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Lieber Herr Kummer, ich arbeite Vollzeit in einem Modegeschäft. Ich verdiene ortsüblich, d. h. zu wenig. Für Nebenjobs im Kuriergewerbe bin ich mir zu fein. Ich will ja nicht gleich Millionärin werden, aber wie kann ich einfach zu mehr Geld kommen?

LETZTE FRAGE Herr Kummer gibt Antwort Bekanntlich kann man sich Liebe, Gesundheit und Freunde mit Geld erkaufen. Insofern ist dein Wunsch verständlich. Du könntest den Chef bestehlen, gelegentlich ein teures Teil aus der Modeboutique verschwinden lassen und im Darknet verkaufen. Die Loyalität gegenüber deinem Arbeitgeber ist, bedingt auch durch die magere Bezahlung, sowieso gering ausgeprägt. Das Stehlen ist aber illegal und kriminell, nicht jeder Beschäftigte in der Modebranche ist zum Dieb geboren. Vielleicht bietest du einfach in einer diskreten Ecke deiner Arbeitsstelle, hinter dem Rücken deines Chefs, szenetypische rechte TextilMarken an. Nun könntest du Neonazis kennenlernen und dich beim Verfassungsschutz bewerben. Das Thüringer Amt zum Beispiel zahlte einem Informanten aus dem NSU-Umfeld in sechs Jahren circa 100 000 Euro. Der V-Mann wurde auch großzügig mit Computern und Handys beschenkt. Ein weiterer Bonus: Da Informanten anonym sind, müssen sie keine Steuern für ihre Nebeneinkünfte zahlen. Politisch unbedenklichere Verdienstmöglichkeiten gibt es aber auch. Wie wäre es mit ProduktTester? Du probierst Produkte, die vor der Markteinführung stehen oder gerade erschienen sind. Deine Eindrücke werden dankbar ausgewertet und Verbesserungsvorschläge können sogar noch in die Produktion einfließen. Die Vergütung variiert, kann aber über 100 Euro betragen. Ein Plus ist hier: Vor allen anderen erhältst du neue Produkte zum Testen, die du meist behalten darfst.

Wenn die Wohnung und deine Arbeitsstelle vollsteht mit Thermomixern, Teddys und Kosmetika, suchst du dir eine neue Geldquelle. Ich empfehle Umfragen. Hier lässt sich immer ein Euro verdienen. MeinungsforschungsInstitute sind interessier t an Einstellungen und Ansichten der Bevölkerung. Daraus lassen sich Stimmungsbilder zu Gesellschaftsthemen, der spannenden OB-Wahl in Chemnitz, aber auch zu Markt- und Konsumtrends zeichnen. Wenn du die Familie, alle Bekannten und auch die Kunden der Boutique, in der du arbeitest, mit Umfragebögen genug genervt hast, kündigst du den Job. Jetzt könntest du deine Wohnung vermieten. Du solltest keine Probleme damit haben, dass Fremde bei dir übernachten, denn hier bietet sich eine tolle Möglichkeit Geld zu verdienen. Entweder hast du ein Zimmer übrig oder du vermietest gleich die komplette Wohnung, für Zeiträume, in denen du einfach in der Besenkammer des Modeladens, in dem du arbeitest, übernachtest. In deiner Mittagspause gehst du noch schnell zum Blut, Plasma und Thrombozyten spenden. Damit vollbringst du eine gute Tat und verbesserst deine Finanzen mit einigen Euro, die direkt nach der Spende ausgezahlt werden. Wenn du Glück hast, gibt es bei den Kindern deiner Kollegen Defizite und Probleme in der Schule. Du bietest Nachhilfe an. Mathe, Chemie oder Deutsch – in den klassischen Fächern solltest du sattelfest sein. Wenn du den Kindern neben dem Schulstoff auch Klavier oder Gitarre spielen beibringen könntest, wäre das der perfekte Zuverdienst. Der Unterricht sollte – und damit mietfrei – in den Räumen deines Arbeitgebers stattfinden. Und nun wünsche ich dir, liebe Leserbriefschreiberin, viel Glück!

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Auch ein Frage an Herrn Kummer? Dann schreibe an: letztefrage@371stadtmagazin.de

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371 Stadtmagazin Februar 2020  

Stadtmagazin Chemnitz Februar 2020, Planer - Chemnitz -Veranstaltungskalender, ausgehen in Chemnitz

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