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Zwei Wochen Kiezfeeling Der Brühl kommt, munkelt man seit Jahren in der Stadt. Nun ist er also da, als Brühlkiez, zumindest für drei Septemberwochen.

Guido Günther ist seit vielen Jahren auf dem Brühl aktiv

Initiator ist Rebel-Art Galerist Guido Günther. Sein Anliegen war es, so viele Mitstreiter wie möglich ins Boot zu holen und das Viertel einzubeziehen. „Ich rede am liebsten selbst mit den Leuten, ich bin zu ihnen hingegangen und habe sie von der Idee überzeugt“, erklärt Guido Günther. Für ihn gehört das zum Kiez dazu, Leute treffen, miteinander reden, gemeinsam anpacken. Das funktioniert schon seit einigen Jahren, mittlerweile hat sich neben dem Verein Europäische Kunstgemeinschaft auch ein harter Kern an Händlern, Kulturschaffenden und Anwohnern gebildet, die an einem Strang ziehen. Sei es nun beim Baumwollbaum, einen kleinen Markt mit nicht-industriell gefertigten Produkten, verquickt mit Gastronomie und Kultur – oder eben beim Brühlkiez.

durch Zufall entstanden, erklärt Günther – viele Leute hätten Veranstaltungen beisteuern wollen, das hätte man nicht in einem Wochenende unterbringen können. Los geht der Brühlkiez am 6. September mit einer Stromkästengalerie, einer Spielestraße, einer Natureart-Outdoorgalerie und Illuminationen des Künstlers Lightform. Ein weiterer Höhepunkt wird der Baumwollbaum am 14. September sein – diesmal in einer erweiterten Version. „Ich will anderen die Möglichkeit geben, ihre selbstproduzierten und angebauten Sachen zu verkaufen“, sagt Guido Günther. Schließlich falle der Markt ja gerade in die Erntezeit. Am selben Tag laden örtliche Gastronomen zum großen Dinner auf dem Boulevard, um ein gemeinsames Menü für Gäste zu gestalten. Die Krönung wird dann am 21. September sein. Gefeiert wird dann Lichterfest auf dem Brühl, mit Programm, Lichtkunst und Lampionumzug. Und wie wird das ganze finanziert? Durch Bier. In mehreren gastronomischen Einrichtungen auf dem Brühl wird nämlich seit einer Weile „Kiez-Bräu“ ausgeschenkt. Laut Guido Günther ein Chemnitzer Non-Profit Projekt. Der Erlös soll in Projekte fließen, wie eben dem Brühlkiez.

Der wurde erstmals vor zwei Jahren im Rahmen der damals zeitgleich stattfindenden Ibug gefeiert. Damals schufen Streetart-Künstler nicht nur in der eigentlichen Veranstaltungsfläche, sondern auch auf dem Brühl Kunst. Einige Fassaden sprechen noch heute von diesem Event. Auch die zweite Auflage im letzten Jahr war ein Erfolg und so ist für die Initiatoren nun der Zeitpunkt gekommen, ihr Event auszudehnen, nach höherhängenden Früchten zu greifen. Sie dehnen den Brühlkiez auf zwei Wochen aus. Die Idee sei eher www.brühl-boulevard.de/kiez

Text: Sarah Hofmann Foto: Michael Chlebusch

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Chemnitz Karl-Marx-Stadt Stadtmagazin 371 September 2019

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