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KOMPLIZIERTHEIT

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GEGEN

VEREINFACHUNG

,,Der OB hat keineAhnungvon Theater" Das TdJ soll heimatlos werden, weil Kronawitter den Umbau der Schauburg zu teuer findet ,'

Blut

für Öl

Oberbürgermeister Georg Kroaawitter Am vergangenen Freitag prisentiert.e er den verblüfften Stadträten der beiden Mehrheitsfraktionen SPD und Grüne seinen neuesten Sparvorschlag. Der Umbau des Theater der Jugend. tobte Kroaawittar hinter ~ schlossenen Türen. sei gar keiner, weil die Schauburg am Ellsabethplatz fast bi.s au! dle Grundmauern niedergerissen werdle. Hinter den Fassaden entstehe praktisch ein Neubau, der mit 14.7 Millionen Marle viel zu teuer komme. Deshalb solle d1e Truppe von TdJ·lntendant George Podt in Zukunft gaiu auf ein f~ Haus verzich.....-..~L!.:.:.:e.:.hrt ~!!!in Schulturnhallen auft:reweiß zu überraschen:

Zurück zur Theater - der Jugend - Geschichte, die am 27. Juli 1990 eine abrupte Wende nahm. Wir waren gerade bei der Generalprobe unserer ersten eigenen Produktion, ,.YVONNE, DIE BURGUNDERPRINZESSIN«

als die Nachricht hereinplatzte,

Schmidt: Das war seit Jahren bekannt, aber nichts war passiert. Die plötzliche Aktivität hatte politische Gründe: Rotgrün hatte gerade die Wahl in München gewonnen. Ein heftiger, engagierter Wahlkampf war vorausgegangen mit dem Versprechen, München wieder f amilienfreundücher zu gestalten. Dazu gehörte auch die Schüeßung und Sanierung vieler Schulen, in denen man Asbest gefunden hatte. Also mußte die neue Stadtregierung ihr Wahlversprechen einhalten und sich zur Schüeßung und Sanierung auch dieses Theaters durchringen.

• Yvonne ...

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verstrickt!

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sagen noch gar nichts dazu. weil wir

bi.sber keine Gelegenheit harten, das in der Fraktion zu besprechen·. Em am 4.1'fovember werde eile Stadtratstraktion gemeinsam mit Hummel und Kroaawitter über Spaivorschläge im Kulturbereich beraten: .Erst dann kann man genaueres sagen.· Finanziell sei der Verkauf der Schauburg sicher ein Gewinn für die Stadt. .kulturell wohl we.niger". Deutli· che.r wird da schon FDP-Stadträtin SybU· le Groß. Sie hält von der Idee des OB gai nichts: .Man wel8 wirklich nicht. ob mac lachen oder weinen soll. Der OB ha : anscheinend keine Ahnung von Theater :

Eine Schnaps-Idee"

lade lagen, nicht so schnell in die Wege geleitet worden, wenn überhaupt ...

Asbest ilDHaus 1

Podt: Ohne Asbest jedenfalls wäre der Umbau, für den die Pläne jahrelang in der Schub-

Helmut Steyrer: .Dazu gehört auch der Umbau der Schauburg für 14.7 Millionen Mark. Wir würden uns höchstens auf gewisse Einsparungen bei den Baukosten - soweit das möglich ist - einlassen.• Auch KultuITeferent Siegfried Hum· mel. der em am Sonntag von den Sparplänen erfuhr. scheint bereit zu sein, es auf eine Konfrontation mit dem OB an· kommen zu lassen. Gegenilber der SZ will e.r sich zwar .nicht äußern. solange ich keine Gelegenheit batte, mit dem Oberbürgermeister zu sprechen · . verschiedene Stadträte erzählen aber. daß der Kulturreferent sie bereits früh morgens angerufen habe und wutentbrann .t gedroht habe .

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Schmidt: Das Kommunalreferat bot uns Ausweichspielorte an, zum Beispiel eine Fabrikhalle in /.,ochhausen, eine im Euroindustriepark. Ein zuständiger Kommunalreferatsbeamter meinte gar, daß das Theater der Jugend sowieso nicht gebraucht wird. Die ganzen Sommerferien lang suchten wir selbst, studierten die Immobilienanzeigen, fragten herum. George fand dann den KOLPINGSAAL IN DER ENTENBACHSTRASSE. Podt: Die Einschränkungen in der Entenbachstraße nahmen wir als Herausforderung. Schauburg in der Au (back lo lhe roou ???) siehe auch Seile 16 und 47

DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  
DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET  

Gudrun Lukasz-Aden DER EINE KÄMPFT, DER NÄCHSTE ERNTET Vierzig Jahre Theater der Jugend, Vierzig Jahre Theater-Geschichte. Gestaltet und be...