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IMAGINATION

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eh nahm mir die Familie als Keimzelle von Egoismus und Faschismus vor und entwickelte daraus die unterschiedlichsten Auseinandersetzungen. Familie - das ist die direkte Konfrontation mit Macht und Diktatur. Ein Kind wird in eine Diktatur hineingeboren, die Beengung durch Erziehung und Verbote reicht tief in die Entwicklungsgeschichte hinein. Hier kann ich Charaktere gut formulieren, hier kann ich eben auch inhaltlich zu neuen ästhetischen Formen gelangen. Ich schlug der Dramaturgie jeweils drei oder vier Geschichten vor, davon wurde eine ausgewählt.

GEGEN

INSTRUMENTALISIERUNG

ür mich hat Theater immer auch den Aspekt, aufzuwüh len, die Dinge beim Namen zu nennen, Emotionen herauszu fordern. Ich halte es mit dem alten Artistoteles: Die Kathar sis ist das Entscheidende. In der Katharsis liegen die politischen Aspekte. Auch die Auslösung von Gefühlen innerhalb der Familie ist ein entscheidender gesellschaftlicher Aspekt. Theater für Kinder ist dabei besonders interessant , weil wir es hier mit Menschen zu tun haben, die in erster Linie von und mit ihren Gefühlen leben, nicht mit Reflektion und kopfiger Analyse.

zwar sehr gut . Ich habe keine bessere Aufführung gesehen als die am Theater der Jugend .

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m einzelnen kann ich zum Inhalt nicht mehr sagen. Die Stücke, die vor zehn Jahren gelaufen sind, nachzuerzählen, ist für mich sehr schwierig. Das liegt weit, weit zurück, da war ich noch nicht Vater. Vatersein hat nichts damit zu tun, daß sich gesellschaftliche Perspektiven ändern. Es verändern sieb ganz persönliche. Es ist schön, wenn man Geduld verlangt, wenn man Sätze liebt und niederschreibt wie: ,Das Kind hat

as hat auch etwas mit dem Stück

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KLING LING FU« zu tun. Da sind diese Dinge angedeutet, Traumgeschichten, in denen Emanzipation passiert, gefühlsmäßig und gesellschaftlich. Es ist auch eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, Schlafmütze und Nachthäubchen. Jürgen Flügge hat es selber inszeniert, und Jürg Schlachter al• überzeugelld neue , Nachtge•pen•t

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DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  
DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  

Gudrun Lukasz-Aden DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET Vierzig Jahre Theater der Jugend, Vierzig Jahre Theater-Geschichte. Gestaltet und be...