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Der Prozess wird nun vonseiten der Stadt geprüft, kann aber bis zu zwei Jahre andauern. Wenn es klappt, können sich auf dem Brühl sogenannte „Vergnügungsstätten“ ansiedeln, etwa Bars und Kneipen mit Kultur und Musikprogramm, wie es auch die CAB sein will. Gleichzeitig müssen jedoch auch die Anwohner gefragt werden, ob sie überhaupt in einem Urbanen Gebiet leben wollen. Da könnte es noch spannend werden. Denn so klar ist das nicht. Manche Menschen wollen etwa gerne in einem Kiez leben. Dazu gehört beispielsweise Guido Günther, einer der Organisatoren des „Brühl-Kiez“ und des „Baumwollbaums“. „Wenn die Leute überwiegen, die lieber ihre Ruhe haben wollen, dann müssen wir hier nicht mehr gegen Windmühlen kämpfen, sondern suchen uns andere Aktionsplätze“, sagt er. Gleichzeitig hört man von Investoren, die sich bei der Aussicht auf ein reges Nachtleben um ihre Mieteinnahmen im Karree fürchten. Das Zünglein an der Waage beugt sich mal in die eine, mal in die andere Richtung. Auf der einen Seite gründen sich kleine Genossenschaften, deren Mitglieder im Viertel alternative Wohnformen erproben, andererseits werden ganze Häuserblocks hochwertig saniert. Mit Tiefgaragen

und Aufzügen soll ein wohlsituiertes Publikum angelockt werden. Auf der einen Seite öffnen Bars und selbst das Atomino versuchte vor einigen Jahren sein Glück in der Turnhalle der ehemaligen Karl-Liebknecht-Schule. Auf der anderen Seite dürfen ebendiese Kneipen keine Musik anbieten und müssen leise sein. Dass die Entscheidung, was der Brühl nun eigentlich sein will und soll, nun aber getroffen werden muss, darüber sind sich alle Akteure einig. Wie Volker Beier erklärt, werde es zu Beginn des Monats Gespräche von Kommunalpolitikern mit Vertretern von Bau- und Ordnungsamt geben, man wolle den Spielraum von eventuellen Sondergenehmigungen ausloten sowie über das Urbane Gebiet sprechen. Beier sieht die Umwandlung in ein Urbanes Gebiet auch nicht als Allheilmittel, sondern eher als eine Grundlage, auf der sich Vergnügungsstätten ansammeln können. Dabei müsse der Brühl auch keine Partymeile sein, sondern ein Kiez, mit Subkultur, Nachbarschaftshilfe und Nachtleben. Seine CAB möchte er übrigens im März noch offen halten und steht in Verhandlungen mit Nachnutzern, die den Ort am Leben halten wollen.

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371 Stadtmagazin März 2020  

Stadtmagazin Chemnitz März 2020, Planer - Chemnitz -Veranstaltungskalender, ausgehen in Chemnitz

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