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Gemeindebrief Dezember 2011- März 2012 Nachrichten der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Töging - Neumarkt-St. Veit

Liebeserklärung sehr persönlich sehr bewegend Seite 12

Eisige Zeiten Nötige Reperaturen in Töging und Neumarkt St. Veit Seite 6

Gottesdienstkalender

Alle Gottesdienste auf einen Blick Seite 14 bis 16

Unser neuer Landesbischof Ein Gespräch mit Seite 8 und 9 Heinrich Bedford-Strohm


Editorial

aßt die L terne leuchten!

aufgegriffen

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Was verbinden Sie mit d e r We i h nachtszeit? Also für mich gehören seit meiner Kindheit die Sterne der Töginger Weihnachtsbeleuchtung irgendwie dazu. Sie markieren den Beginn der Weihnachtszeit, machen die dunkle Jahreszeit etwas heller, fröhlicher, festlicher. Zunächst sah man sie nur vor den Geschäften, im Laufe der Jahre auch an den Laternen rund um das sogenannte Töginger Carrée und in den Ausfallstraßen. Andere Städte haben ebenso ihre Beleuchtungen mit Sternen, aber auch Girlanden, Glocken sowie allerlei andere Symbole. Und Töging hat eben ausschließlich seine Sterne. In der Menschheit wurde den Sternen schon immer eine besondere Bedeutung beigemessen. Nicht nur erst im Christentum, sondern auch in anderen Religionen und Kulturen. So ist der Stern wahrscheinlich das stärkste Symbol überhaupt. Für uns Christen ist der Stern ein Sinnbild für die Ankunft Jesu, dem Retter, dem Erlöser der Welt. Er erstrahlte in der Geburtsnacht in Bethlehem am Himmel

und wies den Hirten auf der Weide und den Königen in der Ferne den Weg zur Krippe. Der Stern ist ein Zeichen der Hoffnung, der Orientierung, der Freude und des Glücks. Können Sie sich vorstellen, wie tot unglücklich ich war, als vor zwei Jahren die Beleuchtung hier in Töging nicht mehr angebracht wurde? Das Besondere an "unserer" Weihnachtsbeleuchtung war für mich immer, dass die Sterne nicht nur für die Geschäfte leuchteten, sondern sie ihr Licht in die Siedlungen zu den Menschen trug, das Licht in der Finsternis, das Licht der Hoffnung und das Licht der Freude. Das machte sie zu einer der schönsten Weihnachtsbeleuchtungen. Aber nun leuchten sie auch hier wieder. Und wie sie leuchten! Für mich strahlen sie heller als je zuvor. Ja, jetzt weihnachtet es. Laßt die Sterne leuchten. Wir wünschen Ihnen ein frohes, ein friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest Uwe Reuter im Namen des wir-Teams Karin Kolbinger, Sonja Schmidt, Martina Völzke, Hans Völzke, Pfarrerin Anke Sänger und Pfarrer Johann-Albrecht Klüter

Impressum: Herausgeber des Gemeindebriefes WIR ist das Evangelisch-Lutherisches Pfarramt Töging Neumarkt-St.Veit, Kirchstr. 16, 84513 Töging und erscheint vier Mal jährlich in einer Auflage von je 2000 Stück, gedruckt von “Die Gemeindebriefdruckerei.de”. Layout: Uwe Reuter, Töging. Für den Inhalt der Artikel ist der jeweilig genannte Autor verantwortlich.


Navigationssysteme an, die die Liebe Gemeinde, immer wieder preist uns die Werbung Lotsen von damals ersetzen. chen, als am Ende der Autobahn Ich erinnere mich noch an Fahrten als Kind nach Mün stes standen. Die Lotsen sollten kurz vor der Stadtgrenze die Gebäude des Lotsendien eiden helfen. Irrwege und Umwege zum Ziel im Gewirr der Stadt verm beschrieben, und die Weg als oft h auc Unser menschliches Leben wird in der Bibel rr der möglichen Gewi im h c si , st i Erfahrung zeigt, dass es oft nicht ganz einfach (Lebens-)Wege zu Recht zu finden. wir einen ortskundigen Jetzt in der Adventszeit nähern wir uns der Zeit, in der bekamen: Jesus von Nazareth, Begleiter für unseren Lebensweg an die Seite gestellt Gottes Willen helfen, Irrwege geboren in dem kleinen Ort Bethlehem. Er soll uns nach n: "Du zeigst mir den Weg, und Umwege zu vermeiden und uns direkt zum Ziel führe der zum Leben führt". ewigen Leben, gemeinsam mit Mit dem Advent erinnern wir uns an den Aufbruch zum er uns zum Ziel führt, erzählt dem Lotsen, der uns direkt dorthin führen will. Und wie meine Seele ist fröhlich" und unser Psalm gleich mit: "Darum freut sich mein Herz (Psalm 16). Zuwendung, die unser Leben Es ist allein die Liebe Gottes mit ihrer bedingungslosen und damit auch zur Freude am trägt und uns zum Leben in seiner ganzen Tiefe führt, Leben. aft von der Liebe Gottes, dem Ich glaube, dass für jeden und jede von uns die Botsch er Bedeutung ist. Denn nur wer Wissen um das Getragen- und Gehaltensein von größt gehalten weiß, kann h c sich geliebt weiß, kann Liebe weitergeben, nur wer si je in unserer Gesellschaft. Und Versöhnung üben. Beides brauchen wir dringender denn unserer Kinder. beides ist wichtig für ein selbstbewusstes Aufwachsen rungshilfe mitgibt, führt uns Diese Liebe, die uns der Lotse Jesus Christus, als Orientie letztendlich zum Ziel: Zum Leben! Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest als Fest des Lebens Mit lieben Grüßen Ihre

(Anke Sänger, Pfarrerin)

angedacht

Der Lotse zum Leben

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as geschah bei Wuns in der Gemeinde?

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Bunt geschmückte Altäre mit Erntegaben in beiden Kirchen sind wie jedes Jahr das gewohnte Bild zu Entedank. In Töging gestalteten die Konfirmanden den Gottesdienst und dankten für alles Gute im Leben, aber auch für die vielen Taufen in diesem Jahr. In Neumarkt gestaltete der Kirchenchor den Festgottesdienst.

Ein Kammerkonzert auf hohem Niveau fand in der Auferstehungskirche statt. Walburga Ippenberger (Sopran) und Cornelia Klüter (Alt) stellten ein anspruchsvolles Konzert mit Komponisten aus dem Spätbarock (um 1700), wie Joseph Haydn, Franceso Maria Ve r a c i n i u n d J o h a n n Sebastian Bach zusammen. Neu dabei der Altöttinger Arzt und Tenor Dr. Franz Krähschütz, sowie zwei Oboen und ein Fagott.


Dieses Jahr ging der Ausflug des Frauenbundes und der Senioren bei strahlendem Sonnenschein an den Chiemsee, zur Fraueninsel. Neben den

Besichtigungen kam aber auch das „Kulinarische” nicht zu kurz.

Evangelische und katholische Frauen aus Töging und Erharting gestalteten einen ökumenischen Abendgottesdienst in der Auferstehungskirche. "Meine Zeit steht in deinen Händen, Herr!" Dieses Psalmwort war Motto des Abends. Das Frauenensemble unter der Leitung von Cornelia Klüter gestaltete den Gottesdienst musikalisch.

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aus dem pfarramt

Heizung in Töging kaputt und in der Friedenskirche senkt sich der Boden

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Es wird eisig im Gemeindesaal

Liebe Gemeinde, der Winter kommt und die alte Heizung im Pfarrhaus, die auch das Gemeindehaus in Töging versorgt, ist noch nicht ausgetauscht! Leider hat sich alles mit der landeskirchlichen Bürokratie verzögert. Wir sind aber guter Hoffnung, dass im Mai 2012 die Arbeiten beginnen (hoffentlich hält die Heizung noch)! Die Ausschreibung zur Vergabe der Arbeiten läuft gerade und mit Herausgabe des Gemeindebriefes werden die beauftragten Firmen feststehen.

oder überwiegend aus Holz oder Sägewerksabfällen hergestellt. Sie sind also nachwachsende Rohstoffe (anders wie Erdöl und Erdgas). Darauf legen wir und die Landeskirche großen Wert. Wir ergänzen die neue Heizung mit einer Solaranlage, die Warmwasser produziert und die Heizung unterstützt. Darüber hinaus müssen auch etliche Heizkörper ausgetauscht werden.

Was kostet das die Gemeinde?

Was soll gemacht werden? Die bestehende Ölheizung wird abgebaut und eine moderne Heizanlage, die mit Pellets befeuert wird, soll eingebaut werden. Holzpellets werden vollständig

Die Landeskirche hat festgelegt, dass die Kosten der Heizungsrenovierung (ca. 80.000,- €) zu einem Drittel auf das Gemeindehaus und zu zwei Dritteln auf das Pfarrhaus angerechnet werden. Während die Finanzierung des Pfarrhausanteiles durch die Pflichtrücklage der Kirchengemeinde und durch die Landeskirche gesichert ist, bekommt unsere Gemeinde für das verbliebene Drittel noch einmal etwa 50 % Zuschuß von der Landeskirche. Aber dennoch bleibt uns noch ein Rest von ca. 13.000€, die wir aus unseren Rücklagen und Spenden aufbringen sollen. Und das nach der eben


aus dem pfarramt abgeschlossenen Kirchenrenovierung in Töging! Gott sei Dank haben uns viele Spender bei der Kirchenrenovierung sehr geholfen und die Stadt Töging hat eine größere Spende für die Kirche im kommenden Jahr in Aussicht gestellt.

7 massive Holräume unter dem Bodenbelag

Baumängel an der Friedenskirche in Neumarkt-St. Veit Fotos: Ing. Büro Andreas Egger

Eine weitere Baustelle hat sich in der Neumarkter Friedenskirche aufgetan! Was da auf uns zu kommt, wissen wir noch nicht. Wir wissen nur, dass sich ein Teil der Bodenplatte in der Friedenskirche gesenkt hat und wir das Gebäude unterfangen müssen! Sie sehen, liebe Gemeinde, die (Geld-) Sorgen hören nicht auf, wie bei jedem Hausbesitzer.

Aber: Bisher haben wir's geschafft und auch in Zukunft werden sich Wege finden, wie wir alles meistern können! Mit Gottes Hilfe! Mit besten Wünschen für das kommende Jahr und bleiben Sie uns verbunden! Ihr Pfarrer Johann-Albrecht Klüter


vorgestellt

WIR im Gespräch mit dem neuen Landesbischof

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Heinrich Bedford-Strohm Herr Bedford-Strohm, se i t Ende Oktober sind Sie ja nun unser neuer Landesbischof. Was sind denn eigentlich die wesentlichen Aufgaben eines evangelischen Landesbischofs? Ein Landesbischof soll inspirieren, orientieren und die Kirche in der Öffentlichkeit vertreten. Letztlich hat er die gleiche Aufgabe wie ein Pfarrer und eine Pfarrerin, nur eben in besonders herausgehobener Form. Zusammen mit Landessynode, Landessynodalausschuss und Landeskirchenrat trägt er die Verantwortung für die Kirchenleitung. Ich freue mich vor allem darauf, in Bayern herumzukommen und in vielen Gemeinden zu predigen. Schon jetzt ist der Kalender in dieser Hinsicht im kommenden Jahr mehr oder weniger voll. Gibt es da auch regionale Unterschiede zu den anderen Ländern? Die Grundaufgabe ist überall die gleiche. Unterschiede zeigen sich in den genauen Zuständigkeiten und in der Benennung des kirchenleitenden Amtes. In anderen Landeskirchen heißt es "Kirchenpräsident", "Präses"

oder etwa in Bremen "Schriftführer". Egal wie das Amt heißt, uns Evangelische eint, dass Kirchenleitung nicht ein hierarchisches, der Gemeinde gegenüber stehendes Amt ist, sondern von der Gemeinde übertragen wird. Deswegen bin ich von der Landessynode als die Vertretung der Gemeinden gewählt worden. Was ändert sich nun für Sie in Ihrem Arbeitsablauf und welchen Einfluß hat Ihre neue Aufgabe auf Ihr Privatleben und Ihre Familie? Werden Sie denn noch Zeit für Ihre Hobbys finden können? Ich werde vermutlich noch mehr unterwegs sein als ich es jetzt schon bin. Was die Freizeitmöglichkeiten angeht, ändert sich wahrscheinlich gar nicht so viel. Denn ich habe auch in meiner Professorentätigkeit durch mein ehrenamtliches Engagement in vielen Kommissionen und Gremien unterschiedlicher kirchlicher Ebenen schon wenig Freizeit gehabt. Zeit für die Kommunikation mit meiner Frau und meinen drei Söhnen werde ich aber auch im neuen Amt frei-


Arbeitsgruppe leitete, die die Armutsdenkschrift der EKD erstellt hat ("Gerechte Teilhabe. Befähigung zu Solidar itä t und Eige nv er antw ortung, Gütersloher Verlagshaus 2006”). Diese Denkschrift wird auch für meine Arbeit als Landesbischof Grundlage sein. Innerkirchlich will ich dazu ermutigen, die Armen in unseren Gemeinden wahrzunehmen und ihnen viel mehr als das jetzt in der Regel der Fall ist, einen Ort in der Gemeinde zu geben. Öffentlich werde ich auf die Situation der Menschen hinweisen, die abgehängt sind von der Teilhabe in der Gesellschaft und gemeinsam mit der Diakonie für Strategien werben, die allen gerechte Teilhabe ermöglichen. Sie haben es zwar schon erwähnt, daß Ihr Terminkalender für das nächste Jahr recht voll ist, aber meinen Sie, Sie könnten auch mal bei unserer Gemeinde vorbei schauen? Am liebsten würde ich überall hingehen und das am besten gleich morgen. Aber ich kann mich dummerweise nicht teilen. Deswegen beraten wir im Bischofsbüro über alle Einladungen, die wir bekommen, und versuchen, meine Termine so zuzusagen, dass ich möglichst oft in alle Regionen in Bayern komme. Einfach einladen, dann sehen wir! Na dann werden wir uns mal gleich hinsetzten und eine Einladung schreiben. Vielen Dank für das Interview, viel Glück und viel Spaß im neuen Amt. Das Interview führte Uwe Reuter

vorgestellt

schaufeln. Das gehört zu meinen Grundbedürfnissen wie Essen und Trinken. Und auch morgendliches Joggen im Englischen Garten müsste drin sein. Ob ich Zeit fürs Musizieren haben werde, werde ich sehen. Social Media ist ja das große Schlagwort in den Medien (und nicht nur da). Auch wir wollen demnächst für Töging und Neumarkt-St. Veit stärker diese Kommunikationsmöglichkeiten nutzen. Konnten Sie hiermit schon persönlich Erfahrungen sammeln und würden Sie in diesem Bereich neue Chancen für sich und die evangelische Kirche sehen? Auf jeden Fall! Das ist ein Bereich, an dem schon jetzt viel neu überlegt wird. Ich möchte das sehr ermutigen. Durch meine Söhne habe ich selbst Zugang zu diesen Dingen gewonnen und sehe, wie wichtig sie sind, um gerade junge Leute zu erreichen. Da können wir noch viel tun. Daran will ich mich auch als Bischof beteiligen. In welcher Form, muss noch gründlich überlegt werden. Wenn ich mich jetzt recht erinnere, lautete der Tenor Ihrer Promotion "Wir müssen die Armen stark machen". Was können Sie nun als Bischof von diesem Thema umsetzen? Der Titel meiner Doktorarbeit war "Vorrang für die Armen. Auf dem Weg zu einer theologischen Theorie der Gerechtigkeit". Ich habe die Inhalte meines Nachdenkens schon zu früherer Gelegenheit in unsere kirchliche Urteilsbildung eingebracht, als ich die

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Manfred

was macht eigentlich...

Loibl

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war von 1989-95 bei uns Pfarrer

Vorher hatte er sein Vikariat in Bad R e i c h e n h a l l ( 1 9 81 - 8 3 ) absolviert und danach als Pfarrer z. A. im vorderen Bayrischen Wald, in Roding, gewirkt. Dort lernte er auch seine Ehefrau Lisa kennen. Hier in Töging kamen die beiden Kinder, Johannes und Lena, zur Welt. Legendär waren seine beiden Schafe, die nach dem damaligen Kanzlerehepaar Hannelore und Helmut hießen. Sie sollen einmal ausgebüxt sein, sich in die katholische Kirche St. Johann Baptist verirrt und den Blumenschmuck aufgefressen haben. Der damalige katholische Hausherr, Pfarrer Schepping, soll nur gesagt haben: "Endlich ist mal in unserer Kirche was los und ich lieg im Bett!" Überhaupt war das Verhältnis zwischen den beiden Pfarrern sehr herzlich und von freundschaftlicher Ökumene geprägt. Gemeinsame Pfarrfeste und Veranstaltungen waren Ausdruck dafür. "Wir hatten eine glückliche Zeit in Töging und Neumarkt-St. Veit! Zu einigen guten Freunden haben wir immer noch Kontakt," sagt Pfarrer Loibl im Rückblick (Wir erinnern uns: im vergangenen März hielt er die Trauerfeier für Fanny Vogt). 1995 nahm Manfred Loibl die Stelle eines Krankenhausseelsorgers in Deg-

Unser Manfred von früher (ca. ´94)

gendorf an. Heute lebt die Familie an der östlichen Peripherie der niederbayrischen Hochschulstadt in einem Reiheneckhaus. Sohn Johannes ist noch in der Ausbildung und Tochter Lena besucht die 11. Klasse Gymnasium. Seine Frau Lisa ist als Unternehmensberaterin tätig. Manfred Loibl betreut neben den Patienten im Kreisklinikum Deggendorf psychisch und körperlich kranke Menschen in einem Bezirkskrankenhaus und psychisch kranke Straftäter in der Forensik Straubing. "Auch hier in meinem neuen Aufgabenbereich ist die ökumenische Zusammenarbeit mit meinen katholischen Kollegen ein selbstverständlicher Teil meines Dienstes!" betont Pfarrer Loibl. "Ökumene ist hier vielleicht leichter als zur Zeit in den Gemeinden!" Inzwischen hat er eine junge Pfarrerin als Verstärkung in der Krankenhausseelsorge bekommen. Den Kontakt zur "normalen" Gemeinde hat Manfred Loibl nicht verloren. In seiner Freizeit hilft er in den umliegenden Gemeinden immer wieder als Prediger aus. Das Gespräch mit mir, seinem NachNachfolger in Töging, habe ihn sehr gefreut und ihn an die schöne Zeit erinnert. Er trägt mir einen herzlichen Gruß an alle auf, die ihn noch kennen. Das tue ich hiermit - sehr gern. Pfarrer Johann-Albrecht Klüter


Herbstzeit ist Lesezeit

zu Bücher verschenken? vorgestellt

Der Garten trauert, kühl sinkt in die Blumen der Regen. Der Sommer schauert still seinem Ende entgegen. Lange noch bei den Rosen bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh. Langsam tut er die großen, müde geworden Augen zu. Dieses Gedicht von Hermann Hesse kommt mir fast jedes Jahr in den Sinn, wenn ich im Herbst durch den Garten gehe; er zeigt sich mir müde geworden, als ob die Blätter auf den Bäumen nur noch darauf warten, endlich sich zu lösen; die Lebenssäfte ziehen sich zurück, um in Wintersruh Kraft zu sammeln fürs nächste Jahr, die Herbstblumen zeigen noch einmal ihre Farben. In Dankbarkeit erlebe ich das Wunder in der Natur. Ist das nicht ein köstlich Ding? Und dann denke ich an die kommende Jahreszeit, die angeblich so staade. Ob ich wieder einmal zu einem Buch greifen kann, können wir uns Zeit nehmen, etwas zu lesen? Oder ob wir vielleicht Bücher verschenken, die aber auch gelesen werden? Meine spontanen Vorschläge: Für Kinder, zum Vorlesen geeignet, nach

wie vor "Marias kleiner Esel", oder von Margot Käßmann z.B. "Josef und seine Brüder" (In dieser Reihe mehr, auch für Erwachsene, im Chrismon-Verlag) Unterhaltsam und informativ: Loki Schmidt "Erzähl´ doch mal von früher". Ein Gespräch zwischen R. Beckmann und Loki Schmidt, zum Teil sehr behutsam, nie langweilig! dtv 9,90 €. - Zeitgeschichtlich, von Hans M ai er (eh e m. Ku l tusmi n i s ter in Bayern) "Böse Jahre - Gute Jahre". Allein der Titel sagt schon aus, dass dieses Buch hoch interessant ist, Begegnungen privat und politisch, man kann immer wieder fasziniert darin lesen. Beck 24,95 €. Es wird ja immer schwieriger, Bücher zu empfehlen und auszuwählen, aber lesen, lesen ist wichtig! Sonja Schmidt

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Eine iebeserklärung

nachgedacht

L 12

Ich mag dich. Ja, ich mag dich mit all deinen Schwächen und Stärken, liebe Auferstehungskirche. Ich liebe deine verschiedenen Gesichter.

Sonntag morgens, wenn ich als Erste komme, schaust du noch ein bisschen verschlafen. Wenn ich dann die Lichter anmache, die Kerzen anzünde - machst du dich bereit für den Gottesdienst. Dann lädst du in deiner Schlichtheit die Gemeinde zum andächtigen Gottesdienst ein. Aber du kannst auch anders: wenn du von unserer Cornelia Klüter zu großen Festen so liebevoll geschmückt wirst, gibst du dich sehr schmuck und festlich. Und wenn wir jetzt bald wieder Weihnachten feiern, wirst du wieder im Glanz der vielen Kerzen strahlen. Ich liebe es, wenn ich bei dir mit möglichst vielen Menschen Gottesdienst feiern kann. Ich liebe es, wenn deine Orgel erklingt und wir zusammen singen. Ich liebe es, wenn ich deine Glocken läute und ihrem Klang lauschen kann. Ich mag es, wenn du kleine oder auch große Künstler beherbergst, die Konzerte geben und dich auf eine ganz andere Art präsentieren. Ja, du bist sehr flexibel. In dir können wir sehr ernste Gottesdienste feiern, du

lässt uns aber auch fröhlich sein. Ich schätze aber auch deine Geborgenheit und Verschwiegenheit. Du gibst mir jederzeit die Möglichkeit einzutreten und mit unserem Herrgott allein zu sein. Ich kann mit ihm reden, zu ihm beten oder auch singen. Natürlich kann ich das auch überall anders, aber in deinem Inneren fühl ich mich geborgen und unserem Vater noch näher. Ich habe mir schon viele deiner großen und teilweise auch berühmten Schwestern angeschaut, wie z. B. den Hamburger Michl, die Leipziger Nikolaikirche, den Kölner Dom, das Straßburger Münster und viele andere. Ich bin immer tief beeindruckt, wie die Menschen damals solche Bauten schaffen konnten. Natürlich bewundere ich diese Kunstwerke mit den Säulen, Bögen, Decken- und Wandgemälden, wunderschönen bunten Fenstern, vergoldeten Altären, verschnörkelten Altarschmuck und großartigen Altarbildern. Wenn ich aber dann wieder nach Hause komme, freu´ ich mich deiner Schlichtheit. Du gibst mir die Möglichkeit, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren,


Liebe Auferstehungskirche, wir sind gleich alt, wir haben im gleichen Jahr das Licht der Welt erblickt (in unserem Fall das Licht Tögings). Allerdings bist du unter deinesgleichen noch ein recht junger Hupfer, während man das von mir nicht mehr behaupten kann. In dir wurde ich getraut, meine 3 Kinder ge-

Für Sie im Netz entdeckt "Darf man Menschen verfluchen?", "Liebt Gott die Armen mehr als die Reichen?", "Sterne deuten, passt das zum Christentum?" wer auf solche Fragen Antworten sucht, hat bestimmt Spaß am Schmökern auf der Seite von Chrismon.plus, dem evangelischen Magazin http://chrismon.evangelisch.de/rubriken /religion-fuer-einsteiger. Und wer spielerisch endlich einmal einen theologisch gut fundierten Überblick bekommen möchte über Jesus oder den Apostel Paulus und auch die Psalmen, wird fündig bei der EKD. Mit spritzig-frechen Grafiken und ansprechenden, gut verständlichen Texten kann man sich durch verschiedene Levels spielen www.ekd.de/jesus_fragen/index.html, www.ekd.de/paulus/index.html, www.ekd.de/psalmen/index.html.

tauft und konfirmiert. Ich wünsche mir, dass es noch ganz lange genug Menschen gibt, die zu dir kommen, um in dir Gottesdienst zu feiern. Manchmal hab ich schon ein bisschen Angst, dass das nicht mehr der Fall sein könnte, weil es in unserem Leben so viele Sachen gibt, die anscheinend wichtiger sind. Karin Kolbinger (Karin Kolbinger ist ein der beiden Mesnerinnenen der Auferstehungskirche Anm.d.R.)

Wissenswertes aus Religion und Gesellschaft Gut geeignet übrigens auch zur Vorbereitung in der Schule für Referat und Lernen! Publik-Forum, eine Zeitung, die mich seit meinen Studientagen begleitet: "Ein Blatt, das kein Blatt vor den Mund nimmt. Eine Insel im Meer der Beliebigkeiten", geschrieben von Menschen, die die Welt bewegen wollen, zum Nachdenken anregen. Das Anliegen: guter kritischer und christlicher Journalismus am Puls der Basisbewegung in Kirche und Gesellschaft. Themen wie "Und plötzlich gab es kein Zurück. Pfarrer, die freiwillig in die DDR gegangen waren, standen nach dem Mauerbau vor einer großen Herausforderung. Und heute?" oder "Alles hat seine Zeit: Ein hartes Bett, ein oranges Buch und viele Tränen: Eine säkulare Muslima liest die Bibel und fühlt sich getröstet." http://publik-forum.de/ Anke Sänger

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entdeckt

da lenkt mich nichts ab.


Gottesdienste in unseren Kirc


chen von Dezember bis Januar

Predigtgottesdienst im Tรถrringhof: Jeden 1. Mittwoch mit Heiligem Abendmahl im Andachtsraum


Gottesdienste in unseren Kirchen von Februar bis März

Predigtgottesdienst im TĂśrringhof: Jeden 1. Mittwoch mit Heiligem Abendmahl im Andachtsraum


Was Weihnachten mit O stern zu tun hat Weihnachten. Die einen stöhnen: Stress! Geschenke einkaufen, Essen vorbereiten, Betriebsfeiern, Spannungen in der Familie, und der Druck, dass alles perfekt sein muss. Die anderen sagen: wunderbar romantisch, Rücksichtnahme und Friede, gemütliches Beisammensein im Kreis der Familie. Weihnachten feiern wir zuallererst die Geburt des Gotteskindes. Die holländische Tradition, eher den Nikolaustag in Erinnerung an einen Bischof zu feiern, der sich besonders für Kinder engagierte, kam über Auswanderer nach Amerika. Dort beauftragte der Getränkehersteller Coca Cola 1931 den Zeichner Haddon Sundblom, den Nikolaus für eine Anzeige zu gestalten. So entstand die Figur, die wir als Weihnachtsmann kennen. Sie wissen schon: "Hohohoho!". Ein dicker Mann mit rotem Mantel und weißem Bart. Für uns Christen kommt an Weihnachten aber nicht der Weihnachtsmann, sondern das Christkind. Jesus ist geboren, das feiern wir. Ursprünglich war Weihnachten nicht von sich aus ein Fest, sondern nur von Ostern her denkbar. Karfreitag und Ostern sind die höchsten Festtage der Christenheit. Gott kennt Leiden und Tod, stirbt selbst am Kreuz. Das ist eine unge-

heuerliche Glaubensvorstellung, die uns von allen anderen Religionen unterscheidet. Gott überwindet den Tod, der hat nicht das letzte Wort, sondern es gibt ein Leben, das über diese Zeit und Welt hinaus geht. Aufgrund dieser österlichen Erfahrung der Jüngerinnen und Jünger, wurde rückblickend die Geburt dieses Jesus von Nazareth für die Evangelisten, die von ihm berichten, interessant. Lukas erzählt die Geburtsgeschichte in wunderbaren Worten, die uns sehr vertraut klingen. Matthäus konzentriert sich eher auf den Stammbaum von Josef, der bis auf den König David zurück reicht. Markus erzählt gar nichts über die Geburt und Johannes zeigt eher lyrische Zugänge: Licht kommt in die Finsternis. So feiern wir Weihnachten, dass Gott in diese Welt kommt. Das prägt unseren christlichen Glauben. Wir sind nicht allein. Auch wenn wir Gott nicht in allem verstehen, nicht vollständig erklären können, so dürfen wir uns doch gehalten und geborgen fühlen in diesem Leben und darüber hinaus. Johann-Albrecht Klüter

nachgedacht

Alle Jahre wieder

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christliches Glossar

Priester ist in der katholischen Kirche die Bezeichnung der Pfar-

rer. Mit der Priesterweihe, die nur Männern vorbehalten ist, werden sie in den Dienst gerufen. Durch die Weihe wird der Priester aus der Allgemeinheit der Laien dauerhaft und wesenhaft herausgehoben. Er ist nun Mittler zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und den Menschen (in der evangelischen Kirche wird als einziger Mittler zwischen Gott und den Menschen Jesus Christus gesehen, 1. Timotheus 2.5). Seine Aufgaben sind ähnlich dem evangelischen Pfarrer: die Leitung und seelsorgerliche Begleitung der Gemeinde, die Verwaltung der Sakramente. Zur Ausübung seines Dienstes verpflichtet sich der Priester zur Ehelosigkeit (Zölibat).

Priestertum aller Gläubigen oder auch

als "Priestertum aller Getauften" verstehen sich alle Reformatorischen, d.h. Evangelischen Kirchen. Jesus allein ist Hoherpriester, also alleiniger Mittler zwischen Gott und den Menschen, er ist durch Kreuz und Auferstehung selbst zur Opfergabe geworden und hat den Weg zu Gott frei gemacht (vgl. Hebräer 11.11-18). Alle Getauften sind durch ihren Glauben gerechtfertigt und gleichwertig in die Nachfolge Christi berufen (lies dazu 1. Petrus 2.9 und Offenbarung 1.6). Es gibt keinen Wesensunterschied zwischen Laien und Kleriker. Martin Luther schreibt dazu 1520 in seiner Schrift "An den christlichen Adel": "Alle Christen sind wahrhaft geistlichen Standes, und ist unter ihnen kein Unterschied denn des Amts halben allein ... Demnach werden wir allesamt durch die Taufe zu Priestern geweiht ... Was aus der Taufe gekrochen ist, das mag sich rühmen, dass es schon Priester, Bischof und Papst geweiht sei, obwohl es nicht jedem ziemt, dieses Amt auch auszuüben." Um übrigens das Amt des Pfarrers in der EvangelischLutherischen Kirche auszuüben, sind sowohl ein abgeschlossenes Theologiestudium, kirchliche Prüfung und Vikariat, sowie die Ordination Voraussetzung. An der Frage nach dem "Priestertum aller Gläubigen" hängt auch die "Ämterfrage", um die in der Ökumene nach wie vor gerungen wird.


christliches Glossar

Ordination Durch die ORDINATION wird der Pfarrer zu sei-

nem geistlichen Amt gesegnet und gesendet. Mit der Ordination werden Auftrag und Recht zur öffentlichen Wortverkündigung und zur Sakramentsverwaltung auf Lebenszeit übertragen. Der Pfarrer verpflichtet sich: "Ich bin bereit, das Amt, das mir anvertraut wird, nach Gottes Willen in Treue zu führen, das Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift gegeben und im Bekenntnis unserer evangelischlutherischen Kirche bezeugt ist, zu predigen, die Sakramente ihrer Einsetzung gemäß zu verwalten, das Beichtgeheimnis und die seelsorgerliche Verschwiegenheit zu wahren und mich in allen Dingen so zu verhalten, wie es meinem Auftrag entspricht. Dazu erbitte ich die Hilfe des Dreieinigen Gottes." Bei der Ordinationsfeier werden dem Pfarrer unter Gebet und Handauflegung vom Bischof Rechte und Pflichten übertragen. Er bleibt aber vor Gott ein gerechtfertigter Glaubende wie die übrigen Gemeindemitglieder und steht Gott nicht näher als andere (allgemeines Priestertum aller Getauften).

Pfarrerist, wer nach Theologiestudium, beiden kirchlichen Exa-

mina, Vikariat und Ordination eine Pfarrstelle oder allgemeine kirchliche Aufgabe übertragen bekommt. Durch die Berufung zum Pfarramt steht der Pfarrer Gott nicht näher als andere Gemeindemitglieder. Er sorgt im Lebenszusammenhang seiner Gemeinde dafür, dass der rechtfertigende Glaube entstehen und wachsen kann und die Gegenwart des ewigen Heils - so Gott will - erfahrbar wird. Das geschieht durch öffentliche Wortverkündigung, Sakramentsverwaltung, seelsorgerliche Begleitung und Gemeindeleitung.

Pastor (lat. Pastor = Hirte) ist eine in Nord- und Mitteldeutschland gebräuchliche Bezeichnung für Pfarrer (egal ob evangelisch oder katholisch).

Anke Sänger

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Ich heiße nicht R obert, sondern K laus und hab mein K irchgeld gezahlt! aufgeklärt

Der offene Brief

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Lieber Uwe! Herzlichen Dank für Deine Erinnerung an das Kirchgeld letztes Jahr. Erst hab ich Deinen offenen Brief im Gemeindebrief überlesen. Die Uschi war damals bei unserem Wiedersehen auch dabei und die hat dann gemeint: "Ich glaub der Uwe meint dich! Ein schlechtes Namensgedächtnis hat er schon immer gehabt! Und zerstreut ist er auch, der Herr Professor!" Ich heiß immer noch Klaus und nicht Robert saß in der Schule hinter dir und du hast mir die Sicht nach vorn versperrt. Lieber Uwe, ich hab mich, nachdem ich dich getroffen habe, schlau gemacht: Auch die Katholiken zahlen Kirchgeld. Ja, es stimmt: In anderen Bundesländern kennt man das Kirchgeld nicht. Dafür wird dann vom Gehalt mehr Kirchensteuer abgezogen. Ich hab mir dieses Jahr mal angeschaut, was mit meinem Kirchgeld so gemacht wurde: Der Eingang zur Auferstehungskirche wurde neu gestaltet. Einen Außenanstrich hatte die Kirche schon lange nötig und das Dach musste auch repariert werden. Leider würden nicht alle - laut Pfarrer - die zur Gemeinde gehören ihr Kirchgeld zahlen und so sei es immer eine Zitter-

partie, ob das benötigte Geld auch zusammenkomme. Ich hab auch einige Veranstaltungen besucht, vor allem die Konzerte waren nicht von schlechten Eltern. Leider habe ich deinen Vortrag, Uwe, über " facebook und Co." verpasst. Hätte mich schon interessiert. Ich kann nur allen sagen: Wenn euch was an der evangelischen Gemeinde liegt und sie funktionieren soll, gebt euren Obulus und schaut vor allem mal vorbei! Lieber Uwe, vielleicht treffen wir uns mal in der Boogie-Nacht!? Klaus und nicht Robert! PS.: Vielleicht könntet ihr noch einmal die Einkommenstabelle abdrucken. Weiß nicht mehr, was ich löhnen soll! Aber das machen wir doch gerne! Uwe Reuter


Generation 60plus

Früher nannte man sie "die Alten", dann unsere "Senioren". Heute weist ihre Bezeichnung auf etwas hin, was man früher als "rüstig" umschrieben hat: Generation 60plus und "Best-Ager". Diese Gruppe in unserer Gesellschaft wächst nicht nur zahlenmäßig. Auch ihre Bedeutung für Gesellschaft und Kirche nimmt zu. Dabei spielt die Einsicht, dass die aktive soziale Teilhabe der Älteren unverzichtbar ist, eine wichtige Rolle: Ältere Menschen haben wichtige Erfahrungen und Kompetenzen einzubringen und sie werden gebraucht für die vielfältigsten Aufgaben. Bislang galten sie als besonders glaubensstark und kirchennah. Doch angesichts der gestiegenen Lebenserwartung und des gesellschaftlichen Wandels bekommt dieses Bild der Älteren als sichere Basis der Kirche Risse. Das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland hat eine bundesweite Repräsentativbefragung bei 2.022 Evangelischen und Konfessionslosen durchgeführt. "Die Gesamtergebnisse zeigen, dass das Lebensgefühl der Generation 60plus überwiegend positiv gefärbt ist: Sie fühlt sich im Durchschnitt fünfeinhalb Jahre jünger, als es ihr kalendarisches

Alter ausweist und sie ist überwiegend recht zufrieden mit ihrem Leben", heißt es in der Studie. Mit dem eigenen Älterwerden verbindet die Generation 60plus in erster Linie eine wachsende innere Stärke. "In diesem Zusammenhang kommt auch die Religiosität ins Spiel. Religiöse Menschen strahlen in ihrem Lebensgefühl und in ihrer Perspektive auf das eigene Altern besondere Zuversicht aus". Christlicher Glaube und kirchliche Bindung sind in dieser Generation jedoch keine Selbstverständlichkeit. Zwar stufen sich jeweils 37 Prozent der Evangelischen ab 60 Jahren als ziemlich oder sehr religiös beziehungsweise kirchlich verbunden ein, aber nur 20 Prozent meinen, dass "Gott sich mit jedem Menschen persönlich befasst". Die Einbindung in das kirchliche Leben bleibt hinter den Erwartungen aus den früheren Untersuchungen der EKD über Kirchenmitgliedschaft zurück: Im Durchschnitt beteiligen sich 39 Prozent der Evangelischen ab 60 Jahren auf die

aufgegriffen

“Best-Ager” (im besten Alter)

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eine oder andere Weise an den verschiedenen Gemeindeangeboten, 25 % besuchen regelmäßig den Gottesdienst. Im Unterschied zur restlichen Gesellschaft steigt die Teilnahme an Angeboten der Kirchengemeinde bei den 65 69-Jährigen (Übergang in den Ruhestand) erstmals an. Dabei stehen Gemeindefeste in der Beliebtheitsskala ganz oben. Unter den 70 - 74-Jährigen erreicht die Teilnahme einen Spitzenwert von 47 Prozent; hier stehen erstmals auch die klassischen Seniorenangebote hoch im Kurs. Gerade dort kann die Gemeinde den Hochbetagten eine attraktive Kontaktmöglichkeit bieten. Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass es ein beachtliches Potenzial für ehrenamtliches Engagement in der Kirchengemeinde gibt: 37 Prozent der Evangelischen in der Generation 60plus

äußern ihre Bereitschaft dafür. Allerdings wollen sie nicht gänzlich verfügbar sein, sondern nur punktuell. Besonders attraktive Bereiche sind Gemeindefeste, Angebote für Senioren und Freizeiten/Ausflüge. Der Einsatz im diakonischen Bereich, den sich viele von den vitalen Älteren erhoffen, kommt jedoch nur für sieben Prozent in Betracht, vier Prozent sind hier bereits tätig. Ob Teilnahme am Gemeindeleben, Nutzung neuerer Aktivitäten oder ehrenamtliches Engagement: Motivation für eine Aktivität in der Kirche ist meist eine enge religiös-kirchliche Nähe. Darin unterscheidet sich die Generation 60plus nicht von den Jüngeren. Pfarrer Johann-Albrecht Klüter

K ommende Veranstaltungen termine

Lebkuchenhaus-Wettbewerb Zum ersten Mal: Ein Wettbewerb um das schönste Lebkuchenhaus! PräUhr) beim Adventsnachmierung am 3. Advent (11. Dezember, ab 14.30 Uhr) mittag in der Friedenskirche. Infos im Schaukasten und bei Pfarrerin Sänger.

Waldweihnacht in Hampersberg Am 4. Advent, 18. Dezember 2011, um 17 Uhr findet zur Einstimmung auf die Weihnachtstage auch dieses Jahr wieder in der mitten im Erhartinger Wald gelegenen Wallfahrtskirche ein musikalisch gestalteter vorweihnachtlicher Gottesdienst statt. Fährt man von Erharting in Richtung Pleiskirchen, dann weist ein Schild nach rechts. Laternen am Wegesrand weisen dann den Weg zur spätgotischen Kapelle.


Mitte der Woche Adventsandacht in der Auferstehungskirche 10 besinnliche Minuten mit Musik und Gedanken zum Advent 30. November, 7./14./21. Dezember, jeweils Mittwoch 18 Uhr Wie jedes Jahr gibt es eine etwas andere Predigt zu Fasching. Die beiden Pfarrer sind schon fleißig beim Reimen. Wer das hören möchte: 12. Februar, um 10 Uhr in der Auferstehungskirche, Töging mit Pfarrer Johann-Albrecht Klüter. Anschließend Kirchenkaffee. 19. Februar, um 10.30 Uhr in der Friedenskirche, Neumarkt-St.Veit mit Pfarrerin Anke Sänger.

Weltgebetstag 2012 Der Weltgebetstag ist eine weItweite Basisbewegung von christlichen Frauen. Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, feiern Frauen, Männer, Kinder weltweit den Weltgebetstag (WGT). Der nächste Weltgebetstag findet am Freitag, den 2. März 2012 um 19 Uhr in Neumarkt-St. Veit der Friedenskirche und in Erharting in der Kirche St. Peter und Paul, statt. Das Thema lautet "Steht auf für Gerechtigkeit" soll zeigen warum wir gerade als Christinnen und Christen verpflichtet sind, gegen Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft einzutreten. Und für Gerechtigkeit aufzustehen.

Gemeindeversammlung der Evangelischen Mitglieder Am 18. März 2012 lädt der Kirchenvorstand zu einer Gemeindeversammlung in den Gemeindesaal Töging ein. Die Kirchenvorstandszeit neigt sich 2012 dem Ende zu. Ein neuer Kirchenvorstand wird im Herbst gewählt. Der noch amtierende Kirchenvorstand legt einen Rechenschaftsbericht über seine Arbeit in den vergangenen 5 Jahren ab und blickt in die Zukunft: Was kommt auf die Gemeinde zu? Welche Aufgaben wird der neue Kirchenvorstand zu meistern haben? Gemeindebus fährt um 9.30 Uhr ab Friedenskirche Neumarkt-St.Veit zum gemeinsamen Gottesdienst und Gemeindeversammlung. Bitte auch Mitfahrgelegenheiten organisieren!

Es ist vollbracht Wegen großer Nachfrage wird das Kinder- und Jugendmusical (nach dem Matthäusevangelium/ Text und Musik von Thomas Riegler) noch einmal bei uns aufgeführt: Palmsonntag, 1. April in der Auferstehungskirche Töging Mitwirkende: Kinder- und Jugendchor "Ohrwurm" aus Garching und das Jugendorchester der Musikschule Emmertsham, unter der Leitung von Christiane Niedersteiner-Nußbaumer und Cornelia Klüter.

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Fasching in der Kirche?


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Martin Jenkel mit 101 Jahren gestorben Im Oktober nahm unser ältestes Gemeindeglied Martin Jenkel für immer Abschied. Er lebte zuletzt mit seiner Frau Edith in einem kleinen Appartement im Seniorenheim Törringhof. Martin Jenkel erblickte am 16. Juni 1910 in Bernsdorf (Oberlausitz) das Licht der Welt. Er erlernte den Beruf des Drogisten und hatte bereits mit 22 Jahren ein eigenes Geschäft. 1939 hei24 ratete er Edith Hempel aus Bautzen. Die beiden feierten vor zwei Jahren das seltene Fest der Gnadenhochzeit (70 Jahre) in der Kapelle des Seniorenheimes. Zwei Söhne stammen aus dieser Ehe. Als Soldat erlebte er den Zweiten Weltkrieg und kam am Ende noch in Kriegsgefangenschaft, aus der er aber bald flüchten konnte. Mit seiner Familie siedelte er in den Westen nach Braunschweig über. 1950 ging er als Chemiker zur VAW in Pocking. Immer wieder hatte er beruflich auch Kontakt nach Töging.

Mitglieder der Gewerkschaft und in der SPD. Ausgedehnte Urlaubsreisen, gutes Essen und die Gesellschaft fröhlicher Menschen waren ihnen all die Jahre wichtig. Noch im Alter von 85 Jahren, nach dem Schlaganfall seiner Frau, erlernte Martin Jenkel das Kochen, was seiner Meinung nach "nichts anderes als Chemie sei. Man mischt alles zusammen!” Seit 2006 wohnte Martin Jenkel mit seiner Ehefrau im Törringhof, wo sie an vielen Veranstaltungen teilnahmen, u.a. gehörten sie zu den treusten Besuchern der monatlichen Gottesdienste. Am 19. September ist Martin Jenkel im Alter von 101 Jahren im Törringhof für immer eingeschlafen. Die kirchliche Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. Johann-Albrecht Klüter

In seiner Freizeit waren er und seine Frau vielfach aktiv: im Kegel- und im Gesangsverein, aber auch als aktive


Sebastian Sven Meger, Töging Nina Bormann, Töging Diana Koltschin, Töging Arwina Ricksen, Töging Lilli Heinsberg, Töging Lina Marie Zorn, Töging

Getraut wurden Aleksej Ott und Larissa Ott, geb. Lazarus, Töging

Bestattet wurden Kreszentia Helmes, geb. Friedmann, 76J, Neumarkt-St.Veit Michail Ciocan, 64J, Töging Hans Peter Ernst, Garbe, 73J, Neumarkt-St.Veit Martin Jenkel, 101J, Töging Luzia Gerlach, geb. Lais, 83J, Töging Martin Matyas, 76J, Winhöring Ingeborg Schurtakow, geb. Bahr, 78 J. Erika Eder, geb. Götz, 85 J.

Gruppen und Kreise in Neumarkt-St. Veit

lebensschritte

Getauft wurden

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Chor jeden Mittwoch, 19.00 Uhr, Friedenskirche, Leitung: Jutta Wagner - Info übers Pfarramt in der Schulzeit jeden Montag, 9.30 bis 11.30 Uhr, im Alten Rathaus Neumarkt-St. Veit, Leitung: Pfarrerin Anke Sänger

Mini-Gottesdienst nächste Termine: 10.12./12.01./16.02./22.03. jeweils um 15:00 Uhr, in der Friedenskirche NSV. Leitung: Pfarrerin Anke Sänger

Seniorenkreis Singen mit K.-H. Jaensch: Alte Volkslieder, gemütl. Zusammensein bei Kaffee und Kuchen, nächsten Termine: 12.01./16.02./22.03.

Ausflug der Senioren Mittwoch, den 08.03.: : Besuch einer Kaffeerösterei (kein Eintrittspreis!) und Begegnung mit dem Heiligen Vitus am Irschenberg, Einkehr zum Kaffetrinken. Anmeldung bitte bis zum 05.03. bei Pfarrerin Sänger (zwecks Organisation der Fahrt) Beachten Sie hierzu den Schaukasten in NSV, die Abkündigungen im Gottesdienst, die Veröffentlichung in der Presse oder besuchen Sie uns im Internet.

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MuKi-Gruppe


Gruppen und Kreise in Töging

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Der Frauenbund trifft sich zweimal im Monat, jeweils mittwochs im Gemeindesaal von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Die nächsten Termine sind: 14. Dezember 2011 (16 Uhr!!) Weihnachtsfeier, 11. Januar 2012, 1. Februar, 29. Februar Vorbereitung des Weltgebetstages mit Dias und Einübung der Lieder, 2. März Weltgebetstag: Gottesdienst in Erharting, 7. März und 21. März Ansprechpartnerin ist Anneliese Bagusat, Tel: 08631-90478

Der Seniorennachmittag findet einmal im Monat, jeweils mittwochs von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr statt. Die nächsten Termine sind: 07. Dezember (Nikolausfeier), 25. Januar, 15. Februar (Faschingsfeier), 28. März Ansprechpartner ist Pfarrer Johann-Albrecht Klüter

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Gesprächskreis „Glauben leben“ in der Regel am 3. Mittwoch im Monat von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr im Gemeindesaal. Ansprechpartner ist Pfarrer Johann-Albrecht Klüter

Männerkreis einmal im Monat im Gemeindesaal Ansprechpartner ist Dieter Horning, Tel: 08631-99542

Treffpunkt „Ehrensache“ alle 2-3 Monate im Gemeindesaal Ansprechpartner ist Pfarrer Johann-Albrecht Klüter

Konfirmanden bereiten sich auf die Konfirmation 2012 vor. Anmeldung für die Konfirmation 2013 im Mai 2012 Infos über das Pfarramt.

Projektchor im Advent probt jeweils am Donnerstag (19.00 – 20.00 Uhr) für die Christvesper (24.12., um 18 Uhr) in der Auferstehungskirche. Chorleiterin: Cornelia Klüter

Kinderchor im Advent probt wieder für das Weihnachtsmusical in der Auferstehungskirche (24.12., um 15.30 Uhr), jeweils Dienstag von 17 bis 18 Uhr. 1.Probe: 1.12., Chorleiterin: Cornelia Klüter


EVANGELISCH-LUTHERISCHES PFARRAMT TOGING - NEUMARKT-ST.VEIT 84513 Töging, Kirchstraße 16 Tel.: 08631 - 91413 Fax: 08631 - 99344 E-mail: pfarramt.toeging@elkb.de Homepage: www.toeging-evangelisch.de www.facebook.com/pages/toeging.evangelisch Pfarramtssekretärin: Bianca Gehringer Bürozeit: freitags 9.00-12.00 Uhr

Pfarrerin Anke Sänger 84494 Neumarkt-St. Veit, Wredestr. 11 Tel.: 08639 - 986923, Fax: 986924 E-mail: anke.saenger@t-online.de für Sie im Kirchenvorstand Gabriele Horning (Vertrauensfrau), Töging, Tel.: 08631 - 99542 Christian Engleder (stellv. Vertrauensmann) Töging, Tel.: 08631 - 928321 Anneliese Bagusat, Töging, Tel.: 08631 - 90478 Klara Biber, Töging, Tel.: 08631 - 309704 Heidi Harrer, Töging, Tel.: 08631 - 99403 Georg Köhler, Töging, Tel.: 08631 - 99460 Martina Völzke, Töging, Tel.: 08631 - 188990 Kirchenpfleger Hartmut Kunze, Töging Tel.: 08631 - 94239 Spendenkonto: Kto.-Nr. 500 61 63 Raiffeisen-Volksbank Töging, BLZ 710 610 09

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adressen

Pfarrer Johann-Albrecht Klüter 84513 Töging, Kirchstraße 16 Tel.: 08631 - 91413


WIR Gemeindebrief Dez2011-März2012  

Nachrichten der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Töging - Neumarkt-St. Veit

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