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Das Hapimag Maga zin | september 2009

Simply Life

#01

Wissen, was auf dem Teller liegt Im Trend: Lokale Frischkost statt tiefgekühlter Importware

Stararchitektin Pia Schmid

Die Gestaltung von Restaurants und Hotels ist ihr Metier

Wohin die Reise geht

Ein Zukunftsgespräch über Wahlmöglichkeiten, Luxus und die neuen Ansprüche von Konsumenten


Lebenstraum trifft Lebensraum.

Ankerplatz für Inselfans. Zwischen Strand und Wattenmeer bietet die neue Private Residence Sylt eine moderne Form des Wohneigentums. Luxuriöse Apartments, grosszügiger Wellnessbereich, Spa und Restaurant. Ihre zeitgerechte Investition für Ihren Lebenstraum. Glück und Strand liegen direkt vor der Tür. Hapimag | Rantumer Strasse 23A | 25997 Hörnum | Tel.: +49 (0) 465 14 60 8410 | www.lebenstraum-sylt.de | info@lebenstraum-sylt.de 26 | SimplyHörnum Life


Editorial

Aus Holiday wird Simply Life Liebe Partner oder besser: liebe Mitglieder

D

ie Titelseite hat es schon verraten: Wir haben unser Magazin von Grund auf neu gestaltet. Und mit der Namensänderung von «Holiday» zu «Simply Life» begleiten wir einen wichtigen Schritt des ganzen Unternehmens: die Neuorientierung von Hapimag in den nächsten Jahren. Es ist ein wohl bedachter Schritt. Ein Schritt in eine viel versprechende und doch noch nicht in allen Teilen festgeschriebene Zukunft. Das ist wie bei einem Umzug an einen neuen Ort: Man weiss, wann und wohin man geht, Man weiss aber noch nicht ganz genau, was dort auf einen zukommen wird. Gewisse Neuerungen ergeben sich bei einem Umzug zwangsläufig. Andere Dinge will man bewusst ändern. Und irgendwann ist das neue Haus eingerichtet und das Namensschild am Briefkasten verrät, dass man hier zuhause ist. Wie bereits berichtet setzen wir bei Hapimag unter dem Stichwort 2012 einen grundlegenden «Umzug» um. Dieser wird noch einige Jahre – eben bis ins Jahr 2012 – andauern. Heute stehen wir, bildlich gesprochen, mit den Umzugskartons im neuen Haus und beginnen uns einzurichten. Dieses neue Magazin ist ein Teil davon. Auch die Adressenbroschüre, die Sie mit gleicher Post erhalten haben, oder die neue

Website (www.hapimag.com) und das aufgefrischte Logo gehören mit zur Einrichtung im neuen Haus, das Hapimag in den nächsten Jahren mit Leben füllen wird. Im neuen Haus bietet Hapimag ihren Mitgliedern (wir nennen unsere «Partner» zeitgemässer und unmissverständlicher neu «Mitglieder»), ihren Familien und Freunden exklusiven Zugang zu einer ebenso vielseitig wie intelligent nutzbaren Plattform von 56 Adressen – über ihre Ferienbedürfnisse hinaus: Als Mittelpunkt für ihre vielfältigsten Lebensstile und ihre individuelle Lebensgestaltung, in allen Lebensabschnitten. In unserem neuen Magazin «Simply Life» setzen wir deshalb auch beim Inhalt neue Akzente. Wir möchten Ihnen mit Texten und Bildern spannende Geschichten vermitteln: Wie unsere Mitglieder leben und wie vielfältig sie dabei Hapimag nutzen. Wir möchten auch nicht vorenthalten, was unsere Mitarbeitenden bei Hapimag umtreibt und worüber sie sich Gedanken machen. Und wir wollen Ihnen vor allem aufzeigen, wie spannend und facettenreich die Welt da draussen ist, an unseren 56 Adressen in 16 Ländern. Es sind Geschichten, die das Leben unserer Mitglieder schreibt. Denn für viele ist Hapimag bereits mehr als «nur» Ferien, Hapimag ist einfach Bestandteil ihres Lebens. «Simply Life». Lassen Sie sich begeistern. Wir hoffen, dass Sie bei der Lektüre Freude haben und wir auch Sie überzeugen können von unserem kleinen Neuanfang.

Marisabel Spitz

Kurt Scholl

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Clips

Intelligente Inspiration

Ihre eigene, ganz persönliche Note

Grasse ist die Welthauptstadt des Parfums. Das Städtchen in Südfrankreich ist auch Handlungsort des Romans «Das Parfum» von Patrick Süskind. Seit dem 17. Jahrhundert haben sich Parfumeure aus Grasse auf die Herstellung von Duftstoffen spezialisiert, besonders aus Orangenblüten und Jasmin. Heute noch stehen in Grasse viele Parfumfabriken. Diese bieten Führungen an und zeigen auf einem Rundgang alles über die Parfumherstellung. In einigen Fabriken, wie etwa bei der Parfumerie Galimard, kann man in einem zweistündigen Kurs aus einer Hundertschaft von herben, fruchtigen oder martitimen Duftessenzen unter Anleitung sein ganz eigenes Parfum kreiieren und nach Hause nehmen. Grasse liegt etwa 25 Kilometer von Antibes entfernt. www.hapimag.com /clips-antibes

Abstrakte Malerei: Das können Sie auch

Warum warten bis die Muse Sie küsst? Nehmen Sie den Pinsel in die Hand und versuchen Sie es einfach! Im Kreativkurs «Abstrakte Malerei» entdecken Sie das Spiel mit Farben und Formen. Die Hapimag Residenz in Interlaken zwischen tiefblauen Seen und majestätischen Bergen (Eiger, Mönch und Jungfrau) bietet die richtige Inspiration für Ihren künstlerischen Ausdruck. Im 2010 wird der Kurs übrigens auch in Cannero am Lago Maggiore durchgeführt. www.hapimag.com /clips-interlaken

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Sanddorn – kleine Beere, grosse Wirkung

Man nennt sie auch die «Zitrone des Nordens»: Auf der Ostseeinsel Rügen begegnet man der Sanddornbeere im Herbst auf Schritt und Tritt. Sanddorn ist sehr Vitamin-C-haltig. Aus der Beere werden darum Bonbons, Öl, Spirituosen oder Kosmetika hergestellt – beliebte Souvenirs von der Insel Rügen. Wer Lust hat, sich verwöhnen zu lassen: Das Hapimag Resort Binz bietet eine Sanddornöl-Massage an, weitere Produkte sind im Resort erhältlich. www.hapimag.com /clips-binz


Knödel, Krapfen und Kastanien

«Törggelen» heisst der Südtiroler Brauch, in geselliger Runde zu essen. Und der will zelebriert sein: Im Spätherbst bricht in der Region die fünfte Jahreszeit an. Auf den Tisch kommen junger Wein und das Beste der deftigen Südtiroler Küche: Gerstensuppe, Kasnocken, Geselchtes, Hauswürste und natürlich die gerösteten Kastanien. Südtiroler Schankbetriebe bieten Törggelen zwischen Anfang Oktober und Ende November an. www.hapimag.com /clips-meran

Kork aus Portugal

Pinien-, Oliven- und Korkeichenhaine laden in Portugal zu Wanderungen im Schatten von majestätischen Bäumen ein. Korkeichen sind nicht nur eine Pracht fürs Auge: 190 000 Tonnen Korken, und damit mehr als die Hälfte der Weltproduktion, werden in Portugal hergestellt und grösstenteils exportiert. 2008 wurde ein Kork-Rundweg eröffnet, auf dem man alles Wissenswerte über Kork erfahren kann. Der Ort São Brás, wo der Rundweg beginnt, ist vom Hapimag Resort Albufeira gut zu erreichen. www.hapimag.com /clips-albufeira

Antike und Architektur auf der Akropolis

Seit rund 2500 Jahren thronen die Tempel mit ihren imposanten Säulen über der griechischen Stadt. Die Akropolis in Athen gehört zu den Dingen, die man im Leben gesehen haben muss – vor allem wer sich für die Antike interessiert. Besonders sehenswert ist nun auch der Besuch des zugehörigen Museums: Diesen Juni wurde nach vielen Jahren Bauzeit das neue Gebäude eröffnet: ein moderner, spektakulärer Bau des Schweizerisch-Französischen Architekten Bernard Tschumi aus Stahl und Glas. Die transparente Fassade lässt den Museumsbesuchern freien Blick auf die Akropolis und die Stadt Athen. www.hapimag.com /clips-athen simply Life | 3


Arbeitsleben

Der Wohnzimmer-Profi Als Hapimag Repräsentant fährt Alec van Lawick fast täglich zu Kunden. Ein Gespräch darüber, wie es ist, öfters in fremde Stuben zu blicken und wie man sich als Repräsentant am besten kleidet. Herr van Lawick, als Hapimag Repräsentant sind Sie zuständig für den Kundenkontakt – ist das richtig? Das stimmt. Ich bin Anlaufstelle für die Mitglieder und buche zum Beispiel Flüge oder Mietautos und helfe weiter bei Fragen. Ich verkaufe auch Aktien an bestehende und neue Mitglieder. Dafür bin ich oft unterwegs und besuche die Kunden. Mögen Sie diese Hausbesuche? Mir macht das Spass! Manche bleiben in Erinnerung. Wie einmal, als ich zum Beispiel ein vierstündiges Verkaufsgespräch mit einem Interes-

senten hatte. Danach wurde ich von ihm zu einer Whisky­degustation eingeladen. In einer kleinen Gartenhütte hatte er eine Brennerei eingerichtet. Wir begannen also zu trinken. Die Whiskys waren sehr gut, aber auch sehr stark – auf nüchternen Magen eine echte Herausforderung … Beim Trinken löcherte mich der Kunde weiterhin mit Fragen zu Hapimag. Da ich ihm auch mit Alkohol intus noch die gleichen Antworten wie am Anfang gab, war er offenbar überzeugt von mir. Das Gespräch kam zu einem erfolgreichen Abschluss. Als Repräsentant auf Kundenbesuch muss man offenbar vielseitige Talente mit sich bringen … Wie sehen die Wohnzimmer jeweils aus? ­ Haben Hapimag Mitglieder alle einen ähnlichen ­Einrichtungsstil? Nein, im Gegenteil: Die Wohnzimmer sind sehr unterschiedlich eingerichtet. Der Stil gibt mir übrigens oft Aufschluss über den Charakter der Bewohner (schmunzelt). Wenn zum Beispiel jemand eher chaotisch wohnt mit vielen Familienfotos auf dem Regal, handelt es sich in der Regel um einen emotionalen Menschen. Statusorientierte Leute richten ihre Wohnung eher schlicht ein, etwa mit Designermöbeln. Das sind für mich Hinweise, welches Angebot am besten zu den Personen passen könnte. Wie kleiden Sie sich? Die Kunden sollen sich wohl fühlen. Ich möchte keinesfalls wie ein Vertreter an der Haustür wahrgenommen werden. Das wirkt abschreckend. Ich versuche deshalb bereits beim Vorgespräch am Telefon herauszuhören, um was für Leute es sich handelt. Wenn es Junge sind, die mich bereits am Telefon duzen, kleide ich mich eher casual. Wenn es ältere Leute sind, eher formell. Und wenn Sie mehrere Kundentermine haben, haben Sie Ihre gesamte Garderobe mit dabei? (Lacht) Das kommt nur selten vor.

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Zur Person Alec van Lawick, 39, ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach dem Architekturstudium hat er sich «on-the-job» weiterentwickelt. Vor der Anstellung bei Hapimag war er Headhunter und hatte sein eigenes WeinImport-Geschäft. Seit 1999 ist er als Repräsentant bei Hapimag in den Niederlanden tätig.

Vermutlich müssen sie oft längere Autofahrten auf sich nehmen … … ja, manchmal bis zu zwei Stunden pro Weg. Ich denke jeweils beim Fahren nach, was ich erledigen muss oder gehe auf der Rückreise das Gespräch nochmals durch und überlege mir, was ich hätte besser machen können. Autofahrten sind für mich aber auch eine Gelegenheit abzuschalten. Ich habe mein Büro zu Hause. Da läuft Vieles parallel zur Arbeit – sei es, dass ich die Kinder von der Schule abhole oder dass ich bei den Hausaufgaben helfe. Da kommen mir die ruhigen Momente im Auto gelegen. Sie sind im ständigen Kontakt mit Hapimag Mitgliedern. Was für Menschen sind das? Es sind sehr interessante Leute, die meisten überdurchschnittlich gebildet, kulturell in­ teressiert und mit kritischer Meinung. Viele üben eine selbständige Tätigkeit aus, zum Beispiel als Arzt oder Jurist. Ich kenne auch Handwerker, die ihr Geld für eine grössere Investition auf die Seite gelegt haben. Dadurch, dass viele Neukunden über bestehende Mitglieder zu uns kommen, ist die Zusammensetzung der Kunden relativ einheitlich. Wie haben sich die Bedürfnisse der Interessenten während der letzten Jahre verändert? Mobilität ist den Leuten wichtiger geworden. Man kann heute relativ günstig an jede Destination in der Welt fliegen. Dadurch lässt sich auch das breite Adressenportfolio von Hapimag ideal nutzen. Bei den Kunden stelle ich ausserdem ein wachsendes Bedürfnis nach nachhaltigen Produkten fest. Die ökologische Ausrichtung von Hapimag ist oft ein wichtiges Verkaufsargument: Mit einer Belegungsrate von über 80 Pro-

zent wirkt Hapimag dem Problem der «kalten Betten» entgegen und auch bei den baulichen Massnahmen wird Ökologie gross geschrieben. Wenn Sie reden, wirken Sie sehr überzeugt vom Angebot von Hapimag. Das stimmt. Und ich denke, dass ich dies glaubhaft vermitteln kann. Das zeigen mir auch die vielen positiven Rückmeldungen von Mitgliedern. Mit manchen entstand über die Jahre ein enges Verhältnis. Sie senden mir manchmal Postkarten von ihren Aufenthalten bei Hapimag.

nfo Hapimag Repräsentanten als Berater Repräsentanten ermöglichen den Zugang zu den 56 Adressen von Hapimag, indem sie für den Aktienverkauf zuständig sind. Sie sind auch Ansprechperson für bestehende Mit­ glieder und beantworten Fragen rund um die ­Hapimag Produkte. Falls ein Mitglied für in­ teressierte Bekannte Informationen benötigt, ist der Repräsentant ebenfalls die richtige Ansprechperson. Er lässt diesen dann In­ formationen über Hapimag zukommen oder vereinbart mit ihnen ein Gespräch. Damit Interes­senten sich vor Ort einen persönlichen Eindruck verschaffen können, werden regelmässig Veranstaltungen an den Adressen durchgeführt (http://events.hapimag.com). Übrigens: Jedem Mitglied ist ein eigener Repräsentant zugeteilt. Im passwortgeschützten Bereich der Hapimag Website findet man als Mitglied weitere Informationen dazu.

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Anzeige Mallorca auf zwei Rädern erleben Den Tag im Fahrradsattel verbringen und die vielfältige Landschaft Mallorcas aus eigener Kraft erfahren. Sich am Abend zurück im Hapimag Resort eine entspannende Massage gönnen und danach bei einem typisch spanischen Nachtessen mit den anderen Sportlern über die morgige Tour fachsimpeln. Nach dem grossen Erfolg 2009 bietet Tandem Tours auch 2010 wieder Radwochen auf Mallorca in Zusammenarbeit mit «Bicycle Holidays Max Hürzeler» an. Qualitativ hochwertiges Material und erstklassige persönliche Betreuung machen diese Woche zu einem Erlebnis. Im Hapimag Resort Paguera geniessen Sie die gastronomische Vielfalt der spanischen Küche und den Austausch des Erlebten nach den Radtouren. Sie wählen den von Ihnen bevorzugten Radtyp (Sport,- Rennrad, Mountainbike) und die Ihrem Trainingsstand entsprechende Stärkeklasse. Preis pro Person EUR 430.–* Preis pro Begleitperson ohne Radtouren EUR 260.–* (*exkl. Punkte und lokale Kostenbeiträge) Betreuung auf Deutsch. Daten 06. – 13. 03. 2010 13. – 20. 03. 2010 20. – 27. 03. 2010 10. – 17. 04. 2010 Information und Anmeldung Details unter www.tandemtours.ch/TandemTours/bike Tandem Tours Tel.: +41 (0) 41 767 87 14 E-Mail: tandemtours@hapimag.com

Golf Unlimited in Mas Nou Golfen auf einem der schönsten Golfplätze Spaniens so oft und so lange das Herz begehrt und das fünf Tage lang. Bereits am Morgen vom Balkon des eigenen Apartments die Aussicht auf den Golfplatz d’Aro geniessen und sich beim Frühstück auf den Golf-Tag freuen. Mit dem Pro an der eigenen Technik feilen und anschliessend das Gelernte auf dem Platz verinnerlichen. Mit dem Angebot «Golf unlimited» können Sie die golferischen Möglichkeiten rund um das Hapimag Resort Mas Nou voll und ganz ausnutzen. An fünf Tagen Golf spielen, zweimal Unterricht beim PGA Golf Pro, tägliche Übungsbälle auf der Driving Range und viele weitere Extras. Das Paket können Sie direkt im Hapimag Resort Mas Nou buchen, es wird vom 15. Oktober bis 14. November 2009 angeboten. Preis pro Person EUR 370.– Details unter www.hapimag.com /masnou Hapimag Resort Mas Nou Tel.: +34 972 05 75 00 E-Mail: masnou@hapimag.com

Vorteile des Hapimag Golfclubs e.V. Die Golfwelt steht Hapimag Mitgliedern und ihren Familien offen. Mitglieder des Hapimag Golfclubs haben exklusive Vorteile. Sie sind Mitglied des Deutschen Golf­verbandes DGV, erhalten jährlich eine Woche punktefreien Aufenthalt in Mas Nou sowie mit der kostenlosen Golf Fee Card attraktive Greenfee Rabatte. Aufnahmegebühren gibt es keine, lediglich eine moderate Jahresgebühr. Als Leser von «Simply Life» erhalten Sie beim Beitritt zum Golfclub ein schönes Willkommens-Geschenk. Bitte bei der Anmeldung das Stichwort «Magazin Simply Life» angeben und bis spätestens 1. Januar 2010 einsenden. www.hapimag.com/golf


Psychologie

Die Kunst konstruktiver Kontakte Wer als Resort Manager mit Gästen, Mitarbeitern und Behörden zu tun hat, muss vor allem eines beherrschen: den rechten Umgang mit Menschen. Sozialkompetenz ist ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Arbeit – aber was ist «Sozialkompetenz» eigentlich?

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inder sollen in der Schule «Sozialkompetenz» lernen, dem ungelieb­ ten Vorgesetzten sprechen wir jegliche «Sozialkompetenz» ab und in manchen Stellenausschreibungen wird «Sozialkompetenz» von den Bewerbern gewünscht … In der Alltagssprache ist uns klar, was wir mit diesem Begriff meinen. Wissenschaftlich ist es hingegen schwierig, das Wort näher zu definieren. Sozialkompetenz ist ja auch kein objektiver Begriff: So mag im einen Umfeld etwas als «sozialkompetent» angesehen werden, was in einem anderen Umfeld völlig unangebracht wäre. Wenn sich beispielsweise zwei Schauspieler bei der Begrüssung herzlich umarmen, so mag das im Berufsumfeld von Bankangestellten eher unangebracht sein. In der psychologischen Forschung gilt Sozialkompetenz heute auch nicht als einzelne Fertigkeit, sondern als eine Art Sammelbegriff für viele unterschiedliche Aspekte. In einer Studie hat man 100 dieser häufig genannten Fertigkeiten sortiert und gebündelt. Alle liessen sich im Grunde auf diese fünf Faktoren zurückführen:

> Soziale Wahrnehmung: Sich mit dem

­ erhalten anderer Menschen, dem eigenen V Verhalten und den Reaktionen anderer ­auseinander setzen können, es gelingt einem die Perspektive von anderen einzunehmen. > Verhaltenskontrolle: Emotional stabil sein, daran glauben, dass man die Dinge selbst im Griff hat und sie kontrollieren kann. > Durchsetzungsfähigkeit: Eigene Ziele erfolgreich verwirklichen können, extravertiert sein, Konflikten nicht aus dem Weg gehen. > Soziale Orientierung: Sich für die Interessen anderer einsetzen, Werte anderer Menschen tolerieren. > Kommunikationsfähigkeit: Anderen zu­ hören können und selbst gehört werden.

Man kann also sagen: Diese Eigenschaften ­sollte besitzen, wer sich «sozialkompetent» nennen will. Gerade im Beruf können diese Faktoren über den Erfolg entscheiden. Psychologen haben nämlich die im Arbeitsleben oft verlangten sozialen Fertigkeiten untersucht und kamen zum Schluss: Für den langfristigen Erfolg von Managern sind sie gar wichtiger als die akademische Intelligenz. Extremfälle – Menschen ohne «Sozialkompetenz» – scheitern hingegen oft im Kontakt mit Mitmenschen. Viele psychische Störungen beispielsweise, gehen mit einem Defizit an sozialen Fertigkeiten einher. Es zeigt sich aber, dass es vielen Menschen oft gar nicht an der eigentlichen Fertigkeit, sich sozial zu verhalten ­mangelt. Vielmehr erkennen sie zu wenig, in welchem Kontext und in welcher Situation welches Verhalten passend wäre. Oder sie haben Probleme mit den Emotionen: Sie sind auch in alltäglichen Situationen schnell so ängstlich oder gestresst, dass ihr Verhalten anderen Menschen gegenüber unangebracht wirkt. Diesen Defiziten lässt sich mit gezielten Trainings begegnen. Mit Übungen (oft aus dem Theater­bereich) wird solchen Menschen beigebracht, das eigene Sozialverhalten und das anderer besser verstehen zu können. Soziale Fertigkeiten kann man also lernen.

Simone Volpi berichtet aus der Praxis

Simone Volpi arbeitet als Hapimag Resort ­Managerin in Südfrankreich. Sie weiss, wie wichtig Sozialkompetenz im Beruf ist.

«

Jeweils am Montag beim Begrüssungscocktail heisse ich die neuen Gäste in La Madrague willkommen. Und dann sage ich: «Gerne stehe ich bei Fragen zur Verfügung. Dann schauen wir, was wir tun können.»

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Psychologie aufmerksam, wir konnten aber an der Situation nichts ändern. Einer der Gäste hat trotz unserer Bemühungen den Benzinmangel erst am Tag seiner Abreise bemerkt – als es zu spät war. Ohne Tankfüllung konnte er nicht heimfahren. Er machte dann mich für alles verantwortlich. Dabei wurde er persönlich und ausgesprochen unhöflich. Das hat mich damals sehr getroffen, dennoch versuchte ich sachlich zu helfen. Abgesehen von solchen Zwischenfällen ist es aber gerade der Kontakt zu den Gästen, der mir Freude macht. Nach La Madrague kommen sehr viele Stammgäste, die man über die Jahre hinweg nahe kennenlernt – da bedaure ich jeweils sehr, wenn sie wieder abreisen. Darum passt diese Arbeit zu mir: Ich brauche sozialen Austausch. Manchmal frage ich mich, ob ich eine Arbeit ohne steten Kontakt zu Menschen überhaupt machen könnte. Zur Person Simone Volpi, 47, kommt aus Strassburg. Nach einer Tourismus­ ausbildung hat sie in Korsika gearbeitet. Vor 15 Jahren stiess sie zu Hapimag in La Madrague.

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Als Resort Managerin suche ich gerne nach Lösungen von Problemen. Dabei habe ich es mit unterschiedlichen Menschen zu tun. Und mit allen muss man auskommen können. Mein Erfolgsrezept ist: Wenn es Beanstandungen gibt gut zuhören. Die Lage nüchtern analysieren. Ehrlich sein. Und auch Grenzen setzen: Ich sage deutlich wenn ich finde, dass etwas nicht geht. Oft kommt es ja auf den Ton an. Das gilt auch für den Kontakt mit den Mitarbeitern. Ich bin sehr bemüht eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Sind die Angestellten moti­ viert und haben sie Spass, dann läuft sowieso das Meiste wie von allein. Viel Führungs-Know-how konnte ich von meiner früheren Vorgesetzen lernen. Das versuche ich weiterzugeben. Sehe ich beispielsweise, dass sich ein Rezeptionist falsch verhält, hole ich ihn später zu mir ins Büro. Wir besprechen die Situation und ich zeige, wie man anders hätte reagieren können. Sozialkompetenz in diesem Job heisst meiner Meinung nach: eine positive Ausstrahlung haben und offen auf Leute zugehen können. Da ist es gut, wenn man eine ­offene und zugängliche Art hat. Ein ­Smalltalk, ein Witz hie und da gehört in diesem Beruf dazu. Manchmal wird man beleidigt. Das darf man nicht persönlich nehmen! Ich mag mich an einen Fall erinnern, als ich hier selbst noch Rezeptionistin war. In der Region gab es ­einen Streik, die Tankstellen hatten kein Benzin mehr. Wir machten die Gäste mehrmals darauf

»

nfo Was machen Resort Manager? Resort Manager bei Hapimag sind für die praktische Organisation des Alltags in einem Resort zuständig. Sie heissen bei der Anreise die Gäste willkommen und sind deren Ansprechpartner für Fragen, Lob und Klagen. Ebenso ist es ihre Aufgabe, «hinter den Kulissen» nach dem Rechten zu schauen: Dazu gehört die Einstellung und Betreuung der Mitarbeitenden (oft Saisonniers); die Kontrolle und Pflege der Gebäude; die Kassenführung, Buchhaltung und das Einhalten von Budgets oder auch der Kontakt zu lokalen Behörden. Je nach Resort fallen weitere Arbeiten an, wie die Organisation von Animation und Ausflügen, das Management von Bar oder Restaurant, die Pflege von Freizeitanlagen etc. Der Alltag von Resort ­Managern ist also sehr abwechslungreich. Voraussetzung für diese Stelle ist in der Regel ein Abschluss der Hotelfachschule (respektive eine gleichwertige Ausbildung), Erfahrung in der Personalführung und die Kenntnis mehrerer Fremdsprachen.


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Architektur

Pia Schmids Handschrift Die Zürcher Stararchitektin mag es, kleine Irritationen zu setzen: sparsam und gezielt, aber ohne zu provozieren. Im Interview und mit einer Bildstrecke gewährt sie einen Einblick in ihre Arbeits- und Gedankenwelt.

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ebäude für Hotellerie und Gastronomie sind ihre Spezialität. Seit 1980 ist Pia Schmid Architektin mit eigenem Büro in Zürich, seither verwirklicht sie unterschiedlichste Projekte im In- und Ausland. Zu den wichtigsten Werken von Schmid gehören etwa mehrere bekannte 4-Sterne Hotels (Hotel Saratz in Pontresina, Hotel Montana in Luzern, Waldhotel Davos) sowie die beiden 5-Sterne Hotels Parkhotel Waldhaus Flims mit Wellnessanlage oder das Hotel Bellevue Palace Bern. In Zusammenarbeit mit der Credit Suisse hat Schmid auch das Corporate Architecture Manual erarbeitet, das bereits in rund 30 Filialen der Bank verwirklicht wurde. Zu ihren neusten Werken gehören der Um-

bau des Epilepsie-Zentrums (EPI) in Zürich, ein Wohnkomplex auf Mallorca sowie ein Projekt für eine Solarfirma in Äthiopien. Wie es in ihrem eigenen Büro aussieht und wie sie Auftraggeber zu ihrem Glück verführen kann, erzählt sie nun im Gespräch mit Simply Life. Frau Schmid, wenn Sie Ihr ganz eigenes Haus gestalten würden: Wie würde es aussehen? Hmm, das Haus würde wohl in der Wüste stehen. Oder sonst in einer weiten Ebene. Es hätte grosse und hohe Räume. Man könnte durch das ganze Haus hindurch sehen. Der Mittelpunkt des Hauses wäre ein lichtdurchflutetes Atrium. Ich fi nde: Alle Gebäude sollten viel Licht haben. Ich liebe Tageslicht! Wo in diesem Haus würden Sie sich am meisten aufhalten? Sicher nicht im Schlafzimmer – ich schlafe nicht viel. Ich wäre wohl am liebsten in meinem grossen Wohn-, Arbeits- und Kochbereich. Diese Zimmer wären bei mir nicht getrennt, alles wäre im selben Raum vereinigt. Dieses, mein «Lebenszimmer», wäre dann mindestens 50 bis 80 Quadratmeter gross … Wo arbeiten Sie selbst tagtäglich? Mein Büro liegt in einem Altstadtbau, mitten im Zentrum der Zürcher Bahnhofstrasse. Bei uns ist es sehr eng und überladen: Allerlei Modelle stehen rum. Wir experimentieren viel, testen neue Materialien. Kommt hinzu, dass ich eine Bücher-Fetischistin bin. Überall stapeln sich Bücher, vor allem Architektur- und Kochbücher. Das Büro liegt übrigens über einem sehr guten italienischen Restaurant. Seit 15 Jahren gehe ich, wenn ich im Büro bin, dort zu Abend essen. Ich baue Restaurants und ich stehe auf Restaurants – das ist schon eine Macke von mir …


Tonda

Pia Schmid: «Die Schiebeläden mit Olivenmotiven werfen Schatten wie Gemälde an die Wand.» Sie haben sehr viele renommierte Hotels und Restaurants gebaut und gestaltet. Haben diese Räume besondere Ansprüche an die Architektur? Ja, alle diese Bauten haben eines gemeinsam, sie sind der Öffentlichkeit zugänglich. Daraus entstehen nicht nur spezifische Ansprüche, sondern die Planer müssen auch eine besondere Verantwortung wahrnehmen: Sie sind es, die bestimmen können, ob die Menschen künftig eine Treppe hinauf oder hinunter gehen. Ein Privathaus hingegen ist immer ein Zuschnitt auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche einiger weniger Personen. Wenn Sie einen Bau fertig geplant haben, wissen Sie dann schon ganz genau, wie das Gebäude am Ende aussehen wird? Nein. Wir planen zwar sehr genau, es ist dennoch unmöglich, alles bis ins letzte Detail zu bestimmen. Für mich wird es genau an diesem Punkt immer wieder extrem spannend: Wenn das Produkt beginnt, in einen metamorphen Prozess überzugehen. Es kann sein, dass sich dann noch Farben und Formen ändern. Für mich beginnen hier die Geschichten, die ich ausmalen möchte. Oft sind unsere Auftraggeber aus diversen Gründen nicht in der Lage, diese komplexen Prozesse in ihrem Kontext zu verfolgen. Hier entsteht zusätzlich kreativer Freiraum für mich. Ohne arrogant wirken zu wollen, aber ich verführe oftmals meine Auftraggeber zu ihrem Glück, indem ich sie überliste (lacht). Sind Stressituationen eine Voraussetzung für Ihre Arbeit? Stress gehört bei öffentlichen Bauten halt meist dazu. In Planungs- und Ausführungsprozessen, in denen manchmal in vier Wochen vier Millionen Schweizer Franken verbaut werden, bleibt wenig

Zeit. In jeder Minute werden Entscheidungen gefällt. Bauzeit ist bares Geld für den Auftraggeber. Es spielt eine grosse Rolle, wie lange ein Hotel geschlossen bleibt oder das Personal in die Ferien geschickt wird. Gibt es so was wie den ganz eigenen Pia Schmid Stil? Ja, es heisst, die Pia Schmid hätte eine eigene Handschrift. Deswegen werde ich wohl auch oft geholt, um bestimmte Projekte zu realisieren. Ich provoziere selten und nie radikal. Ich suche und lausche, wie bei einem Orchester, immer nach der Grundmusik eines Stückes, eines Hauses, eines Raums. Ich suche nach dem sich durchziehenden Klang. Da bin ich Wahrheit suchend. Aber ich will eine eigene Interpre­ tation des Stückes. Ich liebe es, kleine Irrita­ tionen zu setzen und die streue ich so, wie eine Würze: sparsam und gezielt. Kleine Störungen, aber ohne provozieren zu wollen – das gehört zu meinem Markenzeichen.

nfo Pia Schmid: Gestalterin von drei Resorts Für Hapimag hat Pia Schmid mehrere Projekte umgesetzt. Beim Resort Hörnum auf Sylt war sie seit Grundsteinlegung 2007 mit dem Büro Richter Architekten für das Konzept, die Detailplanung und das Design zuständig. Ebenso als es darum ging 2008 in Zusammenarbeit mit Peter Bergmann von den Bauzeitarchitekten Biel das Resort Tonda mit einem Restaurant und 19 Wohnungen zu erweitern und neu einzurichten. Und auch die Gesamtrenovation vom Resort Andeer 2008 trägt die Handschrift von Pia Schmid (siehe Bildstrecke).

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Andeer

« Das Holz mit ‹Emmentalerlöchern› gibt der Nordfassade eine überraschende Leichtigkeit.»

« Der Traum vom Himmelbett mit Aussicht.» 12 | Simply Life

« Im Laubengang sind Badezimmer mit EternitVerkleidung wie Schachteln angehängt.»


Hörnum « Balkone wie grosse ­Strand­körbe, die ­gegen Wind und Wetter ­schützen.»

« Sandfarbe innen, Sand aussen: Schlafzimmer mit Dünenblick.»

«Wellnesssuite im Spa mit Sitznische und grossen Fenstern.» « Der Holzsteg zum Meer ­verbindet die voluminösen Dünenhäuser zu einer ­Einheit.»

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MARITIME VERFÜHRUNG GEÖFFNET: 8.00 - 21.00 UHR EINTRITT: 22,– ¤ BEI EINER BUCHUNG EINER ANWENDUNG AB 60,– ¤ IST DER EINTRITT FREI. WIR FREUEN UNS AUF IHREN BESUCH.

Hapimag Rantumer Strasse 23 A 25997 Hörnum/Sylt Tel. +49 (0)4651 460 84 00 Fax. +49 (0)4651 460 84 01 www.hapimag.com

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D I V E I N YO U R S E L F


Hintergrund

Wohin die Reise geht

Wie sieht der Kunde der Zukunft aus? Welche Ansprüche hat er? Wie kann man diesen entsprechen? Mit solchen Überlegungen bereiten sich Firmen schon heute auf das Morgen vor. Auch Hapimag stellt sich mit 2012 einem Veränderungsprozess.

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ine prominente Runde hat sich an der Eröffnung des Resorts in ­Hörnum zum Gespräch eingefunden. Hapimag Verwaltungsratspräsidentin Marisabel Spitz (MS), CEO Kurt Scholl (KS) und Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt (UR) von der Stiftung für Zukunftsfragen unterhielten sich über den Tourismus von morgen. Das Gespräch wurde von Simply Life moderiert. Herr Reinhardt, als Zukunftsforscher beschäftigen Sie sich seit gut einem Jahrzehnt mit den gesellschaftlichen Trends im Freizeit- und Reiseverhalten. Wie erforscht man eigentlich die Zukunft? UR: Wir arbeiten im Wesentlichen mit Zeitreihen. Das heisst, wir befragen regelmässig eine repräsentative Anzahl von Bürgern nach ihrem Verhalten, ihren Wünschen oder Ängsten. Anschliessend analysieren wir diese Daten und schauen, wohin sich die Tendenzen bewegen. Aus den Interpretationen dieser Daten erstellen wir dann Prognosen. Wer hat einen Nutzen von Zukunftsanalysen? UR: Unternehmen beispielsweise, für ihre strategische Ausrichtung – um die Märkte und die

gesellschaftlichen Entwicklungen zu verstehen und ihnen zuvorzukommen. Frau Spitz, als Verwaltungsratspräsidentin von Hapimag, wie sehen Sie das: Kann auch eine Firma wie Hapimag von solchen Studien profitieren? MS: Auf jeden Fall. Ein modernes Unternehmen sollte sich im Kern treu bleiben, sich aber in diesem Rahmen auch regelmässig hinterfragen und sich stets ein bisschen «neu erfinden». In diesem Prozess muss man sich überlegen, wie die Zukunft aussehen könnte. Wenn man sich dabei auf Forschung abstützen kann, ist das hilfreich. KS: Das «neu erfinden» gehört bei uns dazu. Wenn wir zurückblicken zeigt sich, dass Wandel schon immer Bestandteil des Geschäftsmodells war: Hapimag hat sich in den 45 Jahren Bestehen immer wieder entwickelt. Anfangs war ­Hapimag eine Zweckgemeinschaft zur gemeinsamen Finanzierung und Nutzung von Immobilien. Das Unternehmen wandelte sich zu einem Feriendienstleister mit vielfältigen Angeboten in und um die Resorts. Das Teilzeitwohnrecht hat Hapimag kontinuierlich mit ausgewählten Dienstleistungen aus dem Tourismus kombiSimply Life | 15


Zur Person Kurt Scholl ist CEO von Hapimag. Nach dem Studium der Volks- und Betriebswirtschaft war er einige Jahre Unternehmensberater und in leitender Position bei mehreren Unternehmen tätig.

niert. So haben wir Mehrwert für die Mitglieder geschaffen. Auch heute beschäftigen wir uns mit einem Veränderungsprozess, um uns auf die Zukunft von Hapimag einzustellen. Herr Reinhardt, was denken Sie: Was wird den Tourismus der Zukunft prägen? UR: Ich sehe drei wesentliche Entwicklungen, die den Tourismus der Gegenwart und der Zukunft charakterisieren: den Klimawandel, den wirtschaftlichen Wandel und die demografische Entwicklung in Europa. Beim letzteren Thema

ein Segment wie beispielsweise «die Alten» zu fokussieren; denn «die Alten» gibt es einfach nicht. Das müssen Sie näher erklären ... MS: Menschen sind unterschiedlich. Ein 50-Jähriger hat mit einem 65-Jährigen etwa so viel gemeinsam wie ein 10-Jähriger mit einem 25-Jährigen. Deshalb werden wir unser Angebot stärker individualisieren, damit jeder sich das für ihn Passende herausholt: Wir möchten ­Hapimag zu einer intelligenten Plattform für die individuelle Lebensgestaltung unserer Mitglieder machen – egal in welcher Lebensphase oder Situation jemand gerade ist; ob sich unsere Mitglieder zwei Tage in ein bescheidenes Bergresort zurückziehen wollen, um ein berufliches Projekt zu planen, oder ob sie in luxuriöser Umgebung den Winter im Süden verbringen möchten … sie sollen wählen können.

«Die Wahl des Angebots ist Ausdruck des Lebensstils.» etwa kann man feststellen: Künftig gibt es mehr Ältere, mehr Wohlhabende, mehr Etablierte und weniger Kinder. Der Stellenwert der Familie wird dadurch zusätzlich abnehmen. MS: ... solche Befunde betreffen auch Hapimag. Wir müssen uns schon hier und heute auf den Wandel von morgen vorbereiten. Deshalb positionieren wir in diesen Jahren das Unternehmen neu. Mit Hapimag möchten wir auch künftig die ganze Bandbreite der Gesellschaft ansprechen: Junge Paare, Familien, Singles, ältere Menschen ... Wir müssen uns überlegen, wie uns das auch in Zukunft unter neuen Voraussetzungen gelingen kann. Denn wir glauben es genügt nicht, Zukunftstendenzen zu studieren und sich als Unternehmen dann blind nur auf 16 | Simply Life

UR: Das ist spannend. Gerade im Hinblick auf den wirtschaftlichen Strukturwandel. In diesem Zusammenhang verweise ich auf das Phänomen der Luxese: Luxus kombiniert mit Askese. Es gibt vermehrt Konsumenten, die beispielsweise ihre Chips bei Aldi kaufen und dazu teuren Wein trinken. Oder die mit einem Billigflug für 25 Euro von Hamburg nach London fliegen, sich dann aber eine ausgiebige Shoppingtour leisten. Darin liegt wohl der grundlegende Strukturwandel: Die Menschen nehmen in einem Bereich empfindliche Abstriche in Kauf, um in einem anderen Bereich dann verschwenderisch zu sein.


Hintergrund Zur Person Dr. Marisabel Spitz ist Präsidentin des Verwaltungsrates von Hapimag. Nach dem Studium an der Hoch­schule St. Gallen promovierte sie in Wirt­ schaftswissen­schaften und war danach in mehreren Organisationen für die Um­setzung strategischer Projekte zuständig.

KS: Ähnliches Verhalten beobachten wir bei Hapimag Mitgliedern. So möchten Mitglieder, etwa im Resort Hörnum, sich heute im Restaurant von einem Sternekoch bewirten lassen,

Sind Konsumenten manchmal auch überfordert von der Bedürfnis- und Angebotsvielfalt? MS: Das ist ein wichtiger Punkt. Der Vorteil unseres Konzepts ist einerseits, dass die Mitglieder mit den Standorten vertraut sind. Wir haben aber auch begonnen, so genannte Erlebnis­berater einzuführen. Jeder kann zwar googeln, jeder kann problemlos eine Flut von Informationen und Auswahlmöglichkeiten erreichen. Was aber fehlt, ist der intelligente Filter. Darum die Erlebnisberater: Sie sollen unseren Mitgliedern im Internet und vor Ort aufzeigen, welche unserer 56 Adressen gerade jetzt für sie interessant ist. Bisher haben sich Mitglieder zuerst für den Ort entschieden und haben sich dann weitere Angebote vor Ort gesucht. Neu werden sie nach den Interessen gefragt. Ihnen wird dann jene Adresse genannt, die am besten dazu passt. Wir gehen davon aus, dass sich Konsumenten heute und künftig gezielter suchen, was sie wollen – und was sie wollen, ist insgesamt heterogener geworden. Konsumenten haben den Anspruch, immer mehrere Dinge unter einen Hut zu bringen: Arbeit und Freizeit, Kurzurlaub und Shoppingtrip, Erholung und Sprachkurs, Wellness und Familienzeit etc. Diesem Bedürfnis möchten wir begegnen. Das soll gelingen, indem wir die regionale Vielfalt an unseren Adressen aktiv in unsere Angebote integrieren.

«Luxese: mal Champagner, mal Spaghetti.» morgen Austern und Champagner in den Dünen schlemmen und tags darauf im Apartment Spaghetti mit Tomatensauce kochen. Zwänge und Einerlei sind unseren Mitgliedern ein Graus: Sie wollen selbst entscheiden. Sie sind Menschen, die sich flexibel zwischen den unterschiedlichen Angeboten bewegen und die Wahl ist Ausdruck ihres Lebensstils.

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Hintergrund

«Jeder kann googeln. Was fehlt, ist der intelligente Filter.» UR: Ich kann dies aus meiner Forschungstätigkeit bestätigen: Die Ansprüche der Konsumenten sind gestiegen, weil das Effi zienzstreben, das man aus der Arbeitswelt kennt, auch das Freizeitverhalten erfasst hat: So ist es nicht überraschend, dass der Konsument den ganzen bunten Blumenstrauss des Angebots haben will. Aber ob er das Angebot dann wirklich nutzt, das ist nicht wesentlich. Entscheidend ist vielmehr, dass der Konsument die grundsätzliche Verfügbarkeit eines Angebots haben will und den Zugang dazu. Um auf das Beispiel zurückzukommen: Ob Restaurant, Austern oder Spaghettikochen – Konsumenten möchten die Gewissheit haben, zu jeder Zeit wählen zu können. Ein Anbieter, dem es gelingt, diese Ansätze nicht nur vor Ort umzusetzen, sondern in der gesamten Angebotsstruktur zu verankern, hat einen entscheidenden Vorteil. So wie ich das sehe, ist das bei Hapimag mit dem Adressportfolio ganz der Fall.

Zur Person Dr. Ulrich Reinhardt ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der BAT Stiftung für Zukunftsfragen, Mitglied in Beraterkreisen und Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten und Hochschulen. Er promovierte an der Universität Hamburg zum Dr. phil.

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KS: Wir denken, dass gerade dies Hapimag auszeichnet: Wir können unseren Mitgliedern Zugang bieten zu sehr unterschiedlichen Orten und Angeboten: vom Bergresort in Andeer, zum Familienresort an der Küste mit Kinderangeboten, bis zum französischen Schloss, in dem man vor allem traute Zweisamkeit sucht. Mit dem Zugang zu dieser Vielfalt hat ein Mitglied die Freiheit, sein Leben zu gestalten. Frau Spitz, Herr Scholl, Herr Reinhardt – besten Dank für das Gespräch.


Gastro

Zurück zum Ursprünglichen Restaurantbesucher wollen wieder wissen, was sie auf den Teller bekommen. Natürlich, gesund und authentisch muss es sein. Die Gastrobranche stellt sich auf einen neuen Megatrend ein. Grundlegender Vertrauensverlust

«Z

uerst kommt die Moral, dann das Fressen» sagt Mirjam Hauser. Verkürzt ist dies das Fazit ihrer Forschung als Researcher am GDI Gottlieb Duttweiler Institute in Zürich. «Die Menschen suchen Authentizität. Sie wollen wissen: Woher kommt eigentlich dieses Stück Fleisch auf meinen Teller? Wie wurde es verarbeitet? Ist es ökologisch und nachhaltig produziert worden? – Regionale und saisonale Speisen sind darum im Trend», sagt Hauser. Die Expertin für Konsumtrends hat in einer aktuellen Studie die gegenwärtigen Entwicklungen im Lebensmittelbereich untersucht. Eine Erkenntnis: Die Kunden sind verunsichert. Sie stellen vermehrt kritische Fragen im Bezug auf ihr Essen – dies hat Auswirkungen auf die Branche.

Den Grund für die Entwicklung sieht Hauser in der Entfremdung des Menschen von seiner Nahrung: Designer und Techniker der Nahrungsmittelindustrie haben nahezu jedes im Markt erhältliche Produkt bis ins Detail gestaltet. Sie definierten Form, Farbe und Geschmack. So wuchsen Menschen heran, für die Milch die weisse Flüssigkeit im Tetrapack ist und Fleisch das Braune in der Fertig-Lasagne. Doch das Vertrauen der Menschen ins Essen habe einen Tiefpunkt erreicht, meint Hauser: Die künstlichen Zugaben in den Lebensmitteln, die vielmehr verwirrenden statt erklärenden Lebensmitteldeklarationen, ständig wechselnde Ernährungstheorien und auch Lebensmittelskandale hätten zu diesem dem grundlegenden Vertrauensverlust geführt. «Den Menschen ist beim Essen das Selbstverständnis abhanden gekommen, beurteilen zu können, was gut und was schlecht für sie ist», sagt Hauser. Dabei sei gerade Ernährung ein hochemotionales Thema, das die Menschen stark beschäftige. Daher der nun allgegenwärtige Wunsch nach vertrauten, regionalen und saisonalen Speisen. «Den Trend zur lokalen Küche ist als eine Art Gegentrend zur Globalisierung zu verstehen», sagt Hauser. Weg vom ökologisch blödsinnigen Import über tausende Kilometer und Kontinente hinweg. Weg von der unnötigen Verarbeitung und Technologisierung. Zurück zum Ursprünglichen.

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Gastro Kein Schnickschnack, auch in der Küche

Zur Person Hans-Jörg Havemann hat seine Ausbildung zum Koch im Steigenberger Parkhotel Quellenhof in Aachen absolviert. Später arbeitete er als Küchenchef in verschiedenen, mit 15 und 16 Gault Millau Punkten ausgezeichneten Restaurants. Mit seinem Team sorgt er nun im Restaurant Biike auf Hörnum für das Besondere in der regionalen Küche.

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Die Gastrobranche hat die neuen Bedürfnisse erkannt. Viele Restaurants führen neuerdings eine Saisonkarte und Kellner empfehlen ihren Gästen nicht mehr einfach das «Rindfleisch», sondern eben «das Rindfleisch vom Bauern aus Hinterdorf, das wir heute morgen gerade frisch reinbekommen haben.» Kluge Gastronomen machen die Gäste wieder vertraut mit diesem Stück Fleisch, das auf ihrem Teller liegt. Hans-Jörg Havemann (48) etwa ist einer der Köche, die lieber aufs Regionale setzen als das vermeintlich Beste von weit her importieren. Seit Januar 2009 wirkt er als Küchenchef im Restaurant Biike in Hörnum auf Sylt. Seit mehr als dreissig Jahren arbeitet Havemann als Koch. In dieser Zeit hat er eine klare Überzeugung entwickelt: Der Gast soll wissen und erkennen, was er isst. Deshalb werden bei Havemann Fisch und Fleisch meist am Stück serviert, mit saisonalem Gemüse dazu, vernünftig gewürzt. «Kein Schnickschnack», sagt Havemann: «Frisch und natürlich soll es sein.»

Frische Fische

Rund 50 Prozent der Produkte auf der Speisekarte stammen bei Havemann aus dem Umkreis weniger Kilometer, selbst wenn die Betonung des Regionalen und Saisonalen auf einer Insel wie Sylt nicht eben einfach umzusetzen ist. «Sylt ist ein Sandhaufen», sagt Havemann lakonisch, «wachsen tut hier nix.» Vor Ort kann er aber doch Kartoffeln, Eier, Austern und Fisch sowie das Fleisch von Salzwiesen-Lämmern und Galloway Rindern beziehen.

Havemann bezieht all dies direkt bei seinen Lieferanten. Im Gegensatz zu importierten Produkten oder denen von Zwischenhändlern wisse er hier genau, was er kaufe. Als er den Job auf Sylt angetreten habe, habe er zuerst die Lieferanten besucht und einen Augenschein genommen. Havemann, der sonst in der Küche steht, sah sich selbst die Weiden und Hallen an, überprüfte das Futtermittel und überzeugte sich von der fairen Haltung der Tiere. Mittlerweile hat er mit den Lieferanten ein partnerschaftliches Vertrauensverhältnis entwickkelt. Gelegentlich geht Havemann auf Sonntagsbesuch zum «Klönsnack» wie man es auf Sylt nennt: Eine lockere Unterhaltung, bei


der man auch Geschäftliches bespricht. Manchmal zahlt sich die Beziehungspflege aus, dann kommen die Lieferanten spontan bei ihm in der Küche vorbei mit guten Angeboten. Etwa der Fischer, der sagt: «Ich habe gerade zwanzig Makrelen gefangen, willst du sie?» Die Frische, sagt Havemann, erkenne man sogleich am Geruch, den roten Kiemen, dem festen Fleisch und den klaren Augen. «Man sieht den Fischen an, dass sie keine 24-Stunden-Reise vom Nordatlantik hinter sich haben.» Solche Specials setzt Havemann gerne sogleich auf die «Tageskarte». Mit dieser hat er neben der gedruckten Speisekarte die Möglichkeit spontan zu improvisieren, um den Gästen etwas Besonderes anzubieten. Havemann räumt ein, dass man sich als Koch nach den Gegebenheiten richten müsse. Je nach Jahreszeit seien manchmal Ausweichmanöver nötig. Kartoffeln braucht er auch im Winter, anderes Gemüse holt er vom Festland, manchmal schreibt er auch Süsswasserfisch aus Dänemark auf die Karte. Havemann bemüht sich die Anlieferwege kurz zu halten und wenn er Fertigprodukte zukauft, dann soweit möglich handgemachte und ohne chemische Zutaten. Havemann er ist sich sicher, dass die Gäste das wertschätzen. «Einmal habe ich als Test beides, ein Angus-Rind aus Südamerika und das heimische aber etwas teurere Galloway-Rind auf die Karte gesetzt. Zu 80 Prozent haben die Gäste nach dem Galloway Rind verlangt.»

Authentische Küche, der «Megatrend»

Dass viele Konsumenten bereit sind für lokale Frischkost statt tiefgekühlter Importware einen Aufpreis zu bezahlen, kann Mirjam Hauser bestätigen. Die aktuelle Finanzkrise habe den Trend sogar eher bestärkt. «Die Menschen beginnen nachzudenken über Konsum und wofür sie wirklich bereit sind Geld auszugeben. Gesunde und nachhaltige Kost gehört dazu.» Dieser Trend wird dabei auch nicht bloss als kurzfristige Mode-Erscheinung angesehen. Denn die zunehmende Werteorientierung und der bewusste Konsum sind ein «Megatrend» – im GDI Voka-

bular also eine grössere Veränderung der gesellschaftlichen Einstellung – der über Branchen hinweg wirksam ist und mehrere Jahre andauern wird. Die Menschen wollen wieder genau wissen, was in ihren Mündern verschwindet. Die Zeiten sind gezählt, in denen Milch die weisse Flüssigkeit im Tetrapack ist und Fleisch das Braune in der Fertig-Lasagne.

nfo Neues Gastrokonzept bei Hapimag Frisch, regional und gesund. Zu diesem Credo will sich Hapimag klar bekennen. Nicht nur dadurch, dass an allen Rezeptionen für die Mitglieder Schalen mit frischem, lokalem Obst bereit stehen. An aktuell 26 Adressen führt Hapimag auch eigene Gastrobetriebe. Waren diese bisher unterschiedlich gestaltet, will Hapimag nun ein klares Bekenntnis abgeben zur regionalen und saisonalen Küche. Die Köche haben den Auftrag erhalten, dieses Konzept konsequent auf ihrer Speisekarte umzusetzen und dort, wo noch ausstehend, passende, gute, lokale Lieferanten zu suchen. In diesem Rahmen verzichten die Hapimag Restaurantbetriebe künftig weitgehend auf Tiefkühlprodukte, die Herkunft der Zutaten wird ausserdem auf allen Speisekarten für den Gast klar erkennbar ausgewiesen. Hapimag will das Neukonzept bis Mitte nächsten Jahres an allen 26 Adressen verwirklichen. Bereits weit fortgeschritten ist die Umsetzung etwa in den Restaurants der Resorts von Hörnum, Paguera, Marrakesch oder auch Pentolina.

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Mitgliederporträt

Wie die Mutter, so die Tochter Eine Wohnung, grosse Stapel mit Büchern und Ordnern, ein strenger Lernplan und viel Disziplin: Die zwei Hapimag Mitglieder Agnes und Livia Kammermann ­erzählen, wie sie ihre ganz eigenen Prüfungen gemeistert haben.

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an lernt nie aus. Im Alter von 43 Jahren drückte Agnes Kammermann nochmals die Schulbank und holte 2006 das Handelsdiplom nach. Nun hat auch ihre 21-­jährige Tochter Livia Prüfungszeit: Der Lehrabschluss steht an. Die ideale Vorbereitung – da sind sich Mutter und Tochter einig – liegt darin, sich eine Woche zum konzentrierten Lernen zurückzuziehen. Zum Beispiel in ein Hapimag Resort in den Bergen.

Agnes Kammermann:

Als die Prüfungen für mein Handelsdiplom näher rückten, fragte mich eine Klassenkollegin, ob wir gemeinsam lernen wollen. Ich schlug vor, in die Berge zu fahren. Denn zuhause zu lernen konnte ich mir nicht vorstellen. Da hätten mich Arbeit und Unerledigtes nur abgelenkt. Wir reisten also im Mai 2006 für eine Woche ins Resort Flims. Ich war 43, meine Kollegin 26, also ungefähr im Alter meiner älteren Tochter Livia. Wir verstanden uns gut. Morgens lernten wir und kochten dann gemeinsam. Im Resort hatte es auch einen Wellnessbereich, das fand ich super. Wir belohnten uns gelegentlich mit einer Sauna oder einem Dampf bad. Manchmal machten wir einen Spaziergang zum See und fragten uns dort gegenseitig ab. Abends legte ich die Ordner an mein Bett, damit ich noch schnell etwas nachschlagen konnte, falls vor dem Einschlafen noch plötzlich eine Frage in mir auftauchte. Als die Woche vorüber war, war ich zufrieden: Eine volle Woche lernen – da kann man sich danach nicht vorwerfen, zu wenig getan zu haben. Am Montag waren die Prüfungen. Heute halte ich mit Stolz das ­Diplom in den Händen.

Ich bin ja eigentlich gelernte Konditorin / Bäckerin. Nach der Ausbildung war ich einige Jahre selbständig tätig in einem Radio-Fernsehgeschäft. Als ich eine berufliche Veränderung suchte, kam für mich der Weg zurück in die Backstube nicht in Frage. Ein Berufslauf bahnberater riet mir zum Handelsdiplom. Ich fand den Vorschlag gut und suchte auch die Herausforderung. Ich wollte herausfinden: Wie belastbar bin ich? Darum wählte ich eine strenge, berufsbegleitende Schule. Drei Tage ging ich zur Schule, zwei Tage arbeitete ich weiterhin. Daneben blieben Hausaufgaben, der Haushalt und für meine zwei Töchter wollte ich auch da sein. Ich musste also sehr diszipliniert sein, oft bis in die


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Nacht lernen. In der Diplomklasse war ich mit Abstand die Älteste. Ich befürchtete zuerst, dass die Jüngeren viel besser und schneller seien. Ich war ja die Einzige, die nebenbei voll arbeitete und ich war so lange nicht mehr in der Schule gewesen … Aber ich habe halt manchmal etwas mehr geübt und mich letztlich gut behauptet. Ich bin überzeugt: Wenn man will, kann man Berge versetzen.

»

Livia Kammermann:

Welches sind die Eigenschaften von Zement, Mörtel, Beton, Glas oder Naturstein? Solche Sachen gibt es zu lernen als Hochbauzeichnerin. Dazu Statik, Trigonometrie, Baustilkunde, Perspek­tivenzeichen und so. Vor allem das Zeichnen interessiert mich, die Gestaltung. Nach dem Lehrabschluss möchte ich mich gerne zur Innenarchitektin weiterbilden. Aber na ja, vorerst stehen erst mal die Prüfungen an. Ich stecke gerade mittendrin. Vorbereitet auf die Prüfungen habe ich mich mit einer Kollegin zusammen. Wir wollten dafür in die Berge, wie meine ­Mutter, als sie ihr Handelsdiplom nachgeholt hat. Ich bewundere, wie diszipliniert meine Mutter das durchgezogen hat. Sie ­lernte damals auch zusammen mit ­einer jüngeren Kollegin. Meine Mutter ist sehr aufgeschlossen. Wir haben ein gutes Verhältnis. Wenn ich beispielsweise mit Freunden im Ausgang unterwegs bin und meine Mutter, wie kürzlich an der Fasnacht, per Zufall halt auch mal dabei ist, stört mich das überhaupt nicht.

Meine Kollegin und ich sind also auch ins Hapimag Resort gefahren, allerdings nach Interlaken. Wir hatten eine wunder‑ schöne Attikawohnung für uns. In der Woche galt es drei Ordner zusammenzufassen auf ein paar wenige Seiten Lernstoff. Wir arbeiteten von 9 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr. Jeden Tag. Dazwischen kochten wir, abends gingen wir einkaufen, baden im Hallenbad oder wir sassen auf der Terrasse. Oft kam dann unser Gespräch auf den Lernstoff. Einmal hörte ein Nachbar uns zu, er muss sich gefragt haben, warum zwei Frauen sich über Beton unterhalten … Er sprach uns sogar darauf an. Als wir es ihm erklärten, meinte er dann, er nutze schon seit vielen Jahren Hapimag, wäre aber noch nie auf die gute Idee gekommen dort zu lernen statt Ferien zu machen. Ich denke, so ein Resort in den Bergen ist praktisch, man hat mit dem Apartment einen Rückzugsort und Freizeitmöglichkeiten im Resort. Meine Prüfungen bisher sind gut gelaufen. Die Ergebnisse habe ich aber noch nicht erhalten.

»

nfo Mehr als Ferien Das Adressenportfolio von Hapimag lässt sich vielseitig nutzen. Ob man in München an einem Kongress teilnimmt, eine Ausstellung im Louvre besucht, mit Arbeitskollegen in der Abgeschiedenheit der Berge neue Projekte vorbereitet oder in einem Sprachkurs vor Ort das Spanisch auffrischen will: Hapimag bietet für all dies ein Zuhause. Mitglieder können ihren Aufenthalt ganz nach Jahreszeit gestalten und kulturelle oder sportliche Veranstaltungen vor Ort in die Planung einbeziehen. Im Terminkalender findet man eine Auswahl solcher Events zusammengestellt.

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Termine Oktober 2009 – Mai 2010 Lokales

Sport

03.10. – 04.10.2009 Markttage Südtiroler Gartenlust Lana, nähe Meran www.galanthus.it

04.10.2009 Internationaler Marathon Budapest www.budapestmarathon.com

04.10.2009 Weinlesefest St. Michael www.hapimag.com/stmichael

15.01. – 17.01.2010 80. Internationales Lauberhornrennen Wengen bei Interlaken www.lauberhorn.ch

21.02. – 22.02.2010 Biikebrennen/Petritag Hörnum, Westerland www.biike.de 06.03. – 07.03.2010 Zitrusfrüchtefest Cannero Riviera www.cannero.it Kulinarik 07.10. – 11.10.2009 Weinlesefest «Fête des Vendanges» Montmartreviertel, Paris www.fetedesvendangesdemontmartre. com 15.01. – 24.01.2010 Internationale Grüne Woche Berlin www.gruenewoche.de

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Tanz 31.12.2009 40. Kaiserball in Wien www.kaiserball.at

Kultur

11.02.2010 Opernball Wien www.wiener-staatsoper.at

19.09. – 04.10.2009 Oktoberfest München www.oktoberfest2009.com

Ausstellungen

07.11. – 09.11.2009 20 Jahre Mauerfall Berlin www.mauerfall09.de/

05.11.2009 – 14.02.2010 Ausstellung Picassomuseum Erotische Darstellungen Barcelona, Nähe Mas Nou www.bcn.cat/museupicasso/en

14.01. – 24.01.2010 Internationales Zirkusfestival Monte-Carlo, Nähe Antibes www.montecarlofestivals.com

25.05. – 29.05.2010 Blumenausstellung Chelsea, London www.rhs.org.uk/chelsea

11.02. – 21.02.2010 59. Berlinale – Int. Filmfestspiele Berlin www.berlinale.de

Hier finden Sie lediglich eine kleine Auswahl von Veranstaltungen, weitere Daten finden Sie auf www.hapimag.com und in der nächsten Ausgabe. Gerne geben Ihnen die Resorts nähere Informationen zu den einzelnen Events.

Vergangene Events Waren Sie auch schon mal mit dem Motorrad auf den Passstrassen unterwegs? Vielleicht wäre das ja etwas für Sie? Mit Hapimag erhalten Sie Zugang zu ganz besonderen Veranstaltungen oder Reisen. So haben beispielsweise die Motorradfans unter den Hapimag Mitarbeitenden ein Motorradtreffen organisiert. Dieses Jahr fand es bereits zum fünften Mal statt. Vom Resort Bad Gastein fuhren 65 Männer und Frauen mit ihren schweren Maschinen los. Eine Woche lang waren sie dann auf den schönsten Panoramastrassen und über die

21.05. – 24.05.2010 Salzburger Pfingstfestspiele Nähe Österreichische Resorts www.salzburgerfestspiele.at

höchsten Pässe unterwegs. Gemütlich und unterhaltsam war andererseits die Tandem Tours Reise mit dem Oldtimerzug «Roter Pfeil». Die Residenz Interlaken war der Startpunkt für eine Fahrt durch die Schweizer Landschaft. Und das sind nur zwei Beispiele. Im Internet unter der Rubrik «Aktuell» finden Sie auf der Hapimag Website Berichte über die vergangenen Veranstaltungen (www.hapimag. com /aktuell). Eine schöne Erinnerung für die, die dabei waren. Eine Inspiration für jene, die gerne teilnehmen möchten.


Mitmachen

Ihre Meinung ist gefragt Wir haben dieses Heft, das ehemalige Holiday, neu gestaltet und würden gerne wissen, ob es Ihnen gefällt. Machen Sie mit bei der Umfrage. Unter www.hapimag.com/magazinumfrage haben wir eine Website für ein Online-Feedback eingerichtet. Sie können uns Ihre Antwort auch via Antwortkarte (siehe rechts) zusenden. Gewinnen Sie mit etwas Glück zwei Tage freie Fahrt, ganz nach Ihren Wünschen.

Der Wettbewerbspreis: > Mietwagen nach Wahl und Verfügbarkeit während Ihres Aufenthaltes an einer Hapimag Adresse > Mietdauer: 2 Tage > Unbeschränkte Kilometerzahl > Versicherung inbegriffen

Der Preis wird unter allen Teilnehmenden der Umfrage verlost. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2009.

Weitersagen lohnt sich Erzählen Sie Freunden und Bekannten von Hapimag. Und helfen Sie mit, die Hapimag Welt weiter auszubauen. Reichen Sie Ihre Empfehlungen mit nebenstehender Antwortkarte ein oder benutzen Sie das Online-Formular auf http: //empfehlen.hapimag.com. Wir belohnen jede Empfehlung mit einer Prämie. Bei erfolgreicher Vermittlung erhalten Sie zudem: 1. 12 Wohnpunkte oder einen Jahresbeitrag. Teilen Sie uns bitte Ihre Präferenz mit unter https: //access.hapimag. com 2. Umsatzgutschrift von CHF 12 000.– auf Ihre HapimagCard. Das entspricht, je nach Status Ihrer Karte, mindestens 6 Wohnpunkten

Impressum Herausgeber Hapimag AG

3. Mit jedem Mitglied, das Sie erfolgreich vermitteln, wächst Ihre Chance auf eine punktefreie Woche ohne lokale Kostenbeiträge in Hörnum oder Marrakesch Chancen hat, wer zwischen 01.09.2009 und 31.03.2010 die meisten neuen Namen von Interessenten einreicht, aus denen in diesem Zeitraum die meisten neuen Hapimag Mitgliedschaften entstehen. Bei gleicher Anzahl erfolgreich geworbener Mitglieder entscheidet das Los. Ergänzend gelten die Teilnahmebedingungen der HapimagCard, die unter https: //access.hapimag.com abruf bar sind.

Neuhofstrasse 8 CH-6349 Baar Tel. +41 (0)41 767 80 00 Fax +41 (0)41 767 89 05 www.hapimag.com corporatecommunications@hapimag.com Kurt Scholl Konzernleitung, Vorsitz/CEO

Auflage 151 000 Exemplare Fotonachweise: Seiten 4, 5, 18, 19 Roberto Ceccarelli Seiten 6, 14, 15, 16 Nicole Mai, Hapimag Archiv und Bildagenturen


Hapimag AG, Neuhofstrasse 8, CH-6349 Baar Tel. +41 (0)41 767 80 00, Fax +41 (0)41 767 89 05 E-Mail info@hapimag.com, Internet www.hapimag.com

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