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Ein halbes Leben Haft Am Tag der Politischen Gefangenen spricht die Amerikanerin Johanna Fernandez über den Bürgerrechtler, Black-Panther-Aktivisten, Autor und Journalisten Mumia Abu Jamal, der seit nunmehr 38 Jahren in Haft sitzt – zu Unrecht?

Mumia Abu Jamal hat mittlerweile mehr Zeit im Gefängnis verbracht als in Freiheit. Warum? In der Nacht des 9. Dezember 1981 gab es im Rotlichtbezirk von Philadelphia eine Schießerei. Der Polizist Daniel Faulkner starb dabei, der stadtbekannte Journalist Mumia Abu-Jamal wurde schwer verletzt. Der Polizist war weiß, der Journalist schwarz. Noch im Krankenhaus und seitdem immer wieder, beteuerte der verletzte ehemalige Black-Panther Aktivist seine Unschuld. Sein Fall beschäftigt die US-Justiz noch immer. Seit 38 Jahren sitzt Mumia Abu Jamal im Gefängnis – davon 29 Jahre in der Todeszelle. Zu Unrecht, sagen Menschen weltweit. Für sie ist der Fall des US-amerikanischen Bürgerrechtlers, Autors und Journalisten ein Beispiel für Rassismus und Diskriminierung im Justizsystem der USA. Auch in Deutschland hat Mumia Abu Jamal seit Jahrzehnten Unterstützer. Dazu gehört auch Annette Schiffmann. „Wir sind davon überzeugt, dass er es nicht getan hat“, sagt sie und „Das Verfahren zeigt ein strukturelles Desaster: bist du schwarz, arm und kritisch, hast du keine Chance.“ Sie erfuhr im Jahr 1999 vom Fall Mumia, als es einen erneuten Hinrichtungsbefehl gab, der international Empörung auslöste. Der Prozess dafür dauerte nur zwei Wochen. „Das ist selbst für US-Verhältnisse sehr kurz und Mumia 12

Text: Sarah Hofmann Foto: Free Mumia

hatte weder das Recht noch das Geld, sich zu verteidigen“, so Schiffmann. Sie gründete damals mit Gleichgesinnten die Gruppe „Freiheit für Mumia Abu Jamal Heidelberg“. Mittlerweile ist sie zudem für das bundesweit aktive Bündnis „Free Mumia“ aktiv. Unermüdlich sammelt sie Spenden, macht auf den Fall aufmerksam. Nun kann sie wieder Hoffnung schöpfen. „Es gibt zum ersten Mal seit 38 Jahren eine reelle Chance, dass Mumia frei kommt“, sagt die Aktivistin, der Fall werde derzeit neu aufgerollt. Schiffmann und ihr Bündnis haben daher Johanna Fernandez nach Deutschland geholt. Die Historikerin gehört zu Mumia Abu Jamals aktuellem Verteidigungsteam und wird am 18. März auch nach Chemnitz kommen, um vom Fall Mumia und dem derzeitigen Stand zu berichten. Außerdem wird sie sich der Frage widmen, wie dem Gefangenen geholfen werden kann und ob dafür überhaupt eine Notwendigkeit besteht. Im Anschluss können Fragen gestellt werden. Anlass für die Veranstaltung im Weltecho Café ist der Internationale Tag der Politischen Gefangenen. Start des Vortrages ist 19.30 Uhr und organisiert wird er vom Verein Rote Hilfe, der sich für politische Gefangene einsetzt, sowie vom Bündnis „Free Mumia“.

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371 Stadtmagazin März 2020  

Stadtmagazin Chemnitz März 2020, Planer - Chemnitz -Veranstaltungskalender, ausgehen in Chemnitz

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