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Dafür-Sein als Aktion Die Buntmacher*innen wollen die Stadt wieder positiv besetzen und holen mit ihren Aktionen für Toleranz und Demokratie hunderte Menschen auf die Straße – ihre Devise: Netzwerken, Diversität schaffen, Leute ins Gespräch bringen – und das ganz ohne Anti-Haltung.

Auch ohne Transparente lässt sich demonstrieren. Das zeigten die Buntmacher*innen am 9. November am lebenden Beispiel. Sie luden zu einem Lichterweg ein, Hunderte folgten dem Ruf und spazierten mit Kerzenbechern in den Händen geschichtsträchtige Orte ab. „Wir haben Transparente untersagt, ebenso das Rufen von Parolen. Wir wollten eine empathische Auseinandersetzung mit diesem Tag“, erklärt Anett Linke, eine der Organisatorinnen. Und damit bringt sie einen Teil des Programms ihrer Gruppe auf den Punkt. „Wir wollen zeigen, was Chemnitz an Unterschiedlichem und Diversität zu bieten hat. Viele Menschen hier haben kein größeres Ziel vor Augen als ihr eigenes kleines Projekt“, ergänzt Emily König. Ihre Gruppe wolle Verbindungen schaffen, die einzelnen Initiativen vernetzen, aber auch Menschen aktivieren.

auf die Beine, wo jeder bei Kaffee und Kuchen seinen Nebenmenschen kennenlernen und sich mit ihm Austauschen konnte, egal wo er herkommt. Denn miteinander Reden, dass ist den Buntmacher*innen wichtig. Sie besteht aus einem Dutzend Studierenden und Berufstätigen, das nach den „Chemnitzer Ereignissen“ aktiv werden wollte. „Wir sind eine Gruppe von Menschen, die sich sonst

„Wir sind nicht dagegen, sondern dafür. Für Toleranz, für Demokratie.“

nie begegnet wäre“, so Emily König. Und fanden die Buntmacher*innen schnell eine gemeinsame Sprache. „Wir sind nicht dagegen, sondern dafür. Für Toleranz, für Demokratie. Denn gerade die Negation hat die Fronten doch erst verhärtet“, So stellten die Buntmacher*innen schon kurz nach sagt Anett Linke. Auch mit ihrem gegenderten ihrer Gründung, die als Antwort auf die rechts- Namen wollen sie dies ausdrücken, niemand soll extremen Ausschreitungen forciert wurde, im ausgegrenzt werden. Herbst 2018 im Stadthallenpark einen Dialogbasar 4

Text: Sarah Hofmann Foto: Privat

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371 Stadtmagazin Dezember 2019  

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