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Das Unternehmen als Spiel erleben Über den Sinn, Zweck und die Möglichkeiten von Unternehmensplanspielen Unternehmensplanspiele ermöglichen es, in spielerischer Form Unternehmensabläufe in ihrer Gesamtheit rasch zu

Sichtweise stellt das viel zitierte unternehmerische Denken sicher.“

erfassen. BWL – wie sie unterrichet werden sollte: leicht

„Risiko“ im Unternehmen

überschaubar und verständlich!

E

s ist keine neue Erkenntnis: jeder Mensch lernt anders! Denn jeder Mensch hat unterschiedliche Intelligenzen – bis zu acht verschiedene! Und jeder Mensch denkt anders! Der eine ist eher ein Logiker, der andere denkt eher global und geht vom Groben ins Detail. Jeder Mensch nimmt Informationen anders auf. Der auditive Typ will Informationen hören, der Visuelle muss alles sehen, der körperlich-kinästhetische Typ lernt nur, indem er etwas tut. Aber daran denken die wenigsten, die Lernende vor sich haben. Die meisten Kurse und Trainings sind Theorievorträge, bei denen höchstens auditive Menschen auf ihre Kosten kommen. Was aber geschieht mit den anderen? „Das Geheimnis eines Lernerfolges liegt in der Verknüpfung: wenn Informationen auf allen drei Wegen vermittelt werden – also auditiv, visuell und körperlich –, dann werden nicht nur alle Lerntypen gleichermaßen erreicht. Durch die zusätzlichen Kanäle wird die Informationsverarbeitung

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Von Max Gersten und -speicherung bei jedem Menschen erheblich gesteigert“, sagt Martin Werdenich, 5th Mind GmbH, die als international tätiges, netzwerkorientiertes Unternehmen auf innovative Trainingsmethoden für die betriebliche Aus- und Weiterbildung spezialisiert ist. Werdenich: „Nur Manager, die wissen, worauf es im wirtschaftlichen (Überlebens-) All-

Martin Werdenich

tag ankommt, können auch danach handeln. Dazu benötigt jedes Unternehmen motivierte und verantwortungsbewusste Mitarbeiter, die das Unternehmen über den Abteilungsegoismus hinaus als Ganzheit verstehen. Erst diese

Das älteste Planspiel dürfte Schach sein, das von Persien aus seinen Zug um die Welt angetreten hat. In der neueren Geschichte kamen dann aus dem militärischen Bereich sogenannte Sandkastenspiele zur Entwicklung militärischer Strategien dazu. Bedenkt man noch den bekannten Flugsimulator, dann hat man schon die heute noch geltenden Spielkategorien aufgezählt: EDV, Brett und lebende Szenarien. Vorerst hauptsächlich im Bereich der Universitäten und Fachhochschulen eingesetzt erkennen mittlerweile immer mehr Unternehmen den Vorteil einer Planspiel-Simulation. „Im Spiel lassen wir Fehler durchaus zu bzw. bauen diese absichtlich ein. Die Folge einer Handlung bzw. Entscheidung ist sofort erkennbar, allerdings wirkt sie sich nur auf dem Spielbrett und nicht tatsächlich im Unternehmen aus. Learning by Experimenting ist also die Devise“, erläutern Dr. Hubert König und Dkfm. Hans Salomon – Geschäftsführer der BTI in Wien – die Nutzen eines Planspiels. König: „Die Vermittlung von betriebswirtschaftlichem Wissen in einer relativ kurzen Zeit

Hubert König

muss nicht durch einen trockenen Frontalunterricht erfolgen. Durch Einsatz von Planspielen ist es möglich, den Teilnehmern auf spielerische Art und Weise Auswirkungen und Zusammenhänge von Entscheidungen in Unternehmen näher zu bringen. So müssen bei allen BTI-Planspielen unternehmerische Entscheidungen getroffen werden, um wenig später die Auswirkungen anhand von Kennzahlen und Bilanzen zu überprüfen. Durch die Entscheidungen der Teilnehmer gewinnt der ursprünglich statische Sachverhalt an Dynamik und die sich ändernde wirtschaftliche Situation führt im Laufe des Spieles dazu, dass sich die Teilnehmer intensiv mit den Problemen und Entscheidungen befassen und sich der Spannung nur schwer entziehen können.“ Kategorien von Planspielen Es gibt drei Kategorien von Planspielen:


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1. EDV-gestützte Planspiele, 2. haptische Planspiele auf Basis eines Spielbretts, 3. Planspiele (mit handwerklicher Aufgabenstellung) als tatsächliche Simulation von Unternehmensprozessen. Weitere Unterscheidungskriterien sind der Komplexitätsgrad einbezogener Variablen in das Modell, der Zeithorizont, die minimale und maximale Teilnehmerzahl sowie der Standardisierungsgrad von Abläufen und Prozessen. EDV-gestützte Planspiele: Sie sind seit Jahren fester Bestandteil der Hochschulausbildung, bilden häufig Szenarien mit hoher Komplexität ab und sind daher zur Vertiefung und zum Ausbau betriebswirtschaftlicher Kenntnisse geeignet. Haptische Planspiele: Haptische Planspiele, auch Brettplanspiele genannt, werden überwiegend in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung und als methodische Plattform in Managementseminaren eingesetzt. Aber auch Hochschulen und andere Bildungsträger setzen immer öfter auf Planspiele dieser Art. Diese sind besonders gut zur Vermittlung grundlegender Zusammenhänge geeignet. Sie konzentrieren sich auf das Wesentliche und visualisieren Prozesse und Zusammenhänge und die Stellhebel des Unternehmens sehr anschaulich. Dies geschieht durch „begreifbares“ Spielematerial wie Wertmünzen für Geld und Aufträge in Papierform. Sie verschaffen den Teilnehmern eine gewisse Distanz zu ihren Unternehmen. Selbst Unternehmer lassen sich so zu einer Draufsicht auf ihr Unternehmen verleiten und entdecken manche Zusammenhänge neu oder wieder, die sie im hektischen Alltag nur noch gewohnheitsmäßig wahrnehmen und nicht mehr hinterfragen können.

Hans Salomon

Dr. Hubert König, BTI: „Neben der Vermittlung des reinen Fachwissens erfordern Planspiele von den Mitspielern kreatives und flexibles Reagieren auf unternehmensbezogene Veränderungen. Ebenso müssen daraus resultierende notwendige Entscheidungen getroffen sowie Präsentationsund Problemlösungstechniken angewandt werden. Gleichzeitig können Gesprächsführung, Konfliktmanagement und Teamfähigkeit überprüft und trainiert werden. Ohne die Fähigkeit in der Gruppe, gemeinsam Ziele und Konzepte zu entwerfen sowie Entscheidungen zu treffen kann ein Erfolg nur schwer erzielt werden. Dabei sind die entstehenden Konflikte zu lösen und Abläufe zur Bewältigung aufkommender Probleme zu entwickeln“, bringt es Dkfm. Hans Salomon auf den Punkt. Der große Vorteil von haptischen Planspielen liegt in der Möglichkeit, im Rahmen des Spieles konkrete Unternehmensdaten und -situation miteinzubeziehen. „Die Unterbrechung des Spielablaufs von immer wiederkehrenden Reflexionsphasen sorgen dafür, dass die Seminarteilnehmer nicht nur das Unternehmen am Spielbrett verstehen und leiten, sondern dass auch Verständnis für die reale Situation des eigenen Unternehmens entsteht“, ist Hans Salomon von dem Vorteil überzeugt. Die Inhalte der Reflexionsphasen und damit die betriebs-

wirtschaftlichen Schwerpunkte werden dabei mit der Unternehmensführung im Rahmen eines Vorbereitungsgespräches individuell festgelegt. Unternehmenssimulationen: Interaktive Unternehmenssimulationen stellen komplexe betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und Abläufe in Unternehmen und deren Umwelt dar und bieten die Möglichkeit, schnell, risikolos und kostengünstig alternative Entscheidungen zu simulieren und deren Auswirkungen auf die Organisation zu erfahren und zu erlernen. Werdenich: „Nur durch Interaktion und praktische Erfahrung kann Wissen dauerhaft verankert werden. Unsere Trainingsmethoden bauen auf der Erkenntnis ,learning business by doing business’ auf. Besonders für Jungunternehmer sind diese Erfahrungen und die Transformation des theoretischen in praktisches Wissen besonders

wertvoll!“ Vermittelt werden bei den Unternehmensplanspielen verschiedenste Themen, die in der Regel dem Wissensstand der Teilnehmer sowie den unternehmensspezifischen Bedürfnissen individuell angepasst sind. Der Vorteil von brettspiel-basierten Unternehmenssimulationen gegenüber anderen Schulungsmaßnahmen ist der schnelle und nachhaltige Lernprozess. Im Vergleich mit anderen Lernmethoden wird hier theoretisches Wissen durch den Realitätsbezug in praktisches Können transformiert. Unterschiedliche Ansätze Wobei natürlich die Ansätze und Ziele der verschiedenen Plattformen sehr unterschiedlich sind. PC-gestützte Planspiele erlauben eine hohe Komplexität, da komplexe Rechenprozesse vom Computer erledigt wer-

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Brettspielbasierende Unternehmenssimulationen im Rahmen eines 5th Mind Seminars, Günther Riedl war dabei: Grundsätzlich sind interaktive Unternehmenssimulationen innovative und wirksame Trainingsmethoden zum effizienten und nachhaltigen Erlernen betriebswirtschaftlicher Unternehmensführung. Darum ging es auch beim Seminar von 5th Mind. Es wurden komplexe betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, Abläufe und Entscheidungssituationen in Unternehmen und deren Umwelt dargestellt und jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, schnell, risikolos und kostengünstig alternative Entscheidungen zu simulieren und die Auswirkungen dieser auf die Organisation zu erfahren und zu erlernen. „Das hätte ich nicht vermutet!“, hörten wir uns mehrmals staunend rufen, wenn uns wieder die Wirkung einer Ursache verständlich wurde. Erreicht wurde dadurch bei uns allen ein verbessertes Verständnis der betrieblichen Prozesse und Abläufe sowie das Entwickeln eines vernetzten Denkens. Was ist das Besondere an der brettspielbasierenden Simulation? Martin Werdenich, Geschäftsführer von 5th Mind: „Simulationen in Brettform visualisieren komplexe Zusammenhänge in einer für den Teilnehmer nachvollziehbaren, transparenten und – im wahrsten Sinne des Wortes – begreifbaren Art und Weise. Die Teilnehmer können das Geschehen unmittelbar am Brett verfolgen und dadurch Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge schnell erkennen und nachvollziehen. Durch die Möglichkeit des unmittelbaren Zugriffs auf die Elemente werden sie intensiv in das Geschehen eingebunden und können dies aktiv mitgestalten.“ Im Seminar von 5th Mind stellt darüberhinaus der Einsatz von 10 bis 20 EURO-Münzen je Spielteilnehmer einen unmittelbar „greifbaren“ Wert dar und veranschaulicht den Kapitalfluss. Die konkrete Simulation eines Dienstleistungsunternehmens, die Verteilung von expliziten Funktionen bzw. Rollen vertieft das Wissen für praxisnahes Agieren. Durch vorgegebene Aufträge in Form von Spielkarten können im Rahmen von Abläufen diverse Abwicklungen und Manipulationen getätigt werden. Nach einer gezogenen Jahresbilanz wurden durch ein unterstützendes Coaching vonseiten des Trainers Prozesse und Aktionen optimiert, mögliche Risken bedacht, offene Chancen und Potenziale eruiert und miteinbezogen. Wichtig erscheint gerade bei einer derartig praxisorientierten und „greifbaren“ Methode, dass sie über eine ebensolche Präsentation des jeweiligen Trainers an die TeilnehmerInnen transportiert wird, um den interaktiven Mehrwert und die Akzeptanz zu erhöhen. Das Seminar der 5th Mind GmbH brachte auch Neulingen die Welt der Unternehmensführung näher und erzeugte viel Verständnis für große Zusammenhänge. Die Trainer standen hilfreich zur Seite, wenn’s etwas schwieriger wurde und erklärten gekonnt die Zusammenhänge. www.5thmind.at

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den können. Ebenso erlauben sie oftmals eine Anpassung an die individuellen Gegebenheiten, wie auch eine dezentrale Spielweise. Insofern bieten sie ein hohes Maß an Flexibilität. Auch muss hier nochmals unterschieden werden zwischen wirtschaftlichen Computerspielen wie z.B. Siedler oder SimCity und Unternehmens-Simulationen. Während der Spielesektor eine Reihe von Unterhaltungsspielen mit „Lerneffekt“ anbietet, die aber keinen Eingriff in die Spielsituation erlauben, ebenso nur sehr schemenhaft die Realität abbilden, halten sich Unternehmens-Simulationen an wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse und an den Effekt des realen Erlebens einer Situation. Dazu Martin Bembenek, geschäftsführender Gesellschafter von der Software-Firma Logic systems aus Bochum (www.logicsystems.de): „Ein ganz gutes Beispiel ist das von Daymler Chrysler entwickelte Verkehrs-Planspiel, welches eine Verkehrssituation einer planbaren Stadt abbildet und Aussagen darüber treffen soll, wie sich Verkehrsströme verändern, wenn z.B. neue Straßen gebaut werden oder Hindernisse, wie z.B. Baustellen, eingerichtet werden. Die Problematik steckt in der Frage, welche Parameter einer solchen Spiel-Situation rein hypothetisch sind und welche auf realen und nachvollziehbaren – wie auch wiederholbaren – Tatsachen beruhen. Diese Kritik müssen sich alle Planspiele gefallen lassen, die nach dem ,Mensch-gegen-ComputerPrinzip‘ arbeiten. Die Wiederholbarkeit solcher Effekte machen diese Simulationen berechenbar und damit manipulierbar.“ Echte Konkurrenzplanspiele und Unternehmens-Simulationen verbinden dabei beide Welten. Auch sie sind zu ei-

nem gewissen Teil auf empirische Daten oder Hypothesen angewiesen, die aber meist frei konfigurierbar sind. Ebenso werden Ergebnisse nicht durch im Computer hinterlegte Parameter erzeugt, sondern durch echte Teilnehmer entschieden. Diese Teilnehmer treffen schlaue oder weniger schlaue Entscheidungen, die von der Konkurrenz berücksichtigt und mit in die Planung einbezogen werden müssen. Daher weisen Konkurrenzplanspiele ein hohes Maß an strategischen Elementen auf, die auf echten Entscheidungen basieren und daher nicht manipulierbar sind. Die Effekte sind echt und statistisch gesehen nicht wiederholbar (analog zu den Mechanismen in der realen Wirtschaft). Oftmals verzichten solche Unternehmens-Simulationen bewusst auf „Soft Facts“, weil ihr Wirkungszusammenhang nur schwer zu beweisen ist. So ist z.B. nur schwer nachvollziehbar und im Vorfeld kaum berechenbar, welchen realen Effekt Investitionen in das Ansehen eines Unternehmens (wie z.B. Umweltschutz) haben werden. Ein völlig anderer Aspekt ist die Frage nach „Soft-Skills“. Bembenek: „Da PC-Planspiele in der Regel mit mehreren Gruppen gespielt werden, ergeben sich zwangsläufig gruppendynamische Effekte. Diese Effekte bestehen einerseits aus dem Rollenverhalten der einzelnen Teilnehmer wie aber auch aus der Notwendigkeit, Einigkeit in der Gruppe über Entscheidungen und Strategien zu erzielen. Brettspiele hingegen sind nur für Präsenzveranstaltungen geeignet. Sie sind meist recht einfach gehalten und dienen in der Hauptsache der Vermittlung einfacher Sach- und Wirkungszusammenhänge. Positiv ist auf alle Fälle, dass sie rela-


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Management be-greifen! Betriebswirtschaftliches Wissen spielend erlernen. >>>

www.5thmind.at tiv schnell umsetzbar sind, damit bleiben die Seminarzeiten kurz. Auf der anderen Seite sind sie an ,Regeln‘ gebunden, die zwar veränderbar sind, aber nur im Rahmen der darunter liegenden Spielidee (Brett). Damit verfolgen Brettspiele einen wesentlich konkreteren, aber damit auch wesentlich beschränkteren Lernansatz als PC-gestützte Planspiele.“ Rollenspiele Auch Rollenspiele sind weitgehend nur für Präsenzveranstaltungen geeignet, zumindest für ihre Präsentation. Ziel solcher Spiele sind aber weniger die Vermittlung von globalen Wirkungszusammenhängen, sondern vielmehr die Bewältigung von konkreten Situationen. Vergleichbar mit „Training on the Job“-Maßnahmen erlauben sie das Üben einer unternehmensalltäglichen Tätigkeit. Rollenspiele lassen sich nach Belieben variieren, greifen aber ein ganz spezielles Segment heraus. Sie sind damit ein völlig anderer Ansatz als PC-Planspiele und verfolgen andere Ziele. Also eine Ergänzung/Erweiterung der klassischen Planspiel-Ansätze. PC-Planspiele Bei PC-gestützen Planspielen steht in der Hauptsache das Grundverständnis im Vordergrund. Da es praktisch fast unmöglich ist, eine komplexe Unternehmung mit all ihren Facetten in einem Planspiel vollständig abzubilden, sind Planspiele generell immer ein Kompromiss. Wer aber den

globalen Zusammenhang begriffen hat, der gewinnt eine Vorstellung davon, wie Entscheidungen im eigenen Unternehmen wirken können. Martin Bembenek: „Insbesondere ist die Erkenntnis von entscheidender Bedeutung, dass eine einzelne unternehmerische Entscheidung eine ganze Kette von Reaktionen auslöst. Die gerne in der Öffentlichkeit propagierte 1:1-Beziehung zwischen Entscheidungen und Wirkungen, wie sie gerne zur Begründung unternehmerischer und in der Öffentlichkeit zu vertretender Entscheidungen herangezogen wird, entbehrt wissenschaftlich jeglicher Grundlage.“ Aktuell wäre hier sicherlich die Diskussion der Automobilindustrie ein gutes Beispiel, in der immer wieder darauf verwiesen wird, dass die Personalkosten zu hoch seien. Die Folge ist Arbeitsplatzabbau, Arbeitsplatzverlagerung oder Senkung der Lohnkosten durch geringere Entlohnung oder Gehaltsverzicht. Was hier bewusst verschwiegen wird ist die Tatsache, dass Arbeitsplatzverlagerungen (z.B. in den Osten) ganze Ketten von Konsequenzen nach sich ziehen. Geringere Produktivität, Rücksetzung von Lernkurven, Neuinvestitionen, damit Finanzierungsbedarf etc., um nur einige wenige zu nennen. In diesem Zusammenhang auch die Erfahrung vieler Unternehmen, dass sich ihr Schritt nachträglich als Fehlentscheidung herausgestellt hat. Bembenek: „Selbst solche Entscheidungen ließen sich über eine Simulation durchspielen. Ich behaupte allerdings, dass

bei der Geschwindigkeit, in der sich die Globalisierung vollzogen hat und weiter vollzieht, eine Reihe unserer Manager jeglichen Überblick verloren hat, solche Entscheidungen noch sachlich korrekt zu beurteilen. Weiterhin zieht die Globalisierung Effekte nach sich, die in der Vergangenheit noch keine Gültigkeit hatten, Manager müssen umdenken und sich immer wieder neu auf sich immer schneller verändernde Situationen einstellen. Die Halbwertszeit des Wissens nimmt rasant ab, das gilt auch für die Führungsetage unserer Unternehmen. In den letzten Jahren hat kaum ein Management-Ansatz mehr als fünf Jahre überlebt. Was jedoch nach wie vor überlebt hat sind die wirtschaftswissenschaftlichen Ansätze und Theorien, die bis heute Gültigkeit haben und die die Grundlage seriöser und wissenschaftlicher Planspiele und PC-Simulationen bilden.“ Soweit Martin Bembenek aus Deutschland. Mitarbeiter-Training mit ernsthafter Zielsetzung in spielerischerer Verpackung – das ist das Kennzeichen von Unternehmensplanspielen. Mittlerweile nicht mehr nur von Großfirmen, sondern auch immer mehr von mittelständischen Unternehmen genutzt und geschätzt, gibt es verschiedene Typen dieser Unternehmenssimulationen. Eines ist allen gemeinsam: Die Auseinandersetzung der Spieler mit inszenierten Konflikten des Arbeitsmarktes fördert die betriebswirtschaftliche Weiterentwicklung. Darüber hinaus reflektieren die Teilnehmer unter Anleitung der anwesenden

Business Simulations Coaches den persönlichen Einsatz ihrer individuellen Fähigkeiten; machen sich ihre Stärken und Schwächen so in aktiver Auseinandersetzung bewusst. Meta-Infomationen – nützliche Nebeneffekte Damit wären die Effekte auf der beruflichen Ebene abgehandelt. Die Teilnehmer fahren nach drei Tagen Seminar nach Hause und strahlen dem Arbeitsalltag fortgebildet entgegen – in fachlicher Hinsicht genauso wie in der Entwicklung betrieblich einsetzbarer Stärken. Im beobachtbaren Verhalten während des Planspiels sind jedoch auch Meta-Informationen sichtbar, die genutzt werden wollen. Bislang wurden diese Nebeneffekte leider unverwertet abgehakt oder erst gar nicht registriert. Dabei sind die Spieler permanent Akteure der Situation Seminar. Das ist der Gedanke, auf dem das Management-Training COLD WATER (www.coldwater.de) aufbaut: Spielerreaktionen, die nicht unmittelbar auf der betrieblichen Ebene im Sinne der Soft skills ausgewertet werden, aber faktisch vorhanden, weil beobachtbar, werden von der Spielleitung genauso dokumentiert und anschließend ausgewertet. Die Situation: Tag eins des Seminars COLD WATER. Die Begrüßungsrunde findet statt. Der Tisch, an dem die Teilnehmer sitzen, ist chaotisch, unaufgeräumt und mit Müll bedeckt, schlicht eine Katastrophe. Wie reagiert der einzelne Spieler jetzt auf diesen Zu-

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stand? Ist er irritiert? Geht er mit Gelassenheit darüber hinweg? Lässt er sich vielleicht sogar dazu hinreißen, erst einmal aufzuräumen? Die Coaches beobachten jeden Einzelnen mit prüfendem Blick und dokumentieren ihre Ergebnisse unauffällig. Das Chaos ist selbstverständlich inszeniert, die von den Teilnehmern offenbarte „Krisenstrategie“ hat keinen direkten Bezug zur geforderten Spieltaktik. Ein Ereignis also, das den Rahmen eines normalen Unternehmensplanspiels sprengt – und bei

COLD WATER dennoch dazugehört. Planspiel als Kern Die Unternehmenssimulation selbst bildet den Kern dieser neuen Generation von Planspielen. Im Fall von COLD WATER ist es das von der Bochumer Software-Firma Logic Systems entwickelte und mehrfach prämierte BO-CASH. Die Teams entwickeln einen Business-Plan, führen Kreditverhandlungen und sorgen sich um die Jahresfinanzierung. Hier zeigen sich die Fähigkei-

Personalauswahl und Personalentwicklung für die Zukunft - Planspielbasierte Assessment Center - Planspielbasierte Trainings - Internationale Assessment Center - Online Recruiting - Management-Diagnostik - Management-Training atrain GmbH Nürnberger Straße 110a D-96050 Bamberg Deutschland eMail: info@atrain.de web: www.atrain.de Tel: +49 951/309 00 10 Fax: +49 951/309 00 12

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ten der Spieler in aller Deutlichkeit. Von der Spielführung entwickelte, für die Spieler unvorhersehbare Softevents wie ein plötzlicher Vorstandswechsel oder eine Verknappung der Rohstoffe bringen Druck in den Arbeitsalltag der Teams. Wer eine gute Krisenstrategie und ein betriebswirtschaftlich geschicktes Händchen hat, meistert die Stress-Situationen und zeigt, in welchem Bereich seine Stärken liegen. Derartige Softevents können in jedem Unternehmen stattfinden – und in jedem gewohnten Planspiel. Das Besondere an COLD WATER sind jetzt „Stressevents“: außermarktliche Störereignisse. Das sind pure Provokationen, die in keinem konkreten Zusammenhang mit den Bedingungen des Planspiels stehen. Die Teilnehmer werden „ins kalte Wasser“ geschmissen. Vom Einzelnen sind also menschliche Reaktionen gefordert, die den Blick auf das individuelle psychologische Profil richten. Diese Reaktionen werden von den Beobachtern genauso dokumentiert und ausgewertet wie die offenbarten Strategien und beruflichen Kernkompetenzen. So wird der doppelte PlanspielLerneffekt – Strategieentwicklung und Reflexion des eigenen Verhaltens – in einen TripleEffekt erhöht. Es zeigt sich 1. ein betriebswirtschaftlicher Lerneffekt durch Simulation und Strategieentwicklung, 2. ein persönlicher Lerneffekt als Resultat der Auseinandersetzung der Teilnehmer mit den Softevents im Sinne einer Selbstreflexion, 3. die Erstellung eines individuell-psychologischen Teilnehmerprofils durch die Dokumentation des Gesamtverhaltens. Die Kombination lässt eine hohe Wirkungsvielfalt eines einzigen Seminars zu.

Offenheit in der Dokumentation Das Prinzip „Offenheit“ bildet dabei die Basis der Dokumentation während des Spielverlaufs: Der Bewertung ist keine Zielrichtung vorgegeben. Anders als bei Assessementcentern als Mitarbeiter-Check sind die COLD WATER Coaches – so gut es geht – neutral. Während Assessementcenter praktisch „das Pferd von hinten aufsatteln“, also im Hinblick auf gruppendynamische Prozesse Ereignisse inszenieren, die geforderte Qualitäten des

Martin Bembenek

zukünftigen Mitarbeiters transparent machen sollen, zeichnen sich die Störereignisse eines COLD WATER-Seminars durch Ziellosigkeit aus. Die Provokationen und ihre möglichen Folgen sind nicht interessengeleitet. Interessenlosigkeit – auf dem Arbeitsmarkt sonst ein negativer Begriff – ist hier positiv als eine Stärke von COLD WATER zu bewerten. Die Teilnehmer können sich nicht auf das Seminar vorbereiten, da kein Leadership-Potenzial oder andere herausragende Kompetenzen erwartet werden. Die Folge: Sie nehmen am Seminar als Menschen teil. Sie brauchen Ihre Persönlichkeit nicht zu verstellen und sind in Ihrem grundlegenden Profil einschätzbar. „Die Spieler sind 3 1/2 Tage unter unserer Kontrolle“, so Martin Bembenek, Geschäftsführer von Logic systems, die COLD WATER gemeinsam mit der Toberg Innotivity Unternehmensberatung und der


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WOW Wachstumsberatung entwickelt haben. Das Seminarhotel ist zwar mit Freizeiteinrichtungen à la Sauna, Schwimmbad und Sportmöglichkeiten ausgestattet, doch selbst hier passieren Pannen und müssen vom Teilnehmer bewältigt werden – unter Dokumentationsgarantie. Alle Aspekte einbeziehen Die Erfassung aller Reaktionen und Merkmale des Teilnehmers sichern dann ein umfassendes individuelles Profil. Den Kern bilden 18 Kriterien wie Überzeugungskraft, Innovationsbereitschaft, Verbesserungswille und Selbstvertrauen. Auch die von Unternehmensseite immer stärker geforderten Soft-Kompetenzen wie emotionale Intelligenz und Kreativität haben einen festen Platz in der Beurteilungsskala. Betriebswirtschaftlich relevante Merkmale werden mit basispsycholgischen Kriterien abgeglichen und bilden ein umso festeres Fundament. Zeigt der Teilnehmer in der Spielsituation die gleichen Eigenschaften wie in eher privaten Situationen? Wann wird er seine herausragenden Stärken auch wirklich einsetzen? Die Beurteilungs-Mappe, die der Teilnehmer nach dreieinhalb Tagen in der Hand hält, gibt die Anwort. Jeder erhält eine konkrete Auswertung seiner Stärken und Schwächen sowie Empfehlungen zur Weiterentwicklung bzw. zur Möglichkeit des Defizitabbaus. Planspielbasiertes Assessmentcenter Die atrain GmbH (www.atrain .de) hat eine eigene Methode zur Analyse von Führungspotenzial entwickelt, bei der Problemlösefähigkeit gleichrangig mit sozialen Kompetenzen erfasst wird: Das planspielba-

sierte Assessmentcenter. Im Rahmen des planspielbasierten Assessmentcenters stehen Anwärter auf eine Führungsposition vor der Aufgabe, gemeinsam ein computersimuliertes Unternehmen über einen simulierten Zeitraum von 12 bis 24 Monaten zu leiten. Die Anforderungen sind hoch: Von der Produktentwicklung über Produktion, Qualität, Marketing und Finanzen müssen in den unterschiedlichsten Bereichen des Unternehmens die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Dies erfordert die konzentrierte Zusammenarbeit aller Teilnehmer – nur durch eine echte Teamanstrengung kann das Unternehmen zum Erfolg geführt werden. Gleichzeitig zeigt sich im Handeln der Teilnehmer sehr schnell, wer nur heiße Luft verbreitet und wer tatsächlich substantiell zum Erfolg des Unternehmens beiträgt: Die Qualität eines Vorschlags zeigt sich unmittelbar in der nächsten Spielrunde, wenn die Auswirkungen dieses Vorschlags sich in harten Zahlen und Fakten niederschlagen. Als Führungspersonen werden vom Team nur solche Teilnehmer akzeptiert, denen es gelingt, sich einen guten Überblick über das Unternehmen zu verschaffen und die richtige Richtung vorzugeben. Gleichzeitig fordern die Mitspieler von einer Führungsperson, dass sie dazu in der Lage ist, die Ressourcen des Teams optimal einzusetzen, also alle Teammitglieder entsprechend deren individuellen Fähigkeiten und Neigungen am Entscheidungsprozess zu beteiligen, bei Konflikten zu vermitteln und rechtzeitig eine Konsensentscheidung herbeizuführen. Diplom-Psychologe Joachim Stempfle, Geschäftsführer von atrain GmbH: „Im Zuge eines planspielbasierten Assessmentcenters kann das Entste-

Wir bieten Ihnen: Kongress mit rund 50 Vortragsreihen, Foren, Podiumsdiskussionen und Workshops ca. 250 Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Fachmesse mit mehr als 300 internationalen Ausstellern und außerdem: 3. Trainer Symposium 21. Europäisches Planspielforum

Die Themen Business Integration: Führungskräfte-Entwicklung mit Online-Tools Business Value of Learning - Strategien und Instrumente Bildungscontrolling Prozessorientiertes Wissensmanagement

Technologie: Mobile Learning Rapid E-Learning Menschen - Wissen - Lernen Open Source

Didaktik: Standards and Quality in E-Learning Didaktik des E-Learning: Spiele, Dramaturgie und Lernen Kooperative Lernumgebungen

www.learntec.de Kongresszentrum Karlsruhe 15. -18. Februar 2005

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TeilnehmerInnen, wodurch der spätere Erfolg der Teilnehmer als Führungskraft zutreffend vorhergesagt werden kann.“ Learning by doing – strategisches Handeln und Problemlösen trainieren... Joachim Stempfle

hen echter Führung im Team live beobachtet werden – für die Managementdiagnostik ist dies von entscheidender Bedeutung.“ In Ergänzung zu den Planspielrunden werden im planspiel-basierten Assessmentcenter eine Reihe traditioneller AC-Einzelübungen wie z.B. Rollenspiel, Präsentation oder Interview vorgegeben, die thematisch und zeitlich in den Ablauf des Planspiels eingebettet sind. Die inhaltliche Verknüpfung der Einzelübungen mit dem Planspiel gewährleistet, dass sich die Teilnehmer voll und ganz mit der Aufgabe identifizieren – über den Verlauf des ACs hinweg verwischen die Grenzen zwischen Realität und Simulation zunehmend. Joachim Stempfle: „Wie Untersuchungen der atrain GmbH zeigen, ermöglicht das planspielbasierte AC eine zuverlässige Diagnose des Führungspotenzials der

Nicht nur der Diagnose, auch dem Training von Problemlösen und strategischem Denken kommt im Managementtraining entscheidende Bedeutung zu. Dabei ist klar: Problemlösefähigkeit ist nichts, was man einmal erlernen kann und dann beherrscht. Im Gegenteil: Es gibt wohl kaum eine andere Fähigkeit, bei der lebenslanges, beständiges Lernen so bedeutsam ist wie bei der Fähigkeit, Probleme zu lösen. Joachim Stempfle, atrain: „Nur die beständige Auseinandersetzung mit dem eigenen Denken und Handeln hilft, ein erfolgreicher Problemlöser nicht nur zu werden, sondern auch zu bleiben. Problemlösefähigkeit kann jedoch nicht im Rahmen von klassischen Seminaren vermittelt werden – der Schlüssel zum Training von Problemlösefähigkeit und strategischem Denken ist das Tun, also die aktive Auseinandersetzung mit realistischen Problemen – gekoppelt mit Selbstreflexion und Feed-back.“

Vereinigung von Planspielexperten Die SAGSAGA (Swiss Austrian German Simulation And Gaming Association – Gesellschaft für Planspiele in Deutschland, Österreich und Schweiz, e.V.) ist eine Vereinigung von Planspielexperten aus Deutschland, Österreich und Schweiz, die 2001 gegründet wurde, um die Planspielmethode zu verbreiten. In der SAGSAGA arbeiten Wissenschaftler, Lehrer, Berater und Trainer Hand in Hand an der Entwicklung neuer aktivierender Trainingselemente und Lernprogramme zu aktuellen Themen in Aus- und Weiterbildung, Personal- und Organisationsentwicklung und des Managements. Das reicht methodisch von Plan- und Rollenspielen mit und ohne Computerunterstützung, bis zu den neuesten Formen des Event Learnings. Ziel der SAGSAGA ist die Förderung von erfahrungsorientierten Lehr- und Lernformen, die zur Simulation von Prozessen (u.a. wirtschaftliche, technische und soziale Prozesse) und zur Entwicklung von Systemkompetenz in unterschiedlichen Lebensbereichen beitragen. Info.:www.sagsaga.at

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... im computersimulierten Kosmetikunternehmen Im Rahmen des Trainings werden 12-18 Teilnehmer mit einem sehr komplexen Planspiel konfrontiert. Hierbei handelt es sich um ein computersimuliertes Kosmetikunternehmen, das in die drei Bereiche Finanzen/Marketing, Produktion und Entwicklung/Qualität unterteilt ist. Die Teilnehmer werden in drei Teams unterteilt, wobei jedes Team einen der drei Unternehmensbereiche leitet. Die Unternehmensbereiche sind physisch voneinander getrennt in verschiedenen Räumen untergebracht, haben jedoch die Möglichkeit, telefonisch, per E-Mail oder persönlich miteinander zu kommunizieren. Jeder Bereich verfügt über ein eigenes Computerterminal, über das nur diejenigen Informationen eingesehen werden können, die für diesen Unternehmensbereich relevant sind. Ebenso hat jeder Bereich nur eingeschränkte Entscheidungsbefugnisse – nur der Entwicklungsbereich kann ein neues Produkt entwickeln, wohingegen der Produktionsbereich allein die Produktionszahlen festlegen kann. Die Teilnehmer werden also mit einem stark vernetzten System konfrontiert, bei dem es auf das Handeln jedes Einzelnen ankommt. Das Training bietet somit die Möglichkeit, die Komplexität eines realen Unternehmens am eigenen Leib quasi „im Zeitraffer“ zu erfahren und mitzugestalten – ein Lernziel dabei ist die Verbesserung unternehmensinterner, bereichsübergreifender Zusammenarbeit. Über den Verlauf des dreitägigen Trainings wechseln sich Spielrunden mit Reflexionsrunden, Feed-back-Sessions und kurzen Inputs von Seiten der Trainer ab. Die Teilnehmer

werden durch die Moderatoren dabei unterstützt, aktiv über ihr eigenes Handeln nachzudenken und nach Möglichkeiten zu suchen, wie sie ihr eigenes Handeln verbessern können. Der spielerische, aber zugleich fordernde Charakter des Trainings führt dazu, dass sich alle Teilnehmer gleichermaßen voll mit „ihrem“ Unternehmen identifizieren und begeistert mitdiskutieren. Stempfle: „Die Reaktionen von Teilnehmern und Sponsoren auf das Training sind enthusiastisch – der offene Workshopcharakter des Trainings und die Intensität des Planspiels führen dazu, dass jeder Teilnehmer für sich das aus dem Training heraus zieht, was für ihn oder sie selbst besonders bedeutsam erscheint. Reines Konsumieren ist in dem Training nicht angesagt – Lernerfahrungen werden nicht von den Trainern vorgegeben, sondern von den Teilnehmern selbst vor dem Hintergrund konkreter eigener Erfahrungen in den Planspielrunden erarbeitet. Martin Werdenich: „Es gibt im Bereich Unternehmenssimulationen kein ,die eine Methode ist prinzipiell besser als die andere’ sondern nur ein ,besser oder schlechter geeignet für die jeweilige Situation’. Der Kunde bestimmt mit seinen Trainingsinhalten, welche Methodik verwendet wird. Wir entwickeln in fast 90% unserer Trainings ein individuelles Seminarerlebnis mit unseren Kunden, zumeist auch mit der Controlling-Abteilung. Dadurch können sich die Trainingsteilnehmer mit den Unternehmen besser identifizieren. Je mehr die Teilnehmer involviert sind, desto mehr kommt an effektiver Leistung heraus. Dafür eignen sich brettspiel-basierte Unternehmenssimulationen sehr gut.“ T

2005.12 Das Unternehmen alsSpiel erleben  

Über den Sinn, Zweck und die Möglichkeiten von Unternehmensplanspielen. Unternehmensplanspiele ermöglichen es, in spielerischer Form Unterne...

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