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Schmidt: Wir haben viele Erfahrungen mit dem Kindertheater, die wir in einem guten Sinn nutzen. Wir beobachten, kommunizieren indirekt mit dem Publikum, merken, wenn es unruhig wird. Sind es immer wieder dieselben Stellen, dann ist irgendetwas falsch. Ebenso, wenn zum Beispiel in einem Stück, das wir ab sechs Jahren empfohlen haben, nur Gymnasiasten der Oberstufe sitzen, so geschehen in „WEISST DU, WO MEIN KLEINER JUNGE IST?«. Früher bei Jürgen Fliigge waren mehr Hauptschüler im Theater, bei uns mehr Real schüler und Gymnasiasten. Es wäre schön, wenn es sich mischen würde. Doch die Hauptschullehrer fürchten, daß unser Programm mehr für Gymnasiasten sei. Wenn Hauptschullehrer den Mumm haben, mit ihren Klassen zu uns zu kommen, machen sie ganz andere Erfahrungen. Die Lehrer haben Angst, ihre Schüler zu über/ ordern, sie mit etwas zu konfrontieren, was fremd ist, eigenartig, andersartig. Unser Dramaturg des Zuschauerraums, mit Absicht nicht Theaterpädagoge genannt, beschäf tigt sich immer wieder damit, spricht mit den Lehrern, macht

ihnen Mut, gibt Unterrichtsmaterialien und Arbeitsblätter weiter. Der Besuch von Schulklassen ist also lehrerspezifisch. Es gibt beispielsweise Lehrer, die in jedes Stück kommen, andere Klassen kommen auch wegen der Schauspieler wieder. Das Programm wird alle zwei Monate im voraus veröffentlicht und über einen städtischen Verteiler versandt . Zusätzlich haben wir eine eigene Kartei mit Adressen von 500 Lehrern in München und Oberbayern.

1990

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DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  
DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  

Gudrun Lukasz-Aden DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET Vierzig Jahre Theater der Jugend, Vierzig Jahre Theater-Geschichte. Gestaltet und be...