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the etf & etp newsletter i ausgabe 10, 2011

KOMPAKT

Performance im Fokus Der Tracking Error ist nur ein Aspekt der Bewertung.

08

GESPRÄCHSSTOFF

10

10x10.ch / 14.12.2011 / 6. Jahrgang / 10 x jährlich

GASTBEITRAG

12

Peter Bänziger, Swisscanto

Benjamin Manz, Assetinum

gibt einen Ausblick für die Aktienund Anleihenmärkte 2012.

nimmt die Kosten im OnlineBörsenhandel unter die Lupe.

BRENNPUNKT

ETF-Industrie im Wandel


INHALT EDITORIAL

04

BRENNPUNKT

ETF-Industrie im Wandel Börsenkotierte Indexfonds erwarten Regulierungswelle. 08

KOMPAKT

Flucht in US-Werte Unsicherheit treibt Anleger in den amerikanischen Markt. 09

INDEX DER AUSGABE

Dividendenindex DivDAX Dividendenrenditen befinden sich auf hohen Niveaus. 13

WISSEN

Kostenstruktur bei ETF Thomas Merz, Credit Suisse ­äussert sich zu TER und Spread. MONITOR ROHSTOFFE

Rekordverdächtig Umsätze, Anzahl Abschlüsse und auch investierte Vermögen in ETF steigen unaufhaltsam. Auch in diesem Jahr werden neue Rekordmarken gesetzt. Rekordverdächtig sind auch die in den vergangenen Monaten in Fachkreisen und Medien geführten Diskussionen über Transparenz und mögliche Gefahren von ETF. Einige der Kritikpunkte sind durchaus berechtigt. Geblieben ist von der breiten Diskussion vor allem ein bitterer Nachgeschmack. Dass die Branche nicht mit einer Stimme­ spricht, führt bei den Anlegern zu Verunsicherung – zum Leidwesen aller Beteiligter. Mehr Geschlossenheit wäre durchaus ein vernünftiges Ziel für das Jahr 2012. Die Kritik hat auch Positives: Einerseits veröffentlichen die Anbieter detailliertere Informationen zu den Swap- und Wertpapierleihegeschäften, anderseits vergleichen Anleger die Produkte verstärkt untereinander. Dennoch, die Selektion von ETF – Kritik und Verbesserungen hin oder her – ist noch immer nicht einfach. Am Ende des Tages zählt die genaue Indexabbildung, die Hauptaufgabe eines ETF. Welche Masse neben dem Tracking Error ebenfalls von Bedeutung sind, erfahren Sie auf Seite 8. Im Namen der 10x10-Redaktion wünsche ich Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2012. Viel Spass beim Lesen. Ihr Rino Borini

14

Rohstoffe folgen Aktien Hoffnung geben Wachstumsaussichten für Schwellenländer.

IMPRESSUM Erscheinungsweise: 10mal jährlich und kostenlos! (Feb, März, April, Mai, Juni, Aug, Sept, Okt, Nov, Dez) Verlag: financialmedia AG, Redaktion 10x10, Pfingstweidstrasse 6 / 8005 Zürich Kontakt: Email: info@10x10.ch, Web: www.10x10.ch, Tel.: +41 44 277 75 30, Fax: +41 44 277 75 35 Redaktion: Rino Borini – Leitung (RB), Olivier Bühler (OB), Barbara Kalhammer (BK) Umsetzung/Layout/Grafik: Fabian Widmer

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www.lyxoretf.ch info@lyxoretf.ch + 41 (0)58 272 33 44 Bloomberg L Y X O R < G O > Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen haben einen rein indikativen und informativen Charakter, dessen Sinn es einzig und allein ist, die Eckdaten der Fonds aufzulisten. Die Daten stellen in keiner Weise eine Verpflichtung oder ein Angebot seitens der Société Générale („SG“) und/oder Lyxor AM („Lyxor“) dar. Für die Zeichnung von Fondsanteilen ist ausschliesslich der offizielle Verkaufsprospekt massgebend. SG und Lyxor übernehmen keinerlei treuhänderische Verantwortung oder Haftung für finanzielle oder anderweitige Konsequenzen, die sich durch die Zeichnung oder den Erwerb der in dieser Anzeige beschriebenen Fonds ergeben. Der Anleger sollte sich einen eigenen Eindruck über die Risiken bilden und für zusätzliche Auskünfte in Bezug auf eine Zeichnung oder einen Erwerb einen professionellen Berater konsultieren. Vor allem sollte sich der Anleger bei Zeichnung und Kauf von Fondsanteilen bewusst sein, dass die Fonds Risiken beinhalten und die Rückzahlung unter Umständen unter dem Wert des eingesetzten Kapitals lie-

gen kann, im schlimmsten Fall kann es zu einem Totalverlust kommen. Die Fonds Lyxor ETF iBoxx$ Treasuries 1-3Y, Lyxor ETF iBoxx$ Treasuries 5-7Y, Lyxor ETF iBoxx$ Treasuries 10Y+ sind zum öffentlichen Vertrieb in der Schweiz oder von der Schweiz aus im Sinne von Artikel 120 des Bundesgesetzes über die kollektiven Kapitalanlagen vom 23. Juni 2006 zugelassen. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA hat Société Générale, Paris, Zweigniederlassung Zürich, als Vertreter und als Zahlstelle der Fonds in der Schweiz bewilligt. Die entsprechenden Prospekte, Statuten, Jahres- und Halbjahresberichte der Fonds, sowie die Aufstellung der Käufe und Verkäufe, welche die Fondsleitung im Berichtsjahr auf Rechnung der Fonds abgeschlossen hat, können mittels einfacher Anfrage kostenlos beim Vertreter in der Schweiz (Société Générale, Paris Zweigniederlassung Zürich, Talacker 50, Zürich, Schweiz) bezogen werden. Die Verkaufsprospekte können unter www.lyxoretf.ch heruntergeladen werden.


S E I T E 03

das neuste zuerst

DAS NEUSTE ZUERST

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News Ticker

1 ETF-Neuheiten

2 ETF auf Indonesien

3 Silber mit Währungsschutz

> Neuer ETF-Anbieter Ossiam, eine Tochter der Natixis Global Asset Management, kotiert fünf neue ETF an der SIX Swiss Exchange.

Ossiam hat fünf neue ETF in die Schweiz gebracht. Darunter der Ossiam ETF Stoxx Europe 600 equal weight NR. Dieser investiert in alle Aktien des zugrundeliegenden Index. Die Werte werden jedoch nicht wie im Basisindex nach Marktkapitalisierung gewichtet. Stattdessen besitzt jedes Unternehmen den gleichen Anteil am Portfolio (0.1667 Prozent). Dadurch ergibt sich auch ein verändertes Gewicht in den Marktsektoren.

HSBC hat fünf neue ETF auf MSCI-Indizes gelistet. Erstmals wird nun auch ein ETF auf den indonesischen Aktienmarkt angeboten. Der Index enthält die weltweit handelbaren indonesischen Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung, insgesamt sind es 25 Titel. Den grössten Anteil in der Branchengewichtung haben Finanztitel mit 32 Prozent, gefolgt von Autoherstellern mit 16 Prozent sowie Telekom und Energie mit jeweils 10 Prozent.

Die ZKB erweitert ihr Angebot an Edelmetallprodukten. Beim Silber-ETF wird die Palette um zwei währungsgesicherte (hedged) Anteilsklassen in Franken und Euro erweitert. Die beiden ETF werden gegenüber Kursschwankungen des Dollars auf täglicher Basis abgesichert. Im vergangenen Jahr hat die Aufwertung des Frankens die Renditen zahlreicher Rohstoffprodukte geschmälert. Diese Gefahr droht nun nicht mehr.

Börsenplatz: SIX Swiss Exchange

Börsenplatz: SIX Swiss Exchange

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ISIN: LU0599613147

ISIN: IE00B46G8275

ISIN: CH0137596679

TER: 0,35%

TER: 0,6%

TER: 0.6%

> Umsätze sinken Im November sanken die ETF-Umsätze an der Schweizer Börse im Vergleich zum Vormonat um 24,7 Prozent. Seit Jahresbeginn stiegen sie gegenüber der Vorjahresperiode um 45 Prozent. > Rekordbestände Die Bestände der mit physischem Gold unterlegten ETF erreichten laut Daten von commodityonline in der Woche zum ersten Dezember ein neues Rekordhoch von 75,7 Millionen Unzen.

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Weitere Informationen


S E I T E 04 BRENNPUNKT

ETF-Industrie im Wandel Die ETF-Branche litt 2011 unter tieferen Wachstumsraten und musste zudem harsche Kritik von zahlreichen Institutionen einstecken. Einige Anbieter haben darauf reagiert und Massnahmen ergriffen, doch der Prozess ist noch nicht zu Ende. Weitere Veränderungen und Regulierungen dürften folgen. Das Jahr 2011 neigt sich seinem Ende zu. Es war geprägt von der weltweiten Schuldenkrise, dem anhaltenden Tiefzinsniveau und enormen Marktturbulenzen. Gemäss Experten wird uns dieses anspruchsvolle­ Umfeld erhalten bleiben. Auch für die ETFIndustrie hatten die Marktverwerfungen weitreichende Folgen. In der Folge haben­ in den vergangenen Wochen zahlreiche

Nach dem Jahr der Kritik dürfte nun das Jahr der Veränderungen und Regulierungen folgen. Anbieter ihre Wachstumsprognosen nach unten korrigiert. Die Branche wird 2012 weniger wachsen. Kürzlich hat auch der weltweit grösste ETF-Anbieter BlackRock

das erwartete Plus von 30 auf 10 bis 15 Prozent nach unten angepasst. Bis Ende November kletterten die in ETF investierten Vermögen um 2,8 Prozent auf 1,35 Billionen Dollar. Dies geht aus dem ETF Landscape von BlackRock hervor. Die Zahl der Produkte wuchs um 21,2 Prozent auf 2982. In der Schweiz erreichte die Zahl der angebotenen ETF 753. Mögliche Regulierungsflut in 2012 Doch nicht nur die Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgten 2011 für Verunsicherung unter den Anlegern, auch zahlreiche kritische Voten sorgten für negative Stimmung. Lange Zeit galten ETF als Wunderprodukte, sie überzeugten mit Einfachheit und Transparenz. Anleger stürzten sich regelrecht auf die vielgepriesenen Indexfonds. 2011 wurde von zahlreichen Behörden und Institutionen erstmals deutlich vor den Risiken dieser Produkte gewarnt. Besonders die Wertpapierleihe und die Derivategeschäfte werden von der Bank für

Internationalen Zahlungsausgleich, dem Internationalen Währungsfonds und dem Finanzstabilitätsrat kritisiert. Nach diesem Jahr der Kritik dürfte nun das Jahr der Veränderungen und Regulierungen folgen. Einige ETF-Anbieter haben bereits selbst Massnahmen ergriffen. Das Hauptaugenmerk, beispielsweise von Lyxor Asset Management und iShares, liegt auf der Förderung der Transparenz. Mittlerweile veröffentlichen zahlreiche Emittenten ausführliche Daten, beispielsweise zu den Details der Swapgeschäfte. Problematisch ist jedoch, dass weiterhin jeder Emittent sein eigenes Süppchen kocht. So hat der Vorsitzende der ETF-Arbeitsgruppe, Alain Dubois, beim europäischen Fondsverband EFAMA zu mehr Einigkeit unter den Anbietern börsennotierter Indexfonds aufgerufen. Gegenüber Reuters sagte er, die Branche spreche nicht immer mit einer Stimme. Ein geschlossener Auftritt der Anbieter wäre jedoch sinnvoll und wünschenswert. W EITER S. 05


S E I T E 05 BRENNPUNKT

Synthetische ETF und Securities Lending Veränderungen werden 2012 in erster Linie von der Finanzaufsichtsbehörde der europäischen Union Esma (European Securities and Markets Authority) anstehen. Diese arbeitet derzeit an neuen­ Richtlinien für die Branche. Das Hauptaugenmerk dabei liegt auf dem Anlegerschutz. Die Regeln, deren Einführung für Anfang 2012 geplant ist, sollen besonders Privatanlegern helfen, komplexe Finanzprodukte besser zu verstehen, so die Aussage des Esma-Chefs Steve Maijoor. Befürchtet wird bereits jetzt, dass ETF am Ende strengeren Richtlinien unterliegen könnten als andere Fonds. Diese Gefahr betont auch Alain Picard, Head Product Management bei SIX Swiss Exchange. ETF würden ja bereits einer strengen Regulierung unterliegen, meint Picard. Jetzt werde von ETF mehr Transparenz verlangt als von anderen Fonds. Die Regeln beziehen sich auf verschiedene Bereiche. Dazu zählt beispielsweise eine klarere Kennzeichnung der ETF. Mit Hilfe einer Kennung sollen sie noch einfacher als börsenkotierte Indexfonds identifiziert werden können. Der Fondsprospekt soll weiters eine übersichtliche und umfassende Beschreibung des abgebildeten Index und der Art der Abbildung enthalten. Im Vordergrund der Richtlinien stehen aber wie bereits erwähnt synthetische ETF und das Securities Lending. Bei der Wertpapierleihe könnte das Gegenparteirisiko auf zehn Prozent des Fondsvermögens begrenzt werden, so wie es bei Derivategeschäften – durch Ucits-IV geregelt – geschieht. Die Esma schlägt vor, dass die

D E TA I L S Z U S WA P G E S C H Ä F T E N D E R E T F - A N B I E T E R 

Quelle: 10x10 / Anbieter

Emittent

Synthetische ETF

Trägerportfolio

Swapbewertung

Swapart

KIID

Amundi

50

ersichtlich

ersichtlich

ersichtlich

nein

AXA

2

nicht ersichtlich

nicht ersichtlich

ersichtlich

-

ComStage

91

ersichtlich

ersichtlich

ersichtlich

vorhanden

Credit Suisse

16

ersichtlich

ersichtlich

nicht ersichtlich

nein

Deutsche Bank

86

ersichtlich

ersichtlich

ersichtlich

nein

HSBC

-

-

-

-

-

iShares

-

-

-

-

-

Julius Bär

-

-

-

-

-

Lyxor

78

ersichtlich

ersichtlich

nicht ersichtlich

vorhanden

PowerShares

-

-

-

-

-

Ossiam

5

ersichtlich

ersichtlich

ersichtlich

nein

Royal Bank of Scotland

20

nicht ersichtlich

nicht ersichtlich

nicht ersichtlich

nein

State Street

-

-

-

-

-

UBS

42

nicht ersichtlich

nicht ersichtlich

nicht ersichtlich

nein

ZKB

-

-

-

-

-

Sicherheiten die Kriterien für OTC-Transaktionen erfüllen müssen. Anbieter werden wahrscheinlich zukünftig genau offen legen, ob sie Securities Lending betreiben und was sie als Pfand für die Leihe der Wertschriften erhalten. Hoher Aufwand für die Emittenten In Bezug auf synthetische ETF soll der Swap­ partner Regeln unterstellt werden. Einige der von der Esma geforderten Kriterien wie die genaue Zusammensetzung der Swaps und die Offenlegung der Gegenpartei werden von den meisten Anbietern bereits jetzt erfüllt. Regeln könnte es aber auch für Strategie-ETF geben. Hierbei soll die Häufigkeit des Rebalancings aufgezeigt werden, und darüber hinaus, welchen Einfluss dieses auf den Ertrag des Produkts

hat und welche Risiken mit ihm verbunden sind. Darüber hinaus könnte es eine Regel geben, dass ETF die Wertentwicklung ihrer Basiswerte höchstens um einen bestimmten Wert verfehlen dürfen. Gemäss Joachim Kuske, Senior Adviser Investment Funds der VP Bank, sind die Vorschläge der Esma mit grossen Offenlegungsanforderungen und höheren Kosten verbunden. Zum Teil müssten Anleger dann eine noch grössere Massen an Informationen verarbeiten. Jedoch fördere eine solche Richtlinie die Transparenz der Produkte und die Vereinheitlichung der Branche. Kuske betont jedoch, dass wichtige Fragen offen bleiben würden oder gar mit bisheriger Marktpraxis in Konflikt treten. So plane die Esma beispielsweise­ vorzuschreiW EITER S. 06 ben, dass nicht nur

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S E I T E 06 BRENNPUNKT

das dem Swap zugrunde liegende Portfolio den Ucits-Diversifizierungsregeln entsprechen müsse, sondern dass auch das sogenannte Legal Portfolio, dessen Wertentwicklung geswappt wird, mit diesen Regeln im Einklang sein müsse. Da­raus könnten für die ETF höhere Kosten entstehen, welche aber nicht durch einen höheren Anlegerschutz gerechtfertigt wären, so dass im Endeffekt dem Anleger hier mehr Schaden als Nutzen entstünde. Weitere Regulierungen Ebenfalls Gegenwind gibt es von Seiten der EU-Richtline für den europäischen Finanzmarkt (Mifid), unter die ETF künftig fallen sollen. «Ich denke, wenn wir Mifid 2, die Überarbeitung von Mifid, in Angriff nehmen, werden all diese Dinge abgedeckt sein», sagte Sharon Bowles, Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Europäischen Parlament, gegenüber Reuters. Bislang regelt die Richtlinie Bedingungen für den Wertpapierhandel in der EU, besonders bei Aktien, Geldmarktinstrumenten und Terminkontrakten. Mifid 2 soll auch auf ETF ausgeweitet werden. Die Folge wären Berichts- und Nachweispflichten für die Branche. So müssten die Börsen einheitliche Reports zur Quotierungs- und Ausführungsqualität bereitstellen, und die Geschäfte müssten standardisiert an die jeweils zuständigen Aufsichtsbehörden gemeldet werden. Weiters müssten OTCKäufe und Verkäufe während der üblichen Handelszeiten öffentlich bekanntgemacht werden. Alain Picard befürwortet einen solchen Schritt. Dadurch würde der Handel transparenter und es gäbe mehr Umsätze über die Börse. Dies ist jedoch Zukunftsmu-

sik. Bislang steht nicht fest, ob ETF einbezogen werden und wann die neue Richtlinie genau in Kraft treten wird. Voraussichtlich aber erst 2013. Umsetzung von Ucits-IV Eine weitere Veränderung für Anleger ergibt sich durch das Inkrafttreten von Ucits-IV. Bis Anfang Juli 2012 müssen ETF-Emittenten in der EU den vereinfachten Verkaufsprospekt durch das zweiseitige KIID ersetzen. Dabei handelt es sich um das «Key Investor Information Document». Darin sollen alle weEin Bekanntmachen sentlichen Informationen für der OTC-Käufe während den Anleger zu finden sein. «Durch das standardisierte For- der üblichen Handelsmat soll dem Anleger die Mögzeiten würde für mehr lichkeit gegeben werden, Fonds besser zu vergleichen und infor- Transparenz sorgen. mierte Anlageentscheidungen treffen zu können», erklärt Kuske. Auf allen Fronten wird also daran gearbeitet, ETF transparenter zu machen und die Auswahl für den Anleger zu erleichtern. Prinzipiell ein Schritt in die richtige Richtung, sind doch klare Regeln, Einheitlichkeit und damit eine bessere Vergleichbarkeit die Folge. Inwieweit dies den ETF-Anbietern die erhoffte gemeinsame Stimme verleiht, bleibt abzuwarten. Ebenfalls unklar ist, ob Anleger nicht in einer Flut an Informationen untergehen oder sogar mit höheren Kosten infolge Mehraufwandes der Anbieter konfrontiert sind. Fragwürdig ist auch der Aspekt, dass Fonds und ETF dann nicht mehr gleich behandelt würden. BK Web-Link: 1x1 der ETF

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S E I T E 07 KOMPAKT

Die amerikanischen Aktienmärkte haben gegenüber Europa und den Emerging Markets die Nase vorn. Doch mit wachsender Risikobereitschaft wird sich das Bild schnell wandeln. Jene, die im Jahr 2011 auf Aktien gesetzt haben, mussten grösstenteils herbe Verluste hinnehmen. Der SMI hat mehr als 10 Prozent eingebüsst, der DAX gab aus Sicht der Schweizer Anleger knapp 14 Prozent nach. Die geringsten Verluste, beziehungsweise in Dollar sogar ein Plus von 2 Prozent, erzielten amerikanische Werte. Noch stärker als der S&P 500 legte der Dow Jones zu. In Landeswährung verzeichnete das Barometer einen Anstieg von rund 4 Prozent. Der Grund für die unterschiedliche Performance dürfte in der enormen Verunsicherung der Investoren durch die Schuldenkrise in Europa liegen. Das lässt Anleger vermehrt in amerikanische Werte flüchten. Das Land hat zwar mit einer enormen Schuldenlast, hohen Haushaltsdefiziten und dem Nachwirken der Immobilienkrise zu kämpfen. Dennoch ist Amerika in sich deutlich geschlossener als die EU. Auch der konjunkturelle Ausblick ist für die USA besser. Experten erwarten nicht, dass die Nation in eine Rezession rutscht. Für Europa wird ein solches Szenario durchaus in Betracht gezogen. Weniger Risiko in Schwellenländern Ebenfalls Verluste verzeichneten 2011 die Emerging Markets. Experten erklären dies durch die hohen Zinsen und die enormen Inflationsraten. Eigneten sich die Emerging Markets lange Zeit besonders gut zur Diversifikation, hat sich dies in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Mittlerweilen entwickeln sie sich sehr ähnlich wie die Aktien der Industrieländer. Früher bewegten sich die Schwellenländerwerte stärker als die globalen Märkte in die eine oder die andere Richtung. Nun fallen die Veränderungen im Verhältnis zu globalen Aktien viel gedämpfter aus als gewohnt. Insgesamt bewegen sich die Aktien der Schwellenländer verhaltener als jene der Industrieländer, schreiben die Experten der UBS in der «UBS investor’s guide». A M E R I K A TO P, E U R O PA F LO P  Index

Quelle: Telekurs, Stand: 7.12.2011

Perf Original

Perf in CHF

SMI

-10.60%

-10.60%

DAX

-12.81%

-13.73%

S&P 500

2.02%

-1.23%

Euro Stoxx 50

-8.89%

-9.85%

FTSE 100

-7.01%

-8.65%

-15.19%

-17.89%

MSCI Emerging Markets

Als Grund für diese Entwicklung sehen sie, dass das finanzielle Risiko in Schwellenländern, gemessen am Spread gegenüber USStaatsanleihen, in den vergangenen Jahrzehnten markant abgenommen hat. Dies zeigt sich in dem niedrigen Beta der Schwellenländeraktien. Das Bild könnte sich aber schon bald wandeln. Denn sobald die weltweite Risikobereitschaft wieder zunimmt, dürften die Schwellenländer im Vergleich zum globalen Durchschnitt besser abschneiden, prognostiziert die Schweizer Grossbank. Weniger gefragt werden dann die aktuell so beliebten, sicheren US-Werte sein. BK

10sekunden

Flucht in sicheren Hafen > Fidelity baut ETF-Geschäft aus Die Fondsgesellschaft Fidelity Investments hat gemäss Reuters bei der US-Finanzaufsicht SEC einen Antrag eingereicht, um ETF auf Aktien- und Anleihenindizes auflegen zu dürfen. Aktuell führt Fidelity nur ein Produkt, den Fidelity Nasdaq Composite Index Tracking ETF. In Planung dürften vor allem ETF auf Indizes sein, deren Zusammensetzung auf fundamentalen Daten statt auf der Marktkapitalisierung beruht. Auch Legg Mason plant in den USA die Auflage ihres ersten ETF. > Verlustreiche ETF-Käufe Die Bank of Japan hat 2010 mit ETF Verluste eingefahren. Dies geht aus einem im Oktober 2011 publizierten Protokoll der japanischen Zentralbank hervor. Die ETF auf den Nikkei 225 und den Topix wurden erworben, um den Aktienmarkt zu stützen. Gekauft wurde immer dann, wenn einer der beiden Indizes um mehr als ein Prozent zu fallen drohte. Das Budget für ETF-Käufe lag bei 1,4 Billionen Yen, bislang wurden 600 Milliarden aufgewendet. Der Verlust liegt bei 40 Milliarden Yen. > Ausschüttung garantiert db xtrackers hat zwei neue Obligationen-ETF aufgelegt. Beide sehen eine garantierte Ausschüttung in Höhe von vier Prozent des Nettoinventarwertes vor. Der db x-trackers II iBoxx € Sovereigns Eurozone umfasst Staatsanleihen der Eurozone und der db x-trackers iBoxx € Germany bildet die Wertentwicklung von deutschen Pfandbriefen mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren ab und ist thesaurierend. > ETF in Vietnam In Vietnam wird derzeit an der Einführung von ETF gearbeitet. Die Regierung teilte kürzlich mit, dass ab dem nächsten Jahr an der Börse in Hanoi Rohstoff-ETF gehandelt werden könnten. Die Regeln für ETF und andere Investmentfonds sollen bis Ende 2011 stehen. Bislang war es den Fondsanbietern nicht möglich, sich in Vietnam anzusiedeln. Im Mittelpunkt stehen institutionelle Investoren. Mit ihrer Hilfe soll der vietnamesische Aktienmarkt gestützt werden.


S E I T E 08 KOMPAKT

Die Performance zählt Anleger konzentrieren sich häufig stark auf den Tracking Error. Doch zum Ende zählt nur die relative Performance des ETF im Vergleich zu seinem Basisindex. Exchange Traded Funds können auf verschiedene Arten miteinander verglichen werden. Hoch oben in der Gunst der Vergleichsmasse steht traditionell der Tracking Error (TE). Doch der TE ist nur ein Aspekt der Bewertung. Er zeigt nicht – wie häufig angenommen wird – den Unterschied zwischen der Benchmark und dem ETF. Der Tracking Error weist lediglich die Volatilität (Standardabweichung) der Ertragsdifferenz zwischen dem Fonds und seinem Basisindex aus. Ein Vergleich basierend auf der Total Expense Ratio (Gesamtkostenquote) ist ebenfalls nicht vollständig, denn einige Faktoren, die das Fondsvermögen positiv wie auch negativ beeinflussen können, werden in der TER nicht abgebildet. Ein besseres Vergleichsmass ist die erwirtschaftete Performance des Fonds. Solche Vergleiche können auf dem Nettoinventarwert (NAV) basierend durchgeführt werden. Es liegt auf der Hand, dass die jährliche Verwaltungsgebühr die Rendite negativ beeinflusst. Diese ist zwar bekannt, doch sie zeigt nicht die ganze Wahrheit auf, denn es fallen weitere Kosten an. Bei physischen ETF sind es Kosten für Indexanpassungen, welche die Rendite schmälern. Hier hängt vieles auch vom Geschick des Portfoliomanagements ab, wie und wann beispielsweise ein Titel hinzugefügt oder entfernt wird. In diesem Zusammenhang spielt ein weiterer allfälliger Barbestand eine Rolle. Dieser kann sowohl positive wie auch negative Auswirkungen auf die Gesamtrendite haben: Bei steigenden Märkten ist dies ein Nachteil, da sich das gesamte Fondsvermögen schlechter als der Markt entwickelt – und im Fall von fallenden Märkten ist es entsprechend von Vorteil. Zusätzliche Erträge durch Wertpapierleihe Bei synthetisch replzierenden Indexfonds wird die Rendite eingekauft, deswegen fallen solche Kosten nicht an. Die Anbieter von swapbasierten ETF müssen hingegen Swapgebühren bezahlen, die sich negativ auf den Nettobarwert auswirken. Je nach ETF-Struktur kann die Performance von weiteren Kosten beeinträchtigt werden. Durch Wertpapierleihe können ETF-Anbieter jedoch zusätzliche Erträge

?

40

… Jahre So lange ist es her, dass das erste Indexprodukt aufgelegt wurde. Damals kreierten William Sharp und Bill Fouse den Samsonite Pension Fund, den ersten ETF, der sich vor allem an institutionelle Investoren richtete. Der Indexfonds spiegelte die Wertentwicklung von 1500 der New Yorker Börse kotierten Aktien wieder. Im Gegensatz zu heute wurde der Nettoinventarwert damals nur einmal täglich berechnet. Der erste ETF für Privatanleger, der Vanguard 500, wurde 1976 von John Bogle und Burton Malkiel lanciert.

generieren, die den Nettoinventarwert positiv beeinflussen. Auch das Fondsdomizil sollte bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Da die Steuerabkommen von Land zu Land variieren, haben die Steuerbelastungen der Erträge (beispielsweise Dividenden) unterschiedlich starke Auswirkungen auf das Fondsvermögen. Insbesondere tradingorienterte Anleger sollten die Handelskosten nicht vernachlässigen. Ein Blick auf die Geld-Briefspanne ist wichtig. Zudem helfen die Qualitätsmerkmale (Market Quality Metrics), welche von der SIX Swiss Exchange berechnet werden. Denn diese zeigen nicht nur eine Momentaufnahme, sondern vergleichen die durchschnittliche Entwicklung über einen längeren Zeithorizont. RB Web-Link: 10x10 ETF Übersicht

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S E I T E 09 INDEX DER AUSGABE

Fluch oder Segen?

Die Dividendenrendite beim Aktienbarometer DAX liegen derzeit im Durchschnitt deutlich über der Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen. Und die Aussichten für 2012 sind noch besser. Die hohen Unternehmensgewinne führen dazu, dass die Dividendenrenditen derzeit auf ungewöhnlich hohem Niveau verweilen. Für das kommende Jahr sehen die Zahlen noch besser aus. So erwarten Experten von BlackRock, dass DAX-Unternehmen im kommenden Jahr an ihre Aktionäre rund 26 Milliarden Euro an Dividenden weitergeben werden. Aber nicht nur deutsche Aktienwerte zahlen rekordverdächtige Summen aus. Auch in den USA werden 2012 deutlich höhere Erträge ausgeschüttet, und zwar rund 13 Prozent mehr. Eine hohe Dividende ist ein Indiz für gesunde Bilanzen mit relativ hohem Eigenkapital und stabile Cashflows. Firmen, die auch nach Ausbruch der Finanz- und Schuldenkrise hohe Dividenden ausbezahlen, zeigen, dass sie in einem negativen Marktumfeld erfolgreich sein können. Dividendenstrategien führen aber nicht per se zum Erfolg. Vergleicht man die Entwicklung des DivDAX mit dem Hauptindex DAX über die letzten Jahre, ist eine erstaunliche Outperformance von 25 Prozent ersichtlich. Die ist aber hauptsächlich der besseren Wertentwicklung während der Hausse zwischen 2003 bis 2008 zu verdanken. Bei der letzten Aktienmarktrallye, die bis Ende Juli 2011 reichte, schnitt der DivDAX kaum besser ab. Ein wesentlicher Grund hierfür war, dass zyklische Titel überdurchschnittlich starke Verluste hinnehmen mussten. Zusammensetzung & Performance Im DivDAX-Index werden die 15 dividendenstärksten Titel des DAX berücksichtigt. Die historische Dividendenrendite berechnet sich aus der gezahlten Dividende dividiert durch den Schlusskurs der Aktie vor der Ausschüttung. Des Weiteren müssen die Unternehmen über die letzten drei Monate einen Mindest-Tagesumsatz von 250 000 Euro aufweisen können. Gewichtet werden die berücksichtigten Unternehmen nach der Free-Float-Kapitalisierung, wobei kein Index­bestandteil mit mehr als zehn Prozent gewichtet sein darf. Mit dieser Obergrenze soll die Dominanz einzelner Titel verhindert werden. Eingeführt wurde der Index am 21. September 2003 mit einem Basiswert von 100. Über die letzten zehn Jahre hat er eine erstaunliche Performance von 46 Prozent hingelegt. Die Wertentwicklung für das laufende Jahr sieht mit minus 13 Prozent derzeit eher düster aus. Die Drei-Monats-Entwicklung jedoch dürfte den Investor mit einem Plus von über zwölf Prozent wieder fröhlich stimmen. OB

1.

Chemie

21,4%

2.

Versicherung

16,9%

3.

Automobil

15,6%

4.

Industriegüter

15,1%

5.

Versorger

14,8%

6

Telecom

9,9%

7.

Übrige

6,3%

10

DIE 10 GRÖSSTEN POSITIONEN

top10

DivDAX

%

S E K TO R E N E N G AG E M E N T 

Allianz SE 11% E.ON AG 10,3%

BASF SE 10,5%

Siemens AG 9,9%

Bayer AG 10,9%

Deutsche Telekom AG 9,9%

Daimler AG 8,7%

BMW AG 7%

Munich Re 5,9%

RWE AG 4,5%

Pr

P R O D U K T E auf den DivDAX Anbieter

Symbol

Swap

TER p.a.

AuM

ComStage

CBDDAX

ja

0.25%

20.48 Mio EUR 97.97%

Spread

ETF YtD

Index YtD

-

-13.13%


S E I T E 10 GESPRÄCHSSTOFF

Peter Bänziger ist seit August 2004 Leiter des Geschäftsbereichs Asset Management und damit auch Chief Investment Officer sowie Mitglied der Geschäftsleitung der Swisscanto Gruppe. Zuvor war er in verschiedenen Funktionen beim Schweizerischen Bankverein und bei der Bank Leu AG tätig.

Marktausblick 2012 Herr Bänziger, die Märkte werden weiter­ hin belastet durch die Schuldenkrise und die drohende Rezession. Wie schätzen Sie die Lage ein? Zuerst zur Schuldenkrise: Hier hat sich die Lage etwas entspannt. Nach der konzentrierten Aktion der Zentralbanken sind die Renditen der kritischen Länder wie Italien, Spanien deutlich gesunken. Dennoch sind nach dem jüngsten EU-Gipfel die Probleme längst nicht gelöst, sodass sich die Situation jederzeit wieder verschlechtern kann. Ist Rezession ein Thema? Wichtig waren hier die Zahlen aus Amerika, und diese haben zuletzt positiv überrascht. Einerseits von Seiten der Konsumenten,

Im ganzen Euroraum wird es 2012 eine leichte Rezession geben. Davon ist auch die Schweiz betroffen.

andererseits sind die Arbeitslosenzahlen deutlich gesunken. Für die USA erwarten wir demnach keine Rezession, sondern ein Wachstum von etwa zwei Prozent für 2012. Das gibt Hoffnung. Gilt diese Hoffnung auch für Europa? In Europa sieht die Lage leider etwas düsterer aus. Im ganzen Euroraum wird es 2012 eine leichte Rezession geben. Und davon ist auch die Schweiz betroffen, hier sehen wir nur noch ein geringes Wachstum von maximal einem Prozent. Wo bieten sich trotz der grossen Unsicher­ heiten Chancen? Die grössten Chancen bieten die Aktienmärkte, die immer noch deutlich unterbewertet sind. Zudem gehen wir davon aus, dass sich die gute Gewinnsituation weiter fortsetzt. Augrund der besseren Wachstumsaussichten würden wir innerhalb der Aktienmärkte amerikanische Werte übergewichten. Weil die Unterbewertung in den europäischen Aktienmärkten am stärksten ausgeprägt ist, würden wir auch diese leicht übergewichten. Wie sieht es mit den Schwellenländern aus? In den grossen Schwellenländern Brasilien,

China und Indien wird sich das Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten leicht abschwächen. Dies geschieht allerdings auf einem deutlich höheren Niveau als in den Industrieländern und ist nicht unwillkommen. Vor allem China versucht seit einiger Zeit, eine konjunkturelle Überhitzung zu verhindern. Die Titel bleiben weiterhin interessant, wir würden die Schwellenländer-Aktien ebenfalls übergewichten. Sollten bestimmte Werte bevorzugt werden? Im Moment ganz klar grosskapitalisierte Werte, die klassischen Blue Chips mit sehr guten Bilanzverhältnissen, aber auch sehr tiefen Bewertungen. Large Caps leiden zudem weniger unter der strengeren Kreditvergabepolitik der Banken als die Small Caps, deswegen bleiben geringer kapitalisierte Werte untergewichtet. Aus­ serdem beurteilen wir die Kurschancen von Wachstumstiteln grösser als jene von Substanztiteln. Das schöne an diesen Blue Chips ist, dass sie in der Regel eine sehr hohe Dividendenrendite aufweisen. Wenn man eine Kombination machen will, dann könnte man die billigsten Aktienmärkte, also Europa, und die Titel mit hoher Qualität wählen. W EITER S. 11


S E I T E 11

Viele Anleger flüchten trotz der tiefen Zinsen weiterhin in Staatsanleihen. Ist das Ihrer Ansicht nach eine gute Wahl? Das ist höchstens dann eine gute Wahl, wenn man bereit ist, einen Preis zu bezahlen für diese Sicherheit. Weil die Realrenditen teilweise bis zehn Jahre oder länger negativ sind. Auf der anderen Seite gehen diese Anleger, je nachdem, wie lange sie investieren, auch ein ziemlich hohes Zinsrisiko ein. Nur schon ein kleiner Zinsanstieg würde zu Kursverlusten führen. Also sind Engagements in Staatsanleihen­ nicht empfehlenswert? Ich würde insbesondere vor langlaufenden Staatsanleihen abraten. Und ich muss schon festhalten, dass sich der Anlagenotstand für risikobewusste Anleger verschärft hat. In welchen Bereichen machen Obligatio­ neninvestments weiterhin Sinn? Es ist tatsächlich eine schwierige Situation bei den Obligationen. Sie müssen sehen, ohne das Eingehen von Risiken sind die Renditen derart tief, dass sie nach Inflation negativ sind. Chancen bieten sich aus Franken-Sicht einerseits in Währungen, die eine Top Qualität aufweisen und gleichzeitig gegenüber dem Franken unterbewertet sind. Durch Fremdwährungen wie die norwegische Krone können Mehrrenditen generiert werden. Andererseits hat die jüngste Finanzkrise auch dazu geführt, dass die Renditen der Unternehmensanleihen deutlich gestiegen sind. Hier ist das Rendite-­ Risiko-Verhältnis attraktiver als bei Staatsanleihen.

Welche Strategie sollte bei Deviseninvest­ ments verfolgt werden? Aus Franken-Sicht würde ich mit dem Euro wie folgt verfahren: Wenn der Euro-Kurs gegenüber dem Franken knapp über 1,20 liegt, dann muss die Währung aufgrund der Garantie der Schweizerischen Nationalbank nicht mehr abgesichert werden. Es hat sich aber auch gezeigt, dass Kurse über 1,24 nicht dauerhaft sind. Bei einem solchen Niveau sollte abgesichert werden. Wie sieht die Situation beim amerikani­ schen Dollar aus? Der Dollar ist nach wie vor deutlich unterbewertet, je nach Rechnung bis zu 30 Rappen. Hier raten wir im aktuellen Umfeld, die Bestände nicht abzusichern. Zu einer beliebten Alternative haben sich Immobilieninvestments entwickelt. Wo­ rauf sollten Anleger bei solchen Investitio­ nen achten? Schweizer Immobilien und Immobilienfonds waren während der Krise tatsächlich die stabilsten Erbringer von positiven Renditen. Immobilienfonds weisen immer noch eine sehr hohe Ausschüttungsrendite aus. Sie liegt etwa zwei bis zweieinhalb Prozent höher als die Rendite von zehnjährigen Schweizer Obligationen. Allerdings gilt es zu beachten, dass die Differenz zwischen den Börsenkursen und dem inneren Wert, das sogenannte Agio, im Durchschnitt 25 Prozent oder mehr beträgt. Was bedeutet das für Anleger? Wenn die Zinsen wieder ansteigen sollten, wird dieses Agio sinken und die Anle-

5PUNKTE

GESPRÄCHSSTOFF

Rezession

In den USA nein, in Europa vor der Tür

Inflation



Nicht heute, nicht morgen

Gold



Kurzfristig vorsichtig

Euro



Der Patient muss immer noch beatmet werden

Schwellenländer

 Wieder attraktivere Bewertung

ger erleiden Kursverluste. Wer glaubt, dass das Zinsumfeld langfristig tief bleibt, der kann solche Immobilieninvestments halten oder auch noch kaufen. Ansonsten wäre ich eher vorsichtig. Leicht untergewichten würden wir auch im Ausland kotierte Immobilienwerte. Welche Alternativen Anlagen, besonders im Rohstoffbereich, sind Ihrer Meinung nach einen Blick wert? Kurzfristig sind wir gegenüber Rohstoffen eher vorsichtig eingestellt, dies auch aufgrund der Konjunkturabschwächung. Der langfristige Ausblick für Rohstoffe ist trotz der erwarteten Wachstumsabschwächung aber positiv. Als strategische Diversifikation sind Rohstoffe durchaus eine gute Wahl. Eine Alternative, für die wir besonders gute Chancen sehen, sind Goldminenaktien. BK

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S E I T E 12 GASTBEITRAG

Markante Preisunterschiede im Online-Börsenhandel Das Anlegerportal Assetinum hat die Gebühren von 16 Online-Brokern inklusive aller Kosten unter die Lupe genommen. Das Resultat: Ein Vergleich lohnt sich, denn die Kosten variieren von Anbieter zu Anbieter stark. Der Tarifdschungel im schweizerischen Online-Börsenhandel ist selbst für professionelle Anleger kaum zu durchschauen. Je nach gehandeltem Finanzprodukt sowie der Höhe und der Anzahl Transaktionen können die Gebühren von Anbieter zu Anbieter beträchtlich variieren. Hinzu kommen eidgenössische Umsatzabgaben und eine Reihe von unterschiedlichen Pauschaltarifen, Rabattierungen und Depotgebühren. Wenig- und Vieltrader im Vergleich Um Ordnung ins Kostenchaos zu bringen, hat das unabhängige Anleger-Portal Assetinum die Gesamtkosten anhand von zwei idealtypischen Kunden bei 16 OnlineHandelsplattformen in der Schweiz verglichen. Der «Wenigtrader» führt vier AktienTransaktionen im Jahr durch und verfügt über ein Depot von 50 000 Franken. Darin enthalten sind Schweizer Aktien, Obligationen und börsengehandelte Indexfonds. Der «Vieltrader» hingegen verfügt über ein Depot von 500 000 Franken und hält unter anderem Schweizer, amerikanische und europäische Aktien, Indexfonds, Obligationen sowie Gold-ETF. Er realisiert 30 Käufe und Verkäufe im Jahr – die ausführlichen Angaben sind auf assetinum. com zu finden.

Auf dem Podest… Der Vergleich zeigt, dass die Saxo Bank für beide Kundenkategorien am günstigsten ist. Ohne Handelsaktivität und einem Barsaldo unter 25 000 Franken wird bei der Saxo Bank allerdings eine Kontogebühr von 100 Franken pro Halbjahr fällig. In der Kategorie Wenigtrader holt sich die Keytrade Bank die Silbermedaille knapp vor PostFinance. Für Vieltrader ist ebenfalls Keytrade der zweitgünstigste Anbieter. Bronze geht in dieser Kategorie an Swissquote mit einem Vieltrader-Pauschaltarif. Die Gebührenunterschiede sind erstaunlich gross: Universalbanken wie die Bank Coop, UBS oder Credit Suisse sind massiv teurer als «spezialisierte» OnlineBroker. So ist die Credit Suisse für den untersuchten Vieltrader fast achtmal so teuer als die Saxo Bank – das ist eine Differenz von mehr als 13 000 Franken pro Jahr. Individueller Vergleich lohnt sich Der Vergleich mit zwei idealtypischen Anlegerportfolios gibt einen guten Kostenüberblick. Allerdings kann sich die Reihenfolge der günstigsten Online-Broker je nach Anlegerprofil verschieben – entsprechend lohnt sich für jeden Anleger ein individueller Vergleich. Wer beispielsweise nur ETFProdukte handeln möchte, fährt mit dem

Swissquote-Pauschalangebot von neun Franken pro Trade für am Schweizer Markt kotierte ETF gut. Auch die Keytrade Bank bietet einen Pauschalpreis von neun Franken pro ETF-Trade an – allerdings nur für an der SIX gehandelte ComStage-Produkte. Auch andere Anbieter mit pauschalen Courtagen wie die Migros Bank (40 Franken pro Trade) oder die Basler Kantonalbank (EasyTrading: 30 Franken pro Transaktion) sind für bestimmte ETF-Produkte prüfenswert und in manchen Fällen sogar noch günstiger als Discount-Broker wie die Saxo Bank. Zu beachten ist ausserdem, dass neben den ETF-Courtagen auch Depot- und Börsengebühren sowie eidgenössische Umsatzabgaben zu Buche schlagen. Preis nicht einziges Kriterium Gerade für erfahrene Anleger sind neben dem Preis Faktoren wie Abwicklungsgeschwindigkeit, Realtime-Kurse, Nutzerfreundlichkeit, Produktvielfalt und Börsenzugänge sowie die Ausgestaltung der Börsentools entscheidend. Auf jeden Fall sollte der Anleger vor der Wahl des geeigneten OnlineBrokers die Dienstleistungsangebote genau studieren. Zu diesem Zweck offerieren viele Online-Broker kostenlose Demoversionen zum Ausprobieren.

Benjamin Manz ist Geschäftsführer des Anlegerportals assetinum.com

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Lyxor ETF New Energy ISIN FR0010524777 Valor 3 466 091 • Bloomberg LYNRJ SW • Währung EUR • TER p.a. 0,60% •

LY X O R

E T F :

3

B U C H S TA B E N ,

J E T Z T

7 8

L Ö S U N G E N

www.lyxoretf.ch info@lyxoretf.ch + 41 (0)58 272 33 44 Bloomberg L Y X O R < G O > Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen haben einen rein indikativen und informativen Charakter, dessen Sinn es einzig und allein ist, die Eckdaten des Fonds aufzulisten. Die Daten stellen in keiner Weise eine Verpflichtung oder ein Angebot seitens der Société Générale („SG“) und/oder Lyxor AM („Lyxor“) dar. Für die Zeichnung von Fondsanteilen ist ausschliesslich der offizielle Verkaufsprospekt massgebend. SG und Lyxor übernehmen keinerlei treuhänderische Verantwortung oder Haftung für finanzielle oder anderweitige Konsequenzen, die sich durch die Zeichnung oder den Erwerb des in dieser Anzeige beschriebenen Fonds ergeben. Der Anleger sollte sich einen eigenen Eindruck über die Risiken bilden und für zusätzliche Auskünfte in Bezug auf eine Zeichnung oder einen Erwerb einen professionellen Berater konsultieren. Vor allem sollte sich der Anleger bei Zeichnung und Kauf von Fondsanteilen bewusst sein, dass der Fonds Risiken beinhaltet und die Rückzahlung unter Umständen unter dem Wert des eingesetzten Kapitals liegen

kann, im schlimmsten Fall kann es zu einem Totalverlust kommen. Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für zukünftige Wertentwicklung. Der Fonds Lyxor ETF New Energy ist zum öffentlichen Vertrieb in der Schweiz oder von der Schweiz aus im Sinne von Artikel 120 des Bundesgesetzes über die kollektiven Kapitalanlagen vom 23. Juni 2006 zugelassen. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA hat Société Générale, Paris, Zweigniederlassung Zürich, als Vertreter und als Zahlstelle des Fonds in der Schweiz bewilligt. Die entsprechenden Prospekte, Statuten, Jahres- und Halbjahresberichte des Fonds, sowie die Aufstellung der Käufe und Verkäufe, welche die Fondsleitung im Berichtsjahr auf Rechnung des Fonds abgeschlossen hat, können mittels einfacher Anfrage kostenlos beim Vertreter in der Schweiz (Société Générale, Paris Zweigniederlassung Zürich, Talacker 50, Zürich, Schweiz) bezogen werden. Die Verkaufsprospekte können unter www.lyxoretf.ch heruntergeladen werden.


S E I T E 13 WISSEN

Kostenstruktur bei ETF Wie wichtig ist die Kostenkennzahl TER? Die Kosten sind ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, einen Index möglichst exakt nachzubilden. Der TER umfasst viele der expliziten Kosten, die bei einem Produkt anfallen. Dazu gibt es implizite Kosten und Gebühren, die es möglichst zu verhindern gilt, so dass das übergeordnete Ziel eines Indexreplizierers – die Kostenminimierung – erreicht werden kann. Ein guter Indexierer ist in der Lage, die Kostenfolge seiner Nachbildung möglichst gering zu halten. Dies erfolgt dadurch, dass er explizite Kosten tief hält und implizite Kosten wenn möglich gar nicht anfallen lässt – oder durch zusätzliche Einnahmen reduziert. Somit wird klar, dass die Beurteilung über die Abbildungsqualität eines ETF via TER deutlich zu kurz greift. Investoren sollten die Abbildungsgüte verschiedener ETF gegenüber dem Index mittels der relativen Renditeabweichung beurteilen, die sich auf NAV-Daten abstützt. Wie sollte die Kostenevaluation erfolgen? Eine Beurteilung sollte sich auf NAV-Daten stützen, denn darin sind sämtliche bei der Replikation anfallenden Kosten berücksichtigt. Allenfalls sind die NAV-Daten um die Ausschüttungen zu korrigieren, so dass ETF aufgrund ihrer Total-Return-Renditen miteinander und mit dem Index verglichen

werden können. Will man zusätzlich die impliziten Kosten aus dem Handel eines ETF berücksichtigen, sollte ein zweiter Vergleich die on-exchange oder off-exchange fälligen Spreads analysieren. Ist ein tiefer Spread das ausschlaggebende Kriterium? Nein, soweit würde ich nicht gehen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Spreads je nach Anlageziel und -horizont unterschiedlich wichtig sind. Wird ein ETF als strategische Position ins Portfolio gekauft, sind die anfallenden Handelskosten weniger bedeutend. Viel bedeutsamer ist in diesem Fall, den ETF auszuwählen, der über einen längeren Anlagehorizont die beste relative Performance zum Index aufweist. Wenn dort beispielsweise über drei Jahre Renditedifferenzen von mehreren Prozentpunkten relativ zum Index auflaufen, sind allenfalls etwas höhere Spreads von fünf oder zehn Basispunkten irrelevant. Weiter ist zu beachten, dass man unsere ETF für grössere Positionen auch immer als OTCTransaktionen kaufen oder verkaufen kann. Der Market Maker ist in der Lage, eine individuelle Preisofferte zu unterbreiten, die eine allenfalls tiefere Kursspanne aufweisen kann. Anders ist die Situation, wenn die ETF-Position als taktisches Manöver eingesetzt werden soll. Hier kann die Per-

formance durch die Handelskosten massgeblich beeinflusst werden, denn bei häufiger Umschichtung fallen Spreadkosten stärker ins Gewicht. Die Möglichkeit von OTC-Aufträgen besteht aufgrund des kleineren Transaktionsbetrags eventuell nicht. Wie sollte ein Anleger nun vorgehen? Ich persönlich befürworte ein dreistufiges Vorgehen. Als erstes sollten die zu vergleichenden ETF hinsichtlich ihrer Abbildungsqualitäten untersucht werden. Wie beschrieben sollen hierfür NAV-Daten (um die allfälligen Ausschüttungen gemäss Steuerstatus des Kunden) herangezogen werden und daraus die relative Renditeentwicklung abgetragen werden. Als zweiter Schritt gilt es, die impliziten Handelskosten zu vergleichen. Die Spreads sind für alle an der SIX Swiss Exchange gelisteten ETF relativ einfach abzurufen. Drittens sollten sich Anleger ein klares Bild machen über das Risikoprofil der zu vergleichenden ETF. Hierbei stehen aus der Replikationsmethode abgeleitete Themen wie etwa Gegenparteirisiken im Vordergrund. Wichtig in dieser Hinsicht scheint mir, dass Investoren nur diejenigen ETF kaufen sollten, bei welchen sie allfällige Risiken aus der Struktur vollständig verstanden haben. RB Web-Link: Credit Suisse ETF


S E I T E 14 MONITOR ROHSTOFFE

Top & Flop Rohstoff ETF/ETP

Quelle: 10x10, Telekurs, Bloomberg / Stand: 30.11.2011

E D E L M E TA L L E Underlying

ISIN

Issuer

Swap

hedged

TER

Kurs

YTD

Unze Gold Gold Fix PM 1Unze CH0106027185 UBS No No Gold Fix PM 1Unze CH0044781174 S&GAM No Yes NYSE Arca Gold BUGS TR LU0488317701 ComStage Yes No NYSE Arca Gold BUGS TR LU0259322260 RBS Yes No

0.35% 0.40% 0.65% 0.70%

USD 173.46 EUR 1340.42 USD 58.24 EUR 178.98

25.35% 25.33% 2.86% 4.73%

Unze Silber Silver 100 Unzen CH0047533572 ZKB No No Silver Fix PM 1 Unze GB00B57Y9462 DB No No Silver Fix PM 1 Unze CH0106405894 S&GAM No Yes Silver Fix PM 1 Unze CH0106405928 S&GAM No Yes

0.60% 0.45% 0.60% 0.60%

USD 3221.74 USD 324.84 CHF 30.40 GBP 18.79

6.24% 6.19% -0.43% 0.21%

Unze Platin Platinum Fix PM 1 Unze GB00B57GJC05 DB No No Platinum Fix PM 1 Unze CH0116014934 UBS No No Platinum 50g CH0029792709 ZKB No No Platinum Fix PM 1 Unze CH0106406280 S&GAM No Yes

0.45% 0.50% 0.50% 0.50%

USD 154.53 USD 154.84 CHF 2229.05 CHF 1534.81

-11.34% -11.53% -14.46% -12.58%

Unze Palladium Palladium Fix PM 1 Unze CH0118929022 UBS No No Palladium Fix PM 1 Unze CH0106407205 S&GAM No No Palladium 100g CH0029792683 ZKB No No Palladium Fix PM 1 Unze GB00B5VYVZ75 DB No No

0.50% 0.50% 0.50% 0.45%

USD 61.69 USD 605.52 CHF 1748.98 USD 60.86

-21.27% -21.57% -25.26% -23.33%

0.49% 0.49% 0.49% 0.49%

USD 14.44 USD 25.89 USD 17.04 USD 39.59

-5.00% -11.00% -39.64% -21.94%

0.45% 0.45% 0.49% 0.45%

USD 125.04 USD 122.11 USD 0.92 USD 57.50

8.87% 7.15% -36.11% -31.52%

0.30% 0.85% 0.45% 0.49%

USD 316.68 EUR 125.77 USD 106.64 USD 156.35

-10.81% -10.94% -20.00% -19.82%

AG R A R Rogers Intl Agric. TR S&P GSCI Corn TR XS0417184552 Source Yes No S&P GSCI Sugar TR XS0417181616 Source Yes No S&P GSCI Wheat TR XS0417182937 Source Yes No S&P GSCI Grains TR XS0417129961 Source Yes No

ENERGIE S&P GSCI Crude Oil Enhanced TR S&P GSCI Energy TR GB00B455N087 DB Yes No db Energy Booster USD GB00B3QRNJ57 DB Yes No S&P GSCI Natural Gas TR XS0417151114 Source Yes No db Natural Gas Booster USD GB00B438CS06 DB Yes No

I N D U S T R I E M E TA L L E S&P GSCI Industrial Metals TR S&P GSCI Metals TR FR0010821744 Amundi Yes No Rogers Intl Metal TR LU0259320728 RBS Yes No S&P GSCI Industrial Metals TR GB00B3YH0180 DB Yes No S&P GSCI Industrial Metals TR XS0417130381 Source Yes No

Ein Markt von Getriebenen Früher hiess es: Öl rauf – Aktien runter. Dieser Zusammenhang gilt heute nicht mehr. Tatsächlich scheint es sich sogar umgekehrt zu verhalten: Rohstoffe folgen Aktien. Einzelthemen sind eher schwer auszumachen. Als Ausnahme bietet sich hier die aktuelle Zuspitzung der Beziehungen zum Iran an. Schon ein Teilboykott gegenüber dem iranischen Öl könnte hierbei zu einer deutlichen Verteuerung von Brent führen, das von China und Indien konsumiert wird. Eine weitere Verschärfung könnte dann auch durch eine deutlich anziehende Fördermenge in Libyen nicht mehr ausgeglichen werden. Eine Sonderrolle spielt wie immer das Gold. Die möglichen positiven Aspekte hierfür lassen sich in einem Wort zusammenfassen: Inflation. Eine Erneuerung der EU-Verträge, wie von «Merkozy» angestrebt, könnte auf dem einen oder anderen Weg zu einem europäischen «Quantitatives Easing» führen. Auch wenn die Abhängigkeit der Rohwaren dieser Tage von den «politischen Börsen» erheblich scheint, stimmt der Umstand, dass die Schwellenländer eine geringere Verschuldung sowie positivere Wachstumsaussichten aufweisen, wieder froh. Die Hauptnachfrager beispielsweise nach Industriemetallen sind und bleiben vor allem die Schwellenmärkte. P. Knüppel präsentiert von:

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S E I T E 15 MONITOR EUROPA

Europa hat die Nase vorn Im Jahr 2010 standen bei europäischen Investoren vor allem Schwellenländer-ETF weit oben auf der Speisekarte. Über zwölf Milliarden Dollar flossen allein in diese Anlageregion. Bis Ende November 2011 allerdings wurden 574 Millionen Dollar abgezogen, dafür konnten die europäischen Aktienmärkte profitieren. Mit über 15,2 Milliarden Dollar liegt dieses Segment in Europa ganz vorne. Auch die USA profitieren in diesem Jahr von Zuflüssen. In amerikanische ETF flossen seit Jahresbeginn mehr als 5 Milliarden Dollar. Es macht den Anschein, als bevorzugten europäische Investoren derzeit wieder die westlichen Nationen. Rohstoffe schlagen Bonds Die fortwährenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten manifestieren sich stark in der Anlageklasse Fixed Income. Im November flossen rund 112 Millionen Dollar in Geldmarktanlagen, die bekanntlich derzeit kaum mehr Renditen abwerfen. Sicherheit ist Trumpf. Das Vertrauen in die europäischen Staaten ist weiterhin nicht vorhanden, wodurch auch der Sektor Government-ETF mit Abflüssen zu kämpfen hat. Nach wie vor spielen die physischen Edelmetall-ETF eine wichtige Rolle auf dem europäischen ETF-Parkett. Sehr hohe Neuzuflüsse wurden im November registriert, insgesamt haben die Vermögenswerte um mehr als 1,2 Milliarden Dollar zugenommen. Mittlerweile werden in diesen Produkten über 50 Milliarden Dollar verwaltet. RB

ETF in Europa: Zu- und Abflüsse

Angaben in Mio. U$

AKTIEN Markt

Welt Europe North America Asia Pacific Emerging Markets Broad Asia Pacific Eastern Europe Middle East and Africa Latin America Country Total

# ETF/ETP

Nov 2011 AuM

NNA

Zu-/Abflüsse YTD-11 NNA 2010 NNA

80 469 88 62 158 41 5 1 6 10 85 32 040

12 318 104 367 25 080 11 218 28 850 14 808 1 390 970 181 892 10 610 181 833

-239 -413 306 -142 -189 92 6 11 -4 -4 -291 -677

795 15173 5088 -37 -574 -50 489 93 -31 -175 -909 20 445

2698 7820 4795 3694 12306 7254 443 306 184 228 3892 31 312

3 6 22

181 687 10 969

-45 43 54

192 183 373

0 422 2401

8 13 7 137 2 15 19 1 4 233

966 688 1 689 27 171 1 206 4 367 7 942 1 543 1 724 57 409

7 -125 69 -1824 8 -25 112 26 -19 -1700

-83 -187 54 -1894 809 83 780 -108 84 202

360 -25 1120 4649 473 -122 -995 -6 -6 8 276

86 1 118 103 83 23 123 537

7 328 1 3 543 3 840 1 768 130 50 145 66 755

0 0 -43 -92 15 -2 1243 1121

-439 1 -284 93 29 0 7222 6 622

1707 -1 -397 504 328 15 7097 9 253

F I X E D I N CO M E Aktiv Broad/aggregate Corporate Covered Credit Spreads Emerging Markets Government High Yield Inflation Money Market Mortgage Diverse Total

R O H S TO F F E Broad Alternative Agriculture Energy Industrial Metals Livestock Precious Metals Total

Quelle: BlackRock / Stand: 30.11.2011

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S E I T E 16 MONITOR SCHWEIZ

Meistgehandelte ETF an der Schweizer Börse

Quelle: 10x10, SIX Swiss Exchange / Stand: 30.11.2011

AKTIEN (INDUSTRIELÄNDER) Basiswert

ISIN

Whr

Anbieter

Swap

TER

Umsatz in CHF (in 1000)

SMI S&P 500 MSCI EMU SMI Mid Cap MSCI USA TR MSCI World MSCI Japan MSCI USA SMI MSCI Japan Large Cap

CH0008899764 IE0031442068 IE00B53QG562 CH0019852802 LU0274210672 IE00B0M62Q58 IE00B53QDK08 LU0136234654 CH0017142719 IE00B3VWM213

CHF USD EUR CHF USD USD JPY USD CHF JPY

CS iShares CS CS DB iShares CS UBS UBS CS

No No No No Yes No No No No No

0.38% 0.40% 0.33% 0.49% 0.30% 0.50% 0.48% 0.30% 0.35% 0.48%

2 453 913 1 470 299 1 017 612 650 369 622 298 611 005 578 119 549 774 461 851 445 888

20 837 9 806 5 216 10 080 3 890 4 180 1 405 7 418 6 722 1 279

117 767 149 939 195 094 64 521 159 974 146 173 411 473 74 114 68 707 348 622

0.06 0.14 0.24 0.17 0.15 0.20 0.26 0.28 0.11 0.49

LU0292107645 IE00B0M63177 IE00B3Z3FS74 LU0254097446 IE00B0M63730 IE00B02KXK85 FR0010375766 IE00B0M63516 LU0292107991 FR0010581413

USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD

DB iShares UBS CS iShares iShares Lyxor iShares DB Lyxor

Yes No Yes No No No Yes No Yes Yes

0.70% 0.75% 0.60% 0.73% 0.74% 0.74% 0.85% 0.74% 0.70% 0.65%

1 413 745 1 247 056 694 837 518 034 265 297 228 369 216 379 209 230 150 702 149 448

15 304 13 887 7 164 6 159 4 652 3 357 1 418 5 269 1 968 889

92 377 89 800 96 990 84 110 57 029 68 028 152 594 39 710 76 576 168 108

0.24 0.26 0.53 0.42 0.33 0.32 0.53 0.35 0.48 0.59

IE00B1FZS798 CH0016999846 IE00B14X4S71 CH0016999861 CH0102530786 IE00B3VTMJ91 IE00B3VTML14 IE00B3VWN393 IE00B1FZSC47 IE00B3VTQ640

USD CHF USD CHF CHF EUR EUR USD USD EUR

iShares CS iShares CS CS CS CS CS iShares CS

No No No No No No No No No No

0.20% 0.19% 0.20% 0.25% 0.15% 0.23% 0.23% 0.23% 0.25% 0.23%

183 158 179 316 154 834 124 727 117 609 90 529 53 530 49 715 47 318 33 965

978 3 396 1 253 566 1 029 622 744 244 392 175

187 278 52 802 123 570 220 365 114 294 145 545 71 949 203 750 120 709 194 087

0.20 0.27 0.10 0.36 0.15 0.37 0.46 0.42 0.34 0.86

CH0047533549 CH0029792717 CH0044781232 CH0044781141 CH0047533523 CH0104136236 CH0044781174 CH0103326762 FR0010318998 CH0106027128

USD CHF CHF USD EUR USD EUR EUR USD CHF

ZKB ZKB Julius Bär Julius Bär ZKB CS Julius Bär ZKB Lyxor UBS

No No No No No No No No Yes No

0.40% 0.60% 0.40% 0.40% 0.40% 0.30% 0.40% 0.40% 0.35% 0.35%

2 101 378 1 299 639 1 178 275 1 139 948 1 115 593 893 076 848 934 748 861 710 551 585 307

15 363 18 105 8 272 4 776 9 635 11 506 6 479 6 162 1 941 8 854

136 782 71 783 142 441 238 683 115 785 77 618 131 029 121 529 366 075 66 107

0.09 0.24 0.18 0.17 0.13 0.13 0.25 0.17 0.24 0.16

IE00B1FZS350 LU0434446976 LU0378437767 CH0105994401 IE00B1FZSF77 IE00B1FZS244 IE00B53B4246 CH0105994419

USD CHF USD CHF USD USD USD CHF

iShares DB ComStage UBS iShares iShares UBS UBS

No Yes Yes No No No Yes No

0.59% 0.70% 0.10% 0.45% 0.40% 0.59% 0.60% 0.25%

127 926 58 309 49 816 29 894 28 400 28 337 26 897 21 953

2 292 506 35 829 200 455 153 76

55 814 115 236 1 423 316 36 060 141 998 62 278 175 797 288 854

0.44 0.67 0.42 0.69 0.47 0.50 1.00 0.85

Trades

Ø Umsatz/ Trade

Ø Spread t

A K T I E N ( E N T W I C K LU N G S L Ä N D E R ) MSCI Emerging Market TR MSCI Emerging Market MSCI Emerging Market TR MSCI Emerging Market MSCI AC Far East ex Japan FTSE/Xinhua China 25 MSCI India MSCI Brazil MSCI EM Asia TR HS China Enterprise

O B L I G AT I O N E N Barclays USD Treasury Bond 7-10Y SBI DOM Government 3-7 P Barclays USD Treasury Bond 1-3Y SBI DOM Government 7+P SBI DOM Government 1-3 P iBoxx EUR Sovereigns 1-3Y iBoxx EUR Sovereigns 3-7Y iBoxx USD Treasury Bond 3-7Y Barclays Capital US Govt IL Bond iBoxx EUR Sovereigns IL

R O H S TO F F E Gold Fix PM 1Unze Silver 3Kg Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze RJ / CRB TR Gold Fix PM 1Unze

A N D E R E A N L AG E K L A S S E N EPRA/NAREIT Global Div+ DB Hedge Fund CB FED Funds Effective Rate Index TR SXI Real Estate Funds EPRA/NAREIT US Div+ EPRA/NAREIT Asia Div+ HFRX Global Hedge Index SXI Real Estate Funds

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