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SONNTAG in

FRANKEN Nr. 4 - 2. Jahrgang

Sonntag, 24. Januar 2010

Auflage: 95.066

M Oscar Lafontaine zieht sich aus der Politik zurück – Seite 3 M Ein Faschingsfest für behinderte Menschen – Seite 4 M Handball-EM: Deutsche Mannschaft unter Schock nach dem Tod von Oleg Velyky – Seite 13 M Auch das Lesen muss gelernt sein – Seite 35

Ein Genuss: KURIER-Gala der Köche

Im Schlaraffenland Diesmal waren es wirklich die sprichwörtlichen Tauben, die einem hier in den Mund flogen: Doch bei der KURIER-Gala der Köche gab es nicht nur Tauben und Wachteln, sondern auch Kaninchen-Baggala, Atlantiksteinbutt, Schweinerippla mit Trüffeln, Hefekloß mit Kapaun, fränkische Krustentiere, Lammfilet, St. Pierre in Blätterteig und das Beste vom Reh. In dieser Nacht wurde die Bayreuther Stadthalle einmal mehr zum Schlaraffenland. Zehn Köche und einige Künstler sorgten für einen wunderbaren Genuss. M Die Stars des Abends: Zehn ausgezeichnete Köche sorgten bei der KURIER-Gala der Mehr auf den Seiten 19 bis 30. Köche für eine genussvolle Nacht.

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Sonntag, 24. Januar 2010

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Einschreiben

Richtmeister Da beißt die Maus keinen Faden ab: Oskar Lafontaine sorgte in seinem politischen Leben immer dafür, Herrscher möglichst aller Reusen zu sein – mal als Frontmann, mal aus einem Duo oder Trio heraus, oft aus dem stummen Hintergrund. Leise Töne, das war nie die Sache des Genossen Oskar, nicht im einstigen

deutschen Armenhaus an der Saar und nicht im mondänen Berlin. Als Richtmeister düpierte er sie alle, die SPD und auch die ostdeutsche Linke. Dietmar Bartsch konnte hiervon vor einer Woche ebenso ein Lied singen, wie Rudolf Scharping am 16. November 1995 auf dem Mannheimer SPD-Parteitag in einer

beispiellosen Kampfkandidatur des einstigen Mitstreiters. Die SPD warf er erneut aus der Bahn, als er in der Regierung Gerhard Schröder am 10. März 1999 nach einer Kanzler„Standpauke“ hinwarf. Folgerichtig setzte der Zampano der Linken im letzten Akt die Zeichen. Er bestimmt nicht nur Rahmen und Zeit-

punkt seiner Proklamation, sondern auch das vorhergehende Szenario zum Abgang. Gregor Gysi lässt er jedes Steinchen räumen, das ihn auf seinem letzten Weg stolpern lassen könnte. Bodo Ramelow sieht im Rückzug des Parteichefs eine Zäsur für seine Partei. Das ist gut und nötig. M Harald Ritter

Das Sonntagswetter in der Region N W

Kulmbach

3

-2 ° -8 °

O

S

WETTER

Bischofsgrün

-5 ° -6 °

Bayreuth

-5 ° -10 °

Hollfeld

-2 ° -8 °

M Vorhersage Montag und Dienstag verbreitet stark bewölktes bis trübes Wetter. Am Montag fällt in Franken gebietsweise etwas Schnee. Nächtliche Tiefsttemperaturen zwischen 0 und -5 Grad, Höchsttemperaturen von -2 Grad bis 0 Grad. Mittwoch ist es leichter bewölkt, nach Auflösung von Nebel vereinzelt leichter Schneefall. Nachts bis -5 Grad, tagsüber um 0 Grad. Donnerstag anfangs aufgelockert bewölkt, Schneefall möglich, etwas wärmer.

Pegnitz

Speichersdorf

-5 ° -10 °

-3 ° -8 °

M Biowetter Auch heute sorgt kalte Luft dafür, dass kaum wetterbedingte Probleme auftreten. Der Schlaf ist recht erholsam und tief. Außerdem kommt der Kreislauf gut in Schwung. Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft ist dennoch zu empfehlen.

Die nächsten Tage in Bayreuth Montag

0° -7 °

Dienstag

0° -3 °

Mittwoch

0° -5 °

Donnerstag

2° -1 °

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NACHRICHTEN

Sonntag, 24. Januar 2010

Aus gesundheitlichen Gründen

Oskar lässt es bleiben kürzerzutreten. Er kündigte aber an, sich – sowie es die Gesundheit zulässt – in den nordrheinwestfälischen Landtagswahlkampf einzuschalten. Zudem wies Lafontaine den Eindruck zurück, der West-Teil der Linkspartei sei koalitionsunwillig, während im Osten Regierungsbeteiligungen angestrebt würden. Im Saarland etwa sei eine rot-rot-grüne Koalition an den Grünen gescheitert, die sich für ein Jamaika-Bündnis mit

Er tritt nicht mehr an: Linken-Parteichef Oskar Lafontaine hat seinen Rückzug aus der Bundespolitik vor allem mit seiner Krebserkrankung begründet. „Der Krebs war ein Warnschuss“, sagte der 66-Jährige gestern in Berlin nach einer Vorstandssitzung.

D

ie Aufgabe des Parteivorsitzes und seines Bundestagsmandats habe nichts mit den Personalquerelen in der Partei zu tun. Im vergangenen Jahr habe er eine Reihe von gesundheitlichen Attacken überstehen müssen und 1990 nach dem Messerattentat eine existenzielle Krise zu überwinden gehabt. Der Krebs sei nun ausschlaggebend dafür gewesen,

CDU und FDP entschieden. Die Linke hatte dort im August bei der Landtagswahl mit Lafontaine als Spitzenkandidat 21,3 Prozent geholt. Lafontaine bleibt dort. Fraktionschef Gregor Gysi sagte: „Der Parteivorstand muss die Entscheidung Oskar Lafontaines akzeptieren, auch wenn es außerordentlich wehtut.“ Ohne Lafontaine würde es die Linke in dieser Form nicht geben. Er „war, ist und bleibt eine herausragende Figur“ in der deutschen wie europäischen Politik, betonte Gysi. Er habe sich herausragende politische Verdienste erworben. „Er ist nicht ersetzbar“, sagte Gysi – im Gegensatz zum scheidenden Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch, der erklärt hatte, auch in der Linken sei niemand unersetzlich. M dpa

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Die etwas andere Gala-Sitzung der Mohrenwäscher

Für und mit Behinderten

E

ine tolle Idee der Bayreuther Mohrenwäscher erwies sich am Samstag als absoluter Volltreffer: Im proppenvollen Evangelischen Gemeindehaus ließen es 200 Faschingsfreunde bei der 1. Prunksitzung für Behinderte und Nichtbehinderte mächtig krachen. „Überwältigt und unglaublich stolz“ zeigte sich der Präsident der Faschingsgesellschaft, Jürgen Völkel, über die tolle Resonanz. „Eine wunderbare Idee“, befand auch Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl, der die Schirmherrschaft für die gelungene Premiere des integrativen Fastnachtsvergnügens übernommen hatte.

Gardetanz und Tanzmariechen, Büttenreden und Bauchtanz sowie eine Polonaise von „Fußgängern“ und Rollstuhlfahrern – das bunte Bühnenprogramm der Prunksitzung fanden alle „einfach nur Spitze“. Allen voran der Adel unter den Mohrenwäschern: Ihre Lieblichkeit Mona I. und seine Tollität Claus I., die in diesem Jahr das Bayreuther Prinzenpaar stellen. Ein wahres Showfeuerwerk brannten vor allem die verschiedenen Tanzformationen der Mohrenwäscher ab. Süße Früchtchen, tanzende ABBA-Doubles und coole Rockladys mit Irokesenfrisur und Luftgitarre heizten ihren restlos be-

geisterten Zuschauern gehörig ein. Natürlich fehlte auch der klassische Gardetanz nicht, bei dem Mohrengarde und die beiden Tanzmariechen Ann-Kathrin und Laura mit fantasievollen Choreographien glänzten. Für viel Heiterkeit sorgten auch die Gastauftritte der „Wikinger“ aus Bad Berneck sowie der Bindlacher Mainnixen. Wunderschön anzusehen die vor der Bühne tanzenden Faschingsfans: Kinder und Senioren, verkleidet und „in Zivil“, behindert und nichtbehindert – das gelungene Stimmungsbild einer Prunksitzung für alle. M Sandra Buchwald

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Sonntag, 24. Januar 2010

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Sonntag, 24. Januar 2010

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Andrea Wunderlich und ihre kalligraphische Arbeit ist nur ein Teil des breiten Spektrums des Ateliers Wunderlich in Goldkronach. Fotos: Eric Waha

Die Kunst, von und mit Kunst leben zu können

Der Akt

Andrea und Volker Wunderlich gehören zu den Menschen, die man beneiden kann, wenn man das Gefühl des Neids nicht an sich schon wunderlich findet: sie sind Künstler und können von der Kunst leben. Weil sie für alles offen sind, weil sie Handwerk und Tradition schätzen. Und weil sie mit Traditionen brechen.

E

iner dieser Traditionsbrüche ist das wunderschöne Atelier, das sich die beiden in Goldkronach eingerichtet haben – im ehemaligen Feuerwehrhaus des Ortes. „Als wir das Goldkronacher Heiligtum gekauft haben, hat man uns schon genau beobachtet und gefragt, was wir da wohl machen werden. Vor allem, als wir die alten Tore rausgerissen und die großen Fenster eingesetzt haben“, sagt

Volker Wunderlich. „Aber dann kamen schon schnell die Stimmen, die gesagt haben: Ach, des werd fei schee.“ Inzwischen ist das rote Künstlerhaus mitten im Ort kaum mehr wegzudenken. „Das hat fast schon sozialen Charakter. Die Leute treffen sich nicht mehr nur im Wirtshaus, sondern auch bei uns. Zum Beispiel zum Aktzeichnen – bei den Kursen haben wir auch Teilnehmer aus dem Ort.“ Und Goldkronacher, die hüllenlos Modell liegen.

Anders vorgezeichnet Vorgezeichnet war das Leben speziell von Volker Wunderlich, der Kirchenmalermeister und freischaffender Künstler ist, eigentlich je-

doch ganz anders: Seine Welt war als Jugendlicher künstlerisch lediglich halb legal. Der Ur-Goldkronacher war in der Bayreuther Graffiti-Szene aktiv. Mit Blick zurück sagt er, dass das, was er mit seinen Freunden im Main-Bett gemacht hat, „zumindest geduldet war“. Heute sieht er es auch als sehr glücklichen Umstand an, dass die Telekom die Abteilung, in der er Elektroniker gelernt hat – „nach dem Motto: Bu, lern wos Gscheits“ – nach Ende seiner Lehrzeit aufgelöst hat. Der künstlerisch aktive

Elektroniker hat zu dem Zeitpunkt Glück, dass „mir der Mann auf dem Arbeitsamt gesagt hat: Kirchenmaler wäre doch was für Sie“, sagt Wunderlich. Die Stelle in Hollfeld bekommt er sofort, absolviert die Lehre, arbeitet als Geselle, bildet sich in der Schweiz weiter und macht die Meisterschule in München. Parallel dazu arbeitet er frei. (Fortsetzung auf Seite 7)

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M Zur Person Volker Wunderlich stammt aus Goldkronach und ist Kirchenmalermeister und freier Künstler. In seiner Jugend war der 33-Jährige in der Bayreuther Graffiti-Szene aktiv – „allerdings mit künstlerischem Anspruch, Schmierereien und Tags auf Hauswänden waren nicht mein Ding“, wie er sagt. Der gelernte Elektroniker – „ich bin froh, dass ich handwerkliches Geschick habe“ – absolvierte seinen Zivildienst im Bayreuther Klinikum und war unter anderem zur Weiterbildung in der Schweiz. Er legt bei seiner Arbeit und seinen Bildern großen Wert auf Einzigartigkeit, auch bei seinen Farben, deren Grundstoffe er zum Teil in der ganzen Welt selbst sammelt und dann zu Hause aufbereitet.

Volker Wunderlich restauriert, malt und er ist auch als freier Künstler aktiv – wie mit der Skulptur.

im Heiligtum (Fortsetzung von Seite 6) „Eine Woche, bevor ich in die Schweiz bin, habe ich Andrea kennengelernt“, sagt er. Andrea Wunderlich arbeitet nach dem Abitur in Kulmbach als Textildesignerin, „bis ich arbeitslos geworden bin. Sonst würde ich das wahrscheinlich heute noch machen“, wie sie sagt. Kalligraphie, die Kunst der schönen Schrift, betreibt sie nebenher – und heute als Hauptberuf, wenn sie nicht im Bereich Mediendesign Aufträge bearbeitet. „Kalligraphie ist exotisch – zurzeit aber mit dem Thema Wand-Tattoo ziemlich in. Dort, wo die geklebten Buchstaben

wieder von der Wand fallen, kommen die Leute dann oft auf mich zu – und stellen dann fest, dass geschriebene Buchstaben eine viel schönere Wirkung haben“, sagt Andrea Wunderlich.

Nah dran am Graffiti Mit der Kalligraphie, die in anderen Ländern als Kunstform wesentlich mehr geschätzt wird als bei uns, ist sie „im Prinzip auch wieder gar nicht so weit weg vom Graffiti“ – womit sich auf wundersame Art ein weiterer Kreis zwischen den beiden Künstlern schließt. Volker Wunderlich ist als Kirchenmalermeister viel beratend tätig, macht aber auch fotorealistische Illusionsmalerei in Gebäuden, malt Bäder aus, gibt Schwimmbädern eine ganz neue Weite, restauriert Schränke, rettet alte Maserungen, „oder ich werde geholt, um Blattvergoldungen zu machen, wie vor kurzem im Neuen Schloss in Bayreuth oder im Alten

Schloss der Eremitage“. Übereinstimmend sagen beide, dass „wir froh sind, dass wir von unserer Arbeit leben können. Wir haben eine schöne Arbeit, zu der wir uns nicht zwingen müssen“. Wobei die eigentlich glückliche Beziehung zu den Menschen, für die sie arbeiten, für die beiden erst dann perfekt ist, „wenn die Menschen uns entdecken. Wir biedern uns nicht an, wir bieten uns auch nicht an. Wichtig ist das Vertrauen zu den Menschen, für die wir arbeiten“. Dann kann auch passieren, was zu Beginn des Jahres passiert ist: „Ich bin mit einer Grippe ins neue Jahr gerutscht – und auf der Baustelle, die ich hatte, habe ich mich erholt. Denn ich finde beim Arbeiten meine Ruhe“, sagt Volker Wunderlich. Das kann seine Frau nur unterschreiben: „Der Volker kommt abends meist so entspannt heim, wie er früh aus dem Haus geht.“ Was dann schon ein bisschen beneidenswert ist. M Eric Waha

Andrea Wunderlich stammt aus Kulmbach und ging nach dem Abitur in die Textilbranche. Sie lernte Textilmustergestalterin und arbeitete als Textildesignerin, später bildete sie sich zur Mediendesignerin aus. Die 37-Jährige betrieb aber immer intensiv nebenbei die Kalligraphie, die heute ihr künstlerisches Hauptbetätigungsfeld ist. Die beiden Künstler geben in ihrem Atelier in Goldkronach die unterschiedlichsten Kurse von Kalligraphie bis Aktzeichnen. wah www.atelierwunderlich.de

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JUSTIZ

Eingetütet Wer hat diesmal Scherereien im Gericht? Ein 39-jähriger Asylbewerber, der mal die große weite Welt außerhalb von Bayreuth sehen wollte. Schon irgendwo eine Gemeinheit: Da flieht man durch die halbe Welt und dann darf man nicht aus Bayreuth raus. Dass unser Angeklagter einfach mal Fürth sehen wollte, weil man da U-Bahn fahren kann – eine lässliche Sünde. Eigentlich. Doch bei der Rückreise nach Bayreuth besorgte er sich eine Einkaufstüte. Dies ist noch keine Straftat und auch nicht der Umstand, dass die Einkaufstüte an der Innenseite mit einer Spezialfolie präpariert war. So eine Tüte ginge notfalls auch als Kühlta-

M

orgen geht es los: Der Bayreuther Michael Koch, ehemals Odeon, nimmt bis zum 1. Februar auf Kuba an den Havana Club Bar Giants 2010 teil. Koch sicherte sich eine von zwei Wildcards und darf so die 23 besten deutschen Flair-Bartender begleiten. M

Länderstudie

Nazi-Erbe

Das Minus wächst

OB will mehr Geld für Unterhalt

Die 16 Bundesländer steuern auch bei einer Erholung der Konjunktur auf riesige Milliardendefizite zu.

sche durch. Die Straftat beging der Mann erst in einer Bayreuther Parfümerie: Vier Flaschen Parfüm im Wert von 280 Euro brachte er am Ladenausgang vorbei, ohne dass das Kontrollgerät piepste. Den Diebstahl gestand er in seinem Prozess und auch, dass das Parfüm zu Geld gemacht werden sollte. 40 Euro Taschengeld für einen Asylbewerber pro Monat ist vielleicht ein bisschen wenig, und die Amtsrichterin Christiane Breunig nickte anerkennend angesichts der Beute: Vier Flaschen? 280 Euro? Nur das Teuerste – Prada, Versace. Die Staatsanwältin sieht in der präparierten Tüte kriminelle Energie, die Richterin nennt es Dreistigkeit. Das Urteil wird eingetütet: 70 Tagessätze zu je 5 Euro. Und, wer weiß? Vielleicht helfen die Spezialfolien auch gegen Nacktscanner? Manfred Scherer

D

as größte Bundesland Nordrhein-Westfalen wird voraussichtlich bis 2013 jährlich über sechs Milliarden Euro Schulden machen. Bayern als finanzstärkstes Land steht nach den bisherigen Prognosen 2011 und 2012 vor einer Einnahmelücke von sechs Milliarden Euro. Damit steht der strikte Sparkurs ebenso infrage wie welche Pläne auch immer zu Steuersenkungen. Beispiel Bayern: Im reichen

Freistaat ist es ab 2011 aller Voraussicht nach mit dem ausgeglichenen Haushalt vorbei, auch wenn die CSU/FDP-Staatsregierung in München das bisher nicht zugeben will. 2010 schrammt Bayern haarscharf an neuen Schulden vorbei, doch 2011 muss Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) nach internen Prognosen seines Hauses ein Einnahmeloch von knapp 3,4 Milliarden Euro stopfen. Ein Prozent Wachstum bedeutet für den bayerischen Haushalt aber lediglich etwa 300 Millionen Euro Mehreinnahmen. Auch bei einem neuen Wirtschaftswunder wäre eine Drei-Milliarden-Lücke nicht zu schließen. M dpa

FPD will in Bayern Nummer drei werden Die bayerische FDP hat auf ihrer Klausurtagung im Kloster Benediktbeuern ihren ehrgeizigen Kurs für die nächsten Jahre bekräftigt. „Wir wollen bis 2013 drittstärkste Partei in Bayern werden“, sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gestern. Für eine positive Entwicklung sprächen nicht nur die Wählerstimmen, sondern auch die Mitgliederentwicklung. Seit der Landtagswahl 2008 sei die

Mitgliederzahl im Freistaat um 18 Prozent auf 6729 gestiegen. Sie kündigte an, die FDP werde neue Konzepte zu Integrationspolitik, Umweltpolitik und dem gesellschaftlichen Zusammenleben erarbeiten. Der bayerische FDPFraktionsvorsitzende Thomas Hacker benannte die „flächendeckende Aufstellung der FDP auch im ländlichen Raum“ und die Sicherung von Arbeitsplätzen als Ziel der Liberalen. M dpa

Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) verlangt beim Unterhalt der Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus mehr Unterstützung vom Bund. „Das Reichsparteitagsgelände ist keine Nürnberger Erfindung, sondern Erbe des Deutschen Reiches und damit auch gesamtdeutsche Verantwortung“, sagte er. Maly zog auch Parallelen zum ehemaligen KdF-Seebad in Prora auf Rügen. Auch dies sei Beispiel der Naziarchitektur, deren Erhalt durch den Bund gesichert werden müsse. „Es braucht sowohl für Prora als auch das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg irgendwann eine Sonderfinanzierung“, forderte er. M

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SPORT

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M Ohne jede Fahrkarte: Biathlet Arnd Peiffer siegt – Seite 12 M Handball: Schock in Innsbruck – Seite 13 M Der EHC Bayreuth als Derby-König – Seite 14 M Keine SpVgg-Kunst auf Kunstrasen – Seite 15 M Judo-DM: Leichte Siege, schwere Arbeit (Foto) – Seite 16

Werder Bremen – FC Bayern München 2:3

Das Geburtstags-Tor Der FC Bayern München ist dank einer Fußball-Gala von Geburtstagskind Arjen Robben zumindest für einen Tag an die Tabellenspitze der Bundesliga gestürmt.

A

n seinem 26. Geburtstag krönte Robben das 3:2 (2:1) der überragenden Bayern bei Werder Bremen mit einem Traum-Freistoß (78.) zum achten Pflichtspielsieg nacheinander. „Dieser Sieg ist das schönste Geschenk“, sagte der Matchwinner, der den Schlusspunkt unter ein furioses Spiel vor 39.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion setzte. Zuvor hatten Thomas Müller (25.) und Ivica Olic (35.) für die Bayern (in den letzten 22 Minuten mit Franck Ribéry) sowie Aaron Hunt (10.) und Hugo Almeida (75.) für Werder getroffen, das nach der vierten Niederlage in Folge die Europapokalplätze immer mehr aus den Augen verliert. Bayern-Trainer Louis van Gaal haderte nach dem Spiel mit der mangelnden Chancenverwertung seiner drückend überlegenen Elf. „Das muss viel mehr sein. Wir haben zu viele Chancen verpatzt“, sagte er. Noch deutlicher wurde Robben: „Wenn man realistisch ist, muss man sagen, dass wir vielleicht zehn Tore machen konnten.“ Die Gäste präsentierten sich nach zuletzt fünf Bundesliga-Siegen in Serie auch bei ihrem „Angstgegner“ in beeindruckender Form. Sie zeigten über die komplette Spielzeit eine souveräne Leistung. Bereits nach drei Minuten hatte der starke Robben die große Chance zur Füh-

rung, als er nach Vorarbeit von Mark van Bommel alleine auf WerderKeeper Tim Wiese zulief, den Ball aber an den rechten Pfosten setzte. Nur drei Minuten später rettete Wiese gegen Olic. „Wir haben hier noch nie eine solche BayernMannschaft erlebt, die sich so viele Chancen erspielt hat“, sagte WerderCoach Thomas Schaaf zum starken Auftritt der Münchner. Etwas überraschend war seine Mannschaft durch Hunt in Führung gegangen. Der Nationalspieler schloss vor den Augen von DFBTrainer Joachim Löw eine Vorarbeit von Marko Marin vom Strafraumeck unhaltbar für Bayern-Keeper HansJörg Butt in den Winkel ab. Doch auch nach dem Rückstand blieben die Gäste brandgefährlich. Müller und Olic drehten den Rückstand zur verdienten Pausenführung. In der Halbzeit musste Bayern-Keeper Butt wegen MagenDarm-Problemen in der Kabine bleiben – Michael Rensing kam. Der ebenfalls erkrankte Daniel van Buyten hielt dagegen durch. Auch der Torwartwechsel konnte die Bayern nicht stoppen. Zwar wurde Werder nach der Pause druckvoller, doch der Rekordmeister blieb dominierend. Robben schoss frei vor Wiese knapp vorbei (52.). Nur zwei Minuten später rettete Per Mertesacker gegen Mario Gomez auf der Linie. Almeida glich zum 2:2 aus, doch nur drei Minuten später schoss Robben die Bayern zum verdienten Sieg. M

Landsmann, gib mir fünf: Die FC-Bayern-Holländer Mark van Bommel und Arjen Robben feiern in Bremen.

Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:0

Dortmund Vierter Borussia Dortmund ist zum zwölften Mal in Serie ohne Niederlage geblieben und hat sich mit einem 1:0 (1:0)-Sieg über den Hamburger SV auf den vierten Platz verbessert.

V

or 80.552 Zuschauern sorgte Nelson Valdez (36.) mit seinem dritten Saisontreffer für den verdienten Sieg des Revierclubs, der in den vergangenen sechs Spielen die maximale Punktausbeute von 18 Zählern verbuchte. Dagegen

musste der HSV nach zuletzt drei Siegen einen Rückschlag im Titelkampf verkraften. Bis auf eine kleine Unachtsamkeit in der 2. Minute, als sich BVB-Torjäger Lucas Barrios nach Flanke von Jakub Blaszczykowski die Chance zum 1:0 bot, erwiesen sich die Gäste zunächst als gleichwertig. Doch das forsche Pressing der Borussia im Mittelfeld bereitete den Hamburgern zunehmend Probleme. Neun Minuten vor der Halbzeit wurde der BVB für den größeren Aufwand belohnt: Nach einem Fehler von Dennis Aogo war Valdez zur Stelle. M

SPORT MELDUNGEN ■ FUSSBALL

Ja zu van Nistelrooy

Negativserie beendet

VfL Bochum - FC Schalke 04 2:2 Hertha BSC Berlin - Bor. M'gladbach 0:0 1. FC Nürnberg - Eintracht Frankfurt 1:1 1.FSV Mainz 05 - Hannover 96 1:0 Borussia Dortmund - Hamburger SV 1:0 SC Freiburg - VfB Stuttgart 0:1 Werder Bremen - FC Bayern München 2:3 VfL Wolfsburg - 1. FC Köln heute, 15.30 Uhr Hoffenheim- Leverkusen heute, 17.30 Uhr 19 18 19 19 19 19 19 19 18 18 19 19 19 18 19 19 19 19

39:17 39:15 29:15 27:19 36:20 34:20 24:25 24:26 27:19 33:35 20:24 25:31 22:36 12:18 19:36 21:31 13:34 16:39

39 38 38 36 34 28 28 27 25 24 22 22 20 18 18 17 13 10

M ZWEITE BUNDESLIGA FC St. Pauli - Alemannia Aachen 1:0 1. FC Kaiserslautern - RW Ahlen 0:0 Fortuna Düsseldorf - Union Berlin 1:0 TSV 1860 München - Hansa Rostock 3:0 FSV Frankfurt - Greuther Fürth 0:5 RW Oberhausen - Augsburg heute, 13.30 Uhr Bielefeld - TuS Koblenz heute, 13.30 Uhr Karlsruher SC - Paderborn heute, 13.30 Uhr Cottbus - MSV Duisburg Montag, 20.15 Uhr 1. ( 1.) 2. ( 2.) 3. ( 5.) 4. ( 3.) 5. ( 4.) 6. ( 6.) 7. ( 7.) 8. (12.) 9. ( 8.) 10. (14.) 11. ( 9.) 12. (10.) 13. (11.) 14. (13.) 15. (15.) 16. (16.) 17. (17.) 18. (18.)

Kaiserslautern FC St. Pauli For. Düsseldorf FC Augsburg Arminia Bielefeld MSV Duisburg 1. FC Union Berlin 1860 München Alemannia Aachen Greuther Fürth SC Paderborn Karlsruher SC Energie Cottbus Hansa Rostock RW Oberhausen TuS Koblenz FSV Frankfurt RW Ahlen

19 19 19 18 18 18 19 19 19 19 18 18 18 19 18 18 19 19

27:16 44:20 30:19 38:27 26:15 34:25 27:25 24:22 19:20 36:33 25:24 26:27 28:27 21:28 16:28 15:32 12:39 10:31

Die Lage der Liga

1. FC Nürnberg – Eintracht Frankfurt 1:1

M BUNDESLIGA

Bayern München Bayer Leverkusen FC Schalke 04 Dortmund Hamburger SV Werder Bremen Eintr. Frankfurt 1.FSV Mainz 05 TSG Hoffenheim VfL Wolfsburg VfB Stuttgart Bor. M'gladbach VfL Bochum 1. FC Köln SC Freiburg Hannover 96 1. FC Nürnberg Hertha BSC

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M Bundesliga, 19. Spieltag: Arjen Robbens Geburtstagstor sorgt für Münchner Feiertag beim 3:2 in Bremen. M Kopf und Schulter und rein – so beendet der Club im Spiel gegen Frankfurt seine Torflaute. M Niederlagen bleiben für Dortmund ein Fremdwort – 1:0 gegen HSV.

Ruud van Nistelrooy geht von sofort an für den Hamburger SV auf Torejagd. Die Hanseaten bestätigten die Verpflichtung des Niederländers unmittelbar nach dem 0:1 in Dortmund. Van Nistelrooy, der von Real Madrid an die Elbe wechselt, erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011. „Wir wissen, dass er ein TopMann ist“, sagte Trainer Bruno Labbadia. Er sei „wirklich sehr glücklich, dass alles geklappt hat“, äußerte van Nistelrooy.

1. ( 3.) 2. ( 1.) 3. ( 2.) 4. ( 5.) 5. ( 4.) 6. ( 6.) 7. ( 7.) 8. (10.) 9. ( 8.) 10. ( 9.) 11. (12.) 12. (11.) 13. (13.) 14. (14.) 15. (15.) 16. (16.) 17. (17.) 18. (18.)

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Immerhin: Der Club kann noch punkten! Zudem beendete Nürnberg durch das 1:1 gegen die Eintracht aus Frankfurt gleich zwei Negativserien: fünf Spiele ohne Sieg und fünf Begegnungen ohne ein eigenes Tor. Auf einen „Dreier“ wartet der Club aber noch immer vergebens.

D

abei setzte sich der positive Trend aus dem SchalkeSpiel durchaus fort. Zwar konnte der Club seine Nervosität nicht ganz ausschalten. Viele Fehler im Aufbau und wenig Klarheit bei den Anspielen in die Spitze waren der Beweis. Das alte Problem. Doch vor allem in der Defensive stand man sicherer als noch 2009, erlaubte der Eintracht keine nennenswerten Chancen. Die Münchner Leihgaben und Defensivspezialisten Andreas Ottl und Breno scheinen also dem Club gutzutun. „Man sieht, dass sie uns stabilisieren“, lobte Neu-Trainer Dieter Hecking. Und was an Kreativität und Spielkunst fehlte, machte der FCN durch 90-minütigen Einsatzwillen gut. Das sah auch Hecking so: „Die Mannschaft hat sich ein Kompliment dafür verdient, wie sie sich auch nach Ballverlusten immer wieder aufgerappelt hat.“ Quasi als Belohnung platzte dann auch endlich mal wieder der Nürnberger Tor-Knoten. Christian Eigler war es, der alle belehrte, die glaubten, der FCN könne gar nicht mehr treffen (27.). „Irgendwie war das Kopf und Schulter und dann ist er

Nürnbergs Dennis Diekmeier setzt sich durch. rein“, brachte Eigler nach dem Schlusspfiff Klarheit darüber, wer denn den Treffer nach Pascal Bielers Freistoß-Hereingabe von halb rechts erzielte. Denn der Stadionsprecher Guido Seibelt verkündete zunächst Albert Bunjaku als Schützen, und auch die Fernsehbilder waren eher schwer zu interpretieren.

Fast aus dem Nichts Der Treffer verschaffte dem Club ein weiteres kleines Stückchen Selbstvertrauen, das sich die Nürnberger gestern in kleinen Etappen hart erarbeiten mussten. Ein

Foto: dpa

scheinbares Übergewicht war die Folge, der Ausgleich der Eintracht das Resultat. Fast aus dem Nichts war er gefallen, nach einem Steilpass in den Strafraum und einem Lob über FCN-Torhüter Raphael Schäfer köpfte Benjamin Köhler ein (40.). Bei dieser Ballstafette schlief der Club tief. „Mich ärgert gar nicht so sehr der Ausgleich an sich, sondern die Art und Weise, wie er gefallen ist. Da waren wir viel zu passiv“, analysierte Hecking. Genau diese fußballerischen Sekundenschläfe aber muss der FCN ablegen, will er die Klasse erhalten. M Dirk Feustel

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SPORT

Sonntag, 24. Januar 2010

Ski alpin: Vonn und Cuche überragend

Maria Riesch hat Frust Der Schweizer Skirennläufer Didier Cuche war für die versammelte Konkurrenz auf der Kitzbüheler Streif auch in der Abfahrt zu stark, Maria Riesch verzweifelt unterdessen immer mehr an Seriensiegerin Lindsey Vonn.

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war fuhr die Slalom-Weltmeisterin bei der Abfahrt in Cortina d'Ampezzo auf den zweiten Platz, unbeschwert freuen konnte sie sich darüber aber nicht. Zu drückend war die Überlegenheit von Dauerrivalin Vonn, die am Vortag schon den Super-G gewonnen hatte. „Es ist einfach frustrierend, wenn es so schwierig ist, Rennen zu gewinnen“, klagte Riesch. Trotz nur 76 Punkten Rückstand auf Vonn hakte sie den Gesamtweltcup praktisch ab: „Ich habe mich eigentlich damit abgefunden, dass es damit nichts wird, wenn alles normal läuft.“ Die Deutsche erwägt sogar, den Materialkampf mit der Konkurrentin aufzunehmen. Vielleicht werde sie vor den Rennen am nächsten Wochenende in St. Moritz beim Freifahren mal Männer-Ski ausprobieren und „wenn ich einigermaßen klarkomme, vielleicht auch im ersten Training“, kündigte die Slalom-Weltmeisterin ein Experiment an. Frust schob auch ihre Teamkollegin Gina Stechert. Die Oberstdorferin verpasste als 14. ihre letzte Chance zur Olympia-Qualifikation. In Kitzbühel lag Cuche vor dem Überraschungszweiten Andrej Sporn (Slowenien) und Werner Heel (Italien). Der Ebinger Stephan Keppler fand sich auf der legendären Kitzbüheler Abfahrt hingegen im Fangzaun wieder. Einen Tag nach dem gelösten Olympia-Ticket kam der 26-Jährige an der Hausbergkante zu Fall, blieb aber unverletzt. „In der Abfahrt muss man was riskieren, um nach vorne zu

kommen, da kommt so was mal vor“, meinte Sportdirektor Wolfgang Maier. Cuche übenahm die Favoritenrolle für die Speed-Wettkämpfe in Whistler. „Alle sind heiß auf Olympia. Es wird sicher Spaß machen, dort zu kämpfen“, erklärte der Super-G-Weltmeister. Im Gesamtweltcup machte Cuche mit 726 Punkten weiter Boden gut auf seinen führenden Landsmann Carlo Hoch über Kitzbühel: Sieger Didier Cuche. Janka (793). M

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Silber-Abschluss Im letzten Weltcup-Rennen seiner Karriere im Zweier ist der dreimalige Olympiasieger André Lange (Oberhof) als Zweiter am EM-Titel vorbeigefahren. In Innsbruck/Igls war der Schweizer Beat Hefti 0,11 Sekunden schneller. M Nordische Kombination

Ticket für Hettich Georg Hettich (31) fährt als fünfter deutscher Kombinierer zu den Olympischen Winterspielen nach Vancouver. In Schonach hatte der Olympiasieger von Turin beim Weltcup als Lokalmatador gestern Platz neun belegt. Jason Lamy Chappuis (Frankreich) gewann, Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) wurde Vierter vor Tino Edelmann (Zella-Mehlis). M Skilanglauf

Maßarbeit Auf das Podest stürmte Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) beim Weltcup in Rybinsk: Rang zwei in der Verfolgung hinter der Polin Justyna Kowalczyk. Ihr Rückstand: 9,8 Sekunden. Bei den Herren wurde René Sommerfeldt in Abwesenheit der kompletten Weltelite Vierter über 30 km. Sieger Artem Schmurko aus Russland war lediglich 1,6 Sekunden schneller. M Basketball

Süd-Sieg Die Auswahl aus dem Süden hat zum ersten Mal seit fünf Jahren das prestigeträchtige AllstarSpiel der Bundesliga gewonnen. Vor 6000 Zuschauern in Bonn hieß es gestern Abend 102:92 (50:53).

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Biathlet Arnd Peiffer schießt an die Spitze

„Prima letzte Runde“ Arnd Peiffer hat den deutschen Biathleten den ersten Saison-Erfolg beschert.

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er 22 Jahre alte Harzer aus Clausthal-Zellerfeld nutzte am Samstag das Kaiserwetter beim Weltcup im Südtiroler Antholz zum zweiten Sprintsieg seiner Laufbahn. Mit fehlerfreiem Schießen und einer extrem schnellen Schlussrunde verwies er den Österreicher Dominik Landertinger mit sechs Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Das beste Saisonresultat für die deutschen Männer komplettierten auch ohne „Leitwolf“ Michael Greis der Oberhofer Christoph Stephan mit 15,1 Sekunden Rückstand auf Rang drei und Andreas Birnbacher (Schleching) auf Platz zehn. „Das war ein perfektes Rennen. Heute hat alles zusammengepasst“, sagte Peiffer. Er hatte sich nach den vier „Fahrkarten“ im Einzelrennen besonders aufs Schießen konzentriert. „Am Donnerstag war ich nicht hundertprozentig bei der

Zum Schluss extrem schnell: Arnd Peiffer. Sache – und dann gibt’s Fehler. Daraus habe ich gelernt“, erklärte Peiffer. „Ich habe mir das Rennen richtig eingeteilt, mir ein paar Körner für die Schlussrunde aufgehoben. Dazu kam der gute Ski und die nach oben zeigende Formkurve. Dann gelingt einem auch so eine prima letzte Runde“, beschrieb er sein Rennen. „Speziell für Olympia war es gut, dass wir zeigen konn-

ten, was wir draufhaben. Das gibt weiteres Selbstvertrauen“, betonte Peiffer. „Unglaublich, was speziell Arnd und Christoph heute geleistet haben. Ich hatte gehofft, dass wir die Top-Ten-Ränge angreifen könnten, doch nicht mit dem Superergebnis gerechnet. Die Burschen haben auch mich überrascht“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich. M

Tennis: Haas verliert bei Australian Open in Melbourne

Im Notfall ein Ass Es zwickte im Knie, und die Aufschlagstärke seines Kontrahenten zermürbte ihn zusehends: Thomas Haas ist als letzter der 19 deutschen Tennisprofis bei den Australian Open ausgeschieden.

E

s ist bitter. Vor allem bin ich enttäuscht, dass ich den vierten Satz noch verloren habe. Wer weiß, was sonst passiert wäre“, sagte der 31-jährige Hamburger, der sich bei der 4:6, 6:3, 1:6, 5:7-Niederlage gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga vom ersten Schlag an unwohl gefühlt hatte. „Schon beim ersten Spiel kamen die

Probleme – und ich weiß nicht, was es ist.“ Schmerzen im rechten Knie machten nach dem Satzausgleich eine längere Behandlungspause notwendig. „Wenn ich wieder zu Hause in den Staaten bin, muss das untersucht werden. Ich will wissen, was da ist“, sagte Haas. Tsonga konterte die von Haas herausgearbeiteten Vorteile knallhart. Und wenn alle Stricke rissen, schlug er einfach ein Ass – insgesamt waren es 20, genau 11 mehr als sein Gegenüber. „Wenn er so serviert, ist es natürlich schwer, überhaupt etwas auszurichten“, sagte Haas. „Aber wenn er mir die Chance gegeben hat, ins Spiel zu kommen, habe ich

sehr gut ausgesehen.“ Doch Tsonga blieb stur bei seiner Linie, nutzte jede kleine Schwäche gnadenlos aus, machte in Durchgang vier zwei weitere Breaks zum 7:5 und entkam so dem ersten Fünfsatz-Match seiner Karriere. Mit einem Preisgeld von 47 600 Dollar musste sich der dreimalige Melbourne-Halbfinalist Haas schon nach der dritten Runde verabschieden, während der an Position 10 gesetzte Tsonga auf den Spanier Nicolas Almagro trifft. Roger Federer und die WilliamsSchwestern Venus und Serena hatten es am Samstag leicht und gaben auf dem Weg in die Runde der besten 16 nicht einen Satz ab. M

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SPORT

Sonntag, 24. Januar 2010

Handball-EM: Deutschland gegen Frankreich, doch die Gedanken sind bei Velyky

Schockierende Nachricht Bundestrainer Heiner Brand hatte Tränen in den Augen, seine Spieler einen Kloß im Hals und keine Gedanken an Handball im Kopf: Der Tod von Nationalspieler Oleg Velyky vom Bundesligisten HSV Hamburg hat im deutschen Lager Betroffenheit und tiefe Trauer ausgelöst.

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an hat gehofft, dass es ein Wunder gibt. Aber wenn man dann mit der Realität konfrontiert wird, ist das ein Schock“, sagte Brand bei der EM im Innsbrucker Team-Hotel Grauer Bär. In der Nacht zuvor war Velyky in der Ukraine, seinem Geburtsland, im Alter von nur 32 Jahren an Krebs gestorben. Die Mannschaft war am Morgen beim Frühstück darüber unterrichtet worden. „Ich habe danach keinen Bissen mehr herunterbekommen. Und das ging den anderen auch so. Selbst die, die nicht mit ihm zusammengespielt haben, sind total traurig“, berichtete Kapitän Michael Kraus. Trotzdem absolvierten er und seine Teamkollegen das Treffen mit den Medienvertretern. „Es ist sehr schwer, in so einer Situation Worte zu finden. Das geht mir sehr nahe“, bekannte der Lemgoer. Die Trauer im deutschen Lager war

Oleg Velyky (kl. Bild) ist tot, auch Heiner Brand trauert. greifbar. Mit hängenden Köpfen und verschlossenen Gesichtern standen die Sportler beieinander. „Man muss den Spielern, besonders denen aus Hamburg, Zeit geben, Abstand zu gewinnen und die Nachricht zu verarbeiten“, erklärte der Bundestrainer. Velyky, der seit 1. April 2004 die deutsche Staatsbürgerschaft hatte, war von Brand in die Nationalmannschaft geholt worden. Der Bundestrainer schätzte ihn als Weltklasse-Rückraumspieler ebenso wie als Menschen.

Mit brüchiger und belegter Stimme hatte zuvor der Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB), Ullrich Strombach, den Tod Velykys bekanntgegeben: „Wir haben Oleg Velyky als untadeligen Sportsmann kennengelernt, als Kämpfer im Handball und um sein Leben.“ „Er hatte keine Kraft mehr zum Telefonieren oder Laufen“, erzählte der pausierende Nationalspieler Pascal Hens, Teamkollege von Velyky beim HSV, „sein Tod ist für uns

BBC Bayreuth: Nun wartet der USC Heidelberg

Nicht satt nach Essen Mit großen Schritten der Bundesliga entgegen. Der Appetit des BBC Bayreuth auf ein Mitmischen in der höchsten deutschen Basketballklasse wurde in Essen noch größer.

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it dem 85:81 (40:37) vom Freitag wurde die nächste Hürde

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übersprungen. 13 sind noch aufgebaut, die nächsten tragen die Namen Heidelberg (Heimspiel am kommenden Samstag, 19.30 Uhr), Cuxhaven, Osnabrück, Langen und München. Zwei dieser Mannschaften trafen gestern Abend aufeinander – die Cuxhavener taten sich als Tabellenzweiter in Langen zwei Viertel lang schwer, ehe sie mit 99:66 Punkten doch die beiden Punkte mitnahmen. M

alle ein großer Schock, obwohl wir wussten, wie es um ihn stand und dass er sterben wird.“ Es sei sehr beeindruckend gewesen, wie Velyky mit der Krankheit umgegangen sei: „Er war ein Kämpfer.“ Lediglich vier Spiele hatte Velyky wegen Verletzungen und seines Krebsleidens für die Hamburger bestritten, zu denen er 2008 gewechselt war. Im DHB-Dress war er nach 59 Länderspielen für die Ukraine 38-mal aufgelaufen, zuletzt im EMEröffnungsspiel 2008 in Norwegen gegen Weißrussland, in dem er nach wenigen Minuten zum zweiten Mal einen Kreuzbandriss erlitt. „Wir haben Hochachtung vor dem HSV Hamburg, der seinen Spieler nie fallengelassen hat“, sagte Strombach. Die Nationalspieler wollen nun bei aller Trauer den Tod von Oleg Velyky auch als Ansporn nutzen, schon im ersten Hauptrundenspiel der EM (heute, 16.30 Uhr/ARD) gegen Olympiasieger Frankreich ein sportliches Zeichen zu setzen. „Er war unser Freund. Wir werden versuchen, den Kopf freizubekommen und auch für ihn zu spielen“, sagte Kapitän Kraus. „Sport ist immer auch eine Möglichkeit zur Ablenkung. Vielleicht können wir das so besser verarbeiten, als wenn jeder allein auf seinem Zimmer sitzt“, meinte der Bundestrainer. M

M PRO A BG Karlsruhe - UBC Hannover 88:85 Giants Nördlingen - VfL Kirchheim 69:77 ETB Baskets Essen - BBC Bayreuth 81:85 USC Freiburg - FC Bayern München 86:68 Crailsheim Merlins - BV Chemnitz 99 79:72 Science City Jena - Saar-Pfalz Bra. 67:99 TV Langen - Cuxhaven BasCats 66:99 USC Heidellberg - Osnabrück heute, 17 Uhr 1. ( 1.) 2. ( 2.) 3. ( 3.) 4. ( 5.) 5. ( 6.) 6. ( 4.) 7. ( 7.) 8. ( 8.) 9. (10.) 10. ( 9.) 11. (11.) 12. (12.) 13. (13.) 14. (14.) 15. (15.) 16. (16.)

BBC Bayreuth Cuxhaven Saar-Pfalz BG Karlsruhe Kirchheim BV Chemnitz München Hannover Crailsheim Osnabrück Heidelberg Jena ETB Essen Nördlingen USC Freiburg TV Langen

17 17 17 17 17 17 17 17 17 16 16 17 17 17 17 17

1406:1216 1476:1310 1457:1339 1351:1308 1441:1370 1307:1256 1280:1340 1475:1412 1376:1434 1406:1394 1482:1549 1318:1410 1310:1347 1238:1338 1216:1344 1281:1453

33 31 28 28 27 27 26 25 25 23 23 23 22 22 22 20

SPORT

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EHC Bayreuth heute (18 Uhr) gegen EHC Waldkraiburg

Derbys? Bitte mehr davon! Wenn man sich etwas wünschen dürfte, dann vielleicht dies: Dass der EHC Bayreuth in dieser Eishockeysaison mindestens noch zwei Mal gegen den VER Selb antritt.

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iese Oberfranken-Derbys sind so emotionsgeladen, so attraktiv, so spannend, dass es besser kaum geht. Und sie sind aus Bayreuther Sicht völlig unerwartete Punktebringer. Alle sechs vergebenen Zähler landeten beim Klassen-Neuling, der auch am Freitagabend in der Höhle der „Wölfe“ aus Selber Sicht wieder viel Porzellan zerschlug und vor weitaus mehr als den 4100 Zuschauern, die offiziell ins Stadion passen, das Hinspiel-Resultat (4:3) noch toppte: 5:2, dabei ein 4:0 im letzten Drittel, drei Treffer in den letzten fünf Minuten gegen den Tabellenführer. „Natürlich war das eine Superleistung“, meinte Spielertrainer John Noob, als sich die Bayreuther „Tigers“ gestern Mittag zum lockeren Training trafen, um für das heutige viertletzte Match der Vorrunde gegen den EHC Waldkraiburg (18 Uhr, Städtisches Eisstadion) gerüs-

Stolz auf sein Team: John Noob. tet zu sein. „In der Zwischenrunde sind wir trotz dieses Triumphes

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aber noch nicht“, bremste der Deutsch-Kanadier die Euphorie. „Waldkraiburg ist in der Offensive stark, Pfaffenhofen noch besser, und Dorfen sowie Höchstadt darf man nicht unterschätzen.“ Sebastian Stoyan ist weiter gesperrt, Matthias Brahmer werde mit einer Verletzung womöglich drei Wochen fehlen, nannte der Coach weitere Nachteile, lobte aber auch: „Einer kämpft für den anderen mit. Davide Carbone beispielsweise rutschte ins Team und war gleich super drauf.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass der Aufsteiger die Saison unter den besten Acht fortsetzt, ist groß. Reicht die Kraft? „Am Freitag war sie da, die Jungs sind fit“, sagt Noob und analysiert gleich noch mal den großen Erfolg: „Es gab auch nach dem 0:2-Rückstand in Selb keinen Grund, die Taktik zu ändern. Wir haben gesehen, dass da was zu machen ist. Und das notwendige Glück kann man sich

erarbeiten – wobei unsere Treffer kein Glück, sondern das Ergebnis harter Arbeit waren.“ Dass mehr als 1000 EHC-Fans in Selb gewesen sein sollen, findet John Noob schön, aber er fragt sich auch, wo viele von ihnen sind, wenn die Bayreuther zu „normalen“ Spielen im heimischen Stadion antreten, wo 600 bis 700 Zuschauer die Regel sind. „Man verpasst einiges, wenn man nur die Derbys besucht“, macht der 41-Jährige Werbung in eigener Sache. „Und wir brauchen die Unterstützung von den Rängen durch singende und lautstarke Anhänger. Die gibt uns Power.“ Und wieder ist es da, das Stichwort Kraft. Noob: „Man darf nun im Training nicht zu viel arbeiten. Und es ist auch gut, dass wir kommende Woche nicht zwei Matches haben, sondern nur eines. Da kommst du nicht aus dem Rhythmus, wirst aber auch nicht zu sehr geschlaucht.“ Denn es gilt ja, noch ein paar Punkte zu holen, um sich die Chance auf das erneute Kreuzen der Klingen mit dem VER Selb zu erhalten. „Solche Derbys sind doch prima für beide Teams und ihre Fans“, betont Noob und fügt augenzwinkernd hinzu: „Und die Anreise ist auch schön kurz.“ Bleibt Selb ganz vorn, dann muss der EHC nach dem 7. Februar in der Tabelle Vierter, Fünfter oder Achter sein, um noch einmal in den Genuss dieser speziellen Begegnungen zu kommen. Angst vor dem Spitzenteam gibt es logischerweise nicht. Dafür sorgen zwei Resultate: 4:3 und 5:2 . . . M JS

M BAYERNLIGA 1. ( 1.) VER Selb 2. ( 2.) TEV Miesbach 3. ( 3.) Pfaffenhofen 4. ( 5.) EHC Bayreuth 5. ( 6.) Schweinfurt 6. ( 7.) TSV Peißenberg 7. ( 4.) TSV Erding 8. ( 8.) EV Regensburg 9. ( 9.) ERC Sonthofen 10. (12.) Waldkraiburg 11. (10.) ESV Buchloe 12. (11.) Höchstadter EC 13. (13.) Memmingen 14. (14.) ESC Dorfen 15. (15.) EV Dingolfing 16. (16.) EV Pfronten

27 27 26 26 27 26 25 25 25 27 26 27 27 27 27 27

146: 84 127: 62 116: 93 113: 92 135:102 126:102 119:104 100: 72 133:101 121:109 97:111 120:147 106:106 74:130 67:180 72:177

61 57 51 50 48 48 48 43 42 39 39 37 31 25 10 4

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SPORT

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Handball-Bayernliga: HaSpo heute in Roding

Zurück in die Spur! Anschauungsunterricht durch die deutsche Nationalmannschaft gibt es nicht.

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annes Zerrenner, der Kapitän von HaSpo Bayreuth, berichtet: „Wenn die DHBAuswahl letzte Woche bei der EM spielte, hatten wir ja Training.“ Und auch heute werden die Bayernliga-Akteure nicht per TV live dabei sein können, wenn ihr einstiger Teamkollege Michael Müller zusammen mit den Herren Roggisch, Glandorf, Kraus, Jansen, Kaufmann und so weiter in Innsbruck auf die Der Kreis ist sein Metier: Hannes Zerrenner. Foto: Kolb Franzosen trifft. Die Bayreuther treten zur selben Zeit (16.30 Uhr) bei Spitzenreiter nach einem schlechten ebenfalls verlor (23:25 gegen den TB Roding an und wollen laut Zer- Start ansprechend präsentiert hatte. TSV Haunstetten) und dabei für eine renner „Wiedergutmachung betrei- „Die zweite Halbzeit dort macht schwache Vorstellung hart kritisiert ben“ für das 28:30 in Fürstenfeld- Mut für die kommenden Aufga- wurde. Die Bayreuther müssen heuben.“ In der kommenden Woche te in Roding ohne ihren besten Torbruck eine Woche zuvor. Die zweite Niederlage der Saison erwartet HaSpo Bayreuth in eigener schützen auskommen: Polizist Björn hat keine Spuren hinterlassen. „Das Halle den TSV Rothenburg (Sams- Kreyßig hat Dienst. Und Torwart Tobias Niessner hat sich eine ErkälTraining lief super; der guten Stim- tag, 17.30 Uhr, Schulzentrum Ost). Doch vorher geht es für die tung eingefangen. So wird wohl mung hat das letzte Ergebnis jedenfalls keinen Abbruch getan“, sagt Schützlinge von Trainer Bernhard verstärkt Keeper Sascha Bohne ran der Kapitän und erinnert daran, dass Müller auswärts gegen den müssen, der einst noch mit Michael man sich in der Partie beim neuen Tabellenachten, der vor Wochenfrist Müller gemeinsam in der Regional-

TSV Rothenburg - Haunstetten 33:28 Großwallstadt - SC Freising 35:28 SSG Metten - TSV Winkelhaid 29:28 TSV Simbach - Waldbüttelbrunn 27:22 Fürstenfeldbr. - SV 08 Auerbach 27:22 TSV Ottobeuren - TSV Rödelsee 26:22 Roding - HaSpo Bayreuth heute, 16.30 Uhr 1. ( 1.) Fürstenfel 2. ( 2.) HaSpo Bth. 3. ( 3.) TSV Lohr 4. ( 4.) Auerbach 5. ( 5.) Rothenburg 6. ( 6.) Ottobeuren 7. ( 9.) Großwalls. 8. ( 7.) Haunstett. 9. ( 8.) TB Roding 10. (10.) SC Freising 11. (11.) Rödelsee 12. (12.) Winkelhaid 13. (14.) TSV Simbac 14. (13.) Waldbütt. 15. (15.) SSG Metten

15 14 13 15 15 15 14 16 13 14 15 15 15 14 15

438:365 450:385 390:330 432:415 425:405 416:413 406:404 439:449 361:359 394:419 405:426 366:417 412:448 374:415 388:446

27: 3 24: 4 21: 5 18:12 16:14 16:14 15:13 14:18 13:13 10:18 10:20 10:20 9:21 8:20 7:23

liga spielte. „Der Kontakt zu unserem Ehemaligen ist gut“, berichtet Zerrenner. Man trifft sich hin und wieder, logischerweise waren auch ein paar Bayreuther Spieler in Nürnberg, als Müller und die Nationalmannschaft dort kürzlich gegen Island für die Europameisterschaft testeten. Parallelen: HaSpo und auch Heiner Brands Mannschaft bei der EM sind in der Verfolgerrolle. Der ehemalige Bundestrainer Müller (bei den Damen) kann logischerweise nur für sein aktuelles Team sprechen. Er sagt: „Ich bin mir sicher, dass meine Jungs alles daransetzen werden, um wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.“ M Jürgen Schott

1:5 der SpVgg Bayreuth im ersten Test gegen die SpVgg Weiden

Keine Fußball-Kunst auf Kunstrasen Das erste einer Reihe von Testspielen vor Fortsetzung der Bayernliga hat der SpVgg Bayreuth eine 1:5-Niederlage gegen den Fußball-Regionalligsten SpVgg Weiden beschert.

D

ie Nachbarn aus der Oberpfalz starteten vor etwa 150 Zuschauern auf dem Kunstrasen-Nebenplatz des HansWalter-Wild-Stadions furios und gingen nach zwei Vorlagen des bärenstarken René Okle durch Treffer von Michael Kümmerle und Sebastian Szikal schnell mit 2:0 in Führung. Bis kurz nach der Halbzeitpause ge-

stalteten die Altstädter die Partie fortan aber ausgeglichen und verkürzten nach einem Eckball von Michael Riester durch einen schönen Kopfball von Alexander Kossmann. In der zweiten Halbzeit nutzte der Gast seine Möglichkeiten konsequent. Der einstige Altstädter Andreas Fischer traf nach Okles Vorarbeit, Sokol Kacani nutzte zwei individuelle Fehler und traf doppelt. Die Überraschung des Tages auf Bayreuther Seite: Perparim Gashi, einst in Bayern- und Regionalliga schon für den Verein aktiv, feierte sein Comeback im SpVgg-Trikot. Derzeit trainiert er zur Probe mit. Erstmals dabei war auch Torwart Florian Schürenberg.

„Wir haben die deutlich reifere Spielanlage gezeigt und verdient gewonnen“, sagte Weidens Sportlicher Leiter Reinhold Schlecht. Und der Trainer des Siegers, Gino Lettieri, ergänzte: „Es hat sich gezeigt, wie wertvoll die Trainingseinheiten auf dem Kunstrasenplatz in Bayreuth in der letzten Woche für uns gewesen sind. Wir haben uns auf dem doch etwas gewöhnungsbedürftigen Untergrund wohlgefühlt und ansprechenden Fußball gezeigt. Darauf lässt sich aufbauen.“ Die Bayreuther testen bereits am Dienstag wieder, dann geht es an gleicher Stelle (18 Uhr) gegen Weidens Klassenkameraden Eintracht Bamberg.

Bayreuth: Schürenberg – Jakl, Goss, Wurster, Wolf (70. Gashi), Pfann (68. Günther), Walther, Eckert, Kossmann, Lattermann (65. Biste), Riester. Weiden: Rösch – Okle, Konjevic, Szikal, Schrepel, Plänitz (46. Egeter), Schumacher, Mendez (46. Seufert), Geiger (46. Kacani), Fischer (46. Asma), Kümmerle (46. Abdel Haq). Schiedsrichter: Cortus (Burgfarrnbach); Zuschauer: 150; Tore: 0:1 Kümmerle (10.), 0:2 Szikal (16.), 1:2 Kossmann (39.), 1:3 Fischer (56.), 1:4 und 1:5 Kacani (62. und 70.). M ab/sl

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Acht Titel vergeben

Heute noch sechs Entscheidungen Die leichtesten und die schwersten Klassen sind entschieden. Bei den deutschen Judo-Meisterschaften in Bayreuth setzten sich gestern Robert Zimmermann (Potsdam/über 100 kg/, Dimitri Peters (Rotenburg/bis 100), Boris Trupka (Ludwigshafen/ bis 66) und Kalala Ngoy (Hollage/ bis 60) bei den Männern sowie Franziska Konitz (Berlin/über 78 kg), Heide Wollert (Leipzig/bis 78), Susi Zimmermann (Frankfurt/O./bis 52) und Kay Kraus (München-Großhadern/ bis 48) durch. Heute stehen noch sechs Entscheidungen auf dem Programm. Los geht es um 10 Im Clinch: Franziska Zellner (Schweitenkirchen/oben) und Tia Berger aus Frankfurt/Oder. Uhr; Endkämpfe um 13.30 Uhr. M Foto: Harbach

Die ersten Stunden bei den deutschen Meisterschaften in der Oberfrankenhalle

Leichte Siege, schwere Arbeit A

lle Judoka fühlen sich in Bayreuth wohl.“ Peter Frese (Wuppertal), der Präsident des Deutschen Judo-Verbandes, sagte dies nach einem tiefen Diener – das gehört sich in seiner Sportart so – vor dem Publikum, als die deutschen Titelkämpfe gestern Vormittag in der Oberfrankenhalle begannen. Wohl fühlten sich offenbar auch die jungen Kämpfer, die sorgfältig drapiert auf den vier Matten lagen, als die Eröffnungszeremonie über die Bühne ging und die bayerischen Sportler natürlich mit zünftiger Blasmusik begrüßt wurden. Die sportlichen Auseinandersetzungen waren dann in der Regel kurzweiliger als die Grußworte. Und Bayreuths Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl durfte sich bestätigt fühlen, denn er hatte vorhergesagt: „Es wird hochkarätige Wettkämpfe geben.“ Das dürfte auch der Fall sein, wenn heute ab 10 Uhr die restlichen sechs Meister ermittelt werden, nachdem gestern bereits acht Titelträger gekürt wurden. Einen der ersten Titel des Jahres 2010 wollte sich Luise Malzahn aus Halle sichern. In

Obenauf: Luise Malzahn wurde Vizemeisterin. der Klasse bis 78 Kilogramm absolvierte sie ihre ersten drei Prüfungen innerhalb einer Stunde problemlos. „Das ging doch ganz gut, und dabei war ich die Woche über noch krank“, freute sich die 19-Jährige nach dem Finaleinzug. Im Kampf davor hatte sie die Berlinerin Jasmin Delome im Duell mit Heide Wollert angefeuert. „Jasmin und ich kennen uns aus gemeinsamen Juniorenzeiten – das geht gar nicht gegen Heide“, betonte Malzahn. Die routinierte Leipzigerin ließ sich dann auch nicht irritieren und

Foto: Schott

machte ihren Finaleinzug durch einen Haltegriff perfekt. Luise Malzahn zog nach, gab für den Endkampf die Prognose ab: „Der ist offen, wir kennen uns aus dem gemeinsamen Stützpunkttraining sehr gut.“ In diesem Jahr sei für sie die Europameisterschaft im April in Wien der Höhepunkt. „Um das Ticket zu bekommen, muss ich aber noch einiges tun.“ Die Empfehlung in Form des deutschen Titels gelang ihr nicht. Im Kampf um Rang eins setzte sich Heide Wollert gestern durch. Eine Favoritin hatte indes bei den

schwersten Damen (über 78 kg) die Nase vorn: Franziska Konitz aus Berlin. Es sah leicht aus, wie Konitz ihre Aufgaben absolvierte. Nach zehn Sekunden war der erste Fight zu Ende, nicht einmal zwei Zeigerumdrehungen dauerte der zweite. „Dabei hätte dieses Duell mit Angelique Heiny durchaus auch ein Finale sein können. Die Freiburgerin ist ein großes Talent. Ich hatte eine schwere Auslosung, auch gegen Beatrice Rietz im Halbfinale musste ich mich in Acht nehmen.“ Sie tat es, gewann erneut vorzeitig und wagte eine Vorhersage: „Im anderen Halbfinale setzt sich die Weiße durch.“ Stimmt. Die Kämpferin in weißer Kleidung, Jasmin Külbs aus Speyer, machte gegen die Münchnerin Zita Notter das Rennen, aber längst nicht so überzeugend wie die Judo-„Franzi“. Und so war es auch keine Überraschung, dass die Endkampf-Wiederholung von 2009 auch denselben Ausgang wie im Vorjahr hatte. Die 23 Jahre alte Polizeimeisteranwärterin Konitz blieb auf dem Thron. Wer wird heute dort auch noch Platz nehmen? M Jürgen Schott

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WIR VON HIER

Sonntag, 24. Januar 2010

Jugend forscht und Schüler experimentieren: Witzige Ideen findiger Köpfe (1)

Bekreuzigte Bakterien Das habe den beiden Achtklässlern die Idee geliefert, einmal genau hinzuschauen, was alles im Weihwasser schwimmt. An vier Sonntagen im Dezember nahmen die beiden in der Hedwigskirche an allen drei Weihwasserbecken Proben und stellten schnell fest: „Am meisten Bakterien waren an Weihie Friseurin von Mattis hat nachten drin“, sagt ihm erzählt, dass sie we- Linus Keidel. „Wir Linus Keidel (links) und Mattis Reisner sagen: Weihwasser ist zwar gen der Schweinegrippe haben in Zusam- manchmal dreckig, aber nicht richtig gefährlich. Fotos: Waha nicht mehr ins Weihwasser fassen menarbeit mit der will“, erzählt Linus Keidel von Mikrobiologie der Uni erst einmal bevor sie in die Kirche sind. Aber: Der Wettbewerb Gymnasium Christian-Ernestinum nach dem Bakterium Escherichia „Wir haben eine Vielzahl anderer (GCE) dem Sonntag in Franken. Coli gesucht, einem Darmbakteri- Bakterien gefunden“, sagt Mattis um, das vor al- Reisner – die jedoch, so die Aussalem dann auf- ge der jungen Forscher, „keine getaucht, wenn fährlichen Bakterien waren. Selbst sich die Leute die in einer richtig fusseligen Probe Beim Regionalwettbewerb von nach dem Be- nicht“. Der Bruder von Mattis Reis„Jugend forscht“ (ab 14 Jahre) such der Toilette ner, Linus, und sein Freund Chriund „Schüler experimentieren“ nicht die Hände stoph Rusam, die im GCE die sechsbeteiligten sich 238 neugierige gewaschen ha- te Klasse besuchen und ebenfalls Oberfranken. „Jugend“ forscht ben. Das haben bei „Schüler experimentieren“ an gibt es inzwischen seit 45 Jahren wir aber nicht den Start gehen, knöpften sich das bundesweit. Am 4. und 5. März gefunden.“ Das Thema Gemüsesäfte als natürliche werden die Regionalsieger in der sei auch Beleg Indikatoren vor – sie wollten also Bayreuther Stadthalle gekürt. dafür, dass „sich wissen, welches Gemüse am meisAnschließend kommt der Landie Leute die ten färbt. Das Ergebnis: Neben Rotdeswettbewerb, die Bundessiegewa- kohl macht auch das Radieschen Christoph Rusam (links) und Linus Reisner Hände ger werden im Mai geehrt. M schen haben“, viel Farbe locker. M prüften, welches Gemüse kräftig färbt. Eric Waha

Es sind die kleinen Dinge des Alltags, in denen oft mehr Pfeffer steckt, als man denkt: Bei den Wettbewerben „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ haben allein beim oberfränkischen Regionalwettbewerb 238 junge Forscher mitgemacht – und sich spannender Themen angenommen. Wie zum Beispiel der Bakterienbelastung von Weihwasser.

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Neugierige Oberfranken

DIE WIRTSCHAFT BRAUCHT DRINGEND TECHNIKER

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Die Fachschulen in Kulmbach bieten neue Kurse an

Der wirtschaftliche Aufschwung der letzen Jahre hat in vielen Bereichen einen enormen Mangel an qualifizierten Fachkräften hervorgebracht. Die derzeitige Wirtschaftskrise wird mittelfristig daran nichts ändern. Der Arbeitsmarkt kann den Bedarf an Technikern und Ingenieuren bei wei-tem nicht decken. Sehr stark leidet darunter die Baubranche, die ihren Beschäftigungsstand in den letzten 15 Jahren fast halbiert hat und nun nicht genügende Fachkräfte zur Verfügung hat. Der Zeitpunkt für berufliche Weiterbildung ist daher in dieser Branche jetzt ideal. Die in Kulmbach erfolgreich arbeitenden Fachschulen, seit 1992 die Staatliche Fachschule für Bautechnik und seit 1996 die Fachschule für Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik des Landkreises Kulmbach, ebnen für Facharbeiter den beruflichen Aufstieg. Schulzeit Facharbeiter aus einschlägigen Zugangsberufen bilden sich in einem zweijährigen Vollzeitunterricht weiter. Der Unterricht beinhaltet allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Englisch, Mathematik und Physik und die gesamte Palette berufsspezifischer Fächer. Computer- und CAD-Einsatz an neuesten Geräten mit aktueller Branchensoft-ware sind selbstverständlich. Weiterhin werden verschiedene Wahlfächer angeboten. Abschluss Nach erfolgreicher Abschlussprüfung wird die Qualifikation „Staatlich geprüfter Bautechniker - Schwerpunkt Hochbau“ oder „Staatlich geprüfter Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechniker „ verliehen. Wer sich einer Zusatz-prüfung im Fach Mathematik unterzieht, erhält zusätzlich ein Zeugnis, das die allgemeine Fachhochschulreife verleiht, gleichwertig mit dem Abschluss einer Fachoberschule. Voraussetzungen/Kosten Abgeschlossene Berufsausbildung und mind. 1 Jahr einschlägige berufliche Tätigkeit. Es wird kein Schulgeld erhoben. Eine Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) ist möglich.

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WIR VON HIER

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Nicht Motorsportveranstaltungen stünden bei dem Projekt Fahrsicherheitszentrum im Vordergrund, sondern Sicherheit und Ausbildung. Ohne einen weiteren Standort sehe der ADAC seinen Auftrag in Sachen Verkehrssicherheit gefährdet, denn der Gesetzgeber verpflichte alle Berufskraftfahrer im Fünf-JahresRhythmus zur Schulung. Dies sei nur auf entsprechenden Trainingsflächen möglich, so ein Sprecher des Automobilclubs.

ADAC sucht Standort für Fahrsicherheitszentrum in Nordbayern

Wo Autos künftig schleudern Der ADAC wird sein geplantes Fahrsicherheitszentrum für Nordbayern nicht in Höchstadt/Aisch bauen. Nach heftigem Widerstand der Bürger habe man den Standort aufgegeben, teilte der Automobilclub in Nürnberg mit. Das ist eine Chance für andere Kommunen in Wartestellung. Auch für Bayreuth.

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lles ist offen“, so eine Sprecherin des ADAC in Nürnberg. „Wir planen von Grund auf neu.“ Nach dem Aus für den Standort Höchstadt gehen andere Städte und Gemeinden in die Spur, werfen über Initialbewerbungen ihren Hut in den Ring. Es sei richtig, dass der ADACKommission bereits Bewerbungen von Kommunen vorliegen, bestätigte Pressesprecherin Kristina Kessler auf Anfrage des „Sonntag in Fran-

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ken“. Sie könne und werde aber keine Auskunft darüber geben, wer sich bereits beworben habe. Klar sei nur, dass man weitere Bewerbungen erwarte und dann in ein ordentliches Auswahlverfahren eintrete. Die Gesamtinvestition für ein solches Projekt liegt bei rund 12 Millionen Euro (Kosten des Projektes Höchstadt), was auch als Investitionssumme für andere Standorte angenommen werden könne, so Kessler. Zudem sei aus ADAC-Sicht mit der Ansiedlung von zehn bis 15 Arbeitsplätzen zu rechnen. In Höchstadt träumte der dortige Bürgermeister von rund 100 Arbeitsplätzen, die er im Zuge der ADAC-Investition auch durch den Neubau eines Hotelkomplexes und der Filiale einer Fast-Food-Kette als gegeben ansah. Diese Zahlen hielt er den Gegnern des Projektes entgegen, die eine erhebliche Lärmbelästigung fürchteten. Das Fahrsi-

cherheitszentrum in Augsburg brachte nach Recherche des „Sonntag in Franken“ rund 20 Arbeitsverträge, Vollzeit und Teilzeit, versteht sich. Manchmal platzen Träume: Bürgermeister Gerald Brehm (Freie Wähler) sprach denn auch nach dem Rückzieher des ADAC von einer äußerst bedauerlichen Entscheidung.

Chance für Bayreuth? Hätte die Region Bayreuth eine Chance im Bewerberfeld? Die Voraussetzungen sind gegeben: Direkte Anbindung an die Autobahn, ein touristisch attraktiver Standort, Flächen, die freilich zu entwickeln wären. Günther Finzel, Wirtschaftsförderer der Stadt Bayreuth, will ab Montag pragmatisch und realistisch die Möglichkeit einer Ansiedlung ausloten. Im Gespräch mit der Redaktion stellte er am Freitagabend klar, dass die

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Stadt selbst nicht über geeignete Flächen verfüge. Gleichwohl gelte es zu prüfen, ob mit der Region Bayreuth dem ADAC zeitnah ein erfolgversprechendes Angebot gemacht werden könnte. Hierbei müssen zu erwartende Widerstände ins Kalkül gezogen werden. Nutzen würde die Ansiedlung den Fahrschulen in der Region. Sie üben derzeit auf dem Park- und Exerzierplatz der ehemaligen Bundeswehrkaserne, heißt es. Konkurrenten? Der Bürgermeister von Ebern (Lkr. Haßberge), Robert Herrmann, hofft, dass für den ADAC das frühere Gelände der „Balthasar-Neumann-Kaserne“ von Interesse sein könnte, so der Bayerische Rundfunk. Der ADAC will das Gelände in Ebern demnächst in Augenschein nehmen. Proteste sind vom Bund Naturschutz zu erwarten. Denn das Areal ist Lebensraum für tausende Tier- und Pflanzenarten, von denen rund 800 auf der Roten Liste stehen. Auch Ansbachs Oberbürgermeisterin Carla Seidel bekundete Interesse an dem Fahrsicherheitszentrum. Zwischen der A6 und Elpersdorf gebe es ein geeignetes Gelände. Überprüft werden müsse noch, ob die Lärmschutz-Vorgaben eingehalten werden können, heißt es. Nach der Pleite von Höchstadt ist dem ADAC zurzeit vor allem eines wichtig: Er will bei einem solchen Bauvorhaben die Bevölkerung hinter sich wissen. M Harald Ritter

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GALA DER KÖCHE

KURIER-Gala der Köche: Franken meets Frankreich

Genießer treffen Genießer Die ersten Gewinner stehen gleich zu Beginn des Abends fest: Zehn Köche. Einer besser als der andere. Und unzählige Gäste – die im Laufe des Abends in den (im wahrsten Sinn des Wortes) Genuss kommen, vom Besten zu kosten. Auch in diesem Jahr gibt es bei der KURIERGala der Köche genaugenommen nur Glückspilze. Diesmal in einer völkerverständigenden Art. „Franken meets Frankreich“ ist das Motto der Nacht.

Musik, Tanz und leckeres Essen – die KURIER-Gala der Köche ist ein Fest für die Sinne.

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s geht häppchenweise los, genauer gesagt mit Lachstatarhäppchen, Gänseleberpastetenhäppchen, einem Schlückchen Kartoffelsuppe ... ein Auftakt, der die Gäste aus Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichem Leben schon einmal auf den Geschmack bringen soll. Während die Gäste anschließend „die Welle von der Gans“ goutieren, wird es im Foyer, wo die zehn Gala-Köche ihre neun Stände aufgebaut haben, langsam hektischer. Es gilt, die Suppen vorzubereiten – denn in diesem Jahr sind es zwei: Eine klare Tomatensuppe mit Gemüsestückchen und eine Krebssuppe. Gleich mehrere Köche stehen um den Tisch herum, gießen konzentriert die Suppen ein, legen Bruschette daneben, hängen Löffelchen an die Suppenbecher. „Okay, Suppe weg“, gibt Uli Rupprecht (Bleaml-Alm) das Kommando und die Servicekräfte greifen nach den Tabletts. „Natürlich sind wir unter großer Anspannung“, gibt Jens Schaffer (Egertal) zu und grinst schelmisch. „Sieht man das nicht?“ Nein, man sieht es nicht. Äußerlich ist (noch) alles ruhig. Das ändert sich allerdings

Bei der KURIER-Gala der Köche wenige Minuten vor Standöffnung. Die Anspannung entlädt sich in hek- werden aber auch andere nicht vertischer Betriebsamkeit, Öfen laufen gessen. Zum einen ist der Erlös des Abends für die auf Hochtouren, KURIER-Stiftung viele Hände tra„Menschen in gen zum Gelingen Not“ und die Bayder Speisen bei, reuther SkulptuKöche und Helfer renmeile beschleppen Tastimmt. Zum andebletts mit Köstren wird diesmal lichkeiten an, rühauch an die Erdren die Artischobebenopfer von ckencreme noch Haiti gedacht. Das einmal durch, prüHaus Feiler stiftet fen, ob die Brösel, ein Baguette in Eifdie die Kaninchenfelturmform, das Baggala begleiten zugunsten der sollen, auch warm Auf Zack ist das Servicesind. Es muss per- Team der Berufsfachschu- Erdbebenopfer fekt sein. Es ist le für Hotelmanagement. meistbietend versteigert wird. Den perfekt. Dazu tragen auch Conférencier Zuschlag erhält Dieter Reil – für 100 Werner Rausch bei, der die Gäste Euro wechselt der Eiffelturm seinen zur guten Laune anstachelt, und die Besitzer. Drei weitere, man darf sagen wunderbare Bar-Musik von Sängerin Monika Kober, Pianist Jens Süd- durchaus verblüffte Gewinner, werkamp und Bassist Georg Hofmann den nach der Suppe gezogen. Das Saalpreis-Los findet sich unter den bei.

Stühlen der Gäste, drei haben Glück: Hermann Beyer gewinnt einen Oktoberfestbesuch mit allem Drum und Dran, Jutta Bohnes gewinnt einen Hightech-Herd und Steffi Gunzelmann ein Fernsehgerät. Weitere Gewinner folgen. Im Laufe der Nacht werden die Sieger der Tombola ermittelt, die Köche zu Champagner-Rittern geschlagen und es wird die A-capella-Gruppe Six Pack gefeiert. Dass es eine lange Nacht wird, ist schon zu Beginn des Abends klar. Aber bei Dessert und Weißwürsten zu später Stunde, beim Tanz zur Musik von Bolle und Schatz, lässt es sich ja auch lange aushalten. M Von der KURIER-Gala der Köche berichteten Ulrike Sommerer und Jakob Struller. Die Fotos lieferten Karl-Heinz Lammel und Martin Ritter.

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Vom Schreiberling zum Tellerträger

Service-Kraftakt D

aumen und Zeigefinger über den ersten Teller, den zweiten stellst du dann so obendrauf.“ Conny erklärt mir, wie ich zwei Teller in eine Hand nehme. Es wackelt, aber es klappt. Den dritten nehme ich in die rechte und los geht’s. Im Eilschritt laufen wir die Treppe hinunter und stellen uns in einer Reihe auf. Renate Kaiser gibt das Kommando und dann muss es schnell gehen: Im Gänsemarsch betreten wir den Saal, platzieren uns

Selbstversuch: KURIER-Reporter Jakob Struller.

Foyer und freue mich, als die Gäste die Gläser entgegennehmen, ohne zu merken, dass ich so etwas zum ersten Mal mache. „Wir haben keine Gläser mehr“, ruft jemand. Oje, da ist er, der Stress. Ans andere Ende laufen, saubere Gläser von den Kollegen, die im Akkord spülen, entgegennehmen und nach vorne damit. Einschenken, nachschenken, balancieren. Und natürlich immer lächeln, immer freundlich. Noch geht’s ja, aber der Abend hat gerade erst ange-

Weingläser auf Hochglanz polieren, schweres Gerät in Position bringen, Teller stapeln und akkurat die Tische decken. Ein großer Teil der Arbeit wird schon am Vorabend erledigt.

Service mit Charme: Die Auszubildenden der Berufsfachschule für Hotelmanagement aus Pegnitz. hinter den Gästen und setzen – perfekt synchron – die Vorspeise ein. Ganz wichtig dabei: lächeln. Für meine Kollegen Routine, für mich Adrenalin pur. Um diesen Bericht zu schreiben, habe ich nämlich am eigenen Leib erfahren dürfen, wie das Service-Team bei der Gala der Köche arbeitet – indem ich einfach mitgemacht habe. Die erste Erkenntnis: Arbeit gibt es schon lange vor dem Samstagabend. Bereits am Vortag poliert das Team Teller und Gläser auf Hochglanz, deckt die Tische, öffnet Weinflaschen und kümmert sich um die Deko. Das Team, das sind 52 Schüler der Berufsfachschule für Hotelmanagement aus Pegnitz. Und ich mittendrin. Als absoluten Laien nehmen mich Renate Kaiser, Fachlehrerin an der Berufsfachschule, und die Mitarbeiter an die Hand. Caroline, Schülerin und bei der Gala Restaurantleiterin, weist mich einem Team zu und Steffi erklärt, was zu tun ist: Teller po-

lieren. Relativ einfach, zuerst. Aber die Herausforderung liegt hier in der Masse. Schon nach einem Stapel befürchte ich einen Unterarmkrampf, wie die anderen die schier unglaubliche Masse an Tellern durchgeackert haben (als ich schließlich zu den Gläsern durfte, waren noch drei Paletten übrig), ist mir ein Rätsel. Wie man im Gegenlicht überprüft, ob ein Glas sauber ist, wie der Profi eine Serviette zur Tulpe bricht (nicht faltet!) und wie ich das Tablett mit Sektgläsern zu halten habe, das lerne ich danach im Schnelldurchlauf.

Aufnehmen, einsetzen Anwendung findet alles 24 Stunden später. Um 17.30 Uhr am Samstag ein letztes Briefing, Kochlehrer Desuoyer nennt die Namen der Häppchen, Renate Kaiser gibt letzte Anweisungen. Die Gäste kommen, Aperitif. Ein Tablett mit Sekt auf der linken Hand balanciere ich durchs

fangen. Ein gutes Stichwort, Gang. Nach dem Wein- und Wasserservice sollen wir den ersten servieren, ruft mir jemand zu. Also folge ich Conny und Felix, meinen Teampartnern in den großen Saal. Als jeder Gast Platz genommen und ein volles Glas hat („Darf ich Ihnen einen Schluck Wein anbieten?“), nehmen wir jeder drei Teller auf. Drei Teller? Wie man die elegant und gleichzeitig zum Tisch manövriert, lerne ich im High-SpeedCrashkurs. Den Teller immer von rechts einsetzen und natürlich: lächeln. So geht es Tisch für Tisch. Danach wieder Weinservice, dann die Suppe. Aufnehmen, aufstellen, einsetzen. Ganz schön stressig. Während die Gäste ihre Suppe genießen, endet mein Ausflug in die Welt des Service. Spannend war’s, Spaß hat’s auch gemacht. Steffi, Conny, Felix und die anderen aber, die noch knapp 10 Stunden so weitermachen müssen, beneide ich wirklich nicht. M

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Gäste aus der Politik: Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk mit seiner Frau Gudrun.

Brauerei-Vorstand Peter und Margareta Rutzenhöfer zusammen mit Andrea und Christian Möckel.

Verlagsgeschäftsführer Michael Rümmele mit Tochter Leonie sowie Verleger Wolfgang Ellwanger und Petra Kowald. Rechts Kurier-Redaktionsleiter Gert-Dieter Meier mit Frau Ingrid. Auf dem rechten Bild BAT-Chef Marc van Herreweghe mit Ehefrau Ells.

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Ein guter Tropfen gehört dazu: Beim Weintrinken kommt es vor allem auf eins an – den eigenen Geschmack.

Zum Weinkenner werden

Mit jedem Schluck ein bisschen besser Üben, viel üben. Stefan Sattran grinst. Aber er scherzt nicht. Zum Weinkenner wird nun einmal nur, wer viel trinkt und ausprobiert. Und Sattran ergänzt: Zum Weinexperten wird man wohl nie. Zu unfassbar weit ist das Thema, nicht zuletzt, weil jedes Jahr neue Jahrgänge zu entdecken sind. Selbst ihm, als Weinexperten und Inhaber von Luna’s Wein und Delikatessen, erschließen sich immer wieder neue Weinwelten. Ein paar Tricks verrät Sattran dann aber doch, die zu Wissen verhelfen, mit dem sich vor Freunden prahlen lässt.

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ie wichtigste Vorbemerkung: Es zählt der eigene Geschmack. Auch ein Spitzenwein muss nicht jedem schmecken, deshalb ist man noch kein Weinbanause. Neben dem persönlichen Geschmack sind es auch persönliche Erinnerungen und Erfah-

rungen, die darüber entscheiden, wie jemand einen Wein erlebt. Nur wer viele Äpfel isst, wird auch in einem Riesling Äpfel riechen und schmecken.

Vergleichen ist gut Auch beim Wein gilt: Übung macht den Meister. Sattran rät, im Freundeskreis zur Weinverkostung zu laden. Jeder bringt eine Flasche von derselben Rebsorte mit, dann wird getrunken und verglichen. „So kann man sich an Weine rantasten. Das ist der Trick schlechthin. Man muss es nur durchziehen.“ Doch unabhängig vom Geschmack gibt es Kriterien, nach denen Weine unter Fachleuten bewertet werden. So hat jede Rebsorte bestimmte charakteristische Aromen. Riecht der Wein nach Früchten? Nach Beeren? Nach schwarzen oder roten Beeren? Riecht er nach frischen Beeren, nach Beerenmarmelade oder nach getrockneten Bee-

ren? Nicht nur positive Gerüche lassen einen Wein beschreiben. Es kann auch sein, dass der Wein nach Keller riecht, nach nasser Wolle oder „Katzenpipi“. Eine große Rolle spielt die Farbe. An ihr lasse sich erkennen, ob man einen jungen oder einen gereiften Wein im Glas habe. Ist das Rot eines Rotweins purpurrot oder eher ziegelrot? Dann wird herausgeschmeckt, wie viel Zucker, Tannine und Säure enthalten ist, ob der Wein Potenzial zum Reifen habe. „Je mehr Wein man trinkt, desto speziellere Dinge sucht man in ihm.“ Mit etwas Übung rieche und schmecke man auch, ob der Wein in einer warmen oder kühlen Klimazone angebaut wurde. Der Geschmack ist dann erst die nächste Frage. Nicht nur der Wein ist entscheidend, auch das Glas, aus dem er genossen wird. Sattran empfiehlt dünnwandige Weingläser, die am Stiel anzufassen sind. Auch sollten

Weingläser nicht zu klein sein. Wie sehr das Glas den Wein beeinflusst, lasse sich leicht ausprobieren: Einen bestimmten Wein nacheinander aus verschiedenen Gläsern trinken – einem Wasserglas, einem dickwandigen Glas und einem dünnwandigen Weinglas.

Freie Wahl der Weine Endgültig überholt ist laut Stefan Sattran die Regel, Weißwein nur zum Fisch und Rotwein ausschließlich zu dunklem Fleisch zu servieren. Zu einem würzigen Fischgericht passe auch hervorragend ein leichter Rotwein, man sollte nur darauf achten, dass der Wein keine Gerbstoffe habe. Auch hier gilt: ausprobieren, was schmeckt. Wer qualitativ sauber erzeugten Wein möchte, sollte mindestens fünf Euro ausgeben, denn wenn man die Kosten für Produktion, Ausbau, Lagerung, Transport und Verpackung einrechnet, kommt man schnell darauf, das es nicht möglich ist, für 1,99 Euro einen Qualitätswein zu produzieren. M Ulrike Sommerer

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Porzellan für Häppchen

Der kleine Genuss Genau genommen ist das alles ziemlich unpraktisch. Kissen aus Porzellan, auf denen kunstvolle Speisen gebettet werden, Schälchen in Wellenform, Gläser in Schieflage. Die Hausfrau in einem darf sich da nicht zu Wort melden. Das geht doch nie in die Spülmaschine! Das lässt sich nie und nimmer stapeln! Aber es ist schön. Und allein darum geht es. In der Sternegastronomie soll dem Gast etwas Schönes geboten werden. Der Himmelkroner Firma Zieher gelingt dies.

Himmelkron ist für Firmenchef Manfred Zieher aus Thurnau ein logischer Standort für sein Unternehmen. „Wo sonst?“, kommentiert er die Frage. In Berlin wären die Mieten unbezahlbar und Himmelkron sei gut an die Autobahn angeschlossen ... Ziehers Konzept geht auf. Von Himmelkron aus werden inzwi-

schen Fünf-Sterne-Hotels in über 60 Ländern beliefert. Obwohl die Fünf-Sterne-Branche im vergangenen Jahr einen Einbruch von 20 Prozent verzeichnen musste, wuchs allein der Export bei Zieher um knapp 30 Prozent. Das Krisenjahr 2009 „war das beste Jahr, das wir je hatten“. M Ulrike Sommerer

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hrista und Manfred Zieher gründeten ihr Unternehmen 1986, heute spielt es in der Spitzenklasse mit, beliefert Kreuzfahrtschiffe, Hotels in aller Herren Länder mit Porzellan, Catering-Zubehör, Servierwagen, Besteck. Zielgruppe: Fünf-SterneHäuser und Spitzenrestaurants. Permanent muss Neues entwickelt werden. Um den Bedürfnissen der Sterneköche gerecht zu werden, ist Zieher daher im ständigen Dialog mit ihnen. Eine Idee, die Zieher vor Jahren aus Asien mitbrachte, ist inzwischen überall zu Hause: die Porzellanminiaturen für kleinere Dessertportionen beispielsweise oder der Gruß aus der Küche zu Beginn eines Menüs. Allein sein Unternehmen habe inzwischen 80 Porzellanminiaturen im Sortiment. Eine Besondere dieser kleinen Einheiten ist auch bei der KURIERGala der Köche im Einsatz: ein Schälchen mit zwei Einsätzen für Suppen – so können zwei verschiedene Geschmackserlebnisse auf einmal serviert werden. Diese Miniaturen kämen den Bedürfnissen der Gäste entgegen: Kleine Portionen helfen denen, die auf ihre Linie achten (müssen) und kleine Portionen ermöglichen, sich durch die ganze Vielfalt eines Buffets zu probieren. Und dieser Idee folgt inzwischen die ganze Welt.

Diese Woche aktuell:

Tafelspitzspezialitäten vom fränkischen Ochsen Gleich zwei Süppchen wurden diesmal bei der KURIER-Gala der Köche serviert. In eigens dafür gedachten Suppenbechern.

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Unser Engagement in Bayreuth ist ein voller Erfolg. Seit seiner Gründung 1957 ist unser Bayreuther Werk kontinuierlich gewachsen und präsentiert sich heute stolz als weltweit größtes Werk der British American Tobacco Gruppe. Für diese Bilanz spenden wir Applaus: Allen 1300 Mitarbeitenden aus 30 Nationen, die mit ihrer Motivation und ihrem Einsatz diesen Erfolg ermöglicht haben. Aber auch allen Einwohnerinnen und Einwohnern der Region und ihren öffentlichen Institutionen, mit denen die Zusammenarbeit so eng wie angenehm ist. Wir sind stolz, ein Teil der fränkischen Familie zu sein. Mehr über unser Engagement in Bayreuth erfahren Sie auf www.bat.de

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Alexander Herrmann, Posthotel Wirsberg

Das schmeckt mir! Sie richten sich fortlaufend nach dem Geschmack ihrer Gäste. Doch was schmeckt ihnen selbst am besten? Wir haben die Akteure der KURIERGala der Köche nach ihren persönlichen Lieblingsrezepten gefragt. Hier sind sie. Zum Nachkochen. M

Gebratener Kabeljau Zutaten für vier Personen: 500 Gramm Kabeljau (nur die Nackenstücke), ohne Haut 2 Teelöffel Butterschmalz 1 Stiel Rosmarin 1 Handvoll Feldsalat 2 Scheiben Toastbrot 1 Esslöffel Butter 2 große Kartoffeln (geschält) 2 Schalotten (geschält) ½ Karotte 1 Stängel Staudensellerie 0,5 Liter Brühe 1 Schuss Weißweinessig 1 Schuss Weißwein – Silvaner im Bocksbeutel 0,2 Liter Sahne 80 Gramm Speckwürfel ein Schuss Milch, Salz, Pfeffer

Jens Schaffer, Egertal Weißenstadt

Steinbutt mit Steinpilzrisotto Zutaten für zwei Personen: 400 Gramm Steinbuttfilet 2 Tomaten 1 Limette Basilikum 120 Gramm Risottoreis ½ Zwiebel Knoblauch 1 Steinpilz 400 Milliliter Geflügelbrühe Für das Risotto die Zwiebelwürfel und den feingehackten Knoblauch zusammen mit dem in Stückchen geschnittenen Steinpilz in Olivenöl scharf anbraten. Den Reis hinzugeben und kurz mit anbraten. Mit der Brühe angießen

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und abgedeckt zirka 15 Minuten leicht köcheln lassen, bis die Flüssigkeit komplett aufgenommen wurde. Das mit Küchenrolle trockengetupfte Steinbuttfilet mit Salz und Pfeffer aus der Mühle auf beiden Seiten gut würzen und scharf in Olivenöl von beiden Seiten (je zwei Minuten, mit der Hautseite beginnend) anbraten. Die Tomaten kurz in kochendes Wasser tauchen und anschließend häuten. Das Tomatenfleisch würfeln und mit Basilikum vermischen. Nun zu dem Steinbutt in die Pfanne geben und kurz mitbraten. Ein paar Tropfen der Limette verfeinern das Gericht. M

Das Kabeljaufilet in vier gleich große Stücke portionieren, mit Salz und Pfeffer würzen, in einer Pfanne mit Butterschmalz und Rosmarin bei milder Hitze langsam glasig braten.

Die Kartoffeln, Schalotte, Karotte und Staudensellerie in kleine Würfel schneiden, in einem Topf mit Butterschmalz kurz anschwitzen, mit Brühe auffüllen, langsam gar köcheln, mit Salz und Essig abschmecken. Das Toastbrot entrinden, in feinste Würfel schneiden, in einer Pfanne mit Butter knusprig braun rösten, auf Küchenkrepp abtropfen lassen, in der noch heißen Pfanne den Feldsalat rasch anschwenken, mit den Croûtons vermischen. Die Speckwürfel ohne Farbe in einem Topf anbraten, mit Weißwein ablöschen, Sahne auffüllen, 15 Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen, mit Salz abschmecken, kurz vor dem Servieren mit etwas Milch schaumig aufmixen. Zum Anrichten den Feldsalat samt Croûtons in die Mitte der Teller geben, den Kartoffelsud darum gießen, Kabeljau daraufsetzen, mit der weißen schaumigen Specksoße beträufeln. M

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Jürgen Bauer, Jagdschloss Thiergarten

Saiblingsfilet auf Mangogurken Wolfgang Hauenstein

Forellenstrudel Zutaten für vier bis sechs Personen: 2 Forellen (á 350 Gramm) 1 Packung Strudelteig etwa 200 Gramm Champignons 1 Tomate 2 Schalotten oder kleine Zwiebel 1/8 Liter Weißwein 1/16 Liter trockener Vermouth 1/8 Liter Fischfond Zitronensaft 1 Ei 1/4 Liter Schlagsahne 125 g Crème fraîche Butter Salz, Pfeffer 1. Forellen filetieren. 2. Die Filets einer Forelle klein schneiden. Die beiden anderen Filets in je drei Stücke schneiden. Klein geschnittenes Forellenfleisch mit Schlagsahne, Ei, Salz, Pfeffer und Zitronensaft im Cutter einer Küchenmaschine zur Farce cuttern (alle Zutaten müssen gut gekühlt sein). 3. Champignons putzen, fein hacken. Zirka 150 Gramm davon mit Crème fraîche kochen, bis eine dicke Masse entsteht. Mit Salz, Pfeffer

Zutaten für vier Personen: 400 g Saiblingsfilet 1 Mango 1 Salatgurke Limonensaft 4 EL Olivenöl je 1/2 TL Dill und Minze 100 g Erdnüsse (geröstet und gesalzen) Saft von zwei Limonen 1/2 Knoblauchzehe 50 g brauner Zucker

und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. 4. Strudelteig in Quadrate von zwölf mal zwölf Zentimeter schneiden. Je ein Strudelblatt in eine leicht gebutterte Kaffeetasse legen, mit den Fingerspitzen gut hineindrücken, Ränder nach außen schlagen. Eine Schicht Farce hineingeben, Saibling mit Salz und Pfeffer darauf eine Schicht Champignonpüree, darauf ein Stück Forellenfilet. würzen, mit Olivenöl beträufeln und Mit Farce und Champignonpüree abschließen. Überstehende Ecken des Strudelteiges mit Butter bestreichen und über die Fülle schlagen. 5. Forellenstrudeln aus den Tassen auf ein gefettetes Backblech gleiten lassen (Verschlussstelle des Teiges nach oben). Bei 220 Grad zwölf Minuten backen. 6. Für die Sauce Schalotten schälen und hacken, Tomate kurz überkochen, schälen, entkernen, Tomatenfleisch klein schneiden. 1/8 Liter Schlagsahne mit Fischfond, Weißwein, Vermouth, Schalotten, Tomate und den restlichen gehackten Champignons zum Kochen bringen. Flüssigkeit auf die Hälfte der ursprünglichen Menge einkochen. 7. Sauce durch ein Sieb gießen, mit ein wenig Butter aufmixen, mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. Forellenstrudel mit Sauce servieren. M

zirka zehn bis 15 Minuten bei 160 Grad im Ofen garen. Mango und Gurke schälen und in feine lange Streifen schneiden, mit Limonensaft, Olivenöl und den Kräutern marinieren. Für das Pesto die Erdnüsse mit dem Knoblauch, Zucker und Limonensaft im Mörser zerdrücken. Das Ganze sollte nicht zu fein zermahlen sein. Falls die Masse noch zu trocken ist, noch etwas Limonensaft zugeben. Den Salat auf dem Teller anrichten, den Saibling daraufsetzen und mit dem Pesto bestreuen. M

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Thomas Dötzer, Dötzer Restauration

Lammcarrée in Kräuterkruste Zutaten für vier Personen für die Kruste: 6 Esslöffel schwarzes Olivenpüree 4 Scheiben Toastbrot 60 Gramm frisch geriebener Parmesan je ein Zweig Rosmarin, Thymian, Lavendel 80 Gramm weiche Butter

Uli Rupprecht, Bleaml-Alm

Zandermedaillon auf Schalotten Zutaten für vier Personen: 720 Gramm Zanderfilet 0,4 Liter Fischfond 1 Lorbeerblatt 2 Stück Sternanis 1 Messerspitze Chilipulver 0,1 Liter Gewürztraminer 50 Gramm Staudensellerie 50 Gramm Karotten, 50 Gramm Lauch, 50 Gramm Champignons 200 Gramm geschälte und halbierte Schalotten 0,1 Liter Glühwein 0,4 Liter Gemüsebrühe 1 kleines Stück Zimtrinde 1 Esslöffel Honig, 30 Gramm Butter Saft einer halben Zitrone Salz, Pfeffer, Olivenöl Schalotten in einem Stieltopf mit Olivenöl und der Zimtrinde kurz anbraten. Einen Esslöffel Honig zugeben und mit Glühwein und Gemüsebrühe aufgießen. Die Schalotten so lange köcheln lassen, bis sie bissfest sind, dabei den Fond auf

zwei Stück Lammcarrée (je etwa 450 Gramm) Olivenöl, Knoblauch, Kräuter zum Anbraten, Salz und Pfeffer aus der Mühle ein Achtelliter kräftiger Rotwein eine Scheibe kalte Butter ein Achtelliter Bratenfond

Die Kruste: Das Toastbrot ganz fein reiben cremige Konsistenz reduzieren lassen. Die Zimtrinde entnehmen, mit oder schneiden und mit der Butter, Salz und Pfeffer aus der Mühle ab- dem Parmesan und dem Olivenpüschmecken und kurz vor dem Servieren die Butter unterheben. Das Gemüse in ein Zentimeter große Stücke schneiden und mit Fischfond, Lorbeerblatt, etwas Zitronensaft, Sternanis, Chilipulver und Gewürztraminer in einen flachen Topf geben und fünf Minuten köcheln lassen. Das Zanderfilet in gleich große Stücke schneiden, diese Medaillons mit Meersalz und Pfeffer aus der Mühle würzen und in den Topf geben, zirka sieben bis acht Minuten bei 75 bis 80 Grad mit einem Deckel ziehen lassen. Die Schalotten auf einen vorgewärmten Teller geben und die Medaillons darauflegen. Den mit Butter verfeinerten Fond der Schalotten über das Gericht geben. Als Beilagen empfehlen wir: Bamberger Hörnchen (kleine längliche Kartoffeln), in Butter und einer Messerspitze Zimtpulver geschwenkt. M

ree vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gehackten Kräuter dazugeben. Die Masse auf einem mit Klarsichtfolie ausgelegten Blech etwa einen Zentimeter dick verteilen und kalt stellen. Das Lammcarrée von Sehnen und Fett befreien und mit Olivenöl, Knoblauchzehen und ein paar Kräuterzweigen in der Pfanne anbraten. Im Ofen bei etwa 100 bis 120 Grad zehn bis zwölf Minuten ziehen lassen. Danach mit einem Stück der Kruste belegen und unter dem Grill überbacken. Den Bratensatz in der Pfanne mit dem Rotwein ablöschen, den Bratenfond dazugeben und alles reduzieren lassen. Die kalte Butter unterrühren und kräftig abschmecken. Das Lammcarrée vorsichtig aufschneiden und mit einem Kartoffelgratin und feinen Bohnen servieren. Alternativ schmeckt auch ein Artischocken-Kartoffelragout mit Tomaten. M

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Sonntag, 24. Januar 2010

GALA DER KÖCHE Helmut Lauterbach, Gasthof Gräfenthal

Gekochte Ochsenschulter Zur gekochten Ochsenschulter mit Apfelmeerrettich und Schnittlauchsoße empfiehlt Helmut Lauterbach vom Landgasthof Gräfenthal Bratkartoffeln und Rahmspinat.

Hermann Pflaum

Kalbsschulter in Frankenriesling 500 Gramm ausgelöste Kalbsschulter eine Karotte drei Schalotten 100 Gramm Sellerie 50 Gramm Lauch ein Stück Zitrone mit Schale Cayennepfeffer, Salz, schwarzer Pfeffer 250 Milliliter Riesling 50 Gramm Butter etwas Olivenöl, ein kleines Stück Chilischote 80 Milliliter Sahne

ion U nsere neueste Kreat er“ „Bayreuther Mohrenwäsch bei uns im Angebot! Badstraße 27 · 95444 Bayreuth (Parkplätze vor dem Geschäft) Telefon 0921/5166330 www.confiserie-schlemmer.de

Zubereitung: Alles zirka 15 bis 20 Minuten im Schnellkochtopf schmoren. Fleisch aus dem Topf nehmen und den Sud mit dem Gemüse durch ein feines Sieb streichen. Noch einmal aufkochen und abschmecken. M

Schulterfleisch im Gemüse-Gewürzsud weichkochen, in Scheiben schneiden und wieder in den Sud legen. Für die Schnittlauchsoße eine Semmel einweichen. Zwei Eigelb mit einem Esslöffel Senf, einem Esslöffel Essig und Salz mit der eingeweichten Semmel wie eine Mayon-

naise aufmixen und in eine Sauciere füllen. Mit dem Schnittlauch bestreuen oder den Schnittlauch einrühren. Für den Apfelmeerrettich etwas vom Kochsud nehmen, einen Apfel schälen und fein raspeln, ebenso den Meerrettich. Diesen nach Schärfe und Geschmack dazugeben. Alles gut durchmengen. Fertig. Bratkartoffeln kann jeder. Für den Rahmspinat die blanchierten Spinatblätter klein schneiden, in einen Topf mit angeschwitzten Schalotten und etwas Knoblauch geben, mit Salz, Pfeffer, Muskat und Sahne abschmecken und verfeinern. M

GALA DER KÖCHE

Sonntag, 24. Januar 2010

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Klaus Feiler, Muggendorf

Eingemachtes Kalbfleisch Zutaten: 1 Kilo Kalbfleisch ohne Knochen 1 Zwiebel zwei bis drei Markknochen 1/2 Bund Suppengrün 1/2 Bund Thymian 1 Lorbeerblatt je drei bis fünf Wacholderbeeren, Pfefferkörner zwei Nelken 1 Spritzer Essig 0,25 Liter Weißwein Saft einer halben Zitrone Fleisch und Zutaten in einem Topf mit einem Liter Wasser aufsetzen, in zirka einer bis eineinhalb Stunden weich kochen, aufschneiden, mit reichlich Soße und mit Nockerln servieren. Für die Nockerl: Wiegen Sie das Ei ab und nehmen Sie die gleiche Menge Butter und die doppelte Menge Grieß, für vier Portionen braucht man etwa ein Ei. Eier und Butter schaumig schlagen, Grieß einrühren, mit Salz, Pfef-

fer und geriebener Muskatnuss würzen und 20 Minuten ziehen lassen. Mit einem Löffel Nockerl abstechen, in kochendes Salzwasser einlegen und zehn Minuten ziehen lassen. Kräutersoße: 250 Gramm Hühnerfond 50 Gramm Butter 1 kleine gehackte Zwiebel 0,2 l Sahne 2 EL Mehl 1-2 Eigelb Salz, Pfeffer 1 Spritzer Zitrone 2-3 EL Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Dill, Kerbel) 1 Spritzer Weißwein Die Zwiebeln in Butter glasig dünsten, das Mehl darüberstreuen und mit Fond ablöschen, 20 Minuten köcheln lassen, die Sahne in die kochende Flüssigkeit geben und sämig einkochen lassen. Den Topf vom Herd nehmen, die verquirlten Eigelb und die feingehackten Kräuter mit dem Pürierstab untermischen. Mit Sahne, Pfeffer, einem Spritzer Zitronensaft und Weißwein abschmecken. M

Georg Schmitt, Sudpfanne Bayreuth

NutellaMaronen-Crèpe Zutaten für den Crèpe (vier Stück): zwei Eier 0,2 Liter Milch 100 Gramm Mehl 50 Gramm Butter Mark von einer Vanilleschote ein Teelöffel Zucker Prise Salz Die Eier mit dem Mehl, der Milch und der weichen Butter zu einer geschmeidigen Masse verarbeiten. Dann das Mark von der Vanilleschote, den Zucker und die Prise Salz einmixen. Eine Pfanne mit Öl erhitzen und die Crèpes dünn ausbacken. Zutaten für die Füllung: 200 Gramm geschälte Maronen 75 Gramm Nutella 0,2 Liter Sahne zwei Eigelb Die Maronen mit der Sahne kochen, bis die Flüssigkeit fast verkocht ist. Mit dem Zauberstab pürieren und erneut erhitzen. Das Nutella unterheben, abschmecken, leicht abkühlen lassen und an-

schließend die zwei Eigelb unterziehen. In die Mitte des Crèpes die Masse geben, zuklappen und im Ofen bei 175 Grad etwa drei bis fünf Minuten backen. Zutaten für die Vanillesoße: 80 Gramm Zucker zehn Eigelb 125 Milliliter Sahne 125 Milliliter Milch eine Vanilleschote Die Milch mit der Sahne, dem Zucker und der Vanille aufkochen und ziehen lassen. Die Eigelb mit dem Zucker über dem Wasserbad aufschlagen, dann die warme Masse zugeben und zur Rose abziehen. Über dem Eiswasser kalt rühren. M

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WIR VON HIER

Sonntag, 24. Januar 2010

Immobilienmesse Franken in Bamberg

Alles zu Haus und Wohnen

A

m kommenden Wochenende (30. und 31. Januar) ist die JAKO-Arena in Bamberg Schauplatz der achten Immobilienmesse Franken, die sich an alle Bau- und Kaufinteressierten richtet. Und an all diejenigen, die sich mit Modernisierung, Sanierung, aber auch den Themen Energie und altersgerechtes Wohnen als Eigennutzer oder Kapitalanleger beschäftigen. Das MTB-Messeteam Bamberg startet die Schau mit einem Novum, um die Aufenthaltsqualität für die Besucher während der beiden Messetage zu optimieren. Gemeinsam mit der Firma Barnickel aus Erlangen wurde eine Initiative gestartet, die Messehallen durch spezielle Filter frei von Feinstaub, Bakterien und anderen Schadstoffen zu halten und gleichzeitig eine Befeuch-

tung und Aromatisierung der Luft herbeizuführen. In der großen Haupthalle präsentieren sich Anbieter wie Makler, Bauträger, Fertighaushersteller, Baustoffhändler, Bausparkassen, Banken, Finanzierer, Immobilienberater, Gutachter, Hausverwaltungen, Architekten, Vereine und Verbände.

Erstmalig in diesem Jahr ist die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e. V.“ in Kooperation mit der PSD-Bank und dem Projekt „Kinder im Haus!?“ vertreten. Weiteres Highlight der Messe: das Bauvorhaben Erbainsel in Gaustadt. Hier entsteht ein neuer Stadtteil für über 1.000 Menschen, projektiert durch den Investor Adrian O`Sulivan und die J. A. Consulting GmbH. Das Areal grenzt direkt an das Gelände der Landesgartenschau. Hier wird sich auch die Universität ansiedeln, heißt es. In den angrenzenden Foyers der Messehalle informieren rund 70 Aussteller über die Sonderthemen Modernisieren, Energie, Klima, Sicherheit und altersgerechtes Wohnen. Auf Interesse stoßen sicherlich die durchgehend stattfindenden

Fachvorträge von Rechtsanwälten, Notaren und anderen Fachreferenten zu vielen verschiedenen Themen des Immobilienbereichs. Es geht um so Themen wie „Vererben und Verschenken“, „Immobilie im Scheidungsfall“ oder zur Gesetzgebung in den Bereich Energieeinsparverordnung sowie Fördermöglichkeiten bei Altbauten oder Modernisierungen, Energieberatung und zur Schlichtung von Streitigkeiten am Bau. Die Messe ist an beiden Tagen jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt fünf Euro. Es wird eine Kinderbetreuung angeboten. Parken ist kostenlos möglich. M (PR)

!

Weitere Informationen gibt es unter www.immobilienmessefranken.de.

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Vor Jahren erlebte der DAX einen Höhenflug. Jeder kaufte Aktien, um auf den Gewinn-Zug aufzuspringen. Nach der unausweichlichen Regulierung folgte der freie Fall des DAX, vor allem die Kleinanleger verloren ihr Geld. Im letzten Halbjahr vollzog der Goldpreis einen Höhenflug. Es wurde viel Gold gekauft, ohne den alten Grundsatz zu beachten: „Bei niedrigem Preis kaufen, bei gutem Preis verkaufen!“ Bei einer erneuten eventuellen Regulierung hätten dann wieder diejenigen verdient, die Gold als sichere Wertanlage empfohlen haben. Einen guten Goldpreis in der Zeitung zu lesen und gleichzeitig Geld zu haben, bringt ein beruhigendes Gefühl. Unsere Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass bei einem hohen Goldpreis sowohl Geldinstitute wie auch der private Markt wenig Interesse am Goldkauf haben. Letztendlich bleibt jedem Anleger nur die Möglichkeit, sich von mehreren Seiten über eine vernünftige Streuung seines Anlagekapitals zu informieren. Sachwerte sollten dabei nicht vergessen werden, da Wertpapiere und Gold täglich an der Börse gehandelt werden und somit spekulativ bleiben. Wer das Börsengeschäft versteht und spekulieren möchte der möge es tun. Der alleinige Wunsch nach Gewinn und Sicherheit und dem Trend zu folgen, das zu tun, was scheinbar alle tun, verführt oftmals zur Unvernunft.

Was geschieht beim Edelmetallrecycling? Um wenige Gramm Gold zu gewinnen, wird in Entwicklungsländern die Natur zerstört, Flussläufe über hunderte von Kilometern mit Salpetersäure und Quecksilber vergiftet, Tier und Mensch erkranken schwer daran. Unmengen von Wasser werden dort zur Goldgewinnung verbraucht, wo das Wasser den Menschen als Lebensgrundlage fehlt. Helfen Sie mit, geben Sie Altgold, Zahngold oder Schmuck, zu dem Sie keinen Bezug mehr haben, über das Edelmetallrecycling zurück. Dafür erhalten Sie sofort bares Geld. Das Gold geht direkt an die Industrie zur Wiederbearbeitung. Dabei geben Sie unserer Umwelt etwas zurück, für unsere Erde, unsere Nachkommen und für die in den Abbaugebieten lebenden Menschen.

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Goldanlage – Ja oder Nein?

MEDIEN

Sonntag, 24. Januar 2010

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FLIMMERKISTE M TV-Spenden für Haiti Allzu oft und häufig nicht zu Unrecht wird das Aufspringen der Fernsehberichterstattung auf dramatische Ereignisse kritisiert. Der Fall Robert Enke war so ein Beispiel: Statt Raum für stille Trauer über den tragischen Tod des depressiven Fußballtorwarts zu geben, der seine Krankheit geheimzuhalten versuchte, prasselten unentwegt Betroffenheitsbilder auf die Zuschauer ein. Die Übertragung der Trauerfeier, die an ein Staatsbegräbnis erinnerte, war die Krönung des öffentlichen Voyeurismus. Echt empfundenes Mitleid sieht anders aus – und spielt sich im Privaten ab. Anders gelagert, zum Glück, der Fall Haiti. Auch hier wollen die furchtbaren Aufnahmen nicht aufhören, die täglich aus dem Erdbebengebiet gezeigt werden. Aber sie hinterließen nicht nur einen Kloß im Hals des Fernsehzuschauers, sondern sie

Filme und Serien im Ersten

Bekannte Gesichter Das Erste hat im Jahr 2009 stolze 1440 Stunden Serien, 1264 Stunden Spielfilm, 720 Stunden Fernsehfilm und 17 Stunden Dokumentarfilm versendet.

S

erien und Filme sind also unschlagbar und machen den Großteil der 3441 Sendestunden aus, wie die Programmdirektion des Ersten berichtet. Die meisten Spiel- und Fernsehfilme kamen aus Deutschland (801 Stun-

den Sendedauer), gefolgt von den USA (621). Deutsche Koproduktionen stehen an dritter Stelle (200). An den bewährten Serien wie „Lindenstraße“, „Um Himmels Willen“ und „Familie Dr. Kleist“ wird daher 2010 eisern festgehalten. Auch der filmische Nachwuchs soll mit der Reihe „Debüt im Ersten“ weiter gefördert werden. Seit zehn Jahren gibt sie ungewöhnlichen Spielfilmen und Literaturverfilmungen ein Forum. So werden am Montag, 22.45 Uhr, erneut spannende Filme zu sehen sein – „Dr.

Alemán“ mit August Diehl, „Liebesleben“ nach dem Roman von Zeruya Shalev (Regie: Maria Schrader), „Vier Minuten“ mit Hannah Herzsprung und Monica Bleibtreu oder „Nichts als Gespenster“ nach dem Bestseller von Judith Herrmann. Selbstverständlich wird ebenso am „Filmmittwoch im Ersten“ festgehalten, der am 27. Januar um 20.15 Uhr den sozialkritischen Film „Zivilcourage“ mit Götz George zeigt. Psychologe Bloch ermittelt wieder wie, na klar, die „Tatort“und „Polizeiruf 110“- Teams. M ue

Handwerk stoppt TV-Spot wegen Haiti-Bebens schafften es, eine beispiellose Welle von globaler Hilfsbereitschaft in Gang zu setzen. Thomas Gottschalk und Steffen Seibert machten es im ZDF vor, wie die mediale Bildermacht letztlich doch zu Gutem genutzt werden kann. „Wir wollen helfen – Ein Herz für Kinder“ und die mit über drei Millionen Lesern auflagenstärkste deutsche Zeitung BILD trommelten eine Riesenspendensumme zusammen. Mehr als die Promi-Spender verdienen die „kleinen“ Spender Achtung. Deren geringe Geldbeiträge sind genauso, wenn nicht noch wichtiger: ein Volk von Helfern. Ute Eschenbacher

An Katastrophe erinnert Das deutsche Handwerk hat den TV- und Kinospot seiner neuen Imagekampagne zunächst wieder gestoppt.

V

iele Zuschauer brachten die darin gezeigte Stadt Berlin, die ohne Handwerk aus den Fugen gerät und zerfällt, offensichtlich mit den Fernsehbildern aus dem Erdbebengebiet in Haiti in Verbindung. Zuschauer hätten gegenüber den Sendeanstalten Kritik geäußert, teilte der Zentralverband des Deutschen

Handwerks (ZDH) in Berlin mit. Deshalb werde der Spot „bis auf weiteres nicht mehr zum Einsatz gebracht und ausgesetzt“. Davon abgesehen werde die kürzlich begonnene Imagekampagne fortgesetzt. ZDH-Präsident Otto Kentzler sagte laut Mitteilung, der TV-Spot habe viel Beifall gefunden. „Er zeigt mit eindrucksvollen Bildern die Bedeutung des Handwerks für unsere Gesellschaft. Nach und nach löst sich all das auf, was vom Handwerk geschaffen wurde.“ In der Darstellung werde niemand verletzt und nichts zerstört.

Dennoch seien die Bilder auf Kritik gestoßen, deshalb habe man reagiert.

„Handwerker helfen“ Kentzler erinnerte daran, dass viele Handwerker aus Deutschland auf dem Weg nach Haiti seien und den Menschen dort Hilfe brächten. Das seien hilfsbereite Handwerker, „die für diesen Einsatz bei Hilfsorganisationen wie Technisches Hilfswerk (THW) oder Deutschem Roten Kreuz von ihren Betrieben freigestellt worden sind“. M

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KULTUR

Sonntag, 24. Januar 2010

NIX WIE HIN

Christina Knorz, Kulturredakteurin

G

roßes Taschentuch-Kino: Zum Heulen traurig ist der Film „Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“ nach einer wahren Begebenheit. Richard Gere spielt einen Professor, der eines Tages einen herrenlosen Welpen mit nach Hause nimmt. Von nun an holt ihn der Hund jeden Tag vom Bahnhof ab. Bis der Professor tot zusammenbricht. Dennoch geht der Hund zum Zug. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Dem Tier wurde in Japan ein Gedenktag gewidmet und als Symbol für bedingungslose Treue an einem Bahnhof in Tokio ein Denkmal errichtet. Heute und Mittwoch um 17 und 20 Uhr im Cineplex. M

Aktuelle Veranstaltungstipps unter www.nordbayerischer-kurier.de.

A D

as wird spannend: Die Klaviermanufaktur Steingraeber veranstaltet am Samstag ein Konzert für zwei bis acht Klaviere, denn der Pianistenclub ist zu Gast. „Es beginnt mit vier Pianisten an zwei Flügeln und endet an acht Flügeln mit 16 Händen“, lockt die Pressemitteilung. Man sollte ihr Folge leisten, denn auch das Programm ist mit Bach, Wagner, Rossini, Saint-Saëns und Smetana interessant. Beginn ist um 16 Uhr im Dammwäldchen 1, Karten unter 09 21/6 40 49. M

ttacke auf die Lachmuskeln: Im Brandenburger Kulturstadl hatte vor gut einer Woche das Stück „Komödie im Dunkeln“ Premiere. Autor Peter Shaffer hatte Mitte der 60er Jahre die zündende Idee für das Stück, nämlich die Schauspieler im Dunkeln spielen zu lassen. Für das Publikum ist natürlich alles sichtbar, wie sich die Darsteller in haarsträubenden Verwicklungen durch 90 Minuten Handlung tasten. Ein großer Spaß. Am Freitag und Samstag um 20 Uhr. Karten unter 09 21/1 36 63. M

TERMINE HEUTE

Stadt

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Region

M Kino

M Bäder

M Feste/Kerwas

Cineplex: Hindenburgstraße 2 (www.bayreuth.cineplex.de), Karten ab 15.15 Uhr, Telefon 0921/ 7647050

SVB-Hallenbad: Am Sportpark 5, 9 bis 17 Uhr Schwimmhalle und Gemeinschaftssauna (16 Uhr Kassenschluss). Lohengrin-Therme: Kurpromenade 5, 9 bis 22 Uhr Thermenwelt, 11 bis 22 Uhr Sauna und Wellness. Stadtbad: Kolpingstraße 7, 10 bis 18.30 Uhr Schwimmhalle/gemischte Sauna, 14 bis 17 Uhr Kleinschwimmhalle.

Fichtelberg: am Nagler Weg, 14 Immenreuth: Gasthaus Zur Alten Uhr, Schneefest des Fichtelgebirgs- Schmiede, 13.30 Uhr, Treffen zur vereins. Winterwanderung nach Haidenaab, Clubfreunde. Kulmbach: Eisstadion, Am Schwimmbad 26, 10 bis 11.30 Uhr, M Livemusik 14 bis 15.30 Uhr, 16 bis 17.30 und Lauf: Dehnberger Hof-Theater, 18 bis 19.30 Uhr öffentlicher Lauf. Dehnberg 14, 17 Uhr, traditionelle Löschwitz: Festplatz, 16 Uhr, TrefMusik, vielsaitig und alpenländisch fen an der Kegelbahn zur Winterwanderung, Kegelverein Gut Holz. mit der Fraunhofer Saitenmusik. Neudrossenfeld: Dreifachturnhalle, 10 Uhr, oberfränkische Meisterschaft im Volleyball der weiblichen M Sonstiges A-Jugend. Creußen: St.-Jakobus-Kirche, 9.30 Ortlesbrunn: Skilift, an der HasenUhr, musikalischer Gottesdienst mit leite, 13 bis 18 Uhr geöffnet. dem Gefangenenchor der JVA Bay- Pegnitz: Eisstadion, 14 bis 16 Uhr reuth, Thema „Befreiung erfahren“. öffentlicher Lauf. Goldkronach: Fischerhütte am Ba- Pottenstein: Teufelshöhle, 10 bis desee, Winteraktion am See, ab 14 15 Uhr geöffnet. Uhr Glühwein, Jagertee, Würstl und Kuchen. Bei zugefrorenem See abendlicher Fackellauf und Eisstock- M Konzerte schießen. Infos bei Claus Schlienz, Telefon 0175/2223029. Bamberg: Konzert- und KongressHollfeld: Gasthaus Moritz, Eiergas- halle, 19 Uhr, Joseph-Keilberth-Saal, se 10, 11 Uhr, Bürgerversammlung Benefizkonzert der Bamberger Symmit Vorstellung der Strahlungsmes- phoniker zugunsten der Erdbebensungsergebnisse an der Johann- opfer in Haiti. Vorverkauf unter TeleAzendorfer-Straße. fon 0951/9808220. Nürnberg: Meistersingerhalle, Bamberg: Jako-Arena, 20 Uhr, Münchner Straße 21, 20 Uhr, Show, „Rock meets Classic 2010“, ForeigJacko – A Tribute to Michael Jack- ner, Toto und Nazareth präsentieren son. ihre Welthits klassisch. Obernsees: St.-Jakob-Kirche, 19 Weidenberg: evangelische Kirche Uhr, Jugendgottesdienst unter dem St. Michael, 18 Uhr, Pop-Jazz-FolkMotto „mehr & more“, Lieder, Vi- Spiritual, acapella mit Dududu und deo und Auftritt einer Band. Dapduwap. Warmensteinach: Schneetelefon: 09277/1213, www.nordic.parc.de, M Bäder www.warmensteinach.de.

„Avatar – Aufbruch nach Pandora 3D“ (12.30, 15.50, 19.30 Uhr, FSK 12). „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“ (12.30 Uhr, FSK 12). „Vorstadtkrokodile 2“ (12.45, 15 Uhr, FSK 6, Bundesstart). „Alvin und die Chipmunks 2“ (13, 15.15 Uhr, FSK 0). „Küss den Frosch“ (13.15 Uhr, FSK 0). „Friendship!“ (13.30, 17.30, 20.15 Uhr, FSK 6). „Wenn Liebe so einfach wäre“ (13.30, 16.15, 20 Uhr, FSK 0, Bundesstart). „Haben Sie das von den Morgans gehört?“ (15.30 Uhr, FSK 6). „Zweiohrküken“ (13.45 Uhr, FSK 12). „Junior-Preview: Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ (16 Uhr, FSK 0). „Delikatessen: Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“ (17, 20 Uhr, FSK 0, Gilde). „Die weite Welt im Kino: Hawaii“ (17 Uhr, FSK 0, Blueray-Screening). „Nanga Parbat“ (18, 20.15 Uhr, FSK 6, Gilde). „Old Dogs – Daddy oder Deal“ (18 Uhr, FSK 0). „Surrogates – Mein zweites Ich“ (19 Uhr, FSK 12, Bundesstart). „Das Kabinett des Dr. Parnassus“ (20 Uhr, FSK 12). „Soul Kitchen“ (20.45 Uhr, FSK 12).

M Ausstellungen Klinikum: Preuschwitzer Straße 101, „Kultur im Klinikum“ 11 Uhr, Verwaltungsebene, Eröffnung der Ausstellung „Tiefdruck-Grafik“ von Evi Remer.

M Konzerte Städtische Musikschule: Brandenburger Straße 15, 17 Uhr, Konzert mit Teilnehmern des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Eintritt frei. Spitalkirche: Maxstraße 11, 20 Uhr, Sonderkonzert mit dem PhilosQuartett. Vorverkauf: Theaterkasse, Abendkasse (Gesellschaft der Kulturfreunde und Forum junger Musiker). Gemeinderaum St. Georgen: St. Georgen 56, „Jugend musiziert“, 15 Uhr, Konzert der Mini& Maxigeiger, junge Talente an Violine und Violoncello präsentieren Werke von Bach bis Bartók, Klavierbegleitung Sabine Peetz. Eintritt frei.

M Familie/Kinder Spitalkirche: Maxstraße 11, „Himmelsbrot“ 11 Uhr, Gottesdienst für „kleine Racker“ (für Kinder bis sechs Jahren).

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FRANKEN Unsere Medienberaterinnen für Ihre Anzeigen- und Prospektwerbung: Laura-Sophie Munzert Telefon: 0921/294-329, Fax: 0921/294-195, E-Mail: laura-sophie.munzert@kurier.tmt.de

Isabel Wintersberg Telefon: 0921/294-467, Fax: 0921/294-195, E-Mail: isabel.wintersberg@kurier.tmt.de

Bianca Zapf Telefon: 0921/294-464, Fax: 0921/294-195, E-Mail: bianca.zapf@kurier.tmt.de

M Sport/Freizeit

Auerbach: Hallenbad geschlossen. Bad Staffelstein: Obermain Therme, Am Kurpark 1, 8 bis 21 Uhr Thermenmeer, 9 bis 21 Uhr Saunaland. Fichtelberg: Kristallbad, 9 bis 22 Uhr, Therme mit Saunalandschaft. Gößweinstein: Hallenbad, 14 bis 18 Uhr geöffnet (Warmbadetag). Obernsees: Therme, 8.30 bis 22 Uhr, Saunaparadies/Badewelt. Pegnitz: Hallenbad, 9 bis 12 Uhr geöffnet (Warmbadetag). Pottenstein: Juramar, 10 bis 19 Uhr, Sauna: 10 bis 19 Uhr.

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WIR VON HIER

Wie lesekompetent sind Grundschüler? Die Frage beschäftigt Pädagogin Sabine Hornberg seit Jahren.

Foto: Archiv/dpa

Forschung in Bayreuth (16)

Lesen muss gelernt sein Wie steht es um die Lesekompetenz deutscher Grundschüler im weltweiten Vergleich? Professor Sabine Hornberg, im dritten Semester Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeine Pädagogik an der Uni Bayreuth, kennt die Antwort.

I

m Vergleich zu anderen an der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU 2006 beteiligten Mitgliedsländern der Europäischen Union gibt es kein Land, in dem die Schüler der vierten Klassen deutlich besser Texte lesen und verstehen können als in Deutschland. Weltweit betrachtet setzt Hongkong den Maßstab. Als Projektleiterin war

Professorin Hornberg an der weltweiten Studie beteiligt, mit der in 45 Ländern die Lesekompetenz von Grundschülern erforscht wurde. In Deutschland nahmen an dieser Studie sämtliche Bundesländer und rund 8300 Viertklässler teil. Doch Hornberg interessiert als Ergebnis der Studie nicht bloß eine Rangliste der besten Schulsysteme, sondern die sich hinter den Zahlen versteckenden Stärken und Schwächen. „Den deutschen Schulen gelingt es sehr gut, eine breite Mitte zu fördern“, erklärt Hornberg. Aber: Sowohl die Unterstützung von besonders guten Schülern als auch die Förderung von benachteiligten Schülern sei zu verbessern. Bei IGLU 2006 schneidet im Wettbewerb der Bundesländer Thürin-

gen am besten ab, gefolgt von Bayern. Vergleicht man die Rahmenbedingungen wie soziale Verhältnisse, Bildungsstand der Eltern oder Wohnsituation, kommt Hornberg zu dem Schluss: „Es gibt kaum ein Land, dessen Bildungssystem es so schlecht gelingt, die soziale Herkunft der Kinder zu kompensieren, wie das deutsche. Ein Aufstieg ist hier sehr schwierig.“ Die Chancengleichheit fehle insbesondere bei Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund. In der Lehre legt Hornberg daher auch besonderen Wert darauf, dass die Studierenden neben grundlegenden Fragen der Pädagogik lernen, empirische Daten zu interpretieren. Zusätzlich fordert die gelern-

te Diplom-Pädagogin die Studierenden auf, „über den Tellerrand zu schauen“, indem sie die Bildungssituationen in unterschiedlichen Ländern in den Blick nehmen. Im Juni führt Hornberg zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben in Bayreuth eine Tagung zum Thema „Mehrsprachigkeit – Chancen und Herausforderungen“ durch, bei der wissenschaftliche Erkenntnisse und empirische Befunde zum frühen Lernen in mehreren Sprachen mit Vertretern aus Wissenschaft und pädagogischer Praxis diskutiert werden sollen. M Christian Martens

!

www.allgemeine-paedagogik. uni-bayreuth.de

M Zur Person Professorin Sabine Hornberg beendete 1990 ihr Studium der Diplom-Pädagogik an der Universität Bielefeld, wo sie dann zunächst als Wissenschaftliche Hilfskraft tätig war. Danach ging sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Universität Dortmund und war als Wissenschaftliche Assistentin an der RuhrUniversität Bochum tätig. Sowohl in ihrer Promotion wie auch in ihrer Habilitation richtete Hornberg den Blick auf internationale Bildungsentwicklungen. Von 2004 bis 2008 war sie zunächst an der Universität

Hamburg und ab 2006 an der Technischen Universität Dortmund Projektleiterin der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU 2006 und nahm eine Lehrstuhlvertretung in Erfurt wahr. Seit dem Wintersemester 2008/2009 ist Sabine Hornberg als Professorin für Allgemeine Pädagogik an der Universität Bayreuth, wo sie sich sehr wohl fühlt. Denn: „Die Menschen sind offen und freundlich und die kurzen Wege auf dem Campus machen die Arbeit und das Kennenlernen leichter.“

GESUNDHEIT

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Gut für die Seele

Von Haltern und Hunden stimmte Rasse verwiesen, die besonders gefährlich sei. Dem widerspricht Dr. Silke Wechsung von der Universität Bonn energisch: „Unsere Ergebnisse zeigen ganz klar die maßgebliche Rolle des Hundehalters. Nur auf ihn, den Menschen am anderen Ende der Leine, kommt es an.“ In einer Studie untersuchte die Diplom-Psychologin die Beziehung zwischen Mensch und Hund. 2.789 Halter gaben ihr Auskunft, berichtet die Apotheken-Umschau. Zusätzlich nahm Wechsung das Verhalten von Tier und Besitzer unter die Lupe. Dabei erhielt sie interessante Ergebnisse: Bestimmte Vorstellungen – zum Beispiel, dass Hunde nur in eine Wohnung mit Garten gehören – ließen sich nicht bestätigen. „Die Beziehung zwischen Mensch und Tier wird weder vom Wohnort, vom Beruf, vom Nettoeinkommen, vom Bildungsstand noch vom Alter des Halters beeinflusst“, hebt Wechsung hervor.

Unschlagbares Team. Gemeinsam läuft das Leben leichter: Fitnesstrainer, Seelentröster, Beschützer, Waffe, Therapeut, Partner-Ersatz, Drogenfahnder, Mode-Accessoire – Hunde erfüllen heute jede Menge Aufgaben. Schon vor mehr als 20.000 Jahren erkannte der Mensch das Potenzial ihrer Vorfahren und domestizierte sie, damals vor allem als Wach-, Hüte- und Jagdhunde.

R

und fünf Millionen Hunde gibt es in Deutschland. Die Zahl bleibt seit mehr als 25 Jahren ziemlich konstant“, sagt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen. Die Lebensbedingungen des Nachfahren des Wolfes haben sich allerdings im Lauf der Zeit gewandelt – und damit sowohl sein Aussehen als auch seine Arbeitsbereiche. So stellte etwa ein Forscherteam um Sara Staats, Professorin an der State University in Ohio (USA), fest, dass Männer gern einen Hund halten, weil er sie dazu anregt, sich regelmäßig zu bewegen. Frauen fühlten sich dagegen mit ihrem Tier vor allem weniger einsam. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen: Unter bestimmten Voraussetzungen machen Hunde den Menschen seelisch weniger stressanfällig und halten ihn körperlich gesünder.

Hunde leisten viel Weil Vierbeiner guttun, setzen manche Lehrer „Schulhunde“ im Unterricht ein. „Kinder gehen dann lieber in die Schule, verhalten sich ruhiger und rücksichtsvoller. Erste Auswertungen unserer Studie weisen zudem darauf hin, dass Depressivität bei Kindern abnimmt“, berichtet Dr. Andrea Beetz von der Forschergruppe „Mensch und Tier“ an der Universität Erlangen-Nürnberg. In mehreren Projekten zeigte

Drei Typen

die Diplom-Psychologin außerdem, dass Kinder und Teenager, die über einen längeren Zeitraum hinweg ein Tier halten, mit Gefühlen, „insbesondere mit negativen Emotionen, besser umgehen können als Gleichaltrige ohne solche Begleiter“. Beetz warnt jedoch davor, diese Ergebnisse überzubewerten, denn als Bezugspersonen spielen natürlich die Eltern eine herausragende Rolle. Therapeuten in psychiatrischen Kliniken und Heimen greifen ebenfalls gern auf Hunde als Helfer zurück. Mit ihnen können Kranke kuscheln, zudem lassen sich über die Tiere leichter Kontakte herstellen. Erst kürzlich untersuchte Susanne Popp vom Institut für Psychogerontologie, ebenfalls an der Universität Erlangen-Nürnberg, in fünf Heimen,

was sich bei demenzkranken Bewohnern änderte, wenn ein Hund sie regelmäßig besuchen kam. „Die tierischen Gäste verringerten bei dementen Menschen die Aggressivität und Unruhe. Diese waren weniger passiv, kontaktfreudiger, interessierter und konzentrierter“, zieht Popp eine positive Bilanz. Und weiter: „Über den Hund fanden die Helfer einen besseren Zugang zu den Erkrankten.“

Auf den Halter kommt’s an Falsch behandelt, können Hunde jedoch völlig versagen: Jedes Jahr versorgen Ärzte Tausende Verletzte, die gebissen wurden. Fast drei Viertel der Wunden stammen von Tieren aus dem persönlichen Umfeld. Dann wird oft auf eine be-

Die Forscherin fand drei Typen von Hundehaltern vor: den prestigeorientierten, den stark auf den Hund fixierten und den naturverbundenen, sozialen Besitzer. Ein knappes Viertel aller Halter gehört zum prestigeorientierten Typ. Ihm geht es vor allem darum, mit dem Tier das eigene Selbstbewusstsein zu stärken, das Ansehen zu steigern und mehr Aufmerksamkeit von anderen zu erhalten. Mit dem Hund möchte er also etwas Besonderes darstellen. „Das kann jemand sein, der es toll findet, mit einem muskulösen, angstauslösenden Hund aufzufallen. Da bieten sich dann bestimmte Hunderassen besonders an, etwa ein Staffordshire“, erklärt Wechsung. „Oder sie tragen wie Paris Hilton ihren kleinen, niedlichen Tinkerbell in der Handtasche herum.“ Vor allem auf sich selbst bezogen, bauen diese Halter keine enge emotionale Beziehung zu ihren Hunden auf und beschäftigen sich kaum mit deren Bedürfnissen. M Christine Wolfrum

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Sonntag, 24. Januar 2010

GESUNDHEIT

Risiken bei Verspannung

Schön locker bleiben Der PC-Spezialist, die Goldschmiedin, der Taxifahrer, die Redakteurin: Sie sind – wie viele andere Berufstätige auch – typische Kandidaten für Verspannungen. Jeder, der über mehrere Stunden hochkonzentriert arbeitet und sich lange einseitig belastet, ist gefährdet.

D

amit nicht genug: Auch eine Sportverletzung, altersbedingter Verschleiß oder sogenannte statische Beschwerden wie ein Hohlrundrücken oder ein Knick-Senk-Fuß können zu einem steifen Nacken oder Zwicken im Kreuz führen, erläutert Nils Graf Stenbock-Fermor vom Deutschen Orthopäden-Verband in Köln. Wichtig sei, die Ursache für die Verspannung zu finden – denn sie ist immer nur ein Symptom.

Muskelspiele Bei einer Verspannung zieht sich der Muskel zusammen und verhärtet dadurch. „Es sind bestimmte Muskeln, die so reagieren: im Nacken und am oberen Rücken neben der Wirbelsäule“, sagt Frank Naeve vom Deutschen Verband für Physiotherapie in München. „Der Muskel ist in fühlbar höherer Spannung – messbar ist das allerdings nicht.“ Was im Muskel abläuft, sei der Wissenschaft bislang nicht genau bekannt. Als „klassisches Erbe unserer Evolutionsgeschichte“ bezeichnet Dieter Breithecker von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförde-

rung in Wiesbaden das Phänomen. Die Verspannung entstehe aus einer Anspannung heraus, die auf dem urzeitlichen Reflex „Zuschlagen oder Wegrennen“ beruhe. „Wenn keine Bewegung folgt, bleibt die Anspannung erhalten, der Muskel wird nicht mehr durchblutet und kann nicht mehr entspannen“, erklärt er. Oft handele es sich bei Verspannungen um Zivilisationsbeschwerden, ergänzt Stenbock-Fermor. Der Mensch sei nicht für das Sitzen auf einem Stuhl gemacht. „Der Mensch ist ein Bewegungswesen“, sagt auch Breithecker. Wer das beherzigt, hat weniger Beschwerden als der phlegmatische Kollege am Schreibtisch gegenüber. Schon kleine Dinge können helfen: Treppe statt Lift nehmen, im Stehen statt

latz hr P e m en auch um!nach Pechgraben! r b r Der Fachhandel n Wi iehe mit viel Service und dem und z Alles muss raus in Bayreuth Pottensteiner Str. 21a Notdienst für jedes Wasserbett bett www.wasserbetten-trunk.de

im Sitzen telefonieren, den Drucker am anderen Ende des Raums aufstellen. Eine Verspannung kann auch auf sogenanntem Distress beruhen, also psychologische Gründe haben. Denn die Muskulatur gilt laut Breithecker als Organ der Seele: „Im Beruf können große Belastung, Kündigungsangst oder Erwartungsdruck vom Chef zu Verspannungen führen.“ Das treffe auch für familiäre oder sonstige psychosoziale Probleme zu. In der Regel hilft Bewegung. Oft machen Betroffene das unbewusst. „Ist der Nacken steif, bewegt man automatisch den Kopf nach links und rechts oder massiert unbewusst die betreffende Stelle, um die Muskeln zu lockern“, sagt Breithecker. Wer schon Schmerzen hat, lasse sich nicht zu mehr körperlicher Aktivität verleiten. Im akuten Fall gilt daher: Erst muss der Betroffene schmerzfrei sein. Wärme, Massagen oder Physiotherapie lindern die Beschwerden. „Ein Masseur kann die Symptome minimieren.“ Anschließend sollte sich der Patient rasch mehr bewegen, damit sich seine Muskelmasse nicht abbaut. Der Orthopäde empfiehlt angeleitete Kräftigungsübungen und Fitnessübungen. Und Haltungspositionen am Arbeitsplatz öfter mal verändern (Foto). M Nina C. Zimmermann

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DER TIPP

Efeu gegen Husten Der Efeu ist in West-, Mittel- und Südeuropa heimisch. Er wächst wild in Wäldern und an Felsen, als Kulturpflanze in Gärten und an Hauswänden. Der immergrüne Kletterer kann bis zu 20 Meter hoch wachsen. Die Blätter sind ledrig, auf der Oberseite dunkelgrün und variieren von herzförmig bis lanzettlich. Efeu blüht im Herbst und bildet im Frühjahr seine Früchte aus. Obwohl hübsch anzusehen, ist das Gewächs für Menschen giftig, vor allem die schwarzen Beeren. Frische Efeublätter können allergische Reaktionen auf der Haut verursachen. In Efeublättern stecken gleichwohl arzneilich wertvolle Inhaltsstoffe, die sogenannten Triterpensaponine. Diese regen über Nervenfasern im Magen reflektorisch die Bronchialschleimhaut dazu an, dünnflüssigeren Schleim zu produzieren. Das Bronchialsekret kann so leichter abgehustet werden. Daneben entspannen Efeuextrakte verkrampfte Bronchien und hemmen das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Auszüge aus Efeublättern lindern den Hustenreiz bei Erkältungen. Es gibt Fertigpräparate mit Efeuextrakten in Form von alkohol- und glutenfreien Säften, Tropfen, Tabletten, Brausetabletten und Zäpfchen. Diese haben den Vorteil, dass sie einen standardisierten Gehalt an Wirkstoffen aufweisen und daher genauer dosiert werden können als ein selbst zubereiteter Teeaufguss aus frischen Pflanzenblättern. Efeuhaltige Hustenpräparate sind sehr gut wirksam und ausgezeichnet verträglich. Sie sind besonders gut für Kinder geeignet. Zu Dosierung und Anwendung beraten wir Sie gerne. Ihre Apothekerin Marion Maisel Storchen Apotheke, Heinersreuth

Umwelt

Sonntag, 24. Januar 2010

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Solarförderung

Wir können das!

Dach, das Wärme schafft: In die Dacheindeckung ist eine Anlage zur Warmwassergewinnung integriert, mit der eine Heizung betrieben werden kann.

Solarenergie

Sonnenkinder Aus Sonnenlicht Energie zu gewinnen, ist bereits für viele Hausbesitzer, Firmen, Landwirte und Kommunen eine lohnende Investition, auch weil es staatliche Zuschüsse gibt. Der Bayreuther Architekt Thomas Holzmüller sieht darüber hinaus die Herausforderung, Gebäude so zu planen, dass sie ihren Energiebedarf, der sich aus der Bewirtschaftung ergibt, nicht nur selbst decken, sondern Überproduktion ans Netz abgeben. Neben singulären Kollektoren bieten Hersteller heute vollständige Dacheindeckungen mit integrierter Solartechnologie.

D

ie Kunst ist, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen: In Bezug auf die regenerative Energiegewinnung bedeutet dies eine abgestimmte Vernetzung von unterschiedlichen Energiegewinnungsmethoden, Solar mit Wärmepumpe oder Windkraft, beispielsweise. „Auch wenn

die Ölpreise gerade wieder etwas große Solarfläche eingesetzt wergesunken sind, sollte niemand sei- den, um einen möglichst großen ne Heizkosten aus den Augen ver- Anteil der Heizkosten durch die koslieren. Gegen die langfristige Preis- tenlose Sonnenenergie zu gewinentwicklung bei Gas und Heizöl nen. „Mit optimal dimensionierten werden uns weder kurzfristige Solardächern sind wir in der Lage, im Altbau bis zu Preisabschläge 40 Prozent und noch der Klimaim Neubau bis wandel schützen“, zu zwei Dritteln sagt Jörg Buschdes gesamten beck, VorstandsWärmebedarfs vorsitzender der durch die Sonne BUSO Bund Solarzu decken“, so dach eG. Sie ist Euder Solarprofi. ropas einzige länAnders als bei derübergreifende FotovoltaikanlaSolargenossenMein gen, sind die schaft. Die Rechgrünes Zuhause Einsparungen nung, die er aufdurch die Sonmacht, klingt nenwärme über überzeugend: „Jede Stunde erreicht die Erdober- die gesamte Lebensdauer der Sofläche so viel Sonnenenergie, wie laranlage steuerfrei und sicher. Zudie Menschheit in einem Jahr ver- dem sind diese Anlagen mit einem braucht. Es gibt also ein Angebot Wärmemengenzähler ausgestattet, im Überfluss, das nur genutzt wer- sodass die Besitzer genau ablesen den muss.“ Die Technologie von können, wie viele Kilowattstunden BUSO setzt dabei vor allem auf die (kWh) ihr Solardach produziert und Solarthermie, also die Sonnenwär- damit den Geldbeutel effektiv entme, um diese für die Heizung und lastet. Und. die Anlage ist mit andeWärmegewinnungsanlagen die Warmwasserbereitung zu nut- ren hr/red zen. Dabei sollte auf jeden Fall eine kombinierbar. M

Die Bürger haben verstanden: Energie optimal einsetzen und einsparen, wo möglich, Öko-Produkte bevorzugen, technische Innovationen zu regenerativen Energien nutzen. Bislang hat der Staat dieses Umdenken und Handeln nachhaltig gefördert. Hauseigentümer und Landwirte verhelfen der Solarwirtschaft zu einem tollen wirtschaftlichen Aufschwung. Doch da ändert sich jetzt wohl was. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will die Förderungen zum Ausbau der Solarenergie nämlich drastisch kürzen. Es spricht von Übersubventionierung. Damit wird einer ökologisch und ökonomisch sinnvollen Entwicklung der Wind aus den Segeln genommen. Denn bis zum Jahr 2011 würde das ein Minus von bis zu 34 Prozent der Fördermittel bedeuten – um 13 Cent auf 26 Cent für jede eingespeiste Kilowattstunde. Röttgen beruft sich bei seinen Plänen auf „konstruktive“ Gespräche mit den Chefs großer Solarkonzerne. Zu erwarten sei ein Preisverfall für Solarsysteme von 30 Prozent. Neue Anlagen könnten bereits von 2013 an zu Marktpreisen ohne Subventionen angeboten werden. Doch was ist mit den Klimazielen, die er noch vor einigen Wochen in Kopenhagen hochgehalten hatte? Auch zusammengestrichen? „Die Größe der Reduzierung würde die deutsche Solarindustrie stark treffen“, sagte der Leiter des Fraunhofer-Centers für SiliziumFotovoltaik Halle, Jörg Bagdahn. „Wir haben erst zum 1. Januar eine Reduzierung erfahren.“ Eine erneute Kürzung in so kurzer Zeit werde Arbeitsplätze kosten, insbesondere in den neuen Bundesländern. Fotovoltaikunternehmen sind jetzt ebenso verunsichert wie Installationsbetriebe und private Investoren. Ein schöneres Eigentor haben in der Koalition bislang nur FDP und CSU mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen geschossen. Schauen wir mal, wer als nächstes schießt! M Harald Ritter

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Umwelt

Sonntag, 24. Januar 2010

Solar-Innovationen

Dimensionen Solaranlagen haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu klaren Favoriten in der privaten Energiegewinnung entwickelt. Gezielte Förderprogramme und steigende Energiekosten haben dazu sicher nicht unerheblich beigetragen. Neben der rationalen Entscheidung für saubere, preiswerte Energie spielt auch ein anderer Faktor zunehmend eine Rolle: Der Wunsch nach sichtbarer Individualität und zukunftsorientierter Architektur.

S

olarsysteme setzen Zeichen in der Gestaltung zeitgemäßer Wohn- und Geschäftsgebäude. Als Vorreiter dieser Entwicklung hat das Bielefelder Unternehmen Schüco Solar ein umfassendes Konzept für nahezu jede Bausituation vorgelegt. Die Premium-Linie verbindet modernste Solartechnik mit Kompatibilität und Vielfalt. Die Thermie-Kollektoren und FotovoltaikModule zeichnen sich durch mehrere Vorteile aus: Universelle Einsetzbarkeit bei unterschiedlichen Montagearten und ein Höchstmaß an Gestaltungsfreiheit durch individuelle Wahl der Aluminium-Rahmen. Darüber hinaus können ThermieKollektoren und PV-Module kombiniert in großflächige SolarelementeFelder auf Dächern oder an Fassaden montiert werden – zusammen mit systemintegrierten Wohndachfenstern, sodass eine harmonische Gesamtlösung entsteht. Zu den einfachsten und gerade für die Nachrüstung von vorhande-

nen Gebäuden praktischsten gehören die Aufdach- und FlachdachMontage. Optisch perfekt und plan zeigen sich Indach-Lösungen. Sie überzeugen neben ihrer Schlichtheit auch durch ein hochwertiges und langlebiges Dichtungssystem, das sowohl im Neubau als auch in der Dachsanierung ein harmonisches Ergebnis garantiert. Durchdachte Systemtechnik und modularer Aufbau sorgen für kurze Montagezeiten. Ganz gleich, ob der Bauherr Fotovoltaik im „Plugand-Play“-System, Solarthermie zur Warmwasserversorgung, Heizungsunterstützung oder eine Kombination aller Energienutzungsarten wählt.

Energiegewinnhaus Sonnenenergie wird nicht nur vom Dach, sondern von der gesamten Gebäudehülle aufgenommen. Werden alle nach Osten, Süden und Westen ausgerichteten Fassaden eines Gebäudes zur Energiegewinnung genutzt, kann sogar aus dem Haus als Energieverbraucher ein Energielieferant werden (Energiegewinnhaus, Plusenergiehaus). Solarfassaden können mit Fotovoltaikmodulen, Heizkollektoren, Luftkollektoren, Wabenluftkollektoren oder transparenter Wärmedämmung ausgestattet sein. Auch eine großflächig vorgehängte Ver-

M Literatur Zwei Autoren beschäftigen sich anschaulich mit dem Thema Solar: Andreas Haller, Renovieren mit der Sonne – Solarenergienutzung im Altbau. Ökobuch Verlag,

Maler hat noch Termine frei! Innenarbeiten aller Art Vollwärmeschutz Telefon 0171/8355511

glasung, wie sie zur Klimatisierung rung des Gebäudes miteinbezievon Bürogebäuden verwendet wird hen. Architektonisch innovative Solarfassaden finoder eine einfache det man beim Verglasung von Neubau genauBalkonen zu Winso wie bei der tergärten kann als AltbausanieSolarfassade verrung. Herausstanden werden. ragende BeiEine einheitliche spiele sind unTechnik für Solarter anderem die fassaden gibt es Solarstromannicht. Je nach GeMein lage am Turm bäude und Zielstelgrünes Zuhause des Freiburger lung ergeben sich Hauptbahnunterschiedliche hofs, die 1.400 Lösungen, die über die Fassade hinaus zumindest die Quadratmeter große FotovoltaikHeizung, Lüftung und Klimatisie- fassade der ThyssenKrupp Stahl AG in Duisburg, die höchste fassadenintegrierte CIS-Fotovoltaikanlage der Welt in Ulm oder die preisgekrönte Solarfassade einer Großerschienen 2000, Preis 25,50 Eusporthalle in Tübingen. Übrigens: ro. Sophia und Stefan Behling: Sol weltberühmte Architekten wie Sir Power – Die Evolution der solaNorman Foster statten heute schon ren Architektur, erschienen 1996 viele Gebäude mit Solarfassaden im Prestel Verlag. aus. M red

HOROSKOP

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Widder 21. März bis 20. April Ein Problem einfach auszusitzen, wird Sie nicht weiterbringen. Werden Sie aktiv und zeigen, dass Sie sich ausgiebig mit dem Thema befasst haben. Sorgen Sie für ausreichende Bewegung, damit auch Ihr Kopf Gelegenheit für neue Ideen enthält. Alles ist möglich, wenn auch Ihr Umfeld mit Ihnen einer Meinung ist. Laufen Sie nicht zu weit voraus, denn das Tempo muss allen Personen angepasst sein!

Stier 21. April bis 20. Mai Nach außen geben Sie sich äußerst beherrscht, aber in Ihnen wütet ein kleiner „Orkan“. Bevor Sie mit sich selbst nicht im Reinen sind, wird es auch nichts mit einem vernünftigen Gespräch. Versuchen Sie also die Dinge realistisch zu überdenken und für sich selbst eine Lösung zu finden. Trotz allem wird noch eine Menge an Ihnen hängen bleiben, deshalb brauchen Sie viel Kraft und Energie. Kopf hoch!

Zwillinge 21. Mai bis 21. Juni Wie schön wäre jetzt eine Person, mit der Sie sich aussprechen könnten. Doch jeder ist mit seinen eigenen Problemen beschäftigt und kann Ihnen nur wenig Zeit widmen. Suchen Sie sich einen neuen Kreis, in dem Sie sich aufgehoben fühlen und gleichzeitig Ihre Interessen stärken könnten. Sicher gibt es ein Gebiet, an das Sie schon länger dachten, diesen Schritt aber nicht wagten. Zeigen Sie Ihren Mut!

Krebs 22. Juni bis 22. Juli Auch wenn es Ihrem Ehrgeiz widerstrebt, sollten Sie doch einige Dinge aus der Hand geben und sich damit auch wieder eigene Freiräume schaffen. Damit Sie sich nicht vorzeitig in eine Idee verrennen, sollten Sie Ihr eigenes Verhalten überdenken und sich eine neue Strategie überlegen. Wenn Sie Fehler gemacht haben, geben Sie es zu. Kein Mensch ist makellos und alles lässt sich auch irgendwie beheben!

Löwe 23. Juli bis 23. August Es könnte eine turbulente Woche vor Ihnen liegen, deshalb sollten Sie alles etwas langsamer angehen lassen und sich Ihre Kräfte gut einteilen. In Ihnen erwacht der Drang, etwas Neues zu erproben, mit dem Sie auch gleichzeitig Punkte sammeln können. Sie möchten aus dem gewohnten Umfeld ausbrechen, doch noch fehlt Ihnen der Mut für den letzten entscheidenden Schritt. Überlegen Sie bitte nicht zu lange!

Jungfrau 24. August bis 23. September Was Sie sich vorgenommen hatten, sollten Sie jetzt tun, denn der Zeitpunkt ist perfekt. Ihre Ideen wirken so anziehend wie ein Magnet, doch nicht jeder wird bereit sein, sich darauf einzulassen. Versuchen Sie noch weitere Überzeugungsarbeit zu leisten, damit dann auch wirklich eine Gruppe entsteht, mit der sich gemeinsam etwas Besonderes umsetzen lässt. Lassen Sie sich nicht aufhalten!

Waage 24. September bis 23. Oktober Strahlend und zufrieden schweben Sie durch den Alltag und lassen sich auch von kleinen Hindernissen nicht aufhalten. Damit können Sie auch ein gutes Vorbild für Ihr Umfeld abgeben, denn nicht jeder hat diesen Tatendrang. Setzen Sie Ihre Energien für die Bereiche ein, die für Sie im Vordergrund stehen, dann haben Sie auch keine Probleme zu befürchten. Ein Kompliment erwärmt Ihr Herz und Ihr Gemüt!

Skorpion 24. Oktober bis 22. November Etwas Neues kann nur wachsen, wenn andere Dinge dafür Platz machen. Planen Sie aber nur in kleinen Schritten, denn dann können Sie auch die einzelnen Phasen richtig genießen. Der Erfolg dürfte Ihnen dann recht geben und Sie zu weiteren Taten ermutigen. Gönnen Sie sich einen Abend, an dem Sie sich von vorne bis hinten bedienen lassen. Diese Auszeit haben Sie sich jetzt verdient. Nur zu!

Schütze 23. November bis 21. Dezember Sie dürfen sich als Glückspilz betrachten, denn alles, was Sie in die Hände nehmen, wird Ihnen gelingen. Nur sollten Sie dabei Ihr Umfeld nicht vergessen, denn auch diese Menschen haben einiges dazu beigetragen. Versuchen Sie Ihre Vorstellungen von einem harmonischen Miteinander zu verknüpfen, denn dann wird es Ihnen gelingen, auch die weiteren Schritte gemeinsam zu gehen.

Steinbock 22. Dezember bis 20. Januar Theorie und Praxis müssen für Sie immer übereinstimmen, auch wenn sich das in der Realität oftmals nur schwer durchsetzen lässt. Dadurch kommt es öfter zu Situationen, die angespannt und etwas heikel erscheinen, denn keine Seite will auch nur einen Schritt von ihren Vorstellungen abweichen. Sie dürfen gerne Ihre Meinung durchsetzen, sollten aber auch einem Kompromiss nicht abgeneigt sein. Nur Mut!

Wassermann 21. Januar bis 19. Februar Bei einem bestimmten Thema entscheiden Sie knallhart, was Sie erwarten und was Sie auf keinen Fall dulden werden. Doch dieser Schritt wird Ihnen nicht nur Zustimmung bescheren, deshalb sollten Sie sich auf einige Diskussionen einstellen. Vielleicht gelingt es Ihnen mit Ihrer Kreativität einen anderen Weg zu finden, der für alle Seiten eine optimale Lösung bringt. Lassen Sie sich ausführlich beraten!

Fische 20. Februar bis 20. März Bei diesem Thema sollten Sie Ihre Talente in den Vordergrund stellen und damit auch zeigen, dass Ihre Kompetenz ausreichend ist. Vermeiden Sie es aber, mit bestimmten Worten in eine Falle zu tappen, denn man könnte versuchen Ihnen sämtliche Aufgaben zu übertragen. Doch diese Behandlung sollten Sie sich nicht gefallen lassen und sofort kontern. Gönnen Sie sich nach dieser Phase eine kleine Auszeit!

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Sonntag, 24. Januar 2010

SONNTAG in

FRANKEN

LEBEN

Sudoku

Verlag und Herausgeber: Neue Bayreuther Anzeigenblatt Verlags GmbH Bayreuther Anzeiger Postfach 11 01 50, 95420 Bayreuth Maximilianstraße 58/60, 95444 Bayreuth Theodor-Schmidt-Str. 17, 95448 Bayreuth Geschäftsführung: Michael Rümmele Anzeigenleitung: Andreas Weiß (verantw.) Redaktion: Sonntag in Franken Verantwortlich: Gert-Dieter Meier Anschrift: Maximilianstraße 58/60, 95444 Bayreuth Telefon: 0921-500-163 www.sonntag-in-franken.de E-Mail: redaktion@sonntag-in-franken.de

(ohne Gewähr)

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Projektleitung und Koordination: Harald Ritter Vertrieb: VSO – Verteil Service Oberfranken GmbH Vertriebsleitung: Georg Haas Gesamtvertriebsleitung: Herbert Angerer Druck: Nordbayerischer Kurier GmbH & Co. KG

SONNTAG in

Geschäftsstelle: Maximilianstraße 58/60, 95444 Bayreuth Telefon 0921-294-294, Fax 0921-294-193

FRANKEN

Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 8–18 Uhr, Sa. 9–13 Uhr Kostenlose Verteilung am Sonntag an alle erreichbaren Haushaltungen im Verbreitungsgebiet.

M Sudoku-Spielregeln

M Schlecker M Euronics Baumann M Drogerie Müller

Füllen Sie das Rätselgitter nur mit den Zahlen von 1 bis 9. Dabei gibt es Folgendes zu beachten: In jeder waagerechten Zeile und in jeder senkrechten Spalte darf jede Zahl nur einmal vorkommen! Und auch in jedem der neun umrahmten 3x3-Felder kommt jede Zahl von 1 bis 9 nur jeweils einmal vor.

Bitte beachten Sie die Beilagen in Teilen der heutigen Ausgabe mit interessanten Einkaufstipps und attraktiven Angeboten.

Zurzeit gültige Anzeigenpreisliste Nr. 1 vom 1. Oktober 2009. Anzeigenentwürfe und Texte des Verlages sind urheberrechtlich geschützt. Übernahme, auch fotomechanisch, nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung und gegen Gebühr. Mitglied im Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter e. V., BVDA. Auflagenkontrolle durch Wirtschaftsprüfer nach den Richtlinien von BVDA und BDZV.

REISE

Sonntag, 24. Januar 2010

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Mauritius

So grün das Land, so weiß der Strand, so blau das Meer Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als wir in der weitläufigen Eingangshalle des Hotels nach Orientierung suchen. Riesige Ventilatoren im Kolonialstil fächern uns kühle Luft zu. Der auf Holzpfählen errichtete Komplex ist nach allen Richtungen geöffnet. Palmwedel und Blütensträucher blinzeln in den Raum. Und wir hören, wie das Meer leise zu uns spricht: Komm, komm. Nach gut elf Stunden Flug mit der Condor genießen wir einige Minuten Ruhe in den farbenfrohen, massigen Rattan-Polstergarnituren bei einem kühlen Früchtepunsch. Wir sind angekommen – in unserem Traumparadies.

D

as Shandrani Resort & Spa auf Mauritius ist das elegante Hotel, das wir uns vorgestellt haben. Vom ersten Moment des Hierseins fällt alle Hektik von uns. Der Rezeptionist kommt langsam auf uns zu, heißt uns aus respektvoller Entfernung ohne heftiges Händeschütteln mit einer kleinen Verbeugung willkommen und bittet uns mit einer wegweisenden Handbewegung zum Tresen. Alle Einschreibeformalitäten sind bereits erledigt, es bedarf nur noch der obligatorischen Unterschrift. Etwas abseits wartet aufmerksam Bedienungspersonal,

um uns auf dem Weg zu unserem Appartement die Philosophien des Hotels zu erläutern. Der Gebäudekomplex liegt im Südosten der Insel in einem weitläufigen, tropischen Garten, gesäumt von mehreren exotischen Buchten und einem kilometerlangen, traumhaften Naturstrand. Schon bei unserer Ankunft waren wir vom atemberaubenden Blick über den Pool auf das Blau der Lagune be-

geistert (Foto oben). Die hochwertige Inneneinrichtung der Zimmer in den Villen am feinen Sandstrand ist in klassisch-modernem Design gehalten. Liebevolle Dekorationen auf edlen Hölzern lassen sie in einem wohnlichen Ambiente erstrahlen.

Am Korallenriff Gemütlichkeit und Komfort werden hier großgeschrieben. Ein besonderes Highlight ist die offene Gestaltung. Fließende Übergänge lassen die Räume weitläufig und luftig erscheinen. Eine gläserne Wand trennt das Badezimmer vom Schlafbereich. Von hier hat man eine herrliche Aussicht auf den Indischen Ozean. Der luxuriöse SpaBereich des Hauses erstreckt sich auf 1.600 qm und bietet somit viel Raum für Ihre individuellen Massagen- und Beautyanwendungen. Unbedingt einplanen sollte man

eine Fahrt mit dem Glasbodenboot. Dem Hotel vorgelagert wartet ein Korallenriff unter fachkundiger Führung darauf, entdeckt zu werden. Auch Taucher finden hier ihr kleines Paradies (Foto unten). Es werden Padi-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Mauritius ist Strandurlaub. Aber Vorsicht: bei einer leichten Brise unterschätzt man schnell die Kraft der Sonne. Empfehlenswert, besonders zu Beginn des Urlaubs, ist mindestens Sonnenschutzfaktor 25! Die Strände auf Mauritius sind Korallenstrände. Badeschuhe schützen vor den scharfen Korallenstücken. Die schönsten Strände sind: Flic en Flac (Westen – lange, schöne Strandspaziergänge möglich, trotzdem Infrastruktur vorhanden), Belle Mare (Osten – mehrere km lang), Mont Choisy (Nordwesten, schöner Sonnenuntergang, nicht überlaufen), Grand Baie (Norden – klein und zentral, aber in der Bucht gelegen, kein offenes Meer), Perybere (Norden – klein, geschäftig, sehr gute Infrastruktur mit Bars und Restaurants) und Ile aux Cerfs (Osten – Postkartenmotiv, etwas kommerziell). Außerhalb der Riffs sollt man nicht baden – Hai-Alarm! (Fortsetzung auf Seite 43)

Seite 43

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(Fortsetzung von Seite 42) Tourismus ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Viele Menschen leben davon und manche habe sich ihr eigenes kleines „Business“ aufgebaut. Auch die Strandverkäufer. Dass ihre Preise in der Regel die normalen Marktpreise deutlich übertreffen, dürfte kein Geheimnis sein. Deshalb nicht gleich am Anfang des Aufenthaltes kaufen, sondern sich erst ein Bild über Marktpreise verschaffen. Zappeln lassen, das spart Geld. Und keine Muscheln oder Korallen kaufen!

INFO Artenschutz

Keine Korallen!

Taxifahrer und Makler Eine beliebte Art, Land und Leute näher kennenzulernen, ist ein Tagesausflug mit dem Taxi. Die Vorteile liegen auf der Hand: kaum teurer als ein Mietwagen, Benzin inklusive, kalkulierbare Kosten (der Preis wird vor der Reise festgesetzt), eine Reiseleitung inklusive (vom Hotel empfohlene Fahrer). Ist man ein mauritiusunerfahrener Urlauber, kann das allerdings in einer Shop-Falle enden: der Taxifahrer hält an besonders „guten“ oder „günstigen“ Geschäften an, damit man mal einen Blick da rein werfen kann. Man muss wissen, dass er eine sogenannte „Parking Fee“ erhält, unabhängig ob etwas im Geschäft gekauft wurde oder nicht. Deshalb sollte zu Beginn der Fahrt klar sein: keine Geschäfte! Der wohl umstrittenste Ausflug ist die Delfin-Tour (im Schnellboot oder Katamaran in der Bucht von Tamarin). Während die einen diese Tour als die wohl schönste Tour ihres Urlaubs sehen, sehen andere eine regelrechte Delfinhetze. Richtig ist, dass es leider unter den Skippern schwarze Schafe gibt, die jedem Delfin sprichwörtlich auf den Leib rücken. Rücksicht vor den Tieren ist diesen Leuten ein Fremdwort. Darunter leiden auch Bootführer, die in einer angemessenen Entfernung zur Beobachtung (und nicht Jagd) der Tiere einladen. Auf Mauritius ist Oben-ohne-Baden ausschließlich an den Hotelstränden gestattet. Kaum eine einheimische Frau gibt sich diese Blöße. Gleichwohl ist Respekt vor den Sitten des Landes angesagt. Denn schließlich arbeiten hier viele Einheimische und Bedienstete aus anderen asiatischen und arabischen Ländern. M Harald Ritter

REISE

Traumziele erleben!

Traumkombination Dubai-Mauritius vom 22.5. bis 2.6.2010 Verbringen Sie 4 Nächte im The Palace at One&Only Royal Mirage ***** in der Luxus-Oase Dubai. Danach erwartet Sie die Trauminsel Mauritius im Indischen Ozean mit dem Beachcomber Shandrani *****. 11 Nächte Frühst./tw. Vollpension p.Pers. ab € 2.995 Buchung und Beratung:

Reisebüro FTS GmbH Hohenzollernring 65, 95444 Bayreuth, Tel. 0921-7595557, Fax 0921-7595544, E-Mail: bayreuth1@tui-reisecenter.de www.fts-reisebuero.de

M Ausfuhr: Ausführen aus Mauritius darf man viel – das heißt aber noch lange nicht, dass diese Dinge in die EU eingeführt werden dürfen, zum Beispiel Muscheln und Korallen. Auch Souvenirs mit Zertifikaten, dass die „Ausfuhr legal“ ist, können am deutschen Zoll Probleme verursachen. Wie wäre es stattdessen mit landestypischen Textilien, Keramik, Metall- und Glasarbeiten oder Malereien? M Essen: Mauritius ist ein multikulturelles Land. Dies wird besonders bei der reichhaltigen Küche deutlich: chinesische, indische, europäische und natürlich kreolische Speisen stehen mittags und abends auf den Tischen. Restaurants in jeder Preislage oder günstige Garküchen an jeder Ecke als Fast Food. Küchentipps: kreolisch (gut gewürzt), chinesisch (gut & günstig – etwas anders als die gewohnte chinesische Küche in Deutschland, Reis muss meist extra bestellt werden), indisch (sehr gewürzt) und natürlich Fischgerichte in allen Arten und Formen. Achtung: auf einigen Menükarten ist die Mehrwertsteuer (15%) enthalten, auf anderen nicht! M Kultur: Die koloniale Vergangenheit spiegelt sich auch in der Kultur wider. Man findet Elemente aus den Niederlanden, aus Frankreich, Indien, von den Kreolen, aus Afrika. Die Sega – bestehend aus Volksmusik und Tänzen – ist heute ein besonderes Kulturgut auf Mauritius und gilt bei Touristen und Einheimischen als Inbegriff der mauritianischen Seele und Lebenslust. Fast jedes Hotel veranstaltet einmal in der Woche einen Sega-Abend. Der Tanz wird von mehreren Frauen und einem Mann ursprünglich um ein großes Lagerfeuer herum aufgeführt. Sega ist Ausdruck einer Stimmung oder einer Situation im Leben des Sängers.

MOBIL

Sonntag, 24. Januar 2010

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Handy-Abzocke per „Cold Callings“

Eiskalte Anrufe Das Telefon klingelt und der Telefonanbieter lockt mit einem vermeintlich attraktiveren Tarifangebot. „Cold Callings“ nennt man in der Fachsprache dieses Überrumpeln des Vertragsinhabers. Wer sich auf eine telefonische Vertragsänderung einlässt, die am Ende nicht das hält, was sie verspricht, kann sich wehren.

I

m Oktober 2009 erhielt die Bayreutherin Sarah M. (Name von der Redaktion geändert), 24, einen Anruf ihres Mobilfunkanbieters Vodafone-D2. Eine Hotline-Mitarbeiterin erklärte ihr, dass sie ihre bisherigen Rechnungen durchgesehen und dabei festgestellt habe, dass bei ihrem Nutzungsverhalten ein anderer Tarif günstiger sei. Bisher hatte die junge Frau eine Grundgebühr von 25 Euro bezahlt. Nun bot ihr die Anruferin einen „besseren“ Tarif mit einer monatlichen Grundgebühr von fünf Euro mehr an. Das Angebot gefiel der Kundin und sie willigte ein. Mit der nächsten Rechnung kam dann der Schock: statt nun wie erwartet 30 Euro Grundgebühr, sollte

sie 55 Euro zahlen. Man hatte ihr also keinen neuen Tarif gegeben, sondern einen zusätzlichen. Verärgert rief sie bei der Hotline an, um sich zu beschweren. In den Filialen hatte man ihr nicht helfen können. Der Telefondienst liefe unabhängig von den Geschäften vor Ort ab, erklärte man ihr dort. Bei der Hotline versuchte man sie von einer Kündigung abzuhalten, indem man ihr immer neue Angebote machte. Doch aus Sorge, noch einmal hinters Licht geführt zu werden, kündigte sie ihren Vertrag und wechselte den Anbieter. Vodafone überhäufte sie trotzdem noch längere Zeit mit unerwünschten Anrufen.

Für die beschriebene Vorgehensweise verwenden Juristen den Begriff der „Cold Callings“. Dabei werden Verbraucher ohne deren vorherige Einwilligung angerufen. Diese Anrufe werden meist nicht von den Anbietern selbst, sondern von damit beauftragten Callcentern getätigt. Der angerufene Verbraucher bekommt Dienstleistungen und Produkte angeboten, ohne dass er dies gewünscht hat. Damit liegt ein Verstoß gegen die Verbraucherschutzvorschriften gemäß des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vor. Besonders brisant ist dies im Fall des erwähnten Handy-Anbieters.

Callcenter übernehmen für Handyanbieter unangenehme Anrufe bei Kunden. Fotos: dpa

Hier werden die Kunden in aller Regel mit missverständlichen Formulierungen oder schlicht Falschaussagen dazu gebracht, ihre Zustimmung zu geben. Rechtsanwalt Sebastian Trost, Experte für Internetrecht: „Sofern sich ein Callcenter zu einem solchen wettbewerbswidrigen Verhalten gegenüber seinem Auftraggeber verpflichtet, führt dieses nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart vom August 2008 automatisch zur Nichtigkeit des gesamten Vertrages zwischen dem Callcenter und seinem Auftraggeber.“ Ob jedoch den schlecht bezahlten Mitarbeitern der Callcenter ein Vorwurf zu machen sei, bliebe fraglich. Vielmehr könnten die Firmen ihren Ruf schützen, indem sie derartige Praktiken von Callcentern unterbinden. Um solche Erfahrungen zu vermeiden, hat die Verbraucherzentrale Bayern unter der Rubrik Telefonwerbung nützliche Tipps auf ihrer Website www.verbraucherzentralebayern.de veröffentlicht. Bei allen am Telefon abgeschlossenen Verträgen ist der Verbraucher seit dem 4. August 2009 übrigens auf der sicheren Seite. Seither besteht nämlich ein Widerrufsrecht, dessen Frist in aller Regel einen Monat beträgt. M Miriam Heer

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MOBIL

Sonntag, 24. Januar 2010

Schweinfurter Studenten bauen Solar-Rennauto für US-Einsatz

Mit der Kraft der Sonne Während der Winter Deutschland mit Eis, Schnee und trübem Himmel fest im Griff hat, arbeiten Schweinfurter Studenten an einem Projekt, für das sie letztlich jede Menge Sonne brauchen. Sie wollen im Sommer mit einem selbst gebauten Solar-Rennwagen an einem Rennen in den USA teilnehmen.

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H-SW Solar Racing e. V. haben die aktuell 30 teilnehmenden Studenten der Fachhochschule Schweinfurt ihren Verein genannt, dessen schlichtes Ziel die Realisierung einer Teilnahme an internationalen Rennen des

Quadratmeter Solarzellen der Firma Jetion Solar auf der Oberseite des gut fünf Meter langen, 1,80 Meter breiten und gerade 1,15 Meter hohen Autos aufgebracht werden. Mit maximal 120 km/h – so die Planung – können die angehenden, zwischen 20 und 27 Jahre alten Ingenieure dann über die USHighways fahren und sich mit den Vertretern von Spitzen-Universitäten aus aller Welt messen. Wobei die Piloten zwei Voraussetzungen erfüllen sollten: nicht größer als 1,74 Meter sein, weil sie sonst nicht in die enge Fahrerkabine passen; und weniger als 80 Kilo wiegen. Fehlt zu diesem Wert etwas, wird nämlich laut Reglement sowieso aufgewogen. Ist der Pilot schwerer, hat das Team Pech. Doch das Ziel

gesteckt und können es kaum erwarten, den SSC1 endlich vor uns stehen zu sehen“, sagt Falko Petersenn, Initiator und Manager des Projekts.

300.000 Euro In den nächsten Wochen müssen aber noch einige weitere Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden. Und die sind auch finanzieller Natur – kein Wunder bei Gesamtkosten von rund 300.000 Euro, davon 130.000 für das Fahrzeug. Wobei die Konkurrenz nicht selten zehn Jahre Vorsprung und teils Millionenbeträge zur Verfügung hat, so Petersenn. Angesichts solcher Unterschiede erscheint der Anspruch der Schweinfurter, das Ziel in Chicago zu erreichen, gar nicht

SPRIT

Positiv verrückt Wenn das nicht visionär ist. Ein Auto, das sich über Solarzellen selber mit Energie versorgt und dabei immerhin bis zu 120 km/h schnell wird. „Natürlich wissen wir, dass das ein Experimentalfahrzeug ist, ein Rennwagen. Aber aus der Formel 1 fließen ja auch immer wieder Innovationen in normale Autos ein“, sagte uns im Interview Falko Petersenn, Initiator und Manager des nebenstehend beschriebenen Solarauto-Projekts. Die Begeisterung, mit der die Schweinfurter Studenten darangehen, ihren Traum zu verwirklichen, war Pe-

So soll er aussehen, der Schweinfurter SolarRenner.

solaren Motorsports mit einem selbst entwickelten Solarfahrzeug ist. Am 12. Juni soll es soweit sein. Dann beginnt das Abenteuer in Tulsa, Texas, mit der technischen Abnahme des SSC1, gefolgt von der Qualifikation auf einem Rundkurs. Das eigentliche Rennen startet dann am 19. Juni. Auf öffentlichen Straßen geht es mit einem selbst konstruierten und nach einem strengen Reglement gebauten Fahrzeug auf die etwa 1700 Kilometer lange Strecke quer durch die USA nach Chicago.

Solarzellen auf dem Dach Und das ohne einen Tropfen Benzin, nur mit der Energie der Sonne. Das bedeutet, dass der SSC1 die benötigte Energie selbst generieren muss. Möglich ist das, indem sechs

ist nicht, eine möglichst hohe Spitzengeschwindigkeit zu erreichen, sondern mit der wenigen vorhandenen Energie möglichst effizient zu fahren. Neben einem effizienten, sparsamen Fahrzeug ist somit auch eine vorausschauende Rennstrategie und Fahrweise ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Der Bau des Rennwagens hat inzwischen begonnen, der Rahmen steht bereits. „Wir werden in den anstehenden Semesterferien bestimmt einige Nächte mit dem Bau des Autos verbringen“, meint Sven Zehelein, der Leiter der Mechanik: „Endlich nimmt unser Baby Form an.“ Das nächste Highlight für die Studenten ist mit Sicherheit der Roll-Out, die erste öffentliche Präsentation des Autos, die am 19. März stattfinden soll. „Wir haben nun gute zwei Jahre in das Projekt

mehr klein. „Zumal 50 Prozent der Teams bei solchen Rennen ausfallen“, weiß Petersenn. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der Unternehmen, die wir trotz der Wirtschaftskrise bisher erhalten haben. Der Bau des Autos ist gesichert, aber wir haben immer noch Bedarf an Material und finanzieller Unterstützung für das Rennen“, sagt Sebastian Geis, bei Solar Racing zuständig für Marketing und Sponsoring. Das ehrgeizige Projekt finanzieren die Studenten aus Spenden und durch Sponsoren. „Wir sind natürlich immer auf der Suche nach weiteren Unterstützern“, so Geis. Neben Sponsoringpaketen für Unternehmen bietet der Verein dabei auch EinzelPatenschaften für die Solarzellenfläche an. M StS/red www.solar-racing.de

tersenn anzuhören. Genau solche im positiven Sinne „Verrückten“ braucht es, um neue Ideen voranzutreiben. Einer von ihnen ist auch der Amerikaner Rick Woodbury. Er baut den Tango T600, der mit 2,5 Metern Länge, 1,5 Metern Höhe und gerade 99 Zentimetern Breite einem Golf-Wägelchen ähnelt. Aber auch er ist eher ein Rennwagen, seine Elektromotoren leisten über 800 PS, katapultieren ihn in weniger als vier Sekunden auf 100 Sachen und machen Geschwindigkeiten von weit über 200 km/h möglich. Was das soll, fragen Sie? Haben wir nicht genug Probleme damit, normale Elektroautos mit halbwegs passabler Reichweite auf die Räder zu stellen? Alles Spinner also? Als Bertha Benz 1888 im Patent-Motorwagen ihres Mannes Carl die heute legendäre Fernfahrt von Mannheim nach Pforzheim absolvierte, dachten auch viele so . . . Stefan Schreibelmayer

FRAGEBOGEN

Sonntag, 24. Januar 2010

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Professor Walter Wagner, Chef der Unfallchirurgie am Klinikum Bayreuth

Sonntag ist Familientag Wie beginnt Ihr Sonntag? Frühes Frühstück? Ausschlafen? Oder ... Meist mit der Rückfahrt von einem Box-Event – kurzes Frühstück zu Hause und dann geht's um 9 Uhr zur Visite. Trinken Sie Kaffee oder Tee? Am liebsten Honig-Milch. Und wie halten Sie's mit Klößen zur Mittagszeit? Ein Sonntag ohne Kleeß ist kein Sonntag. Pflegen Sie ganz bestimmte Sonntagsrituale? Der DSF-Doppelpass mit Udo Lattek gehört dazu. Ihre beste Ausrede, wenn sich die Verwandtschaft zum Nachmittagskaffee ankündigt? Ich muss in den OP. Sonntag ist Familientag – was steht auf dem Programm? Gemeinsames Mittagessen mit meiner Mutter und den Kindern.

N E G O B r E e n G g a A W R r F lte

Wo schauen Sie lieber Sport: ARD, ZDF, oder...? Da habe ich keine Präferenzen. Wenn’s drauf ankommt, laufen mehrere Fernseher, damit ich beim Sport ja nichts verpasse. Drei Dinge, die Sie am liebsten auf den kommenden Sonntag verschieben würden? 1. Arbeitszimmer aufräumen 2. Steuerunterlagen sortieren 3. Vorsorgeuntersuchung beim Urologen

a W . f o r P t Heute mi

Bitte vervollständigen Sie die folgenden Sätze: a) Wenn ich den Lotto-Jackpot geknackt hätte, würde ich ... ... den Etat der Oldschdodd in den nächsten Jahren sichern.

b) Wenn ich Kanzlerin wäre, würde ich ... ... vorher erst einmal eine Geschlechtsumwandlung machen müssen.

Und zum Schluss der Klassiker: Diese drei Dinge würde ich auf eine einsame Insel mitnehmen: Handy, Schäufele, Sandsack zum Frustablassen.

M Zur Person Professor Dr. Walter Wagner ist seit drei Jahrzehnten verantwortlicher Arzt des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB). Der Chef der Unfallchirurgie am Klinikum Bayreuth saß bei allen Weltmeisterschaftskämpfen von Henry Maske am Ring wie bei Boxgrößen wie Arthur Abraham oder Nikolai Valuev. Als begeisterter Sportfan kennt er die Größen des Sports, und die kennen ihn. Einer seiner engen Freunde ist Sportreporter „Waldi“ Hartmann (siehe Bild), mit dem ihn eine jahrelange Freundschaft verbindet. Wagner ist aber auch im Bayreuther Sport aktiv; so zum Beispiel bei der Altstadt. Zu den Verdiensten Wagners gehört auch, dass es ihm dank seiner Beziehungen gelang, den ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 20“ in Bayreuth zu stationieren.

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LEUTE

Sonntag, 24. Januar 2010

Von Hilton bis Woods

Beziehungsgeflechte M Hollywood-Schauspieler Mickey Rourke (57) ist ganz verschossen in seine neue Freundin, das russische Model Anastassija Makarenko. „Sie ist ein Geschenk des Himmels“, sagte er dem US-Magazin „People“. Er stehe jedoch nicht nur auf Äußerlichkeiten. „Natürlich ist sie eine sehr schöne Frau. Aber sie hat auch das größte Herz der Welt. Sie hat eine großartige Familie, sie steht ihrem Vater und ihrer Mutter sehr nahe – sie sind tolle Leute“, so der Schauspieler. Im Dezember sei er extra mit Makarenko nach Deutschland geflogen, um die Eltern kennenzulernen. Das Paar, das in New York lebt, ist seit sechs Monaten zusammen. Sie trafen sich auf einem Fototermin. „Ich würde sie nicht für 20 Oscars eintauschen“, so Rourke. M Während Golfprofi Tiger Woods (32) in einer Therapie-Klinik versucht, seine Sex-Sucht in den Griff zu kriegen, genossen seine Kinder einen unbeschwerten Tag im Freizeitpark SeaWorld in Orlando (Florida). Sam (2) und Charlie (elf

Monate) wurden zusammen mit ihrer Tante Josefin Lonnborg, der Zwillingsschwester ihrer Mutter Elin, gesichtet, als sie im Wasserpark Meeressäuger wie Wale, Delfine und Seelöwen bewunderten. Die Familie ging für mehrere Stunden auf große Tour in SeaWorld. „Sie hatten eine wunderbare Zeit, alle lachten und genossen es sehr“, sagte ein Insider dem US-Magazin „People“. Nachdem Tiger Woods' Affären bekannt wurden, war seine Frau mit den Kindern in das Haus eines Freundes in Windermere (Florida) gezogen, das

sich nahe dem Anwesen der Woods befindet. M Kanye West (32) gilt als der „böse Junge“ des Musikgeschäfts. Deshalb habe er auch keine Einla-

dung bekommen, in der Nacht zum Samstag bei George Clooneys Mega-Fernsehkonzert „Hope For Haiti“ aufzutreten, berichtet die „New York Daily News“. Der afroamerikanische Musiker Kanye West hatte sich beim letzten großen Telethon 2005 für die Opfer des Hurrikans „Katrina“ Ärger eingehandelt, als er verkündete: „George Bush schert sich nicht um schwarze Leute.“ Bei den vergangenen MTV-Musikpreisen stürmte er auf die Bühne, als die 19-jährige Country-Sängerin Taylor Swift zu ihrer Dankesrede ansetzte und unterbrach sie rüpelhaft. „Nachdem, was er beim Katrina Telethon gebracht hat und wie er sich bei den MTV-Preisen aufgeführt hat, waren sich alle einig, dass es besser sei, wenn er nicht daran teilnimmt“, sagte ein Insider. „Kanye schafft es jedes Mal, dass sich alles um ihn dreht. Er würde wieder alles versuchen, um im Rampenlicht zu stehen. Aber an dem Abend geht es nun mal nicht um ihn“, so der Insider. M Die zwölffache Grammy-Gewinnerin Alicia Keys (28) hat sich eigenen Angaben zufolge bestens mit der Pop-Diva Beyoncé (28) verstanden, als die beiden das Duett „Put It In A Love Song“ aufnahmen. Sie kennen sich seit Teenagerzeiten. Wie der „Daily Star“ im Internet meldet, ist es Alicia jedoch ein Herzenswunsch, sich eines Tages das

Mikrofon mit ihrem ganz großen Idol zu teilen. Es handelt sich um den „Purple Rain“-Sänger Prince (51). „Ich habe ihn schon einmal kurz kennengelernt. Ich habe versucht, cool zu sein, aber ob mir das gelungen ist? Ich war hin und weg“, verrät sie. M Bisher sind Handtaschen, Schuhe, Düfte, Kleidung und Haar-Extensions unter Paris Hiltons Namen vertrieben worden. Jetzt hat das amerikanische Glamour-Girl von Plänen erzählt, die bisherige Produktpalette um Unterwäsche zu ergänzen. Miss Hilton ist Feuer und Flamme. Besonders ein spezieller Push-up-BH hat es ihr angetan. „Er lässt deine Oberweite riesig aussehen. Die Leute glauben, man habe sich die Brüste vergrößern lassen“,

V I P - Sport Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner (27) hat seine schwangere Freundin Inge Posmyk (39) heimlich geheiratet. „Wir wollten das in aller Ruhe machen und uns aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Inge ist schwanger und kann keine Aufregung gebrauchen“, sagte Steiner gestern und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Das Paar hat sich am Freitag vergangener Woche in Heidelberg das Jawort gegeben. Dabei hat die TV-Moderatorin den Namen Steiner angenommen. Im März soll das Baby zur Welt kommen. Die Trauung fand im engsten Familienkreis nur mit Eltern und Trauzeugen statt. „Es hat alles sehr gut gepasst“, erzählte Steiner, der seine zweite Frau nach seinem Olympiasieg kennengelernt hatte. Steiners erste Frau Susann war 2007 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ihr hatte er seinen Olympiasieg 2008 gewidmet. M

M Alles richtig? Auflösung Sudoku

schwärmt die 28-Jährige und gesteht freimütig: „Verglichen mit den meisten Frauen in Hollywood, bin ich einfach flachbrüstig.“ M Privat war 2009 sicher kein erfreuliches Jahr für Peter Andre, beruflich hätte es hingegen kaum besser laufen können. Eine ausverkaufte Tour, sein Album „Revelation“ landete auf dem dritten Platz der UK-Charts. An diesen Erfolg will der Ex-Mann von Katie Price (31) jetzt offenbar anknüpfen. Der 36-Jährige hat zum bevorstehenden Valentinstag schon wieder eine CD vorbereitet. Es handelt sich um eine neue Zusammenstellung von Liebesliedern, Coverversionen und eigenen Songs, die den Sänger durch die vergangenen 15 Jahre begleitet hätten. dpa

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Sonntag in Franken vom 24.01.2010