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the etf & etp newsletter i ausgabe 02, 2012

07

KOMPAKT

GESPRÄCHSSTOFF

10

10x10.ch / 14.3.2012 / 7. Jahrgang / 10 x jährlich

GASTBEITRAG

12

Die Jagd nach Zinsen

Prof. Dr. Dr. Martin Weber

P. Ochsner, IndexInvestor

Staatsanleihen unter Druck: Mehr Zinsen gibts nur mit mehr Risiko.

über den Einfluss von Rationalität und Emotionen im Anlageprozess.

erläutert die verschiedenen Aspekte des passiven Anlegens.

BB RR EE N NN N PP U UN N KK TT

Das Dilemma der tiefen Zinsen


INHALT EDITORIAL

04

BRENNPUNKT

Dilemma der tiefen Zinsen Eine Allwetterstrategie gibt es nicht, Flexibilität ist gefragt. 08

KOMPAKT

Mythos Market Timing Den optimalen Zeitpunkt zu treffen, ist jedes Anlegers Ziel. 09

INDEX DER AUSGABE

Japan rafft sich auf­ Der Nikkei 225 profitiert von ­guten Anzeichen am Horizont. 13

WISSEN

Wertpapierleihe Rochus Appert erklärt die Funktion der Wertpapierleihe.

Den Anleger an der Hand nehmen Trotz schlechter Vorzeichen sind die Börsen mit Schwung ins neue Jahr gestartet. Der SMI kletterte seit Jahresbeginn um sechs Prozent, sein amerikanisches Pendant DowJones legte knapp acht Prozent zu. Doch die gute Performance an den Börsen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Anleger mit einer neuen ökonomischen Weltordnung konfrontiert sind. Industriestaaten stehen vor hohen Schuldenbergen, Wachstum findet in den Schwellenländern statt. Darüber hinaus sind die Bewegungen an den Aktienmärkten äusserst heftig und das tiefe Zinsumfeld erhöht den Anlagenotstand. Dieses anspruchsvolle Umfeld macht es schwieriger, gute Anlageentscheide zu fällen. Dieser Problematik nimmt sich 10x10 in dieser Ausgabe an und zeigt auf, wo sich vor allem an den Bondmärkten Renditechancen bieten und wie die Risiken umschifft werden können. Den Herausforderungen stellt sich auch iShares. Der Anbieter will mit seiner Initiative «Investing for a New World» den Anleger mit konkreten Handlungsempfehlungen an der Hand nehmen. Zum Anlageerfolg sollen fünf Schritte führen, dazu zählen beispielsweise die Neueinschätzung der Kosten unter Berücksichtigung der Inflation und die aktive Nutzung indexbasierter Produkte. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn Investoren agieren­ immer noch irrational. Mehr dazu erfahren Sie im Gespräch mit Professor Martin ­Weber, einem der führenden Behavioral-Wissenschafter (Seite 10). Ihre Barbara Kalhammer

MONITOR ROHSTOFFE

14

Krise? Welche Krise? Produktionsknappheiten treiben­ die Preise weiter in die Höhe.

IMPRESSUM Erscheinungsweise: 10mal jährlich und kostenlos! (Feb, März, April, Mai, Juni, Aug, Sept, Okt, Nov, Dez) Verlag: financialmedia AG, Redaktion 10x10, Pfingstweidstrasse 6 / 8005 Zürich Kontakt: Email: info@10x10.ch, Web: www.10x10.ch, Tel.: +41 44 277 75 30, Fax: +41 44 277 75 35 Redaktion: Rino Borini – Leitung (RB), Olivier Bühler (OB), Barbara Kalhammer (BK) Umsetzung/Layout/Grafik: Fabian Widmer Cover: ©iStockphoto.com/alashi

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S E I T E 03

das neuste zuerst

DAS NEUSTE ZUERST

2

1

3

News Ticker

1 Rolloptimierte ETF von iShares

2 Fokus auf Wachstumswerte

3 Neuer Bond-ETF von SPDR

> Umsätze steigen Im Februar stiegen die ETF-Handelsumsätze an der SIX Swiss Exchange um 18,6 Prozent auf 7,6 Milliarden Franken. Die Abschlüsse nahmen um rund 3 Prozent zu.

iShares bietet vier neue Rohstoff-ETF an, die einen roll­ optimierten Index nachbilden. Der iShares S&P GSCI Dynamic Roll Commodity Swap bildet den S&P GSCI Dynamic Roll Capped Commodity 35/20 Index ab. Dieser enthält die gleichen 24 Rohstoffe wie der S&P GSCI, rollt die auslaufenden Futures jedoch nicht in den liquidesten Kontrakt, sondern versucht Contango-Konstellationen zwischen Termin- und Kassakurs zu vermeiden.

Die UBS hat an der Börse Xetra drei neue ETF auf Wachstumswerte gelistet. Zwei Produkte bilden den MSCI Daily TR Net Growth USA USD Index nach. Mittels des dritten ETF auf den MSCI Daily TR Net Growth EMU Local Index können Anleger von europäischen Wachstumswerten profitieren. Das Barometer setzt seinen Schwerpunkt auf Titel aus der Eurozone. Aktuell finden sich im Index 149 Unternehmen.

SPDR hat an der SIX Swiss ­Exchange einen neuen HighYield-Bond-ETF kotiert, den SPDR Barclays Capital Euro High Yield Bond ETF. Dieser ETF bildet Anleihen aus dem Speculative-Grade-Bereich (S&P-Rating BB+ und schlechter) ab. Aufgrund des anhaltend tiefen Zinsniveaus wird es immer schwieriger, hohe Renditen zu erzielen. HighYield-Anleihen entwickeln sich daher zusehends zu einem ­attraktiven Anlagebereich.

Börsenplatz: London Stock Exchange

Börsenplatz: Xetra

Börsenplatz: SIX Swiss Exchange

ISIN: IE00B3SD0F69

ISIN: IE00B4MFJH03

ISIN: IE00B6YX5M31

TER: 0,45 %

TER: 0,4 %

TER: 0,45%

> Neuer Indexverband ­Die Indexanbieter MSCI, S&P Indices und FTSE gründen den ersten Branchenverband. Die Index Industry Association (IIA) soll die Interessen von Nutzern und Anbietern weltweit vertreten. > Zusammenlegung Deutsche Bank stärkt ihre Fondstochter DWS. Dazu wird die bislang getrennt geführte Indexfonds-Sparte db x-trackers in die Fondsgesellschaft integriert.

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UBS SXI Real Estate ETFs – Mehr als 4%* Rendite in diesem Jahr.

Einziger Anbieter in der Schweiz mit ETFs auf den SXI Real Estate Index. Alle ETFs unter www.ubs.com/etf

Wir werden nicht ruhen

ab

*UBS-IS – SXI Real Estate® ETF (CHF) A; Performance seit Lancierung (31.3.2011) bis 30.9.2011 +4.37%. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Die dargestellte Performance lässt allfällige bei Zeichnung und Rücknahme von Anteilen erhobene Kommissionen und Kosten unberücksichtigt. © UBS 2011. Das Schlüsselsymbol und UBS gehören zu den geschützten Marken von UBS. Alle Rechte vorbehalten.


SEITE 04 BRENNPUNKT

Das Dilemma der tiefen Zinsen Nicht nur Aktienanleger haben mit dem aktuell schwierigen Anlageumfeld zu kämpfen. Auch Obligationen bereiten den Investoren zunehmend Bauchschmerzen. Zwar kann man auf einzelne Entwicklungen reagieren, doch eine probate Allwetter-Strategie gibt es nicht. Die Renditen für festverzinsliche Anlagen erreichen aktuell ein Rekordtief nach dem anderen. Für eine zehnjährige Schweizer Staatsanleihe lag die Rendite Anfangs März 2012 bei gerade einmal 0,48 Prozent. Ein ähnliches Bild zeichnet Deutschland: Die Rendite einer zehnjährigen Bundsanleihe betrug zum gleichen Zeitpunkt 1,78 Prozent. Und wie sieht es in den USA aus? Noch vor nur einem Jahr notierten die Treasury-Bonds mit zehnjähriger Laufzeit

Die Zeiten, als Obligationen Selbstläufer ohne Risiko waren, sind definitiv vorbei.

bei guten 3,54 Prozent. Mittlerweise sind die Renditen auf 1,94 Prozent, also fast die Hälfte, geschmolzen. Das tiefe Renditeniveau bringt viele traditionelle Obligationenfonds in eine ungemütliche Situation. Dies wird bestätigt bei

näherer Betrachtung der Fondsgebühren, denn die meisten zugelassenen Anleihenfonds weisen eine Total Expense Ratio (TER, Gesamtkostenquote) von rund einem Prozent aus. Hinzu kommen allfällige Ausgabe- und Rücknahmekommissionen, die in Rechnung gestellt werden. Anleihenfonds haben es damit noch schwerer, überhaupt ein Plus zu verzeichnen, denn die Kosten können die Mini-Renditen schnell wegfressen. Keine Einbahnstrasse Die Zeiten, als Obligationen einfache, ertragsbringende Selbstläufer ohne Risiko waren, sind definitiv vorbei. In dem aktuellen tiefen Zinsumfeld stecken Anleger in zweierlei Hinsicht in der Klemme. Erstens müssen sie weiterhin von tiefen Zinserträgen ausgehen, die nur durch das Eingehen von Kreditrisiken erhöht werden können. Zweitens besteht die Gefahr steigender Zinsen. Wenn sich das Zinsniveau früher oder später wieder erhöht, sinkt in der Folge der Wert des Obligationenportfolios. Letz-

teres wird aber auf absehbare Zeit wohl nicht der Fall sein. Marktwert versus Wiederanlage Dieser negative Zusammenhang wird näherungsweise quantifiziert durch die Duration, ein Mass für die Zinssensitivität von Anlagen. An ihr lassen sich folglich die Auswirkungen von Zinsänderungen auf das Portfolio abschätzen. In der Praxis hat sich die modifizierte Duration etabliert. Sie gibt eine Aussage über die relative Veränderung des Obligationenkurses in Abhängigkeit einer Veränderung des Marktzinsniveaus. Bei einer Verschiebung der Zinskurve sind für den Obligationeninvestor zwei Effekte relevant: Zum einen die Veränderung des Bondkurses (Marktwerteffekt), zum anderen die Veränderung der Verzinsung auf die ausgeschütteten Zinszahlungen (Wiederanlageeffekt). Ein höheres Marktzinsniveau führt zu einem sinkenden Obligationenkurs. Der Marktwerteffekt wäre in diesem WEITER S. 05


S E I T E 05 BRENNPUNKT

Fall negativ, während gleichzeitig die Zinszahlungen zu einer höheren Verzinsung wieder angelegt werden könnten. Eine Zinserhöhung­führt also zu einem positiven Wiederanlageeffekt. Die Auswirkungen einer Zinsänderung auf den Barwert (also auf den Kurs) und auf den Vermögensendwert der Anlage verhalten sich gegenläufig. Der Grundgedanke des Durationkonzepts besteht darin, dass es während jeder Laufzeit einen Zeitpunkt geben muss, an dem sich diese beiden gegenläufigen Effekte aufheben. Mass der Zinssensibilität Das Konzept hat zweifelsohne auch Schwächen. Zwar kann ein Anleger mit der Hilfe der Duration seine festverzinsliche Anlage so wählen, dass sie seinem Anlagehorizont entspricht, aber wie so oft bei finanzmathematischen Modellen beruht auch die Duration auf Annahmen. So unterstellt das klassische Durationkonzept eine flache Zinsstrukturkurve. Das Zinsänderungsrisiko bezieht sich somit nur darauf, dass sich der Zins, der für alle Perio­den gilt, ab sofort ändert. Das Zinsstrukturrisiko wird hingegen als Risiko einer nicht-parallelen Verschiebung der Zinskurve angesehen. Es beinhaltet einerseits ein Volatilitäts- und anderseits ein Zinskurvenänderungsrisiko, beispielsweise von einer «normalen» zu einer «inversen» Zinskurve. Trotz dieser theoretischen Annahmen findet die Duration im Portfoliomanagement praktischen Einzug. Wenn ein Anleger ab einem bestimmten Zeitpunkt steigende Zinsen erwartet, sollte er auf eine kurze Duration achten, da diese sich in der

D U R AT I O N E I N FAC H E R K L Ä R T 

Quelle: 10x10

Zinszahlung

0

Laufzeit

1

2

Rückzahlung

3

4

5 Verfall

Duration Die Duration erfasst den Ertrag, die Verzinsung und die Laufzeit einer Obligation in einem einzigen Datenpunkt zusammen. Dieser gibt an, wie stark die Anleihe auf Zinsänderungen reagiert.

Folge für das Gesamtportfolio verkürzt. Doch oft lassen sich Obligationenportfolios bei erwarteten Zinssatzänderungen nicht so einfach umschichten. Aktiv versus Passiv Für Anleger, die Direktinvestitionen tätigen und ihre Papiere jeweils bis zum Verfall halten, sind allfällige Kursverluste verkraftbar. Neben dem jährlichen Coupon bekommt man bei der Rückzahlung 100 Prozent des Wertes. Eine temporäre Wertverminderung des Portfolios aufgrund der tieferen Kurse beeinflusst zwar die jährliche Depotperformance negativ, doch wer das verkraften kann, wird deswegen kaum schlaflose Nächte haben. Zu effektiven Verlusten führen steigende Zinsen nur bei vorzeitigem Verkauf der Papiere.

Anleger, die hingegen in einen diversifizierten Korb von Obligationen wie Fonds oder ETF investieren, sollten die Duration schon bei der Produktwahl in Einklang mit der Strategie bringen. Traditionelle Fonds und ETF unterscheiden sich nicht nur in den Kosten und im Handel, sondern eben auch bezüglich der Kosten im Management. Der ETF bildet einen Index 1:1 ab und weist damit eine feste Duration auf. Im Unterschied dazu haben Manager von aktiven Fonds die Möglichkeit, die Duration aufgrund ihrer Markterwartungen zu reduzieren oder gegebenenfalls zu erhöhen. Deswegen sind auch die jährlichen Kosten bei den traditionellen Fonds bedeutend höher. Der Anleger ist zudem der Prognosefähigkeit des Fondsmanagers ausgesetzt. W EITER S. 06

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Weitere Informationen


S E I T E 06 BRENNPUNKT

Laufzeitensegmentierung Eine fixe Duration kann auch als Pluspunkt gewertet werden. Der Vorteil von Obligationenindizes ist deren Laufzeitensegmentierung. So unterscheidet beispielsweise der Swiss-Bond-Index (SBI) die Laufzeiten 1–3, 3–7 und 7–15 Jahre. Somit können ­Anleger grundsätzlich in die gesamte Zinskurve investieren. Ebenso erfolgsversprechend ist die Kombination einzelner Exchange Traded Funds, und zwar so, dass die exakte Positionierung auf der Zinskurve gemäss dem definierten Zinsrisiko möglich ist. Dank einer hohen Liquidität des Börsenhandels können auch kurzfristige taktische Verkürzungen oder Verlängerungen der Ziel-Duration gesteuert werden. Die Auswahl an verschiedenen Portfoliobausteinen (Obligationen-ETF und institutionelle Indexfonds) ist mittlerweile sehr gross – Tendenz weiterhin steigend. ETF auf Obligationenindizes weisen vergleichsweise geringe Kosten auf. Die durchschnittliche Gesamtkostenquote aller in der Schweiz zugelassenen Bond-ETF liegt bei 19 Basispunkten. SchwellenländerEngagements sind im Vergleich etwas teurer, etablierte Regionen kosten zwischen 12 und 20 Basispunkten. Durch den Verzicht auf ein aktives Management erhält der Investor dafür «nur» die Marktrendite und ist mehr oder weniger mit der gleichen Zielduration unterwegs. Mehr Depotkick Um vor einem möglichen Zinsanstieg geschützt zu sein, lohnen sich eher kurzläufige Anlagevehikel. Eine andere Methode, um sich von Zinsänderungsrisiken zu schützen, sind Short-ETF.

Diese börsengehandelten Indexfonds entwickeln sich genau gegensätzlich zu den herkömmlichen Obligationenindizes. Ein Anleger sollte allerdings auf die Besonderheiten achten, denn die Sache hat einen grossen Haken: Die Entwicklung von Basisindex und Short-Index funktioniert nur vom Schlusskurs eines Tages zum nächsten. Über einen Short-ETF eignen sich nur längeren Zeitraum von Wochen zur kurzfristigen Absicherung. und Monaten kann die Entwicklung auseinanderdriften. Grund Sie wurden schliesslich eigens dafür ist das tägliche Rebalan- dazu konstruiert. cing. Konkret bilden diese Strategie-ETF die Wertentwicklung des Referenzindex auf Tagesbasis, multipliziert mit dem jeweiligen Heben (bei Short ETF: -1) ab. Dabei wird immer die prozentuale Differenz zur letzten Notierung herangezogen. Die Veränderungen eines ShortETF beziehen sich aufgrund des täglichen Rebalancings somit immer auf den Kurs des Vortages. Nur für starke Nerven Diese Pfadabhängigkeit kann für Investoren, die mittelbis langfristige Investments in Short-ETF tätigen, gravierende Implikationen haben. Für Kaufen-und-Halten-Strategien ist dieser Aspekt elementar, da die Performance dann nicht mehr klar prognostizierbar ist, und der Investor unerwarteten Risiken ausgesetzt sein kann. Somit sind diese Instrumente wirklich nur für kurzfristige Absicherungszwecke geeignet. Short-ETF sind schliesslich eigens zu diesem Zweck kons­ truiert worden. RB Web-Link: 1x1 der ETF

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Neu: ComStage ETFs auf SPI & DAX

ComStage ETFs auf

Währungen

SPI® TR

Valor

Pauschalgeb. p. a. 0,40 %

CHF

12603146

SDAX® TR  

CHF & EUR

12603144

0,70 %

DivDAX® TR

CHF & EUR

12603139

0,25 %

ShortDAX® TR

CHF & EUR

12603142

0,30 %

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S E I T E 07 KOMPAKT

Durch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken geraten Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen unter Druck. Höhere Erträge sind nur mit mehr Risiko machbar. Private Anleger, aber auch institutionelle Investoren wie Pensions­kassen, erwirtschaften im aktuellen Null-Zins-Umfeld nur geringe Renditen aus ihren Obligationen. Damit nicht genug. Traditionelle Bondanleger erhalten auf einigen Anlagen sogar negative Realzinsen. Schliesslich sind die Realzinsen die entscheidende Grösse, denn Inflation frisst Vermögen auf. Um der Zinsebbe zu entkommen, können risikoreichere Bond­ anlagen eingesetzt werden. Am ertragsreichsten scheint derzeit das Kreditsegment zu sein. Und es sind Unternehmensanleihen, die derzeit die Performancetabelle anführen. Ihre Gewinne sind nach wie vor stabil und die Zahl der defizitären Firmen ist überschaubar. Die Ausfallquote bleibt somit weiterhin niedrig. Der Markt für Unternehmensobligationen wird mittels der Bonitätsratings in zwei Klassen unterteilt. Investment Grade – und somit investitionswürdig – sind Bonds von Unternehmen, die bei Moody's mindestens mit «Baa3» und bei Standard & Poor's (S&P) mit «BBB-» bewertet werden. Emittenten, die schlechtere Ratings oder gar keine Bewertung aufweisen, fallen in das High-Yield-Segment, also in den hochverzinslichen Bereich. Am Markt wird oft wenig schmeichelhaft von «Ramschpapieren» gesprochen. AU S WA H L U N T E R N E H M E N S - E T F 

Quelle: 10x10, Telekurs

Basiswert

Anbieter

ISIN

Währung

TER

CHF-Rendite 2012

iBoxx EUR Liquid High Yield 30

LXR

FR0010975771

EUR

0.45%

7.57%

iBoxx EUR Liquid High Yield

ISHS

IE00B66F4759

EUR

0.50%

4.34%

Barclays Capital EUR Corp.

ISHS

IE00B3F81R35

EUR

0.20%

3.65%

iBoxx Euro Liquid Financials TR

AMDI

FR0011020957

EUR

0.16%

2.90%

iBoxx EUR Liquid Corp. 100

DBX

LU0478205379

EUR

0.20%

2.58%

iBoxx EUR Liquid Corp. 100

AMDI

FR0010754119

EUR

0.16%

2.48%

iBoxx EUR Liquid Corp. 100

LXR

FR0010737544

EUR

0.20%

2.47%

iBoxx EUR Liquid Corp. Non Fin.

AMDI

FR0011020940

EUR

0.16%

1.74%

Hochverzinsliche Anleihen Das Segment für hochverzinsliche Unternehmensanleihen hat deutlich an Schwung zugenommen, insbesondere Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors wachsen. Im Gegensatz zu anderen Obligationen bieten High-Yield-Anlagen dem Investor bei einem überraschenden Wirtschaftsaufschwung die Chance, vom Wachstum zu profitieren. Der High-Yield-Bondmarkt korreliert zudem stärker mit den Aktienmärkten bezüglich deren Reaktion auf Unternehmenswachstum und verbesserten Fundamentaldaten. Attraktive Renditen von derzeit sieben bis acht Prozent machen diese Anlageform ausserordentlich attraktiv. Der Investment Manager ING rechnet für globale und europäische High-Yield-Fonds sogar mit Renditen in zweistelliger Höhe. Im Vergleich zu klassischen Unternehmensanleihen weisen HighYield-Obligationen in der vertraglichen Ausgestaltung eine komplexere Struktur auf. Aus diesem Grund, aber auch rein aus Risiko­ überlegungen, eignen sich diversifizierte Anlagelösungen. Die Auswahl an Indexprodukten hat in den letzten Monaten zugenommen, mittlerweile können Investoren globale wie auch regionale (Europa, USA, Asien) Strategien wählen. RB

10sekunden

Die Jagd nach Zinsen > Neues Handelssystem Die Investmentbank Nomura und der InterdealerBroker Tradition haben zusammen ein neues multilaterales Handelssystem (MTF) gegründet. Navesis-ETF soll den ETF-Handel effizienter und transparenter machen. Über die Plattform können Marktteilnehmer wie beispielsweise institutionelle Händler, Sell-Side-Banken und Market-Maker Intraday- und Auktionshandel betreiben. Erstmals besteht die Möglichkeit, die ETFOrders auf Basis des NAV auszuführen. > Beliebtes Gold Die starke Nachfrage nach Gold hält weiter an. In der letzten Februarwoche kletterten die Goldbestände der börsennotierten Indexfonds auf ein Allzeithoch. Alle Gold-ETF zusammen halten Barren im Wert von 77,3 Millionen Unzen in ihren Portfolios. Dies geht aus einem Bericht des Londoner Anbieters ETF Securities hervor. Der Gesamtbestand betrug demnach rund132 Milliarden Dollar. Gemäss ETF Securities nutzten Anleger das etwas tiefere Goldpreisniveau zum Einstieg. > BlackRock mit Anleger-Initiative Der US-Vermögensverwalter BlackRock hat eine globale Informationskampagne gestartet, da die Rahmenbedingungen wie niedrigere Renditen und volatilere Märkte dynamischere und vielfältigere Portfolios erfordern. Aus diesem Grund bietet «Investing for a New World» grossen und kleinen Investoren Handlungsempfehlungen. Die Initiative schildert praktische Schritte, die Investoren helfen, von einem breiteren Spektrum an Anlagen, Strategien und Investmentansätzen zu profitieren. > Debbie Fuhr gründet ResearchFirma Die weltweit bekannte ETF-Expertin Deborah Fuhr geht eigene Wege. Dazu hat sie kürzlich das Research-Unternehmen ETF Global Insights gegründet. Die ehemalige ETF-Chefanalystin von BlackRock wird von ihren früheren BlackRock-Kollegen Shane Kelly und Matthew Murray unterstützt. Die Research-Gesellschaft will künftig eine führende Rolle in den Bereichen Information und Aufklärung in der ETF-Industrie übernehmen.


S E I T E 08 KOMPAKT

Mythos Market Timing Mit dem optimalen Einstiegszeitpunkt versuchen Anleger, ihre Renditen zu steigern. Auch wenn das gemäss Studien schwierig ist, sollte die Strategie nicht völlig abgeschrieben werden. Das Ziel, den Markt zu schlagen und hohe Gewinne zu erzielen, versuchen Anleger mit den unterschiedlichsten Strategien zu erreichen. Besonders beliebt sind Market Timing und Stock Picking. Bei der zweiten Strategie versucht man, mittels detaillierter Analyse diejenigen Titel auszuwählen, von denen eine bessere Performance als jene des Gesamtmarktes erwartet wird. Market Timing versucht hingegen, durch den Kauf oder Verkauf eines Titels zum optimalen Zeitpunkt die Gewinnchancen zu erhöhen. Dies setzt voraus, dass Anleger die Richtungsänderungen des Marktes vorhersehen. Dazu werden fundamentale und technische Analysen eingesetzt. Doch bringt Market Timing wirklich den erwarteten Erfolg? Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass dem nicht so ist: Market Timing sei vielmehr reine Glückssache. Als grösste Gefahr gilt das Risiko, entscheidende Handelstage an der Börse zu verpassen. Der Spanier Javier Estrada, Ökonom an der IESE Business School, hat in seiner Studie «Black Swans and Market Timing» die Entwicklung verschiedener Indizes zwischen 1989 und 2006 untersucht. Dabei zeigte sich, dass für eine gute Performance nur einzelne wenige Börsentage entscheidend waren. Wer über den ganzen Zeitraum mit 1000 Franken dabei war, erhielt am Ende rund 3700. Wer jedoch die zehn besten Tage verpasste, hatte zum Schluss lediglich 1870. Gar nur 70 Franken blieben, wenn man die besten 100 Handelstage verpasste. Estrada ist überzeugt, dass die guten Börsentage nicht vorhersehbar sind, dazu bräuchte man hellseherische Fähigkeiten. Dazu kommt, dass die Renditen zusätzlich geschmälert werden durch anfallende Kauf- und Verkaufsgebühren. Zudem läuft man Gefahr, Markterholungen zu verpassen, die oft auf Crashtage folgen. Strategisches und taktisches Engagement Dennoch ist Market Timing nicht komplett unnütz, meint Christian Gattiker, Chefstratege der Bank Julius Bär. «Aktive Strategien bieten die Möglichkeit, das Risiko-Rendite-Verhältnis zu optimieren und Klippen zu

?

$

52 000 000 000 … Dollar Auch 2012 setzt sich das Wachstum der börsengehandelten Indexfonds fort, sogar noch stärker als zuvor: So flossen im Januar weltweit 34 Milliarden Dollar in ETF und ähnliche Produkte. Im Februar waren es 18 Milliarden Dollar. Auf der anderen Seite leiden europaweit viele aktive Fonds unter Abflüssen. Seit kurzem ist der grösste Fond in Deutschland kein traditioneller Publikumfonds, sondern ein Indexfonds. Das Wachstum geht weiter, denn vom weltweiten Fondsvermögen machen ETF noch immer einen geringen Anteil aus.

umschiffen», sagt er. In dosierter Form mache Market Timing also durchaus Sinn. Gattiker rät zu einem graduellen Entscheid. Dabei werden die Positionen nicht alle zu einem Zeitpunkt gewechselt, sondern in mehreren Schritten. Der Mittelweg – ein längerfristiges Engagement in Kombination mit aktiven Ansätzen, um sich den Marktveränderungen anzupassen – ist demnach die beste Wahl. Doch die kurzfristigen Marktbewegungen müssen nicht unbedingt mit aktiven Investments umgesetzt werden. ETF dienen vor allem dazu, längerfristig und breit diversifiziert die wichtigsten Märkte abzudecken. Darüber hinaus können ETF aber aufgrund ihrer kontinuierlichen Handelbarkeit auch eingesetzt werden, um von kurzfristigen Marktbewegungen zu profitieren. BK Web-Link: 10x10 ETF Übersicht

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S E I T E 09 INDEX DER AUSGABE

Eine gebeutelte Wirtschaft rafft sich auf

Der starke Yen und die Folgen des Erdbebens bescherten Japan 2011 eine Rezession. Am Horizont mehren sind jedoch die Anzeichen, dass sich die Konjunktur erholt. Ende 2011 wies die japanische Handelsbilanz erstmals seit 1980 ein Defizit auf. Dies, obwohl sich die Wirtschaftslage nach dem Erdbeben im März wieder verbesserte und das Land im dritten Quartal sogar einen Überschuss verzeichnete. Die Gründe für das schlechte Jahr sind externer Natur. Zum einen die Flut in Thailand, zum anderen führte die Eurokrise dazu, dass viele Anleger in den Yen flüchteten, was zu einer Überteuerung der Währung führte. Ende 2011 wies die japanische Wirtschaft einen Rückgang von 0,6 Prozent auf. Die Fidelity Worldwide Investments erwartet jedoch, dass die Wirtschaft des Landes 2012 wieder auf einen guten Kurs finden wird, auch wenn der Aktienmarkt künftig anfällig bleibt für weitere Schocks durch die europäische Staatsschuldenkrise und Ertragskorrekturen. Diese Effekte könnten jedoch durch den Wiederaufbau und die damit verbundene hohe Binnennachfrage des öffentlichen wie auch des privaten Sektors abgefedert werden. Positive Signale aus der US-Wirtschaft dürften dazu führen, dass japanische Unternehmen ihre 2011 verlorenen Weltmarktanteile wieder zurückerobern können. Trotz der widrigen Umstände ist es vielen gelungen, ihre Erträge wie auch ihre Profitabilität zu steigern. Um die Folgen des starken Yens abzufedern, wurden Kostenstrukturen optimiert und Strategien entwickelt. Eine weitere Folge der starken Währung sind vermehrte Zukäufe von Standorten im Ausland – insbesondere in wachstumsstarken Staaten Asiens –, um die Internationalisierung weiter voranzutreiben. Zusammensetzung & Performance Der Nikkei 225 ist der Leitindex des japanischen Aktienmarktes und setzt sich aus 225 Unternehmen zusammen. Ähnlich dem Dow-Jones-Index handelt es sich beim Nikkei um einen preisgewichteten Kursindex. Es werden also keine Dividenden, Bezugsrechte oder Sonderzahlungen berücksichtigt. Zudem führt die Preisgewichtung dazu, dass preisstarke Aktien ein Übergewicht haben. Somit widerspiegelt der Index eine einseitige Performance. Das Barometer hat im Zuge der Finanzkrise 2008 einen erheblichen Rückgang von über 60 Prozent verzeichnet. Nach einer Markterholung in den Jahren 2009 und 2010 bescherte das Erdbeben dem Index einen erneuten Einbruch, welcher durch die europäische Staatsschuldenkrise im November 2011 noch verschärft wurde. Seit Anfang des Jahres hat der Nikkei 225 eine beachtliche Performance von 16 Prozent erzielt. OB

1.

Industriegüter und Dienstleistungen

2.

Einzelhandel

27.08 9.86

3.

Technologie

9.17

4.

Gesundheitswesen

8.90

5.

Automobile und Automobilteile

8.70

6.

Haushalts- und Konsumgüter

7.48

7.

Telekommunikation

5.38

8.

Chemieindustrie

4.63

9.

Nahrungsmittel und Getränke

10.

Übrige

3.62 15.18

10

DIE 10 GRÖSSTEN POSITIONEN

top10

Nikkei 225

%

S E K TO R E N - V E R T E I LU N G 

FAST RETAILING 7%

FANUC 5,9%

SOFTBANK 2,9% CANON 2,3%

KDDI 2,2%

KYOCERA 3%

HONDA MOTOR 2,5%

TDK 1,7%

TOKYO ELECTRON 1,8%

SHIN-ETSU CHEMICAL 1,8%

Pr

P R O D U K T E auf den Nikkei 225 Anbieter

Symbol

Swap

TER p.a.

AuM

Spread

ETF YtD

Index YtD

Credit Suisse

CSNKY

nein

0.48%

4.41 Mrd JPY

100.00%

15.51%

16.14%

ComStage

CNKY

ja

0.45%

12.08 Mrd JPY

99.29%

13.23%

16.14%


S E I T E 10 GESPRÄCHSSTOFF

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Weber hat den Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, ­Finanzwirtschaft, insbesondere Bankbetriebslehre an der Universität Mannheim inne. Bevor er nach Mannheim ging, arbeitete er als Professor an den Universitäten Köln und Kiel. Sein Forschungsschwerpunkt ist es, für die Gebiete Bankbetriebslehre und Behavioral Finance psychologische Grundlagen bereitzustellen.

Martin Weber – Anlagefehler mit passiven Investments Herr Weber, Emotionen spielen in unserem Leben eine entscheidende Rolle. Welche Auswirkungen haben sie auf das Geschehen an der Börse? Die Forschungsrichtung Behavioral Finance beschäftigt sich mit dem tatsächlichen Verhalten der Anleger und mit den Auswirkungen dieses Verhaltens auf die Märkte. Dass wir nicht immer rational sind, ist völlig normal. Grund dafür sind unsere Gefühle. An der Börse ärgern wir uns, weil wir zu spät eingestiegen sind, oder weil wir Verluste machen. Das sind alles Emotionen: Gier, Angst und Ärger. Aber diese Emotionen sind normal, sie nehmen auch im Alltag eine wichtige Rolle ein. Wir ärgern uns ja auch, wenn wir beim Tennis den

Das Ziel, den Markt zu schlagen, kann man nur durch Glück erreichen – erwarten kann man es nicht.

Ball ins Netz spielen. Rational wäre, einfach weiterzuspielen. Das Ziel jedes Anlegers ist es, den Markt zu schlagen. Wird das durch Emotionen ­erschwert? Ja. Viele Anleger sind sich einfach zu sicher, sie überschätzen sich selbst. Die Folge ist, dass sie zuviel handeln und nicht richtig diversifizieren. Aber ohne ausreichende Risikostreuung kann man den Markt nie schlagen. Ist man sich aber zu sicher, denkt man dauernd, dass man dieses Ziel erreichen werde. Doch die Statistik spricht Bände. Individual-Investoren «schlagen» den Markt im Durchschnitt mit Minus 2 Prozent. Sie machen also Verluste. Das Ziel, den Markt zu schlagen, kann man nur durch Glück erreichen – erwarten kann man es nicht. Das wissen inzwischen sogar meine Kinder. Kann man daraus schliessen, dass auch aktiv gemanagte Fonds zum Scheitern verurteilt sind? Um einen Fonds aufzusetzen, braucht man einen Fondsmanager. Das Ganze ist sehr komplex, vor allem der regulatorische Aufwand ist gross, und somit ist auch ein Teil der Gebühren gerechtfertigt. Die weitergehende Frage ist, ob ein Fondsmanager

den Markt durch aktives Handeln schlagen kann. Die Antwort der Wissenschaft lautet in der Regel: nein. Wenn überhaupt, schaffen es Fonds, die in Nebenwerte investieren, die Wetten eingehen, die weit vom Index entfernt sind. Hier bestehen Chancen, weil dazu nur wenig Research betrieben wird. Bei den grossen Werten ist dies nicht möglich. Wo genau liegt der Grund für das Scheitern? Man kennt die Marktstimmung immer erst im Nachhinein. Andernfalls wäre man in der Situation der Hexe Schlotterbeck mit ihrer Kristallkugel beim Räuber Hotzenplotz. Marktstimmungen können nicht vorhergesagt werden. Aussagen wie: «Wir befinden uns in einer Phase steigender Märkte» stimmen nicht, denn niemand weiss, wie es morgen wird. Daher ist es für aktive Fondsmanager schwierig, den Markt zu schlagen. Unter anderem, weil die Gebühren so hoch sind. Diese müssen sie durch eine höhere Rendite erst wieder ausgleichen. Gibt es Möglichkeiten, seine Emotionen besser in den Griff zu bekommen? Die Fehlervermeidung steht im Vordergrund. Ganz nach dem W EITER S. 11


S E I T E 11

Motto «Gefahr erkannt, Gefahr gebannt». Man versucht also zu erkennen, wo seine eigenen Fehler liegen. Ich habe­ dies vergangenen August, als die Kurse stark gefallen sind, an mir selber bemerkt. Ich war zu dieser Zeit in der nordostsibirischen See, konnte quasi nichts machen und war auch immer erst zwei Tage später informiert. Und es ging eigentlich gut. In der Zwischenzeit haben sich die Kurse wieder erholt. Aber man hat den Drang etwas zu machen. Am besten ist es aber abzuwarten.

Bieten passive Investments mehr Chancen? Eine Investmentstrategie, die unserer Ansicht nach nicht so schlecht funktioniert, ist der Core-Satellite-Ansatz. Als KernAnlage sollten die wichtigen Märkte breit passiv abgebildet werden. Wenn man damit nicht ruhig schlafen kann, dann kann man noch etwas dazukaufen wie beispielsweise ein paar Nebenwerte der Unternehmen der Nachbarschaft. Wer an Gold glaubt, der soll in das Edelmetall investieren, aber nicht als Core-Anlage.

Sie halten also nichts von Prognosen? Es ist durchaus interessant, den Prognosen zuzuhören, aber daran glauben sollte man nicht. Wenn jemand sagt, der Goldpreis steige auf 2500 Dollar je Unze, dann heisst das für mich: Entweder er glaubt daran, dann kann ich das nicht ernst nehmen, oder er will einfach unterhalten. Wer sollte wissen, wie sich der Goldpreis entwickelt? Es ist reiner Zufall.

Was halten sie von ETF als Core-Investments? Nur wenige aktive Fonds generieren einen Zusatzertrag. Mit passiven Investments sind Anleger besser beraten. ETF und Indexfonds haben den grossen Vorteil, dass sie kostengünstig sind. Bei grossen Werten sind diese sicherlich vorzuziehen. Die Aussage der ETF-Industrie, sie würden den Leuten helfen, die Märkte zu spielen, halte ich für völlig falsch. Denn wenn man aktiv etwas machen möchte, dann mit dem Unternehmen aus benachbarten Branchen, aber auf keinen Fall mit Gold versus Schweinebäuche.

6PUNKTE

GESPRÄCHSSTOFF

Emotionen

Behavioral Finance



Sie raten ab also von fundamentalen ETF oder auch von Strategie-ETF? Bei Strategie-ETF bin ich ein bisschen zurückhaltend. Denn wir kennen in der Forschung durchaus die eine oder andere Strategie, die ein Prozent mehr bringt. Es ist aber sehr schwierig, diese zu handeln, und daher rate ich nur professionellen Investoren dazu. Normale Anleger sollten davon unbedingt die Finger lassen.

Zusätzliche Einsichten

Diversifikation



Unabdingbar

Aktiv gemanagte Fonds



Auch da…

ETF



Was halten Sie von Strategien wie Market Timing und Stock Picking? Wie erwähnt denke ich, dass man offen sein sollte für Nebenwerte. Stock Picking kann durchaus Sinn machen, wobei das Risiko bei solchen Anlagen sehr hoch ist. Bei den grösseren Werten kann man Stock Picking vergessen. Market Timing geht noch eine Stufe weiter. Wenn ich nicht einmal die Bewegungen einer einzelnen Aktie vorhersagen kann, wieso sollte ich dann Asien versus Europa vorhersagen können? Der Begriff Market Timing müsste meiner Ansicht nach ersetzt werden durch «unsinnige­Spekulation».

Im Leben gut, an der Börse vermeiden

Gehören die Zukunft

Kosten



Unbedingt vermeiden

Der heutige typische Anleger dürfte sich seiner Emotionen nicht bewusst sein. Er ist davon getrieben, den Markt zu schlagen. Werden, als Folge davon, aktive Investments gegenüber ETF wieder an Bedeutung gewinnen? Nein, das denke ich nicht. In Europa sind wir ja noch weit entfernt von den Volumina, die in den USA gehandelt werden. Und irgendwann werden die Leute auch anfangen, Statistiken zu lesen. Zudem gibt es viele Professoren, welche die Ansicht vertreten, dass für Core-Anlagen ETF genutzt werden sollten. Daher gehe ich nicht davon aus, dass sich der Spiess in naher Zukunft umdrehen wird. Ich persönlich bin da sowieso völlig emotionslos. Wer aktiv investieren möchte,­ der soll es bitteschön machen. BK Web-Link: arero.de

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S E I T E 12 GASTBEITRAG

Passive Vermögensverwaltung im Blickpunkt Investoren sind mit passiv verwalteten ETF-Portfolios am besten aufgestellt, denn langfristig kann kaum jemand die Indexperformance übertreffen. Die Aspekte der passiven Vermögensverwaltung sind darum einen Blick wert. Das Potenzial von ETF kann noch viel mehr genutzt werden. Die zunehmende Produktvielfalt erschwert aber die selbständige Selektion. Gleichzeitig bestehen bei den indexierten Produkten bezüglich Sicherheit, Tracking-Differenz, Kosten und Steuerfolgen sehr grosse Unterschiede. Es gilt, mit ETF ein optimales und für den Anleger passendes Portfolio zu bilden, und die Anlagen passiv zu verwalten. Indexperformance Die Indexperformance ist relativ betrachtet eine sehr gute. Bei 2 Prozent Gesamtkostenunterschied ist die Performance über 10 Jahre gesehen besser als bei 85 Prozent der Anleger im jeweiligen Markt. Der MSCI-Switzerland-TR-Index beispielsweise hat zwischen 1969 und 2011 ertragreiche 1918,77 Prozent beziehungsweise annualisierte 7,60 Prozent zugelegt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass Versuche, die Indexperformance zu übertreffen, kontraproduktiv sind. Da die Entwicklung der Börsen nicht vorhersehbar ist, können auch die Gewinner immer erst im Nachhinein eruiert werden. Herausforderungen meistern Der Investor fährt theoretisch am günstigsten, wenn er sein ETF-Portfolio selbst bei ei-

nem Online-Broker zusammenstellt. Praktisch niemand hat allerdings die Zeit dafür, ein fundiertes, passendes Portfolio selbst zusammenzustellen, umzusetzen und zu überwachen. Lässt der Anleger sein Portfolio klassisch bei einer Bank verwalten, werden oft nur vereinzelt ETF eingesetzt, zudem fallen zusätzliche Kosten an, die insgesamt im Bereich von 1 bis 2 Prozent liegen. Eine naheliegende Lösung, die tiefe Kosten und Bequemlichkeit mit sich bringt, ist die Verwaltung durch einen unabhängigen passiven ETF-Vermögensverwalter. Passive ETF-Vermögensverwaltung Eine ETF-Vermögensverwaltung sollte frei von Interessenskonflikten, Retrokommissionen, unabhängig und spezialisiert sein. Der Vermögensverwalter sollte die verwendeten ETF sehr sorgfältig aus den derzeit 3063 weltweit verfügbaren ETF auswählen. Weiter sollte der Verwalter komplex strukturierte Portfolios in solide, transparente Portfolios mit wenigen Positionen umwandeln, die sich an die wichtigsten wissenschaftlichen Studien, zum Beispiel jenen von H. Markowitz, W. Sharpe und P. Samuelson, orientieren. Wichtig ist ebenfalls, dass das Portfolio zum Anleger und dessen spezifischer Situati-

on passt. Durch ein regelmässiges Rebalancing wird die definierte Strategie konstant gehalten. In das Pflichtenheft eines Vermögensverwalters gehört ebenso die periodische Überprüfung der Qualität der verwendeten ETF. Insgesamt sollten damit die Gesamtkosten für einen Privatanleger im Schnitt um rund zwei Prozent jährlich reduziert werden können. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn der Vermögensverwalter auch selber eine sehr tiefe Kostenstruktur aufweist. Die jährliche Verwaltungsgebühr sollte 0,6 Prozent nicht übersteigen. Chancen Passive ETF-Vermögensverwaltung ist für den Investor langfristig erfolgreicher und hat darum das Potenzial, neue Vermögenswerte in die Schweiz zu bringen. Bislang sind ETF hierzulande noch eher wenig verbreitet. Indexierung mit der Hilfe eines kompetenten ETF-Vermögensverwalters ist eine relativ neue, für den Investor bequemere, sicherere und wesentlich ertragreichere Anlagemöglichkeit. Für den Investor kann es aufgrund der geringeren Kosten interessant sein, passive ETF vermehrt anzuwenden. Weitere Möglichkeiten sind das Indexieren von Freizügigkeitskonten und Säule-3a-Konten. Auch Sammelstiftungen lassen sich zum Teil ­indexieren. Philipp Ochsner ist Gründer und CFO der IndexInvestor AG

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S E I T E 13 WISSEN

Wertpapierleihe – ein Mehrwert für den Endanleger Was steckt hinter der Wertpapierleihe? Im Detail funktioniert die Leihe folgendermassen: Nehmen wir an, ein Anleger kauft Google-Aktien. Er möchte den Titel zum günstigsten am Markt erhältlichen Preis erwerben. Liegt der Preis eines Wertpapiers über dessen innerem Wert – ich nenne diesen Preis «Mehrpreis» –, wird dieser sofort von den Händlern wegarbitragiert. Der Händler verkauft dieses Wertpapier, um den Mehrpreis zu verdienen. Weil er dieses Papier aber gar nicht besitzt, muss er es sich zunächst ausleihen. Dafür erwirbt er das Wertpapier am Markt und gibt es bei Fälligkeit an den Verleiher zum preislich attraktiveren Fair Value zurück. Die Differenz zwischen Mehrpreis und Fair Value bekommt er als Entgelt für seine Tätigkeit. Was sind die Vorteile? Erstens kann der Anleger den Titel zum günstigsten am Markt verfügbaren Preis erwerben, zweitens verdient der Händler die Differenz zwischen Mehrpreis und Fair Value. Dazu kommt, dass auch der Verleiher des Wertpapiers einen Ertrag generiert. Wertpapierleihe macht Märkte effizienter, da sie mit Liquidität versorgt werden. ETF sind aufgrund des von der Wertpapierleihe ausgehenden zusätzlichen Kontrahentenrisikos in die Kritik geraten. Was

denken Sie zu diesem Thema? Wer Geld verleiht, geht das Risiko ein, dass der Schuldner das Darlehen nicht zurückzahlen kann. Bei einem gut strukturierten Wertpapierleiheprogramm wird das Gegenparteienrisiko gemindert, indem verliehene Wertpapiere mit einem Betrag in Höhe von 102–105 Prozent des Werts der ausgeliehenen Titel besichert werden. Das verbleibende Restrisiko beschreibt die Möglichkeit, dass der Vermittler mit der Ausführung scheitert (in der Abwicklung, im Sicherheitenmanagement, in der Überwachung der Bonität der Leihnehmer et cetera). Jeder, der Fonds mit Wertpapierleihe kauft, sollte sich ein Bild machen von der Erfahrung und Expertise des Vermittlers der Wertpapierleihe. Dies sollte in jedem Fall Bestandteil der Due-Diligence-Prüfung sein. Wie hoch sind die Erträge bei Wertpapierleihegeschäften? Fliessen sie in voller Höhe den Anlegern zu? Der Ertrag hängt davon ab, wie hoch die Nachfrage nach den entsprechenden Wertpapieren ist. In der Regel geht die Hälfte des Ertrags aus der Wertpapierleihe in den Fonds. Damit erhöht sich auch der Gewinn für den Anleger. Die andere Hälfte wird vom Vermittler des Leihegeschäfts einbehalten. An die Anteilsinhaber werden aber keine Kosten weitergegeben.

Wie funktioniert die Leihe bei SPDR? Sie wurde so konzipiert, dass die verbundenen Gegenpartei-, Sicherheits- und operativen Risiken möglichst gering sind. Das Wertpapierleiheprogramm unterliegt einer Prüfung durch State Street Global Advisors sowie durch den Verwaltungsrat des Fonds. Als Vermittler fungiert die State Street Securities Finance. Sie tätigt im Namen des teilnehmenden ETF Wertpapierleihegeschäfte mit zugelassenen Leihnehmern. Die Darlehen unterliegen einem Wertpapierleihevertrag. Leihnehmer sind verpflichtet, die verliehenen Papiere nach Aufforderung oder am Ende eines vereinbarten Zeitraums durch Wertpapiere gleicher Anzahl und Art zu ersetzen. Vor der Übertragung und während der Laufzeit muss der Leihnehmer Sicherheiten stellen, die den Wert der verliehenen Papiere übersteigen, um seiner Verpflichtung zur Rückgabe der entliehenen Wertpapiere nachzukommen. Während der Laufzeit hat der Fonds einen vertraglichen Anspruch, das Äquivalent aller Dividenden und sonstigen Ausschüttungen zu erhalten. Für den Fall eines Ausfalls des Leihnehmers reduziert SPDR ETF das Gegenparteiausfallrisiko durch die Bereitstellung von Sicherheiten über die State Street Bank and Trust Company. RB Web-Link: SPDR ETF


S E I T E 14 MONITOR ROHSTOFFE

Top & Flop Rohstoff ETF/ETP

Quelle: 10x10, Telekurs, Bloomberg / Stand: 29.2.2012

E D E L M E TA L L E Underlying

ISIN

Issuer

Swap

hedged

TER

Kurs

YTD

Unze Gold Gold Fix PM 1Unze CH0104136236 CS Nein Nein Gold Fix PM 1Unze CH0106027185 UBS Nein Nein NYSE Arca Gold BUGS TR LU0259322260 RBS Ja Nein NYSE Arca Gold BUGS TR LU0488317701 ComStage Ja Nein

0.30% 0.35% 0.70% 0.65%

USD 175.56 USD 175.69 EUR 163.20 USD 52.73

9.68% 9.67% -1.98% 1.54%

Unze Silber Silver Fix PM 1 Unze CH0106405845 S&GAM Nein Nein Silver Fix PM 1 Unze CH0118929048 UBS Nein Nein Silver 3Kg CH0029792717 ZKB Nein Nein Silver 100 Unzen CH0047533556 ZKB Nein Nein

0.60% 0.45% 0.60% 0.60%

USD 36.46 USD 369.50 CHF 2 923.55 EUR 2 543.56

27.48% 27.47% 13.35% 14.61%

Unze Platin Platinum Fix PM 1 Unze CH0116014934 UBS Nein Nein Platinum Fix PM 1 Unze CH0106406215 S&GAM Nein Nein Platinum 50g CH0029792709 ZKB Nein Nein Platinum Fix PM 1 Unze GB00B57GJC05 DB Nein Nein

0.50% 0.50% 0.50% 0.45%

USD 171.32 USD 1 695.43 CHF 2 340.45 USD 170.88

21.89% 21.86% 12.14% 21.02%

Unze Palladium Palladium Fix PM 1 Unze GB00B5VYVZ75 DB Nein Nein Palladium Fix PM 1 Unze CH0118929022 UBS Nein Nein Palladium 100g CH0029792683 ZKB Nein Nein Palladium Fix PM 1 Unze CH0106407239 S&GAM Nein Ja

0.45% 0.50% 0.50% 0.50%

USD 71.39 USD 71.75 CHF 1 983.08 CHF 679.29

10.83% 9.98% 3.24% 9.50%

0.49% 0.49% 0.85% 0.49%

USD 37.26 USD 27.93 EUR 99.88 USD 15.36

6.34% 4.72% -2.22% -1.03%

0.49% 0.45% 0.49% 0.45%

USD 115.79 USD 130.93 USD 0.59 USD 40.71

5.33% 5.16% -23.38% -17.56%

0.49% 0.30% 0.85% 0.45%

USD 49.64 USD 333.50 EUR 133.18 USD 113.70

11.55% 10.76% 7.54% 10.28%

AG R A R UBS CMCI Composite TR S&P GSCI Soybeans TR XS0417181533 Source Ja Nein S&P GSCI Sugar TR XS0417181616 Source Ja Nein Rogers Int'l Agric. TR LU0259321452 RBS Ja Nein S&P GSCI Corn TR XS0417184552 Source Ja Nein

ENERGIE UBS CMCI WTI Crude Oil TR S&P GSCI Light Energy TR XS0417130894 Source Ja Nein db Energy Booster USD GB00B3QRNJ57 DB Ja Nein S&P GSCI Natural Gas TR XS0417151114 Source Ja Nein db Natural Gas Booster USD GB00B438CS06 DB Ja Nein

I N D U S T R I E M E TA L L E Rogers Int'l Metal TR S&P GSCI Copper TR XS0470829432 Source Ja Nein S&P GSCI Metals TR FR0010821744 Amundi Ja Nein Rogers Int'l Metal TR LU0259320728 RBS Ja Nein S&P GSCI Ind. Metals TR GB00B3YH0180 DB Ja Nein

Krise? Welche Krise? An den Zapfsäulen wird die Freude nicht grösser. 126 Dollar für 129 Liter (ein Barrel) wurden letzte Woche an den internationalen Handelsplätzen für Brent-Erdöl aufgerufen. Das ist mit der höchste Preis seit Anfang 2009. Zumindest angesichts des Ölpreises kann man fragen: Krise? Welche Krise? Tatsächlich ist es diesmal jedoch nicht die horrende Nachfrage der boomenden Weltwirtschaft, sondern eher die kleiner werdende Produktion, welche die Preise treibt. Fördernationen wie Iran, Irak, Nigeria, Sudan und ­Libyen sind zu nennen. Krisen gibt es also zuhauf, sie führen eben zu einer kontinuierlichen Verkleinerung der noch freien Kapazitäten in Saudi Arabien. Gerade von dort kamen letzte Woche schlechte Nachrichten: eine Pipeline-Explosion. Der deutliche Knick im Goldpreis – er fiel von 1784 auf 1697 Dollar je Unze –, scheinbar hervorgerufen durch negative Äusserungen zu weiteren QE, sollte­ nicht ablenken von weiterhin stark negativen Realzinsen, neuen Höchstständen in den weltweiten Gold-ETF/ETC sowie weiteren Zukäufen der Zentralbanken. Dazu kommt der Ölpreis. Er könnte auf aktuellem Niveau bald Spuren hinterlassen am amerikanischen Arbeitsmarkt – und somit die Meinung zu einer Lockerung der Geldpolitik wieder ändern. P. Knüppel präsentiert von:

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10.02.2012 14:24:23


S E I T E 15 MONITOR EUROPA

Risikofreudigere Anleger Die europäische ETF-Branche musste im November und Dezember 2011 in Folge der Schuldenkrise Mittelabflüsse hinnehmen. Zu Jahresbeginn hat sich das Blatt gewendet und die Produkte verzeichneten in den ersten beiden Monaten Zuflüsse­ von 5 Milliarden Dollar. Vergangenes Jahr wurden vor allem Deutschland-ETF gekauft. 96 Prozent der Zuflüsse in europäische Aktien-ETF waren auf diese Kategorie zurückzuführen. Im Januar und Februar wurden jedoch Gelder abgezogen. Grosser Beliebtheit erfreuten sich dafür Schwellenländer. Wurden sie letztes Jahr noch von vielen verschmäht, flossen seit Jahresbeginn 1,6 Milliarden Dollar in die Produkte. Auch Aktien-ETF der Asien/Pazifik-Region wurden im Februar vermehrt erworben. Um mehr Rendite bei Bond-Investments zu erzielen, sind die Anleger risikofreudiger geworden. Money-Market-und Staatsanleihen-Produkte standen auf den Verkaufslisten. Aus Government-Bond-ETF wurden im Februar 1,5 Milliarden Dollar abgezogen. Mit Zuflüssen in Höhe von 924 Millionen Dollar erfreuten sich hingegen Unternehmensanleihen einer wachsenden Beliebtheit. Ebenfalls stark gefragt waren Emerging-Markets-Bonds. Auch bei Rohstoffinvestments zeigt sich die wachsende Risikofreude der Investoren deutlich. Während im Vorjahr einzig das goldene Edel­metall gekauft wurde, verzeichneten nun auch Energie und Industriemetalle Zuflüsse. Die grösste Summe – rund 500 Millionen Dollar seit Anfang Jahr – wurde in Energie-ETF investiert. BK

ETF in Europa: Zu- und Abflüsse

Angaben in Mio. U$

AKTIEN Markt

# ETF/ETP

Welt Europe North America Asia Pacific Emerging Markets Broad Asia Pacific Eastern Europe Middle East and Africa Latin America Country Total

Feb 2012 AuM

NNA

Zu-/Abflüsse YTD-12 NNA 2011 NNA

80 469 88 62 158 41 5 1 6 10 85 857

14 208 115 020 29 083 12 390 36 214 18 702 1 582 1 105 208 1 268 13 350 206 915

104 -442 -104 316 1589 910 -2 -3 6 151 527 1463

383 -908 684 304 2723 1410 -1 13 11 208 1081 3 186

883 13445 5148 -442 -992 6 -258 478 72 -35 -183 -1066 18 042

3 6 22

144 740 13 566

-13 -19 924

-40 10 1710

195 190 594

8 13 7 137 2 15 19 1 4 233

1 055 786 2 464 25 842 1 672 4 452 6 505 1 625 1 769 58 851

7 83 406 -1540 297 -68 -680 -21 -34 -624

41 98 595 -1706 337 -83 -877 53 13 138

-62 -205 104 -2327 824 4 447 -94 101 -330

86 1 118 103 83 23 123 537

7 575 1 3 745 4 118 2 059 114 51 838 69 450

187 0 -58 203 105 -8 181 610

319 0 -26 499 141 -10 274 1 197

-816 1 -282 -15 14 -4 7815 6 713

F I X E D I N CO M E Aktiv Broad/aggregate Corporate Covered Credit Spreads Emerging Markets Government High Yield Inflation Money Market Mortgage Diverse Total

R O H S TO F F E Broad Alternative Agriculture Energy Industrial Metals Livestock Precious Metals Total

Quelle: BlackRock / Stand: 29.2.2012

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Zu lesen in der nächsten PUNKT-Ausgabe «EMOTIONEN»

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AUKTIONEN

«Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten, verkauft!» Selten vermischen sich Emotionen und Ökonomie so spektakulär wie bei Auktionen.

WAHLEN IN DEN USA

Obama auf der Suche nach Wähleremotionen

IM NETZ DER LIEBE

Das Geschäft der Online-Partnerbörsen

JETZT ABONNIEREN PUNKTmagazin: Die etwas andere Wirtschaftslektüre legt den Fokus auf Finanz, Wirtschaft und Lebensart.


S E I T E 16 MONITOR SCHWEIZ

Meistgehandelte ETF an der Schweizer Börse

Quelle: 10x10, SIX Swiss Exchange / Stand: 29.2.2012

AKTIEN (INDUSTRIELÄNDER) Basiswert

ISIN

Whr

Anbieter

Swap

TER

Umsatz in CHF (in 1000)

SMI S&P 500 MSCI EMU SMI Mid Cap MSCI USA FTSE 100 MSCI World MSCI USA TR SMI MSCI North America

CH0008899764 IE0031442068 IE00B53QG562 CH0019852802 LU0136234654 IE00B3X0KQ36 IE00B0M62Q58 LU0274210672 CH0017142719 IE00B14X4M10

CHF USD EUR CHF USD GBP USD USD CHF USD

CS iShares CS CS UBS UBS iShares DB UBS iShares

Nein Nein Nein Nein Nein Ja Nein Ja Nein Nein

0.38% 0.40% 0.33% 0.49% 0.30% 0.30% 0.50% 0.30% 0.35% 0.40%

5 374 377 4 082 377 2 029 828 1 828 841 1 694 641 1 683 331 1 594 727 1 350 288 1 305 375 988 874

48 522 25 594 14 091 26 272 24 799 8 605 11 641 13 867 18 542 8 560

110 762 159 505 144 051 69 612 68 335 195 622 136 992 97 374 70 401 115 523

0.05 0.11 0.18 0.11 0.21 0.27 0.14 0.08 0.10 0.18

LU0292107645 IE00B0M63177 LU0254097446 IE00B3Z3FS74 IE00B0M63730 FR0010339457 IE00B02KXK85 IE00B0M63516 FR0010375766 IE00B1W57M07

USD USD USD USD USD USD USD USD USD USD

DB iShares CS UBS iShares Lyxor iShares iShares Lyxor iShares

Ja Nein Nein Ja Nein Ja Nein Nein Ja Nein

0.70% 0.75% 0.73% 0.60% 0.74% 0.65% 0.74% 0.74% 0.85% 0.74%

3 434 673 3 117 968 1 786 828 911 436 854 845 551 675 549 775 528 093 520 310 383 951

35 320 30 379 18 998 13 665 10 051 5 626 6 702 12 347 4 627 5 579

97 244 102 636 94 053 66 699 85 051 98 058 82 031 42 771 112 451 68 821

0.17 0.20 0.28 0.40 0.31 0.27 0.25 0.31 0.40 0.24

CH0016999846 IE00B1FZS798 IE00B14X4S71 CH0102530786 IE00B1FZSC47 CH0016999861 IE00B3VTMJ91 IE00B3VTML14 IE00B3VWN393 IE0032523478

CHF USD USD CHF USD CHF EUR EUR USD EUR

CS iShares iShares CS iShares CS CS CS CS iShares

Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein

0.19% 0.20% 0.20% 0.15% 0.25% 0.25% 0.23% 0.23% 0.23% 0.20%

518 794 502 027 498 283 319 075 281 522 201 800 170 706 152 174 98 447 85 505

7 193 2 971 4 813 2 890 1 024 1 512 1 808 2 146 629 1 093

72 125 168 976 103 529 110 406 274 924 133 466 94 417 70 911 156 514 78 230

0.23 0.12 0.07 0.18 0.30 0.33 0.30 0.28 0.42 0.38

CH0047533549 CH0029792717 CH0104136236 CH0044781232 CH0044781141 CH0047533523 CH0044781174 CH0047533572 CH0103326762 CH0139101593

USD CHF USD CHF USD EUR EUR USD EUR CHF

ZKB ZKB CS Julius Bär Julius Bär ZKB Julius Bär ZKB ZKB ZKB

Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein

0.40% 0.60% 0.30% 0.40% 0.40% 0.40% 0.40% 0.60% 0.40% 0.40%

4 000 408 3 675 558 2 424 159 2 253 782 2 248 759 1 968 245 1 622 514 1 528 597 1 346 381 1 249 581

31 000 51 806 30 170 17 241 10 380 18 506 14 030 13 829 11 583 14 976

129 045 70 949 80 350 130 722 216 643 106 357 115 646 110 536 116 238 83 439

0.08 0.17 0.12 0.09 0.09 0.08 0.11 0.17 0.11 0.07

IE00B1FZS350 LU0434446976 IE00B1FZS244 CH0105994401 IE00B1FZSF77 LU0378437767 CH0105994419 IE00B42SXC22

USD CHF USD CHF USD USD CHF EUR

iShares DB iShares UBS iShares ComStage UBS CS

Nein Ja Nein Nein Nein Ja Nein Ja

0.59% 0.70% 0.59% 0.45% 0.40% 0.10% 0.25% 0.14%

585 642 174 064 77 935 66 529 59 778 52 168 50 874 48 955

7 435 1 772 928 2 643 485 43 245 41

78 768 98 230 83 982 25 172 123 253 1 213 214 207 647 1 194 015

0.27 0.68 0.49 0.70 0.41 0.43 0.79 0.03

Trades

Ø Umsatz/ Trade

Ø Spread t

A K T I E N ( E N T W I C K LU N G S L Ä N D E R ) MSCI Emerging Market TR MSCI Emerging Market MSCI Emerging Market MSCI Emerging Market TR MSCI AC Far East ex Japan DJ RUS Titans 10 FTSE/Xinhua China 25 MSCI Brazil MSCI India FTSE BRIC 50

O B L I G AT I O N E N SBI DOM Government 3-7 P Barclays Capital USD Trea. Bond 7-10Y Barclays Capital USD Trea. Bond 1-3Y SBI DOM Government 1-3 P Barclays Capital US Govt IL Bond SBI DOM Government 7+P iBoxx EUR Sovereigns 1-3Y iBoxx EUR Sovereigns 3-7Y iBoxx USD Treasury Bond 3-7Y iBoxx EUR Liquid Corp

R O H S TO F F E Gold Fix PM 1Unze Silver 3Kg Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze Silver 100 Unzen Gold Fix PM 1Unze Gold Fix PM 1Unze

A N D E R E A N L AG E K L A S S E N EPRA/NAREIT Global Div+ DB Hedge Fund EPRA/NAREIT Asia Div+ SXI Real Estate Funds EPRA/NAREIT US Div+ CB FED Funds Effective Rate Index TR SXI Real Estate Funds CS EONIA TR

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10x10 - Das Dilemma der tiefen Zinsen