integriert. Und noch etwas fällt mir ein, wenn ich über Unterschiede nachdenke. Als ich nach Berlin kam, war ich baff, als ich die Öffnungszeiten der Kitas und Kindergärten gesehen habe! Hier wird es einem schon leichter gemacht, Beruf und Familie zu vereinbaren, weil die Einrichtungen früher öffnen und später schließen. Während meiner Ausbildung hätte ich eigentlich morgens zur gleichen Zeit an drei Orten sein müssen: in der Kita meiner Kleinen, der Schule der Großen und in meiner Ausbildungseinrichtung.

MITTENDRIN: Spiel war ein richtiges Fach? Ja, zwei Stunden die Woche. Wir mussten eine Spielesammlung anlegen und alle Spiele auch selbst ausprobieren. Alles sehr praxisorientiert. Im Sportunterricht haben wir beispielsweise Bewegungsstunden entwickelt und durchgeführt. Am Berufskolleg war ein Kindergarten angeschlossen, so dass wir immer gleich testen konnten, ob und wie gut Kinder das erdachte Konzept annehmen. Dabei gab es ein festes Schema, eine Art Mantra, das man uns förmlich eingetrichtert hat und das überall Anwendung fand: Analyse der Situation, Planung des Angebots und Begründung der Auswahl, Dokumentation und Reflexion. Es wurde wirklich jeder kleinste Punkt reflektiert und auseinandergenommen. Das war ziemlich anstrengend, aber eigentlich gut. Wir mussten auch alle ein Wochenendseminar machen: Effektive Kommunikation. Das macht Sinn, wenn man einen Haufen Mädchen im Rahmen einer solchen Ausbildung zusammenpfercht. Da gibt es natürlich ein großes Konfliktpotenzial. Wir wurden wirklich gut geschult und begleitet während der gesamten Zeit.

MITTENDRIN: Gab es jemanden, der dich besonders beeindruckt hat während der Ausbildung? Egal, ob Theoretiker oder Praktiker. Theoretiker eher nicht. Das lief bei mir immer über die praktische Auseinandersetzung. Wenn ich besonders toll fand, was jemand gemacht hat, dann habe ich versucht, das zu verinnerlichen. Am Anfang der Ausbildung bist du darauf extrem angewiesen. Das hat ganz viel mit Haltung zu tun, die dir vermittelt wird. Man kann natürlich ganz großes Pech haben und in einer Einrichtung landen, wo das Kind nicht so wertgeschätzt wird. Die gibt es ja auch. Oder in einer, wo totale Überbelastung herrscht. Ich hatte Glück.

MITTENDRIN: Hattest du ein Lieblingsfach? Ich hatte zwei: Deutsch und Erziehungswissenschaften. Und auch heute mache ich das noch richtig gern. Also Bilderbuchbetrachtung, Malen, die Sozialentwicklung begleiten, das finde ich auch heute noch extrem spannend.

MITTENDRIN: Was würdest Du jungen KollegInnen mitgeben, die den Beruf ergreifen wollen? Zweierlei. Das sie sich auf schlechte Bezahlung und mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung einstellen müssen. Und dass der Beruf selbst sehr schön, abwechslungsreich und bereichernd ist. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Ausbildung in allen Bundesländern vereinheitlicht wird. Ich habe nichts davon, dass ich Integration und Sprachförderung schon während meiner Ausbildung hatte. In Berlin wird das nicht anerkannt. So etwas könnte man verhindern, wenn es eine länderübergreifende Ausbildungsregelung gäbe.

MITTENDRIN: Findest Du jetzt – mit der Rückschau deiner Berufserfahrung – die Aufteilung von Theorie und Praxis während der Ausbildung angemessen? Oder kam ein Bereich zu kurz? Nein, die war auf jeden Fall angemessen. Während des schulischen Teils hatten wir drei Blockpraktika. Ich war in einem Hort, dann in einem Regelkindergarten und im U3-Bereich, also bei den UnterDreijährigen. Letzteres gestaltete sich in Bonn allerdings schwierig, weil es nicht viele solcher Einrichtungen gab. Ich habe mein Praktikum dann in einer sehr kleinen altersgemischten Gruppe in einer Kita vom Studentenwerk absolviert. In den Praktika musstest du nicht nur den Alltag der Kinder mitbegleiten, sondern es gab parallel schriftliche pädagogische Aufgaben. Die Praxis wurde also stets theoretisch unterfüttert, und die Theorie war immer mit direktem Praxisbezug verknüpft. MITTENDRIN: Und wo hast du nach der Schule dein Anerkennungsjahr gemacht? Ich war in einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt in Bonn. Dort wur-

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der- und Schülerladen, allerdings nicht mehr in Elternhand. Hier stand die Auseinandersetzung mit pädagogischen Konzepten und Herangehensweise viel stärker im Fokus. Mit den Jahren wurde nach und nach alles immer strukturierter.

Eine besondere Form der Kinderbetreuung ist Ende der 60er Jahre entstanden: Die Kinderläden, in aller Regel selbstverwaltete Ganztagesseinrichtungen für Kinder von null bis sechs Jahren. Sie sind die Antwort einer antiautoritären Erziehungsbewegung auf einen enormen Betreuungsplatzmangel und schlecht ausgebaute Systeme der öffentlichen Kleinkindbetreuung in Westdeutschland. Mit Manuela Deubel, heute Leiterin des Hauses 2 der Kita Gleimstrolche, haben wir über die Organisation und Arbeitsweise in Kinderläden gesprochen.

MITTENDRIN: Inwiefern? Das Drumherum, das Organisatorische, die Verwaltung wurde mit einem viel größeren Aufwand betrieben. Auch die Arbeit mit den Kindern war immer reglementierter und die Vorgaben des Senats wurden strenger. Aus Inklusion wurde Integration. Aus dem unbeschwerten „Und, was machen wir morgen?“, das früher beim gemeinsamen Feierabendbier Thema war, wurden Arbeitsbesprechungen und Langzeitplanungen.

MITTENDRIN: Liebe Manuela, du hast viele Jahre als Erzieherin in Kinderläden gearbeitet. Hast du diesen Weg schon im Rahmen deiner Ausbildung eingeschlagen? Manuela Deubel: Ja, nach meiner schulischen Ausbildung zur Erzieherin 1989-1991 in Berlin habe ich mein Anerkennungsjahr in einem Kinderladen mit Kindern mit und ohne Behinderung gemacht. Davor habe ich ein einjähriges Vorpraktikum absolviert. Bei einer Familie mit zwei Kindern von vier und sechs Jahren. Sie war Sozialpädagogin, er Psychologe. Ich war quasi Mädchen für alles: Habe die Kinder in den Kindergarten bzw. in die Schule gebracht und sie wieder abgeholt, Essen gekocht und mit ihnen gespielt, bei den Hausaufgaben und im Haushalt geholfen. Das ging oft von sechs Uhr morgens bis zum Abend, bis die Kinder im Bett waren. Dafür hatte man zwischendurch ganze Tage frei.

MITTENDRIN: Wie siehst du das heute, jetzt, wo du die Arbeitsweisen vergleichen kannst? Heute wird tolle Arbeit gemacht, keine Frage. Und das pädagogische Know-how ist um ein Vielfaches gestiegen. Die Anforderungen sind hoch und das Berliner Bildungsprogramm zeigt ein vielseitiges Bild der Arbeit, die aktuell geleistet wird. Und zukünftig geleistet werden muss. Das ist schon alles gut und richtig so, wie es ist. Ich würde nicht mehr tauschen wollen. Und trotzdem - die Freiheit von damals ist verloren gegangen.

MITTENDRIN: Bist du nach dem Anerkennungsjahr in deiner Ausbildungseinrichtung geblieben? Nein, ich habe anschließend gewechselt in eine EKT in Lichterfelde, also eine Elterninitiativ-Kinder-Tagesstätte, d.h. die Eltern der Kinder waren unsere Arbeitgeber. Wir haben dort 15 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren betreut. Es gab keine festen Arbeitszeiten. Sie variierten je nach Ansage bzw. Bedarf. Meist waren wir von 6 bis 19 Uhr gefordert, dafür durften wir freitags schon mal um 16 Uhr gehen. Alle vier Wochen gab es einen Elternabend, immer zu Hause bei den Eltern. MITTENDRIN: Wie viele Erzieherinnen wart ihr denn? Wir waren zu dritt, wobei es damals egal war, ob man eine Ausbildung gemacht hatte oder nicht. Entscheidend war, dass die Eltern zufrieden waren, und die Kinder viel erlebt haben. Es haben auch alle gleich viel verdient, egal ob mit oder ohne Ausbildung. MITTENDRIN: Und die gesamte Planung und Organisation lag bei den Eltern? Ja, auch die Aufnahme neuer Kinder lief über die Eltern. Es ging ihnen in der Regel weniger um die aufzunehmenden Kinder als um den Hintergrund der Eltern – den Beruf, die finanziellen Möglichkeiten, ihre politischen Ansichten und mögliches Engagement. Kinder mit Behinderung gehörten ganz selbstverständlich dazu: damals gab es schon Inklusion, ohne dass es so benannt wurde. MITTENDRIN: Gab es denn ein pädagogisches Gerüst, eine bestimmte inhaltliche Ausrichtung eurer Arbeit? Es war alles sehr frei. Pädagogisch haben wir uns sehr an den Bedürfnissen der Kinder orientiert, waren in der Woche an vier von fünf Tagen mindestens den halben Tag unterwegs: im Wald, im Schwimmbad, in Parks, auf Kinderbauernhöfen. Das hat viel Spaß gemacht. Essen bekamen wir von den Eltern mit, alles im Bollerwagen, damit wir es nicht tragen mussten. Heute würde man das Ganze wahrscheinlich spontane Erlebnispädagogik nennen.1998 bin ich dann zu einem freien Träger gegangen. Auch ein Kin-

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Foto: Barbara Schwarz


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Kulturelle Vielfalt und Teilhabe OASE Berlin: Integrationsprojekte für Migranten

Die Oase Berlin hat in über 20 Jahren aktiver Integrationsarbeit ihr Ziel nie aus den Augen verloren: Mitbürgern aus anderen Ländern eine Stimme zu geben und zu ihren Rechten zu verhelfen.

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er gemeinnützige Verein OASE Berlin begleitet und fördert seit vielen Jahren Integrationsprozesse von zugewanderten Bürgern in Pankow und Berlin. Individuell abgestimmte Strategien sollen Migranten dabei helfen, ihre Kompetenzen und Erfahrungen zu nutzen und ihnen dadurch ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Partizipation ermöglichen. Gut 20 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter setzen sich in verschiedenen Projekten dafür ein, das gegenseitige Verständnis von Menschen verschiedener Nationalität zu stärken und tragen so dazu bei, Rassismus und Vorurteile abzubauen.

Drei inhaltliche Säulen stehen im Fokus der Vereinsarbeit: Beratung, Bildung und Begegnung. Neben einer umfangreichen Asyl-, Aufenthalts- und Sozialberatung bietet die OASE als zugelassener und mittlerweile erfahrener Träger des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verschiedene Integrations- und Sprachkurse an. Auch berufsorientierte, vom Europäischen Sozialfonds geförderte Integrationsmaßnahmen können wahrgenommen werden. Die Kurse sollen helfen, aktive und passive Sprachkenntnisse zu festigen und zu erweitern und vermitteln berufsbezogenes PC-Grundlagenwissen. Ein in den Kurs integriertes Betriebspraktikum ermöglicht das Sammeln von Berufserfahrungen und unterstützt so den Transfer des im Kurs erworbenen Wissens. Bis 2013 wurde auch Deutsch als Fremdsprache (DAF) für jugendliche Flüchtlinge und junge Erwachsene angeboten. Leider musste dieses Angebot mangels Finanzierungsmöglichkeiten eingestellt werden.

Stationen der OASE Am Anfang stand eine Initiative von engagierten Pankower Bürgern, die mit ihren privaten Anstrengungen und Mitteln ausländische Mitbürger im Bezirk unterstützten. Aus der 1992 gegründeten Beratungsstelle OASE Pankow entstand 1997 der Verein OASE Pankow e.V. In der Anfangszeit lagen die Arbeitsschwerpunkte auf der Betreuung und Begleitung von Asylbewerbern insbesondere aus der ehemaligen Sowjetunion und von Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Nach einigen Umzügen, vielen Angebotserweiterungen und Kooperationen mit anderen Vereinen eröffnete am 27. April 2002 das InterKULTURelle Haus Pankow (IHKP) in der Schönfließer Straße 7 als Gemeinschaftsprojekt von OASE Pankow, Asiaticus und dem Kulturverein Prenzlauer Berg seine Pforten. Seitdem wird das Haus als Treffpunkt, Kommunikations- und Veranstaltungszentrum, Ort für Bildung sowie als Informationsund Beratungsstelle genutzt. Mieter im IKHP sind unterschiedliche multikulturelle Vereine, Initiativen und Migrantenorganisationen. Darüber hinaus ist das Haus offen für Initiativen und Selbsthilfegruppen, die über keine festen Strukturen verfügen. Es ist ein Ort multikultureller Begegnung und interkultureller Zusammenarbeit, der Teilhabe und Artikulation ermöglicht. In Kooperation mit den im IKHP ansässigen Vereinen und Initiativen werden Angebote für verschiedene Migrantengruppen und für die Pankower Nachbarschaft entwickelt und realisiert. Eine vielfältige Angebotsstruktur ermöglicht Begegnungen von Einheimischen und Migranten zum Abbau rassistischer Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. Menschen mit Migrationshintergrund werden in nachbarschaftliche Aktivitäten eingebunden. Dadurch leisten alle IKHP-Mieter einen Beitrag zur Integration.

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Bildung

Das Café OASE ist als Veranstaltungs- und Begegnungsort zentrale Anlaufstelle für alle interessierten Mitbürger. Mit seinem vielfältigen Angebotsprogramm aus Lesungen, Vorträgen, Ausstellungen, Konzerten und Gesprächsrunden zu interessanten gesellschaftspolitischen Themen will das Projekt einen interkulturellen Dialog ermöglichen und in die Praxis umsetzen. Für kooperationsbereite bzw. interessierte Initiativen und Selbsthilfegruppen steht die Nutzung der Begegnungsstätte offen. Bei Bedarf bietet das Projekt auch fachgerechte Beratung und Unterstützung bei der Realisierung geplanter kultureller Aktivitäten an. Der Club Asiaticus e.V. setzt sich für den Dialog und das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Nationen und Kulturen ein. Der Verein bietet ausländischen und insbesondere asiatischen Mitbürgern die Möglichkeit, ihre kulturelle Identität zu pflegen und zu bewahren. Kurse wie Kalligraphie, Seidenmalerei, Chinesisch-Unterricht, Kochkurs oder Dia-Vorträge und Ausstellungen sind jedoch grundsätzlich für alle offen. So soll die asiatische Kultur, die häufig als fremd erfahren wird, durch Information und Vermittlung von traditionellen Kenntnissen auch einheimischen deutschen Besuchern näher gebracht werden. Das Frauenprojekt VINAPHUNU ist dem Verein angeschlossen. Es unterstützt vietnamesische Frauen – zumeist ehemalige Vertragsarbeiterinnen der DDR – durch Sozialberatung und Rechtsberatung mit Dolmetschern, Deutschkursen für Erwachsene und Vietnamesischkursen für Kinder, Freizeitangeboten, Lese- und Videobibliothek sowie gemeinsamen Festen, Reisen und Ausflügen. Die Deutsch-Armenische Initiative Berlin e.V. wurde 2005 aufgrund des speziellen Beratungsbedarfs von Migranten aus Armenien gegründet. Der Verein ist jedoch für alle Migranten, die einer Beratung und/oder Begleitung bedürfen, offen. Hierzu gehören auch Jugendliche, die für ihre berufliche Orientierung Unterstützung und Beratung zu schulischen Fragen suchen. Ein weiterer Schwerpunkt des Vereins ist der rege soziale und kulturelle Austausch zwischen Migranten und Einheimischen, beispielsweise in Veranstaltungen und Gesprächskreisen. 2005 übernahm die OASE die beiden Projekte Kulturen im Dialog und ZusammenLeben vom Kulturverein Prenzlauer Berg und die Trägerschaft des EFF-gefördeten Projekts Junge Flüchtlinge in Berlin. Pünktlich zum 18. Geburtstag im Jahre 2010 wurde die OASE flügge und nahm Teil am EU-Projekt Leonardo da Vinci, das Auslandsaufenthalte zum beruflichen Lernen fördert und in europäischen Partnerschaften innovative Lehr- und Lernmaterialien entwickelt. Zwei Jahre später wurde aus der Oase Pankow die OASE Berlin und ein weiter Schritt in Richtung internationaler Arbeit getan: Die OASE koordinierte eine EU - geförderte Lernpatenschaft „Building Social Bridges“ mit Partnern aus Dänemark, Italien, Schweden und Ungarn. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um sozial benachteiligten Menschen zu ermöglichen, ihr Leben durch verschiedene Formen des Mentoring positiv zu verändern. Unterstützt wurden sie durch Social Guides: Mentoren, Coaches und Sozialarbeitern, Lehrer, Helfern aus anderen sozialen Bereichen und Freiwillige. Sie alle realisieren soziale Arbeit in den Partnerorganisationen. Als Abschluss des Projektes ist ein Handbuch mit Best-Practice-Beispielen zum Thema Mentoring herausgegeben worden.

Intergrationslotsen helfen Migranten im Bezirk Besonderes Augenmerk liegt auf der Vernetzung bestehender Angebote in Pankow. Die Zielgruppe sind nicht nur Migranten in Pankow, sondern auch alle öffentlichen und privaten Einrichtungen, die Bedarfe bzw. Fragen zum Thema Integration und Migranten haben. Seit Anfang diesen Jahres gibt es ein neues OASE-Angebot. Zwei Integrationslotsen sind direkte Ansprechpartner bei allen Asyl-, Aufenthalts-, und Integrationsfragen. Sie geben Hilfestellung und Sozialberatung und begleiten auf Wunsch auch Gänge zu Behörden, Ämtern und Ärzten und informieren über kulturelle und soziale Angebote. Das Integrationslotsenprojekt wird von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen gefördert, in ganz Berlin sind insgesamt 70 Integrationslotsen aktiv. Mehr Informationen zur Arbeit von OASE Berlin: www.oase-berlin.org. (fn/bs)

OASE-Integrationslotsen Jochen Schwarz, Tel: 030 300244060, Mail: beratung@oase-berlin.org Violeta Cotado, Tel: 030 300244063, Mail: lotse@oase-berlin.org

Logo: OASE, Foto: © Dieter Schütz / PIXELIO

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(Kiez-)Kultur

Der Springende Punkt …sucht nach Vorbildern Hallöle, alle mal herhören … … da bin ich wieder, und ich bin etwas konsterniert, etwas sehr konsterniert. Oder besser gesagt: Ich kann mich überhaupt nich beruhigen!!! Ihr glaubt einfach nich, was ich eben erlebt habe! Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen: Ich springe gerade in der Schönhauser rum und kucke in die Geschäfte. Dann bin ich noch in die Arcaden rein. Mann, sind da schon wieder viele Veränderungen vor sich gegangen! Bisschen „müde auf die Füß“ dacht ich, wirst mal in den Starbucks rüber - ein Kaffee wir dir gut tun. Ich also raus, ran an die Ampel, die natürlich gerade Rot wurde. Da stand ich nu mit etlichen anderen Leutchen, viele mit Kindern unterschiedlichen Alters. Kein Auto weit und breit, obwohl für die ja Grün war. Und da passierte es: Plötzlich liefen fast alle los und über den Damm! An der Hand ihre Kinder … ich war fast der einzige Mensch, der stehen blieb! He, Leute, was soll das denn??? Was seid Ihr denn für Vorbilder für Eure Kinder??? Die lernen doch daraus: na, wir können auch bei Rot über den Damm! Genau wie die Sorte Radfahrer, die grundsätzlich bei Rot über die Kreuzung fahren oder nach rechts abbiegen muss! Junge, Junge, wie sollen denn die armen Kinder lernen, was im Straßenverkehr richtig oder falsch is? Und wenn das Kind dann mal die rote Ampel ignoriert, dann setzt es was, wa? Apropos ‘setzt es was‘: Kürzlich erschien ein Buch der Berliner Ärzte Michael Tsokos und Saskia Guddat. Mit dem provokatorischen Titel „Deutschland misshandelt seine Kinder“ stellen sie erschreckende Tatsachen dar: Jährlich werden in Deutschland 200.000 Kinder krankenhausreif geprügelt, jede Woche 70 Kinder schwer misshandelt, drei sterben daran! Unfassbar!!! Die Prügelstrafe is bei uns doch schon lange nich nur abgeschafft, sondern sogar gesetzlich verboten!? Trotzdem holen Jugendamt oder Polizei noch oft Kinder aus einer vermüllten Wohnung, oder sie müssen nach Misshandlungen eingreifen. Jedes geschlagene oder misshandelte Kind ist eines zu viel! Die Autoren werfen allen an der Betreuung und Erziehung der Kinder Beteiligten vor, oftmals Misshandlungen zu ignorieren oder wenigstens zu bagatellisieren. „Die malträtierten Kinder sollten (eher) von ihren gewalttätigen Elternteilen getrennt werden.“ Es sei nicht immer richtig, nur „die Problemfamilie zu stabilisieren und die Prügeleltern wöchentlich ein paar Stunden zu unterstützen, damit die gequälten Kinder zu Hause bleiben können.“ Daraus mag jeder seine eigene Meinung bilden und die Schlussfolgerungen ziehen. Ich jedenfalls bin sehr glücklich, dass es bei uns im Kulturverein eine Kinderschutzbeauftragte gibt, die nicht nur aktiv wird, wenn Gefahr im Verzug is, sondern die auch präventiv Unterstützung anbietet und berät. Wie unser BeWo, das im Sinne des Kinderschutzes auch eine verantwortliche Funktion wahrnimmt und übrigens im August schon auf 19 Jahre seiner wichtigen Betreuungstätigkeit zurückblicken kann. Der Berliner Politiker Kai Wegener hat sicher nich ganz Unrecht, wenn er einen - er nennt es „Eltern-Führerschein“ - anregt. Für fast alles muss eine Prüfung abgelegt werden, aber zum Kindererziehen …? Er meint ganz richtig, dass „Kindesmisshandlungen … in aller Regel nicht Ausdruck sadistischer Neigungen (sind), sondern die Folge einer Überforderung der Eltern“. Recht hat er, der Kai! (Die o.g. Informationen stammen aus der Berliner Zeitung vom 31.01. und 02.02.) In einer der wöchentlichen Telefonumfragen der „Berliner Woche“ vom 26.02. haben sich 64 % der Anrufer für Erziehungskurse ausgesprochen! Noch Fragen? Ein (wahrscheinlich) sehr kluger Mensch hat mal gesagt: „Kinder brauchen Grenzen.“ Hm, stimmt ja irgendwie. Aber trotzdem gab es auch einst die Zeit der „anti-autoritären Erziehung“. Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo dazwischen, und alle Eltern bzw. Sorgepflichtigen müssen entscheiden, wo genau innerhalb dieser Spanne sie sich einordnen. Ich wandle den o.a. Satz noch etwas ab und sage: „Kinder brauchen zur Erziehung Liebe und ein Geländer!“ Das Bild vom Geländer gefällt mir nämlich. Es impliziert für mich sowohl Begrenzung als auch Halt; Grenze als Schutz gegen Gefahren, Halt, um sich daran festzuhalten bzw. „entlang zu hangeln“. Ich spring dann mal wieder los …

„Ein Kind, das braucht Liebe, das ist die Idee“, mahnt der Springende Punkt vom KVPB. (pad)

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Neues Mitglied im Kulturverein? La Paloma Pankow Vielleicht hat der Kulturverein bald ein neues und interessantes Mitglied: zu Beginn des zweiten Quartals dieses Jahres möchte der Verein „La Paloma Pankow 1964 e.V.“ zu uns stoßen. Nun fragen wir uns natürlich, wer sich hinter diesem - an ein bekanntes Lied der George Baker Selection erinnernden - Namen verbirgt. Die MITTENDRIN hatte Gelegenheit, mit dem Vorsitzenden des Vereins, Heinz Flügler, ein Gespräch zu führen. Hier einige Ausschnitte:

haben wir uns eben so durchgewurschtelt, ging ja auch. Aber es war schwierig. Unsere Zuchtstelle ist in Buch. Und als in der leerstehenden Kita in der Nähe plötzlich Leute waren, die da rumwuselten, hat uns das sehr interessiert. Wir kriegten mit, dass das Menschen vom Kulturverein waren, und so kam der Gedanke auf, es noch einmal zu versuchen, zumal wir 2014 unser 50jähriges Jubiläum feiern. MITTENDRIN: Na, das ist ja ein lustiger Zufall. Aber, Herr Flügler, wie könnte denn eine Zusammenarbeit zwischen uns aussehen. Haben Sie konkrete Vorstellungen? Heinz Flügler: Jetzt bin ich ein bisschen verlegen. Natürlich haben wir uns schon Gedanken gemacht. Aber bitte lachen Sie nicht! Also, ich habe erfahren (weil ich da in der Nähe wohne), dass es in Ihrer Zweigstelle in der Swinemünder Straße so ein paar Probleme mit der Stromlieferung und dem Zugang zu Internet und E-Mail-Verkehr geben soll. Und der Postverteilwagen, den Sie haben, steht auch häufig im Stau. Da dachten wir uns, es wäre doch eine sensationelle Alternative, wenn es in solchen Fällen Brieftauben gäbe, die die Verbindung und den Kontakt mit den anderen Einrichtungen hielten. Zwischen den Standorten Swinemünder und Danziger Straße könnte die erste Verbindung aufgebaut werden, wenn der Umzug nicht diesen Gedanken ad acta legt. Andererseits stelle ich mir auch gut vor, dass die Kitakinder da mit einbezogen werden können. Wenn in oder auf allen Kitas Verschläge gebaut sind, können sie die Tauben füttern und ihre Lebensweise beobachten. Das ist doch für die „Stadtkinder“ ein großartiges Lern- und Erziehungspotenzial. Und die Kinder oder ihre Eltern können auch Patenschaften über einzelne Tiere übernehmen.

MITTENDRIN: Herr Flügler, zunächst einmal vielen Dank, dass Sie sich für ein Gespräch mit uns Zeit genommen haben. Bitte erzählen Sie uns und unseren Lesern, wer oder was ist der Verein La Paloma Pankow 1964?

MITTENDRIN: Das macht uns völlig sprachlos, aber die Idee ist toll! Trotzdem, wie soll das organisatorisch funktionieren? Heinz Flügler: Da habe ich auch schon vorgesorgt: Ich habe noch eine Schwester. Die arbeitet im Büro bei Air Berlin. Sie hat die Techniker-Abteilung unter sich, also die, die für Planung und Errichtung von Start- und Landebahnen zuständig sind. Aber ich betone ausdrücklich: die haben nichts, aber auch gar nichts mit dem BER zu tun! Diese Männer haben schon des Öfteren ein Sponsoring für unsern Verein organisiert. Warum sollten die nicht mit ins Boot bzw. in den Taubenschlag genommen werden, wenn wir ein Projekt mit dem Kulturverein starten? Ich bin mir da sicher, dass die uns helfen werden. Man könnte ja die Dächer ein bisschen ausbauen, um den Tieren Starts und Landungen zu ermöglichen.

Heinz Flügler: Ja, da muss ich wohl ein bisschen ausholen. Wie der Name schon sagt, beschäftigen wir uns mit Tauben. Wir züchten welche, kaufen und verkaufen mal die eine oder andere, sind auch auf Messen und bei Wettbewerben vertreten. Spezialisiert haben wir uns auf Brieftauben und Hochzeits-Tauben. MITTENDRIN: Was sind denn Hochzeits-Tauben? Heinz Flügler: Das sind weiße Tauben, die auf Hochzeiten, Jubiläen oder anderen Gelegenheiten aufgelassen werden. Das ist eine tolle Tradition. Schon in der DDR damals duften wir beispielsweise immer bei der Etappe der Friedensfahrt, die in Berlin begann, unsere weißen Tauben aufsteigen lassen. Aber ich schweife ab. Das Gurren der Tauben ist mir wohl in die Wiege gelegt worden. Schon meine Eltern waren Taubenzüchter. Mein Bruder im Wedding züchtet nicht, aber er betreibt eine Vermittlung. Vielleicht kennen Sie die in der Sonderburger Straße im Wedding, das ist mein Bruder.

MITTENDRIN: Sie scheinen wirklich an alles gedacht zu haben! Herr Flügler, wir danken Ihnen herzlich für das sehr informative Gespräch. Na dann also: bis zum Wiedersehen!

MITTENDRIN: Das ist ja sehr schön. Und warum interessieren Sie sich für eine Mitgliedschaft im Kulturverein? Heinz Flügler: Da muss ich wieder ein bisschen ausholen. Wir Taubenzüchter waren ja zu DDR-Zeiten im VKSK organisiert. MITTENDRIN: Äh, … Zwischenfrage: Wer oder was ist VKSK? Heinz Flügler: Der VKSK war in der DDR der Verein der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter, und der ging dann nach der Wende genauso kaputt wie der Kulturbund. Und als damals der Kulturverein gegründet wurde, wollten wir schon Mitglied werden. Wir waren auch sehr sauer, dass das nicht geklappt hat, besonders darum, weil auch die Guppy-Züchter Mitglied waren, was ja auch Kleintiere sind, genau wie unsere Tauben. Dann Fotos: © Joachim Lodders / PIXELIO, © Rudolpho Duba/ PIXELIO.

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Spielend lernen! Kinder-Museen in Berlin Museen sind langweilig? Diese kindgerechten Wissenshäuser sind es bestimmt nicht. Im Gegenteil! Hier ist es bunt, laut und aufregend. Mit Ausstellungen, die Kinder zum Mitdenken, Forschen und Fragen anregen. Es gibt viel zu entdekken, spielerisch und mit allen Sinnen.

Märchen zum Anfassen: Das MACHmit! Museum für Kinder Das MACHmit! Museum ist – wie der Name schon sagt – ein interaktives Museum. Hier können Kinder ihren Forscher- und Entdeckerdrang voll ausleben. In der Senefelderstraße im Prenzlauer Berg gibt es auf zwei Etagen jede Menge Platz zum Stöbern und Staunen: Vielleicht erst mal ins Spiegelkabinett oder doch in die hauseigene Museumsdruckerei? Neben diesen Dauerhighlights gibt es wechselnde Ausstellungen und darauf abgestimmte Werkstattangebote, die von Pädagogen, Handwerkern und Künstlern betreut werden. Aktuell können Freunde wundersamer Begegnungen im Rahmen der Ausstellung Erzähl mir doch (k)ein Märchen! den MACHmit! Märchenwald besuchen und den Themen Liebe, Freundschaft, Angst und Eifersucht in sieben Geschichten der Gebrüder Grimm nachspüren.

Eine Frage der Technik – Science Center Spectrum

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr Gruppen nur nach Voranmeldung

Im Science Center Spectrum des Deutschen Technikmuseums Berlin dreht sich alles um physikalische Phänomene: Wieso ist der Himmel blau? Und warum kann ein Flugzeug fliegen? Über 150 Experimentierstationen auf vier Etagen zu Themenbereichen wie Magnetismus, Bewegung oder Hören fasst die Dauerausstellung des Science Centers. Kinder ab vier Jahren und Jugendliche können hier Wissenschaft erleben, eigenständig experimentieren und einigen „Geheimnissen“ auf die Spur kommen, z.B. in der Nebelkammer, die die natürliche Radioaktivität sichtbar macht. Mitte Februar wurde das neue Schülerlabor Meilensteine eröffnet. Hier werden Zeitreisen zu Forscherpersönlichkeiten wie Isaac Newton und Georg Christoph Lichtenberg unternommen. Schülerinnen und Schüler von Klasse 5 bis 10 können in den Arbeitszimmern der Forscher experimentieren mit Nachbauten historischer Versuchsanordnungen, die originalgetreu nachgebaut wurden.

MACHmit! Museum Senefelderstr. 5, 10437 Berlin Tel: 030 /74 77 82 00 info@machmitmuseum.de

Mach mal Platz da: Labyrinth Kindermuseum Berlin Auch im Labyrinth Kindermuseum heißt es Anfassen, Neugierig-sein, Ausprobieren und Selbermachen. Die wechselnden aktionsbetonten Erlebnisausstellungen in der 1.000 qm großen Halle, einer ehemaligen Zündholzfabrik in der Osloer Straße im Wedding, richten sich an Kinder zwischen drei und elf Jahren. Im Fokus aller Ausstellungen stehen nicht die Exponate, sondern die Kinder selbst und der kindgerechte Zugang zu den jeweiligen Themen. Dazu gibt es eine feste Kreativ-Werkstatt, verschiedene Ferienangebote und pädagogische Fortbildungsangebote für die „Großen“. Ab dem 13. April können kleine Baumeister in der interaktiven Ausstellung Platz da! Kinder machen Stadt ihre Stadt neu entdecken, planen und bauen. Und sich mit gewichtigen Fragen auseinander setzen: Wie sehe ich meine Stadt? Wie möchte ich leben?

Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag: 9 bis17.30 Uhr Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 18 Uhr Science Center Spectrum Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin Tel: 030/90 25 42 84

Hinweis: Das Kindermuseum ist vom 31. März bis 12. April 2014 wegen Umbau geschlossen!

spectrum@sdtb.de

Öffnungszeiten Freitag und Samstag: 13 bis 18 Uhr Sonntag und Feiertag: 11 bis 18 Uhr Öffnungszeiten in den Berliner Schulferien Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr Samstag:13 bis 18 Uhr Feiertage und Sonntag: 11 bis 18 Uhr Labyrinth Kindermuseum Berlin Osloer Straße 12, 13359 Berlin T: 030 / 800 93 11-50 kontakt@labyrinth-kindermuseum.de

Logo: © MACHmit! Museum, Fotos: © Labyrinth Kindermuseum Berlin, Foto Ulrich Sülflow

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Spielend lernen! Ein Wunderland für Neugierige: ALICE - Museum für Kinder Hungergefühl beschleichen, können sie im ausstellungseigenen Kochstudio Reisgerichte kochen und probieren.

Im Alice - Museum für Kinder im FEZ-Berlin in Oberschöneweide hätte auch die Namensgeberin Alice im Wunderland große Augen gemacht. Das FEZ ist das größte gemeinnützige Kinder-, Jugend- und Familienzentrum Europas. Hier findet sich wirklich alles, was Spaß macht: vom Schwimmbad übers Fezino-Familienkino, vom Kunstlabor bis hin zum Astrid-Lindgren-Theater und natürlich nicht zu vergessen, das besagte Alice-Kindermuseum. Wechselnde Mitmach-Ausstellungen greifen gesellschaftlich relevante Themen auf und bereiten sie kindgerecht auf. Noch bis Anfang Juni können junge Zeitforscherinnen und Zeitforscher eine Reise in die Vergangenheit unternehmen und viele Fragen stellen in der Ausstellung Sag, was war die DDR? Vielleicht können die originalen Tagebücher von Kindern und Jugendlichen einige davon beantworten und einen Einblick in ostdeutschen Alltag geben – ein Stück Geschichte „zum Anfassen“.

Öffnungszeiten Samstag und Sonntag: 11 bis 18 Uhr Dienstag bis Freitag: nur für angemeldete Gruppen JuniorMuseum Dahlem Lansstraße 8,14195 Berlin Tel: 030 / 26 64 24 242 service@smb.museum

Wird’s euch zu bunt? Atelier Bunter Jakob Öffnungszeiten Freitag: 15 bis 18 Uhr, Samstag: 13 bis 19 Uhr Sonntag und Feiertag: 12 bis 18 Uhr

Die Berlinische Galerie ist zwar kein Kindermuseum, hat aber viele Angebote speziell für Kinder und Jugendliche. Wie das Atelier Bunter Jakob. Kinder ab sechs Jahren können hier kreativ arbeiten. Es gibt Workshops, das Offene Atelier, Ferienprojekte oder Geburtstagsparties – alle Angebote beginnen in der Ausstellung. Mit Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern wird angeregt durch die Sammlungsrundgänge über Kunst diskutiert. Darüber was sie eigentlich ist, was sie mit uns zu tun hat, mit uns macht. Danach können eigene Ideen im Atelier umgesetzt werden. Jetzt heißt es mit allem experimentieren, was das Künstlerherz höher schlagen lässt. Im Mittelpunkt steht das eigene Ausprobieren und der Spaß an der Kunst! Die Programme im Atelier Bunter Jakob werden von Jugend im Museum e. V. speziell für die Berlinische Galerie entwickelt und durchgeführt. Außerdem gibt es Angebote für Kitas und Schulklassen aller Altersstufen, Projekttage und Projektwochen sowie Wochenend- und Ferienkurse für Kinder und Familien. Am Familiensonntag, dem 6. April, können Kinder ab fünf Jahren Familien-Filmloops erstellen, am Kunstsonntag, dem 4. Mai, lädt die Berlinische Galerie zum Zeichnen im Museum ein.

Öffnungszeiten in den Osterferien Montag bis Freitag: 14 bis 18 Uhr ALICE - Museum für Kinder Straße zum FEZ 2, 12459 Berlin Tel: 030 / 53 07 11 81 kindermuseum@fez-berlin.de

Öffnungszeiten Mittwoch bis Montag: 10 bis 18 Uhr, Dienstag geschlossen Offenes Atelier: jeden Mittwoch von 15 bis18 Uhr (nicht in den Ferien) Berlinische Galerie Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur Alte Jakobstraße 124–128, 10969 Berlin Tel: 030/ 78 90 26 00 bg@berlinischegalerie.de

Und was noch? Führungen, Kurse und mehr Es gibt verschiedene Initiativen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Kindern und Jugendlichen spannende Museumserlebnisse zu vermitteln. Einige Häuser arbeiten z.B. mit dem bereits erwähnten Projekt Jugend im Museum zusammen. Der Verein verbindet Kunstbetrachtung und Wissensvermittlung in Ausstellungen vor Ort mit kreativen Angeboten in Werkstätten. Es gibt ein vielfältiges Freizeitprogramm und Ferienkurse für verschiedene Altersgruppen sowie Kita- und Schulangebote. Mehr Informationen und das aktuelle Veranstaltungsprogramm gibt es unter www.jugend-im-museum.de.

Es gibt Reis, Baby! JuniorMuseum Dahlem Das JuniorMuseum ist Teil des Ethnologischen Museums in Dahlem, das zu den Staatlichen Museen Berlins gehört. Es bringt kleinen und großen Besuchern die Lebenswelten von Kindern aus anderen Teilen der Welt näher und hilft ihnen, andere Kulturen, Bräuche und Lebensgewohnheiten besser verstehen zu lernen. Dazu gehören auch ganz alltägliche Dinge: Was kommt eigentlich anderswo auf die Teller, und warum ist das so? In der Dauerausstellung Das essen wir. Wir essen Reis wird alles rund um das Thema Reis genauestens aufs Korn genommen. Sie richtet sich an Kinder zwischen vier und acht Jahren. Auf spielerische Weise wird ihnen vermittelt, wie Reis angebaut und verarbeitet wird, wie der Speiseplan von Kindern in anderen Ländern aussieht, und warum Reis so wichtig für die Menschen in Südostasien ist. Und sollte die kleinen Forscher zwischendurch ein

Auch der Museumsdienst Berlin, ein Angebot der Landesgesellschaft Kulturprojekte Berlin, bietet verschiedene Kultur-Vermittlungsformate für Kinder, Jugendliche, Familien und Schulklassen zu aktuellen Ausstellungen in Berliner Museen oder an anderen interessanten Orten, wie der Zitadelle Spandau und dem Konzerthaus. Weitere Informationen unter www.kulturprojekte-berlin.de.

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Foto: © FEZ Berlin, Copy: iStock_000017588185


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Drei Frauen, ein Phantom Die Berliner Lesebühne Rakete 2000

Rakete 2000 ist wohl Berlins weiblichste Lesebühne: Mareike Barmeyer, Lea Streisand und Jacinta Nandi stellen alle zwei Wochen im Neuköllner „Ä“ aufs Neue Eloquenz und Witzigkeit unter Beweis. Jedes Mal verhandeln die drei ein anderes Motto, mal mit Gastlesern, mal ohne. Immer an ihrer Seite: Liedermacher Sven van Thom, der seiner Gitarre Heiter-Melancholisches entlockt und durch pure Anwesenheit ganz nebenbei dafür sorgt, dass der Östrogenpegel nicht durch die Decke schießt.

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imperlich ist Rakete 2000 jedenfalls nicht: An einem Abend geht es um „Rauchen, Saufen, Kinder kriegen“, an einem anderem um „Sportbier und Muskelkater“. Manchmal kommen die Raketen-Frolleins auch nicht um saisonale Parolen herum und versichern glaubhaft: „Niemand hat die Absicht, einen Tannenbaum zu errichten!“ Alle drei sind lesebühnenerprobt und haben sich in über fünf Jahren Rakete 2000 ein treues Stammpublikum erlesen, das jeden zweiten und vierten Donnerstag ins Ä pilgert, um den gesprochen und gesungenen Worten zu lauschen.

Berlins eine Plattform und veröffentlicht Poetry-Slam- und Lesebühnenliteratur in Wort und Ton. Es erscheinen überwiegend Bücher mit CD, die vertonten Geschichten sind auch einzeln als Download verfügbar. Auch Rakete 2000 ist vertreten, Lea mit Berlin ist eine Dorfkneipe, Jacinta mit Deutsch werden und Mareike mit Ü 30 - Erwachsen werden wir später. Von ihr gibt es auf der nächsten Seite eine Kostprobe: Kinder und Klobürsten sind die Helden in Mareike Geschichte Kein Wunder, dass kleine Kinder immer so oft krank sind. Mehr unter: www.rakete2000.blogspot.de

Lea Streisand ist die umtriebigste Rakete und auf fast jeder Lesebühne Berlins einmal im Monat zu Gast: Sie hat eine eigene Mini-Lesebühne Hamset nich kleina? im Bänsch in Friedrichshain mit wechselnden Gästen, ist beim Kantinenlesen in der Kulturbrauerei dabei und hat jüngst zusammen mit Wolf Hogekamp und Volker Strübing den Pankslam ins Leben gerufen, den ersten Poetry Slam Pankows. Jacinta Nandi ist festes Mitglied bei den Prenzlberger Surfpoeten einer Lesebühne mit integrierter Disko bzw. einer Disko mit integrierter Lesebühne im Mauersegler im Prenzlauer Berg. Alle drei Raketen schreiben für die taz: Mareike Barmeyer kurzweilige Berliner Szenen, Jacinta Nandi die Kolumne Die gute Ausländerin und Lea Streisand einen Fortsetzungsroman über das Leben ihrer schauspielernden Großmutter: Der Lappen muss hoch! Auch ihr Hausmusiker Sven van Thom fährt mehrgleisig und zelebriert zusammen mit Martin „Gotti“ Gottschild regelmäßig die Actionlesung Tiere streicheln Menschen im Frannz Club in der Kulturbrauerei. Und wer findet, dass vorlesefreie Zeit eine Zumutung ist, dem sei die Edition Mundwerk des Periplaneta Verlags mit Sitz in der Bornholmer Straße ans Herz gelegt. Der kleine Verlag gibt der Spoken-Word-Szene Foto: Sascha Bachmann

Rakete 2000 – Dabei sein ist alles… Wo? Im Neuköllner „Ä“ in der Weserstraße 40. Wann? Jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat um 21 Uhr.

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Drei Frauen, ein Phantom Die Berliner Lesebühne Rakete 2000 Kein Wunder, dass kleine Kinder immer so oft krank sind - Eine Kurzgeschichte von Mareike Barmeyer -

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„Woher hattest du die Streichhölzer?“, fragt sie. „Von zu Hause“, sage ich. „Mein Vater hat damals 60 Lord Extra am Tag geraucht“, sage ich. „In der Wohnung.“ Finnbar hustet. „Das klingt, als ob er Raucherhusten hat“, sage ich. „Das macht man ja heute nicht mehr“, sagt meine Freundin. „Das passiv rauchen schadet, das weiß man ja“, sagt sie. „Ich hatte mit sechs Jahren eine Klavierlehrerin“, sage ich, „die hat auch Kette geraucht“, sage ich. „Frau Pampe hieß sie. Sie kam zu uns nach Hause. Meine Eltern haben ihr einen Aschenbecher hingestellt und sie hat die ganze Klavierstunde über geraucht“, sage ich. Finnbar hustet noch mal. Seine Augen sind leicht glasig. „Ich habe oft Bronchitis gehabt als Kind“, sage ich. „Sehr oft.“ „Du hast doch auch mal Kette geraucht oder?“, fragt sie. „Ja“, sage ich. „Hattest du einen Schnuller?“ fragt sie. „Ich hatte eine Schnullerkette mit ungefähr zehn Schnullern dran“, sage ich. Meine Freundin nickt verständnisvoll. „Finnbar hatte nie einen Schnuller“, sagt sie. „Ich bin mir sicher, dass deine Nikotinsucht auch was mit deiner Kindheit zu tun hat“, sagt sie. Ich schaue auf ihren Sohn, der die Küche in Richtung Badezimmer verlässt. „Typische Störung in der oralen Phase“, sagt sie. Ich schaue ihrem Sohn hinterher. „Nicht bei ihm, bei dir“, sagt meine Freundin. „Und Finnbar geht jetzt alleine aufs Klo“, sagt sie. Ihr Handy klingelt. Sie nimmt ab und geht ins Wohnzimmer zum Sprechen. Ich schleiche mich ins Badezimmer, um einen Blick auf den einjährigen Finnbar zu erhaschen, wie er aufs Klo geht. Der kleine Finnbar sitzt vor dem Klo, hat die Klobürste in der Hand und putzt sich damit die Zähne. Ich warte eine halbe Minute bevor ich ihm die Klobürste wegnehme. Ich trage ihn ins Wohnzimmer. Meine Freundin beendet das Gespräch und schaut uns fragend an. „Du, dein Kind hat gerade an der Klobürste geleckt“, sage ich. „ich konnte ihn leider nicht mehr davon abhalten“, sage ich. „Macht nix“, sagt sie und gibt Finnbar einen dicken Schmatz auf den Mund. „Vorige Woche habe ich ihn dabei erwischt, wie er das Klobürstenwasser getrunken hat. Typische Störung in der analen und oralen Phase“, sagt sie. „Kein Wunder, dass kleine Kinder immer so oft krank sind.“

tell dich schon mal darauf ein“, sagt meine Freundin, „wenn dein Sohn in die Kita kommt, dann ist er dauernd krank.“ Meine Freundin ist gerade mit ihrem fast einjährigen Sohn zu Besuch, um mir und meinem neugeborenen Kind ungefragte Ratschläge zu geben. „Die nehmen einfach jede Krankheit mit“, sagt meine Freundin. „Und in der Kita haben ja alle ständig so verrotzte Nasen“, sagt sie. „Und Finnbar liebt es, den anderen Kindern an der Nase rum zu lecken“, sagt sie. „Igitt“, sage ich. „Die machen noch ganz andere Sachen“, sagt meine Freundin. „Ich war in einem antiautoritären Kindergarten“ sage ich. Und meine Mutter hat mir erzählt, dass es in unserem Kindergarten die Philosophie gab, dass ein Teelöffel Dreck am Tag sogar gesund wäre“, sage ich. „Das sagt man heute auch wieder“, sagt die Freundin. „Mein älterer Bruder hat die antiautoritäre Erziehung noch total ungefiltert abbekommen“, sage ich. „Der durfte alles.“ „Das darf meiner auch“, sagt meine Freundin. „Mein Bruder hat mit fast zwei Jahren angefangen hinter die Küchentür zu kacken“, sage ich. Meine Freundin schaut besorgt auf ihren Sohn, der an der Küchentür steht. „Finnbar ist schon trocken“, sagt sie stolz. „Keine Windeln mehr“, sagt sie. „Aber weil mein Vater bis heute immer mit Zeitung aufs Klo geht, hat mein Bruder damals immer zuerst die neuste Ausgabe der Süddeutschen Zeitung sorgfältig hinter der Küchentür ausgebreitet und dann erst drauf gekackt“, sage ich. Finnbar fällt um. „Fein gemacht Finn. Und jetzt steh wieder auf“, sagt meine Freundin. „Das ging wohl ein ganzes Jahr so“, sage ich. „Und ist er unordentlich?“, fragt die Freundin. „Ja“, sage ich. „Und kann er nicht mit Geld umgehen?“, fragt sie. „Ja“, sage ich. „Typische Störung in der analen Phase“, sagt sie. Finnbar ist wieder aufgestanden. Meine Freundin klatscht begeistert in die Hände. „Ich habe einmal im Kindergarten Pfützenwasser getrunken, als Mutprobe“, sage ich. „Ich habe einen Regenwurm gegessen“, sagt meine Freundin. Finnbar leckt ein bisschen am Türrahmen herum. „Ich habe auch mit fünf Jahren hinter dem Bauwagen in unserem Kindergarten mit meinem Freund Benni Stöcke geraucht“, sage ich.

Mareike Barmeyer, geboren in München, ist promovierte Soziologin, Journalistin und freie Autorin. Nach mehreren Jahren in Großbritannien hat es sie 2003 nach Berlin verschlagen. In ihrer Kurzgeschichtensammlung „Ü30 - Erwachsen werden wir später“, 2011 inklusive Hörbuch bei Periplaneta Verlags erschienen ist, erfahren wir alles über ausgedehnte Postadoleszenz, die Gemeinsamkeiten von Bibliophilie und Sex und den Ernst des Lebens. ©Periplaneta

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Das Letzte

Wat? Wo steht denn ditte? Bilderrätsel „Es war einmal vor langer Zeit“, scheinen die steinernen Figuren zu flüstern, die sich um einen imposanten Brunnen samt ausladendem Torbogen vor mehr oder minder grüner Hintergrundkulisse scharren. Dem ortsunkundigen, aber aufmerksamen Flaneur entlockt die fast fußballfeldgroße Anlage am Eingang eines an Prenzlauer Berg angrenzenden Parks womöglich ein überraschtes „Potz Blitz, das ist ja wie im Märchen“.

wohner wieder in neuem alten Glanz. Damit das so bleibt, werden einige von ihnen in den Winterschlaf geschickt und mit Holzkästen vor Frost und anderen Witterungseinflüssen geschützt. Die volle Pracht gibt es erst wieder ab Ostern zu bewundern. Sie wissen, von welcher „Riesenplansche“ hier die Rede ist? Dann zögern Sie nicht und lassen uns an ihrem Wissen teilhaben. Ihre Lösung senden Sie bitte bis zum 10. Mai 2014 an mittendrin@kvpb.de. Unter allen Mitratern verlosen wir eine Fotografie der aktuellen Ausstellung der Galerie unter der Treppe. Viel Glück! (fn)

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u Recht, denn beim näheren Hingucken entpuppen sich die possierlichen Statuen am Weges- und Brunnenrand als alte Bekannte. In den Blick geraten Grimmsche Geschöpfe: der Froschkönig, der Gestiefelte Kater, Rotkäppchen, Hänsel und Gretel und andere phantastische Gestalten. Viel zu erzählen hätten Kater und co. bestimmt. Schon vor knapp über hundert Jahren schmückten er und seine Kumpanen die größte öffentliche Brunnenanlage der Kaiserzeit. Die Planung für das Projekt begann schon einige Jahre zuvor, 1893. Es gab einiges Hin und Her, Kaiser Wilhelm II. hatte seine eigenen Vorstellungen, ebenso die städtischen Gremien und der Bauherr selbst. Letzterer, Ludwig Hoffmann, hatte einen langen Atem und konnte 1907 mit dem Bau beginnen. Für die Skulpturen engagierte er drei Bildhauer: Ignatius Taschner, Georg Wrba und Josef Rauch.1913 war es dann soweit, die Anlage im Stil des Neobarock wurde eingeweiht und für Besucher geöffnet.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Anlage und ihre Skulpturen zerstört. Nach Kriegsende waren zunächst sämtliche Märchenfiguren verschwunden. 1950 wurden sie in einem Gemüsegarten hinter einer hohen Mauer wieder aufgefunden. Den Brunnen zierten in den nächsten Jahren Kopien der ursprünglichen steinernen Figuren. Mit einer umfassenden und denkmalgerechten Restauration der gesamten Anlage konnte erst 2005 begonnen werden. Seit 2007 erstrahlen der Brunnen und seine Be-

Auflösung: Beim letzten Mal haben wir die Installation „Mind the Gap“ am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße gesucht. Fotos: Frauke Niemann

Wohin im April/Mai? Veranstaltungen im ZENTRUM danziger50 Freitag, 4. April und Samstag, 24. Mai, 20 Uhr Daniil Charms. Ich weiß nicht mehr Bescheid. Einmanntheater mit Pasquale Bombacigno.

Donnerstag, 1. Mai, ab 16 Uhr Gerrmann oder die Vision der menschlichen Gleichheit. Kunst und Politik zum 1. Mai.

Eintritt 10 Euro, erm. 7 Euro

Eintritt frei

Donnerstag ,17. April, 20 Uhr Wen ich liebe ... Groschenlieder vom Leben und der Liebe Ahnenrauschen - ein Theaterabend mit Dafne Maria Fiedler & Deborah Klein.

Freitag, 16. und Samstag, 17. Mai, 20 Uhr Irrenhaus Danton – da wir nichts voneinander wussten. Ganz ehrlich: Das wolltet Ihr doch so! Und wenn nicht, dann ist es genau so geworden! Freie Produktion von SchauComp / danziger50 frei nach Georg Büchner und anderen. Unterstützt vom Kulturverein Prenzlauer Berg e.V.

Eintritt 12 Euro, erm. 7 Euro

Eintritt frei wählbar

Dienstag, 22. April, 20 Uhr Schöner Scheitern mit Ringelnatz. Ein Theaterabend mit Heike Feist und Stefan Plepp.

Freitag, 30. und Samstag, 31. Mai, 19 Uhr Morion.3 – Woyzecks Büchner – oder: Why The Fuck Did He Kill Marie? Tragikomisches Musiktheater von kulturschlund.

Eintritt 16 Euro, erm. 13 Euro

Eintritt 16 Euro, erm. 10 Euro

Sonntag, 27. April und 25. Mai, 16-18 Uhr Halboffene Kleinkunstbühne. Crazy-Words…ist wieder da: an jedem 4. Monatssonntag in der abbaubar der danziger50. Die Veranstaltung wird live auf Rockradio übertragen. www.crazy-words.de.

Außer Haus Mittwoch, 26. März bis 11. Mai 2014 | Galerie Parterre Ausstellung unfix. Elisabeth Sonneck, Ka Bomhardt Danziger Straße 101, 10405 Berlin, Tel: 030 - 902 95-3846 / -3821

Eintritt: Spende in den Hut

Donnerstag, 29. April, 19 Uhr Vernissage Erfurt-Sheffield-Berlin. Fotos von Bianka Sauer in der Galerie unter der Treppe. Zu sehen bis 14.06.14.

Samstag 26. April, 19 Uhr | Staatsgalerie Prenzlauer Berg Vernissage Jutta Scheiner „Moonshiner“ (Malerei) Dauer der Ausstellung: bis 24. Mai 2014 Greifswalder Straße 218, 10405 Berlin, Tel: 030 - 44324741

Eintritt frei

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MITTENDRIN April-Mai-Ausgabe 2014  

Magazin für Kultur und Bildung in Prenzlauer Berg

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