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the etf & etp newsletter i ausgabe 08, 2012

KOMPAKT

Konsolidierungswelle

07

Der Konkurrenzkampf wächst. Immer mehr ETF müssen schliessen.

GESPRÄCHSSTOFF

GASTBEITRAG

12

Seltene schwarze Schwäne­

Buchautor Marcel Wagner

Erwin Heri über Anlagefehler ­gestern und heute.

über die zentralen Aspekte beim Handel mit ETF.

ETF werden smarter BRENNPUNKT

10

10x10.ch / 17.10.2012 / 7. Jahrgang / 10 x jährlich


INHALT EDITORIAL

04

BRENNPUNKT

ETF werden smarter­ Passive Produkte nutzen immer häufiger aktive Strategien. 08

KOMPAKT

Die Welt in einem Index Der MSCI World hat ein Manko: Er hinkt der Realität hinterher. 09

INDEX DER AUSGABE

S&P Emerging Markets Div. Auch in den Schwellenländern werden Dividenden wichtiger. 13

WISSEN

Bedeutung des Rebalancing Dominique Riedl über Portfolioanpassungen.

Alle haben die Nase vorn Seit Jahresbeginn hat fast jede Anlageklasse eine positive Rendite erzielt. Die Aktienmärkte in den USA, Europa, in Schwellenländern und der Schweiz liegen allesamt im Plus, teilweise kräftig. Immobilienaktien, Rohstoffe, Unternehmensanleihen zeigen dasselbe Bild. Auch Staatsanleihen haben eine eindrückliche Rally hinter sich. Dass alle Anlageklassen gleichzeitig derart gut abschneiden, ereignet sich nicht alle Jahre. Gemäss einer UBSAnalyse war dies letztmals vor 27 Jahren der Fall. Doch Vorfreude auf die nächsten Jahre ist verfrüht, denn eine Rückkehr zur Normalität ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Der fade Beigeschmack: Die Bargeldbestände sind derart hoch, dass davon ausgegangen werden muss, dass viele Anleger diese Kursrally verpasst haben. Irgendwie verständlich, denn was sie zurzeit von Investitionen abhält, sind Müdigkeit und Orientierungslosigkeit. Eindrücklich zeigt sich die schlechte Stimmung in den US-Handelsvolumen von Aktien und Aktienderivaten. Sie liegen auf einem Achtjahrestief. Investoren suchen immer neue Strategien, um dem Niedrigzinsumfeld zu entfliehen und um ihre Risiken zu ­minimieren. Ob Anlagedinosaurier Professor Erwin Heri ein Patentrezept zur Hand hat, lesen Sie auf Seite 10. Heri warnt vor Inflation und rät zu indexiertem Investieren. So wird zumindest eine der wichtigsten Anlageregeln eingehalten: Diversifikation. Ihr Rino Borini

MONITOR ROHSTOFFE

14

QE4? Die Reaktionen des Kapitalmarkts sind vorhersehbar.

IMPRESSUM Erscheinungsweise: 10mal jährlich und kostenlos! (Feb, März, April, Mai, Juni, Aug, Sept, Okt, Nov, Dez) Verlag: financialmedia AG, Redaktion 10x10, Pfingstweidstrasse 6 / 8005 Zürich Kontakt: Email: info@10x10.ch, Web: www.10x10.ch, Tel.: +41 44 277 75 30, Fax: +41 44 277 75 35 Redaktion: Rino Borini – Leitung (RB), Olivier Bühler (OB), Barbara Kalhammer (BK) Umsetzung/Layout/Grafik: Fabian Widmer Cover: ©iStockphoto.com/Andrew Rich

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Weitere Informationen


S E I T E 03 DAS NEUSTE ZUERST

das neuste zuerst

1

2

3

News Ticker

1 Konsum ist Trumpf

2 ETF auf Frachttransporte

3 US-Aktien mit tiefer Volatilität

> Starke Zuflüsse Der ETPMarkt verzeichnete im September mit 43,3 Milliarden Dollar weltweit die höchsten Zuflüsse seit knapp vier Jahren, wie aus dem ETF-Landscape von BlackRock hervorgeht.

Source hat sein Angebot an der Schweizer Börse erweitert. Unter den neuen Produkten findet sich ein ETF auf den S&P Select Sector Capped 20% Consumer Staples Total Return (Net) Index. Dieser setzt auf Unternehmen aus dem Konsumbereich, wobei alkoholfreie Getränke, Haushaltswahren und Tabak das grösste Gewicht ausmachen. Auf Unternehmens­ ebene haben Procter & Gamble, Coca-­Cola und Philip Morris den grössten Anteil.

ETF Securities ist seit kurzem mit acht Produkten an der SIX Swiss Exchange vertreten. Darunter ein ETF, der den DAXglobal Shipping Index abbildet. Mit diesem partizipieren Anleger an der Entwicklung von Unternehmen, die vor allem in den Bereichen Frachttransport zu Wasser und Frachtschiffbau tätig sind. Die Auswahlkriterien für den Index sind Marktkapitalisierung und Liquidität. Die maximale Gewichtung der Titel beträgt 15 Prozent.

Der Emittent State Street Global Advisors hat sein Angebot auf Xetra um den SPDR S&P 500 Low Volatility ETF erweitert. Damit haben Anleger die Möglichkeit von der Entwicklung von 100 Unternehmen aus dem S&P 500 mit der niedrigsten Schwankungsbreite zu profitieren. Normalerweise ist der Index nach Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet und bildet die Wertentwicklung der 500 grössten US-Aktiengesellschaften ab.

Börsenplatz: SIX Swiss Exchange

Börsenplatz: SIX Swiss Exchange

Börsenplatz: Xetra

ISIN: IE00B435BG20

ISIN: IE00B3CMS880

ISIN: IE00B802KR88

TER: 0.3%

TER: 0.65%

TER: 0.35%

> Tiefere Umsätze Im September fielen die Umsätze mit ETF an der Schweizer Börse im Vergleich zum Vormonat um 9 Prozent. Seit Jahresbeginn gingen sie im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent zurück. > Hoher Bestand Die GoldInvestitionsnachfrage ist ungebrochen. Anfang Oktober hielten die von Bloomberg erfassten Gold-ETF 2554 Tonnen.

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S E I T E 04 BRENNPUNKT

ETF werden smarter Immer mehr Emittenten erweitern ihr Angebot um aktive Indexfonds. Für Anleger birgt dies Möglichkeiten,­ das eigene Portfolio um aktive Bausteine zu erweitern. Doch nebst Chancen bringen die Produkte auch neue Herausforderungen mit sich. Die Zahl der ETF wächst kontinuierlich. In der Schweiz stehen Anlegern bereits rund 900 Produkte zur Auswahl. Abgedeckt wird eine Vielzahl an Ländern und Regionen. Zusehends beschreiten die Emittenten auch neue Wege und locken mit Innovationen sowie alternativen Indexkonzepten. Oft werden diese mit der Bezeichnung Smart Investing beziehungsweise Indexing oder Smart beta versehen. Ein Beispiel dafür ist der Euro Stoxx 50 Equal Weight ETF

Besonders in Abwärtsbewegungen­ spürt man die Nachteile kapitalgewichteter Indizes.

aus dem Hause Ossiam. Getrieben werden solche alternativen Konzepte vor allem von den Entwicklungen der letzten Jahre. Anleger haben erkannt, dass es entscheidend ist, Klumpenrisiken zu vermeiden und eine stärkere Diversifikation zu erzielen.

Arten der Gewichtung Die meisten Indizes setzen sich nach klassischen Mustern zusammen. Das bedeutet, die Komponenten werden nach der Marktkapitalisierung, also der Grösse des Unternehmens an der Börse, gewichtet. Steigt der Kurs, so gewinnt auch der Titel an Gewicht im Index. Dieses Modell wird seit Längerem kritisiert, da Werte, die sich weniger gut entwickelt haben, aber möglicherweise mehr Potenzial besitzen, ein deutlich geringeres Gewicht erhalten. Besonders in Abwärtsbewegungen haben Anleger die Nachteile der kapitalgewichteten Indizes zu spüren bekommen. In der Dotcom-Blase etwa litten die Barometer stark unter der Talfahrt einzelner Titel wie beispielsweise der Aktie von Cisco. Aus diesem Grund wurden in den vergangenen Jahren Indizes geschaffen, die nach anderen Grundsätzen zusammengestellt werden. Das bekannteste Beispiel ist die Gewichtung anhand der Dividendenrenditen. In diese Kategorie fallen auch die RAFI-Indizes von Invesco Powershares, bei

denen die Aktien nach fundamentalen Kriterien ausgelesen werden. Prinzipiell können bei diesen Indexkonzepten drei verschiedene Arten unterschieden werden. Die erste Möglichkeit ist die Gleichgewichtung, bei der alle Werte im Index das gleiche Gewicht erhalten. Bei 100 Titeln beispielsweise würde jeder einen Anteil von einem Prozent haben. Durch diese Methode kann die Diversifikation verbessert werden, da eine Konzentration auf wenige hoch kapitalisierte Aktien verhindert wird. Small- und Mid-Caps erhalten bei dieser Methode mehr Bedeutung, wodurch sich das Chance-Risiko-Profil verbessert. Die zweite Möglichkeit sind fundamentale Indizes. Hierbei bestimmen Kennzahlen wie das Gewinnwachstum, das Kurs-/Gewinn-Verhältnis, der Buchwert oder eben auch die Dividendenrendite das Gewicht des Titels im Index. Ziel der Indizes ist ein wahrheitsgetreueres Abbild der Realwirtschaft. Durch diese Gewichtung erhalten Substanzwerte ein grösseres Gewicht. Die dritte Art W EITER S. 05


S E I T E 05 BRENNPUNKT

besteht in der Minimum-VarianzStrategie, dessen Kernthese von Harry M. Markowitz entwickelt wurde. Ziel ist es, durch Minimierung der Volatilität das Gesamtrisiko von Portfolios zu reduzieren. Ossiam als Marktführer Der erste ETF auf einen gleichgewichteten Index stammt aus den USA, er wurde bereits 2003 aufgelegt. Dabei handelt es sich um den Ryder S&P 500 Equal Weight. Mittlerweile sind rund 3 Milliarden Dollar in das Produkt investiert. Das Angebot ist stetig gewachsen und umfasst heute bereits mehr als 50 Produkte. In der Schweiz bietet der französische Emittent Ossiam aktuell das grösste Angebot an ETF auf alternative Indizes. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, sich als europäische Marktführer für «Smart beta»-Produkte zu etablieren. Angeboten werden ETF auf Minimum-Varianz und Equal Weight-Indizes für Europa, Amerika und die Emerging Markets. Historisch betrachtet konnten besonders gleichgewichtete Indizes eine bessere Performance erzielen als Barometer, in denen die Unternehmen nach dem Börsenwert gewichtet sind. So konnte die gleichgewichtete Variante des S&P 500 den Vergleichsindex in den vergangenen fünf Jahren um rund 2 Prozent pro Jahr schlagen. Natürlich ist dies keine Garantie für eine zukünftig bessere Performance. Wie in der Fondsbranche zeigt sich nun auch in der ETF-Welt, dass die neuen Konzepte nicht immer eine Mehrrendite liefern. So zeigt der Vergleich mit dem jeweiligen Benchmark-ETF, dass nur wenige der Produkte diesen schlagen konnten. Dazu

PERFORMANCE-VERGLEICH

Quelle: Telekurs/Anbieter

ISIN

Anbieter

Index

Fondswährung

LU0599613063

Ossiam

Euro Stoxx 50 EW TR

EUR

10.81

IE0008471009

iShares

Euro Stoxx 50 TR

EUR

12.16

LU0599613147

Ossiam

Stoxx 600 EW TR

EUR

18.44

FR0010791004

Amundi

Stoxx 600 TR

EUR

14.46

LU0599612842

Ossiam

iStoxx - Europe Minimum Variance TR

EUR

13.81

FR0010791004

Amundi

Stoxx 600 TR

EUR

14.46

LU0599612412

Ossiam

Ossiam US Minimum Variance TR

USD

14.29

IE00B3YCGJ38

Source

S&P 500 TR

USD

15.46

LU0705291812

Ossiam

Ossiam EM Minum Variance TR*

USD

7.69

LU0292107645

Deutsche Bk

MSCI Emerging Markets TR*

USD

-3.31

FR0011146315

Lyxor

EuroMTS Macro Weighted AAA 1-3Y

EUR

1.18

FR0010222224

Lyxor ETF

EuroMTS 1-3Y

EUR

3.25

FR0011146349

Lyxor

EuroMTS Macro Weighted AAA 3-5Y

EUR

3.68

FR0010037234

Lyxort ETF

EuroMTS 3-5Y

EUR

6.25

FR0011146356

Lyxor

EuroMTS Macro Weighted AAA 5-7Y

EUR

5.78

FR0010411413

Lyxort ETF

EuroMTS 5-7Y

EUR



zählt beispielsweise der Stoxx 600 Equal Weight ETF. Das Angebot der alternativen Indizes beschränkt sich nicht auf die Aktienmärkte. So bietet Lyxor drei ETF auf risikogewichtete Anleihenindizes an. Das Ziel der Barometer ist es, den Anteil hoch verschuldeter Staaten zu verringern. Die Gewichtung erfolgt nach vier makroökonomischen Kriterien: Schuldenquote, Leistungsbilanz, Wachstum des Bruttoinlandprodukts und langfristiger Zinssatz. Manko Komplexität Immer komplexere Barometer werden mit ETF abgebildet. Für Anleger ist diese Entwicklung nicht unbedingt von Vorteil, da es für sie immer schwieriger wird, die Produkte und ihre Funktionsweise zu durchschauen. Doch

Perf YTD

9.33 *Perf. seit 3.2.2012

gerade bei Produkten auf alternative Indizes ist es entscheidend, die genaue Indexkonstruktion zu kennen und zu wissen, nach welchen Kriterien die Indexmitglieder ausgewählt werden und wie die Gewichtung erfolgt. Darüber hinaus verändern sich die Produkteigenschaften, so werden Sub­stanzwerte und Small Caps stärker gewichtet. Besonders Small Caps sind oftmals wachstumsstärker als grosse Konzerne. Sie sind jedoch auch konjunkturabhängiger, womit sich die Risikoeigenschaften verändern. Ausserdem sind die ETF oftmals teurer, da der Handel der kleinen Werte meist aufwändiger ist und darüber hinaus die Indizes öfter angepasst werden. Dennoch widmen sich immer mehr Emittenten den neuartigen Indexkonzepten. Bei einem Blick über W EITER S. 06

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S E I T E 06 BRENNPUNKT

B R E I T E S A N G E B OT I M AU S L A N D 

Quelle: Telekurs

ISIN

ETF

Anbieter

Fondswährung

TER

Perf 3M

IE00B6VS8T94

UBS-ETF MSCI ACWI Risk Weighted A

UBS

USD

1.27%

6.93%

Xetra

LU0659579493

db x-trackers S&P 500 Equal Weight ETF

Deutsche Bk

USD

0.30%

8.50%

Xetra

LU0747924560

Julius Bär Smart Equity ETF Asia

SGAM

USD

0.70%

1.58%

Xetra

LU0747924131

Julius Bär Smart Equity ETF Emerging Markets

SGAM

EUR

0.70%

0.43%

Xetra

LU0747923752

Julius Bär Smart Equity ETF Europe

SGAM

EUR

0.60%

7.29%

Xetra

LU0747923240

Julius Bär Smart Equity ETF World

SGAM

EUR

0.65%

1.09%

Xetra

IE00B5ZR2157

PIMCO Euro Short Maturity Source ETF

PIMCO

EUR

0.35%

0.33%

Xetra

LU0776635921

Lyxor ETF Smartix Euro iStoxx 50 Equal Risk

Lyxor

EUR

0.25%

8.58%

Paris

LU0776636812

Lyxor ETF MSCI World Risk Weighted

Lyxor

EUR

0.45%

0.46%

Paris

die Schweizer Grenzen zeigt sich: das Angebot an Produkten auf alternative Indizes wächst kontinuierlich. So ist die neue Indexgeneration von Lyxor im Ausland deutlich breiter als in der Schweiz, beispielsweise mit risikobasierten ETF wie dem Lyxor ETF Smartix Euro iStoxx 50 Equal Risk. Im Ausland vertreten sind auch Swiss & Global Asset Management mit den Julius Bär Smart Equity ETF und die UBS mit dem MSCI ACWI Risk Weighted. Einige der Produkte werden in Zukunft ebenfalls in der Schweiz gelistet werden. Den Grundstein für weitere Angebote hat die Schweizer Börse mit der Berechnung der SMI Risk Control Indizes bereits gelegt. Diese haben Zielvolatilitäten von 5, 10, 15 beziehungsweise 20 Prozent. Um diese Ziele zu erreichen, wird zwischen dem risikobehafteten SMI und dem risikolosen Geldmarkt umgeschichtet. Auch der Anbieter Stoxx

Börse

hat sein Angebot in diesem Bereich erweitert, nämlich um den Stoxx Europe Low Risk Weighted 100 Index. ETF auf die neuen Barometer lassen bislang aber noch auf sich warten. Passiv und doch intelligent Das Angebot wächst an beiden Enden der Palette. Nicht nur nutzen ETF die Ansätze aktiver Fonds, auch umgekehrt findet diese Entwicklung statt. So bietet beispielsweise Swisscanto Indexfonds an, die zwar passiv verwaltet werden, die Aktien aber ebenfalls intelligent anhand von Unternehmens- und Risikokennzahlen auswählen. Der Trend hin zu smarten passiven Produkten wird sich in Zukunft sicherlich weiter fortsetzen. Es bleibt zu hoffen, dass die zunehmende Komplexität nicht zu Lasten der Transparenz erfolgt. BK Web-Link: 1x1 der ETF

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VIELSCHICHTIGE KOMPLEXITÄT KANN FRUSTRIEREND SEIN.

Ihrem Portfolio und Ihrem Blutdruck zuliebe gehen Sie am besten gleich auf spdretfsinsights.com/de/a/c

SPDR ETFs ist die ETF-Plattform von State Street Global Advisors, zu der Fonds gehören, die von den europäischen Aufsichtsbehörden als offene OGAW zugelassen wurden. ETFs (Exchange Traded Funds) werden wie Aktien gehandelt, sind Anlagerisiken ausgesetzt und unterliegen Schwankungen des Marktwerts. Der Wert der Anlage kann sowohl steigen als auch fallen, daher ist die Rendite Schwankungen unterworfen. Veränderungen der Wechselkurse können nachteilige Auswirkungen auf den Wert, den Kurs oder den Ertrag einer Anlage haben. Darüber hinaus gibt es keine Garantie, dass ein ETF sein Anlageziel erreicht. SPDR ETFs sind unter Umständen nicht für Sie verfügbar oder geeignet. Diese Werbung stammt von State Street Global Advisors („SSgA“) und stellt keine Anlageberatung, kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf von Anteilen von SPDR ETFs dar. SPDR ETFs dürfen nur in Gerichtsbarkeiten angeboten oder verkauft werden, in denen dies zulässig ist, unter Einhaltung der geltenden Vorschriften. Vor der Anlage sollten Sie sich einen Prospekt sowie einen vereinfachten Prospekt für die SPDR ETFs besorgen und diesen durchlesen. Weitere Informationen und den Prospekt/vereinfachten Prospekt, in dem die Merkmale, Kosten und Risiken von SPDR ETFs beschrieben sind, stehen allen Personen mit Wohnsitz in den Ländern, in denen SPDR ETFs zum Vertrieb zugelassen sind, unter www. spdrseurope.com zur Verfügung, können aber auch bei einer örtlichen SSgA Niederlassung angefordert werden. „SPDR“ ist eine eingetragene Marke von Standard & Poor’s Financial Services LLC („S&P“) und wurde für die Nutzung durch State Street Corporation lizenziert. Kein von State Street Corporation oder dessen verbundenen Unternehmen angebotenes Finanzprodukt wird von S&P oder dessen verbundenen Unternehmen gesponsert, unterstützt, verkauft oder beworben, und S&P und seine verbundenen Unternehmen übernehmen keinerlei Gewähr für die Zweckmäßigkeit eines Kaufs, Verkaufs oder Besitzes von Anteilen an solchen Produkten. © 2012 State Street Corporation – Alle Rechte vorbehalten. IBGE-0438. Rubik’s Cube® mit freundlicher Genehmigung von Seven Towns Ltd. www.rubiks.com

C52493 RubikQR 10X10 86x184.6.indd 1

19/09/2012 14:01


S E I T E 07 KOMPAKT

Der Konkurrenzkampf im ETF-Markt wächst. Nebst einer wachsenden Zahl an Schliessungen sind tiefere Kosten die Folge. Der US-Anbieter Global X Funds schliesst vier seiner ETF, hiess es Anfang Oktober. Nachrichten wie diese waren in den vergangenen Monaten keine Seltenheit, gleich mehrere ETF-Anbieter in den USA haben Schliessungen ihrer Produkte angekündigt. Ingesamt wurden seit Jahresbeginn weltweit 86 ETP eingestellt. Im Gesamtjahr 2011 waren es nur deren 30. Gemäss der Prognose von Analysten wird sich dieser Trend fortsetzen. Nach Einschätzungen der ETF-Nachrichtendienste IndexUniverse und Lipper rentieren sich ETF erst, wenn sie mehr als 100 Millionen Dollar verwalten. Den Lipper-Daten zufolge gibt es in den USA jedoch 573 ETF, die älter sind als ein Jahr und dennoch weniger als 100 Millionen Dollar verwalten. Auch in der Schweiz könnte sich die Zahl der angebotenen Produkte durch Schliessungen wieder reduzieren. In zahlreichen ETF sind nämlich weniger als 2 Millionen Franken investiert. Abhängig vom Markt kann sich ein Produkt ab rund 50 Millionen Franken rentieren. Auch Simon Klein, Lyxor ETF-Chef für Europa, kündigte in einem Interview mit Reuters an, dass im Bedarfsfall weniger volumenstarke Produkte ganz vom Markt genommen würden. Nebst Schliessungen ist auch der Rückzug kleinerer Anbieter zu erwarten. «Es wird mittelfristig zu einer Konsolidierung in der Branche kommen», so Klein weiter. Ingesamt werden die Margen in dem Bereich enger und die Wettbewerbsintensität steigt zu. Die ersten Auswirkungen zeigen sich auch hier in den USA, wo ein reE T F M I T K L E I N S T E M AU M 

Quelle: fundinfo AG, Stand: 01.10.2012

ISIN

Fonds

FR0010871194

Amundi ETF MSCI World Financials

AuM in CHF

656 986

LU0721552890

UBS-ETF SICAV - BarCap US 5-7 Y Treasury Bond

718 601

FR0010871186

Amundi ETF MSCI World ex Europe

764 155

LU0721552973

UBS-ETF SICAV - BarCap US 7-10 Y Treasury Bond

787 309

LU0721553435

UBS-ETF SICAV - Markit iBoxx EUR Germany 3-5

1 116 594

IE00B53B4246

UBS-ETFs plc - HFRX Global HF Index SF (GBP)

1 457 076

FR0010908426

Lyxor ETF Daily Leveraged SMI (FCP)

1 514 016

FR0010892265

Amundi ETF Short US Treasury 1-3 Daily

1 825 461

LU0519154024

db x-trackers DB Equity Strategies HF Index (CHF)

1 860 877

IE00B23LNR19

PowerShares FTSE RAFI Switzerland Fund

1 873 175

gelrechter Kostenkampf entbrannt ist. Um Kosten zu sparen, hat die Investmentgesellschaft Vanguard bei 22 ETF den Indexanbieter gewechselt. Laut Informationen von IndexUniverse ist der Grund eine Auseinandersetzung über die Gebühren für den Schwellenländerfonds Vanguard MSCI Emerging Markets ETF. Gewechselt wird von MSCI zum britischen Datenanbieter FTSE und dem USAnbieter CRSP. Fondsgesellschaften bezahlen den Indexanbietern Lizenzgebühren für die Nutzung ihrer Produkte. Durch tiefe Gebühren fallen auch die Kosten für die Anteilseigner. Ebenfalls involviert in den Preiskampf sind BlackRock und der Discount-Broker Charles Schwab. Wenn sich diese Entwicklung weiter fortsetzt, werden Emittenten vermehrt auf unbekanntere Indizes oder selbst gebaute Barometer zurückgreifen. Problematisch ist dabei jedoch, dass diese häufig weniger durchschaubar und geläufig sind als die bekannten Indizes von Stoxx oder MSCI. BK

10sekunden

Konsolidierungswelle > Umfrage zu ETF-Anlageverhalten­ Nicht nur die Kapitalmärkte halten ETFAnleger in Atem, dasselbe gilt auch für das Damoklesschwert der Finanzmarktregulierung. Und trotzdem scheinen ETF bei Anlegern deutlich höher im Kurs zu stehen als herkömmliche Anlagefonds, wie die Statistiken zu den Mittelzuflüssen in Fonds regelmässig zeigen. Vor diesem Hintergrund startet das Research-Haus Morningstar erstmals eine Umfrage (www.morningstar. de/de/etfs/ETFSurvey.aspx) unter Anlegern und Finanzprofis in der Schweiz. Die Fragen gehen von allgemeinem Wissen über die Indexvehikel und deren Funktion im Portfoliokontext bis hin zu Risiken bei ETF. Die Ergebnisse der Umfrage für die Schweiz lesen Sie Anfang 2013 exklusiv hier im 10x10. Übrigens: Unter den Teilnehmern wird ein Geschenkgutschein von Amazon im Wert von 250 Franken verlost. Hier geht’s zur Umfrage. > Strenge Regulierung Erneut hat sich eine Aufsichtsbehörde negativ über ETF geäussert. So kritisierte Richard Ketchum, Chef der amerikanischen Financial Industry Regulatory Authority (Finra), den Verkauf von Short- und Leverage-Produkten an Privatanleger. Das Ausweisen der Risiken genüge nicht, sagte Ketchum. Die Behörde drohte mit einem Verkaufsverbot solcher ETF an Privatanleger. Zudem will die Finra mögliche Interessenskonflikte beim Handel mit komplexen Produkten untersuchen. > Edelmetalle­ weiterhin gefragt Rohstoffprodukte stehen aktuell ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Anleger. Im dritten Quartal erreichten die Anlagen in ETP sogar ein Allzeithoch von 207 Milliarden Dollar. Grund dafür war vor allem die starke Nachfrage nach Gold-Produkten. Diese wiederum ist zurückzuführen auf die Massnahmen der US-Notenbank Fed und der EZB zur Lockerung der Geldpolitik. Darauf reagierten Investoren aus Absicherungszwecken gegen eine weitere Entwertung der Währungen mit Engagements in Rohstoffen. Die Anlagen in Gold-ETP belaufen sich auf 151 Milliarden Dollar, jene in Silber-ETP auf 20 Milliarden Dollar.


S E I T E 08 KOMPAKT

Die Welt in einem ­ einzigen Index MSCI Word, der Weltindex des gleichnamigen Indexanbieters, ist das am meisten etablierte Barometer, um die weltweiten Aktienmärkte abzubilden. Doch der Index hat einen grossen Makel: Er hinkt der Realität nach. Wer keine feste Überzeugung hat, welche Weltregionen sich nachhaltig besser entwickelt werden – oder sich gar keine Gedanken darüber machen möchte – kann auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Welt setzen. Diese wird abgebildet von einer Vielzahl an Indizes, in die mittels ETF einfach und kostengünstig investiert werden kann. Das Motiv hinter einer Streuung des Aktienengagements über die Welt ist einfach: Wenn es wirtschaftliche Schwierigkeiten gibt, dann treten diese in der Regel nicht in allen Weltregionen (und damit in den jeweils verwurzelten Firmen) gleichzeitig auf. So stehen zurzeit einer sich abschwächenden Wirtschaft in Europa die immer noch einigermassen kraftvollen und aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens gegenüber. Das bekannteste Barometer, das die globale Entwicklung abdeckt, ist der MSCI World Index, der ein Massstab für die Entwicklung der «Weltbörse» sein soll. Das klingt zunächst beeindruckend. Blickt man aber genauer auf die Zusammensetzung, relativiert sich die Aussagekraft des Barometers. Denn obwohl im Index über 1600 verschiedene Aktien aus 24 Ländern vertreten sind, entfällt rund die Hälfte der Gewichtung auf US-Aktien, ein weiteres Drittel auf europäische. Die aufstrebenden Nationen fehlen, dasselbe gilt für die Titel kleinerer Unternehmen (Small Caps). Diese Komposition zeigt – im 21. Jahrhundert – ein fragliches Weltbild. Um wirklich global zu diversifizieren, kommen Anleger somit nicht um den MSCI Emerging Markets herum. Langfristig ungeeignet Ein wirklichkeitsnaheres Weltbild zeigt der MSCI All Country World Index (MSCI ACWI). Der Marktkapitalisierungsindex misst die Wertentwicklung der Aktienmärkte in entwickelten Ländern und Schwellenländern weltweit. Vertreten sind rund 2500 Wertpapiere aus den Segmenten Large Caps und Mid Caps. Diese stammen aus 45 Ländern, wobei Titel aus ent-

?

$

38,8 Mrd. 38,8 Milliarden Dollar Der ETF-Markt in China verzeichnet ein enormes Wachstum. Innert zehn Jahren wuchs er um mehr als 200 Prozent auf 38,8 Milliarden Dollar. Die Zahl der Produkte stieg auf 138. Da die Aufsichtsbehörden die Rahmenbedingungen für die Emission von ETF verbessert haben, dürfte die Expansion anhalten. Eine der Massnahmen war die Einführung der grenzüberschreitenden ETF, die auf dem chinesischen Festland, an den Börsen Shanghai und Shenzhen sowie in Hongkong gehandelt werden.

wickelten Märkten und Schwellenmärkten etwa die Hälfte ausmachen. Eine Stufe weiter geht das – Achtung Buchstabensalat – MSCI ACWI IMI, wobei IMI für Investable Markets Index steht. Das Barometer misst die Wertentwicklung der Aktienmärkte in entwickelten Ländern und Schwellenländern weltweit. Darin vertreten sind etwa 9000 Dividendenpapiere aus den Segmenten Large, Mid und Small Caps. Auch hier fliessen rund 45 Länder ein, auch die Gewichtung der entwickelten Märkte und der Schwellenmärkte ist ähnlich. Eine Investition in die beiden letzten Indizes kann kurzfristig allenfalls zu einer Risikoerhöhung führen, da sich der Anteil an Emerging Markets deutlich ausgeweitet hat und diese eine höhere Volatilität aufweisen. Doch für den Langfristanleger ist der MSCI World ACWI vermutlich geeigneter. RB

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S E I T E 09 INDEX DER AUSGABE

Dividenden und Schwellenländer Bis anhin galten Aktien aus Schwellenländern als klassische Wachstumswetten, die Dividenden spielten eine Nebenrolle. Doch das Blatt wendet sich. Da viele Unternehmen in den aufkommenden Volkswirtschaften ihre Gewinne bis anhin für das weitere Wachstum verwendeten, waren für Anleger vor allem die Kursgewinne interessant. Das ändert sich laufend, denn immer häufiger fallen Dividendenrenditen von Schwellenländeraktien besser aus als bei Unternehmen der etablierten Industrieländer. Dazu kommt, dass anteilsmässig mehr Firmen Erträge ausschütten als in den westlichen Nationen. Derzeit bieten rund 600 Schwellenländeraktien, die hinreichend liquide für Anleger sind, Dividendenrenditen von über 2 Prozent an. Insbesondere staatlich kontrollierte Konzerne spielen eine Vorreiterrolle. Dies, weil die betreffenden Regierungen für die Finanzierung der sozialen Ausgaben Kapital benötigen und daher Dividendenzahlungen fördern. Diese Tatsache kommt auch den Minderheitsaktionären zugute. Ein zusätzliches Argument ist im Wechselkurs zu finden. Dividenden in indonesischen Rupien oder brasilianischen Real kommen einem «Royal Flush» beim Poker gleich. Der Investor erhält nicht nur eine bessere Rendite als die meisten Aktienindizes aufweisen, sondern partizipiert ebenfalls an einem steigenden Wechselkurs. Trotz der guten Dividendenchancen in Emerging Markets gilt es, breit diversifiziert zu investieren. Unternehmen mit einer «nachhaltigen Dividendenpolitik» sind in den Schwellenländern rar. Zusammensetzung & Performance Für Investoren, die eine diversifizierte Anlagemöglichkeit suchen, bietet sich der ETF von State Street auf den S&P Emerging Markets Dividend Opportunities an. Der Index setzt sich aus 100 Unternehmen aus 20 Staaten zusammen. Die Methodik sieht dabei ein renditengesteuertes Gewichtungsschema vor, so dass eine Diversifikation quer über die einzelnen Titel, Sektoren und Länder gesichert ist. Die Aktien werden gemäss ihrer jährlichen Dividendenrendite eingestuft, wobei die ersten zehn Titel knapp ein Drittel des ganzen Barometers ausmachen. Mit fast 50 Prozent Gewichtung machen Brasilien, Taiwan und Südafrika den grössten Teil aus. Das Barometer deckt insgesamt 12 Sektoren ab, wobei Finanzen, Rohmaterial und Telekom das Gros ausmachen. Die Wertentwicklung für das laufende Jahr sieht derzeit mit -2,40 Prozent nicht gerade vielversprechend aus, betrachtet man die Einjahresperformance, so hat der Index fast 3 Prozent zugelegt. Über die letzten 3 Jahre wurde gar eine annualisierte Performance von über 9 Prozent erzielt. OB

%

S E K TO R E N - V E R T E I LU N G  1.

Finanzen

22.07

2.

Rohstoffe

19.28

3.

Telekom

17.69

4.

Versorgerbetriebe

15.07

5.

Energie

14.21

6.

IT

6.92

7.

Nicht-Basiskonsumgüter

2.06

8.

Industrie

1.97

9.

Basiskonsumgüter

0.74

10

DIE 10 GRÖSSTEN POSITIONEN

top10

S&P Emerging Markets ­ Dividend Opportunities

KGHM POLSKA MIEDZ SA 4.37% BANCO DO BRASIL S.A. 3.95%

SK TELECOM CO LTD ADR 3.35%

SURGUTNEFTEGAS PFD 3.20% EREGLI DEMIR VE CELIK FABRIK 3.17%

POWSZECHNY ZAKLAD UBEZPIECZE THAI OIL 3.25% GAZPROM OAO PCL FRGN SPON ADR 3.23% 3.20%

CHINA CITIC BANK CORP LTD H 3.08%

TUPRAS TURKIYE PETROL RAFINE 2.98%

Pr

PRODUKTE auf den S&P Emerging Markets Dividend Opportunities

(Stand: 30.9.2012)

Anbieter

Symbol

Swap

TER p.a.

AuM

State Street

EMDV

Nein

0.65%

84.77 Mio USD 0.48%

Spread

ETF YTD

Index YTD

-2.24%

-1.15%


S E I T E 10 GESPRÄCHSSTOFF

Erwin Heri ist Wirtschaftsprofessor an der Universtität Basel und Chairman der Valartis Bank.

«Die Geschehnisse sind keine schwarzen Schwäne» Herr Heri, ehemals sichere Anlagen sind heute risikobehaftet und liefern nur noch tiefe Renditen. Steht ein Anlagenotstand bevor? Ja, ich denke schon. Dieser kommt daher, dass viele institutionelle Anleger, beispielsweise Versicherer und Pensionskassen, im Prinzip Garantien für Renditen ausgesprochen haben. Wenn sie auf der Aktivseite der Bilanz diese Renditen ausgesprochen haben, müssen sie diese auf der Passivseite erarbeiten, sonst knabbern sie am Eigenkapital. Und bei den privaten Anlegern wird das Risiko, das man eingeht, nicht bezahlt. Wir befinden uns aktuell in einer Tiefzinsphase, in der wir nominell fast nichts verdienen können. Das wird sich jedoch ändern, wenn die Inflation steigt und damit auch die langfristigen Zinsen nach oben klettern. Sie erwarten steigende Inflationsraten? Ich denke, dass wir bei der Staatsschuldenpolitik über kurz oder lang einen Teil der aufgebauten Schulden über Inflation aus der Welt schaffen werden. Die Geschichte zeigt, dass sich Staaten ihrer Verschuldungen immer durch Inflation entledigten. Wenn wir wüssten, wie eine Inflation zu steuern wäre, dann läge die Zielrate wahr-

scheinlich bei 3 bis 5 Prozent. Dies würde dafür sorgen, dass sich die reale Verschuldung nach 12 bis 15 Jahren um 50 Prozent reduziert. Aber natürlich hat auch diese Medaille zwei Seiten. Die Verlierer sind schnell ausgemacht, es sind die Gläubiger. Hier gilt es die 72er-Regel zu bedenken.

teilt durch 5, also 14. Das bedeutet, nach 14 Jahren hat sich das Vermögen real halbiert.

gen real innert 14 Jahren.

Erschreckende Aussichten. Doch zurück zu den Finanzmärkten. Haben sich die Zeiten geändert? Nein, wir leben nicht in völlig anderen Zeiten. Man hat einfach kein historisches Bewusstsein. Ganz sicher kein Bewusstsein für die Wirtschaftsgeschichte. Wenn man mir erzählt, dass die gegenwärtigen Geldmengenexplosionen diesmal keine Inflation produzieren sollen, dann soll man das ruhig denken. Aber Tatsache ist, dass alle allzu aggressiven Geldmengenexpansionen über kurz oder lang inflationär waren. Ich denke, man ist zumindest gut beraten, sich darüber Gedanken zu machen.

Bei einer Inflation von 5 Prozent bezahlen sie beispielsweise für das Gipfeli nach einem Jahr nicht einen Franken, sondern 1,05. Ein Jahr später zahlen sie 1,10. Das ist nicht bei jedem einzelnen Preisanstieg wirklich ein Thema. Doch die jährlich wiederkehrende Inflation vernichtet ihr Vermögen fast unmerklich, anhand der 72er-Regel lässt sich dies zeigen. In unserem Beispiel mit den 5 Prozent lautet die Rechnung: 72 ge-

Der Vergleich mit schwarzen Schwänen hinkt also? Je nach Betrachtung. Ein schwarzer Schwan ist ein sehr seltenes Ereignis mit ausserordentlich dramatischen Konsequenzen. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Geschehnisse an den Finanzmärkten in dem Sinne schwarze Schwäne sind. Sie entstehen nicht exogen, sondern sind das Ergebnis des Verhaltens der Marktteilnehmer. Zum Beispiel des W EITER S. 11

Was ist die 72er-Regel? Sie gibt an, wie lange es dauert, bis sich ein Vermögen beziehungsweise ein Rentenanspruch durch die Inflation real halbiert hat.

Bei einer Inflation von fünf Prozent halbiert sich das Vermö-


S E I T E 11 GESPRÄCHSSTOFF

­Herdentriebs, der dazu führt, dass der Wert einer Aktie um 90 Prozent sinken kann, obwohl sie fundamental vielleicht immer noch einigermassen vernünftig bewertet ist. Das ist nicht wirklich ein schwarzer Schwan, sondern hat zu tun mit dem endogenen Verhalten der Leute. Verhalten sich die Preise völlig losgelöst von fundamentalen Daten? Kurzfristig kann dies der Fall sein, war es aber schon immer. Deswegen sagen wir auch oft, dass Börsenkurse kurzfristig einem reinen Zufallsprozess folgen. In der langen Frist ist das nicht der Fall. Überall dort, wo fundamental determinierende Faktoren für einen Preis bestehen, werden die Preise langfristig den Fundamentalfaktoren folgen. Kann man sich also weiterhin an fundamentalen Kennzahlen wie etwa dem Kurs-/ Gewinn-Verhältnis orientieren? Selbstverständlich. Die kurzfristigen Verwerfungen und die kurzfristigen Volatilitäten der Märkte sind vielleicht in den letzten Jahren etwas grösser geworden, doch die längerfristigen Volatilitäten und die langfristigen Determinanten der Aktienkursentwicklung haben sich überhaupt nicht verändert. Die Historie zeigt, dass Verwerfungen, wie wir sie in den letzten 10 Jahren gesehen haben, auch in der Vergangenheit existierten. Das mag aus kurzfristiger Warte und mit wenig Erfahrung nicht sofort ersichtlich sein, aber es gab schon immer Phasen, in denen man während 10 Jahren an den Aktienmärkten kein Geld verdient hat. Und immer dann hat man

gemeint, Bewertungsmodelle seien nutzlos und würden nicht funktionieren. So ist es eben auch heute. Déjà-vu. Ich gestehe aber jeder Generation das Recht zu, die gleichen Fehler wie ihre Väter zu machen. Wie sieht es mit der Diversifikation aus? Ist der Ansatz gescheitert? Ja, hinsichtlich der Reduktion der kurzfristigen Volatilität ist er das. Aber Diversifikation diente ja nicht ausschliesslich der Reduktion der kurzfristigen Volatilität. Dass in Krisensituationen an den Finanzmärkten alles zusammenbricht respektive stark korreliert, ist ja nicht neu. Ich würde darum sagen: Der Diversifikationsansatz ist nicht

Déja-vu. Ich gestehe aber ­jeder Generation das Recht zu, die ­gleichen Fehler zu machen ­ wie ihre Väter. per se gescheitert, aber die Korrelationen haben zugenommen. Doch auch dieser Effekt ist nicht wirklich neu. Geldanlage war konzeptionell schon immer die Suche nach tiefen Korrelationen. Als sich seinerzeit zeigte, dass eine Diversifikation im Inland nicht mehr viel brachte, warf man den Blick Richtung Emerging Marktes. Wir haben damals die Korrelation zwischen einem Länderindex und einem Schwellenländer-Index ausgerechnet und stellten fest, dass sie tief war. So beschloss man EmergingMarkets-Produkte zu kreieren. Das machten damals aber alle.

Welchen Effekt hatte diese Strategie? Die Korrelationen zwischen den traditionellen Märkten und den Schwellenländern nahmen zu. Modernes Asset Management ist permanente Suche nach tiefen Korrelationen. Hier zeigt sich die Endogenität ökonomischer Variablen: historisch tiefe Korrelation, ergo Diversifikationseffekte, ergo neue Produkte, ergo verschwindet der Diversifikationseffekt, weil alle dasselbe tun. Dies sind dynamische Phänomene, die auf das Verhalten der Marktteilnehmer zurückzuführen sind. Die Kunst besteht darin zu antizipieren, welche Konsequenzen das Verhalten der Leute hat. Genau dieses Verhalten erschwert den Anlageerfolg. Bieten passive Investments hier eine Abhilfe? Passives Investieren verhindert einige der wichtigsten Fehler. So ist man automatisch diversifiziert und handelt nicht allzu viel. Natürlich habe auch ich selber Freude daran, ab und zu «im Züügs umezheue.» Generell bin ich für Indexieren – aber immer in einem Kern-Satelliten-Ansatz. Der Kern sollte indexiert sein und ein kleiner Teil – je nach Risikoneigung des Anlegers 10, 20 oder 30 Prozent – soll aktiv gemacht werden. Bei diesem sollten sich Anleger auf die Bereiche beschränken, bei denen sie meinen, mehr zu wissen als andere Anleger. Durch die Kombination aus aktiven und passiven Elementen kann gegebenenfalls eine Überrendite generiert werden. Anleger, die das erreichen, sind besser als 90 Prozent der Profis. BK Web-Link: Valartis Bank

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S E I T E 12 GASTBEITRAG

Von Praktikern für Praktiker In einer 5-teiligen Serie werden praktische Tipps beim Aufbau und Verwalten eines ETF-Portfolios nähergebracht. Im dritten Teil geht es um die zentralen Aspekte beim Handel mit ETF. Beim Handel mit ETF fallen nicht nur direkt ersichtliche Kosten wie Verwaltungsgebühr und Courtagen an, sondern diverse indirekte Kosten. Um eine möglichst günstige Ausführung zu erreichen, gilt es nachfolgende Punkte zu beachten. Im Einzelfall sind Abweichungen möglich, falls preisbeeinflussende News erwartet werden oder nicht zugewartet werden kann. Uhrzeit Zum Zeitpunkt des Kaufs oder Verkaufs sollten möglichst viele oder alle der zugrundeliegenden Wertschriften gehandelt werden. Wird beispielsweise ein ETF auf europäische Aktien ge- oder verkauft, kann dieser während den normalen Börsenzeiten in Europa gehandelt werden. Die Handelszeiten zwischen ETF und dessen Inhalt stimmen überein. Dennoch empfiehlt es sich, den Heimatmarkt nicht sofort nach Eröffnung oder um die Eröffnung des amerikanischen Marktes zu handeln. Denn die ersten Minuten sind für die Market Maker anspruchsvoll, da sich die Preisfindung zuerst einstellen muss. Kann er den Einfluss auf die Preise nicht abschätzen, wird er den Spread ausweiten. Ist ein Markt geschlossen, muss die Preisfindung und seine Absicherung beispielsweise über gehandelte Futures oder ähnlich korrelierte (aber gehandelte) Wertschriften erfolgen.

Spread Beim ETF-Handel fallen Spreads (Differenz zwischen Brief- und Geldkurs) an. Der Spread ist der Preis, den man Market Makern für die Bereitstellung der Handelsliquidität bezahlt. Diese müssen genügend ETF-Anteile halten und sich gleichzeitig gegen ungünstige Preisbewegungen absichern. Sind die Indexmitglieder eines ETF nicht ausreichend liquide, ist die Absicherung unvollständig und der Spread weitet sich aus. Bevor gehandelt wird, sollte die aktuelle Handelsspanne beurteilt werden. Ob sie hoch ist oder nicht, kann am einfachsten ermittelt werden, indem sie mit solchen von ähnlichen ETF an derselben oder anderen Börsen verglichen werden. Zentral ist: Die Geld-/Briefspanne hängt von vielen Faktoren ab und kann sich je nach Volumen stark verändern. Limiten und Preis Beim Handeln von ETF sollte mit Limiten gearbeitet werden. Bei Bestens-Aufträgen sollte wenigstens geprüft werden, dass genügend Volumen im Orderbuch vorhanden ist. Sonst kann es passieren, dass sich Preis oder Spread unmittelbar nach der Eingabe aufgrund neuer Informationen verändern. Der Auftrag wird somit zu einem ungewollten Preis ausgeführt. Wird ein grosser Auftrag aufgegeben, sollte zudem abgeklärt werden, ob die aktu-

elle Preisangabe für genügend Anteile gilt. Falls möglich, sollte vor einer Transaktion der indikative NAV (iNAV) mit dem aktuellen Preis verglichen werden. Der aktuell gehandelte Preis kann vom iNAV abweichen. Man spricht dann von einer Prämie (Preis > iNAV) oder einem Discount (Preis < iNAV). Es ist normal, dass der Preis leicht um den NAV oder den iNAV schwankt. Courtagen und Steuern Bei den Transaktionskosten (Courtagen), die einem Anleger von seiner abwickelnden Bank in Rechnung gestellt werden, muss geklärt werden, ob es sich um einen fixen oder prozentualen Betrag handelt. Bei ausländischen ETF respektive bei einem Listing ausserhalb der Heimbörse der Bank muss zudem geprüft werden, in welcher Währung die Kosten angegeben werden und wie die Tarifausgestaltung ist. Oft sind diese Kosten höher als jene der Heimbörse. Neben den Courtagen fallen je nach Land, Börse und Anbieter weitere Gebühren an. Von Bedeutung ist auch die Besteuerung der Produkte. Ich empfehle, primär im Heimmarkt zugelassene ETF zu kaufen. Bei ETF einer anderen Börse könnte beispielsweise ein Steuerreporting für das jeweilige Land fehlen, was zu einer unvorteilhaften Besteuerung führt. Marcel Wagner, Autor von «Exchange Traded Funds und Anlagestrategien».

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S E I T E 13 WISSEN

Die Bedeutung des Rebalancing Welche Rolle spielt das Rebalancing in der strategischen Asset Allocation? Eine sehr wichtige. Wer eine strategische Anlagestruktur langfristig beibehalten möchte, kommt nicht um Rebalancing herum. Durch Kursveränderungen an den Anlagemärkten kommt es zwangsläufig zu einer Verschiebung der Anlagestruktur. Rebalancing bedeutet, dass ein Depot bei solchen Verschiebungen wieder auf die ursprüngliche Anlagestruktur zurückgeführt wird. Gerade bei gemischten Depots aus Aktien und Obligationen ist dies durchaus sinnvoll. Welche Vorteile bietet es langfristig? Wer eine Rebalancing-Strategie verfolgt, wird automatisch dazu angeleitet, antizyklisch zu investieren. Tendenziell verkauft man Aktienpositionen in stark gestiegenen Aktienmärkten und kauft sie in Phasen der Marktschwäche wieder zurück. Rebalancing erfordert vom Anleger Disziplin. Wer diese mitbringt, erhält die Chance auf einen Zusatzertrag von bis zu zwei Prozent pro Jahr. Wie oft sollten die Anpassungen durchgeführt werden? Es gibt verschiedene Methoden. Eine sehr einfache ist das Kalender-Rebalancing. Hierbei passt man sein Depot periodisch an. Einmal im Jahr ist in der Regel ausrei-

chend. Experten raten zu einem Termin im Frühjahr, da sich zu diesem Zeitpunkt historisch die meisten Wendepunkte an den Märkten finden. Bei der Methode des Intervall-Rebalancing gibt der Markt selbst die Antwort. Man definiert Toleranzbänder auf Anlageklassen- oder ETF-Ebene. Werden diese verletzt, wird ein Rebalancing durchgeführt. Somit kann es in einem Jahr zu mehreren Rebalancings kommen. Es kann aber auch ausbleiben.

Rebalancing erfordert vom Anleger Disziplin. So erhält er die Chance auf einen Zusatzertrag von bis zu zwei Prozent pro Jahr.

Von welchen Faktoren hängt beim Intervall-Rebalancing die Bestimmung der Toleranzbänder ab? Sie sollten so gewählt sein, dass Mehrertrag und Kosten in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen. Wählt man beispielsweise ein zu geringes Toleranzband, so hat dies zwangsläufig zu häufige Rebalancings und unnötig hohe Transaktionskosten zur Folge. Ein zu grosses Toleranzband hingegen akzeptiert hohe Portfolioabweichun-

gen, und der Mehrertrag bleibt aus. Toleranzbänder kann man an der Volatilität der Anlagebestandteile ausrichten. Je höher die Volatilität, desto enger sollte das Toleranzband sein. Wissenschaftliche Studien haben jedoch belegt, dass bereits mit relativ einfachen Toleranzbändern auf Anlageklassenebene von fünf bis zehn Prozent vergleichbar gute Ergebnisse erzielt werden können. Welche Kosten sind damit verbunden? Rebalancing verursacht Transaktionsgebühren wie jede andere Depotumschichtung auch. Sie halten sich jedoch im Rahmen, da nur ein kleiner Teil des Portfolios umgeschichtet wird. Man sollte daher im Einzelfall die Wirtschaftlichkeit eines jeden Rebalancing überprüfen. Rebalancing um jeden Preis ist nicht zielführend. Dies spricht für einen Intervall-Rebalancing-Ansatz mit intelligenter Orderplanung. Durch geplante Ein- und Auszahlungen in ein Depot kann ebenfalls automatisch ein Rebalancing durchgeführt werden. So werden unnötige Transaktionskosten reduziert. Neben den anfallenden Ordergebühren ist zudem darauf zu achten, dass bei einem Rebalancing auch steuerpflichtige Gewinne anfallen können. BK Web-Link: justETF


S E I T E 14 MONITOR ROHSTOFFE

Top & Flop Rohstoff ETF/ETP

Quelle: 10x10, Telekurs, Bloomberg / Stand: 28.9.2012

E D E L M E TA L L E Basiswert

ISIN

Anbieter

Swap

hedged

TER

Kurs

YTD

Unze Gold Gold Fix PM 1Unze CH0139101593 ZKB Nein Nein 0.40% CHF 522.20 Gold Fix PM 1Unze CH0134034849 Raiffeisen Nein Nein 0.40% CHF 1 657.55 NYSE Arca Gold BUGS TR LU0488317701 Comstage Ja Nein 0.65% USD 51.25 NYSE Arca Gold BUGS TR LU0259322260 RBS Ja Nein 0.65% EUR 165.44

11.07% 11.00% -1.45% 0.33%

Unze Silber Silver Fix PM 1 Unze CH0118929048 UBS Nein Nein 0.60% USD 342.69 Silver Fix PM 1 Unze CH0106405845 S&GAM Nein Nein 0.60% USD 33.79 Silver Fix PM 1 Unze CH0183136024 ZKB Nein Ja 0.60% CHF 97.94 Silver Fix PM 1 Unze CH0183136040 ZKB Nein Ja 0.60% EUR 247.87

19.86% 19.78% 14.13% 14.25%

Unze Platin Platinum Fix PM 1 Unze CH0116014934 UBS Nein Nein 0.50% USD 165.08 Platinum Fix PM 1 Unze CH0106406215 S&GAM Nein Nein 0.50% USD 1 633.21 Platinum Fix PM 1 Unze GB00B57GJC05 DB Nein Nein 0.45% USD 164.12 Platinum Fix PM 1 Unze CH0106406280 S&GAM Nein Ja 0.50% CHF 1 607.62

18.20% 18.14% 16.06% 16.73%

Unze Palladium Palladium 100g CH0183136065 ZKB Nein Nein 0.54% CHF 187.75 Palladium Fix PM 1 Unze CH0106407254 S&GAM Nein Ja 0.50% GBP 374.87 Palladium Fix PM 1 Unze GB00B5VYVZ75 DB Nein Nein 0.45% USD 63.00 Palladium Fix PM 1 Unze CH0106407239 S&GAM Nein Ja 0.50% CHF 597.33

-3.60% -3.63% -4.98% -4.87%

AG R A R S&P GSCI Agriculture S&P GSCI Soybeans TR XS0417181533 Source Ja Nein 0.49% USD 47.64 S&P GSCI Grains TR XS0417129961 Source Ja Nein 0.49% USD 54.06 S&P GSCI Sugar TR XS0417181616 Source Ja Nein 0.49% USD 22.82 Rogers Int l Agric. TR LU0259321452 RBS Ja Nein 0.70% EUR 108.47

35.84% 27.65% -13.63% 7.01%

ENERGIE S&P GSCI Light Energy TR S&P GSCI Light Energy TR FR0010821728 Amundi Ja Nein 0.30% USD 359.62 S&P GSCI Light Energy TR XS0417130894 Source Ja Nein 0.49% USD 35.11 db Nat. Gas Booster USD GB00B438CS06 DB Ja Nein 0.45% USD 39.90 S&P GSCI Natural Gas TR XS0417151114 Source Ja Nein 0.49% USD 0.62

3.54% 3.33% -17.58% -17.33%

I N D U S T R I E M E TA L L E S&P GSCI Ind. Metals TR Rogers Int l Metal TR LU0259320728 RBS Ja Nein 0.60% EUR 133.38 S&P GSCI Metals TR FR0010821744 Amundi Ja Nein 0.30% USD 322.57 db Ind. Metals Booster USD GB00B3WKDS73 DB Ja Nein 0.45% USD 107.76 S&P GSCI Ind. Metals TR GB00B3YH0180 DB Ja Nein 0.45% USD 106.96

7.62% 6.26% 2.35% 2.41%

QE4? Willkommen im QE dritter Teil. Die Geschichte wiederholt sich nicht – Kapitalmarktreaktionen vielleicht aber schon. Gemessen an der Goldpreis-Reaktion nach den letzten beiden «Quantitative Easings» müsste der Preis je Feinunze von dem edlen Metall bis Ende Oktober auf rund 1900 Dollar steigen. Während Gold glänzt, wirkt Öl zurzeit eher schwierig. Der Schmierstoff der Weltkonjunktur hat nämlich in der vergangenen Woche deutlich nachgegeben. Der Grund ist in den überraschend hohen Lagerbeständen der Vereinigten Staaten von Amerika zu suchen. In den 1990er Jahren stellte ein sinkender Ölpreis eine deutliche Stimulation für den Arbeitsmarkt dar, heute scheint es gerade umgekehrt zu sein. Ein sinkender Ölpreis deutet eine sich abschwächende ökonomische Aktivität und somit eine steigende Arbeitslosigkeit an. Tatsächlich war der Ölpreis in der jüngeren Vergangenheit ein ziemlich sicherer Indikator für die Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarktes. Sollte sich seine Persistenz hier bewahrheiten, sehen wir wohl einer Eintrübung der US-Beschäftigung entgegen. Eine schlechtere Arbeitsmarktlage könnte jedoch wiederum eine frohe Botschaft für Gold bedeuten: Weitere Lockerungen der US-Geldpolitik werden wahrscheinlicher. P. Knüppel präsentiert von:

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Wir werden nicht ruhen


S E I T E 15 MONITOR EUROPA

Wachsender Risikoappetit Der September war für Exchange Traded Products der Erfolgsmonat schlechthin: Die Produkte verzeichneten weltweit die grössten Zuflüsse seit knapp vier Jahren, und die Bestände stiegen auf 1,85 Billionen Dollar. Mit Investitionen in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar hat sich auch Europa stark entwickelt. Gefragt waren in erster Linie Aktien, was auf den wachsenden Risikoappetit der Anleger zurückzuführen sein dürfte. Mehr als 2,4 Milliarden Dollar flossen in den Bereich. Während Deutschland und UK auf den Verkaufslisten standen, wurde kräftig in Italien-ETP investiert. Ebenfalls gefragt waren die Sektoren Finanzen und Basismetalle. Dem Gesundheitsbereich dagegen wurde der Rücken zugekehrt. Auf der Suche nach Rendite und ­Sicherheit Im Bereich der Anleihen setzt sich der Trend hin zu renditereichen Anlagen weiter fort. Weiterhin ganz oben auf der Liste der Favoriten stehen ETP auf High Yield-Anleihen mit über 500 Millionen Dollar an Zuflüssen, gefolgt von Unternehmensobligationen. Fortgesetzt haben sich im Gegensatz dazu die Abflüsse aus Staatsobligationen- und Geldmarktprodukten. Aktuell darf vor allem die Sicherheit nicht zu kurz kommen. Die Angst vor den Folgen der Liquiditätsschwemme der Notenbanken lässt Anleger weiterhin in den sicheren Hafen Gold einschiffen. Allein im September flossen 1,3 Milliarden Dollar in Edelmetall-ETP, davon rund 90 Prozent in das gelbe Metall. BK

ETF in Europa: Zu- und Abflüsse

Angaben in Mio. U$

AKTIEN Markt

# ETF/ETP

Global Europe North America Asia Pacific Emerging Market Broad Regional Country Total

Sep 2012 AuM

NNA

Zu-/Abflüsse YTD-12 NNA 2011 NNA

102 511 137 81 181 42 42 97 1 012

16 613.1 114 546.5 30 978.1 12 116.3 32 391.4 16 180.4 4 775.1 11 435.9 206 645.4

354.8 1108.3 423.7 12.7 511.7 312.6 3.3 195.8 2 411.2

2 386.2 787.0 902.9 640.2 2 366.0 1 391.7 117.8 856.4 7 082.3

12.3 4.1 4.6 3.3 12.2 7.2 0.6 4.4 36.5

Others Aktiv broad/aggregate Corporate Emerging Market Government

20 3 6 28 11 181

1 742.6 622.8 859.0 16 925.6 3 401.7 25 346.4

-18.5 448.2 85.4 334.1 -65.2 -429.3

27.7 442.1 127.0 4742.8 1418.6 -1599.3

0.1 2.3 0.7 24.4 7.3 -8.2

High Yield Inflation Money Market Mortgage Diverse Total

6 17 17 3 26 292

3 026.6 4 554.0 6 183.1 1 623.5 3 988.9 64 285.3

524.9 21.1 -415.2 -178.3 251.4 307.2

1684.0 -26.0 -1228.8 99.6 569.4 5 687.7

8.7 -0.1 -6.3 0.5 2.9 29.4

97 159 151 100 156 663

7 450.8 3 665.1 3 344.5 1 948.4 57 402.2 73 811.0

122.4 6.9 -12.7 78.2 1303.2 1498.0

410.0 -409.8 291.6 249.4 5600.7 6 141.9

2.1 -2.1 1.5 1.3 28.8 31.6

91 40 3

460.3 1 733.3 126.0

-1.5 1.5 0.0

-24.3 531.5 3.8

-0.1 2.7 0.0

F I X E D I N CO M E

R O H S TO F F E Broad Market Agriculture Energy Industrial Metals Precioius Metals Total

ANDERE Currency Alternative Mixed

Quelle: BlackRock / Stand: 30.9.2012

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S E I T E 16 MONITOR SCHWEIZ

Meistgehandelte ETF an der Schweizer Börse

Quelle: 10x10, SIX Swiss Exchange / Stand: 30.9.2012

AKTIEN (INDUSTRIELÄNDER) Basiswert

ISIN

Whr

Anbieter

Swap

TER

Umsatz in CHF (in 1000)

SMI S&P 500 MSCI EMU MSCI World SMI Mid Cap MSCI USA FTSE 100 MSCI North America SMI MSCI USA TR

CH0008899764 IE0031442068 IE00B53QG562 IE00B0M62Q58 CH0019852802 LU0136234654 IE00B3X0KQ36 IE00B14X4M10 CH0017142719 LU0274210672

CHF USD EUR USD CHF USD GBP USD CHF USD

CS ISH CS ISH CS UBS UBS ISH UBS DB

No No No No No No Yes No No Yes

0.39% 0.40% 0.33% 0.50% 0.49% 0.30% 0.30% 0.40% 0.35% 0.30%

7 370 296 5 258 496 2 593 941 2 352 291 2 241 010 2 236 449 1 801 219 1 731 643 1 654 723 1 543 011

60 531 33 915 19 936 16 258 32 606 31 030 12 735 12 587 22 744 15 384

121 761 155 049 130 113 144 685 68 730 72 074 141 438 137 574 72 754 100 300

0.04 0.10 0.15 0.11 0.14 0.23 0.54 0.14 0.06 0.11

LU0292107645 IE00B0M63177 LU0254097446 IE00B3Z3FS74 IE00B0M63730 FR0010339457 IE00B02KXK85 IE00B0M63516 FR0010375766 IE00B0M63391

USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD

DB ISH CS UBS ISH Lyxor ISH ISH Lyxor ISH

Yes No No Yes No Yes No No Yes No

0.65% 0.75% 0.68% 0.62% 0.74% 0.65% 0.74% 0.74% 0.85% 0.74%

4 361 530 4 124 959 2 411 161 1 171 658 1 072 838 710 760 677 761 650 975 637 262 553 354

44 294 41 797 25 031 22 725 12 640 7 076 8 693 14 773 5 757 8 858

98 468 98 690 96 327 51 558 84 876 100 447 77 966 44 065 110 693 62 469

0.11 0.11 0.18 0.31 0.23 0.25 0.26 0.29 0.27 0.30

IE00B14X4S71 IE00B1FZS798 CH0016999846 CH0102530786 IE00B1FZSC47 CH0016999861 IE00B3VTMJ91 IE00B3VTML14 IE00B3VWN393 FR0010820258

USD USD CHF CHF USD CHF EUR EUR USD EUR

ISH ISH CS CS ISH CS CS CS CS Lyxor

No No No No No No No No No Yes

0.20% 0.20% 0.19% 0.20% 0.25% 0.24% 0.23% 0.23% 0.23% 0.17%

685 443 684 005 664 061 366 818 329 066 233 677 202 788 191 333 142 930 98 614

5 895 3 838 9 035 3 661 1 512 2 031 2 455 2 792 849 73

116 275 178 219 73 499 100 196 217 636 115 055 82 602 68 529 168 351 1 350 874

0.06 0.09 0.13 0.15 0.19 0.30 0.14 0.17 0.14 0.11

CH0047533549 CH0104136236 CH0044781232 CH0044781141 CH0139101593 CH0047533523 CH0044781174 CH0103326762 FR0010318998 CH0106027128

USD USD CHF USD CHF EUR EUR EUR USD CHF

ZKB CS JB JB ZKB ZKB JB ZKB Lyxor UBS

No No No No No No No No Yes No

0.40% 0.33% 0.40% 0.40% 0.40% 0.40% 0.40% 0.40% 0.35% 0.28%

5 214 390 3 100 307 2 939 645 2 837 578 2 523 901 2 422 439 2 067 088 1 673 939 1 633 171 1 575 246

39 544 38 009 22 282 13 762 29 170 23 265 18 456 14 586 7 800 23 670

131 863 81 568 131 929 206 189 86 524 104 124 112 001 114 763 209 381 66 550

0.07 0.10 0.12 0.07 0.06 0.08 0.18 0.15 0.13 0.16

IE00B1FZS350 LU0434446976 IE00B1FZS244 CH0105994401 IE00B1FZSF77 IE00B3YKW880 CH0105994419 IE00B42SXC22 LU0378437767

USD CHF USD CHF USD USD CHF EUR USD

ISH DB ISH UBS ISH CS UBS CS COST

No Yes No No No No No Yes Yes

0.59% 0.90% 0.59% 0.45% 0.40% 0.65% 0.25% 0.14% 0.10%

817 966 185 826 139 967 101 946 95 523 72 835 72 771 58 725 53 524

10 979 2 071 1 523 4 448 804 1 110 342 47 46

74 503 89 728 91 902 22 920 118 809 65 617 212 782 1 249 469 1 163 571

0.19 0.63 0.39 0.41 0.36 1.14 0.79 0.07 0.27

Trades

Ø Umsatz/ Trade

Ø Spread t

A K T I E N ( E N T W I C K LU N G S L Ä N D E R ) MSCI Emerging Market TR MSCI Emerging Market MSCI Emerging Market MSCI Emerging Market TR MSCI AC Far East ex Japan DJ RUS Titans 10 FTSE/Xinhua China 25 MSCI Brazil MSCI India MSCI Korea

O B L I G AT I O N E N Barclays Capital USD Trea. Bond 1-3Y Barclays Capital USD Trea. Bond 7-10Y SBI DOM Government 3-7 P SBI DOM Government 1-3 P Barclays Capital USD Govt IL Bond SBI DOM Government 7+P iBoxx EUR Sovereigns 1-3Y iBoxx EUR Sovereigns 3-7Y iBoxx USD Treasury Bond 3-7Y EuroMTS AAA Govt

R O H S TO F F E Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze RJ / CRB TR Gold Fix PM 1Unze

A N D E R E A N L AG E K L A S S E N EPRA/NAREIT Global Div+ DB Hedge Fund EPRA/NAREIT Asia Div+ SXI Real Estate Funds EPRA/NAREIT US Div+ CS Global Alternative Energy USD TR SXI Real Estate Funds CS EONIA TR CB FED Funds Effective Rate Index TR

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