Page 1

01_DP_Titel_10-13.qxd 23.08.13 10:08 Seite 1

Sorglosigkeit und Lebensglück Deutsches Design Woher kommt sein Welterfolg?

Sprache & Service 2 Die Kunst des Kritisierens 2 Kollegen um Hilfe bitten 2 800 Übersetzungen

Auf den jungen Seiten: Deutschland-Quiz – Sprachkurs gewinnen!

Interview Warum ein Mann auf den Mars will

l l l

Deutschland € 6,90 CH sfr 12,40

deins! Deutschland-Quiz

Heidelberg

l

l

l

l

l

l

l

l

A B E F FIN GR I L P (cont.) SK SLO: € 7,50

Heidelberg

Heidelberg Deutsches Design Wie die Bundesbank Geld rettet Die Kunst des Kritisierens Embrace Hotels Mars-Mission

LEARN GERMAN | ESTUDIAR ALEMÁN | APPRENDRE L’ALLEMAND | IMPARARE IL TEDESCO | NAUK A NIEMIECKIEGO | УЧИМ НЕМЕЦКИЙ | ALMANCA Ö GRENMEK 


Sprachen lernen für alle! NEU!

UND S O L N E KOST H C I L D N I B UNVER

Die neue Basismitgliedschaft: ✔ 10 kostenlose Videos ✔ 90 interaktive Übungen ✔ Voller Zugriff auf „mein dalango“

www.dalango.de Einfach Lernen mit Spaß! 00-0049_Dalango_Heft_1-1.indd 1

07.08.13 09:50


03-EDI_1013 06.09.13 11:54 Seite 3

Editorial

7EITERSAGEN

MITTEL

Ein bisschen Hollywood Heidelberg: Nicht wenige Mitglieder unserer Redaktion bekommen bei diesem Namen leuchtende Augen. Unser Art Director zum Beispiel verdankt dem Ort nicht weniger als sein Leben: Seine Eltern haben sich dort kennengelernt. Unsere Redakteurin Petra Daniell hat in der „perfekten Stadt zum Studieren“ die älteste Universität Deutschlands besucht. Und ich habe dort als Praktikant zum ersten Mal eine Zeitungsredaktion von innen gesehen. Die Redakteure schrieben ihre Texte damals noch mit Schreibmaschinen. In der Ecke stand ein Computer – den niemand benutzte. Wie in einem alten Hollywood-Film ist es an manchen Stellen der Stadt auch heute noch. So sieht unser Reporter Marcel Burkhardt den Ort mit der berĂźhmtesten Schlossruine Deutschlands. Wie ist das Leben zwischen den vielen Touristen, der berĂźhmten Universität und den amerikanischen Soldaten, die dort nur noch wenige Monate lang stationiert sind? Mehr dazu ab Seite 14. Rund 100 Kilometer weiter sĂźdlich hat der Hamburger Journalist Felix Rohrbeck die Stuttgarter Firma Phoenix Design besucht. Das Designhaus arbeitet fĂźr die ganz GroĂ&#x;en der deutschen Industrie – und sein Chef gehĂśrt zu den Besten des Landes. Deutsches Design ist international so populär, dass sich sogar Apple immer wieder von manchmal mehr als 40 Jahre alten Klassikern des berĂźhmten deutschen Designers Dieter Rams inspirieren lieĂ&#x;. Wie ist der Welterfolg des deutschen Designs zu erklären? Rohrbeck hat in ganz Deutschland Antworten auf diese Frage gesucht (ab Seite 48). Von der normalen Form der Objekte, die Reporter Marcel Burkhardt bei seiner zweiten Arbeit fĂźr dieses Heft sah, war nicht mehr viel Ăźbrig: Geldscheine, die durch Feuer und Wasser die Redaktion, -en hier: Team aller Journalisten bei gegangen sind. In Mainz gibt es Hilfe einer Zeitschrift fĂźr Geldbesitzer in Not: Das Wenige, leuchten hier: hell wirken, weil man sich freut was von einem Geldschein manchmal verd„nken hier: ≈ bekommen haben durch Ăźbrig bleibt, setzen die Experten des die Redakteurin, -nen ≈ Journalistin Analysezentrums der Bundesbank wieder Soldat, -en Person, die in Uniform fĂźr ein Land kämpft der zusammen. „Ich wĂźrde nicht mit stationiert als Armee an einem Ort sein, um ihnen tauschen wollen, die Ruhe habe dort fĂźr längere Zeit spezielle Aufgaben zu erledigen ich nicht im Leib“, sagte unser ReporgehĂśren zu hier: ≈ Mitglied einer Gruppe sein ter nach dem Besuch (ab Seite 28). sogar ≈ auch zus„mmensetzen hier: aus einzelnen Komponenten Hätten Sie sie?

FOTO: GERT KRAUTBAUER

tauschen

Die Ruhe habe “ch n“cht “m Leib. (der Leib, -er

10/13

ein Ganzes machen etwas geben und etwas anderes dafĂźr bekommen; hier: an der Stelle von jemand anderem sein ≈ So still sitzen und ruhig und konzentriert arbeiten kann ich nicht. KĂśrper)

$IENEUEN0RĂ“FUNGSTITEL SINDDA



          *4 -'!+.(**#,-'!*,#5$,

Testbuch

mit 3 Audio-CDs

.EU 4ESTBUCH !UDIO #$S     

ÂłCVOHTCVDI

.JU&SGPMH[VN

(PFUIFÂŽ4%;FSUJĂ˜LBU#

.EU ÂłBUNGSBUCH !UDIO #$     

NJU"VEJP$%

4ESTBUCH !UDIO #$     

ÂłCVOHTVOE5FTUCVDI

.JU&SGPMH[VN

(PFUIF;FSUJĂ˜LBU$(%4

.EU

NJU"VEJP$%

ÂłBUNGS UND 4ESTBUCH !UDIO #$     

$IESE4ITELERHALTEN3IEIN)HRER " UCHHANDLUNGODERIM)NTERNETUNTER WWWKLETTDEDAF PRUEFUNGEN JĂśrg Walser Chefredakteur

:o&OTOSHUTTERSTOCK *( ERSH0 HOTO


04-05-Inhalt_1013 04.09.13 11:05 Seite 4

Die Themen des Monats Oktober 2013

6

Mein Deutschland-Bild

Julian Stratenschulte über eine schnelle alte Dame

LEICHT

8

14

Panorama

Schönes Heidelberg

Neues, Namen und Zahlen

LEICHT

22

Ja oder Nein?

Streit-Thema: Schulbesuche der Bundeswehr stoppen?

SCHWER

24

Nachrichten

Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

MITTEL SCHWER

27

Auf den zweiten Blick

Sprachspiele aus der Presse

MITTEL

31

Mein erster Monat

PLUS

Schon Goethe fand den Ort ideal – mit der Meinung ist der Dichter nicht allein. Bis heute sind nur wenige deutsche Städte so populär wie Heidelberg. Im barocken Zentrum machen Studenten die Nacht zum Tag. Das Schloss ist die berühmteste Ruine Deutschlands. Und trotzdem finden Besucher in Heidelberg ihre Ruhe.

Andrey Min in Münster

LEICHT

54

MITTEL

PLUS

Weltliteratur

Max Frisch und die menschliche Tragödie

MITTEL

56

Ein Bild und seine Geschichte

Vor 50 Jahren: gefangen in der Tiefe

MITTEL

58

Der Blick von außen

Jockel Weichert über deutsche Fußballfans in Österreich

SCHWER

62

28

Die Geldretter

SCHWER

Der 50-Euro-Schein lag im Wasser oder im Feuer? Spezialisten des Analysezentrums der Deutschen Bundesbank helfen – auch wenn sie dafür Puzzle spielen müssen. Denn Geld kann in überraschend schwierige Situationen kommen.

Embrace-Hotels

Arbeiten mit und ohne Handicap

MITTEL

65

32 Reisetipps

Wachau • Wartburg • Wallis

LEICHT

66

68

Kolumne

Alia Begisheva über das Wort „doch“

SCHWER

69

Menschen kritisieren

Kulturtipps

Lesung • Kino • Konzert • Ausstellung • Theater • Buch

MITTEL

MITTEL

Nächsten Monat

Deutsche sagen oft sehr direkt, was sie meinen. In anderen Kulturen ist das nicht so. Aber wie kritisiert man Menschen richtig auf Deutsch, wie sagt man höflich Nein? Finden Sie die richtigen Worte!

… in Deutsch perfekt

MITTEL

70

D-A-CH-Menschen

Einer von 98 Millionen: Was denkt Stephan Günther?

MITTEL

LEICHT

Die jungen Seiten von Deutsch perfekt

4

Großes Deutschland-Quiz: Sprachkurs gewinnen • Ein Auto wird zum Pool • Universität im Wohnzimmer • Nationalhymnen 10/13


04-05-Inhalt_1013 04.09.13 11:05 Seite 5

Texte auf Stufe A2 des GER

Texte auf Stufe B1 des GER

LEICHT

GER Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen

Texte auf den Stufen B2 bis C2 des GER

MITTEL

SCHWER

In diesem Heft: 15 Seiten Sprache & Service

35 LEICHT MITTEL

36 LEICHT MITTEL SCHWER

37 LEICHT MITTEL SCHWER

39 MITTEL

40 MITTEL SCHWER

42 MITTEL SCHWER

44

TITELFOTO: LOOK FOTO/H. & D. ZIELKE; FOTOS: MAURITIUS IMAGES/IB/SIEGFRIED KUTTIG; PICTURE ALLIANCE/DPA; ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK; CIRA MORO/PHOENIX

32 MITTEL

Menschen kritisieren

So sagen Sie auf Deutsch Ihre Meinung Wörter lernen

PLUS

In der Apotheke Übungen zu den Themen des Monats

Mehr Sicherheit mit Wörtern und Texten Schreiben • Sprechen • Verstehen

PLUS

Zusammen oder getrennt? • Beim Essen • Rund ums Fernsehen Sammelkarten Raten Sie mal! • Comic

Rätsel zu einem Thema des Monats • Haiopeis Grammatik

PLUS

Relativsätze Deutsch im Beruf

PLUS

Kollegen um Hilfe bitten Lösungen • Kundenservice • Impressum

Lösungen der Übungen • Wer macht was bei Deutsch perfekt?

45 LEICHT SCHWER

Starthilfe

Extra-Service Übersetzungen in Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Türkisch Mit einem Premium-Abo (siehe Seite 20) können Sie Texte mit diesem Symbol auf www.deutsch-perfekt.com hören. Diesmal:

50 MITTEL

24 SCHWER

Die Designer von morgen

Wie die Chinesen von den Deutschen lernen Nachrichten

Deutschland wächst

2 LEICHT

Neue Band

Das authentische Trio

Mehr als 800 Erklärungen von schwierigen Wörtern

lockere Umgangssprache negativ Vorsicht, vulgär! ungefähr, etwa

Lernen mit

48

Deutsches Design

Auf der ganzen Welt ist deutsches Industriedesign populär. Wie bekommen deutsche Designer wie Tom Schönherr Technik und Schönheit zusammen? Der Phoenix-Chef weiß: Weniger ist mehr. MITTEL

10/13

÷

Gegenteil von ... langer, betonter Vokal kurzer, betonter Vokal ¢ , ¿er Plural-Formen o

-Produkten

Deutsch perfekt Audio: der Trainer für Hörverstehen und Aussprache, auf CD oder als Download (siehe Seite 20).

Deutsch perfekt im Unterricht: kostenlos für alle Lehrer, die Deutsch perfekt abonniert haben (siehe Seite 47).

Achten Sie im Heft auf dieses Symbol! Zu diesen Artikeln können Sie Texte und Übungen auf Deutsch perfekt Audio hören.

www.deutsch-perfekt.com: noch mehr Informationen und Übungen.

Deutsch perfekt Plus: 24 Seiten Übungen und Tests zu Grammatik, Vokabeln und mehr (siehe Heftrückseite). PLUS Achten Sie im Heft auf dieses Symbol! Zu diesen Artikeln finden Sie Übungen in Deutsch perfekt Plus.

Kundenservice www.spotlight-verlag.de Tel. +49 (0) 89/8 56 81-16 abo@spotlight-verlag.de Fax +49 (0) 89/8 56 81-159

www.facebook.com/deutschperfekt

5


06-07-D-Bild_1013 03.09.13 14:04 Seite 6

Fotograf: Julian Stratenschulte

A

n diesem Tag hat es in Niedersachsen einen Blitzmarathon gegeben. Die Polizei hat also an verschiedenen Orten die Geschwindigkeit von Autos kontrolliert. Ich sollte für die Deutsche Presseagentur ein Foto davon machen. So etwas ist eigentlich kein besonders interessanter Termin. Ich bin also mit meinem Auto in den Süden von Hannover gefahren. Ungefähr 300 Meter vor der Geschwindigkeitskontrolle habe ich dann die alte Dame mit ihrem Rollator gesehen. Da war mir sofort klar: Genau das ist das Fotomotiv! Ich habe also geparkt und mich kurz bei den beiden Polizisten vorgestellt. Dann bin ich hinter die Dame gegangen und habe das Foto gemacht. Die Polizisten haben auch gerade die Geschwindigkeit eines Autos gemessen. Ich hatte großes Glück, alles war spontan. Zuerst war es für mich nur ein Foto von vielen. Aber dann habe ich plötzlich viele EMails mit sehr positiven Reaktionen von Kollegen bekommen. Das Bild war außerdem am nächsten Tag in sehr vielen Zeitungen – und Facebook-Nutzer haben es mehr als 10 000 Mal geteilt. Besonders komisch: Die Frau hat nicht gemerkt, dass ich sie fotografiert habe. Auch die Polizisten haben nicht sofort verstanden, warum ich die Frau fotografiert habe. Das war wirklich lustig!

der Bl“tzmarathon, -s

≈ lange und viele Kontrollen: Zu schnelle Autofahrer werden mit einem speziellen Gerät von der Polizei fotografiert. die Geschw“ndigwie viel km/h / schnell keit, -en jemand/etwas fährt Firma: Sie sammelt die Deutsche Pr¡sseagentur aktuelle Informationen und Bilder und verkauft sie an die Medien. ¢ngefähr mehr oder weniger genau; circa der Rollator, Rollatoren ≈ Gehhilfe mit Reifen gem¡ssen Part. II von: messen ≈ genau prüfen der N¢tzer, hier: Person: Sie benutzt das Internet. Part. II von: teilen = geteilt hier: auf ihrer Seite zeigen

6

10/13


06-07-D-Bild_1013 03.09.13 14:04 Seite 7

Mein Deutschland-Bild LEICHT

FOTOS: PICTURE ALLIANCE; PRIVAT

10/13

7


08-13-Panorama_1013.qxd 03.09.13 14:05 Seite 8

Blick auf ein gigantisches Panorama Das Rundbild Leipzig 1813 ist 32 Meter hoch

Leipziger Zeitmaschine LEIPZIGER ZEITMASCHINE kæmpfen gegen mit Waffen streiten gegen (die W„ffe, -n z. B. Pistole, Messer …) entscheiden hier: das Ende von … sein der Befreiungs- Streit gegen eine dominiekrieg, -e rende Nation: Man will frei werden. der Soldat, -en Person: Sie kämpft in Uniform für ein Land. die Vœlkerschweres Kämpfen der schlacht, -en Armeen verschiedener Nationen s“ch zur•ckziehen hier: an eine sichere Position zurückgehen die W“rren Pl. ≈ Chaos die Höhe, -n von: hoch fliehen schnell weglaufen br¡nnend so, dass es dort ein Feuer gibt sch„ffen hier: machen der K•nstler, Person: Sie macht ästhetische Dinge, z. B. Bilder oder Skulpturen. „ngeschaut Part. II von: sich anschauen = hier: besichtigen

ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46

8

Österreich, Preußen, Russland und Schweden kämpfen gegen Frankreich – und speziell gegen Napoleon. Nach vier Tagen ist dessen Dominanz in Europa am Ende. So entscheiden sie die Befreiungskriege. 600 000 Soldaten kämpfen vom 16. bis 19. Oktober 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig, so viele wie in keiner anderen Schlacht davor. Fast 100 000 sterben oder werden schwer verletzt. Die Franzosen müssen sich danach hinter den Rhein zurückziehen. Europa wird auf dem Wiener Kongress neu geordnet. 200 Jahre danach erinnert jetzt in Leipzig ein neues 360-Grad-Panorama an den Krieg: Leipzig 1813 – In den Wirren der Völkerschlacht heißt das 111 Meter breite Rundbild im Leipziger Panometer. Auf 32 Metern Höhe zeigt es die Stadt kurz nach dem Ende der Völkerschlacht. Chaos in den Straßen, die französischen Soldaten fliehen, am Horizont sind die brennenden Dörfer vor der Stadt zu sehen – für Besucher ist es eine Zeitreise geworden. „Auf keinen Fall wollte ich ein Schlachtenpanorama schaffen“, sagt der Künstler Yadegar Asisi, der das gigantische Bild gemalt hat. Der in Wien geborene Sohn persischer Migranten ist ein Spezialist für Panoramen: Ein Rundbild der antiken Stadt Pergamon auf der Berliner Museumsinsel haben sich mehr als eine Million Menschen angeschaut. 10/13


08-13-Panorama_1013.qxd 03.09.13 14:05 Seite 9

Panorama LEICHT

Berlin

!Hilfe für Mieter

Chance für historisches Flugzeug Vor drei Jahren hat es auf dem Berliner Flughafen Schönefeld fast eine Katastrophe gegeben: Ein historisches Flugzeug, eine DC-3, muss notlanden (siehe Deutsch perfekt 9/2010). Den Passagieren passiert zum Glück nicht viel. Aber das Flugzeug ist kaputt. Das war deshalb so tragisch, weil die DC-3 ein Original aus den Zeiten der Luftbrücke ist. Als Rosinenbomber war sie weltbekannt: Sie war eines der Flugzeuge, die die Stadt während der fast ein Jahr dauernden Blockade aus der Luft versorgten. Jetzt soll sie endlich repariert werden. Der Förderverein Rosinenbomber hat nämlich im englischen Coventry eine andere DC-3 gekauft. Sie ist jetzt in Berlin und soll als Ersatzteillager für den alten Rosinenbomber dienen. Vielleicht fliegt also bald wieder ein historisches Flugzeug über die Hauptstadt.

Tipp des Monats

Umziehen muss fast jeder einmal – und es ist immer wieder viel Arbeit. Man muss die Möbel in die neue Wohnung bringen, sich um Strom und Wasser kümmern. In der alten Wohnung gibt es auch viel zu tun: Der Vermieter will zum Beispiel, dass man die Wände streicht. Manchmal will er auch einen neuen Boden. Aber muss ein Mieter das wirklich alles tun? Oft stehen in Mietverträgen Dinge, die so nicht mehr richtig sind. Deshalb ist es gut, sich bei einem Mieterverein zu informieren. Seinen Mitgliedern hilft er bei allen Problemen, die sie mit einem Vermieter haben. Die Mitgliedschaft kostet eine Gebühr – sie spart aber oft viel Geld.

Neue Namen auf der Karte Walser Hammerspitze (links) und Oberstdorfer Hammerspitze (unten)

Allgäu

FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA; KARTE: DAV

Berge bekommen neue Namen Bei Oberstdorf an der deutsch-österreichischen Grenze stehen zwei Berge. Die Oberstdorfer auf der deutschen Seite nennen den einen Hammerspitze, den anderen Schüsser. Bei den Nachbarn war das aber nicht so: Im österreichischen Kleinwalsertal waren die Namen der Berge genau andersherum. Das finden viele lustig. Aber bei Rettungseinsätzen hat es deshalb immer wieder Probleme gegeben. Soll der Helikopter zum einen oder anderen Berg fliegen? Das ist jetzt vorbei. Der 2170 Meter hohe Berg am Kleinwalsertal heißt ab sofort Walser Hammerspitze. Der andere, 2260 Meter hohe Berg bei Oberstdorf Oberstdorfer Hammerspitze. Einen Berg mit dem Namen Schüsser gibt es nicht mehr. 10/13

CHANCE FÜR HISTORISCHES FLUGZEUG notlanden hier: ≈ mit einem Flugzeug in einer gefährlichen Situation unten ankommen die L¢ftbrücke, -n Transport von Lebensmitteln und Medikamenten in eine Region oder eine Stadt Flugzeug: Es hat Lebensmittel der Rosinenbomber, und Medikamente nach Berlin gebracht. getrocknete Weintraube) (die Rosine, -n (die Weintraube, grüne, rote oder blaue -n Frucht: Man isst sie als Obst oder macht aus ihr Wein.) während in der Zeit von vers¶rgten Prät. von: versorgen = hier: liefern; bringen der FœrderVerein: Er hilft einer spezielverein, -e len Sache. das Ers„tzteilhier: Flugzeug: Man kann lager, Teile herausnehmen und in das kaputte Flugzeug machen. hier: gut sein für; benutzt dienen „ls werden als HILFE FÜR MIETER die W„nd, ¿e hier: Grenze zwischen zwei Räumen streichen Farbe auf die Wand malen der Boden, ¿ hier: z. B. Teppich, Parkett ... das M“tglied, -er Person: Sie ist bei einer (organisierten) Gruppe. die M“tgliedschaft, hier: Status: Man ist Mitglied. -en BERGE BEKOMMEN NEUE NAMEN n¡nnen einen Namen geben der R¡ttungsein- ≈ Aktion: Man hilft verletzten satz, ¿e Menschen und bringt sie in ein Krankenhaus.

ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46

9


08-13-Panorama_1013.qxd 03.09.13 14:05 Seite 10

Eine Übung zu diesen Texten finden Sie auf Seite 36.

Welt der Bücher

Lesezeit Ab dem 9. Oktober werden Bücher wieder zum ganz großen Thema: Dann treffen sich Autoren, Verlage, Literaturagenten, Journalisten und Leser auf der Frankfurter Buchmesse. Mit mehr als 7300 Ausstellern aus rund 100 Ländern ist sie die größte Buch- und Medienmesse der Welt. Auch eine zweite wichtige Institution der Buchwelt ist in Frankfurt (außerdem in Leipzig): die Deutsche Nationalbibliothek. Seit genau 100 Jahren sammelt sie alles, was in Deutschland gedruckt und publiziert wird. Ende 2012 waren das rund 27,8 Millionen Exemplare.

LESEZEIT das Thema, Themen hier: zentrales Motto; ≈ wichtige Sache Firma: Sie stellt Zeitunder Verlag, -e gen, Zeitschriften oder Bücher her. der Literaturagent, -en Person: Sie kümmert sich um Autoren und macht für sie Verträge mit Verlagen. Ausstellung: Dort werdie Buchmesse, -n den neue Bücher (und andere Medien) vorgestellt. w¢rden … gedr¢ckt ≈ hat man … gedruckt ähnlich fast gleich ¢nter hier: mit der K¢ckuck, -e Vogel: Er ruft „kuckuck“. DAS GROSSE TRINKEN die S¶rte, -n ≈ Variante

ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46

10

65 Jahre vor dem Start der Frankfurter Büchersammlung haben Karl Marx und Friedrich Engels ein historisches Buch geschrieben: Rund 500 Millionen Exemplare, so viele wie von keinem anderen Buch deutscher Autoren, wurden vom Manifest der Kommunistischen Partei gedruckt. Ähnlich viele Bücher hat heute Joanne K. Rowling verkauft, die Harry-Potter-Autorin. Ihren ersten Krimi hat die Britin aber im April unter einem Pseudonym publiziert. Ein Test: Wird das Buch trotzdem gekauft? Auch der Berliner Blanvalet Verlag hat beim Ruf des Kuckucks an ein Debüt eines unbekannten Autors geglaubt, heißt es. Die Lizenz für die deutsche Version hat er deshalb für sehr wenig Geld bekommen. Jetzt hat das Buch plötzlich oberste Priorität. Welche Bücher kommen noch ins Regal? Jetzt gibt es wieder viele neue

Limonade

Das große Trinken Kaffee trinken die Deutschen am meisten. Aber auch ein anderes Getränk wird immer populärer: Limonade. Mehr als drei Milliarden Liter haben deutsche Firmen 2012 produziert, nicht nur die bekannte Zitronenlimonade. Es gibt auch viele exotische Sorten. Manche Firmen stellen auch

„Limonade ist wie ein Urlaub.“ traditionelle Sorten her, zum Beispiel mit Rhabarber. Warum aber trinken die Deutschen immer mehr Limonade? Manche sagen: „Limonade ist wie ein Urlaub.“ Auch im Herbst schmeckt das Getränk nach Sonne und Swimmingpool. Außerdem sind die meisten neuen Limonaden biologisch. Oft sind sie aus regionalen Produkten gemacht. Man kann sich also beim Trinken gut fühlen. Ein Tipp: Limonade immer kalt trinken. Ist sie zu warm, schmeckt man nur den Zucker und nicht die vielen Aromen.

10/13


08-13-Panorama_1013.qxd 06.09.13 11:54 Seite 11

Panorama LEICHT

3 Fragen

Die größte Kamera der Welt Der Fotograf und Dozent Jens Werlein aus Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) baut seine elfte Kamera aus Legosteinen – und damit die größte Kamera der Welt. Wie sind Sie denn auf diese Idee gekommen? Angefangen hat es damit, dass meine Kinder und ich die alten Legosteine auf dem Dachboden gefunden haben. Die haben wir nicht mehr gebraucht. Was tun damit? Günstig verkaufen im Internet? Nein, dafür waren sie uns zu wertvoll. Dann habe ich auch noch mit meinen Studenten über Recycling gesprochen. Und außerdem hatten meine Kinder in der Schule gerade das Thema Fotografie. So sind wir zusammen auf die Idee gekommen. Alle waren von Anfang an begeistert. Wie kann man sich eine Kamera aus Lego vorstellen? Die Kameras bestehen, außer dem Objektiv und der Filmkassette, nur aus Legosteinen. Bis jetzt habe ich zehn Lego-Kameras alleine gebaut. In einem einwöchigen Workshop mit meinen Studenten haben wir 20 davon gebaut. Je nach Größe dauert es unterschiedlich lang. Mit der kleinsten war ich an drei Abenden fertig, an der jetzigen Kamera baue ich wahrscheinlich noch das ganze Jahr. Es fehlen mir auch immer wieder Legosteine. Dann dauert alles länger. Aber es gibt fleißige Spender, von denen ich schon ganz viele Legosteine bekommen habe. Für die größte Kamera der Welt brauche ich 80 000 Legosteine. Was machen Sie mit den Kameras? Die Kameras aus den Workshops haben die Studenten behalten. Von denen, die ich gebaut habe, habe ich welche zu Hause. Manche liegen auch in Läden, zum Beispiel zwei in Berlin. Nächstes Jahr soll eine Kamera in Plech bei Nürnberg im Deutschen Kameramuseum ausgestellt werden.

FOTOS: ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK; JENS WERLEIN

DIE GRÖSSTE KAMERA DER WELT der Doz¡nt, -en Lehrer an einer Universität hier: ein Ding aus vielen bauen Teilen zusammenmachen kleines Ding aus Plastik: der Legostein, -e Kinder spielen damit (siehe Foto). auf die Idee k¶mmen ≈ die Idee bekommen der D„chboden, ¿ Raum direkt unter dem Dach ≈ teuer; hier auch: sehr wertvoll wichtig das Thema, Themen hier: Inhalt vom Unterricht begeistert sein hier: ≈ toll finden s“ch vorstellen hier: sich denken bestehen aus ≈ gemacht sein aus hier: ≈ so, dass es eine je nach Verbindung zwischen Größe und Dauer gibt der Sp¡nder, hier: Person: Sie schenkt Legosteine als Hilfe s¶ll ausgestellt werden man will ausstellen

was class g in it r ssay tive-w hort e as s a A crea e it wlea-s sw r as gocl ow e-writin asgs e ay ed lin eattiv llg w c o f aAskcr e h sesxy t esessa in or ingwt-rit tadinto wernit,arsh oyrt, elein-g ysahlt o onke e cas v i io tefoallowineg-inwel gine-n artng eligth se:ni w nctrai plrliz o wy.reiT e co Aent h m o o xsex ng t ,ltsse er ion, ya,id d erof yaolty stlig !’ e h y d t a k m re : y s G ts d nni a m anen ‘Moyn,prroize-w naidn:g“Th ”wing .-’ni aeite nztein t e a i i r n . n r ry y g g i a o p e ys l aid an esdcs m ts: r.e‘I’m pTrhe !’ said n: “‘eM . God God!’ s ’” e n y y e r u e q ad re emy t. es y thsa yst “‘M nant.’” nan dm m n. ‘I’ anee ad:preg preg e the qu r I’m ay ess ueen. ‘ q the

ENGLISCH LERNEN IST EIN WITZ? Ja, mit diesem Spiel, in dem die Spieler Witze, Reime, Zungenbrecher und lustige Zitate zum Besten geben. Und da Spielen ja eine ernste Angelegenheit ist, versuchen alle sich das Lachen zu verkneifen, denn das gibt Extrapunkte. Für 3 – 8 Spieler ab 12 Jahren. Mit 400 Witzen, Zungenbrechern und Reimen, 252 Kärtchen mit 504 Vokabeln und 1 Spielanleitung mit ausführlichem Vokabelteil. In Zusammenarbeit mit:

ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46

JETZT BESTELLEN! Kameras aus Lego Mit einer von ihnen ist auch das Foto des Interviewpartners oben gemacht

10/13

www.sprachenshop.de/spiele oder im Buch- und Spielwarenhandel 3 19,95 (UVP) Mehr Informationen auf www.grubbemedia.de


08-13-Panorama_1013.qxd 03.09.13 14:05 Seite 12

Wer hat es gesagt?

Johann Wolfgang von Goethe

Anne-Sophie Mutter

Jan Ullrich

„Ich bin schuldig.“ „ICH BIN SCHULDIG.“ sch¢ldig sein hier: ≈ das Motiv für eine (schlimme) Aktion (von anderen) sein das Leid, -en hier: körperliche und psychische Schmerzen beg„ngen Prät. von: begehen = machen die Stargeigerin, sehr bekannte Musikerin: Sie -nen spielt als Solistin Geige. (die Geige, -n Musikinstrument in der Form eines kleinen Cellos) einzige (-r/-s) hier: es gibt keinen anderen der Sieger, Gewinner zugeben hier: ≈ sagen, dass man etwas Falsches gemacht hat während in der Zeit von das R¡nnen, von: rennen = schnell laufen; hier: schnell fahren. Bei einem Rennen versucht jeder Fahrer, schneller zu fahren als die anderen. KARTOFFELN Person: Sie stellt Kartoffeln her. ≈ Früchte oder Gemüse sammeln “m D¢rchschnitt ≈ meistens: Das ist normal. die Fl¶cke, -n sehr kleines Teil die Stærke hier: sehr feine Substanz, fast gleich wie Mehl (das Mehl weiße Substanz aus Getreide) (das Getreide, Pflanzen: Aus ihren Früchten macht man z. B. Brot.) die [nbaufläche, -n hier: ≈ Areal: Dort gibt es viele Kartoffeln. der H¡ktar, Größe: 1 Hektar = 10 000 Quadratmeter die L„ndwirtschaft ≈ Agrarwirtschaft der Mais kleine, harte, gelbe Früchte: Daraus macht man z. B. Cornflakes oder Popcorn. während in der Zeit von kultivieren hier: in großer Menge in die Erde setzen braune oder schwarze (die Erde Substanz: Pflanzen brauchen sie zum Leben.) bestehen aus ≈ gemacht sein aus die Kart¶ffelsorte, -n Kartoffelvariante zulassen hier: erlauben, dass man sie verkauft der W“ckel, (nasses) warmes oder kaltes, großes Stück Stoff: Man legt es als Medizin auf eine Körperstelle. die Br¢st vorderer Teil des Oberkörpers der Kart¶ffelbauer, -n ¡rnten

ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46

12

a) Johann Wolfgang von Goethe. Immer wieder haben nämlich Leser seines populären Briefromans Die Leiden des jungen Werther wie die Romanfigur Suizid begangen.

b) Stargeigerin Anne-Sophie Mutter. Das Publikum hat nach einem Konzert in Peking über 30 Minuten applaudiert. Deshalb konnten danach viele Reisebusse nicht mehr pünktlich abfahren.

c) Der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich. Er hat jetzt zugegeben, dass er während des populären Rennens Blut-Doping gemacht hat. Lösung auf Seite 44

Kartoffeln Von keinem anderen Gemüse essen die Deutschen so viel

Zahlenspiel

Kartoffeln 37 700 Kartoffelbauern haben 2012 in Deutschland 10,6 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. 56 Prozent der Kartoffeln kommen aus Niedersachsen. Für ein Kilo musste ein Kunde letztes Jahr im Durchschnitt 64 Cent bezahlen. Aus den meisten Kartoffeln, rund 3,5 Millionen Tonnen, werden Chips, Pommes frites und Flocken gemacht. Drei Millionen Tonnen werden zu Stärke. Kartoffeln sind in Deutschland das populärste Gemüse: Rund 60 Kilogramm isst jeder Bürger im Durchschnitt pro Jahr. Trotzdem wird die Anbaufläche kleiner: Im Jahr 2000 waren es mehr als 300 000 Hektar, 2012 nur noch 238 100 Hektar. Denn die Landwirtschaft ist intensiver als früher. Außerdem bringen andere Produkte wie Mais oft mehr Geld. Die ersten Kartoffeln wurden in Deutschland während der Regierung von Ferdinand III. im Jahr 1647 in Pilgramsreuth (heute Bayern) kultiviert. Zu 77 Prozent besteht die Kartoffel aus Wasser. Dazu kommt Stärke. Aktuell sind in Deutschland 210 Kartoffelsorten zugelassen. Aber es gibt natürlich viel mehr: Im Internationalen Kartoffelinstitut in Lima, Peru, sind die Gene von fast 4000 Kartoffelsorten registriert. Kartoffeln können auch Menschen helfen, die Bronchitis haben. Ein Klassiker: der Kartoffelwickel. Man legt heiße Kartoffeln in ein Handtuch und dann auf die Brust. Schön warm! 10/13


08-13-Panorama_1013.qxd 03.09.13 14:05 Seite 13

Panorama LEICHT

Berti

Conni

Edi

Fritzchen

Seit 1963 kann man sie im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) sehen: die Trickfiguren Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen. Es sind die Mainzelmännchen, die fast jedes Kind kennt. Der Name kommt einerseits von der Stadt Mainz, in der das ZDF seine Zentrale hat. Und andererseits von den Heinzelmännchen, Wichteln einer Kölner Sage. Die Stadt Mainz liebt die sechs kleinen Trickfiguren. Deshalb hat sie sie jetzt zu Ehrenbürgern gemacht – pünktlich zum 50. Geburtstag des ZDF.

FOTOS: PICTURE ALLIANCE/DPA (2), WIKIMEDIA.ORG; ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK; ZDF/CORPORATE DESIGN (6)

Schweiz

Spezielles Gemüse Obst und Gemüse muss meistens perfekt aussehen. Es darf keine Fehler haben, sonst kauft es niemand. Aber in der Natur ist nicht immer alles perfekt. Viele Lebensmittel kommen deshalb nicht in die Läden, sondern in den Müll. Bei Coop in der Schweiz ist das anders: Jetzt konnte man dort zum ersten Mal durch Hagel beschädigte Aprikosen kaufen. Sie waren immer noch gut genug, um zum Beispiel Marmelade daraus zu machen. Auch krummes oder zu großes Gemüse haben Coop-Supermärkte im Angebot. Diese Naturprodukte sind billiger – und der Kunde kauft ein Unikat. 10/13

Die Stadt Mainz liebt die sechs kleinen Figuren.

ISBN 978-3-58

ISBN 978-3-589-0

8

Mainz

Sechs fürs Fernsehen

ISBN 978-3-589-01255-

Det

9-01082-0

1083-7

Anton

Deutsch lernen jetzt einfacher!

Für eitere drei w ngsAusga n e c a spr h ! lich lt ä h r e

Die neuen Sprachkurse Plus! Zum Lehrbuch (in Deutsch) gibt es jeweils ein Begleitbuch in Französisch, Russisch oder Türkisch mit o Handlungsanweisungen, Lösungen

SECHS FÜRS FERNSEHEN die Tr“ckfigur, -en Figur: Sie ist mit einem Stift gemacht wie in einem Comic. der W“chtel, Figur: Sie sieht aus wie ein sehr kleiner (alter) Mann. die Sage, -n ≈ alte Erzählung der Ehrenbürger, - ≈ Titel für eine Person: Sie hat Gutes für einen Ort oder eine Stadt getan. SPEZIELLES GEMÜSE ≈ sehr gut ≈ Regen aus harten, kleinen Eisbällen beschädigt kaputt kr¢mm ≈ nicht wie eine Linie das Unikat, -e Stück: Davon gibt es nur eines; Original perf¡kt der Hagel

ÜBERSETZUNGEN IN SIEBEN SPRACHEN AUF SEITE 45/46

zu den Aufgaben aus dem Lehrbuch o Erläuterungen zu Grammatik

und Aussprache o zweisprachigem Glossar

Lextra – so lernt man Sprachen heute. Mehr Infos unter www.lextra.de


14-18+21-Heidelberg V2 1013.qxd 04.09.13 11:58 Seite 14

14

10/13


14-18+21-Heidelberg V2 1013.qxd 04.09.13 11:58 Seite 15

Heidelberg MITTEL

PLUS

Heidelberg ist ein idealer Ort für Studenten. Aber nicht nur sie lieben die fröhliche, fast familiäre Atmosphäre dieser Stadt. Marcel Burkhardt hat den Ort besucht und dabei viele Heidelberger kennengelernt.

H

der Kl„ng, ¿e die Leichtigkeit wohl hergehören

(schöner) Laut von: leicht = hier: ohne Probleme; unkompliziert hier: wahrscheinlich ≈ ein Teil sein von; seinen Platz gefunden haben

Eine der schönsten Städte Deutschlands Das historische Stadtzentrum mit Schloss (hinten links), Alter Brücke und Heiliggeistkirche (rechts)

10/13

15

FOTO: LOOK FOTO/H.&D. ZIELKE

eidelberg, das ist ein Name wie ein großes Versprechen. Wer schon einmal in dieser Stadt am Neckar war, der bekommt beim Klang ihres Namens gleich ein Gefühl von Leichtigkeit und Lebensfreude. Und wer als junger Mensch in dieser Stadt studiert hat, der trägt wohl ein ganzes Leben lang ein Glücksgefühl in sich. Warum? Vielleicht, weil Heidelberg besonders den jungen Menschen das Gefühl gibt: Hier gehöre ich jetzt her! Von diesem Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Platz zu sein, sprechen an diesem sonnigen, warmen Tag auch die drei %


14-18+21-Heidelberg V2 1013.qxd 04.09.13 11:58 Seite 16

„Private Studentenpartys sind die besten Partys“ Mehr als 30 000 Studenten studieren in der 140 000-Einwohner-Stadt. So auch die drei, die im Interview über das Heidelberger Studentenleben sprechen. Heidelberg ist eine teure Stadt. Bei Studenten sind deshalb Zimmer in Wohngemeinschaften (WGs) sehr populär. Wie sucht ihr nach neuen Mitbewohnern, wenn ein WG-Zimmer frei wird? Philipp Neumayr: Wenn wir das Zimmer im Internet anbieten, gibt’s immer schnell viele Anfragen. Dann sortieren wir ein bisschen aus, und ein paar Leute laden wir zum Interview-Casting ein. Dann wird halt auf alles getestet. (lacht) Also: Hat der Kandidat schon mal in einer WG gewohnt? Putzt er? Passt er zu den anderen? Wer da überzeugt, der gewinnt. Wo feierst du am liebsten? Felix Koopmann: Die Untere Straße ist ja ganz bekannt, da kann man gut feiern. Wir haben jetzt aber auch ein paar neue Klubs in Heidelberg. Das Frauenbad ist da so ’ne Adresse. Das war ein Schwimmbad. Jetzt ist es eben ein Klub, ganz modern gemacht. Ein schöner Kontrast zu anderen, etablierten Läden. Da gehen wir öfter hin. Was aber natürlich auch immer geht, sind Studentenpartys in WGs. Ja, da gibt’s oft die besten Partys. Möchtest du auch nach dem Studium in Heidelberg leben? Sarah Riedel: Heidelberg ist eine super Studentenstadt. Ich finde es hier jetzt wunderschön. Aber ich glaube, ich werde anders auf die Stadt schauen, wenn ich erst mal im Berufsleben stehe. Gerade, weil Heidelberg so auf die Studenten und die Uni konzentriert ist. Meine nächsten Schritte werde ich deshalb woanders machen.

der Schw„rzwald Bergregion im Südwesten Deutschlands hier: positive öffentliche der Ruf Meinung gehören zu ≈ ein Teil sein von hier: ≈ die positiven Seiten s“ch verkaufen von sich selbst deutlich zeigen der Reiseführer, - hier: Buch mit Informationen über ein Land, eine Region oder eine Stadt und die Sehenswürdigkeiten dort Worte nennen, die eine zitieren andere Person gesagt oder geschrieben hat die [ltstadt, ¿e historisches Stadtzentrum

16

Als Studienort ist Heidelberg ihr Favorit Philipp Neumayr, Sarah Riedel und Felix Koopmann (von links)

die Wohngemein- Gruppe von Personen, die schaft, -en zusammenwohnt der M“tbewohner, - Person, die in der gleichen Wohnung lebt die [nfrage, -n hier: Bitte um Besichtigung hier: aus dem Wählprozess aussortieren herausnehmen h„lt hier: ≈ wirklich hier: erreichen, dass man überzeugen als Mitbewohner gewählt wird

Studenten Sarah Riedel, Philipp Neumayr und Felix Koopmann. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Regionen Deutschlands: Sarah aus einem Dorf im Schwarzwald, Die Universität Philipp aus der Nähe von MünHeidelberg gibt chen und Felix es seit 1386. aus Hamburg. Alle drei wollten besonders gern in Heidelberg studieren. „Die Stadt hat alles, was du brauchst – Kultur, gute Freizeitangebote, Natur“, sagt Philipp Neumayr. „Ja, Heidelberg hat die perfekte Größe, ist nicht anonym, du triffst immer nette Leute“, meint Sarah Riedel. Und Felix Koopmann sagt: „Außerdem hat die Uni Heidelberg einen sehr guten Ruf.“ Das sehen viele so wie er. In den letzten Jahren ist die Zahl der Studenten immer

’ne eben etabliert der Laden, ¿ w¢nderschön gerade der Schr“tt, -e

wo„nders

kurz für: eine hier: ≈ also hier: ≈ mit langer Tradition hier: Klub; Kneipe besonders schön hier: speziell, besonders Bewegen eines Fußes vor den anderen; hier: ≈ Aktion an einem anderen Ort

weiter gewachsen: Aktuell studieren mehr als 30 000 junge Frauen und Männer an Deutschlands ältester Universität, die es schon seit 1386 gibt. Die Studenten gehören seitdem zum Bild der Stadt, die sich nach außen gern als das „romantische Heidelberg“ verkauft. Kein Reiseführer, der nicht Goethe zitiert. Der Schriftsteller sah in Heidelberg „etwas Ideales“. Heute kommen pro Jahr mehr als drei Millionen Touristen aus der ganzen Welt, um sich ihr eigenes Bild vom vielleicht idealen Deutschland zu machen. Sie müssen nicht lange suchen, um zu sehen, dass Goethe recht hatte. Die beste Aussicht auf die Altstadt gibt es noch immer von der anderen Seite des Neckars, von einem Weg, der den schönen Namen Philosophenweg trägt. Der Blick geht hinüber zur berühmtesten Schlossruine Deutschlands, zum Wald 10/13


14-18+21-Heidelberg V2 1013.qxd 04.09.13 11:58 Seite 17

Heidelberg MITTEL

Freude haben an; hier: mit Freude trinken der B¡cher, hier: ≈ Tasse aus Plastik oder dickem Papier die M¡nsa, ≈ Restaurant an der Universität, in dem M¡nsen Studenten billig essen können auffallen hier: deutlich zu sehen sein der Biergarten, ¿ Gartenlokal dafür/dafür hier: ≈ im Kontrast dazu der S¡ktkorken, - kleiner, runder Gegenstand, mit dem Sektflaschen geschlossen werden (der S¡kt alkoholisches Getränk, ähnlich wie Champagner) kn„llen hier: eine Flasche öffnen, sodass der Korken mit einem lauten Geräusch aus der Flasche fliegt (das Geräusch, -e Laut) hætten tun kœnnenKonjunktiv II von: tun können das Ambi¡nte ital. Umgebung; Atmosphäre einfach hier: ≈ wirklich der Brautstrauß, mehrere Blumen, die die Braut ¿e zusammen in der Hand hält (die Braut, ¿e Frau kurz vor und am Tag ihrer Hochzeit) der L¢ftballon, -s ≈ Ball mit dünner Haut aus elastischem Material, der mit Luft gefüllt ist das B„nd, ¿er hier: dünnes, langes Stück h“nter s“ch hier: beim Fahren mit sich ziehen, herziehen weil es stabil ans Motorrad gemacht ist sch¡ppern einen Laut machen, wie wenn ein Metallgegenstand gegen einen anderen schlägt kl“ngen hier: zu hören sein kl„tschen eine Hand gegen die andere schlagen; applaudieren begeistert mit großer Freude w¢nderschön sehr schön genießen

10/13

FOTOS: M. BURKHARDT; MAURITIUS IMAGES/ERNST WRBA

und hinunter zur alten Brücke über den Fluss und den kleinen Straßen mit den schönen Bürgerhäusern, Lokalen und Cafés. In vielen der Traditionslokale genießen die Gäste der Stadt schon mittags Wein und Bier zum Essen. Sarah Riedel, Philipp Neumayr und Felix Koopmann trinken Kaffee in großen Bechern. Der soll sie wach halten. Sie lernen für ihre Prüfungen und machen gerade nur eine Pause im Garten der historischen Marstall-Mensa. Der Garten ist voll von Studenten, die unter alten Bäumen an einfachen Holztischen sitzen und zusammen essen. Was auffällt: Es wird viel gelacht. Es ist ein fröhliches Miteinander, fast wie in einem bayerischen Biergarten. Es gibt nur keinen Alkohol zum guten Essen. Dafür lässt ein junges Liebespaar nur ein paar Ecken weiter die Sektkorken knallen. Britta und Björn Tews haben gerade im alten Rathaus von Heidelberg geheiratet. Der Biochemiker und die Ärztin hätten das auch in ihrem Wohnort Ladenburg, rund zehn Kilometer weiter nördlich, tun können. „Aber hier ist das Ambiente einfach noch schöner, der Ort ist perfekt“, sagt Björn Tews (37) am Marktplatz, der voller Besucher ist. Tews trägt einen klassischen Anzug, seine Frau ein weißes, kurz geschnittenes Kleid. „Extra für die Fahrt mit der Vespa“, sagt der Ehemann lachend und startet den Motor seines Motorrads. In der linken Hand hält er den Brautstrauß, seine Frau hält einen roten Luftballon in der Hand. An einem Band ziehen sie leere Getränkedosen hinter sich her, die auf der Straße laut scheppern. So klingt das Glück. „Dafür liebe ich mein Heidelberg“, sagt Susanne Fiek zu der Szene. Sie klatscht begeistert in die Hände: „Was für eine wunderschöne Braut – so ein

nettes Paar.“ Susanne Fiek liebt das Spektakel in der Altstadt. Als Gästeführerin verdient sie ihr Geld damit, anderen das schöne alte Heidelberg zu zeigen. Zu ihren persönlichen Lieblingsplätzen kann sie ihre Gäste aber nur selten führen. Diese Orte liegen nämlich etwas entfernt von den Sehenswürdigkeiten, die jeder Heidelberg-Besucher gesehen haben will in den zwei Tagen, die er im Durchschnitt in der Stadt verbringt. Einer dieser Lieblingsorte ist der Heiligenberg. Wer sportlich ist, kann über den Philosophenweg in rund eineinhalb Stunden nach oben gehen. Mit dem Auto geht es bequemer. Obwohl: Der Weg hat viele Löcher. Susanne Fiek muss sich bei der Fahrt konzentrieren, trotz- %

Barockstadt Viele Häuser im historischen Stadtzentrum sind rund 300 Jahre alt

F+U Academy of Languages · Prüfungszentrum · Juniorenkurse · Abendkurse · Intensivkurse · Welthandelskorrespondent/in · Übersetzer/in · Europasekretär/in Heidelberg

t

Darmstad F+U Rhein-Main-Neckar gGmbH Jetzt auch in Academy of Languages und Berlin! Hauptstraße 1, 69117 Heidelberg, Tel. 06221 8994-2940, sprachen@fuu.de

www.fuu-heidelberg-languages.com 17


14-18+21-Heidelberg V2 1013.qxd 04.09.13 11:58 Seite 18

Der Weg durch einen der ältesten und schönsten Stadtteile wird nicht repariert – wollen die Einwohner vielleicht keine Autokarawane durch ihren Ort haben? Heidelberger Schloss Seit mehr als 300 Jahren ist das Schloss eine Ruine – trotzdem ist es heute sehr populär

18

für spirituelle Menschen eine Heimat. Die Wanderer müssen nicht lange suchen, um zwei Klosterruinen im Wald zu entdecken. Fiek geht durch die Klosterruine Sankt Michael, berührt hier und da einen der Steine. Alles wirkt friedlich. Es gibt keinen Straßenlärm. Nur der Wind weht durch die Bäume, Insekten summen, und irgendwann sagt die Stadtführerin: „Ist das nicht herrlich hier? Ich kann verstehen, weshalb sich die Mönche diesen Ort zum Leben ausgesucht haben.“ Bei schönem Wetter reicht der Blick vom Heiligenberg weit ins Land hinein. „Manchmal können wir hier bis nach Straßburg und zu den Vogesen im Elsass schauen“, sagt Fiek. Die französische Großstadt und die Berge liegen rund 150 Kilometer entfernt. Anders als Heidelberg gleich unten im Tal. Auf der Hauptstraße, der Haupteinkaufsstraße, gibt es das Kontrastprogramm zu den ruhigen Höhen. Touristen und Heidelberger schieben sich durch die Straße. Am Rand stehen Straßenmusiker und Eisverkäufer, herausgeputzt, ein bisschen zu stark geschminkt. Hier geht es nicht um romantisches Träumen. % FOTO: SSG, MIKE NIEDERAUER

hier: laut und unruhig hin- und herbewegen beim Fahren Person, die an einem Ort der Bewohner, wohnt w“rken hier: aussehen die F¡nsterbank, ¿e hier: Teil/Platz direkt unter dem Fenster im Zimmer, z. B. für Blumen ≈ alkoholischer Cocktail aus Aperol Spr“tz Italien stattd¡ssen hier: ≈ im Gegenteil dazu der Vortrag, ¿e Rede der G“pfel, höchste Stelle eines Berges heilig göttlich; von Gott die Klosterruine, -n Ruine einer Kirche mit Wohn- und Arbeitsgebäuden, in denen sehr religiöse Männer oder Frauen lebten und arbeiteten berühren hier: die Hand legen an wehen ≈ die Luft bewegen s¢mmen Laute machen wie ein Insekt beim Fliegen h¡rrlich wunderbar; sehr schön der Mœnch, -e Mann, der nur für seine Religion lebt, z. B. auch nicht heiratet s“ch aussuchen wählen und nehmen Der Bl“ck reicht weit hier: ≈ Man kann weit “ns L„nd hinein. sehen der R„nd, ¿er äußerer Teil sehr schön gemacht; sehr herausgeputzt schön gekleidet oder geschmückt schm“nken Farbe ins Gesicht malen; Make-up verwenden hier: Das Wichtigste ist … ]s geht ¢m … r¢mpeln

dem rumpelt es sehr stark. Fiek vermutet, dass der Weg nicht repariert wird, weil die Bewohner von Handschuhsheim, einem der ältesten und schönsten Stadtteile Heidelbergs, keine Autokarawane durch ihren Ort haben wollen. Eine Autokarawane ist den Handschuhsheimern auch wirklich nicht zu wünschen. Zu idyllisch wirkt der Ort. An den Wänden der Häuser wächst Wein, die Fensterbänke sind vollgestellt mit Blumen, in den Gärten tragen Obstbäume schwer an ihren Früchten. Der zentrale Platz um die fast 1300 Jahre alte Ruine der Tiefburg wirkt wie eine südliche Piazza. Nur genießt dort gerade kein Gast seinen Aperol Spritz. Stattdessen müssen sich die Mädchen und Jungen einer Schulklasse den langen, stolzen Vortrag ihrer Lehrerin über die Geschichte der Burg anhören. Aber die kleinen Heidelberger sind unruhig. Sie wollen nicht in der Sonne herumstehen. Sie wollen hinauf auf den Heiligenberg. Später werden sie dort frei und lachend im Wald herumspringen. Für die Kelten war der Berg mit seinen zwei Gipfeln vor rund 3000 Jahren schon ein heiliger Berg. Und auch später war er

10/13


Besser mit Sprachen! Jetzt Sprachmagazin wählen – und das Übungsheft gibt’s geschenkt dazu. Ein Jahr lang!

+

Ük A bu tinogns-:

Ü buh negfsth graati eft ss! *

Bestellen Sie jetzt! www.spotlight-verlag.de/plus-gratis +49 (0)89/8 56 81-16 * Angebot für Neu-Abonnenten: Jahresabo Print oder E-Paper mit kostenlosem Übungsheft für ein Jahr zum Preis von € 74,40 /SFR 111,60 (Business Spotlight € 69,00 / SFR 103,50). Das Aktionsangebot gilt bis zum 30.11.2013.

07-0054_Beihefter_Schulstart_DP.indd 1

22.08.13 16:23


Deutsch perfekt – Einfach Deutsch lernen Deutsch perfekt – das Magazin für Ihr Deutsch Verbessern Sie Ihre Sprachkenntnisse! Mit vielen Übungen und Artikeln zu aktuellen Themen aus Gesellschaft, Kultur und Reisen. Inklusive kostenlosem Premium-Bereich online.

Deutsch perfekt Plus – das Übungsheft Üben und trainieren Sie die deutsche Grammatik und Ihren Wortschatz mit dem speziellen Extra-Heft. Das 24-seitige Übungsheft ist ideal für alle, die ihr Deutsch systematisch verbessern wollen.

Deutsch perfekt Audio – Training, das ins Ohr geht Trainieren Sie Ihr Hörverständnis! Die CD bietet Ihnen rund eine Stunde Texte, Interviews und Sprachübungen. Im Begleitheft fi nden Sie Aufgaben und Texte zum Mitlesen.

Lehrerbeilage – Bestnoten für Ihren Unterricht Kostenlose Tipps und Ideen für Abonnenten in Lehrberufen! Das Lehrmaterial ist in drei verschiedenen Niveaustufen aufbereitet. Sie bekommen die Beilage bei Interesse zusammen mit Ihrem Magazin.

Premium-Abo – das Online-Extra Nutzen Sie unsere große Online-Plattform! Sie fi nden dort viele aktuelle Beiträge, Texte und interaktive Übungen. Entdecken Sie auch das Archiv mit einem großen Pool an weiteren Informationen. Das Premium-Abo ist bereits kostenlos im Magazin-Abo dabei.

Mehr Informationen finden Sie unter www.deutsch-perfekt.com/komplett Bei Fragen erreichen Sie uns unter E-Mail abo@spotlight-verlag.de oder Telefon +49 (0) 89 / 8 56 81-16

07-0054_Beihefter_Schulstart_DP.indd 2

22.08.13 16:23


14-18+21-Heidelberg V2 1013.qxd 04.09.13 11:59 Seite 21

Heidelberg MITTEL

2300 Wohnungen werden frei

10/13

Auf dem Platz hinter dem Lokal parken große Autos, wie in alten Hollywood-Filmen. „We love it“, wir lieben es, sagt ein junger Mann mit großen Tattoos an den Armen. Er meint damit nicht nur Mandy‘s Diner, sondern die ganze Stadt. „Auch wenn wir bald gehen müssen“, sagt er, bevor er losfährt, „bleiben wir doch irgendwie hier. Na ja, wir kommen auf jeden Fall wieder – wir gehören doch zu Eidelbörg.“ 2

das Reisemagazin, -e Zeitschrift zum Thema Reisen schm¢ckkastenhaft ≈ immer ordentlich und hübsch; gut gepflegt (Dieses Wort gibt es nicht.) g¶lden von: Gold d¢rchatmen intensiv Luft holen verschlafen hier: ≈ ruhig; langweilig die Soldatin, -nen Frau, die in Uniform für ein Land kämpft das Hauptquartier, -e ≈ Ort, an dem die Armee ihre Zentrale hat verlegen hier: etwas an einen anderen Ort bringen verl„ssen hier: weggehen und nicht mehr zurückkommen die Verænderung, -en ≈ Änderung der [bschiedsschmerz, psychischer Schmerz, weil man -en weggehen muss spüren hier: fühlen ¢mbauen anders bauen; ändern eintauchen “n hier: ein Teil werden von die Sch„llplattendickes Papier mit Bildern und hülle, -n Schrift, in dem eine Platte steckt (die Pl„tte, -n flaches, rundes, schwarzes Stück aus einer Plastikart (z. B. Vinyl) mit Musik) losfahren hier: wegfahren

FOTO: M. BURKHARDT

Hier geht es ums Verkaufen. Das ist das Heidelberg, an das der junge Schriftsteller Saša Staniši gedacht hat, als er im Reisemagazin Merian über das „schmuckkastenhafte Heidelberg“ schrieb. Er verglich die Stadt mit einer alten Dame, die sich jung gibt, sich mit den hohen Studentenzahlen schmückt, aber beim Lachen einen goldenen Zahn zeigt. Wer wieder richtig durchatmen will, schauen und genießen, der muss zum Glück nicht weit gehen. Richtung Fluss führt der Weg direkt auf die Untere Straße, die tagsüber ruhig und fast verschlafen wirkt, in deren Cafés, Bars und Kneipen Studenten aber fast jede Nacht zum Tag machen. Laut, dynamisch und fröhlich ist es hier dann. In den Lokalen sitzt ein internationales Publikum, das sich mit den jungen Heidelbergern trifft. Noch sind auch viele US-Amerikaner dabei, die in Heidelberg arbeiten. „Ich liebe Eidelbörg“, sagt eine junge Soldatin, die in der Destille ein Bier trinkt. „Die Stadt ist nicht groß, aber trotzdem kannst du Party machen, die Leute sind okay.“ Lange wird sie nicht mehr in Heidelberg sein. Die US-Armee verlegt ihr DeutschlandHauptquartier nach Wiesbaden. Im nächsten Jahr wird der letzte US-Soldat Heidelberg verlassen – nach mehr als 60 Jahren ist das eine große Veränderung (siehe Kasten rechts). In Mandy’s Diner ist aber noch kein Abschiedsschmerz zu spüren. Wer dieses Lokal besuchen will, der muss das historische Zentrum Heidelbergs verlassen, Richtung Hauptbahnhof. In einem alten, umgebauten Straßenbahnwaggon sitzen die Gäste auf dicken Ledersesseln und lassen sich Hamburger und Pommes frites schmecken. Wer sich dazusetzt, taucht schnell in eine andere Zeit in einem anderen Land ein. An den Wänden hängen alte Porträts von Bob Marley und Marilyn Monroe. Dazu Schallplattenhüllen von Elvis Presley, ein Filmplakat verspricht: „Superman returns!“ Im Waggon wird genauso viel Englisch wie Deutsch gesprochen.

Für die Heidelberger war es die große Nachricht des Sommers 2010: Die US-Armee zieht mit ihrem europäischen Hauptquartier weg aus Heidelberg! Mehr als 60 Jahre lebte die Stadt gut von und mit den Amerikanern. Deshalb war die Nachricht für viele Heidelberger keine gute. Inzwischen hat der Abzug der amerikanischen Streitkräfte begonnen. Bis Ende 2013 sollen alle 8000 Angehörigen der US-Armee und ihre Familien Heidelberg verlassen haben. Mehr als 200 Hektar Fläche mit Gebäuden der Armee und 2300 Wohnungen werden frei – also zwei Millionen Quadratmeter Neuland für die Heidelberger! Das ist eine Fläche circa doppelt so groß wie die der Heidelberger Altstadt. Die Stadt will dieses Land in Zukunft zivil nutzen. Was genau damit passieren soll, ist aber noch nicht entschieden. das Hauptquartier, -e ≈ Ort, an dem die Armee ihre Zentrale hat der [bzug hier: das Weggehen die Streitkräfte Pl. ≈ Armee verl„ssen weggehen und nicht mehr zurückkommen der H¡ktar, Größe: 1 Hektar = 10 000 Quadratmeter die Flæche, -n hier: Areal; Gebiet die [ltstadt, ¿e historisches Stadtzentrum zivil nicht für die Armee n¢tzen ≈ benutzen

Der Chef dieses Lokals liebt ironische Wortspiele Über dem Eingang der Sonderbar (eigentlich ein Synonym zu „komisch“) des studierten Juristen steht „betreutes trinken“ – ein Spiel mit „betreutes Wohnen“, einer Wohnform mit Hilfe für alte Menschen

21


22-23_Ja_Nein_1013 23.08.13 10:02 Seite 22

Ja oder Nein? SCHWER

Jugendoffiziere besuchen den Unterricht an Schulen, Ralf Willinger ist Kinderrechtsexperte des internationalen Kinderhilfswerks Terre des Hommes.

um über die Bundeswehr und politische Themen zu informieren. Kritiker sagen, dass sie Werbung für die Armee machen und den Schülern nur die positiven Aspekte zeigen. Wir fragten:

Ja Kinder klettern auf Panzern, Schulklassen dürfen bei Armeebesuchen in den Schießsimulator, der „tausendmal besser als jede Playstation“ sein soll. In Jugendzeitschriften wie Bravo lockte die Bundeswehr mit „Action in Adventure-Camps“. Sie braucht nach dem Ende der Wehrpflicht dringend neue Leute und wirbt daher systematisch um Kinder und Jugendliche – immer öfter auch in Schulen. Das internationale Kinderhilfswerk Terre des Hommes fordert, dass die Bundeswehr die Werbung unter Minderjährigen stoppt. Sie verstößt gegen die Prinzipien der UNKinderrechtskonvention, die von Deutschland und 192 weiteren Staaten ratifiziert wurde. Dort wird Kindern das

Schulbesuche der Bundeswehr stoppen?

„Es gibt kaum Informationen über Risiken und getötete, verletzte oder traumatisierte Soldaten.“

22

der Jugendoffizier, -e Person mit hoher Position bei der Armee, mit der Aufgabe, bei der Jugend für das Militär zu werben JA das K“nderhilfswerk, -e Organisation, die Kindern hilft der P„nzer, schweres militärisches Transportmittel für den Kampf l¶cken hier: jemandem Lust machen, an einem Camp teilzunehmen Pflicht zur militärischen die Wehrpflicht Ausbildung der/die M“nderjährige, Person unter 18 Jahren -n verstoßen gegen ≈ sich nicht orientieren an die }nversehrtheit von: unversehrt = unverletzt hier: nach der Idee; ≈ nach der “m Geiste Theorie die Verstændigung hier: friedliche Kommunikation subjektiv; so, dass man nur einseitig einen Aspekt sieht der Militärdienst, -e ≈ das Soldatsein der Auslandseinsatz, Handlung, bei der Militär im ¿e Ausland aktiv ist zivil nicht militärisch verh„rmlosen sagen, dass etwas weniger schlimm oder gefährlich ist, als es wirklich ist der Ausschuss, ¿e hier: Gruppe von Politikern im UN-Parlament, die sich um ein

verz“chten auf

der Hauptmann, ¿er die Verf„ssung, -en

die Verteidigungspolitik

der Geschæftsbereich, -e sowie basieren auf ... die W“llensbildung

spezielles Thema kümmert hier: nicht machen NEIN Person mit ziemlich hoher Position beim Militär schriftliche Form für die politischen und rechtlichen Grundregeln in einem Staat Politik, die sich mit Fragen beschäftigt, was das Militär zum Schutz der äußeren Sicherheit eines Staates leisten soll hier: ≈ Aufgabenbereich

und auf der Basis von ... sein ≈ Entwicklung und Formulierung, was eine Gemeinschaft will die Maßnahme, -n Handlung, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen das Verf„ssungs≈ Institution, deren Rechte organ, -e und Pflichten in der Verfassung stehen, z. B. die deutsche Bundesregierung s“ch sein Urteil b“lden ein Urteil/eine Meinung zum Ergebnis haben zur Verfügung stehen da sein

10/13

FOTOS: BUNDESWEHR, KAI MÖRK; TERRE DES HOMMES; ULLSTEIN BILD/RÖHRBEIN

Recht auf Leben und freie Entwicklung (Artikel 6), auf körperliche Unversehrtheit und Schutz vor Gewalt (Artikel 19) und auf eine Erziehung im Geiste von Frieden und Verständigung zwischen den Völkern (Artikel 29) garantiert. Das passt nicht mit der einseitigen Darstellung des Militärdienstes durch die Jugendoffiziere zusammen. Es gibt kaum Informationen über Risiken der Auslandseinsätze und getötete, verletzte oder traumatisierte Soldaten. Auch Themen wie Gewaltfreiheit und zivile Konfliktlösung werden nicht angesprochen. Es wird im Gegenteil auf die Notwendigkeit militärischer Interventionen besonders hingewiesen und ein heroisches, verharmlosendes Bild solcher Einsätze gezeichnet. Gemeinsam mit dem UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes fordern wir deshalb, dass Kinder und Jugendliche in der Schule gewaltfreie Wege der Konfliktlösung kennenlernen und Friedenserziehung eine wesentliche Komponente des Lehrplans und der Ausbildung von Lehrern wird. Kinder sind keine Soldaten! Die Bundeswehr muss auf Werbung an Schulen verzichten, Kooperationsvereinbarungen zu Besuchen ihrer Jugendoffiziere mit den Bundesländern kündigen und auf freiwillige Rekrutierung von Unter-18-Jährigen verzichten.


22-23_Ja_Nein_1013 23.08.13 10:02 Seite 23

Martin Scherer ist Hauptmann und Jugendoffizier bei der Bundeswehr.

Nein

Mehr Sprache können Sie . n e p p o h s o w d n nirge lich. Individuell.

n Kompetent. Persö

Die Bundesregierung hat laut Verfassung die Pflicht, die Bevölkerung über ihr politisches Handeln zu informieren – auch über die deutschen Positionen in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Im Geschäftsbereich des zuständigen Bundesministeriums der Verteidigung gibt es dafür ausgebildete Öffentlichkeitsarbeiter der Bundeswehr. Sie informieren die Bürgerinnen und Bürger des Landes über die vielen Aufgaben der Bundeswehr. Durch die Jugendoffiziere der Bundeswehr geschieht dies auf Einladung der Lehrer unter anderem auch an Schulen. Die Jugendoffiziere erklären dort den Auftrag und die Aufgaben der Bundeswehr, die Pflichten Deutschlands

„In Gesprächen diskutieren wir offen über alle Fragen und kritische Aussagen.“ in der NATO sowie die Entwicklung der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik Europas. Auslandseinsätze spielen eine wichtige Rolle – ich selbst habe natürlich auch Einsatzerfahrung. Mein Auftrag basiert auf dem sogenannten Transparenzgebot, einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom März 1977. Dort heißt es, dass der Bürger nur an der politischen Willensbildung des Volkes verantwortlich teilnehmen kann, wenn er genug über die zu entscheidenden Sachfragen weiß. Er muss über die Entscheidungen, Maßnahmen und Lösungsvorschläge der Verfassungsorgane informiert werden. So kann er sich dann sein Urteil bilden. Wir werden von den Schulen in den Unterricht eingeladen. Das ist aber unabhängig von der Verantwortung der Lehrer: In der politischen Bildung wird verlangt, dass der Unterricht methodisch-didaktisch kontrovers sein muss, damit die Schülerinnen und Schüler sich ihr eigenes Urteil bilden können. In Gesprächen diskutieren wir offen über alle Fragen und kritische Aussagen. Wir stehen auf Wunsch der Schulen auch immer für Diskussionen mit Vertretern anderer Organisationen, zum Beispiel von Friedensinitiativen, zur Verfügung! 10/13

Alles, was Sie wirklich brauchen, um eine Sprache zu lernen: Bücher und DVDs in Originalsprache, Lernsoftware und vieles mehr. Klicken und Produktvielfalt entdecken:

www.sprachenshop.de


24-27_Nachrichten_1013 05.09.13 14:44 Seite 24

DEUTSCHLAND WÄCHST die Zuwanderung ≈ Immigration deutlich hier: viel der St¡rbefall, ¿e Tod eines Menschen von: zuziehen = hier: neu der Zuzug, ¿e an einen Ort kommen, um dort zu leben nach wie vor immer noch; unverändert „bbauen hier: ändern der Zuwachs, ¿e ≈ Plus; Gewinn der [ndrang Menge an Personen, die an einen Ort kommt Berlin, Brandenburg, die neuen B¢ndesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und SachsenAnhalt los sein hier: passieren der/die Gleichge- Person mit gleicher sinnte, -n Meinung und gleichen Interessen wie man selbst sowie und

Deutschland wächst

STAATLICHE HILFE NACH HOCHWASSER-KATASTROPHE der Wiederaufbau von: wiederaufbauen = hier: zerstörte Gebäude sanieren oder neu bauen fließen hier: gegeben werden betr¶ffen so, dass man den Schaden hat auf diesem Niveau hier: mit Zahlungen in dieser Höhe der Min“sterpräsi- Regierungschef eines dent, -en deutschen Bundeslandes die CDU kurz für: Christlich Demokratische Union

Staatliche Hilfe nach HochwasserKatastrophe

Die Zahl der Einwohner Deutschlands ist im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Laut Statistischem Bundesamt wuchs die Bevölkerung 2012 um fast 196 000 Einwohner auf 80,5 Millionen Menschen. Das sei ein Plus von 0,2 Prozent. Der Hauptgrund ist die starke Zuwanderung vor allem aus Ländern wie Polen, Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Aber auch aus Spanien, Italien und Griechenland, die stark unter einer Wirtschaftskrise leiden, kamen Zehntausende Zuwanderer ins wirtschaftlich stabile Deutschland. Insgesamt zogen 2012 rund 370 000 Menschen mehr nach Deutschland, als ins Ausland fortzogen. Wie in den Vorjahren gab es aber deutlich weniger Geburten als Sterbefälle. Trotz des starken Zuzugs junger Menschen aus dem Ausland bestehe weiter der Trend hin zu einer älter werdenden Gesellschaft, sagte Bevölkerungsforscher Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung dem Nachrichten-

Diesen Text können Sie mit einem Premium-Abo (siehe Seite 20) hören: www.deutsch-perfekt.com/service

Fernsehsender n-tv. „Das Geburtendefizit ist nach wie vor groß und wird nicht abgebaut werden“, sagte Scholz. Die Bevölkerungszahlen entwickeln sich regional auch sehr unterschiedlich. In neun Bundesländern gab es 2012 einen Zuwachs. Das stärkste Plus hatten wirtschaftlich starke Regionen wie Bayern (plus 76 000) und Baden-Württemberg (plus 57 000), gefolgt von Berlin (plus 49 000) und Hessen (plus 22 000). „Berlin ist der eigentliche Gewinner“, sagt Wissenschaftler Scholz. Denn der Andrang in die Metropole sei besonders stark. „Junge Leute gehen nicht in die Gegenden, wo sie eigentlich gebraucht werden, also in die neuen Bundesländer, ins Ruhrgebiet und ins Saarland, sondern dorthin, wo es für sie interessant ist, wo etwas los ist und sie Gleichgesinnte finden“, so Scholz weiter. Der Blick in die Statistik zeigt: Vor allem in den östlichen Bundesländern sowie im Saarland sank die Einwohnerzahl. Besonders stark war das Minus in Sachsen-Anhalt (17 000) und Thüringen (11000).

Der deutsche Staat hilft den Opfern der Hochwasser-Katastrophe vom Juni mit insgesamt acht Milliarden Euro. Das Geld soll in den Wiederaufbau investiert werden. Rund 3,25 Milliarden Euro, also mehr als 40 Prozent der Gesamtsumme, fließen nach Sachsen-Anhalt, das am schwersten betroffene Bundesland. Sachsen bekommt rund 29 Prozent, Bayern 20 Prozent. Die restlichen zehn Prozent teilen sich andere betroffene Bundesländer. Gleichzeitig forderten Politiker die Bürger auf, sich in Zukunft besser zu versichern. „Der Staat kann nicht immer auf diesem Niveau helfen“, sagte der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff (CDU). 24

10/13


24-27_Nachrichten_1013 05.09.13 14:44 Seite 25

Nachrichten SCHWER

Deutsche wollen keine Nahrungsmittelspekulationen

Was heißt …?

Gleichstellung

Drei von vier Deutschen wollen, dass Banken ihre spekulativen Finanzgeschäfte mit Nahrungsmitteln beenden. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auf-

MITTEL

trag der Hilfsorganisation Oxfam. Demnach wünschen sich außerdem 65 Prozent der Befragten, dass die Bundesregierung in Zukunft solche Geschäfte regulieren soll. „Das ist ein deutliches Zeichen für die Banken“, sagte David Hachfeld, Wirtschaftsreferent bei Oxfam Deutschland auf einer Pressekonferenz. „Banken und Versicherer wie die Allianz und Deutsche Bank sollten dieses Votum ernst nehmen und diese Anlagen endlich stoppen.“ Kritiker warnen immer wieder davor, dass die Spekulationen die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben. Die Banken bestreiten das. Oxfams Recherchen zufolge sind die Allianz mit 6,7 und die Deutsche Bank mit 3,79 Milliarden Euro die größten deutschen Akteure bei der Spekulation mit Nahrungsmitteln.

Juristisch sind Männer und Frauen in Deutschland gleichberechtigt. Trotzdem haben viele Frauen immer noch Nachteile. Besonders bei Lohn, Karriere und Hausarbeit muss noch „einiges getan werden“, sagt jede zweite Frau in einer aktuellen Umfrage des Allensbach-Instituts. In der Praxis gibt es in vielen Bereichen nämlich noch keine Gleichbehandlung. Immer öfter versuchen Wirtschaft und Politik, das zu ändern. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat jetzt zum Beispiel die Frauenquote eingeführt. „Wir wollen bis Ende 2019 im mittleren Management 35 Prozent und im oberen Management 28 Prozent qualifizierte Frauen haben“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der Süddeutschen Zeitung. Im EZB-Rat, dem obersten Entscheidungsgremium der Bank, sitzen nämlich 23 Männer – und keine einzige Frau. Auch in der deutschen Wirtschaft ist es nicht viel besser: Von 189 DAX-Vorständen sind nur 14 Frauen.

das Fin„nzgeschäft, -e F¶rsa demnach der W“rtschaftsreferent, -en ¡rnst nehmen die [nlage, -n “n die Höhe treiben bestreiten {xfams Recherchen zuf¶lge … (die Recherche, -n franz. der Akteur, -e franz.

jede wirtschaftliche Aktivität mit Finanzen Institut, das untersucht, was die Menschen über verschiedene Dinge denken hier: laut dieser Umfrage Mann, der sich in einer Organisation um den Bereich Wirtschaft kümmert hier: ≈ verstehen; akzeptieren hier: Form der Kapitalinvestition verursachen, dass … höher wird sagen, dass etwas nicht wahr ist Wie Oxfams Recherchen zeigen … Suchen von genauen Informationen) hier: Bank oder Versicherung, die Finanzgeschäfte erledigt

Autofahren wird sicherer In Deutschland sind im vergangenen Jahr so wenig Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen wie seit 1950 nicht mehr. Die Zahl der Verkehrstoten sank auf 3600, sagte Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamts. Das seien 409 weniger als 2011. Zum Vergleich: Im schlimmsten Jahr der Unfallstatistik, 1970, starben 21332 Menschen auf deutschen Straßen. Insgesamt registrierte die Polizei 2012 rund 2,4 Millionen Verkehrsunfälle. Bei jedem achten gab es Verletzte oder auch Tote. Rund 60 Prozent der tödlichen Unfälle passierten auf Landstraßen, fast 30 Prozent in Städten und Dörfern und zehn Prozent auf Autobahnen. Anders als bei den Autofahrern ist die Zahl der getöteten Radfahrer auf 406 gestiegen; sieben mehr als 2011. Mehr als die Hälfte von ihnen waren 65 Jahre und älter. ¢ms Leben k¶mmen die L„ndstraße, -n

sterben Straße zwischen ländlichen Orten/Dörfern

FOTOS: ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK (2)

10/13

hier: mit gleichen Chancen, Möglichkeiten und Bedingungen einiges vieles das [llensbach-Institut Institut Allensbach, das untersucht, was die Leute über ein Problem denken die Gleichbehandlung von: gleich behandeln ≈ gleiche Chancen, Möglichkeiten und Bedingungen geben hier: entscheiden, dass einführen es etwas Neues gibt m“ttlere (-r/-s) hier: in einer Hierarchie zwischen oben und unten ≈ Kommission, in der das Entscheidungsgremium entschieden wird Mitglied der Gruppe, der DAX-Vorstand, ¿e die eine Firma leitet, die zum DAX gehört (der DAX kurz für: Deutscher Aktienindex = Durchschnitt des Marktpreises der 30 wichtigsten deutschen Aktien) (die [ktie, -n Dokument über den Besitz eines bestimmten Teils des Kapitals und des Gewinns einer Firma) gleichberechtigt

25


24-27_Nachrichten_1013 05.09.13 14:44 Seite 26

Christian Wulff Im November beginnt der Prozess gegen den Ex-Bundespräsidenten

PROZESS GEGEN EX-PRÄSIDENT WULFF s“ch vor Ger“cht in einem Gerichtsprozess ver„ntworten sein Verhalten und seine Gründe erklären müssen das L„ndgericht, -e in der Hierarchie der Gerichte mittleres Gericht die Vorteilsnahme, -n ≈ Akzeptieren eines Vorteils von einer Person, die in einer offiziellen Position arbeitet zulassen hier: erlauben, dass … stattfindet der Konz¡rn, -e Gruppe von Firmen mit gemeinsamer Leitung s“ch einsetzen für viel für eine Person oder Sache tun zur•cktreten hier: aufhören, in einer offiziellen Position zu arbeiten MANAGER-SUIZIDE IN DER SCHWEIZ s“ch das Leben Suizid machen nehmen s“ch häufen hier: immer mehr werden die Fokussierung von: fokussieren = zum zentralen Thema machen s“ch bem¡ssen hier: regeln/bestimmen, was gültig ist ver„nkert fest verbunden reißen kaputtgehen

26

Prozess gegen Ex-Präsident Wulff Mit Christian Wulff muss sich zum ersten Mal in Deutschland ein früherer Bundespräsident vor Gericht verantworten. Das Landgericht Hannover hat entschieden, einen Prozess wegen Vorteilsnahme gegen Wulff zuzulassen. Beginnen soll er am 1. November. Dabei geht es um eine Einladung des Filmmanagers David Groenewold aus dem Jahr 2008. Groenewold soll Familie Wulff einen Teil der Hotelkosten, einen Babysitter und die Kosten eines Besuchs des Münchener Oktoberfests in Höhe von insgesamt rund 800 Euro bezahlt haben. Wulff soll sich dafür kurze Zeit später als damaliger Regierungschef von Niedersachsen beim Siemens-Konzern für die finanzielle Unterstützung eines Filmprojekts von Groenewold eingesetzt haben. Wulff war als Bundespräsident am 17. Februar 2012 zurückgetreten, nachdem die Justiz eine Untersuchung wegen Korruptionsverdachts begonnen hatte (siehe Deutsch perfekt 2/2012).

Manager-Suizide in der Schweiz Die Suizide der Top-Manager Carsten Schloter und Pierre Wauthier schockieren die Schweiz. In dem Land, in dem es seit vielen Jahren immer weniger Suizide gibt, haben sich innerhalb nur weniger Wochen der Swisscom-Chef und der Finanzchef der Zurich-Versicherungsgruppe das Leben genommen. Nun häufen sich Nachrichten über Konflikte in der Welt der Wirtschaftschefs. Diskutiert wird über eine zu starke Fokussierung auf Arbeit und Erfolg im Beruf. Suizidforscher warnen Manager davor, ihr ganzes Leben auf die berufliche Leistung zu konzentrieren. Wenn sich der eigene Selbstwert nur nach Erfolg bemesse, könnten Misserfolge schnell zu einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit führen. Der Forscher Vladeta Ajdacic-Gross empfiehlt deshalb in der Schweizer Handelszeitung: „Auch Menschen, die sehr intensiv in ihrer Arbeit verankert sind, sollten das Leben an mehreren Fäden aufhängen. Damit der Lebenssinn woanders gefunden werden kann, wenn mal ein Faden reißt.“ 10/13


24-27_Nachrichten_1013 05.09.13 14:44 Seite 27

Nachrichten SCHWER

Arbeiten am Staat vorbei

Auf den zweiten Blick MITTEL

Der Tagesspiegel

Haltungsschäden

Das Phänomen Schwarzarbeit beschäftigt Staaten auf der ganzen Welt. Dabei geht es Arbeitgebern und Beschäftigten immer darum, keine Steuern oder Sozialabgaben bezahlen zu müssen. In Deutschland zum Beispiel wird nach Berechnungen des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung und der Universität Linz fast jeder siebte Euro „am Fiskus vorbeigeschleust“. Für 2013 rechnen die Forscher damit, dass sich die Umsätze der Schattenwirtschaft auf rund 340 Milliarden Euro summieren; das seien 13,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). In der Schweiz ist Schwarzarbeit nach Schätzungen des Wirtschaftsmagazins Bilanz fast 39 Milliarden Franken (rund 32 Milliarden Euro) wert; circa acht Prozent des BIP. Auch in Österreich macht Schwarzarbeit nach Informationen des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider einen Anteil von acht Prozent des BIP aus. Alleine an Sozialabgaben und Steuern entgingen dem Staat dadurch 2,5 Milliarden Euro. Am meisten werde noch immer am Bau schwarzgearbeitet, aber auch in Lokalen und Hotels. Ein Drittel der Schwarzarbeiter in Österreich gelte offiziell als arbeitslos. Zwei Drittel würden sich mit der Schwarzarbeit etwas dazuverdienen, aber in ihrem regulären Job Steuern und Abgaben zahlen, so Schneider. Er schätzt die Zahl der Schwarzarbeiter in Österreich auf 800 000 bis eine Million. Ändern wird sich an den Verhältnissen in naher Zukunft nicht viel, glaubt der Wissenschaftler. Den Politikern fehle es an Willen, gegen Schwarzarbeit zu agieren: „Denn für viele wäre der Traum vom Eigenheim nicht realisierbar, wenn es den Pfusch nicht gäbe. Das weiß die Politik“, sagte Schneider dem Ö1-Morgenmagazin. Darin sieht der Wissenschaftler den Grund dafür, dass die Politik wenig gegen das Problem tut, wie er meint.

Wer eine schlechte Körperhaltung hat und zum Beispiel den Rücken immer ein bisschen schief hält, bekommt mit der Zeit Haltungsschäden. Er kann den Rücken dann gar nicht mehr gerade halten. Sollten die Hühner auf dem Bild also zum Orthopäden geschickt werden? Thema dieses Zeitungstextes sind andere Schäden und eine andere Bedeutung des Wortes Haltung: nämlich die Art der Hühnerhaltung. Für Bio-Eier zahlen Kunden viel Geld. Dafür wollen sie Eier von Hühnern aus guter biologischer Haltung. Aber viele Betriebe, die Bio-Eier verkaufen, halten die Tiere trotzdem nicht gut. Dass viele Eier zu Unrecht als bio deklariert werden, schadet der ganzen Biobranche. Haltungsschäden gibt es also auch bei der Hühnerhaltung. Süddeutsche Zeitung

Neue Kohle Kohle ist ein weicher Stein, der als Heizmaterial und zur Energiegewinnung benutzt wird. Sie wird in Bergwerken aus der Erde geholt. Im Saarland haben früher sehr viele Menschen in Kohlenbergwerken ihr Geld verdient. Heute werden viele davon geschlossen, denn die Energiegewinnung durch Kohle verschmutzt die Umwelt stark. Was ist die „neue Kohle“, um die es im Zeitungsartikel geht? Kohle ist auch ein umgangssprachliches Wort für Geld. Das Saarland sucht also nach einem neuen Weg, Geld zu verdienen. Ein Versuch ist, die alten Bergwerke zu Touristenattraktionen zu ma-

HALTUNGSSCHÄDEN die Kœrperhaltung ≈ Kontrolle über den eigenen Körper; Art, wie man steht, geht oder sitzt schief hier: ≈ nicht vertikal m“t der Zeit hier: ≈ bald gerade hier: vertikal der Schaden, ¿ hier: Fehler; Defizit die Hühnerhaltung von: Hühner halten = Hühner besitzen, ihnen Essen und Trinken geben der Betrieb, -e Firma; Fabrik zu }nrecht ≈ mit falschem Motiv

chen: So bringen sie auch heute wieder Kohle. Centaur

Gut behütet Wenn ein Kind gut behütet ist, dann gibt es jemanden, der sehr gut auf dieses Kind aufpasst. Ein FOTOS: PICTURE ALLIANCE/DPA; ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK

10/13

ARBEITEN AM STAAT VORBEI die Schw„rzarbeit (illegale) Arbeit, ohne Steuern zu zahlen der Beschæftigte, -r Angestellter die Sozialabgaben Pl. Geld, das man als Arbeitnehmer dem Staat zahlen muss, damit man bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter finanziell gesichert ist die [ngewandte W“rt- ≈ Wirtschaftsforschung, schaftsforschung deren Ergebnisse für die Praxis nützlich sein sollen ohne eine korrekte „m F“skus vorbeischleusen Quittung bezahlen und so Steuern sparen (der F“skus ≈ Finanzamt) der }msatz, ¿e hier: Summe aller Zahlungen in einer bestimmten Zeit die Sch„ttenwirtschaft hier: Summe der Schwarzarbeit in einem Land das Brutto“nlands≈ Produktivität eines produkt, -e Landes die Schætzung, -en ≈ ungefähre Rechnung; Vermutung das W“rtschaftsZeitschrift mit Themen magazin, -e aus Wirtschaft und Politik ausmachen hier: betragen der [nteil, -e hier: Menge entgehen hier: nicht bekommen der Pf¢sch schlecht gemachte Arbeit; hier auch: Schwarzarbeit

Hut, den man auf dem Kopf trägt, behütet den Kopf vor Sonne, Regen oder Schnee. Mit den beiden Wörtern spielt die Überschrift. Thema des Textes ist nämlich ein Mützenmacher, der traditionelle Kopfbedeckungen herstellt. Mit der Arbeit in seiner traditionellen Werkstatt „behütet“ er auch ein bisschen die Vergangenheit, denn er näht noch mit der Hand. Die Köpfe der Kunden, die seine Mützen und Hüte tragen, sind sicher gut behütet.

NEUE KOHLE die Energiegewinvon: Energie gewinnen = nung Energie herstellen das B¡rgwerk, -e Gänge und technische Konstruktionen für den Bergbau unter der Erde (der B¡rgbau Suchen und Herausholen von Salz, Mineralien oder Metallen aus einem Berg) der Zeitungsartikel, - Zeitungstext ¡s geht ¢m das Thema / der Inhalt ist ¢mgangssprachlich in der gesprochenen Sprache die Tour“sten≈ Sehenswürdigkeit attraktion, -en GUT BEHÜTET der M•tzenmacher, - ≈ Person, die beruflich weiche Hüte herstellt die K¶pfbedeckung, z. B. Hut oder Mütze -en hier: aus Stoffteilen oder nähen anderem Material einen Hut machen

27


28-30-MF_Geld_1013.qxd 17.09.13 14:04 Seite 28

Die Geldretter

Wenn Geld zu lange im Wasser lag Ein Paket 50-EuroScheine im Analysezentrum

Noch immer liegen in vielen Depots auf der Welt 13 Milliarden D-Mark herum – und noch immer tauscht die Deutsche Bundesbank das alte deutsche Geld gratis in Euro um. Aktuell sind die Bankmitarbeiter aber vor allem mit kaputtem Geld beschäftigt. Was sie hier: etwas zurücknehmen und etwas anderes dafür geben ≈ dünner Mantel, den der K“ttel, man bei der Arbeit trägt großer Raum für Operader Operationssaal, -säle tionen Wasser, das hoch aus das Hochwasser, dem Meer oder einem Fluss über die Ufer steigt hier: so, dass etwas moderig extrem nass und schmutzig war die Flut, -en hier: Hochwasser der/die Geschädigte, hier: Person, die einen -n Schaden an Haus oder Wohnung durch das Hochwasser hat beschädigt mit einem Schaden Bank, bei der ein Kunde die Hausbank, -en ein Konto hat und regelmäßig wirtschaftliche Aktivitäten hat ) S. 46 ≈ zweites Geschäft einer die Filiale, -n Firma ) S. 46 der/die Betr¶ffene, -n Person, die einen Nachteil oder Schaden hat hier: ≈ zeigen, dass nachweisen etwas wahr ist ¢mtauschen

28

damit machen? Marcel Burkhardt hat die Geldretter in Mainz bei der Arbeit beobachtet.

ie Herren tragen Gummihandschuhe und lange Kittel. Sie sehen darin auf den ersten Blick aus wie ein Arzt und sein Assistent. In einem kleinen Raum sitzen sie im hellen Licht einer Neonlampe. Es ist kein Operationssaal, es ist ein einfacher kleiner Raum, in dem sich Damian Machura und Ulrich Paeth um ihre ganz speziellen „Patienten“ kümmern: große Mengen roter, blauer, rotbrauner und grüner Euroscheine. Das Geld lag Tage und Wochen im Hochwasser, es kommt immer noch feucht und schmutzig auf den Tisch von Machura und Paeth. Die beiden sind Mitarbeiter des Nationalen Analysezentrums der Deutschen Bundesbank in Mainz. Das Geld, das

D

sie in ihren Händen halten, riecht moderig. Typisches „Flutgeld“, wie die Bankmitarbeiter sagen. Für die Geschädigten des Hochwassers an der Donau, Saale, Elbe, Mulde und an vielen anderen Flüssen ist das eine gute Nachricht: Sie können ihre beschädigten Euroscheine gratis umtauschen lassen. In vielen Fällen nehmen die Hausbanken das Geld an und schicken es an die Bundesbank. Wenn dieser Service nicht angeboten wird, nimmt die Bundesbank das Geld in einer ihrer Filialen an. Die Betroffenen müssen dafür nachweisen können, dass ihnen das Geld wirklich gehört. In Mainz werden die Geldscheine dann auf ihre 10/13


28-30-MF_Geld_1013.qxd 17.09.13 14:04 Seite 29

Wenn Geld kaputt ist SCHWER

Echtheit überprüft. Außerdem muss noch mindestens die Hälfte der Banknote vorhanden sein. Stimmen diese Voraussetzungen, bekommen die Geschädigten des Hochwassers neues Geld. Etwas Geduld brauchen sie aber. Mindestens drei Wochen dauert es, bis das Geld auf dem Konto ist. In Plastiktüten kommt das Flutgeld bei Machura und Paeth an. Ganz vorsichtig behandeln sie das wegen der Nässe dünn gewordene Papiergeld, trennen Schein für Schein von den Bündeln und legen sie einzeln auf dickes Küchenpapier, das die Feuchtigkeit aufnimmt. Beim späteren Zählen kommen schnell Tausende von Euro zusammen.

Geld stinkt nicht, heißt es. Stimmt nicht. Über den Köpfen der Bundesbanker hört man eine Dunstabzugshaube, die den star-

Magdeburg, aus einer privaten Quelle.“ Als er den Warnhinweis der Kollegen sieht – „Gefahr der Kontaminierung durch Schadstoffe“ –, räuspert er sich leicht. Schadstoffe, was das in diesem Fall heißt? „Sind Sie sicher, dass Sie das wirklich wissen 10/13

FOTOS: PICTURE-ALLIANCE/DPA; M. BURKHARDT

ken Schlammgeruch verringert. Geld stinkt nicht, heißt es in einem deutschen Sprichwort. Dass das nicht stimmt, beweisen diese Scheine. Viele tragen eine dicke Schlammkruste. Sie kommen aus der Stadt Grimma in Sachsen. Genauer: Aus einem Bankautomaten, der nicht rechtzeitig ausgeräumt werden konnte. „Die Wassermassen kamen zu schnell – die Leute konnten dort nur noch zuschauen, wie ihre Bank vollläuft“, sagt Michael Erbert, Gruppenleiter der Abteilung für beschädigtes Bargeld. In einer der vielen verschlossenen, noch ungeprüften Plastiktüten ist auch schon das erste „Flutgeld“ aus Sachsen-Anhalt angekommen. Diese Region war vom Hochwasser der Elbe besonders schlimm getroffen worden. Erbert schaut auf das Begleitformular und sagt knapp: „Aus

wollen?“, fragt Erbert und lacht. „Na gut, es geht um Kolibakterien. Den Rest können Sie sich ja denken.“ Auch diesen Fund werden seine Kollegen aber professionell prüfen, keine Frage. „In den kommenden Wochen und Monaten erwarten wir noch größere Summen aus den Flutgebieten“, sagt Erbert. Weit mehr als 100 000 Euroscheine hat die Bundesbank schon registriert. Das Registrieren, Zählen und Umtauschen von „Flutgeld“ ist trotz der Masse an Scheinen aber eine eher leichtere Aufgabe für die insgesamt 13 Angestellten des Analysezentrums. Schließlich haben sie es hier oft mit schwierigsten Fällen zu tun. Mit Geldbündeln, darunter auch noch D-Mark, die oft über viele Jahre in der Erde versteckt lagen und völlig kaputt sind – von Insekten, Pilzen und Nässe zerstört. Im Schnitt tauscht die Bundesbank jeden Tag noch circa 500 000 Mark (255 645 Euro) um (siehe Interview auf Seite 30). Aber auch viele Euroscheine kommen in sehr schlechtem Zustand im Analysezentrum an. Kaum zu glauben, aber wahr, sagen die Geldexperten: Viele Deutsche vergraben ihre Euros in Krisenzeiten im Garten – vor allem aus Misstrauen gegenüber den Banken. Auch in der Eurokrise hätten viele zum Beispiel Angst, dass sie ähnliches erleben müssten wie viele Menschen in Zypern. Dort hatten in Not geratene Banken große Sparsummen ihrer Kunden behalten. Mehr noch: Der Staat und die Europäische Union beschlossen weitere Zwangsabgaben. Für die Sparer war das Geld auf ihren Konten von einem Tag auf den anderen verloren. In Mainz kommen aber auch Banknoten an, die durch Feuer in schwarze, dünne Ascheteile verwandelt wurden. Ein Bild, das die Bundesbanker auch jeden Tag sehen, sind Geldscheine, deren Sicherheitsstreifen verbrannt sind – wo aber der Rest des Geldscheines dabei noch erhalten ist. Vor allem aus der Gastronomie kommt die ganze Zeit solches „Mikrowellengeld“, sagen die Analysten – etwa von Kellnern, die ihr Trinkgeld in der Mikrowelle versteckt und vergessen haben. Wenn dann ein Kollege kommt und die Mikrowelle %

Gutes Auge nötig Uwe Holz beim Geldpuzzlespiel

idiomatischer Ausdruck: ≈ Wenn es um Geld geht, handeln viele Leute ohne Moral. überprüfen noch einmal genau prüfen vorh„nden sein existieren Ged¢ld brauchen warten müssen das B•ndel, Menge von Sachen, die aufeinander liegen die D¢nstabzugs- Gerät in der Küche über haube, -n dem Herd, das den Dunst vom Kochen nach oben zieht (der D¢nst, ¿e hier: heiße, feuchte, stark riechende Luft) der Schl„mmunangenehmer Geruch nach geruch, ¿e extrem nasser Erde (der Ger¢ch, ¿e von: riechen) verr“ngern reduzieren; weniger machen das Spr“chwort, ¿er ≈ bekannter Satz die Schl„mm≈ Masse aus hart kruste, -n gewordenem Schlamm r¡chtzeitig früh genug ausräumen hier: das ganze Geld aus dem Bankomat holen die W„ssermasse, -n große Mengen Wasser beschädigt kaputt; mit einem Schaden das BegleitforFormular, das mit einer mular, -e Sache geliefert wird die Qu¡lle, -n hier: Person, der das Geld gehört die Kontaminie- von: kontaminieren = hier: rung, -en verschmutzen s“ch räuspern ≈ kurz husten eher hier: ≈ mehr zu tun haben m“t hier: sich beschäftigen müssen mit vergraben unter die Erde bringen “n Not geraten in eine Notsituation kommen die Zw„ngsab≈ Geld, das man bezahlen gabe, -n muss ) S. 46 das [scheteil, -e grauer, sehr kleiner Rest, der übrig bleibt, nachdem etwas gebrannt hat verw„ndeln verändern der S“cherheitshier: langes, schmales Stück, streifen, das die Echtheit eines Geldscheins beweisen soll ) S.46 erh„lten hier: existieren die g„nze Zeit hier: häufig G¡ld st“nkt n“cht.

29


28-30-MF_Geld_1013.qxd 17.09.13 14:04 Seite 30

hier: gleicher Wert, der auf dem Schein steht ) S. 46 die VorstellungsTalent, sich etwas vorstelkraft len zu können das Gedæchtnis, -se ≈ Speicher im Kopf, mit dem man sich an Dinge erinnern kann der Haufen, ≈ kleiner Berg Riesen-... extrem große (-r/-s) … aus Versehen ohne Absicht der [ktenschredder, - Gerät, das Dokumente sehr klein zerteilen kann die Kl“nge, -n flaches, sehr scharfes Eisenteil zum Schneiden der Laie, -n ↔ Experte akribisch sehr genau ers¡tzen hier: neue Scheine für die alten kaputten geben versuchen, in einem s“ch versuchen „n Bereich etwas zu tun, in dem man keine Erfahrung hat

FOTO: M. BURKHARDT

der Gegenwert

„Auch im Ausland war die D-Mark sehr populär“ Michael Erbert spricht im Interview über die Arbeit des Nationalen Analysezentrums, die oft wie ein großes Puzzle ist. Elf Jahre nach dem Start des Euro als Bargeld tauscht die Deutsche Bundesbank noch immer alte D-Mark um. Warum? Es sind noch circa 13 Milliarden D-Mark im Umlauf. Die Bundesbank macht bei der Ersatzleistung keinen Unterschied zwischen D-Mark und Euro. Die D-Mark-Scheine liegen vergessen bei Banken in Schließfächern, in der Erde vergraben oder in anderen Verstecken. Auch im Ausland, zum Beispiel in Montenegro oder im Kosovo, war die D-Mark sehr populär. Dort dürften noch viele DMark-Noten und -Münzen liegen – wie auch in anderen Teilen der Welt. Es gibt da sehr viele Möglichkeiten. Aber irgendwann werden diese Schätze gefunden. Die Bundesbank tauscht noch immer jeden Tag rund 500 000 D-Mark in Euro um. Wie viel Geld muss ich mindestens tauschen? Und wie viel kann ich höchstens tauschen? Sie können mit einem Pfennig zu uns kommen. Da machen Sie sogar den größten Gewinn von 100 Prozent, weil dieser eine Pfennig in einen Euro-Cent umgetauscht wird. Einen kleineren Cent-Betrag gibt es ja nicht. Aber das macht trotz Traum-Rendite kaum jemand. Ein Künstler hat das ein paarmal gemacht. Aber ich glaube, er hat in der Aktion ein modernes

30

Wenn Geld gebrannt hat Mit dem Mikroskop kann Frank Herzog manchmal noch helfen

Kunstprojekt gesehen. Nach oben hin gibt es bei den Geldbeträgen keine Grenzen. Nur mehr als 13 Milliarden D-Mark sollten Sie nicht bringen. Da werden wir stutzig. (lacht) Die Arbeit des Nationalen Analysezentrums ist oft wie ein großes Puzzle. Was muss ein Kandidat mitbringen, wenn er bei Ihnen arbeiten möchte? Er muss sehen und fühlen können, ob das Geld echt ist. Er muss dazu wie ein Detektiv arbeiten und in komplexen Schritten denken können. Oft kommen Geldscheine derselben Stückelung in kleinsten Teilen zu uns. Jeder dieser Geldscheine ist bis auf seine Notennummer identisch. Um da zu einem Ergebnis zu kommen, braucht es viel Vorstellungskraft, Erfahrung und innere Ruhe.

hier: etwas zurücknehmen und etwas anderes dafür geben ) S. 46 von einer Person zur nächsten Person “m }mlauf sein weitergegeben werden die Ers„tzleistung, -en hier: Umtausch vergraben unter die Erde bringen die Note, -n hier: Geldschein ) S. 46 der Sch„tz, ¿e Menge von Gegenständen mit hohem Wert der Pf¡nnig, -e früher Geld in Deutschland: 10 Pfennig = 5 Cent ideale (-r/-s) …; bestmögliche (-r/-s) Traum-... … finanzieller Gewinn aus einer Kapitaldie Rendite, -n investition ) S. 46 st¢tzig misstrauisch die St•ckelung, -en hier: Aufteilung von Geld in Stücke von verschiedenem Wert die Vorstellungskraft Talent, sich etwas vorstellen zu können ¢mtauschen

benutzt, brennen die Sicherheitsstreifen aus Aluminium ganz schnell. Uwe Holz ist einer der Spezialisten im Team, die schauen, ob sich aus sehr stark beschädigtem Material noch ein Gegenwert zurückgewinnen lässt. Der 40-Jährige braucht dafür viel Vorstellungskraft, Gefühl, Konzentration und ein gutes Gedächtnis. Denn was da vor ihm auf einem Haufen in einer Holzkiste liegt, ist ein Riesen-Puzzle aus kleinsten Banknotenteilen – alles kaputte Zehneuroscheine. „Das Geld ging aus Versehen durch einen Aktenschredder“, sagt Holz. Gelingt es ihm, von jedem Schein mehr als die Hälfte zusammenzupuzzeln, erhält der Besitzer den vollen Gegenwert. Auch wenn das lange dauert, setzt der Bundesbanker die wenige Millimeter langen und breiten Teile wieder zu ganzen Geldscheinen zusammen – und der Besitzer hat in diesem Fall gute Chancen auf eine schöne Überweisung aus Mainz. Am anderen Ende des Tisches sitzt Holz’ Kollege Frank Herzog (46) und schaut konzentriert in ein Mikroskop. In beiden Händen hält er Messer mit feinen Klingen und bewegt damit kleinste Partikel, in denen der Laie nur noch verbrannte Papierstücke ohne Nutzen erkennt. Genau daraus puzzelt Herzog akribisch einen Fünfzigeuroschein. Wer sieht, wie viel Mühe sich die Bundesbanker mit ihrer Arbeit machen, der stellt fast automatisch die Frage: Warum das Ganze? Michael Erbert hat dafür eine einfache Antwort: „In Deutschland ist es Aufgabe der Bundesbank, jederzeit EuroBargeld in hoher Qualität bereitzustellen. Dazu gehört auch das Ersetzen beschädigter Banknoten.“ Es muss sich also niemand selbst an der Geldreparatur versuchen, moderig riechendes Flutgeld mit sich herumtragen oder schmutzige Scheine zu Hause waschen. 2 10/13


31-EM_1013 03.09.13 14:07 Seite 31

Mein erster Monat LEICHT

PLUS

Andrey Min

in Münster der Stipendiat, -en

HEIMAT:

Usbekistan

ALTER:

37 Jahre

BERUF:

Arzt

ERSTER MONAT: Mai 2013 HOBBYS:

FOTOS: PRIVAT; PRESSEAMT MÜNSTER/TILMANN ROSSMÖLLER

I

Fahrradausflüge, Reisen

ch war vor zwei Jahren schon einmal in Deutschland – drei Monate als Stipendiat in Osnabrück (Niedersachsen). Dort hat es mir so gut gefallen, dass ich in meiner Heimatstadt Taschkent unbedingt Deutsch lernen wollte. Die deutsche Sprache ist in Usbekistan sehr populär. Viele Landsleute von mir nehmen am GoetheInstitut Unterricht, so wie ich. Als ich dann im Mai nach Deutschland gezogen bin, habe ich mir gesagt: „Ich will ganz von Deutschem umgeben sein. 24 Stunden am Tag.“ Deshalb lebe ich bei einer deutschen Familie. Mit meiner Gastgeberin und ihrer Tochter spreche ich nur Deutsch. So lerne ich die Sprache nämlich am schnellsten. Beim Deutschlernen haben mir auch viele freundliche Kollegen geholfen, außerdem die Angebote meiner Sprachschule. Sie organisiert auch Ausflüge zu Zielen in ganz Deutschland. Mit ihr habe ich zum Beispiel schon Weimar (Thüringen) besucht, Wasserburg (Bayern) und Erfurt – und sie hat mir bei der Suche nach meiner Unterkunft geholfen. Trotzdem war ich am Anfang oft schüchtern. Ich hatte Angst vor Fehlern. Aber diese Sorge muss man vergessen. Manchmal benutze ich den falschen Artikel oder nehme den Dativ statt des Akkusativs. Das Wichtigste ist, dass ich überhaupt spreche. Deshalb bin ich auch nicht nach München gezogen. Das ist ja eine schöne Stadt. Aber dort lebt mein Bruder. Mit ihm würde ich bestimmt Usbekisch sprechen. 10/13

¢nbedingt/ unbed“ngt der L„ndsmann, -leute gezogen

Person: Sie bekommt z. B. für ein Jahr Geld von einer Universität oder einer Organisation. So kann sie ohne finanzielle Probleme studieren. absolut

Person: Sie kommt aus demselben Land. Part. II von: ziehen = hier: umziehen umgeben sein auf allen Seiten haben die G„stgeberin, hier: Frau: Bei ihr kann man für ein -nen paar Wochen oder Monate wohnen. hier: Ort, Stadt: Dort will man hindas Ziel, -e fahren. sch•chtern ≈ unsicher; voll Angst st„tt hier: ≈ im Gegenteil dazu überhaupt hier: ≈ wirklich best“mmt hier: sicher |ch habe m“ch n“cht ≈ Ich habe nicht nur Nein zu nur gegen M•nchen, München gesagt, sondern auch s¶ndern auch g„nz ganz bewusst Münster gewählt. bew¢sst für M•nster entschieden. (bew¢sst hier: so, dass man klare Motive hat, warum man etwas macht) recherchieren genaue Informationen suchen st„nden Prät. von: stehen ¢nheimlich hier: sehr die Promenade, -n schöner, breiter Weg der R“ng, -e hier: Form von einem Kreis

Ich habe mich nicht nur gegen München, sondern auch ganz bewusst für Münster entschieden: Ich habe vorher im Internet recherchiert. Was ich über die Stadt gelesen habe, hat mir gefallen. Sie ist nicht so groß, man kann dort viel unternehmen und fast überall mit dem Fahrrad hinfahren. Als ich am Bahnhof ankam, war ich trotzdem geschockt. Dort standen unheimlich viele Fahrräder. So viele habe ich noch nie an einem Ort gesehen. Kurze Zeit später habe ich mir dann selbst ein Fahrrad gekauft. Damit durch die Stadt zu fahren, ist so schnell und einfach. Besonders schön ist es, auf der Promenade zu fahren. Die Straße geht wie ein Ring um die Stadt – und dort dürfen nur Radfahrer fahren. 2 Interview und Text: Tanja Haas

Mein Tipp Mein Fahrrad habe ich für wenig Geld auf einem Flohmarkt gekauft. Auf Flohmärkten gibt es viele Dinge günstig und in guter Qualität. Außerdem verkaufen Fundbüros immer wieder billig Fahrräder und andere Fundsachen.

der Flohmarkt, ¿e

die F¢ndsache, -n

Münster Wo es liegt: in Nordrhein-Westfalen Wie viele dort wohnen: 293 393 Einwohner Was interessant ist: große und wichtige Universitätsstadt, mehr als 500 000 Fahrräder, Prinzipalmarkt mit 48 historischen Häusern (Foto)

Markt: Dort kann man antike und schon benutzte Sachen kaufen. Ding: Jemand hat es gefunden.

31


32-34-SF_1013 04.09.13 11:59 Seite 32

Sagen Sie, was Sie meinen! Menschen kritisieren – das ist nicht einfach. Kritik oder ein Nein, und das dann auch noch auf Deutsch: Wie finden Sie die richtigen Worte? Tipps von Katja Hanke.

D

eutsche sagen sehr direkt, was sie meinen. Das hat Adans Aldani da Silva gleich kurz nach seiner Ankunft in Deutschland erfahren. Der junge Brasilianer wird nie vergessen, wie er das erste Mal in einem Supermarkt seine Waren auf das Band an der Kasse legte, ohne sich besonders zu beeilen. Da rief die Kassiererin: „Schneller, bitte!“ Der 24-Jährige war schockiert: „So etwas würde man in Brasilien nie hören.“ Wie direkt Menschen miteinander reden, ist von Kultur zu Kultur verschieden. Die Deutschen kommunizieren meistens direkter als Menschen aus anderen Ländern. Auch Kritik äußern sie ziemlich offen und sprechen deutlich an, was ihnen nicht gefällt. Trotzdem reagieren auch sie empfindlich auf Kritik. So oder so gilt: Nur wenn über Probleme gesprochen wird, können sie auch gelöst werden. Das gilt beruflich und privat.

das B„nd, ¿er

32

einer mit dem anderen

FOTO: ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK

die Kassiererin, -nen m“teinander/ mitein„nder äußern ¶ffen „nsprechen empf“ndlich

hier: langes, breites Teil neben der Supermarktkasse, das sich automatisch bewegt Frau, bei der man bezahlt

sagen hier: ehrlich hier: (als Erster) sagen hier: so, dass man sich schnell in den Gefühlen verletzt fühlt

10/13


32-34-SF_1013 04.09.13 11:59 Seite 33

Die Kunst des Kritisierens MITTEL

Richtig formuliert kann Kritik Missverständnisse und schwierige Situationen schnell entschärfen. Vor allem im Beruf ist sie wichtig, um sich zu verbessern und gut zu arbeiten. Aber sogar Schweizer und Österreicher finden ihre Nachbarn dabei viel zu direkt. Sie widersprechen indirekter. Schweizer sagen nicht: „Nein, das mache ich nicht.“ Sie sagen eher: „Ja, dann schauen wir mal.“ „Neben der direkten Art kommt hinzu, dass die Kritik oft nicht sachlich und konstruktiv, sondern nur negativ geäußert wird“, sagt Carmen Spiegel, Professorin für deutsche Sprache und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Sätze wie „Du machst das falsch“ oder „So geht das gar nicht“ helfen aber nicht, meint Spiegel. Sie empfiehlt, niemals nur negativ zu sein. Besser sei es, auch Positives hervorzuheben und Alternativen anzubieten. Außerdem sollte man nicht „müssen“ oder „sollen“ verwenden, sondern lieber mit dem Konjunktiv Ich-Sätze formulieren: „Ich würde …“ statt „Du musst …“. Also könnte ein Programmierer, der an einer App arbeitet, auf diese Art vorsichtig kritisiert werden: „Die allgemeine Struktur ist gut, ich fände aber noch eine Bezahl-Funktion gut.“ Dazu könnte man auch noch auf die Vorteile der Alternative eingehen. „Wenn man auf diese Weise kritisiert, regt das zum Überlegen an“, sagt Spiegel. „Ein harsches ‚So geht das nicht!’ bringt nur Widerstand.“ Es ist immer schwierig, zu generalisieren. Natürlich kritisieren nicht alle Deutschen direkt. Das kann die Russin Olga Hax bestätigen. Die 53-Jährige wohnt seit 13 Jahren in Deutschland und arbeitet in einem Steuerbüro. Sie hat noch nie gemerkt, dass Deutsche besonders scharf kritisieren. „Vielleicht habe ich Glück“, sagt sie. „Meine Kollegen nehmen Rücksicht auf mich und sind sehr vorsichtig, wenn sie sagen, was ich falsch gemacht habe.“ Als Ausländerin, so Hax, reagiere sie viel empfindlicher auf Kritik. Sie selbst schweigt auch lieber, sagt sie. Manchmal tun ihre deutschen Kollegen Dinge, die auf sie kompliziert oder ineffizient wirken.

10/13

Sagen würde sie das nie. „Ich bin schließlich in einem fremden Land und denke mir, dass man die Dinge hier wohl so macht.“ Wer Kritik äußern möchte, sollte das nie spontan tun. Expertin Spiegel nennt drei Gründe: Zum einen sollte man sich gut überlegen, was man bei der anderen Person erreichen möchte. Außerdem sollten beide Perspektiven und die Gefühle der anderen Person berücksichtigt werden. Und ganz wichtig: Kritik darf nicht emotional sein. Meistens ist sie das aber – nämlich dann, wenn man sich gerade über jemanden geärgert hat. „Viele Deutsche äußern erst Kritik, wenn die Emotionen bereits hochgekocht sind“, sagt die Kommunikationscoachin Claudia Bauer. Und genau da liegt für sie das größte Problem. Bauer unterrichtet deutsche und ausländische Angestellte und Manager in Kommunikations- und Konfliktmanagement. „Wir Deutschen kritisieren zwar gern, haben aber nie gelernt, Kritik angemessen zu formulieren“, sagt sie. Genauso wenig, wie von Anfang an zu sagen, welche Regeln gelten. „Wir gehen davon aus, dass andere unsere Gedanken lesen können.“ %

das M“ssverständnis, -se entschærfen sogar widerspr¡chen

falsche Interpretation einer Aussage, Geste oder Aktion hier: ≈ unkompliziert machen ≈ auch eine andere Meinung haben und diese sagen eher hier: ≈ meistens ≈ Warten wir, was D„nn schauen wir mal. passieren wird. hier: (auch) noch ein Problem hinzukommen sein s„chlich ↔ emotional sei Konj. I von: sein hervorheben hier: deutlich sagen „llgemein hier: ≈ insgesamt fænde Konj. II von: finden eingehen auf hier: ≈ nennen die Weise, -n Art; Methode „nregen hier: machen, dass man anfängt h„rsch hier: unfreundlich der Widerstand, ¿e ≈ Protest sch„rf hier: intensiv; ≈ böse R•cksicht nehmen ≈ an andere denken reagiere Konj. I von: reagieren schweigen nichts sagen “neffizient so, dass es keinen Sinn macht und keine Hilfe ist schließlich hier: ≈ auch wohl hier: wahrscheinlich ber•cksichtigen hier: vor dem Sprechen denken an bereits schon so, dass negative Emotionen hochgekocht schon sehr intensiv sind „ngemessen passend; adäquat ≈ vermuten; glauben, dass … ausgehen v¶n

Das sollten Sie wissen

Die Deutschen kommunizieren sehr direkt. Auf eine klare Frage gibt es eine klare Antwort. Es gibt keinen doppelten Boden. Das gilt in deutschen Augen als ehrlich und im Beruf als professionell. Der Vorteil: Man weiß genau, was Sache ist, und muss nicht interpretieren. Menschen aus anderen Kulturen erscheint dieser Kommunikationsstil oft aber nicht nur unhöflich. Er bringt auch noch andere Probleme: Viele Deutsche nehmen nämlich nonverbale Signale, die Menschen aus anderen Kulturen oft verwenden, nicht wahr. Sie ignorieren die Situation, in der etwas gesagt wird. Daran sollten Sie immer denken: Nur das, was Sie sagen, ist verständlich! der d¶ppelte Boden “n deutschen Augen ..., w„s S„che “st erscheinen wahrnehmen verstændlich

gemeint ist hier: eine geheime Absicht, die nicht ehrlich gesagt wird hier: nach Meinung der Deutschen ..., was das Wichtigste ist; ..., was passiert hier: ≈ einen bestimmten Effekt haben bei hier: sehen; achten auf gut zu verstehen

33


32-34-SF_1013 04.09.13 11:59 Seite 34

„Man schaut sich das Problem zehn Mal an, bevor man etwas sagt, und explodiert dann.“ Claudia Bauer, Kommunikationscoachin, über die deutsche Art des Kritisierens

explodieren

≈ plötzlich mit Lärm und Feuer kaputtgehen; hier: plötzlich sehr ärgerlich und laut werden Verd„mmt n¶ch Es ärgert mich wirklich sehr, dass ich das mal! (so oft) sagen muss! s“ch entladen hier: Aggressionen zeigen h“nweisen auf hier: ≈ erklären; zeigen die Schærfe hier: ≈ Ärger gen¡rvt ärgerlich her„blassend so, dass man deutlich merken lässt, dass man sich intelligenter, reicher, besser oder schöner fühlt als jemand anderes s“ch vorstellen hier: sich denken die [nsage, -n hier: ≈ Informationen; auch: Kritik h„rt hier: direkt; unhöflich stændig immer; dauernd so tun „ls ¶b simulieren einfach hier: nur „m H¡rzen liegen wichtig sein für

Bauer illustriert das Problem an einer typischen Situation aus dem Büroalltag: die schmutzige Kaffeetasse in der Teeküche. Mit Sätzen wie „Verdammt noch mal, lernst du denn nie, deine benutzte Tasse in die Spülmaschine zu stellen?“ entlädt sich immer wieder der Ärger in deutschen Büros. Sehr deutsch findet Bauer das. „Man schaut sich das Problem zehn Mal an, bevor man etwas sagt, und explodiert dann.“ Eine Kommunikation, bei der beide Partner gleich wichtig sind, ist so unmöglich. „Viele meiner ausländischen Klienten finden das sehr unhöflich und auch unfair“, sagt sie. Schließlich wissen sie ja nicht, welche Regeln gelten. Bauer empfiehlt, die Regeln immer anfangs zu erklären – das gilt auch für private Situationen. So passieren erst gar keine Missverständnisse. „Darf ich dir kurz zeigen, wie wir das mit den Kaffeetassen machen?“ Oder: „Wäre es möglich, dass ich Ihnen kurz die Küche zeige, damit Sie wissen, wohin die Dinge kommen?“ Hat man das verpasst, kann man auch später noch höflich darauf hinweisen: „Kann ich dich bitten, dass du deine Tasse wie die anderen in die Spülmaschine stellst?“ Modalverben oder Konjunktivformen am Satzanfang nehmen hier die Schärfe aus dem Konflikt. Aber Achtung: Das Wichtigste ist die Art, wie jemand etwas

sagt. „Er darf nicht genervt oder herablassend sein“, sagt Bauer, „sondern neutral und gleichbleibend, mit ruhiger Stimme“. Nur so sind beide Gesprächspartner gleich wichtig. Allgemein gilt: Je besser man eine Person kennt, desto direkter darf die Kritik sein: Widerspricht man unter Freunden mit „Nein, das will ich nicht machen“, sollte man zu unbekannten Personen aber eher „Das überlege ich mir noch“ sagen. Dass er irgendwann mal diesen indirekten Satz benutzen wird, das kann sich Adans Aldani da Silva inzwischen vorstellen. „Aber direkt könnte ich nie widersprechen“, sagt er. Der Brasilianer ist seit einem Jahr in Deutschland. Inzwischen sieht er die klaren Ansagen der Deutschen auch positiv: „Zwar sind die Deutschen für mich immer noch etwas hart. Aber ich finde es auch gut, dass es keine Maske gibt“, sagt er. „Kein ständiges so tun als ob. Man sagt einfach: Das ist falsch. Das spart außerdem Zeit.“ In Brasilien dürfen das nur Chefs, erzählt er – und Lehrer. „Die sind dabei nicht gerade nett.“ Da haben ihn die Deutschen dann doch überrascht: Denn die Lehrer im Sprachkurs, den er seit Monaten besucht, sind freundlich. „Sie sagen uns natürlich, was wir falsch machen“, sagt er. „Aber sie tun es vorsichtig und nett. Man kann fühlen, dass wir ihnen am Herzen liegen.“ 2

Die acht wichtigsten Regeln • Formulieren Sie Ihre Meinung und Ihre Wünsche immer direkt mit Worten. Sonst werden viele Deutsche Sie nicht verstehen. • Sagen Sie klar „Nein“, wenn Sie etwas nicht wollen. Erklären Sie, warum Sie es nicht wollen. Das wirkt professionell. • Widerspruch ist nach Meinung der Deutschen eine Chance, ein Problem zu diskutieren. • Benutzen Sie keine Ausreden, das wirkt unprofessionell.

34

• Wenn Deutsche Sie sachlich kritisieren und mit Ihnen über Probleme sprechen, dann ist das auch ein Zeichen von Respekt. • Wenn Sie etwas sprachlich nicht verstanden haben, fragen Sie nach. Das macht die direkte deutsche Art ohne Probleme möglich. • Reden Sie früh genug über ein Problem. Sonst ist der Konflikt, der dann kommt, sehr groß und die Situation noch unangenehmer. • Bei unsachlicher Kritik ist es am Besten, nicht dagegen zu argumentieren.

Sagen Sie nur „Ja“ oder: „Vielen Dank, ich denke mal darüber nach.“

der Widerspruch die Ausrede, -n s„chlich das Zeichen, der Resp¡kt

nachfragen

hier: ≈ Protest ≈ Entschuldigung ↔ emotional Signal ≈ das Akzeptieren der Meinung und der Art einer anderen Person hier: noch einmal und in Details fragen

10/13


35-Wortschatz_1013.1.qxd 04.09.13 11:59 Seite 35

Wörter lernen

LEICHT

Lösungen auf Seite 44

PLUS

In der Apotheke der K“ttel, -

die Apothekerin, -nen

der (Pl„stik-)B¡cher, -

der W„sserspender, -

der Apothekerschrank, ¿e

das Schaufenster, -

die (Pl„stik-)Tüte, -n

die Waage, -n

die Schublade, -n

die S„lbe, -n das K„ssenrezept, -e das Privatrezept, -e das Fieberthermometer, -

die Zeitschrift, -en

die T„schentücher Pl.

das Medikam¡nt, -e

1

In der Apotheke Herr Koser ist krank. Er geht in die Apotheke, um sich Medikamente zu holen. Setzen Sie die passenden Wörter ein! LEICHT

Kassenrezept 2 Apothekerin 2 Plastiktüte 2

der [bholschein, -e

2

Medikamente Was passt? Kreuzen Sie die richtige Lösung an! MITTEL

1. Für dieses Medikament brauchen Sie ein Rezept. Es

ist (a)

verschreibungspflichtig. (b)

ungesund.

Privatrezept 2 Taschentücher 2 Abholschein 2 Becher 2 Wasserspender 2 Medikamente

1. Er zeigt der ___________________ seine Rezepte. 2. Er braucht drei ___________________. 3. Für die Produkte auf dem ___________________ muss er

nur jeweils fünf Euro Gebühr bezahlen. 4. Die Tabletten auf dem ___________________ muss er

komplett selbst bezahlen. 5. Ein Medikament ist im Moment nicht da. Es wird bestellt,

und zum Abholen bekommt er einen ___________________.

___________________ , und als Geschenk bekommt er noch eine Packung ___________________. 7. Bevor er geht, trinkt er noch einen ___________________

(b)

wegtun.

einnehmen.

3. Denn diese Tabletten muss man auf (a)

Magen nehmen. (b)

vollen

nüchternen Magen nehmen,

das heißt, bevor man etwas gegessen hat. 4. Mit dieser (a)

Salbe (b)

Methode cremen Sie

sich immer abends ein. 5. Sie ist pflanzlich und hat keine (a) (b)

Wirkstoffe.

Nebenwirkungen.

ILLUSTRATION: BERNHARD FÖRTH

6. Die Apothekerin gibt ihm eine kleine

2. Sie sollten es vor dem Frühstück (a)

6. Für dieses Medikament brauchen Sie auch kein

Rezept. Es ist (a)

gratis. (b)

rezeptfrei.

Wasser aus dem ___________________. 10/13

35


36-Uebungen_1013 03.09.13 14:07 Seite 36

Lösungen auf Seite 44

Übungen zu den Themen des Monats

1

Seite 8 - 13 Panorama

%P$

Haben Sie alles verstanden? In der Prüfung Start Deutsch 2, Leseverstehen Teil 1, sollen Sie Informationen zuordnen. Üben Sie hier! Welcher Ort aus dem Panorama passt? Setzen Sie ein!

2

Seite 56 - 57 Rettende Bombe

Eben!

LEICHT

Udo Lindenberg singt in seinem Lied „Sonderzug nach Pankow“: „Ich muss mal eben da hin.“ Eben bedeutet hier „schnell“. Eben ist ein Adverb und

Schweiz 2 Mainz 2 Österreich 2 Deutschland 2 Berlin

hat verschiedene Bedeutungen: 1. Sie möchten die Zentrale des Zweiten Deutschen Fernsehens

MITTEL

(ZDF) besuchen. In welcher Stadt finden Sie diese? _______________________________________________ 2. Sie möchten in den Stadtteil Schönefeld. In welche Stadt fahren Sie?

_______________________________________________ 3. In welchem Land liegt Oberstdorf?

_______________________________________________

a) b) c) d)

4. Sie möchten Urlaub im Kleinwalsertal machen. In welches Land

reisen Sie? _______________________________________________

in diesem Augenblick gerade vorhin schnell Mit eben sagt man, dass man dieselbe Meinung hat wie derjenige, der gerade etwas gesagt hat.

Lesen Sie die Sätze, und versuchen Sie, die Bedeutung von eben aus dem Kontext zu verstehen: a, b, c oder d?

5. In welchem Land können Sie krummes oder zu großes Gemüse

kaufen?

1. Er kommt eben ins Zimmer. ______________

_______________________________________________

2. Hast du mal eben Zeit? ______________ 3. Was hast du eben gesagt? ______________ 4. Eben. Das finde ich auch. ______________ 5. Kommst du eben mal mit? ______________ 6. Robert war doch eben noch hier. ______________

3

Seite 58 - 59 Blick von außen

Österreichisch Jockel Weichert meint, „eh“ sei das wichtigste österreichische Wort. Wie gut ist Ihr Österreichisch? Was bedeuten die Wörter? Verbinden Sie!

1. Mit der Bim fahren viele Menschen zur

a) die Kneipe

Arbeit. 2. Paradeiser schmecken gut im Salat. 3. Auf der Stiege kann man im Haus nach

oben gehen. 4. Im Beisl kann man ein Bier trinken –

oder auch zwei.

c) die Straßenbahn d) die Kartoffeln e) die Treppe

FOTO: ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK

5. Erdäpfel schmecken gut zum Braten. SCHWER

b) der Hausmeister

6. Der Hausbesorger kümmert sich darum,

dass im Haus alles in Ordnung ist.

f) die Tomaten

36 Mehr Übungen finden Sie im aktuellen Übungsheft Deutsch perfekt Plus (siehe Seite 20) und auf www.deutsch-perfekt.com/deutsch-lernen.

10/13


Trennbare Verben

Verbindungen mit „sein“

Trennbare Verben sind Verben, die mit Präpositionen, Adjektiven, verblassten Nomen oder Adverbien in einem Wort kombiniert stehen: aufhören, zuhören, teilnehmen, herkommen … 2 Im Infinitiv, den beiden Partizipien und bei der Endstellung im Nebensatz werden sie zusammengeschrieben: Ich muss anfangen, zu lernen. Ich habe schon angefangen. Du musst mir glauben, dass ich morgen anfange. 2 Sonst trennt man sie: So, ich fange jetzt an.

2 Verbindungen mit dem Verb „sein“ werden immer getrennt geschrieben:

schön sein, dabei sein, aus sein … 2 Aber: Werden diese Verbindungen als Nomen verwendet, schreibt man sie zusammen und groß: (Das) Dabeisein ist alles!

Keine eindeutige Wortart

Was sagen Sie in Deutschland, wenn Sie mit Freunden oder Bekannten essen? Wie benimmt man sich in Deutschland zu Tisch? Hier finden Sie eine kleine Hilfe für Essenseinladungen.

Vor dem Essen

Um etwas bitten

Normalerweise wartet man in Deutschland mit dem Essen, bis alle am Tisch sitzen und alle etwas auf dem Teller haben. Der Gastgeber – also die Person, die eingeladen hat – gibt das Signal, anzufangen: % Guten Appetit! & Danke, gleichfalls.

Sitzt man mit Freunden oder der Familie am Tisch, benutzt man für Bitten oft den Imperativ + doch (+ bitte) + mal: Gib mir doch (bitte) mal die Butter! Oder man verwendet können (+ bitte) + mal: Kannst du mir (bitte) mal die Butter geben?

Rund ums Fernsehen

PLUS

Ungefähr 95 Prozent der deutschen Haushalte haben mindestens einen Fernseher. Die Hauptsendezeit liegt zwischen 20 Uhr und 22.30 Uhr. In dieser Zeit sehen die meisten Menschen fern. Manchmal unterhält man sich mit Freunden oder Kollegen darüber, was man gesehen hat. In solchen Gesprächen verwendet man meistens die Alltagssprache. Lernen Sie hier Synonyme für Wörter rund ums Fernsehen verstehen!

Der Fernseher

Ein bisschen fernsehen

Für den Fernseher gibt es viele umgangssprachliche Ausdrücke. Sehr oft sagen die Deutschen die Glotze. Heute Abend bleibe ich zu Hause. Ich setze mich einfach vor die Glotze und gehe dann früh ins Bett. Man sagt in Deutschland auch die Röhre, die Mattscheibe, die Flimmerkiste / der Flimmerkasten, das Heimkino oder einfach nur die Kiste zum Fernseher. Jetzt mach endlich die Kiste aus. Willst du Der Fernseher wird in der Alltagssprache auch nicht lieber mal ein manchmal das Buch lesen? Fernsehen genannt:

Auch für das trennbare Verb fernsehen gibt es viele Synonyme im Alltagsdeutsch. Fernseh gucken, glotzen, vor dem Fernseher sitzen, in die Röhre gucken/glotzen sind einige davon. Ich war letzte Woche krank und habe die ganze Zeit Fernseh geguckt. Man wird ja richtig blöd, wenn man den ganzen Tag glotzt!

Hast du schon das Fernsehen angemacht? Jetzt kommt gleich unser Lieblingsprogramm.

In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz sagt man fernschauen für fernsehen. Im Alltag sagt man dort auch Fernseh(en) schauen. Ich habe gestern zwei Stunden ferngeschaut, aber es kam einfach nichts Gutes.

10/13

% Bedien dich! / Bedient euch! (= Nehmt euch etwas!) & Danke!

Sitzt man mit Bekannten oder Menschen am Tisch, die man nicht sehr gut kennt, benutzt man für Bitten den Konjunktiv II von würden/können + bitte (+ mal). Meistens benutzt man auch das Verb reichen statt „geben“: Würden/Könnten Sie mir bitte (mal) die Butter reichen?

Sammelkarte VERSTEHEN

% Bitte, greifen Sie zu! (= Bitte nehmen Sie sich etwas!) & Vielen Dank!

SCHWER

% Lass es dir schmecken! / Lasst es euch schmecken! / Lassen Sie es sich schmecken! & Danke, ebenfalls.

LEICHT

Beim Essen

Sammelkarte SPRECHEN

Teil des Wortes nicht mehr genau einer Wortart zugeordnet werden kann: heimkommen (= nach Hause kommen), fehlschlagen (= nicht funktionieren) 2 Man schreibt auch zusammen, wenn der erste Teil des Wortes nicht als einzelnes Wort verwendet wird: abhandenkommen (= verloren gehen)

10/13

2 Man schreibt eine Verbindung mit einem Verb zusammen, wenn der erste

10/13

FOTO: THINKSTOCK

Auch für viele Deutsche ist es schwer: Wollen wir etwas zusammen machen (= zusammen unternehmen) oder zusammenmachen (= ein Ding mit einem anderen verbinden)? Wann schreibt man Zusammensetzungen und Wortgruppen mit Verben zusammen, wann getrennt? Hier bieten wir Ihnen eine kleine Hilfe an.

Verblasste Nomen: Das sind Nomen, die als andere Wortart benutzt werden. Zum Beispiel: das Teil in dem Verb teilnehmen

MITTEL

Zusammen oder getrennt?

Sammelkarte SCHREIBEN

37-38_SSV_Sprachkarten_1013.qxd 04.09.13 11:06 Seite 37


37-38_SSV_Sprachkarten_1013.qxd 04.09.13 11:06 Seite 38

Verbindung mit Partizipien 2 Ist der erste Teil einer

Verbverbindung ein Partizip, schreibt man normalerweise getrennt: getrennt schreiben, geschenkt bekommen …

Verbindung mit Nomen

10/13

2 Ist der erste Teil von einer

Nomen-Verb-Verbindung ein nicht-verblasstes Nomen, schreibt man getrennt: Auto fahren, Fahrrad fahren, Gitarre spielen … Ich möchte gerne mit dem Fahrrad fahren.

2 Aber: Benutzt man diese Verbindungen

Verbindungen mit Adjektiven

als Nomen, schreibt man sie groß und zusammen: das Autofahren, das Fahrradfahren, das Gitarrespielen … Das Autofahren ist gefährlich. 2 Ist der erste Teil in so einer Verbindung schon verblasst, schreibt man klein und zusammen: Ina kann nicht eislaufen.

2 Ist der erste Teil der Verbindung ein Adjektiv,

Verb-Verb-Verbindungen 2 Ist der erste Teil der Verbindung auch ein

Verb, wird normalerweise getrennt geschrieben: spazieren gehen, schreiben lernen, einkaufen gehen …

Anbieten und auf Angebote reagieren

Das Essen loben

So können Sie entfernten Bekannten oder Menschen, zu denen Sie „Sie“ sagen, etwas anbieten oder auf Angebote reagieren: % Möchten Sie noch ein bisschen Wein? & Ja, gern! Ein Gläschen nehme ich noch.

Nicht nur während man isst, kann man das Essen loben, also sagen, dass es gut war. Auch vor und nach dem Essen oder beim Abschied ist es höflich und nett, das Essen zu loben und sich dafür zu bedanken. Hm, das riecht fantastisch! Es schmeckt hervorragend/super! Das ist wirklich köstlich / sehr lecker! Das Essen war sehr gut / ausgezeichnet / einfach wunderbar! Vielen Dank (noch mal) für das leckere Essen!

% Darf ich Ihnen noch ein paar Kartoffeln geben? & Nein, danke. Ich bin wirklich satt! % Was darf ich Ihnen noch anbieten? Einen Kaffee vielleicht? & Im Moment nicht, vielen Dank.

10/13

Unter Freunden kann man sagen: % Willst du noch einen Nachschlag (= noch eine Portion)? = satt) & Nein, danke. Ich bin total voll. ( % Nimm dir einfach, wenn du noch was magst, okay? & Danke, aber ich kann nicht mehr.

Ein oder aus? Sieht man zu viel fern, dann bekommt man viereckige Augen – so sagt man jedenfalls: Du guckst schon seit Stunden in den Flimmerkasten! Du hast doch schon ganz viereckige Augen vom Glotzen.

Mit der Fernbedienung macht man den Fernseher an oder aus. Ein- und ausschalten kann man genauso sagen wie an- und ausstellen. Willst du noch was sehen? Sonst mach’ ich die Glotze jetzt aus. Stell die Kiste an, jetzt kommen gleich die Nachrichten. Aber die wichtigste Funktion ist wohl das Umschalten oder Durchschalten. Das ist, wenn man von einem Kanal auf einen anderen wechselt: Schalt doch mal um. Auf RTL kommt gerade eine Seifenoper (= Soap Opera). 10/13

kann getrennt oder zusammengeschrieben werden: warm machen, warmmachen 2 Ist das Adjektiv erweitert oder zusammengesetzt, schreibt man getrennt. Auch intransitive Verben und reflexive Verben schreibt man getrennt: die Wände weiß streichen, etwas ganz klein schneiden … 2 Man schreibt zusammen, wenn die VerbAdjektiv-Verbindung eine komplett neue Bedeutung hat: etwas satthaben (= nicht mehr akzeptieren wollen), den Verkehr lahmlegen (= machen, dass etwas nicht mehr funktioniert) … Kann man nicht klar zuordnen, dann ist Getrenntoder Zusammenschreibung erlaubt.

Werden Sie in Deutschland gefragt, ob Ihnen das Essen schmeckt, erwartet der Gastgeber normalerweise eine positive Antwort.

Wenn man die Kanäle sehr schnell umschaltet, sagt man im Alltag zappen oder auch (he)rumzappen: Ich werd’ ganz nervös, wenn du die ganze Zeit rumzappst!

Das Verb zappen ist ein schwaches Verb, und das Perfekt wird mit haben gebildet. Ich zappe, du zappst, er/sie/es zappt, wir zappen, ihr zappt, wir zappen. Ich habe gezappt.

Programme und Sender In Deutschland gibt es private Fernsehsender wie zum Beispiel RTL, Sat.1 und ProSieben. Und es gibt öffentlich-rechtliche Sender (die sich durch Rundfunkgebühren finanzieren) wie ARD, ZDF und die Dritten. Die Dritten sind die Die ARD wird auch das Erste regionalen Programme der ARD wie zum Beispiel genannt, das der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) oder der ZDF heißt auch das Zweite. Südwestdeutsche Rundfunk (SWR).


39-Raten_1013 04.09.13 11:06 Seite 39

Lösungen auf Seite 44

Raten Sie mal! | Comic

Seite 62 - 64

Eine Oase für alle

Im Hotel Im Text über die Embrace-Hotels wird über Hotelangestellte berichtet, die ein Handicap haben. Kennen Sie diese Wörter, die zum Wortfeld Hotel gehören? Welche Wörter sind gesucht? Mit den Ziffern unter den Kästchen finden Sie die Buchstaben für das Lösungswort. MITTEL

2

ü = ue 7

3 12

6 8

5

10

9 1

13

11

4

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

eine Art Tisch im Restaurant/Hotel, auf dem die Speisen stehen: die _________ ein großer, flacher Gegenstand zum Tragen von Geschirr und Speisen: das _________ Synonym für: Speisen und Getränke bringen (= Verb): _________ Frau mit einer Ausbildung im Hotel: die _________ Firma, der viele Hotels an verschiedenen Orten gehören: die _________ ein Hotel für Kongresse: das _________ Zimmer im Hotel für zwei Personen: das _________

Lösung: mit Frühstück?

Wieviel kostet die 1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

FOTO: ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK; AUS: HHAIOPEIS © SIEMSENSEN/ACHTERBAHN IM LAPPAN VERLAG GMBH

In welcher Bedeutung wird Eisen hier benutzt? Kreuzen Sie an! chemisches Element in Lebensmitteln schweres Metall, das magnetisch ist Vitamine MITTEL

bloss der Spinat enth„lten

10/13

von: bloß = nur grünes Blattgemüse hier: ≈ haben

39


40-41-Grammatik-V2-1013.qxd 04.09.13 16:05 Seite 40

Grammatik

„Das Haus, in dem ich wohne, ist schon alt.” – Relativsätze

SCHWER

PLUS

Die Relativpronomen welche (-r/-s) als Alternative zu die/der/das verwendet man fast nur noch in der Schriftsprache – meistens, um Doppelungen zu vermeiden: Das ist die Dame, welche die Sprachkurse koordiniert. (statt: die …, die …)

Funktion

Formen: Relativpronomen der, die, das

Nominativ Akkusativ Dativ Genitiv

feminin die die der deren

Berufe Setzen Sie das passende Relativpronomen ein! MITTEL

1. Ein Journalist ist jemand, ______

Texte für eine Zeitung oder Zeitschrift schreibt.

Mit einem Relativsatz kann man Personen oder Dinge genauer definieren und extra Informationen zu einem Nomen geben. Der Relativsatz ist ein Nebensatz, das Verb steht also am Ende. Er beginnt mit einem Relativpronomen und steht nach dem Hauptsatz. Oder er ist in den Hauptsatz eingeschoben. Mit einem Relativsatz kann man zwei Sätze verbinden: Das Haus ist schon alt. Das Haus gehört meiner Mutter. ) Das Haus, das meiner Muter gehört, ist schon alt.

maskulin der den dem dessen

1

neutral das das dem dessen

Plural die die denen deren

2 Das Relativpronomen richtet sich in Genus und Numerus nach dem Nomen im

Hauptsatz, auf das es sich bezieht: Der Kaffee, der mir am besten schmeckt, ist leider teuer. 2 Im Kasus richtet es sich nach dem Verb im Relativsatz: Das ist der Kaffee, den ich gekauft habe. (kaufen + Akkusativ) 2 In Relativsätzen mit Ausdrücken mit Präpositionen steht die Präposition vor dem Relativpronomen. Die Präposition regiert den Kasus: Hier kommt der Kaffee, um den du mich gebeten hast. (bitten um + Akkusativ) 2 Das Relativpronomen im Genitiv bezieht sich auf ein Genitivattribut oder auf einen Possessivartikel. Das Nomen, das danach steht, hat keinen Artikel: Das ist der Kaffee, dessen Geschmack ich so liebe. (der Geschmack des Kaffees; sein Geschmack)

2. Ein Koch ist eine Person, ______

zum Beispiel in einem Restaurant kocht. 3. Ein Berufssoldat ist jemand,

______ in der Armee ist. 4. Ein Kindermodel ist ein Kind,

______ für Werbung oder andere Dinge fotografiert wird. 5. Eine Apothekerin ist eine Frau,

______ in einer Apotheke Medikamente verkauft.

Vor (und nach) einem Relativsatz steht immer ein Komma!

Formen: Relativpronomen wo, wohin/woher, was, wo(r)-, wer/wen/wem 2 Das Relativpronomen wo kann bei Ortsangaben statt in +

Dativ stehen: Ich wohne in einem Haus, in dem die Toilette auf dem Gang ist. ) Ich wohne in einem Haus, wo die Toilette auf dem Gang ist. 40 Mehr Übungen finden Sie im aktuellen Übungsheft Deutsch perfekt Plus und im Internet auf www.deutsch-perfekt.com/deutsch-lernen.

10/13


40-41-Grammatik-V2-1013.qxd 04.09.13 16:05 Seite 41

Lösungen auf Seite 44

2

Eine neue Stelle Setzen Sie die passenden Präpositionen und Relativpronomen ein! Einmal sind auch mehrere Varianten möglich! SCHWER

1. Die Firma, _______________________ Frau Stolte arbeitet, hat finanzielle Probleme. 2. Frau Stolte, _______________________ fast jeder Mitarbeiter befreundet ist, arbeitet schon seit 20 Jahren dort. 3. Ein Freund, _______________________ Firma Frau Stolte schon ein Jobangebot bekommen hat, fragt sie immer wieder, ob sie nun

die Firma wechseln wird. 4. Aber Frau Stolte, _______________________ Verantwortungsgefühl und Loyalität schon viele gehört haben, möchte keine neue Stelle. 5. Das Unternehmen, _______________________ Erfolg sie nun schon so lange arbeitet, ist für sie sehr wichtig.

3

Im Einkaufszentrum Was passt: was, wo, wer oder wohin? Setzen Sie ein! SCHWER

1. Im neuen Einkaufszentrum gibt es vieles, _______ man kaufen kann. 2. Viele Geschäfte, _______ man von Kleidung bis zu Lebensmitteln

alles bekommt, haben bis 20 Uhr geöffnet. 3. Für Raucher ist es vielleicht ein Problem, dass es keine Räume gibt,

_______ man zum Rauchen gehen könnte. 2 wohin kann bei Ortsangaben in + Akkusativ ersetzen:

Es ist ein schönes Café, in das viele Leute gehen. ) Es ist ein schönes Café, wohin viele Leute gehen. 2 wohin/woher steht nach Städte- und Ländernamen und auch nach Ort, Platz oder Stelle: Sie kommt aus Köln, woher auch ihre ganze Familie kommt. Er fährt an einen Ort, wohin schon viele vor ihm gereist sind.

4. _______ noch nicht dort eingekauft hat, kann ja einmal hinfahren

und sich alles ansehen. 5. Leider ist die Verbindung mit Bus oder Bahn nicht sehr gut, _______

es ein bisschen schwierig macht, zum Einkaufszentrum zu kommen.

2 was steht nach den Indefinitpronomen nichts, etwas,

10/13

FOTOS: ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK

alles, vieles, einiges, weniges, das. Das ist nichts, was mir gefallen könnte. Es steht auch nach einem substantivierten Superlativ. Das ist doch das Schönste, was mir heute passiert ist. Was kann sich außerdem auf den ganzen Inhalt eines Satzes beziehen: Klaas schenkte Linda viele Blumen, was sie sehr gefreut hat. 2 Auch die Kombination wo(r)- + Präposition bezieht sich auf einen ganzen Satz. Ein r wird eingefügt, wenn die Präposition mit einem Vokal beginnt (wo + auf ) worauf): Klaas schenkte Linda viele Blumen, worüber sie sich sehr gefreut hat. 2 wer/wen/wem bezieht sich auf Personen, die nicht näher beschrieben sind, und steht meistens am Satzanfang. Wer möchte, kann Blumen schenken.

41


42-43-Deutsch_im_Beruf_V2_1013 04.09.13 11:07 Seite 42

Deutsch im Beruf

SCHWER

PLUS

Kollegen um Hilfe bitten Sie verstehen etwas nicht? Die Zeit wird knapp, und Sie brauchen bei einer Aufgabe Hilfe? Das passiert in der heutigen Arbeitswelt fast jedem einmal. Wie können Sie Ihre Kollegen um Hilfe bitten?

Höflich fragen Mit Kolleginnen und Kollegen spricht man meistens informell. Das bedeutet: Man ist direkt, die Sprache ist einfach und manchmal sogar etwas umgangssprachlich. Wenn Sie jemanden informell oder formell um Hilfe bitten, sollten Sie darauf achten, dass Sie die Frage nett und höflich formulieren. Oft benutzt man dafür den Konjunktiv II. Auch das Wörtchen bitte sollte nicht fehlen. In der Arbeit ist es oft stressig. Jeder hat viel zu tun und nur wenig Zeit. Mit den Modalpartikeln mal (eben) und Zeitangaben wie nur kurz, kurz mal, einen Moment oder nur ein paar Minuten signalisieren Sie, dass es nicht so viel Arbeit machen oder nicht lange dauern würde. Meistens ist zwar allen klar, dass ein paar Minuten nicht reichen werden. Aber so haben Sie eine größere Chance, dass Ihr Kollege oder Ihre Kollegin Ja sagen wird.

¢mgangssprachlich

1

so wie in der gesprochenen Alltagssprache

Nett und höflich Lesen Sie die Sätze, und formulieren Sie sie wie im Beispiel um. Benutzen Sie dazu den Konjunktiv II + mal. MITTEL

1. Kannst du mir bitte kurz helfen?

Könntest du mir bitte mal kurz helfen? ____________________________________________________________ 2. Haben Sie einen Moment Zeit?

____________________________________________________________ 3. Erklärst du mir bitte schnell, wie das geht?

____________________________________________________________ FOTO: WAVEBREAK MEDIA/THINKSTOCK

4. Hilfst du mir bitte kurz, das Regal nach rechts zu schieben?

____________________________________________________________ 5. Können Sie sich bitte eben diese E-Mail ansehen?

____________________________________________________________ 6. Darf ich dich bitte schnell etwas fragen?

____________________________________________________________ 42

Kannst du mir bitte mal kurz helfen? Es dauert nur ein paar Minuten. Könntest du bitte mal meine E-Mail durchlesen, bevor ich sie losschicke? Stimmt das alles so? Ich verstehe nicht, wie das geht. Könntest du mir das bitte erklären? Hast du ein paar Minuten Zeit, um mir das zu erklären? Ich kenne das Programm nicht so gut. Könnten Sie sich diese oder nächste Woche einmal Zeit nehmen, um mir die grundlegenden Dinge zu erklären? Kannst du dir / Können Sie sich das mal eben ansehen? Ich soll den Bericht bis morgen fertig haben und weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Hättest du vielleicht Zeit, einen Teil davon zu übernehmen? Du weißt doch, dass ich Ende November Urlaub habe. Könntest du in dieser Zeit ein paar Aufgaben von mir übernehmen? Kannst du mir bitte kurz helfen, meinen Urlaubsantrag auszufüllen? Ich verstehe manche Wörter nicht. Dürfte ich dich als meine Vertretung in meiner Abwesenheitsnotiz (= automatische E-Mail-Antwort, in der steht, von wann bis wann man weg ist) nennen? 10/13


42-43-Deutsch_im_Beruf_V2_1013 04.09.13 11:07 Seite 43

Lösungen auf Seite 44

2

Um Hilfe bitten Was passt? Verbinden Sie! SCHWER

1. 2. 3. 4. 5. 6.

Könntest du bitte kurz meine E-Mail Wärst du so nett und Ich verstehe nicht, wie das gehen soll. Könnten Sie sich vielleicht am Donnerstag Hättest du vielleicht Zeit, Wärst du so nett und würdest dich

a) b) c) d) e) f)

Könntest du mir das bitte erklären? korrigieren, bevor ich sie abschicke? um diesen Kunden kümmern, während ich im Urlaub bin? eine halbe Stunde Zeit für mich nehmen? würdest mir Druckerpapier aus dem Lager mitbringen? einen Teil von dieser Arbeit zu übernehmen?

Sich für Hilfe bedanken Wenn Ihnen jemand geholfen hat, sollten Sie sich unbedingt bedanken. Das gehört zur Höflichkeit, und Ihnen wird beim nächsten Mal wahrscheinlich wieder geholfen. Das ist so nett von dir, vielen herzlichen Dank! Tausend Dank. Du hast was gut bei mir! (= Wenn du mal Hilfe brauchst, helfe ich dir ganz bestimmt!) Ohne deine Hilfe hätte ich das nie geschafft! Vielen Dank! Du bist echt meine Rettung! (= Ohne dich würde ich es nicht schaffen!) Vielen Dank, dass du mir geholfen hast! Wenn ich dir mal helfen kann, sag bitte Bescheid! Dann kann ich mich revanchieren. (= Dann kann ich dir helfen.) Vielen Dank für deine/Ihre Hilfe. Ich weiß das sehr zu schätzen! Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, um mir das zu erklären. Das ist wirklich sehr nett von Ihnen! Ohne dich / Ohne Ihre Hilfe hätte ich das nicht so schnell/gut geschafft. Vielen Dank noch mal!

Reagieren, wenn Kollegen nicht helfen können/wollen Hat ein Kollege mal keine Zeit für Sie oder möchte Ihnen nicht helfen, akzeptieren Sie die Absage, und bleiben Sie höflich. So können Sie reagieren: O.k., kennst du vielleicht jemanden, der mir da weiterhelfen könnte? Kein Problem. Ich werde mal Frau/Herrn … fragen. Alles klar. Weißt du jemanden, den ich (sonst) fragen könnte? Meinen Sie, Frau/Herr … könnte mir das erklären? Weißt du, ob Frau/Herr … dafür Zeit hat? Haben Sie einen Tipp, wen ich sonst noch fragen könnte? Wer kennt sich denn hier mit … aus? Wie ist denn die Durchwahl vom Sekretariat? Vielleicht kann mir ja da jemand (weiter-)helfen.

die [bsage, -n

Antwort, die „Nein“ sagt

FOTO: SSSPIPOPOIPO

SIE HABEN IM AUSLAND STUDIERT ODER EINEN BERUF GELERNT? DANN INFORMIEREN SIE SICH ÜBER DIE OFFIZIELLE ANERKENNUNG IHRER ZEUGNISSE.

10/13

Jetzt starten! Mit dem Anerkennungs-Finder auf www.anerkennung-in-deutschland.de43


44_Loesungen_1013 03.09.13 14:07 Seite 44

Lösungen

Seite 12

Seite 40 - 41

c) Jan Ullrich

1 2

Seite 35 1

2

3

1. Apothekerin; 2. Medikamente; 3. Kassenrezept; 4. Privatrezept; 5. Abholschein; 6. (Plastik-)Tüte, Taschentücher; 7. Becher, Wasserspender 1. a; 2. b; 3. b; 4. a; 5. b; 6. b

Seite 42 - 43 1

Seite 36 1

2 3

1. der; 2. die; 3. der; 4. das; 5. die 1. bei der / für die / wo / in der; 2. mit der; 3. von dessen; 4. von deren; 5. für dessen 1. was; 2. wo; 3. wohin; 4. Wer; 5. was

1. In Mainz; 2. Nach Berlin; 3. In Deutschland; 4. Nach Österreich; 5. In der Schweiz 1. a; 2. c; 3. b; 4. d; 5. c; 6. b 1. c; 2. f; 3. e; 4. a; 5. d; 6. b

2

Modellantworten: 2. Hätten Sie mal einen Moment Zeit? 3. Würdest du mir bitte mal schnell erklären, wie das geht? 4. Würdest du mir bitte mal kurz helfen, das Regal nach rechts zu schieben? 5. Könnten Sie sich bitte mal eben diese E-Mail ansehen? 6. Dürfte ich dich bitte mal schnell etwas fragen? 1. b; 2. e; 3. a; 4. d; 5. f; 6. c

Seite 39 Rätsel: 1. Theke; 2. Tablett; 3. bedienen; 4. Hotelfachfrau; 5. Hotelkette; 6. Tagungszentrum; 7. Doppelzimmer Comic: richtig: chemisches Element in Lebensmitteln; schweres

Metall, das magnetisch ist falsch: Vitamine

Kundenservice ABONNENTEN- UND KUNDENSERVICE CUSTOMER SERVICE, SUBSCRIPTIONS Spotlight Verlag GmbH, Kundenbetreuung Postfach 1565, 82144 Planegg/Deutschland

Privatkunden und Buchhandlungen: Tel. +49 (0)89/8 56 81-16, Fax +49 (0)89/8 56 81-159 Montag bis Donnerstag: 9 bis 18 Uhr, Freitag: 9 bis 16 Uhr abo@spotlight-verlag.de Lehrer, Trainer und Firmen: Tel. +49 (0)89/8 56 81-150, Fax +49 (0)89/8 56 81-119 Montag bis Donnerstag: 9 bis 18 Uhr, Freitag: 9 bis 16 Uhr lehrer@spotlight-verlag.de

WEITERE SERVICENUMMERN Leserbriefe: redaktion@deutsch-perfekt.com Anzeigen: anzeige@spotlight-verlag.de Sprachenshop: www.SprachenShop.de Bestellung@SprachenShop.de Tel. +49 (0)7 11/72 52-245, Fax +49 (0)7 11/72 52-366

Studenten bekommen gegen Nachweis eine Ermäßigung. Die Lieferung kann nach Ende des ersten Bezugsjahres jederzeit beendet werden – mit Geld-zurück-Garantie für bezahlte, aber noch nicht gelieferte Ausgaben. Bestellung Einzelhefte / ältere Ausgaben: leserservice@spotlight-verlag.de

KONDITIONEN JAHRESABONNEMENT Deutschland: Österreich: Schweiz: übriges Ausland:

€ 74,40 inkl. MwSt. und Versandkosten € 74,40 inkl. MwSt. plus € 10,20 Versandkosten sfr 111,60 plus sfr 15,00 Versandkosten € 74,40 plus Versandkosten

www.spotlight-verlag.de Einzelverkaufspreis Deutschland: € 6,90 Im Spotlight Verlag erscheinen: Spotlight, Business Spotlight, Écoute, ECOS, ADESSO, Deutsch perfekt

www.deutsch-perfekt.com

HERAUSGEBER UND VERLAGSLEITER Dr. Wolfgang Stock CHEFREDAKTEUR Jörg Walser REDAKTION Petra Daniell, Barbara Duckstein, Katharina Heydenreich, Sonja Krell, Claudia May, Barbara Schiele, Janina Schneider-Eicke (in Elternzeit) BILDREDAKTION Judith Rothenbusch REDAKTIONELLE MITARBEIT Elsa Blume, Cristiana Cornelio, Tanja Haas, Imke Hofberger, Ewa Lobozek, Giancarlo Sánchez-Aizcorbe, Ulrich Sauer, Yulia Strigo, Andrea Uysal, Anne Wichmann AUTOREN Tim Oland, Katja Riedel, Anne Wichmann KORRESPONDENTEN Marcel Burkhardt (Mainz), Joseph Gepp (Wien), Barbara Kerbel (Berlin), Astrid Labbert (Bremen), Andrea Lacher (Hannover), Yvonne Pöppelbaum (Hamburg) GESTALTUNG BfGuK,80469 München, Georg Lechner (Art Director) PRODUKTIONSLEITUNG Ingrid Sturm LITHO H.W.M. GmbH, 82152 Planegg DRUCK Vogel Druck & Medienservice GmbH, 97204 Höchberg Deutsch perfekt wird besonders umweltfreundlich auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. VERLAG UND REDAKTION Spotlight Verlag GmbH Postanschrift: Postfach 1565, 82144 Planegg Hausanschrift: Fraunhoferstraße 22, 82152 Planegg Tel. +49 (0)89/8 56 81-0, Fax +49 (0)89/8 56 81-105 GESCHÄFTSFÜHRER Dr. Wolfgang Stock, Markus Schunk VERTRIEBSLEITUNG Monika Wohlgemuth LESERSERVICE Birgit Hess

44

MARKETINGLEITUNG Holger Hofmann LEITUNG MARKETING B2C & PR Heidi Kral LEITUNG MARKETING B2B & KOOPERATIONEN Susanne Mürbeth VERTRIEB HANDEL MZV, Ohmstraße 1, 85716 Unterschleißheim BANKVERBINDUNGEN Commerzbank AG, Düsseldorf (BLZ 300 800 00) Konto-Nummer 02 128 652 00 Credit Suisse AG, Zürich (BC 48 35) Konto-Nummer 554 833 41 GESAMT-ANZEIGENLEITUNG Axel Zettler Tel. +49 (0)89/8 56 81-130, Fax +49 (0)89/8 56 81-139 E-Mail: anzeige@spotlight-verlag.de SPRACH- & REISEMARKT CROSSMEDIA Eva-Maria Markus Tel. +49 (0)89/8 56 81-131, Fax +49 (0)89/8 56 81-139 E-Mail: e.markus@spotlight-verlag.de E-Mail: anzeige@spotlight-verlag.de MEDIA CONSULTANT Martina Konrad Tel. +49 (0)89/8 56 81-132, Fax +49 (0)89/8 56 81-139 E-Mail: m.konrad@spotlight-verlag.de E-Mail: anzeige@spotlight-verlag.de ANZEIGENPREISLISTE Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 8 ab Ausgabe 1/13. ISSN 1861-1605 © 2013 Spotlight Verlag, auch für alle genannten Autoren, Fotografen und Mitarbeiter

REPRÄSENTANZ EMPFEHLUNGSANZEIGEN iq media marketing GmbH Österreich Patrick Priesmann, Leiter Marketing Internationale Medienvertretung & Kasernenstraße 67, 40213 Düsseldorf Service proxymedia e.U. Tel. +49 (0)2 11/8 87-23 15 Wiesengasse 3, A-2801 Katzelsdorf Fax +49 (0)2 11/8 87-97-23 15 Tel. +43 (0)26 22/3 67 55 E-Mail: patrick.priesmann@iqm.de Fax +43 (0)12 53 30 33 39 89 Lina Cicelyte, Product Manager E-Mail: michael.schachinger@ Kasernenstraße 67, 40213 Düsseldorf proxymedia.at Tel. +49 (0)2 11/8 87-23 67 Schweiz Fax +49 (0)2 11/8 87-97-23 67 Top Media Sales GmbH E-Mail: lina.cicelyte@iqm.de Chamerstrasse 56, CH-6300 Zug Tel. +41 (0)41/7 10 57 01 Nielsen 1, 2, 5, 6, 7 Fax +41 (0)41/7 10 57 03 iq media marketing GmbH E-Mail: walter.vonsiebenthal@ Kasernenstraße 67, 40213 Düsseldorf topmediasales.ch Tel. +49 (0)2 11/8 87-20 53 Fax +49 (0)2 11/8 87-97-20 99 International Sales E-Mail: marion.weskamp@iqm.de iq media marketing Gmbh Gerda Gavric-Hollender Nielsen 3a Kasernenstraße 67, 40213 Düsseldorf iq media marketing GmbH Tel. +49 (0)2 11/8 87-23 43 Eschersheimer Landstraße 50 Fax +49 (0)2 11/8 87-97-23 43 60322 Frankfurt E-Mail: gerda.gavric@iqm.de Tel. +49 (0)69/24 24-45 10 Fax +49 (0)69/24 24-45 55 E-Mail: eva-maria.glaser@iqm.de Nielsen 3b, 4 iq media marketing GmbH Nymphenburger Straße 14 80335 München Tel. +49 (0)89/54 59 07-26 Fax +49 (0)89/54 59 07-24 E-Mail: katja.foell@iqm.de

10/13


45-46_Starthilfe_1013 04.09.13 16:06 Seite 45

Starthilfe

Leichte Texte noch leichter lesen: Die erklärten Wörter von Seite 8 bis 13 werden hier übersetzt. Trennen Sie diese Seite heraus, und legen Sie sie neben den Text, den Sie gerade lesen.

DEUTSCH kämpfen gegen die Waffe entscheiden der Befreiungskrieg

to fight against weapon to decide war of liberation

der Soldat die Völkerschlacht sich zurückziehen die Wirren die Höhe fliehen brennend schaffen der Künstler angeschaut

soldier Battle of the Nations to retreat turmoil height to flee burning to create artist looked at; here: visited

notlanden die Luftbrücke der Rosinenbomber die Rosine die Weintraube während versorgten der Förderverein das Ersatzteillager dienen als die Wand streichen der Boden das Mitglied die Mitgliedschaft nennen der Rettungseinsatz das Thema der Verlag der Literaturagent die Buchmesse wurden ... gedruckt ähnlich unter der Kuckuck die Sorte

FOTO: ZEFA

ENGLISCH

der Dozent bauen der Legostein auf die Idee kommen der Dachboden wertvoll das Thema begeistert sein sich vorstellen

10/13

SPANISCH luchar contra el arma decidir la guerra de liberación

FRANZÖSISCH

ITALIENISCH

LEIPZIGER ZEITMASCHINE SEITE 8 se battre contre lottare contro l’arme l’arma ici : mettre fin à decidere la guerre de libération la guerra di liberazione

el soldado le soldat il soldato la Batalla de las Naciones la bataille des Nations la Battaglia delle Nazioni replegarse se retirer ritirarsi el tumulto la confusion il tumulto la altura la hauteur l‘altezza huir fuir fuggire en llamas en feu in fiamme crear créer creare el artista l’artiste l‘artista visto regardé visitato CHANCE FÜR HISTORISCHES FLUGZEUG SEITE 9 to make an emergency hacer un aterrizaje faire un atterrissage forcé atterrare in emergenza landing forzoso (Berlin) Airlift el puente aéreo le pont aérien il ponte areo “candy bomber” el bombardero de uvas l’avion ravitailleur lett. il bombardiere di pasas uva passa raisin la uva pasa le raisin sec l’uva passa grape la uva le raisin l‘uva during durante pendant durante supplied proveyeron ravitaillèrent approvvigionarono friends’ association la asociación de fomento l’association bénévole de l‘associazione di sostegno soutien spare parts depot el almacén de repuestos la source de pièces de il magazzino ricambi rechange here: to act as servir como servir de servire come HILFE FÜR MIETER SEITE 9 wall el muro le mur la parete to paint pintar peindre pitturare here: floor el suelo le sol il pavimento member el miembro le membre il membro membership la afiliación l’adhésion l‘appartenenza BERGE BEKOMMEN NEUE NAMEN SEITE 9 to call llamar appeler chiamare rescue mission la misión de rescate l’intervention de secours l‘operazione di salvataggio LESEZEIT SEITE 10 topic el tema le sujet il tema publishing house la editorial la maison d’édition la casa editrice literary agent el agente literario l’agent littéraire l’agente letterario book fair la feria del libro le salon du livre la fiera del libro ... were printed ... fueron impresos ... furent imprimés ... furono stampati similar parecido ici : de la même façon simile under bajo sous sotto cuckoo el cuclillo le coucou il cuculo DAS GROSSE TRINKEN SEITE 10 variety la variedad la sorte il gusto DIE GRÖSSTE KAMERA DER WELT SEITE 11 lecturer el docente le maître de conférences il docente to build construir construire costruire Lego block el bloque lego la brique Lego il mattoncino Lego to come up with the idea tener la idea avoir l’idée avere l‘idea attic el desván le grenier la soffitta valuable valioso précieux,se prezioso topic el tema le sujet il tema to be enthusiastic estar entusiasmado être enthousiasmé essere entusiasta to imagine imaginarse s’imaginer immaginarsi

TÜRKISCH

POLNISCH

RUSSISCH

... karşı savaşmak silah karar vermek kurtuluş savaşı

walczyć przeciwko broń tutaj: rozstrzygać wojna wyzwoleńcza

asker halk savaşı geri çekilmek kargaşa yükseklik kaçmak yanan becermek sanatçı bakmış

żołnierz bitwa narodów cofać się zamęt wysokość uciekać płonący tutaj: tworzyć artysta tutaj: obejrzało

сражаться против оружие решать освободительная война солдат битва народов здесь: отступать беспорядки высота убегать горящий делать деятель искусств здесь: посмотрели

mecburi iniş yapmak

przymusowo lądować

hava köprüsü savaşta Berlin´e gıda ve ilaç getiren uçak kuru üzüm üzüm iken dağıtmışlar destekleme derneği

most powietrzny samolot transportujący zaopatrzenie rodzynka winogrono podczas zaopatrywały stowarzyszenie

yedek parça deposu -e yaramak

magazyn części zapasowych służyć jako

duvar boyamak yer üye üyelik

ściana malować tutaj: podłoga członek członkostwo

стена красить пол член членство

adlandırmak kurtarma çalışmaları

nazywać akcja ratunkowa

называть спасательные работы

konu yayınevi edebiyat ajanı kitap fuarı bastırılmış benzer burada: ile guguk

temat wydawnictwo agent literacki targi książki zostały wydane podobnie tutaj: pod kukułka

тема издательство литературный агент книжная ярмарка напечатали подобно здесь: под кукушка

çeşit

rodzaj

сорт

doçent inşa etmek lego taşı bir fikir aklına gelmek tavan arası değerli konu hayran kalmak bir şeyi göz önüne getirmek

wykładowca tutaj: konstruować klocek Lego wpaść na pomysł strych cenny temat zachwycony wyobrazić sobie

доцент строить кирпичик Лего прийти к идее чердак ценный тема быть восхищённым здесь: представлять себе

совершать вынужденную посадку «воздушный мост» самолёт с гуманитарной помощью изюм виноград во время снабжали спонсорская организация склад запчастей служить в качестве

45


45-46_Starthilfe_1013 04.09.13 16:06 Seite 46

Starthilfe

DEUTSCH

ENGLISCH

SPANISCH

FRANZÖSISCH

ITALIENISCH

DIE GRÖSSTE KAMERA DER WELT (FORTSETZUNG) être constitué de consistere di en fonction de secondo le donateur il donatore doit être exposé è previsto l‘esposizione

bestehen aus je nach der Spender soll ausgestellt werden

to consist of depending on donor is to be exhibited

consistir en según el donante será expuesto

schuldig sein das Leid begangen die Stargeigerin die Geige einzige (-r/-s) der Sieger zugeben während das Rennen

to be guilty here: sorrow committed famous violinist violin only winner to admit during race

ser culpable el sufrimiento cometido la violinista estrella el violín único el vencedor admitir durante la carrera

der Kartoffelbauer

potato farmer

el cultivador de patatas

ernten im Durchschnitt die Flocke die Stärke das Mehl das Getreide die Anbaufläche der Hektar die Landwirtschaft der Mais während kultivieren die Erde bestehen aus die Kartoffelsorte

to harvest on average flake starch flour grain cultivated area hectare agriculture corn during here: to grow here: soil to consist of potato variety

cosechar por término medio el copo la fécula la harina el cereal el área de cultivo la hectárea la agricultura el maíz durante cultivar la tierra consistir en la variedad de patata

zulassen

permitir

der Wickel die Brust

here: to officially recognize poultice chest

die Trickfigur

cartoon character

der Wichtel die Sage der Ehrenbürger

gnome tale honorary citizen

perfekt der Hagel beschädigt krumm das Unikat

perfect hail damaged bent unique item

„ICH BIN SCHULDIG.“ SEITE 12 être coupable essere colpevole la souffrance la sofferenza commettre commesso la célèbre violoniste la star del violino le violon il violino seul,e unico (-a) le gagnant il vincitore admettre ammettere pendant durante la course la gara KARTOFFELN SEITE 12 le producteur de pommes il coltivatore di patate de terre récolter raccogliere en moyenne mediamente le flocon il fiocco l’amidon l‘amido la farine la farina les céréales il grano la surface cultivée la superficie coltivabile l’hectare l‘ettaro l’agriculture l‘agricoltura le maïs il mais / il granoturco pendant durante cultiver coltivare la terre la terra être constitué de consistere di la variété de pomme de la varietà di patata terre autoriser permettere

la compresa el pecho

la compresse l‘impacco la poitrine il petto SECHS FÜRS FERNSEHEN SEITE 13 el personaje de un dibujo le personnage de dessin il personaggio di un animado animé cartone animato el duende le lutin il folletto la leyenda la légende la leggenda el ciudadano de honor le citoyen d’honneur il cittadino onorario SPEZIELLES GEMÜSE SEITE 13 perfecto parfait,e perfettamente el granizo la grêle la grandine dañado abîmé,e rovinato doblado tordu,e storto el ejemplar único la pièce unique il pezzo unico

TÜRKISCH SEITE 11 -den yapılmış -e göre bağışçı sergilenecektir

POLNISCH

RUSSISCH

być złożonym z zależnie od ofiarodawca ma zostać wystawiona

состоять из в зависимости от здесь: даритель планируется выставляться

suçlu olmak dert işletmiş yıldız kemancı keman tek galip itiraf etmek iken yarış

być winnym cierpienie popełnili zabójstwo gwiazda skrzypiec skrzypce jedyna, (-y/-e) zwycięzca przyznać się podczas wyścig

быть виновным страдание совершил известная скрипачка скрипка единственный победитель признавать во время гонки

patates çiftçi

картофелевод

biçmek ortalama olarak gevrek nişasta un buğday ekim alanı hektar tarımcılık darı iken ekmek toprak -den oluşuyor patates cinsi

rolnik uprawiający ziemniaki zbierać przeciętnie płatek tutaj: skrobia mąka zboże powierzchnia uprawna hektar rolnictwo kukurydza podczas tutaj: uprawiać ziemia składać się z odmiana ziemniaka

kabul etmek

dopuścić

sargı göğüs

okład pierś

здесь: зарегистрировать компресс грудь

çizgi karakteri bücür efsane fahri hemşeri

animowana postać filmowa zuch legenda obywatel honorowy

мультипликационный персонаж гном легенда почётный гражданин

mükemmel tolu hasarlı eğik ünik

perfekcyjny grad uszkodzony krzywy unikat

превосходный град повреждённый кривой уникальный экземпляр

собирать урожай в среднем здесь: хлопья крахмал мука злаки посевная площадь гектар сельское хозяйство кукуруза во время возделывать земля состоять из сорт картофеля

Gut zu wissen Wichtige Wörter aus schweren Texten: Wie werden sie übersetzt? Eine Auswahl zum Thema Geld und Banken: die Hausbank

house bank

el banco particular

DIE GELDRETTER SEITE 28 - 30 la banque habituelle la banca di riferimento

główny bank klienta

основной банк клиента

die Filiale die Zwangsabgabe der Sicherheitsstreifen der Gegenwert umtauschen die Note die Rendite

branch compulsory charge security strip equivalent value exchange banknote, bill US return of investment

la sucursal la contribución obligatoria la franja de seguridad el contravalor cambiar el billete el rédito

la filiale la redevance obligatoire la bande de sécurité la contre-valeur échanger le billet le rendement

filia opłata przymusowa pasek bezpieczeństwa równowartość wymienić banknot zysk z inwestycji kapitału

филиал принудительный сбор защитная нить эквивалент обменивать здесь: банкнота прибыль

46

bir müşterinin hesabı olan banka la filiale şirket il contributo obbligatorio zorla resim la striscia di sicurezza güvenlik şeridi il controvalore bedel cambiare burada: bozdurmak la banconota banknot il rendimento gelir

10/13


Einem Teil dieser Ausgabe ist eine Beilage von Plan International Deutschland e.V. beigefügt.

Ausgabe 11/13: • In Deutschland studieren • Zürich Anzeigenschluss: 25.9.13, Erstverkaufstag: 30.10.13

Ausgabe 12/13: • Die schönsten Weihnachtsmärkte

Intensivkurse

Deutsch

als Fremdsprache „Zertifikat Deutsch“ und „Mittelstufenprüfung“ BBS Baden-Badener Sprachschule GmbH Tel. 07221 22661 www.bbs-sprachen.de

Mehr Sprache können Sie nirgendwo shoppen.

DEUTSCH INTENSIVKURSE rund um das Jahr bei Alpha-Aktiv. Sommerkurse, Jugendkurse, DSH, Test DaF. Alpha-Aktiv, Kurfürsten-Anlage 6, 69115 Heidelberg, Tel. 06221-5880269 email: info@alpha-heidelberg.de www.alpha-heidelberg.de

www.deutsch-perfekt.com

Alles, was Sie wirklich brauchen, um eine Sprache zu lernen: Bücher und DVDs in Originalsprache, Lernsoftware und vieles mehr.

Klicken und Produktvielfalt entdecken:

Anzeigenschluss: 23.10.13, Erstverkaufstag: 27.11.13 Änderungen vorbehalten.

Kompetent. Persönlich. Individuell.

Mehr Vielfalt für Ihren Unterricht.

Gratis für Lehrer im Abo!

Für mehr Aktualität und Abwechslung in Ihrem Deutsch-Unterricht: Passend zu jedem Heft: optimal ergänzendes Lehrmaterial für drei unterschiedliche Sprachniveaus Didaktisch aufbereitete Übungen, Kopiervorlagen und Vorschläge für Ihre Unterrichtsgestaltung 6 Seiten praxisnahe Expertentipps

Bestellen Sie einfach und bequem unter www.deutsch-perfekt.com/lehrer


FOTOS: MAURITIUS-IMAGES/ALAMY; TIBOR BOZI/CORBIS

48-53-Design_1013.qxd 03.09.13 14:09 Seite 48

I

der Militärgeheimdienst, -e (der Geheimdienst, -e

gehören zu das Geheimnis, -se

48

≈ Geheimdienst der Armee staatliche Organisation, die geheime Informationen aus anderen Ländern mithilfe von Agenten holt und geheime Dinge des eigenen Landes vor fremden Agenten schützen soll) ≈ ein Teil sein von geheime Sache

m Sommer 1946 schickt der britische Militärgeheimdienst Bios sogenannte T-Forces ins kaputte Deutschland. Die Spezialisten sollen militärisches und industrielles Wissen sammeln und so intellektuelle Reparationszahlungen möglich machen. Zu ihnen gehört auch eine Gruppe aus elf Personen, die sich um das Geheimnis des deutschen Designs kümmern sollen. 10/13


48-53-Design_1013.qxd 03.09.13 14:09 Seite 49

Design MITTEL

Der Designer und sein Objekt Konstantin Grcic (unten) und eine von ihm designte Uhr in London (links)

Das sieht gut aus Deutsche Firmen können nicht nur Maschinen bauen. Mindestens so populär auf Warum nur? Felix Rohrbeck hat nach Erklärungen gesucht.

XXXXXXX: DDDD EEEE RRRRR WWWWW

der Welt ist deutsches Design.

Die Mission hat eine ernste Vorgeschichte. In den Jahren vor dem Krieg haben die Deutschen mehr exportiert als die Briten. Die Experten der Londoner Regierung glauben, es könnte daran liegen, dass deutsche Produkte besser designt sind. Also durchsuchen die Agenten deutsche Firmen, sprechen mit deren Chefs, Technikern und Designern. Die Deutschen müssen alles erklären. Am Ende schreiben die britischen Experten einen 155-seitigen Bericht. Britische Firmen können ihn für wenig Geld beim Geheimdienst in London kaufen. % 10/13

Für Design made in Germany ist China bis jetzt vor allem eine Chance. die Vorgeschichte, -n durchsuchen

Geschichte, wie etwas begonnen hat nach einer speziellen Sache suchen

49


48-53-Design_1013.qxd 03.09.13 14:09 Seite 50

Diesen Text können Sie mit einem Premium-Abo (siehe Seite 20) hören: www.deutsch-perfekt.com/service

Die Designer von morgen Wie Chinesen von den Deutschen lernen An der Folkwang Universität der Künste in Essen (Nordrhein-Westfalen) ist heute wieder zu sehen, wie sich der

Deutsche Hilfe für Korea Der Chefdesigner beim Autohersteller Kia heißt Peter Schreyer

Beruf verändert. Die Industriedesigner von morgen üben gemeinsam mit Schauspielern und Sängern, um ein Gefühl für Raum und Choreografie zu bekommen. Daraus entsteht zwar erst mal kein Produkt. Aber eine Art zu denken. Und irgendwann vielleicht auch ein Wettbewerbsvorteil. An dem Seminar von Studiengangsleiterin Marion Digel nehmen zwölf Studenten teil. Vier kommen aus China, einer aus Taiwan. Manche sprechen kaum Deutsch oder Englisch. Trotzdem haben sie den großen Wunsch, in Deutschland zu studieren. „Deutsches Industriedesign ist das beste der Welt“, sagt Hengman Dai (24), der in China schon Design studiert hat. Nach seinem zweiten Studium will Dai zurück nach China gehen. Er wird es dort schwer haben. In den Hierarchien der chinesischen Firmen sind Designer nicht so wichtig. Menschen wie der deutsche Firmenchef Richard Grohe, für den gutes Design eine Mission ist, gibt es sehr selten. Einige der asiatischen Folkwang-Studenten gehen deshalb nicht nach Hause zurück. Sie arbeiten stattdessen für deutsche Firmen. Und erobern für sie die Märkte ihrer Heimatländer.

s“ch verændern entstehen der W¡ttbewerbsvorteil, -e

anders werden hier: gemacht werden Vorteil im wirtschaftlichen Kampf (um Kunden) die Studiengangs- Leiterin einer Ausleiterin, -nen bildung, die man an der Universität in einem speziellen Bereich macht einige (-r/-s) mehr als eine (-r/-s) stattd¡ssen hier: ≈ im Gegenteil dazu hier: einen der ersten erobern Plätze auf dem Markt gewinnen

50

Heute wäre ein solcher Bericht ein Bestseller. Denn die Suche nach dem Geheimnis des deutschen Industriedesigns hat wieder begonnen. „How Germany became a Design Superpower“, titelte die Londoner Fachzeitschrift Wallpaper 2012. Auf 84 Seiten berichtete sie über die deutschen Designer, beschreibt sie als „risikofreudig, experimentell, eigen und zukunftsweisend“. Barack Obama sagte es in einer Rede vor seinen Beratern prinzipieller. „Wenn Deutschland, eine reiche Industrienation mit starken Gewerkschaften, 40 Prozent seiner Wirtschaft durch Exporte generiert, dann scheint es mir, dass uns etwas fehlt, was sie richtig machen. Und das müssen wir herausfinden“, erklärte der Präsident. Aber eines ist klar: Design gehört heute dazu. Und: Industriedesign ist inzwischen sehr viel wichtiger als früher, weil nur mit Technik oft keine sehr großen Verbesserungen mehr zu erreichen sind. Autos, Haushaltswaren, Möbel, Unterhaltungselektronik – Design ist mehr als nur das Äußere eines Produkts. Es ist ein zentraler Faktor für den s¶lche (-r/-s) titeln die F„chzeitschrift, -en risikofreudig eigen

von der genannten Art eine Überschrift auf der Titelseite drucken Zeitschrift über ein spezielles Thema so, dass man gerne ein Risiko versuchen will hier: so, dass man alles selbst entscheiden möchte; auch: speziell so, dass etwas ein Beispiel für die Zukunft ist Organisation, die für die Interessen der Arbeitnehmer kämpft hier: ≈ machen Ich habe das Gefühl / Ich glaube entdecken z. B. Fernseher, DVD-Player, Lautsprecher …

zukunftsweisend die Gew¡rkschaft, -en generieren ]s scheint mir herausfinden die Unterh„ltungselektronik der F„ktor, Faktoren Komponente; hier auch: Grund milli„rdenschwer hier: so, dass das Ergebnis des Prozesses mehrere Milliarden kostet

wirtschaftlichen Erfolg. Deshalb gibt es um Fragen der Form auch so oft milliardenschwere Prozesse, wie zwischen Apple und Samsung. Die Deutschen haben auf der ganzen Welt einen Ruf als gute Techniker und Tüftler, stellt Peter Zec fest. Aber auch im Industriedesign „haben sie in vielen Bereichen die Nase vorn“, sagt der Initiator des Red Dot Design Awards. Damit werden sie auch interessant für kriminelle Konkurrenz. „Wo Design zu den Kernwerten deutscher Produkte gehört, ist es das Ziel industrieller Spionage“, sagt Christian Schaaf von der Sicherheitsfirma Corporate Trust. Wer die Firma Phoenix Design im Stuttgarter Industriegebiet besucht, muss deshalb schon am Empfang eine Geheimhaltungserklärung unterschreiben. Zu den Kunden der Firma gehören Bosch, Siemens, Mercedes, Liebherr, Junghans, Loewe und Lamy. Das Designhaus ist so etwas wie eine Brutstätte deutscher Produktästhetik. Tom Schönherr, der Chef, hat schon den ersten tragbaren Apple-Computer mitdesignt. Er war dabei, als Steve Jobs 1982 in hier: positive öffentliche Meinung Person, die gern an technischen Konstruktionen bastelt und versucht, Lösungen für schwierige Probleme zu finden in einem Bereich besser sein als die Nase v¶rn haben jemand anderes der Initiator, Person, die die Idee für eine Aktion oder Initiatoren Organisation hat die Konkurr¡nz hier: Geschäfte/Firmen, die imitierte Produkte anbieten der K¡rnwert, -e zentrales/wichtigstes Ideal Erklärung, dass man Ereignisse und Arbeitsdie Geheimhaltungserklärung, prozesse in einer Firma nicht öffentlich -en machen wird die Brutstätte, -n hier: Ort, an dem viel Neues gemacht wird tragbar hier: so, dass man ihn in einer Tasche überallhin mitnehmen kann

der Ruf der T•ftler, -

10/13


48-53-Design_1013.qxd 03.09.13 14:09 Seite 51

Design MITTEL

der baden-württembergischen Kleinstadt Altensteig „alles vom Tisch fegte, was ihm nicht einfach genug war“. Die Reduktion auf das absolut Wesentliche ist bis heute Schönherrs Credo – und typisch für viele deutsche Produkte. Neben Schönherr sitzt Richard Grohe, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Hansgrohe. Europas größter Hersteller von Armaturen machte 2012 einen Umsatz von 805 Millionen Euro. Das Ranking aller Firmen des International Forum Design sieht Hansgrohe unter den 25 besten der Welt. Mehr als 400 Designpreise hat man gewonnen, sagt Grohe. Phoenix kommt auf über 500. Seit 25 Jahren arbeiten die beiden Firmen zusammen. Wenn Schönherr und Grohe reden, fängt manchmal der eine einen Satz an, der andere bringt ihn zu Ende. „Wir setzen uns zusammen“, sagt Grohe, „noch bevor es überhaupt die Idee für ein Produkt gibt“, sagt Schönherr. Vor ihnen auf dem Tisch liegen einige PlastikschaumModelle für eine Duschbrause. Drei Jahre haben sie daran

Deutscher Look Mit Peter Schreyer ist heute ein früherer VolkswagenMann für das Aussehen von Kia-Autos verantwortlich

10/13

asiatische Plagiate geht. Meistens „erkennt man den Unterschied sofort“, sagt er. Zwar würden asiatische %

v¶m T“sch fegen

einen Gegenstand mit der Hand (schnell) von einem Tisch wegnehmen; hier: stark ablehnen das Wesentliche das Wichtigste st¡llvertretend hier: ≈ in zweiter Position nach dem Chef der Vorstandsvorsitzende, -n Chef einer Gruppe, die eine Firma oder eine Organisation leitet die Armatur, -en Konstruktion zum Öffnen und Schließen von Wasserleitungen der }msatz, ¿e Summe aller Verkäufe in einer speziellen Zeit der Designpreis, -e Geld oder Gegenstand für das beste Design einige (-r/-s) mehr als eine (-r/-s) der Pl„stikschaum weiche, leichte Masse aus Plastik die Duschbrause, -n Konstruktion, bei der aus mehreren Löchern Wasser zum Duschen laufen kann die Gr•ndung, -en von: gründen = starten der Rat für F¶rmgebung deutsche Organisation für Design die Erf“ndung, -en neue Idee s“ch entw“ckeln hier: ≈ werden; da sein das Verstændnis Verstehen; Akzeptanz begeistert seien Konj. I von: begeistert sein = enthusiastisch sein; toll finden bereit so, dass man etwas tun will s“ch ausein„ndersetzen hier: ≈ genau studieren; untersuchen die Generation, -en Altersgruppe in einer Familie, z. B. Großeltern, Eltern, Kinder … auftreten hier: sprechen als ]s geht ¢m Das Thema / Der Inhalt ist

51

FOTOS: PETER SCHREYER; KIA

gemeinsam gearbeitet. Fegt Grohe auch schon mal Modelle, die ihm nicht gefallen, vom Tisch, so wie es früher Steve Jobs tat? „Ja“, sagt Schönherr. „Nein“, sagt Grohe. Man ist fast überrascht, dass es doch noch zwei verschiedene Menschen sind, die da vor einem sitzen. Hinter dem gemeinsamen Wunsch nach Perfektion steht eine Historie, die 1907 mit Gründung des Werkbundes beginnt. Zwölf Künstler und zwölf Firmen gaben sich damals das gemeinsame Ziel, deutsche Produkte durch ein besonders gutes Design auf dem Weltmarkt zu positionieren. Das hatte es bis dahin nicht gegeben. „Industriedesign“, sagt Andrej Kupetz vom Rat für Formgebung, „ist eine deutsche Erfindung.“

Anfangs kommt es immer wieder zu Streit. Aber über die Jahre entwickelt sich eine gemeinsame Sprache, irgendwo zwischen Kunst und Kommerz, ein Verständnis für die Denkart des anderen. 1946, als die britische Kommission durch Deutschland reist, stellt sie überrascht fest, dass die Firmenchefs wirklich „begeistert“ seien von gutem Design und „bereit, sich mit deren Philosophie auseinanderzusetzen“. Auf dieser Basis fangen sie nach dem Krieg neu an. Vor allem die radikal reduzierten Produkte des Braun-Designers Dieter Rams werden typisch für den deutschen Stil. Sie inspirieren den Apple-Chefdesigner Jonathan Ive bis heute. Der Kampf um die richtige Balance von Technik und Schönheit, sagt Peter Zec, sei in Deutschland Teil der „genetischen Codes von Generationen“ geworden. In Prozessen tritt Zec manchmal als Experte auf, wenn es um


48-53-Design_1013.qxd 03.09.13 14:09 Seite 52

Weniger ist mehr Nach diesem Prinzip arbeitet Phoenix-Chef Tom Schönherr

Designer sehen, ob etwas gut oder schlecht sei. Aber die Antwort auf das Warum sei für sie oft kompliziert. Während der Know-how-Transfer im technischen Bereich schon sehr stark ist, ist die Konkurrenz beim Design oft noch nicht so weit. Aber die Asiaten holen auf – mit deutscher Hilfe. Noch vor ein paar Jahren sahen die Autos von Kia oder Hyundai seltsam unbeweglich aus. Heute ist ihr Design deutlich besser. Das hat auch damit zu tun, dass der Chefdesigner von Kia Peter Schreyer heißt und ein Deutscher ist. Genauso Thomas Bürkle, der das europäische Designteam von Hyundai leitet. Das ist Strategie, sagen Auto- und Asienexperten. Auch bei Phoenix-Chef Schönherr, der schon für Sharp aus Japan und Huawei aus China gearbeitet hat, rufen immer öfter ausländische Firmen an, vor allem

Die radikal reduzierten Formen des BraunDesigners Dieter Rams inspirieren Apple-Designer Jonathan Ive bis heute.

während hier: im Kontrast dazu, dass aufholen hier: besser werden zu tun haben m“t eine Verbindung/Beziehung haben mit die [nfrage, -n hier: Auftrag bedienen hier: machen; akzeptieren s“ch m¡lden hier: anrufen oder eine Nachricht schicken das Äußere hier: Aussehen weitere (-r/-s) mehr; andere (-r/-s) verændern neu oder anders machen

52

Original und Kopie Apples iPod von 2001 und das Braun-Radio von 1958 sind nicht die einzigen Produkte beider Firmen, deren Design sehr ähnlich ist

solche aus China. „Es kommen so viele Anfragen, die können wir gar nicht bedienen.“ Das Interessante: Bei asiatischen Auftraggebern meldet sich, anders als bei Hansgrohe, nicht der Chef persönlich, sondern die Designabteilung. Das Produkt gibt es dann meistens schon, erzählt Schönherr, „die wollen nur noch ein schickes Äußeres.“ Er bekommt eine Datei mit den technischen Daten. Am Computer wird das Design geplant. Modelle aus Plastikschaum werden keine gebaut: Sie sind zu teuer, und ihre Herstellung braucht zu viel Zeit.

Die Designdaten gehen zurück nach Asien. Dort wird das Design oft noch ohne weiteren Kontakt mit den deutschen Designern verändert. Das Ergebnis macht Firmen wie Hansgrohe heute noch keine Angst. Aus den vielen Modellen auf dem Tisch haben sie nach langen Diskussionen die RaindanceBrause gewählt. Das ist eine Mischung aus Hand- und Kopfbrause, die es bis dahin noch nicht gab. Sie verkauft sich auch in China, gehört dort zu Bädern von Luxushotels wie dem St. Regis im hundertstöcki10/13


48-53-Design_1013.qxd 03.09.13 14:09 Seite 53

Design MITTEL

10/13

Das Loch macht den Unterschied Regenschirm von Konstantin Grcic für die japanische Lifestyle-Firma Muji

Das Ergebnis seiner Beobachtungen ist ein Loch. Ganz am Ende des Griffes und ungefähr so groß wie ein Euro-Stück. Ansonsten sieht der Muji aus, wie ein Regenschirm eben aussieht. Aber weil die Japaner durch das Loch Objekte an den Schirm hängen können, ist er zum Bestseller geworden. Es ist nur ein Schirm. Aber er erzählt etwas über die Generation Grcic und ihr neues deutsches Design. Der Stil ist immer noch reduziert. An dem Schirm findet man nur das Wesentliche. Mehr als das: Eigentlich hat Grcic nur etwas weggenommen. Bei Grcic im Atelier fühlt man sich in einen Kosmos katapultiert, der sich ökonomisch kaum messen lässt. Wie viel ist ein Loch wert? Auch bei weniger avantgardistischen Produkten bleiben die Antworten ungenau. Richard Grohe schätzt die Designkosten von Hansgrohe auf rund ein Prozent des Umsatzes, der Nutzen sei ein paar Mal höher. Genaueres können auch andere

Firmen nicht sagen. In ihren Dokumenten steht das Design höchstens auf der Kostenseite. Wie wichtig es für den Erfolg ist, das dokumentiert niemand. Wie sollten sie es auch kalkulieren? Für Grcic ist Design vor allem eine Art zu denken. Design Thinking nennen Experten das. Darin liegt dann auch eine Art Kopierschutz. Ein Design nachzubauen heißt noch lange nicht, dass man auch die dahinterliegende Idee verstanden hat. Einen Designer abzuwerben nützt nämlich nur wenig, wenn man nicht auch bereit ist, sich für seine Philosophie zu öffnen. 2

hier: ≈ Symbol sein für einer für den anderen hier: durch Arbeit bekommen hier: anfangen zu sein hier: ≈ beste (-r/-s) Werkzeug zum Schneiden von Holz voll von/mit Elektroabfall; Elektromüll manchmal immer wieder kurz und leicht stoßen hier: sehr kurzes, dünnes Ende Man hört „klock“. Konj. I von: gekommen sein hier: Mann, dessen Designwerkstatt in einem Hinterhof liegt Platz hinter einem Haus zwischen den Mauern der Nachbarhäuser mit wenig Licht) rebellieren gegen hier: gegen die Meinung vieler protestieren und sie ändern wollen sei Konj. I von: sein habe Konj. I von: haben s“ch geb¢nden hier: wegen … ein spezielles Design fühlen „n … machen beobachten genau sehen, was andere machen der [nhänger, - hier: kleiner Gegenstand, den man an etwas hängt der Gr“ff, -e hier: Teil des Regenschirms, den man in die Hand nimmt ans¶nsten hier: ≈ wenn man das nicht sieht eben hier: ≈ also … schætzen auf ungefähr kalkulieren, wie hoch … ist der N¢tzen ≈ Vorteil der Kopierschutz ≈ schriftliche Regeln, dass ein Produkt nicht ohne Erlaubnis von einer anderen Firma kopiert werden darf nachbauen hier: kopieren „bwerben motivieren, die Arbeitsstelle zu wechseln und für eine andere Firma zu arbeiten n•tzen ≈ helfen; Vorteile bringen

stehen für gegenseitig s“ch er„rbeiten entstehen größte (-r/-s) die Säge, -n v¶ller der El¡ktroschrott „b ¢nd zu t“ppen die Sp“tze, -n ]s m„cht kl¶ck. seien gek¶mmen der H“nterhof-Typ, -en (der H“nterhof, ¿e

FOTOS: CIRA MORO/PHOENIX DESIGN; PICTURE ALLIANCE/DPA; MUJI

gen Kingkey Finance Tower in Shenzhen. Inzwischen hat sich das Land für Hansgrohe zum größten Auslandsmarkt entwickelt. Für Design made in Germany ist China bis jetzt vor allem eine Chance und weniger ein Risiko. Schönherr und Grohe stehen für das in gegenseitigem Verständnis gewachsene Designkapital, das sich Deutschland in vielen Jahren erarbeitet hat. Aber es ist auch etwas Neues entstanden. Zu sehen ist es zum Beispiel in der Nähe des Münchener Hauptbahnhofs. Dort ist ein eigener, junger Designkosmos entstanden. In seinem Zentrum sitzt auf einem roten Stuhl Konstantin Grcic, ganz in schwarz. Der 46-Jährige wurde schon 2008 von der Kunstzeitschrift Art „zum größten lebenden Designer“ erklärt. In seiner Werkstatt gibt es keine Duschbrausen, dafür halbe Fahrräder, Sägen und Eimer voller Elektroschrott. Ab und zu tippt er mit der Spitze eines Regenschirms auf den Linoleumboden. Dann macht es klock. Er selbst erklärt es dialektisch. Nach dem Krieg dachten die Designer um Dieter Rams funktionalistisch. „Die wollten erklären können, dass ein Produkt so aussieht, weil es nur so aussehen kann.“ Dann, in den 80er-Jahren, seien die „Hinterhof-Typen“ gekommen, die dagegen rebellierten. Nur sei deren Freiheit am Ende „in den Hinterhöfen stecken geblieben“. Seine eigene Generation habe gegen nichts mehr rebellieren müssen. Auch sie arbeitet gern in Hinterhöfen, aber für Kunden wie BMW, Nespresso oder Boss. Rams mit seiner Reduziertheit ist ein Idol für seine Generation, aber sie fühlt sich nicht an ihn gebunden. Den klockenden Regenschirm hat er für die große japanische Lifestyle-Firma Muji designt. Er hat beobachtet, dass Japaner gerne viele verschiedene Dinge an ihr Handy hängen: Super-Mario-Anhänger, Stofftierchen, Glückskatzen. Auch hat er gesehen, dass die Japaner ihre Regenschirme nie in Kaufhäuser oder Museen mitnehmen. Weil alle sie davor abstellen, können sie sie am Ende oft nicht mehr unterscheiden.

53


54-Literatur_V2_1013 23.08.13 10:03 Seite 54

Weltliteratur

Bücher, die um die Welt gingen Teil 4: Frischs Homo Faber

MITTEL

Kontrolle verloren Denker mit Pfeife Max Frisch 1977

Die Konflikte des modernen Menschen sind sein großes Thema: Mit Homo Faber schreibt der Schweizer Schriftsteller Max Frisch einen Roman, der bis heute kaum an Aktualität verloren hat.

E

„Menschen sind anstrengend.“

nicht sterben (bei) hier: ein bisschen Ende des Lebens Sache, die zufällig passiert hier: sich etwas nicht s“ch einbilden Reales denken bloß hier: ≈ nur hier: eine Erfahrung erleben machen hier: etwas nicht tun, s“ch weigern weil man es nicht will beziehungsweise hier: ≈ oder ¶ffen hier: nicht entschieden; nicht klar s“ch beschæftigen m“t hier: ≈ studieren; untersuchen Das Thema / der Inhalt ]s geht ¢m ... ist ... ohne Pause über einschwatzen auf ein Thema zu jemandem sprechen obschon obwohl gr¢ndsätzlich hier: aus Prinzip “n der F¶lge danach das W¡rk, -e hier: Produkt eines Künstlers Buch, in dem der Text das Drehbuch, ¿er für einen Film steht

54

FOTO: PICTURE ALLIANCE/SVEN SIMON

überleben z¢m Teil der Tod, -e der Zufall, ¿e

r überlebt eine Notlandung in der mexikanischen Wüste. Trifft seine einzige Liebe wieder, die er länger als 20 Jahre nicht gesehen hat. Reist nach Südamerika, Frankreich, Italien, Griechenland. Beginnt eine Beziehung mit einer jungen Frau, die plötzlich stirbt. Er ist zum Teil schuld an ihrem Tod. Und sie ist seine Tochter – aber das weiß er erst, als sie im Krankenhaus noch um ihr Leben kämpft. Schließlich liegt er in einer Klinik in Athen und wartet auf seine Operation: Er hat einen Magentumor. Das alles passiert dem 50-jährigen Walter Faber in wenigen Monaten. In seinem Leben dominiert plötzlich der Zufall. Sein Leben lang glaubte der Ingenieur, dass er alles rational verstehen kann. Jetzt weiß er: Sein Leben kann er nicht kontrollieren. Und manche Fehler kann er nie wieder korrigieren. Am Anfang sagt er noch: „Ich kann mir keinen Unsinn einbilden, bloß um etwas zu erleben. (…) Ich weigere mich, Angst zu haben aus bloßer Fantasie, beziehungsweise fanatisch zu werden aus bloßer Angst.“ Am Ende kapituliert er. Zwar bleibt das Ende des Romans offen. Aber der Leser muss glauben, dass Faber bei der Operation stirbt. Homo Faber ist der zweite Roman des Schweizer Schriftstellers Max Frisch (1911 1991). Der Titel hat zwei Bedeutungen. Zum einen ist damit der Protagonist gemeint, der Mensch Walter Faber. Der Ausdruck „Homo faber“ (lateinisch für „der schaffende Mensch“, also jemand, der etwas herstellt), hat aber noch eine zweite Bedeutung. In der philosophischen Anthropologie nennt man so den modernen Menschen, im Kontrast zu früheren Epochen. Faber ist also auch ein Symbol. Max Frisch hat sich sein Leben lang mit den Fragen der Moderne beschäftigt. Die Konflikte des modernen Menschen sind in fast allen seinen Büchern Thema: die Suche nach der eigenen Identität; der Konflikt zwischen persönlicher Identität und

sozialer Funktion; die Situation des Menschen in einer Welt, die von Technik dominiert ist. Und fast immer geht es bei Frisch auch um die Liebe – und um den Konflikt zwischen Mann und Frau. Fabers Beziehung zu Frauen und den Menschen erklärt Frisch gleich am Anfang. Über seine Freundin sagt der Protagonist: „Ivy hatte drei Stunden lang, während wir auf die verspätete Maschine warteten, auf mich eingeschwatzt, obschon sie wusste, dass ich grundsätzlich nicht heirate.“ Wenige Zeilen später sagt er: „Menschen sind anstrengend.“ Walter Fabers Welt ist kühl, nicht emotional. Als plötzlich der Zufall und die Emotionen dominieren, ist das Resultat eine Tragödie. Frisch erzählt in kühler und sehr klarer Sprache. „Ein Bericht“ steht auf der ersten Seite des Romans. Als der Autor 1956/57 an dem Buch arbeitete, machte er mehrere Reisen. Fast alle Orte, an die Faber im Roman fährt, besuchte auch Frisch in dieser Zeit. Diese Jahre waren für den Autor eine Phase des Neuanfangs. 1954 publizierte er seinen ersten Roman, Stiller. Das Buch wurde ein kommerzieller Erfolg. In der Folge trennte sich Frisch von seiner Frau und beendete seine Arbeit als Architekt. Zehn Jahre lang hatte er ein eigenes Architekturbüro, Schriftsteller war sein zweiter Beruf. Nach Stiller konnte er vom Schreiben leben. Homo Faber ist Frischs international bekanntestes Werk. Bis Ende der 90er-Jahre wurde der Roman in 25 Sprachen übersetzt und in den deutschsprachigen Ländern mehr als vier Millionen Mal verkauft. 1991 kam der Film von Volker Schlöndorff in die Kinos, mit Sam Shepard, Julie Delpy und Barbara Sukowa. Frisch hatte noch am Drehbuch mitgearbeitet. Er starb kurz nach der Premiere, wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag. 2 Barbara Kerbel 10/13


55_Deins_1013 03.09.13 14:08 Seite 55

Die jungen Seiten von

Jeden Monat im Heft!

10/13

55


56-57-BusG_1013.qxd 05.09.13 10:11 Seite 56

Rettende Bombe Vor 50 Jahren sind 40 deutsche Bergmänner in der Tiefe gefangen. Die Retter haben bald keine Hoffnung mehr für sie. Da kommt ein Signal aus der Erde von Lengede – und die ganze Welt schaut dem Drama zu.

Notfall-Aufzug Mit der Dahlbusch-Bombe retten Helfer elf Männer

der B¡rgmann, ¿er gef„ngen

Arbeiter, der Salze oder Metalle aus der Erde holt hier: so, dass man nicht mehr weggehen kann der Tod, -e Ende des Lebens gut hier: ein bisschen mehr als der Sch„cht, ¿e hier: ≈ langer Gang unter der Erde; Tunnel unter der Erde schießen hier: sehr schnell kommen der Schl„mm extrem nasse Erde überleben nicht sterben das W¢nder, hier: ≈ positive Überraschung erw„rten hier: meinen, dass … passiert die Trauerfeier, -n Zeremonie für einen Toten das B¡rgwerk, -e Gänge und technische Konstruktionen unter der Erde, um Salze, Metalle oder Mineralien herauszuholen ausgeschlossen unmöglich bohren mit einem Gerät ein Loch machen die ]xtraausspezielles Exemplar; hier: gabe, -n spezielle Zeitung je hier: irgendwann einmal in der nächsten Zeit der L„ndsmann, Person, die aus demselben -leute Land kommt

56

S

ie sieht ein bisschen aus wie eine Bombe. So heißt sie auch, die Dahlbusch-Bombe. Aber das Gerät, das die Männer jetzt durch ein Loch 55 Meter tief in die Erde hinunterlassen, soll nicht den Tod bringen. Es soll Leben retten. Die Leben von elf Bergmännern. Sie sind seit gut zwei Wochen unter der Erde gefangen, seit dem 24. Oktober 1963. Im Schacht „Mathilde“ unter der Stadt Lengede (Nordrhein-Westfalen) arbeiten sie. Plötzlich schießen Wasser und Schlamm durch den Schacht, Millionen Liter. 79 Arbeiter kommen noch nach oben. Aber 40 bleiben unten. Die Retter glauben, dass sie alle tot sind. Aber am Ende werden elf überleben. Die Bild-Zeitung schreibt als erste vom „Wunder von Lengede“. So wird 30 Jahre später auch ein Film heißen.

Eigentlich haben die Menschen oben schon erwartet, dass der Tod der Bergmänner festgestellt wird. Eine Trauerfeier ist organisiert. Der Chef des Bergwerks sagt: „Ausgeschlossen, dass da noch was ist.“ Die Retter bohren trotzdem. Sie klopfen auf Metall. „1-2, 1-2-3.“ Da kommt wirklich eine Antwort: „1-2, 1-2-3.“ Journalisten aus der ganzen Welt reisen nach Lengede. Mehr als 400 Reporter, Fernsehen, Radio, Zeitungen. Die Bild-Zeitung druckt für die Männer in der Tiefe eine spezielle Extraausgabe, in der nur gute Nachrichten stehen. Sie wird nach unten gelassen. Auch Bundeskanzler Ludwig Erhard kommt. Über Mikrofon spricht er zu den Bergleuten. Noch weiß niemand, wie sie je wieder ans Tageslicht kommen sollen. Erhard sagt: „Meine lieben deutschen Landsleute. Ich glaube, 10/13


56-57-BusG_1013.qxd 05.09.13 10:11 Seite 57

Ein Bild und seine Geschichte MITTEL

2 Katja Riedel 10/13

Vor

noch passiert ist

100 Jahren

Was im Oktober

In Leipzig wird die Deutsche Lebens-RettungsGesellschaft (DLRG) gegründet. Die Gründung ist die Reaktion auf ein tragisches Unglück auf der Insel Rügen, bei dem ein knappes Jahr vorher 16 Menschen ertranken. Heute ist die DLRG mit 1,1 Millionen Mitgliedern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Ihr wichtigstes Ziel: Menschen vor dem Tod im Wasser zu schützen. Deshalb geben DLRG-Mitglieder Schwimmunterricht und schützen als Rettungsschwimmer Badegäste und Wassersportler.

19. OKTOBER 1913

die L¢ftblase, -n elend neidisch

AM 25. OKTOBER 1983

30 Jahren

Eine Übung zu

Schon acht Jahre will der westdiesem Text finden Sie auf deutsche Rocksänger Udo Lindenberg Seite 36. in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) auftreten, aber er darf nicht. Anfang 1983 publiziert er ein neues Lied: „Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow? Ich muss mal eben da hin. Mal eben nach Ost-Berlin.“ Darin spricht er Staatschef Erich Honecker direkt an. Für viele ist das eine Provokation. Niemand glaubt, dass er jetzt noch fahren darf. Aber Monate später steht Udo Lindenberg im Palast der Republik, dem Parlament der DDR. Der Auftritt ist ein Handel: Lindenberg darf auf DDR-Tournee, wenn er im Palast der Republik auftritt, bei einem Friedenskongress der DDR-Jugendorganisation. Das versprechen ihm Politiker. Aber sie halten sich nicht daran. Es bleibt Lindenbergs einziges Konzert in der DDR.

die Ges¡llschaft, -en gr•nden kn„pp ertr“nken auftreten der S¶nderzug, ¿e eben „nsprechen der H„ndel s“ch h„lten „n

hier: Organisation starten nicht ganz sterben, weil man zu lange unter Wasser war hier: vor Publikum singen und spielen spezieller Zug, der nicht im Fahrplan steht hier: ≈ schnell hier: sprechen zu Kauf und Verkauf; hier: Vereinbarung hier: sich orientieren an

sei erschlagen verh¢ngern verd¢rsten vorbeifließen das ]rz, -e (das Eisen der H¡lm, -e

das Rohr, -e f¡st Schaden nehmen der Sieger, heben die Grube, -n

hier: ≈ Stelle unter der Erde, an der es Luft gibt hier: ≈ auf schreckliche Art hier: unzufrieden, weil die anderen schon tot waren, er aber noch nicht Konj. I von: sein totgeschlagen sterben, weil man nicht genug zu essen hat sterben, weil man nicht genug zu trinken hat ≈ vorbeikommen; vorbeigehen Mineral, das Eisen zum Inhalt hat schweres Metall) ≈ spezieller Hut aus hartem Plastik, um den Kopf bei einem Unfall zu schützen ≈ langer, runder Gegenstand aus Metall oder Plastik hier: mit Kraft kaputt gehen; verletzt werden Gewinner nach oben nehmen hier: Bergwerk

FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

alle deutschen Herzen sind im Augenblick bei Ihnen.“ Sie antworten: „Haben gut verstanden.“ Aber gut geht es den Männern nicht. Für sie ist es kein Spektakel. Sie haben Angst in der kleinen Luftblase in einem alten Schacht, „alter Mann“ genannt. Fünf mal zehn Meter ist die Blase groß. Es ist dunkel und kalt, sie haben acht Tage lang nichts zu essen. Jeden Moment können Steine herunterfallen, zehn Männer sterben so. Einer der Männer in der Tiefe ist Helmut Webranitz, ein 28-jähriger Familienvater. Nur mit viel Glück kann er sich retten. „Mein Gott, du bist noch so jung, und jetzt gehst du elend kaputt“, denkt er. Das erzählt er 40 Jahre später einem Reporter der Wochenzeitung Die Zeit. Ein bisschen neidisch sei er auf die Toten gewesen. Er weiß ja nicht, wie er sterben muss, sagt er. „Erschlagen werden wäre ja noch okay, aber verhungern oder verdursten?“ Vier Tage lang trinkt Webranitz nichts. Dann trinkt er Wasser, das vorbeifließt und nach dem Erz aus dem Schacht schmeckt. Es ist das Wasser, in dem auch seine toten Kollegen neben ihm liegen. Webranitz überlebt. Auch, weil ihm im letzten Augenblick einfällt, dass er noch einen Helm hat. Mit dem schlägt er am 2. November, früh am Morgen, mit aller Kraft gegen ein Rohr aus Eisen. Das haben sie plötzlich über ihren Köpfen entdeckt. Er schlägt so fest, dass die Retter ihn hören. Bald schon kommen Essen und Getränke über ein kleineres Loch, auch warme Kleidung. Aber erst fünf Tage später werden die Männer wieder ans Licht kommen. Gerettet werden sie am 7. November durch ein ungefähr 60 Zentimeter breites Loch. Webranitz kommt als Sechster nach oben. Er trägt eine Sonnenbrille, damit seine Augen keinen Schaden nehmen. 336 Stunden war er in der Tiefe. Wie ein Sieger hebt er die Arme, so zeigen ihn Fotos. Zwei Jahre später fährt er wieder in den Schacht. Jeden Tag, bis die Grube 1979 geschlossen wird.

57


58-59-Bva_1013 04.09.13 12:00 Seite 58

Eine Übung zu diesem Text finden Sie auf Seite 36. hier: so, dass es viel mehr Bedeutung hat, als ausgesprochen wird der Piefke, -s österr. Deutscher n¡rven ≈ stören; ärgerlich machen der Neuankömmling, -e hier: Person, die noch nicht lange in Österreich lebt so, dass man einer wohlgesonnen anderen Person nur Gutes tun will zuvor hier: davor, vorher sich in eine (sehr) (viel) Boden gut m„chen gute Position bringen; sich einen (großen) Vorteil holen fort„n ≈ ab diesem Zeitpunkt Sag amoi Piefke, waast du Sag mal Piefke, weißt du eigentlich, wos Córdoba is? eigentlich, was Córdoba ist? österr. ¢nbedeutend unwichtig zumeist meistens das R•ckgrat, -e Reihe zusammenhängender kleiner Knochen in der Rückenmitte. Sie gibt dem Körper Stabilität; hier: ≈ wichtiger Erfolg s“ch st•tzen auf hier: als Grundlage haben die WM, -/-s kurz für: Weltmeisterschaft war mir nicht klar; ≈ verwar mir n“cht bew¢sst stand ich nicht der Gegner, hier: andere Mannschaft hier: ≈ so stark, dass man beeindruckend ein bisschen Angst bekommt die Her„bwürdigung, -en ≈ Kritik, durch die man sagt, dass jemand unwichtig ist oder nichts kann starke Ablehnung verursazuwider sein chen der Jubelschrei, -e lauter Freudenruf hier: laut und fröhlich statttoben finden in diesem Land; in dieser hierzulande Region Der Beginn von … kommt ]s geht auf … zu. näher. das Fußballschicksal, -e hier: ≈ Ereignisse im Leben eines Fußballfans, an denen er nichts ändern kann (ironisch) erleiden hier: ≈ erleben m“t einem Augenzwinkern ≈ mit Humor die EM, -/-s kurz für: Europameisterschaft bereits schon scheitern Misserfolg haben Naa, Piefke w¶ll ma kaane, Nein, Piefkes wollen wir (hier) nicht, geht bitte in geht’s bitte in die Fanzone! österr. die Fanzone! hier: als Gruppe laut einfallen “n hineingehen und Besitz nehmen von der Bez“rk, -e hier: Stadtteil begeistert sein toll finden „lles „ndere „ls ≈ das Gegenteil von der }msatz, ¿e hier: Summe aller Verkäufe in einer bestimmten Zeit s“ch n“cht be“rren l„ssen sich nicht unsicher machen lassen an einen bestimmten Ort s“ch begeben gehen ¢nverhohlen direkt; ehrlich den Mut haben, etwas zu s“ch trauen tun bedeutungsschwanger

58

Jockel Weichert über deutsche

Fußballfans In Wien haben es Fans der deutschen Nationalmannschaft nicht einfach, weiß der Autor. Kein Wirt will, dass sie in seiner Kneipe feiern – und gewinnen sollen die Deutschen auch nicht. Vielleicht hilft ein besonderer Fanklub?

E

h“. Das ist das erste Fremdwort, das man hier erlernen und gleich mal in den eigenen Sprachgebrauch aufnehmen sollte, denn „Eh“ ist das universale Generalwort überhaupt. „Eh“ ist ein Satz, vielleicht sogar mehrere Sätze. „Eh“ ist sehr bedeutungsschwanger. Und diese Bedeutungen sind die Geheimsprache der Wiener und die Ein-Wort-Waffe im Kampf gegen Piefkes und gegen alles andere, was sie nervt. Will man als „piefkenesischer“ Neuankömmling in Wien zum Beispiel etwas von einem Kollegen wissen, dem man nicht so wohlgesonnen ist, dann bekommt man gerne mal ein „Eh“. Und dann weiß man noch weniger als zuvor. Wenn man aber irgendwann gelernt hat, wie man dieses kurze, magische Wort ebenfalls als Wortwaffe einsetzen kann, hat man viel Boden gut gemacht bei den Österreichern. Und so antwortet man fortan auf die „ach so provozierend“ gemeinte Frage seiner österreichischen Bekannten: „Sag amoi Piefke, waast du eigentlich, wos Córdoba is?“ einfach mit „Eh!“. Schon hat man gewonnen. Auch wenn Córdoba für jeden Deutschen völlig unbedeutend und zumeist unbekannt ist. Aber Córdoba ist das Rückgrat, auf das sich der letzte Stolz des österreichischen Fußballs stützt. Denn beim FußballWM-Spiel in Córdoba, Argentinien 1978, besiegte die österreichische Nationalmannschaft erstmals und wohl auch letztmals die deutsche Nationalmannschaft mit drei zu zwei. (...) Als ein Fan meiner deutschen Nationalmannschaft war mir nicht bewusst, dass in Österreich grundsätzlich jeder Österreicher und jede Österreicherin immer für die Gegner der Deutschen ist. Egal, gegen wen wir spielen. Die Ablehnung des deutschen Fußballs ist beeindruckend. Und

die daraus resultierende Herabwürdigung der deutschen Erfolge ebenso. So hatte ich die ersten acht Jahre hier in Österreich ein schweres „Fußball-Leben“. Zum Fußballschauen habe ich das Haus nicht mehr verlassen, nachdem ich bei ein paar Spielen feststellen musste, wie sehr meine Freude den um mich herum anwesenden Österreichern zuwider war und dass ich mit jedem Jubelschrei mehr beschimpft wurde. 2006 – als die Welt zu Gast bei Freunden in Deutschland war und dort die Party tobte – war das eine besonders schmerzende Erfahrung hierzulande. Das passiert mir nicht noch einmal, dachte ich mir, als es 2008 auf die in Österreich und der Schweiz stattfindende Europameisterschaft zuging. Es musste etwas geschehen. Ich musste andere Deutsche finden, die ein ähnliches Fußballschicksal wie ich erlitten. Ich fand sie auch und so entstand ein Netz, die mit einem Augenzwinkern selbstironisch benannte Piefke Connection Austria als Gruppe von Deutschen in Österreich. Zur EM waren bereits 140 Deutsche Mitglied in der Gruppe, und nachdem die ersten Versuche scheiterten, für uns ein Lokal zu reservieren (O-Ton: „Naa, Piefke woll ma kaane, geht’s bitte in die Fanzone!“), fielen wir einfach in einem Lokal im fünften Bezirk ein. Der Wirt war alles andere als begeistert, jedoch war sein Umsatz sensationell und die Bar am Ende des Spiels ausgetrunken. Wir ließen uns von seinen Bitten, uns doch in die Fanzone zu begeben, nicht beirren und waren beim nächsten Deutschlandspiel wieder da. Endlich konnte auch ich mich unverhohlen für mein Team freuen und kein Österreicher traute sich, mich deswegen zu beschimpfen. 10/13


58-59-Bva_1013 04.09.13 12:00 Seite 59

Blick von außen SCHWER

Jockel Weichert

Die Piefke Connection Austria (PCA) ist mittlerweile die größte Gruppe von Deutschen in Österreich (1415 Mitglieder auf der Businessplattform XING, Stand Februar 2012). Längst geht es nicht mehr nur um Fußball. Die PCA ist Anlaufhafen Nr. 1 für „Neuankömmlinge“ aus Deutschland, die hier schnell Anschluss und Rat finden wollen. Rat in vielen Dingen, von der Arztwahl bis zur Autoummeldung, von den zu vermeidenden Fettnäpfchen über den neuen Lieblingswinzer im Burgenland oder in der Wachau, bis zum Rat, wie mit den neuen Kollegen in Österreich am besten umzugehen ist. Die PCA ist eine sehr lebendige Gruppe und besteht zu 90 Prozent aus in Österreich berufstätigen Deutschen aller Branchen. Wir treffen uns zu monatlichen Stammtischen in Wien, Linz, Innsbruck, Graz und Klagenfurt, zu Ausflügen und natürlich nach wie vor zum Fußballgucken. Allerdings mittlerweile in „etwas größerer Runde“. Zu den letzten von der PCA ver-

Der Autor, geboren 1974, kam 1999 aus München nach Wien. Er gründete dort die Piefke Connection Austria, wie er in dem Buch Deutsche in Österreich in einem Gastbeitrag beschreibt. Für dieses Buch hat Jörn Lacour 250 Deutsche befragt, die nach Österreich gezogen sind. Sie alle erzählen von ihrem Leben und ihren Erfahrungen im Nachbarland – und geben Tipps, worauf man im Alltag achten sollte. der Piefke, -s österr. der G„stbeitrag, ¿e

m“ttlerweile der St„nd længst der [nlaufhafen, ¿

der [nschluss vermeiden das F¡ttnäpfchen, -

der Lieblingswinzer, ¢mgehen m“t der St„mmtisch, -e

© 2012 LEKTORA GMBH, PADERBORN; FOTO: ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK

anstalteten Public Viewings kamen bis zu 3500 Menschen. Viele davon waren Deutsche aus Wien, aber auch sehr viele Österreicher, die mit den Piefkes feiern wollen. Hier findet der bilaterale Dialog eine ganz neue Ebene, und sicher merkt der ein oder andere Österreicher, dass Piefkes gar nicht so schlimm sind. Und anders herum genauso. So lassen sich Klischees über Bord werfen und neue Beziehungen aufbauen. Im Übrigen ist das deutsche Fußball-Nationalteam unter dem smarten Trainer Jogi Löw vielen Österreichern um einiges sympathischer als frühere Kader. Wien ist anders. Das muss man lernen, zu akzeptieren. Dann entdeckt man, wie schön Wien ist. Und dann kann man die hohe Lebensqualität dieser Metropole genießen. Ich bin sehr gerne hier. Und ich kann sagen: Ich bin gekommen, um zu bleiben, ich muss hier nicht mehr weg. 2

Deutscher hier: Text von einer Person, die vom Autor gebeten wird, für sein Buch einen kurzen Text zu schreiben

nach wie vor die R¢nde, -n das Public Viewing, -s engl.

die Ebene, -n s“ch über B¶rd w¡rfen l„ssen im Übrigen smart engl. der Kader, genießen

inzwischen hier: ≈ aktuelle Lage schon lange ≈ Person/Institution, die man um Rat und Hilfe bitten kann hier: Kontakt hier: nicht machen etwas Falsches oder Dummes, das man unabsichtlich sagt oder tut ≈ Lieblingsbauer, der Wein herstellt behandeln hier: Gruppe von Personen, die sich regelmäßig in einem Lokal treffen immer noch hier: Gruppe öffentliche Veranstaltung, bei der auf großen Plätzen Sport live gezeigt wird. (Das Wort gibt es in dieser Bedeutung auf Englisch nicht.) hier: ≈ Qualität eine Sache aufgeben ≈ außerdem gutaussehend und intelligent Mannschaft Freude haben an

„Eh“ ist das universale Generalwort überhaupt.

10/13

59


Mehr Sprache können Sie nirgendwo shoppen. Die besten Sprachprodukte für Ihr Deutsch, ausgewählt und empfohlen von Ihrem SprachenShop-Team aus dem Spotlight Verlag. SPRACHSPIEL

hern von den Mac ! von Spotlight

ARE YOU JOKING?

PRÜFUNG

AUSSPRACHE

MIT ERFOLG ZUM GOETHE-/ÖSDZERTIFIKAT B1

AUSSPRACHEKURS DEUTSCH

Das neue Spiel aus dem Spotlight Verlag, zusammengestellt von den Redakteuren von Spotlight! Englisch lernen wird mit diesem Spiel zum Witz. Spieler dürfen dabei Witze, Reime, Zungenbrecher und lustige Zitate zum Besten geben, gerne auch mimik- und gestenreich! Die Mitspieler hören genau zu und prüfen, ob sie ein Kärtchen mit einer im Text vorkommenden Vokabel besitzen.

Das Übungsbuch ist für die gezielte Vorbereitung auf die B1-Prüfung von Goethe-Institut und ÖSD. Es enthält zahlreiche Tipps, Beispiele und Lösungen, mit denen Sie lernen können. Sie erfahren alle Informationen, die für die Prüfung wichtig sind. In zwei Kapiteln können Sie die Übungen zum Wortschatz und zur Grammatik wiederholen. Mit Audio-CD.

Der Aussprachekurs Deutsch wendet sich sowohl an Lehrer, die in ihrem Unterricht Wert auf korrekte Aussprache legen und handliches und vollständiges Übungsmaterial suchen, als auch an Selbstlerner, die auf eigene Faust ihre Aussprache verbessern möchten. Die Übungen auf den sechs Audio-CDs sind sehr umfangreich, sodass jeder Lerner die Übungen für sein eigenes Niveau finden kann.

Englisches Sprachspiel. Niveau B1-C2 Artikel-Nr. 18128 € 19,95 (D)/€ 19,95 (A)

Buch (159 Seiten) mit Audio-CD. Deutsch Niveau B1. Artikel-Nr.: 75276 € 19,99 (D)/€ 20,50 (A)

Sechs Audio-CDs. Deutsch. Artikel-Nr. 74011 € 71,00 (D)/€ 71,00 (A)

GRAMMATIK

LERNLEKTÜRE

ÜBUNGEN

PRAXIS-GRAMMATIK DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE

DIE ENTSCHEIDUNG

SPRECHEN - SCHREIBEN - MITREDEN

Ideal zum Lernen, Üben und Nachschlagen. Sie finden alle wichtigen Grammatikthemen ausführlich erklärt mit zahlreichen Beispielen und praxisnahen Übungen.

Endlich Abitur! Doch statt der spannenden Erfahrungen, die Amelie machen wollte, findet sie sich plötzlich zwischen Hoffnung und Verzweiflung wieder. Mit Übungen und Hörbuch auf Audio-CD.

In 30 Kapiteln werden die Themen inhaltlich und sprachlich sehr detailliert erarbeitet. Den Lernern werden wichtiges Hintergrundwissen, Ausdrucksmittel und Formulierungshilfen bereitgestellt.

Buch mit 304 Seiten. Deutsch Artikel-Nr. 75279. € 16,99 (D)/€ 17,50 (A)

Buch (48 Seiten) + Audio-CD. Deutsch Artikel-Nr. 75278. € 9,95 (D)/€ 10,30 (A)

Buch mit 294 Seiten. Niveau C2. Deutsch Artikel-Nr. 75277. € 22,99 (D)/€ 23,70 (A)

Bei uns finden Sie Lese- und Hörproben zu den ausgewählten Produkten. Für aktuelle Informationen und 60-61_DP_Shop_10-13.indd 60

20.08.2013 10:33:03 Uhr


Kompetent. Persönlich. Individuell.

LERNLEKTÜRE

NACHSCHLAGEWERK

SPRACHCOMPUTER

DAS MISSVERSTÄNDNIS

PONS DEUTSCHE GRAMMATIK UND RECHTSCHREIBUNG

CASIO EX WORD G6500CP

Youna Sim ist Au-pair-Mädchen bei Familie Schall und fühlt sich wohl hier. Doch plötzlich ändert sich alles. Misstrauen beherrscht den Alltag. Youna ist ratlos: Was hat sie bloß falsch gemacht? Die unterhaltsamen Geschichten für Deutschlerner geben Einblick in den deutschen Alltag und sensibilisieren für kulturelle Unterschiede. Mit Worterklärungen, Übungen und Audio-CD.

In diesem Buch finden Sie einfache Grammatikerklärungen mit vielen Beispielen. Zahlreiche Tipps helfen Ihnen bei der Groß- und Klein-, Getrenntund Zusammenschreibung sowie bei häufigen Stolperfallen. Das Themenverzeichnis und das umfangreiche Sach- und Stichwortregister helfen Ihnen, alles schnell zu finden.

Das G6500CP ist ideal für den intensiven Sprachanwender, wie z.B. Lehrer, Dolmetscher und Linguisten. 21 professionelle Nachschlagewerke für Englisch, Französisch, Deutsch, Latein und jetzt auch Spanisch mit logisch strukturierten Inhalten bewährter Partner wie PONS, Oxford und Duden in nur einem Gerät! Eine Vielzahl intelligenter Suchfunktionen ermöglicht Ihnen einen zielgerichteten, schnellen und einfachen Zugriff.

Buch (48 Seiten) + Audio-CD. Deutsch Niveau A1/A2. Artikel-Nr. 75273 € 9,95 (D)/€ 10,30 (A)

Buch mit 352 Seiten. Deutsch Artikel-Nr. 75280 € 9,99 (D)/€ 10,30 (A)

VERBEN

WIE BESTELLE ICH DIESE PRODUKTE?

Elektronisches Wörterbuch. Div. Sprachen Artikel-Nr. 13073. € 299,90 (D)/€ 299,90 (A)

Einfach auf www.sprachenshop.de gehen. Nach Artikel-Nummer oder Produktnamen suchen. Bestellen. Gerne können Sie auch telefonisch, per E-Mail oder Post bestellen. Bei einer schriftlichen oder telefonischen Bestellung geben Sie bitte die Artikelnummer, die Menge sowie Ihre Anschrift an. VERBTABELLEN DEUTSCH Hier finden Sie ca. 3.000 Verben zum Lernen und schnellen Nachschlagen. Alle Verben für das Zertifikat Deutsch sind gekennzeichnet und die Zeitformen sind ebenfalls berücksichtigt.

E-Mail: Telefon: Fax: Post:

bestellung@sprachenshop.de +49 (0) 711 / 72 52-245 +49 (0) 711 / 72 52-366 Postfach 81 06 80 70523 Stuttgart Deutschland

Buch mit 132 Seiten. Deutsch Artikel-Nr. 75281. € 8,99 (D)/€ 9,20 (A)

Sonderangebote bestellen Sie einfach unseren kostenlosen Newsletter. Alles auf www.sprachenshop.de 60-61_DP_Shop_10-13.indd 61

20.08.2013 10:33:05 Uhr


62-64-SF_embrace_1013.qxd 04.09.13 12:00 Seite 62

Eine Oase für alle

In den Embrace-Hotels arbeiten Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam. Barbara Kerbel hat eines der Hotels in Berlin besucht.

Idylle im Zentrum Der Garten des Hotels in Berlin-Mitte ist mehr als 3000 Quadratmeter groß großer, flacher Gegenstand zum Tragen von Geschirr und Speisen Speisen und Getränke bringen; bedienen servieren „bräumen ≈ aufräumen der M“tarbeiter, - Angestellter die Beh“nderung, hier: ≈ gesundheitliches Prob-en lem, das man seit der Geburt oder einem Unfall hat ¢mgehen m“t hier: leben mit die Hot¡lfachfrau, Frau mit einer Ausbildung im -en Bereich Hotel souverän hier: ≈ ruhig, sicher

62

s¡lbstbewusst

≈ so, dass man sich gut findet, wie man ist s¡lbstständig hier: so, dass man ohne fremde Hilfe lebt sch„ffen hier: machen können das Bed•rfnis, -se hier: Sache, die man braucht R•cksicht nehmen auf ≈ an andere denken das Konz¡pt, -e Idee; Programm ≈ Hotel für Kongresse das Tagungszentrum, -zentren bieten hier: etwas Spezielles anbieten hier: sich mit dem Pass im einchecken Hotel offiziell anmelden

och, doch, die Arbeit macht ihr schon großen Spaß, sagt Ayla Holthöfer und lacht. „Aber die Tabletts werden immer schwerer.“ Sie lacht wieder. Es ist halb zwei Uhr am Mittag, und für heute ist ihr Arbeitstag zu Ende. Von sechs Uhr morgens bis zum Mittag hat die 28-Jährige im Berliner Hotel Grenzfall die Gäste bedient, ihnen das Frühstück serviert, Kaffee gekocht und Tische abgeräumt. Jetzt hat sie Feierabend und sitzt noch ein bisschen im Garten des Hotels. „Ich arbeite sehr gerne hier“, sagt sie. Auch wenn die Arbeit körperlich sehr anstrengend für sie ist. Holthöfer ist eine von 37 Mitarbeitern im Hotel Grenzfall. Was sie und ihren Arbeitsplatz besonders machen, erzählt sie selbst, bevor man sie danach fragen kann. „Ich habe Epilepsie und eine halbseitige Spastik“, sagt sie. Mit ihrer Behinderung geht die Hotelfachfrau sehr souverän um. Sie lebt in ihrer eigenen Wohnung, ist selbstbewusst und selbstständig und arbeitet sechs Stunden pro Tag. Mehr schafft sie nicht, weil das Stehen wegen ihrer Spastik sehr anstrengend für sie ist. In dem Hotel hat sie einen Arbeitsplatz gefunden, bei dem auf ihre Bedürfnisse Rücksicht genommen wird. Das ist das Konzept der Embrace-Hotels (siehe Kasten). 36 Doppelzimmer, ein Familienappartement, ein Tagungszentrum und 3000 Quadratmeter wunderbarer Garten, mitten im Zentrum der Hauptstadt: Das Hotel bietet seinen Gästen viel Komfort und eine familiäre Atmosphäre. Dass sie in einem Betrieb übernachten, in dem 28 der 37 Mitarbeiter ein Handicap haben – die meisten Gäste wissen es nicht, wenn sie einchecken. „Viele fragen erst bei der Abreise, was das Embrace-Label eigentlich bedeutet“, sagt 10/13

FOTOS: THOMAS ULRICH/LOBO STUDIO HAMBURG; B. KERBEL

das Tabl¡tt, -s

D


62-64-SF_embrace_1013.qxd 04.09.13 12:00 Seite 63

Embrace-Hotels MITTEL

Im Zentrum steht der Mensch Mit einem kleinen Hotel in Hamburg fing alles an: Das Stadthaushotel im Stadtteil Altona war 1993 das erste integrative Hotel in Europa. Mitarbeiter mit und ohne Behinderungen

Gute Kolleginnen Ayla Holthöfer (links) und Anja Lenitzki (rechts) arbeiten im Restaurant

Thomas Binroth, der Chef. „Und fast alle sind dann überrascht und sagen, dass sie keinen Unterschied zu anderen Hotels bemerkt haben. Das freut uns natürlich – genau so soll es sein.“ Erst auf den zweiten Blick ist zu sehen, was in diesem Hotel anders ist. Zum Beispiel das Design – das hat hier immer auch eine Funktion. Im Hotel Grenzfall ist jeder Stock in einer anderen Farbe gestaltet, das Erdgeschoss zum Beispiel in hellem Orange. Das hilft Mitarbeitern mit einer Sehbehinderung, sich zu orientieren – und auch Gästen mit Handicap, denn das Hotel Grenzfall ist selbstverständlich barrierefrei. Wer die Funktion nicht kennt, freut sich über die fröhlichen Farben. Auch die Zimmer sind nach verschiedenen Kriterien eingerichtet. „Zum Beispiel die Badezimmer“, sagt Binroth, öffnet eine Tür und zeigt auf die Dusche. „Bei uns gibt es keine Duschkabinen aus Glas und nur wenige Spiegel.“ Denn für Menschen mit einer Sehschwäche oder einer geistigen Behinderung ist es sehr schwierig, Glas so zu polieren, dass keine Streifen zu sehen sind. Die Bodenleisten in den Zimmern sind besonders hoch – „damit die Wand nicht kaputtgeht, wenn man beim Staubsaugen dagegen stößt“, erklärt Binroth. Das hilft 10/13

Mitarbeitern mit Bewegungsschwierigkeiten. Und hinter jedem Bett ist die Wand mit verschieden dicken Streifen bemalt – auch das hilft, sich im Raum zu orientieren. Noch wichtiger als das Design ist der persönliche Umgang im Team. „Das Team ist toll hier“, sagt Ayla Holthöfer. Im Vergleich zu anderen Hotels dieser Größe hat das Hotel Grenzfall mehr Mitarbeiter, denn viele der 28 Angestellten mit Handicaps können nicht in Vollzeit arbeiten. „Um das auszugleichen, brauchen wir mehr Mitarbeiter“, sagt Binroth. Davon profitieren auch die Mitarbeiter ohne Behinderung. „Die Atmosphäre hier ist viel lockerer als in den großen Häusern“, sagt Alina Herzberg, die an der Rezeption arbeitet. Die 25-Jährige hat ihre Ausbildung bei einer großen Hotelkette gemacht. „Dort war der Stress viel größer und die Atmosphäre nicht so herzlich“, sagt sie. Im Hotel Grenzfall ist sie seit der Eröffnung im August 2010, „und hier will ich auch bleiben.“ Ist die Arbeit mit den Kollegen mit Handicaps anders als die in anderen Hotels? Sie überlegt. „Nein, eigentlich nicht“, antwortet %

bem¡rken gest„lten die Sehschwäche, -n die geistige Beh“nderung, -en polieren der Streifen, die Bodenleiste, -n

staubsaugen

hier: sehen; merken hier: einrichten; ≈ ein Design geben ≈ Probleme beim Sehen z. B. Downsyndrom mit einem großen Stück Stoff sehr sauber und glatt machen längere, breite Linie ≈ sehr dünnes, langes Stück aus Holz oder Plastik, das direkt über dem Boden an der Wand entlang geht mit einem elektrischen Gerät den Boden reinigen

arbeiten dort bis heute gemeinsam im Team. Das gute Beispiel hat bald Nachfolger gefunden. 2006 haben elf Integrationshotels in Deutschland gemeinsam den Hotelverband Embrace gegründet. Ihr Ziel ist es, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen zu schaffen und den Kontakt zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern. Inzwischen sind schon 40 Hotels in Deutschland Mitglied, auch ein paar Hotels in anderen europäischen Ländern sind dabei. Insgesamt arbeiten mehr als 1000 Mitarbeiter in den Embrace-Hotels, im Durchschnitt haben 50 Prozent eine Behinderung. der M“tarbeiter, - Angestellter die Beh“nderung, hier: ≈ gesundheitliches -en Problem, das man seit der Geburt oder einem Unfall hat der Nachfolger, - hier: anderes Hotel mit dem gleichen Programm das Integrations- Hotel, in dem Menschen hotel, -s mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten gemeinsam zusammen der Hot¡lverband, Organisation für die ¿e Interessen von Hotels gr•nden starten sch„ffen hier: machen fœrdern hier: unterstützen/ helfen, dass man sich kennenlernt

bemalen der }mgang

mit Farbe malen auf hier: Art, wie einer mit dem anderen spricht und Rücksicht nimmt “n V¶llzeit „rbeiten zwischen 35 und 42 Stunden pro Woche arbeiten eine Balance herstellen; ausgleichen hier: erreichen, dass zu jeder Zeit im Hotel gearbeitet wird profitieren Vorteile haben l¶cker hier: frei; unkompliziert die Hot¡lkette, -n Firma, der viele Hotels an verschiedenen Orten gehören die Erœffnung, -en ≈ erstes Öffnen

63


FOTO: THOMAS ULRICH/LOBO STUDIO HAMBURG

62-64-SF_embrace_1013.qxd 04.09.13 12:00 Seite 64

Das Restaurant Die Angestellten servieren den Hotelgästen hier ihr Essen – Pausen inklusive

der Integrations- Hotel, in dem Menschen mit betrieb, -e und ohne Behinderung zusammenarbeiten die Beschwerde, von: sich beschweren -n hier: planen, wann wer einteilen arbeiten soll die Sch“cht, -en ≈ Arbeitszeit, wenn in einer Institution am Tag und in der Nacht gearbeitet wird das [rbeitspensum (tägliche) Arbeit; Aufgabe zur Benutzung immer an bereitstehen einer speziellen Stelle stehen hier: Tisch, wo die Speisen die Theke, -n und Getränke stehen der H¶cker, Stuhl ohne Lehne (die Lehne, -n Teil am Stuhl für den Rücken) in einer neuen Umgebung s“ch einleben alles so gut kennenlernen, dass man sich wie zu Hause fühlt s“ch wohlfühlen zufrieden sein; sich gut fühlen die Probezeit, -en Zeit, in der ein neuer Angestellter zeigen kann, dass er für eine Stelle gut qualifiziert ist die L¡rnschwäche, ≈ Probleme beim Lernen -n leiden „n hier: haben die Autoimmun- ≈ Autoimmunkrankheit erkrankung, -en kr¢mm hier: so, dass der Rücken nicht vertikal ist „nsteckend ≈ leicht an andere weiterzugeben hier: ohne gesundheitliche vertragen Probleme akzeptieren können hier: Unangenehmes akzepaushalten tieren, wie es ist f¡st hier: mit Arbeitsvertrag genießen ≈ Freude haben an zw“tschern singen (bei Vögeln) |m Br¢nnen ≈ Man hört das Wasser aus plætschert W„sser. den Fontänen nach unten fallen. der H“nweis, -e hier: Signal ¢nbedingt/ auf jeden Fall unbed“ngt

64

Die meisten Gäste wissen gar nicht, dass sie in einem Integrationsbetrieb übernachten.

sie. „Manchmal muss man jemandem etwas mehrmals erklären, aber das ist auch schon alles.“ Dann fällt ihr aber doch noch ein Unterschied ein: „Hier gibt es viel weniger Beschwerden von Gästen.“ Hotelchef Thomas Binroth teilt die Schichten so ein, dass jeder sein Arbeitspensum schaffen kann. Wer Pausen oder Unterstützung braucht, bekommt sie. Wenn Holthöfer im Restaurant das Frühstück serviert, steht neben der Theke ein Hocker für sie bereit. Auf den kann sie sich immer wieder für ein paar Minuten setzen und sich ausruhen. „Wenn Gäste mich fragen, warum ich sitze, erzähle ich ihnen von meiner Behinderung“, sagt sie. Auch Ayla Holthöfer ist schon seit der Eröffnung ein Teil des Teams. Es ist ihre zweite Arbeitsstelle. Sie kommt aus Bielefeld (Nordrhein-Westfalen), ihre Ausbildung hat sie dort in einem anderen EmbraceHotel gemacht. „Nach der Ausbildung wollte ich mal raus aus Bielefeld und in die Großstadt“, sagt die 28-Jährige. Da passte es gut, dass das neue Integrationshotel in Berlin noch Mitarbeiter suchte. Sie bewarb sich, bekam eine Stelle und zog in die Hauptstadt. In Berlin hat sie sich nach drei Jahren gut eingelebt. „Ich fühle mich wohl hier“, sagt sie. Aber ob sie für immer dort bleiben wird, weiß sie noch nicht. „Irgendwann will ich auch wieder etwas Neues ausprobieren.“ Außerdem lebt ihr Freund in Bielefeld – sie hat ihn erst kennengelernt, als sie schon in Berlin gewohnt hat. Ihre Kollegin ist gerade erst angekommen: Anja Lenitzki ist ganz neu im Team und an diesem Tag für die Nachmittagsschicht im Restaurant zuständig. „Ich bin

noch in der Probezeit“, sagt die 32-Jährige. Lenitzki hat eine Lernschwäche und leidet an einer chronischen Autoimmunerkrankung, Morbus Bechterew. „Das ist die Krankheit, bei der die Leute ganz krumm werden“, sagt sie und lacht. Wenn sie lacht, muss man mitlachen, so ansteckend wirkt ihre Fröhlichkeit. Anja Lenitzki hat Glück, denn es gibt Medikamente gegen ihre Krankheit, die sie gut verträgt. Deshalb kann sie acht Stunden im Restaurant arbeiten. „Ohne die Medikamente könnte ich die Schmerzen nicht aushalten“, sagt sie. Sechs Jahre lang hat sie in einem anderen Restaurant gearbeitet, aber irgendwann ging es dort nicht mehr. „Dort wurde kaum auf meine Behinderung Rücksicht genommen“, sagt sie. „Irgendwann konnte ich nicht mehr.“ Nach einem Praktikum im Hotel Grenzfall hat sie im Sommer fest angefangen. „Ich hoffe sehr, dass ich die Probezeit bestehe und bleiben kann“, sagt sie. Wenn sie Zeit dafür haben, setzen sich die Angestellten am Vormittag auf die große Terrasse. Sie frühstücken zusammen und genießen die Atmosphäre im Garten. Vögel zwitschern, im Brunnen plätschert Wasser, den Wind hört man in den Bäumen. Manchmal hört man ein Flugzeug. Der Lärm der Flugzeuge ist der einzige Hinweis darauf, dass man im Zentrum einer Großstadt ist. Das Hotel Grenzfall ist eine Oase – für die Mitarbeiter und für die Gäste. Auch wenn es Besucher gibt, die diese Idylle nicht so wirklich genießen können. „Wir hatten schon Gäste, die unbedingt ein Zimmer zur Straße haben wollten“, erzählt Holthöfer und lacht wieder. „Denen war das Vogelzwitschern im Garten zu laut.“ 2 10/13


65-RT_1013 04.09.13 12:01 Seite 65

Reisetipps LEICHT

Wachau

An der Donau Zwischen Natur und Kultur, gutem Essen und Trinken und Aktivität muss man sich in der Wachau nicht entscheiden. Die österreichische Region entlang der Donau ist ein Teil des UNESCO-Welterbes. Sie hat für fast jeden Besucher ein Angebot. Sportliche Urlauber fahren auf dem Donau-Radweg oder wandern auf dem Welterbesteig Wachau. Dieser 180 Kilometer lange Wanderweg geht vorbei an Ruinen und Schlössern. Genießer stoppen an einem der vielen Weingüter. Kulturinteressierte besuchen das barocke Stift Melk oder die historische Stadt Krems. Wachau Info Center Melk Tel. +43 (0) 27 52/5 11 60 www.donau.com

Wartburg

Historischer Ort

Wartburg Tel. +49 (0) 36 91/25 00 www.wartburg.de

Den wahrscheinlich bekanntesten Gast der Wartburg kennt in Deutschland fast jeder: Der Reformator Martin Luther versteckte sich dort und übersetzte die Bibel. Heute können alle Interessierten die thüringische Burg besuchen. Sie müssen nur auf das Plateau gehen. Dort sehen sie eine Mischung aus Barock und Gotik, Historismus und Renaissance. Die rund 1000 Jahre alte Burg wurde nämlich immer wieder größer gemacht. Wer über Nacht bleiben will und das Budget hat, kann im Hotel auf der Wartburg übernachten.

Wallis

Das Safran-Dorf

10/13

Brig Belalp Tourismus Tel. +41 (0) 27/9 21 60 30 www.brig-belalp.ch

FOTOS: NIEDERÖSTERREICH WERBUNG/ROBERT HERBST; EISENACH-WARTBURGREGION TOURISTIK GMBH; VALAIS/WALLIS PROMOTION/CHRISTIAN PERRET

Was sind typische Schweizer Lebensmittel? Viele denken da an Käse und Schokolade – aber sicher nicht an Safran. Im Südwesten der Schweiz wird das exotische Gewürz aber angebaut: in dem kleinen Dorf Mund, fast 1200 Meter über dem Meer. Vor rund 700 Jahren ist der Safran in die Schweizer Berge gekommen. Bis heute wird er zwischen Oktober und November geerntet. Die Munder machen zum Beispiel Safran-Risotto oder einen Aperitif daraus. Zur Ernte kommt das ganze Dorf zusammen. In einem Museum im Ort und auf einem Lehrpfad durch die Walliser Landschaft lernen Besucher mehr über das Gewürz.

WACHAU s“ch entscheiden hier: aus verschiedenen Angeboten das Beste für sich wählen entl„ng ≈ neben das W¡lterbe Häuser, Städte und Landschaften in aller Welt: Sie sollen für die Menschen der nächsten Zeit so bleiben, wie sie sind, und man darf sie nicht kaputt machen. der Genießer, - hier: Person: Sie liebt gutes Essen und Trinken. das Weingut, ¿er ≈ Bauernhof: Dort wird Wein hergestellt. (der Bauernhof, Ort: Dort wohnt und arbeitet ¿e eine Familie. Sie stellt Lebensmittel her, z. B. Kartoffeln und Gemüse, und/oder hat Tiere, z. B. Rinder und Schweine.) das St“ft, -e hier: große Kirche mit Wohnund Arbeitshäusern: Dort leben und arbeiten sehr religiöse Männer oder Frauen. WARTBURG ≈ großes, massives Schloss hier: an einen Ort gehen, wo man nicht leicht zu finden und sicher ist die M“schung, -en hier: Kombination die B¢rg, -en s“ch verst¡cken

WALLIS Gewürz: Aus ihm macht man auch gelbe Farbe. (das Gew•rz, -e z. B. Salz, Pfeffer, Anis …) „nbauen hier: sich um die Gewürzpflanzen kümmern ¡rnten hier: die Blätter sammeln der Lehrpfad, -e Weg mit Stationen und Informationen mit einem speziellen Motto der S„fran

65


66-67-KT_1013.qxd 03.09.13 14:26 Seite 66

Ausstellung

Generation Pop!

Kino

Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht In Die andere Heimat erzählte Regisseur Edgar Reitz Anfang der 80er-Jahre die Geschichte einer Familie aus der westdeutschen Gebirgsregion Hunsrück – zwischen 1919 und 1982. Sein neuer Film spielt im gleichen fiktiven Dorf, geht aber noch weiter zurück, nämlich ins Jahr 1843. Es ist eine Zeit großer Armut, in der viele von einem besseren Leben in Amerika träumten. Reitz zeigt intensive Bilder in SchwarzWeiß und die Suche nach dem Glück in der Fremde.

Pop hat die Welt verändert. Die Musik von Elvis und den Beatles prägte den Lebensstil ganzer Generationen. Pop durchdringt heute alles: Arbeit, Liebe, Kunst, Mode, Politik, Reisen, Wohnen. Eine multimediale Ausstellung über die Geschichte des Pop und wie er unser Leben verändert hat. Mit viel Musik. bis 21.9.2014 Völklingen (Saarland), Völklinger Hütte die Generation, -en ≈ Altersgruppe in einer Familie, z. B. Großeltern, Eltern, Kinder … verændern anders machen prägen hier: einen Effekt haben auf durchdr“ngen hier: überall zu finden sein

Lesung

Urs Widmer

Filmstart: 3.10. die Sehnsucht, ¿e der Regisseur, -e franz. die Geb“rgsregion, -en weit zur•ckgehen die [rmut die Fr¡mde

hier: starker Wunsch, an einen Ort zu gehen Leiter, der Schauspielern Instruktionen gibt Region in den Bergen hier: früh beginnen Situation, dass man arm ist hier: fremdes Land; ↔ Heimat

Reise an den Rand des Universums heißen die Lebenserinnerungen des 75-jährigen Autors. Gleich zu Anfang steht da: „Kein Schriftsteller, der bei Trost ist, schreibt eine Autobiografie.“ Widmer tut dies nicht und schreibt nur über die ersten 30 Jahre seines Lebens – die Zeit, bevor er vom Schreiben lebte. Von 1938 bis 1968 sammelte sich genug Material, um ein Buch zu füllen. die Lesung, -en

Konzert

Das Niveau

der R„nd, ¿er bei Trost sein

hier: Veranstaltung, bei der ein Autor Teile aus seinem Buch liest hier: ↔ Zentrum ≈ normal sein; nicht verrückt sein

2.10. 4.10. 27.10. 28.10.

Bielefeld CH-Zürich CH-Bern CH-Winterthur

Martin Spieß und Sören Vogelsang aus Berlin machen Mittelalter-Folk. Gitarre, Gesang und manchmal ein Kazoo dazu. Ihre Themen passen besser in die Zeit heute als ihre Barden-Kostüme. Sie singen von Werbung, Frischhaltefolie und Sylvester Stallone. Die beiden Jungs sind sehr komisch und haben wirklich Niveau.

10.10. 11.10. 12.10. 17.10. 19.10.

Köln Hannover Hamburg Berlin Bremen

24.10. 25.10. 26.10. 30.10. 31.10.

das Niveau, -s franz. das M“ttelalter der Ges„ng, ¿e die Fr“schhaltefolie, -n

66

Bochum München Frankfurt am Main Karlsruhe Nürnberg

hier: (gute) Qualität historische Zeit von ungefähr 500 bis 1500 nach Christus von: singen sehr dünnes Material aus Plastik zum Verpacken von Lebensmitteln

10/13


66-67-KT_1013.qxd 03.09.13 14:26 Seite 67

Kulturtipps MITTEL

Konzert

Christian Gerhaher Die Mädchen haben ihn zum Singen gebracht. Weil es dort viele hübsche Mädchen gab, ging Christian Gerhaher als Teenager in einen Chor. Heute ist er ein bekannter Bariton. Er singt in Opern und im Kammermusikduo mit dem Pianisten Gerold Huber. Auch als Solist kann man Gerhaher sehen. Und die Mädchen sitzen im Publikum. 12.10. München 23.10. A-Wien 30.10. Frankfurt am Main

≈ ein Motiv geben für; der Grund sein, warum man etwas macht das K„mmermusik- Duo, das Musik spielt, die für eine kleine duo, -s Zahl von Instrumenten oder Sängern geschrieben ist br“ngen zu

Buch

Haifische in der Spree MITTEL

Eine Immobilienfirma, protestierende Bürger und ein Mord: Die Bürger Berlins wollen nicht, dass die Firma Novaspree am Ufer des Flusses Büros baut. Sie malen Plakate und protestieren auf der Straße. Denn ihre freien Plätze und Strände an der Spree wollen sie behalten. Aber wem gehört das Ufer eigentlich? Dann passiert ein mysteriöser Mord bei Novaspree, der alle schockt. Wer hat das getan? Detektivin Elisabeth Aumann versucht, die Antwort zu finden. In dem Buch gibt es nicht nur diese spannende Geschichte, sondern auch viele Übungen und Informationen über Berlin. Eine CD zum Hören des Textes ist auch dabei. In einem Satz: Lernkrimi mit sehr nassem Ende Cornelsen Verlag, 9,95 Euro Buch

Tierisches Leben SCHWER

Theater

Karl und Rosa

Uraufführung: 3.10. Bonn, Theater Bonn, Kammerspiele das W¡rk, -e w“dmen der Übergang, ¿e das Kaiserreich, -e (der Kaiser, der Traum, ¿e die Regisseurin, -nen franz. inszenieren die Uraufführung, -en

10/13

hier: Produkt eines Künstlers hier: schreiben, um an … zu erinnern hier: Wechsel; Änderung großes Gebiet, in dem ein Kaiser regiert oberster Monarch) hier: Wunsch; Ideal Leiterin, die Schauspielern Instruktionen gibt ≈ auf die Bühne bringen erstes Mal, dass ein Theater oder Film vor Publikum gezeigt wird

In einem Satz: Tolles Buch, das zeigt, dass Tiere

den Menschen sehr ähnlich sein können. Kunstanstifter Verlag, 15 Euro

HAIFISCHE IN DER SPREE der Haifisch, -e gefährlicher Meeresfisch die Immobilienfirma, -firmen Firma, die für andere Leute ein Haus oder ein Stück Land kauft oder verkauft der M¶rd, -e kriminelles Tun, bei dem ein Mensch so verletzt wird, dass er stirbt sp„nnend ↔ langweilig der Verlag, -e Firma, die Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher herstellt

der Reim, -e die M¶tte, -n der Verlag, -e

TIERISCHES LEBEN ähnliche Wörter am Ende eines Gedichts fliegendes Nachtinsekt Firma, die Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher herstellt

67

FOTOS: ERF, CONCORDE FILMVERLEIH; DAS NIVEAU; JIM RAKETE FOR SONY CLASSICAL

Eines seiner letzten Werke widmete Alfred Döblin der Novemberrevolution 1918. Sie markierte den Übergang zwischen dem kaputten Kaiserreich und der Weimarer Republik. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg waren zwei Hauptfiguren dieses kurzen Traums von einer besseren Welt. Regisseurin Alice Buddeberg inszeniert die Geschichte Luxemburgs als Konflikt zwischen privater und politischer Identität.

Es sieht aus wie ein Kinderbuch, ist aber keins. Denn die vielen kleinen Reime zu verschiedenen Tieren sind voll von Humor, der auch sehr sarkastisch sein kann. Auch philosophische und melancholische Gedanken sind dabei. Manchmal sind die Reime aber auch sehr pragmatisch: So merkt die Motte schnell, dass es keine gute Idee ist, ins Licht zu fliegen. Es tut nämlich weh. Der Leser lernt schnell: Tiere, speziell Insekten, haben ein interessantes Leben. Alle Reime, geschrieben von Claudia Luz, sind sehr schön illustriert. Die Künstlerin Natalie Eichorn-Krims hat die Bilder gemacht.


68-Kolumne-1013 23.08.13 10:04 Seite 68

Kolumne SCHWER

Alia Begisheva über

das Wort „doch“ Es hat nur vier Buchstaben – aber 17 Bedeutungen: das Wort „doch“. Wer sie kennt, ist fast

ILLUSTRATION: BERNHARD FÖRTH

D

as Wörtchen „doch“ ist das Biest der deutschen Sprache. Ein gemeines Wesen, das Deutschlernende ganz schnell in Schwierigkeiten bringt. Es hat viele schreckliche grammatische Bezeichnungen: Modalpartikel, Antwortpartikel, Konjunktion, Konjunktionaladverb. Sie zeigen alle nur eins: dass dieses Wort mal „ja“ bedeutet, mal „nein“, mal „allerdings“, mal „schon“ oder „schließlich“, mal „aber“ oder „nur“. Mal umarmt es seinen Adressaten, mal verstößt es ihn. Zum Beispiel so: „Scher dich doch zum Teufel!“ Man kann danach lachen oder weinen. Wer Deutsch nicht schon als Kind gelernt hat: nur weinen. Laut Internet gibt es für „doch“ 17 Bedeutungen und 200 Synonyme. Man könnte das blöde Ding natürlich boykottieren. Das Problem: Es gibt Fälle, bei denen man nicht darauf verzichten kann. Man kann nämlich nicht jede deutsche Frage mit „ja“ oder „nein“ beantworten. Zum Beispiel: „Du willst mich nicht heiraten?“ Egal, ob man hier mit „ja“ oder „nein“ antwortet, die Antwort bedeutet immer das Gleiche, nämlich: „Ich will nicht.“ Um zu zeigen, dass man heiraten möchte, muss „doch“ her. Mit „doch“ ist alles gesagt. Mehr sogar: Es bringt eine gewisse Verwunderung über die Frage zum Ausdruck. Es sagt ungefähr: „Warum fragst du so etwas Blödes?“ Im Gegensatz zu „ja“ und „nein“ bringt „doch“ Emotionen zum Vorschein. Wer das Wort verwendet, hat in dem Moment vermutlich einen höheren Pulsschlag. Die Steigerung von „doch“ ist übrigens „Ja doch!“ und „Nicht doch!“. Achtung: Beides zeigt, dass der Sprechende gleich vor Ärger platzt. Also: Das „doch“ ist eine Messlatte. Wer es richtig benutzt, der kann behaupten, dass er Deutsch kann. Wirklich gut kann. 68

schon Muttersprachler.

das Biest, -er gemein das Wesen, die Bezeichnung, -en der Adressat, -en

unangenehmes Tier; hier: unangenehme, böse Sache ≈ böse lebender Organismus Name ≈ Empfänger einer Nachricht oder Information für immer wegschicken Geh weg!

verstoßen Scher d“ch d¶ch z¢m Teufel! (schnell) weggehen) (s“ch scheren das Böse als Person; Satan) (der Teufel hier: nicht benutzen verz“chten auf braucht man … m¢ss … her z¢m Ausdruck br“ngen zeigen; machen, dass man … erkennt hier: leicht; ein wenig gew“sse (-r/-s) ≈ Überraschung die Verw¢nderung z¢m Vorschein br“ngen machen, dass man … erkennt ≈ Puls der P¢lsschlag, ¿e von: steigern = hier: emotionadie Steigerung, -en ler werden; stärker werden sehr ärgerlich werden vor Ærger pl„tzen langes, flaches Stück Holz zum die M¡sslatte, -n Messen; hier: Signal/Zeichen für die Stärke einer Emotion Menge an Vokabeln der W¶rtschatz hier: sich stolz zeigen wegen „ngeben ≈ Schwarzbrot der P¢mpernickel Sache/Person, die man bei die [llzweckwaffe, -n verschiedenen Gelegenheiten verwenden kann durch ein Patent schützen patentieren Recht, eine Erfindung als (das Pat¡nt, -e Einziger wirtschaftlich zu nutzen) hier: bei anderen hören und übernehmen imitieren Objekt, das einen kulturellen das Kulturgut, ¿er Wert hat hier: etwas Wichtiges besonders unterstreichen deutlich machen hier: freundlicher/höflicher m“ldern machen die Unterst¡llung, -en von: unterstellen = etwas Negatives sagen, ohne zeigen zu können, dass es stimmt ]s “st z¢m Verzweifeln. ≈ Es macht mich unglücklich und nimmt mir den Mut.

„Doch“ kann man nur schwer übersetzen. Sogar im Englischen mit seinem großen Wortschatz gibt es dieses Wort nicht. „Doch“ ist typisch deutsch: Auf diesem Gebiet haben die Deutschen das absolute Monopol. Sie können wieder mal angeben, dass sie etwas haben, wovon die anderen nur träumen können: Fleiß und Disziplin, den Kölner Dom, Pumpernickel, „doch“ … „Doch“ als deutsche Allzweckwaffe: Ihr wollt Griechenland in der Krise nicht helfen? „Doch, aber …“ Ist Russland etwa keine Demokratie? „Doch, aber …“ Die Deutschen sollten ihr „doch“ auf jeden Fall patentieren, bevor andere Völker auf die Idee kommen, das Wort einfach zu übernehmen und zu benutzen, wie es ihnen passt. Ist ja nicht irgendein Auto, sondern Teil des Kulturguts.

„Dieses Wort bedeutet mal ‚ja’, mal ‚nein’, mal ‚aber’ und auch mal ‚nur’.“ Mit „doch“ haben Kinder sogar eine Waffe im Kampf gegen ihre Eltern: Sie sagen nicht nur permanent „nein“, sondern auch „doch“ – aus Protest. „Du hast dein Zimmer noch nicht aufgeräumt!“ – „Dooooch!“ „Die Dinosaurier gibt es nicht!“ – „Doooooooooooch!“ Auch heißt die deutsche Übersetzung von „Eppur si muove“, dem berühmten Satz Galileo Galileis: „Und sie bewegt sich doch!“ Man kann das Wort auch verwenden, um etwas zu unterstreichen: „Ich habe doch schon gesagt …“ Oder man benutzt es, um jemanden aufzufordern, etwas zu machen: „Denk doch mal nach!“ Hier hat es sogar eine mildernde Wirkung: „Gehen Sie doch vorbei!“ Ohne „doch“ wäre „Gehen Sie vorbei!“ nämlich sehr unhöflich. Auf jeden Fall ist es die perfekte Antwort auf jede Unterstellung: „Du willst kein Deutsch lernen!“ – „Doch! Doch! Ich will! Aber manchmal ist es doch zum Verzweifeln …“ 2 10/13


69-Vorschau_1013 05.09.13 12:11 Seite 69

Nächsten Monat in Deutsch perfekt Das November-Heft gibt es ab 30. Oktober

Trendstadt Zürich

FOTOS: ZÜRICH TOURISM/MARTIN RÜTSCHI; DIGITAL VISION/THINKSTOCK

Die größte Stadt der Schweiz ist immer in Bewegung. Der See, der Fluss, die Berge: Sie garantieren die extrem hohe Lebensqualität der Metropole. In Zürich-West, wo früher Fabriken standen, zeigt die Stadt gleichzeitig ihr modernes Gesicht: mit Zukunftsideen, kreativen Konzepten und traditioneller Stadtkultur in direkter Nähe. Wie können so unterschiedliche Lebensvorstellungen in einem kleinen Stadtteil wie Zürich-West funktionieren?

In Deutschland studieren Kostenlose Universitäten, gute Professoren, interessante Städte: Deutschland ist bei Studenten aus der ganzen Welt so populär wie noch nie. Was müssen sie wissen, damit das Studium in Deutschland zum Erfolg wird? Die wichtigsten Tipps, um sicher ans Ziel zu kommen.

IN DEN NÄCHSTEN MONATEN

Der 9. November Erwachsen werden

10/13

Jahre, in denen sich vieles ändert: Wie geht es jungen Deutschen auf dem Weg zum Erwachsensein? Was passiert in welchem Alter? Die wichtigen Stationen im Leben junger Menschen.

XXXXXXX: DDDD EEEE RRRRR WWWWW

Ein Tag wie kein anderer in der deutschen Geschichte: Gleich vier der wichtigsten Ereignisse passierten an einem 9. November. Gleichzeitig ist kein anderes Datum so paradox: In einem Jahr war es ein Tag der Freude, im anderen ein schrecklicher Tag.

Weihnachtsmärkte Gemütlich und romantisch Nordrhein-Westfalen Ein Deutsch-perfekt-Spezial

69


70-DACH-1013 23.08.13 10:05 Seite 70

D-A-CH-Menschen MITTEL

Einer von 98 Millionen: Wie denken Sie über das Leben,

Stephan Günther? Im Jahr 2023 sollen vier Menschen auf den Mars fliegen. Als einer von 100 000 hat sich der Fluglehrer aus der Nähe von Köln für die Mission beworben. Es wäre sein Abschied von der Erde: Ein Rückflug ist nicht geplant. Wo wollen Sie alt werden? Natürlich auf der Erde. Aber wenn das mit Mars One klappt, müsste ich diesen Preis eben zahlen.

der [bschied, -e

Moment am Ende eines Treffens; hier: ≈ Trennung für immer

eben

hier: ≈ also; wenn es sein muss

FOTO: STEPHAN GÜNTHER/WWW.SPACEDREAMSTUDIOS.COM

Sind Sie ein emotionaler Mensch? Ja, ich bin sehr emotional. Ich kann es inzwischen aber ganz gut kontrollieren. Macht zu viel denken unglücklich? Das kommt auf die Richtung an. Es kann auch glücklich machen. Wenn wir dadurch die Dinge machen, die uns glücklich machen. Sind wir frei – oder meinen wir es nur? Wir sind schon frei in allem, was wir tun. Ich glaube auch nicht, dass es einen vorgegebenen Weg gibt. Wir dürfen aber keine Angst davor haben, frei zu entscheiden. Freiheit darf man aber nur dann voll ausleben, wenn man anderen nicht schadet. 70

Was fehlt Ihnen zum Glück? Zu meinem Glück fehlt mir nur noch der Flug zum Mars. Alles andere habe ich schon. Hoffen Sie auf ein Leben nach dem Tod? Ich bin ziemlich sicher, dass es das gibt. Es wäre Verschwendung, wenn die vielen Erfahrungen eines Lebens verloren gehen würden.

Das k¶mmt auf … „n. Wichtig dabei ist … W“r s“nd schon frei ... hier: Ja/Doch: Wir sind frei ... vorgegeben

Was hoffen Sie, bleibt einmal von Ihnen? Ich hoffe, dass Positives bleibt. Es wäre schon schön, wenn ich einmal in den Geschichtsbüchern stehen würde. Wissen Sie, Neil Armstrong war in meinem Leben ganz wichtig. Als der erste Mensch, der auf dem Mond war, gestorben ist, war das für mich extrem emotional.

Wenn Sie auf den Mars fliegen würden, würden Sie Ihre Frau und Ihre drei Kinder zurücklassen. Wie schwierig war diese Entscheidung? Schwierig. Aber andererseits muss jeder Mensch im Leben die Dinge realisieren, die er sich wünscht. Nur dann ist er so glücklich, dass er andere glücklich machen kann.

hier: so, dass man nichts daran ändern kann

v¶ll ausleben

hier: (absolut) ohne Tabu leben

schaden

Nachteile bringen

„ndererseits

≈ ein anderer Aspekt ist, dass …

der Tod

Ende des Lebens

die Verschw¡ndung, -en

von: verschwenden = hier: weggeben/wegwerfen, obwohl man etwas noch gut brauchen könnte

verloren gehen

hier: aufhören, da zu sein

der S“nn

Bedeutung

das Naturgeräusch, -e Laut aus der Natur der Wert, -e

hier: ≈ Preis, mit dem man etwas vergleicht

das Kaugummi fürs Geh“rn

Fernsehprogramm von geringer Qualität, das man ohne Pause ansieht weiche Masse, die man lange kauen kann, und die z. B. nach einer Frucht schmeckt) hier: ≈ zwischen den Zähnen bewegen) Organ im Kopf, mit dem man denkt und fühlt)

(das/der Kaugummi, -s (kauen (das Geh“rn, -e w“ssenschaftlich

hier: mit einem Thema aus einem speziellen Bereich, der systematisch untersucht wird; z. B. Astrophysik, Medizin …

„Zu meinem Glück fehlt mir nur noch der Flug zum Mars.“ Wie wichtig ist Religion für Sie? Religion im klassischen Sinn ist überhaupt nicht wichtig für mich. Ich glaube aber, dass es etwas gibt, was dem Ganzen Sinn und Ordnung gegeben hat. Aber das ist kein Gott. Welche drei Dinge würden Sie zum Mars mitnehmen? Bilder und Videos meiner Familie und Naturgeräusche, zum Beispiel vom Meer. Welche drei würden Sie zu Hause lassen? Erstens Geld, das ist auf dem Mars absolut unnötig. Eigentlich auch auf der Erde: „Geld bekommt erst dann einen Wert, wenn man es weggibt“, hat mal einer gesagt. So ist es. Zweitens einen Fernseher. Dieses Kaugummi fürs Gehirn braucht auch kein Mensch – gut, außer die wissenschaftlichen Dokumentationen. Drittens: negative Gedanken. Die braucht da oben wirklich niemand! 2 Interview: Jörg Walser 10/13


Gut für den Kopf!

Besser mit Sprachen. Land und Leute verstehen – und nebenbei die Sprache lernen. Jeden Monat neu.

4 en Ausgab s ei zum Pr von 3 ! *

Bestellen Sie jetzt Ihr Lieblingsmagazin! www.spotlight-verlag.de/4fuer3

+49 (0)89/8 56 81-16

* Kennenlern-Angebot für Neu-Abonnenten: 4 Ausgaben eines Magazins Ihrer Wahl zum Preis von 3 (€ 18,60 / SFR 27,90 – Business Spotlight € 34,50 / SFR 51,75).

00-0062_Family_1-1.indd 1

23.08.13 10:31


07-0027_Plus_1-1_DP 12.04.13 14:28 Seite 1

Perfektion lässt sich leicht üben. Mit dem Übungsheft Deutsch perfekt Plus passend zur aktuellen Zeitschrift.

Deutsch perfekt Plus ist die ideale Ergänzung zur Zeitschrift: Bietet auf 24 Seiten vertiefende Übungen zu Grammatik, Wortschatz und Redewendungen Enthält Tests zur Überprüfung des Lernerfolgs Erscheint monatlich passend zur Zeitschrift

dem Zu je von Heft kt perfe h c s t Deu

Zusammen mit der Zeitschrift Deutsch perfekt steht Ihnen damit ein ideales Lernsystem zur Verfügung. Am besten, Sie probieren es gleich aus! Bestellen Sie jetzt Deutsch perfekt Plus zur aktuellen Zeitschrift:

www.deutsch-perfekt.com/plusheft


DP_Uebersteher_10-13.qxd 19.08.13 10:14 Seite 1

GRAMMATIK-TIPPS KOMPAKT: ALLE ZEITEN! Präsens, Perfekt, Präteritum, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II auf einen Blick!

Gestern, heute – oder morgen? Es gibt drei Zeitstufen oder auch Aktionszeiten: die Gegenwart, die Zukunft und die Vergangenheit. Auf einem Zeitstrahl kann man das so zeigen:

Vergangenheit

Gegenwart

Zukunft

(gestern; früher …)

(heute; jetzt …)

(morgen; in einer Woche …)

Vergangenheit Gestern war ich krank. Deshalb bin ich nicht zur Arbeit gegangen. Gegenwart Aber heute geht es mir schon wieder besser. Zukunft Morgen gehe ich wieder ins Büro. / Morgen werde ich wieder ins Büro gehen.

Um diese Zeitstufen auszudrücken, gibt es im Deutschen sechs Tempusformen: das Präsens, das Perfekt, das Präteritum, das Plusquamperfekt, das Futur I und das Futur II. Achtung: Die grammatische Tempusform entspricht im Deutschen nicht immer der Aktionszeit! Beispiel: Morgen fahre ich in den Urlaub. Tempusform = Präsens Zeitstufe/Aktionszeit = Zukunft

Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

Das Präsens benutzt man, … 2 um von gegenwärtigen Ereignissen und Zuständen zu berichten

oder Dinge zu beschreiben: Ich sitze (gerade) am Schreibtisch und arbeite. Die Handlung kann schon vorher angefangen haben, dauert aber zum Zeitpunkt des Sprechens noch an: Seit drei Stunden sitze ich nun schon hier und überlege. 2 um Ereignisse und Aktionen in der Zukunft zu beschreiben (plus Zeitangabe: morgen, nächste Woche …): Morgen habe ich frei, deshalb besuche ich (morgen) meine Tante. 2 um allgemeingültige, zeitunabhängige Tatsachen wiederzugeben: Die Erde dreht sich um die Sonne. 2 um Vergangenes lebendig, persönlich und emotional zu erzählen: Gestern komme ich heim, da sehe ich: Mein Fahrrad ist weg! 2. Formen

2 Unregelmäßige Verben ( = mit Vokalwechsel im Präsens)

Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

lachen lache lachst lacht lachen lacht lachen

Verben auf -t/-d warten warte wartest wartet warten wartet warten

e)i geben gebe gibst gibt geben gebt geben

eh ) i nehmen nehme nimmst nimmt nehmen nehmt nehmen

e ) ie sehen sehe siehst sieht sehen seht sehen

a)ä fahren fahre fährst fährt fahren fahrt fahren

„wissen“ hat besondere Formen im Singular Präsens: ich weiß, du weißt, er weiß

Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

au ) äu laufen laufe läufst läuft laufen lauft laufen

i ) ei wissen weiß weißt weiß wissen wisst wissen

o)ö stoßen stoße stößt stößt stoßen stoßt stoßen

3 Die Hilfsverben „haben“, „sein“ und das Verb „werden“ Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

haben habe hast hat haben habt haben

sein bin bist ist sind seid sind

werden werde wirst wird werden werdet werden

4 Die Modalverben

1 Regelmäßige Verben ( = ohne Vokalwechsel im Präsens) Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

Verben auf -eln wechseln wechsle wechselst wechselt wechseln wechselt wechseln

2 Einige Verben wechseln den Vokal in der 2. und 3. Person Singular:

Das Präsens 1. Funktion

Verben auf -s/-ss/-ß/-z reisen reise reist reist reisen reist reisen

Verben auf -n/-m öffnen öffne öffnest öffnet öffnen öffnet öffnen

Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

können kann kannst kann können könnt können

müssen muss musst muss müssen müsst müssen

sollen soll sollst soll sollen sollt sollen

dürfen darf darfst darf dürfen dürft dürfen

Jeden Monat neu: die aktuelle Zeitschrift für Deutschlerner www.deutsch-perfekt.com

mögen mag magst mag mögen mögt mögen

wollen will willst will wollen wollt wollen


DP_Uebersteher_10-13.qxd 19.08.13 10:14 Seite 2

GRAMMATIK-TIPPS KOMPAKT: ALLE ZEITEN! Präsens, Perfekt, Präteritum, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II auf einen Blick!

Das Perfekt 1. Funktion Das Perfekt benutzt man, …

3 Bildung des Partizips II

2 um über vergangene Ereignisse zu berichten, vor allem münd-

2 Regelmäßige Verben

lich, aber auch in persönlichen Texten wie Briefen:

% Was hast du gestern gemacht? & Ich bin nach Köln gefahren und habe meine Tante besucht. 2 um über abgeschlossene Vorgänge in der Vergangenheit zu berich-

ten, die einen Bezug zur Gegenwart haben: Seitdem Tante Elli weggezogen ist, sehe ich sie nur selten. 2 um über Zukünftiges zu berichten (als Ersatz für das Futur II): Morgen in acht Tagen habe ich dieses Projekt beendet: Dann habe ich alles erledigt! 2. Formen Das Perfekt bildet man mit der konjugierten Form von „haben“ oder „sein“ und mit dem Partizip II des Vollverbs.

1 Perfekt mit „haben“ Die meisten Verben bilden

Silbe -ge- und Endung -t: Wir haben gewartet und gelacht. Achtung: trennbare Verben: ab|holen Dann hat der Bus uns abgeholt. 2 Unregelmäßige Verben

Silbe -ge- und Endung -en: Als wir den Bus gesehen haben, haben wir die Koffer genommen. Achtung: trennbare Verben: ein|steigen, los|fahren, ein|schlafen Wir sind eingestiegen, losgefahren und pünktlich zu Hause angekommen. 2 Untrennbare Verben mit dem Präfix be-, emp-, ent-, er-, ge-,

miss-, ver-, zer- und Verben auf -ieren bilden das Partizip II ohne -ge-: Ich habe mit Max schon oft über das Thema diskutiert, aber er hat mich nie verstanden.

das Perfekt mit „haben“!

2 Mischverben

Elemente der regelmäßigen und der unregelmäßigen Konjugation: 2 Verben, bei denen ein Akkusativobjekt steht / stehen kann

(= transitive Verben), wie zum Beispiel: (jemanden/etwas) mögen, kaufen, essen, trinken, lieben … Ich habe meine Mutter sehr geliebt. 2 reflexive Verben: Wir haben uns gut verstanden. (sich verstehen)

2 Perfekt mit „sein“ 2 Verben, die einen Ortswechsel beschreiben (ohne

Infinitiv bringen brennen kennen nennen rennen

Präteritum er brachte es brannte er kannte er nannte er rannte

Perfekt / Partizip II er hat ... gebracht es hat ... gebrannt er hat ... gekannt er hat ... genannt er ist ... gerannt

4 Perfekt bei Modalverben Zusammen mit anderen Verben steht das Modalverb im Perfekt mit einer Form von „haben“ und doppeltem Infinitiv: Er hat das nicht machen können.

Akkusativobjekt!): fahren, kommen, gehen … Gestern bin ich früh von der Party nach Hause gefahren und (bin) gleich ins Bett gegangen.

ACHTUNG: Modalverben und die Verben „sein“ und „haben“ stehen selten im Perfekt! Meistens stehen sie im Präteritum:

Aber: Tom hat seinen Freund zum Arzt gefahren. (= jemanden fahren)

Er konnte das nicht machen, weil er keine Zeit hatte.

3. Satzbau

2 Verben, die eine Zustandsveränderung zeigen (einschlafen,

aufstehen, wachsen …): Ich bin erst spät eingeschlafen, und heute Morgen bin ich müde aufgewacht. 2 Die Verben sein, bleiben, werden, passieren: Tom ist heute zu Hause geblieben. Ihm ist klar geworden, dass er Urlaub braucht. Das ist ihm noch nie passiert!

Position Aussagesatz Fragesatz mit Fragewort: Fragesatz ohne Fragewort:

I. Wir

II. haben

III. lange

Satzende gewartet.

Wann

ist

der Bus

angekommen?

Seid

ihr

pünktlich

abgefahren?

Genauso im Plusquamperfekt und im Futur I und II


DP_Uebersteher_10-13.qxd 19.08.13 10:14 Seite 3

Das Präteritum 1. Funktion

3 Die Hilfsverben „haben“, „sein“ und das Verb „werden“

Das Präteritum … 2 ist das Tempus für die Vergangenheit in der geschriebenen

Sprache. Es steht zum Beispiel in Berichten, Erzählungen, Märchen, Reportagen und anderen Zeitungstexten: Gestern passierte ein Unfall auf der Schnellstraße. Der Fahrer eines Pkws fuhr zu schnell und kam von der Straße ab. 2 steht bei den Verben „sein“, „haben“, „werden“ oft statt des Perfekts: Die Straße war nass. Der Autofahrer hatte aber Glück: Er wurde nur leicht verletzt. 2 steht beim Verb „geben“ (es gibt) und den Modalverben (können, müssen) fast immer statt des Perfekts: Andere Verletzte gab es nicht. Der Fahrer musste zwar ins Krankenhaus, konnte aber bald nach Hause gehen. Regelmäßige Verben

2. Formen

bilden das Präteritum mit -t-: lachen ) er lach-te

Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

haben hatte hattest hatte hatten hattet hatten

sein war warst war waren wart waren

werden wurde wurdest wurde wurden wurdet wurden

4 Die Modalverben Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

können konnte konntest konnte konnten konntet konnten

müssen musste musstest musste mussten musstet mussten

sollen sollte solltest sollte sollten solltet sollten

dürfen durfte durftest durfte durften durftet durften

Verben auf -d oder -t bilden das Präteritum mit -et: warten )

Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

Er konnte helfen. =

Verben auf -t/-d warten wartete wartetest wartete warteten wartetet warteten

lachen lachte lachtest lachte lachten lachtet lachten

ACHTUNG UMLAUT:

er wart-ete

1 Regelmäßige Verben

Präteritum (Indikativ!)

Verben auf -n/-m öffnen öffnete öffnetest öffnete öffneten öffnetet öffneten

Er könnte helfen. = Konjunktiv II Ebenso: musste - müsste; durfte - dürfte; mochte – möchte

2 Unregelmäßige Verben 2 Unregelmäßige Verben haben im Präteritum einen Vokalwechsel:

Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

e)a geben gab gabst gab gaben gabt gaben

e)i gehen ging gingst ging gingen gingt gingen

o)a kommen kam kamst kam kamen kamt kamen

a)u fahren fuhr fuhrst fuhr fuhren fuhrt fuhren

ie ) o bieten bot botest bot boten botet boten

FOT O: T HIN KST OCK

geben ) er gab 2 Die Verbformen der 1. und 3. Person Singular haben keine Endung: ich gab; er gab 2 Verben auf -d oder -t haben in der 2. Person Singular die Endung -est, in der 2. Person Plural -et: Du botest viel. Ihr botet mehr.

Andere unregelmäßige Präteritumformen: i ) a: finden – fand; ei ) ie: bleiben – blieb; a ) i/ie: fangen – fing; schlafen – schlief

Jeden Monat neu: die aktuelle Zeitschrift für Deutschlerner www.deutsch-perfekt.com

mögen mochte mochtest mochte mochten mochtet mochten

wollen wollte wolltest wollte wollten wolltet wollten


DP_Uebersteher_10-13.qxd 19.08.13 10:14 Seite 4

GRAMMATIK-TIPPS KOMPAKT: ALLE ZEITEN! Präsens, Perfekt, Präteritum, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II auf einen Blick!

Das Plusquamperfekt 1. Funktion Das Plusquamperfekt …

Das Futur II benutzt man, …

2 benutzt man, um über Ereignisse/Handlungen aus der

2 um Handlungen, Visionen und Vermutungen zu Ereignissen zu

Vergangenheit zu berichten, die nacheinander stattgefunden haben: Handlung A (= Plusquamperfekt) passierte vor Handlung B (= Präteritum/Perfekt): Nachdem ich den Zug verpasst hatte, fuhr ich mit dem Taxi zum Flughafen. (Handlung A = Zug verpassen) (Handlung B = mit dem Taxi fahren) Es ist also das Tempus der Vorzeitigkeit in Relation zum Präteritum oder Perfekt: Aber als ich am Flughafen ankam, war das Flugzeug schon gestartet. 2 wird oft schriftlich benutzt, oft in Temporalsätzen mit „nachdem“.

beschreiben, die zu einem Zeitpunkt in der Zukunft schon abgeschlossen sind: Nächste Woche wird er die Prüfung bestanden haben. In zwei Jahren wird er sein Studium (wohl) beendet haben. 2 für energische Aufforderungen: In einer Stunde wirst du deine Aufgaben erledigt haben, sonst darfst du nicht weggehen!

2. Formen Das Plusquamperfekt bildet man mit dem Präteritum von „haben“ oder „sein“ und dem Partizip II des Vollverbs: Infinitiv ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie

warten hatte gewartet hattest gewartet hatte gewartet hatten gewartet hattet gewartet hatten gewartet

fahren war gefahren warst gefahren war gefahren waren gefahren wart gefahren waren gefahren

Bildung mit „haben“ oder „sein“? Perfektbildung mit „haben“ ) Plusquamperfekt mit der Präteritumform von haben (hatt-) Perfektbildung mit „sein“ ) Plusquamperfekt mit der Präteritumform von sein (war-) (zur Bildung des Partizips II: siehe Perfekt)

Das Futur I und das Futur II 1. Funktion Das Futur I benutzt man, … 2 um über zukünftige Ereignisse/Handlungen zu berichten,

und um die Absicht zu betonen: % Mama, nächstes Jahr werde ich immer die Hausaufgaben machen und (ich werde) viel lernen. 2 zum Beschreiben von erwarteten Ereignissen, Visionen und Prognosen: Ich werde bessere Noten haben und (ich werde) der beste Schüler der Klassen sein! 2 zum Ausdruck von Vermutungen für die Gegenwart oder die Zukunft: & Das wird wohl nicht einfach werden. Aber du wirst es schon schaffen! 2 für energische Aufforderungen: Du wirst jetzt sofort still sein! (= Sei jetzt sofort still!)

Achtung: Futur I und II dienen oft zum Ausdruck von Vermutungen! Diese werden mit modalen Adverbien modifiziert: 2 hohe Sicherheit: sicher/bestimmt/sicherlich: % Warum ist Milan nicht da? & Er wird sicher noch im Büro sein. 2 weniger Sicherheit: wahrscheinlich/vielleicht/vermutlich: Vermutlich wird er viel Arbeit haben. / Wahrscheinlich wird er heute viel Arbeit gehabt haben. Sein Kollege wird nicht da gewesen sein, da er gestern krank war.

2. Formen Futur I: werden + Infinitiv Sie wird heiraten, sie wird drei Kinder haben, und sie wird glücklich sein. Futur II: werden + Partizip II + Infinitiv von „haben“ oder „sein“: Ich hoffe, am Ende meines Lebens werde auch ich mein Glück gefunden haben! Aber bis dahin wird noch vieles passiert sein.

Infinitiv: finden Futur I ich werde du wirst er/sie/es wird wir werden ihr werdet sie/Sie werden

finden finden finden finden finden finden

Futur II werde wirst wird werden werdet werden

gefunden haben gefunden haben gefunden haben gefunden haben gefunden haben gefunden haben

Futur II: Bildung mit „haben“ oder „sein“? Perfektbildung mit „haben“ ) Ich habe es gefunden. )

Futur II auch mit „haben“: Ich werde es gefunden haben.

Perfektbildung mit „sein“ Es ist nichts passiert.

Futur II auch mit „sein“: Es wird nichts passiert sein.

) )

Herausgeber und Verlagsleiter Dr. Wolfgang Stock Chefredakteur Jörg Walser Autorin Barbara Schiele Gestaltung Georg Lechner (BfGuK, 80469 München) Vertriebsleitung Monika Wohlgemuth Verlag und Redaktion Spotlight Verlag GmbH, Postfach 1565, 82144 Planegg, Tel. +49 (0)89/85 68 10, E-Mail abo@spotlight-verlag.de (Kundenservice) Druck Bresler Medien GmbH, 91058 Erlangen © Spotlight Verlag 2013, auch für alle genannten Autoren, Fotografen und Mitarbeiter

Jeden Monat neu: die aktuelle Zeitschrift für Deutschlerner www.deutsch-perfekt.com


01_Titel_DP_Deins_1013 21.08.13 10:10 Seite 1

Die jungen Seiten von

Oktober 2013 Alle Texte auf Stufe A2 LEICHT

urs k h ac Spr innen! gew

Quiz Wie gut kennst du Deutschland? Seite 4


02-03_Deins_1013.qxd 02.09.13 14:38 Seite 2

KALEIDOSKOP das Motorrad, ¿er ≈ Fahrrad mit Motor: Es kann sehr schnell fahren. das Cabrio, -s kurz für: Cabriolet „bgeschnitten Part. II von: abschneiden = wegschneiden v¶ller voll mit

Ein Polizist fährt mit seinem Motorrad auf der Blauenthaler Hauptstraße in Eibenstock (Sachsen). Auf der anderen Straßenseite kommt ein Cabrio mit vier jungen Männern vorbei – aber das Kennzeichen fehlt. Deshalb will der Polizist das Auto kontrollieren. Da parkt der Fahrer das Cabrio schnell, und die vier Männer laufen weg. Der Polizist kann kaum glauben, was er jetzt sieht: Das Cabrio ist ein Pool! Die Jugendlichen haben das Dach abgeschnitten. Der Innenraum ist blau und voller Wasser. Natürlich ist jetzt Schluss mit dem Badespaß: Der exotische Pool steht heute bei der Polizei. Legal war der Pool mit Motor nämlich nicht.

Diesen Text kannst du mit einem PremiumAbo (siehe Deutsch perfekt Seite 20) hören: www.deutsch-perfekt.com/service

Kennt jemand die Band Trümmer? Auf den großen Festivals konnte man sie diesen Sommer zum ersten Mal sehen und hören. Es hat vorher keine Werbung gegeben und auch kein Album. Im Internet war auf Youtube nur ein Song zu finden: „In all diesen Nächten“. Das passiert nicht oft. Eine neue Band tut normalerweise alles, um bekannt zu werden. Es gibt eine Webseite, verschiedene Songs und Informationen über die Musiker. Aber die Hamburger Paul Pötsch, Tammo Kasper und Maximilian Fenski wollten genau das nicht. Sie sagen, dass sie und ihre Musik für das Publikum so interessanter sind. Außerdem finden sie es gut, vor Leuten zu spielen, die wenig über sie wissen. Das ist dann nämlich eine größere Herausforderung. „Wir suchen etwas, das es noch nicht gibt“, schreibt das Trio im Internet. Ein Motto, das zu Trümmer passt.

2

10/13

die Tr•mmer Pl. die W¡rbung

≈ große kaputte Teile, z. B. von einem Haus von: werben = versuchen, ein Produkt sehr bekannt zu machen normalerweise ≈ meistens: Das ist normal. die Herausforderung, -en hier: ≈ interessante Aufgabe


02-03_Deins_1013 21.08.13 10:10 Seite 3

DEIN WORT d“ssen (Verb) Jemanden zu dissen bedeutet, schlecht Diese Vorlesung ist sehr individuell. Sie findet nämlich an keiner Universität statt, sondern im Wohnzimmer. Der Professor spricht vor einem kleinen Publikum: einem Schüler, seinen Freunden, interessierten Erwachsenen. Die erste dieser speziellen Vorlesungen war im September. Aber warum kommt ein Professor ins Haus? Die Idee zu dieser Aktion kommt von der Kampagne „Studieren in Fernost“. Ihr Ziel: In Ostdeutschland sollen mehr Schüler aus Westdeutschland studieren. Die Professoren, die an der Kampagne teilnehmen, arbeiten alle an ostdeutschen Universitäten – und besuchen Schüler in Westdeutschland.

TITELFOTO: ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK; FOTOS: POLIZEI; LANDSTREICHER BOOKING/JULIA KUECHLER; FOTOLIA/Y. ARCURS

die Vorlesung, -en Unterrichtsform an der Universität F¡rn¶st gemeint ist hier: Orte, die weit weg im Osten von Deutschland liegen (hier iron.) das Ziel, -e hier: Resultat: Das will man erreichen.

über jemanden zu reden oder eine Person, die man nicht mag, schlecht zu behandeln und sie zu ignorieren. Der Ausdruck kommt von dem englischen Slangwort to diss. Jenny: Die neue Freundin von Christian ist eigentlich ganz okay, oder? Sabine: Finde ich auch. Mir tut sie leid, weil alle über sie lachen und schlecht über sie reden. Jenny: Hm, ich verstehe es auch nicht genau, warum sie so gedisst wird.

Stadt. Bei Sie laufen mit dem Smartphone durch die tippen Sie n. stehe sie en bleib Sehenswürdigkeiten von ss Ingre : Spiel Ihr lay. auf das Disp und App einer mit ert tioni funk Google. Es GPS. Auch in den deutschsprachigen Länss dern ist es ziemlich populär. Bei Ingre eirdigk nswü Sehe zu er Spiel müssen die ren. Das ist ten gehen und virtuelle Portale konstruie n gegentione Frak zwei i dabe nicht so einfach, weil einen die en mach Zeit e ganz einander spielen. Die Eren Echt tt. kapu er wied le den anderen diese Porta nmme zusa ren ande mit die er, folg haben nur Spiel nach n habe en erinn Spiel e spielen. Österreichisch Level 8 bei diesem Prinzip in Bratislava das höchste anderen keine wie viel so – rt 64 Portalen konstruie ! nsch kwu Glüc n. Spielerinnen vor ihne

t“ppen r/ gegeneinande r gegenein„nde ¡cht der Erf¶lg, -e

drücken Finger leicht hier: mit dem n re de an n eine einer gegen h hier: ≈ wirklic ltat su Re s ive sit po

10/13

3


04-07_Quiz_1013 21.08.13 10:11 Seite 4

WIE GUT KENNST D U Im großen Deutschland-Quiz von Claudia May kannst du zeigen, wie gut du das Land kennst. Mit ein bisschen Glück kannst du auch gewinnen und an einem von vier Sprachkursen teilnehmen!

5. Wie heißt der Sänger der Band Tokio Hotel? a) Gustav Schäfer b) Bill Kaulitz c) Tom Kaulitz der Sænger, -

Mann: Er singt.

6. Was gibt es in Berlin nicht? a) den Fluss Spree b) das Brandenburger Tor c) die Frauenkirche 1. Welche Stadt im Norden Deutschlands ist auf dem Bild zu sehen?

7. In dieser Stadt kann man im Zentrum surfen: a) Saarbrücken

____________________________

b) München c) Leipzig

2. Wie heißt das Basketballteam von Dirk Nowitzki? a) Brose Baskets Bamberg

8. Was trinken die Deutschen am meisten?

b) Dallas Mavericks

a) Bier

c) Houston Rockets

c) Kaffee

3. Wie lange dauern in Deutschland die Schulferien im Sommer? a) mindestens fünf Wochen b) mindestens sechs Wochen c) mindestens sieben Wochen

b) Limonade

9. Mit welchem Song hat Lena Meyer-Landrut 2010 den Eurovision Song Contest gewonnen? a) Satellite b) Ein bisschen Frieden c) Guildo hat euch lieb der Frieden lieb haben

↔ Streit mögen

4. Seit wann gibt es die Bundesrepublik Deutschland? a) 1919

10. Das Gegenteil von „dick“ ist:

b) 1949 c) 1989

4

10/13

____________________________


04-07_Quiz_1013 21.08.13 10:11 Seite 5

D U DEUTSCHLAND? 11. Das ist die Lieblingsfarbe der Gothics: a) Gelb b) Grün c) Schwarz

12. Weihnachtsgeschenke bekommen deutsche Kinder am … a) 24. Dezember. b) 25. Dezember. c) 6. Januar.

13. Der bekannteste Eisbär Berlins war ... a) Peter. b) Paul.

schen te auf einem deut 14. Die beste No die … Schulzeugnis ist a) 1. b) 6. c) 10.

c) Knut.

15. Welcher Sport ist in Deutschland der Eisbär, -en

großes, weißes, gefährliches Tier: Es lebt in der Arktis.

besonders populär? a) Rugby b) Golf c) Fußball

16. Wenn man um 19 Uhr zum Essen eingeladen ist, kommt man in Deutschland … a) 15 Minuten früher. FOTOS: STOCKBYTE, ISTOCKPHOTO (2)/THINKSTOCK

b) pünktlich um sieben. c) 15 Minuten später.

17. Dieses Gemüse essen die Deutschen oft: eine ____________________________

10/13

5


04-07_Quiz_1013 21.08.13 10:11 Seite 6

23. Was bekommt man, wenn man

18. Welcher Kinofilm kommt nicht aus Deutschland?

„Pommes rot-weiß“ bestellt?

a) Good Bye, Lenin! b) Das Leben der Anderen

a) Pommes frites mit Ketchup und Mayonnaise

c) Die Bourne Identität

b) Pommes frites mit Currywurst c) Pommes frites mit Salz und Pfeffer

19. Das bekannteste Deutsch-Wörterbuch ist der … 24. Das deutschsprachige Wikipedia findet

a) Duden. b) Daden.

man …

c) Deden.

a) im Internet. b) im Supermarkt. c) in der Mülltonne.

20. Nicht links, sondern __________________________ fahren die Autos auf deutschen Straßen. 25. Was feiern die Deutschen am 3. Oktober? a) die Deutsche Revolution

21. Der höchste Berg Deutschlands ist … a) die Bahnspitze.

b) die Wiedervereinigung c) das Ende des Kolonialismus

b) die Zugspitze. c) die Lokspitze.

22. Synonym für „gut trainiert“: die Wiedervereinigung

_____________________

von: wiedervereinigen = wieder ein Land werden

_ 26. In der Band Rammstein sind … a) … nur Frauen. b) … nur Männer. c) … Frauen und Männer.

27. Das nehmen deutsche Kinder gern mit zur Schule: einen ____________________________

Lösung vom Rätsel 9/2013 Waagerecht: 1. frueh; 2. erkaeltet; 3. Erfahrung; 4. Frist; 5. deshalb; 6. Tunnel; 7. draussen Senkrecht: 1. Uhr; 2. neun; 3. Herbst; 4. Dame; 5. Fundbuero

deins! liegt jeden Monat Deutsch perfekt bei. Alle Texte sind auf Stufe A2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens. ABONNENTEN- UND KUNDENSERVICE Spotlight Verlag GmbH, Kundenbetreuung Postfach 1565, 82144 Planegg/Deutschland Tel. +49 (0)89/8 56 81-16, Fax+49 (0)89/8 56 81-159 abo@spotlight-verlag.de Lehrer, Trainer und Firmen: Tel. +49 (0)89/8 56 81-150, Fax+49 (0)89/8 56 81-159 lehrer@spotlight-verlag.de

6

10/13

lockere Umgangssprache negativ Vorsicht, vulgär! ungefähr, etwa

HERAUSGEBER UND VERLAGSLEITER Dr. Wolfgang Stock CHEFREDAKTEUR Jörg Walser REDAKTION Petra Daniell, Barbara Duckstein, Katharina Heydenreich, Sonja Krell, Claudia May, Barbara Schiele, Janina Schneider-Eicke (in Elternzeit) BILDREDAKTION Judith Rothenbusch GESTALTUNG BfGuK, 80469 München, Georg Lechner (Art Director) REDAKTIONELLE MITARBEIT Anne Wichmann LITHO H.W.M. GmbH, 82152 Planegg PRODUKTIONSLEITUNG Ingrid Sturm VERTRIEBSLEITUNG Monika Wohlgemuth

Gegenteil von ... langer, betonter Vokal ¢ kurzer, betonter Vokal , ¿er Plural-Formen o

VERLAG UND REDAKTION Spotlight Verlag GmbH Postanschrift: Postfach 1565, 82144 Planegg Hausanschrift: Fraunhoferstr. 22, 82152 Planegg Tel. +49 (0)89 / 8 56 81-0 Fax +49 (0)89 / 8 56 81-105 redaktion@deutsch-perfekt.com GESAMT-ANZEIGENLEITUNG Axel Zettler Tel. +49 (0)89 / 8 56 81-130 DRUCK Medienhaus Ortmeier, 48369 Saerbeck © 2013 Spotlight Verlag, auch für alle genannten Autoren und Mitarbeiter


04-07_Quiz_1013 21.08.13 10:11 Seite 7

28. Was sieht man auf dem Foto? a) Schloss Neuschwanstein in Bayern b) Schloss Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern c) Schloss Charlottenburg in Berlin

29. Was sagen die Deutschen, wenn jemand niest? a) Gesundheit! b) Krankheit! c) Achtung! niesen

Luft plötzlich und laut aus der Nase geben

31. Wie schnell fährt der schnellste Zug Deutschlands, der ICE, regulär maximal? 30. Die südlichste deutsche Stadt mit mehr als 100 000 Einwohnern ist … a) Frankfurt am Main.

a) 240 Kilometer pro Stunde b) 270 Kilometer pro Stunde c) 300 Kilometer pro Stunde

b) Freiburg im Breisgau. c) Fürth.

32. Ein international bekanntes deutsches Model heißt … a) Adriana Lima. b) Heidi Klum. c) Miranda Kerr.

einführen

33. Deutsch ist internation al populär. Ein Land will bis 2017 an 1000 Schulen Deutsch-Unterrich t einführen. Welches? a) Österreich c) Indien

FOTOS: ISTOCKPHOTO/THINKSTOCK (2)

Alle Lösungen findest du im nächsten Heft und jetzt schon im Internet (www.deins.de/loesung). Nur die zur letzten Frage nicht. Die richtige Antwort musst du nämlich wissen, wenn du einen von vier großen Preisen gewinnen willst. Was du gewinnen kannst? Das liest du auf der letzten Seite!

b) Costa Rica

hier: etwas Neues starten

10/13

7


08_Deins_1013 V3 21.08.13 10:11 Seite 8

FOTO: DIGITAL VISION/THINKSTOCK

Mitmachen und gewinnen! In Heidelberg, Berlin oder Darmstadt mit F+U Academy of Languages Deutsch lernen Du weißt die Antwort auf die letzte Frage? Dann mach mit auf www.deins.de/quiz (spätestens am 14.11.2013)! Dort stehen auch alle Details. Die F+U Academy of Languages, eine der größten und bekanntesten deutschen Sprachschulen, lädt vier Gewinner ein: Zwei Wochen Sprachkurs mit Unterkunft in Heidelberg*

Zwei Wochen Sprachkurs mit Unterkunft in Darmstadt*

Zwei Wochen Sprachkurs mit Unterkunft in Berlin*

Zwei Wochen Sprachkurs ohne Unterkunft in Berlin*

CARTOON

FÜNFPUNKTE Das musst du wissen über

Nationalhymnen

n Am 3. Oktober feiern die Deutschen ihren Nationalfeiertag, den Tag der Deutschen Einheit. Dann ist ihre Na-

10/13

n Die österreichische Hymne heißt „Land der Berge“. Inoffizielle Hymne des Landes ist der Walzer „An der schönen blauen Donau“. n Auch die Schweizer haben bei offiziellen Feiern früher eine inoffizielle Hymne gespielt – eine offizielle hat es lange Zeit nicht gegeben. Die Melodie von „Rufst du, mein Vaterland“ ist aber die gleiche wie bei der englischen Hymne „God save the Queen“. Wenn zum Beispiel bei internationalen Fußballturnieren beide Hymnen gespielt wurden, war das komisch. Vielleicht hat die Schweiz auch deshalb seit 1961 den „Schweizerpsalm“ als offizielle Hymne. die Deutsche Einheit Union von Ost- und Westdeutschland im Jahr 1990 das V¶lk, ¿er hier: Einwohner eines Landes verw¡nden ≈ benutzen d“chten ≈ Poesie/Lyrik schreiben damals zu der Zeit

CARTOON: DIEKLEINERT.DE/GUNGA.DE

tionalhymne wieder besonders oft zu hören, auch wenn die Deutschen sie nicht so oft singen wie andere Völker ihre Hymnen singen. n Die deutsche Nationalhymne ist heute, anders als früher, nur noch die dritte Strophe des Deutschlandlieds. Die Nazis haben nämlich die erste Strophe verwendet. Sie ist deshalb heute tabu. n 1841 hat Hoffmann von Fallersleben den Text des Deutschlandlieds gedichtet. Damals hat es noch keinen deutschen Nationalstaat gegeben – von Fallersleben wünschte ihn sich aber. Die Melodie der Hymne ist älter. Ihr Komponist war Joseph Haydn.

8

Wenn du gewinnst und noch nicht 16 Jahre alt bist: 2 Wochen JuniorenKomplettprogramm in Heidelberg (jedes Jahr im Juli und August) mit Sprachkurs und Unterkunft in einer Gastfamilie

der Nationalstaat, -en hier: ≈ Union von allen deutschen Regionen zu einer Nation das Vaterland, ¿er Heimatland ≈ Wenn man … gespielt hat, W¡nn … gespielt w¢rden, … …

Deutsch perfekt 2013 10  
Deutsch perfekt 2013 10  
Advertisement