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MOBILITÄT

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ir starteten im neuen Haus mit einem Märchen: »DER STARKE HANS«, eine opulente Geschichte , anders als die Märchen aus Jobst' Zeiten. Es war sehr gut, aber leider nicht sehr erfolgreich. Wir hatten das unterschätzt mit der Schauburg. Es war zwar eine riesige Eröffnung, aber das Haus wurde lange Zeit nicht angenommen.

n unserer mobilen Zeit konnten wir unaufwendige Produktionen machen. »SCHULE MIT CLOWNS« zum Beispiel auf einem kleinen Podest. Wir spielten in Jugendheimen und in Schulen. Wir kamen in Kontakt mit Hans Mathes Merkel, der damals in Berlin den Basiskinderbuchverlag gegründet und großes Interesse fürs Thea ter hatte. So entstand das Kon-

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GEGEN

zept einer Kindertheaterserie: Figuren wurden entwickelt, die in verschiedene Situationen geraten, »OMA STINGL«, eine resolute alte Dame, die mit ihrer Enkelin Stangerl alle möglichen Abenteuer zu bestehen hat - durchaus Parallelen zur Oma Duck , in Comicmanier mobil gespielt, im Sommer auf Straßen und Plätzen in Mün chen kostenlo s. In dieser Richtung hatten wir drei Produktionen inszeniert, »OMA STINGL AUF SAFARI«, »OMA STINGL SCHWIMMT IM GELD«, »OMA STINGL UND DIE FLIMMERBRILLE«. Toll war das, die Kinder erkannten die Figuren wieder. Ja, die »Oma Stingl«, das sind auch heute noch spielbare Stücke, und daß das Vergnügen umsonst war, war ein Politikum. Wir sind gezielt hingefahren zu den Kindern,

GUCKKASTENTHEATER

sie brauchten nicht zu uns zu kommen, ein blendendes Konzept, um das wir kämpfen muß ten, denn es war nicht so, daß die entscheidenden Leute davon begeistert waren. Wenn die Kasse nicht klingelt, erfreut es die nicht. Wir mußten es erklären. Erstens war es eine Werbung fürs Theater, und zweitens, es muß gemacht werden, da es kein festes Haus gibt. »Oma Stingl« war ästhetisch gut gemacht, nicht billig, aber schnell für draußen aufführbar, ein gutes Theaterkonzept, das wir drei Jahre durchgezogen haben. Unsere Arbeit war längerfristig angelegt. Daß wir vorzeitig weggegangen sind, darüber gibt es noch einiges zu sagen.

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DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  
DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  

Gudrun Lukasz-Aden DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET Vierzig Jahre Theater der Jugend, Vierzig Jahre Theater-Geschichte. Gestaltet und be...